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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Me, Joachim und Wilibald, richteten an. 1375. ihrer-«her wegen einen vertrag auf. Um jetztqedachte zeit war Hein-rich Herzoglicher Rath und Rentmcister zu Codurg. An.1588. ilonrte Friedrich alS Hauptmann zu Jena , und Chri-stoph als Amtmann zu Römhild . Hans Wilhelm, Hans Fric,reich und Heinrich besassen an. 1670. unterschiedliche güther indem Altenburgischen. Knaut. prodrom. Misn. Mutiert annal.

* Etzelstorf, ein schloß, nebst einem land-guth, in Ober-Oesterreich in dem Hausruck-viertel, ohnweit der von Wels nachAied gehenden land-strasse, in einer ebene gelegen. Es gehö-ret den Herren Schmidtauer von Ober-Walsee, und ist vonLhristvff Helfrieden Schmidtauer von Ober-Walsee, der an.»7rr. verstorben, von gründ aus neu gebauet worden, nach-dem es eine geraume zeit wüste gelegen. Ehemals hat es denHerren Iörger zugestanden, wie denn Leonhard Iörger solchesan. -4-1. besessen, von Hoheneck, beschreibung von Ober-Oesterr.wm. II. p. 839·

Eu, eine sehr alte stadt in der Normandie , mit dem titul ei-ner Lomce und Paine, darzu sie an. 1438. von dem Könige Ca-role VII. erhoben worden. Sie liegt an dem flusse la Bresle,da die grentzen zwischen der Normandie und Picardie macht,ohngefehr i. meile von der see, allwo bey dem einflusse des be-sagten stroms das kleine städtlein Fresport zwischen Dieppe undSt. Valcry gelegen. Ihr lager ist sehr lustig zwischen lautergrünen wiesen, und hat an der reveer gegen die feite von Picar-die den nahmen von Eu. Die Grafen von Eu sind auch schonvorher» von vielen feculis her in der Französischen Historie be-kannt. Alipa, die erbin dieser Grafschaffi, lebte im XII. fe-culo , und brachte sie an Rudolphum von Luzigan I., von Js-soudun beygenannt, und ward von ihm eine mutier Rudol-phi II. Grasen von Eu. Dieser verehlichte sich mit Iolandavon Dreux, rc. einer tochter Roberti II. des jüngern, Grafenvon Dreux , rc. und seiner andern gemahlin, Jolandä von Cou-cy, von der er nur eine einzige tochter Mariam , Gräfin vonEu, nach sich gelassen, die sich vor an. 1230. mit Alphonsovon Briennc, Groß-Cämmerer von Franckreich, vermählet,und also die Grafschafft an solche familie gebracht. Alphonsuswar ein vatter Iohannis I., der an. 1294. in seinem besten altergestorben, nach sich lassend Iohannem II., einen vatter Rudol-phiIII., Grafen von Eu, und Connetable von Franckreich.Dessen söhn Rudolphus IV., gleichfalls Connetable, ward an.rzei. den 18. nov. zu Paris in dem Hötel de Nesle wegen ver-ratherey enthauptet, und die Grafschafft eingezogen, sonder-lich, da er ohne dem keine kinder hatte. Der König Johannesschenckte hierauf diese Grafschafft an Iohannem von Artois, deraus Königlich Französischem geblüte entsprossen , den nahmenohne land geführet, und an. 13 86. verstorben, nach sich las-send unter andern kindern Philippum, Grafen von Eu, Con-netablc von Franckreich, der mit in der unglücklichen schlachtwider die Türcken bey Nicopoli an. 1)96. gewesen , undguMicalizoinAnatolien an. 1397. den 15.junii verschieden, «sei-ne gemahlin Maria, Hertzogs Iohannis von Berry anderetochter, gedahr ihm Carolum , Grasen von Eu , so an. 1472.den 23. jul. unbeerbt gestorben, Bonam und Catharinam,Iohannis von Bourbon, Herrn von Carency gemahlin. Bo-na erster gemahl war Philippusvon Bourgögne, Graf vonRevers, und ihr söhn Johannes, Grafvon Eu, der an. 1491.»erblichen. Dieses Iohannis tochter, Elisabeth , heuratheteHertzog Iohannem von Eleve, und brachte sowol die Graf-schafft Revers als Eu an bemeldtes Haus , bey welchem sie auchlange zeit geblieben, wie denn Iohannis, Hertzogs von Eleveund bssagter Elisabeth jüngerer söhn , Engeldcrtus, Graf vonRevers und Eu, eine besondere linie gestiftet, unter andernnach sich lassende Carolum Grafen von Revers und Eu, einenvatter Francisci I., Hertzogs von Revers und Grafen von Eu.Dieser ließ zwar 3. söhne, Franctscum II., Hertzog von Revers,Jacobum, Marquis von Jle und nach seinem bruder auch Her­ tzog von Revers, und Henricum , Grafen von Eu, die aberalle bald nach ihm ohne erben verstorben; dahero ihre 3. schwe-stern die erbschafft angetreten, wie denn die älteste Catharinadie Hertzoathümmer Revers und Rhetel an ihren gemahl Lu-dovicum Kvnzaga, aus dem Haufe der Hertzoge von Man-rua, die jüngste Maria, die Grafschafft Jle an Henricum I.,von Bourbon, Printzen von Conde gebracht; die mittlere aber,Catharrna, Gräfin von Eu, heurathete anfangs Antoniumvon Croy, Printzen von Porcien, hernach aber Henricum I.,Hertzog von Guise, ( ob gleich ihr erster gemahl ihr auf demmrde-bcthe ausdrücklich diesen Printzen zu chlichen verboten ,)dem sie auch die Grafschafft Eu zugebracht. Sein söhn Caro-le» führte den titul Graf von Eu , ehe er Hertzog von Gui-se ward, wie auch dieses söhn Henricus II., der än. 1664. oh-ne erben verschieden. Die Grafschafft Eu fiel nach gantzli-a< ö an 3 c der Guisischen linie an Mademoiselle ä'Orleanü,«nna Maria Louise, souveraine Printzeßin von Dombes undHertzogin von Montpensier. Nachdem aber diese an. 1693.. n apr. vhnverhrurathet gestorben, kam diese reiche erb.Mfft an die Crvne , darauf der König das FürstenthumLombes und die Grafschafft Eu nebst andern güthern sei-»em natürlichen söhne, dem Hertzoge von Maine, conferiret,weicher auch im Parlement zu Paris an. 1694. den 8. mart.wegen her Grafschafft Eu, als Pair von Franckreich, mitvem ränge über alle andere Hertzoge und Pairs des Reichs,aufgenommen worden. \

Hiftor. Lexicon III, Theil.

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Eva, ist der «ahme, damit die erst« mutier de, mcnsthli.chen gefchlechts von Adam benennet worden, und zeiget an,baß sie eine mutter der lebendigen seyn sollte. Denn da GOttsahe, daß es dem menschen nicht gut war, allein zu seyn , ließer einen tiefen schlaf auf Adam fallen, nahm seiner kippen eine,schloß die stätte mit fleisch zu, und bauet« aus der rippe einweib, so er dem Adam zuführte. Ob nun gleich Eva, nebstdem Adam, in dem Paradiese sich in dem allerglückseligsten zu-stande befand, ließ sie sich doch von der schlänge verführen,daß sie von dem verbotenen bäum, auch Adam beredete,mit davon zu essen, wodurch sie sich und das gantze menschli-che geschlecht in das allergröste elend stürtzete. Zur strafe wur,de auch, ihr insonderheit aufgelegt, daß sie mit schmertzen kin-der gebühren, und der herrschasst ihres Mannes unterworffenseyn sollte. Worauf sie dann mir Adam das Paradies verlas-sen , und ihre lebens - zeit in Mühseligkeit zubringen muste.Dieses, und was sonsten die Schrift von ihr meldet, ist allesausser streit; was aber sonsten die Jüden und andere nochweiter von ihr gedencken, hat man dillich für ungegründeteerzehlungen zu halten, und als früchte einer gar zu grossenleichtgläubigkeit anzusehen. Die vornehmste fabeln von diesermutter aller lebendigen sind : daß sie alle jähr mit einem söhnund einer tochter eingekommen; daß sie 940. jähr gelebet;baß sie einen orden gewisser geistlicher Jungfrauen eingesetzet,welche das bey Abels opfer vom Himmel gekommene fcuerbeständig unterhalten müssen; daß sie einen grossen stock vondem bäum der erkänntnis des guten und bösen abgeschnit-ten , und damit ihren mann , von der frucht zu essen, ge-zwungen habe; ,baß sie selbst der bäum der erkänntnis desguten und des bösen , dessen frucht Adam verboten , aewe,sen ; daß Adam anfänglich einen schweif gehabt, wie diemeisten thiere, aber als GOtt solches hernach nicht für an-ständig beftmden , wäre derselbe dem Adam abgenommen,und daraus die Eva erschaffen worden; daß ihre schönheitan dem fall des fürnehmsten Engels schuld gewesen; dcrßsie allein fähig gewesen, AdamS liebes-flammen abzukühlen,der sie vor bey den andern thieren vergebens zu löschen gesuchthabe; daß sie und Adam vorher ein mensch gewesen, nach-gehends aber von GOtt getheilet worden; welches meist elen-de träume und liederliche gedancken, auch wol schändlichelästerungen sind. Gen. 11. & III. Salianus, Tomictlus. Hei·deggerus , in Kilt. Patriarch. Bajle. *

Evüdne, eine tochter Martis , von des Asopi gemahlinThebe, wurde an Capaneum, einen edlen Araiver, verheu-rathet, und liebte denselben so inbrünstig, daß sie, auf dieerhaltene Nachricht von seinem bey der stadt Thebe erfolgtentode, gantz ausser sich felbsten kam, und bey dem leichen-begängnis, so sie ihm zu ehren anstellen ließ, sich selbst in denflammen des angezündeten fcheiter-hauffens um das leben brach-te. Einige nennen ihren vatter Jphis, ingleichen Phylax.Virgil. iEn. lib. VI. v. 447. Qv'uL amor. üb. III. eleg. v. 4.JA. de art. am. lib. III. v. 19. ld. trist. lib. IV. eleg. 3. v. 6z.lib. V. eleg. 14. Martial. lib. IV. cpigr. 73. Proper', lib. I.eleg. 13. v. 21. St»t. Theb. lib. XII. v. 8°°· Eurip. in iupplfc.Apotlodor. lib. III.

* Evagon von Lampsacus , einer der discipeln Platonis,zeigte, daß er wenig nutzen von den lehren feines grossen Mei-sters geschöpfet; da er nach Hanse gekommen, lehnte er sei-nen bürgern wichtige geld-summen , aber dafür ließ er sichdie citadelle für eine hypothec einsetzen, und da die zeit ver-strichen , da ihm sein geld sollte wieder gegeben werden, undkeine bezahlung erfolgete, bediente er sich feines Unterpfands,um die höchste gemalt an sich zu reissen , bemächtigtesich zu dem ende des Pfandes, und fieng daraus an, seinenMitbürgern beschwerlich zu fallen. Diese, einem ehrlichen undwohl-gesinnten bürger unanständige that, wurde nicht nach ver-dienen abgestraft, die dürgerschasst tractirte ihn gelinde, undein jeder that sein möglichstes, die stadt-fchuld abzuthun, undda er nunmehro völlig bezahlt war, begnügten sie sich, ihn mithaab und guth aus der stadt zu jagen. Athenxus , üb. XI.

Evagoras I. König in Covern , gebürtig von Salamine,leitete seinen stamm von den iEaddis , und also durch Aeacumvon Jove felbsten her. Seine vor-eltern waren einige zeit, ehe eran die well kam, erstlich durch die Phönicier ihrer herrschasst zuSalamine, die durch Teucrum, den enckel Aeaci vom Telamo-ne, gestiftet war, beraubet, und selbige hernach den Persernunterwürfig gemacht worden. Wie nun Evagoras viel furtref-liche leibes-und gemüths-gaaben besaß, ereignete sich ihm eineerwünschte gelegenheit, seiner vor-eltern Reich, ohne jemandunrecht zu thun, wieder an sich zu bringen. Der Fürst, so un-ter der Perser schütz und ober-herrllchkeit Salamine besaß,«vurde durch einen der vornehmen des landes (welchen Diod.Siculus Abdemon einen Tyrer zu nennen scheinet) ums lebengebracht, und ward von eben demselben auch dem Evagorä nach,gesteüet. Dieser flöhe deswegen anfänglich gen Solos in Cili-cien, kam aber bald wieder von bannen zurück, und da er nur30. mann bey sich hatte , zerbrach er ein kleines stück vonder stadt-mauer, und aieng also auf den tyrannen in seinempallast los, schlug dessen viel stärckere garde, und jagte sie mitihm aus der stadt; worauf ihn die bürger, so inzwischen iwu«tral geblieben, willig zu ihrem Fürsten angenommen. D>8geschahe um A. M. 3393. A.C. 391. U- C. 363. Olymp.XCVII. 2.

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