Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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Von Pomerantzenbluͤhtwaſſer.

Atthiolus vermeldet/ daß man aus den Po-

merantzenbliüht gar ein lieblich wolriechendWaſſer brenne/ welches eine ſonderliche gute Kraffthabe/ den Schweiß mit Gewalt zu fürdern/(wird ſon ·derlich fleiſsig in Italia zu Neapoli und Luca gemacht/da man es Ram pham und Angelicam nennet.]

Es meldet auch P. Camerarius, daß es von wegenSchwangere feines guten Geruchs zu vielen Sachen in Italia ge-Weiber. braucht werde/ und in Spanten gebe man es den

ſchwangeren Weibern in ein wenig Poleyenwaſſer/wenn ſie hart gebaͤren.Von dem Del der Pomerantzenſchelffen.Aut den Schelffen der Pomerantzen kan man auchein Oel hringen/ welches ein Föftlich Werck iſt inKalter Ma. den kalten ſchwachheiten des Leibs/ iſt dem Magen gargen. gut/ er waͤrmet und ſtaͤrcket denſelbigen/ ſonderlich aberDhnmacht iſt es treſſentlich gut wider die Ohnmacht und DatSine tigkeit des Hertzen/ ſtaͤrckt und kraͤfftiget daſſelbige/vertreibet das Zittern und wehret allem Gifft.

Man kan es auch

und Sennadern damit zu ſtaͤrcken und zu erwärmen.

Das XV. Gap.Von Lemonienbaum.Malus lemonea.,. Lemonienba um.

N A

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Echwejſfurdern.

Gleich er-warmen

B

3 It Lemonien werden auch unter das Ge-

ſchlecht der Citrinat gerechnet/ wegen ihrer

Krafft und ihrer Geſtalt/ außgenom̃en daß

fie kleiner ſeyn und langlecht/ haben auch

nicht fo ein dicke Hant oder Rinde/ ſeyn auch ſafftiger/

am Geſchmack ſaur und bleich: der Baum iſt dem

Pomerantzenbaum gantz und gar gleich/ hat dicke/ glat-

le wolrtechende Blätter fein Bluͤhet iſt weiß/ die Aeſtzaͤhe/ blegig und ſtachlicht

Von den Namen. ö

DõJelimenlen heiſt man Griechiſch Uxc n Ac.

Tateiniſchl imonia. Malus Limonia acida, C-

B. Malus limonia, Matt. Dod. Lion. Lug. Caſt. Li ·

mones, Pod. gal. Cord. in Dioſc. Bellon. Tur. Ad.

Lob. ic.& obt Cæſ. Cluſ. hiſt. Limon arbor ex ci-

tri genere, Cord hiſt.. Welſch Limone. Frantzöſiſch

F

D. Jacobi Theodori Tabernaemontan/

Limons. Boͤhmiſch Limaumy. NiderlEngliſch Limon tree.] ö

Von der Natur/ Krafft und Eider Lemonien. igenſchuft

Je Lemonien ſeyn kalter und truck ner NaturDo ſaur Geſchmact anzeiget. Sie.Krafft wie Citronenaͤpffel/ wie Matthiolus bejeugt/jedoch weil fie ſaur ſind/ ſind fie Fälter und truckner*

Von(imonienſafft und ſeinem| Gebrauch.|Er Limonienſafft diener gar wol wider dier g a er die Mat dDee und Ohnmacht des Hertzens/ ſo von.*fer Hitz herkom̃t/ dann er erkühlet dit groſſt Hiz/ ſin-dert die Gall und gibt dem Hertzen auch ein Krafft/

ſch Aimoen.

G und ſonderlich fo man dieſen Safft mit gBorragen und

auſſerlich gebrauchen die Gleichen

H

K

Ochſenzungenwaſſer trincket. Auff ſolche Weiß gebraucht bekemmt er auch wol und hinderlegt das Zu,

tern des Hergen/ welches auch von greſſr Sig e en RuttnUrſprung bar/ mit Vorragen und Sa f

F urampffer-waſler getruncken..

Welche mit dem priapiſmo geplaget werde iniſollen ihre Speiß jederzeit mit. und a mnienſafft bereiten/ und ſich der ſelbigen gehranchen.

Es werden auch die limonien nutlich geſſen widet umiden Unwillen und Unluſt zum Eſſen/ dann ſie eiſtt mſchen den Mund/ bekem̃t dem Magen wol/ dͤ̃ pſen iiGallen/ und bringen wiederum einen Luſt jum eſen.

Wer auch groß Magen wehe aus Hitz hat/ der gerbrauche ſich fleifsig der Limon ien. ö

Limonienſafft mit Wegwartenwaſſer gebrauchetund geiruncken Fühler die Leber/ und löſchet alle unng-tůrliche Hitz derſelbigen..

Es iſt auch ſolcher ſafft wider den Stein gut/ def kliner die Krafft hat/ fo man Perlen oder Schneckenſcha⸗ 1len darein legt/ über etliche Tag fint fie jerrieben]

In ſuma in allen hitzigen Schwachheiten tes Mar ngens/ der Leber/ der Nieren und des Hertzen/ itte dann öauch in allen hitzigen Fiebern fol man dieſen ſaft denKraͤncken fuͤrſchreiben: Sonderlich aber in den Pe. hiilumlentziſchen Fiebern ſollen fich die Krancken defelbiegen fieiſsig gebrauchen/ dann er gleiche Krafft und Tu, gigend hat/ dem Gifft zu wehren/ der Faͤule zu widerſte i.hen/ das Hertz zu ſtaͤrcken/ gleich wie die Ci ingten

Von Limonienſyrup.2 Us den Limonten wird auch ein Syrup gemacht -

Syrupus de limonib genenntſunè wird von demLimonienſafft[mit Zucker] diſpenſirt.

Dieſer Syrup iſt zu allen oberzehlten Gebrechen/davon bey dem Limonienſafft meldung geſchehen nüßelich und gut/ iſt auch in allen dingen ſtaͤrcker und kraͤfti-ger dann der Citronenſafft/ er Fühler mehr dann der⸗ zulſelbige/iſ ſonderlich gut wider die Haͤulung, wider die WIWürm und andere rohe Feuchten des Leibs: Thut gar Min.wol in den hitzigen ſcharffen und geſchwinden Fie⸗ ihne libern, ſonderlich fo von der truͤtenden Gall ijten Ur derſprung haben/ lindert nit allein die His und den durſt/ſondern ſteuret und wehret auch der wit nden char ·fen/hitzigen und brennenden Gallen. Fuͤrnemlich abetſol man dieſes Syrups in den Peſtilentz ſchen Ficberngar nicht vergeſſen/ und denſelbigen ſtaͤrigs mit Borra-gen und Saurampfferwaſſer zu trincken geben.

Von dem Limonienwaſſer.Atchiolus meldet/ daß man ein Waſſet bren-ne aus dem Safft der Limonen/ welches man

mit den Syrupen vtrmiſche und in den Fiebern u gigetrincken gebe: Soll auch ein Krafft haben die Wurm imm.im Leib zu toͤden.

Dis Waſſer äͤuſſerlich angeſtrichen-Flecken am Leib unter dem Angeſicht.

Magenn he

cher Fühlen

Veftilentiſche Sieben,

vertreibet die gienDerowegen kit.

(uch das ſtolte Weibsvolck ſolches Waſſe gebraucht -

ein ſchönes tlares Angeſicht darmit in machen. la