doch meist mit einer Hinter- und Yorderwand aus Bambus. Oft sindsie zweigeteilt, um den Schweinen einen Stall zu bieten, wenn mannicht vorzieht, mit den Schweinen zusammen zu wohnen. Einige flacheHolzschalen sind fast das einzige Gerät, was die Natur dem Eingeborenennicht beinahe fertig in die Hand gedrückt hat. Zum Kochen brauchtman weiter nichts als Steine, die im Feuer erhitzt und dann um die inBlätter gehüllte Nahrung aufgetürmt werden. Diese Steine müssennatürlich feuerfest sein; Kalk ist nicht zu gebrauchen, und da solcheKochsteine in den Kalkformationen völlig fehlen, müssen sie oft weither vom Meeresufer gebracht werden und werden deshalb recht sorgsambewahrt. Gabel und Löffel braucht man nicht, und als Eßmesser zumSchälen der Früchte dienen Muscheln oder Bambussplitter. Mit diesenläßt sich nicht gut gegen sich zu schneiden, deshalb ist dem Eingeborenendie Gewohnheit geblieben, alle Früchte von sich weg zu schälen, auchmit dem Stahlmesser. Das Bett verschmäht man oder fühlt sich aufeinigen parallel gelegten Bambus recht behaglich.
Nähern wir uns einem Weiler, so werden wir erst von einigengrunzenden Schweinen erschreckt, die sich schimpfend ins Dickichtretten. Dann werden wir angemeldet durch das Gebell zahlreicherKöter, die sich uns mit geheucheltem Eifer entgegenwerfen, um dannin enger Kurve vorbeizusausen und in sicherer Entfernung weiter zukläffen. Einige Kinder spielen auf dem Platz vor der Hütte, zwischenKot und Schweinen. Sie springen auf, drücken sich scheu beiseite,um uns bald zutraulich bei der Hand zu fassen und ins Gesicht zustarren. Um die Mittagszeit werden wir die Männer meistens im Gamalversammelt finden, bei der wichtigen „Lap-Lap “-Bereitung.
Lap-Lap ist das Nationalgericht der Bewohner der Neuen Hebriden,und sie verbringen auch gewiß den fünften Teil des Lebens bei derLap-Lap-Kocherei. Die Arbeit ist einfach und mühelos; es läßt sichdabei so bequem träumen wie beim Nähen und Stricken. Vor sich hatman zwei Bananenblätter übers Kreuz gelegt; neben sich einige Jams-knollen, die man schält und dann auf einem Reibeisen, einem StückKorallenkalk oder der rauhen Blattrippe der Elfenbeinpalme zerreibt.Es entsteht ein zäher, weißer Brei, den man sorgfältig in die Blättereinpackt. Inzwischen ist in einer Grube ein Feuer ausgebrannt undhat die Kochsteine zur Glut erhitzt. Diese nimmt man mit einer Zange,einem gespaltenen Bambus, aus der Grube und legt den Brei in denBananenblättern an ihre Stelle, bedeckt ihn mit den heißen Steinen,deckt diese wiederum mit einem Bündel trockener Blätter und wartetschlafend, schwatzend oder rauchend, bis das Gericht fertig ist. Esstellt dann eine brotteigähnliche Masse dar, der man mit allerlei
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