FABRICA ET VS vs \INSTRVMENTI AN CHOROGRAFPHICI: Das iſt/ Newe Planimetriſche Beſchꝛeibung: ten/ Weyher vnd Landtſchafften/ jebes in fein N gewiſſe Lägerſtatt vnd Propoꝛtion auff⸗ S reiſſen vnd verjüngen ſoll. Kupfferſtucken gezieret vnd erklart: Bawmeiſteren/ vnd die ſich des Circkels vnd Linegls gebrauchen/ zu gutem an tag geben. zu Zuͤrich, Ludwig Koͤnigs/ 1625. 3 k, . Dem Hochwolgebornen Herꝛen: Herꝛen Maximiliano/ Keyſ. Mayſt. vnd deß Heiligen Roͤmiſchen Reichs Erbmarſchalck Landtgrafen zu Stuͤlingen/ Herꝛen der Herꝛſchafften Bappenhenn/ Hewen vnd Graͤfental/ 1. Fuͤrſtlicher Durchl. Maximiliani, Ertzhertzogen zu Oeſterꝛeich/ꝛ. Camerer. Meinem gnedigen Herꝛen. ger Herz/ die Mathematiſche vnd J, Geometriſche Kunſt ift von wegen 5.. ihrer dienſthafften Nutzbarkeit/ zu Wöcfg, allen zeiten hey verſtaͤndigen Leuö„then in höchſter recommendatien geweſen: Die well ſie aber von dem mehreren theil entweder gantz vnbillich vnd vngegruͤndt gebraucht wirt/ alſo daß ſie offt ein gar weites fehlen/ nicht daß die Demonſtrationes Geometricaæ, dar auß ſie flieſſen/ darumb vngewiß ſeyn ſollen/ ſonderen daß ſolches geſchicht auß vngeſchickligkeit vnd nachlaͤſſigkeit/ ꝛc. deren die darmit vmbgehen: oder aber/ ob fie gleich dieſelben wahrhafftig verſtanden haben/ doch dermaſſen heimblich verborgen halten vnnd anderen Kunſtliebenden mißgoͤnnen/ gleich alß weren a I Ochwolgeborner/ Gnaͤdiij ſolche Dedication. ſolche Kunſt ihnen allein zu wiſſen von G 8 TT verliehen: Alſo iſt kein wunder/ das ſolche Kunſt bey manchem etwan in geringer achtung gehalten wirdt. ren Kuͤnſten/ alſo ſonderlich auch zu der Geometrig ein luſt vnd liebe tragen/ vnd E. G. voꝛ dieſer zeit allbereit von mir ein Geometriſch Inſtrument bekommen/ welches ſie jhꝛo gnediglich geliehen laſſen: Alſo hab derſelben ich auch dieß gegenwuͤrtig, wiewol ſchlecht/ doch gerecht vnd hochnutzlich Inſtrument zu dem grund legẽ/ wie man nam̃lich die Schloͤſſer/ Landtſchafften/ Matten/ Weyher/ ja auch ein gantzes Feldlaͤger/ in ſeinem vmbkreiß vnd wahrer propoꝛtion auff ein Brett verjuͤngt auffreiſſen/ auch die weite zu jedem/ durch Circkel vnd Lineal gantz artig vnd gewiß erkundigen ſolle/ vnderthaͤniglich/ alßdann hiemit geſchicht/ offerieren woͤllen: nicht allein darumb/ daß es/ wie E. G. wol bewußt/ von alters her gebraͤuchlich/ daß die jenigen/ welche etwas publicieren vnd an tag geben woͤllen/ daſſelbige einer ſonderlich außerleſenen/ vnd ſolcher Perſon dedicieren vnd zuſchꝛeiben/ die der dingen/ daruon das publicierte Werck tractiert/ verſtendig/ ſonder auch daß es vor den vnzeitigen Tadleren etlicher maſſen ſicher ſeye. Euwer Gnaden hiemit gantz. li Dieweil aber Ewer Gnaden zu loblichen wah Dedication. lich bittend/ Es wollen die ſelbig ſolches von mir/ alſß einem klein fügen zu Gnaden auffnemmen/ vnd es beſchirmen/ auch mich allzeit gnedig für befohlen haben. Der Allmaͤchtige Gott wölle Eiv. Gn bey geſundheit/ glücklicher vnd friedlicher regierung lang erhalten. Geben zu Zürich,/ Anno 1609. den 14. tag Jenner. N Ewer Gnaden vndertheniger Leonhard Zubler, Burger zu Zuͤrich. a ij Voꝛred SS BVoꝛred an den guͤnſtigen vnd kunſt⸗. liebenden Leſer. . nder allen Küuͤnſten/ ſo auß der Geometria herflieſſenſiſt die Kunſt des Grundlegens nicht die geringſte/ weil SS durch dieſelbige ze alle Stett-AWeyher/ Matten /Landſhafft/ ꝛc. einem jeden orth fein gewiſſe Legerſtatt nach ſeiner Proportion verjüngt auffgeriſſen werden kan. Solches Inſtruments anfang hat mir erſtlich gezeigt mein lieber Mitburger/ Meiſter Philip Eberhart Steinmetz: Folgends aber hab ich es durch vielfaltiges vben vnd brauchen/ je lenger je dienſtlicher vnd alſo befunden/ daß mir nit zuwiſſen/ daß dergleichen einfaltigers vnnd doch nutzlichers Inſtrument in den Truck kommen: Sittemalen man es an allen orten bekommen vnnd zuruͤſten kan/ was darzu nothwendig iſt(wenn einer nuhr ein ſcharffen Circkel haben mag.) Sonſt ſeind wol viel ſchoͤner vnd Kunſtreicher Inſtrument von dem Grundlegen beſchrieben/ vnd in dem offenen Truck außgangen/ alß das Aſtrolabium, beſonderbare Schyben mit Magnetnadlen/ vnd andere: Welche Magnetnadlen aber man zu dieſem nit gebrauchen muß/ man woͤlle dann wiſſen/ welches gegen Auffgang oder Nidergang gelegen(en) das kan man aber mit einem guten Compaß erfahren.— Alſo/ wiewol noch andere Inſtrument gemacht werden/ daß man von einer Legerſtatt zu der andern mit Ruten oder Schuhen meſſen muß(wie ich auch von einẽ hernach meldung thue⸗/ fo mir von dem Edlen vnd Hochgelehrten Herzen Bartholomæo Schaubinger ſeligẽ/ weiland beyder Rechten Doctorn zu Sant Gallen gezeigt woꝛden/ vnd ich jhme auch eins gemacht hab, fo der Hochgeboꝛne Fuͤrſt vnd Her: Graff Manritz von Naſſaw /ꝛc. der vereinigtẽ Niderlendiſchen Provincien Kriegsoberſter 0, Voꝛred an den Leſer.. oberſtet/ ꝛt etwan in feinen Feldlaͤgeren gebraucht haben ſollſo iſt es doch dem voꝛgemeldten noch nicht zuver gleichen. Es folgt auch das dritte Inſtrument/ ſo den Steinmetzen/ Schꝛeineren vnd anderen Bawleuthen dienſtlich iſt zugebrauchen darmit einen Baw abzureiſſen/ auch ein gantze Landtſchafft auff ein groſſe Taffel in grund auffzureiſſen vnd zu verjuͤngen/ auch welches gegen auffgang od nidergang gelegẽ(en. Was nun das erſte Inſtrument von dem gebrauch antrifft/ vnd einer will ein Statt oder Landtſchafft in den grund legenſo werden darzu zwen ſtaͤnde erwoͤhlt auff zweyẽ Thuͤrnẽ oder Bergen/ da du die oꝛther vnd gelegenheit alle magſt vberſehen/ vnd zwiſchen beyden ſtandẽ mag man meſſen mit dem Inſtrument/ wie ich in dem voꝛgehenden Tractat vermeldet hab/ vnd ſolche weite durch Ruten da eine r6. Schuch haltet/ abtheilen/ nach dem einer ein weite vnderhanden hat zumeſſen. Alßdann aber ſihe daß du keine vngerade Schuch oder Ruten zu der bekannten Standlinien gebraucheſt/ alß 9. oder 15. oder 27 vnd was vngerades kompt: Vrſach iſt diſe/ daß wenn man auff dem Inſtrument zwiſchen dem AB. den Stand mit dem Eirckel verjuͤngt neme/ vnd darauß die vnbekannte Linien begerte zuerfahren/ es ſehꝛ viel muͤhe im abzellen geben/ vnd groſſe jrꝛung im zuſammen ſummieren mitlauffen wurde. Dem nuhn fuͤrzukommen/ ſo werde ein Maßſtab gemacht alſo: Theil jhn auß/ wie du in folgender Figur auffgeriſſen ſiheſt/ doch magſt du hn theilen wie du wilt/ iſt daran nichts gelegen/ nach dem einer ein weite oder Landtſchafft in den grund legen will/ ſoll er die weite deß Maßſtabes in deſto kleinere theil abtheilen: wie dann der kunſtliebende ſolches in dem gebrauch vnd der vbung ſelbſt erfahren wirdt. Was man mit dem Eirckel auff dem Brett findet von dem Ades erſten ſtands zu dem abſchnitt/ wir dt ſolche weite auff den Maßſtab getragen/ vnd ſolche weite alle hardurch erfahꝛen/ die man zu wiſſen begert. ö . a ji Zu die Vorred an den Leser. Iu drscm abtragen von dem Brett aufden Maßstab ist gar komblich vnd dienstlich zugebrauchen der künstlich proportional Circkel/ wie den der kunstreiche Herr Iost Bürgi auß dem Schwcitzerlandt /löblicher freyer Erdtgnoßschaft gebürtig/ jctzund wonhafk zu Casscl in Hessen / erfunden / vnd ich solche auch machen thun. Weiter istzü wissen/daß mandie weite beyder ständen von dem Maßstab tragen muß/also daß man den Fußin den buch- stabrn ^ setzet/wie bey dem ersten stand istgemacht worden: da mag man dann den Circkel nahe oder weitstellen/aufdaß sich alles auffdem Brett möge abschncidcn/vnd danndasselbrg ore Verzeichnen mit dem L.wo du die Nadel gesteckt hastwnd wirdt dieselbigeLiny genenntdie Standliny. Was ftrrners die Figuren in disem Traktat anlanget/flnd die Instrument so darin» aufgerissen / nicht nach perspektivischer an anzusehen/ welches dann nicht ohnevrsach geschehen: denn sonst wurden die aufgerissenen Linien nach rechter arch nit sehen / wie sie aber nach der grosse aussdem Feld geschc werden/daß also die Rißaufdem Brett klein verjüngt/vnd die auf dem Feld ein anderen gleichförmig gesehen sollen werden. Demnach wo man mit diesen, Instrument an viel ort mißt/ oder etwas in den gründ legewill/sollendievrth mit ihren nam- men in ein Schmbtaffeln/ oder sonst aufgeschrieben werden: Alß ein Statt/Schloß/Dorf/Baum/wie dan ein jedes mag getrennt werden / sollen auch mit Zahlen oder Buchstaben auf dem Brett vnd in der Schreibtafcl gleichlich verzeichnet werden/darmit man nicht jrr werde/ wenn man zu dem anderen Stand kompt. So man nun ein Landtschafft/ oder Statt aufein Papyr ingrund gerissmhai/magman alßdann das Papyr ab dem Brett nemmen/vnd auf ein sauber Papyr legen: Vnd wo jedes orth sein Lcgerstatt nach perspektivischer arth hat / da soll ein Puncten durch das ober Papyr in das saubere gemache werden; Voꝛred an den Leſer. werden: Doch alſo/ daß es nit koͤnne verruckt werden: Alßdann fo ſollen die Doͤꝛffer oder Landſchafften auffgeriſſen/ vnd nach ihrer gelegenheit gemacht werden. Demnach wenn man die bekannte Linien/ ſo genennt wirdt die Standliny/ auff dem Feld meſſen will/ mag ſolches geſchehen durch ein Ruten die da 6. Schuch haltet/ man mag auch ein Schnur nemmen die 10. Ruten lang iſt: Bey jeder Ruten lenge,/ ſoll ein Knoͤpff lein an die Schnur gemacht werden. Iſt alſo die gantze lenge der Schnur 160. Schuch. Solche Ruten werden gemeinlich zu dem Feldmeſſen vnd grundlegen gebraucht. CASPARI Tig.Programma. ‚Ve tibi ſubrilis Geodætica præmia laudis Dat, L VB LE RE ſolers, hæc dat& iſte Liber: Quo terræ regiones, arces, oppida& urbes Arte admirandâ delineare doces, Tamqᷓue Inſtrumento facili certoque miniſtro; Quo vix utilius, certius atque ſiet. Huc ergo Artifices, quis Circinus& Lineale Curæ eſt: huc agedum militiæ que duces, Latos diſcite agros, valla; oppida& urbes, Et quæcunque orbis delineare loca: Hæcque miniſtranti. VBLERO reddite grates: Tu, LVBLERE, illos perge juvare alis Artibus. Omniportens nam quæ dat dona vel artes Uni, has communes pluribus eſſe jubet. 38% SMS ö r, von den Geometriſchen Inſtrumenten zum grund legen. Das erſte Capitel. Von Weiß vnd Foꝛm deß abmeſſen s viel vnd mancherley deſſelbigen/ vnd was die Maͤß ſeyen/ dardurch alle ding kan vnd mag gemeſſen werden. K Ch hab in dem vorgehenden Tractat Ä etwas in gemein meldung gethan/ wz die Geomerria ſeye/ wo ſie jhren anfang genommen rt vnd was{hr gebrauch ſeye: So ſolt du nuhn Kg weiter wiſſen/ daß wenn man den Erdboden gantz oder nur ein theil deſſelbigẽ/ alß ein Land/ Feld/ Berg Thurn /ꝛc, abmeſſen will, ſolches beſchehe nach den drey groͤſſinen eines jeden dings/ welche ſuperficies in Lafein genennt werden/ vnd ein jedes Corpus auß gemeſſen wirt/ nach feiner lenge/ breite/ dicke: in dieſe drey vnderſchiedlichen theil der Groͤſſe wirdt alles meſſen eyngeſchloſſen. Zum erſten wenn ein ding nuhn nach einer ſeiner groͤſſe oder Superficien gemeſſen wirdt/ vnd das beſchicht in viel weg: alß namblich/ ſo ein ding gemeſſen wirt nach ſeiner weite/ wie weit es von einanderen gelegen ſeye: Alß wie weit ein Baum von dem anderen ſtande/ vnd wie weit ein Statt von der andern gelegen ſeye/ vnd wirt diß meſſen eigentlich Longimetria genent. Item, fo ein ding nach feiner hoͤhe gemeſſen wirdt: alß ein Berg/ ein Thurn/ wie weit er ober den Erdboden in die höhe erhaben ſeye/ vnd diß meſſen nennt man ö * 2 Vnder:icht von den Inſtrumenten Deßgleichen ift/ ſo eins din ge abgrund oder tieffe gemeſſen wirdt: alß eines Sodbrunnens/ Grabens/ xc. welches Profun-dimerria genennt wirdt.. Zum anderen/ wir dt ein ding gemeſſen/ nach zweyen ſeinen groͤſſinen oder ſuperſicien/ nach der lenge vnd breite: alß wenn man ein Acker oder Feld außmiſſet/ wie viel Jucharten es ſeyeſo rechnet man alle ſeine ſeiten lenge vnd breite. Vnd alſs meſſen die Egypter jhre Felder vnd Aecker widerumb auß/ wann der Fluß Nilus wider abgelaufen iſt/ wie in dem dritten Traetat darvon weitleuffig geſchꝛieben iſt woꝛden/ vnd diß meſſen wirdt genennt Planimetria. Zum dritten wirdt ein ding gemeſſen nach dreyen feinen ſuperſicien oder groͤſſinen/ nam̃lich wie lang/ breit vñ dick es(eye. Alſo miſſet ab der Steinmetz feine Stein/ zu(einen Wercken/ nach allen dreyen groͤſſinen/ das iſt/ wie lang/ breit vnd dick fie ſeyen. Alſo miſſet der Maurer die Mauren/ wie hoch/ breit vnd dick fie fein muͤſſe/ ö vnd diß meſſen wird eigentlich Stereometria genennt. Von dieſem theilen deß abmeſſens aller der Geometrey will ich nicht meldung thun in dieſem Tractaͤtlein/ weil von dieſem meſſen von vielen hochgelehꝛten grundtlich vnd wol beſchꝛieben iſt/ zu welchen Buͤcheren ich den kunſtliebenden will gewieſen haben. Aber ehe wir weiter fahren/ vnd von dem perſpectiuiſchen grund legen handlen wollen, will ich zuvoꝛ etwas weiters von allerley meſſen meldung thun. Da ſolt du wiſſen/ daß ein ding abmeſſen/ nach der lengebreite vnd dicke/ nichts anders iſt/ dann erkundigen kunſtlich vnd gewiß/ wie offt man ein bekandte groͤſſe/ in dem ding das man meſſen will/ erfinden vnd gehaben moͤge. Vnd wie die ein ding waͤgen durch ein bekandte ſchwaͤre/ oder gewicht erkundigen/ wie offt vnd viel daſſelbig gewicht/ in dem fuck daß man waͤgen will/ moge gefunden werden: Alf wann man ein ſtuck Pley/ zum grund legen. Pley/ oder anders/ durch den bekandten Pfundſtein abwigt/ vnd erfahrt wie viel Pfund das gantz ſtuck ſchwaͤr ſeye: Vnd wie man nun zu dem Waͤgen/ aller ley Gewicht/ klein vnd groß geoꝛdnet hat/ alß Quintlin/ Loth/ Pfund/ Centner ze. durch welche alle ding mögen abgewegen werden: Alſo vnd nicht an derſt haben jetzt die Geomerricı gewiſſe vnd bekannte Maͤß erfunden/ beßimpt vnd verordnet/ durch welche fie aller dingen Gröoſſe, es ſeye nach der lenge/ breite oder dicke/ abmeſſen vnd außtircklen konnen. Die weil nun zu diſem Geometriſchẽ Inſtrument gebraucht wirdt der Circkel vnd Lineal/ fo will ich kurtze meldung thun wer ſie erfunden habe. Es ſchreibt Walterus Riuius daß der Circkel vnd Lineal oder Richtſchyt/ die fuͤrnembſten Inſtrument vnd Werckzeug zu der Geometrey ſeye/ fuͤrnemblithen aber der Circkel/ welcher von etlichen in Italiaͤniſcher Sprach nit Eirckel/ ſonder Secto genannt wirt/ der vrſach halben/ daß ein Circkelriß/ in welcher groͤſſe er ſey/ ſechs mal deß Circkels oͤffnung halte/ alſo/ daß der halb Diameter jedes Eirckels fein tircumferentz in ſechs theil, gantz gerad/ vnderſcheidet. Vnd wollen etliche daß diſes Inſtrument durch vilfaltigẽ gebrauch, von wegen ſtaͤtiger vnd fleiſſiger vbung vom hochberuͤhmbten Dedalo erfunden ſey/ wie auch dieſer gar nahe allen Schꝛeineren Gezeug ſolcher vrſach getrieben/ erſtlichen anzeigt haben ſoll. Wiewol dem Theodoro Sancio das rechte werck erfindung der Regel Richtſchyt/ Winckelmaß vnd Pleywag zugeſchꝛieben wirdt/ aber Maß vnd Gewicht ſoll Phıdion Argiuus erfunden haben/ oder wie Gellius will/ dalamecles. Doch ſeyen ſolche Inſtrument vnd Werckzeng gleich erfunden vo welchem ſie wollen/ haben ſie doch alleſampt jhren grund auß der Geometrey/ vnd find ſoleher Kuͤnſten ein gewiſſer Werckzeug wel che ein jeder Bawmeiſter nit enrrahten vnd entberen mag alß wenig alß alle Kuͤnſtler/welcher vrſach halb ſolche Inſtrument von tag zu tag je lenger je weiter gehr aucht haben. b ij Das Vnderricht von den Inſtrumenten Das ander Kapitel. Vnder:icht/ wie man diß Inſtrument machen vnd zubereiten ſoll/ ſo zu dem grundlegen gebraucht wirdt. I 8 8 8* Des OO X 83 383 85 A Aß dir ein eben Brett in allweg vngefehr anderthalben Schuch machen/ vnd anderthalben Zoll dick/ vnden ein TX Fuß daran/ vngefehꝛ drey oder vier Schuch hoch/ oben ein Creutz eines Schuchs lang/ vnd oben ein Zapffen fuͤrgang eines Zols lang/ der gar ſatt in das Brett gange/ vnd man es doch verrucken mög wenn man will. Es ſoll auch ein Senckel .‘an \ zum grund legen. 5 an dieſen Stul vnden gemacht werden/ durch denſelbẽ kan das Brett allzeit wagrecht geſtelt werden. Mehr laß machen ein Lineal/ vngefehꝛ zwen Schuch lang/ alßdann nimb zwo kleine Nadlẽ⸗/ die eine mach an das Lineal zu auſſerſt da der Buchſtaben B in der Figur verzeichnet iſt/ auffrecht daran mit Wax ⸗/ oder ſonſt wie du kanſt/ das iſt das eine abſehen/ ſo zu dem grund legen vnd meſſen gebraucht wirdt. Die andere Nadel ſchlag in das Brett bey dem Buchſtaben A. wie du in der Figur ver zelchnet ſiheſt/ wenn du dann das Lineal an die Nadel legeſt bey dem A. ſo geben beyd Nadlen die Abſehen zu deinem fuͤrgenommenen meſſen.. Wenn du nun das Brett brauchen wilt zu dem meſſen oder grund legen/ ſolt du allzeit(chen/ daß es wagrecht ſtande/ dann wann du ſchon auff einẽ Berg biſt/ vnd die F laͤcken oder Doͤꝛffer in dem Thal ligen/ ſo muſt du einen Senckel nemmen vnd den zweyen Abſehen nach halten/ ſo magſt du auff dieſe Form gleichfahls auch in das Thal ſehen fo iſt dañ die grundlegung vnden in dem grund deß Bergs zu den Dor fferen vnd Flaͤcken hinauß. So du aber auff einem Berg biſt/ vnd wolteſt mit dieſem Brett in das Thal zu einem Dorff meſſen/ wie weit von deinem ſtand dahin were/ ſo magſt du das Brett wol haldechtig gegen dem Doꝛff richten/ du muſt es aber bey dem andern ſtand gleichfahls auch alſo ſtellen/ iſt daran niehts gelegen.. Demnach iſt von noͤthen zu haben ein ſcharpffen guten Circkel/ daß du darmit die bekannte Liny meſſeſt/ die genennt wirdt die Standliny/ durch dieſelbe du alßdann alle weite vnd breite erkundigen kanſt. Es ſoll auch einer ein Regel oder Maßſtab abtheilen in 00. oder 1000. theil oder noch meh;/ nach dem einer ein weite oder breite begert zuerfahꝛẽ/ ſo findet er mit dem Eirckel darauff/ wie viel er zu feinem ſtand hat genom̃en/ alßd ann die anderen oͤrter auch. Wirdt alſo von dem Brett mit dem Circkel alles auff den Maßſtah getragen vnd dardurch alle weite vñ breite an ij as Vnderꝛicht von den Inſtrumenten Das dritte Capitel. Von den Triangelen fo zu allen meſſungen der Grund vnd Fundament iſt. he zuerfahren aſſen ſich allzeit zwen Tryangel ſehen/ ein groſſer im Feld/ vnd ein kleiner ſo den groſſen repre⸗/ ſentiert/ V. Geometriſchen meſſungen/ die Weite vnd Hoͤ zum grund legen. ſentiert vnd abbildet/ vnd in der proportion gleich iſt/ auff dem Inſtrument oder gemelten Brett. Alß zum Exempel/ wie du in obgeſetzter Figur ſiheſt auffgeriſſen/ groß in dem Feld vnd mit Zahlen verzeichnet ſiheſt/ auch der verjuͤngte Tryangel/ ſo mit C. D. E. verzeichnet ſiheſt. So du die bekandte Liny/ von dem B. zu dem C. mit Ruten oder Schuhen gemeſſen haſt/ vnd gefunden 140. Schuch/ wann du dann ſolches mit dem Eirckel von dem Brett auff die abgetheilte Regel auff den Maßſtab trageſt/ fo findeſt du beyder Linien lenge/ alß namblich AC. iſt 160. Schuch/ vnd AB. 130. Schuch/ wie du in dieſer Figunm ſiheſt auffgeriſſen/ vnd mit den Buchſtaben A.- B. C. D. verzeichnet ſiheſt Vnderꝛicht von den Inſtrumenten Das vierdte Capitel. Wie man mit die ſem Brett vnd Lineal an ein orth vber ein Waſſer/ in die weite meſſen ſoll. orth(chen kanſt/ vnd leg das Brett auff den Stul/ wie ich dich in dem 2. Capitel gelehrt hab machen. So du aber nicht gelegenheit haft zu einem ſolchen Stul/ ſo leg es auff . einen C N wohr dir zwen Staͤnd/ daß du bey beyden das begerte X. zum grund legen. 8 einen Stein/ Stock oder Stul/ ſihe nur daß du es koͤnneſt veſt machen/ daß es nicht leichtlich möge verruckt werden/ alßdann leg die Lineal mit der Nadel ſo daran gemacht iſt/ auff dz Bret vnd ſchlage die andere Nadel darein/ vnd ruck alſo das Lineal zu dem anderen ſtand/ den du dir erwöͤhlt haft/ vnd zeuch ein gerade Liny der Regel nach uber das Brett hinauß/ vnd verzeichne das orth wo die Nadel ſteckt mit dem A. alßdann ruck das Lineal gegen dem C.hinauß/ vnd zeuch wider ein Liny ober das Brett hinauß/ vnd verzeich ne ſie mit dem C. Alßdañ gang mit dem Brett zu dem anderen ſtand den du erwoͤhlt haſt⸗ vnd laß ein gemerck ſtehen bey dem erſten Fand/ vnd leg das Brett wider eben/ wie es zuvoꝛ bey dem erſten Stand iſt geſtand en/ vnd richte das Brett mit dem Lineal auff der Standliny gegen dem erſten ſtand/ vnd mach es veſt/ daß es ſich vm̃ kein haar möoͤge verrucken/ ſonſt wurde es alles falſch werden/ vnd nicht zutreffen. Alßdann miſſe zwiſchen beyden ſtaͤnden/ wie viel Schuch du findeſt. Exempel will ich ſetzen: du habeſt gefunden 76. Schuch alßdann nimb die Nadel auß dem A. vnd ſterk ſie auff der ſtandliny in das Be wie du in der Figur ſiheſt auffgeriſſen/ vñ leg das Lineal an die Nadel bey dem B. vnd ruck es gegen dẽ C.hinauß/ ſo in dem Feld verzeichnet iſt/ vnd zeuch auch ein Liny vber das Brett hinauß/ daß ſie die Liny A C. durchſchneide/ wo das nit were /muſtu die Nadel auß dem B. nem̃en vnd beſſer gegen dem Arucken vnd eynſtecken/ biß du den durchſchnitt beyder Linyen haſt auff dem Brett. Alßdann nim̃ ein Circkel/ vnd ſetz jhn mit dem einen Spitz in das A. vnd das ander theil in das B. da die Nadel ſtecket/ vnd trag jhn auff den Maßſtab/ ſo in der Figur verzeichnet iſt/ fo findeſt du 7 6. Schuch/ das iſt dein ſtand vnd bekandte Linien. Weiters, ſetz den Circkel mit dem einen theil in den Buchſtaben A. vnd ruck das ander theil in das C. auff dem J c vn 10 Vnderricht von den Inſtrumenten kö jhn vnverruckt auff den Maßßſtab/ ſo findeſt du 89. chuch. J Weiter/ ſet den Circkel mit dem einen Spitz in das B. vnd|; den andern in den Puncten C ſo ſindeſt du auff dem Maßſtab| 123. Nuncten/ ſo iſt von dem Brett wo du jetzt biſt/ biß zu dem C. hinauß 123. Schuch. Demnach wiſſe gůnſtiger vnd kunſtliebender Leſer/ in dieſer Beſchꝛeibung vnd Figuren ſind die Stand all von der lincken hand gegen der rechten genommen vnd beſchꝛieben/ du magſt aber den Stand nemmen auff welche form dir an dem gelegniſten iſt/ es iſt daran nichts. . gelegen. zum grund legen. Das fuͤnffte Capitel. Wie man mit die fem Inſtrument an zwey orth in die weite meſſen ſoll/ auch wie weit ſie von einanderen ſind. Rwöoͤhle dir zwen ſtaͤnd/ daß du bey beyden an die zwey oͤrter(ehe magſt/ vnd leg dz Bret wagrecht wie du kanſtDond ruck das Lineal zu deinem anderen Fand, vnd zeuch ein Liny ober das Brett hinauß/ vnd verzeichne fie mit dem A. ij wie 12 Vnderꝛicht von den Inſtrumenten wie du in dem folgenden 4 Capitel gelehꝛt biſt/ vñ ſteck die Nadel auffrecht darein, alßdann ruck das Lineal gegen dem C. hinauß/ vnd zeuch ein Liny ober das Brett hinauß: demnach ruck das Lineal gegen dem B. vnd zeuch auch ein Liny ober dz Bret. Alßdann nimb das Brett vndllaß ein gemerck ſtehn/ vnd gang zu deinem andern ſtand/ vnd richte die Liny A. zu deinem erſten ſtand/ wie fie zuvoꝛ auch geſtanden iſt. Dieſe Liny wirdt allzeit geneñt die Standliny(oder die bekandte Liny/ dann dardurch werden die anderen Linien all bekandt.) Alßdann miſſe zwiſchen beyden ſtaͤnden mit Ruten/ da eine 16. Schuch haltet/ ſo gemeinlich zu dem Feldmeſſen gebraucht werden /ſo ſindeſtu 6 s. Ruten: Nimb die Nadel auff dem Brett auß dem A vnd ſteck ſie in den Puncten B. wie du in Figur ſiheſt auffgeriſſen/ vnd zeuch Linien auß dem Bin C. vnd P. vnd ſihe daß fie auff dem Brett die anderen Linien zerſchneidẽ/ alßdann zeuch ein Liny von dem Puneten C. in den Puncten oder abs ſchnitt D. das iſt die weite beyder oͤrther von einandern. Wilt du nuhn wiſſen wie weit an jedes orth iſt von beyden ſtaͤnden/ auch wie weit ſie von einandern ſtehen/ ſo thue jhm wie du in dem voꝛgehenden Capitel gelehꝛt biſt/ vnd trags mit dem Circkel ab dem Brett auff den Maßſtab/ fo findeſt du wie viel Ruten vnd Schuch an jedes orth iſt, wie hernach verzeichnet iſt. Iſt der ſtand oder die bekandt Linien von einanderen o. Ruten/ thut 1040. Schuch. Ruten. Schuch. 140 2240 Von dem A ue Fi. . AD ö 1920 1600 C 100 Von dem B zu dem iſt thut D 158. Iſt das C vnd D von einanderen 160 vnd 2760 Das zum grund legen. Das ſechßte Capitel. Wie man ein Statten in jhꝛem vmbkreiß in jhrer proportion auffreiſſen vnd verjůngen ſoll. A daß du den gangen vm̃kreiß der Matten wol ſehen Fanft/vnd lege das Brett wie du gelehrt biſt/ vnd ruck das Lineal zu dem andern orth der Matten/ da du dein anderen ſtand ij erwoͤhlt C6 Rwoͤhle dir zwen ſtaͤnd an zweyen Ecken der Matten/ So ſelbſt hin ſeye/ vnd ſihe ob das Lineal die Liny auff dem Sr zerſchneide/ wo daſſelbig nit were ſo ruck die Nadel beſſer geg dem AÆhiß daß es die Sinn zerſchneidet/ alßdann zeuch wider i nien von dem h. mit dem Abſehen zu allen Buchſtaben an der s,"Ondersicht von den Inſirumenten erwohlt haſt ond ſteck die Nadel in das Brett vñ verzeichneſte mit dem A alßdann ruck das Lineal von einem Eck der Matten zu dem anderen/ vnd reiß Linien auff das Brett, vnd ver4 zeichne ſie mit C. D. E. F. G. H. wie du in obgeſetzter Figur verret ſiheſt. Alßdann gang zu deinem anderen ſtand/ lege vnd richte die kandlinien zu dem erſten ſtand/ mach das Brett veſt/ vn d nh die Nadel auß dem A, vnd ſteck ſie in das B. vnd ruck Das Lineal an das orth, da du vermeinſt/ daß es zum weiteſten daCT ** of . 6. 44% & 6 W 2 Matten herumb/ demnach zeuch auff dem Breit mit dem Lineal von dem C. zu dem D. ein Liny/ vnd von dem DP. zu dem F. von dem E zu dem F. von dem E zu dem G. von dem 6 zu dem * ond wirt alſo die ganze Matten auff dem Brett beſchloſſen. = Wilt du nun wiffen wie weit die Matten in jhꝛem vmbtreiß iſt/ ſo thue jhm alſo: Miſſe von deinem erſten ſtand zu dem anderen/ wie manche Ruten es ſeyn mag/ da eine 6. Schuch haltet, ſo findeſt du 12. Ruten. Solche weite trag auff den Maßö ſtab/ wie du in der Figur verzeichnet ſiheſt. Foölger die verzeichnuß/ wie viel Ruten vnd Schuch dieſe Matten in jhrem vmbkreiß hat. Ruten. Schuch CA} 6 1121 1792 B| C;/ 875 1360 6 AD ͤ 60 960 Von dem) Fu dem E E ſeind 94 thut 1504 EB| F 85 7360 *| G 2— 2924 6 LA 182 Erz 12 Summa 582. thut 2312. | zum grund legen; Das ſiehende Capitel. Wie man mit dieſem Brett vnd Lineal zu vier Dor fferen oder Flecken meſſen ſoll/ auch wie weit =. ſie von einandern ſeyen. CX D du vier Dörfer oder Flecken in einem ebenen Feld Ioor dir ſiheſt/ vnd du möchtet wol wiſſen/ wie weit zu jez thue jhm alſo: Erwoͤhl dir zwen ſaͤnd/ daß du die Doͤr dem were/ auch wie weit ſie von einanderen ſtanden/ ſo ffer oder 16 Vnderricht von den Inſtrumenten Flecken wol ſehen magſt/ vnd leg das Brett veſt/ vnd zeuch ein Liny mit dem Lineal da du dein anderen Stand nehmen wiltvnd ſteck ein Nadel in die Liny vnnd verzeichne ſie mit dem A. alßdann zeuch von dem A, zu allen vier Doöͤrfferen Linien auff das Brett/ vnd verzeichne ſie mit den Buchſtaben C. D. E. F. wie du in der Figur ſiheſt auff geriſſen. Alßdann gang zu dem anderen ſtand/ den du erwoͤhlt haft/ vnd du die Standregel darnach gericht/ vnd leg das Brett wider nach der Standlinien/ vnd miſſe zwiſchen beyden ſtaͤnden, fo findeſt du 420. Ruten. Nimb die Nadel auß dem A-vnd ſteck ſie auff der Standliny in das B. vnd ſihe das ſich die Linien auff dem Brett all mögen zerſchneiden/ ſo findeſt du von dem erſten Stand ſo mit dem A. verzeichnet iſt auff dem Brett zu dem C. 578. Ruten/ vnnd zu den Peg 45. Ruten/ vnd zu dem Dorff E. 417. Ruten vnd zu dem F. 67. Ruten/ alſo haft du die weite von dem erſten ſtand zu den vier Doͤꝛfferen/ nach der Ruten/ da eine 6. Schuch haltet. Wilt du nun auch wiſſen/ wie weit ein jedes Doꝛff von dem anderen ſtande/ fo zeuch Linien von einem Buchſtaben zu dem andern/ vnd trag dañ die weite mit dem Eirckel auff den Maßſtab. Will hienach in ein ordnung ſtellen/ wie viel Schuch vnd Ruten zu jedem Doꝛff iſtauch wie weit ſie von ein ander ſtehen. Ruten. Schnch. 66 570 9120 Von dem A zu dem D ſeind 400| thut 6400 6672 (4160 E 417 tr) 260 Hernach iſt die weite der Doͤrfferen von einandern. Ruten. Schuch. . 3 D 16; 2608 Von dem x D zu dem. E,. 1E] CE 193 13088 Das zum grund legen. Das achte Capitel. Wie man ein Weyher in feinem vmbkreiß ab meſſen vnd ver jungen ſoll/ wie weit er vmhfangen iſt. hm alſo: Nimb zwen ſtaͤnd/ an zweyen Ecken deß Weyhers/ daß du den gantz en Weyher vberſehen kanſt/ wie du in diſer Figur auffgeriſſen vnd mit den KA A. B. G. D. E. F. verzeichnet ſiheſt. AlßSE du ein aa her wilt auff das Brett ver juͤngẽ/ ſo thue i Vnderꝛicht von den Inſtrumenten Alßdann leg das Brett veſt/ daß es nit möge verruckt wer: den/ vnd zeuch ein Liny vber das Brett gegen dẽ andern ſtand/ ſo genennt wirdt die Standliny/ vnd verzeichne ſie wo die Nadel ſteckt/ mit dem Buchſtaben. A. alßdann zeuch Linien auff das Brett von einem Buchſtaben zu dem anderen/ ſo vmb den Weyher verzeichnet iſt. Alßdann gang zu dem anderen ſtand/ vnd richte die Standlinien zu dem erſten Stand/ vnd miſſe zwiſchen dem Stand/ ſo fin deſt duz zo. Schuch. Nimb die Nadel auß dem A. vnd ſteck fie ins B. wie du in dem voꝛgehenden€ apitel gelehꝛt biſt/ vnd ſihe daß ſich die Linien auff dem Brett mögen durchſchneiden/ wo das nit iſt/ ſo ruck die Nadel beſſer gegen dem A biß daß du ſehen magſt/ daß ſie alle moͤgen abgeſchnitten werden. Damit du aber das in allwweg gleich moͤgeſt erfahren fo ruck das Lineal an das orth/ daß du vermeinſt am weiteſten dahin zu ſeyn/ alßdann zeuch alle Linien auff das Brett. Wann ſolches geſchehen /ſo zeuch von dem abſchnitt B. zu dem Cauff dem Brett ein Liny/ vnd von dem C. zu dem D. alſo auch gleichfahls zu dem EE. vnd A. fo haſt du die gantze Praoportz deß Weyhers eingeſchloſſen auff dem Brett/ alßdann trag mit dem Circkel von dem Brett auff den Maßſtab alle theilung/ von einem Buchſtaben zu dem anderen/ fo findeſt du die weite deß gantzen vmbkreiſes deß Weyhers/wie hernach verzeichnet if. Schuch, A 66 330 8 C 210 Von dem. Seu dem, O ſeind. 180 |. 240 I) rw. E F 212 F A 300 Summa 1472, Schuch. Das zum grund legen. Das neundte Capitel. Wie man ein gantzes Land/ mit allen ſeinen Doͤrfferen in grund legen ſoll. 19 Je du mit dieſem Inſtrument oder Brett ein Landtſchafft mit(einen Doͤrfferen in den grund legen ſolt/ wann dir nur ein weite von einem Dorff zu dem anderen bekandt iſt/ daſſelbig kanſt du erfahren durch das Inſtrud ij ment/ — D— 20 Vnder nicht von den Inſtrumenten ment/ wie ich in dem dritten Traetat darvon geſchꝛieben hab, dieweil die weite beyder ſtaͤnd weit von einanderen nimbſt/ vnd du nit gelegenheit Haft mit Ruten oder Schnuͤren zu meſſen. Dieſe Landtmeſſüng nimb du alſo zu handen: Erwoͤhl dir zwen ſtaͤnd/ vnd leg das Brett veſt/ daß es nicht moͤge verruckt werden/ vnd ruck das Lineal zu deinem anderen ſtand/ den du erwoͤhlt haſt/ vnd reiß ein Liny der Regel oder Lineal vber das Brett hinauß. Alßdann ruck das Lineal zu dem Dorff C. vnd Nun iſt ein Wald vor den anderen dreyen Doöͤrfferen/ daß du dieſelbigen nicht ſehen kanſt/ ſo muſt du zu denſelbigen noch zwen Staͤnd nemmen, wie du hernach hören wirft/ alßdann gang von dem erſten ſtand zu dem anderen ſtand/ lege vñ richte das Brett mit der Standlinien zu dem erſten ſtand/ vnd nimb die Nadel auß dem A. vnd ſteck ſie in das B. alßdañ ruck das Lineal mit den Abſehen zu dem C. D. E. F. G. wie du bey dem erſten ſtand auch dahin gemeſſen haft, vñ ſihe daß ſich die Linien auff dem Brett all durchſchneiden. Alßdann miſſe von einem ſtand zu dem anderen/ wie ich zuvoꝛ gelehꝛt hab/ vnd findeſt soo, Ruten/ ein Ruten für 16. Schuch gerechnet/ alßd ann nimb ein Eirckel/ vnd ſetz jhn mit dem einen theil in den Puncten A vnd das ander theil in den Puncten B. Solche weite trag auff den Maßſtab gleichfahls von einem Buchſtaben zu dem anderen wie du in obgeſetzter Figur ſiheſt/ ſo mit A. B. C. D. E. F. G. verzeichnet iſt. ⸗ J Hernach folgt/ wie weit die fuͤnff Doͤrffer von einanderent ligen. Ruten ch.| A B 600) 69600 A B 8 425 858800 Von dem C zu dem ſeind, 528 6 thut, 8448 D D E 520 8320. (5) G. 2. 5600 8 A 440] 7040| Hernach ö nan. ö — DZ SZ SL zum grund legen. 23 Hernach folger/ wie weit von dem erſten Stand zu jedem Doꝛff iſt. . Ruten. Schuch. . J, 16480 w 0400. Von dem A zu dem? E ſeind thut .. 686| 900 14400 J* l Nun folgt wie du die anderen drey Doͤrffer/ ſo hinder dem Wald ligen/ vnd du ſie bey dem erſten ſtand nit haſt moͤgen ſehen/ dahin meſſen ſoll. ö ᷣ Gang hin an das orth in dem Feld/ da der Buchſtaben C. ſo auch ein Doꝛffiſt/ vnd richte das Brett mit dem Lineal vnd Abſehen zu dem Dorff D.(thu zuvoꝛ ab das geriſſen Papyr von dem Brett/ vnd mach ein anders darauff) alßdann rucke das Lineal zu dem H. mit den Abſehen/ vnd zu dem I. ſo wirſtdu finden daß beyde Dorffer in einer Linten ligen/ iſt aber daran nichts gelegen/ vnd ruck das Lineal zu dem e vnd zeuch Linien auff das Brett. Alßdann gang zu deinem anderen ſtand/ ſo mit dem D. verzeichnet iſt/ vnd ruck die Standlinien widerum b gegen dem erſten Fand fo mit C. verzeichnet iſt/ vnd nimb die Na⸗ Diefen ant del auß dem C. vnd ſteck ſie in den Puncten D. vnd iſt von dem. C. zu dem P. 8. Ruten. Alßdann ruck das Lineal zů dem H. 1..dußndetdie K. wie du gelehꝛt biſt/ fo findeſt du von dem ſtand ſo mit dem C. anderen if verzeichnet iſt/ wie weit zu jedem Dozff iſt/ wie du hernach ver⸗ K zeichnet ſiheſt.- H . ſizeſ Ruten. chuch. DJ 5628 18448 Von dem in dem, HE ſt, 825 Echut 13200 . 51;.. 18720 kl EI 4720 920 d ij Das Vnderꝛicht von den Inſtrumenten Das zehende Capitel. Wie man auff einem Berg in das Thal meſſen ſoll. C XD du auff einem Berg biſt vnd wolteſt an ein oꝛth in die ; WKieffe oder Thal meſſen/ ſo erwoͤhle dir zwen ſtaͤnd auff dem Berg nach deiner gelegenheit/ vnd ſtell das B rett haldechtig gegen dem orth daß du begereſt zu meſſen/ vnd ſihe daß du es koͤnneſt veſtmachen, vnd ruck das Lineal gegen dem anderen Stand/ vnd zeuch ein Liny dem Lineal nach auff das Brett/alßdann rucke das Lineal gegen dem orth da du begereſt die weite zu wiſſen/ vnd zeuch ein Liny vber das Brett hinauß. Alßdann gang zu dem andern ſtand/ vnd ſtell das Brett wider haldechtig/ wie es bey dem erſten ſtand auch geſtanden iſt/ miſſe zwiſchen dem ſtand/ vnd find eſt 60. Schuch alßdann ruck das Lineal gegen dem orth in das Thal(wie du bey dem erſtẽ ſtand auch dahin geſehen haſt) vnnd zeuch dem Lineal nach ein Liny vber das Brett. Alßdann nimb den Circkel vnd miſſe auff dem Brett die bekandte Liny/ ſo man nennt die Standliny/ vnnd trag jhn auff den Maßſtab⸗ſo findeſtu 2 60. Puncten. Miſſe die andere Liny mit dem Circkel, vnd auff dem Maͤßſtab ſo findeſt du s 26. Schuch /ſo weit iſt von deinem erſten ſtand/ der gerede nach in das Thal ſchnurrecht hinab/ das iſt dein begerte weite. Ein ander Exempel. Enn du in einem Thal biſt/ vnnd wolteſt meſſen/ wie weit vnder einen Berg iſt/ ſo ein Thurn oder Schloß darauff ſtehet/ fo thu hm alſo: Stell das Brett wagrecht auff dem Feld /vnnd ruck das Lineal gegen dem anderen ſtand/ den du erwoͤhlt haſt/ vnd zeuch ein Liny vber das Brett, alßdann ruck das Lineal gegen dem Berg vñ Thurn darauffſo kanſt zum grund legen. 23 ſo kanſtu mit den zweyen Abſehen zu der hoͤhe deß Bergs nicht ſehen, fo thue jhm alſo: Nimb ein Senckel vnd halte jhn den zweyen Abſehen nach ſorkanſt du zu der hohe deß Thurns fe hen/ vnd zeuch ein Ciny vber das Brett hinauß. Alßdann gang zu dem anderen Stand/ vnd ruck das Brett mit dem Lineal zu dem erſten ſtand/ vnd ruck das Lineal zu dem Berg vnd Thurn darauff/ mit dem Senckel/ wie du zuvoꝛ auch gethan haſt. Alßdann miſſe zwiſchen dem ſtand/ vnd findeſt 620. Ruten/ trags mit dem Eirckel von dem Brett auff den Maͤßſtab. Gleichfahls thue von dem erſten Stand biß in den Berg vnder den Thurn ſo darauff ſtehet/ vnd findeſt 2360. Ruten. Nuhn haſtu ein gelegenheit außgangen/ da du wilt in den Berg graben biß under den Thurn/ vnnd du miſſeſt von dem Brett biß zu demſelben orth/ da du wilt anfangen graben/ ſo findeſtu 2000, Ruten/ fo haſtu noch zu graben z60. Ruten. So iſt der Stand 620, Ruten/ gibt 9920, Schuch/ iſt ſchier ein halbe Meil. Von dem Stand biß vnder den Berg iſt 23 60. Ruten/ gibt 7760. Schuch/ das gibt mehr dan anderthalbe Meil. Von dem Brett biß da man will anfangen graben(ind 2000... Ruten gibt 23000. Schuch/ das find anderthalb Meil. Alſo hat man zu graben biß vnder den Thurn fo auff dem Berg ſtehet 3 60. Ruten/ gibt s760, Schuch/ ; iſt ongefehr ein halbe Meil. :24 Vnderꝛicht von den Inſtrumenten Das eilffte Capitel. Wie man ein Statt mit jhren Gaſſen/ ſampt den| Thuͤrnen in den Ringkmauren vnd anderen natlı-| hafften Gebaͤwen/ auffreiſſen vnd in den.| grund legen ſoll. dieſem Brett/ ſo nimb zwen Staͤnd auff zweyen vnderſchiedlichen Thuͤrnẽ/ die da an einem oꝛth in der Ringkmauren 8 O du fürhabens biſt ein Statt in den grund zulegẽ mit zum grund legen. 25 mauren ſtanden/ daß du darauff die gantz Statt/ vnnd alle natffhaffte Geher alß Thůrn/ Paſtehen/ Thor /Eloͤſter/Kir; chen/ Rahthauß/ Marckt/ Brucken/ vnd anders mehr/ vberſehen magſt. So thue jhm alſo: Gang auff den Thurn mit dem Brett/ ſo mit. verzeichnet iſt in der Figur/ vnd leg das Brett wagrechtwie du in dem voꝛgehenden apitel gelehꝛt biſt/ vnd ruck das Lineal gegen dem anderen ſtand B. vnd zeuch ein Liny vber das Brett/ die wirt genennt die Standliny/ alßdañ zeuch zu allen Thůrnen vnd Paſteyen/ vnd nam̃hafften Gebaͤwenſij. 8 Linien 26 Under: icht von den Inſtrumenten Linien auff das Brett/ vnd ſchꝛeib alles beſonder auff/ vnd verzeichne ein jede Linien mit blinden Buchſtaben(oder Zahlen) wie du in nechſtob geſetzter Figur mit A B. C. D. EF. G. H. IKL. M. N. verzeichnet ſiheſt. Alßdann gang zu deinem anderen ſtand/ den du dir erwoͤhlt haſt/ vnd ruck das Brett mit der Standliny widerumb zu dem erſten ſtand/ mach es veſt/ daß es nicht leichtlich moͤge verruckt werden. Richte vnnd reiß widerumb blinde Linien/ zu allen Thuͤrnen/ Paſteyen vnd Kirchen/ wie du zuvor auch gethan haſt/ doch ſihe daß die Linien auff dem Brett ſich zerſchneiden. So das geſchehen /nimb das Brett hinweg/ vnd gang darmit in dein Loſament/ doch miſſe zuvoꝛ den ſtand/ odler die hekandte Linien/ mit Ruten von dem A. zu dem B. vnd ſo findeſt du 90. Ruten. Alßdann nimb die weite von dem A. in das B. mit dem Circkel auff dem Brett/ vnd trag jhn auff den Maßſtab/ wie du in der Figur auffgeriſſen ſiheſt/ ſo findeſtu auch 90. Ruten/ vnd ein jede Ruten für 16. Schuch gerechnet. Alſo kanſt du von dem Schloß L erfahren/ wie weit es zu allen nambhafften Gebaͤwen iſt/ vnd findeſtu alſo daß von dem Schloß iſt zu den vier Paſteyen/zu jeder 125. Ruten/ vnd zu den vier Hauptthoren 9o. Ruten/ vnd ſtehet ein Paſtey von der ans deren 180. Ruten/ vnd iſt der platz dar auff das Schloß ſtehet/ von einem Eck zu dem anderen 70. Ruten. B)] Ruten. Schuch. Vom Schloß l zu. Lit 125(2000; E x .| :H z;] A Vom Schloß I zu dem C haft 90 16 thut X 1440 Iſt ein Paſtey von der anderen 180.. 880 8 — ſt der Platz in die vierung weit 70 1120 S zum grund legen. 27 Demnach wiſſe guͤnſtiger vnd kunſtliebender Laͤſer/ wein du mit dieſem Inſtrument oder Brett auff einem Thurn oder . Berg biſt/ vnnd haſt das Brett wagrecht geſtelt/ wie du dann gelehrt biſt/ vnd du den Abſchen ſo an dem Lineal nach ſiheſt/ ſo ] kanſt du nit in das Thal oder Tieffe ſehen/ fo muſtu jhme alſo hn thun: Nimb ein Senckel/ vnd halte jhn den zweyen Ahſehen f an dem Lineal der gerede nach/ ſo kanſtu dann in die tieffe mit h dem Augenmaß kommen. So iſt es nicht deſto minder die rechn te gegerſtatt nach der proportion vnden von dem grund dahin. 4 Gleichfals warn du vnden in einem Thal biſt/ vnd nach einem f Thurn fo auff einem Berg ſtehet/ meſſen/ da man denſelbigen vndergraben wolt/ muß ſolches auch mit den Abſehen vñ durch den Senckel geſchehen/ die vielfaltige vbung wirt ſolches alles mitbringen. So du auch wiſſen wilt/ welches in dieſer Statt gegen Auffgang/ Mittag/ Nidergang der Sonnen/ vnd Mitn acht gelegen ſeye/ ſo thu jhm alſo: Nimb ein gerechten gevierdten Compaß /ͤ ob du das Brett auff dem Thurn verruckeſt/ vnd leg das Lineal in die mitten auff das Bret/ vnd halte den Compaß daran/ vnd richte das Lineal vnd den Compaß/ biß das Magnetzůnglein in der Mittagsliny jnn ſtehet/ alßd ann zeuch ein hlinde Liny vber das Brett hinauß/ vnd darnach ein Creutzliny dardurch/ vnd verzeichne die nammen fleiſſig darzu. al in Dh a e ij Beſchrei | 28 Vnderꝛicht von den Inſtrumenten Beſchreibung eines anderen Inſtruments zu dem grund legen vnd abreiſſen/ einer gantzen Landſchafft/ Feldlaͤger oder Wald/ da man hey zweyen ſtaͤnden nicht alles ſehen mag.| Das zwoͤlffte Kapitel. Wie man diß Inſtrument zubereiten ond machen ſoll.. 41. — Nimb zum grund legen. 29 V Brett von geſchlachtem Holtz vngefehr eines (h Zols dick vnd nach dem es ſauber gehoblet iſt/ fo mache es mit gantzem fleiß gevierdt mit dem Winckelhacken/ vnd jede ſeiten ongefehr anderthalben Schuch lang. Die vier Winckel oder Eck verzeichne mit A. B. C. B. alßdann mach ein Puncten mitten in das Brett/ vnd nimb ein Circkel vnd ſetze . den Circkel in den Puneten mit dem einen Fuß/ das ander theil ſpanne auß/ ohngefehr anderthalben Zoll von dem Poꝛt deß Bretts/ vnd reiß ein runden Riß herumb/ alßdann nimb diſen Eirckelriß auß/ eines halben Zoͤls dick/ vnd mach ein Schyben darein/ die fein ſatt darinn moge vmbher geruckt werden/ daß die Schyhen vnd Brett oben gleich in einer ebne ſeyen. Weiter/ mach in die Schyben wol an dem orth auſſen/ ein Kaͤſtlein zu einem Magnetzuͤnglein/ daß es auch der Schyhen vnd dem Brett eben ſeye/ alßdañ reiß ein vierung in die Schyben fo groß/ alß ſie mag gemacht werden/ vnd nimb ſie ohngefehꝛ eines Meſſerrucken dick eben auß Weiter mach nebẽ zu an dem Brett Holkaͤlen durchauß zwiſchen dem. B. vnd C. D. Alßdann mach von Moͤſſing ein Regel/ vngefehr eines halben Zols breit /oder etwas mehꝛ/ die ſoll gemacht werdẽ daß fie eben auff dem Brett auff lige/ vnd in den zweyen Holkaͤlen koͤnne ſatt hin vnd her geruckt werden. Weiter/ mach zwiſchen dem B. C. zwey Abſehen mit Loͤchlin/ wie man etz auff den Quadranten oder Aſtrolabien brauchet: Oder mach zwey Spitzlein/ oder Nadeln/ die auffrecht ſtanden auff einer geraden Linien/ wie ich fie dann zu den anderen Inſtrumenten auch gebrauche/ dann ich halte es fuͤr die beſten vnd gewiſſeſten Abſehen/ dann es iſt gar trugenlich durch die Loͤchlein zu ſehen/ ſonderlich an orthen da es finſter iſt, Alßdann theil die bewegliche Regel wie hernach folgt. Mach erſtlich ein Riß in der mitte durch auß/ vnd theil dz eine theil in 00. theil oder Puncten/ vnd das ander inı 000. theil/ ſo ft das Inſtrument zubereit/ wie du ohen in der Figur ſtheſt auffgeriſſen ö Das 30 Vnderꝛ icht von den Inſtrumenten Das dreyzehende Capitel. Wie man ein gantzes Feldlager mit dieſem Inſtrument aufreiſſen vnd verjüngen ſoll/ nach feiner proportion. = . ö. K—— Ns 23—| B ein Feldobriſter ein Feldlaͤger ſchlagen will/ ſo dann| diſer zeit viel brauchet der Hochgeboren Fuͤrſt vñ SIerz/ Graff Mauritz von Naſſaw/ ꝛc. Generalobriſter in Ni derland/ in allen Feldlaͤgeren/ die weil man das gantze Heerlaͤ⸗| ger — K Z a zum grund legen. 38 ger in ſeinẽ oMfreiß auff das jnſtrument auffreiſſen virverjänz gen kan/ weñ dañ der auffriß beſchehen iſt/ kan der Feldherꝛ erfahꝛẽ/ wo das Laͤger an dem ſchwechſten iſt Vñ durch diß mittel verſchaffen/ wo man daſſelbig mit Graͤben/ Schantzen vnd Wachten verſehr ſoll/ auch wo jeder Hauptman vn Befelchsman ſein Loſament oder Quatier hat/ das kan alles ordenlich auff dieſem Inſtrument auffgeriſſen vnd erfahren werden. Wilt du ein Feldlaͤger auffreiſſen/ wie du in diſer Figur mit AB. C. D. E. verzeichnet ſiheſt ſo thu jhm erſtlich alſo: Mach ein Papyr in das gevierdte Feld auff dem Inſtrument mit Wax oder ſonſt wie du kanſt/ aßdann ſtelle das Inſtrument nach der flaͤche/ wie du kanſt/ wagrecht/ vnd nimb das Eck deß Inſtruments fo mit dem B verzeichnet iſt/ an dein Aug/ bey dem A. in dem Feldlaͤger/ vnd richte es mit dem Abſehen gegen dem B. in dem Feld/ alßdann rucke die Schyben herumb/ biß daß Magnetzuͤnglein auff der Mittagsliny jnn ſtehet(doch ſihe daß das Brett nich! verruckt ſeye woꝛden) alßdann ruck die Regel vnderwerts an en orth auff dem gevierdten Papyr/ vnd zeuch ein Lin) vber die gevierung // alßd ann miſſe durch ein Inſtrument/ wie viel Kuren oder Schuch von dem A. zu dem B. ſein mag. Iſt aber das begerte orth weit/ vnnd das Feldlaͤger nach den Stunden vnd Meilen zu rechnen/ ſo werde ein Landtman deſſelben orts gefragt nach der weite der oͤrther/ vnd wañ du dann wilt/ ſo kanſt du ſolches nach Ruten vnd Schuhen außrechnen vnd abtheilen. Ich will zu einem Exempel ſetzen/ es ſeye von dem A. zu dem B. 1000, Schuch/ wie ich dann in dem dritten Tractat in dem 2; Capitel geſchꝛieben hah/ wie viel tauſent Schuch ein Meil wegs iſt/ alßdann nimb ein Eirckel/ vnd ſetz jhn auff die getheilte Regell oder wann dir die Regel nicht nach deiner gelegenheit getheilt iſt/ ſo magſtu ein andere abtheilung machen/ wie du in der Fi ur verzeichnet ſiheſt. Welter/ gang mit dẽ Inſtrument von dem A zu dem Baie du bey dem erſten ſtand darnach geſehen haft/ vnd ſtelle das Inſtrument r* N ZZ 32 Vnderricht von den Inſtrumenten ſtrument widerumb/ wie du zuvoꝛ auch gethan haſt gegen dem Gin der Figur/ vnd ruck die Schyhen widerumb auff die Mittagsliny alßdann ruck die Regel hinauff oder hinab/ biß daß ſie juſt auff dem Puncten ſtande wie du zu voꝛ mit dem Circkel gemacht haft, ßdann zeuch von dem Puncten wider ein Liny der Regel nach hin auß vnd erfahre dann die weite wider/ wie voꝛgemelt iſt/ ſo findeſt du 00. Schuch: Setz den Circkel wider auff den Maßſtab/ vnd nimb die weite der 00. Puncten/ ſetz den Circkel vff der gevierdten Schyben in den Puncten B. vnd mach mit dem anderen theil deß Eirckels ein Puncten auff die Liny/ vnd verzeichne jhn mit dem C. alßdann gang mit dem Inſtrument an das orth ſo in der Figur mit dem Gverzeichnet iſt z vnd ſtelle das Inſtrument wie du zuvoꝛ auch gethan haft, vnd ruck die Schyben mit dem Magnetzuͤnglin auff die Mittagliny, vnd ruck die Regel auff den Puncten r vnd zeuch ein Liny/ alßdañ miſſe von dem C zu dem D. wie du zuvoꝛ auch gethan haſt/ ſo findeſt du 1060. Schuch: Nimb den Circkel vnd ſetz hn auff den Maßſtab/ vnd nim̃ die weite darauff/ alßdann fer den einen Fuß deß Eirckels in das vnd halt jhn gegen dem D.vnd mach ein Puncten. Weiter gang von dem C zu dem D. ſtelle das Inſtrument gegẽ dem Krvnd miſſe dieſelbig weite von dem D. zu dem k fo findeſtu 1058. Schuch/ alßdann gang von dem D zu dem End richte das Inſtrument/ wie du geleh:t biſtgegen dem*. vnd miſſe zwiſchen dem E vnd A. vnd trags von dem Maßſtab mit dem Eirckel auff das Inſtrument/ ſo findeſt du a oro. Schuch. Nun haſt du den gañtzen vmbkreiß deß Laͤgers auff dem Inſtrument/ vnd gibt 128. Schuch. Wilt du nun auch wiſſen die weite von einem Quatier zu dem anderen/ vnd die breite vnd lenge deß gantzen Laͤgers/ kanſtu ſolches alles durch den Circkel auff dem Inſtrument erfahren. Das De Mi (daß ifffl m t/ ce 1 ia. Can Ede ichn Mitchen lich ge Feld dam anden den) ſttvoſ g vr il/ 6008 . TR le TI zum grund legen. 33 Das vierzehende Capitel. Wie man mit dieſem Inſtrument ein Landſchafft von vier oder funff Meilen/ auffreiſſen ö vnd verjüngen ſoll. C Dein Herꝛ wolte wiſſen/ wie weit ſein Land in ſeinem 8 ombfangen ſeye/ auch wie weit die Fläcken/ „ Dorffer/ Mühlen, Haͤuſer von einandern ligen, ſo thu jhm alſo: Gang mit dem Inſtrument an die Grentzen deß Herren Landts/ fo ein Dorff vnd mit A verzeichnet iſt. Ich will ſetzen zu einem Exempel: Es ſeyen 7. Doͤrffer an den Grentzen herumb/ die find verzeichnet mit AB. C. B. E. E. G. Nun nimb das Inſtrument vnd richte es bey dem A gegen dem B. vñ zeuch ein Liny/ wie du in dem voꝛgehenden Capitel gelehrt biſt worden/ vnd frag einen Landtmann fo daſelbſt herumb daheim iſt/ wie viel Stund oder Meilen an jedes orth ſein mag/ ſo iſt von dem A zu dem B. ein gemeine ſtund wegs. Alßdann gang zu dem Dorff B. vnd richte das Inſtrument gegen der Muͤhlin⸗/ fo mit C. verzeichnet iſt/ vnd iſt dahin anderthalbe ſtund. Weiz ter gang von dem B. zu der Muͤhlin C. vnd richte das Inſtrument gegen dem Dorff D vnd iſt von einanderen zwo ſtund. Gang von dem D zu dem Schloß E vnd trag die weite dahin/ das ſind drithalb ſtund. Gang võ dem Schloß E. zu dem Doꝛff vnd frag nach der weite ſo darzwiſchen mag ſeyn/ das iſt ein halbe ſtund. Gang von dem Doꝛff E zu dem Hoff G. vnd frag die weite darzwiſchen/ das iſt ein ſtund. Richte das Inſtrument von dem G. zu dem Dorff A. das find anderthalb ſtund. So iſt der gantze vmbkreiß vmbfangen 10. gemeiner ſtund. Hernach wirt verzeichnet wie viel ſtund vnd Ruten(da eine 10. Schuch haltet) ein jedes Dorff von dem andern iſt. Zu dem Vnderꝛicht von den Inſtrumenten . 1000 1500 2000|: ſtund/ thut 2500 Ruten. 500 1000 15004 Beſchrei zum grund legen. ö 35 Beſchreibung eines anderen Inſtruments/ zugebrauchen den Steinmetzen vnd Schreineren/ vnd anderen Kunſtverſtendigen ſehꝛ dienſtlich. Das fuͤnffzehende Capitel. Wie man diß Inſtrument zubereiten vnd machen ſoll. 36 MVnderricht von den Inſtrumenten AS Inſtrument mit(einem Magnetzuͤnglein/ wirdt SE gemacht von einem harten Holtz ohngefehꝛꝛ. Schuh Slang/ vnd 6. Zoll breit/ vnd eines Zols dick/ an dem etz nen end deß Bretts reiß ein Circkelriß/ ſo groß alß er werden mag/ dariñ reiß ein Creutzliny. Weiter /mach noch ein Circkelriß herumb/ darein werden die Grad verzeichnet: Mach noch beſſer einherwerts ein Riß/ darein werden die zalen geſchꝛieben. Weiter mach noch ein Eirckelriß beſſer eynwerts/ derſelbig ſoll außgenommen werden/ alßd ann ſchneid ein Loch/ halb ſo tieff alß das Brett iſt/ darein ſoll ein Kaͤſtlein gemacht werden mit einem Zeigerlin vnd ein Magnetzuͤnglein darein/ daß man es koͤnne hin vnd her rucken/ wie es ſein ſoll. Weiter /ſchreib in die Creutzliny/ Auffgang/ Mittag/ Nidergang/ Mittnacht. Demnach theil den Circkel in 360. theil/ vnd das alſo: Erſtlich wirdt der Eirckel in vier theil abgetheilt mit der Creutzliny/ demnach theil die 4. theil/ ein jeden in 90. theil/ vnd das alſo: ein jeden inz. theil/ darnach jetlich 3. theil wider in. theil/ darnach jetlichs in. theil/ alßdann ein jeden theil in. theil/ alſo haſt du zoo. theil in dem gantzen Circkel. Mach auch zwey Abſehen auff diß Inſtrument/ wie du dann ſiheſt in der Figur vffgeriſſen/ vnd mit den Buchſtaben verzeichnet.? Du magſt gleich auff das Inſtrument ein Regel abtheilen in 1000. theil oder puncten/ minder oder meh:/ ſtehet zu deinem gefallen. Was du dann mit dieſem Inſtrument verjuͤngen vnd auffreiſſen wilt/ haſt du gleich die theilung/ ſo man zu dieſem Inſtrument nothwendig/ darbey. Das zum grund legen. 37 Das ſechzehende Capitel. Wie man mit dieſem Inſtrument ein Bauw abreiſſen vnd verjüngen fol auch welches gegen Auffgang oder Nidergang gelegen iſt. J einem Baum: oder Werckmeiſter ein Bauw gezeigt wurde/ vnd man ein gleichfoͤrmigen haben wolt/ in aller S form vnd geſtalt aller Thuͤren vnd Fenſteren/ welche gegen Auffgang/ oder Nider gang gelegen ſind/ kan er ſolches durch diß Inſtrument/ durch das Magnetzuͤnglein alles ordenlich auffreiſſen vnnd verzeichnen/ nach dem ver juͤngten Maßſtab. Weiter/ wurde einem Schreiner ein Stuben oder Saal gezeigt zu machen/ ein Teckin vnd Taͤffelwerck darein/ ſo kan er mit dieſem Inſtrument alles abreiſſen durch den jungen Maßſtab/ alle Schrege vnd Abweichung durch diß Inſtrument. So man ein Statt oder Landtſchafft auff ein groſſe Taffel auffreiſſen vnd in grund legen will/ wie groß es dann einer begert zu haben/ kan man ſolches durch den voꝛgemeldten ver juͤngten Maßſtab auffreiſſen/ vnd nach ſeiner proportion verjuͤngen. f ii Be 38 Vnderricht zum grund legen. Beſchluß in die Beſchꝛeibung der Geometriſchen Inſtrumenten. 38 Vn haſtu hiemit/ goͤnſtiger vnd Kunſtliebender Leſer16 End vnnd Beſchluß meiner Arbeit/ ſo ich dir auff S) das trewlichſte/ vnd ſo viel jMer möglich/ nach meinem verſtand/ dermaſſen vnder die hand geben hab/ daß du/ ſo du anderſt luſt darzu haſt ſie zugebrauchen/ auch nach deinem begeren vollbringeſt fo werden dieſe Geometriſche Inſtrument deſte ehe an tag mögen kommen. Vnd fo ich mag geſpuͤren/ daß mein Arbeit menniglichem angenehm wirdt ſeyn vnd gefallen/ werde ich mit der zeit bewegt/ den Bericht von den Inſtrumenten der Buͤchſenmeiſterey/ geliebts Gott/ auch an tag kommen laſſen. Dem einigen ewigen wahren Gott Vatter/ Sohn vnd Heiligen Geiſt/ ſeye Ehr vnd Preiß in alle Ewigkeit/ Amen. Regiſter . HT D . hem E bilit m ca Regiſter der Geometriſchen Inſtrumenten/ ſo in dieſem Trattaͤtlin begriffen, an welchem Blat vnd Capitel jedes zu finden ſeye. & On weiſe vnd form deß Abmeſſens/ viel vnd mancher, SS ley deſſelbigen/ vnd was die Maͤß ſeyen/ dardurch alle ding kan vnd mag abgemeſſen werden. Capitel J. Blat 1 Vnderꝛicht/ wie man dieſes Inſtrument machen vnd zubereiten ſoll/ ſo zu dem grundlegen gebraucht wirdt. II. Von den Triangelen ſo zu allen meſſungen der grund vnd das ö.. r III. 6 iſt Wie man mit dieſem Brett vnd Lineal an ein orth vber ein Waſſer in die weite meſſen ſoll. IV. 83 Wie man mit dieſem Inſtrument an zwey ort in die weite meſſen ſoll/ auch wie weit ſie von einanderen ſind ö Wie man ein Matten in jhrem ombtreiß/ in jhrer proportion auffreiſſen vnd verjüngen ſoll VL 13 Wie man mit diefem Bret vnd Lineal zu vier Doͤrfferen oder Flecken meſfer ſoll/ auch wie weit fie von einanderen ſeyen VIE. 157 Wie man ein Weyher in feinem vmbkreiß abmeſſen vnd verjungen ſol¶l/ wie weit er vmbfangen(eye VIII. 19 Wie man ein ganz Land mit allen Doͤrffern in grund legen fol IX. 19 2 Wie man auff einem Berg in das Thal meſſen ſell ö Wie man ein Statt mit jhren Gaſſen/ ſampt Thůrnen in den Ringtmauren/ vnd anderen Gehewen/ auffrei fen vnd in grund legen fol EI. 24. Wie man das ander Inſtrument zubereiten vnd machen ſol XI 28 Wie man ein ganzes Feldlaͤger mit dieſem Inſtrument auffreiſſen vnnd ver jungen ſoll/ nach feiner proportion Xii. 39 Wie man mit dit ſem Inſtrument ein Landiſchafft von vier oder füͤnff Meilen auffreiſſen vnd verjungen ſoll. XIV. 33 Wie man das drit: e Inſtrument zubereiten vnd machen ſoll XV. 35 Wie man mit diſem Inſtrument ein Bauw ahrenſſen vnd ver fungen ſol/ guch welches gegen Auff gang oder Nider gang gelegen ift. XVI. 37 Ende dieſes Regiſtertz.