SEHE Bl ö OR. . 2 Add ö ö 49* CE ,, n. ; Pfade 3 re . VERS em, g mr, PA. ö er. ns ES ö an, ꝛ ene,*. UM WE bee. er. 2 tee ö, nn, K ö ö A ac e d. .. ö. *. A Wr x.(. . ED Se Gr SL Ar. 2 be. ref 4. 8. ill 417 fans| 3 FT.. M I. 5. 95** GE cf 3 ö 2. 9. J N a cx ö* Ka., ,,. . 6 1 ar, ĩ 124,. 9. ei BE ni.. n,, 9 O— e.. ö, 6. . 1 Appel ge 2. ö. weir e pn P te et fiage ante. mh 1 i, t CAS LE ö. ee. JJ ST Asa B BO| Par Mean art HA e, B Ss EZ m ear, e rss 22 22 5 HEHE, u,,£ fr AR A PRO OS a«Ar. K wie et, Der ar,, n. Reer, e t,,.. ers,€ Herman a Far * a et Her ref,=, ua Aa fee en, ATI t, rn, ent, Jö e. 6 k. ea w. mer Se* 283 v At 9.. AB frrnt. e bie, vw Trust che f'7quaßa DB RS 2. Falle.. | 1. ar re, d.. AÖse—., ,,. * 75 1 f ME WAS af A n. pr(ch 30 10 wal pit£ ES ; 33 [. be + + 4 —————— We,. . W En AUS rn 88M; Al} 43 8> s . 6 SS MT— S SL—. 8 8 I K— KFZ DZ / , BEA EEETERRÖD . BE. ,,, [SS . ,* .. N 5 N N J, 5 ö* K 6 Fuͤnff Buͤcher:* 8 3 5 8 K nigerley Gebaͤuwen/ vollkomlich auß den Fundamenten gelehꝛt/ vnd mit vielfeltigen Exemplen vnd Kunſt; AA ſtucken/Antiquen vnd Neunwen, gantz deutlich erklert/ J irdt/ wie auß des Authoris B. I wir t/ wie auß des Authoris Vorꝛed weitleuf⸗ x . figer zuvernemmen. 7 , ZZ Ss NN ſſtern/ Steinmetze/ Bildhawern/ Schꝛeineren/ Mahleren/ NN ö. —— vnd allen fo ſich des Eirckels vnd Richtſcheits ge\ X N AN = brauchen/ hoch dienſtlich vnd 8. R. nutzlich. ö. lil Ds NSS, NS. =? diſchen/ der Sawtunft liebhabern zu nutz, in die gemeine c N DA ZZ Hochteutfche Sprache/ auffs fleiſſigſt verwen⸗ NS ,.. det vnd vbergeſetzt.. N N N * N OU) ZA 1) TECHN — bas! FE EsI6, —— O —* —— Dedication Schreiben An die Hothlohlithe vnd Algemeine Eydtgnoſchafft/ des Alten vnd groſſen ö Bun dis/ als nemlich . En Hochgeachten/ Geſtrengen Edlen/ ChzendeEN fen, Frommen FJuͤrſichtigen/ Ehrſam vnd Weiſen Herꝛen/ ö Burgermeiſtern/ Schultheiſſen⸗ n sr n, RO,,, vnd k andtleuthen von den Dreyzehen Oꝛten/als Zurich Bern, C Lucern, Vri, Schweitz/ Vnderwalden Zug, Slaris, Baſel/ Freyburg/ Solothurn/. vnd Appenzell auch von den Zugewandten Herten Abt vnd Statt S. Gallen, den dreyen Puͤndten in Shurwahlen/ auch Wallis/ Mullhauſen, Rotwehyl vnd Biel meinen Gnedigen/ gebietenden vnd Hochehrenden Herꝛen. 5 Dchgeachte, Geſtrenge Edel/ hꝛenbeſt/ From/ Für: a M ſichtig, Ehꝛſam vnd Weiß/ inſonders Gnedige Hochehꝛende liebe Herꝛen/ vnd Vaͤtter vnſers loblichen gemeinen Vatterlandts: Es hahen die alten Hiſtoriſchꝛeiber,ſo voꝛ der ſeligmachenden Geburt onfers Herzen Chꝛiſti gelebt/ in der gantzen weiten Welt nur ſieben ſtuck gefunden/ ab welcher mechtigen vnd Daft vnmenſchlichen kunſt fie ſich hoͤchlich verwundert haben, Das erſt war der praͤchtige vnd durch der weiſen Heyden Schrifften bes kandte Tempel zu Epheſo in lonia, welchen der ſinnreichſte Bawmeiſter Gteſiphon, als Plinius meldet/ angeben vnd gantz Griechenland/ ſo chen in ſeinem, war /in zwweyhundert vnd zwentzig jahꝛen erbauwen/ in der nacht aher da Alexander der Groß geboren/ von dem ehꝛgeitzigen Geroſtrato Dero brennt ond hermnder geſtuͤrtzt worden,. Das ander iſt die wunderbare begrebnuß/ſo Artemiſia auß vnaußſprechlicher liebe/ Mauſolo dem König in Garia mit groſſem koſten hatlaſſen auffrichten/ daran dann die fuͤnff vo nembſten Meiſter derſelbigen zeit, jhꝛ wunderbare ſiñreiche kunſt geuͤbet/ alſo das Scopas die ſeiten des mechtigen Gebaͤws gegen Moꝛgen, Hriaxis gegen Mitternacht/ Limotheus gegen Mittag/ Leohares gegen Nidergang alles auff das ſchoͤneſt außgehawen vnnd graben/ Pithis aber der fuͤnffte Meiſter ohen auff dem Gypffel des Gebaͤtws/ fo ober alle maſſen groß vnnd hoch/ mit ſechs vnd zwentzig ſchoͤnen Säulen ombgehen geweſen/ vier Pferdt neben einander A 4 Dedication Schreiben. Das dritt war das groſſe ehꝛen Bild Apollinis, ſo Chares Lyndius, Lyfippi gerweſſener Lehrjung in der Infel Rhodo/ ſiebentzig ellen hoch/ gantz kuͤnftlich gegoſſen/ welches doch ſechs vnd funfftzig jahꝛ nach feiner Einweyhung von einem groſſen Erdbidem zu boden gewoꝛffen/ da man dañ die Daumen an den henden ſo groß befunden/ das ſie kein man mit beiden armen hat vmbfahen vnd faſſen mögen.(.. Fur das viert Mirackel vnd Wunder werck der Welt/wirdt die ſchoͤne ſtatua oder Bildnus von den alten ſeht gepꝛieſen welche Phidias von Athen dem Abgott Ilupiter Olymbio zu ehten/ auß Helffenhein hat geſchnitzet.— Das fuͤnfft iß geweſen der zierliche Palaſt des mechtigen Königs Cyri in Medien/ ſo Memnon gebauwen. J Das ſechſt/ die Stattmauren zu Babylon/ von der Königin Semirami in ſo groſſe dicke erbauwen/ daß ſechs waͤgen darquff neben einander haben fahꝛen konnen.. Das ſiebendt vnd letſte Wunder waren die Pyramides in Egypten/ dicke ond bon oben auß geſpitzt ober alle maſſen hohe Thurn/ ſo zu den Begrebnuſfen gedient habe/ von welchen Plinius nebt andern alten Scribenten meldet/ daß an dem groͤſſeſten/ ſo allda geweſen/ dꝛeyhundert vnd ſechtzig tauſent man zwentzig gantzer jahr lang gearbeitet haben: dꝛey andere aber ſeind in acht vnd ſiebentzig jahꝛen vnd vier Monaten außgebauwen woꝛden./ Je mehꝛ wir aber mit fleiß vnd verſtand woͤllen betrachten/ wie die Statt Rom/ ſo hon etlichen WMoꝛgenlaͤndiſchen Voͤlckeren für ein Göttin gehalten, bon des Keyſers Kuguſti Regierung biß auff die zeit Conſtantini des Groſſen/ mit maͤchtigen Gebaͤuwen/ vnd kuͤnſtlichen Bildern/ Pyramiden vnd Säulen vielfelliglich iſt geʒzieret worden/ alſo daß jhꝛes gleichen in der Welt nie geweſen/ auch nimmermehꝛ ſein wir dt/ werden wir befinden daß eben die Statt Rom das groͤſſeſte Wunderwerck/ vnd ein Schatz kammer oder Magaſin aller vollkomnen kunſten zu achten ſeye. Daher ſich dann nicht zu verzyundern iſt/ das Ammianus der verſtendige Hiſtoꝛiſch: eiber mit fo groſſem fleiß vns nachkommenen verzeichnet/ iwie ſich Keyſer Conſtantius, in ſeinem Einrit zu Rom verwundert habe/ vñ ab dem Cabitolio, Amphitheatris, Pantheo, Baͤderen/ Templen deren vierhundert/ vier vnd zwentzig geweſen) ond dergleichen wunderſamen Gebaͤuwen verſtaunet ſeye. Daher dann auch nicht ohne vrſach der heilige mann Auguſtinus, auß höchſter begierd Chriſtum den Herrn im fleiſch den Apoſtel haulum auff der Kantzel/ vñ die Statt Rom in jhrem Bluſt/ vnd vollkommenen weſen zuſehen/ ſolle pflegt haben zu wuͤnſchen. Vnd ziwar es muß doch gar ein grob vnd gantz nidergeſchlagen genich fein/ das nicht ein ſondern groſſen luft gewint ſolche kuͤnſtliche ebam vnd Zier den dieſer erden zu ſehen. Dann ſittenmahl ſolche edle Kuͤnſte/ auß einem vollkommenen/ ja Himmeliſchen verſtand herflieſſen/ iſt leichtlich aba zunemmen/ daß die jenigen fo der kuͤnſten nichts achten, von dieſen ſchoͤnen Gttlichen gaben/ welche den menſchen von den vnvernuͤnfftigen Thieren vnderſchetden, ſehꝛ wenig vbrigs haben. Wir leſen bey dem Plinio; dem fleiſſigen Naturktün diger im ſechs vñ dreiſſigſten Buch/ am funfften Capitel/ daß die alten Griechen voꝛ zeiten auß vielen oꝛten biß in die Inſel Gnidum, das kaͤnſtliche Bild Veneris zufehen geſchiffet haben. Man wirt auch noch heut hey tag nicht viel finden/ die zu Rom vnd anderſtwo in Italien/ Langendock vnd J Dedication Schreiben, ö vnb Pꝛobantzen/ dz noch etwas von dieſen gemeldten Gebaͤumben vn h Bilderen zu ſehen/ geweſen, die ſich nit mit freudigem vnd henůͤg tem gemtith glück . achten/ auch nicht bald groß Gut nemen/ daß ſie dergleichen nicht geſe ABVndoh man zwar die kunſt allenthalben vnd in allen dingen lobt, ſo ſt nd doch dieſe Gebaͤuw vnd Werck dermaſſen beſchaffen/ das ſie hem menſchen nit nur ein ſonderen anmuth gebe/ ſonder erwecken auch ſein ſchlaffendt Gemůthwnnd erheben daſſelbig von der ſtinckenden erden zu ſchoͤnen. thund jhm auch vielfeltige gute vnd LMeannliche gedancken darbieten vnd einſcherpffen. Wer kan doch eines fo vngrtigen gemuͤth ſein/ der ſich nicht der Mannheit vnnd allerley Tugenden befleiffe auch den alten Gzeſchichten mit beſſeren fleiß nachſinne ſo er der alten Romiſchen Keyſern Septimii Seueri, Conſtantini, Cai Marij, Traiani, Antonini vnd dergleichen rechten Kriegshelden Triumphbogen vñ Saͤulen/dgran jhꝛe mann ſiche Thate in ſtein ſchoͤn gehauwe/ ſehen ſolte? Wer ſoll doch ſo wweibiſch ſein/ daß er nit ein liebe gegen dem Vatterlandt gewinne/ wann er der dreyen dapfferen Roͤmiſchen Junglingen/ Horatij genannt/ vnnd Scipionis African ſtatuas vnd wahꝛhaffte Bildtnuſſen ſicht/ wie dann dieſe zu lorentz/ von dem Großhertzog/ die andern zu Rom von dem Cardinal Farneſio neben anderen ſchnen Antiquiteten werden in ehꝛen auff behalten: welche Monumenta nicht nur zur Jierd/ ſonder den jungen zu guter erinnerung vnd foꝛtflantzung der Tugendt von den alten weiſen Heyden/ ſeind hin vnd wider aufgerichtet worden, Daher dann die taͤgliche erfahrung gibt, daß die ſo ſich bey frembden Voͤlckern berſuchen/ vnd bey denſelbigen/ das Alt ſo wol als das Ney/ fleiſſig erkundigen ond erfahꝛen/ zu allen geſchefften/ was ſtandts ſie dann jm mer fein moͤgen/ tugendtlicher vnd geſchickter billich zu achten ſeind. A N. Nun befindet ſich demnach weiter/ daß die alten Roͤmer nicht nur jhte Hauptſtatt auff das höͤchſt gezieret, ſonder auch andre außlaͤndiſche Probintzen/ init ſchoͤnen Colbnien vnd Statten beſetzt/ vnd vnder anderen auch vnſer lieb Vatterland/ die gemeine lobliche Eydtg noſchafft/ gantz herꝛlich haben erbawet/ alſo daß hin vnd wider ſchoͤner Roͤmiſchen Gebaͤuwen/ zimliche anzal darinnen ſeind gefunden woꝛden/ vnd beynahe kein fruchtbar vnd komlich geland in dieſen Canden geweſen, dahin ſich nicht die Romer geſetzt/ jhꝛe komlichkeiten geſucht/ vnd feine Stätte gebauwet haben. Die Hauptſtaͤtt iſt Anenticum jetz Wiffliſpurg, geweſen/ von füͤrne inen Röoͤmiſchen Burgern wol bewohnet. Vnder andern dapfferen Roͤmeren iſt Sabinus des Keyſers Veſpaliani Vatter/ fo Hieruſalem belegert/ in dieſer Statt ſeßhafft geweſen: ſo haben auch allda geſehꝛte Artzet gewwohnet/ vnd offentliche Lecturen verſehen/ wie dann dieſes auß einer alten Tafflen/ das jenig auß dem Sueronio wol abs zunemmen, Vnder andern ſchoͤnen Noͤmiſchen Gebaͤwwen hat es auch in diefer Statt ein Amphitheatrum, vnd fuͤrnemmen Tempel gehapt /ſo der Goͤttin Auentize dedicirt geweſen, ſo ſeind auch zu Paͤtterlingeſo von einem No» miſchen Landtvogt Paterno, Paterniacum genannt/ dem Abgott lupiter, vnd anderen Schirmgoͤtteren mehꝛ/ ſchone Bilder vnnd Herzliche Gebaͤum auffgerichtet woꝛden. Lucius Munatius Plancus weylandt Burger meiſter zu Rom vnd Feldoberſter, als er in Franckreich Landtpfleger war vnnd allda Lyon erbauwen/ hat er in vnſer Vatterlandt Nömiſche Burger gebracht/ v5ñ * 3 Dedicatton Schreiben, das ort/welches er Wen zu erbauwen eingeben/ dem Keyser zu ebm Attgftgenant/ da dan auch als in einer nichtigen Statt/ vnderandern schönen Gebäuwen/ ein köstlich Theatrum gestanden. Daß sie auch zuSolo- thurn gewöhnet haben/geben die alten Schafften gnugsam zuerkennen. In Jurzach hat iiderMs bey Zeiten ein Schloß vnd Destung gebauwet< Iu Baden hat Lucius ^nnuNusd^gAlus ein sürnemmer^ömervnd Bürger allda /der Göttin !66i zu ehren ein Tempel erbawk. Windtsch/Pstn/Ar- bon/ EschentzvndWittterthur/seindwolerbawte Römische Grentzhäuser/ vnd Lägerstätt gewesen. In der Probstey Weylar / nicht wett von Murren/ göwsnach Römische brauch gedacht wirk. Iu Meienfeld ist die Mutter deß Abgotts iVlercury^ besten Bild noch zu Windisch/von den Römern verehrt worden. So siehet man auch Zu Sitten vnd Martinach/wie hoch die Walliffer ^uzuKum vnd andere alte Römische Keyser gehalten haben. Da- rauß dann gnugsam abzunemen/ wiedißgantzLand vor zeitenvondenRö- mernbewohnt/vndauffihrart/wolerbauwetvndgeziertgewesenist. Was auch der allmechtig Göttin vnseren Landen für gewaltigervnd in allen kün- stenvnd Lugenden erfahrner/ vnd fürtreffenlichcr Männer beide in Kriegs vnd Frieden Zeiten hab lasten Herfürwachsen vnd leuchten/ist so wol auß den Frantzösischen/ Italiänischen vnd Teutschen Historien /als auß der erfaß -hrc Männliche Thaten/vnd rechten Helden muht/ nicht nurimDatterland dcrmLi ssen ergriffen/ vnd so glücklich geübct/daß sie vmb den Krantz/vnd em- ges Nammens prciß / mit allen andern Nationen vnnd Völckern Mich haben streuen mögen / wie dann solches mit vielen exempeln leichtlichzu erweisen were. Wann dann ttUtt/Hochgeachte/Gestrenge/EdebEhrenvest/From/Für- sichtig/ EhrsamvndWetse/insondersgnedige/hochehrendeHerren/ es sehr löblichvnd rhümlich tst/vnd/esich gebürenvndzimmenwill/daßwir denAt- ten Römern nicht allein in allerley Tugenden vnd schönen Künsten/mit hö^ habichbillichermastendteseBüchervonderÄrchitectur/vnd gantzen wahren Bauwkunst/mit vielfältigen Ercnrplen/vnd denallerschönestenRömi- fchen vnd anderer ortcnAntiauitetengezieret/so ich auffvielfältig/gantzkkeif- sigesanhaltcn/ vieler künstliebenden Herren/ erstich auß dem Italiänischen rem Vatterland/ vnd der gantzen teutschen Nation/zu grossem gut/ in öffentlichem druckgeben wöllen. Vnnd solches auch destomehr / daßnichtallein in diesen Dedication Schreiben, dieſen Landen/ viel tapffere in allerley Tugenden vnd Kuͤnſten/ berhümte vnd wolerfahꝛne leuthe, ſonder auch in der Architectur vnd wahren Bauwkunſt nicht minder geſchickte/ als geübte Meiſter/ zu allen zeiten herfůr gewwachſen/ auch ſich noch biß auff den heutigen tag zeigen vnnd ſehen laſſen/ wie den verſtendigen ſolches wol bekandt iſt/ wil der Herꝛlichen Gebaͤuwen geſchweigen/ ſo nicht allein in der loblichen Eydgnoſchafft/ ſonder guch hin vnd wider durch das gantz Teutſchlan dt/ ja auch anderen frembden Laͤnderen/ nach der wahren Architectur/ vnd loblichen Bawkunſt/ von teutſchen Werckmeiſteren vnd Kuͤnſtleren erhauwet woꝛden ſeind/ vnd jhꝛ lob vnd beſtendigkeit noch biß auff den heutigen tag erhalten. Der vberguß kunſtreiche Tempel zu SNeiland preis ſet noch auff die heutige ſtund ſeine Meiſter/ ich ſpꝛich feine teutſche Meiſtervon denen er erſtlich erbauwet iſt/ wie die Hiſtoꝛien bezeugen. Andere wil ich geliebter kuͤrtze halben mit ſtillſch weigen voꝛbeygehen. Neben dieſem allen/ hab ich auch in betrachtung gehabt/ daß dieweil ein ſolche Arbeit/ von der gantzen Bawkunſt/ darinn nit nur die fuͤnff Saͤulen(auff welchen dañ die wahꝛe Architectur ö. Mit jhꝛen Pꝛopoꝛtionen/ Abtheilungen/ Oꝛnamenten vnd Gliedmaſſen/ gruͤndtlich erklaͤret, ſonder auch vielfältiger gebꝛquch an mancherley/ auß den Antiquen/ vnd vnſer zeit Gebaͤuwen/ inſonderheit vnd in gemein gantz eigendtlich gezeiget/ ja auch der erſt anfang vnd fundament der Geometry/ abtheilung vnd abmeſſung vielerley Figuren/ ſo uß zuſamenfuͤgunge/ vnd vnderſchneidung der Linien entſpꝛingen/ vnd einem Architecto oder Werckmeiſter zu vnderſchieden/ hoch von noͤhten ſeind/ gußtrucklich ges lehꝛt/ vnd folgends allerley Gebaͤuw/ nach der gantz ſubtilen Perſpectifiſchen NMealerkunſt/ in. vnd auffzuziehen/ mercklich gezeiget vñ für augen geſtellet wirdt: Dieweil denn/ ſprich ich/ ein ſolqche arbeit von der gantzen loblichen Bawkunſt/ biß anhero in vnſer teutſchen ſprach nie geſehen woꝛdẽ/ hab ich mir deſtomehꝛ ein vngezweiffelte hoffnung geſchöpffet/ es werden Euwer H. G. St. E.. dieſe meine vnderthaͤnige Dedication/ jhꝛen deſto gnedigſt wolgefallen laſſen. Daher ich dieſer gewiſſen zuverſicht bin/ es werde dieß Werck nit allein in der gemeinen loͤblichen Eydtgnoſchafft viel Liebhaber vnd Patronen finden/ die ſich darinn mit verſtand vnd begierden die Baum kun ſt vnd zierliche Roͤmiſche vnd andere Gebaͤuw recht zufaſſen/ beluſtigen/ ſonder auch der gantzen teutſchen Nation ein mercklichen nutzen zu voꝛtpflantzung dieſer zierlichen Kunſt/ bringen werde.; Bitte alſo hiemit gantz demuͤtig vnd vnderthenig/ es woͤlle Ew. H. G. St. EW. von mir/ jhꝛem gantz ergebnen gehoꝛſamen Burger/ vnd Landtkind/ dieſes Werck/ als ein gering merckzeichen vnd pfand/ meiner vnderthenigen neigunge vnd liebe gegen dem Vatterlandt/ im beſten auff vnd annemmen auch mich jederzeit in Vaͤtterlichen gnaden für befohlen erkennen vnd haben. Gott der Almechtig vnd Her: der Herꝛſcharen, wöͤlle nach feiner Vaͤtterlichen gnaden vnd reicher baͤrmhertzigkeit, vnſer lieb Vatterlandt/ die gantze löbliche Eydtgnoſchafft/ vnnd darinnen Ewer H. G. St. E. W. in gutem erwuͤnſchtem frieden/ vnd wolſtandt langwirig erhalten/ mit vielfeltigem Heil je lenger je mehꝛ gnediglich ſegnen/ vnd des aller ſchoͤneſten vnd immer. wehrenden geiſtlichen Gebaͤuws/ deß Himliſchen Jeruſalems/ nach feiner vnendtlichen Barmhertzigkeit/ zu feiner zeit theilhafftig machen/ Amen. Baſel/ nach Khriſti vnſers Herzen vnnd Heilandts.. Tauſent/ Dedication Schreiben. Tauſent/ Sechshundert vnd Acht Jahn, den achten tag Herbſtmonat/ an welchem tag im ein vnd ſiebentzigſten Jahr nach Chrifti Geburt/ die herꝛliche vnd in der gantzen Welt berhumbte Statt Jeruſalem/ mit all jhꝛen koͤſtlichen Gebgumwen/ iſt verbꝛennt worden/ da zuvor gm zehenden tag Auguſti der Heilig vnd zierlich Tempel/ wider des Keyſers Titi willen/ ſo dem ſchoönen kunſtreichen Gebaͤum hat verſchonen wöllen/ von SR den Kriegsknechten/ durchs geſtreng Vrtheil Gottes/ mit Few: angeſteckt/ vnd zu einem ſteinhauffen gemacht gantz vndertheniger gehoꝛſamer Ludwig König. SEBASTIA SEBASTIANVS SERLILVS An den guͤnſtigtn Lefer, C Hh hab init/ gůn ſtiger Leſer/ dahin allzeit auffs euſſer ſt befliſſen vnd bearbeitet, das j ch die cht vn ER) KXegien, ſo ich ven der Architectur vnd Batpkun ſt, beguffen vnd ſchrifftlich ver fert t hab, dermafl? ö klar vnnd deutlich füͤrſtellete/ das fie fo wol von hohen als von mit telmäſſ gen venſtants Schülern vnd nach dem auch ein jetltcher min der oder mehr luſt zů dieſer Kunſt hat/ eigen ilch vid reeht nich ten verſtandẽ werdẽ. Woͤlleſt derhalben diſen meinen geneigten vñ gut mil wo der ef t ct vn das ther ck nach allem deinen wuͤnſch nicht erfolgte, mit lich vnd freundtlichem gemüt auff vnd annemmẽ/ als den ich e in einerley ſachenmwie groß vnd ſchwer auch die geweſen/ nie hab an mühe vnd arbeit ermanglen oder erwin den laſſen/ damit dir alles in diſer tapfferen Kunſt möchte geoffenbaret vnd mitgetheilet werden. Ich hab aber diſe meine Arbeit in fänff Buͤch er abgetheilet:|. w P Im erſten Buch wirdt gehandlet von anfang vnd Srund der Geoinetrey oder wahren Kunſt des abmeſſens/ fo vil einem Architect zu feiner arbeit darvon zuwiſſen von noͤten iſt: Item von den Linien vnd jren vielfaltigen vnderſchneidungẽ/ alſo das durch ſolcher ſachen wiſſen ſchafft ein Architectus mag ſeiner ſachen guten grund vnd beſcheid geben konnen.; N Im andren wird die Kunſt der Perſpectiva erklaͤret/ nemlich mie man ein Werck Perſpectiviſch y weis fein grund legen/ entwerffen vnd auffreiſſen fol... Im dritten Buch will ich erſtlich zeigen die Ichnegraphiam oder Grundlegungen mannigerley ges bewen/ Item die Orthographiam oder auffziehung des vorderen theils eines Gebews, vn wie zs für wer iſtgen anzuſehen ſeye. Letſtlich die Scenographiam oder auff ziehung der ſeiten des gebews/ vnd bas Eynſehen der gebewen durchs abſtelen im geſicht/ vnd ſolchs an ſtaͤtl lichen gebewen/ fo mehrtheils zu Rom/ in vnd auſſerthalb Italien gefunden werden /welche alle fleiſſig abgemeſſen/ vnd in Figuren mit hren Nammen vnn d vermeldung des orts, da fie erbawet worden/ eygentlich vor augen geſtell et Ce Im vierdten wil ich võ den fünff Sault-Thufcana, Doric a, konica, Corinthia, vnd Compoſita, vnd jhren zierungen handlen/ in welch en bey nahe die gantze Baw kunſt begriffen iſt Im fuͤnfften Buch ſollen vilerley Kirchen vnd Tempel in vnderſchiedlicher Form vnnd geſtalt/ alt rund/ vierecket/ ſechs ecket achtecket/ Oval vnnd Creutzweiſe mit jhren grund⸗. legungen/ hoͤhen vnnd andren maaſſen/ fleiſſig fuͤrgeriſſen vnd abgemeſſen werden. An die Liebhaber der Steinmetz en vnd jhr Schreyner gutt/ Auch die ſo ſich deß Eirckels ſonſt Gehrauchen/ vnd des Richtſcheits Kunſt/ Kompt vnd ſchawt dieſen neuwen Schatz/ Ans liecht gebracht den Stimpleren zu trotz: Aber denen ſo die Kunſt lieben Darinn luſt haben ſich z vben Zu ſonderm nutz vnd groſſem Gut/ Ihnen den grund recht zeigen thut. 1 Erſtlich viel Figuren ſcheiden/ Linien Kunſtreich vnderſchneiden: Ein Figur in die ander zu richten/ Was verwick let/ recht zuſchlichten Wie durch der Geometꝛy Kunſt Ein Werckmeiſter erlanget gunſt. Ze Darnach zeiget mit klarem grund Die Perſpectiff/ damit thut kund Ein Bauw nach Perſpectiffſcher art Auffzureiſſen ſubtil vnd zart: Herbey/ herbey jhr Mahler gut/ Ewer groͤſt Kunſtſtuck hie lehrnen thut. 3. Was Kunſtreich in der gantzen Welt/ Je den Menſchen für augen gſtelt/ In dieſer Bauwkunſt manigfalt/ Nach aller form/ in aller gſtalt/ In Roͤmiſchen AntiquitetenIn neuwen geſchwindigkeiten/ Wie ſchoͤn/ wie ſchwer es ſeyen mag/ Wir ſiu ſehen/ als klar den Tag. ——. — SE Bawkunſt/ von inhalt vnd nutz diſer Bucher.| A* Mahler/Bildhauwer⸗/ Zimmer leñt 4 Der fuͤnff Saͤulen ſuhtile weiß/ Art vnd eigen ſchafft dir mit fleiß · Ihr abtheilung/ zierd vnd gebrauch An manchem gbeuw dir zeiget auch/ ö An Heuſern/ Kirchen/ Thor vnd Pforten/ An Veſtung/ vnd allen Orten/ A Was jedes Stuck nach feiner art Fordert/ wird hie klaͤrlich gelehrt. So Endtlich dan vnd im letſten Buch Wirſtu finden ſchoͤner Kirchen gnug/ Auff manche Form recht zubauwen , an zuſchauwen/ Dem Starcken Gott im Himmel droben Drin zu preyſen vnd hoch zu loben/ Dahin alle Baͤuw in dieſer Welt/ Je ſollen gericht fein vnd gſtelt. Neben dahin dir zu willen | Das der Author ſich ſehr befliſſen/ Des Vitruyi viel tunckle ort/ Vill Text vnd Corꝛumpierte Wort In ſchoͤne richtigkeit zubringen/ Vnd mit vieln vmbs Kraͤntzlin zringen/ Alſo das jetz Vitruvi lehr Kein jrꝛung hat noch tunckle mehrDiß alles der Bauwkunſt zu lieb Ich erſtlich in Deutſch an tag gibHiemit dem Deutſch vnd Schweitzerland Meins guten willens laß ein Pfand. Ludwig König. ———— ——————— — SEB. SERLIIL Sol. gj Von der Architẽctur Di Das iD Darin von der GHeometrig oder rechten Kunf he abmeſſen in gemein/ ſo vil e nem Atchitecto vieler ley ö,. davon iu wiſſen von nohten il Das I gapittel OR Fehoch n, die herliche Kunſt der Geometria eine m jeden Kunſiliebenden W Verckmeiſter eye, konnen alle die jenigen gnugſam bezeugen welche derſelben Seo herne erh ens mitgroffer mühe gemacht n Erf hernach ermalde Seometei gefiudiert onderlehrnet haben. Diſt lompt es al de dahin, daß ſie nicht allein jhre gen arbeit Derlache ndern ſich auch deren ſche nen inch fen, win nicht Wirdig(hehe, das eon zrfahrnen folle angefehamwet werden. Viel verachten auchdife Kunf wölen vielmehr ihr agen gudancken ond andren ih res gleichen ber faht ne blinden letter fol gen, ah das ſierecht auß. der Kunft ſolten lehnen iwas ein Punctoder Linie/ ſuper ße ies od Corpus, was ein Quadrat/ Triggel ot vilfeitige Figur ſeye/ wie dieſelbigẽ zu vnterſcheiden oder vnder einander zu gebrauchen wereh, welch es dan ein orſach iſt/ daß ſo vilonart. liche vnd vngehoblete ſachẽ hin vnd her an Gebewen in vil orten gefunden werden. Weil dan onder vil andren Edlen fachen vnd Kuͤnſten auch die Seometrig zu der wahren Ars chitectur erfordert/ vnd gleichſatn der er ſt Gr ad vnd ſtapffel dahin iſt/ hab ich mir fuͤrge* nommen in diſem erſten Buch ſo vil einem Kunſtlieben den Werckmeiſter davon zuentdecken vnd zuerkennen gehen/ das er dar durch fein arbeit mit gutem grund vnd fügen ſol verantworten tonnen. Was die ſpeculation vnd ſcharpffe lehr Euclidis vnd anderer Dr thoren/ ſo von Geometriſchen ſachen geſchriben/anlangen thut⸗/wil ich Mich deren alſo ges brauchen das ich nur die lieblichſten Blumlein auß jhrem Krautgarten nemme vñ mich der kuͤrtze befleiſſe/vnd auffs ſchlechtſt vnd deutlichſt die Lehr von den Linien vnd ſhren Dil fall gen dur fOncidungen/ auch etlichen Demonftratione ond beweifungen den an gehenden Schülern fürfclle daß ſie h cht ich vnd gru ndiich mogen verſtanden iwer de Wir auch dem günſtigen Leſer ermahnet haben das er die ziweyie Figum nimmer anfahren Studieren vnd lehrnen/ er habe dan zu vorderſt die erſte oder vorgehende wol ergriffen vnd recht in fein verſtand gebracht // als dan wird er endlich zu feinem vßrhaben vndzweeck leichtlich vnd ring kommen koͤnnen. ö; 3EB. Puntt O Lin SERLII Parallelen na,. ö 2 Super ſicies Perßendicular linien rechter winckel rechter winckel K GE ſtumpffer winckel ſcharffer winckel Von der Geometrien. CDI wird nach Geometriſcher weiſe ein Punct oder Puͤnctlein genenet das aller klein eſt Tipfflin oder ſtůpff lin/ als man in ſinn begreifen mag ohn alſelenge vnd breyte/ vnd Def halben On hen bz.. In Lin iſt ein eyngebildter od in ſinn fuͤrgenomDo ſmener Strich in der lenge fo von eim Pun ct anfaD her vnd mit eim Punct endet/ zart vñ rein ohn allt breyte iſt. Wo Linien gleichlichtweit in derlenge von einander 31 Parallelẽ oder auch AEquidiftanOren genennet ö. J Enn zwo Parallelen an eim jeden end geſchloſ; fen ſeind/ wird ſolcht Figur ſußerficies genen¶ W pet vnd nicht allein diſe digur/ ſonder auch ein jedes Spacium⸗ euſſere veldung oder flache chne aller Coöͤrporen ſo mit Linien vmbfangen vñ geſchloſſen ſeind/ werden nach Geomẽetriſcher art luperficies genennt · ze D man auff ein gerade Zwerch lini ein anderauff Sn. Lini nach der bleywag ſetz dieſelbige wird W Perpendicular Lini oder Eatheta genennt: die winckel aher auff beiden Wincl. S auff gerade gwerchlini ein ander geriſſen wird/ ſeiten/ nennet man rechte aber nicht nach der Bleywag/ ſonder etwas geO neigt vnnd haͤidig: als vil dañ dieſelbe auff einer ſeite haltet als oll ſchaͤrpffer oder enger wird der winckel daſelbſt/ ond der ander winckel deſto ſtümpffer DS weiter: Der Scharpffe wird auff Latin Angulus acutus, der Stmpffe/ Angulus obtuſus genennet. Enn zwo gleich lange Linien ſich oben an einem Punct verſamblen vnd zu ſammen treffen/ ma? chen fie zu oberſt ein Scharpffen winckel/ in Latein Eeutus oder Pyramidalis genennet: Brgemeldte Figur mit noch einer Lini von glei; cher lenge/ vnden geſchloſſen/ wird ein Triangel genennet/ vnd hat drey gleiche ſeiten vnnd drey Scharpffe Winckel/ das ſſt welche enger ſeind dan ein Winck elmaͤß gibt. In Ttiangel fo nur zwo Linien gleicher lenge hat/ Ind mit einer lengeren Lini geſchloſſen wird, iſt D nur von zwe gleichen ſeiten vnd hat einen rechten twinckel/ vnd zwen ſcharpffe % In Trian gel, ſo võ drey vngleichlich lange Linit gemacht wird/ hat auch drey vngleiche winC Tenn zwo lange vnd zwy kurtze Linien gleicher ö Elenge winckelrecht an einander geſügt ſeind/ e fo wirt es ein Quadrangel oder Vierung mit vier gleichen ſeiten genennt: wo aber die vier Linien von vngleicher lenge ſeind/ heiſt es ein Quadrangel von vngleichen ſeiten. Vb wol aber/ lieber Leſer, alle Vierungen oder Figuren mit vier winckelen mögen Quadrangel genennt werden/ fo will ich doeh nur die vberlengeten Vierungẽ/ das iſt/ welche lenger den brei ter ſeind Quadrãgel/ welche aher recht gevier dt ſeind/ Quadrat nenn en. SX Toſt man vier gleick lich lange Linien win ckelrecht an eynan der/ o herſt es/ wie vermeldt/ ein S Quadrat oder Perfecke Vierung: Stoſt man ſie aber ſchreg an ey nander/ das fir zwen ſcharpffe vnd zwen ſtumpffe ode weite winck l/ wie ein Rautẽ vberkommen/ fo heiſt es en R ombus. . Orgeſetzte Figuren ſeind leichtlich in ein Ders Gfecte vierung zuuerkehrẽ: es kommen aher anch ⸗ vilerley andre Figure einem Architecto zu han den/ die manigerley vngleiche ſeiten vnnd winckel has ben/ wie du ein Exempel hieneben ſiheſt/ da auch von nohten zuwiſſen/ wie dieſelbigen in ein rechten viercant zu bringen vnd zu richten ſeind/ welches hernach ſol ge zeigt werden g Genn man mit einem Circkel ein krumme LiniAL en reißt vnd widerumb ein andre krumme LiPS nien dagegen/ alſs das fie zuſammen ſtoſſen/ ſo wird ein ſolche Figur ein ſuperfic ies, das if ein flache vnd ebne Veldung mit ktum mern Lin ien/ vnd zwey en gleiche wincklen genenn t. Neiſſeſtn datt auch noch in gerade Ciniẽ auß eine iwinckel in DC ander ẽ/ Itẽ noch ein andre von einem Punct/ wo der Circkel geſtanden/ zũ andren/ Creugweiſe hindurch, fo finde ſtu dadurch dz techt winckelmaͤß oder ein Winck elhaack enS Eiſſet man mit dem Circhel ein volkomne tunX dung ſo iſts ein Perfecter Eirckel kreiß vnd runs Ode ſupericien. Den Punct in der mitte/ da det keirckel geſtanden/ nennet man ein Centrum: die euſſerſte runde Linien nennet man ein En eumferentz ein Funden vmbkreiß. Zeucht man gerade Lini durch das Centrum/ die wird Diameter oder Diametral ini ges nent darum̃ daß fie den Circkelkreiß gleichlich durchs ſchneidet/ vndin zwen gleiche theile ſcheidetDas Erſte Buch/ Das I gaplttel. Fol. in Figur von vilen hint len. Ein ſuperfieien oder Vẽldug vs trumẽ einiẽ — br — — +> — — * — — Kren tzlint SEB. SERLII ͤ A Rechterwinckel] Gehechte Hiesung Von der Geometria ZZ Enn die halbe Circumferẽtz mit dem Diame ter durch das Centrum abgeſchnitten iſt/ ſo heiſt es ein halber Circkel: richtet man de wei eers ein Perpendicular Lin auff das Centrum/ ſo machet fie weh Quart oder vierthel eines Circkels das EHE auch den Diameter in zwen gleiche theiCo u Jer Linien gleicher lenge winckelrecht an einander geſtoſſen/ machen? wie vermeldt/ ein Perfect Quadrat. Zeucht man den ein gerade Aini auß einem whinckel in den andren/ dieſelbe wird Diagonus oder Diagonal Lini/ das iſt⸗ Creutzlini auß einem eck in das ander genennt/ darumb das fie 6. Duadrat vberhaupt in zen gleiche cheile ſcheiel. CA wen nun der Architeetus etliche der aller? nomwendigſten Superſteien geſehen hat iſt Ce weiter von nöoͤhten/ das er lehrne deeſelhigen zu mehren oder zu mindren/ oder auch in andre Formen verkehren jedoch das fie gleichlich vil velds inhalten vnd begreiffen. Nd für das erſt/ haſtu ein Diagonal Lini in einein Quadrat/ die gibt dir eine ſeyte einer anderen vierung/ welche ſo mit dreyen andren gleichlich langen Linien geſchloſſen wird/ begriff t ſie boppiet als vil/ als das erſt Quadrat Nemlich⸗ die Vierung A. B. Ce D. iſt durch die Diagonal oder Ereutzlin auß einem eck in das ander/ in wen Triangel geſcheiden.: ſolche Diagonal Lin gibt dir ein feis len der groͤſſeren Vierung. D. E. E welche auch mit Diagonal Linien durch geſchnitten vᷣberkompe der vorigen Triangel vier. In der erſten Figur ſeind dieſe zwo vierungen ineynander gewicklet/ hernach as ber beſſers verſtands halben geſcheiden/ nemlich das ‚Quadrat G. haltet zwen Triangel das Quadrat] ſolcher Triangel vier. Die Prob davon if für ſich ſelbſt klar. A Eiſſet man in ein Vierung ein Circkelkreißwelcher alle vier ſeitẽ der vierung ergreifft/ vnd widerumb vmb die vierung auſſerhalb ein andrẽ circkelkreiß/ welcher auch die vier eckẽ a. b. c. d. arů ret fo iſt der euſſer Circkel dopple⸗ als groß/ als der jner Eirckel. Macheſtu den auſſerhalb ont den groſſẽ CirTel noch ein andre vierũg c. d. e. ſo werden die zwo vierungen den zuuor gezeigtẽ vierũgẽ gleich foͤrmig ſeyen. Die Prob hievon iſt zu mehrer erklaͤrung mit K. L. hinzugeſetzt/ wie folgt · a BE DE, — sr ——* ö. jd MV | ill WW o oder Perferte vierung bringe ſoldar vo ich alhie etliche vnderſchied chen ſeitẽ/ als a. b. c theil die Ba azu e ein Cini /ſo haſtu den Triangllin zwen gleiche theile geſcheidẽ. So du den das halb theil 26 nimpſt/ vnd fuͤgeſt es an das an. Cn ſolchen Triangel lanſtu auch C ff folgende weiſe in ein Vierung als D. E. die als lang ſeye/ als die BaſB. C. darnach ſchließ dieſelbe zwo gleichdie zwen obriſte A. F. H. vnd A. IG. .. ein rechten winckel/ oder zwo leſt/ vñ auß jedem win ckel ein Lin zeuchſt Adgel in ein Quadrangel verdrangel a. d b. c. auß einem TriDas erſte Bu Pi Fundament wird die Außladung der Thuſcamiſchen Baſen genommen/ desgleichen auch die breyte der Fundamenten vnter jhren Say ren/ wie Vitrupius hiebs ſchreiht, 'S mug auch ein Architertus wiſſen/ wie man ein Tri kehren ⸗/ jtem wie man ein ſoſchen Madragel in ein recht Quadrat liche Formen zeigen wil. Fůr has erſt/ nim ein Triangel von glei fe/Calfo werden alle vnderſte Sim · en genennet in zwen gleiche theilvnd ſetz dahin das e: den ziehe von der theil 2. c b. fo haſtu ein Quaangel gemacht. bringt: Theile die Linien A. B. vñ A. C. ein jede in zwen gleiche theile/ als F. vnd G ziehe ein zwerchlini hindurch liche Liniẽ an den eckẽ/ ſo vberkomſtu ein Quadrangel B. C. D. E. welcher als vil haltet/ als der Triangel. B C. Die Prob hievon iſt das die zwen Triangel B. D. F. vnd G. E. C. als vil halten/ als H Ompt dit ein Triangel für/ der ) gleiche ſeiten hat/ den kanſtu dreymal in zwen gleiche th eile ſcheiden/ fo du ein jede ſeiten in zwen gleiche theile abthei zu feinem gegen Pune t fo findeſtu dadurch auff jetlicher ſeiten zwen gleich lich groſſe Triangel wie die Figur P. CR. auß weiſet. S* rigen Triangel B. X. R. kanſtu alſo in ein Huadrangel veraͤnderen: Theile die ſeiten P. X. vnd b. R. jede in zwey gleiche theile/ darnach zeuch ein Lini vberzwerch S. J. als lang als RK. vnnd ſchließ die ſeiten T. Rwinckelrecht/ ſo haſtu deinen Quadrangel der gleichlich vil Spacium begreift als voriger nangel auß vrſachẽ/ das d abgeſchnittene Triangel P. S. V. mit den hinzugeſetzten Triangel. IR. einer gleichen groͤſſen iſt. Aſtu ein Triangel von drey vngleichen ſei65. den magſtu auch nach obgeſetzt er lehr Ig in ein vberlan gte Vierung bringen. Vnnd wen ſchon die zwen abgeſchnittene Triangel vnd die zwen hinzugefügte nicht einer groͤſſe ſeind/ o habt doch bie Triangel b. F. I. vnd B. D. F. gleiche groͤſſe/ gleichfals auch auff der andren ſeiten der Triangel A. G. k. vnd G. C. E. ſeind in einer Proportion, Durch diſe erzehlte vernderungen lan man komlich wiſſen vnnd abmeſſen/ wie vil Schuh/ elen oder Rüten in der vierung ein dreyeckichtẽ Superficies in ſich begreift. Ragt es ſich zu/ daß du ein Triangel von zwo gleichen ſeiten ſolſt vberzwerch in zwey gleiche theile abtheile, ſo mache auß der einer ſeiten/ die du durch ſchneiden wilſt/ ein recht Perfect Quadrat/ als/ von A. B. zeuch da? rein zwo Diagonal Linien aus einem winckel in den andren/ da ſich den dieſelbe in der mitte durchſchneiden/ da haſtu das Centrum des Quadrats. Darnach ſetz den einen fuß des Eirckels auff A. vnd greiff mit dem andren fuß auff das Centrum C. reiß durch dẽ Triãgel den du theilẽ ſolſt/ da du nun in dieſem riß die beiden ſeiten des Triangels durchſchneideſt das gibt dir die zw Punet/ durch welche du eine Lim durch ziehen ſolſt/ die dir deinen fuůrgenomnen Tiangel in zwey theile abtheilet. y S moͤcht einem ein Hoffſtatt oder Acker in Form eines Triangels von vngleichen ſeiten fuͤrkommen vnnd hette an einer ſeitendoch nicht in der mitte/ ein Brunnen. Diſen ſolt er in zwey gleiche heile abtheilen/ alſo das ein jetlicher den Brunnen auff feiner ſeiten ohn verhindernuß gebrauchen koͤnte diß mag alſo geſchehen Ja den Triangel A. B. C. ſeye der Brunnen mit S. verzeichnet. Theile die Lini B. C. in zwen gleichetheile/ als an D. reiß von I). zu A. ein blinde Lini/ die theilet dir den Triangel in zwen gleiche theile/ aber dadurch mögen fie beide nicht gleichlich zu dem Brunnen kommen. Fahr derhalben fort/ zwuch noch ein blinde Lin; vom Brunnen Gzu A. vnd ſetze deren entgegen ein Parallel blinde Lini auß P. zu E. vnd endtlich ein ſchwartze Sins vom Brünẽ G. zu E. dieſelbe gibt dir die rechte vñ eigentliche abtheilrng des Triangels in zwen gleich lich vil inhaltende theil, alſo daß ein jeder den Brunnen am end ſeines Ackers hat. Dann das theil A. B. G. E. haltet gleich als vil Schuh oder Růten/ als das theil G. E. C Das Erſte Buch Das I Sapittel, Fol 0, J.& Benift gezeigt worden wie du ein Vierung dopp..———, fich auch jutsagerda dir ]. S nöhten were, fie nur vmh ein helle en theiſ/ oden nninK der zu ergroͤſſen ſolches kanſtu alſo machen: Nimm ein gerechtte vierung A. B. C. H. die ſolteſtu Dt drey vie · thej ver groſJ ſen: Sttze die dreh viereheil neben deren, alſo das ſie mi dẽ gerechten Quadrat zuiſamm ein Qugdtangel A.. C. Ge A machen. Damit du als den ſolchen Quadrangel in ein ges tech Qughrathringe mögeft fo oel lege die nt e noch vmb ein Qugdrat oder ſetz an der feitenE, G. ein Qhiadrai hinzu in gleicher groͤſſe wie das erſt ovñ jeichne dahin. darnach reiß ob die Lin A. E. ein halben Circkel vnd erſtrecke die Lin G. E. obwerg biß an dẽ Circkelt 6. Solche ini gibt ir eine ſeiten deines begerten ergrößten Vüadrats/ welches fo di gefoͤrmiert wird es als vil in ſich begreiffen/ als voriJ J ger Buadrangel auß der erſten Bierung ond den drey vier | heilen gemacht. Auff dife weiße kanſtualle Quadrangel E oder vberlengte vierungen in ein gerecht Quadrat hringenS Is zu probieren/ ſo ſchließ ermeldtẽ QuaO drangel mit ſeinem Quadrat zuſammẽ in Sein Vierung als XR. S. J. Neiß von g zu 8. ein Diagonal Lini/ die theilet dir die gantze Figur in zwe gleiche theile. Nun ſagt Euelides wen man von gleichen theilen gleiche theile weg nimpt oder abſchneidet fo bleihen die vbrigen theile auch e gleich. Nimpſiü den Triangel!- vnd Meals gleiche theile hinweg ſo behaltet das Qiadrat P. gleiche maaß vñ Proportion mit dem Suadrangel oder vber lengten vierung Os 3 | vndt B. CE, fo vil vnd gros als dir vonnoten. Darnach ſetze die lenge deines begerte Quadranges auff die Ain A. G. reiß ein int auß G. langſt den win ckel L. gegen die linien C. Eda findegu die Fürgefßt ini des Quadrangels durch welche du guch zugleich die lengſte ſeiten deſſelben Quadrangels haben kanſt/ wie auch auß voriger Prob erſcheinet⸗ Dañ mimbſtu die Triangel M. N. vnd O. alt gleiche theile hin weg ifo bleihen das Quad; at K vnd der Quadrangel L. auch in gleicher Proportion · 3 6 Inwidetumb wilt ein Quadrat in ein Qtiadrangel oder vberlengte vierung⸗/ lang oder ſchmal/ wie I Möie von noöhten, bringen/ thu jhm alſo: Nim dein Quadrat A. B. C. D. verlenge die Linien A. B. ——— ü * 6 ö ö ö. SEB. SERLII Von der Geometria ' g<) Ompt dir ein Stuck von vilen vngleichen ſeiten zuhanden es ſey gleich ein Stein/ ein Hofſſat/ Ace ker oder anders/ vnnd wolte es gern in ein Quadrangel oder gerecht Duadrat bringen/ damit du fein maaß vnnd Proportion gantz eygentlich erfahren vnnd wiſſen koͤnteſt/ ſonderlich wen es ons ter vilen zu theilen were. So haſtu darin nach volgende Regel zu gebrauchen, die nicht allein den Architecten/ ſonder auch den Veldmeſſeren vnd vil andrẽ/ nutzlich iſt/ auch dent fo d Arithmetick vnerfahren vñ mit Zifferen nicht rechnen koͤnnen/ ſehr leicht vnd kõlich. Etſtiich ſuche vnd nit in den Stuck/ ſo du zu theilen haſt/ in Quadrat/ oder Quadrangel/ mit Rechten wincklen fo groß du es jmmer haben kanſt: Auß dem vörigen nim es abermahl/ ſo groß dir möglich iſt/ vnd noch mehr wenn du kanſt So keine Mierungen mehn verhanden/ſo nim in den vbrigen/ fo vil Triangel als du kanſt/ vnd veraͤnder dieſelbigen nach voriger vn dertichtung in Vierungen. Sc ein jedes Stuck beſonder/ verzeichne es mit buchſtaben/ vnd theile es ordenlich ab/ſo ſindeſtu was in anfang begert worden. ei f. g. h. was vbrig bleibt/ laß alles Triangel ſeyen Setz den groͤſten Quadrangel L. beſonder/ den kleineren M. oben darauff alſo das die zwen winckel vnd ſeiten gleich ſtehen. Darnach verlengedie Lin B. F. vnd die Lini E. G. laß hinunder fallen biß auff den groſſen Quadrangel/ vnd ſetz dahin mit I. Von dannen durch die winckel b. h. reiß ein Diagonal Lini biß an die obre verlengte lini K. dieſelbe wird dir durch das ſchlieſſen von b. l. m. d. einen anderen Quadrangel zeigen/ der gleichlich vil haltet als der Quadrangel M. alſo das die gantze Vierung a. c. 1. m. die zwen vorgemeldte Quadrangel der vilſeitigen Figuren in ſich des greifft. Wen du demnach die Triangel nach obgeſetzter lehr in Quadrangel gebracht haſt/ wie bey dem Triangel N. zu ſehẽ/ ſo kan man dieſelbe auch an den groſſen fügen/ alſo dz der vergroſſet Quadrangel a. Lm. c. mehrer richtigkeit wegen noch ein mahl beſonder/ vnnd der kleiner Quadrangel G. P. q. r. oben darauff geſetzt werden/ den wird durch die Diagonal oder Creutzlini erſtreckung vnd der andren Linien ein ander Quadrangel l. m. s. t. hinder den groſſen geſchloſſen/ gleicher groͤſſe mit dem N. alſo das der gantz Quadrangel a. c. S. t. drey Quadrangel in ſich begreifft/ nemlich L. M. N. Seind noch mehr vbrig/ die magſtu alle auff diſe manier in ein Quadrangel verkehren. Iſt ein krumme Lin verhanden/ die fol auch ein ſcharpffſinnigen Architectus nach beſter Form in ein Vierung bringen. Man kan auch dieſen vberlengten Quadrangel nach obgeſetzter lehr in ein Perfect Quadrat richten 3 Exempel in deiner vilſeitigen Figur ſeye der groͤſſeſt Quadrangel a. b. c. d. vnd noch ein kleine Das Erfie Buch. Das J. Sap. Fol. vj 9 | .. . Na* . X SEB. SERIII. Von der Geometrey. Ts) Bmpt dir für ein Lin von vngleichen theilen/ vnnd noch ein ander lengere Lini oder Stuck/ welches , du auch ſolt in vngleiche theile nach Proportion der vorigen kurtzeſten Linien ahtheilen/ ſo ſeye die Fürs tzeſt Lini A. B. vnnd die lengſte/ A. C. Darnach fo mache vor dem Bhriſten Eck A ein win ck elhocken/ wie A. B. vnd A. A. vnd nim nach der vberlangten Lin von eim Eck zum andren/ dein lengſte Lini vñ ſetz ſie zu vnderſt mit dem end C. an das B. das ander end füge an die hangen de Lin A. A. Dan ſo zeuch von eim jeden Punct/ der abtheilung v5 der obriſtẽ Cini A. B. ein Perpendicular oder gerade Lin/ ſo da falle auff die vnderſte lin auch mit A. B. gezeichnet/ in gleicher lenge vnnd diſtantz mit A. A. wo nun diſe Perpendicularen ermelte vnderſte Linien treffen vnnd durch ſchneiden/ da fins deſt du die rechte abtheilung/ durchauß nach der kuͤrtztẽgeproportioniert/ alſo das die Perpendicularen nach der ſeiten B. C. auff die lengſt Lim in rechter diſtantz gerichtet werden. —— Kurtz Lini . N. ö | 1. 1 f |; | J 1 1 ) : z 4 1 1 x’ 1 1 1 1 1 . h 1 1 1 1 fi 1 h 1 1 1 1 J 1 1 1 * ————————————— ————————————————— Kurtze Lin n B a 31 ,, geb ich ein od mehr Hoffkärte/ porn ſchmaͤlet dan dahinden/ durch Brand oder Kriegs31 ö.. ,, verfallen daß man zwiſchen C. D. keine anzeigungen einiger ſchent ung mehr ich. 4../ Dann dic vorderen gibel: dahin den aber an dem breiten ort durch auß keine ſcheidungen wolte, wie wan ef ven. Wo nun diſer Platz von vilen bewohnet geweſen, vnd ein jetlicher hernach r wiſſen fem fall ſich 2 ch ligkeit ſich am breytẽ ort erftrecke fo mag ein Architectus oder Meldmeſſer in dis damit ein fetlich N n,. gebraucht/ vnd die lengſte Lini nach der Kürtzeſten geſchick lich abtheilen/ vberkom ö ein gebürenden Platz an ſolcher Hofſſtatt ohn ſchaden vnnd nachtheil des andren wider men moͤge/wie du ſolches auß nachfolgender Figur begreiffen magſt.. | Das Erfie Buch, Das Erſte ha⸗. Jol. vij | In ander Erempel: Es möcht einem Architeeto ein wolgeformetes Karnieß fuͤrkommen/ welches er | zu begerte nach einem kleinerem an Proportion vnd allen glidren gleich zuuerge o ſſen/ So mag er ſolches . durch vorige lehr leichtlich zu wegenbtingen/ wie in nach folgender Figur klarlich gezeigt wird durch die kurtze gin A. B. vnd die vorlengte Hini J. E. =, ) O Der wolte ein Architectus ein gelaͤlete Saule vergroͤſſen/ mag er ſolchs gleichfals durch vorige lehr von der kurgen vnd langen linien verꝛichten/ vnd ſol diß nicht allein von einer gekaͤleten/ ſonder auch allen andren Saͤulen/ ja von vnzaͤhlig vil andren ſachen/ ſo nit möglich all zu beſ chreiben/ verſtanden werden/ wie ein weiſe Architectus ſelbſt wird diſer lehr nach ſinnen/ vnd jhm in vis len ſachen dieſelbe zu nutz mai chen koͤnnen... SEB. SERLIIL Vonder Geometry E weiter ein Materialiſch ding auß vnſerem geſicht tritt/ je mehr Wes ſich in vnſerm geſicht verleürt vñ kleiner wird vñ dz võ wegẽ der zwiſchẽ lufft/ welche durch die weite diſtantz onfer geſicht ſchwecht vnnd verzehrt. Wil man nun etwas abſehen in der hohe gegen einer Mawr oder wand/ alſo daß es ſich in geſicht nicht verliere oder abkurtzeſonder fo wol oben als in der mitte vnnd vnden feine rechte geſtalt vn groſſe behalte/ kan man darin ein ſolche maniergebrauchen: Erſtlich ſol man ein bequem ort erwwehlen/ von welchem ſich dz geſicht vnverhindert in die Höhe vnnd weyte erſtrecken/ vnnd man ſolche dinge komlich ſehen moͤge/ vnd daſelbſt in der hoͤhe des augs das Centrum des abſehens ſetzen. Demnach ſol man ein Quadranten oder viertheil eines Circkels obwertz gegẽ dem aug reiſſen/ vnd in gleiche theile ſetzen/ ſo wird man durch die Radialen oder geradẽ Linien/ ſo auß dem Centro des augs durch den Quadranten gegen die Mawr gehen die vngleiche theile finden/ welche obwol ſie ſchon obwerts gegẽ der Mawren jmmer groͤſſer werdẽ ſcheinẽ ſie doch im geſichte einer groͤſſe zu ſeen. Durch diſe Regel vnnd gehuͤlff der Cifferen kan man allerley hoͤhen ahmeſſen2 8 7. ZZ DZ DL H, ,, ZZ DL ZZ DD . . Das Erfi Buch Das 1 Capitte, Fol bij Oe Il vermeinen/ daß ein fuͤrgenommene Lini/ in was geſtalt man ſie ſchlieſſe/ alzeit ei» nerley Spacium behalte/ als zum Exempel/ weñ du ein Seil oder maͤß ſchnur hetteſt viertzig Schuh lang /legteſt ſie j ſammẽ rund ſin wel weiſe/ dr eyeckickt/ pier oder fůnffeckichtꝛ. oder vnderſchledlicher weiſe in die lenge erſtreckeſt. Aber daß diſem nicht alfo ſeye/ lan tu auß nachfolgender Figur mercken Dan die erſte Linz der gehierdte For in haltet auff jeder ſeiten zehen Schuh ⸗/ thut ʒuſammen viertzig/ die gantze Veldung zehen mahl zehen/ thut ein Hundert. Die andre Lini haltet auff den zwo lengſten ſeiten funffzehen Schuh, vnd auff den kuͤrtzeſten fünff, die macht auch zuſammen 40. Aiher faͤnff mahl fůnffzehen/ welche der gantzen Veldung theile ſeind/ machen nur ſibentzig fůnff. CO Nſtreckeſt budas Quadrat nech mehr in die lenge alſo das die ee enn ſeiLie achttzehen Schuh geben, fo mujſen die, Fürhene., 2 7. * Aſtu dreh Punct vngleichlich vñ nicht in 3 4 nt n geſetzt/ vñ begerreſt durch alle drey ein Cisckelriß zu thun/ dʒ lanſtu alſo machen: Reiß ein Lini vom Punct i zum Punct 2. darnach auch von zuz. theile ein jehe in zwen gleiche iheile/ ſetz dahin ein gerechten Win kelhacken/ de mſelben nach teiß auß jedi mitteltheil ein Linien/ wo den dieſelbe enander Erclitztßeiſe durchſch neid en/ da haſtu das Eentrum auß welchem du mit eim Circhel durch alle drey fürgenemmene Puncteimn Circkelriß chun kanſt/ wie du in der digur ſiheſtSEB. SERIII Von der Geo meteia. ö A A . CA% a der 7 ö auch folgender geſtalt finden: Reiß mit . C dem Circkel von einem Punct zum anren ein Rigun mit zweyen wincklen/ laß durch deide winckel einer jetlichen Figur ein gerade Linien hinunder lauffen/ wo nun diſe Linien eynander dur ſchneiden/ haſtu abermal das CenKum per drey Puncten/ wie dir die Figur hie Neben geſeet eygent lich anzeigt. —— ſachen nutzlich ſeyen/ als zum ExemZpel: Kompyt den Archi tecto ein Stuck eines Steins fir jn runder Form/ oð ein ſtuck eines verfallenen Bogen in einer Mawren/ ſolte es widerum in ſein rechte vorige runde bringen/ ſo mag r durch diſe Regel das Centrum/ die Cireuniferentz oder euſſere rundung ond den Diamel ez leichtlich ſuchen vnd finde,| wie du in diſer Fight mercken kanſt. (EA Ile Regel fan einem Arhiteecogu n 1 Oz? ſchafft/ vñ behůlff der SeoDas Erſte Buch. weni findet ſo wol in Antiquen als W, Newẽ gebewen viel Saͤulen/ welche vnden da fie auff jhr Baſen geſetzꝛ⸗/ zerknuͤſcht vnnd geriſſen ſeind⸗/ welches daher kompt/ dz jh Baſen nicht wol nach dem winckel hocken gerichtet oder geebnet iſt/ oder das ſie nicht nach der Bleywag auffgeſtellet vnnd alſo auff einer ſeiten mehr beſchweret find/ dann auff der andren/ darah die ecken ſpaltẽ můſſen. Diſem faͤhler kan ein weiſer Ars chitectus durch erkandtnuß der Linien vnnd jhrer eigenmetriſchen Kunſt wol fuͤrkommen/ in ſolcher geſtaltdas er die Saͤulen zuunderſt nicht nach der geraͤde ebneſonder rundechtig mache/ vñ nach ſolcher rundung jhr Baſe gleichlich auf hoͤle/ alfo das die Saule/ ſo bald fie nach der Bleywag auffgeſtellet wird/ von ſtundã ſich ſelbſt ſatt ohn alles brechen ſchicke vnd einrichte. Diſe rundung recht vñ eigentlich zufinden/ fol man den einen Fuß des Circkels auffs hoͤchſt theil der Columnen fetzen/ nemlich an das. vñ den andren Fuß auff das B. fo man dan mit dem Circkel herumb reißt biß zum C. fo hat man die rechte runde der Saulen. Gleicher geſtalt fol man auch die außholung oder tieffe der Daten erſuchen: man kan auff ſolche gez. ſtalt daß Capital oben auff die Saule ſetzen/ wie die Figur anzeigetDas I, gap ,,, /—— 7— m SEB. SERLII Von der Geo metrey Atein Werckmeiſter ein gewelbte Brucken zumachen /oder alles was gewelbt vnd in . Boͤgen geſchloſſen wird/ alſo das der Bogen weiter dann in halber Kirckelrundung ſche ob wol ſolches von den gemeinen Steinmetzen thells mit dem Circkel, theils * mit einer Schnur nach jhrer meinung ring vnd ſchlecht zuipegen gebracht wird/ ſo doch ein verſtendiger Architectus den gewiſſe Geometriſchẽ grüd darin folgen /vñ nach folgẽden weg brauchen. Wenn er die rechte weyte vnd höhe genommen hat ſol er auß der mitte ein halben Circkel reiſſen in volkomner halben run dung auff die weyte des Bogen gerichtet/ darnach auß demſelbigen Centro ein kleineren halbẽ Circkelriß die höhe des Bogen begreiffende, Dann ſol er den groͤſſeren halben Circkel in gleiche teile abtheilen/ vnd bon einem jeden Puncto ſolcher theilung ein Linien zum Centro ziehen, auch von dem ſelbigen Puncten Perpendicularen oder wag rechte Linien herab fallen laſſen/ nd wo den die Linien fo nach dem Centro lauffen/ den kleineren Circkel durchſchneiden/ von dannen ſol er die zwerchlinien gegen die Perpendiculgren ziehen/ wo nun dieſelbigen eynander betreffen vnd anruͤhren dahin nber ſol der geſuchte Bogen geführt werden/ wie ſolches mit den Tipfflin in der Figur angezeigt wird B Egert man den Bogen noch nidriger oder vertruckter zumachen/ ſo man abermahl nach voriger Negel vorſſchreiten/ vnd den ſnneren Circkel fo vil deſto kleiner machen. Auch iſt zu wiſſen das je mehr theil man auß dem groͤſten Circkelriß machet/je komlichet man die krumme Linien des vertrucktẽ Bogen ziehe kan. Diſe Regel iſt zu vil andren fach? ſehr uutzjlich/ wie hernach angezeigt wird. * ————— Zi DE da Das Erſte Buch Das 1. gap. Fol.. Ben voriger Regel iſt mir in ſinn kommẽ/ iwie man mannigerley gefaͤ auſ dem Circkel erfinden vnd machen möchte, Ich achte aber es ſeye vnnoͤtig/ dartiber ſonderbare erklaͤrungen zu geben/ allein ſag ich/ das als weit man das gefaͤß haben will/ als groß ſol man den inneren Sir J 8. ckel reiſſen. Es kan ein jeder K verſtendiger Meiſter auß der D ZZ Figur ſelbſt mercken vnd ab⸗ P l Ss 2 4 gemacht werden/ wie die Li⸗ 6 nien zum Kentro/ die Parallelen/ ꝛc. ſollen gezogen vnnd alſ das gantze gefaͤß formiert werden. Der Fuß/ deckel vnnd halß oder mundfuck mag ein jeder kunſtreicher Meiſter nach feinem gefallen vnnd art des gefaͤſſes machen. V nemmen/ wie ein jedes ſolle \ ,—————— SI man den Bauch 2 des Geſchirs weiter haben fo muß man den inneren Circkel ſo vil des ſto groͤſſer reiſſen/ vñ macht daß der Bauch des Gſchuis auß dem kleineren Circkel hienunder hange biß auff dd groͤſtẽ Citckel/ welchs man zuwegen bringt durch das anruͤhren der zwerchlinien an die Perpendicularẽ/ iwie mit 3. 4.5 gezeigt wird. Auff diſe weiſe mag man vil ande re vnderſchiedliche gefaͤß zu richten. Der Hals vnd deckel diſes Gefaͤß bleiben ins nerhalb dem kleinen Circkel Die andren zierungen ver»** bleiben nach willen vnd gefallen eines jeden Kunſtreichen Meiſters. Au Eij .— A . K. . SEB. SERLII Von der Geometrey Di luſtige Kurkweilifig mit dẽ Circkel ombzugehe/ dardurch ma manigmal findet/ Saydaran man ſonſt nicht gedacht hette, Alſo iſts mir auch ergangen: da ich mit dem Eirckel ein nähere weg/ als aber der ſcharpff innige Albert Dürer gezeigt/ ein Do val Figur zu reiſſen geſucht hab ich dardurch ein ſchoͤne Form eines Antiquiſchẽ Porals gefunden/ da man das fuͤßlein an die ſpitze des Eyes fuͤget/ vnd den hals mit der handhaben oben an das dicke des Eyes. Das Ey fol man zuallervorderſt aiſo formieren, Mache ein gerecht Creutz von zwo Linien/ theile die zwerchlinten in zehen gleiche theile/ alſo das auff jetlicher ſeiten/ fuͤnffe ſeyen. ͤ Darnach ſetz den fuß des Circkels auff das Centrum A vnd ergreiff mitdem andren fuß zwẽ thetle/ wo nemlich das&. iſt on reiß obwertz fein halben Circkel. Wenn diß geſchehe/ſetz den Circkel auff den Punct B. vnnd ergreiff mit dem andren Fuß das euſſerſt Punctũ C. vnd reiß niderwertz biß zum end der Perpi; 9. dicular Lini: gleicher geſtalt. an der andre ſeiten auch alſo dz die Circkelriß danidẽ an einem Puncto zuſammẽ kommt. Dañ ſo er die helfft des Diamenim desobrẽ halbẽ Circkels/ nemlich zwen thelle, vñ ſetze die von dem vnderſten Punct der mittleren Perpendicular Linien obwertz vber das O. dg wirſtudas Cen trum habẽ/ dz Ey recht zu ſchlieſfen. Was vnder dem Ey verblei bet/ ſol zum faß des Pocals Dies nen. Der hals mag vngefahr zwen theil in der hoͤhe haben: dz vbrige ſteht nach gefallendeß Meiſters. . An kan noch ein ander W Geſchirꝛ nach voriger Re gel machen Reiß auß beiden Puneten A.( welche dir auch die breyte des fuſſes vñ weyte des Munds zeigen) ein klein Eirckelboͤglin von jedem C. obwertz, biß an die Perpendicularen/ daſelbſt ſoldz Corpus geſchloſſen werdẽDer hals mag zwen theile in der hoͤhe haben: das vbrige ſteht zu wolgefallen des Meiſters. mm 2 Kw ESANNS ö V 9 N S 5 De A ) uf 2 Das Erſie Died. Das 1. Cap. J Q Birch vorigen weg kan man noch andre gfäß machen. In nachfolgendem Fanfu dich alſo verhalte. SZ) Die zmwerch ln in Creutz fol in zwolff getbeilet vnd durch die Puncten A zwo Perpendicular nil OST gezogen werden/ welche die brente des fäſſts vnd halſeg zeigen. Darnach ſetz den einen fuß des Cirgezogen werden/ welch). ,, Telo auff das Y. nnd den andren auff die sabl reiß niden wert am Cirekelrif hiß zun End den mittelſten Perpendicular Linien, gleicher geſtalt auch auff der andren ſeiten von dem. Wenn ſolches geſchehen ſetz 3 Circket auff den Pu nct ober de C on wo dur den an den ſeite; ond n eröeicheſt/ da fol der Boden des Ge, wire gefehloffen werden. Endlich fegeden SireFelauff den mittelpuncezwifchen ı. ond z ond reif obwerk ein quarteines Circkelboglins/ gleicher geſtalt auch von dem Punct jwiſthen,. ,, ten/ biß an die Perpendicularen/ das ſol bir die runde des gefchirs oberhalb gehen. Das vhrig verbleibt für den hals des Geſchirs mit den handt haben, e HA ¶ QXIltu auß einem Circkel allein ein gefäß machen/ thu jhm alſo: Mache ein gerecht Creutz in den Ciy8 ſiheil jede Cini ab in ſechs theile Der vnderhalb aͤrckel iſt fuͤr den Bauch ö. Sil n, en, e, (ter theil cbwertz für ein Srieß ö damit die diertungen deſto mehr Platzes behalten. Ein ander theil ſol die hoͤhe des Halſes ſeyen/ vñ noch ein theil für den Deckel Der fuß ob wol er nur ein halbtheil hoch iſ/ mag er doch wol ein ſechßſtẽ theil auſſerhalb der runde gehen. Ich hab dir Jetzund ſechßerley gefaß gezeigt/ nach denſelben aber vnd auß vorgehen der Lehr fan ſin vnzalbarẽ andre mehr erdencken vnd foꝛ mieren vnd ſondetlich auch an den zierungen veraͤndren/ welche ich alhie nicht ſetzen wollen/ damit die Linien/ darinn das Fundament beſteht/ deſto deutlicher geſehen wurden. — 8 FE zz zz SEB. SERLII. Von der Geometrej. 8 Val Formen kan man auff vilerley weiſe machen, ich wil alhier nur viererley gattung zeige. Erſtt lich ſetzezwen rechte Triangel auff einander/ das fie ein Rhombum oder Rauten machen: an den fuͤgẽ erſtr ecke die Linien nidſich vnd obſich zu 1.. 3.4. Die winckel A. B. C. D. ſollen vier Cenkra ſeyẽe · Darnach ſetze einen fuß des Circkels auff B. den andren auff. reiß herumb biß anz. Verſetz den Circkel 2. auff A. reiß von 3. zu 4. Ruck aber mal den Eirckel auff E. vnd reiß von zuz. Endlich ſetz den Circkel auff D. vnd reiß von 2. zu 4. ſo iſt die Form geſchloſſen. Auch iſt zu wiſſen/ das je näher diſe Figuren zum Centro kommen/ je len ger ſie werden/ vnd je weiter ſie võ Centro abtrettẽ/je runder fie werden/ vᷣnd mögen doch zu letſt keinen Perfecten Circkelkreiß mas chen/ von wegen/ das ſie mehr dann ein Centrum Haben 32m andren/ reiß drey Circkel in der geſtalt/ wie du hie nebẽ ſiheſt/ dardurch ziehe die vier gerade Linien/ welche dir vier Centra gebẽ mit J. K. L. M. verzeichnet. Setze darnach den eine fuß deß Circkels auff K. vñ reiß mit den andren fuß võ zu. darnach ſetz jhn auff J. vnd reiß von 3. zu 4.) damit wird diſe Figur/ welche ſich ſehr einem Ey vergleichet/ geſchloſſen ſeyen. 33m dritten/ mach zwo Perfecte Vierungen an ein ander geſtoſſen/ ziehe jhr Diagonal Linien vbereck darinn/ welche dir zwey Kentra G. H. zeigen/ vnnd noch zwey andre Centra ha ſtu an E. J. Dann ſetz den einen fuß des Circkels auff F. vnd reiß mit dem andren fuß von 1. zu 2. rucke jhn auff E. vnd reiß von 3 zu 4. Alfo ſetz hn auch auff G. vnnd H. vnd ſchließ die ſeiten. vnd ꝛ. 4. Das Erſte Buch. C Vm Vier deen/ reiß zwen Circkelkreiß/ aſo daß einer des andren Centzum durch¶ Mſchneide: wo dann diſe zwen Circkelrundungen oben vnd vnden einander auch durchſchneiden als N. W. haſtu zwey andre Centra. Bb du nun gerade Linien darein zeuͤchſt oder nicht/ gilt gleich/ du ſolſt allzeit auß O. vnd N. die zwo ſeiten 1.2 vnd 3. 4. heſchlieſſen. N Eben der Cireular Form ſind noch vil Fi zuren mehr/ welche ſich auff die Runde Forin ziehen/ als die fuͤnfffeitig/ S. ſiben/ acht/ nenn/ zehen ſeitig/ cc find. Ich will aber alhit tnur von dreyen derſelben handlen/ als den fürs nembſten/ breu h lich ſten vnd nutzlichſten. Ein Octogonum oder achtſeitige Form zeucht man anß eim Perfecten Quadrat/ inn welchem die Diagonal Linien das Cent um zeigen. Nim ein Eirckel ſetz hn mit den einen Fuß auff das Eck des Quadrats/ vnd reiß mit dem andren Juß auß jedem eck des Quadrats ein Circkelriß durch das Centrum/ da findeſtu auff jeder ſeiten die Puncta der achtſeitigen Figur. Ob woll man auch diß allein auß eim Cir ckelkreiß machen Köͤnte/ nemlich fo man ein Creutz mit zwen Diamerren darein macht/ vnd ein ſcdes quart widerumb in zwen theile abtheilet/ fa ſcheinet doch ſoiches gebettelt zu ſey envnd i vorige weiſe vil gewiſſer vnd PerfecterEIn Heragonum oder Sechs ſeitige Figur fan man am aller leichteſten vnd komlich fie auß einem Circkelkreiß machen. Dann wann du den Circkelkreiß geriſſen haſt ſolſtu ohne ver ruckung des Circkels die Circumfer ẽtz in ſechs gleiche theile ſetzen/ vnd von einem Punct zum de ein Linien zieh en/ ſo iſt die Figur außgemacht. Das 1. gap Sol, SEB.SERLIL (ein jede Circumferentz in vngleiche. € ſetze mag/ wie vil auch deren ſeind. Aber den goͤnſtigen Leſer nicht verwirꝛet zumachen/ wil ich nur zum Exempel zeige wie man ein rüde orm in ein Neunfeitige veraͤnderen fol. Nim deines Circkelßteiſſes ein Quadraten/ theile es da ah in 6 theile fo gebt die vier dſelbd theileo cheil d gantz Circumferentz. Gleicher geſtalt/ theilſtu ein Quadraten/ in ch iff/ zwoͤlff/ drey zehen 1 theile/ ſo geben allzeit vier derſelben theile deine geſuchte weite oder lenge. r——— CA Iſe Figur dienet auch dahin/ das man OO Von der Geometrey. In Pentagonuß oder fünff ſeitige Sie . iſt etwas ſch wer zu mach en weil 6 ungerade ſeiten hot. Du kanſt ſie aber alſo machen. Neiß ein, n,,.. darein ein gerecht Ereutz durch zwen<. ter: theile die eine helfft der zwerchlini in en gleiche theile mit 3. gezeichnet: fo ſetz den. Fuß deß Circkels auff den Punct 3. vn ö. andren auff die ſpitz der mittleren Perpen; lar Lin vnder das Creuglein/ vnd teiß hinunder biß auff die zwerchlium geh chm eme, ö daſelbſt haſtu zwiſchen zwey Jan. oder. 2 zum Ereutzlein die lenge eine jet ö. ö ten der Fuͤnfſeitigẽ Figur. In diſer. bo deſtu auch ein decagonũ od zehẽſeitige.. dan vom Centro biß zume haſtu eine ſeit deß decagoni. Noch e, nn, 1. vnd 2. gibt dir ein lenge einer ſechßzehen ſeitigen Figur. Setzt man ein Perpendicular ‚Siniauff den Punte3. biß zu der Wenn rentz ſagt Albert Durer das ſolches die lenge ſeye einer ſiben ſeitigen Figur. S Je Vierungen haben auch manigerley Proportion gegen einander/ ich will aber nur ſiben ſeOs en fo die fuͤrnembſten/ nutzlichſten vnd breuchlichſten ſeind.. Die erſte Figur iſt ein rechte Vierung/ oder Perfect ö vier gerechten wincklen vnnd vier gleichen eiten. Die andre wir di Seſquiquarta genennt/ iſt ein gerecht Quadrat/vnd ein vierdten theil deſſelbigen. Die dritte /Seſquitertia/ ein Quadrat vnd ein dritheil deſſelbigen⸗| Ce Die vierte/ wird von der lin Diagonus/ Diagonea oder Diagonalgenent/ vnd magſt ſie alſo machen: Reiß vbereck ein Diagonal Lini durch das Quadrat vnnd führe dieſelbe mit dem Circkel obwertz fo findeſtu die lenge des Diagonal Quadrangels. Diſe Proportion hat kein andre beweiſung: dann man diſe groͤſſe durch kein andre Form haben/ kan als eben durch diſe. — ——————— 2— Das Erſte u! Das J. u N gol ij De Fuͤnfft/ Seſquigltera/ haltet ein Perfect Quabrat vnd ein ö. theil. DT Je Sechſ./ Sipetbſpattiens trtias, haltet ien J zwey drittheil deſDJeſibend vnnd letſt Sigur toſtdt Dupla genennt vnd haltet ein doppel Quadrat an ein Ander gefugt/ vnd man findet in guten loblichen Antiqmniſchen Wercken/ als Saalen/ Kammeren vñ dergleichen Gemachen ſo bewohnet werden/ keine Forme fo diſe Pꝛoportion vbertreffe/ oder vberſchreytte/ aber an Gaͤngenvnd dergleichen ſachen/ item an Portalen vnd Fenſter ges ſtellen iſt vilmahl ſolche Proportion vberſchritten vnd übertroffen worden, ES kommen einẽ Arch itetto ga mancher ley zufaͤlle zu handen/ als zum Ext pelmachte hm ol ee am bodẽ in ein gmach lege 15. ſchuh. langvñ breit aber die troͤme die er dazu brauchen ſolte/ hie ten nur 4. ſchuh konnte auc kein lengere vberkom̃en. In ſolchẽ fal kã er ſich fol gender weiſe J gebrauchen, oA die troͤme oder halcken a ſo in ehnan der fügen vnd ſchlieſſen/wie die Figur hieneben augenfcheinlich außweiſetwird dar durch das werck als gut vnd ſtarck ſeyn // als wen die Trome jhr rechte lenge gehabt hetten. D —. NN — 1 m SEES TEE ZN.. ö N WI 74 WS SS — 2 . eer/ P s8EBSERLII Von der Geomettey| M Tem es möchte ein Tiſchmacher ein Brett oder Stuck dien haben /. ſchuh lang bij SI 3ſchuh breyt ſolte dar auß ein Thuͤre machen 7. ſchuh hoch/ ond 4. ſchuh weit. Woͤlte wer nun diſes Brett in. heil ſchneiden/ vnnd leimen die ſelbigen an eynander/ ſo wird die hoͤhe nur( ſchuh ſeyn/ ſol aber ſchuh hahen: wölte er dañ die 7. ſchuh abſchneid en/ vñ mit den z. vberhleiben den die weyte von 4. ſchuhen ergemtzen m urde die Thůr an einer ſeyten zuvil geſtuͤcklet vnd gepletzt ſeyn Mag jhm derhalben alſo thun: Er nem̃e das Brett/ ,, brent geseitP Ne METE C. D ond ſaͤge es nach der diagos nal linen/ pon&. zu D. in zwen gleiche theile von eyn ander, Darngch ſol er das ein ſtuck hinderſich rucken zu dem B. fo wird die lini A. 7 4. ſchuh in der breyte haben/ gleichfals auch die feyte D. E. Alſo haſtu deine Thür A C. F. D. auß vorigem Brett ſchuh lang, he. 4. itzt, n,, gemacht/ vnd bleiben noch vbrig die dreyeckete ſtuck E. B. chen machen/ vnd zweifflet an der rechten groͤſſe. Wil er nun ſolches na eſchem grund machen/ ſol er erſtlich die breyte des ohrtg/ da 6. e DR en wil/ fleiſſig abmeffen, darein ein halben Sitekel bogen geiſſen, vnd denſelhigen in ein. rung oder quadrangel ſch ieſſen. In diſem quadrangel findet er durch zwo Diagonal finie das centrum feines geſuchten runden fenſters. Darnach ſol er zu vnderſt auß jedẽ winckel ein linien obwerts ziehe/ welche gerad in der mitte des gꝛoſſen Circkelbogen vber dem cer e tro zuſam̃en treffen/ wo dañ von ſolchen bie diagonalen durchgeſchnitten werden/ da fo man ein perpendicular hinunder fallen laffen welche die wweyteder geſuchten Runde 2. gen. Die Leiſten oder zierungen rings vmb die Runde/ ſol er ein ſechſten theil des dia. ters derſelbigen Ruͤnde breyt machen.. meA es ſol ein Ar chitectus an einer Kirchen ein Rund fenſter/ Roſen oder derglei— Ds Erfie Buch Das J. Cap. Fol xtiij. CG Leicher geſtalt/ gert ein Architectus die groͤſſe einer Porten oder Thuͤren an eim Tempel zufindenngeh demſelbigen gebem gleichlich geproporttoniert/ ſol er erſtlich . die weyte des inn ren Tempels/ oder die breyte der euſſeren Marr nemmen/ fo der Tempel klein ik oder ſeind auch abſeyten Pfeiler oder Pilaſter verhanden/ ſol er die weyte zwiſchen beyden nem men/ vnd dieſelbige breyte in ein perfecte vierung bringen/ ſo eine hoͤhe vnd breyte habe, In ſolher vierung werden die Diagonalen vnd die andren zwo durch ſchneidende linien nicht alein die weyte ſolcher ZDür zeigen/ ſo nder auch das recht maͤß/ iwie weit die zierungen deſſebigen Portals fuͤrſchieſſen vnd außgeladen ſeyn ſollen/ wie in nach volgender Figur augenſcheinlich zu ſehen iſt o Diebeil aher/ Güün ſtigir Leſer/ die bnderſchneidungen der Linien nach Geometriſchem Grund vnendtlich ſeind fo wil ich allhie vnliebliche weytlaͤuffigkeit zu meyden⸗/ mein Geometriam enden End des Erſten Buchs , . . SEB. SERILIL Von der Architettur Das ander Buch Darinn von der ſchoͤnen Kunſt der Perkpediva gehandlet wirdt/ vnd ſo wol in Figurẽ/ als auch ſchrifftlich mit gewiſſen Regeln grundlich gezeigt vnd erklaͤret/ wie man ein Gebew in ſeitter gan zen ae"alt ja alle Superficien odere euſſere Veldungen vnd Corper/ mit hren verkůrtzungen/ abſtaͤlungen ond ver w ungen im geſicht/ in grund legen vnd auff ziehen ſoll. 2. D D . . Ss SS Ss = — k2 — . = — — — — — Jetzund zum erſten mahl auß dem JItaliaͤniſchẽ ond Nieder laͤndiſchen in die Hochteutſche Sprache/ gmeinem Teutſchland zu nutz/ treuwlich vnd mit ſonderbarem fleiß vbergeſetzt. ,,,, l NS AN —— ö ö R XR . N N Getruckt zu Baſel/ in verlegung Ludwig Könige. . —— M. DC. 1X. J , K S S Das ander Buch. Das J. Capittel, Darinn von der Perfpectiva allen K vnd Coͤrperen gehan det wir dt... ö. Setvol es ſehr ſchwer vnnd muͤhſam tſt/ die ſubtile vnd geſchwinde Kunſt der Per63. ſpertioa ſchrifftlich auffzureiſſen vnd zuer klaren/ ſonderlich die Matertaliſche Corper vnn d gebew= ſo auß dem grund auffgezogen werden/ fo will ich mich doch befleiſſen/ weil ich in vorigem Buch die Geometrey ey klaͤret/ ohn welche die Perſpectiva nicht fein kan/ in diſem andren Buch von diſer her lichen Kunſt einem Architecto auch fo viel zu entdecken/ daß er hm damit in feiner arbeit/ ſo vil von noͤhten/ werd beflr derlich ſeyen konnen. Was die Kunſt Perſpectiva ſche/ oder woher ſie jhren vrſprung genommen/ wil ich diſes orts nicht weitleufftig diſputieren/ davon kan man den ſcharpffſinnigen Euclidem leſen. Allein ag ich/ das Perſpectiva eben das iſt/ was Vitruvius Scenographiam nennetenemlich ein Kunſt/ wie man ein auffgezognes gebew in feiner gantzen geſtalt/ Ja alle Super ficken vñ Corper mit jhren verkurtzungen/ abſtaͤlungen vnd verlierungen ſchrifftlich zeigen ond auffreiſſen fol. Diſe Kunſt beſteht fuͤrnemlich in dreyen Linien: Die erſte iſt/ die Baſe oder Grundlini/ von welcher die vbrigen ſach en all jhren anfang nemmen vnd auffgefüͤhrt werden: Die andere iſt die Lini des geſichts/ oder des Horizonten/ welche zu dem letſten Punct geht/ da ſich vnſer geſicht endet. Die dritte iſt die int der Diſtantz oder weyte/ welche ſie ſeye verꝛe oder naheallzeit in gleicher hoͤhe der augen ſtehen ſol/ gleichfals wie die höhe des Horizonts auch allzeit ſtracks auß dem Punct des augs gerichtet wird. Dieſe Lini ſol am komlichſten ort/ als man es haben kan/ geſetzt werden/ als zum Exempel/ an einem Eyngang eines Gemachs oder jeden Platzes/ jtem in einer ebnen Straſſen gegen eis nem Hauß/ Schloß oder Mawren ze. Im fall aber ſolche ſtraſſe ſehr enge were/ mag wol die Diſtantz etwas weiter genommen werden/ damit die abkůrtzung oder abſtelung des geſichts nicht zu ſehr grob oder vnanmůtig werde. Dann je ferner die Qiſtantz genommen wirdt/ je mehr ſich auch ſolche ſachen verferꝛen vnd in die weyte begeben Hat man ein Manrwehck/ deſſen grund etwan fuͤnff oder ſechs Schuh vher die Baſe oder Grundlini erhoͤhet were/ da ſolte wol ðd Horizont dem geſichte gleieh/ wie zuuor vermeldt/ gerichtet werden/ aber weil man von ſolchem Maurwerck keinen ebnen grihnd oder Boden fehen wurde/ dardurch dan die obriſten theil zu gaͤhe vnd zu ſehr vnlieblich ins geſicht fallen/ iſt wol erlaubt den Horizont etwas höher zu ſetzen/ jedoch fol ſolches mit ſonderlicher beſcheiden heit vnd verſtand eines weiſen vnd klugen Meiſters/ geſchehen wie man ſihet/ daß die alten Kunſtreiche Meiſter hierin fuͤrſichtig gehandlet haben/ vnd nichts oben vber vnſer geſicht gemacht/ da man den grund deſſelben wercks hette ſehen koͤnnen. Es ſeind die Perſpectiva vnd Architectur eynander alſo nahe verwand/ das eine ohn die andre nicht wol fein kan/ vnd deß halben ein Architectus fo der Perſpectiff vnerfahren/ kein rechter Perfecter Architectus iſt. Daher iſts/ das die aller beruͤhmſten Architect zu vnſeren zeiten/ durch die Kunſt des Mahlens vnd der Perſpectiva/ zu der rechten vñ grundlichen Architectur kommen vnd gerahten ſeind. Solchs bezeugen der Kunſtreiche Bramante/ der gluͤckhaff tig Raphael von Vrbin/ der ſcharffſinnige Balthaſar Peruzzi von Senen/ der hoch verſtendige Hieronimus Genga/ der ſubtile Julius Romamus ein gluͤckhafftiger diſcipel Raphaels von Vrbin/ vnd vnzaͤhlige andre mehr/ welche alte Mahler geweſen/ vnd durch Kun ſtreiche auffreiſſung aller ſachen nach Perfpectiviz ſcher art/ haben fie die Maaſſen vn Proportionen aller gebew erſucht vnd erfahren/ vñ fuͤrtreffliche beruͤhmte Archit ect worden/ vnd die allte rechte Architectur widerumb auß der Finſternus ans liecht gebracht. Damit ich aber wider zu meinem vorhaben komme will ich in erklaͤrung der Perſpectixa von den ſchlechteſten vnd geringſten ſachen ein anfang machen/ vnd algemach von einer ſtapfflen zu der andern ſchreiten vñ auffſteiger/ Kiß ieh den guͤnſtigen Leſer auff den hochſten Grad gebracht/ vnd den gantzen jnhalt diſer Berlin chen fung werd klaͤrlich gezeigt vnd gelehrt hahen. ö Das ander Buch. Das Il. Capı... Fol. iſt. Vrch geringe vnd kleine ſachen iſt leicht lich zu grüſſeren ond hoͤheren zů koſſien/ vnd welcher auff die oberſte Az Stapffel wil/ muß zu erſt auff die under Ercteen af o il ich den Eyngang zu der Perſpectiva am ſch echteſten vnd vnderſten Fundament neiſſen vnnd zeigen wie man ein perfecte Vierung nach der Per ſpectiva abkuͤrtzen ſol/ darein vil andre behendigkeiten hegriſfen ſei d t- man hernach verneſſien wird. Die Baſe oder Grundlini diſer vierung ſeye A. Gz. die Hohe des Horizon een fol wie zu nz vermeldt/ in gleicher hohe der augen ſeyn, die ſetz am P. dahin alle linien zu ſammen ſauffen/ als von den ſeyten 4. D. vnd G. P. Dani fo richte auff der einen ſeyten des Quadrats ein Perpendicular oder ſenckel ini©, H. vnd er ſtzecke die Baſe oder Grundlini A. G6. K, lang gnug/ deß gleichen des Horizonten/ welche der vorigen Parallel i t vnd in gleicher diſtantz oder weyte entgegen geſen t/ als ferne du das werck anſehen wilt. Dan je mehr du wilt/ daß ſich das W me dra ahkuüͤr ze fe weyter du mit dem geſicht J von H.rucken muß das Quadrat aͤnzuſehen Wenn du nun von. J für dein diſtan tz genomfien haft fo reiß von J zu Al. ein Lim/ wo dañ dieſelbige die Perpendicular dir chſehneidet nemlich an Bi da iſt die eine ſeyte des abgekuͤrtzten Quadrats. Wiltu noch mehr vierungen/ eine nach der and ren aͤlſo abkuͤrtzen/ ſo reiß noch ein lin auß dem abgekürtzten winckel ſolcher vierung zum J. vnd w odie ſelbige die gem ſote Perpendiculd. burchſchneidet/ nemlich an C. da iſt das zil der andren abgelürtzten ᷣerung. Alſo weiter zeigt die Irstke vnnd vierdte lini zu der diſtantz gezogen/ die dritte vierung an Di die vierdie an E. abgefürgt/ ond mag man alſs fortfahren biß vnder den Horizont. N — | ? | | } j ia Iſe vorgebene Regel iſt die aller gerechteſt/ vnd man kan fie Probiere* urch die lini G. H. welche man die uni des Quadrats nennet. Weil fie aber zimlich vil linien braucht vnd etwas langſam zu machen iſt hab ich OD nach volgende auch fegen woͤllen/ ſo etwas kůr zer iſt. Nach dem du die Baſe oder Grun dlint deiner Vierungen ſampt den zwo linien der ſeyten/ welche zuſan ien ein Triangel A. P. G. d,, ,,. ö."oma we. zwo Parallelen durch erſtreckung der Grundlini von G. vnnd des Jortzonten al n wen Du. fon A Stand haben wilt in die fene diß werck zubeſchaw en/ nemlich biß an J K Demnach tei ein. von ö y uur. zu A. wo dan diſe lini die lin G. P. durch ſchneidet/ da iſt der punct oder das zil des eiſten abge urtzten ö.. Wiltu dañ mehr vierungen einander nach abkůrtzen fo thu wie zuvor angezeigt iſt. Man n. noch au. re weiſen die Vieru ngen abkůrtzen/ aber ich wils jetzund bey diſem cheg/ als dem kuͤrtzeſten vnnd kom̃tichſten ver bleiben laſſen. * SEBSERLIL Von der Perſpertiven N mancher ch grund bnd dißantz muß man ich genchten, e alben magftt nach, 9 volgenden Grund fo drey vierungen haltet/ alſo auffreiffen, Erſtlich reiß die Grundlinz Al. B. ſo lang als das gantz werck werden ſol theile ſie ab in ſo vil theile/ als vil pierungen dir zu deinem fuͤrgenom̃enem Grund von noͤten ſeind/ ſolche theile zeuch alle mit geraden linien zum Hoꝛizont P. vnd nim̃ als den dein diſtantz nach voꝛgegebener Regel als ferne dir gelebt/ welche diſtantz ich hieunden in der Figur nicht hab vollkom̃lich hinauß rucken koͤnlen/ von wegen daß das Spacium des Blas zu klein iſt hab ſie allein nit den linien O. angedeutet/ du magſt fie erſtrecken biß zum rechten punct deiner diſtäͤtz. Die Grundlini/ weil ſie nach der lenge in 4. vierungen getheilet iſt/ fo kom̃en in eine Dies rung 6. kleinere vierungen/ welche durch die ini B D. gefunden werden. Dañ wo Dies ſelbe lin von B. zu der diſtantz D. die vorgemeldte Linien zu dem punct des Horizonten lauffende/ durchſchneidet/ da muß man die Parallelen der Grundlini hindurch ziehen/ welche dir die Spacia der 19. kleineren abgekuͤrtzten vierungen zeigen Wiltu die andren vierungen ſolcher geſtalt auch auffreiſſen vnd in die abkuͤrtzung bringen/ fo reiß noch ein linl bon der vierdten oberhalb der Grundlini zu der Diſtantz D. vñ wo dieſelbige auch die linien welche zum Hoꝛizonten gezogen werden/ durchſchneidet/ da in deſtu auch die punctẽ der abkuͤrtzung ſolcher vierungen deren gleich fals 16. ſeind. Gleicher geſtalt ſoltu mit der dritten vnd vierdten Vierung auch Procedieren vnd fortfahren. 1 Dat ander Buch, Dae in gß. Bel ij. C, F ltuquff einem Boden, Pflaster oder Paximent ſolche groſſe vierungen mit lej89 sten ombgehen, in Perſpeetiva bringen vnd abkůrtzen ſo reiß abermaldie GrundUni l. V. theiſe auffderfelben die vicrungen nut/ hren breyten leyſten ab hach det nem gefallen/ ziehe ſolche linien der theilung/ wie zuuor zum Horizonten, ond nim̃ deine bequeme diſta ntz/ wie ich zuuor gelehrt habe. Wen du dan auß dem winckel B zu dem Punt der diſtantz die linien B. O. gezogen haſt/ fo wird dieſelbe mit dem durchſchneiden des Horizonten dir die zl vnd punct der abgekůrtzten vierungen mit ihren Leiſten gar eygentlich zeigen/ dabey du ſehen kanſt/ wohin du die Parallelenziehen ſolſt. Wil man noch mehr Vierungen einander nach alſo auffreiſſen fo fol man durch un auff bor ge wen Procedieren. Begert man diſe bierungen mit mancherley andren Formen zuzieren/ als Rauten/Creutz/ſe echseck/ achteck vnd dergleichen/ ſolches wil ich hernach beſonder zeigen? damit diſe Figur nicht zuvll quff ein mal belgben werde, ö SEB.SERLIL Von der Perfpectiven ,; A Iſe Figur haltet ein vierũg /in wel & He noch ein andre vierung nad Perſpectiva eingelegt, welche mit jren vier wincklen die euſſerſte vierung in der mitte anrůret/ in der Foꝛm einer Rau ten/ dardurch ſie nur halber als groß iſt als die euſſerſte/ wie im. Buch vo der Ge ometri gelehrt iſt. Du ſolſt ſie aber alſo in die Perſpectiva bringe Erſtlich mach ein quadrat oder vierung nach Perſpectiviſcher art wie dir in voꝛiger lehr/ deutlich gezeigt woꝛden Di nim̃ deine bequeme diſtantz Demnach fo reiß in diſe nidergeleg te vierũg zwo diagonallinien vbereck/ wo ſich dieſelbigen durchſchneiden/mach ein gerecht Crüß bon 2. linten/ iß an die vier ſeyten der euſſerſten vierũg/ da haſtu alsdan die Ick der iſſeren vierung in Raute weiſe. Alſo magſtu weiter durch die diagonalen vñ Crüßlinien in alle andre euſ⸗| ) —— zn“ ſere vierũgen diſe Rauten bringen ohne erſuchung der Diſtantz. ö. J N diſer Figur ſiheſtu ein breitGrüß| auff ein vierũg/ nach der Perſpec ti⸗ ö ya nidergelegt: diß zu machẽ/ o thei le die grundlini des quadraten in z theile ⸗ ĩ ö ö.. die K$ .— es/ deſſen linien ſollen zů puntt des Ho| 6 — l DS= J. w BB ,, gonal linien diſe linen der breyte durch|| ,,,. 7 ZA a JJ ,. SFreutzes hindurch ziehen, ſo iſt dz r eu ,,*.,, m > In achtſeitige Figit wird vff mann| a cherley weiſe in Perſpectibiſchen . grund gelegt/ ich wil alhie de leichte. j ſten vñn kuͤrtzeſten weg volgen, vñ maͤgſt jm alſo thun. Nach dem du dein abgekuͤrttz( te vierũg/wie ſichs geburt gemacht haſt/ ſo ſetz die Grundlini in 10 gleiche theile⸗,von derſelbigen laß auffietlicher ſechten;.. theile bleiben/ vnd in der mitte vier. Diſe ö. * heil ſchlůß in zwo linien gegen dẽ Ho⸗ 4 rizont gezogen/ wo dan die Diagonglen 4g ſolche zwo linien durchſchneiden/ da finde| ih ſtudie puncta der Parallelen/ auß welchht hernach die achtſeytige Figur geſchloſſen wird, wie dir augen chem ich die Figur anzeigt. in / } l 5E. SER LII. Das ander Sic; Dasnz gapitte & Er kůrtzeß weg ein Sechseck . iſt diſer Leg dein Vieruntzg nach vorigen Reglen in Per pertiviſchen grund ſetz die Grundlini in vier gleiche theile/ laßzwven in der mitte bleiben/ vnd auff jeder ſeiten ein theil/ pon dannen reiß zwo Linien zum Horizonten/ vnd abermal die zwo Dias gonalen oder CKreutzlin i quß einem eck in das ander hindurch. Wo ich nun diſe beiden vnderſchn eiden⸗/ dardurch reiß ein Pallel ini von einer ſeiten der Vierung zu der a ndren/ ſo wirſtu deine ſechseckete Figur formie ren ond ſchlieſſen können/ wie du aus genſchein lich hienehen ſehen kanſt. Ge man Simpel vnd einfache Jigu⸗. ren nach der Perſpectj va in grund legen ſol/haſtu in voriger lehr vernom men: Nun wil ich zeigen/ wie man die Dopplen ſol/ alſo da s ein jade ein Bort oder Sei: ſten habe. Nach dem du ein ſechs ſeitige Figur nach voriger lehr in die Perſpertiva gebracht haſt/ als hreit du dann die Leiſten vmh ſolche Figur habt wilt dz verzeichne auff die Grühlin vnd zeuch von dannen Unten zum Horizont. Wo dan dieſelbe die Diagonal nien durchſchneiden/ da ſolſtu vnden vnnd oben Parallelen reiſſen. Darnach reiß noch zwo Diagonal Linien auß den vier jnneren wincke len der Sechsecken/ fo findeſtu die Puncten den kleineſten Sechs eck zu ſchlieſſen. Merck aber das diſe andere Diagonalen/ Parallee ä. len/ vñ Horizontalen mit blinden oder Punct limen gezogen feind damit man ſie von den erſten deſto haß vnderſch eiden konne Achteck vmbhgehen. Dann wann dij , ſolchs in ein Vierung auffgeriſſen/ . G,,, ne, die geiſten nach voriger lehr darumb gelegt auß jedem twin ck el des Octogoni oder Achteck ein blinde Linien zum Centro gezogẽ haſt/ jo findeſtu die zj vnnd Puncten den jnneren Achteck zuſchlieſfen So dann von eck ku eck linen gezogen werden/ fo fndeſtu Leis ſten auch gemacht. t ; . { j de Jom veraͤnderet werden durch das mittel theil aller leiten oder mag durch ein geſchwinde vnnd fertige hand außwendigen vber alle erh ein Circkelrundung gezogen werden. ö| SZinachtfeitige Figur kan auch in ein run; S indie Perſpecttha zu bringen ol. ii — N AA ö. ö . ö ö. SEB. SERLII. Von der Perſpectihen SA ein achteck durch ein gewiſſern vnd ſeichtern weg in ein abkuͤrtzte Perſpectivi)$fcherundunge bringen fo thu jhm alſo. Auß dem Centro der Grundlini reiß vnden vmb ein halben runden Circkelriß/ theile die Gircumferentz ab in fo viel gleiche theile als dir geliebt vnnd je mehr derſelbigen theile ſeind/ je mehr die Rundungen Perfecterer Jorm vberkompt. Zum Exempel/ in diſer Figur iſt die Gircumferentzinacht theile geſetzt/ das gibt in gantzem Girckel 10. theile. Dan zeuch auß allen P⸗uncten ſolcher theilung gerade Linien zu der Baſe oder Grundlini ð nidergelegtẽ abgekuͤrtzten Vierung vnd folgends führe fie weiter zum Horizonten/ vndzlvo Diagonalen hindurch/ſo werden dir ſolche Diagonalen durch das durchſchneiden der Horizontalen die rechte Parallelen zeigt. Dañ fahe an am mittelſte Punct der Grundlin, ſo wol quff einer als auff? andrẽ ſeitẽ/ Diagonale ziehen je quß eine winckel der kleinẽ Vierungẽ in den andrẽ/ biß du rings vymbherkompſt/ fo zeigen dir ſolche Eck oder Puncten/ dardurch die Diagonalen gehen/ ein Perfecte runde Form. Wann du als dann mit fertiger wol geuͤhter Hand von eck zu eck krumme Linien in die rundung reiſſeſt/ haſtu dein begerte Form. Du ſolſt aber lieber Leſer diſe Regel/ wie auch die andren vorigen fleiſſig betrachten vnd gründlich faſſen vnd n. du weiter hort ſchreiteſt/ dan fie dir zu ſehr viel ſachtn hernach wird nutzlich eyen, Das ander Buch. Das ni. Cap. Fol v. C EN du die vorige Figur wol gefaſſet haſt/ muſtu weyter fortſchreiten vnd lernenWe man ein runde Form auch mit einer leiſten vmhgeben ond gleichſam dopplieren ſoh Als breyt du nun ſolche Leise haben wilt, alfa wet ſo lſn den euſſer ien halben Circkelriſt auch machen. Damn ſo zeuch bon den Pümten der theilung des groſſeſten Lirckels innerwerts zum centro kleine inen/ vnnd wo dieſelben quff den kleinen Circkel kommen won daſſen reiß gerade Perpendiculgren( mit punt ten gezeichnet. halben) biß zu der Grun zlini vnd von dan en zum Horizon ten, ſo wirſtu demnach durch das durchſchneiden der Diagonal Linien die Parallelen auch finden durch welche du die innerſte abgekürte Form in die rundung bringen ſolt. wie bi in vorigen Neglen geler= net haſt. Ich kan wol erachten günftiger ve er, daß dir diß etwas ſchwer fürkom̃en mag, du ſolt dich aber nicht verdrieſſen laſſen diß wol zu lernen: Dan ohn erkantnuß diſer Res gel wirſtu nicht vil mögen auß ichten/ verſteheſtu fie abet wol werden dir die nachvolgenden Stuck auch deſto leichter ankommen.. 8E BS ERILII. Von der Perfpectiva:© CC XE Nn ein Architertus ein Gebew außwendigen vnd innen digen zeigen fol/ ſo iſ * hm von no ten zu aller borderſt den grund Deffelben gebe es Perfpectiwifcher weis > ſe quffzureiſſen/ damit er quß dem grund deſth beſſer aufstehen möge/ was er wil das oberhalbin feiner gebůrlichen geſtalt ſolgeſehen werden Damit er aber den grund in die Perſpettipa recht bringen möge, ſol er jhn erſtlich in ein Planum/ Platte oder ebne FJorm ſtellen. Diſes kom̃lich ins werck zu richten, hab ich ein durchſich tiges Gebemw vor mich genom̃en, wer ſich auff ſolches wol verſteht/ wird ſchwererg auch auff ſolche Perſpertiviſche weiſe quffreiſſen koͤnnen. Ich wil mich nit vil bemühen die abkürtzung zu erklaͤren ſintemal dieſelbe fo deutlich in der Figur gezeigt wird/ daß ſie ein jeder durch den erſten anblich ergreifen mag. Dan ſo du alle linien fo auß den wincklen vnd ſehten des flachen vnd ebnen grunds gegen die Baſe oder grundlini welche duinabkürkung ſtellen wilt/ gezogen/ vnd von dannen zum Horizonten geführt haſt/ wie in vorigen Reglen ges lehrt worden iſt/ auch der puntt der bequemen diſtantz genom̃en ond verzeichnet ſo magſtů die vierung des gantzen grunds fo du abkůrtzen wilt/ beſchlteſſen. Demngch ſo ziehe die Diagonalen vber eck darein vnd nach deren anzeigung/ die Parallelen/ ſo findeſtu DS ſtundan die formierung der Saulen vnd Pilaſter/ alſo daß es dir vnm glich iſt hierin zu faͤhlen/ ſonderlich wen du die vorige Reglen wol verſteheſt . . ,@ *. 9.; KJ N Pe J. J K. e // // A ZT ZZ AM Hug. 200 SOG laß AS n ar. 0 = 8 EB. SERIII Von der Perſpettlven Achvolgen e Figur ſcheinet wol etihas ſchterer zu ſeyn dann vorige/ aher den anMe vnd zugang haſtu durchauß in voꝛgegehener lehr vnd vndernchtung/ welche ſo du wwol verſteheſt, wird fie dir nicht mehr ſchwer ſeyn. Inſonderheit aber iſt zu mercken daß die zwo Diagonal linien mit dem durchſchneiden der Horizontalen das gantze werck regieren. Vll andre grunde mehr Fönten in die Perſyeciͤviſche abkůͤrtzũg gebracht werden/ aber ich wils bey diſen verbleiben laſſen/ in anſehung ich von andren ſachen auch zu tractieren mir fuͤrgenommen habe. Ein verſtendiger Architectus wird jhm diſe Fundament zu vilen ſachen konnen nutzlich machen. AUGE ander Dich 4 Das l Sgaöß. Sort EL EFT N ö ,, NN NN N HILL LA ZZ 6 Mieman hohe ſatte Cöͤrper fol nach der Perſpectiva auffreiſſen. Das 1II. Cap. iſt mei AM ANAGNE ie man die Superficien oder flache Velo ßher iſt meines erachtens/ gnugſam angezeigt woꝛden/ wie man)( ö in Perſpectiviſchen grund legen: Sun wil ich von den auffgezogenen Coͤꝛpern handlen. Well dañ zuvoꝛ gezeigt worden iſt wie man ein acht ſeytige Veldung Perſpectiiſcher weiſe macht? . der ſo wil ich dich j ichten/ wie du ein auch wie man fie gleich ſam gedopplet mit Leiſten vmbgeben ſol/ ſo wil ich dich. Copus von acht oder ſechs ecken/ zum Exempel ein Brun kaſten ſolt in die Perſpectiva ſetzẽ. Erſtlich leg den Boden in grund nach obgeſetzter lehr: als hoch du den ſolchen Bꝛunkaſten habẽ wilt oberhalb der erden oder der grundlini erhebt/ da ſoltu eben dieſelhe Form noch ein mal auffteiſſen/ auch zu gleichem Horizonten ziehen. Dañ ſolſtu ſo wol der inneren als euſſeren Figur/ Perpendicular linien ziehẽ zu den vnderſten ecken/ tig Coꝛpus nach der Perſpertiva geformieret haben/ wie du in der Jigur mercken kan t. D Drgebende durchſichtige Figur muß man fleiſſig vnd wol können auffreiſſen/ ch man ſich n Corpus das ſatt vnd dick/ wie nach volgendes iſt/ auffzureiſſen vn derſteht. Es iſt aber nach volgẽdes Coꝛpus dem vorigen in allen maaſſen durchauß gleich/ a Dann ein durchſichtig Corpus wird von eim ſatten. menſchlichen Corpers/ vor dem fleiſch/ mit dem es vberzog darunder verborgen bleibt. Vnd gleich wie ein Mahler ußgenoffien daß man die linien nicht ſehen kan. vil perfecter iſt/ dañ der fo ſich nur mit dem ſchein ð euſſerlichen Super ſicien ,,, ein geſtalt mit der Per,,.. Dani. , ö zz 66 ö. ? 23 wiſſen vnd koͤnnen in die ö.— 4 gedächtnuß ſeten/ verſteJ Z. hen die Kunſt der wahren ö. J,. Perſpectiva viel beſſer · c,. dann die ſo jhnen nur mit 9. 9. dem ſchein von 4 her . benügen laſſen. Wil der 7. ,. ö. kein weiteren be,. DZ richt geben/ wie man diß .., ZA ſatt Corpus auffreiflen ö ö lol. von allen obriſten eck ſo wirſtu durchſichtiger weiſe dein acht ſeydicken Corpore verduncklet/ wie das gebein des en iſt/ nicht mag geſehen werden/ ob es gleichwol der ein menſchlich Corpus nach Proportion der Anatomia abreiſſen kan/ behilffe/ alſo hat es auch ——i— , m, e m i e. 3« EEE EU PIE ESSEN :. . Das ander Buch Das 111. Faß. 5ol. vitß,. , feitnd auß einen Quadrat gesogen im folcher geftalt) S zun or gezeigt if auffen auch alle auff einem Hyortzon ten wie ichs gebürt, möPerſp! öh landen ſachen dien flichſeym on derlich aber zu ale rſeh ründungen in die Perſpe tien zubringen de egen man diſe defuſffelſſ ger lernen fol. Welcher fieaber in fein verſtand nit bringen kan oder wil, der wird wenig ſo bil die runden Jormen betrifft außric ten. N dan kan auch auß diſem Grund ein Runden Bap ziehen nnt Saulen oder one Sänlen, item ein Wendelftein oder Schnecken: dan hichu lch wird die mhh! dung der Otaffien gezeigt in die runde zu bringen vnd andre vil fachen mehr, dar 6 doch ein ſon zerlicher erſtand erfordert wird, wie auch ein Iuftiges gemut. fo nſunder ud. berdroſſen iſt/ vnd mit ſtͤtigem fleiß ſich begert zu vben. Sonderlich aber iſt von noten daher die un zament der vorigen Xeglen wol gelegt habe, ſo wird hm diſe wwie au De ö ang. Damit ich aber zu diſen Figuren komme ſo moͤcht einer meinen/ es fenet ſhlechte midergelegte Superfirien oder. ſeind fie alſo.. du Perpendicular linien cuß allen Punkten herab zieheſt/ auſſen als wol als inwendig/ oben als vnden ſo wirſtu ein darch ſichtig Corpus haben: So dann die jnnerſte blinden a, MIT/; nn die inner linien bedecket werden{0 gibt es ein ſatt vnd durchſichtig Corpus,. 3 SEB.SERLII Don der Perſpectiven — r. Ca DER i——— u Dar ander Ku. Ge wiediegießbäche der Bere F gen oder andre ſtarcke flieſſende . waſſer dz Erdtreich/ ſo ſie durch jhr vngeſtůme an einer ſey ten hinweg nennen/ an der andren ſeyten wider hinauff werffen/ alſo thut die Perſpectiva auch/ als vil ſie an einer ſeyten ſich im geſicht ab ſtilet vñ verlůhret/ als vil gibt ſie jren ſelbſt wider vñ mehrt ſich an der andren ſey ten/ welches dir in nach volgender Figur gezeigt wird. Solche aber beſſer zunerſtehen/ fo mercke/ daß das mittelſt Quadrat die dicke einer gevierd ten Saͤulen oder Pfeilers bezelchnelaber dz euſſerſt Quadrat bezeichnet di · weyte oder außladung der Baſen vnd Capitals: die Bate wird durch die ons derſte/ vñ das Capitaͤl durch die obriſte Figur angedeutet. Die Perſpeetiviſche abkuͤrtzung wird alſo gemacht: Reiß die groͤſſe der Saule fuͤrwertligen anzuſehẽ ohn alle verzeichnuß der dicke/ former die Baſe vnnd das Capitaͤl daran me jhren gebuͤrlichen außladungen/ vñ dz mit blinden Linien verzeichnet/ wie dir die Puncten in der Figur anzeigẽ. Dañ ziehe die eine ſeyten des pfeilers/ welche du wilt dz ins geſicht kom̃e/ zum Horizonten/ vñ weñ du als deñ durch vorgezeigte Regel gefunden haſt/ wie dick die andre ſeyte/ fo ſich abſtilet vñ verleurt/ ſeyn ſol/ ſo haſtu den abgekuͤrtzten grũd des Pfeilers/ in welch en du mit blinden linien die zwo Diagonalen lang gnug auſſerwerts ziehen ſolt/ Demnach von eck der Baſen/ ſo ins geſicht kompt in jrer abkuͤrtzung/ ſol ein linien zum Horizonten gezogen werden/ vnnd dieſelbe hinab finden laſſen/ biß fie die Diagonal linien anruͤhrt vnd erꝛeicht/ da wirſtu alsdeñ den puncten habt/ an welche ſich die Baſe abſtilet vn verleurt:(da ſiheſtu/ wie die Perſpectiva etwas im ge ſicht hinweg nimpt/ nemſich dz ſpaciñ zwiſchẽ der ſchwartzẽ vñ blinden linien) võ ſolchem punct der abkůrtzung ſol ma ein Parallel oð gerade lin vberzwerch zichen zum euſſerſten eck/ vnder dẽ grũb od boden des pfeilers/ biß fie die Diagonal linien anruͤhret/ da wirſtu finden dz der Vaſen als vil widergeben iſt/als vil jr an der andren ſeyten genom̃en war(zeigt dir alſo die auß ladung ð Baſen⸗/ wie ſich das ein eck an einer ſeyten inerwerts verluͤrt vñ abſtilet/ vñ an ð andre ſeytẽ wider hinauß wachſet vñ ſich ver» mehret) wan dan endlich võ der obriſtẽ lini der Baſen auch ein lini zum Horizonten gezogen wird/ fo findeſtu durch die lini der abgekuͤrtzten ſeyten dz dritte eck der Baſen daniden. Was allhie von der Baſen geſagt iſt/ ſoltu ebenmaͤſſiger geſtalt auch von dem Sn verſtehẽ. — **.—— u on 2—= X .— NE— YA —— 2. ö. 33——.. 8 K. 3 * ——— 00 JJ ze J “ SEB:SERLIL Von der Perfpeetiven A. 66.. Bguren ſeind eben dieſelbigen Ce Jan voꝛigem Blat gezeigt/ allein jene waren dur fichtig/ nacket vnd bloß/ diſe aber ſeind mit all jhren glideren gezieret vnd bekleidet. Dañ die weil ich in voriger Figur nit gezeigt hahe wie man ſolche glieder formierẽ ſol/ welches fuͤrwar ſehr jrꝛig muͤheſam vñ vnuerſtendlich wurde geweſen ſeyn/ ſonderlich in ſchrifften zu zeigen/ hab ich nur die fürz nem̃ſten puncten daſelbſt fuͤrhandẽ nem men woͤllen/ damit man ſolches erſtlichen deſto baß in verſtand bringẽ moͤchte/ vñ nun klaͤꝛlich für augen[eben welcher geſtalt ſich daſſelbige im geſichte erzeige. Aber hernach wil ich ein ander Exempel zeigen vnd formieren/ mit all ſeinen gliedren durch blinde linien/ vnd darnach/ ſ vil mir in diſer ſchwerlichẽ vnderꝛichtung muͤglich ſeyn wird/ verſtendlich erklaͤren vñ in Schrifften zeis gen/ wie ſolches von ſtuck zu ſtuck/ eines nach dem andren zu erſuchen vnnd zu finden ſeye/ auß vꝛſachen daß ſie ſich alle ab kuͤrtzen vnd wider vermehren/ inſonderheit aber in achtung zu haben/ wie die geſimps der Baſen vnd des Capitaͤls an einer ſeyten ſich abſtelen vnd an der andren wider hinauß wach ſen/ vnd ſolches in ſtaͤter gedaͤch tnuß fleiſſig behalten/ damit man nach volgende ſachen vnd Regel deſto fertiger zuhanden nem̃en möge, Dan fuͤrwar man muß ein ding zunor verſtehen/ ehe man ſich vnder windet ſolches ins werck zu richten/ zum rechten verſtand gehoͤrt auch ein fertige vbung der hand. Daher der beruͤhmbt Mahler Leonhardus Vinzi an feinen gemaͤhlen nim̃er ein vernuͤgẽ gehat. ſagte/ ſein hand koͤnte ſeinem verfand nicht gnug thun. Ich koͤnte fuͤr mein Perſon auch alſo ſagen/ dañ was ich ſchreibe vnd mache/ das gefallet mit auch nicht/ aber wie im anfang meines Vierdten Buchs gemelt wird/ hab ich das klein Talent/ fo mir die guͤte vnnd gnade Gottes mitgetheilet hat/ vil lieber woͤllen ins werck bringen/ dañ vnder der Erden ohn alle fꝛucht laſſen verdorben werden. Kan ich den fuͤrwitzigen zur Perfection in allen ſachen nit helffen/ ſo wil ich doch den zum geringſten den angehenden Schuleren nutzlich vñ befuͤrderlich ſeyn koͤnnen/ daß fie etwas lernen/ das ſie zuvor nicht gewuſt/ dahin ich je vnd allweg in meinen vorhahenden ſachen geſehen hab. RINDE Das ander Buch: Das mm. Caß. Sol; ö ö K. ; . :. 8 3 Ha ö ——————. A Jeweil es vaſt ſch werli ch iſt/ wie zuS voꝛ vermeldt/ die außladungẽ der geſimp ſen in die Perſpectiven zubꝛingen/ alſo daß man all hr glieder vnd ecken deutlich mercken vnd finden möge von wegen ſrer vermehrũg vñ wach ſung/ als man fie ſo wol von vnden vberſich hinauff/ als von ohen herab niderſich anſchawet/ fo hab ich mich nicht wollen verdrieſſen laſſen auch noch hiſe ander Figurẽ off zureiſſen/ vnd mit all hren gliedren in gerechter Proportion zu formieren/ damit alles deſto beſſer vnnd grundlicher möge ver ſtanden werden. In obgeſetzter Figur/ vhn eine die letſtehab ich bericht gebẽ vñ gezeigt/ welch er geſtalt die eigentliche punct der eck vnd außladungen zu finden/ jedoch nur ſchlecht ohn alle glidmaſſen/ damit das fuͤrſchieſſen deſto haß möchte vernom̃en vnnd begriffen werden. Wen den ſolches in gutẽ verſtand gebracht, ſo wil ich nun weiter anzeigen/ wie das vergroͤſſen o+ 1 EZ 2 Kö x K— SEB.SERLIL Von der Perfpectioa| der vberſchieſſen eines jeden ſtucks/ nach dem es vil oder wenig außgeladen iſt/ zu finden ſeye. Erſtlich ſoltu die Baſe mit allen jhren gliedren/ geſimps vnd außladungen formieren/ ſolch er geſtalt/ wie daſſelbig vornen her in das geſicht fallet/ doch allein mit blinden linien/ welehe allhie die puneten anden ten. Darnach ſol man in dẽ grund des Pfeilers oder gevierdten Säulen die zwo Diagonalen lang genug hinauß ziehen/ dar durch nach obgeſetzter vnderꝛichtung/ das abſtelen vnd fuͤrſchieſſen des Plinthen oder der vnderſten Blatten ders ſelbigen Baſe gefunden wird/ es wird auch dardurch die grundlini des Plinthen oder der vnderſten Blattẽvil breyter vnd lenger als die fo mit Puneten gemacht iſt. Dañ fol man von jedem eck der vnderſten Blattẽ(wie wol ichs nur allein von dem euſſerſten eck allhie gethan habe/ dz werck deſto minder zu beſchweren) zwo auffrerhte Linien zu der dicke ſolcher Blatten auffziehen/ vngefahr fo hoch als die erſte Blatten/ daꝛ nach ſollen auch von den obriſten ecken der erſten Blatten mit Puncten verzeichnet/ zwo linien zum Horizonten gezogen werden/ welche die vorige zwo auffrechte linien fo von der vnderſten Blatten auffgezogen/ niderwerts werden anruͤhren/ ſolches anruͤhren vnd betreffen bezeichnet dir die endpuncten der zweyten vnnd groöͤſſeren Blatten/ welche mit ſchwartzen linien fol beſchloſſen vnd gefaſſet werden. Weñ ſolches geſchehen ſoltu noch ein ſchwartze lini von dem iñerſten eck der Blatten oder Plinthen obwerts zum Horizonten ziehen/ an welcher lini die abkürtzung der Blatten fol geſchloſſen werde. Demnach wie diſe Blattẽ an allen ecken geſchloſſen/ vnd mit ſchwartzen linien auffgeriſſen iſt/ in ſolcher geſtalt ſoltu wey ter mit allen andren glidren der Bafe thun. Dañ wen du vom obriſten eck der erſt auffgeriſſenen Baſen/ ein linien zeuch ſt biß zum iñerſten eck der größten Blatten mit den ſchwartzen linien ſo wirſtu leichtlich die endpuncten aller glieder finden/ durch die eck der erſten Baſen zum Horizonten gezogen. So du nun dz jñerſt eck der Ba ſen formiert haſt/ fo magſtu leichtlich durch die Horizontalen das ander/ vnd durch die Parallelen das aller euſſerſt eck auch formieren. Wiewol man auch durch die lini der diſtantz die geſagten eck noch et was näher, wol ſolte koͤnen zuwegz bringen wie man durch die Diagonalen mercken mag/ ſo wil ich doch hievon diſes orts weiter nicht handlen/ welcher verſtand hat/ wird ſolches ſelbſt probieren vnd verſuchen koͤnen. Was nun diſes ohrts von der Baſen geſagt iſt ſol auch von dem Capitaͤl vnd dem Karnieß verſtanden werden/ allein das alles daſelbſt vmbkehrt oder verkehrter weiſe gemacht wird/ wie auß der Figur beſſer vernom̃en/ dañ mit worten mag ers klaͤret werden. Auch iſt zumercken daß man auß diſem Karnieß vnd Baſen/ allerley dergleichen geſimps/ es ſeye hohe oder nder/ leicht oder ſchwer/ machen mag/ allein daß ein jetlich glied vnd ſtuck allzeit wie ſichs ge burt/ zum Horizonten gezogen werde. Wen du aber/ gu aſtiger Leſer/ im erſten anblick diſes nicht alles ergreiffen vnd in dein verſtand bringen magſt/ ſoltu darumb den mut nicht fallen laſſen: es wird nicht darumb geſchrieben/ daß du es alles an einem tag erlernen ſolleſt/ ſonder durch ſtaͤte vnd fleiſs ige vbung wirſtu es mit der zeit finden vnd recht verſtehen. Luſt vnd fleiß vber windet alles. Nun wil ich von nach volgender Figur reden. Auff mancherley weiß kan man vnderſchiedliche Saͤulen in Perſpectiviſchen grund ſetzen alſo als wen je eine nach der andren ſtůnde/ welchs von noͤten/ da man vnderſchiedliche Portical gewelb/ Gaͤnge vnd dergleichen zeigen wil/ aber vnder allen halte ich nach volgende manier für die leich teſt vnd geringeſt. Für das erſt/ ſoltu ein Planum/ Paviment oder ebnen Boden mit vil Quadren nach der Perſpectiva auffreiſſen wie im anfang diſes Buchs gezeigt iſt vnnd dieſelbige in ſolcher breyte als dir gefalt. Exempels weiſe/ ſetz ich fie ſeyen zweyer Werckſchuh breyt/ fo werden die Saͤulen auch ſolche dicke bekommen/ vñ ſollẽ zwiſchen dẽ zwo erſtẽ Saulen danidẽ s ſolche quader ſtehen. Wen dañ die Hohe der Saͤulen/ wie ſichs gebuͤrt genom̃en vnd gemacht iſt/ vnd zum Horizonten auffgezogen ſoltu ober beyder ſeyts Saͤulen ein zwerchlini ziehen vnd auß der mitte diſer Linien ein Circkelbogen reiſſen/ vñ denſelbigen in fo vil theil abtheilen als du wilt/ welche theilungen alle ſollen nach dem centro deſſelben Bogen ges zogen werden. Darnach ſoltu auß der andren zwerchlinien den kleineren gewelb bogen reiſſen/ vnd wen dañ alle endpuncten durch die dicke des Bogen zum Horizonten gezogen ſeind/ ſo iſt der erſt Bogen ſolch es gewelbs formiert. Die andren zwo Saͤulen obwerts ſollen auch acht Quader von einander ſtehen wie die zwo erſten/ die geben ein Quadrangel oder Vierung auff alle ſeyten/ von O4. Quad erſt inen. Mit diſem Bogen ſol aller geſtalt gehandlet werden wie jetzund vom erſten gnugſamlich angezeigt iſt: verſtand auch alſo võ dritten vnd vierdten Bogen. Wiſſe auch lieber Leſer/ daß ich allhie die abkuͤrtzung ſolcher Bögen nicht ges macht/ damit dir diſe auffgegebene Lection nicht zu ſchwer falle vnd du mit der vile nicht jrrig gemacht werdeſt hernach aber ſol inſonderheit davon gehandlet werden. Weiter ſo merck auch daß die zwo neben Thuͤrẽ oder Porten zum theil von den vorderen Säulen bedeckt ſeind: fie halten aber im liecht vier Quader/ dañ von dem eck der Porten biß zu den Saͤulen ſeind auff jeder ſeyten zwey Quader/ darvon man nur die helfft ſihet/ vnd die ander helfft hinder der Saulen ſol in ſinn geſetzt werden. Die Balcken oberhalb den gewelbboͤgen fo den obren boden tragen/ ſeind gnugſamlich zuuerſtehen/ darumb wil ich nicht weyters dar von ſchreiben. Ich hab auch an diſe Säulen kein Baſen noch Capital ſetzen woͤllen/ mb obgemeldter vrſach willen, ſol aber hernach dar von tractiert werden. 2——— 3 , ö. . Vu. . 3.,, 9) M W 3 AV ER 8 A S N X 22 N N N— ZA . = — . 1 ... P ,,, ALT —— N Z. . ,. ,,, ,, N & K ,. — Das ander Bucht Das I ap. SEB.SERLIL Von der Perſpettiven e choe gende zien gewelbboͤgen ſeind allein darumb hieher geſetzt/ damit man dee 24 ſto beffer ſehen ond verſtehen koͤnte/ die rechte geſtalt der Baſen vnd Capitaͤlen das von in voꝛiger Figur geredt iſt/ wie ſie ſich aber an einer ſeyten abkuͤrtzen vnd an der andren widerumb ergröſſen/ ſolches iſt deutlich gnug in voꝛgehender Figur angezeigt worden. Damit man nun in diſer nachvolgen der Figur die Eck mit blinden Linien hezeichnet, von den Ecken mit ,, Linien gezogen/ deſto beſſer vnderſcheiden moͤchte/ſo hab ich die diſtantz vaſt kurtz geſetzt/ deßgleichen auch den Hoꝛizontẽ etwas nidriger: Ich hab auch die Columnen etwas auff ein andre manier quffgezogen/ dann in der vorigen Figur durch die Quader angezeigt worden welches alſo zuuerſtehen: Setz die hreyte der zwo erſten Columnen auff ihr Baſe/ in ſolcher dicke wie ſichs geburt, vnd zeuch ſie innerwerts zum Horizonten Dann erſuche die bequeme diſtantz wie oben gelehrt iſt vnd verzeichne fie auff beyden ſeyten. Wann ſolches geſchehen fol auß jedem punct der diſtantz ein lin zum rechten vnd lincken eck einer jeden Saͤulen daniden gezogen werden/ ſo geben dir ſolche Diagonal Linien vbereck gezogen/ nicht alleine die dicke der voꝛderen Saͤulen/ ſonder auch die dicke der andren zwo Columnen/ fo inner werts etivas weyter dahinden ſtehen wie ſolches alles mit den punctlinien klaͤrlich bezeichnet iſt. Was allhie von der Baſe geſagt iſt/ ſoltu auch obwerts von den Capitaͤlen verſtehen/ in maſſen hiebevoꝛ ans gezeigt. Bon der vnderſten dicke der gewelbboͤgen iſt in voꝛgehender Figur gehandlet woꝛden/ nemlich wie man das centrum in die mitte der vier zwwerch punttlinien ſetzen ſolden obren halben Bogen zureiffen. Die Vierung daroben iſt als groß/ als die daniden im grund: wie du ſolches machen ſolſt/ wird gnugſam in der Figur ſelbſt angezeigt. , | Das ander Buch Das II. Cap. ; SEB.SERLIIL Von der Perfpeetiven A Iſe nechſt volgende Figur iſt eben wie die voꝛgehende⸗ allein daß an diſe die Baſe . werck geſtaltet ſeye/ weñ es nach obgeſetzter vnderꝛichtung aufgemacht if, Was nun diſe gewelbbogen anlangen thut/ die ſeind, wie du ſiheſt/ vnderwerts mit quadren außgetheilet/ vnd das auff ſolche manier. Erſtlich muͤſſen/ wie zuuor gelehrtiſt/ zwey centra ſeyn/ die dicke des gewelbbogen zu formieren: der Leiſten halhen ſol cin Werckmeiſter nicht allweg auffs genaͤweſt befümert ſeyn/ jedoch beſſers verſtands halbe ſetz ih Exempels weiſe/ die vnderſt dicke des Bogen in acht theil abgetheilet 6. theil werden der Vierung gegeben vnd zwen theile der Leiſten darumb. Dani fol auch wiherumb das Spaciũ von eim rentro zum andren /in acht theil abgetheilet werden/ doch daß ſich ſolche theile in die ferne etwas verlieren vnd abſtehlen: darnach ſetz den einen Fuß des Kirckels ein wenig nidriger dann das erſt Centrum/ vnd reiß mit dem andren Fuß die oberſt Leiſten: dañ ſo ruck den Fuß des Circkels etwas hoͤher/nemlich in das erſt oder vnderſt centrum ⸗ vnd reiß darauß die ander oder vnderſt leiſten/ demnach fo theile die vierungen auß/ welche die dicke durch die dopplierung der leiſten/ anzeigen werden. So tieff nun du die vierungen haben wilt/ſoltu auch auß dem letſten centro mit dem Circkel abreiſſen. Nach ſolcher mas nier kan man mancherley vnderſchiedlich Foꝛmen vnd Compartimenten machen/ jedoch gehoͤrt darzu ein diſcretion vnnd ſonderlicher verſtand/ vnnd daß die Fundament eineg dings zuuor wol gelegt vnd in verſtand gebracht woꝛden ſeind. War iſts/ daß ſolche hochverſtendigen mit fertiger hand wol koͤnnen vil ding zuwegen bringen/ auch moͤchten fie wegen ihrer ſcharffſinnigk eit diſe meine Lehr als vnnoͤtig vnd vberfluͤſſig ſchetzen/ Abtr ich wil ſolche Weiſen Meiſter gebeten haben/ daß fie es verbeſſeren warinn ich fahle/ auch daß fie gedencken/ es ſeye ein groſſer vnderſcheid zwviſchen Sagen vnd Thun. vnd das Kapitaͤl volkomlich hinangefugt feind/ damit anzuzeigen/ wie ein ſolch , ————— Y X ö. 35 45 2 ET — —— 2 Arm Von der Perſpecklben. {SEN Creutzgemwelb iſt allzeit ehwer vnd mühſam gehalten worden in die Perſpertivam zubringen,/ fo iil ich doch ſolches uch /weil es ſehr noht wendig iſt zu wiſſen nach meinem vermögen vnd beſten fleiß anzeigen vnd erklaͤren. Für das erſte/ wenn du die weyte vnd höhe des groͤſſeſten gewelbbogen/ nach dem dir gefalt vnd notwendig iſt genommen haſt ſo leg in grund ein gerechte abgekůuͤrtzte Vierung mit noch eim kleineren Bogen Die Circumferentz oder vmbkreiß des groͤſten Bogen theil ab in acht theile/ vnd euch dieſelbe jum Horizonten doch weiter nicht/ dañ daß fie den kleineren Bogen erꝛeichen. Weñ ſolchs geſchehen/ ſoltu weyter all diſe theil des groſſen Bogen daniden uff dẽ Grund oder das Paviment ſetzen/ vnd durch hülff der Horizontalen vnd Diagonalen ein abgekůrtzten Circkel daſelbſt machen/ wie ſolches zunoꝛ erklaͤrt iſt. Die Puncten darron ſollen daniden mit. 3. 4.5. verzeichnet/ auch gleicher geſtalt oben geſetzet werden neben den groſſen Bogen /guch i.. 3 4.5. verzeichnet. Außerhalb dem vnderen Circkel mit Puncten verzeichnet, hab ich die Parallelen gegen die mam gezogen wo dieſelbigeendẽ/ da ſoltu alle Perpendicularen hinſetzen obwerts gezogen/ welche quß den Parallelen des Circkels wachſen. Obgemeldte Puncten mit Zifferen verzeichnet/ vñ ohen neben die Perpendicularen geſetzt/ ſoltu mit Linien zum Hortzonten ziehen wo dan dieſelbige Horizontalen voꝛgemeldte Perpendicularen fo von vnden auff gezogen ſeind/ durchſchneiden/ daſelbſt wird der halb abkůrtzter Circkel formiert/ vnnd das fo wol guff einer ſeyten/ als auch auff der andren, wie in der Figur zu ſehen. So dann diſe beyde abgekurtzte Hirckel alſo formiert ſeind ſoltu oben auß jedem Punct mit; gezeichnet/ ein gerade ſchwartze linien ziehen/ vnd wo diſe die mittelſte lin/ ſo von dem groöͤſſeſten Bogen zum Horizonten geht/ durchſchneidet/ da iſt das recht mittel punctum oder centrum des Creutzes in ſolcht gewelb. Als dañ ſollen weyter gleicher geſtalt/ auß allen endpuntten der zwen halbe Circklen zun ſeyten/ zwerchlinien gejogen werden/ vnnd wo dieſelbigen die Horizontal Linien des greſſeſten Bogen gezeichnet mit 2.33. 4. betreffen/ da ſeind die Puncten/ nach welchen die halben Bögen oder Circkel ſolches Creutzes/ formiert vnd auffgeriſſen werden ſollen durch welche ein geſchickte hand von eck zu eck/ ein abgekůͤrtzt halb rund Creutz mit Punctẽ machen ſol/ wie man ſolchs ſo wol an der rechten als lincken ſeyten in der Figur ſehen kan. Auff diſe manier kan man auch machen/ daß das werck ſcheinet/ als were eg etwas auff ein ſeyte gerucket/ da nemlich der Horizont auff ein Seyten geſetzt wird/ aber voꝛige Res gel ſel wol vnd recht gelehr net werden/ ehe man ein andre manjer anfahet. | SEB. SERLII. Von der Perfpectiven. Cars Ach dem ich in voriger Figur die abgekuͤrtzten Kreutz gewelb auff den ſeyten/ einfach . Simpel gezeigt vnd fargeriſſen habe/ ſo wil ich jhnen in nachvolgender Figu(* ren ein Dicke oder ein Coꝛpus geben/ vnnd ihr verkuͤrtzung auch anzeigen. Ehe ich aber ſolches zu handen nemme/ wil ich erſtlich zeigen/ wie die Pilaſter/ welche ermeldte gewelbboͤgen tragen/ ſtehen vnd geordnet ſeind/ aber ſolches allein in Figuren fo deutlich daß keiner anderen erklärung darvher von Nöten ſeyn wird. Ich hab duch in diſer Figur den voꝛderen gewelbbogen nicht woͤllen auffreiſſen/ damit nohtwendigere ſtuek dardurch am Geſichte nicht verhindert wurden: die Bogen an den ſeyten hab ich auch nur ſchlechtlich bezeichnet/ daß man ſehe/ wie ſie zuſtehen kommen/ welche allezeit auß der Vierung genom̃en werden/ wie man in volgender Figur/ ſo gevierdt iſt/ die rechte ordinantz ſehen kan. Den hinderſten Gewelbbogen/ weil er kein ander fuck im Geſichte verhindert/ hab ich volkom̃en auffgeriſſen vnd in ſein Vierung geſtelt. Die runde Form oben im gewelb hab ich gemacht zum Exempel/ wie man andere mancherley außgenommene oder hole Rundungen in der Architertur/ an ſolchen ohrten verordnen vnnd formieren fol/ flach oder tieff. Was die vier Pilaſter betreffen thut/ deren grund wirt fuͤrnem̃lich durch die Diagonalen vbereck gezogenen Linien gefunden vnd regiert/ wie oben gelehrt iſt/ vnd begreifft ein jeder Pilaſter in der dicke drey Per fecte vierungen an einander geſtoſſen/ deren letſte nach dem Winckelhacken gericht: auff jedem Pilaſter ruhwet fein Bogen/ der werden vier/ zwen vornen/ vnd zwen an den Seyten/ die geben im gewelb ein Vierung oder gevierdten ober boden/ welchen man in das Kreutz oder andre geſtalt welben kan. Wil man diſe ordnung der gewelben in die ferne weiter hinauß führen fol man allzeit diſe Regel volgen. Ich bitte aber den fleiſsigen Leſer/ wo er diſe erklaͤrung fo mit woꝛten villeicht nicht kan deutlich gnug geſetzt werden/ im erſten mahl nicht durchauß verſtehet/ ſo woͤlle er die Figuren zugehuͤlff nemmen/ welche qugenſcheinlich fo man kleine arbeit nicht ſparet/ alle heſchwerden hin weg nemmen. oh W Das ander Buch. Das mn. gap. Sol. p 1 2 1—— 4 1 . ö 9 n . ll HE 8 1} R ] 1 1 ö ¶ I | N 2 a 3 1 1 Anm IE j m ö ze 1 | 1 | 1. 1 SEB.SERLIL Von der Derfpectiven , N nachvolgender Figur ſiheſtu/ lieber Leſer, wie nan die Schwyhhöogen an den EN) Seyten in Derfpectivifche adfürkung ſtellen ſoll. Du ſolſt aber allhie in deinem "> fin vnd gebechtnuß widerumb erholen/ was zuuor bon den drey Runden Superficien gelehrt worden iſt/ ba dir gezeigt iſt/ vie man ein Rund Coꝛpus quffreiſſen ſol/ ſolches wirſtu allhie noch verſten dlicher ſehen Magſt dir derhalben jmagin leren oder im fin voꝛbilden/ als oh das Rund Corpus zu aller vnderſt geſetzet alfo geordnet ſeye/ das darauß die Propoꝛtion der zweyen Schwybboͤgen an den Seyten zunem̃en. Wañ ſolch rad Goꝛpus formiert iſt auff die manier, iwie dir ʒuuoꝛ mehrmalen gezeigt/ iſt von noten daß es vber den Horizonten auffgezogen werde biß vnder die gewelbhögen, mit dem Grund der abgekůrtzten Bogen. Weyter fol man die Perpendicularen/ fo von der mitte her des gevierdten Coꝛpus gegen die ecken hin auß ſtehen, gleichſam als Parallelen der zweyen Boͤgen obwerts ſetzen fo wol zur rechten als zur linden hand/ damit die Horizontalen ⸗/ wie oben gelehrt/ dgrauff mögen geleytet werden. Solſt auch erinnert ſeyn daß die zwey Kreutzlin in dem Corpus daniden die zwey centra ſeyen die beigſteine der Boͤgen vnden vnd oben auffzureiſſen/ auch ſeind fie die centra der Bögen auff den Horizontalen. Du ſolſt auch wiſſen/ daß die ſchwartze Linien/ die Circumferentz oder vmbtreiß auſſerhalb formieren/ die blinden Linien aber formieren dieſelbigen inwendigen/ alſo daß die Boͤgẽ ſcheinen als ob ſie durchſichtig ſeyen von ſtucken zuſam̃en geſetzt darvon man vnderꝛichtung nemmen kan zu mancherley dergleichen abtheilungen. Die weil auch der vo der Bogen ein guten theil der hinderen boͤgen bedecken wurde/ hab ich jhn allhie nicht auff» reiſſen woͤllen/ damit man die geſtalt der anderen boͤgen/ fo ſich im geſicht abſtehlen/ deſio verſtendlicher begreiffen möchte, Vnnoͤtig iſt auch von der Gircumferentz oben im gewelb vnd der acht ſeytigen Figur ſonderbaren bericht zu geben/ dañ ſolches kan auß vorgehender Figur begriffen werden: gleichfals iſt auch von der Circumferentz im Grund allbereit gnugſam gelehrt worden/ wie man dieſelbige machen vnd auffreiffen fol: endlich daß das Rund Corpus auch zu vil anderen ſachen dienen koͤnne/ hab ich in vorher gehender Figuren gemeldt/wil deßhalben ſolches quch nicht widerholen. N l. xhj go Das 11. Cap. A a Due ander Das ——— CS— u. Rn————=—“ SZ EN — sn — It SEB. SERLII. Von der Perfpectiva Z=XE man Pfeiler oder Säulen mit jhren Gewelboͤgen auff ein Grund ſetzen vnnd Wauffreiſſen ſol/ iſt meines erachtens EN erklaͤret: was auch zuuor von den ge= wvierdten Säulen geredt iſt/ ſoltu gleich fals von den runde verſtehen/ dañ die runde Form kompt auß der geylerdten/ vnd muß auch darauß genommen werden fo wol die rüden Baſen als die Capital. Welcher nun vorige Figuren/ ſonderlich die nechſt vorgehen» de: wol gelehrnet hat ir ird nicht allein dergleichen ſachen/ ſonder auch vil andre mehr ſo nicht alle mögen beſchriehen werden deſto leichter machen konnen, ſonderlich fo einer ſiñreich vnd verſtaͤndig iſt Aber jetzund wil ich weyter anzeigen/ iwie diß gebemw(0 wir vnderhanden genom̃en/ auß dem grund fol auffgezogen werden/ alſo daß es zum theil fuͤrwertling/ um theil nach der ſeyten angeſehen werde. Solches zunerꝛichten iſt der Fürbeft vnnd aller gewiſſeſt weg/ daß ein Planum oder Grund nidergelegt werde DO vil Quadren oder vierungen mit Wercſchuhen oder Elen abgemeſſen. Exempels wweiſe/ ſetze ein jetlich quader halte zwen Schuch vnd gleicher geſtalt wie allhie in der fürwertlichen ſeyten von einer Saule bißzu der andren vier Quader ſeind/ ond ein jetliche Saule ein Quader begreifft/ alſo ſollen he in die ferne oder weyte hinquß auch von jeder Kolumnen zu der anderen vier vierungen genom̃en werden. wie die Figur augenſcheinſich anzeigt. Weñ dañ die Saͤulen in ihrer gebuͤrlichen hoͤhe aufgezogen ſeind/ fol man die Bogen darauff formieren/ wie in der Figuren gezeiget wird: vnd wic wol man die hinderſten Boͤgen nicht wol ſehen mag/ hab ich ſie doch auch machen wöͤllen/ damit man eygentlich erkenne wie weit ſie ſich erſtrecken/ ſeind zum theil mit ſchwartzen/ zum theil mit blinden Linien auffgeriſſen Auff die Boͤgen ſollen weyter geſetzet werden/ der Aichitrab Frieß vnd Karnieß/ deren qußladung gemachet werden fol in maſſen oben angezeigt worden nemlich wie die hey den diagonal Linien die qußladung oder eck des Karnieß betreffen, vñ gleicher geſtalt mag das ohriſt Karnieß auch durch ſolche Regel geformiert werden/ wie man dz zuoberſt ſehen mag /da die kleine vierung mit den Diagonaleu ſteht. Die Thuͤren daniden an den Gaͤngen halten in der breyte zwo vierungen, vnd ſeind vier Quader oder vierungen hoch. Die kleinen zeichen zu aller vnderſt/ welche ſcheinen als ob es naͤgel weren/ bezeichnen die weyte der Fenſter in der vorderen Wand oberhalb dem Karnieß. Die anderen zeichen obwerts zwiſchen den Saͤulen fo ſich abſtehlen vnd verlieren/ bezeichnen auch die breyte der abgekuͤrtzten Fenſter/ welche auch in der Höhe vier vierungen halten, ſeind aber zum theil durch das Karnieß verdecket. Das Stuck des Bogen welches zu end ſteht/ gehört nicht zu diſem Werck/ wie ſolches das Paviment oder Boden gnugſam anzeigt. Ich hab auch allhie weder Baſen noch Capitaͤl auffneiſſen wollen, damit das Werck nicht zu vil verwirꝛet wurde/ doch fol man verſtehen/ daß fie hieher auch geſetzet werden muſſen/ durch diſe Regel kan man mancherley Gebew auß dem Grund nach Perſpectiviſcher manier auffzichen,/ wie ich hernach wehter anzeigen wil. Die centra diſer Bögen ſihet man alle auff einer Horizont Lini verzeichnet.. — w—————— Das ander Buch. 2 Das II. gap. Fol. golf, 2] g NEIN / /// SEB.SERLIL Von der Perſpectiben CA JEweil ich nun gezeigt habe wie ein zierlicher Schopff eines Portals mit feinen Oz gewelbboͤgen vnd Säulen, auß rechtem grund der Perſpectiva auff geriſſen wer© den fol ſampt aller zugehoͤr fo zuſolHchen gebewen erfordert wird, ſo wil ich jetzund weiter vndertichtung geben, wie ein Behauſung oder jeder Bam ſolch er geſtalt ſol auß dem grund auffgezogen/ vnd in die Perſpectiven recht gebracht werden. Fuͤr das erſt/ ſp reiß ein Grund oder Paviment auff von vilen Quadren oder Dierungen ferne ond went gnug hin auß erſtreckt/ zum Exempel halte jede vierung zwen Werckſchuh. Auff diſen Grund werde dann für das erſt im vorderen theil ein Thuͤr geſetzt fuͤnff Schuh breyt/ (weil ſie nemlich in ihrer abkürtz ng zwo Nierungen vnd ein halbe begreifft/ vnnd zehen Schah hoch weil ſie in der höhe fuͤnff Quader haltet: die Pfoſten des Thuͤrgeſtells ſeind ein ſchuh breyt/ weil ſie ein halb Quader in der abkuͤrtzung begreifen. Gleicher geſtalt halte ſich auch der Frieß: das Karnieß ſol vmb fo vil groͤſſer ſeyn/ als vil fein außladung ober tregt am geſicht von vnden hinanff zu ſehen/ vnd ſollen alle deſſelbigeu geſimps nach obgeſetzter vnderꝛichtung gemacht werden. Wolte man vber die Thuͤr ein Obdachlin oder außgeladen vnd fuͤrſchieſſendes Gaͤnglin macht/ ſollen die Kragſtein gerad auff die Pfoſten des Thuͤrgeſtels gerichtet werden das Thurlein an ſolchem außgeladenem Gang/ ſol gerad in der mitte vber der vnderſten Thuͤren ſtehen/nur zwen Schuh breyt. Auff der andren ſeytendiſes Baws iſt noch ein hir vder Eyng ang/ ſechs Schuh weyt mag obt gevierd oder in ein runden Bogen geſchloſſen werden Aber vberfluͤſſig wer es all enſur ſolcher ſtucken zubeſchreiben/ dieweil es in der Figur gar verſtendlichen voꝛ augen geſtellet iſt. Allein ſollen die angehende Schuler erinnert ſeyn⸗ daß alles was auß dem grund in die Perſpertipa aufgezogen wir?/ fuͤrnem̃lich in dreyerley weg beſchicht/ nemn der Breyre vnd Höhe: zu die lenge, als vil Werckſchuh in ſich haltet ein gantze Vorwand oder Sibel en es hanſes: In die breyte als Jenſter/Thürn/ Porten, Laͤden vnnd dergleichen In die höht, als gleichfals Porten oder groſſe Thor/ Fuͤrſchopff/Ercker/ Korn! ß Saulen Pfeiler ond dergleichen Darzu mogen auch gezelet werden die dicke der tar wren Saufen Pfeiler oder Pilaſtren Die lenge mmpt man auß den abgekartzten Quadren nach der breyte vherzwerch/ als der vnderſten Thuͤren von zehen werck ſchi hen wird die hoh ermeſſen vnd abgetheilt auß den Ouadren fo auff die Parallelen oder gerade Linien des vnderſten ecks der Thuren kommen. So du daſelbſt fuͤnff quader nimpſt in der breyte/ die geben dir die hoͤhe der Thuͤren innerhalb des Thuůrgeſtels. Was allhie von den Thůꝛen geredt wird(ot auch von andren dergleichen ſtucken verſtanden werden. Die dicke der Mawr haltet zwen ſchuh/ dann man ſihet, das ſie nur ein Ouader begreifft Der vberhang des Sbdaͤchlin des andren Haufes iſt ſechs ſchuhauff den grund gemeſſen gleichtich haltet auch des erſten Hauſes. In ſummag/alles muß auß dem Grund genommen werden/ auff alle ſeyten vnd ohrt. Letſtlich/ ich habe in diſe Figur keine außladung der geſimps noch Saͤulen oder andre zierungen geſetzt, damit alles deſto klaͤrer vnd verſtendlicher wer. Ein ſetlicher Kunſtliebender Mꝛeiſter kan hm diſe Figur durch(ein ſcharffes nachdencken zuvil anderen gebewen nutzlich machen:; iſt min zeit vbrig/ ivn ich ſelbſt etlich andre gebemw in diſer geſtalt auffreiſſen. ih Fol x gap. Das 111 Das ander Such //// N N ö —— ZZ ZZ 9 — — UPTZT — —— 2 82 A 2 \ Sm da —* 2 * ö TFT ne/— SE———— SEBISERLIL Von der Perſpettiven 8 36 Stngen oder Treppen ſeind in Heuſeren vnd allen Gebewen ſehr notwendig wil der halben deren auch R dnderſchiedliche art vnd gattung zeigen/ vnd von den leichteſten anfangen. Nach gewonlichem gang oder e grittiſt ein Grad oder Staffel einer Stiegen gemeiniglichen ein halben Werckſchuh hoch/ vnd auf dem Tritt ein Werckſchuh breyt. Nun ſetz daß ein Quader in nachvolgendem Grund ein Werckſchuh in der Vierung halte: wenn ich dann ein Stiegen auffreiſſen wil fünf Schuh hoch, vnd dre Schuh breit, vnnd ziehe die ſelbigen zu beyhen ſeyten an den ecken ber Stiegen mit Perpendicular linien auff/ ein jetiichen in sehen heile getheil l/ als. 8. auß eiſct. Dan ſollen alle ſolche heile durch blinde linien zum Horizonten gezogen /o weiter nach der lenges. quas der obwerts gezelet werden/ wen auch zwo linien vberſich hinauff gezogen werden, wo die ſelbigen den Horizonten A. B. vnderſcheiden/ da werden die eck des oberſten oder leiſten Tritts oder Grads D. C bezeichnet, in der vier ing won drey werckſchuhen. Von den ecken diſes breyten Tritts ſollen zwo gehaͤl dete linien biß auff die eck des vnderſten Tritts gezogen werden/ dañ ziehe man die linien aller vierung auß dem grund auff/ vnd wo dieſelbigen diſe bey de erſt gemeldte linen betreffen/ daſelbſt bezeichnen ſie die eck aller Stafflen. Die eine ſtiegen verkuͤrtzet ſich na ch der[ent hie ander aber ſteht füͤrwertling im geſicht mit jhrer neben abküͤrtzung/ vnd iſt vm ein ſtafflen nidriger/ das if 4 ſchuh vnd ein halben allein hoch/ aber oben auch drey Schub breyt/ wie durch die blinden linien daniden auff dem Grund vnder ſolcher Stiegen gezeichnet iſt. Nach diſer Regel kan man die Stiegen fo hoch machen als man wil vnd begertvnnd mit vilen Rhuplaͤtzen von breyteren Stafflen vnderſetzen/ doch daß allzeit die rechte Maß der Schuh auß dem Grund genom̃en werde/ in was geſtall auch ſolche ſtiegen in das geſicht fallen mögen. ö NDW V . N N -. N N 59. N man. . 2 3 A N Das ander Buch. Das III. Kapitẽl Solnſit. CH ID Stiegen welche fürwerligen im geſicht ſtchen/ haben ein groß anſeh en/ vnd ſeind doch leicht an mann SO cherley ort kom lichen zuſetzen/ ſonderlich an gebewen oder oͤhrteren da man ſanfft vnnd allergemacheſt muß C. hinauff ſteigen/ als an gemeinen gebewen/ da jederman hingegen mag/ da ſie nicht allein ein dapffer luſtiget anſehen haben/ onder auch fürnemmlichen ſehr hequem, daß fie zweyfach ſeind alſo das man an der einen ſeyten hinauff/ an ber andren wider hinab ſteigen mag. Vnd wiewol allein zweyerley manieren ſolcher Stiegen allhie ange» zeigt werden/ mag doch ein jeder auß ſolcher anzeigung vilerley an dere er ſuchen vnd finden. Aber welcher geſtalt diſe Stiegen gemacht ſeind/ kan man ohn weiteren bericht/ auß der Figur ſelbſt begreifen. Dan wie ich zuuor gemeldt ein quader des Grunes oder Paviments daniden/ haltet ein Werckſchuh in der breyte/ fo haltet jede Staffel ein halben ſchuh in der hohe/ vnd ein ganzen werck ſchuh in der breyte. Jede ſtiegen/ die erſte als wol als die ander iſt fuͤnff ſchuh breyt. Die ſteinen Porten nach der Ruſtica oder groben Bewriſchen manier gemacht haltet in der wehte drey ſchuh/ vnd iſt ſeche ſchuh hoch/ ond wiewol ſolche anzuſehen als weñ fie geſchloſſen vnd nur ein klein offen thůrlitz hette/ fo mag fit doch wol gantz Sffen gemacht werden/ vñ mit anderen dingen gezieret. Weit er die zwen plůͤtz oherhalb hen dreyen ſtafflen/ ſollen. ſchuh breyt ſeyn/wiewol ſie nur in nachvolgender Fig r nit mehr den ein ſchuh breyt ver zeichnet feind/von mangels wegen des Spaciums. Die auffgerichte Linien zu beyden ſehten der ſtafflen/ bezeichnen das eyſen Gerems oder die laͤhnen/ welche auch zuvorderſt an der ſtiegen ſollengemachet werden/ habe ſie aber mit Teiß auß gelaſſen/ damit diß Werck nicht zu vil mit manch erley ſtuck en beſch weret wurde fond andre nohtihendiger daͤrduich verhin dert * 8 W Sd N NS 8 S R SEB. SERILII. Von der Perſpectiva & Nder vil andren ſtucken ſo in der Perſpectiva ſch on vnd luſtig ſtehen/ befinde ich daß die Stiegen oder Trep⸗* D,. die geringeſten ſeind/ vnd je öffter ſich bieſelbigen kehten vñ wenden je lieblich eren woſſtand ſie vben . kom̃en. Darumh hab ich in nach volgen der Figur diſezwo Stiegen/ inſond erheit auffreiſſen vnd anzeigen woͤllen/ welche gegen einander vnd fur wertligen in das geſicht gericht ſeind/ vnd fiber man jren grund vnd Stafflen ſehr A wol. Die erſte Stiegen iſt ſechs Schuh hoch vnd drey Schuh breyt/ wie man ſolches im Grund durch die punct.| linien/ ſehen vnd erkennen kan. Der Rhu Plagzwifchen einer vnd ber andren Stiegen haltet zwo breyte oder vierũ⸗.| gen, von wegen notwendiger vnd bequemer kehrung im gang. Daſelbſt findeſtu ein Portal oder Steinen Thor| deſſen Thur iſt weyt zwen Schuh /ͤdie Thürpfoften halten an jeder ſeyten ein halben Schuh alſo daß dz gantz werck| nurz. ſchuh eynimpt. Die vffgezoͤgene Linlen an difem Plano oder breylen rhuplatz bedeuten dz gitter twerck od bruſt⸗| laͤhnen/ welche von eyſen/ ſteinen oder holtznen Sdͤulen/ ſo man Baluſter Saulen nennet⸗ mogen gemacht werden/ ſolche ſoll man auch/ wie voꝛ vermeldt/fuͤrwertligen an die Stiegen machen/ vnd ſol jede hoch ſeyn zwen Schuh vñ EM ein halben. Welcher geſtalt aber diſe Stiegen/ auß dem grund auffgezogen werden ſollen/ ob wol ſolches ſchlechtlich P auß der Figur ohn weytere erklaͤrung/hette mögen geſehen vnd verſtanden werden/ ſo hab ich doch zu mehrer vnder⸗* richtung etwas davon mit wenig worten melden wollen, Das Thor nach der Ruſtica gemacht vnder der andren Stiegen /iſt nicht tieffer/ dann biß an die Mawr. Vberhalb diſem Thor ſteht noch ein Stiegen/ gerad gegen dem geſicht gerichtet/ welcher geſtalt ſolches ſolle gemacht werden, iſt zuuor gnug ſam angezeigt? es folte aber jhr Grund oder Paviment vnden inerhalb der Ruſtick ober Bewriſch en Porten gelegt/ vñ auß demſelbigen auffgezogen werdẽ. — TEE ETF I | , ( NM | ( I Ill Nr f . III — H— — kH— 2= — — ZZ = —— J 8| ö . | ſj NN SC 5 n —————— ö—2982* * C———— ————————— * ö 2. x**. * z ——— 8 5 9 X 1 x Das ander Buch. Das III. Cap. JJ *, R Volgender Figür werden vnderſchiedliche Manieren der Stiegen angezeigt/ welche mehrtheilg/ ich nicht . zweiffle ohn weyteren ſchrifftlichen bericht/ allein auß der Figur mögen verſtand en werden/ fürs rem lichen die mittelſt/ da man an beyden ſeyten hinauff Feigen mag/ deß gleichen die oben Darauf) geſetzt iſt dar um̃ daß ſolche gleich wie die andren alle/ auß dem nidergelegten Grund/ auffgezogen iſt/ vnd iſt diſe Stiegen 6. Schuh breytwie man ſolches augenſcheinlicher im Grund gerad vnder dem brey ten Rhuplatz ſehen vn abzehlen kan. Der beyden Bogen onder der andren Suiegen/ iſt einer eines ſchuhs dick/ daher die Stiegen hinvnder. Schuh weht iſt/ wel che auch als wol als die andren/ auß dem Grund auffgezogen word en if; Wie die Stiegen fo inan durch die boͤgen 1 ſihet/ gemachte ſeye/ zeigt die Fig at verſtendlich gnug an. Gleiche geſtalt hat es auch mit den zwo Stiegen an der lincken ſeyten: dann zu vo: derſt an den Ruſtick Thor/ ſihet man gnugſam wie fie auß dem grund auffgezygen ſeind vis haben zu oberſt ein brey ten Platz/ damit man deſto beſſer zur anderen Stiegen kom̃en koͤñe/ welche auch wie alle andre aůß dem grüd des Pavnnents auffgezogrn iſt/ vnd iſt jede Staffel ein halben ſchuh hoch vnd ein ſchuh breyt. Aber in | ſolch em kleinen beg iff iſt ſehw erlich das rechte maͤß allzeit zutreffen/ es if gnug/ dz man nur dit manier hiedurch recht | ſehen mag/ weñ aber ſolche ding vergroͤſſert werden/ wird alles in feiner rechten Menſur gefunden. Die Zhür vnder voꝛgemelhten Stiegen in. Schuh weyt. Weiter iſt auch zu mertken/ daß man auff den Grund vnd Stiegen diſes ohrts vaſt mancherley Figuren ond boͤßlin ſtellen mag/ in mancherley geſtalt vnd boſſierung/ als ſtehend⸗ ligen d/ ſitzend/. Bil man ein Doffen alffrecht ſtellen/ ſo neine man 6. quad er oder Schuh deſſelbẽ orte dahin man jn ſtellet/ fo hat man die rechte hoͤhe/ dañ diß iſt die gemeine lenge eines Manes. Wiltu aber ein Bild oder boͤßlin auff ein ſtaff. len ſtellea fo miri z maͤß derſelbigen Staffel/ vñ mache dz Bild i. ſtafflen hoch/ das ſeind auch 6. Schuh. Wiltn dam/ daß dz Bild nidergelegt ſeye/ ſo chu jhm auch alſo wie voꝛ: ligt es aber Per ſpectiviſch abgekürzt/ fo ſol man die 7 hoͤhe von den abgefürgten Vierungen ne mmen/ zt | ] l/ ] | ] Sl. | —— 3— c————— J,, w h . , SE m ·ᷣ··ᷣ¶QKiK——// a m. SEB. SERLIL Von der Perſpertiven A Ther hab ich etlich onderſchiedliche manter der Stiegen gezeigt: nun ſeind aber noch ander mehr/ welche doch von keinem er ſehe dann in den vorigen gar wol herichtet leichtlich mogen verſtanden werden/ fuͤrnemlichen aber die beyde nachvolgenden. Fuͤr das erſt wil ich zeigen/ wie ein geypierdter Schnecken oder Wen delſtein fol auffgeriſſen werden nach der rechten Perſpectiva/welcher aber ein gevierdten auffreiſſen kan/ der wird auch hen runden machen könen/ dann es iſt ein ding vnd haben beide einen grund allein er ſol ſich der Reglen gebrauchen fo zuuor von den runden Sörperen geſetzt woꝛden ſeind. Die Figur P. iſt der Grund diſes Wendelſteines/ aber etwas kleiner von mangels wegen am Sparium des Papyrs. Diſer gevierdte grund fol mit feiner berkuͤrtzung in die ferne/ nidergelegt werden/ ein halben Schuh hoch welches die erſte Staffel ſeyn ſol. Dann ſol man auff edes eck voꝛnen her ein gerade Perpendicular linten ziehen/ vnnd dieſelbigen in halbe Schuh( nach der höhe der erſten Stafflen) theilen/ alſ hoch als man den Schnecken haben wil/ vnd ſolche linien auch zwiſchen der mitte vnd den ecken ziehen: darnach ſo die end Puncten zur rechten vnd zur lincken ſeyten zum Horizonten gezogen werden werden fie die Perpendicularen/ ſo auß den ecken der Stafflen geriſfen durchſchneiden/ vnd als hoch die zwo Ecklinien ſeind/ als hoch ſollen auch die andren zwo linen zwiſchen den ecken vnd der mitte geſtellet werden. Weiter fol man auff die mit» ie oder das centrum des Grunds auch ein Perpendicular oder gerade lin vber ſich ziehen/ vnd dieſelbige in ſo vil halbe Schuh theilen/ als vil die mittelſt lini neben ſeyts haltet. Auß diſer Perpendicular lini des centrums fol man mit zwo linien gegen die naͤheſte Perpendicular hinunder zur lincken hand/ die erſte Staffel ſormieren. Vie ander Staffel fol man auch auß der lini des Centrums in dem volgenden eck ſchlieſſen: von dannen ein lini zum Horizonten gezogen/ wird dieſelbig lin gegen der ander Perpendicularen die dritte Staffel bezeichnen/ welche man auch nach voriger Regel ſchlieſſen ſol. Auß diſem eck der dritten Staffel ſol auch ein Horizontal Lim geriſſen werden die zeiger dir die end der vierdten Staffel: So die auch/ wie vorige/ geſchloſſen wird/ ſol man auß jrem eck auch ein linizum Hoꝛtzonten reiſſen/ die wird die end der fünffe ten Staffel bezeichnen. Auß diſem eck abermal ein Horizontal lini gezogen/ bezeichnet die ſechſte Staffel gegen der letſten Perpendicular lini. Wenn ſolche auch mit linien geſchloſſen iſt/ ſol man von dem eck diſer Staffel. end der ſibenden Staffel ein Parallel oder ſtrackte lin ziehen/ vnd nicht zum Hortzonten gericht/ dann ſolche kompt auff ein andre ſeyte des gevierdten grundg/ vnd fallet fuͤrwertligen gerad in das geſicht. Alſo mag man rings vmb her von einer Staffel zur andren fortfahren/ vnd allzeit diſe Regel volgen/ fü wird man nicht faͤhlen konnen. Das ander Buche. Das In Cap. Bolz =| N N * 85 ö . lh Kl ,, 4 . amm mn.. | | SEB,SERLIL Von der Perfpectiod; EA Anntich keine gattung nutzlicher Stiege vberfahre vnd dahinden laſſe/ ſo hab it zum bes| . ſchluß auch diſe nachvolgende Stiegen anzeigen woͤllen/ welche alſo geordnet/ baß man * an allen vier ſeyten hinauff ſteigen mag. Den Grund ſolcher Stiegen hah ich inſonberheit oben zur rechten hand hinauß geſetzt/ jedoch etwas kleiner auffgeriſſen. Dieſe Stiegen wird alſo indie Perſpertiwa gebracht Erſilich zeuch auff/ ein abgekuͤrtzet geyierd Corpus, eines halben Schuchs hoch/ reiß darguff ein diagonal Lini laß von den ecken inner werts auff jeder ſeiten ein Schuch breyt bleiben/ vñ bezeichne ſolches mit einer Linien zum Horizonten gezogen/ ſo wirt dir diefelbige auff den diagonalen die ect der andren Staffel zeigen. Nun iſt vnponnzten dir wei⸗teren bericht zu geben /wie du die abgekurtzte hoͤhe der zweyten Staffel finden ſolſt: ſo dañ ſolche mit Parallelen vnd Horizontalen rings vmb geſchloſſen iſt/ ſollen auch zwo diagonal Linien geriſſen werden/ die zeigen dir/ nach voꝛiger ordnung/ die eck der dritten Staffel /vñ alſo weiter foꝛtgefaren/ wirſtu die 4. 5. vnd ſo vil du ſtapflen begereſt/ leichtlich finden vñ formieren koͤnßen. Den Phramiden inwendigen hab ich nur durch Fantaſey hin auff geſetzt/ die veldung außzufůllen. Es iſt nit von noten/ daß ich weytleuffig anzeige/ wozu diſe ſtiegen dienen mögen/ dz werck ſelbſt gib dirs gnugſam zuverſtehn/ nemlich man mag ſie ordnen für groſſe herliche Kirchthůuren für hohe| Altar für die Porten eines gewaltigẽ Pallaſts/ Furſten hoͤff/ Ratheuſerꝛc. vñ mag in ſolche fal allein der halb theil gebrucht werde. Ein verſiendiger werckmeifter kan diſe manier veranderẽ in ein ride Jorm/ item in ein form von 6.. vn mer ſeiten wie ſolches bey jren Formen angezeigt iſt. Das ander Buch“ Das inn gap. Sol rij CH hab im anfang diſes Buchs den liebhaheren diſer meiner arbeit verheiſſen/ ſo vil bericht von der Perſpectivg zu ges ben daß ſie ein einfachen oder bopz len Grud, mit feinem Corpus daran ff gerichtet/ ſollen Herſpectiviſcher weiße koͤnen ( auffreiffen/ verhoffe folches ſey bißher geleiſtet worden. Aber wie etwañ eins arbeit vrſach giht zu einer andren, fo Fome ich allhie/ da ich vermeinet der voꝛigen arbeit ein end zugehen, noch in ein vil ſchwereren Labyrinth/ davon ich auch auß bitt eines fuͤrnemmen Herin ein bericht geben wil vn noch zum beſch lnß der Perſpertiva etliche ſonderbare grie ff auzeigen. Der halben zuwiſſen/ daß nach folgende Fuck nicht auß der vierung genommen ſeynd/ ob ſie gleich wol auch zum Horizonten vñ der Die ſtantz gezogen werden wie auß nach volgen der Figur zunernemen in welcher ein perfert vierung vbereck in die Perſpectiva gelegt iſt/ vnd begreifft in ſich noch ein andre Vierung/ welche allein durch die diſtantz one Hoꝛizonten/ formiert iſt/ jedoch ſollen die ſehten ſolcher vierung auff der Grundlini noch ein mahl fo weht geſeßt werden. Vnd gleicher ge ſtalt als jede ſeyten diſer vierüg in gleicher weyte geſchen werden /alſo ſeynd auch die bey den diſt anten in gleich er weyte mit D D gezeichnet. Merck auch/ je mehr du wilt daß ſich diſe vierung abſtehle oder verlie hre/ je weyter ſol die diſtantz hinauß geruckt werden: Item als breyt du die leiſten vmb ſolche vierung haben wilt/ als vil ſoltu jhr auff der grundlin zwiſchen C. vnd A zugeben vnd ſie erbreyten. Auch iſt zuwiſſen/ daß alle endungen diſer vierung ſich zu der diſtantz erſtrecken vnd nicht zum Horizonten/ gu ßgenommen die kleine vierung ſo in wendig Acht: 2 9 N A ss Derr ei ich gezeigt/ wie man ein ſu per ficte vbereck oder anſſerhalb der vierũg in Perſpeectiviſche abkurtzung bringẽ ſol/ ſo wil ich jetzund weiter anzeigen /wie ein ſolch Corpus in gleicher groͤſſe/ gleichen Horizonten vn diſtantz auffgezogen werde fol Diß Corpus aber iſt in wendigen hol/ mag fo hoch auffgezogen werden als man wil; ich hab es mit fleiß etwas nidriger gelaſſen/ damit man den boden ſehen möchte. Auß der Figur ſelbſt iſt zuerkeñen zu wie vil ſachen ſie dien ſtlich iſt/ auch mag fie minder oder mehr nutz lich ſeyen/ nach dem einer mehr oder minder verſtand hat. Vnd diß ſey gnug von diſen gevierdten Coͤrpern/ volgends wil ich zeigen/ wie man fie mit geſimpſen zieren fol. . SEB.SERLIL Von der Perfpectiven AREA volgende Figur iſt in gleichen Horizonten vnd in gleicher diſtantz auffgeriſſen/ wie die neh fůͤrgeſetzten zwo/ wiewol fie ein wenig nidriger ſteht/ damit man nun diß Corpus vnden vnd oben mit S* e leiſten zieren möge/ ſol die gro fe ſolcher leiſten erwehlet/ vnd darnach gegen das Coꝛpus oben vnd vnden gezogen werden. Dañ ſol man der leiſten oberhalb jhr gebůͤrliche außladung gehen/ vnnd von den ecken Perpendicular linien herab fallen laſſen biß zu vnderſt/ die gehen dir die endpuneten der auß ladung der Baſen vnd des vnderſten Karnieſes welche wie zuuor angezeigt/ zu der diſtantz vñ nit zum Horizonten ſollen gezogen werden. Sichſt derhalben wie ſich die außladung des geſimps vmh diß gevierd cotpus ſchicket⸗ aber die vhrigen glider des gefimps hab ich nit geſetzt/ damit diſe Figur durch vile der Riß nit ver duncklet wur de. \ angehörigen Giiederen gefent/ weiche doch auch auff andre manier/ mit mehr oder minder zierung/ nach wolgefallen des Werck meiſters mag gemacht werden/ jedoch ſol auch diſcretion vnd vnderſcheid darin gehalten werden, daß allzeit das allerzierlichſt genom̃en werde/ ſo dem werck ein ſchoͤn vnnd luſtig anſehen gibt. Dañ man findet etwan Cornnizen/ die fo weit außgeladen ſeynd/ daß die vnderen glieder nicht oder füms merlich mogen geſehen werden/ welches nicht recht iſt. 3 das geſimps bloß ohn alle abtheilung geſetzt in volgender Figur wird die Cornize mit jhren Das ander Buch. Das 1II Cap, Fol xxiij. C&S. vier fůrgeſetzte Figuren haben die diſtantz gleichlich weit vom Horizonten/ nemlich auff der ei;.. feiten wie auff der ander/ aber die nech ſtvo gende ſt alſo in grund gelegt/ daß der Horizont auch . gleich für die diſtant dienet/ vnd ſolches auff volgende weiſe: Erſtlich fol man die Grun dlini A. B. reiſſen/ vnd in vier gleiche theile abtheilen/ als C. D. C. dan zeuch E. v5 H. zum Horizont en gegen der rechten/ vnd nachmals auch A. vnd C. zum Horizonten gegen der lincken hand ſo haſtu ein gerechte abgekuͤrtzte vierung formiert/ welches auff der einen ſeyten mehr geſehen wird dan auff der ander/ vnd ſeind die viereck ſolcher vierung bezeichnet mit g.©. H. C. Wiltn diſe vict ung verlen gen oder ergröffen vmb ein halbe vierung ſo theile das ſpactum D. E in zwen theil/ ynd von puncken ſolcher theilung reiß ein lin zum Horizonten gegen der rechten hand, da findeſtu diſe halbe vierung mit ſtern ſi n gezeichnet. Wiltu es noch weiter mit einer halben vierung ergroͤſſen/ fo zeuch die lin E zum Hortzonten gegen den rechten ſeyten, fo findeſtu aber mal ein halbe pierung an J. K. vnd begrerfft alſo diſe ganttze nidergelegte vierung gerad zwo Perſecter vierngen. Diſe vnderꝛichtung kan eim fcharfffinnigen Architecto zu vil fachen ſehr dienſtlich ſeyn/ darvon ich kůrtze halben diſes ohrts weiter nichts ſchreiben wil, u lenge zwo vierungen an einander geſtoſſen/ iſt aber nur einer pierũg hoch. Dañ die lini C. D iſt in Per. pendieularen auff das vnderſt eck geſetzt/ darauff das ander Coꝛpus ſteht/ vñ begreifft alfa diß Corpus nach der lenge zwo vierungen/ aber in der hoͤhe nur ein vierung. Diß mag/ wie vermeldt/ zu vil ſachen fürz derlich ſeyn. Wiltu noch mehr vierun gen in der lenge haben /ſoltu die Grundlimni in fo vil theil deſto mehr | er lengeren vnd erſtrecken/ ſo wird folchs allzeit gewiß zu treffen. Wilen diß Corpus mit gefimpfen zieren ſoltu bbgeſetzte Regel volgen. Din voꝛigem Grund iſt diß/ ſo jetzund volgt aufgezogen in gleichem Hörizonten/ ond begreifft in der 2 ., .=——— SEB.SERLIL Von der Perfpectiven Olteſtu manch erley Fuck auff einem grund niderlegen/ ſol der grund zu aller voꝛderſt gemachet wer den/ wie SG,. 6, den magſtu durch hilff der Quadren oder auffgeriſſen vierungen formieren WS dit geliebt/ vnd je mehr vnd kleiner ſolche vierungen ſeind/ je komlicher vnd heſſer alle ſachen moͤgen zuff gezogen werden. Allhie hab ich ein Creutz in grund gelegt/ nur den ingang vnd rechten weg zu ſolchem werck zu Öffnen: es mag aber auß diſem Cruͤtz ein gantzer grund einer Kirch en genoln en werden/ wie dieſelbige jetzund vnder den Chriſien breuchlich ſeind Das ander ſtuck in diſem grund/ beieichnet ein ſtuck eines gantzen Jundaments oder grundlegung eines gehews. Es mögen aber diſe ſtuck alle hernach in groͤſſere Formg bracht werden /deßgleichen auch in man hherfey geſtalt verändert vnd gezierel ſo mag auch der Hoꝛizont and ſ hingeſtellee werden damit alle ding et wan mehr auff den ſeyten in das geſicht fallen/ jedoch follen beide Hoꝛizonten allzeit in einer hoͤhe fichen. 1— = 28 ———— — Zn=— 3 Vbeſſerem verſtand hab ich auch auß voꝛigem grund/ nachwolgends Coꝛpus auffziehen woͤllen/ damit deſto deutlicher angezeigt werde/ was für vnderſchiedliche wirckungen die Horizõten oben als wol als vnden an den Korpern haben, ſo auß dem grund ſolcher Hoꝛizonten auffgezogen werden wie ein jeder ſelbſt durch die vbůung erfaren ynd befinden wird. Wen ich aber alle ſtuck/ ſo vberecket ſeind/ vnd ſich auſſerhalb der vierung begeben/ beſchreiben wolte/ bedoͤrfft ich ein ſonderlich Buch darzu: aber ſolches iſt jetzund mein voꝛhaben nit/ ſonder wil den fleiſsigen Schuleren auch etwas zu erdencken vnd ſich zu vben/ vbrig laſſen. — N ZZ XXI hl DT . , , AN ̃ H Das ander Buch. Das 11I. Cap Fol xxltt zu Vff diſen grund fo vhereck vnd nit auß der Vierung kompt kan man alles/ was ing . Aen. Perſpertiha begert zu hringen/ niderlegen. Allſo ſiheſtu in volgender Figur eim 5 Saule ligen von acht ſeyten/ welche in der dicke drey Guader oder vierungen, vn in = der lenge 14. hegreifft. Diſe Saule weil ſie achte cket iſt/ muß auß der vierung genommen vñ gezogen werben/ wie oben gelehrt/ vnd ſihet man ſolche vierung mit puncten/ vnd den f achteck mit ſchwartzen Linien bezeichnet. Vleweil aber diſer ſaͤulen ſchafft zu vil nach der ſeyten in das geſicht fallet fo hab ich einander ſtuck dabey auffgeriſſen welches dicwell es dem Hortzonten naher fuͤrwertling oder von voꝛnen her ſcheinbarlich in dz geſicht kom̃et/ wiewol ſolchs nit alfa lang iſt als dz ander ſtuck ſo nder allein die halbt leuge hat, wie man in dem grund ſehen vñ abzetßlen mag So du diß ſtuck noch näher zum Hoꝛizonten ruckeſtwird es noch beſſer vorne her in dz geſicht komen, aber doch mn ag ſolches nmm̃er der geſtalt in das geſicht geſetzt werden/ daß cs Perfect für wertling anzuſchen jene, der vrſach halb daß es vbereck vnd nicht in der Vierung ſteht. . . ] 2 Ce . ö(7 chvolgendeſtuck ſein aber die, ſo in voriger Figur gezeiget fennd allein daß jene durck fick tie was ren/ diſe ader haben ein C orvus, vnd feind ſatt vnd dick. Sz dañ ein weiſer vñ Kun ſtlicbender Werck al ‚meifter difer Regel ond Under richtung volgt, mag et mancherſey fachen dardurch erfuchen vñ finden. . Es find aber auch noch vil andre weiß vnd weg mehr, die Albert Durer gezeigt hat/ von den en ich difer seit kuͤrtz halben, niht handlen wilvauch daß fie ſeht ſchwer vnd muͤhſam fennd, ſchrifftlich zufeken vnd zu ers lläreg Ee konten auch mancherlen ackem nach perfpectivifcher art aufgezogen werden, aber ich wil folches den Kunſttiebenden vhrig loſſen, ſhr verfanddatin zu vben/ vnd weil ich auch fuͤr mich genem̃en etiwas võ den Scenen oder Schamplatzen, da C omedien/ Tragebien/ vnnd dergle. traetieren/ wil ich allhie diſe lehr heſch ſieſſen⸗ gedien/ vnnd dergleichen Spil gehalten werden/ ju Ilm 7 L Von den Scenen oder Schawplaͤtzen. 4 9 V endt die ſes Buchs hab ich zu gefallen den Kunſiliebhabern ein kurtzen bericht ſetzen woͤllen von den ſchawplaͤtzen oder Oetern/ darin Comediẽ vñ andre kurzweilige Spil gehalten wer den vñ zeigen Wie die ſelbigẽ ſonderlich wie ſie heutiges tags in Italie breuchlich/ nach der Perſpectiva ſollen auffgeriſſen werden. Dieweil es aber zimlich ſchwer fallet in denſelbigen den rechten Horizonten zu ſetzen/ hab ich zu beſſerer vnderrichtung von allen ſachen zu aller hoꝛderſt in diſer nebengeſetzten Figur anzeigen wollen/ wie die Scenen furwertling in das geſicht koñen. Der erſt vnd Dis der Boden mit C. verzeichnet ſteht in gleicher Höhe der augen von dem Erdreich erhebt oder erhoͤhen/ flach vnd eben. Der ander Boden von Bu A. iſt vnder dein A. ein g theil feiner lenge erhoͤhet. Das hoch vffgerichtet ſtuck mit M. bezeichnet die maur, K 58 eines Hauſes oder Gemachs dargegen die Scena, J al auffgezogen wird. Die ſchmaͤlere hohe Figur mit...| P bedeutet die Kuckwand der Scena- damit zwiſchen voꝛgemelter Mawt vñ der Scena ein durchgang ſeye Da das B. ſteht/iſt der Horizont. Wo die Punctlini ¶ O. die Ruckwãad mit P. verzeichnet betrifft/ da iſt der Horizont ſolcher Ruckwand zu voꝛderſtlaher an L. iſt der Horizont des vᷣoꝛderen theils oder Furwand perſpectiiſch aufgezogen. Die neben wände oder ſeyten haben jhren Horizõt zubinderſt am O. Dan wo vnderſchledliche wan de můſſen auch zwen vnderſchiedliche Horizonten haben. Vñ diß ſey gnug von der Stenen fuͤrwertling anzuſehen. Der Platz den man Proſcenium vorbrůͤge nennet/ iſt mit O gezeichnet. Die Bruͤge mitten auff dem Schawyplatz⸗ Oreheſtra ges nennet/(darauf die RNzaũatsherꝛn jhre fig haben) iſt mit E. bezeichnet/ vnnd iſt ein halben Schuch von der Erden erhebt. Der Plaz mit J. if für die fůrnemſten Edelleut. Der mit G. für die Edelfrawen vnd alſo weiter hinauff werden die Graden für minder ſtands Perſonẽ außgetheilt. Die brey⸗. ten Plät H. vnd J. ſeind Gaͤnge. Der Platz zwi⸗ m Nu Naar 3 fihen H. vnd J. if für ſonderbare Edelleut von|;.| <. auffwerts, ſitzen minder ſtands Ehelleut. Der| groß Blatz K. iſt für das gemein Volck /mag aber groß oder klein gemacht werden nach gelegenheit vnd gröffe des Orts. Zu Vicentz hab ich ein Thea trum gemacht/ faſt in ſo ſcher geſtalt: von einem ck des Theaters zum andren waren Sa. Sichüch, die Stena war nicht fo breyt, auß vrſach daß fie an einem Hang gefügt war. Das Rammberck wa in eynander gefuͤgt in ſolcher geſtalt/ wie man in der Figur ſihet. Dieweil aber diß Theatrum an — — —= —— SS — nz ——— —— 2 = ES — einem feehen ond off nen Platz ſtundb vnd an keine Binder Mam har mogen angehefftet werden/ hab Ichs zu hinderſt in der Circum ferentz mehrer ſtaͤrcke halben/ ct was laſſen außlauffen 4 . Das ander Buch. Das 111. Cap. Fel xxh. W Iider allen dingen fo mit Menſchen hen den gemacht werden, iſt meines each tens niehts das mit 2 9 groͤſſer ver wur derung vnd luſt von den Men ſchen angeſchamet wird. als die Perſpeetiiſche auffreiſſung einer Scenen oder Schawplatzes. Dan da ſihet man auff einem klejnen Platz durch die Kunſt der Architectur vnd Perſpectiva/groſſe Pallaͤſt/ Tempel/Haͤu ſer fo wol in die naͤhe als in die they te/ runde weyte Dla/ lange Straſſen mancherleh weiſe durchbrochen/ Sch wwyhbogen/ hohe Saulen/ Piramiden/ Oheliſcen/ vnd tan ſenter ey ſchoͤne ſachen mehr. Man ſihet da vn zahlbare Lirthter⸗/ groß vnd klein Kunſtreich nach den Farben allerley Edelgeſtein gerichtet als Diamanten, Rubinen, Saßphyren/ Smaragden. Hyagcinthen vnd ander dergleichen mehr: man ſihet da den Men mit feinen Hürneren her fůr(etz gen vnd auffgehen: Da ſihet man den Auffgang vnnd vmblauff der Sonnen/ vnnd zu endt der Comedien jhren vndergang/mit ſolch er Kunſt/ daß jederman darah er ſtaun t: da ſthet man durch Kunſtreiche In ſtrument ein Gott vom Himmel herun der fahren Conteten vnd Sternen ſchieſſen: wie manch erley Perſonen in frembder Außlaͤndiſcher Kleidung: Frembde hier, darein Kinder oder Manner verbergen. zierlich ond artlich nach eines jeden Thiers are hüpffen vnd ſoringen/ vnd der ſachen vil mehr die nichtzu beſchreiben ſeind. Aber damit ich zu meinem Vorhaben komme/ vnd zeige wie diſe Sceng in Perſpectiviſch iſt zu mercken/ daß für das erſt der Vorder Boden ſol gelegt werden alfo hoch als des Menſchen Aug iſt welche Boden du in nach volgen der Figur ſiheſt mit C. bezeichnet. Der ander Boden mie B. darauff der Baw kompt ſol zu hinderſt gegen der Mam r ein neundten theil hoͤher ſeyn/ dañ davornen am B. nemlich daß ſolch Planum oder cb ener Grund werde in 9. theil abgetheilet/ vnd vmb ein ſolcher theile ſol gemeldter Bo. den zu hinderſt hoher ſeyn/ dañ zu voꝛderſt: fol auch ſehr eben vnnd ſtarck ſeyn/ von wegen der verbutzten Perſonen/ ſo daſelbſt vil Dantzen vnd(ringen müſſen. Diſen gehaͤldeten Boden hab ich durch die erfahrung ſehr kom̃̃ ich befunden,/ in dem Theatro vnnd Scenen fo ich zu Vicentz in Italien gibamwet habe /i. Die weil aber der Scenen dreyerley art ſeind/ nem̃lich C omica/Tragica/ vnd Saiyrica/ fo wil ich erſtlich von der Comica rehen Die Sceng Comica wird formiert wie gemeine wohnungen vnd Burgerliche Haͤufer mit Gaͤngen gemach en vnd Fenſtergeſtellen/ ey gentlich in einem groſſen Saal oder gedecktem Platz/ da zu hinderſt in Kammer iſt zu heſſerer komnligkeit der€ omediſpiler. Der Platz C. iſt der voꝛder Boden flach vnd eben: ſo dañ ein Quader diſes boden zwen Schuch haltet ſollen die Quader des anderen haͤldigen Boden vornen an der Grundlini auch alſo vil halten/ wie mit B. verzelch net iſt. Der Horizont Fol nicht an die Ruckwand geſetzt werden/ ſonder als weyt es vom anfang des Pflaſters B. biß zu der Mawr iſt/ als went fol man hinder die Mawr hinauß rucken/ dadurch alle ſachen ein ſchoͤne vnd anmutige abſtehlung vnd verkuͤrtzung vberkommen. So dañ alle Quader/ fo zum Horizsnten gezogen/ durch die bequeme Difang abgekůrtzt ſeind/ dañ fol der Obbaw auffgezogen werden/ welcher durch die großen Linien auff dem Grund angedeutet vnd bezeichnet wird. Alle die Spacien von den Wänden biß zu der Mawr A. ſeind fuͤr die Comediſpiler/ vnd fol bie hinderſt Wand in der mitte auff wenigſt zwen Schuch weyt von der Mawr ſtehen damit ſolche Perſonen nicht geſehen werden/ weñ ſie von einer Seyten zur anderen gehen. Als deñ ſol vom Paviment B. die hoͤhe mit. verzeichnet/ genoifien vnd ein Lini von dannen zum Horizon ten ges zogen werden/ welche fuͤrwertlingen mit Puncten gezeichnet iſt/ wie den ſolche Lini die hinderſt Ruckwand der Seenen betrifft/ da iſt der Horizont ſolcher Wand. Der obgemeldte Horizont/ fo durch oder hinder die Mawr geht/ dienet zu allen abgekůrtzten Seyten des auffgezogenen Gebews. Aber doch weil man die Mam Bette muͤſſen brechen vnd heilen,/ weñ man ſolchen Horizont zuvergroͤſſeten ſachen brauchen wolte ⸗/ ſo hab ich mir allzeit von Holtz oder Papeyr ein Model gemacht auff fein gewiß maͤß gerichtet, vnd nach demſelbigen alles von fuck zu ſtuck in ein groſſe Form gebracht. Ob wol aher wenig groſſe Geber nũ mehr gefunden werden/ darin man ſolche Scent für die Comedien machet/ ſo hab ich doch auff die Antiquiſche manier die theil die fer Scenen alſo auffreiſſen wollen, wie ſiein einem Saal oder groſſen Gemach ſtehen ſolten: Derhalben der Platz D. bezeichnet das Proſcenium: der Circkelrund Platz E. iſt die Oreheſtra: rings vmb die Oreheſtra find die Graden oder Sitz der aller Edelſten Perſonen/ gezeichnet mit 5. Der voꝛderſt Grad mit G if für die Edelfrawen vnd ſtatliche Matronen. Der Platz H. wie au ch J. ſeind durchgaͤnge. In der mitte diſer Graden ſeind Stafflen/ von einem ohrt zum anderen hinauff zu gehen. Den hinderſten Platz K. ſol man alſo groß mach en/ als die groͤſſe des Saals leiden mag: iſt auch etwas haͤldig/ damit einer pher den anderen ſehen möge, 6 SEB.SERLIL Von der Perſpettlven — © Se ——— = K— —— r—. k ZAHN| J A 1.| ar dd HJ DJ TEE 4 u A—— u Das ander Buch, Das 11 Saß. Soll. AS geſtalt die Theatren vand Scenenin Perfpreitvifchen Grund ſollen gelen t werden/ iſi zu uor ö,. meines bedunckens⸗ erklaͤrek. Damit man nur deſto beſſere vnderꝛich tung hab von dem SZ Gebew-foauß dem Grundauffgezegen wird, hab ich ſolches allhle in Figuren auffreiffen vnnd zeigen wollen/ u gefallen denen fo zu difen ſachen luſt haben. Dieweil aber diſe Figur vaſt klein iſt, hab ich alle maaſſen auffs genãweſt onnd fluiſsgigſt, wie ſichs gebäret hette nicht halten loͤn nen urn mlich ab t ſeind zu mercken die Stuck welche ein ſchön luſtiges anſehen bringen/ als durchſichtige Gaͤnge durch wel che man andre vnderſchiedliche Gebew ſehen kan: Item die außgeladenen Stuck an den feyten, fo ſich im Grſicht lieblich abſtehlen vnd verlieren: zierliche au gehenden Kärnict onnd dergleichen c. Sonderlich auch in achtung zu haben/ daß die nidren GN kleinen Gebew zu vorderſt geſetzt werben/ damit man manch erley hoͤhere Gebew dahinden ſtellen vnd ſehen möge, item to die Tachloͤch er vnd Eynfallen de Liechter am Forfilichffen genom̃en werden. Die runden vnd gevierdten Fenſter⸗/ welche man in den Gebewen ſihet/ ſein d alle Artiltial oder Kunſtlierhter von mancherle Fa: ben, von welchen hernach weytleuffiger fol gehande 8 5 2. J ,, ccc, che, D, SEB.SERLIL Von der Perfpectiden.. — 7 Egebem/ darinn Tragedien gehalten werden/ můͤſſen nicht ſchlecht/ ſonder wit S. Herm ⸗/Fuͤrſten vnd mächtiger Potentaten Haͤuſer vnd Pallaͤſt auffger fen werden/ von wegen der Spiel vnd Tragedien/ ſo in Namen ſolcher Perſonen gehalten werden. Dañ Eragedien waren ſolche Schawſpil, deren Perſonen fürne me riß treffenliche Herzen vnnd hohes Stands Perſonen anbildeten, vnd halten ein 2 trawrig vnd kläglich end mit todtlichem abgang fuͤrnem̃er Perſonen. Sollen derhalben die Gebe folchs Stands Perſonen gleich ſeyn, wie in der Figur hieniden angezeigt wird. Ich hab zwar wegen enge des Spacium Feine koͤm̃liche Pallaſt allhie auffreiſſen fonneh jedoch mag ein Architectus auß fuͤrgeriſſener Figur gnugſam abnemen/ wie er ſich in dergleichen Sachen verhalten ſol. r ö 8 —— ,, a , r, mn,,>> MD e,. ,,. ,,, . — ., . —— Das ander Buch. Das II. Cap, Sol. fi IE Comed ſen/ welche von den Alten ſeind Satyren genennt worden/ waren ſolche Spil/ dariñ ſchan d yñ laſter der ſchen geſcholten worden/ vñ deßhalben hrauchet man darzu eynfaltige Banuren/ welche großer vnkebachtſan er weiſe jr ire nung herauß ſagen. Vm ſolcher vrſachen willen hat Vitruvtns de gebewen der Satyrice baum vn gef ud/ felſer vñ geblrg. wildnuſſen/kreuter vnd aller ley außgetheilte gartenzterung⸗/ Item dawren hütten/ vnd was zu eines Hamren ſtand vn weſen gehort/ zugeeygnet/ wie man daniden in der Figur ſihet. So in. n ſolche Spil im winter haltet wen wenig grüne baume vñ kraͤuter ge funden werden fo mag man ſolche ſachen von Seiden durch kün ſtliche arbeit zuwegen bringen. Dan ſolche Sypil ſtellen nur mochtige PPotentaten vñ reiche Hern an/ welche den koſten wol erleiden moͤgen/ vnd der Spa kunſt feind ſeind. Ein ſolche Kun ſtretche vñ koͤſtiiche arbeit hab ich in der Scenen geſehen/ welche Hieronnnug Genga geinacht hat, zu ehren vnnd wolgefallen ſeines gnedtgen Herzen Franciſct Maria/ Hertzogen võ Vrbin/ da ein ſolche Magniſicenn vñ gewaltiger Hrachtzufehen geweſen/ an baͤumen/ kraͤuteren blumen von allerle Farben alles guß Seiden gemacht/ daß es nit anßzuſprechen. Die Seifen waren gezieret mit aller ey Thier vñ Würmen/ als Schiltkrorten/ Froͤſchen/ Heydoͤchslin/ Schlangen ok dergleichen: Zwiſchen den keinen waren ganze Korallen Au Perlemutter vnd vilfaͤltige ſachen mehr weiche vnmuͤglich zu beſchreiben. Ich wil nichts ſagen von den Heidniſchen Satyr ẽymphen-A eerweibern vnd mancherley Wundern von frembden Thieren/ welche von menſchen/ ſo darin verboꝛgen, bewegt vñ zin . wen fie gelebt/ gerichtet wurden. Diſe vnd vilfaͤltige andre ſachen mehr wil ich einem verſtaͤndgen Archtterto heimge ſtellet aben/ der ſoiche ding anordnen vnd machen fol nach dem er ein luſtigen vnd reichen Herꝛn vberkompt der nich: fragt/ R as er Fo? vonder o es nach ſemem ſinn vnd willen moge vnd koͤnne gemacht werden.; . J ö J Rx.. w 2 2 7 ö**. ——— = — 8 27 —————* SEB.SERLIL Von der Perfpectiven Bon Artificialo der Kunſtliechtern/ ſo in die Scenen hineyn gefuͤhrt werden¶) Vvor hab ich der Kunſtliechtern von allerley farben fo in die Scenen hineyn gebracht were den meldung gethan/ vnd verheiſſen eto gt hon denſelbigen zu trartieren. Fuͤr das erſt/ nim ein fuck Salamoniacum thues in ein Balbter hecke oder ander dergleichen geſchir: zerꝛeib es in waſſer/ vñ thu alſo vil waſſer daran/ als vil du wilt dz die farbe heyter oder dunckel ſeyn fol/ fo haſt a ein ſchoͤne Him̃elblaw farbe ſo ſich einem Saphhr vergleichet. Wiltu ſolche farbe ſchoͤn vnd lauter haben/ ſo laß ſie durch ein filtzenthuch in ein ander geſchirꝛ lauffen/ fo haſtu ein ſchoͤne lautere Hüumelblawe farb, mit welcher du vilerley andre blawe farben machen kanſt. Wiltu ſchoͤne Amiralden farbe haben/ ſo thu Saffran in voꝛig blaw waſſer/ vil oder wenig /nach dem du die farbe hoch oder liecht haben wilt. Wiltu Rubinen farbe machen fo nim̃ ſchoͤnen roten wein/ vnd temperiere die farb mit waſſer: haſtu kein roten Wein/ ſo nim̃ breſilien holtz vñ ein wenig allaũ/ ſiede es in waſſer/ nim̃ den ſchaum ſauber ab/ vnd laß es durch ein filtzthuch lauffen/ temperier es mit waſſer fo kanſtu ein ſchöne rote farb zurichten. Roter vnd weiſſer wein vnder einander vermiſcht/ gibt auch ein liebliche farbe: aber auß weiſſem wein allein kan man die farbe eines Tapas fen vnd Hhacinthen machen. Lauter hruñ waſſer durch ein filtz gelaſſen/ gibt Diamanten farb ꝛc. Diſe farben ſollen ein jede in ein ſonderbar hierzu gerůſt lauter ſchoͤn breyt glaß gethan werden. n welcher ſeyten man den diſe gefaͤrbten Liechter hineyn führen wil, da ſol man ein dun hrett außwendigen an der wand machen mit qußgeſchnitten? loͤcheren/ rund/gevierd/ rauten weiſe/ in oval form ꝛc. vnd dahinden ein ſtarcken ſchafft/ dar auff die voꝛgemeldte glaͤſer gerad an ond vo ſolche Löcher geſtellet werden/ fteiff vnd veſt/ daß ſie von den ſpringenden vnd dantzenden Perſonẽ nit bewegt werden. Hinder diſe glaͤſer ſoll man breñende groffe Ampeln richte durch deren ſchein werden alle die Farben mit ſonderbaremluſt in die Scenen hineyn geführt. Wil man etwañ an eim ort ein groſſen ſtarcken ſchein haben fol dz glaß mit dem gefarbten waſſer deſto gröffer ſeynvn hinder dem glaß ein Torſchen oder Fackel ftehen,hinder der facklen aber ein ſchoͤn lauter auß geriben becke/welches die ſtralen dopplieren/ vñ dem Sonenſchein gleich machen wird. Man kã auch durch gefärbt glaß mit briñien den liechtern dahinden geſtelt/ diſe ſachen zuiwegen bringen ıe, Doch dienet diß alles nur zum luſt/ vñ nit zur notwendige heitere der Scenen/ kapffer in ein glaß mit waſſer gethan /gibt ein ſchon wolriechend liecht. So etw; mit dem allerbeſtẽ gebraͤnten wein wol genetzt vñ beſtrichen/ vnd mit eim liecht angezündet wird/ verbreñt allein der gebraͤnt wein/ pn bleibt die ander materi vnuerſehrt/ iſt auch lieblich, ſachen mehr/ wil ich Fürs tze halben verſchweigẽ. Es ſol auch ein Archttectus vilerley Figuren võ ſtarckem dicken papyr ges maͤchet vñ geꝛuͤſt haben als Spileut/ Muſicantẽ/Soldatẽ Reuter mit Trom̃en vñ pfeiffen/ vñ andre Boſſen mehr dieſelbtge gegen ein wand richten alſo dz dahinden ein auff ſolche boſſen erfahrner Meiſter fie kunſtreich mit eim cyſen drach regiere vñ bewege ein liebliche heimliche Muſickdahindẽ halte/ ſanffte ſchutz thun vñ was dergleichen boſſen mehr ſeind/ in ſolcher geſtalt als wen es durch die gemachte Figuren verꝛichtet wurde/ dardurch wird das volck/ weñ ein Actus auß iſt vnd die Comediſpiler abgetretten ſeind/munder vnd wacker erhalten. Gleicher geſtalt kan man auch Planeten/ vnd ſchieſſende Sternen zu wegen bringen/ dz fie ſcheinen leibhafftig von einem ort zun andren zufahren. Ein donner kan man machen durch ein groſſe buͤchſen kugel auff der Bine oberhalb der Scenẽ ſanfftiglich gewahlet: der blitz aber wird durch ſonderbar Puluer nn ein ltecht getorffen/ zugerichtet ic. Äber ſol ich alles beſchreihen was ich weiß vnd was zu diſer Matern dienſtlich were/ wurde es vil zu weitleuffig werden: Ich wil diß alles einem Kunſilieben, den Architecto heimgeſtellet vnd befohlen haben der ſich ſol allzeit nach der zeit, komligkeit vnnd brauch des Lands/ vnd bevorab nach luſt vnd wolgefallen des Herꝛen, dem er die Scenen vnd Theater zuruͤſtet weißlich wiſſen zuuerhalten. Endet ſich hiemit das ander Buch der Architectur von der Perſpertivg. a—ro——— INT — —— . // // /// // — 8 ! ö. SEB. SERLII Von der Nſrchitettur . Das Dritt Buch: Darinn allerley Kunſtreiche Antiquiteten vnd ſchoͤne Gebaͤuw/ als Tempel/ Theater/ Amphitheater/ Pallaͤſt/ Badhaͤuſer/Piramiben/ Bꝛucken/ Triumph Schwyboͤgen/ Portal vnd dergleichen ſachen mehr/ mit jhꝛen Grundlegungen gezeigt in Figuren deutlich fuͤrgeriſſen/ mit jhꝛer Pꝛopoꝛtion vnd maſſen eigentlich erklert werden. ZA ln ſ e,. III g,. i 7 . N N N 91 * ö g N 9 6 AN Ad Mit vermeldung an welchem oꝛe ſolche ſtuck gefunden/ vnd von welchem Meiſter fie erſtlich angeben vnd erbauwet woꝛden ſeind. J ö 1 j 2 Jetzund zum erſten mahl auß dem Italianiſchen vnd Niderlandiſchen in die hochtentſche Sprache/ ges meinem Teutſchland zu nutz/ treuwlich vnd mit ſonderlichem fleiß vᷣbergeſetzt. .. Getruckt zu Baſel/ In verlegung Ludwig Königs, M DC VIII. 2 3 r/ * 8 2 k A—— A A lll AN fl; AS ill AN N N — 32 X D ö. 1 N © 3 . 8* Nein KO Does SS X 8? 88 8 Fe 22 Sa 3x k Ns DA 3 = 38 1— S EB. S8ERLII. Von Antiquiteten Vorꝛede des Authors an den Leſer. Jewol uns vil vnderſchiedliche Authoren herꝛliche Bücher vnnd Schrifften von wunder{ darlichen Gebewen der Aegyptier Aſianer ond Griechen hinderlaſſen haben/ darauß die ohren des Menſchen wol werden erfuͤllet/ aber den Augen vnd beguͤrligkeit des gemůts kein vers. nügen beſchehen mag/ in anſehung daß die lange vnd vnbeſtaͤndige zeit die Figuren ſolcher koͤſtlichen Gedewen vns genommen vnnd allein die laͤren buchſtaben gelaffen hat. Daher ich bewegt worden/ der alten Römer kunſtreiche Gebew in groͤſſeren ehren zuhalten/ vnd dieſelbigen nicht allein mit wars haffter lehr zuerklaͤren/ ſonder auch jhre eigentliche geſtalt in Figuren für die Augen zuſtellen, vnd die ſelbigen durch Rhuten/ Elen/ Schuch /Zall/ vnd Minuten auffs genaͤweſt vnd fleiſſigſt meſſen vnnd abtheilen/ alſo daß ein fetlicher hierauß ein gutten vnd ſatten verſtand derſelben leichtlich wird vberkommen koͤnnen. Daß ich aber diſe Roͤmiſche Antiquiteten/ wider mein ſinn vnd meinung/ hab vnden die zahl meiner Bücher trucken vnnd ſetzen laſſen/ hat mich fuͤrnemlich die groſſe vnd wunderbarliche Veſtung vor Antorff darzu bewegt vnd vrſach geb/ damit nemlich ein jedlicher fo ſich ab diſer ſtaͤrcke vnd groͤſſe verwůderet erkeñen moͤge/ was groſſen ja vnnoͤtigen vnd vberflůͤſſigẽ koſten die alte Roͤmer angewendet haben an die Oheliſcen/ Piramiden/ Th ermen/ Theatren/ Amphitheatren/ vnd dergleichen koͤſtliche vnd. gebewe mehr/ ſo nur zur frewde vnd Triumphen dienetẽ/ nicht aber wie diſe Niderlaͤndiſche Veſtung zu notwẽdiger defenſion/ ſchutz vnd ſchirm des Landts. Daher dañ auch zu vermuten/ daß die Roͤmer/ da fie nur frewden vnd luſts halben ſo mercklichen loſten vnd groſſe arbeit angewendet/ vil eines groͤſſeren an Schloͤſſeren vnd Veſtungen des Landts nicht wurden geſparet haben. Diß iſt aber in achtung zuhabe daß ber Alten Römer wercke nicht alzeit mit der lehr Vitru vij vbereyn ſtimmen/ daher dañ vil, ſo diſe Wercke abcontrafetet haben /ſeind betrogen worden. Dann es iſt gleublich/ daß fo wol in denſelbigen zeiten/ als heutiges tages allerl ey Meiſter gefunden worden ſeind/ deren einer geſchick ter geweſen dañ der ander: daher dann etwan auch gemachet worden/ daß die rechten Antiquen nicht hatten ſollen paſſieren laſſen. Hiervon wirſtu in diſem Buch guten bericht fin den/ darin du/ ſo es dir gefalt zu leſen/ lehrnen magſt wie das boͤß vd guten zu vnderſcheiden fen, Das vierdt Buch aber wird ſonderlich davon handlen/ als in welchem die rechte maaß aller Gebewen volkomlich beſchriebẽ wird. In diſem dritten Buch wirſtu erſtlich finde die Ichnographien oder Grund| legungen/ vnd darauff folgende, oder vordere Aufführung des Baws/ wie auch zum theil die Sciographien oder die Seyten der vnd vnſtraͤfflich werch bawen vnd aufrichten moͤgeebewe/ nicht allein der fuͤrnemſten Antiquiteten zu Rom in vnnd vſſerthalb Italien/ ſonder auch der fůuͤrtrefflichſten Gebewen diſer zeiten/ ſonderlich von dem weitberumten Braͤmanta gemachet. Wirdt alſo der gunſtig Leſer durch huͤlff des vierdten Buchs leichtlich erkennen mogen/ was wol oder vbel gemachet ſeye/ damit man alſo mit einem koſten ein gut men ſchicken/ daß/ welcher ſolche Corzefvondens fi dere ſachen niderwerg gerichtet ſeind hat er gewoͤlt/ da man ſihet/ daß es auch im werck ſelbſt thut. Dann neben anderen din ſeind die ſechs Cappellen welche weil fiein der dicke der Mawr ſtehen ſo haben ſie doch nicht deſtominder hre notwendige heytere durch h mannigerley Hutten/ Cappellen/ Halbrundungen/ Mu ſch us Severus/ vnd Marcus Aurelius Anton Das dritte Buch. Jol. ij. Das IV. Capittel Von den Antiquiteten. x Nder allen Antiquen Gebewen fo noch heutiges tages zu Rom geſehen werden/ iſt meines beV,. das Pantheon für das allerbeſt/ ſchoͤneſt vnnd volkomneſt zu rechnen. Dann mit groſſer verwunderung ſolches Werck anzuſehen iſt/ von wegen ſeiner vilfaltigen vnderſchiedlichen Stucken vnnd Gliederen/ welche alzumahl ſich dermaaſſen fuͤglich vnnd ordenlich zuſamhet/ ein voͤlliges vernuͤgen vnnd ſonderliches wolgefallen doran vberkompt. Diſe volkommenheit des Gebewes kompt fuͤrnemlich da haͤr/ daß der weiſe Architect fo ein erfinder diſes wercks geweſen iſt jhm die aller berfectſte Form außerlaͤſen hat nemlich die Runde/ daher es auch gemein lich/ Vnſer liebe Frawe die Runde genennet wird. Hieher hat es in wendigen fo vil in der hoͤhe als in der breyte. Demnach auch diſer Architect betrachtet/ daß alle ſachen ſo nach rechter Ordnung gemacht/ ein Principal hauptſtuck haben/ nach welchem alle anß dieſes Werck nur ein einiges Liecht hette/ vnd aws/ damit es ſich in alle ort gleich lich außbreiten konte wie gen/ ſo jhr Perfect Liecht haben ſollen an jhnen ſelbſt ſinſter ſeynd ilff vnnd zubringen etlicher Fenſter vber den geſagten Cappellen fo; hnen das zweyte Liecht geben/ genommen von dem obriſten Tagloch; alſo daß kein Winckel fo klein iſt/ der nicht fein gnugſam̃e heytere von diſem obren Hauptliecht empfahet. Diß iſt gewißlich nicht ohn ſonderlichen vnnd hohen verſtandt gemachet: dann weil diſer Tempel allen Abgotz en iſt dedieiert geweſen daher er mit eim Griechiſchen nammen Pantheon genenet worden) ſeind auch vil vnd mannigerley Bilder vnd Götzen darin geſtanden(wie ſolches noch len/ vnd groſſe anzahl der kleinen Fenſter anzeigen) vnd wahr von noͤten/ daß ein jetliches fein gebůrliches(iecht hette. Hieher bedoͤrffen auch die fo jhren luſt an Kunſt Stucken/ geſchnitzten vnd außgeha wenen oder gegoſſenen Bilder vnd anderen erhebtẽ ſachen haben/ ein ſolch Laͤbinet oder Gema ch denſelben zu zurůſten/ welches fein gebůrliches Liecht von oben her hatte/ alſo daß man ein jedes an fein ort ſtehen laſfen vnd nach notturfft bes ſchawen koͤnte/ vnd nicht damit herumbher zu gehen heytere zu ſuchen vnd zu enthlenen bedoͤrffe/ dadurch dañ offtmahls vil verꝛuckt/ verlohren/ vererbt vnd verbrochẽ wird. Aber damit ich widerumb zu meinem Vorhaben komme/ diew eil mir diß Pantheon das aller vollom̃eſt Architectur Stuck dunckt ſeyn/ ſo ich jemahlen geſehen⸗/ hab ich für gut geachtet/ ſolch ; hes auch im anfang der Antiquiteten/ für ein hauptſtuck aller anderen Gebewen zu ſetzen vnnd zu erklären. Der er ſte diſes Tempels gelegt/ it Marcus Agrippa geweſen/ wie Plinius mehr dañ an einem ort bezen getvnd ſolches zu ehren vnd wolgefallen dem Keyſer Auguſto aber er wardt durch den zeitlichen todt hinweg genmmen vnd verbleib der Baw vnvolkommen/ welcher erſt viertzehen Jahr vngefehr lich nach Chriſti Geburt/ iſt außgebawet worden. Die Capital diſes Tempels/ ſeind wie Plinius ſchreibt/ auß Kupffer gemachet geweſen: Diogenes der Kunſtreiche Bildſchneider von Athenen) hat die ſchoͤnen Weibsbilder in die Pfeiler gehawẽ. Es ſeind auch ſehr die gehawene Bilder vber dẽ Geſpreng gepriefen worden/ wiewol fie der hoͤhe halbẽ etwas vnkölich geſtanden. Es iſt aber vngefehrlich im zwelfften Jahr des Keyſers Trajani hun dert vnd dreytzehen Jahr nach Chriſti Geburt diſer Tepe vom Blitz oder Straal geſchlagen worden/ vnnd verbreitet. Etliche Jahr hernach haben jhn Lucius Sep timiinus Noͤmiſche Key fer mit all feinen Zierden vnd Ornamẽten widerumb repariert vnd erbawel/ wie ſolches auß der Geſchrifft in dẽ Architrab des Geſprengs gnugſam erſcheinet/ vnd iſt auſſer allen zweiffel/ daß diſe Ornamentẽ alle new ſeind/ dañ ſonſten müs ſte die alten Cariatiden oder Weibs bilder von Diogene geſchnit zwar ſolches im allerhoͤchſten theil des B ſt Fundator/ ſo die Grundtveten, noch verhanden ſeyn. Aber in der war heit die Ordnũg vnd außtheilug die ſes Wercks weiſet auß/ daß der Bawmeiſt er oder Architectus ein ſehr ſinn: vnd Kunſtreicher Meiſter geweſen. Die Ordnung iſt durchauß Eorinchiſch/ mi einiger anderen Ordnung vnvermiſcht: die außtheilung vnd maaſſen aller glieder ſo wol gehalten/ als ich an keinem werck nie geſehen/ alſo da ß diß Werck ein Exempel vnnd Meiſter ſeuck in der Architectur mag gehalten werden. Diſes alles neben an geſetzt/ wil ich zu den Particular maaßen ſchreiten/ vnd erſtlich die Jehnographiam oder Grundlegung in Figuren fürzeifen/ darnach die Orthographiam oder vordere Aufführung, letſtlich die Sceographiam oder Aufführung der Seyten. Iſt alſo die erſte Figur die Grundlegung diſes Tempels/ mit den alten Roͤmiſchen Palmen(deſſen m aͤß neben auß hinzu gefeet.) abgemeſſen. Die Columnen des Portals halten in der dicke ſechs Palmen/ neun vnd zwentzig Aij S EB. SERLIL Von Antiquiteten Minuten. Die Zwifchen Plaͤ der Säulen acht Palmen neun Minuten: die breyte deß Portals viertzig Palme die breyte der flachen Pfeileren des Portals/ oder de Diameter oder zwerch Creuzliny der Columnen gleich: die weyte der halb Rundungen zwiſchen den Pfeilerẽ iſt von sehen Palmen: die Pilaſter an den Seyten von zwen Palmen. Die weyte des Thors haltet ſechs vnd zwen tig ein halben Palmen: die weyte des gantzen Tempels in wendigen/ von einer Mawr zur anderẽ/ ein hundert neuntzig vier Palm en: die hoͤhe vom pftaſter biß zum vnderſten Bort des Taglochs eben als vil. Daſſelb rund Loch iſt went dreiſſig ſechs ein halben Palmen,. Der ſechs Cappellen in die dicke der Mawren gema chet/ iſt ein jede hreyt zwen zi g ſechs Palme /vreiffig Minuten/ vnd gehen halb ſo tieff in die Mamr nehẽ der dicke der gevierdten Pfeiler en auff jetlicher ſeyten/ aber die Principal oder hohe Cappelle iſt dreiſſig Palmen breit/ auch von halber Eirckelrüde nebẽ ermelten Pfeileren. Die dicke der Columnen aller Cappellen iſt von fünff Palmẽ minder drey Minuten: die gevierdte Eckpfeiler geſagter Cappellen gleichlich vil. Die Columnẽ der Tabernackſẽ zwiſchen den Cappellen ſeind dick zwẽ Palmen. Die dicke der Mawr/ſo den gantz Tempel vmbfahet/ iſt von ein vnd dreiſſig Palmen. Demnach ohwol die Cappellẽ die Mawr gnugſa außhoͤlen/ ſo ſihet man nichts deſtominder auch nochin wendigen der Mawren ziviſchen den Cappellen mehr laͤre plaͤtz/ welche etlich ſagen/ daß es Windt oder Luftlöcher ſeyen/ damit es von dem Erdbidem nicht leichtlich zerſtöͤret werde. Aber ich halte es darfür, daß fie nur zu ſparung der Matery gelaſſen worden ſeyn⸗/weil ſie in Circkels weiß/ vnd aller maſſen ſtarck gnug ſeind. Der Auffgang den man auff der lincken handt fibet/ war auch zu rechten handt/ auff das Portaal zu gehen: man gieng auch von dañen rings vmb den Tipel herumb!/ oben vber den Cappellen durch ein heimlichen Gang welcher noch vorhanden iſt. Durch denſelbigen gieng man auch zu den euſſeren Gaͤngen vnd Stafflẽ/ auff das hoͤheſt des Tempels zu ſteigẽ. Das Fundamẽt/haltet man dar ſůrdaß es alles ein gantz Corpus geweſen ſey/ vnd auß wendigen vil platzes verſchlagen vnd eyngenonmmen/ wie ſolches hernach vil erfahren/ welche bawen woͤllen vnd im graben diß Fundament gefunden haben. Dikß iſt der alt Roͤmiſch Palmen/ in zwelff finger abgetheilet/ vnd ein jetlicher finger in vier theile/ welche Minuten genennet werden mit welchem Maͤß diſer gegen wertiger Bam mit all feinen nachfolgenden theilen gemeſſen worden ff. Das dritte Buch, Das IV, Cap. dol ij Grundlegung des Tempels Pantheon/ ſo gemeinlich La Rotunda genen net wirdt, * ö A — S — A=S ——— —— 8— S 2 —= ! | | D©© ul Ü O G c Ill Ill CG© C ® ® O G. ® / SEB.SERLIL Von Antiquiteten Die Form des Pantheon auß wendigen. R Figur zeigt eigentlich die gantz Form vnd geſtalt des Pantheon von vornen her an zuſchawen ob wol man aber heytiges tages im Eyngang etliche ſtapff len hinabtwrtz gehet/ fo fin“ Se) det man doch/ daß im anfang/ da es erſt gebawen worden ſiben ſtapfflen hoch von der erden erhebt gewaͤſen iſt. Die Partieular maaſſe in ſonderheit anlangent, hab ich hiebevor geſagt daß der Diamefer der Columnen des Portaals ſechs Palmen/ zwentzig neun Minuten haltet/ jhr hoͤhe aber iſt von vier vnnd fuͤnfftzig Palmen/ neun vnnd zwentzig Minuten ohn die Baſe vnnd Capital. Die Baſe ſeind drey Palmen vnd neuntzehen Minuten hoch/ die Capital ſiben Palmen dreiffig ſiben Minuten: die hoͤhe des Architraben fuͤnff Palmen/ des Frieſen fuͤnff Palmen, dreytzehen Minuten daß Karnieß vier Palmen neun Minuten. Von oberſt des Karnieß biß zu dem Punct des Geſprengs ſeind dreiſſig vier Palmen vnd dreiſſig neun Minuten. Das Geſpreng haltet man ſeye mit ſilberen Figuren gantz gezieret geweſen/ wiewol ich in Geſchrifften nicht darvon gefunden. Da man aber die herꝛligleit vnd groſſes vermoͤgẽ eines ſolchen mächtigen Keyſers betrachtet/ iſt ſehr glaubwirdig: vnd hetten die Gothen vnd Vandalen vnnd andere Nationen/ fo Rom mehr dann einmahl beraubt haben/ Kupfer begeret/ hetten fie deſſen an den Architraben vnd andere Ornamenten gnugſam gefunden aber diſem ſeye wie jhm wil/ſo findet man noch Kennezeichen gnug/ daß Figuren von Ertzt oder Metall daſelbſt geweſen ſeind. min m — EL MI ML BAU ZT r . a NN KONNEN, n ,,,, ö. iin ii iii iii nnn nm ö,, u men,, m,,. J. 3 BEER U ,. J nnn, nnn, unn. lll! ö ——= ————— ö —— 68— Das dritte Buch. Das IV. Gap. Sol iiij. Die Form des Pantheon inwendigen. H za Achfolgende Figur zeiget/ wie das Pantheon inwendigen geſtaltet geweſen. Die Form/ wie N. vermeldt/ iſt yon der Spher oder Kugel genommen diewil die weyte von einer Mamr zur es anderen eben als vil haltet als die hoͤhe vom Pflaſter biß zum obren offnt theil. Ein jedes theil der weyte vnnd hoͤhe haltet hundert vier vnd neuntzig Palmen: vom Paviment biß zum ohriſten Karnieß/ vnd von dannen biß zum obriſten des Gewelbs iſt auch ein gleiche maaſſe/ nemlich ein jedes theit die halbe hoͤhe/ das iſ/ neuntzig ſieben Palmen. Die gevierdte fuͤllungen des Gewelbs ſeind alle nach der mittleren geformet/ vnd mit ſilberen getribenen Blatten vorzeyten gezieret geweſen/ wie man noch etliche verlaſſene anzeigungen vnd gemerck davon ſihet. Dann weren ſie von kupffer geweſen/ wurd man ſie ohne zweiffel noch finden/ wie andere kupfere zierungen mehr. Es fol ſich aber niemandt verwunderen daß man alhie/ wie die Perſperctiua erfordert/ kein Boden oder ander abgeküͤrtzte ſachen ſihet: dann ich hab nur allein den Tempel auß dem Grund wollen auffziehen/ damit die rechte hohe des ſto komlicher in gewiſſe maaß gefetzt/ vnd durch das abkuͤrtzt nicht verduncklet oder verlohren werden möchte. Im anderen Buch von der Perſpectiva/wirdt diſer dingen rechtes abkůrtzen gezeigt/ vnd fol ches in vnderſchiedlichen manieren wie daſelbſt zu ſehen. Von dem Karnieß niderwertz ſetze ich keine gewiſſe maaſſt/ dañ ſolches bald hernach geſchehen ſoll/ da ein jedes ſtuck beſonders erklaͤret wirdt. Die Cayppelle in der mitte /ob wol fie ſich ſehr wol mit dem andern werck vergleichet fo vermeinen doch vil ſie ſeye nicht antiquiſch/ auß vrſach/ daß jhr Bogen die obren fuͤnff Pfeiler bricht/ welch es man in keinen guten Antiquen findet/ ond deh halben man da für haltet/ fie ſehe alſo von den nachfolgende Chriſten erhoͤhet vnd ergroͤſſet/ wie dann der Chriſten Tempel gemeinlich einen Prin ipal Altar/ etwas his her vnd groͤſſer haben/ dann die anderen, {1 HE *. j 8 —— — LA —;—— ////, mmm n —; EM a II. f ö. . ö ĩ——* h ö an — w . 28 Il ffffff J TI 8 EB. SERLIL Von Antiquiteten ¶Diß Stuck finder man noch in ſeim weſen vber de Portaal———.. des Pantheon, auff die mas SS nier gantz von kupferẽ taflen gemacht. Der halb Circkeliit t ss ͤwar nicht da/ aber man ſihet— daſelbſt ein krůmmers Stuck von kupffer ſehr ſchoͤn geziert. il vermeinen/ es fen wegen vorermelter vrſachen von ſil⸗ F ber geweſen: die gemerck zwar/ M ſo noch vorhandẽ/ zeigen an · daß es ein treffenlich ſchoͤn werck geweſen ſeye. ; her vnd außwendigen ſehr ſchoͤn mit Mawren gezieret geweſen/ wiewol ſolche durch die lange zeit ſehr in abs gang kom̃en. Die vier Pfeiler ſeind außgekalet mit fo vil Holkaͤlen/ als man hievnden ſihet. Daß die vier Cos lumnen oben etwas dünner worden/ dan der Diameter oder zwerck Creutzliny iſt darumb geſchehen/ daß der Architrab wo man jhn mit den gevierdten Pfeilern/ welche ſich zu oberſt nicht min derẽ/ zuſamſien fügen wollen fein rechte Perpendicul nicht hette finden oder haben können, daran dann fo vil als die runden Columnt gemindert/ wurde gefaͤhlet oder gemangelt haben. Darumb hat der fuͤrſichtige Architectus den Architrab gerad vber den vier Pfeileren ſo vil außgebreitet/ dardurch ſolche ſachen ſehr fuͤglich ſtehen. Die Thuͤr helangent/ if jhr weyte von zwentzig Palmen zwo Minuten, jhre hoͤhe viertzig Palmen vier Minuten. Von den andren Partleular maaſſen wird U. Figur weiſer die geſtalt des Portaals inwendigẽ/ welches fo wol an den ſeiten/ als von vornen hernach weitleiffiger gehandlet. d————— x(; d X . F {IS ,, ZZ 2 ERST | RS 2 — 2— N Al inn [ N N=— SS NS N Das Thor vnnd geſtalt des Porticus inwendigen. N ——ͥ 8— N S N N N N N N N N NE N N N N N N N S N N N N u 2 . N N = N == 2 NN = EN N ——= SS NN N ==== 5 3 N = A BEN ZN N =; 3 X =—= S N N zZ——* N =— 2— k— N —=— F N =.; ==— S N == N ==? Ill illi N /// /// /// /// ///„··/···/// 7 . / A Il | | , . li // /// 1 . U MURAU ARMUT un l /// l z |/ h * | | . | ; Das Dritte Buch. Das IV, gap. Fol. v. nnn= j Dieſe Baſe iſt eine..— I I 7 von den jenigen/ ſo an ö. Hö den gevierdten Pfei⸗ f | Ss leren der andrẽ Drd⸗ ſ⸗. /// /— ö nung ſtehen/ hat nur ſ h IS HS HELEN ei in BER nme, een iini iii iin . 3 einen Stab an ſtatt K zweyer/ von wegen ſie etwas weit von den augen ſteht/ vnd das wercke nicht zu vil verkleinert vnnd eyngezogen ſcheine. h 9. . , J, 1 — FF E—— 3 F=— — — — Z= — Et — Ss ——— ——— ——— ——— —— H— — — f S* weyte vnnd hoͤhe dieſer T huͤr iſt zuvor vermeldt: jhS re Pilaſter ſind breit ein achtẽ theil der weyte im Liecht. Gb wol Vitruvius die Pilaſter der Dorick vñ Jonick/ vngeferlich von eim ſechſten theil ſetzet/ ſo iſt doch diſe nnn mmm, 2 ö ö. | ) auch nicht vnfuͤglich/ weil fie Co⸗— iA rinthiſch iſt/ vnnd die Coꝛinthiſche| Seunlen alʒeit etwas zärter ſeind dañ| Ss die anderen. Jedoch ſcheinen fie fo A| vil dicker zu ſeyn/ je tieffer die ſei. ö. K ten ſeind: dan wen man ſolches ſam⸗ ff— methafft anſch awet/ ſcheinẽ fie nicht. fo ſchmal zu ſeyn/ als fie aber an I : jhnen ſelbſt ſeind. Man ſagt daß die AA; Pilaſter an den Seitẽ/ wie auch der e IL Arch itrab/ alle von einem ſtuck ges Il machet ſeind/ wie ich dann auch kein vnterſcheid daran habe finden koͤn⸗| nen. J maaſſen ſtehen SET | ie neben ſeits.| Dieſes Karnieß/ F(hi |!| K fen vber J. K = ö. hat ein Achten theil der weyte im K echt. das Frieß/ weil nichts darein | O geſchnitten/ haltet ein dritt theil min, | der dañ der Architrab, Das arnieß 8 iſt als hoch als der Architrab. Die 1. anderen glider feind gepropotcion er: . ö..., man den re . el leichtlich finden I mmm — l — 6 ln . IE ö. 7 1 SEB. SERLIIL Von Antiquiteten ö Amit man alle ſtuck dieſes ſehr ſchoͤnen Gebewes deſto baß zeigen koͤnne, iſt von noͤten daß ſie auff D. weiſe vmbkehret vnd verſetzet werden. Wie dan hiebevor der vorder theil klaͤrlich gezeigt, allo Q J wil ich alhie den Creutzgang, das Portal vnd den Eyngang des Tempels geleicher geſtalt von der ſeiten her zeigen. Die maaſſen betreffen/ hab ich die dicke vnd hohe der Columnen vnd Pfeileren hie evor ſchon vermeldet/ iſt vnvonnoͤten ſolches zu widerholen. Dieſes orts iſt genug/ nur die rechte geſtalt der inwendigen ſtucken zu ſehen/ welche wiewol fie klein/ jedoch ſeind ſie auff jhr rechte maaſſen gezogen/ vnd nach der groͤſſe fleiſſig geproporcioniert. Die kleine Pfeiler in dem eyngang des Tempels ſeind gevierdt/ in manieren der Pilaſter/ von welchen ich das Mäß bald hernach ſetzen wil. Dann fie diene auch an die Ecken der Cappellen inwendigen rings vmb den Tempel; vnnd als vil das ſpacium diſer drey zwiſchen Plaͤtz der Saͤulen haltet/ als weit ſtrecket ſich das kupfferen Gewelb/ darvon hievornen geredt iſtSeitẽ des porticus. der eingang in den Zi pel. | —= m=. ö,,.——, 8 et- NEN Das dritte Buch Das IV. Cap, In ij. Eh wil mich nicht vnder winden alle außgekaͤlete Seuͤlen an dem Pantheon zubeſchreiben wegen jhrer vile, aber von den Kolumnen vor der groſſen Cappellen, weil Sfiefehr ſchoͤn feind, kan ich nicht vn derlaſſen etwas zu ſagen. Die Figur mit Nl. vnnd B. zeiget die Kaͤlung einer Kolumnen der groͤſſeſten Cappelln/ nemich ins flache onnd indiehoöhe: Ihr Form ond geſtalt wird gnug durch die zwo Figuren gezeiget, wil derhalben hr Maaß ſetzen Der Holt ſe ſend vier dztventzig, ein jede nen iin ut ein halbe weil die Welle mit den zibey Blaͤtlein begreifen zuſam̃en vier Minuten ein halbe nemlich die Welle drey Minuten, vnd die vbrigẽ in zweytheil getheilet/ vberkompt ein Blaͤttle drey quart einer Minuten. Dieſe Holkaͤlung iſt in anſchaiwen ſehr lieblich/ wie dann auch ein gleichfoͤrmiges werck an der Baſilica del foro tranſitorio zu zierung einer Porten gefunden wird/ wie im vierdten Buch vermeldet wird. Die Baſe mit C. gezeichnet/ iſt an obgemeldten Columnen: jhr hoͤhe iſt von zwen Palmen eilff SRinuten 3( derſte Welle halter ſibenzehen Minuten, das Blaͤttle darauf dreh Minuten ein halbe. Die erſte Holkaͤle iſt von acht Minuten vnd ein drittheil: die beide Blaͤttle vnder vnd ob den Staͤblein/ haltet ein jede ein halbe Minut: die ziwey Stable halten ſechs Minuten ein halbe /alſo außegetheilt daß die vn dre Blatten neunzehen Minuten hoch iſt. Die vnein halbe/ nemlich ein jedes drei) Minute, ein quart. Die andre Holkaͤle vber den Staͤblein iſt von ſechs gyrinuten: das Blaͤtle vnder der andren Wellen haltet ein Minut: die Welle iſt hoch ſiben Minuten/ zwey drittheil. Das Guͤrtle der Columnen vher der Wellen, haltet drey Minuten: die Außladung diſer Baſe von drey vnd zwentzig Minuten/ geproportioniert wie man in der figuren ſihet. SEB. SER LIL Von Antiquiteten Iſe nachfolgende Figur zeiget ein ſtuck des inneren theils des Pantheon, nemlich vom vnderen Boden biß zum anderen Karnieß/ welches das rund Gewelb tregt. Man ſihet auch vber den KarS nieß den anfang der viereckten außhöoͤlung ermeldten Gewelbs. Deßgleichen zeigt dieſe Figur zu vnderſt/ die weyte von einer der ſechs Cappellẽ/ von welchen zwo in der Figur eines halben Circkels die andren vier in Formen eines Quadrangels feind/ vnd doch alle ſechs in anſchawen gleichfoͤrmig. Ein jede von diſen Cappellen hat zwo runde Columnen/ die Eck haben jhr gevterdte Pfeiler wie man in vorgezeigtem Grund vnnd in nachfolgender Figur ſehen mag. Daß aber die elbe nicht nach der Perſpectina geſetzt/ dadurch man eigentlich erkennen vn ſchen koͤnte/ ob es ein runde oder gevierdte Cappelle waͤre/ iſt darumb geſchehen/ daßſie in jhrer rechten maaß verbliebe: dann dierunde Form wurde weiter außgelauffen vnnd ſich herumb gezogen haben/ vnnd kan man nicht deſtominder auß den blinden Fenſtren die rechte weyte der Cappellen leichtlich abnemmen. Die dicke diſer Columnen haltet fuͤnff Palmen minder drey Minuten: die hohe der Baſen iſt zwen Palmen/ zwentzig ein Minuten: die höhe der Columnen ohne Capitaͤl/ viertzig Palmen: die hoͤhe des Capitals, fuͤnff Palmen, dreiſſig Minuten kompt alſs die gantze Columne mit jhrer Baſe vnnd Capitaͤl auff acht vnd viertzig Palmen. Die hoͤhe deß Architraben/Frieſen vnd Karnieß iſt zuſammen dreyzehen Palmen ein halben: ſolche in sehen getheilt/ ſeind drey theil für den Architrabdrey für den Frieſen/ die vbrigen vier für das Karnieß. Von den vbrigen Glideren ſetze ich kein beſonder maaſſe/ welche ſich ſchicken nach dem Principal in diſer Form, ſo neben auß geſetzt/ vnd mit P. verzeichnet iſt. Man mag aber in diſem Karnieß den ſcharpffen verſtand deß Architect wol geſpüͤren/ in dem en die Kragſteine darein fuͤget/ vnnd aber die Schaffszaͤne nicht/ damit er nicht in den Faͤhler gerhiete/ darein viel Antiquen/ aber vil mehr der jetzigen zeit Bawmeiſter gefallen ſeind. Der Faͤhler aber davon ich redeiſt dieſer/ daß alle Karnieß/ darein Kragſteine vnnd Schaffszaͤne vndereinander geſchnitten/ falſch vnnd vnrecht ſeind/ vnnd deßhalben auch von Vitruvio in ſeim vierdten Buch im andren Capitel/ verworffen worden. Obwol aber in diſem Karnieß die Form der Schaffszaͤne ſeind/ ſo iſt doch ſolches nicht zu ſchelten/ weil es vngeſchnitten iſt. Vber diſem Karnieß iſt ein geſtalt einer Bruſtlaͤhne, deren hoͤhe von ſiben Palmen ſechs Minuten iſt/ ſehr wenig auß geladen/ ſeitenmal die Pfeiler auch wenig auß der mawren fuͤrſchieſſen. die hoͤhe deren/ zuſammen mit dem Architrab Frieß vnnd Karnieß/ iſt von dreiſſig Palmen dreiſſig ſechs Minutẽ: ſolche in fuͤnff getheilt/ iſt ein theil für den Architrab Frieſſen vnd Karnieß/ welche geproporcioniert ſeind nach der groͤſſe deſſen fo neben auß mit Minuten gezeichnet. In diſem Karnieß/ wie auch im Architrab die Glider theils geſchnittẽ/ theils vngeſchnittẽ/ alſo wol außgetheilt ſeind/ dz die rechte Form dadurch nicht verdunckelt wird/ ſonder vilmehr ein ſonderbare liebligkeit ſich darein erzeiget. Die Fenſter vber der Cappellen ſeind von wegen mehr heitere hineyn zubringen/ welches Liecht/ weil es radialiſch von dem eynfall deß obriſten Liechts gezogen iſt/ gibt der Cappellẽ jhre geburliche heytere. Endtlich ſeind auch zwiſchen den Pfeileren/ vnnd oberthalb den Fenſtren vnderſchiedliche ſchoͤne Steine hineingefügt, aber das Frieß deß erſten Karnieß iſt das allerſchoͤneſt fuck, Das dritte Buch. ws N NN K ö. . K ——— 4 . N | ) a© m’ i, N ö 1 , av 2 n 5802055232 1 . Il I | Il ==. IL e / Ill k | li . / lll nnn ———— NSS 8 8 D SS 8 8 ? LE SEB. SERLIL Von Antiquiteten; Diſe Figur bedentet eine von den Tabernacklen/ ſo swifchen den Cappellen ſtehen/ vnnd die Pfeiler an den Syten zeygen die gevierdte Eckpfeiler der Cappellen Mamñ geſpuͤret auch alhie die ſcharffſinnigkeit des Werckmeiſters in dem er den Architrab Frieß vnd Karnieß hat auff der Mauren leiden woͤllen: vnd da er gemerckt/ daß die viereckte Pfeiler an den Seyten nicht ſo weit auß der Maren gehen/ daß man die gan ze außladung des Karnieß dareyn beſchlieſſen moͤchte/ fo hat er allein ein Blatten dahin gemacht/ . ·—— 6 vnnd den reſt der — d—— vbrigen Glidren J tet Seifen va 7 keret/ dadurch das —..—— Werck ein ſon' ö lieblich8— w OS> keit vberkommen/ 5. vñ ſich der gantzen AZ, Ordnüg wol ver, gleichet. Die zwey n| blinden Fenſter/ ANNE A achtet man daß * Bilder daſelbſt ge , ſtandẽ ſeyen. Der j Fuß des Tabernackels iſt neun Palmen/ i. Minuten hoch: die dicke der Tolumnen halter zwẽ Palmẽ: die HS a he iſt võ ſechtehen , a8 Palmẽ ohn Baſe . U a|| Onnd Capiräl: die | Palmen hoch: die Capitaͤl ʒzwẽ Palo men/ ein halbẽ: der Architrab ein Pal men/ desgleichen auch der Frieß/ alles ſehr ſchoͤn. Die hoͤhe des Kar nieß haltet anderthalben Palmen: das Geſpreng iſt fuͤnff Palmen hoch. Der Architrab vber den zwen groͤſſeſten Pfeilerẽ haltet ein Palmen/ drey Quart: von den andren maaſſen wird hernach weiter gehandlet werden. Diſer Tabernacklẽ ſein drey mit Geſprengen/ vnd andere drey mit run| den Hauben: nemM* AMI————— 8—— 8 x 2 .,. ,,——— 8 8 SEN SS an m il TW — 7 Os Ds Ss WS TE (SS—— Ds— 8 DD 2 NE Ss N ZZ 1 ZZ N . 35 ö. . , ,, ch, J, c, N , , , D,, VLLT SS ZZ , SS ZI Ss ZZ A . ,. , h, Ich, , ,. ,, , VALID H,, . ————— 9 —————— lich/ von eim viertheil eines Sirckelriſſes. . ZZ geroſſen abgeſetzt iſt/ vnd Die vier Figuren alhie ſeind Glider des Tabernackels groß abgeriſſen/ wie die Buchſtabẽ A. B. C D. außweiſen. Von den maaſfen in der HShe iſt zuvor ge redt: von dem vorigen ſeye dem Architecto gnugdaß alles von ſtuck zu fuck võ proporcionierlich mit ſonderlichem fleiß in dieſe Forme gebracht worden/ wiewol den Schulerẽ Vitruvij villeicht moͤchte dieſes Karnieß ſcheinen vil zu hoch ſeyn gegẽ die Proportz oder Vergleichung des Architraben vnd Frieſen/ vnnd zwar ich ſelbſt wolte es ſo groß nicht machen/ jedoch an eim ort/ da es groſſe diſtanf vnd weyte hat/ vñ nicht ſehr hohe ſteht/ ſcheinet es guter proporcion zu ſeyn. Das Capita iſt weit von der lehr Vitruvnj: dann es if ohn die obre Blatten hoͤher/ dañ Vitruvius wil/ daß es mit ſampt der obren Blatten ſtehen ſoll; nicht defkomin- 9 8 der wird es gemeinlich für das ſchoͤneſt Capital gehalten/ ſo in Rom gefunden wird. Es find auch nicht alleine die Capital difer L bernacklen alſo geformiert, ſonder auch die an den Cap E pellen vñ Portalen/ derma fen daß ich darfůr halte/ vi auch im anfang vermeldet/ e daß kein Baw leichtlich ge E, funden wird/ mit mehr fieiß— ,, der Ordnungen/ als eben di⸗— NZ Fr/ welches alles inſonderheit zu beſchreiben/ wurde gar zu weitleuffig ſeyn. Will es derhalben hiebey verbleiben laſſen/ vnnd nun zu andren Antiquiteten ſchreiten. F Das dritte Buch. Das 1 v. kö Fol hij, — SEB. SERLIL Von Antiquiteten Vn folget der Tempel des Bacchi/ welcher ſehr Antiquiſch/ auch noch ganz vnd vollkommen gnug iſt/ von allerley ſchoͤnen kunſtreichen Steinmetz werck/ allenthalben herzlich geziert durchauß nach der Ordnung Compoſitg gemachet. Die zwerchcrentzliny inwendigen von einer Mawer biß zur andren/ haltet in der lenge 100. Palmen/ davon das mittelſt rund theil mit Columnẽ vmbſenzt/ ſo. Palmen haltet. In den zwiſchen pfäsen der Seuͤlen finde ich groſſen vnderſcheid: dañ der mittelſt plan/ da man auß dem Portal hineyn kompt/ haltet 19. Palmen vnd zo. M. der ander aber gegen vber haltet nur 9. Palmen/ 9. M. Der fo gegen der groͤſſeſten Halbrundungẽ iſt/ haltet 8. Palmen/ 31. M. die vbrigen zwiſchen plage/ halten jedlicher 7. Palmen/ g. M. ein einiger 7. Palmen/ 13. M. Die weyte des eyngangs wie auch der gevierdten Cappellen gegen vber/ halten ſich nach den zwiſchen plaͤtzen der Säuten: deßgleichen folget auch die weyte der zwo groͤſſeſten halbrunden Cappellen jhren zwiſchen platzen nach. Die andren halbrundungen ſeind 7. Palmen/ 5. M. breit. Die maaß des vordern Portals/ fo rund gewelbt/ mag man auß den maaſſen des Tempels nemmen. Hauſſen vor dem Portal war ein ſpaßzter plaJz mit eim gang rings vmb/ in Opalweiſe gemacht/ 88. Palmen lang/ in der mitte 40. Palmen breit/ ſehr mit Colummen geziert/ wie auß der figur erſcheinet. Der grund des Tempels Baechi. } A | | I © ® © Das dritte Buch. Das V. Ca. Fol. ix . Figur hab ich die Hrundlegung des Tempels/ mit ſeinen maaſſen gezeigt: nun will ich die Auffßiehung des vordren theils zeigen/ wie man nemlich in den Tempel hineyn ſihet, dann außwendigen iſt er gantz vnzterlich. Die Hohe vom Boden biß ins obriſt des Gewelbs/ haltet achtzig ſechs Palmen: die dicke der Holumnen zwen Palmen vierzehen Minuten;: jhr hoͤhe zwentzigzwen Palmen, eilff Minuten. Die höhe der Safe, ein Palmen ſiben Minuten: die hoͤhe des Capitals zwen Palmen ein quart: die h. deß Architraben Palmen ein quart/ gleich viel haltet auch das Frieß. Die hohe des Karnieß, zwen Palmen, ein halben. Die Particular Glider des Karnieß/ Baſe vnnd Capital/ ſihet man hieniden/ fleiſſig geproporrioniert, an ihrem ort verzeichnet, Es ſteht aber diſer Tempel auſſert der Statt Rom/ vnnd iſt S. Agneten dediciert. ,,, . — ö. A . . N SS WW S 8 9 SEB. SERLIL Von Antiquiteten ’ Iß iſt die Grundlegung deß obgemeldten Spacier Platzes vor dem Tempel Bacchi/ mit dem *. in Ovalweiſe gemacht/ wie man durch etliche/ wiewol ſehr verfallene gemerck vnnd Kennzeicht begreiffen mag. Es waren auch ringsvmb zwiſchen jeden Seulen/ Halbrundungen mit kleinen Saͤulen/ in welchen ohne zweiffel Goͤtzenbilder geſtanden ſeind. Die Figur/ wie vermeldt/ . war wol Oval/ aber ſehr lang/ nemlich 8 8 Palmen/ vnd 140. Palmen breit. S W 7 y,/ ; Der Tempel Baechi/ wie geſagt/ iſt an vil zierlichen Stucken reich auch von vnderſchiedlichen Compertimenten/ welche ich eins theils(doch nicht alle) hab zeigen woͤllen: vñ findet man davon die drey Mufer hieunden verzeichnet/ im ſelbigen Tempel/ von vnderſchiedlichen ſchoͤnen Steinen vn Mawrwerck. Das dritte Buch. Das 1 V. Gap Fol. Nachfolgendẽ Tempel/ hieundẽ in grund gelegt/ hat Keifer Veſpaſianus zu Rom bei dein Marckt aten laſſen/ vnnd iſt von Plinio wegen feiner vilen zierungen vnnd kunſtreicher außgehawener arbeit/ ſehr gelobt. Aber hie neben hat auch K. Veſpaſianus nach abſterben des Keyſers Nero/ alle Bilder fo wol auß Kupffer als Marmiel gemacht/ welche der K. 1. Nero an vil vnderſchiedlichen oͤrteren gefamlet/ in diſen Tempel gefent/ deren dann an der zal nicht wenig geweſen. Es hat auch ermeldter K. Veſpaſianus ſein vnnd feiner Kinder abcontrafetung gemacht von einem netogefünoenen Æüo—piſchen Marmelſteyn Baſſalto genent/ in diſen Tempel geſtellet. In der Principal Cappel iſt auch ein ſehr groß Marmeln Bild geſtanden/ auß vil ſticken gemacht/ von ö welchẽ Reliquien mẽ noch gnug in Capitolio findet/ vñ vnder andrẽ ſtuckẽ iſt da ein Fuß h., * , n en,, H, , . .. 7 A =:;.@| SS S N Ns 8 . A 8 EB. SERLII. Von Antiquiteten Rmeldter Tempel iſt mit Elen gemeſſen/ welche in zwelff theil oder Vntzẽ getheilt WW iſt/ vnnd haltet die Lini in voriger Grundlegung ein halbe Elen. Die lenge des Gangs iſt vngefehrlich 2. Flen/ die breyte 15. Elẽ. Die weyte der Halbrundungẽ vornen im Gang haltet sehen Elen: die dicke der Pfeileren des Eyngangs/ fuͤnff Elen: zwiſchen einem vnnd dem andren Pfeiler zehen Elen, Die Eyngaͤnge auff beiden ſeiten/ fo woldes Portals als des Tempels feind 16, Elen weit. Die lenge des gantzen Tempels iſt vngefehrlich r Elen: die brehte 125, Elen; der Hauptplatz in der mitte haltet 53. Elen: die Seite der Pilaſter/ da die runde Saulen gegen ober ſtehen haltet neun Elẽ ein halbe: die dicke der Säulen/ vier Elen/ vier Vntzen ein halbe/ mit 24. Holkaͤlen/ deren jede funff Vntzen weit if: jhr leiſte haltet anderthalbe Vntze. Die breytẽ der Principal Kappeln haltet vngefehrlich 32. Elen, vnd iſt von eim halbrunden Circkel. Aber die auff Sen Seiten mit AM. vnnd B. gezeichnet ſeind 37. Elen hreit/ gehen 6. Elen in die Mahr/ welches etwas minder iſt dann ein halb Circkelriß Die dicke der Mawrẽ rings vmb den Tempel iſt. Elen wiewol ſie an vil orten võ wegen der Vnderboͤgen vil duͤnner iſt. Die ymbkreyß der Cappeln ſeind ſechs Clen dicke: zwiſchen ein vnnd dem andrẽ Pilaſter feind 45. Elen. Andre Halbrundungẽ/Fenſter vnd vil Particular ſachen mehr/ mag man durch geſagte maaſſen begreiffen/ weil die figur geproporcioniert iſt. Nachfolgende auffgezogne Figur belangend/weil der grun d ſehr verfallen vñ verdeckt iſt/ hab ich von vnden biß zu dein Hauptkarnieß nicht eigentlich meſſen koͤnnen/ aber ſo vil ich auß dem/ was vor augen geweſen/hab ergreiffen mögen, hab ich nach demſelbigen nachfolgende Figur abgeheilt Ich weiß nicht gar eigendtlich, ob die Golumnẽ diſe Baſen has ben oder nicht/ well ich fie nicht hab ſehen koͤnnen Ob wol auch Plinius diſen Dat ſehr gepriſen hat/ ſo fin det man doch vnfuͤgliche ſachẽ daran/vñ ſonderlich das Karnieß pber der Kolumnen/ welches mit keinem andren fuck gemeinſchafft hat/ ſonder bleibt nacket vnnd bloß ſtehen. — Ii 1/ . jn nn,, | if . . i n, SS ö w— . G —— 8 ,, X —— . ZZ 3 2|. 1| 3 N SE FE U* ö 38= ES— ö S= S E/— 2; tft l Cl AN | ff, ff ff n n R N N N A. ö 1 d N. QW R j MH h Ta 8 R W S|| .; MN\\\ IN N ſ f h.**(,,, W W D>.| 0 J d* a* N HR MA X N 8 !,| j al ALLE HAAS LT 2 2— I 2= 8| a 1\ . I IN ſi iim nm iu mmm Il ff inn üin n miunmnſinihnminmnd fü lh |(ll Ai M 11 — ö fl J ö ö ,, ee, Wa dnnn gehen Minuten: die Intercolummie iſt võ drey Elen bungen: wie aber der weite nicht mehr erkennen. Die; Columnen haben weder Baſen/ noch Guͤrtle/ noch He ene geſeßztes ſtuck gemeinlich Templum pie gatis nennet/ vnd iſt derſelb gantz vnd gar von einem rawen ſtein gemachet/ fo daſelbſt von dem Fluß Ty⸗ x ber/ Tiburtius lapis genen net wirdt. Weil aber diſer ſtein geloͤcheret iſt wie ein Schwamm/ wurder gedecket vñ vberzogẽ mit eim Moͤrtel/ ſo man Stucco 8 neñet. Der Tempel iſt ö verfallẽ/ alſo daß man keine Merckzeichẽ der Fẽſter. mehr ſehen oder geſpuͤren. mag/ hab jn doch in grund legen wollen/ fein geſtalt 8 deſto baß zu vernem̃en. Er 8. iſt mit einer Elen gemeſſen/ ſo in co. Minutẽ getheilt/ davõ die Lini hiebey verzeichnet ein drittheil haltet. Die Columnen. ſeind dicke ein Elen re vierzehen Minuten: die weyte des Thors/ vier Elẽ/ ö. 8 e: die dicke der Maw⸗ J. ren/ ein Ele zwentzig. . nutẽ: die lenge des Tẽpels 38, Elen/ zwentzig Minu⸗ D ten: ſein breyte/ acht Elen/ k Dreiffig Minuten. Der. Gãg rings vmb war flach gewelbt mit Vierkantẽ Fel pla vor dem Tempel ges welbt geweſen/ kan man einige Außladungen/ ſonder ſtehen ſchlecht vñ bloß auff ihrem grund/ auch wie oben vermeldt/ von Tybertyn gemacht/ vnnd mit geſagtem Moͤrtel gedeckt. Es hat auch diſer Tempel ein Geſpreng vnd Dachung gehabt hinden vnnd vornen/ wie volgt, Das dritte Buch, it ein Grundlegung D N des Tempels/ welche man© Das IV. Cap, 2 S 8 6) / 2 SEB.SERLIL BonYntiquiteten Die hoͤhe der Columnen mit den Capftaͤlen/ iſt sehen Elen minder drey Minuten: jhr dieke daunden/ wie geſagt/ ein Elen/ 18 Minuten: die dicke zu oberſt/ ein Elen/ 15. Minuten: Die höhe des Capitaͤls/ 47, Minuten/ darin doch das Boß werck vnd Guͤrtle auch gerechnet: die höhe des Architra= ben 36. Minuten: des Frieſen/ ein Elen 56. Minuten: , des Karnieß/ ein Elen/ 8. Minuten: von dannen biß zum ohren Geſpreng/ 2. Elen/. Minuten. Die ander Partie cu ar glider mit den Buchſtabẽ gezeichnet/ ſeind allein abe geriſſẽ ſehr fleiſſig nach den Principalẽ geproporcioniert. . . . W AN M I ZZ 2 I.. K 1 . —— 1 ü N Das IV. Cap. Fol. xij Diſer dein pel wirt Veſta genennet/ ſteht zu Tivoin an einem Fluß/ vñ if mehrstheils verfallẽ. Er iſt/ wie man ſihet/ nach der Corinthia gemacht(ehr ſchoͤn gearbeytet: vornẽ her von W der Erde erhebt/ als hoch das Poſtement ſteht/ hindẽ aber iſt Ter mehr dann ſiben Elen vnter das Poſtement vertieffet. Das dritte Buch. . HH . . 7 r 35 OA S S AG—— i ES MI I J K M 3 LH . ir nn, IT LEE} J . i . ,. 3 ö . 2 . ͤ ö m n,, ,,. I ,. ,,,, VL , . LT . 2 * * an U e,. , ,, 3 . ff— ll 82 ä T imm mn SITE— 8 4— J , n nnn, . ö, | JUN |||| Il) ALM A i illi n n,,. . ,, EEE EN min. SEB, SERLIL Von Antiquiteten ARE Eſagter Tempel iſt mit der letſten Elen von 60 Minuten gemeſſen. Die Columnen ſeind dick ein Elen/ ſibenschen Minuten: der zwiſchenplan der Saͤulen zwo Ellen/ dreiſſig vier Minuten: zwiſchen den Columnen vnnd der Mawren/ zwo Elen ein halbe: die dicke der Mawren ein Elen/ dreyzehen Minuten: der Boden oder Beſenzt des Tempels inwendigen/ haltet zwelff Elen ein halbe: das Poſtement mit A. gezeichnet/ mit der Saul vnd jhren Zierungen/ dienet zu der gantzen Ordnung des Tempels. Die hoͤhe der Baſen des Poſtements iſt vierzig fuͤnff Minuten: das flache des Poſtements haltetzwo Elen/ viertzig acht Minuten: das Karnieß/ dreiſſig ſiben ein halbe Minuten hoch: die höhe der Baſe/ dreiſſig acht ein halbe Minuten. Der Schafft der Saulen iſt zehen Elen hoch: das Capital/ ein Elen zwentzig vier Minuten hoch. Der Architrab/ Frieß vnnd Karnieß zuſammen vngefehrlich dritthalb Elen hoch: die Thuͤr/ mit S. Y. gezeichnet/ hat in der hoͤhe neun Elen: die breyte im Liecht iſt vndẽ vier Elen vier Minuten/ zu oberſt drey Elen/ fuͤnfftzig vier Minuten/ etwas eyngezogen vnnd gemindert wie Vitruvius in feinen Buͤcheren lehret. Die neben Pilaſter fuͤnfftzig zwo Minuten ein halbe breit/ jhr Architrab von wegen der minderung nur funfftzig ein Minuten: das Frieß/ dreiſſig Minute hoch/ vñ das Karnieß zwentzig vier Minuten. Das Fenſter mit. X. gezeichnet/ iſt breit ein Elen/ viertzig ſechs Minutẽ ein halbe: hoch fuͤnff Elen drey Minuten/ oben eyngezogen wie die Thur: die neben Pilaſter dreiſſig ein Minuten/ ein halbe breit: das Karnieß haltet auch fo viel. Die andren Particularglider ſeind ins groß abgeſent/ mit denſelben Buchſtaben gezeichnet vnnd wol geproporcioniert. Diß iſt ein drittheilder gemeinen Elen von ſechtzig Minuten/ mit welcher voriger vnnd nachfolgender Tempel gemeſſen iſt. ; Fol. xiij. Das IV. Gap. Das dritte Buch. 8 8 2 8 8 . 4 8 8 © 8 Go S 8 — * 83 — * 3 8 S = I * 2 8 * S SEB. SERLIIL Von Antiquiteten. Iſer Tempel ſteht vor der Statt Rom auſſen/ ſehr verfallen/ vñ mehrtheils von ZOO) gebränten ſteinen gemachet. Man ſihet auch keine zierungen mehr/ wie/ ich dies| ſelben alhie geſetzt habe/ aber betrachtend die Grundlegunge vn darauff geburliche hoͤhe möchteer geſtaltet geweſen ſeyn/ wie die zwo neben geſetzte Figuren mit y. vnnd B. außiveiſen. Dann alſo kan ein verſtendiger Bawmeiſter quß dem grund ei⸗| nes Baws/ nach dem derſelb groß oder klein/ ſtarck oder ſchwach 2. iſt/ von den vbrigẽ maaſſen/geſtalt vnd hoͤhe des quffgefuͤhrten wercks, recht proporcionierlich vrtheilen. Diſe Grundlegunge iſt mit den alten Roͤmiſchen Palmen gemeſſen: Die Thür des Tempels iſtzwentzig zwen Palmen weit: die zwerck Crüßliny des Tempels haltet ſechtzig neun ein halben Palmen: die zwo halbrundungen an den ſeyten/ ſeind als weit als die Thuͤr. Die Thur des minderen Tempels iſt auch von diſer breyte: gleichfals ſeind auch die vier Cappellen võ ermeldter weyte/ allein hinderwertz wer den ſie etwas weiter/ võ wegen daß die Seytenmawren nach dem Kentro des Tempels lauffen: vñ empfangen alſo diſe vier Cappellen(fo vil man begreiffen mag) Ihr Liecht von der ſeyten her. Die zwerck Crentzliny des kleinen Tepels iſt ſechtzig drey Palmen lang: die kleine Cappellen fo wol die außgehoͤlete/ als die erhebte/ ſeind breit fuͤnffzehen Palmen/ aber von diſen zwo erhebten Cappellen kan ich mir nicht eynbildẽ/ wie fie oben ausgelouffen vñ ein end genommen haben/ dan man ſihet nur den Anfang davon vher der Erden/ vnnd weyter nichts. Ob wol wie vermeldt/ der Auffgefuͤhrte Baw nicht mehr vor augen vñ vorhanden iſt, fo hab ich doch in ſolcher geſtalt nach meinem gutduncken jhn auffgeführt, fuͤrreiſſen wollen/ vnd iſt alſo das Stuck mit B. gezeichnet ein Theil des groſſen| ü; Tempels/ vnnd das ander mit A. cin ſtuck des kleinen. Das dritte dug. Das IV, gap Sol yiij. . ö ,,,, ED 1[ 7 a ö A I 3* n ,,. — — (*. g. 9 Cx)..> g l Ko Im 8 A i m ät ⸗ 89 x a / 6 9. 1 m 1 ö 6 6 Dij —— . SEB. SERLIL Von Antiquiteten Nackfolgender Tempel iſt anch vor Rom auflen ſehr verfallen/ mehrtheils von gebränten ſteinen/ vnnd nicht(ehr groß. Man kan auch nicht finden/ daß er mehr Liechts oder heytere gehabt den vor der Thür vnd von den Fenſtrẽ vber dem Karnieß: die andren außgehölten loͤcher alle waren nur Plaͤß für Goͤtenbilder. Die maagß diſes Tempels hab ich auff der reife wrloten/ ich hab aber noch wol in gedechtnuß/ daß er anderthalbe Vierung gehalten/ ſo wol im grund als in der hoͤhe/ dez halben mag ſich ein Werckmeiſter/ nur mit der Figur behelfen. 9=== ff F—— K—— S ; 1 —— d ö 8 ——.;——— ,, 2*—ĩ;—. 1. K— i(.;.;=.| 5 j A 3 MANS ö ;.). 8. HC Im . S klein/ võ gebrantẽ Steinengemachet/ mit dem alten Roͤmiſchen Palmen gemeſſen. Dlelenge des vorderen Gangs haltet viertzig Palmen/ die breyte/ ſechzehẽ Palmen: Die Thuͤr iſt zehen Palmen weit. Die halb rundungen ſeind alle v einer weyte/ nemlich/ i. Palmen: der Platz da zwiſchẽ/ von ſechs Palmen. Das vbrig if nach dem geſicht abgemeſſen/ nemlich die hoͤhe vom Pflaſter biß vnder den Architrab auff 40. Palmen geſchetzt/ der Architrab Frieß vnd Karnieß guff neun Palmen. Von dem vbrigen hat mich bedunckt/ wen man der runden Hauben ein Palmen zugůbe/ wurde die gantze hoͤhe auff 70. Palmen kommen. Das dritte Buch, Diſer Tempel iſt ehr Q Ö UN X De III e, mm . h , dl ch DZ 9. . J Cl Ki, ö , care ,, Jan ll . „,. , N | J ANA A AA h 4 1. — e AN "06 PING ie PS Fol pv. SEB; SERLIL Von Antiquiteten C Ezen get ige ; Tempel iſt auch. vor Rö auſſen/ theils. AA ms z R D 2| 5 w. von Marmel/ theils, ZN W von gebraͤnten ſteinẽ. fl 6. N gemachet/ auch ſehr I J. verfallen. Etliche ver ne. K meinen es ſey ein ö. w)=== Sepultur oder Be⸗* J—= 27 5 kK— y— EZ An —— — — grebnuß ort geweſen, Auff allen ſeyten iſt es recht gevierdt: von einer Mawꝛen zur andren/ zo. Palmen weit: die dicke der Mawren zwen Pal men ein halben: die weyte der Cappeln/ WEM NA TUNG zehen Palmen: die. 6— Thür fünf Palmen.. vl TTS weit: die höhe der 6, Columnẽ mit Baſe= 6 ,. vnnd Capitaͤl/ von 4 WS f ö.| zwentzig neun Pal AH SS men ein halben: die dicke der Saͤulẽ we= 4 nig mehr dan zwen|| 22 Palmen: der Archi⸗ MS trab Frieß vnd Kar⸗ N nieß/ vier Palmen 1| ö ii iiilliiliiiſuil — Zz . . hoch: von dem Karnieß biß zum hoͤchſtẽ des Gewelbs/ elff Palmẽ: die höhe des Bogen der Cappellẽ/ jwentzig Palmen. . ür. Das dritte Buch Das IV. gap. Fol. xvj. Nachfolgender Tempel iſt zu Tivoli am Fluß/ ſehr verfallen: hatte vornen vnd hinden ein Geſpreng Die Saulen an den Seyten ſtehen mehr den halber vor der Mamr auſfen. Die weyte des Tempels von einer Mawr zur andren/ iſt von eilff Elen/ gemeſſen mit dem maͤß des Tempels pietatis/ davon oben ges redt iſt. Die lenge des Tempels/ achtzehen Elen: die dicke der Mawr/ein Elen eilff Minuten: die dicke der Saulen des Portals /ein Elen ein dricheil: jhr hoͤhe mit Baſe vnnd Capital vngefehrlich zwelff Elen: die hoͤhe des Architraben Frieß vnnd Karnieß/ drey Elen: von dem Karnieß biß zum hoͤchſten des Se ſprengs/ drey Elen: die hoͤhe des Poſtements/ vier halbe Elen. Vornen her iſt kein zeichen einiger Thur noch auch der Halbrundungẽ/ weil es alles verfallen: ich hab es aber mehrer zierung halben alſo fůrgeriſſen/ weil es villeicht alſo möchte geweſen ſeyn. Man ſihet auch keine Fenſter/ hab deßhalbẽ dieſelbige auch nach meinem gutduncken geſetzt. Von dem Maß des Poſtenents vnnd Karnieß daroben/wil ich nichts ſagen/ dann fie find geproporcioniert nach den Antiquen/ davon man noch etliche Stuck ſihet, Der dritte theil geſagter Elen. | TI ii ili ö SEB. SERLIL Von Antiquiteten © Bich wol im anfang dieſes dritten Buchs verheiſſen/ allein von Antiquiteten zu handlen/ ſo kan ich doch nicht vnterlaſſen auch von ettlichen newen Gebewen zu trgetieren/ ſo zu vnſeren zeiten gemehret worden/ ſonderlich von denen fo nicht minder ſinnreich/ vnnd hohen tapfferen verſtandts in der Bawkunſt geweſen/ als die Alten. Alſo iſt zun zeyten des Pabſts Julij ſecundi ein Kunſtreicher Architectus gewefen, Bramant genennet/ von Kaſteldurante im Hertzogthumb Vrbyn/ buͤrtig/ welche ermeldter Pabſt/ wie auch jedermeniglich/ das lob gibt/ daß er die rechte alte Bawkunſt von den alten Roͤmeren biß zu ſeiner zeit vergraben, herfuͤrgeriſſen vnd wider an tag gebracht hab. Diſer Bramante hatzuſeinen zeiten den grund vnnd anfang des koͤſtlichen vnnd wunder ſchoͤnen Baws/ S. Peters Kirchen zu Rom gelegt/ weil er aber zu bald mit todt abgangen/ iſt nicht allein ſolcher Baw vnvollkommen verbliben/ ſonder auch das Muſter ihn etlichen theilen nicht gehalten vnnd außgemacht worden. Daher haben ſich hernach andre tapffere Koͤpffe gebraucht, ſolches zu vollziehen vnnd vnder andren Raphael von Vrbyn) ein ſehr Kunſtreicher Mahler, vnd in der Architectur nicht minder verſtendig/ den Bramanten nachfolgend/ hat diſe Compoſttion ge⸗ ö macht/ nach meinem beduncken fo ſchoͤn als man fie finden vnndiwuͤnſchen kan/ welche auch einem Architectozu vil andren ſachen dienſtlich ſeyn kan. Ich wil die maſſen diſes Tempels nicht feßen, weil ein jedlicher auß einem theil den Reſt leichtlich finde kan. Er iſt aber mit den alten Roͤmiſchen Palmen gemeſſen/ vnd der mittelſt Gang iſt neuntzig zwẽ Palmen breit/ die an den Seyten halten halb fo vil/ auß welchen zwo maaſſen das vbrig leichtlich zu begreiffen iſt. — . Al( y A Ss N 1 l ol RD© ö . 2 J 426*:* 2. ö© Pr In 1 2 1 zii Ta 18 . 7 ll km” I Myſſſ al X —. F . w — —— — — =! | 3. 8 EB. SERLII. Von Antiquitetenn I Vn ſelbigen zeitẽ Pabſis Juli, II. war auch zu Rom Balthaſar Petrucius von Senen buͤrtig nicht 3 ein berhůmbter Maler/ ſonder auch furtreffenlich in der Architectur/ welcher in die Fußſtapffen Ꝙermeldtes Bramante getreten/ vnd ein Form einer Grundlegung gemacht in Manieren hieundẽ fürz geriffen. Weil er aher gewoͤlt/ ö der Tempel vier Eyngange heſte/ vñ das hoch Altar in der mitte ſtundehat er an die vier Ecken vier Sachriſtien geordnet auff welchen man zu mehrer zierde die klock Thuͤrne machete/ ſonderlich aber auff die vordren fo gegen der Statt hineyn gericht. Diſer Tempel iſt mit dem alten Roͤmiſchen Palmen gemeſſen: erſtlich/ in der mitte von einem Pilaſter zum andren/ ſeind hundert vnd vier Palmen: die zwerch Creutzliny der mittleren ECirckelrundung haltet 184. Palmen: die vier kleinen5. Palmen: die Sachriſteyen ſeind ein hundert Palme weit. Die vier Pilaſter in der mitte machẽ vier Boͤgen/welche die Haube oder Runde dachung oben auff tragen/ vñ ſeind gantz volkömen außgemacht/ deren hoͤhe 120, Palmen haltet: vber diſen Bogẽ war ein Tribune/ ſehr köͤſtlich võ Columnt geziert/ mit jhrem rundẽ Gewelb oben auff fo der Bramant vor feine todt zugeruſtet hatte/ davon der Grund hernach folgt. in. Co 2 N h; 4. N"a I 8© \ ( ö„> N t NE).. 9 8 ö| 421. 2 N ͤ 9 6 © 9 — — 5 ZZ ha 16 z , ö e ö N. 29.. ö Mſhie fiheſtu den vorgelegten | Grund der Tribunen auffgeYM fuͤhrt/ in wendigen vnd außwendigen/ vnnd wie ein ſchwerer Laſt anff die vier Bogen hette kommen fol len/ welches dann wol einem jeden verſtendigen Bawmeiſter ſehr gedancken gnug machen/ ob es nicht vil mehr auff die Erde vnnd ſatten Boden/ dann aber in den lufft in ſolcher höhe zu ſetzen geweſen. Daher ich alzeit zu ſagen pflege/ ein Bawmeiſter ſolle mehr forchtſam dann ſtolt ſeyn. Iſt er forchtſam/ fo 8 EB. SERLI 2 0 EZ lll il, RUN I. Von Antiquiteten pwird er ein Baw de to ſicheret machen/ vnnd andre leuthe auch nicht verachtẽ/ vnnd ſelten faͤhlen: iſt er aber ſtoltz/ verlaſſet ſich auff fein verſtand vnnd verachtet anderer rhat/ ſo wird ſein werck manigmahl zu ſchanden kommen vnnd faͤhlen. Sage derhalbẽ daß forchtſam/ vnd beſcheiden ſeyn/ vnnd jhm altzeit dunckẽ laſſen wenig oder nichts zu wiſſen/ an eim jeden Meiſter ein groſſe Tugend iſt. Was aber nun die maſſen anlanget/ die kan man leichtlich durch vorgegebenen kleinen Palmen finden. . in . ZZ . fl ö . 4 . il. ZZ —= S ö. D 9 f K LITE J —'— 7 2 3 K , e, 2 ,, h . ll 9. , 2 . J. h bp ANZ 39. . | T?== 3 T en nnn ,,. —* 9 A. ff , ) achfolgend g. ö. Das TV. Say Sol rie gelomen iſt Das theil mie*,. erfunden wordt wiemwol fü micht ins werck e„bier Cappel n in die Ecken geſetzt. Der Platz D. ſteh j nA, m,, J, J J en grund legen woͤllen.. a . kö A = AN| A*© w ö. 8 . D 8®. O® N | =®@ 86=“ S. 6. . N . 8 c D S . . ZI N n, (. | SEB. SERLIL- Von Antiquiteten , Hie ſiheſtu vorermeldts Kir chle etwas groͤſſer in grund gelegt/ welches von Bramant iſt allein gema*. chet worden zur gedechtnuß S. Peters des Apoſtels/welcher/man ſagt/ ſol alhie gecr euͤtziget ſeyn. Es . Di aber diſer Tempel mit dem alten Kömifchen Schuch gemeſſen/ welcher haltet 16. Finger/ ein jeder finger 4. Minuten/ davon man das maͤß durch den Roͤmiſchen Palmen finden lan/ denſelben auff vier finger Der groſſen de. Die zwerch Ereützliny difes Tempels iſt von 25. Schuhen/ 22. Minute: die weyte des Gangs rings vmb den Tempel iſt von ſiben Schuhen: die dicke der Saͤulen haltet ein S chuch/ vnd 25 Minuten: die weyte der Büren/ drey Schuch ein halben: die vierungen mit jhren inneren Rundungen rings vmb den Tempel/ bezeichnen die Anfenge des Gewelbs vber den Columnen: die dicke der Mawren iſt von fünf Schuchen: die vbrige maaſſen kan man durch die erſten begreiffen— Die helfft des alten Roͤmiſchen Schuchts. Das dritte Buch, ſichſtu vorigen Tempel au Fol xx, ſſen ſetze ich nichts/ dann Das IV. Cap, Particular maa hend tion ffſte grund kan man das au ches in rechter Ptopo n/ wel fuͤhrt iſturch den egreiffe d b auffge 1 1 helfft hta: n den ff geſte helfft 6 , nach folgende Doriſch gem zeigt dir diſe er wie auß der Figur zu mercken. 9 ie hrt/ vnnd das außwendi inwendige/ alles 9 fü Das{ —— ö /// /// Err—) KEuosooo——--'“ 11—— ,.,. — K———— * 5 8 , 2 K EINE — EEE EIBTTTTRITLITITTTIITT:— . J 2 3 3 S = 5 Ss * S C S . * X a N * * 83 eiget hab/ ſo folget nun das inwendige/ welches/ wie vermeldt/ in folder fer Bawmeiſter durch die maaſſen des Grunds/ das vbrig leichtlich ſinden kan. Wie dig theil des Tempels S. Ei ich bas auß wen wol ſo ſteht doch ſolche HShe brundungen nicht gar vbel/ ſonderlich aber wegen des dopplen Karnieß/ ſo da rings vmh he durch die außladung bedecket vnnd verduncklet. 2 5 feiner breyte zit rechnen/ weil er noch als hoch als weit iſt Peters ge etwas zu hoch ſcheinet nach nſtren vnnd Hal o ortion auffgefuͤret/ daß ein wei er Tempel aher diſ von wegen der F Prop 8 laufft/ welches vil von der h 6 ln. 7. Ii 3 A Im — Ss Ss —D— ——— — .. ,,. K. A Az K,,, ,,,. — ,,, nn,.| 1 — | . / n, ,. , 5 ,,,. lt ——| —— ; 8 ——— ——* — 8 J ss SID | — . HII j ML Die helfft des alten Roͤmiſchen Schuchs/ mit welchem voriger re Sn Grund gemeſſen if K Das dritte Buch. Das IV. Cap. Fol. xxj. Iſer Baw/ ſo alhie in grund gelegt/ it vor Rom auſſen geſtanden zu S. Sehaſtian/ aber jenund ganz verfallen biß auff den Boden/ ſonderlich aber der Creuͤngang vmbher: das werck aber in der mitte/ weil es ſehr ſtarck/ iſt noch ganz/ von gebraͤnten Steinen gemacht. Man ſihet durchauß keine Zierungen mehr/ vnnd iſt ſehr finſter/ weil kein kiecht mehr hineyn kompt/ dann nur von der Thůren vnd etlichen kleinẽ Fenſtren/ ſo vber den Halbrundungẽ ſeind. Der Grund iſt mit dem alten Roͤmiſchen Palmen gemeſſen: die lenge vnnd breyte mit eim Maͤßſtab ober Ruten von zehen Palmen. Der Gang mit A. verzeichnet iſt 49. Nuten lang/ ynnd drey Palmen/ die zwen an den Seiten/ y6. Ruren/ 3 Palmen: die breyte des Gangs/. Palmen: die dicke der Eckpfeileren mit all jhren Glideren/ z. Palmen/ vnnd kan man auß diſen maaſſen die andren leichtlich begreiffen Den Baw in der mitte anlangent/ iſt der Plat B. vngedeckt/ haltet in der lenge J. Nuten/ Palmen: die breyte/ 3. Ruten/ 4. Palmen: das theil C iſt gedeckt/ halter 4. Nuten in die vierung: die vier Pilaſter ſeind dicke 10. Palmẽ: die Mawr rings vmb den Baw/ it 24. Palmẽ dick: der Platz mit E. gejeich net iſt gewelbt: das theil in der mitte iſt das ein Mawrwerck ſo das Gewelb tregt/ in deſſen mitte ein offenlöch iſt: Es iſt auch diſes Mawrwerck mit Halbrundungen geziert/ welche ſich zů dem andren/ ſo gegen Ober in der Mawren ſtehen/ vergleichen. Die hoͤhe/ wegen es alles verfallẽ/ hab ich nicht gemeſſen/ ſonderlich auch weil kein ſchoͤne Architectur werck daſelbſt mehr verhandẽ geweſen. — N N |.; w Y Y,* w Ss SS SS N X N || | A N 8 ö N X X K N 2— DE 9 . K ö ö© << SON K— PEDERDA N N n,. 2 . ,. J, nn,,,, e, m mm,, N NEE . ,. ... ZZ . . )© D . . . n, ,, ,,, ,, 8 4 XW 3 8 YA S N 8 8 T 8. 2 m. K—— ö 8E B. 8SE RL II. Von Antiquiteten Achfolgendes Theatrum hat Keyſer Auguſtus vnter dem naſ̃en feines Tochtermans C. Marcelſi angefangen bawen/ daher es auch Theatrum Marcelli genennet iſt worden/ vnnd ſteht in den €) Sratt Rom. Hievon ſihet man noch ein theil des Gangs aufwendigen/ vnnd iſt auß zwo ordnügen/ nemlich der Doricg vnd Jonica gemacht. Es iſt ein werck das ſehr gepriſen wor den/ vnangeſehen daß die Doriſche Saͤulen keine Baſen/ kein gürtle noch außladũg haben/ ſonder rhuwen ſchlechtlich auff dem bloſſen boden des Gangs. Von dem Grund diſes Theatri hat man keinen ſonderlichen bericht gehabt/ allein daß vor wenig Jaren etliche fuͤrnemme Edle Roͤmer daſelbſt haben woͤllen ein Hauß bawen/ vnnd ſeind im graben des Fundaments auff ein theil diſes Theatri kommen. Diſes hauſes Bawmeiſter war Balthaſar von Sienen der ſehr berhuͤmbt Archit ectus: vnd als er das Fundament graben thet/ hat er ſehn wil verfallene Karnieß vnd andre Ornamenten gefundẽ ja iſt fo vil von dẽ Theatro entdecket worden/ daß er die gantze Ordinantz darauß ergriffen/ abgemeſſen/ vnnd mit groſſem fleiß in nochfolgende Form geſtellet. Da ich auch vngefehrlich vmb dieſelbe zeit mich zu Rom hab finden laſſen/ hab ich gleichfals ein guten theil des Karnieh wercks gefunden/ hab auch gelegenheit gehabt dieſelbe abzumeſſen„ond hab in den warheit fo vil ſchoͤner formen gefunden/ als ich niemals in keinen andren alten zerfallenen Gebewen geſehen hab/ vnnd ſonderlich in Doriſchen Capitalen vnnd andren ſachen mehr/ welche nach meinem beduncken den Schrifften Vitruvij ſehr eyn ſam geweſen: des gleichen haben auch die Frieſen/ Trigliphen vnd Zwiſchenplaͤt ſehr wol miteynander correſpondiert/ aber das Doriſch Karnieß/ ob wol es an Gliderẽ ſeht reich vnnd wol gearbeitet geweſen/ fo hab ich es doch ſehr vnterſchieden gefunden von der Lehr Vitruvij. Dann es hat ſolche höhe gehabt/ daß gegen Proportion des Architraben vn Frieſen/ zwey drittheil ſolch e Hohe weren gnug gewefen. Nun halte ich aber drumb nicht darfür/ daß von wegen diſer Licentz vnd freyheit in Antiquiſchen ſachen/ vnſere heutigen Architecti ſolches nachfolgen ſollen/ vn freuendtlich wider die Lehr Vitruvij handlen /oder diß oder jenes alſo macht/ darumb ſie es in Antiquen alſo geſehen haben ſonder wir ſollen alzeit die Lehr Vitruvij halten vñ nachfolgen/ in anſehũg feine lehr als wol gegründet/ noch nie kein ander Meiſter vbertroffen hat/ ſonder muß jhm noch ein jeder, wie kunſtreich er auch iſt/ den hoͤchſten grad in der Architectur vbergeben vnd frey laſſen. Iſt derhalben auſſ feine lehr mehr dann auff alte Roͤmiſche Antiquiteten zu halten: vnd ob wol die Römer die rechte ordnung des Bawens von den Griechen gelehrnet/ ſo iſt doch glaublich vnd moglich/ daß gleich wie fie hernach die Griechen vnter ſich gebracht/ vnnd jhre Hberherꝛen worden/ alſo haben fie im bawen ſich auch vber fie erheben woͤllen/ vnd dadurch zun zeiten fraͤnentlich gehandlet/ vnd von rechter Ordnung geſchritten. Aber gewiß iſt es fo man noch der Griechen alte wunderbarlichen Bawe/ welche nun mehr durch vilfeltige Kriege gar zerſtoͤret/ ſehen ſolte/ wie man etwan der Alten Roͤmer noch findet/ wurde man geſpuͤren daß die ſelbigen der Romer kunſt ſehr weit vbertreffen wurden. Alſo dan alle Bawmeiſter/ fo Vitruvij lehr fraͤvenlich verwerffen/ ſonderlich in ſachen die klar zu verſtehen ſeind/ als in der Dorick/ davon ich jetzund rede/ mögen wol fun Kaͤtzer in der Architectur gehalten werden/ in dem fie einen ſolchen Authorem verleugnen/ welcher von fo. vil Jahren her biß auff diſen tag/ von ſo vil verſtendigen vnd weiſen Meiſtern iſt approbiert vnd für ges recht erkennet vnnd gehalten worden. Aber damit ich widerumb zu meinem vorhaben ſchreite/ ſage ich/ daß der Grund diſes Theatri gemeſſen worden mit dem alten Roͤmiſchen Schuch. Erſtlich der Platz in det mitte mit A. gezeichnet/(war die Bruͤge/ vñ ward Orcheſtra geneñet) haltet in feiner weyte 194. Schuch/ in halber Circkelrundung: von einẽ Eck zum andrẽ mit H verzeichnet/ ſeind 417. Schuch. Der Platz mit B gezeichnet/ iſt das Proſceniũß/ Vorbrůge oder vorder theil/ genent/ iſt gantz offen: da das C. ſteht/ iſt der Porticus/ bedeckter Gang oder Schopff/ in deſſen mitte das Pulpitum ſtund: da das D. gezeichnet/ war ein Portal mit ſtafflen auff beiden ſeiten/ da man auff die Plaͤtze gieng/ ſo mit E. gezeichnet/ vnd Hoſpitalia genennet wurden. die zwen Gaͤnge mit G. gezeichnet/ braucht man zum ſpatzi eren, man ſihet aber diſe ſachen nicht mehr vber der Erden/ ſonder ſeind mit andren verfallenen heůſeren bedeckt. Von den Particular maaſſen wil ich alhie weiters nicht reden/ ſonder hernach im Amphitheatro/ fo Coloſſenm genennet/ weitleuͤffiger davon handlen. Das theil außwendigen/ fo vmb das Theatrum gieng wil ich in der andren Figur zeigen/ vnd war gemeſſen mit einer gemeinen Elen/welche in zwelff getheilet iſt/ ſo man Vntzẽ genennet hat/ deren ein jede fuͤnff Minuten haltet/ deren alhie ein drittheil folget. Das drittheil von der gemeinen Elen E JJ BE a 7 w/ //// ET; F; 1; 1 ö M Ma Das 1V. gap. S => 6 <> * — .. * 65 ſſſ U — — , 9 2D, ö . % , SEB, SERLIL Von Antiquiteten n Year Cem Figur zeiget das außwen dig theil vorgemeltes Theaters mit vorgezeigter Elen gemeſſen. Zum erſten, die Columnen daniden in der erſtẽ Ordnung/ halten in der dicke ein Elen/ 3. Minuten/ vnd oben vnder den Capitälen/ ein Elen/ 16 Minuten: die hoͤhe des Capitaͤls iſt halber ſo vil/ als die Columne daniden dick iſt/ welches Capital etwas volkõner gezeichnet iſt im. Buch in der Dorit a/ am Blat E. iij. mit B. gezeichnet/ des gleichen auch das Poſtement/ darauff der Bogen. iſt von derſelbigen höhe des Capitaͤls/ welches auch am ſelbigen blatzu finden iſt: die Pilaſter neben den Columnen halten 19. Minuten: die eyte eines Bogens iſt 7. Elen minder. Minuten/ die höhe davon haltet n. E)len/ 6. Minuten/ die höhe des Architraben/ z Minuten: die hoͤhe des Frieſen /. Elen/ 8. Minuten: die hoͤhe des gantzen Karnieß/ ein Elen/ wo. Minuten. Die weyte der Boͤgen der andren Ordnüg iſt den vndren gleich/ aber Ihr hohe iſt von 10, Elen/ 26 Minuten. Die höhe des Poſtements diſer andren Ordnung/ ein Elen A8. Minuten: die dicke der Saulen/ ein Elen/ x3. Minuten: die hoͤhe derſelben Saͤulen ohne Baſe vnd Capital/ eilff Elen/. Minuten: die höhe diſer Baſe 44. Minuten. Die hoͤhe des Capitals/ nemlich innerhalb der Schnoͤrcklen/ von dem Blaͤttlein biß vher das Capital/ zs. Minuten: aber der Schnoͤrckel han get vnder dem Blaͤttle zwentzig Minutẽ ein halbe/ welches alles von vnten des Schnoͤrckels biß vber die obre Blatten/ 46. Min. ein halbe thut. Die breyte der obren Blatten deſſelben Capitaͤls anderthalbe Elen/ aber . des Schnoͤrckels/ zwo Elen: die höhe des Architraben/ 59. Nein. die höhe des Frieſen/ 55. Min. die hohe deß Karnieß/ ein Elen/ 38. Min. welches Karnieß gewiſſlich auff die helfft mehr haltet als es ſolte/ſo wir der Lehr Vitruvij glauben geben ſollen. Ich bitte aber den gůnſtigen Leſer/ mir ſolches nicht fur ein vermeſſen heit zu halten/ oder als wen ich die gute Antiquen corꝛigieren wolte/ davon man fo vil lehret. Dann mein meinung iſt allein zuzeigen das/ ſo mit gutem verſtand gemachet iſt/ gegen dem fo vhelzuverſtehen iſt/ vnnd ſolches nicht nach meinem eignen gutduncken/ſonder mit der Lehr vnd Authoritet Vitrupij vñ aller guten Antiquiteten fo mit feiner lehr vbereyn ſtimmen. Die Baſe diſer zweiten Ordnung vnd jhr Poſtement darunter/ item das Poſtement des Bogens/ demnach der Architrab Frieß vnd Karnieß findet man im vierdten Buch/ am Blatt K ij. gezeichnet mit T. du findeſt auch daſelbſt das Capitaͤl zuhinderſt auffem Blat J. iiij gezeichnet mit N. 3. Das drittheil obgemeldter Elen von 0 Minuten.. 0 Das dritte Buch. Das IV. gap. Jol. xxliſ: — 1 8 n l b r r n, ,,, ,,,, ,,, ,,, ,,,, f ff ff ff ff int X R J 1 3 | 7 A . ZZ ZZ 9 7 a. ö A 7. R W VX Vz jm . . N Si= S 1 mS ———— zz“. J=—— w/ ö* n. JJ= K X . 2 © SEB. SERLIL Von Antiquiteten N Dalmatien iſt ein alte Statt Pola genennet vnd am See gelegen/ daſellſ i SQ] se man ein groß Stuck eines Zheaters/ in deſſen erbawung der Zirchitectue ſich des Bergs beholffen hat/ daran es ſteht/ welcher gedienet an ſtatt etlicher Stafflen: vnd in der ebne daniden hat er die Orcheſtram oder Bruͤge/ die Seng nnd andre dazu gehoͤren de ſtucke gemachet. Von diſen Stucken iſt wol abzunem̃en/ daß es ein ſehr koͤſtlich werck geweſen/ von Steinen vnd andrer arbeit ſehr reich/ vnd inſonderheit findet man da ein groſſe zahlvon Saͤulen/ deren etliche für ſich allein ſtehen/ etliche aber mit Pilaſtren/ etliche Eck auch mit viereckichten vnnd halbrunden Pfeileren in einander gebunden/ vnd zierlich nach der Corinthia gearbeitet. Diſer Baw war mit ein Schuch/ wie zu diſen zeiten hreuchlich/ gemeſſen/ in zwelff Vntzen getheilt/ davon du die helfft hieniden verzeichnet ſichſt. Die andre Figur zeiget die Grundlegung/ vnd wie dgs Thegtrũ von vornen her anzuſehen/ davon diß die maaſſen ſeind. Die Orcheſtra in halber Circkelrundung/ iſt in der Creutzliny vngefehrlch weit 30. Schuch: die Stafilen rings» umb mit den zwen Gaͤngen ſeind von 70. Schuchen. Der Gang X. iſt dem ebenen Platz des Pulpiti der Scenen gleich/ kompt gerad auff die vierzehen de Stafflen Das Porticus oder Vorſchopff iſt weit 5. Schuch: die ſeiten der Pfeiler innewertz/ achthalben Schuch: das vordertheil der Pfeilers rings vmb den Gang mit ſampt den Kolumnen/ haltet vngefehrlich fuͤnff Schuch in der breyte/ vnd von eim Pilaſter zum andren vngefehrlich 10, Schuch weit. Vndſo vil vom Grund ermeldtes Theatri. Die zwen groͤſſeſte gebierte Plaͤtz mit O/ſeind die Hoſpitalia, von welchem Platz man gieng in de Durchgang T/ welcher kompt auff den Gang halben weg der Stafflen/ wie man abmercken kan außdẽ platz T. vnd vnder diſem Durchgang iſt das theil des rechten Eyngangs: die Hoſpitalia haltẽ 5. Schuch: die Sceng iſt breit. Schuch: das Porticus oder der vor der Gang breit 27. Schuch/ die lenge iſt dem gantzen Baw gleich: Das ſtuck ſo vber dẽ Grüd des Theaters ſteht/ bedeutet die Durchgaͤnge durch die ſeiten des Theaters. Der Bogen mit A. bedeutet den Eyngang: die Bogen B. C. ſeind vnter der Stafflen: das Karnieß mit D. iſt das Poſtement des Bogen. Zu diſem Theatro bedarff man keine Stafflen hinauff zu ſteigen/ dann ſolches erſetzte der Berg: man mochte auch von der Scenen auff das Theatrum kommen/ weil ſie mit dem ſelbigen vereinigt war/ aber das Theatrum Marcell iſt võj der Scenen vnderſcheiden/ deßhalben die Auffgaͤnge daſelbſt von noͤten geweſen. Das iſt die helfft oder das halbe theil eines gemeinen Schuchs/ mit welchen folgender Schawplatz zu ſampt feinen zierden gemeſſen iſt. — K—— ESS 0 ——— ö — Das 1 V. Cap, ? I N lll u, m, ö I K, ͤ | MI ö— S Ml i ,. l Tl—— J | N i b EN DE ö. 2 PROSCEN. 1 8, SE DS 8 O —̃.* A ̃ iS Ss X zz. J 1. R K KN KU KUK KANN KN KU GNU N KH HN A. . 2E 0k TIC. A HN HN KNNRHNNNNNRNI aRNN Kd N K N Ke K KRK AH SEB.SERLIL Von Antiquiteten Os, Orgehendts Theatrum war durchauß Corintiſch/ von Felſenſteinen koͤſtlich gearbeitet/ vnnd . Xu wie vermeldt, an zierungen vnnd fonderlich ſo vil man auß den verfallenen ſtucken vernemen kan/ mit Columnen ober Columnen geſetzt/ ſo wol doppelt als eynfach/ ſo in wendigen als aufwendigen /mit vil vnderſchiedlichen Thuͤren vnd Fenſtren/ ſehr zierlich gemacht/ wiewol die inneren theil mehrtheils verfallen ſeind, darumb auch wenig von jhren maaſſen zu reden if. Aber die auß wendigẽ Stuck kan man zum theil wol heſchreiben. Die erſte Ruſtick oder bewriſche Srdnung ſo ohne Eolumnẽ/ iſt mit ſampt dem Karnieß mit€, gezeichnet/ von der erden vngefehrlich 16. Schuch erhebt: das hoͤchſt von dem erſten Poſtement iſt von fuͤnff Schuchen: die hoͤhe der Saulen mit Baſe vnnd Capitaͤlen/ 2. Schuch: die dicke der Pfeileren mit ſampt den Saͤulen/ 5. Schuch: die dicke her Column? allein/ dritthalben Schuch: die weyte d Boͤgt vngefehrlich 10. Schuch /jhr hohe 20. Schuch: die hoͤhe des Architraben/ Frieß vñ Karnieß vngefehrlich fünff Schuch. das ander Poſtement mit X haltet vier Schuch ein halbẽ: die hohe der Colunmẽ 16. Schuch: der Architrah Frieß vnd Karnieß/ vier Schuch hoch. Die maaſſen der Particular glider ſetze ich nicht/ dann man kan fie auß den Figuren hernach geſetzt begreiffen/ nach welcher ſie juſt vnnd eigendtlich proporcioniert ſeind. Von der Scenen vnnd andren inwendigen Stucken/ gib ich kein maaß durchauß allein hab ich hernach ein theil von dem Porticus der Scenen geſetzt/ welches mit P. gezeichnet/ vnndalſo das Karnieß/ Frieß vnnd Architrab mit F. war im hoͤchſten von diſen theilen. Die Capital mit S. ſtunden in wendigen mit ettlichen halbrunden Saͤulen auß ſonderbaren Pilaſtrẽ erheht, ſehr koſtlich gearbeytet. Diſe ſtucke alle waren wie vermeldt/ an koöͤſtlichen ſteinen vnd groſſer kunſt fo reich/ daß fie mit den Roͤmiſchen Antiquiteten wol mögen verglichen werden. Das Karnieß/ Frieß vnnd Architrab mit A. war im hoͤchſten des Theaters: daß Karnieß mit B. iſt daß Poſtement des andren Bogen: der Architrab/ Frieß vnd Karnieß mit C iſt die Karnieß vber den erſten Bogen. Das Karnieß mit O. iſt das Poſtement des erſten Bogen: das Karnieß mit E. laufft ober dem Ruſticken Poſtemene rings vmb den gantzen Baw. Die liny hieniden verzeichnet haltet ein halben Schuch deſſen/ damit difer Baw gemeſſen war. Verwundere dich aber nicht lieber leſer/ daß Ich dir nicht alle maaſſen eygendtlich vnnd gewiß ſetz/ dann diſe ſachen waren durch einen beſchrieben/ welcher ſich beſſer auff ahreiſſen vñ entwerffen/ dann abmeſſen vnnd außtheilen verſtunde.. Der halb Schuch/ damit diß werck gemeſſen iſt. r— 1 nur.. N .. 8 e qm ra — c 9 ö SA NE 71)—— ſſſ iM j in EL %——————= ST . /// ///— —* iM kö X SEB. SERLII. BonYntiquiteten OI V Ferentz öin ſehr alte Statt bey Viterben gelegen/ findet man noch anzeigungen eines alten Theatri welches an arbeit vnnd Ornamenten/ ſo vil man vernemmen kan/ſchlecht geweſen iſt man fihet noch daß am Porticus gevierdte Pfeiler geweſen/ auch zeigen ſich noch etliche Stafflen/ wiemwol ſchlechtlich gezierd vnnd alſo vers fallen/ daß man nicht eigentlich ſehen kan, wie ſie geſtanden ſeind. Die Scena diſes Theatri iſt von den andren ſehr onderſcheiden geweſen/ wie man in nachfolgendem Grund ſihet: aber es iſt nicht mehr ſo vil vber der erden/ daß man erkennen moͤge wie die Scena vnd Pulpitũ geſtanden ſeind. Diſer Grund iſt mit eim alten Antiquiſchen Schuch gemeſſen. Die Orcheſtra A. von halber Circkelsrundung/ hat im Digmeter/ hundert viertzig ein Schuch/ ein halben. Das Korpus des Thegtri, nemlich von der Orcheſtra biß zu den euſſerſten Eckpfeileren des Porticus, iſt 35. Schuch: Der Pilaſter an den Ecken iſt auff jeglicher ſeiten fünff Schuch breit. Der Eyngang des Porticus auff der Seiten an der Scenẽ/haltet acht Schuch: Das Gewelb vnder dem Auffgang/ 22. Schuch: die dicke der Mawren vmb die Orcheſtra/ vier dthalben Schuch: die Hoſpitalia mit X in der lenge viertzigſchuch ein halben/ vnd in der breyte/ dreiſſig Schuch: die weyte des Porticus vmb das Theatrum/ eilff Schuch/ feine Pfeiler breit vnnd dick drey Schuch ein drittheil: die weyte des Bogen/ neun Schuch. Die ebne der Orcheſtra mit B. 26. Schuch: der Platz/ Pulpiti G. hat in der lenge 40. Schuch ein halben, in der breyte 12. Schuch/ fein durchgang 9. Schuch. Der Platz mit O. iſt das Porticus hinder der Scenen/ aber man findet da keine Kennzeichen mehr einiger Columnen/ ſon der ſcheinet als wenn es were ein ſchlechte Mamr gewefen: Die brehte diſes Platzes iſt p. Schuch ein halben. Auſſert diſem Theatro ſihet man noch Merckzẽichen zweyer gebewen/ aber ſeind alſo verfallen/ daß man nicht mehr weiß wo fie geendet, Das gebew F. ſcheinet als wen andere ſtuck mehr vmhher geſtanden weren: die weyte des platz es F. haltet 3. Schuch: die andren ziwey ſtuck halten auff einer eiten 8. Schuch ein halben/ auff der ander ſeiten 10. Schuch ein halben. Die Bogen der vier Kolumnen/ halten in der lenge 27. Schuch ein quart/ vnnd in der breyte i. Schuch ein halben/ die breyte des Gebemws E. iſt v9. Schuch der Halbrundungen an den ſeyten 17, Schuch: die lenge durchguß so, Schuch, ſteht vnderſchieden vom Theatro 141, Schuch/ vom andren gebew 76, Schuch ein halben. Die heſfft des alten Antiquiſchen Schuchs. Sol nt . Das delete ut Ds % , ,% ,,,, 6# SEB.SERLIL Von Yntlquiteten Je Figut hieunden mit A. achte ich ſeye ein Scena eines Theaters geweſen/ ſteht zwiſchen Fondt and dert aelna \ if aber alles der maſſen zerfallen/ daß ich weder vom Theatro noch võ der Scenen/ das eigendtlich Maͤß ſetzen koͤnnen. Die Porte mit B. ſteht zu Spoleta/ if ſehr alt/ nach der Dorick gemacht: diſe hab ich auch nicht abgemeſſen/ ſonder die Form allein abgeriſſen. Die Porte mit C. iſt zwiſchen Foligne vnnd Rom außerthalb der Straſſen/ vnd gbwol es ſcheinet ein fraͤvel vnnd vnfuͤglich werck zu ſeyn/ in dem der Bogen den durchgang des Archttraben/ Frieſen vnd Karnieß bricht/ nicht deſtominder hat mir die Invention nicht miß fallen: wolte auch jhr breyte vnnd enge nicht abmeſſen/ welche ich auff s. Schuch vnd zwentzig ein Schuch ein halben geſchezt, Nach meinem bedunckẽ iſt es ein klein Kirchle oder Begrebnuß geweſen/ aber es ſeye was es woͤlle/ ſo iſts doch ſehr ſchoͤn vnnd gefällig den augen. E . f , ö. n N , m,, G 7—— 2 2 2. ,,,,, L' mn W Ww w. A SS ,. 1,——— in=. lllliiliiiiiliiiiiiiſiiiſſiiiſiiſſ lll ff ulli iini iini nm,, —— DD— — Das dritte Buch. Das 1V. gap. Sol pot An ſagt/ nachfolgende Grundle⸗. 9 ) Jung ſeye das Porticus Pompei⸗/ Al. ; andre vermeinen es ſeye das hauß. Marij geweſen/ aber vom gemeine volck wird es Cacabario geheiſſen/ ohne zweiffel daß das gemein volck feiner noturfft daſel hſt gep fleget hat. Dann man fine det kein wohnung daſelbſt durchauß nicht/ vnd ob es wol jezund bey nahe gar verfallẽ/ ſo ſihet man doch/ daß es ſehr groß geweſen vnnd vil Platz eingenommen hat/ wie man noch hin vnd wider die Merckzeichen in der IM R Erden findet. Da die Liny ſteht/ iſ jegund 4 der weg/ da man von Campo flore zu der . Juden gaſſen geht: Da das Creun iſt/ ſtehen jetzund die Heuſer de ſancta croce: da das G. ſteht/ iſt der Judẽ Platz: wo das M iſt/ ind«fa die Marellarij oder Menger: wo das C. ſteht/ iſ der Kirchhoff Sancti Salvatoris: wo das E. durchſchnitten ſteht/ iſt das vor⸗ 3 dertheil des hauſes Celſi/ alſo daß man von dannen fein groͤſſe begreifen mag. Die drey Ad RNundungẽ mit den ſtrichlein/ waren Wendelſtemne auff die zwo laͤre Rundungen zu ſteigen/ vnnd weil man in denſelbigen keine Geſpuͤr einiger Staſſlen mercken kan/ iſt zu mutmaſſen/ daß man daß Waſſer daſelbſt abgeſchlagẽ habe/ wie man deñ ſolcher oͤrter auch von noͤten hat. Der grũd diſes Wercks iſt gemeſſen mit der Elen des Theatri Marcelli/ deren maͤß man hernach zwiſchen den ö . Obeliſcen finder/ nemlich die halb Elen l „ von zo. Minuten. Die dicke der Pilaſter/ ” Balter drey Elen ein halbe: der Columnen/ zwo Elen: die jwiſchen Plaͤz zu allen ſeiten/ neun Elen ein halbe: Die vier Sckpfeiler ſeind vmb ſo vil groͤſſer dan die andren/ als vil die zierde die auſſerſten Eck/ ſo daran ſtehen/ begreiffen/ welche mit ſonderlichem verſtand gemachet ſeind. Es moͤgen aber alhie vil Architecti lernen/ wie man die Ecken mit den Columnen vnd mit den Pilaſtren zuſammen gebunden/ machen ſol/ damit das Eck in die vierung gleichlich den Columnen kome/ welches dem Eck mehr ſtaͤrcke gibt/ als wenn dieſelben Eck neben an die Pilaſter gezogen weren: vñ von wegen daß/ ſo man die eyngejogene Ecken vberzwerch im Diagone/ oder vberecketer Creuͤtliny/ da die zwo runde Saͤulen das Eck bedecken/ anſihet/ als vnvollkommen ſcheinen/ ſo prei| 1 ö 96 1 2 3 264 j) 2 ſe ich ſehr diſe Manier/ vnnd ſonderlich ſ darumb auch/ daß ſie von allẽ ſeiten eigent⸗| SS I. 65 7 vnnd als zollom̃en in das gie 8 M ttommen, WS ca ö... 8 g G sd g g 6 Ss g& e e 5 8 2 © 8 REB. SE RL II. Don Antiquiteten gezogen vnd ober dem Erdtrich ein geſtalt gehabt habe/ wie wol man wenig mehr davon geſehen hat: doch hat man noch fo vil gefunden/ daß man auffs wenigſt den Entwurff des euſſren theils daher hat begreiffen koͤnnen/ vnnd iſt gewißlich ein ſchoͤne Invention für ein ſtarck werck/ vnnd ſonderlich in der Ordnung Dorica/wiewol fie weder Architrahen noch Frieß oder Karnieß hat. Es iſt aber wol die forme da vnnd zwar ſehr ſubtil vnnd ſtarck gemachet/ vnnd mit ſchoͤnen Bindungen/ ſo wol von Felſen als gebraͤnten Steinen/ wie nachfolgende Figur außweiſet. Die dicke vnnd breyte iſt zuvor angezeigt: die hoͤhe der Saͤulen mit Baſe vnnd Capitaͤlen/ 17. Elen des Bogens/. deß Schloßſteins vber dem Bogen 2. Elen: der Bindungen, ſo an ſtatt des Architraben ſeind /2. Elen/ als vil dan auch das Fuck grad darüber haltet. Diſe andre Ordnung aber ſcheinet vnfůͤglich zu ſtehen/ weil da ein Pilaſter vber ein holen grund geſetzt iſt(ein ding das an jhm ſelbſt falſch iſt/ wenn man recht davon reden ſoll) Aber doch weil die erſte Ordnung fo veſt vnd ſtarck iſt/ fo wol durch den Schloßſtein jn dem Bogen als von wegen des Gegenſteins vnd der ſtarcken Blatten oben auff/ item der ſtarcken Poſtement des Bogen/ welche alle ein ſolche ſtaͤrcke andeuten daß die Pilaſter/ fo darauff ruwen/ das werck nicht beſchweren Mögen/ wie fie theten/ wenn es nur ein ſchlechter Bogen were mit ſeinem Architrab/ Frieß vnnd Karnieß/ alſo daß ich in diſem fal diſe manier nicht ſchelten kan. Die weyte diſes Bogẽ haltet vier Elen/ die höhe neun Elen: die breyte der Pilaſter/ zwo Elen ein drittheil: die dicke der Coſumnen ein Elen vnnd ein ſechſten theil in der Creutzliny: die höhe einer Columne mit Baſe vnnd Capitaͤl/ elff Elen ein achten theil/ Corinthiſch gemacht: die hoͤhe des Architraben/ Frieſen vnnd Karnies zwo Elen/ drey quart/wiewol ich doch von den Glideren diſes Karnicß, Frieſen vnd Architraben/ kein Particular maaſſen geben kan/ weil ſolches nicht mehr verbanden nur if noch fo vil Mawrẽ vbrigdaß man davon die hohe deß Karnießen/ Frieſen vnnd Architraben wol hegreiffen mag. So der Grundlegung iſt zuvor gnug gerede/ nun wil ich etlicher maaſſen anzeigen/ wie es auff Das dritte Buch. Das IV. Gap. X— /// ·/·* a,, i.——— WERE NSS——— 6 ///—C———— 5 N A t—— SS————————— 9 2 53 J T ch A MARS A KO .. 611. X * 82 WW Nr 8. 1 ZA—/ 4 J m A / ) Fol yxviij. ö SEB. SERLII. Von Antiquiteten Nder anderen ſchoͤnen Antiquiteten zu Rom/ ſeind auch zwo Martmelen Säule, vol kunſtreichen qußgehawenen Hiſto rien. Die eine heiſt Columna Antonin/ die andere Columna Trajana/ von welcher/ weil ſie etwas volkom̃en dann die erſteich alhie etwas zu melden nicht vnterlaſſen kan. Wie der Nam̃en anzeigt hat der Keyſer Trajanus diſe Colſine auffrichten laſſen gantz von Marmel vñ von vilẽ ſtucken zuſam̃en gefuͤgt/ aber fo ſubtil vnnd artlich/ daß fie nur ein ſtuck ſcheinet zuſeyn. Ihr Particular maaſſen wil ich von dem Poſtement anfahen. Die erſte Blattẽ iſt hoch drey Palmen: die andere/ ein Palmen acht Minuten: das außgehaiwen Schafftgeſimps der ſelbenhohedas flache des Poſtements iſt hoch i. Palmen ſechs Minuten: das außgehawen Karnieß/ anderthalben Palmen: das Abtraggeſimps mit Frůͤchten behenckt/zwen Palme 10. Min.die gantze Baſe der Säule/ ſechs Palmen/ 28. Min. alſo getheilt/ daß die Blatten/ auff deſſen einẽ eck der Adler ſteht(es ſte, nen, 10. Min. die Welle daroben/ Palmen/ 8. Arinuten: das Blaͤttle /o. Meinuten hoch. Der Schafft der Saͤulen/ us. Palinen/9. Min. hoch: das Staͤble mit feinen zwo Blaͤttlein vonder dem gezierten viertel vom Stab haltet 10. Minuten. Der viertel des Stabs zwen Palmen/ Min. hoch: die obre Blatten/ 2. Palmẽ n. Min. Oben auff diſer Saule if ein rund Poſtement mit eine Außzug oben auff/ zu welchem man auffgeht durch den Wendel ſtein/ man mag auch gmechlich da rings vmbher gehen /von wegen der fuͤrſchieſſenden w, A bad och/ſein Baſe 2. Palmen fein Karnieß zu oberſt/ ein Palmen. Der ynder Außzug vber diſem Poſtement iſt vierdthalben Palmen hoch. Die dicke diſes Poſtements 13. Palmen/ 16, Minuten: die dicke der Saͤulen zu oberſt/ 4, Palmen/ daniden 16. Palmen: der Circkelriß A. bezeichnet die dicke zuoberſt/ der Circkelriß B. die dicke daniden: Die weyte des Wendelſteins/ drey Palmen, die Spindel oder der Kopff vier Palmen. Die breite des Poſtements/ Palmen 6 Minuten/ in welchem ſpacio zwo victorien mit vil Tropheen anßgehamwen ſeind/ mit einem Epitaphio/ deſſen geſchrifft alſo lautet: Jö 1MP. C AES ARI DIVI NERVAE. FE. NRERVYVAE. TRAIANG AVS. GERMÆRNIC. DÄCICO PONT. MRX. TRIB. POT. XVII. C OS. VI. PR. AD DEC LRRRNDVBPI QVANTAE ALTITVDI-; NISMONSET LOCVS SIT EGESTVS. Indiſe Saͤule/ wie vermeldt /ſeind vil ſchoͤne Hiſtorien auſgehawen/ in ein vollen circkelgruͤndet/ vnd gekaͤlet nach Doriſcher manier/ in welchen. die figuren gemachet ſeind in ſolcher Manier/ das die erhebte figuren der rechten geſtalt der Saͤule vnnd Holkaͤlen nichts benemen. Zwiſchen den figuren ſeind kleine Fenſter/ welche dem Wendelſtein fein liecht geben/ ſeind auch alſo gerichtet/ daß fie den figurẽ nichts ſchaden/ in der zahl vier vnd viertzig. Alles iſt mit dem alten Roͤmiſchen Palme gemeſſen/ deſfen maͤß oben gezeichnet iſt bei der Rotunda. ö Das dritte Buch. Das IV, gap, Sol xt ö— AA i 8 N> z f* fi d e ßß— . N 33332233 3 d©%\ X 2 * N k 8e F N; 8 2 EN A 58* NS\ dd CR A 8 De 54. 5 aF Ww 8 IN 7 8 2 V 3 iS: d Ri X Ge, EN |= N 2867 D ZN ER ES g e i,.. 8 f mii, U 2— 6 2. — us 8.; 8*. 9 kö SZ; N I.. ZA w. ——— —— SZ — 6. . x—· ·Q—yiKiKiKi—. ro. 1 AUS ——— K===== —>__ — ——— 7 * 5 —— ——— ——— ——— — —— — 1— — — . 8 s EB. SERLIL Von Antiquiteten M Jiebevor hab ich von der CGolumne Trajana vnd ihren maaſſen weitleůffig gnug gehandlet: nun wil ich dicſelbegantz auffgerichtet zeigen nach Voriger Proportion. Die Saul T. bezeichnet die Columna Trajana, auß welcher Form die Obeliſcen oder Piramiden entſproſſen ſeind Wie aber dieſelbigen gen Rom gebracht worden/ oder wozuſte dienen/ davon wil ich nichts reden weil ſolches Plinius weitleuffig in ſeinen Buͤcheren beſchreibt: allein wil ich von den Maaſſen handlen/ vnd etliche Piramidẽ zeigen ſo ich ſelbſt zu Rom geſehen vnd abgemeſſen hab. Der Obeliſcus O. iſt vor der Porten Capena/mit etlichen egyptiſchen Buchſtaben: jhr dicke am Fuß iſt zehen Palmen ein halben: jhr hoͤhe o. Palmen; ond diſe allein mit dem Antiquiſchen Palmen, die andren aber waren mit der newen El von So Minutẽ gemeſſen, davon du. gezeichnet ſichſt von zo. Minute, Die Piramide P. ſteht im Vaticano zu S. Peter/ auß Aegyptiſchem Stein gemacht/ auff deren hoͤhe man ſagt, ſeye die aͤſche Caij Julij Cæſaris behalten. Ihr dicke dani den iſt K Elen/ ꝛ. Minuten: jhr hoͤhe 32. Elen ein halbe: das obriſt theil har in der dicke; Elen/ Minuten vnden am uß ſieht diſe geſchrifft 9 DIVI CAESARI. DIVI IVLIL E. AVG VSI, TI. CAESARI DIVI AVGVSTLEAVGVSTO SACRWVM. Die Pyramide Q ligtzu S. Rochus mitten auff der ſtraſſen, in drey ſtuch gehrocht/ vnnd ſagt man daß noch eine dergleichen dabey in der Erden begraben ligt Ala Auguſta. Ihr dicke daniden auff ſeblicher ſeyten haltet. Elen/ w Minuten hr hohe/ 26. Elen/ 24, Minuten ihr dicke zu obriſt/ ein Elen/ 23. Minuten. Ihr Poſtement war gantz von einem ſtucke. Die Pyramide R. iſt in Firco Antonino Caracalla/ gebrochen, wie man ſihet: Ihr dicke daniden z, Elen 25. Minuten/ zu ohriſt/ ein Elen 3. Minuten: jhr hohe 58. Elen/ 16. Minuten/ vnnd alle die Poſtement ſeind nach derſelben geproporcioniert. Wictwol aber zu Rom noch dergleichen mehr ſeyn mögen/ ſo ich nicht geſehen hab/ ſo hab ich diſe als die bekanteſten vnd ſo ich geſehen/ diß mahl allein fürzeiffen vnd zeigen wollen 9 | ,.—///—— 08H DER DE). n nn, ,,,,. . Ww;, h nn TEE TEE EEE/ 6 ,,,——, TEE 8 K.. ö 2—— LER REES EEE EFT.; z .. — A | i, i A i—— All n S EB, SERLIL. Von Antiquiteten A4 Iß Amphiteatrum iſt zu Rom/ vom gmeinẽ volck Coloſſeum genant/ vom R. Veſpaſiano in der mitte der Statt gebawet/ wie es KR. Auguſtus zuvor angeordnet hatte. Sen Grundt darvon hab ich in vier theil abgetheilt Cwie dann auch das Gebew vier Ordnungen hat) damit alle Stuck vnd die gantze Kunſt deſto baß verſtandẽ werde/ alles mit Antiquiſchen Palmen gemeſſen. Erſtlich am euſſerẽ theil ſeind die Pilaſter vornen her 10. P. 5. Min. breyt: die dicke der Saͤulen/ 4 P. der Pilaſter auff jetlicher ſeyten haltet 3. P. vnd 2. Min. Die weyte zwiſchen den Pilaſtern/ 10. P. Die vier Principal Durchgaͤnge/ 2 Pal. Die dicke der Pilaſtern an den ſeiten/ i. P. Die weyte des erſten Porticus iſt 22. P. Der anDer Porticus innewertz 20. Pbreyt/ alle beyde gewelbt. Die ans derẽ maaſſen gegen das Centrum/ weil ſie ſich ſelbſt mindren/ wil ich nicht ſetzen/ aber auß diſen euſſeren dan man ſie wol begreiffen/ weil fie alle geproportioniert ſeind. Das euſſer theil des andren Grunds iſt dem erſten gleich/ allein die Gange ſeind ein Palmen breiter von wegen daß die Pilaſter an den ſeyten nicht ſo breyt ſeind/ als die vnderſten. Der innerſt Gang has ein Creuggewelb: m diſẽ Portieus ſeind ‚= 8* — — 8— D X D Ww D UF Ar Ad W W . W N Die Graden oder Sitz warẽ alſo gefuͤgt. 9 SZ e auch etliche kleine runde Tribthnen/ mil X gezeichnet in derẽ mitte es erliche Cufft loͤcher hat/ ohne zweiffel von wegen der heyterc vnd liecht s. Der dritt Grunde iſt auch außwendigen den andren gleichlich/ aber die Gaͤnge ſeind als vil weyter/ als vil die Pilafter dünner ſeind: die euſſeren Gänge ſeind Creutzweiß gewelbt/ die ins neren/ rund. Alle thuͤren mit V. gezeichget/ waren auff die Stafflen oder Auffgaͤnge gerichtet/ damit ein jetlicher an ſein Ort oder Sitz komlich gehen kunte. Der vierd Grundt iſt von auſſen den andrer dreyen auch gleich/ allein ſeind keine Boͤgen da/ vnnd die Columnen flach nnd eben/ auch in den Spaciẽ dazwiſchen ſeind Fenſter/ wie in dem Auffgefür hie werch Min MI N W . . il, ö. . cluli luna ere Gi hiſcht ode ihruftl Ma dillſt t ſſi nm ( gelang din/ wit auch ein yſtn/ gil/ gihe⸗ h ji lelij badet . Das dritte Buch, LMTaLTN 3 hernach zuſehẽ. Von biſẽ Grund zweifflet menniger/ ob das gantz Spactun/ ſo die zwẽ Gaͤnge begreifft/ ob deckt geweſen ſeye oder nicht/ von wegen daß es ſo ſehr verfallen iſt/ daß man innerhalb keine Merckzeichen einiger Pilaſter mehr Daſelbſt vernem̃en kan/ aber auſſerthalb ſſihet man ein anfang etlicher Ereutzboͤgen/ lang vnd kurtz in die Mawr gebuns hen/ wie der Grundt außweiſet. Es iſt auch ein Stiegẽ nechſt der Mawren geweſen/ da man zu den euſſeren Fenſteren geſtigen/ wie ſolches hernach ſoll beter geteiget werken. Das Spacium darobẽ wẽ cheil in haltend/ bezeichnet die Gras hen oder Sitz/ dere ein ſetlicher fo hreyt wardaß man neben hin/ da einer nach ſeim j A Das IV, Cap. A ner köͤligkeit ſaß/ auch gehen möchte jemanden vnperhin⸗· dert. Inerhalb diſen Gr adẽ warẽ noch andere kleine Sitz nach komligkeit der Perſonen gerichtet/ wie die Figur vnnd H. außweiſer. In denſelbigẽ Gradẽ ſeind auch ſonderliche Känel von oben niderwertz zum ablauff des waſſers/ wie an der Figur H. zuſehẽ/ deſſe nt halben fie auch vm ein guten finger breyt haͤldig warẽ/ damit das waſfer deſto köl ich herein ablauff hette/ aber a lleſehr fleiſſtgt n eynander g eſchloſſen vnd gefügt/ wie die Figur J. zeiget. NR EEE 5 . ſchen den GraDE oder Sitzen. Das dritte Buch, Das IV, Cap. — — PA Iß Amphlteatrum iſt zu Rom/ vom gmeinẽ volck Coloſſeum genant/ vom KR. Veſpaſtano in der mitte der Statt gebawet/ wie es R. Auguſtus zuvor angeordnet hatte. Den Grundt darvon hab ich in vier theil abgetheilt Cwie dann auch das Gebew vier Ordnungen hat h damit alle Stuck vnd die gaue Runſt deſto baß verſtandẽ werde/ alles mit Antiquiſchen Palmen gemeſſen. Erſtlich am euſſerẽ theil ſeind die Pilaſter vor nen her 10. P. 6. Min. breyt: die dicke der Saͤulen/ 4 P. der Pilaſter auff jetlicher ſeyten haltet 3. P. vnd 2. Min. Die weyte zwiſchen den Pilaſtern/ 10, P. Die vier Principal Durchgaͤnge/ 2 Pal. Die dicke der Pilaſtern an den ſeiten/ i. P. Die weyte des erſten Porticus iſt 22. P. Der ander Porticus innewertz 20. P. breyt/ alle beyde gewelbt. Die ans derẽ maaſſen gegen das Centrum/ weil fie ſich ſelbſt mindren/ wil ich nicht ſetzen/ aber auß diſen euſſeren tan man ſie wol begreiffen/ well ſie alle geproportioniert ſeind. Das euſſer theil des andren Grunds iſt dem erſten gleich/ allein die Gange ſeind ein Palmen breiter von wegen daß die Pilaſter an den ſeyten icht fo breyt ſeind/ als die vnderſten. Der innerſt Gang ha, ein Lreutzgewelbꝛin diſẽ Porticus ſeind auch etliche kleine runde Tribemnen mit X gezeichnet in derẽ mitte es etliche Cufft loͤcher hat/ ohne zweiffel von wegen der Henytere vnd liechts. Der dritt Grunde iſt auch außwendigen den andren gleichlich/ aber die Gaͤnge ſeind als vil weyter/ als vil die Pilafter danner ſeind: die euſſeren Gaͤnge ſeind Creutzweiß gewelbt/ die in neren/ rund. Alle thaͤren mit V. geze ichnet/ waren auff die Stafflen oder Auff gaͤnge gerichtet/ damit ein jetlicher an ſein Drt oder Sitz komlich gehen kunte. Der vierd Grundt iſt von auſſen den andren dreyen auch gleich/ allein ſeind keine Boͤgen da/ vnnd die Tolumnen flach nnd es ben/ auch in den Spaciẽ dazwiſchen ſeind Fenſter/ wie in dem AWuffgefur hit werch Ur, M hernach zuſehẽ. Von diſẽ Grund zweiff · let menniger/ ob das gantz Spacium⸗/ die zwẽ Gaͤnge begreifft/ ob 3 e. ſen ſeye oder nicht/ von wegen daß es ſo ſehr verfallen iſt/ daß man innerhalb Leis ane Merckzeichen einiger Pilaſter mehr daſelbſt vernem̃en kan/ aber auſſerthalb ſihet man ein anfang etlicher Ereutzboͤgen/ lang vnd kurtz in die Mawr gebunden/ wie der Grundt außweiſet. Es iſt auch ein Stiegẽ nechſt der Mawren geweſen/ da man zu den euſſeren Fenſteren geſtigen/ wie ſolches hernach foll beſſer gezeigt werden. Das Spacium darobẽ wẽ theil in haltend/ bezeichnet die Gras den oder Sitz/ derẽ ein ſetlicher ſo breyt wardaß man neben hin/ da einer nach ſeiIl | i nmmmnm ſ M 1 N inn nen köligteit ſaß/ auch gehen möchte jemanden vnderhindert. Inerhalb diſen Stade warẽ noch andere kleine Sitz nach tomligkeit der Perſonen gerichtet/ wie die Figur vnnd H. außweiſet. In denſelbigẽ Gradẽ ſeind auch ſonderliche Ränel von oben niderwertz zum ablauff des waſſers/ wie an der Figur H. zuſehẽ/ deſſent halben fie auch vmb ein guten finger breyt haͤldig warẽ/ damit das waſfer deſto köl jch herein ablauff hette/ aber q lleſehr fleiſſigt n eynander geſchloſſen vnd gefagt/ wie die Figur J. zeiget. 4 Die.;= 2/ 4.—* W ,,, N N= x 82> ö=:. ö— afflen zwialſo gefügt,* 9= ZZ ſchen den Grae m@ an n nn .| In —— ZZ 3 ZZ — 9 K/·/·// f dẽ oder Sitzen. . V . SEB. SERLII Von Antiquiteten Ch hab die Grundlegung des Roͤmiſchen Coloſſei in viererley manieren nach feiner vierfachen Ordnung gezeigt: nun iſt von noͤten den Auffzug für die augen zu ſtellen/ wa durch man ein guten & cheil der inwendigen ſachen begreifen mag. Zeiger derhalben nachfolgende Figur das gantz Gehein oberthalb dem erdtrich/ gleich als wehre es in der mitte durch geſchnitten: man ſihet hie erſtlich alle Graden oder Sitz/ darauff die anſchawenden Perſonen ſaſſen item wie die heimliche Gange geſtanden wie vnd in wie vil manteren die Stafflen geweſen welche gewißlich ſehr komlich auff vnnd ab zugehen waren/ alſo daß in geſchwinder zeit das gantz Amphitheatrum mit groſſer maͤnge der Perſonen gefuͤllet ward/ ohn einig gedräng oder geſtöß. Man lan auch daſelbſt das euſſer theil begreiffen/ wie vil ſich die dicke der Pilaſter vnd Mawren obwertz gemindert/ welche innerwertz eyngezogen war en, dadurch das Gebew ein groſſe ſtaͤrcke vberkom̃en hat. Das ſolches wahr ſeye/ zeiget an/ daß man noch heutigs tags daſelbſt etliche Stuck Mawren der eu ſſeren ſeiten/ von oben biß vnden gantz vnd vnverbrochen ſihet/ aber die inneren theil gantz ver fallen. Solches/ wie gemeldet hat die eynziehung des Baws gegen das Centrum gemacht, dadurch das werck zarter vnd minder gewichts wordt/ vnd ſich ſelbſt in ein Piramidal Form gerichtet. Diß iſt aber in den gmeinen Gebewen zu Venedig nicht obſerviert vnd gehalten worden/ ſonder vil mehr das gegen theil vnd die Mawren auſſerhalb nach der Bleywag gerichtet/ aber innerhalb eyngezogen vnnd gemindert/ da mit ſie obwertz deſto mehr weyte vnnd ſpacium gewuͤnnen. Das aber ſolch em Gehew hilfft/ iſt/ daß keine Bögen oder einigerley Gewelb da ſeind/ welche die Mawren abdringen oder außdrucken/ ſonder die vile der Frame in die Mawren veſt eyngebunden/ haltet vnd bindet die Gemach vnd Buͤne zuſammen/ daß fie als lang beſtaͤndig bleyben/ als lang die Traͤme wären/ welche von einer zeit zur anderen moͤgen erneuwert werden. Jedoch moͤgen diſe Sebew nicht fo lang beharꝛen⸗ als die/ ſo nach der Form des geſagten Coloſſei gemacht ſeind/ von welchem ich nun weyter reden wil. Dieweil denn/ wie vermeldt/ die inneren theil diſes Tolo ſſei alſo verfallen ſeind/ daß man durchauß nichts mehr von dem inwendigen ſehen mag/ welcher mit der Lin)/ fo die geſchicht an den enden hefftet vnnd bindet abgetheilt iſt/ auch nicht vnderſcheiden mag ob das obriſt theil von den obren Stafflen hinauffwaͤrtz biß zu dem euſſerſten ſeye mit dopplen Gaͤngen ganz obdecket geweſen/ oder ob ſolches ein Porticus allein geweſen/ vnnd das ander offen oder vngedeckt verbliben. Daher ichs auff zweyerley manier gemacht/ wie in der Figur zu ſehen/ die erſte wie es mit dem gantzen werck vereinigt die andere fo auſſerthalb der Sitzen verzeichnet ſteht/ welche Ordnung ſich auch zn der anderen fügt wen man ſie alſo fege wie die zwo Lilien ſo in dem Poſtement ſtehen/ eynander begegnen: aber von wegen daß man noch gewiſſe anzrigungen etlicher Creutz Gewelben inwendigen an der Mawrk ſihet/ wie der vierdt Grundt zeiget/ halte ich dafur/ daß es ſchlecht ein Porticus allein/ vnd das ander theil vngedeckt geweſt ſeye/ darin fich das gmein volck verſaͤlet hat/ vnd zwar auff die weiſe vil mehr/ als wen ſolcher Porticus wehre zweyfach oder dopplet geweſen. Damit ich aber widermb zu den Graden oder 8 Sta fflen komme/ vnnd nichts vngerührt für nber laſſe gehen/ ſag ich/ daß der inner Platz diſes herꝛlichen GSGehetos, dermaaſſen heutige tags verfallen vnnd mit ſteinmuͤſel vnnd eingeſamleten erdtrich gefuͤllet iſtdaß man nicht mehr mercken kan/ wie hoch die erſte Sitz vom erdrich erhebt gewaͤſen ſeind/ doch haltet man dafür der erſt Grad ſeye fo hoch gewaͤſen daß die Wilden Thier ſo zu den Spectgck le dahin geführt, nicht hinvber ſpringen vnd den zuſehendẽ ſchaden zufügen moͤchten/ darumb er auch ein klein Mewrlein/ wie ein bruſt wehr mit eim zimlich breytẽ weg gehabt/ daß man hin vnd wider herumb gehen mocht wie ges zeigt wird da das C. ſteht. Die zwo Thůͤren vber dem kleineſten vnd groͤſſeſten Bogen wahren gemacht, daß man Sieche vnd heytere dadurch hette. Die gedeckten Plaͤtz auff den Sitzen mit A. gezeichnet/ ſeind Eyngange/ da das volck von auſſen in das Theatrum hinein gieng. =— > Sol xxx Das 1 V. Cap. Das dritte Buch, en. nn ig des Amphitheater s zu Rom. Vorder Auff * 8 J | III EI SEB. SERLIL Von Antiquiteten es euſſerſt theil/ diß Roͤmiſchen Coloſſer iſt von vier Ordnungen gemacht: diſe erDE ſte Ordnung ob der Erden iſt nach der Dorick gebawet/ vnnd wie wol im Frieſen keine Trigliphi noch zwiſchenplatz geſetzt ſeind/ noch auch die Tropffen im Architrab/ noch vnder der Blatten die Donnerſtraͤl, fo mag es doch nicht deſtomin der Dos riſch genennet werden. Die ander ordnung iſt Joniſch/ wiewol guch die Saͤulen nicht ges kaͤlet ſeind. Die dritte iſt Corintiſch/ doch on glattem werck/ ohne außgehamwene arbeit/ außgenom̃en die Capitaͤl/ welche doch wegen ihrer AM nicht ſehr artig ſeind. Die vierte Ordnung iſt Compoſita/ oder wie fie ettliche nennen Latina/ oder auch Italica/ v wegen daß ſie die Roͤmer erfunden haben/ vnd in Italien erſtlich gebraucht worden. Recht aher wird ſie Compoſita genennet/ ſonderlich von wegen der Kragſteinen/ ſo in dem Frieſen ſtehen/ vnd in keiner andren ordnung mehr. Vil Architecti fragen/ warumb die Römer diß herꝛlich Gebe võ diſen vier Ordnungen erbawet haben/ vnd nicht von einer allein, wie vil andere gethon haben wie die võ Verona/ die nur die Ruſtick an jhrem Theatro ges hraucht/ item die u Polar Darauff mag man antwortt/ daß die Alten Romer als Herſcher der gantzẽ welt auch diſe voͤlcker vnter ſich gebracht/ von welchẽ die drey vorermẽldte Ordnungẽ jhren vrſprung genom̃en hatten. Da ſie nũ diſe drey Ordnungen auff einander geſetzt/ vnd jhre newe von jhnen ſelbſt erfundene Compoſita oben darauff/ aben ſie damit anzeige woͤllen/ daß wie fie die Voͤlcker/ nemlich die Grieche/ als erſte Erfinder diſer zierlichen gebewen/ vperwundẽ vnd vnder ſich gebracht/ alſs ſie auch dieſelbigen mit jhren Kunſtreichen wercken vbertrefftn/ oder mit jhren wercken vber ſie herſchen wollen vnd konnen. Aber hievon wil ich andere vrtheilen laſſen/ vñ nun weiter von den Maaſſen diß euſſerẽ theils reden. Es war diß Gebemw võ der Erden erhebt zwen grad oder Staffle: der ander grad war breit fuͤnff Palmen/ der erſt/ zwen. Die hoͤhe war wenig minder dañ ein Palm? die Baſeder Coltnen hielt nicht gar z. Pal. war auch nicht recht Doriſch: die dickeder Columnen 4 Pal. z. Minuten: jhrhoͤhe mit ſampt der Baſen vnd Capitaͤl 6. Pal Kein. Die hoͤhe des Capitals ongefehrlich. Palmen: Die Pilaſter auff etlicher ſeyten der Columen 3. Palz. Sin, Die weyte des Bogens 20. Pal. fein höhe 3. Pal von vnderſt des Bogen biß vnter den Architrab. Pal. 6. Min. Die hoͤhe des Architraben Pal.. Min. Die hoͤhe des Frieſen 3 Pal.. tin. Das Karnieß haltet gleich ſo vil Das oſtemẽt der andren Ordnũg hat in der höhe 8. Pal. 10. Min. Die Columne mit der Ba . Capital 5. Pal. Ihr dicke 4 Pal. Die Pilaſter vnnd Bogẽ ſeind den vndren gleich. Aber die hoͤhe des Bogen iſt s. Pal. Vonde Bogen hiß vnter den Architrab, 5́. Pal. 6. Min. Die hoͤhe des Architrabẽ 3. Pal. Die höhe des Frieſen/. Pal. Min. Die hoͤhe des Karnieß/ Pal.). Min. Das Poſtement der vierdten Ordnüg CKompoſita geneñ et(die dritte Ordnũg iſt alhie võ Authore außgelaſſẽ/ aber ſie kompt nicht võ der Jonick)iſt hoch 12. Pal. die Lierug darauff/ Pal die höhe der Pfeileren mit ihren Baſen vñ Capitale 38. Pal. 6 Min. die hoͤhe des Architraben Frieſen vnd Karnicß, vngeferlich 10, Pal. die getheilt in drey iſt ein theil für das Karnich das ander für den Frieſen darin die Kragſtein ſtehen di das dritt für den Architrab. Aber mit was rechtem grüd die Architeetidie Kragſtem in den Frieſen geſetzt haben/ welches vileichtzuvor niemals geſchehen, davon hab ich in meinem vierdten Buch mein meinüg vnd gutduncken geſetzt/ ſihe den Anfang der Compoſita daſelbſt. Die Pfeiler diſer vierdten Ordnung feind flach oder gepierdt von ringer erhebüg/ die andren aber ſeind alle rund, nemlich drey drittheil auß dem Pilaſter erhebt. Die Kragſtein ob den Fenſtren trugen ſonderbare Balcken oder höͤltzer durch etlichelõcher nidergelaſſen/ daran die Seyl gebundem waren/ das gãtz Ampitheatrum mit Thuͤcheren zu ob decken/ ſo wol für die Sonne als für den regen. Aus was vrſachen aber die Kolumnen alle von einer dicke feind/ vñ nicht eine vber die ander geſetzt gemindert wie es ſeyn ſolte nach der lehr Vitruvij/ nemlich daß diezweite Ordnung ein vierdten theil kuͤrtzer ſeye denn die ö ich auch mein meinung geſagt im vierdten Buch im 9. Eap. da ich gehandlet vonden Kolumnen lenger oder kuͤrtzer zu machen. Damit aber die Particularglider deſto baß geſehen wurden/ hab ich dieſelbigen neben ſeits hinzu gezeichnet/ welche nach den Principalen gebe geproporcioniert ſeind/ vnnd mit gleichen Buchſtaben bezeichnet, Das dritte Buh. . Kan * S ; S 8 x 53 . SEB. 8ERLII. Von Antiduiteten D Hiſpello/ einer alten Statt in Italien/ wird ein Porte ge⸗; funden ſehr Antiquiſch/ vnd Doriſcher arbeſt/ wie wol weder Trio 6 gliphen noch Tropffen darin gefunden werden. Die zwen Thůrne beyfeits möchten wegen der obren Zierungẽ newe Thuͤrne genennet werden/ ſeind beide einer Manier/ ob wol ich den einen abgekuͤrtzt hab. Ihr Grund Fehr daniden/ mit Antiquiſchem Schuch gemeſſen.. 9 Ss Von einem Thurn zum andren ſeind 70. Schuch: das Mittel Thor r m n 3 iſt 20. Schuch weir: jedes Nebenthüͤrlein 10. Schuch: die Pilaſter 8 X HUN zwiſchen den zweyen Porten zehen Schuch breit. Die höhe hab ich. Kö Ss. nicht gemeſſen/ ſender nur das Muſter entworffen/ weil es mir wol ge⸗ ö F fiel. Die Stafflen vnder dem Thurn mit dem Grund E. ſeind ale ö.. Un( ſo vom Authore zu heiden ſeiten gemacht/ aber nach ſolchem grund|. ö muͤſten fie kommen wie ſie bey C. ſtehen: oder wo nicht/ muͤſten ſie gemacht ſeyn wie bei D. doch hieran iſt wenig gelegen/ hab es nur vermanen woͤllen/ damit der Leſer ſehe/ daß ich auch auff jedes ſtuck achzung geben hab... , .) * . / 4, A A ULLA n ,,, ö, ,, ,., I.* 5 9. 7 ,, , . . . J . J j Sil , J,, h hl . Ss AS Ss D n, . .—.. ö ö . . , . 8 iS ö ma Rn DS . Diſe RKarnie Das dritte Buch. Das 1V. gap. ß Poſtement vnd Baſen ſeind Antiquiſche Stůck. Das mit A mit dem Poſtement oben auff/ war alles von ei iſt ein Stuck elner Columnen mit dem Archltrab/ Fri hies, wis . 2 n einem ſtein; di?—. n. rieſen vnd Karnieß/ wie auch worden. Das Stuck mit B. iſt in den ö J Schuch in difer Proportion iſt vor Nom auffen ben der Cyber gefunden 3; fi iim | in . N . ö 6m en nem ſtuck/ hatte in der höhe 6. Uli. nden/ vnd der Bramante hat fie daſelbſt wider vergraben/ alle glied on Jö e n, ö J Schuch. Die Safe C. iſt zu S. Marcus/ Corinthifcher arbeit ſehr bel re,,. ,, fen ohne die vndere Blatten halter J J, A en. genent gefunden worden/ A WE ꝛ die hohe der Bas dem Stab/ ſo.' iſt nicht ſehr groß/ ward vnder etlich verfallenẽ ſtucken fo ob der Wellen iſt/ achte ich Kompoſita zu ſeyn. Alle ſtuck nach rechter Proportion abgeſetzt vnnd alſo ö Ca ö, j, . ii h ii ii n n je KANU LAU . ö x |. ö ,, V 3 . — 7 f= ö N 28 . k,. ,,. , ,,,, K D.., ,, FETAEENTEESEETET ,. n. 5 | / | | | i 28 i ,,,, A 3 ) Der,. ZZ ER WANN. SEB.SERLIL Von Antiquiteten Dachtil HE LERNENS: nder vielen ſchoͤnen Antiqult eten, ſo zu lun Perong gefunden werden/ iſt auch ein Amphi Pl cheatrum. Ca Areng genant/ gantz Ruſtick ge⸗ brenn macht. Davon fiheftn den Grund alhiesauch et⸗ dien was von den Auffgefahrten theilen geben ſeits| Pl hinzu geſetzt: auch wie die Sitz geformiert gewes cholh ſen. Die Löcher o den Sitzen waren kleine thar⸗ Pon lin/ dadurch man hineyn gieng/ u ben innere Sie auch gen vnd Gaͤngen/ ein jetlicher nach feinem Stand wei an fein gebůrliches ort. Die Sigur mit A. zeigt/ will wie die Thuͤrlein geftanden: Die Figur mit B.| fand, zeigt wie die Abgänge vnnd Stafflen hinunter min in in die Sitz gemacht geweſen: ttem wie die zuſam̃en iich fügung der Sitz geweſen: die kleinen Känel neben den St aff len waren für den ablauff des waſſers/ darumb auch die Sitz etwas haldig gemachet. Inwendigen waren vil thuͤren/ wie die zwo hieniden/ auch von andre ſoꝛ ten/ alle RNuſt ick. Diſer Grund iſt gemeſſen mit dem mäß des Threatr ven Pola. Die euſſeren thelle anlangent/ iſt die dicke der DU laſter s. Schuch/ ein drittheil. Der gevierdt Pfei S ZZ ,, l h, , ZZ 99 e,. ler. Schuch/ ein drittheils vnd bleibt ein ſedliches Pilaſter ſo den boden tragt/ dritthalben Schuch breit: die weyte des Bogen i. Schuch ein halten/ die vier Principal Bogen halten etwas mehr. Die Puaſter an den ſ eiten/. Schuch dicke. Der Portꝭ cus rings vmb/. Schuch breit/ rund gewelbt. Der Porticus in der mitte iſt 5. Schuch ein halbe breit/ auch rund gewelbt. Der drit e Porticus mehr innewertz/ acht Schuch ein halben breit/ auch alſo ges welbt. Aber an den zwen Principal Eyngangen ſeind 5. weyte Gewelber auff den Pilaſt eren wie man im Grund ſihet Den Reſt kan ein jeder ſelbs erſuchen. . Al d , . . UI . .. zB 2. . M h J W 8 1 s EB. SE RL. I. Von Antiqutteten Das dritte Buch. Wnder vielen ſchöͤnen Antlqult eten/ ſo zu Merond gefunden Werden/ iſt auch ein Amphi gheatrun/ Ca Areng genant gantz Ruſtick gemacht. Davon ſiheſtu den Grund alhie/ auch etwas von den Auffgefahrten heilen neben ſeits hinzu geſetzt: auch wie die Sitz geformiert gewefen. Die Löcher ob den Sigen waren kleine thorlin/ dadurch man hineyn gieng/ u den innerẽ Sigen vnd Gaͤngen/ ein etlicher nach feinem Stand an fein geburliches ort. ‚Die Figur mit A. zeigt/ wil die Thuͤrlein geſtanden: Die SIgur mit B. heigt wie die Abgänge vnnd Stafflen hinunter in die Sitz gemacht geweſen: item wie die zuſam̃en fagung der Sitz geweſen: die kleinen Raͤnel neben den Staff len waren für den ablauff des waſſers/ d arumb auch die Sitz etwas haldig gemachet In · wendigen waren vil ſhuͤren/ wie die zwo hieniden⸗/ auch von andre for ten ⸗ alle Ruſt ick. Diſer Grund iſt gemeſfen mit dem maß des Theatr ven Pola, Sie euſſer en theile anlangent/ iſt die dicke der PU laſter. Schuch/ ein drin heil. Der gevierdt Pen 23 nnn, LT ffffffler 3. Schuch/ ein drittheil⸗ vnd bleibt ein je dlicher Pilalter ſo den boden tragt/ dritthalben Schuch breit: die weyte des Bogen n. Schuch ein halten/ die vier Prineipal Boͤgen halten etwas mehr. Die Puaſter an den ſeiten/ 6 Schuch dicke. Der Porti cus rings vmb/ iz. Schuch breit/ rund gewelbt. Der Porticus in der mitte iſt 5. Schuch ein halbẽ breit/ auch rund gewelbt. Der dritt Porticus mehr innewertz/ ach Schuch ein halben breit, auch alſo gewelbt. Aber an den zwen Principal Eyng ngen ſeind s. weyte Gewelber auff den Pilalteren/ wie man im Grund ſihe t. Den Reſt ran ein jeder ſelbo erſuchen. he. 7 (AR YO . A ö 7 1 N Al N ) S8EB. SERLIL Von Antiquiteten As die Grundlegung vorermeltẽ Amphitheaters anlangen thut/ hab ich die Prineipal vnd fürs nembſten Manſſen davon gegebẽ /hab auch etwas von den auffſtehenden Stucken gezeigt: Nun wil ich die euſſerẽ hal erklaren/ ſo vil mir möglich. Das gantz werck/ wie vermeldt/ iſt nach der Ruͤſtick gemacht: von der dicke vnnd breyte iſt ſchon gehandlet/ von der höhe wil ich fo vil zu erkennen gehen als ich mag. Der erſt Bogen haltet in der hoͤhe 3. Schuch: die Pfeller/ 27. Schuch: der Architrab⸗/ Frieß vnd Karnieß /S Schuch: das gelaͤhn Stuck ob dem Karnieß dritthalben Schuch. Der ander Bogen haltet in feiner höhe 24. Schuch/ in der mente I. Schuch: die Pfeiler/ 47. Schuch ein halbẽ:der Architrab/ Frieß vnnd Karnieß/ 5. Schuch ein halben: das Gelaͤhnſtuck der dritten Ordnung/ 4. Schuch ein halben: die weyte des Bogen/9 Schuch ein dritheil: die hohe des Bogen 17. Schuch ein halben:der breyten Pfeilern/ 0. Schuch ein halben. Gegen diſen Pferleren/ fo vil man mercken kan/ ſeind groſſe Bilder geſetzt geweſen. Das dritt vnnd letſt Karnieß iſt fuͤnff Schuch hoch: die Particular maaſſen wil ich nicht ſetzen/ weil ich fie mit ſonderlichem fleiß abgeriſſen vnd alhie für die augen geſtellet habe/ wie in nachfolgender Figur zuſehen am anfang des Blats. Die mitlere Figur daſelbſt bedeutet die auffziehung des außwendigen theils des Amphiteaters, vnd zum dritten folgt da ein auffziehung eines gantzen Stuckes alles Ruſtick gemacht/ von Veroniſchem harten Fein. Die Karnieß ſeind etwas artlicher gemacht/ von vnderſchiedlichen Formen nach Roͤmiſcher art, vnd verglicht ſich vil mit den/ ſo am Amphitheater zu Pola ſeind. Den Grundt oder boden diſes Amphitheaters ſo vom gmeinen volch La Aren, das iſtSand/ genennet/ von wegen daß man vil fand dahin geſtreuwet/ wen Schawſpiel oder andre kurtzweil da gehalten wurden/ anlangen thut /hab ich denſelben nicht ſehen moͤgen/ allein haben mir etlich alte Veroneſer geſagt/ ſo bald die Schawſpiel auff dem Sand gehalten worden/ habe man von ſtund an in gegen wert der anſehendẽ Perſonen/ durch ſonderbare kaͤnel oder waſſer lauff⸗ ſo vil waſſer hineyn gefuhrt/ daß man Turnier vnd Stech pile zu waſſer hat machen können/ iſt hernach daß waſſer wider hinauß gelaſſen/ vnd der Platz trocken bliben. Diß vnnd anders mehr mag man glauben/ wen man die großmaͤchgkeit der Roͤmer Betrachtet, In dem ich von diſe ſachen rede /kom̃en mir auch zu ſinne die zwo Antiquiſche Drucken fo auff dem fluß Adir zu Verone geſehẽ werden: zwiſchen denſelbigen iſt auch geweſen ein ſchoͤne luſtige Bruge lengſt dem waſſer gegen einem Berg gefuͤgt/ darauff ein groſſe anzahl menſchen ſtehen koͤnnen zu ſchawen die vielerley kurtzweil/ fo zu ſchiffe daſelbſt gehalten worden. Etwas hoͤher obwertz war ein Theatrum/ deſſen Cena an die Bruͤge mit groſſer kunſt gefuͤgt geweſen/ vnnd was noch mehr iſt/ ſindet man daß auch oben in aller hoͤhe des Bergs ein ſehr koͤſtlich Haus geſtanden/ aber durch lenge der zeit alſo verfallen/ daß man zeit vnnd arbeit verlieren wurde/ fo man die rechte geſtalt erſuchen vnd ergruͤnden woͤlte: aber weil ich etliche Stuck der Gebewe an vil orten des Bergs geſehen habe⸗/macht es mir ein verwunderung/ wen ich nur doran gedencke. Es iſt auch wol muͤglich/ daß die Römer nicht allein der ſchoͤnen gelegenheit/ fo wol der ebne als Bergen vnnd waſſers halben/ ſonder auch von wegen ſonderlicher freundlichkeit des volck ſolche Herzliche ſachen da hin erbawel haben, . — iin IL M lll — . nn nini ,,, =: 5 8 = 2* = 28 23 5 S = S = S Ze = = 2 = 6 = ze => = Ed irn irn, AN 87 —— m , I. J AU ö 5 ff ö . ii ö fin i ili iiſnſi = 1 $ = Il N ,, , feet ji J q J, 9 ö lll 2 Mi i ————— mn nne, Das dritte Buch. Das IV. Gap. Jol yrrvj. SEB. SERLIL Don Antiquiteten 8B. herꝛliche ſchoͤne ebew haben die alten Noͤmer gemacht, die man nie meh: weiß/ warzu ſie gedienet haben/ nder denſelbigen iſt gegen wertiger Bam/ ſo gen ennet wird/ le ſette zone di Severo. Von ſolchem Gebew ſihet man noch ein hoch auſſſtehendes Eck von drey Ordnungen/ Corinthiſcher arbeit. Jedoch mag man geſpuͤren/ daß eg von zerleſenen Stucken anderer Gebewe zufammen geſent: dañ etliche Eolumnen ſeind gekaͤlet/ stliche glat vnd eben/ daju ſeind auch die Capitaͤl vnd andere Glieder nicht ein erley Manier. Die Hohe hab ich nicht abgemeſſen/ aber wol den Grund vnd dicke etlicher Stucke/ vnd fo vll ich hegreiffen kan/ ſeind die Ordnungen eins vher die ander vmb ein vierdren theil gemindert/ nach der lehꝛ Vitruvij. Die Figur hiennden bezeichnet den Grund des Gebewes/ auch die Gewelb ver den Eolumnen zer iſt gemeſſen mit dem Schuch des Theatri von Pola/ davon wir oben geredt. Die dicke der Mawr iſt drey Schuch/ ein halben: zwiſchen einer vnd der andren Mawren/ wies Schuch ein halben: zwiſchen der Mawr vñ den Columnen/ fuͤnff Schuch/ dre quart: gleich vl haltet auch der Plan zwiſchen den Colnmnen. Die dicke der Columnen/ zwen Schuch/ ein halb Quart. Man ſihet alhie keine wohnungen oder Gemach durchauß/ auch keine anzeigungẽ von Stiegen/ aber man geſpuͤret wol daß es höher geweſen iſt/ da es villeicht Stiegen vnd Gemach zur wohnung gehabt hat. Die vile der Columnen vi koͤſtlichen zierungen zeigen an/ daß es ein 9 ber auß Fößlich vnd anſehenlich Gebew geweſen iſt. << SS ST x 8 2. z R R — N 88 8 S Das dritte Buch. Das IV. GC | Die Grundlegung des Amphitheaters J zu Pola. | 9 ax | Zu Pola Dalmatien in der mitte der Statt . ſteht diß Amphitheatrü/ noch zimlich gat: hat noch |& den erſtẽ euſſeren Flůͤgel mit den dreyen Gelaͤgeren/ 9 jede võ drey Pfeilerẽ mehrer ſtaͤrcke halbẽ gemacht/ dan ſonſten ſtunde diſe Mamr ledig ohn alle gehuͤlff/ k alſo daß auch von dem Eyngebew nichts mehr ver|; S handen war. Derhalben fo deutet das A. die enſſerſte 69 Mawr mit jhrem Bogen/ vnd auß den loͤcheren/ ſo ., inwendigen in der Mawren/ kan man mutmaſſen/ EL TE daß daſelbſt die ſiz von holtzwerck ſeind eyngelegt geN Ns.; weſen. Ich hab aber mehrerer zierũg halben die InA On oa neren theil auch auffgeriſſen/ wie man fie nach mei. nem beduncken in ein ſolch ort machẽ koͤnte. Es war den verzeichnet iſt. Ein Bogen iſt weit geweſen 9. — . ö it einem newen Schuch gemeſſen/ welcher hieunJ e. Schuch/ 2. Vnzen/ aber die vier Principal Bögen waren 15. Schuch weit. Das vorder theil der Pilaſter hielt 4. Schuch/ ꝛ. Vnzzen: der gevierdt Pfeiler . Schuch/ 2. Vntzen/ alſo kommen die Pilaſter auff jeder ſeiten auff ein Schuch breit: zwiſchen den Pilaſtren. vnd den anderen Pfeileren hielten 3. Schuch/ vier Vntzen. ] MI M 1 u (> K/// /// N 2 SEB. SERELII. Von Antiquiteten S Vn dem Grůd des Amphitheatri zu Pola iſt zuvor gnugſam geredt/nũ iſt von noͤtẽ auch von feines GG Auffziehũg etwas zu tractterk Erſtlich fein Poſtement hat kein gewiſſe maaſſen/ võ wegen daß der Berg nicht allenthalbẽ gleich iſt/ daher nicht allein dz Poſtemtt ſonder auch die gatze erſte Ordnũg mit all feine Karnieſen an etlichen ortẽ verlorẽ wird/ wil deshalbẽ von diſes theils hoͤhe nichts mehr reden. Die höhe des Poſtemẽts unter de Pfeilerẽ/haltet zwen Schuch ein halbe: ð gevierdtẽ Colũnẽ mit de Capitaͤl rs Schuch: deß Bogẽs 1. Schuch ein halb Der Architrab iſt hoch ein Schuch. 9. Vntze: dz Frieß3. Vntzen: das Karnieß ein Schuch seht Vntzen: die Bruſtlaͤne(ſo doch eine da geweſen iſt hob de Karnieß iſt als hoch als dz Karnieß: der Pfeiler 29. Schuch/ 3. Vntzt mit ſampt de Capital: der Bogẽ iſt hoch 18, Schuch/ ein Vntze fein dicke ein Schuch 9. Vntzen: der Architrab/ Frieß vnnd Karnieß ſeind gleich als hoch als die vnderſten. Das Poſtement mit X haltet vier Schuch/ vier Vntzen. Vom Poſtement biß vnder das Karnieß/ 19. Schuch: die hoͤhe des Karnieß/ anderthalben Schuch. Diß ſeye gnug von dem auffgezognen Amphitheatro, deſſen Figur am nechſten Blat folget. Dieweil auch diß Amphitheatrumwie zu vor bey der Grundlegũg vermeldt an vier Orte etliche Ruckpfeiler zu mehrer ſtaͤrckung der euſſerẽ Mam ren gehabt, wil ich auch kurtz anzeigen/ wie dieſelbigen geſtandẽ ſeind. Die Figur mit W. zeiget die ſeytt diſer Pfeiler: das Theil H. deutet einen derſelben Pfeiler: das theil J. zeigt den Auffzug d Mawr des Amphithegters. Zwiſchen dem H. vnd J. iſt ein Thuͤr oder Durchgang/ drey Schuch ein drittheil weit/ alſo daß zwo Perſonen neben einander mogen hineyn gehn. Diſe Ruckpfeiler haben an jedlicher Ordnũg jhren Grund vñ neben Stende gehabt/ darauff das volck hat ſehen moͤgẽ/ man ſihet aber weder Stafflen noch Stiegen darin/ ſonder auß etlichen loͤcheren der Mꝛwr iſt zu mutmaſſen/ daß hoͤltzein Stiegen daſelbſt geweſen. Zu beſſerem verſtand aber des Karnieß diſes Gebews/ hab ich ſolches in groſſer Form nebẽ ſeits hinzu geſetzt/ vnnd mit gleichen Buchſtaben abzeichnet/ damit ein jeder ſein maaß deſto baß erſehen möge. Sie ſeind aber vaſt vnderſchieden von den Roͤmiſchen, daher ich ſie fuͤr mich ſelbſt in meine Arbeit nicht alſo macht wolt/ aber die an dem Theatro diſer Statt ſeind/ wolte ich lieber gebrauchen/ deñ ſie mit beſſerem verſtand gemacht/ vnd vermeine daß diſe ſachen nicht von einem rechten Meiſter gemacht ſeind. Es mochte fie auch villeicht ein Hochteutſcher Architectus gemacht haben/ deñ ſie ſich ſehr auff Teutſche manier ziehenDer halb gemein Schuch/ damit diß Amphitheatrum gemeſſen. —— J ——— .. ö n, m ad 1:| * ier ef w// /// kee. Das dritte Buch. Das IV. Sar. K K K w i. .. Der e.eee./;;;;; 8 mm n, n, kö X 25 .= ä A WE n, . 3. 9*. . aͤng rings vnd Hofftheil ohne die Cum gen ſeind weit ſeind Hebpfeiler die Stiegen zu laͤtz gieng man zu den Stiegen/ vnd war Das theil B. iſt 2 ſt üg: Die G ffene die groͤſſeſte Stie -M. iſt die Bilde va . *. Jan ... un . FF % ST Elen: H. iſt/ ht. In zen Halbrun dungen g:L wo das Durch die zwen Gaͤnge J. .., ,,—, ZZ ; an, . ; ZA A 6. 2.89 0 00 0 n mn,. eV des Gebewes/ ſolcher breyte als das mittel o auſſerthalb des gebews ſtehen/ davon bedeutet die eine das Eck K. in groſſer vnd Perſt ein Eck des Platzes D. aͤnge F. ſeind weit 13 . X . h, 3. h, ö..; WW„DA Ze 9. 7. 7 3 ,,,, ,,,, VD ie, , q h, am. 9. Praͤchtig Geſpreng war in der mitte wo Figuren R. vnnd Elen ein halbe lan tz ‚den inneren Platzen jhr heitere zu geb oß vnnd halbe. Die G * eilff Elen: die theil an den ecken mit R. ſeind 12. Elen ein halbe breit/ vnnd 16 f X. |») ö, ,,,, ö, Inn e© G©© oO— ,,, ZZ ZZ ZZ ZZ tzund ins Beluedere geſetzt feind. Der Platz A. iſt ein Straſſe 10. Elen weit. 1 C. hat 36. Elen in der lenge/i5. Elen in der breite: das ort D. hat 6. Elen in die vie ft wie das B. C. der vier Auffgaͤngen iſt jeder vier Elen weit: wa die E ſtehen/ ſeind o S 8 2 = 8 8 3 © > 1— 1 , (68) (72) sa] © M0 Elen/ in der breite 62. Elen ein und war mit einer Elen gemeſſen/ davon das drittheil hieunden ſte ẽ i ſen/ welche je J Yale 2 2 C iſt ein offener Pla ſt des gebewes anfang. Das gr die ander i V Rom a monte tauallo/ findet man anzeigungen eines koͤſtlichen Palaſts/ deſſen ein theil gegen dem Berg hin auff/ das and er bnhen am Gaͤnge haltet. Die Berg geſt anden. Der Gr nuß Tiberij vnd Nili gewe Elen weit in die vierung: das thei 4 Elen weit: der Platz daund ken: das ort 2 ette/ deren jeder in der lenge haltet 114 aͤrc fecter Form/ vnnd Daſelb Plaͤtz vnd vmb/ ft ft | N 8 N N A N N . K—— ö N ———/ N M—— N ; N -—— . ⸗ N N SS S —— N 7a f 8 J —— ö l dm * 8 96 —— N N 2 ,. ,, J 36 SE S X Sl AS— N= AS —— D OU 3 N N n, m,, N N | WS. SEN— 7——— ul N . N N ———— N 2 ZI 2 ZA 2 ĩ— 22 N N N ———— N N N ö; .— 8) 3 Sl Ss Ss 22 . 2 2 N N B 8 ——— S 2 N — . , ZI 22 — 8— 8 ß A . 6 ) J VE 4 9 . ö. . 2 2 . ö. 8 ——— 22 4 22 —— 2— — N 222. % 2 ö 5 ö 4 2 8 SS ZI | .. ——— 8 N N N ———— N ANNO 8 ——— X 8 ZZ 22 2 2. 22 N N 8 —— 8—— 8 S N N ß 9 D———— 83 35 S A K* N 6 9. X ES SS SS 8 8 A 8 ZZ 2 N N N HIER% I 8 NN 2 . fl ö ö N N N PINS—— N N N 2 N 8 2— N 8 S 2 — k 7 UN A N . 3 ö . Diſe dritte Figur hat etliche Glider des vermelden Palaſt s: das theil hieunden. zeiget die vor der ẽ theile des, Palaſts/ nemchlich die Stiegẽ vñ Gaͤng/ dadurchman in den eonẽ Platz des Palaſt hinauff gieng/ ſehr koͤſtlich vñ kõͤlich gemacht: Ob de Berg/ da die Colũnen F ſtehẽ/ iſt die ſeit?? des Gebews: die groſſe Saul mit F. iſt ein Eckpfeiler/ welcher allein gevierdt iſt/ vnd die andren alle rund/ weil ſich auff die CE kein rüde ſchicktẽ. Diſer Eckpfeiler iſt vnden breit 3. Elen/ oben 2. Elen/ 2. drittheil: ſein höhe mit der Hafen vnnd Capitaͤl/ 9. Elen, gekälet von oben biß vndẽ Der Architrab drithalbe elen hoch/ deßgleichẽ das Frieß/ welches auch ſchoͤn außgehawen: das Rarnieß/ Elen ein achtheil. Das Srieß war auff der ſeiten 100. Elen lang. Das gantz Geſimps mit dẽ Geſpreng hielt Le als fal K verſchlagen/ alles von einem armeiſtuck: das geſpreng war in der Mitte ein ſechſten theil. ö n.. / . ö „Hechter K ( | ö . SEB. SERLII. Von Antiquiteten Vß den verfallenen Gebewen zu Rom findet man vil ſchoͤner Stuck/ die man doch nicht weiß/ an was Gebewen fie geweſen/ oder wozu fie gedienet haben/ allein mag mman das gewaltig vermögen vnd Reichthumb der Roͤmer dabey erkennen. Vnter dieſelbigen iſt auch das nachfolgend Stuck zu vechnen/ daran man ſonderlichen verſtand des Architerti geſpuͤrt/ vñ iſt derſelb Baw geneñet La Baſilica del forotraͤſitorio/ deſſen groͤſſe man auß der hoͤhe der Columnen ahnemmen kan/ wie wol man doch die rechte hoͤö nicht ſihet/ weil dag obriſt Karnieß nicht mehr verhanden iſt/ auch die Stuck nicht geunden werden darauß zu mutmaaſſen/ daß ein mächtige höhe oh ſolchẽ Gebew geſtanden if. Es iſt aber mit der newen oder gemeinen Elen bon S0. Minuten gemeſſenderen helfft hie J den Pyramiden geſetzt. Diſe Columnen ſtunden von der Erden erhoͤhet ſiben Stafflen zimlicher hohe. Die Columne&. hat drey Elen in der Kreutzliny: vnden an der Baſe vnnd oben vnder dem Capitaͤl haltet der Diameter zwo Elen go. Minuten: der Schafft ohne Baſe vnnd Capital, haltet in der hoͤhe 24. Elen⸗/ 55 Minuten: die Baſe daniden. anderthalbe Elen: das Capital 3 Elen/ 6. Minuten: der Architrab/ 2. E)len/ 23, Minuten. Das Karnieß zwiſchen der Columne nnd Gegenpfeiler mit Degezeichnet/ ein Elẽ 28. Minuten: das obriſt Karnieß/ wiezu vor ges redt/ findet man da nicht mehr: der Gegenpfeiler iſt gevierdt/ geproporcioniert ie die runde Columne. Das Capital iſt den Capitaͤlen des Pantheon gleich. Die Baſe& zur ſeyten hinaußgeſetzt/ iſt peproporcioniert wie die groſſe/ wie auch das Karnieß D. Von der groſſen Kolumnen Ci chon gnug geredt: die mindere mit B. anlangend/ die hat ein ſehr ſchoͤn Poſtement/ ſechs Elen hoch. Die Kolumne iſt vnden im Diameter dick ein Elen ein drittheil/ oben gemindert nach ihrer groͤſſe: jhr höhe mit der Baſen vnd Capitaͤl 13. Elen. Zwen drittheil: die Baſe iſt als hoch/ als die dicke der halbe Columne zuynderſſ iſt/ an geſtalt der groſſen gleich: das Kapital iſt hoch anderthalbe Els/ ſehr wol gemacht/ deſſen Forme findet man im vierdten Buch im anfang der Compoſita. Diſe Columns iſt auch gekaͤlet/ wie an der Figur zu ſehen/ hat ein gevierdte Gegẽſaͤule võ gleicher Form. Der Architrab/ Frieß vnd Karnieß ob diſer Columnẽ halten vngeferlch vier Elen/ welches Karnies die Kragſtein hat ohne Schaffszaͤne/ dem werck des Pantheon ſich ſehr vergleichend/ vnnd fo vil ich begreiffen konte/ haben diſe mind ere Columnẽ fuͤr zierung einer Porten ermeldter Baſilica gedienet. Der drittheil gemeiner Ele/ mit welcher diſer Baw gemeſſen iſt. 4 ni . J 3 2 3 4 7 E= ‘ Das IV. Caß. K/ .———— SS ! ee,| % SD D — 5 ö HS E=== ff J IP , — | U 1 U | —— Das dritte Buch. . I dl SEB.SERLIL Von Antiquiteten Die alten Römer haben durch jhre hochmuͤtigkeit alieit nach ſolchen dingen geſtrebt/ durch welche jhre Macht/ vermoͤgen vnnd Neichthumk/ ſo wol zu waſſer als zu land/ der Welt kund vnd offenbar wurde/ daher fie zu herlichem uſt der Statt Rom diſen wunderlichen Port oder Meerhafen gemacht/ welche recht wegen feiner kommlig keit vnd ſtattlichen geben es mag wunderlich genennet werden. Sein Form iſt ſechs ecket/ jedliche ſeiten 16. Maͤßruten lang/ deren jede sehen Palmen haltet/ darauß man die Principal groͤſſe zubegreiffen hat. Jedlich Stuck hat weite vmbgaͤnge/ auch vier Eyngebew in der mitte gleichfals mit vilen Durchgaͤngen: lengſt dem Waſſer auff dem geſtad ſeind vil Columnen nach der Ordnung geſtel/ daran man Schiff angebunden: am Mund des Haffen waren Thuͤrne ſo wol zur wacht als den Feind abzutreiben. Wil die Eyngebew in der kleinen Form nicht wol vnd eigendtlich möoͤgen geſehen werden/ hab ich dieſelbe hieunden in groſſer Form auffgeriſſen mit. B.. , SS———— H K//// 9 N 8 29 Se w 0 9 aw© A Der Hafen zu Oſtien. — 28 h 1 8 2 8 ,, ,, 28 S& K&& 8 G e G ä. MR w NR S Ss N ALS SEES Y) W. X 5 W .. e, K& N N SS SS NN 2 N SS 8 8 8 8 8 NS NZ) SNK SS . 94 —— da.. an, nnn, 2 , amm,,.=. D 7 te/ o. Palm N mit A. h Die F doch meines erachtens ſehr wol geordnet. Der Gr — % %. H . 9. 9. iſt(hier von zwen Vierkantẽ. 70. Pal. das achtecket theil G. haltet 100. P orm D. hat in der Creutzliny . h.. ) 2. D, EZ n,, en. Die Rundung M. h ö I altet in der Creutzliny 150. . 2. mA n, /. .. Am.. Die zwey theil mit K. O iſt diſem gleich. Die Waſſertaͤſten folgen hernach. at im Diameter 12 almen. D Pal. das theil B. d diſer Ba ü Je Bäder Titi Veſpaſtani ſeind kleiner deñ andre B Das dritte Buch. 100, Palmen. Das Portaal as runde theil H. hal haltet jedes 39. aͤder zu Rom/ d in der[enge 80. SC. Palman auff Das 1 V. Cap. Ss Ss SM . % ,. hc, 8 der iſt mit eim Antiquiſchen P k SS SS NS in der breyte 50. Pal. Da 0. Palmen. Das heil F. tet 150. Palmen in der Cre ,/ d 8 m almen gem ling. D U s the&. iſt eſſen Erſtlich die runde W as t Ss 2 iſt lang 129. Palmen/ hat in der breyte heil J. haltet 100. Q. 8 K — SS aher ſie vom gemeine volck Therme minori genenet werden jeder ſeyten. Das theil 8. hat in der(enge 27 Palmen/ ſ Palmẽ/ ein breyFol xlj o. Palmen. Das theil N. in der lenge 148. Palmen/ in der breyte/ y. Palmen/ das heil ang 8o. Palmen/ breit 60. Form ſeind N 8 Sch licher hoͤhe. Die Mawren vnd Set Der alt Roͤmiſch Palmen. arter Materi gepflaſtert. alle rund gewelbt komum andren/ Schu 27. D gang J he. uch mein volck die ch ein halben: + D D e Kaͤſt Gaͤnge/ darein die die Baͤder alle zuſam vnd, ie we iben Salen barlich vnnd mit groſſer K yte von einer en/ darin das Waſſe er ermeldter Baͤder beh Von Antiquiteten Waſſerkaͤ vnd zwar vorwertz alzeit ſt awrz nennet/ weil der Spacien ſi daß ein in ſehen kan/ vnnd iſt diß rumh/ daß die Boͤgen der unſt ſt men vorwertz h ſ gemacht/ vnnd das da en geordnet ſeind/ alſo C Su, C 3 SS = Kan € Ss. ba S D — es O iben th Schuch ur andren/ 15. elb ſeind mit ſehr h b uren. Died eind. * * en ſ Schuch von einem Bogenz Man ſih icke der Mawren haltet 4. alten wird/ ſeind cbunderer in einem durch das ort/ ſo das geet vorwertz 2 S EB. SERLIL Das dritte Buch. Das IV. Cap. zeiten Ponte Tarcio/ andre nennen fie Ponte Fabricio: ö D zu diſer zeit wird fie genennet 1/55 Pante de quatro capi. Diſe Bruck wirt Pons Milvius/ gemeinlich Ponte molle genennet. —— R S;= Andre nennen fie CE Ponte palatino: heut nennet man U . . Ponto S. MaFol. lij Zu Rom vnd an andern oͤrteren in Italia ſeind vil Brucken/ von den alten Roͤmeren gemacht/ aber ich wil alhie nur viere zeigen/ damit man darvon ein Model nemmen moge. Diſe erſte ne dieweil ſie auff dem Fluß T Aelio Adriano her gebawt. :; ennet man Ponte S. Angelo yber bey Engelnburg ſteht. Die alten haben fie Ponte Aelio genennet/ vom Keyſer 33 ZZ nnn ria/ oder auch Ponto ſiſto. A SEB. SERLIL hiteten Von Anti 8 © . 826 > 3 Z 6 7 D,, A A . en, ,, NZZ.,, e,, ö A ö., A . ö. A=. 9 D.,,. 9 ZZ) 0000 ch WEN. * A S. Qin, = 8 Ze o e e e 08 ee.. 9© h ö QA,, ,, ,,, ,,,, eg, . ,,, ,. Ze© 4 VAN Z VA,. 90800006 4 Z D, ,,. % 9 mm, mn. 228348258 SOSE Z% N. TI ,,.— JS IE ö ,, n , 7* ge,., 8 ll ,,. e, 8 S aD— X. 8 X X W— N N X 2X 583353852323 8233533523553 DE S SG es ES 58533388828 53535 28823 ERSTE LSESL SLR TSESLEENRN SS 36*. 885833 8 XS 8 33 3 8 885 6 RD SS S S8 8 8 u ESS 3 333833 538352553385 2323332333 i 3 RZ SD SSD RS= 28 T* 2= . a 8557 8 SL TS 6 4 EES k ES SS 3 3 3 & Std s d JS SSæÆSS&— D D s d Sed e 38 53858332233 8 Das dritte Buch. Das IV. Gay 88 Fol ylijj. .. Diſer Grunde 12 oſt mit einer gea Meint Elen gemeſſen/ deren brittheil hieunDE gezeichnet iſt. Die Siny mitte in diſem Platz if von hundert len/ durch welche man hey nahe alle andre maaſſen finden kan/ von welchem ich kuͤrtze halben nichts ſagen wil/ ſonder nur von den Principalen., Erſtlich ein der kaͤſtẽ/ darin das waſſer gehaltẽhat in der lenge 30. Elen/ in der breyte 16. Das B a5 SS Ss ss SS \ J,. 2, h,. 8 N io 0900000 ASS& X K O 8. ., , ö lang/ vnnd 4. .. breit. Das run; 69 de Gebew D. ö g Ha hattet im Dias —— 2. 8 6 meter. Elen. D k Sn Der Platz B. C. iſt 70. El lag. Der Platz ö hat in der . SS lenge vngefehr NSS 2; 2 in der weyteK ſechtzig. K r— . ö K K R ö 29. A 3. ü ga g gg % 4% ö ö. % . A . . 2 J A 2 a 2 ben .— SEB.SERLIL Von Mntiguiteten Das dritte Buch. Das IV. gap. Fol ꝛliij8 N N Vnder andre RAAB U U H HHH HER Baͤdrẽ zu Rom r 3a ans w . 1 an EN| I N)|| NR| X 2 ntoni;;. z S N N 83 N N N in etwas beſſerẽ| verſtand dañ an dre: vnd ob wol das Dioeletian . Die Grunde ff meinẽ Elen ge|= Drittel hieungezeichnet ifo Die Jiny mitte fo finde ich doch, 9* np* ö tn 5.. 89 ̃| 1 AAN. welche man ben 9 e, n, X.*— k K. EN ID nahe alle andre .. a| N.. finden . tönt alle ⸗|}||| 1 ö X an, von wel| rn if): chem ich kuͤrtze A rum h halben nichts . Shen 96 wil. t r von den niges ſchaden. oder verhinde⸗ ö Weil a⸗. be Di B. aͤſtẽ/ darin das ber e,. aw N./.«| SQ e neben r,,. Sn A 4, NN 30. Elen/in der . x N DA 3 22 ö hal . , ,,. ,,,, ,,,. Ns ,,,, ee, e, eee, 8 MA en oe . 2. net war/ ohn daß man auch allerley Spil vnnd kurtzweil daſelbſt halten konte/ ſo waren deßwegen die Badkaſten hin der dem Baw/ mit A. geſetztN 8 W—— , Ns breyte 16. Das lang/ vnnd 4. brei. Das runs de Gebew D. haltet im Dias meter;. Elen. Der Platz B. C. iſt p00. Elẽ lag. Der Platz da ſie. laͤnel gefuͤllet ⸗ lenge vngefehr zum Baden ge⸗ de r..; a) 105. Clen/. den.— X 16 3 2 be 4. ſechtzig. G. hat in der . D. 22 x N x 8; ö S 8* X 2 d 2. e„—2 RN . öh 7 % ,, LAEELL 2. A w n, ö A . 5 ,., de. 8 > (Ph ſiſ ,,. hd ö; 2 . % Y —— A Z 23 ö ., 2 ,, Mn N Dee, ,. 4 — A. , 2 a *. Ce wi 1 7% . * deig Di guren hen v die Buchſtaben leic diſer ſeyten des bla en/ wie ein verſt nd erkennet werde, h aͤndiger Arch d nicht alle vnd jede Sti cweil in vorigem Grundt von wegen kleyne der Fiworigen gantzen Grundi haltet. hat mich ts etliche glied *. tlich erkennen k an/ wen er ſie gegen fü 8 & .= N -SEB: cke habẽ recht mögen geſer gut angeſehen auff er etwas deutlicher zu itectus dieſelbige durch M D 8 ö 2 S — 2 << 8 X X * Das dritte Buch. Das 1 V. Gap.| Folk. (0G il diſe Figur ſcheinet vnordenlich vnnd in vil vnderſchiedliche fuck getheilt zu ö ſeyn, ſoll en Architertus wiſſen, daß es gewiſſe ſiuck vnnd Glider ſeind der vori C gen Thermen oder Baͤderen/ wie die Buchſtaben anzeigen, welche ſich mit ohgeſetzter gantzen Figur vergleichen, dadurch man jede Stuck eigentlich erkennen mag. Ran ſoll auch wiſſen/ daß die theil H. vnnd X. nicht gehören an das theil F. dañ es ſeind brey vn derſchiedliche Stuck/ ſeind aber wegen enge des Platzes alſo neben einander ge, er Von den maaſſen rede ich nichts/ es ſoll der Architectus mit dem Muſter vernüget MM 2 A ö N m= S 5 9. 1. 2. u 2* 8 ö 8 ö ö. 8 O 8 8 8 Ss 8 ö 8 3 ö m 8 d. ö. 8 24 . ö ö. S 8 . 8 8 8 ü He os soeHMIð. 8 3 S x X N N; 2. n. | ö. N AS Ss 7 | ZZ . 8 2 . SEB. SERLIL Von Antiquiteten Vng efehr fichen meil von Alcayr findet man ein Piramide/ deren Form vnnd maaſſen ich auch hinzu fegen wil/ wie mir dieſelbige ein Edelman von Venedig mitgeheilt hat/ welcher ſelbſt perſoͤnlich darauff vnd darinn geweſen/ vnd dieſelb abgemeſſen hat. Sie iſt mit Schritten abgemeſſen/ deren jeder etwas mehr dann drey Antiquiſch Palme thut: die Baſe haltet auff jedlicher ſeiten 270. Schritt/ vnnd iſt recht gepierdt. Sie iſt auch gang von herten Felſenſteinen gemacht/ vnnd kan man von auſſen her wol hinauf ſteigen/ wie wol etwas vnkomlich biß ins hoͤchſt/ dan jeblich Stuck iſt vierdthalben Palm en hoch/ aber hat kaum fo vil ebnes Platzes daß man den Fuß recht hinauff fesen mag. Die zal der Abfär oder Siafflẽ von der Baſe biß oben auff iſt 210. Alle von einer hoͤhe/ die obriſte wie die vnderſte Man vermeinet es ſeye ein Begrebnuß geweſen weil inwendigen ein raumer Plan iſt/ i deſſen mitte ein groſſer Stein auffgericht. Auff der lincken hand hat es ein Eyngang vnd ſtei nen Stafflen biß zu dein ſelben ebnen Platz. In der mitte vngefehr hat es noch ein andren Eyngang/ aber etwas enge. Zu oberſt hat es ein ſchoͤne ebne/ auff jedtlicher ſeiten von acht ſchritten/ da man ſihet/ daß die Piramide dafelbſt volkommen iſt/ vnd nicht höher geweſen. Nicht weit von dannen findet man auch ein Bruſtbild von haͤrten Stein/ zehen ſchrit lang/ vnd ſtehen etlich Acgyptiſche Buchſtaben daran. Diſes Bildes gedencket auch Petrus Martyr der es geſehen vnd abgemeſſen. w N NS ö. . —'— Rn Das dritte Buch. Das IV. Cap. Fol. xl6 deu die Griechen die Principal erfinder aller guten Architectur geweſen/ wie Vitruvius vnd andre mehr bezeugen/ fo iſt doch daßelb Land dermaafen verherget vnnd verderhet/ daß man in gantz Griechenland wenig alte Gebew mehr oberthalb dem Erdrich findet. So vil ich aber von andrẽ verſtan den/ findet man noch anzeigungen eines alten Gebewg/ welches fo vil man auß den anzeigungen begreiffen kan/ undert Columnen gehabt hat/ deren höhe niemand mit eim wurff hat erꝛeichẽ mogen. H er well vnſer Author diß Gehew allein von hören ſagen auffgeriſſen hat/ vnd kein an. dregewiſſe maaſſen gehabt/ hab ich allein den vierdten theil des Grunds bey die Helffte . des Gebewes geſetzt/ darauß ein Architectus den gantzen grund vnd gantze Figur leichte | lich begreiffen kan.— ,©&ß | IX 9. NR 8 DO ; W A ZZ ML i, M amn h Ulli — HE——— — kf—r— H— — SEB.SERLIL BonYutiquiteten Bei S. Joriß in Velabro findet man nachfolgends Gebew/ welches võ den Wechſel ern vñ Ochſenkenfferẽ gemacht wordẽ iſt zun zeiten Zucij S ptimij Severi vñ M. Aurelij Antonini. Es iſt Compoſt; a/ ſehr ſchoͤn an all ſeitẽ mit außgehawener arbeit geziert. Es ſol ſich aber memand verwunderẽ/ daß das Frieß vñ Architrab verdecket ſeind mit diſer Taff ⸗ẽ darin vil geſchrifft gewefen/ darzu das Frieß allein nicht wer gnugſam geweſen/ dahe r ſich der Kö alſo gemacht/ vñ doch dadurch die Ordnüg der Architectur nicht gebrochẽ/ welche ihr vollom̃en Sa an dẽ Ecken behalten hat. —. hfſſ. Mm in mn /// TC. /// . — == N W 7 *. 5 V e/ ni in nn nnn nn HE De ELLE ————— Sem Nach dem ich diß Gebew abgemeſ ſſen/ ſeind die maaſſen verlohren worden/ kan deßhalben nichts gete ſſeẽ davon ſchreiben/ allein gedenck ich no wol/ daß die weyte von eim Pilaſter zum andren/ zweiff Antiquiſche Schuch hielt: die höhe diſer weyte war 20. Schuch: die dicke der Pfeiler mit al ö Eelumnen/ o gevierd/ haltet 4 Schuch ein halben: der Archit rab/ rieß vnnd Karnieß halten auch fo vil. 3. 29 Diß iſt der grund ermelten J Qua⸗ 7| A dren ſehr wol gearbeitet. ſeind auff eine gattung außgehawen/ wel2 Fü I,/ ö. k.* m em,,.—* , US Sl N ii, Das dritte Buch. Das IV. Sap. Sol uinj Diß ſeind die zierangẽ vorgezeigtẽ Gebews fo ſchoͤn, als einig ander werck zu Rom ſenn zan: dann alle ſpeeien haben alle auß geh wene arbeit/ rreſpondiert vnd vergleicht ſich alles fchr wol mit einander, aufgenommen das obriſt Rarnieß, welches durch ſein reiche Seulptur era oterdehlich. vnrecht gemacht vnder dem ſtaͤblin niderwertz vmb zwoer vrſachen willen: erftl;ch daß zwiſchen dem Stab mit den Eyern vnd den Schaaff? auen kein blaͤtlin ſeind/ welches doch ſehr von noͤten geweſen/ eines von dem anderen zu vnterſchieden/ ſon derlich da onder den Schaaffszaͤnen zwey werck ches ich nimer machen wolte/ ſonder(age außt rucklich/ daß ſolches vnleidenlich iſt/ ond geburt ſich nin ermehr ſolche ſachen zt machen il nd Das inner theil/ darauff die decke ruhete UI amm. IK S ones VS ö W n. 3 A 8 5 8€% 8 8 D 8 8 22 ö 8 8 X A Ss Cm 0 HE | 4 ö. QM 9. e, n, ld In derobren decke feind 27 Quader. 5 . . fie beyde außgehawen ſeind: zum anderen noch vil ehr/ daß — m. BEE ö J err, dern,, um, rr ee. ——— 1 Hike a DNS 3 2—— 2 N N © 8 . ö. ES. 11 ö ——— ED ö. ,. ,, A OO ET —— — AVANT 3— 08 . * el k VA 8 * ,,. — h. c . ul —— —— TSF 8 E— Je Bäder des Keyfers Diockeeiani Feind einfebr Löflich Sichen/ ſpoit nah aß den Back 1 Stucken begreifen kan/ die man noch ob der Un. H Das dritte Buch, h! ; Jgebewmannigerley zierungen/ vilerley Column gehen zeugnin i Jedoch findet man ſachen da, die man zu diſen zeiten in der w ſage ich ſolches nicht zu nachtheil eines ſolchen Keyſers oder der Architecten von denen es ere bawet worden/ darunder doch auch zu den zeiten/ wie jetzund vnd alwegen etliche vnverſtendi geweſen ſeind: allein ſage ichs zu dienſt denen/ die diſe meine Bücher leſen werden/ daß ich alle fachen mit fleiß betrachtet habe. Das fi chöneft an eim Baw iſt die Symmetry, Proporti|. ,, nnd gerechtigkeit aller angehorenden Stuck en/ vnd daß nichts 9 9. n 4; ö. giſicht vbel ſtande vnd den auge mißfalle: daher ſag ich/ wen der weg A. B. wie der weg C. D. wurde der gantz Bam vil zierlicher ſcheinẽ/ von wegen daß der. 8 S. 8 vmbgang allenthal⸗©[SS 000008 * ben frey vnnd ledig ſtunde/ vnnd wurde das theil in der mitte mit A/ ſo vor die rechte Mawr hinauß gegen das Theatrum geht/ die Freye Stra je nicht verhindere/ bliebe auch daſſelb N Spaciũ an ſtatt dep. x 9 Proſcenij/ wie an ans: dren Theatrẽ iſt. Ich 32 wil von A. C vnd B.= D. nichts reden/ der verſtaͤndig Architet⸗ 3 tus/ wirt hie vnd an[ den euſſeren theilen 2 ſelbſt finden/ wie vil. vngleicheitẽ vorhan·* den ſeyen. Nicht deſto. minder ſeind auch. vorhanden vil herꝛli⸗\ vnd abtheilungen/ die einem Bawmeiſter nicht geringe huͤlff zu vil ſachen g ben konnen. N N 8 W Aas 1 V. Cap,. Fol.rſbif. Diſe Grundlegung if mit den Antiquiſchen Palmen gemeſſen: weil ich aber alhie vil mehr e. Sapı. dol civij die euſſere geſtalt geſehẽ/ hab ich der Particular maaſſen weniger geachtet/ wurde auch ſchr ö. zu weitleiffig ſeyn zubeſchreiben: hab aber mit ſonderlichẽ fleiß den gantzen Baw nach Proportion aller Stucken auffreiſſen vnd für die augen alſo deutlich ſtellen woͤllen/ daß ein fleiſſiger Ars chitectus daß maß der abtheilung ſelbſt wird finden koͤnnen/ durch den kleinen Palmen/ ſo im halben Circkel in zehen abgetheilt ſteht/ deſſen jedes theil zehen Palmen haltet/ kompt die ganhe Linh oo. Palmen. Den auffgezogenen Baw hab ich vmb dreyerley vrſachen nicht ſetzen woͤllen: erſtlich wil er mehrtheils verfallen/ vnnd wenig bericht mehr davon haben kan: zum andten daß es gantz beſchwerlich abzumeſſen: zum dritten daß auß vilen vnformligkeiten erſcheinet/ daß es von den beſten Architecten in den zeiten nicht if gebawet worden. Weil man derhalben in der Grundlegung nicht alle theil Perfect ſehen kan wil ich das mittelſt theil hernach etwas K volkomner ſetzen. Der alt Palmen, 0860090009 . 0009990 ö & N Stucken begreiffen kan/ di dañ di;. ,, ,,,. K. auff die euſſere geſtalt geſehẽ/ hab ich der Particular maaſſen wen ger geachtet/ wurde auch ſch doch findet man ſachen da/ die man zu diſen zeiten in der e n er, w,. ‚..,. K hab aber mit ſonderlicht fleiß den ganken Baw nach. ,, IL DATEN ATI CH oder der Architecten/ von denen es ere r AD chitectus daß mäß- ver Wine(är Hosen anne 33.. geweſen ſeind: allein ſage ichs zu dienſt denen/ ö K erficht ,. SS 2—,. halben Circkel in zchen abgetheilt ſteht/ deſſen jedes theil zehen. ö alle ſachen mit fleiß betrachtet habe. Sas fchöneft an eim Baw iſt di.. 8 2— ße ing ı 00. Pat men. Den auffgesogenen Bam hab ich vmb dr aher eh vy ach en eu n e. on/ eigentliche gliedmaaſſung vnnd gerechtigkeit aller an ehoͤre+ nS 2,.©—— 0 N: len: erſtlich wil er mehrtheils verfallen/ vnnd wenig bericht mehr daven haben lan: zum andi außwendig in dem geſicht vbel ſtande vnd den augẽ nie falle: Dat,>@— 8 W daß es gantz beſchwerlich abzume fen: zum dritten daß auß vilen vnformligkeiten erſch N e. wer offen vnd frey ⸗,, De 9 4 RZ RER 9 von den beſten Architecten in den zeiten nicht iſt gebawet worden. Weil man. wie der weg€. D. 82;. XW in der Grundlegung nicht alle theil Perfect ſchen lan ⸗ wil ich das mitteſſt heil hernach etwas wurde der gantz Baw.=— N. HUN volkomner ſetzen. vil zierlicher ſcheinẽ⸗ 6 N Ko) AAN URN N x RN Ns von wegen daß der q. e. e. aa X«=>. x Der alt Palmen, vmbgang allenthal⸗. H ern,, ben frey vnnd ledig. 252 1 ſtunde/ vnnd wurde das theil in der mitte mit A/ ſo vor die rechte Mawr hinauß ge gen das Theatrum geht/ die Freye Straf X ſe nicht verhindere N bliebe auch daſſelb Spaeiũ an ſtatt dep. D K// MED. DAS DIES, DS TV Gap Sol xlpij. Diſe rundlegungiiſt mit den Antiauifchen Palmen gemeſſen weil ich abet alhie vil mehr 8 X; f Proſcenij/ wie an ans:. D 8 RI.. dren, r.’ 1 ö. wil von A. C. vnd Bh. N;|.— D. nichts reden/ dr— 3 5 5„SS 0860090000 verſtaͤndig Architces\|. tus/ wirt hie vnd an den euſſeren theilen . ſelbſt finden/ wie vil vngleicheitẽ vorhan⸗ g den ſeyen. Nicht deſtt| minder ſeind auch vorhanden vil herꝛliche ſchoͤne Stuck vnd abtheilungen/ die einem Bawmeiſter nicht geringe 8(. X. huͤlff zu vil ſachen ge⸗ X S 83 N A 2 55 3 8.. ben konnen. x U. 24(os DA ZZ 1 ZZ 0000800020000 see eee 00020000 SSG GGG haltet ein hunde nden. maaſſen f lteten groͤſſer auff geriſſen/ vnd bedeutet auch das ch die iny in der mitte phrigem als au ge ⸗ Hiedurch mag man mit dem Cinch e die phr Palmen wie die vorn Von Antiqu Figur/ gleicht, — 2 1 X * (72) M n N & 8 . — 82— © 8 8 D == 2 S 8 5 * > S8 8 3 8 Se, 8 . 4 anal ww ab ö 33 8 2 S . 8 = D. . SS das mittelſt theil wie in voriger Q N < 00.008 (X ——— 8— 8 2 8 9. x 7 SS —* 8* 2 — — . ü Grffff ——— V)/ ö /// K. &/ 6 ſ 1 ö.. ü,, SEB. SERLIL Von Antiquiteten Nder dem Campidoglio iſt ein Triumph Schwybogen/ zun zeiten/ wie die Inſeription anzeigetLucij Septimij Severi auch vnder ſeinem nammen gemacht/ vnd zwar ſo vil man vernimpt/ auß S dem raub vnd vberblibenen Stucken anderer gebewen/ iſt aber herzlich geziert vnd ſehr wol außgehawen vnd gewercktſo wol an de ſeiten als vorn vnd hinden. Iſt gemeſſen mit dem alten Palme von 12. ſingeren oder 48. Minuten. Die weyte des Bogen in der mitte if 22. Palmen/ 15. Minuten ein halbe: die weyte zur ſeiten/). Palmen/ zo. Minuten. Die dicke des Bogen zur ſeiten 23. Palmen/ 27. Minuten. Nie Thuͤren innerhalb des Bogen /7. Palmen /z. Min. weit. Die breyte der Pfeiler mit den Columnen/ S. Pal.). Minuten: die dicke der Columnen/ 2. Pal. 30. Minuten. Die dicke der gevierdten Columnen⸗/ 28. Min. Diſer Bogen aber iſt jetzundt biß vber das Poſtement mit dem erdtrich bedeckt/ man hat wol et⸗. 2 graben woͤllen/ damit man die vndren theil recht abmeſſen möchte, jedoch iſt man nicht biß zur alt kommen. Der Grund des Triumph Bogen 9. Sept. Severi. OS Das dritte Buch, Das IV. Cap. Fol ij. Die grundlegung diſes Bogen/ mit ſampt der dicke vnd breyte iſt zuvor erkleret: nun wil ich von der HShe handlen. Die hoͤhe des mittleren Bogen iſt 47 Balz. Minuten: des Bogen zur ſeiten/ 25. Palmen. Die hoͤhe des Poſtements/ vngefehr gehen Palmen. Die dicke der Columnen/ wie vermeldt/ haltet zu vnderſt im Diameter zwen Palmen. zo. Minuten/ vnnd oben vnder dem Capitaͤ/. Palmen, 16. Min. Ihr hoͤhe a3. Pal. 25. Minuten. Die hoͤhe des Architraben/ ein Palzo. Minuten: des Frieſen/ ein Pal 3. Minuten: des Karnieß/ 2. Pal. 14. Minuten: der vndren Blatten ob dem Karnteß mit ge zeichnet/ 9. Minuten. Die Baſe ob der vndren Blatten/ haltet ein halben Palmen: das ohriſt Karnieß/ ein Pal,* Minuten. Di Particular Glider werden noch deutlicher hernach folgen. . IMP. C AES. LVC IO SEPTINMIO. HI. EIL. SE VERO. pIO.OE.öRTIE ACI AVG H‘ PATRI PATRIAE PARTHICO ARABIC O, ET PARTHICO AD AbAIABEKN. CG . PO NTIE. M AX. TRIBVNIC. EO TEST.XI.INI P. XI, C S. 3. PR Os. ö . COS. ETIMP. C AES. M. R VRELIO. L. EIL. ANTONINO. ALG.; . PIO FEELICITRIBVNIC. PO TESPST. VI. COS. PRO COS. P. P.;. OPTIMIS. FO RTISSIMISQVE PRINCIPIBVS.. O8 REMPVBLIC AM RESTITVTAM IMPERIQ.POPVYLIROMANI PRO= PAS ATVMINSIG NIBVS VI RTVTIBVSEORVMDONMNIEORIS QS. P. Q- R] mn m w int III 3 A . ZZ Ss. EA E ES SEE . s= S=S zZ ö ö w.. =D 2 N — 3= NS — s.—— . . J | 8 SEB. SERLII. Von Antiquiteten M*, Vn folgen die Particular Glider des vorigen Bogen Sept. Seueri. Die Baſe M ihr Poſtement/ hat man/ wie vermeldt/ nicht ab meſſen koͤnnen/ aber wol zur| achten/ daß ſie nicht minder gehalten als das Karnieß diſes Poſtements. Das Karnieß aber haltet ein Palmen/ als vil die Baſe auch mag gehalten haben/ welcher glider Form du hernach mit G. gezeichnet ſiheſt. Die Baſe der Columnen ſteht dabey mit J. welche ein Vnderſatz oder gegen Baſe hat vn der der Blatten/ villeicht darumb geſchehen/ daß die Columne nicht zu ſolcher hoͤhe gereichen mögen/ alß von noten gewefen. Das Capital hab ich nicht alhie geſetzt/ weil man deßgleichen ſihet im vierdtẽ Buch/ im anfang der Compoſita/ wie dann diſer Bogen auch Compoſtta iſt die hoͤhe des Architra bẽ iſt ein Pal 0. Minute: dagegen iſt das Frieß von neun Pal. drey Meinutẽ/ wel/ ches ſeiner ſculptur vnd außgehawener arbeit wegen ſcheint kleiner zu ſeyn/ als ſein ort erfordert/ auch nach der lehr Vltruvij/ ſolte es ein vier dten theil höher ſehen dañ der Architrab/ diſes aber iſt kleiner. Die hoͤhe des Karnieß/ ziwẽ Pal. 14. Minutẽ/welche gewißlich vil zuhoch iſt nach Proportion der andern Glider/ vnd ſcheinet auch danebt deſto hoͤher/ daß es weiter außgeladẽ als aber hoch iſt/ daher ich ſonderlich glaube/ daß diſer Dos gen auß zuſammen geleſenen Stucken gemacht iſt. Die Form des Architraben/ Frieſen vnd Karnieß iſt mit B. gezeichnet: die Baſe ob derſelben Karnieß iſt ein halben Palmen hoch: das letſt Karnieß ein Palmen/ zwo Meinuten hoch/ mit einer fo groſſen außladung/ wie man in der Figur ſihet/ vnnd zwar an ſolchem ort ſchilte ich das Karnieß mnichlt/ ſonder ſag vil mehr/ daß es mit gutem verſtand gemacht ſeye/ weil es dadurch vil groͤſſer ſcheinet/ indem man es von vnden obwertz anſchawet/ weil auch nicht vil MHeateri oben auff iſt/ ſo beſchweret es den vndrẽ Bawdeſtominder. Diſes Karnieß iſt mit A. gezeichnet. Das Karnieß fo den groͤſſeſten Bogen tragt/ mit C. hat ſein Außla dung vil zu groß /ich für mein Perſon wolte jhm minder Außladung geben dann es hoch iſt/ damit ſolche fuͤrſchieſſunz dem Bogen nichts henaͤme. Das ſtuck D. iſt die Blatten welche oberthalb den zweyen Bogen bon einer Columne zur andren durch gehet/ vnd geſellet ſich mit dem Karnieß C. Das Karnieß E. tragt die zwe kleine Boͤgen/ vñ hat ein Geſimps/ welches ich auch nicht alſo machete/ von wegen daß alle Karnieß/ von welchen die Corone jhregebuͤrliche außladũg nicht hat/ vngeſtalt vnd vnformlich ſeind/ vnd das ſchoͤneſt an einem Karnieß iſt/ daß die Korone von guter hoͤhe vnd guter außladung ſeye. Daher ich für in gemeine Regel ſag/ daß die Koronen/ ſo höher ſeyn als jhr Geſimpg/ vnnd die auffs weniſt als vil außladuͤg als hoͤhe habe/ bon allen verſtendigẽ geprieſen werdẽ. Diß ſag ich allein zu erinnerung denen/ die von diſen Sachen noch nicht vil erkantnus ha ben. Das dritte Buch. Das IV. Cap. Sol liij. 39. n ö. n. A J a mn D n, mm ,, 8463 ——— 2 D ö. F IJ imm Al, 6= SS C mE MM. fi MS J lim ,, h J M, 2 WMW. W 7;= Na W MS MANN| D, 7 Ze TEA lll nnn nnn mm ln nnn, nnn mmm . ,. 9 Ne ml X, l KM , An O SEB., SERLIL Von Antiquiteten S Wiſchen Rom vnd Neapolis/ welches ort den Roͤmeren trefflich wol gefallen/ findet man ſehr vil 3 nder welchen auch folgender Triumph Bogen iſt/ welchen ich in die Zahl der guten C) Antiquiteten/ ſo von den Roͤmeren gemacht/ alhie hinzu ſetzen wollen, Er ſteht zu Ben evente diſſeit eapolis/ mit gemeiner Elen gemeſſen/ deren brittheil hie vnden geſetzt it. Die Figur daniden if fein Grundtlegung: die weyte des Bogens iſt acht Elen/ die dicke der Columnen ein Elen/ der Pilaſter vnder dem Bogen iſt auch ſo breyt. Der Platz zwiſchen den Saͤulen haltet drey Elen: die hoͤhe des Bogen iſt heinache in doppler breyte. Die höhe der Baſe mit jhrer gegen oder vnder Baſen haltet ein Elen/ zehen Vntzen/ſechs Minuten: das flache des Poſtements/ Zwo Elen/ zehen Vntzen/ ſechs Minuten hoch: das Karnieß neun Vntzen. Die hoͤhe der Baſen der Columne haltet ſiben Vntzen: die hoͤhe der Saͤule ohn jhr Baſe vnd Capital/ neun Elen/ vier Vntzen: die dicke der Columnen zu vnderſt/ haltet ein Elen im Diameter oben ein ſechstẽtheil gemindert: die hohe des Capitals ein Elen fuͤnff Vntzen ein halbe: die hoͤhe des Architraben/ fuͤnffzehen Vntzen: des Frieſen/ ſibenzehen Vntzt: des Karnieß/ ein Elen vierthalbe Vntzen:des Plinthen fo als ein gegen Baſe ob d Cornice ſteht/neuntzehen Vntzen/ ein Quart der Baſen fo oben darauff ſteht/ eilff Vntze: der Blatten/ darin die geſchrifft ſteht/ vier Elen/ zwo Vntzen: des obriſten & Karnieß/ ein Elen drey Minuten: des Poſtements daruff der Bogen ſteht/ ein halbe Elen. Die Elen damit dieſer Bogen gemeſſen/ if getheilt in Zwelff Vntzen/ vnd ein jede Bang in fuͤnff Minuten: kömen Zwelff Vntzen auff co. Minuten. Nachfolgendes maß aher if ein drittheil dieſer Elen. — ch, ZZ 1 . / , j / . SS 1.!? 1 K ö———— w N— C r r K— t—-—— © 82. , rene, ,,,. , . nn,, n, e, n, nn,, mn, I f € W, WR W AU h 6 6 Das dritte Buch. A Das IV, Cap. III m M . . I EM A i . m . . r. IMP. CAESARI. DIVI NERVAE FILIO NERVRE TRAIANO OPTIMO AMG. GERMANICO PONT. II. MAX. TRIB. I PO TEST, XVIII. IMP, VII. CO S. VII. P. FOk TISSI MO PRINCIPI. —— S. F R. ö © 8 — 8 e* D— . K k/ 3 . . J 3 69 /,— li//— A AN / , / . ,, e,, ,,,, . — — 64 t|)— 1 ;= SEB. SERLIL Von Antiquiteten. Jezierung des Bogen zu Benevent wil ich jetzunder nach] hrer rechten Proportion deſchtei en. D Die Baſe des Poſtements mit feinem Karnieß mit J. gezeichnet/ ſeind zwey ſchoͤne Stuck: fie x iſt mit ſampt der gegen Baſt darunder ein Elen /zehen Vntzen/ſechs Minuten hoch: Das Karnieß deſſelben Poſtements iſt hoch neun Vntzen: die Baſe der Columne/ ſiben Vntzen gantz Corinthifch, ſehr wol nach der Columne geproporttoniert/ iſt gezeichnet mit E. Das Capital hab ich alhit nicht geſetzt/ man findts im vierdten Buch/ im anfang der C ompoſita/ dan dieſer Bogen iſt auch nach der Compoſita. Der Architrab Fr eß vnnd Karnieß fo oberthalb der Columnen ſtehen/ mit C. gezeichnet/ ſeind ſehr wol nach de Gebew geproportioniert. Vnd ob gleichwol das Karnieß etwas hoͤher iſt/ dan Vitruviu s wil/ſo ſchicket es ſich doch mit ſeinẽ gliederen trefflich wol/ auch hat es den faͤler nicht/ den vil andere haben/ nemlich daß die Kragſteine vnnd Schaaffszaͤhne zu ſammen geſetzt werben. Ei iſt aber diſer Architectus fuͤrſichtig geweſen in dẽ/ daß er wol den Platz da gelaſſen/ hat ſie aber nicht welle hineyn hawen/ ſolchen groben faͤhler zu meiden. Diſes hat auch der Bawmeiſter deß Pantheon in fleiſſiger achtung gehabt/ in dem erſten Karnieß ob der C appellen/ in wendig rings vmb den Tempel /deßhalben abermal der Liebhaber der Architectur gewarnet ſeyn ſol/ daß er nicht gleich alles mache; was er ſihet das in den Antiquen gemachet iſt/ vnd mit jhrem faͤhler feine fahler hemantele. Die gegen Baſe vnder der Inſcription ob dem Karnieß B. iſt neuntzehen ein halbe Vntzen hoch: die Baſe oben darauff/ eilff Vnzen. Die Taffel der geſchrifft/ vier Elen/ vier Vntzen: das Karnieß/ ein Elen drey Vntzen. Ich lohe aher die Baſe diſer Geſchrifft tafel/ wegen jhrer wenigen Außladung/ damit das geſicht von vnden auff nicht verhindert werde/ aber das Karnieß iſt vil zu hoch nach Proportion der Raffel/were es etwas niderer⸗/ vnnd die Corone etwas groͤſſer vnd mehr außgeladen/ ſtuͤnde fie vil beſſer nach meinem beduncken/ woͤlte auch mehr preiſen/ daß ſie nicht fo vil außgehawen were/ ſonder alſo abgetheilt/ daß ein glied eben vnd glat/ das ander außgehawen were. Aber vil ſeind/ denen auch dieſer faͤhler wol gefalt/ vnd vermeinen mit jhrer vberfluͤſſig außgehawener arbeit dem gemeinem volck die augen zufülle/ vnd woͤllen dafür gehalten ſeyn als wen fie zierlich wercken konnen. Es iſt aber nicht recht/ dan es benimpt dem werck ſeine rechte ſchoͤne vnnd angehsrende geſtalt. Die Figur mit D. iſt das Poſtement des Bogens: diſes Karnje vers ändert ſich darnach in ein Blatten/ die rings herumb lauff/ wie man in der Figur ſiher/ iſt ein halbe Elen hoch: vnnd ob wol kein Sculptur oder außgehawene arbeit darin gemacht/ ſo iſt ſie doch an jhrem or ſehr ſchon/ vnd habs im ahconirafeten vergeſſen.. X er/— f.. 35 . — X; 4 8 — n. frieren ///— N 65 88— Zn——— Cen LS; 8 —w— , 9> EEE> r D,. SEB.SERLIL Von ,, za Icht weit vom Amphitheatro zu Nom, ſo Coloſſeum genent/ ſteht ein Trintnph Schtoybogen/ an Me. der glider/ vnderſchieblichen Bilderen vnd Hiſtorien ſehr reich/ dem Keyſer ConſtantiST”) no dedicert/ wirt gemeinlich genennet[Parco de Trafil. Dieſer herlich er Bogen/ wiewol er vnden her ein guten theil vo n erdtrich bedecket fo durch lenge der zeit ſich erhoͤhet/ iſt doch von ſchoͤner hoͤhe/ alſo daß fein Horten vnd Durchgaͤnge noch zur zeit hoͤher ſeyn/ dan zwen Vierungen Das Karnießwerck/ ob es wol ſchoͤn auß gehawen/ iſt doch nicht ſehr[ch ön/wie ich hernach weyter ſagen wil. Die Figur hieniden iſt die Grundlegung des vorermeldten Bogen iſt mit dem alten Romiſchen Palmen gemeſſen: der groͤſſeſt Bogen iſt. Palmen weit/ vnd 23. Minuten: die kleiner Bogen an den ſeiten/ iſt einer weit eilff Palmen/ eilff Minuten ein halbe, Die dicke eins Pilaſters/ neun Palmen/ vier Minuten:die dicke des Bogen an der ſeiten/ 11. Palmen ein halben/ vn wirt alſo der Platz innerhalb des Bogen ſchier gevierdt: die dicke des Poſtements, drey Palmen, Zwenzig neun Minuten die dicke der Column 2. Palmen /26. Minuten/ . aber ſeind gefälet von oben hiß vnden/ ſeind auch gantz rund hinderwertz mit jhren gegen Pfeiler en.. ö Der Grund des Triumph Bogen Keyſers Conſtantini Das dritte Buch. Das IV. Cap. Fol lr. | Vn der weyte vnd dicke dieſes Bogen iſt zuvor geredt: ſein hoͤhe anlanget/ die Baſe des Poſtements VB nit ſampt der vnderen Blatt if hoch ein Palmen 30. Minuten: das fla che des Poſtements/7. P. 5. Min. Das Karnieß des Poſtements*. Min. Die gegen Baſe oder die vndere Blattẽ der Eos lumnezꝛ. M. Die Baſe 60. M. Der S chafft ohn fein Baſe vnd C apital/ z 6. P. 5. M. das Capital). P395. M. vnd iſt Cöpoſita. Der Architrab/ ein Pal eilff M. aber das Frieß haltet vil minder/ vnd nicht deſtomider außgehawẽ/ welches der lehr Vitruvij/wie anderswo auch vermeldt/ zu wider iſt. Das Karnieß/ ein P. 21. M. Die hoͤhe der gegen Baſe vnder der zwoytẽ Vrdnung 3. P. 9. M. Von dannen biß zu obriſt des Karnieß 12. P aher die hoͤhe diſes Karnieß haltel 53. M. Die Poſtement ob demſelben Karnieß hab ich nieht gemeſſe/ es ſeind aber Bilder darauff geſtan den Wo das B ſteht/ waren auch Bilder gegen die vier Pilaſter gefuͤgt/welche andeuteten die gefangen/ ober welche K.€ onſtantinus triumphiert ha. Die Vbergeſchrifft war geſetzt da das A ſteht/ hatte auch hin vnd wider viſ geſchriffte mehr. IMP.CAES. FL. CONSTANTING MAX. P. E A VGVS TO. S. B. H W 18 MENTIS MAGNITVDINE CGM EXER¶ ITV SVO TAM DE TYRANNO, QVAM DE OMNI EIVS FACTIONE VNO TEMPORE IVSTIS REMPVBLICAM VL. IVS Es T ARMIS ARCVM IRIVMPHIIS INSIGNEM DlCAVIT..) ö. N f ZEN ==> 1 ZZ eee A SEB,SERLIL Von Antiquiteten chie folgen die maaſſen der Particular glieder an vor auffgeriſſenem Triumph Bogen K. Con5 Die Baſe mit F. gehort an das Poſtement des Bogen/ iſt hoch ein Palmen/ z0. Minuten: die vndere Blatten vnder der Baſen haltet 28. Minuten: die vbrigen glider ſeind nach jhret rechten Proportion abgetheilt. Das Karnieß des Poſtements/ ſo vnder der Baſe E. gezeichnet haltet 42: Minuten/ auch nach der Principalen geproportioniert: die gegen Baſe der Columnen(welche meines erachtens hinzu geſetzt/ die Columne def erhoͤhen) iſt hoch 32. Minuten: die gantze hoͤhe der Baſe der Columnen haltet 3. Min. Von der hoͤhe der Columnen iſt zu vor geredt/wie auch von jhrem Capitaͤl, deſſen form alhie nicht geſetzt iſt/ weil dergleichen im vierten Buch in der Compoſita ſtehen⸗. Von der höhe des Architraben/ Frieſen vnd Karnieß iſt auch zu vor geredt: das Karnieß aber iſt ſehr ſchoͤn/ iſt nicht die freiheit doran gebraucht wie an etlichen anderen dieſes Bogẽ/ wie an dem Poſtement des mittelſten bogen mit C. gezeichnet zu ſehen/ welches groͤſſer vnd reicher an gliederẽ iſt dan das groß vnd Principal Karnieß/ ja gar confus vnd vnordenlich iſt es gemacht/ ſonderlich da die Tragſtein vnd Zaͤhne auff einander geſetzt feind. Vnd wan ſchon die Schaaffs Zaͤhne da nicht weren/ fo beduͤrfft man eines ſolchen Karnieß nicht einen Bogen zu tragen/ vnd hat der Architectus des Theatri Marcell in diſem bedachtſamer gehandlet/ vnnd das Poſtement alſo gemacht/ daß man an dem ſelben ein recht gut exempel nemen mag. Das Poſtement des kleineren Bogen mit D. iſt hoch ein Pal. 23. Minuten/ ein halbe/ welches auch wol etwas beſſer hette ſtehen kennen/ wan die zwo Blatten ob dem Staͤble nnd under dem Blaͤtle in ein ſchlechte ebne verkehret weren/ dan fo hette es fur ein obre Blatten/ oder auch für ein Corone mit jhrer gebürlicher auß ladung dienen kennen. Die Baſe vnder der anderẽ Ordnung mit A. iſt hoch 6. Minuten: das obriſt Karnieß/ 3, Minuten/ welche hoͤhe zů wenig ſcheinet an fo groſſer diſtangz/ vnd wan jhr die ſchoͤne außladung nicht zu hilff keme/ da durch fie von vnden auff ans gefehen/ vil groͤſſer ſcheinet als ſie iſt/ vnd gefalt mir deßwegen in dieſem fall ſehr wol/ wie dan gewiſlich alle Karnieß/ deren Eorone mehr ausladung dan hoͤhe hat/ ſich allezeit am beſten ſchicken/ wie man hie von Vitrupium leſen kan/ da er von den Coronen der Jonick vnd Dorick handler. Das dritte Buch. Das IV. Cap,| Fol. lhij. 2 X32.,; 6 . M LE A Il ö| LS ö 8. DA , ,, SE ö. 5 — ö N a nr Gene Lie 3 = =. 8 8 9 — SEB. SERIL II. Von Antiquiteten 8 Br Anconẽn auſſen in Italia am Meerhafen/ iſt in hoher Vorberg ein guten theil ſich ins Meer hineyn ; 3 zu beſchirmung der Schiffen mit groſſem koſten gemachet. Am End deſſelben ſteht ein Triumph Bogen von Marmelſtein/ Corinthiſcher arbeyt/ hat nichts außgehawen den nur die Capital, fo mit ſonderlichem verſtand gemachet ſeind. Diß Gebew iſt in warheit fo koͤſtlich/ zierlich vnnd ordenlich gemacht daß es auch von denen/ fo ſich auff die kunſt der Architectur nichts verſtehen/mit groſſer verwunderung angeſehen wirdt. Die verſtaͤndigen aber der Bawkunſt ſeind nicht allein doran wol vernůgt/ ſonder loben auch den Bawmeiſter deſſelben wercks/ daß er allein kunſtliebenden ein ſolch zierlich Gebem verlaſſen hat/ von welch em jederman zu lehrnen hat. Derſelb Bogen iſt wegen feiner ſtarcken zuſammen bindung noch gantz allein ſeind vil Zierungen darvon ge raubt worden. Es laſſet ſich anſehen/ als wen jhn der K. Nerva Trajanus hette machen laſſen/ deſſen Bildnuß von Kupffer oben auff geſtanden/ auff einem Pferde ſitzend/ vnd drewend den Voͤlckeren/ fo er beſtritten vnnd vberwunden hatte/ daß fie nit mehr rebelliſch werden ſollen. Es ſeind auch zwiſchen den Columnen ob dem Karnie߀, andere Kupferen Bilder mehr geſtanden/ vnnd vilerley zierungen verhanden geweſen/ welche von den Gothen oder Wandalen ſeind hinweg genommen worden. Es iſt mit dem Antiquiſchen Schuch gemeſſen vnnd ſteht die Grundlegung hieniden. Der Bogen iſt 10. Schuch weit: fein dicke innen wer z haltet 9. Schuch z. Min. Die dicke der Columnen/ 2. Schuch 1. Min. Der Platz zwiſchen den Saͤulen/ 7. Schuch/ 5. Min. Die Säulen ſtehen vor der Mawren auſſen/ ein Schuch/ eilff Min. Die höhe des Bogen/ 25. Schuch ein drittheil/ vnnd ob wol diſe hoͤhe mehr den zwen Viercanten haltet/ ſteht ſie doch darumb nit vbel gegen dem gantzen Werck anzuſehen. Die hoͤhe des Poſtementzs mit all feinen Karnieſſen/ 5. Schuch: fein breyte/ 3. Schuch 15. Min. ein halbe. Die höhe der Baſe mit ſampt der vnder Baſen ein Schuch/ 36. Min. Die hoͤhe der Columne biß vnder das Capital/ r). Schuch 22. Min. ein halbe: jhr dicke vonder dem Capttaͤl/ ein Schuch/ 56. Min. Die höhe des Capitals. Schuch/ 24. Minuten /mit fampt der Obren Blatten: die obre Blatten haltet 10. Min. vnnd findet man diß Capital im vierten Buch im anfang ber Corinthia. Die hohe des Architraben/ ein Schuch 13. Min. des Frieſen/ ein Schuch&: Min. Des Karnieß/ ein Schuch 22. M. Ser vnderen Blatten ob dem Karnieß/ ein Schuch 6. Min ein halbe. Die hoͤhe der Baſe oberhalb geſagter Blatten z0. Min. Die hohe der Taffel/ darin die Geſchrifft ſteht/ biß vnder das Karnieß6. Schuch 2 2. M. Das Karnieß da oben hab ich nicht gemeſſen. Der halb alt Roͤmiſch Schuch. F A. 1 Der Grund des Triumph Bogen zu Anconen. PLOTINE., oritte Such. Das IV, Gap. Fol. lhiij. CONIVGI”*> DIVE MARTIANE . AVC. AVG. So k Ok AVG. — K DU — Imp. Cæſari Diui Neruæ F. Neruæ Traiano Optimo Auguſto. Germanico, Dacico. Pont. Max. Tri. Pot. xviiij. Imp. x. Gos. vj. P. P. Pro. videntiſſimis Principibis. S. E QzR. Quod acceſſum Italiæ, hoc etiam 2d dito. Ex Pecunia ſua, Fortum tutiorem Navigantibus red. diderit. — Ss AS Ns N ,n . 1 . . X 8 EB. SERLIL Von Antiquitetenn den maaſſen des Bogen zu Ancona iſt anna geredt: nun wil ich von fen ten Particular Glie3 etwas handlen. Das Poſtement G. iſ geſagt/ daß es fuͤnff Schüch hoch ſeye mit ſampt allem feinem Geſimps die höhe der Blatten vnder der Baſen/ iſt 18. Minuten: ie Baſe ob der DBlatten/19: Min. ein drittheil. Das Karnieß des Poſtements/20. M. ein drittheil/ als vil Haltet auch der Stein fo darauff ſteht/ mit F. gezeichnet/ welcher meines erachtens dahin geſetzt/ die Colune ne baß zu erhoͤhen/ ſteht darumb nicht vbel⸗ſonderlich weil ermit eim Leiſtlin geziert/ vnd dadurch von der Blatten abgeſcheidẽ iſt. Die Baſe der Colñnen/ welche durchauß Corinthiſch iſt/ mit ſampt dem Gurtle halter in der hoͤhe z. Min. vnd jhr Außladũg ⸗/ 16. ein halbe in der breyte: die dicke des Poſtemẽts/ 3. Schuch/ 15. Min. ein halbe: die dicke der Columnen/. Schuch /11. Min. Von den Kaͤlen ſtehen dreytzehen auſſer dem Pilaſter/ die weyte einer Kaͤle/ 7. M. ein halbe/ das Leiſtlin fo fie ſcheidet/ haltet drithalbe Min. Die hoͤhe des Capitaͤls ohn die obre Blatten/ iſt als vil als dick die Columne vnden iſt/ ſehr ſchoͤn geformiertdaher man glauben mag/ daß der Tert Vitruvij ſalſch iſt/ vnnd der Vitruvius die hohe des Capitaͤls allein/ ohn die obre Blatten/ verſteht/ weil die Capitaͤl/ ſo vil ich deren geſehen vnnd abgemeſſen/ mehrtheils alle dieſe HShe haben/ ja auch wol hoher gefunden werden/ wie an dem Pantheon zuſehen/ davon im anfang dieſes Buchs geredt iſt. Die Hohe des Architraben ob der Columne; ein Schuch /r2. Minute, Des Frieſen/ ein Schuch /r8. Min. Des Karnieß/ ein Schuch 20. Min. Diſe drey zuſamm en ſeind mit A. gezeichnet. Die Blattẽ ob dem Karnieß iſt hoch ein Schuch/ ſechs Min. ein halbe Die Baſe darauff38. Min. Das ſpatium darin die Geſchrifft ſteht/. Schuch 22. Min. mit eim X. gezeichnet. Das Poſtement des Bogen iſt mit D. gezeichnet/ hoch ein Schuch 15. M. Das obriſt Karnieß wie vermeldt/ iſt nicht gemeſſen worden Die hoͤhe des Schloßſteins mit B. gezeichnet ob dem Bogen/ drey Schuch zo. Min ſteht vor der Mawr auſſe ein Schuch/ 14. Min. zu oberſt/ aber da niden nur ein Schuch. Auff den vier Tafflen mit den Karnießen darauff zwiſchen die Columnen geſetzt/ ſeind Bruſtbilder geſetzt/ jhre Form ſiheſtu hernach neben ſeits außgeſetzt mit E. Die hohe des Karnieß hierauff geſetzt/ z. Minuten. Seind nicht alle Glieder von Stuck zu ſtuck auffs genaͤweſt abgemeſſe fo hab ich fie doch auffs fleiſſigſt auß groſſer Form in diſe kleine gebracht/ daß ein verſtendiger von/ hm ſelbſt erſuchen kan. Das dritte Buch. * wd nnn mn, K ö. r. K e,,, ,, . . 2 SEB. SERLIL Von Antiquiteten e Bla ein Statt in Dalmatien iſt mit vil herꝛlichen Antiquiteten begabt/ vnnd hat nicht allein das Theatrum vnnd Amphitheatrum/ davon ſehon hiebevor gehandlet/ ſonder auch noch andere herꝛWo liche Gebew mehr/ wie ich jetz vermelden wil. Under anderen if auch ein Triumph Schwybogen verhandẽ/ da von die Grundlegung folgt/ nach der Corinthia gemacht/ an zierungen/ vnderſchiedlichẽ Figuren/ Caubwerck vnnd manigerley außgehawener arbeit ſehr reich/ alſo daß von dem Poſtement ohwertz vornen/ an den ſeiten vnd inwendigen alles ſehr Kunſtreich außgehawen/ vnd niergends wo glatte arbeit zu finden iſt/ welches alles an diſem ort nicht kan gezeiget werden/ allein wil ich vermelden/ was einem Architecto am meiſten notwendig vnd fuͤrderlich iſt. Der Grund iſt mit gmeinem Schuch gemeſſen/ deſſen helfft du hieũden ſiheſt. Der Bogen iſt zwelff Schuch/ ein halben weit: ſein hoͤhe vngefehr 21. Schuch: die Pilaſter an den feiten innewertz/ feind dicke vier Schuch: die dicke einer Columnen ein Schuch neun Vntzen ein halbe:der zwiſchen Platz/ 3. Vntzen ein halbe: der Pilaſter des Bogen iſt breyt ein Schuch/ zwo Vntzen: die hoͤhe der vnderen Blatten des Poſtements/ ein Schuch:die hohe der Baſe/ vier Vntzen; das flache des Poſtements/haltet drey Schuch: das Karnieß/ vier Vntzen: die Blatten mit D. vnder der Columnen/ 4. Vntzen: die hoͤhe der Baſe der Columnen mit jhrer Blatten zehen Vntzen/ ein Quart: die hoͤhe der Columnen/ x6. Schuch/ ein Vntz /. Quart: die hohe des Capitals/ 2. Schuch/ ein Vntz die hohe des Architraben/ ein Schuch/ ein Bang: des Frieſen/ꝰ 1. Schuch /2. Vntzen: des Karnieß/. Schu ch 10. Vntzen: der Blatten oh dem Karnieß/ ein Schuch /2. Vntzen: der Baſen des Poſtements/ vnd der Blatten darauff /ĩSchuch /2. Vntzen/ aber die hoͤhe der Baſen allein/ iſt sehen Vntzen: das flache des Poſt ements/ 2. Schuch ein Vntz fein Karnieß/ 6. Vntzen/ was ob dem Karnieß iſt/ wirt von Vitruvio wie ich vermeins/ Corona Uyſis genent/ haltet 5. Vntzen. Vnd fo vil von den maaſſen des ermeldten Bogen. Der halb gemein Schuch. .* ö BON ‚eh WE N—— Das dritte Buch. DasIV, gap. Sol.. D maaſſen diß hie vnden geſetzten Bogen/ ſeind an vorigen Blat erklaͤret: in nachfolgender Seiten ſollen die Particular glieder etwas deutlicher gezeiget werden. Nachfolgende groſſe Buchſtahen ſtehen in dem Frieſen mit Y. gezeichnet:. SALVIA. POSTVMA, SERGL DE SVA PECVNIA, Nachfolgende groffe Geſchrifft ſteht in drey Poſtementen gezeichnet X. H. A. L. SE Rus. C. F. L. Ski GI Vs. LE. LEPIBVS. Ep. C.SERGIVS.C.E, D. Il. VR. Rl. Ml. LEG. xxIx. ÆPD. II. VR QꝘ No, . 1 — ka n n ni, ,,,, i nn ES ſſt — ö N 8= F 8 8 2. 8 Il* SEB.SERIL BDBondntiauitetew 9 V vor ſeind die general maaſſe deß Triumph Bogen zu Pola gnugſam erklaͤret/ die Figur wie auch dein theil der Zierungen gezeigt/ nun wil ich von den Particular gliederen handlen. Die hoͤhe der vn5 deren Blaten des Poſtements haltet ein Schuch/ wiewol noch ein andere hoͤhere Blatten darunder ligt, aber under dẽ Erbtrich vergrabe: jhr vmgekehrtes Karnieß oben auff mit de Staͤble vier: Vntzen das flache deß Poſtements hat in der hoͤhe drey Schuch: das Karnieß vier Untzen: gleich als vil haltet auch die vndere Baſe vber dem Karnieß. Die Baſe der Columnen iſt hoch 10. Vntzẽ/ ſehr ſchoͤn gearbeytet vnd außgehawẽ: Vnd ob wol jhr Form Doria iſt/ ſo iſt ſie doch wege jhrer zierligkeit fur ein Corinthiſche ge» macht. Die Colũnen ſeind gekaͤlet von oben biß vndẽ/ vnd komen als vil Kaͤlen für den Pilaſter auſſt/ als vil die Figur zeiget. Das Capital mit der obren Blatten/ haltet zwen Schuch ein Vntz /welche hoͤhe mehr iſt als die dicke der Columnẽ danidẽ/ doch ſehr anmutig vnd luſtig anzu ſehẽ if auch ſehr ſchoͤn außgehawẽ/ wie in der Figur gezeigt wirdt/ vnd gefalt mir das Corinthiſch Capitaͤl auff dieſe weiſe gegen die Columne geproportiontert/alzeit beſſer/ als wen es mit ſampt der obren Blatten in gleicher höhe mit der Columnen dicke iſt/ wie es zwar nach der lehr Vitruvij ſeyn ſoll/ aber ich vermeine/ wie anders wo vermeldt/ der Text ſeye daſelbſt falſch. Die hohe des Architraben/ ein Schuch ein Vntz: des Frieſen /. Schuch/ 2. Vntzen: des Karnieß /. Schuch/ 10. Vntzen/ doran auch zu vil freyheit geübt, if daneben nicht allein durch vile der Zierungen etwas verwyrꝛet/ ſonder auch ſehr vnformlich wegen des Staͤble mit den Eyeren oben auff dem Karnieß/ welches den Augen mißfallig/ vnnd das noch mehr laͤcherig/ iſt auch das Staͤble im obriſten theil durch geſchnitten vnnd mit keinem glid bedecket/ damit es vor dem waſſer beſchirmpt were. Darauß erſcheinet/ daß in den alten zeiten/ wie noch heutiges tages/ mutwillige Werckmeiſter geweſen/ welche vil mehr dem gmeinen volck zugefallen jhre arbeyt gezieret/ als aber in achtung gehabt/ was die Ordnung des Gebews eigentlich erforderet/ habẽ alſo nicht alleine in der Corinthia/ welche zierliche zarte arbeyt heiſchet/ ſonder auch in der Dorick vil vnderſchiedliche außgehawene wercke gemacht/ da doch die Dorick ein Gravitet mit glatter ſtarcker arbeyt begert. Aber verſtendige Architecten ſollen bey den eygenſchafften einer fe den Ordnung verbleiben/ vnnd in der Dorick die Antiquen folgen, fo mehrtheils mit der lehr Vitruvi vs bereinſtimmen/ vnd der Corinthia jhre angehoͤrendẽ zierde geben. Dieſes hab ich nur von wege der Schuler in der Architectur vermanen woͤllen/ dan die verſtaͤndigen vnnd erfahrnen bedoͤrffen meiner warnung nicht. Ob vermeldtem Karnieß iſt ein Poſtement/ welches drey Poſtement außmachet/ die Blatten vnder dem Poſtement/ welche geſetzt iſt von wegen der Außladung der Karnieß,/ da ſonſten die Baſe dadurch vers dũcklet wordẽ/ iſt n Schuch hoch: darauff folgt die Baſe/ o. Vntzt hoch: das flache deß Poſtemẽts iſt hoch zwẽ Schuch ein Vntz: das Karnieß da oben/ ein halbe Schuch hoch ſehr lieblich gemacht/ vnd ſeind die glider deutlich von einander geſcheiden durch die glatte da zwiſchen. Ob deſelben Karnieß iſt das Glid-ſo Vitruvius/ Corona Liſis heiſſet mag ein Abtrag Geſimps genennet werden/ iſt hoch 5. Vntzen. Hie oben ſtehen noch etliche ſteine/ deren End man noch nit weiß/ glaublich iſts daß etwas darauff geſtanden iſt: jh hoͤhe iſt v. Vntzen. Das Poſtement des Bogen iſt hoch 10. Vntzen, gantz fravel gemacht: deñ ob wol die dreh glieder auff eyn ander vnderſchiedlicher höhe ſeind/ ſo ſcheynen fie doch in der Außladnug eynander gleich: geben derhalben dem werck kein gute geſtalt. Die anderen glider kenne man bey dem Buchſtaben im groſſen Bogen. Das dritte Buch, Das! V. Sap. gol lij. 9 k.] 9 WM ff J ö. 6 3. a 7 . 5 BE. AN 5 X{ 3;. h 8— Ss EN 1. 1 6 JE Ss 183 A ö. . ,, D,, N 5* 5 h . F* 3 ö 3; D Ce( 2. 4 2 J g\ Cr= ————— 9. ] 1.. SEB. SERLIL Von Antiquiteten V Verona in Jtalien hat es auch ſchoͤne Triumph Boͤgen/ vnder welchen einer ſteht bey der Porten Caſtel336 von(ehr guter Form vnnd Proportion fo wol Binden als vornen mit koͤſtlicher arbeit geziert an den Seiten hat er zwey Thurlein gehabt/ wie die anzeigungen noch zu erkeñen geben. Sf gemeſſen mit de Schuch, des vorigen Gebews von Pola. Die weyte des Bogen/ haltet zehen Schuch ein halben: die dicke der Columnen/ 2 Schuch /. Vntzen:der Pfeiler des Bogen /2. Schuch. 2. Vntzen breit: die dicke des Bogen in den ſeiten iñenwertz/ 4. Schuch/ ein halben: die weyte der Nebenthůrlin zwiſchen den Saulen/ 2. Schuch/ 10 ‚Busen. Vnnd fo vil ſey geredt von der weyte vnd dicke: Die Baſe deß Poſtements der Columnẽ mit ſampt der Blattẽ iſt hoch ein Schuch 3. Vntzen: das flache des Poſtements/ haltet 4. Schuch/ 3. Vntzen ein halbe: ſeyn Karnieß /o. Schuch ein halben: Die Baſe der Columnen iſt hoch ein Schuch: der Schafft der Saͤulen ohn jhr Safe vnd Capital/ 7. Schuch 3. . Vn zen: das Capital /. Schuch 4. Vntzen ein halbe: der Architrab/ lin Schuch ein halben: das Frieß /. Schuch >. Dagen ein halbe: das Karnieß ein Schuch 10. Vntzen. Wiewol aber in dieſer Figur ein Geſprenge iſt geſetz fo ſihet man doch ſolches am Bogen nicht mehr/ dann von dem erſten Karnieß obwertz iſt durchauß nichts verhanden/ gleich wol ſihet man noch etlich anzeigung/ daß ein Geſpreng da geweſẽ ift: das obriſt Karnieß findet man auch nicht mehr/ darumb rede ich auch nichts von deſſen maaſſen nach der Antiquitet/ ich habe es aber auffgeriſſen vnnd geſetzt/ wie ich es jetzund an ein ſolch werck machen wolte nach der gmeinen Regel/ daß die obriſten Stuck vmb ein viertheil ſollen kleiner ſeyn/ dañ die vnderſten. Iſt derhalben nach ſolcher Regul alſo außgetheilt: Sein gantze hoͤhe haltet vier theil ein halben/ da von der halb theil iſt für das Stable mit feine Leiſtlin/ ein theil für Das Frieß/ ein theil für das glied vnder der Blatten/ welches für Schaaffs Zaͤhne oder ein Stab dienen mag /; der drittheil für die Blatten mit jhrem Leiſtlin/ der vierde theil für das obriſt Blaͤttle. Die Außladung iſt der Hohe gleich. Zwiſchen den Columnen feind vertieffete Muſchlen/ darinn Bilder geſtanden: hr weyte haltet 10. Schuch/ 10. BVntzen ht hoͤhe 7. Schuch /jhr tiefe. Schuch/. Vntzen: die hoͤhe jhrer Poſtement mit ſampt der Baſe vnd obren Blaͤttlin/ J. Schuch: die kleinen Pfeiler ſeind dick auff jeder ſeiten ein halben Schuch: der Architrab haltet 5. Vntzen: ein halbe: das Frieß/ 6. Vntzen: das Karnieß ohn fein Blaͤttle /. Vntzen: das Geſpreng 8. Vntzen. Ob diſen Mus ſchlen ſeind kleine Tafflen mit einem Karnieß/ halten in der breyte⸗ Schuch/ in der höhe. Schuch: die hohe jhres Karnieß/ 11. Vntzen. Die hohe des Bogen der doch zum theil vergraben iſt/ haltet etwas mehr dann dopple brente: ſeyn weyte iſt io. Schuch ein Quart aber die hoͤhe⸗ 5. Schuch ein halben. Das Capital vn der dem Bogen iſt als hoch als breyt. Das werck dieſes Bogen if Compoſita ⸗/ f ehr mit Bilderen von Kupfer vnnd Marmelſtein geziert geweſen⸗/ wie vil laͤre Platze anzeigen. Der Grund deß nachfolgenden Bogen. * II Das dritte Buch. Das 1 V. Cap. Fol. lxij. hie folget die eigentliche Contrafactur des Triumph Bogen zu Veronẽ/ vnd ob gleich wol von den Fries Di ohwertz keine anzeigungen einiger zierungẽ mehr ſeind/ ſo möcht es doch in ſolcher Form/ wie al hie fuͤrgeriſſen/ geſtanden ſeyn. Weil aber die glieder alhie zierlich klein ſeind/ ſollen fie am folgenden Blatt deutlicher vnd volkomner gezeigt werden. Etliche vermeinen daß Vitruvius diſen Bogen gemacht habe/ von wegen etlicher Geſchrifft/ ſo innerhalb des Bogen gefunden wird/ aher hey mir iſt ſolches vnglaublich vmb zwwoer vrſachen willen: erſtlich weil nicht geſchriben/ Vitruvius Pollio/ daher glaͤublich/ daß der Architectus ein ander Vitruvius geweſen ſeye: zum anderen/ daß Vitruvins Pollio in feinen Baͤcheren von der Archftectur/ die Kragſtein vnnd Zaͤhne zuſammen in einen Karnieß geſetzt/ damnitert vnd verwirfft vnd aber dieſelbigen in diſem Bogen beieynander ſtehen. Aber es ſeye wie/ hm woͤlle/ ſo hat doch diſer Bogen ein ſehr ſchoͤne Form vnd geſtaltDiſe Buchſtaben ſtehen vn⸗ Diſe Buchſtaben ſeind in die Diſe Buchſtaben ſtehen im der den Muſchlen im innere ſeiten des Bogen Poſtement der anderen Poſtement. gehawen. Muſchle. C. G AVI O3C. F-. ER VITRVVIVS. L. L. CERDG M. G AVIO. C. E. S TRABONI. ARC HITEC TVS MACRO. K TERN TEE EEE TAN S LITE TAN REHEERRU AHLEN EEE— 2. 7 HE — |]. HS> .. IS lg) 2 Oz ff ö||{. D X. R* K.... ,,, JJ ee n in n lin, ml Wa n, n,, — 1— . 6 . SEB,SERLIL Von Antiquiteten ghie ſieheſtu die Particular glieder vnd jhre Abtheilung etwas volkomner vnd deutlicher fuͤrgeriſſenErſtlich die hoͤhe der blatten vnder der Baſe des Poſtements mit C. haltet ein Schuch/ 2. Vn gen: die hoͤhe der Baſe ob der Blatten 6. Vntzen: das flache des Poſtements F. iſt hoch 4. Schuch 3. Vntzen ein halbe: Sein Karnieß/ zehen Vntzen ein halbe. Die Baſe der Columnen iſt hoch ein Schuch: die Blattẽ diſer Baſe verkehrt ſich in ein Corona Liſis/ daß mir ſehr wol gefelt/weil ich etliche Griechiſche Poſtemẽt alſo geſehen hab. Die Columne iſt gekaͤlet von oben biß vnden: jhr Capitaͤl iſt hoch ein Schuch/ vier Vngen ein halbe aber fein Form ſteht alhie nicht/ iſt zu ſehen im anfang der Compoſita im vierdten Buch /gezeichner mit C. dann es iſt nach der Compoſita gemacht/ wiewol der gantz Bogen Corinthiſch genennet wirdt. Deßgleichen finde man auch daſelbſt das Capitaͤl des Poſtements vnder dem Bogen/ welches mit D. gezeichnet. Die kleine Capital der Tabernackel zwiſchen den Columnen iſt hernach mit H. gezeichnet das Karnieß mit der Baſt vnder dẽſelbigen Tabernackl ẽ iſtmit E gezeichnet. Die Figur C. iſt die Taffel oberthalb ermel dten Tabernacklen. Das D. iſt der Architrab⸗Frieß vnd Karnieß des Geſprengs oberthalb den Tabernacklen: das B iſt das werck fo vmb den Bogẽ laufft. Das Karnieß A. iſt das Principal Karnieß auff dem Bogen/ ſehr anmutig den Augen vnd wol gearbeitet/ gleichwol hat es den faͤhler/ von welchem vil mahlen zuvor geredt iſt. Welche aber ſagen/ daß nach Vitruvij zeiten vil Architecti durch gantz Italien/ die Karnieß mit Kragſteinen vnnd Schaffszaͤhnen gemacht haben/ vnnd des halben ihnen ſolches auch erlaubt ſeye/ denen gebe ich zur antwort/ daß wan fie die Principia vnnd anfaͤngliche Fundament leugnen vnnd vmbſtoſſen⸗/moͤgen fie leichlich gewinnnen was fie wollen: bekennen ſie aber daß Vitruvius ein rechter Meiſter der Architectur geweſen/ welches dann der mehrertheil der heutigen welt bekennen muß/ ſo werden fie diſen faͤhler nicht paſſieren laſſen. Die helfft des gmeinen Schuchs mit welchem der Grund vnnd diß auffgezogen Gebemw gemeſſen iſt. Das dritte Buch. Sm EUTIN: INN . R s, vs Sr as ,,, S, A TE nnn iin nnn, Fol lxiij. SEB.SERLIL Von Antiquiteten X N Verona am Thor Dei Leoni finde man ein anderen Triumph Bogen /mit zwey gleichen Thoren GC: oder Durchgaͤngen(deren ich etwan mehr geſehen // auch wol mit drey Dogen/)onnd ſechs Fenſteren oben auff welche boch nicht durchgehen, auch nicht in die Mamr vertieffet ſeind/ darauß abzunemen/ daß Bilder dareyn geſtanden. Oberhalb dem erſten Karnieß iſt ein außgehoͤlt es ort/ in geſtalt eines halb runden Bogen/ doch nicht Fehr tieff/ da villicht Triumphierende Perſonen geſtanden. Der erſt Bogen iſt eilff Schuch weit/ vnnd 18. Schuch hoch: der Stein vnder dem Poſtement iſt hoch ein Schuch: die Baſe des Poſtements/ z. Vngen: das flache des Poſtements 2. Schuch 1. Das: fein Karnteß/ 5. Vntz en: die Baſe der Eolumne/ acht Basen ein hal ze die höhe der Columne ohn jhr Vaſe vnnd Capital 13. Schuch/ ein drittheil: jhr dicke /. Schuch/ 4. Vntzen: das Capitaͤl. Schuch/ 8. Vntzen: der Architrab. Schuch 5 Vntzen: des Frieſen/ 1. Schuch/ 8. Vntzen: das Karnieß haltet gleichlich vil. Von dem Karnieß biß zur zweyten Ordnung ſeind drey Schuch ein halben/ darauff etliche Poſtementen geſtandẽ/ ohne zweiffel Bilderen dienende/ ſo gegen die Pfeiler neben den Fenſtern gerichtet worden. Zwiſchen diſen ſeind die ſechs Fenſter/mit kleinen Pfeileren neben hin geziert aber nicht vaſt erhebt; Die weyte eines Fenſters iſt. Schuch/ 2. Vntzen/ die hoͤhe 4. Schuch 3. Vntzen. Die höhe der groͤſſeſten Columne/5. Schuch. Vntzẽ mit ſampt der Baſe vnnd Capitaͤl/ di hohe des anderen Architraben fechs Vntzen ein halbe:des Frieſen anderthalben Schuch: des Karnieß sehen Vntzen ein halbe: das abtrag Geſimpsle fo Corona Liſis genennet/ ro. Vntzen. Die Baſe deß ʒweyten Poſtements haltet ein Schuch: das flache deſſelben/ 3. Schuch /7. Vntzen ein halbe. Die Baſe der anderen Eolumnen haltet. Vntzen: die höhe der Columne 8. Schuch/ z. Vntzen/ ein halbe jhr dicke ro. Vntzen ein halbe. Das Capital iſt hoch ein Schuch, anderthalb Vntzen; Der Architrab/ ein Schuch ein Vntz: das Frieß/ ein Schuch 2. Vntzen: das Karnieß/ ein Schuch/ ob welchem etwas von einer Mawren ſteht/ aber man weiß nicht was es geweſen. Diſer Bogen iſt nicht ſehr dicke man ſihet auch nicht daß er an der ſeiten geziert geweſen/ weil hinder jhm noch ein ander Bogen geſetzt/ alſo nahe daß man kunimerlich zwiſchen durchgehen mag/ wie ich hernach ſagen wil Die Fenſter ſtehen nicht fo ordenlich/ wie ſie alhie geſetzt/ dann zwey kommen nicht nach der Bleywag auff die Spitz des Geſprengs/ ſonder daneben/ welches den augen ſehr miß fallig iſt/ welche diſcordantz ich nicht leiden koͤnte/ darũb ich fie in ein beſſere Ordnung geſtellet. Die Capital diſes Bogen ſeind theils nach der Lompoſita/ theils nach der Corinthia /wie hernach fol erkleret vnnd in Figuren fuͤrgeſetzt werden. Wiß auch gůͤnſtiger Laͤſer/ daß Carottus ein kunſtlicher Mahler von Verona diſen Bogen auch abcontrafet hat/ aber etwas anders/ nemlich/ das Karnieß vnder dem Geſpreng hat er nicht geſetzt/ ſonder etlich ander Figuren an jhr ſtatt/ ſo zuff dem Architrab rhuwen/ welcher Architrab auch zum theil eben vnnd glatt iſt/ von wegen nachfo gender Geſchrifft. Vber diſem Bogen zur rechten hand ſteht nachfolgende GeſchrifftT. E LAVIVS p. F. NO RIC VS, III. VIR. ID. V. F. AVIA. Q L. p RIMASISBI.ETPOLICLITO SIVE SERVO, SIVE LIBER TO ME Os ETL. C ARLPVRNIOVESETO3 SE ,, ZVEVRE 3 J ö ,́ EEE N 9 59* hz 7. . ,, ,.. zz(EST ONT PERL LET,| ,. U 8 IJ M u j ,,,. 22 7 1 . K SEHTETTETHL me, ö*.. * > a9 ** 6 , ,,.* VA Das dritte Buch. ,.., —. ö ,,,,— e, Zen SEB.SERLIL Von Antiquiteten Ch hab den Particular gliederen des vorgeſetzten Bogen in ſo kleiner Figur jhr geiwiſſe vnd gebůr; liche geſtalt nicht geben koͤnnen/ wil des halben dieſelbigen etwas volkomner auffreiſſen vnnd erQ okleren. Ihr hoͤhe vnnd dicke wil ich nicht widerholen/ dan davon iſt gnugſam geredt/ allein wil ich mit Buchſtaben ein jedes beſonder zeigen. Die Figur mit G. iſt das erſt Ploſtement mit feiner Baſe/ vnnd anfang der Columne darauff/ welche gekaͤlet iſt/ vnnd durchauß mit jhren gliederen nach der groͤſſe geproportioniert. Das E. iſt das Capital mit feinem Architrab/ folgt auff die erſte Columne. Die Figur D. iſt der Architrab/ Frieß vnnd Karnteß/ ſammethafft bey einander/ ſo ob der erſten Columne ſtehen/ welche der verſtendig Leſer nach dem was ich vilmahlen hiebevor von deßgleichen Karnieß geredt/ erkennen mag/ ob es gut oder ſcheltens waͤrt ſeye. Das Capital F. iſt das /ſo auff den gevierdten Pfeileren ſteht vnder den zwen Boͤgen/ nach der Compoſita gemacht/ ſehr ſchoͤn. Von den maaſſen wil ich weiters nicht ſagen/ denn fie ſeind nach den Principalen alſo fleiſſig gerichtet vnd auffgeriſſen/ daß ein j eder verſtaͤndiger alles leichtlich begreiffen kan.. Die helfft des gmeinen Schuchs/mit welcher voriger doppler Bogen vnd ſeine Ornamenten gemeſſen V4 ſeind.( . 2 Das dritte Buch. Das IV. Cap. Illu ni 5 h 1 | ll G n NN V Ss. e,=. e,. 74. ,, 3 n n nn ,, ,,. ö ¶‚, Tl 1 h NM | Ru. AR G, Ds 4!( A. in. . UA A. AN EI M I 8 EB. SERLII. Von Antiquiteten Briger Bogen wie vermeldt iſt an zierungen ſehr re ich/ deren etlich wol/ etlich auch nicht ſehr artlich gemacht ſeind. Für allen aber finde ich nichs das mir ſo vhel mißfalle/ als geſagtes Karnieß mit ſ. gezeichnet/ von vil ermeldtẽ vrſachen wege. Die andern Glieder in voriger Figur/ ſo wol dererſten als der andre Ordnung ſeind ſonſt wolgeſtaltet. Der Kragſtein mit H. iſt im anfang der andre Ordnung oberthalb dem Geſpreng/ auff welchem wie vermeldt/ Bilder geſtanden, gegen die gerierte Pfeiler gefügt. Das J. iſt die Form eines fenſters mit eim Karnießle oben auff. Das Capitaͤl vnnd die Baſe K. gehört an diefelben Fenſter/ etwas vergroͤſſet/ damit die Glieder deſto baß verſtanden werden. Die Baſe vnnd Capitaͤl mit Ciſt ein kleiner Pfeiler zwiſchen den Pilaſteren vnnd Fenſteren/ vnd in warheit in den zwo Baſen/ nemlich der groͤſſeren vnd kleineren Pfeilers zuſammen gefügt iſt der Architectus ſehr vers ſtaͤndig gewaͤſen/ die eine mit der anderen zuvergleichen/ alſo daß der groͤſſer Pfeiler ein groͤſſere/ der kleiner ein mindere nach rechter Proportion vberkommen/ welches ich ſehr lobe. Der Architrab/ Frieß vnd Karnieß mit C. feind die von der andren Ordnung oberhalb den kleinern Pfeileren. Diſes Karnieß iſt(che formlich gemachet vnnd nicht verwirꝛet durch außgehawene arbeit. Das Poſtement mit B. bezeichnet das von der letſten Ordnung/ auff welchem die Baſe M. rhuwet/ dahin gehört auch das Capitaͤl das oben auff ſteht/ Eorinthiſch gemacht/ von arbeit vnnd zaͤrte ſehr anmutig. Der Architrab/ Frieß vnd Karnieß A. bezeichnet das letſt Karnieß: vnnd ob ſchon der Architrab nur zwo Ylatten hat, iſt er darumb nicht vnrecht gemacht: dann wen er orey Bette wurde er von wegen der Diſtantz vnnd weyte vom geſicht zuvil vertheilt ſcheinen. Das Karnieß mit den Kragſteinen/ gefalt mir ſehr wol/ weil es die Schaaffs Zaͤhne nicht hat/iſt auch von gliederen wol außgetheilt durch außgehawene arbeit nicht verwirꝛet/ ſonder iſt von ſchoͤner Außladung/ die ein klein wenig mehr als jhr hoͤhe hat. Die helfft des gemeinen Schuchs ..=,,...© e,, ö / ws W N N N . N BON T ö 1,. N 5 I I NN . f| R A ff t N N. 8 ö W f. AI ö. . . ,. . // ,,,. ,,,, ,. r, , ,, SEB, SERLIL Von Antiquiteten Achfolgender Triumph Bogen iſt aͤlter dan voriger/ wie auß der Geſchrifft in dem kleinen Blaͤttle abzumercken/ p. VALERIVS. Q CRECILIVS. Q. SE RVILIVS. Q CORNELITVS: etlich vera S*) meint er ſeye zun zeiten Hannibals geweſen. Er iſt mit dẽ Maͤß der vorige Bogen gemeſſen. Die weyte eines jeden Bogen haltet 11. Schuch fein hoͤhe/ 7. Schuch. Die Pilaſter deß Bogen halten ein Schuch/ 8. Vntzen/ in der breyte zwiſchen den zwen Pfeilern/ 5. Schuch /4 Vntzen: die ſeiten halten jede J. Schuch. Das Karnieß vnder dem C. an ſtatt des Architraben haltet 6. Vntzen ein halbe: die höhe deß Frieſen/ ein Schuch/ ſiben Vntzen ein halbe: das Blaͤttlin ob dem Frieſen/ 2. Vntzen: das Karnies le vnder dẽ SchaaffsZaͤhnen/ 4. Vntzen/ ein Quart: das Karnießle daroben/ anderthalbe Vntzen: das Staͤble ein Vntz: das Karnieß vnder der Blatten /. Vntz. 3. Quart: die Blatte/ 3. Vntzen ein halb: jhr Geſimps 2. Vntzt/ ein Quart: das Haupt Karnieß/ drey Vntzen ein halbe: ſein Leiſtlin. Vntzen: die Außladung von allen/ haltet als vil als die höhe: Das Poſtement oberthalb diſem Karnieß haltet in der hohe ein Schuch/ ein Vntz ein halbe: die dicke der gekaͤleten Saͤulen/ ein Schuch /. Vntzen: die hoͤhe ohn das Capitaͤl/. Schuch cin Vntz ein halbes daß Capital/ 10. Vntzen. Es hat aber diſe Columne weder Baſe noch Guͤrtle. Carottus der Mahler von Verona ſetzet nur vier Spacien/ darein Hiſtorien gehawen ſeind/ vnnd fuͤnff Columnen in der dritten Ordnung/ vnnd in der andren Ordnung nur vier Fenſter/ fuͤnff Pilaſter/ vnd oben auff fuͤnff Columnen. Das dritt Karnieß kan man nicht mehr vberkommen / // . . min 7 F ee AS 1. J EEE ,. ||| fl . 2 D Al D w == —. if.. , L 1 ü A ,,,,,, ,, ee, ne,, llt t en Ai gen: Daß Bl fi . Daß ein Ran Ech hen der Vn pen 10 Den Das dritte Buch. Das IV. Cap. Fol, lxvij. S. iſt Ji der NArchitrab/—= Frieß vnd Karnieß ob den Fen⸗.—— tzen/ z. quart: die andre/ 9.— Vntzen/ ein halbe: das Blaͤttle/ Vutzen: das da.. 4.. Hen: die breyte eines Tri⸗= gnyh cer. Schuch: das Bla; J. — N tle obẽ auff /3. quart einer SS KA PN N. Vntzẽ: das ãder Leiſtlin/'. ein Vntz/ ein Quart: das Rarnießle vnder den Schaaffszaͤhnea /. VnBen/ ein Quart/ die höhe br Ö H,, Hh, der Schaaffzaͤhne iſt 4. . IN A vben/ Vatze: die Stable/ 208) 3. Quart einer Vntz: das Sl n ſſ]. Rarnießle darauff i. Uns| ein Quart: die Blatte 44. 3——————— Vntzen: jhr Karnieß 2. n Mr Mm, | Dos. Die andere Blat⸗ ,,, LO 86 ie ten/ vier Vntzẽ i jhr Leiſtlin/ 2. Vans. ein halbe: die Außladung von alle iſt—— der höhe gleich. Das werck des gantzen Bogen mag Doriſch genennet werden/ außgenommen das außgehawen Staͤble/ welches auß matwillen des Architectẽ geſchehen. Viler anderen ſachen jn. Verona wil ich geſchwigẽ von wegen daß fie ſehr frävel gebawet ſein dt/ ſonderlich der Triumph Bogẽ Dei Borſar wei ⸗— ches gar ein Barhariſch. werck iſt. 7 = 8 — —————— = 5 W 7 AM 1M| Il SEB. SERLIL Von Antiquiteten SG Ißhäͤr hab ich vil Antiquiteten gezeigt: nun wil ich auch etliche newe Gebew auffſtellen/ ſonder3 Hlich welche der beruͤmbt Architectus Bramante gemacht hat/ deſſen ſchon hiebevor gedacht worden. Vnder vil andren ſachen/ fo er zu Rom gemacht/ iſt auch ein ſchoͤner Gang am Beluedere ins Pabſt hoff/ an welchem zwey ſchoͤne Stuck zu mercken ſeind: erſtlich die ſtercke/ welche von wegen der groſſen vnnd dicken Pfeiler/ ewig wären mag: zum anderen/ wegen feiner zier ligkeit/ die an vil ſtucken vnd an Gebewen geſehen wirdt durchauß von gantz gerechter Proportion. Es iſt mit den alte Palmen gemeſſen. Die breyte des Bogen iſt 18. Palmen/ gleichlich vil halten auch die Pilaſter. Die breyta des Pilaſters iſt in eilff getheilt, ein theil auff jeder ſeiten hat der Pilaſter/ ſo den Bogen tragt/ macht zwen theile:zwen theile für ein Columnen: macht vier theile: zwen theile für die kleinen Pfeiler der halbrundungen: drey Heil für ein halbrundung/ diß ſeind zuſammen ellff theile. Das Poſtemen iſt halben als hoch/ als die Pilaſter breit ſeind: fein Baſe hat in der höhe ein theil der vorgemeldten eilff theilen das Karnieß haltet ein neundten theil minder dann die Baſe. Die Columne mit der Baſe vnnd Capitaͤl iſt neunmahl als hoch als dick fie iſt/ vnd noch darzu ein ſibenden theil. Die Baſe hat in der Höhe halbe Columnen dicke: das Capitaͤl/ ein dicke vnnd ein ſibenden theil: die hohe des Architraben/ Frieſen vnd Karnieß haltet fo vil/ als das Poſtement ohn fein Baſe. Diſe höhe in eilff getheilt/ vier ſeind für den Architrab/ drey für den Frieſen/ weil er außgehawen iſt: vier für das Karnieß. Wen alſo der halb Eirckel riß des Bogen geriſſen iſt/ vberkompt das liecht dopple höhe/ demnach auch fo die Poſtement vnder dem Bogen an jhr ort in halber Columnen dicke gemacht ſeind/ werden auch die Halbrundungẽ vnd Quade hee angehoͤrende proportion erlangen.; K EN SL 8——=d———— A 8 SV: 2 — ö. ſ ö 1 ʒ ö. IM j ö I A | . . . —— E Wem mmm — — | kK— ——— Hall Me Im 1 W Jeweil ich in voriger Figur alle glieder deſſelben Ganges wegen enge des örts-hicht hab eigentSD lich zeigen können, wil ich die ſelbigen alhte etwas deutlicher vnnd groͤſſer feen. Das C. iſt ein Poſtement diſes Ganges mit ſampt der Baſe der Columnen oben auff geſetzt. B. iſt das Poſtement des Bogen mit ſampt eim theil deſſelben: das A. iſt der Architrab/ Frieß vnnd Karnieß ob der Columnen. In diſem Karnieß hat der Architectus auch ſonderlichen verſtand gebraucht/ daß er die Blatten vngebrochen hat hindurch laſſen lauffen/ vnd die andren glider vnderwwertz fur ſchie ſſen/ welches ſehr ſchon iſt, vnd gibt der Blatten ein ſtercke/ vnnd ſchirmpt das gang werck vor waſſer. Diſes kan man in vil ſtuckk gebrauchen vnd nachfolgen. Jedo ch ſteht das fuͤrſchieſſen des Karnieß an etlichẽ oͤrteren wolan etlichen obel auch iſt ſolches fürfchieffen vnorbenlich/ ja vnleidenlich/ da die Eolumnen kein Pilaö... fee? haben/ hievon mag ſtu weiter ſeſen im vierten Buch im Tiaclat von vilerley abtheinſgen er Saͤulen SEB. SEL II. Von Antiduiteten Achfolgendes werck hat auch ermeldter Bramante gemacht/ von welch? ein Bawm eiſter groß M haben kan durch vilerley zierungen/ſo daran gefunden werden. Diſer Gang hat dreyer* ley Ordnungen auff einander geſetzt/ nemlich die Dorick, Jonick vnnd Corinthia, Ferrlich ges zieret/ vnnd wol zuſammen gefuͤgt. Jedoch weil die Pfeiler der erſten Ordnung Dori ca zu ſchwach waren/ vnnd die Boͤgen nach Proportion der Pfeiler/ etwas zu weit/ darzu das Mawrwerck der Joniſchen Ordnung zu ſchwer/ſo hat es in nachgehenden zeiten angefangen zureiſſen vnnd verfallen/ welches hernach Balthaſar von Senen auch ein erfarner Architectus/ verbeſſert hat/ vnd gegen Pfeiler mit Vnder bog doran geſetzt. Deßhalben ich auch zuvor geſagt/ daß weiſe Architecti von diſem Gebew lehrnen vnd ein Exempel neinen mögen/ lehrnen ſage ich/ nicht allein fein ſchoͤne nachzufolgen/ ſonder auch ermeldten faͤhler zu meiden/ vnd allezeit in achtung haben/ was ſchweren laſt die vnderſten ſtuck tragen můſſen/ vnnd nach demſelbigen jhnen jhre gebuͤrliche ſtaͤrcke geben/ darein vil beſſer if forchtſam zu handlen/ dan zu vil klug vnnd weiß ſeyn/ wadurch die groͤſſeſten Meiſter am baͤldeſten betrogen werden. Aber jetzund wil ich von den maaſſen des Ganges reden. Die weyte des Bogen in acht getheilt/ ſeind drey theil für die breyte des Pilaſters: die hoͤhe des Bogẽ/ ſol ſolcher theile ſechtzehen halten. Das vordertheil deß Pfeilers in vier getheilet, zwen gehören dem Pilaſter des Bogen/ die anderen zwen der dicke der Columnen: das Poſtement hat in der hoͤhe halbe weyte im liecht: die Columne mit ſampt der Baſe vnnd Capital hat in der hoͤhe acht theil jhrer dicke: die hoͤhe deß ArchitrabFrieſen vnd Karnieß hat ein vierdten theil der Columnen lenge. Die ander Ordnung iſt ein vierdten theil nidrer dan die erſte⸗ nemlich/ vom Boden der erſten Ordnung Dorick biß zum hoͤſten feines Karnieß/ in vier getheilt/ iſt drey theil berſelben die gantze Joniſch Ordnung hoch/ vnnd ſollen alſo auch jhr glieder vmb ein vierdten theil gemindert ſeyn. Deßgleichẽ haltet ſich auch die dritte Ordnung gegen der zweytẽ/ wiewol fie nicht gantz hat moͤgen/ wegẽ enge des Platzes hinauß geſetzt werden. Was aber die zwo Columnen in der mitte daſelbſt anlangen thutffndeſtu dergleichen im vierten Buch in der Ordnung Dorica/ am Blatt H. 2. vnnd ob ſie wol an gemeltem ort Joniſch ſehen/ ſo kan man fie doch auch Corinthiſch machen. Die glieder vnnd Karnieß hab ich zu mehr erm verſtand in groſſer Form neben außgeſetzt/ nach den Principalen eigentlich geproportioniert/ verſtehe aber der erſten Ordnung/ dan die anderen hat man hoͤhe halben nicht wol foren abmeſſen. Das dritte Buch. Das IV. Cap. Fol. lxix. dl 14 . —— 7 6 66 3 2 2 RE N — „SER, SERLIL Von ö, n orderſt an ö. um ud ö.. ſehr ſchoͤnen Au m ebne ,... in,. n, ,, .. Zbor. ö.. 2 ie zwey n find. ö on/ Apollo Tyhre/ Den /, Cleo nd Here l . 4 Das dritte Buch. Das IV ‚Cap, Fol. xx. Brgelegten Grundt ſiheſtu alhie auff gezogẽ: von feinen maaſſen/ wie vermeldt/ich nicht zu handWlen mir fuͤrgenommen/ ſonder nur allein das Gebew in ſeiner Form vnnd Geſtalt zeigen woͤllen. Wiewol man auch alhie nur einen Pfeiler an den ecken ſihet/ ſo iſt doch ein ſolche Zuſammen fuͤgung/ wie zu vor im Grund gezeigt/ vnnd ſcheinet auch ſolchs auß den dopplen Columnen vnd Halbrundungen mit den Quadren daroben. An ermeltem ort hat es auch ein wunderbarlichen Wendelſtein/ in deſſen grund ein ſchoͤner Brunnen iſt/ an waſſer ſehr reich. Solcher Auff gang iſt inwendigen mit Colüũnen Dorick/ Jonick/ Corinthia/ vnnd Compoſita vmbfangen. Am meiſten aber iſt zu verwunderen/ daß zwiſchen den Ordnungen kein vnderſcheid gemacht/ ſonder alſo kunſtreich an einander gefuͤgt/ daß man auß einer in die ander kompt/ vnnd nicht vernimpt/ wo eine oder die andre außlaſſet/ alſo daß ich ver meine/ vil ermeldter Bramante hab kein kunſtreicher Stuck gemacht als diſes. ,, EU in . 8 ! I . . . (. 322. 8 nnn, nin inn nn, ö 7 mn nn 25* 283537 CH .. e ,, n,,, ,, 888 . . 8325 5 . ) ö ,, ,, * 3 2 55 . . . . ee . . / K* U Hy, ZZ . . V 8 EB. SERLII. Von Antiquiteten Dr Rom auſſen A monte Mario iſt ein ſehr ſchoͤner Nhuw Platz von deſſen ſonderharen cheilen ich lieber gar ſchweigen/ dann wenig reden wöͤlte/ alhie wil ich ein Gang mis feinen ſeiten zeigen/ welchen der fuͤrtreff lich Architectus Raphael von Vrbin gemacht hat/ wiewol er auch zu vil andren ſachen zu geräftet vnnd angeordnet war. Der Platz/ wiewol er gevierdt/ hatte er jhn gleich wol ins runde angeordnet /wie die fundament noch zum theil außweiſen. Der Vorhoff A. vnd die zwen Plaͤtz B. vnd C. ſtehn in ſolcher Form nicht/ aber von wegen den Grundt volkomlich zu legen/ hab ich jhn alſo geſetz. Dañ das theil C. endet ſich in eim Berg/ wie auch das theil€ aber in der andren ſeiten F. iſt der halb Eirckel nicht/ von wegen daß etliche an Gebew nicht verkleinert werde. Die Ordnung dieſes Gangs if ſehr ſchoͤn/ davon das Gewelb gar zierlich verändert iſt dann das drittheil iſt mit einer runden Tribunen, vnd die zwey Zun ſeiten/ ſeind Creuzgewelbe. Von den Particular maaſſen wil ich nichts handlen: es fol ſich der Arche tectus mit der Invention vernuͤgẽ laſſen. Alles nach den Principal Stuckt auff fleiſſigſt geproportioniert⸗/ vnnd ſiheſtu den auffgezogenen Baw in nachfolgender Figur/ außgenommen die Halbründungen an den ſeiten/ welche nicht haben hinzu konnen geſetzt werden.. SS Von den nachfolgenden theilen B. vnd A. mag man das gantz Gewelb vorgemeldtes Gangs begreiſfen/ deſſen ſchoͤne gantz vnd gar in dem Eck mit dem Creutz gezeichnet/ gelegen iſt/ welches wie auch die drey andren eck/ ſich ſehr wol ſchicken in auffziehung vnnd erhoͤhung der runden Tribunen in der mitte/ vnnd verbinden ſich gar zierlich mit den Pfeileren an jedlicher ſeiten des Pilaſters/ welche Pfeiler von wegen der Blatten/ ſo gantz bleibt/ machen die Pilaſt er nicht zaͤrter⸗/ ſonder jhr brechung in zwen Pfeiler gibt ein weit auff ſehen/ vnnd ſteht nicht deſtominder in Geſtalt vnd Platz eines ſtarcken Pilaſter wie dan auch die Baſe deſfelben Pilaſters gleichlich darauff erfolgt. Dieweil aber in nachfolgender Figur in dem Pilaſter nur ein gevierter Pfeiler mit noch eim ſtuck gezeigt wird/ fo ſag ich beſſers verſtands halben/ daß jedliche ſeite den Pilaſter innerhalb des Gangs auch in drey getheilt iſt/ nemlieh zwen gevierdte Pfeiler/ vnd auff den Ecken ein zwiſchen Platz vnd ob wol diß alſo/ wie vermeldt/ abgetheilt/ ſo iſts doch zuſammen nur ein Pilaſter 7 h) IMM ö. SS —— in i MM ,, 5 , AL ZZ , J,. . DE 35 ,. 5 23 ZZ . ] 3. ZU A , j d,, K— , ZZ m h 3. | ) j J J P ZZ III) . . ö In ö h A A 85 * 9 ZZ SR ,. ,, ZZ ZZ N 8 ö . . 2 . 3. 2. 3. ZZ 2 ,,, 23 8 ———— d n mn nm, ,,,, D———— NSS—— — —————————— ————— ————— 8————— —* 8 D ö D * ö ü AN DD W D J 8? I;— f lll dee = lll SEB. SERLIL Von Antiquiteten Nder andren Stätten in Italien wird Neapolis La Gentile genent nicht allein von wegen jhW rer Herzen vnnd Graffen, ſonder auch jhrer ſchoͤnen vnd koͤſtlichen Gebew halben. Alſo iſt ein S ſtatlicher Pallaſt vor der Statt auſſen/ Poggio Regale genennet/ welches König Alphonſus für fein luſt gehawet in den zeiten/ da Italien glücklich geweſen vnd in groſſem friedt gerhuwet. Diſer Pallaſt iſt an Form vnd abtheilung der Gemachen fo fchoͤn/ daß man auff ein jetliches Eck ein gewaltigen Hertzog hin loſieren möchte. Diß herliches Gebew in Grundt gelegt vnd aufgezogen folgt hernachꝛich ſetze aber die Particular gliedmaaſſung nicht/ ſonder hab nur die Form zeigen wollen. Sechs Kammeren ſeind da alle von einer groͤſſe/ dahaͤr man auß einer Kammeren die gantze groͤſſe rmeſſen kan. Der Hoffhlatziſ mit ſchoͤnen Gaͤngen einer vber den anderen geſetzt/ vmbfangen. Von dem mittelſten Platz E. mers zeit etwan zu eſſen vnnd Bancket zu halten pflegte/ konte aber durch heimliche Graͤben den ganz gen Platz in eim augenblick vol waſſer laſſen lauffen/ alſo ſie alle am tiſch im waſſer ſaſſen. Es war aber auch kein mangel da an ſtatlichen Kleideren vnnd auffgeruͤſten Betteren/ ſich hernach wider zu trocknen oder nach feiner luſt zu rhuwen. Von dem lieblichſten Kraut vnnd Baumgarten/ ſchoͤnſen Früchten/ luſtigen Weyerẽ/ allerley Gevoͤgel/ ſo wol zum geſang als zum luſt nur anzuſehen/ von den aller ſtatlichſten Roſſen vnd vil ander ſachen mehr/ wil ich nichts reden/ weil ſolches Marcus Antonius Michael/ ein Neapolitaniſcher Edelman/ in der Architectur ſehr verſtaͤndig in einer Epiſtel oder Sendbrieff an einen feiner fruͤnde/ in Latiniſcher Sprach ,, chrieben hat. O du Italiaͤniſcher luſt/ wo biſt jetzund durch dein vneinigkeit hingerhaten vnd in Vnluſt gegen ſolche zeite verkehret worden. Aber damit ich wider zum vorigen Pallaſt komme/ iſt derſelb in ein recht Viercant geſetzt/ inwendigẽ mit zwen 4 auff einander rings vmbhaͤr vmbfangen. In die vier Ecken ſeind die Wendelſtein in die dicke der Mawr gelegt. Die vier Gaͤnge außwendigẽ mit B. gezeichnet ſeind zwar nicht da/ aber zu mehrer komlichkeit des Gebeuwes ſehicken fie ſich nicht vbel. gieng man hinunder in ein ſchoͤnẽ ebnen Platz/ da der Koͤnig mit feinen Herzen Som ih Das dritte Buch. Das IV, Cap. Fol xxij l Die ſiheſtu den auffgezo genen Bam in vnd uß wendigen: das A. he eichnet das außwendig thei 6 B. die inwendigen Gaͤnge: das C. die Gemach inwendigen: Das. ö ich machete es an ein ſolch Geb ew geplaſtert oder mit Quader B lieren konte die Landtſchafft zu heſ.. ö. ,, — SEB,SERLIL Von Antiquiteten| Vß anlaß des Poggio reale hab ich auff diefelbe manier ein andre Grundlegung gemacht/ etwas an Formen vnd Gebewen verändert, vnnd villicht mit mehr komligkeit der Fenſter ober Liechter inwendigen/ hab ich alhie nicht geachtet: dann diß Gebew iſt auff das offen Landt geordnet/ da an heytere an allen vier ſeiten kein mangel iſt. Es möcht aber einer ſagen daß der in wendig Saal mit den vier nebẽ Kammeren etwas finſter vnd dunckel ſeyen/ ſintemal ſie kein heitere dann nur die Gaͤnge da nehen haben. Das rauff gib ich zur antwort/ daß diß Gebew geordnet iſt für ein Sommerhauß in groſſer hitze zu gebrauchen/ vnnd deßhalben mehr auff die kůle des Gemachs/ dann auff die heutere geſehen/ vnnd weil die Sonne nicht mag hinz kommen⸗wirt es vmb den Mittag deſto lieblicher ſehen vnd if nicht volkomner Sonnenſchein da fo hat es doch an notwendiger heytere auch kein mangel. Es iſt alſo diß Gehew geordnet/ daß wen die Eckmanprẽ ſtarck gnug ſeind/ das vbrig auch fein gebuͤrlicheſtarcke vberkompt/ ſonderlich durch die Pfeilereiner von dem anderen in vnderſchiedlicher weyte geſetze. Von den maaſſen iſt vnnoͤtig zu handlen. Ein jeglicher erfarner Architectus kan ſich darin nach dem willẽ deſſen/ der etwas bawen laſſet/ leichlich ſchicken. Iſt es auch möglich, fol diß Gebew alſo gelegt werden/ daß fein Eck gegẽ der Sonnen Auffgang ſtehe/ damit alle ſeiten den Sonnenſchein empfangen mögen, welches nicht geſchehen möcht/ wen ein gantze ſeiten gegen Auffgang der Sonnen kunde. Dann die ſeiten gegen Nor oder Mitnacht wurde nim̃er kein Sonne haben/ welches weder zum luſt noch zur geſundheit dienetei ii N NZ | W X . h, h, C . / = SE— % S ,. J N S LOGE U Ks ark . c. 8 8 3 == . 9 8 99 Fol lxxiijDas IV. Cap. Das dritte Buch, S X 8 R use AS ga 80 e, ö, 33123 Bas 5 88 82 2523 88 83383228 3* . 83* ö ö SSSEH SEE DS. S8 SS= SC S5Es=E523:283S S 8 S 8 ö SP DSS SV Sal ZDE K SS 8 X. D.* TS SS-S SS 385833353* SOSSE S 88 8 ö 33 2 SER> =* Io 8 38888 * 6338333333238 Une, 8 8. 383558 6 S8 3 358—> 2 8 8 SS ö/ k 6 28 2 3 3333 32 2233 33233 ö ww > 2 2 8 8—— SD 8 D w 6 3365 2. 86 88* d 88- 2 6 LOEELTSESSE=E K . A SS 38855253* 5338 d 3635 35533 Se ZI 3.0 83 8 8885883253532 — 8 S. 8 8 8888 ., 8 TSZEESTESLES 82 3 3 5 38332 2 * ö 4 2572 ZS SCC TSᷓ*E 8 38>& x O S 2 S SSD* 5 2 238 3 5333853233* ö 8*** 8 3338533 22 SS SSS TEGiL= S S825 2 3533 383358332 228358532 363 8 3 288383555352 ö 5 SEESZZESZ we ö EESSSDErSES SS© DES ESTSESEESE DE 223 82833333 333533 8 8 8 82228 ö K 8 3 23653323533 8 EELO2EISEE 6 EROZE 5333535335388* .— ſachen mehr zu bedenken, aͤndigen Architecto nie man reden/ aber ich gib ſie dem verſt m ko * ZT TEE n,, n,. , g, ,, ,,,, 1. I 9 li i w . ] ,,,* 2 . N ei e, den,. . 7 ; K 9c LU ß ,,,. Sch, Ö , ,,, K ., , n, , N ö/ / A,% % % D e, 4 — D X 5 % % ,,. , enen, e, IS ,, h. ne, e, e, He, ,,,. WS) SS Ss KR — Ss 28 — 1— N % SEB.SERLIL Von Antiquiteten ſagt man/ daß ein groß Gebew in eim Berg oder Felſen außgehawen gefunden rundlegung du hienidẽ ſiheſt. Damit durch die mechtige weyte/ das Gewelb nicht| N Yerufalen werde deflen© 1. Da hiige weyte, Q N hinderſich trucken vnd eynfallen möchte, ſeind die zwen groſſe Pfeiler in der mitte darunder gelaſſen/ vnd neben an den ſeyten zwen kleinere/ auch vornen her zwen andere kleiner/ alleſam̃en auß eim gantzen Felſen außgehawen. Im erſten Eyngang ſeind vier Capellen: in dem mittelſten groſſen theil/ achtzehen: in dem hin derſten theil/ zwo/ vnnd ein heſchloſſen thůre/ welche anzeigung gibt daß man noch weyter daſelbſt hindurch gehen mögen. Die groͤſſeſt Capyelle iſt weit vngefehr als lang ein menſch iſt/ darauß man die groͤſſe des gantzen Gebews begreifen mag. Diß Ort hat kein Liecht kan auch nicht geſpůret werden/ daß es einig eynfallends liecht jrgend wo gehabt habe. Die Cappellen ſeind außgehawen wie die zwo oben auffgeſetzte Figuren A. B. außweiſen. r =/——; —— E— ——— —=={ ——. a IM 1 | / — ‘——i ö ö——— ———— 2 1—— J—— — K— ——— E“ FE“———— rrr— 8 ZZ 2 ———\“ E—— SS| —r— r ——— Kr N. ———— ö—+——— ——————.. Ec* ——& A— EC L ———*. ————————r——— ———. ———.——— 1—— J ———. R. ij. iſt ines Tri⸗ 5 K umph Bogen gedacht worden/ ſo zu Veron gefunden vnd Dei borſari geneñet wird. Daſelbſt habẽ wir geſagt/ daß er Barbariſch gemacht ſeye/ weil er der lehr Vitruvif vnd allen guten An⸗. tiquen zu wider iſt..= Damit aber ein jet l cher ſehẽ moͤge/ was A an jhm zu loben oder w zuſchelten/ wahrin. er der lehr Vitruvi einlich oder zu wider ſehe/ iſt ſein Form alhie zu endt hinzu geſetzt. Es möchte auch villeicht jm dt gefundẽ werden/ dẽ diſes Muſter wolgefiele/ vnd eiwas hievon zu lehrnẽ Bette, nach brauch vnnd. komlichkeit ſeines EZ Lands vnnd orts da er wohnet. Es iſt aSs d— 28 ber alhie nur die halbe Figur geſetzt/ fol aber dopplet fein mit zwen Schwyboͤgen= vnd den ohren Ordnungen. IE ( — 3— —— — CZ zZ x. Die helffte des Veron ſchen Schuch/ damit diſe am gemeſſen i. an, men, m,. 52 R— ae NN z N) 3 D d / N — lll ( A) Ti — ,, , b. 8 8 AD 89 * 2 nen ii M. Tl an 2 F J=X NL 3 PS U D RL X lll sw WE. M 2 —— . ZT VPE . AN. A e, N UN , m,=. SEB. SERLII Von der Architectur Das Vierdt Buch.. Darinn von den Fünf Saͤulen/ Thuſcana⸗ Dorica/ Konica: Corinthig vnd Compeſteg gehan diet jhr gebrauch an viel vnderſchteblichen. gebe wen gezeigt vnd mit man ingerlen herlichen Eremplen auf den allerſchöneſten Antiguen genommen erkläre: wird. 7 ö pr e, ,. , n,, J — m—*)— I . N n Gee, en eee z N h SEBASTIANISERLII Von der Archttectur/ Das Vierdte Buch/ Darinn von den Sünff Saͤulen vnnd ſhrem gebrauch in der Bawkunſſtt gehandlet wird. BVorꝛed des Authoris an den guͤnſtigen Leſer. I. N diſem Vierdten Buch hab ich mir fuͤrgenommen/ von den fuͤnff Columnen oder Saulen /Thuſcana/ Dorica/ Jonlt a Gorinthia vnd Compoſita zu tractieren/ cynd jrem gebrauch vnd eigenſchafft in allerley gebewen den Liebhaheren diſer kunſt weitleuffig anzuzeigen/ ſintemal auff diſen Saͤulen hey nahe die gantze Bawkunſt beſtehet Zu beſſerem verſtand aber diſer wörter ſol Man wiſſen/ daß wie Vitrupiug ſchreibtdie Alten bor Chriſti geburt jhre fuͤrnembſten vnd ſtgtlichſten gebew ihren Abgoͤtteren/ dediciert vnnd zugeeignet haben vnnd nach deren Art vnd Natur jhnen. oder ſchweche/ dicke oder dünne angeordnet. Alſo iſt die Doric zu erſt an einem empel gebraucht worden/ welcher dem Jupiter/ lars Di ſtarcken Hercules zuchren gebawt das her ſie jhre Proportion auß mannlicher lenge vnd ſtercke ᷣberkommen hat, Die Jon cg iſt von ben Athenienſeren an einem Tempel gebraucht/ jhrer Abgoͤttin Dian g ʒugeeignet/ daher ſie jre Proportion auff ein Weiblichen Coͤrper gezogen ond zum teil ſtarckzum theilrahn gemacht. Dann die Diana iſt nach Weiblicher art Zart vnd Rahn/ aber von wegen jhrer vbung im gejaͤg/ if fie ſtarck. Die Corinthia wird von Jung frewlicher geſtalt her genommen/ weil fie zu ehren der Abgoͤttin Veſta/ welche den Jungfrawen fürgefeßt geweſen/ iſt dediciert worden/ vnd alſo weiter ſolſt von den andren Seulen auch verſtehen. Die Thuſcana wird ſtarck/ grob vnd bewriſch gemacht/ daher fie auch an ſtarcke Gebew gehort/ als groſſe Thor vnd Porten der Staͤtte/ an Kaſtell/ Schloͤſſer/Veſtungen/ Zeugheuſer/ Gefangnuß Thuͤrne/ Mꝛeerhafen vnnd alle gebem/ ſo zu Kriegs Münte nn henne, Wie grob aber diß Thuſcaniſch werck iſt/ rauch an ſteinen vnd ſchlecht von bindungen/ ſo findet man doch auch in guten Antiquen/ daß es etiwann zart vnd zierlich/ nach dem es dem Architecto oder Bawherꝛn wolgefallen/ gearbeitet/ vnd bißweilen mit der Doricazun zeiten auch mit der Jonica vnd Corinthia iſt vermiſchet worden. Vnd zwar vnder allen Seulen iſt keine/ die ſich mit der Thuſcana beſſer vergleichet/ als die Dorit a/ nicht alleine der ſtercke halben/ ſo an beiden erfordert wird ſondern auch von wegen jhres vrſprungs/ daher ſie etwas freundtſchafft vnd gemeinſchafft mit einander haben. Dann die Thuſti ſeind von den Griechiſchen Voͤlckeren herkommen/ vnnd wie die Thuſti vnnd Dorier ihres herkommen halben gemeinſchafft gehabt/ alſo auch ihre werck/ nemlich die Thuſcana von den Thuſcis/ vnd Dorica von den Doris/ vnnd ſeind alſo zuſammen gefuͤgt vnd vermiſchet worden. Solches geſpuͤrt man augenſcheinlich an vil koͤſtlichen gebewen zu Florentz vnd andren oͤrteren in Italia mehr/ da vil groſſe vnd ſchoͤne gebew auff die Thuſcaniſche oder Bewriſche art gemacht/ vnd doch auch mit reiner ond ſchoͤner arbeit vermiſchet ſeind. Wil derhalben fo wol nach der Alten als der Vnſerigen gebrauch, zeigen vnd erklaͤren/ wie man die Thuſcana an Thor nd Porten/ an Stetten vnd Veſtungen/ an gemeinen vnd ſonderbaren Plaͤtzen/ Heuferen Gängen/ Lauben/ Fenſtren/ halben Rundungen/ vnd dergleichen wercken mehr komlich vnnd nutzlich brauchen fol Item wie die Ordnungen vndereinander zuuermiſchen/ vnd die Thuſcang vnder die Dorica oder Jonitg/ Lder auch vnder die Corinthia zu brauchen Ve dem doch/ die warheit zu ſagen/ vil mehr geſchicht durch mißbrauch vnd vberfluͤſſigkeit der Kunſt/ dann daß es recht vnd der wahren Bawkunſt angehoͤrig ſeye. Dann J vnnd ij Vorꝛed an den Leſer. MM Kunſtreicher Architectus vnd Werckmeiſter ſol allzeit nach gebürlicher/ rechter anges hoͤriger Maaß/ Smmetrey vnd Ordnung in einem jeden Werck Procedieren vnd forte fahren ſonderlichen in gemeinen groſſen vnd Koͤſtlichen gebewen/ an welchen(ehr löͤblich iſt/ daß die rechte Symmetria durch quß gehalten werde. Demnach gleich wie die Komedien Spiler, ehe vnd zuuor fie anfangen ein Komedt zuſpilen/ ein Herold laſſen auff den Platz treten der mit kurtzen worten den Innhalt der gantzen Comedy anzeiget: alſo hab ich im anfang dieſes Buchs, zu allervorderſt/ der Fuͤnff Seulen/ võ welchen ich zu tractieren vorhahens bin gantze Figur vñ Propoꝛtion/ mit jhren Principglen vnd fuͤrnembſten glidmaſſen/ in Figuren vor die Augen ſtellen woͤlien/ ohne erklärung der ſonderbaren ſtucken vnd Gliederen/ welche hernach au ſeinem Ort ſollen fuͤrgenommen vnnd eygentlich beſchrieben wer den. Ich hah auch zu beſſerem verſtand, die Nammen aller Glieder wie fie Vitruvius gebraucht, hinzugeſetzt/ ond mit den Buchſtaben A. B. C. ꝛc verzeichnet, damit ein jeder nach feines Lands vnnd Orts brauch fie nennen vnd außlegen möge: Allhie aber ſeind fie quff diß mahl alſo verJ diſer zeit/ bey den Steinmetz en in gemeinem Teutſchland uͤbig vnd breuchlich ſeind.. Zum Beſchluß wil ich allhie etwas inn gemein von der hoͤhe der Poſtementen aller Seuͤlen reden/jedoch ſolchs allein von den bloſſen Poſtementen/ ohn jhr geſimps vnd vndre Blatten verſtanden haben. ö Far das Erſt haltet das Poſtement der Thuſcang ein Perfecte vierung oder volkommen Vierkant. Das Poſtement der Dorica iſt als hoch/ als lang die Lini iſt/ ſo auß einem Winckel feiner Vierung in den andren gezogen wird:die Vierung aber ſol auß der breyte des Poſtements genommen vnd gemacht werden/ wie leichtlich zuuerſtehen.. Das Poſtement der Jonica haltet in der höhe anderthalbe Vierung. Das Poſtement der Corinthia haltet ein Vierkant vnd zwen drittheil deſſelben. Das Poſtement der Compoſita haltet in der hoͤhe ein dopple ierung. Das V. Gapitel Von der Thuſcana jhrer Zierung vnnd vielfaoͤltigem gehrauch an mancherley Herren, AM findet im 4. Buch Vitruolj im 7, Gap. Daß die Thuſcaniſche Seule mit ſampt ihrem Capital vnnd der Baſen/ ſiben theile in der cr r, fol, welche theile von der dicke der Seulen daniden genommen werden. Die hoͤhe des Schafft geſimps auff dem Poſtement fol von halber Columnen breyte oder dicke ſeyn: in Zwen gleiche theilſ abgetheilet gibt ein theil die Blatten; der ander in dien getheilet/ ſeind zwen zum Stab, eins zum Blaͤttlin oder guͤrtle Die außladung der Baſen wird alſo gema chet: Reiß ein Firckelriß als groß als die Sgule daniden dicke iſt: darnach mache ein Vier kant ob difen Girckelriß/ vnnd aber ein Hirckelriß vmh dieſen Vierkant/ welche alle pier Ecken betreffe/ ſohaſtu die ußladung. Die hohe des Kapitals iſt dem Schafftgeſimps gleich: getheilet in drey gleiche theile/ iſt ein theil zur obren Blatten; der ander widerumbin vier getheilet feind hrey zum Stab, eines zum guͤrtle oder Blaͤttle: der drittheil iſt für das Frieß Das(table mit ſampt dem gürtle ſey als groß/ als das halb Frieß: in drey getheilet/ wen zum ſtaͤlle/ eines zum blaͤttle Die außladung ſeye der hohe gleich. Wie wol aber allhie diſe zwey letſten ſtuck mit dem Tapitaͤl genennet werden/ fo gehören fie doch eygentlich zum Schaff der Saule Der Schafft fol oben ein vierdten theil verjungt feyn/ vnd das Capital zuoberſt nicht breyter/ dann die Saule daniden dicke iſt. Die ver ungung der Saule wird alp gemacht. Der Schafft werde getheilet in drey theile/ fol auff das dritte theil ein bleyrech e Lini gerichtet werden vnd die anderen zwen drittheil in fo vil gleiche theile geſetzt/ als nun wil. Aluff das dritte theyl der Saulen reiß ein Circkelriß von einem Ort zum anderern/ darnach von den euſſer ſien ecken des Capitals/ ein achten theil innerwerts gemeſſen/ gibt dir das viertheil der verjuͤngung/ darvon zuuor geredt Von dannen wo die Kolunne an duͤnneſten iſt/ laß zwo gerade Linien fallen auff den halben Circkelriß/ vnd die theil les Circkels auſſer werts/ ſetz in ſo vil gleiche theile/ als die zwey drlttheil der Columne in ſch halten. Demnach ſ reiß von einem Punt des halben Zirckelriß zum anderen/ vberzmerche Linien/ ſetz auff jede von oben biß vnden jhre Zahl, deßgleichen auff die Linien/ ſo die Kolumne theilen/ alsdann iſt gewiß/ daß die erſte Lini ſich vergleichen wird/ mit dem duͤnneſten theil der Kolumne. Darnach zeuch die ander Lin deß Circkelriß auff die andre Lini der Saule/ alſo auch die dritte, vnnd letſtlich die vierdte Wann ſolchs geſchehen fo reiß von dem vnderſten theil des halben Circkels/ ein Lini zu der zwerch Lin 4. deßgleichen von 4. zu 3. Item von; zu*. vnd von 2 zun. vnd ſolches auff beyden ſeyten der Kolumne ob wol den ſolche Linien an jhnen ſelbſt gerad find, fo ſchoͤpffen ſie nicht deſtomin der ein krumme Linien/ welche ein Kunſtr eiche vnd erfahrne hand weiß zu moderteren vnd die zuſammentreffungen der Linien in den ecken in eine rechte krumme zu vertreiben/ darauß die Baͤuchung der Saul entſpringt. Dieſe Regel ſol nicht allein zu diſer Thuſcana /welche vmb ein bierdten theil/ wie vermeldt/ verjüngt iſt/ dienen/ ſonder auch zu den anderen Seulen/ vnd je mehr der theile der Seulen vnnd des halben Circkels ſeind/ je mehr ſich die verjuͤngung verliehrt. Das Bierdte Buch Das V Sapiitel, .. A.ralͤhteGHBlatten. ö. — B. Stab oder Viertel einer | C Blaͤttle ———*6 66 D Ta G. Die dicke der Columnen zu obriſtH Dicke der Colum: en zu vn8 der ſt. —— I. Blaͤttle. k. Stab oder Welle. L. Vndre Blatten. e= M. Juͤrladung oder Fuͤrligen der Saule. . N. Dicke der Saulen zu vn derſt. O. Dicke der Saulen zu ohriſt SEBSERLIIL Von der Thuſcana. O C Enn die Seule mit jhren Capital vnd Baſe gußgemachet iſt fol man den ArchiA) trab-fricßond Karnieß narguff ſetzen. Der Architr ab fol als hoch ſeyn/ als das Sehn die Blatten darauf ein fechſten theil deſſelben. Das frieß iſt als hoch als der Architrab mit feiner Blatten, alſo auch das Karnieß mit feinen Glidren. Das Karnieß in vier getheilet/ eins zum obren Stab/ zwen zur Blatten/ eins zum vnderen hlattlein Die außladung von allen ſtucken ſol auffs wenigſt der hoͤhe gleich ſeyn. Vnder bie Blatten fol mann blindfallungen machen groß oder klein/ nach gelegenheſt des Wercks vnd wolgefallen des Werckmeiſters. Weil aber diß werck grob vnd ſchlecht von Guderen iſt/ mag meines erachteng wol erlaubt ſeyn/ etliche theile fo ſich fuͤglich dazu Chicken, hinzu juthun/ damit daß Werck etwas luſtiger anſehen vberkomme/ wie hieunden in der Figur an der rechten ſeiten gezeiget wird. Ich preiſe auch vnd lobe/ wenn das Karnies etiwas We dann ein vierkant außgeladen iſt/ inſonderheit wenn die ſteine alſo beſchaffen ſeind/ da ſie das werck ertragen moͤgen. Dann ſolche Außladungen ſeind nicht allein komlich/ ſonder auch zierlich. Komlich zwar/ wann etwann ein Gang oben auff kompt/ daß derſelb deſto welter werde/ dar neben ſchirmpt es auch das vnderſt werck vor dem regen/ zierlich iſt es auch in dem es dem werck ein liebliche vnnd anmutige gröſſe machet. Das Vierdte Buch, Das V. Cap. — SEN * ———. NJeivol zuvor vermeld i/ daß die I Thuſcaniſche Säule mit ſampt |; jrer Baſe vnd Capitaͤl/ ſol nach der lehr Vitruvij ſieben theil in der hoͤhe haben, welche Proportion gewißlich gut iſt Jedoch weil jgren anfangklich nur ſeind ſechs theile angeeygnetwelche von eim Schuch oder Fißlenge 5 33 53 einer Mans perſon,( der ein ſechſtentheil eines Mannes lenge haltet) genom̃en worden/ vnd nun auch die Doz rica ſiben theil in der Höhe haltet/ fo wil mich diſer ᷣrſach halben beduncken/ dz ſie etwas nidrer/ dann die Doriſche Saule ſeye/ vnnd ſechs theil mit dem Kapitaͤl vnd der Baſe jr gebuͤrliche hoͤhe verbleiben ſolle. Dieweil auch weder Vitruvius/noch andere Architet ten fo viel ich deren geſehen gewiſſe Reglen von jrem Poſtement gegebẽ Babe, dem nach auch die Antiquen ſo vil man geſpuͤrẽ mag/ ſie hoch gemacht/ nach deni es die not vñ gelegenheit erfordert hat/ entweders jhrer nohtwendigen erhoͤhung/ oder eines hohen Antritts mit ſtafflen oder andrer zufaͤlle wegen/ ſo were mein rhat/ daß man einer jeden Ordnung der Säulen,/ jr gebůͤrlich vñ fuͤglich Poſtement in gewiſſer Propoꝛtion gehen ſolle. Nun iſt heiwußt/ das es guffs min ſte ein per fert bierk ant erfordert/ verſtehe ohn die obre vnd vndere Blatten/ vnd auch wahr/ daß die Thuſcaniſche Saule die aller ſchlecht ſt iſt fo wer mein vrtheil/ daß diſe maaß für ein gemeine Regel gehalten vnd geſetzt wurde/ vnd fol diß Vierkant für mwert⸗ P. lingen als breyt ſein/ als die vnderſte Obre Blatten hlatten des Schaffts der Saule Sein———* höhe aber in vier geteilet/ſol ſolcher tei⸗ J le N KO blattẽ/ auch 9 theil; zut obꝛen Blatten genom̃en/ vnd hin zu.| zeſht he den glat n fhlecht. Wann SO dann die Saule von ſechs theilen iſt/ fo vberkompt das Poſtement nach voriger Regel auch ſechs theile/ nach der 1 ſ 1 Golumnen hoͤ he J Vndre Blatten| ZZ 2 EZ — 2 ZZ 2. ZZ N . N N | N D * * SEB. SERLIL Von der Thuſcana J Eines vorhabens iſt nicht allhie zu beſchreiben/ wie man Porten oder groſſe Thor an Stätte oder Veſtungen machen fol,/ welches ich einem verſtaͤndigen Werck— meiſter nach gelegenheit eines jeden orts wil heimgeſtellet haben/ allein wil ich von jhren Jierungen etwas handlen. Bann ein Thor an einer Statt nach Jtalianiſchem hrauch ſol auff jeder ſeiten ein Nebenthurlin haben/ mag die Symmetrey ond fuͤgliche Proportion alſo gehalten werden Als weit das Thor im Liecht it ſol es noch halb gls oil in der höhe haben Die weyte in ſechs getheilet, iſt ein theil derſelben zur breyte des Die lafters auff feder ſeiten. Das flache der Pfeiler ſol ein drittentheil des Liechts ſeyn: jhr Höhe mit dem Capital vnd Baſen fünff iheil. Die höhe der Baſen wie auch des Capitlg i ein drittheil der breyte des Pfeilers/ vnnd ſollen dariun die Reglen bey der erſten Colun nen gegeben, obſerviert vnd gehalten werden. Der Architrab⸗ Frieß vnd Karnieß halten zuſammen als vil/ als die breyte des Pfeilers iſt/ nach vorgeſchriebenen Reglen hemachet. Zwiſchen einem vnd dem andren Pfeiler ſollen die Nebenthuͤrlin ſeyn Ir weile halte als Dil als die breyte eines Pfeilers: die Höhe iſt von doppler hreyte: die Pilaer ein drtttheil des Thůrlins. Das Geſpreng vber dem Thoꝛ mag der Architectus nach em gefallen machen: fein Proportion ſollen auff zweyerley manier in der Ordnung Ver Dorica gezeiget werden. ,., A | . il, .{| 1 . In X. ö ] I l liiinmmmmpanauÿwint l iiiſſͥts!m Das vierdte Buch. Das V. GCapitel Jol vj. C In verſtaͤndiger Architectus fol fein Arbeit auff vilerley manier verandern koͤnC nen deßh alben mag man voriges Thor auch auff nachvolgende weiſe machen. Die höhe des Thors fol anderthalbe breyle halten, verſtehe/ wenn Zwei theil in der breyte find/ ſollen drey theil in der höhe ſein. Die Pilaſter halten ein achten theil der weite des Thors/ die Columne/ ein vierdten theil. Die weil aber die Saule ein dritten theil in die Mawr geht/ vnd mit den andren ſteinen gebunden{ff fo mag man fie fo wol Zierung als deßtragens halben von ſiben theilen hoch machen/ oder auch von acht teilen/ wenn man das werck ewas Zart haben wil. Die Nebentharlin ſeind halb als weit/ als daß mittel Thor: jhr Pilaſter als groß/ als deſſelben greſſen Thors. Ihr höhe ſeye/ daß die Blatten fo den Bogen tregt/ an ſtatt des Architraben/wie mans nennen möchte, ſtande/ vnd findet man kein Stein von einem ſtuck/ fo mag man ein Schiedrechten Bogen machen mit Boßqua dren/ wie man in der Figur ſihet. Wird alſo auff diſe weiſe die Pros portion der Nebenthuͤrlin von drey theilen in der iweyte ſeyen/ vnnd fünf! der elben theile in der höhe. Der Boßguader an dem Bogen des groſſen Thors ſollen Fuͤnffzehen ſeyn: Die Baſen Capitaͤl⸗Architrab/Frieß vñ Karnieß ſollen nach obgeſchriebenen Reglen gemachet werden. Das Geſpreng ſteht nach wolgefallen des Werckmeiſter. Letſtlich ſe groͤber diſe Wercke boſsiert ſind/ je ſtaͤrcker fie ſeind. — ——— INNSTINENSENNNS SNE. K *= 7 M | 1 N* m A 1 Ur . 8. r = A|\ inn m K. ff. ö nn,, nnn SEB.SERLIL Von der Thuſcana. rt ges Thor mag mann auch auff volgende Manier, ſchlechter ond ſtereker mas ö Sen. Das Thor ſeye im Liecht als weit als hoch es iſt biß zur Blatten, die den Bogen tregt/ von dannen obwerts in halben Kirckelrundung jedoch mag ſolchen Bogen ein Architectug nach gelegenheit des Orts höher oder niderer vnnd vertruckter mnachen. Die neben ,,, wie bie vorigen. Ihr weyte haltethalh gis i als das groſſe Thor: die Mampr daztwiſchen fol auch alſo vil halten: Ihr hoͤhe iſt in doppler brchie. Die Blarten, fol auch die Schiedrechte Bögen der neben iht rlin tragen. Man möchte auch diſe Blatten laſſen gerad durch gehen/ alſo daß ſie an ſtatt der ober fchwe len an den kleinen Thuͤrlin weren/ welches der Werckmeiſter nach ſeinem gefallen machen vnd veraͤnderen mag. F= 3*,/ EES RENNEN ä// P j r. 8|* 8 | Do 7 Das Vierdte Buch, Das V. gap. Sol vin. Nverſchiebliche Manier der Gebewen machen zun zeiten, daß eim Architecto ſachen einfallen vnd zuſinne kommen, daran er ſonſt nicht gedachte, Darumh mag guch nachvolgende Figur einem Bawmeiſter zu vilerleh fachen fuͤrderlich ſeye, alz zum Exempel, da ein Veſtung vorhanden were mit ein er ſtarcken dicken Mawren/ moͤchte nachvolgendes Werck dienen einen Gang hineyn zu machen, darinn man tro, cken vnnd im ſchirm ſtehen vnnd gehen mochte auch wurde ſolches den obren Platz deſto breyter machen zu beſſerem ſchirm vnnd defenſion in Krieggzeiten/ auch möchte man da es die noht erforderte Mit grund vnnd erdtrych ſolchen Gang außfüͤllen Ein ſolche Manier mag auch ſehr komlich gegen einem Berg gebraucht werden, nicht allein für das Erdtrych/ſo die waſſer hinab flöͤtzen/ ſonder auch für allen gewalt ſolches Bergs/ auch zu ſonderlicher ier des gantzen gebews ſo man gegen den Berg aufffuͤhrt. Daher findet man/ daß der Kunſtreich Architertus Raphaͤl von Vrbin ein ſolche gattung gebraucht in Weingarten des Bapſts Clementis Vl 1. a monce&zario ein wenig oberhalb Rom gelegen; Item auſſer Peſerg für beſchirmung von den Waſſeren, gegen einem Berghat er ein gleich foͤrmiges Gebew geſehen. . | ! ö NT ö SEB.SERLIT- Von der Thuſtana — Je Antiquen haben in diſem groben vnd Bewriſchen werd vnderſchiedliche binBD dem Worauf n. zum Exempel eine hieunden gefeßt ift welche zu viſen ſaö chen dien ſtlich ſeyn kan. Die Thur hat ein Liecht ein Perfect vierkant: das Mawr werck auff den feiten iſt ein vierdten theil ſchmaͤler. Der Architrab⸗ alſo ichs nennen il oberhalb der Thuͤren haltet ein vierdtentheil der Thaͤren/ ſol gemacht werden von Boßquadren in vngleicher Zahl/ die alle gegen das Centrum gerichtet. Wann die Boßquader alſo geformiert ſind/ vnnd die drey ſtuck als widerlaͤger dazwiſchen gelegt/ mit ſampt der Blatten oben auff/ wird es ein Ewig vnuergenglichs Werck ſeyn. Damit aber die Boßquader des Architraben/ alſo ich hn genennet, deſto veſter ligen. iſt nohtwendig daß bie halben Bögen mit gebrenten Steinen außgefühet werden, onnd ſolches mehrer Zierung halben/ in rauten weiß Wie es bey den Antiquen iſt breuchlich geweſen/ vñ noch zu Rom zu S. Goſmas vnd S. Damian zuſehen iſt/ welches Werck/ vnangeſehen es ſehr alt iſt/ doch noch ſehr ſtarck befunden wird. — b 2 2 zZ — Z = = ZA. NENNEN . A .* D. I ONE nn ſſſſſiſſſſſiſſſſ WE EEE nnn nnn nnn im nnn nnn ill iin in iti d. ä ni —— r 8 WS———— n,/ 2 K, A — — — Hö Ill NN TE Das Vierdte Buch. Das V. Cap. Fol 6j A Achvolgendes Thor mag an vnderſchiedlichen Orten gebraucht tw erden aher dech M nicht an Veſtungen oder Paſteyen. Dann der eyngang dien et nicht zu groſſem Se *** ſchuͤtz oder andren groſſen Kriegsruͤſtungen. Das Thor iſt im Lrecht noch als hochgls breyt: der Bogenſtuck ſeind neun/ alle gegen daß centrum des Bogens gerichtet, Die Blatten vᷣnder dem Bogen hat ein ſibenden theil des Thors. Von dan n niderwerts biß zum Banck des Thors/ oder auff das Pflaſter wird getheilet in ſiben ein halben theil/ mit ſechs Quadren oder Lagungen gebunden, deren drey halten ein theil, vnnd drey andere/ ein theil ein halben/ kompt zuſammen auff ſiben theile ein halben/ der mittelſt ſchlosſtein mag halbe weite des Thortz/ hoch ſeyn Die Blatten oberthalb den Boßquadren iſt als breit als der Fuß oder das duͤnneſt theil derſelben Boßquddren/ aber der mittel ſchlosſtein vnd(ein Fuß ſollen ein vierdten theil breyter ſeyn, = SEB.SERLIL Von der Thuſcana ö N Achvolgends Thor iſt noch als hoch als breyt: der Pilaſter vnd der Bogen halte Mi Fuͤnfften theil der weyte des Thorg. Der groß Pfeiler iſt noch als hreyt: ſein hoͤhe von ſechs breyten. Die hoͤhe der Baſe ein vier dten theil: alſo auch das Capitaͤl/ ynd das Poſtement vnder dem Bogen. Die Blatten an ſtatt des Architraben/ ſol als hoch ſeyn/ als daß Capitaͤl/ deßgleichen auch das Frieß vnd Karnieß. Das vbrig kan man durch den Circkel finden.. ————— EEE Das Bierdte Buch Das V. Sap. yl ir. WBwol das Thor hieunden von den Vorigen ſehr vnder ſcheiden iſt/ ſo hab ichs doch allhie/ weil es Zhuſcaniſch vnd ſehr Antiquiſch if hinzu ſetzen wollen. Es iſt aber vorzeiten zu Rom En Capo de la militia Romana geſtanden/ nun aber alſo ſehr verfallen/ daß man wenig mehr davon ſihet. Die zwo halbe Rundungen ſtehen nicht an jhrein rechten ohrt/ darumb mag fie ein Werckmeiſter ſetzen, wohin er wil/ vnd wo er ſiekomlich brauchen kan Ihre Proportion kan leuchtlich auß obgeſetz ter lehr genom̃en werden/ wil auch deßhalhen von groſſen Thor keine ſonderbare maaſſen ſetzen/ dann ſie ſeind leuchtlich zu finden. ö.| EEE N 2 K K4— Ba= 2 I En — 4 . | . i ü nnn 8 SEB. SE RLII. Von der Thuſtana . Jeſe andere Manier eines Thors iſt auch Thuſcaniſch, gedecket mit einem Ler*> ö, von eim ſechſten theil eines Sirefels, ein ſehr ſtarck Werek, Die AS Bogenſtuck oder Boßquader mögen fich mit anderen bindungen nicht Geſellen/ daher diß Werckſich beſſer in ein Maror von gehraͤnnten Steinen ſchicket dan anders ⸗· wohin. Sein Proportion findet mann leichtlich mit dem Circkel. Die halben Vun⸗} dungen auff beyden Seiten/ ſeind nur zu außfalung des Platzes hinzu geſetzt/ ein Werckmenſter mag fie brauchen/ wohin er wil vnd kan als zu Fenſtren Capellen vnd dergleichen. Zu Capellen aber ſol die Höhe in doppler Propoꝛtion ſeyn/ damit mann/ ſoes von noͤhten/ Bilder deſto komlicher hineyn Feilen möge/ welches ein Architectus allzeit am komlichſten betrachten kan. | | | 1 nnn nnn nm,, kl . —— . } j r— —— K—— TI— 1 LE ll Ma I TITTEN AA I ſ T // — ———— X En—— 8—— —.— =— ——* ff n. ,, l ü eaeK8 Das Vierdte Buch. Das V. Cap. Fol. x. S hat vorzeiten den Alten Römern gefallen/ mit diſem groben vnnd Bewriſchen Verck, nicht allein die Dorica, ſonder auch die Jonteg, bißweilen auch die Forin7 thia zu vermiſchen, darinn nachgevolgt ſtheils das Werck der Natur/ theſls das werck ber Kunſt. Die Säulen mit groben ſteinen gemenget/ auch der Architrab vnd das Frieß durch die Boßquader etwas eorrumpiert vnd gebrochen, bezeichnen das Werck der Natur aber die Capitaͤl vnd ein teil der Saulen/ das Karnieß nnd Geſpreng bezeichnen das Werck ver Kunſt vnd haͤnde, Dieſe mengung iſt ſehr lieblich, vnnd zeiget ein gewaltige ſtercke, daher fie ſich beſſer an Paſteyen vnd Veſtungen, dann an etwas anders ſchicket/ jedoch mag fie durch ſonderbgren verſtand des Architecti an alle ort gebraucht werden. Man findet daß Julius Romanus zu diſer vermiſchung ein ſonderbaren luft gehabt/ wie die Statt Rom vnd Mantug. Item der herlich Pallaſt vorauſſen/ gemeinlich EI Te genent/ gnugſam bezeugen. Von der Proportion nach volgendsz Thors zureden/ iſt die höhe vom Banck biß zu oberſt vnder den Bogen von doppler breyte. Der Pilaſter haltet ein ſibenden theil der weyte; die Columne zwey mahl als dick als der Pilaſter/jr höhe mit dem Capitaͤl iſt von acht theilen. Das Capital, Archttrab/ Frieß vnd Karmeß/ ſollen nach vorigen Neglen gemachet werden: von den Geſpreng der Thuͤren findeſtu bey der Doricg. Der halb Eirckel des Bogen iſt in elf getheilet/ aber der Schlos ſtein ſol etwas groͤſſer ſeyn/ auch ſo es dem Architecto gefällig, etwas hinun der hangen. Die Blatten fo den Bogen trägt, hat halbe Columnen dicke: von dannen nider werts ſeind neun theile, deren zwen für das vnderſt theil der Säulen feind- die anderen ſiben gleichlich getheilet, binden die Saͤulen vnnd faſſen ſie vberzwerch. Je groͤber diß Werck geboſs iert iſt jedoch nicht ohne Kunſt) je wercklicher vnd lieblicher es in ſolcher Ordnung ſteht/ beſonder die Steine ſo die Kolumne vmbfangen ynd die Boßquader fo durch den Architrab vnd Frieß lauffen. & ij Li . ü —— Al | EN | ili , Il / 6 — — .. ö —— J W Sw. n * . —— — LT . ö — — —— \ NSS /— r e, M — EEE 8 . SEB. 8 ERLIL Von der Thuſcang , em. Das vierdte Buch. Das V. Capitel Fol xj. In Were ſol an jhm ſelbs nicht allein ſtarck, ſonder auch durch die Kunſt den Aus Eaygen wolgefellig ſeyn/ wie dir ſolchs nachvolgende bindung der Steine anzeiget/ welche in vil Wercken ſehr dienſtlich iſt. Die hoͤhe deß Thor haltet anderhalbe breyte: der Bogen iſt in neun theil vnd ein viertheil abgetheilet, welches viertheil dem mittel en Schlosſtein zu gegeben wird. Die höhe deſſelben Schlosſteins hat halbe weyte der Thüren. Die Blatten fo den Bogen tregt hat der weyte ein ſibenden theil, Von der Blatten nideriwerts find ſiben theile. Die obriſte Blatten oberthalb den Boßquadren . als breyt als der Schlosſtein zu vnderſt iſt. Der Schlosſtein mag ein achten theil einer breyte hinnunder hangen Wie die andren Steine mit den Boßquadren gebunden ſeind/ ſiehet man mercklich in der Figur, J ll ö.. 6 Kd h. ST 8 * | NN ll Ill III SET SEB. SERIII. Von der Thuſcana Jeweil die Lieblichkeit eines Wercks in der zierung beſteht/ die zierung aber zun 832. Zeiten die nohtwendigkeit oberſchreytet, zum theil die Kunſt zu zeigen, theils die . Reichthumb des Bawwherm, So hab ich nachvolgends ſtuck geſetzt zur liebligkeit/ ſtercke vnd Zierde Lieblich vnd komlich der Thuren halben/ ſtarck des Marorwercks vnnd ſchoͤnen bindung wegen, zierlich an Reiche der gezierden. Sein Proportion anlangent/ iſt daß Mawrwerck als breyt/ als die weyte der Thür: die hoͤhe im Liecht iſt won doppler breyte: die Pilaſter halten ein achten theil der weyte/ die Columnen ein vierten theil. Der Platz zwwiſchen den zwo Saulen hat ein Columnen dicke, Die hoͤhe der 3 mit dem Capitaͤl vnd Schafftgeſimps iſt von acht theilen. Der Architrab/ rieß/ Karnieß/ Baſe vnd Capital/ werden nach obgeſetzter lehr gemachet. Die Boßquader vnd andere bindungen ſihet man gnugſam in der Figur. Ob wol auch die Saͤulen zwen theile ober die obgeſetzte Reglen tretten jedoch weill ſie nahe beyeinander ſtehen/ auch zum thell in die Manyr geſetzt/ mehr für Zierung dann vmb ſtaͤrcke willen/ mag fol for in ö Fällen, auch durch Exempel viel Antiquiſchen Wercken/ wol zugeaſſen werden. J H 2 n— 7== N {=;. 1 1—. w . ) DET il: Mi . . / (A 7 AHV) EEE m,. 7 . IH . ESS , nnn AA 3 ö Im ii EN AL Mm A 11 i.. J HE e H= J. ——(II*—— 3 1 I— lll Ii — . ſſ nn iini Das Vierdte Buch. Das V. Gap, Jol. xij. 6 iſt ſehr loblich/ wenn ein Architettus ſcharffſin nig iſt/ vnd durch ein reichen verX Fand vllerley ſachen erfinden kan/ mit welchen er mancherley zufallen begegnen Syondzu hilff kommen möge, als zum Exempel, da er Folummen hette, die zn feinem voꝛhaben den Werck vnnd Day zu kurtz weren alſo daß ſte nicht biß zur obren Blatten reichen möchten/ fo mag er jhnen mit den Voßquadren zu Diff kommen, vnnd mit derſcloigen zu ſeiner notwendigen höhe hinguff fahren. Durch die anfänger vnnd widerle= ger zubehden Seiten/ iſt diß Werck ſtarck gnug, den obren laſt zu tragen aber für ein ge J weib ſolte es wol ohn Eyſene klammeren nicht ſicher gnug hn. Der Vogen hat in der . weyte vier Kolumnen dicke: die hoͤhe dopplet als vi. Die Spacien zwiſchen den Saͤulen feind drey Folumnen dicke went: die hoͤhe von ſechs dicken, iſt alſo jedlich Spacium noch als hoch als hreyt. Von der Baſen ond dem Capitaͤl/ iſt ein mahl für all bey der *rſten Kolumnen geredt: das vbrig ſihet man deutlich gnug in der Figur. k /// NE FAN RAGT inn, III d 5.. 6; . TE, 8 w * 2 8 & ii ö % A Mi— SS—— SALE TEN SAN[2 EZ; 6, ,..., N Vz) Sn GC. zz |= | AH e.——,.. n nn nnn nm inn in inſmmmmmnnnnmmiſmmn nüüülñ III Ill liſ III SEB. SER III. Von der Thuſcana 5 Achvolgender Bogen iſt nicht allein ſehr ſtarck feiner Artlichen bindung halben ſondern auch zierlich vnd den Augen wolgefellig: mag nicht allein zu Gaͤngen vnd Galereyen von ſolchem Werck/ ſonder auch zu mancherley Brucken/ ynd wo mann Waſſer von einem Berg zum andren leitet/ komlich gebrauchet werden. Als went die. Thür iſt/ als vil iſt auch die höhe biß vonder die Blatten/ ſo den Bogen tregt. Die Blat⸗ A ten haltet ein Sibenden theil geſagter weyte oder höhe: von dannen Niderwerts ſeind/ ſechs theil. Der Bogen iſt in neun theil ein quart getheilet/ welches quart dem mittelſten Schlosſtein zugegeben iſt: das vbrig findet man mit hem Circkel. N INNE NEST N Ws 28 ———— ll ö Das Vierdte Buch, Das V. Cap. Fol xiij. M S möchte ſich zutragen/ daß man in einer Namr vilgroffer Löcher von noͤten het C. vmb mehr heytere oder anderer komlichkeit willen de en ſiheſtu hieunden ein ſchoͤn Exempel/ welches ſchweren laſt zutragen ſehr komlich vnnd bequem iſt. Bedarff man denn ſo vil heytere vnd Liechts nicht, ſo mag man die Löcher mit gebrannten ſteinen außfuͤllen. Die weyte im Liecht vnd das Mam rwerck daneben iſt von einer breyge, aher noch als hoch als breyt wiewol doch ſolches zu mehren vnd zu minderen iſt nach gutduncken des Architecten. Dieſer gattung Gebew ſihet man noch zu Rom/ die nicht Aalꝛein ſehr alt ſonder auch noch biß auff heutigen tag vberquß ſtarck ſeind. Die Exempel ſehei man zu S. Foſmas vnnd S. Damian. r,,. *. ö* ö 2 22 ö * e, mr./ — . HE @ I ; SEB. SERLII. Von der Thuſcana IS if ein gemein Sprüch wort/ obsiecta movent fenlus/ Das anſchalven machet ꝛ,. daher geſchicht manigmahl/ daß man ein Werck mache, nur 3 anlaß eines andren Wercks das man zuuor geſehen hat. Zum Exempel/ man findet an einem Hof oder Hauß/ ein groſſe Mam die weder Thuͤr noch Fenſter hat, weren aber derſelben entwoder notwendig oder doch komlich/ da trachtet vnnd ſinnet man wie dieſelbe auffs beſt vnnd zierlichſt zumachen ſeyen. In ſolchem fall mag ein Architectus ſich nachvolgender Jorm vnd geſtalt wol gehrauchen. Man koͤnte auch ſolche oͤrter ana, ordnen, ſchoͤne Bildnuſſen oder andere Antiquiſche Monumenten hineyn zu ſtellen. Die Proportion fol ein jeder Werckmeiſter jhm ſelbs nach gelegenheit des Platzes nemmen /ivil deßhalben davon diſes ohrts kein Ordnung geben. U ö. — ———— a . , I MI I EL a 9 2. f , 4 ll ö , . / . . ) , . . lll U. l 1 e. Fi I 6 l 9 2. . ö A 9 . 9) , . % ö. , ( . J zZ — = 1 | f 1. . | | Il / | 1 PEN TUT j | A 0 m, mm,* Das Vierdte Buch. Das v. Cap.. Fol. xitij. | Jeweil mehrtheils Stuͤrtzel oder Architraben/ wie mans nennen möchte welche z vber groſſe Thor oder dergleichen Werike geſtuͤrtzt werden/ von wegen der weyte den obren laſt nicht wol ertragen moͤgen/ſonderlich wenn der Stein nicht von guter voͤlli kr gröſſe iſt/ daher ſie auch endtlich ſpalten vnd brechen/ wie man an tzilen orten ſihet So mag man ſich, ſolcher gefahr vor zu kommen, nachvolgender Ordnung gebrauchen/ welche ſehr fuͤrderlich iſt an ohrten/ da man Platzes genug hat vnnd auch die nfaͤnger der vertruckten Bogen ſtarck gnug ſeind/ vnd je cn. der ober laſt iſt/ jht werhafftiger vnd beſtendiger das Werck iſt vnd bleibt, . m Te. 7. 1 SEB. SERLIL_ Von der Thuſcang P Jeweil man auß den Schrifften Vitrurij kein ſonderliche wiſſenſchafft haben Dan in was Manier die Antiquen jhr Fewr. oder groſſen kammeren oder 3. ö r, wn,. z ,,, auch in Alten Gebewen einige Exempel der Caͤmin oder Hemnrſtetten nn ,, Kammerenoblich feind-So hab ich nicht aber von vil Jahren er dieſelbe in groſſen t ht ö.. men zierlicher Kaͤmin nach Thuſcaniſcher manier ynderlaſſen wollen/ allhie zwo For anzuordnen/ deren eine etwas zierlich vn andre aber von groben Merck/ gantz in die Mawr hineyn gefuͤgt.. W ,,. I EAN SS TTS EST TS————᷑— — AL ! ) 1 d zart iſt/ auſſerthalb der Mawren geſetzt/ die . Das Vierdte k Das y. J Fol xp J Anfaͤngllichen hat man das grob Thuſtaniſch Werck auff volgende manier gemachet/ von ee ſtucken grob vnnd rauch geboſs iert/ aber fein bindungen werden mit ſonderlichem fleiß emachet.. ö 6 ,,. ö. Z CAS R..,. 8. CM n ich, ,. h 9.. k,. J ö,© 2). SS 3). II,; 2(16, ö 3 Ss., ; A} A. KR. ö..% ZZ Nr. ö I)= 2 a Darnach haben ſie jhm etwas mehr liebligkeit zugegeben ond in quader getheilet: balb darnach die quader mit dem Creutz geziert. Andre Architerten haben fie in volgenden Zeiten nach gearbeiteten Diamant tafflen richten woͤllen/ wie in der Figur zuſchen. Von einer zeit zur andren iſt etwas erenderung in dieſem Werck fuͤrgenommen worden vnd hat man die quaderſteine in Platte Diamant taͤffeln verkehrt/ vnd etwas mehr erhebt bin „A! . a Hi dich en, ,,,. .| LE. —| 23 Inder Kunfreiche lrchttecten haben noch fubtilere abtheilungen gebraucht/ wie in volgender Figur gezeiget wird/ vnd iſt nicht deſtominder diß Werck Thuſcaniſch verblieben/ vnd Thuſcana mit Diamant ſpitzen genennet worden.. \ % Al Thuſtana: volgt weilen End der von der Doric. Von der Dorica onnd jhrer Zierung. Das VI. Capitel. Je Antiquen/ wie oben vermeldt/ haben in Anordnung der Columnen auff die Art Don Eygenſchafft der Abgoͤtter geſehen/ zu deren Ehr ond gedaͤchtnuß fie dieſe oder andre Saͤulen auffgerichtet/ vnnd alſo den ſtarcken Abgoͤtteren/ Jupiter/ Marg/ Hercules ond andren dergleichen mehr die Dorica conſetriert: Die Chriſten aher in nachgehenden Zeiten haben die Dorica an den Templen vnnd Kirchen gebraucht/ fo Chriſto vnd feinen Apoſtlen/ vnd andren Gottſeligen Heiligen vnd From̃en Perſonen zu gehechtnuß ſeind Gebawet worden/ vnd auff die ö vnd beſtaͤndigkeit im Chriſtlichen glauben geſehen, da fie Manlich vnnd dapffer wegen deß glaubens an Chriſtum in den Todt gangen ſeind/ vnnd groſſe Marker vber wunden haben. Es ſeyen nun gleich Heilige Perſonen vnd im Glauben an Khriſtum ſtarcke Helden/ oder Weltliches ſtands dapffere Pos tentaten, da ſolchen zu Ehren od er gedechtnuß ein Gebew auffgerichtet wird/ da ſol man die Dorica brauchen, von deren Proportion ich nun weiter reden wil. Vitruvius tractiert von der Dorica in ſeinem 4. Buch/ im 3. Cap. von der Baſe aber der Dorica/ im 3. Buch da doch vil vermeinen/ daß ſolcher Text von der Corinthiſchen Baſe ſol verſtanden wer» den/weil man fie offt vnd vil mahl an die Korinthiſch vnd Joniſch Saule gehrquchet hat, Auch bedenckt derſelbigen/ die Dorica hab kein eigene Bafe- weil in vil Antiquiſchen Gebewen die Dorica ohn Baſe gefunden wirt/ wie an dem Theatro Martelli vnnd el carcer Zulliano zu Rom/ Item zu Veron an einem Triumpff Schwybbogen. Aber doch/ dieweil die,. Baſe ein eygene vnd vnderſchiedliche manier von der Dorica gehabt/ wie an ſeinem ohrt gezeiget wird/ halte ich gaͤntz lich darfuͤr/ daß die Baſis Atticurga/ von welcher Vitruvius in feinem Dritten Buch ſchreibet/ die rechte Baſis Dorica ſeye/ wie auch ſolches der beruͤmbt Bramant an feinen gebewen zu Rom augenſcheinlich beſtaͤttigt vnd erwieſen hat/ welchem als eim herlichen Liecht der wahren Architectur in diſer ſache billich ſol glauben gegeben werden. Sol derhalhen die Doriſche Baſe in der höhe halbe Columnen dicke haben/ die vndere Blatten einen drittheil der hoͤhe das vbrig gethellet in vier theil if ein theil der ober ſtah: die vbrigen drey theil in zwen theil getheilet/ iſt ein teil der vnder ſtabvnd das ander zur Kaͤl/ ſolche getheilt in ſiben theil/ iſt ein theil das ober Blaͤtle vnder dem ſtab/ vñ ein theil dz vnder blaͤttle auff dem vndren ſtab. Die ußladũg der baſe oder Schafftgeſimps/ ſeye von halber hoͤhe: der Blatten, von anderthalber dicke des ſchaffts. Steht die Baſe vnderthalb vnſerm geſicht fol das eck vnder dem obrẽ ſtab/ als von demſelben verdũcklet/ etwas kleiner ſeyn/ſteht fie aber oberthalb dem geſicht/ſol dz eck vber dem vndren ſtab/ſo vil von demſelbigen verduncklet wirt/ etwas groͤſſer ſeyn/ dañ dz ander/ wie auch die kal vor dem ſtab verduncklet In diſem fall fol ein Architertus fuͤrſichtig ſein/ vñ dem werck wiſſen zu zugebẽ oder zunem̃en/ nach dem es die glegẽheit erfoꝛdert/ auß welcher vrſachen Vitruvius auch begert/ dz welcher in feine Buͤchren ſtudierẽ wil/ zuuoꝛ in der Mathematick zimlich ſol vnder richtet ſeyn. 24 Gd| Horz ſuperir,( M= . Supreme d| (con ſus rich, . HipefracheliQ, & Itruvius hat in feinem 4. Buch im;. Gap. die Dorica in Modulos ober Model außgetheilet/ vnd gibt der dicke der Säuleziven Model der höhe mit dem Gapitaͤl vng Schafftgeſimps/ vierzehen Model, davon einer dem Schafftgeſimpgs/zivoͤlff dem Schafft/ vnd einer dem Capilaͤl gehort. Die hoͤhe des Capitaͤls in drey getheilet/ einer zur Blatten mit dem Karnießle einer zum Stab oder viertel einer wellen init den drey Blaͤttlin/ vnnd einer zum Frieß welches in der dicke ein ſechſten theil minder halten ſol dann der Schafft daniden. Das Kapital zu oberſt iſt quff jedlicher ſeyten hreyt zwwen Model vnnd ein ſechſten theil deſſelben. Diß iſt die abtheilung Vitruptj. Es wil mich aber beduncken/ der Text Vitruvij ſeye der außladung halben etwas coꝛrumpiert vnd verfaͤlſchet dann ſie gar vnfuͤglich ſcheinet gegen dem Werckder Antiquen: wil derhalben nach der Form diſes Kapitals/ ein anders auffreiſſen vnd mit feinen Gliederen beſchreiben/ wie es mich dunckt am beſten ſeyn. Wenn dann das Kapital/ wie vermeldt/ in drey theil getheilet iſt/ fol die Blatten auch inn drey getheilet werden/ zwen der Blatten/einer sum Karnießle mit feinem Blaͤttle/ſolcher theil widerumb in drey getheilelfiſt einer zun Blaͤttle/ zwen zum Karnießle. Der Stab in drey getheilet/ zwen zum Stab einer zu den drey Blaͤttlein vnder dem Stab: ſolcher auch in drey getheilt/ ges Hört eim jeden Blaͤttle einer. Das Frieß bleibt/ wie zuuor vermeldt iſt Die qußladung eines jeden theils ſeye feiner höhe gleich/ alſo wirſtu eine ſchoͤne vnd gerechte Proportion diſes Capitals haben. a SEB.SERLIL Von der Dorit 9 Vff das Capital wird der Architrabgeſetzt, deſſen höhe von einem Model, a 8 halber Folumnen dicke ſeyn fol: getheilt in ſiben theil ein theilzum Blaͤttle, Die Tropffen oder Schällen mit dem Blaͤttle halten ʒuſammen ein ſechſten theil eines Models /getheilt in vier theil⸗ einer zum leiſtle/ vier zun Tropffen. Der Tropffen ſollen ſechs ſeyn/ vnder den Trigliphen hinab hangende. Die hoͤhe der Trigliphen ſol von anderhalben Model ſeyn: die breyte von einem Model /dieſelbe getheilt in zwoͤlff theil/ ſol auff jeder ſeyten einer gelaſſen werden zu den Boßquaͤderlin: von den zehen vbrigen gehoͤren ſechs der flachen veldung der Trigliphen/ vnd vier den Boßquaͤderlin in der mitte. Der Platz zwiſchen einem vnd dem andren Trigliph ſol anderthalben Model ſeyn/ in gerechter vierung In diſe zwiſchen Plaͤtz haben die Alten Architectt Ochſen Koͤpffe vndrunde Muſchlen nicht allein/ mehrer zierung halben/ geſetzt/ ſonder auch zur gedaͤchtnuß daß fiezu jhren Opffren Stier gemegtzet, vnnd die Spffer in runden Blatten in den Tempel getragen vnd geopffret haben. Vluff die Frigliphen kompt ein klein Blaͤttle oder Capitellum deſſen hoͤhe ein ſechſten theil eines Models haltet: Auff ſolches Capitellum kompt ein Vlatten mit eim Karmßle oben vnd vnden: zuſammen getheilet in fuͤnff theile, drey zur Matten, einer zum obren vnnd einer zum vndren Karnießle. Die höhe von allen ein halben Model Auff die Blatten gehört endlich das Hauptgeſimps/ eines halben Models hoch ein achten theil darzu gethan/{ft fuͤr das ober Blaͤttlein. Die außladung der Blatten von drey theilen/ ſollen zwen theil ein Model halten. Vnder der Blatten/ gerad ob den Trigliphen, werden die Tropffen geſetzt/ in ſolcher ordnung/ wie die Figur au weiſet Gan hawet etwann auch in die blindfuͤllungen zwiſchen die Trigliphen geflugelten blitz mit Donnerſtraͤle n oder laſſet ſie gar laͤhr. Die außladung des Hauptgeſimps iſt feiner hoͤhe gleich/ vnd alſo ein jetliches theil(außgenommen die Blarten) fol ſeine qußladung ſeiner hoͤhe gleichẽ haben. Je mehr aber das Hauptgeſimps außgeladen ift( fo weyt es die Steine erleiden mögen) je ſtattlicher vnd ſchoͤner es ſcheinet wie an villen Roͤmiſchen Antiquiteten zu ehen iſt/ als ich hernach zeigen wil. . 2 J Das Vi. Fapitel. ö ol nuf CX Il man die Columne Raͤlen/ſet t— W ſollen der Kaͤlen zwentzig ſeyen/ vnd moͤgen alſo gemacht werdẽ: Reiß von einem Puncktdes ort6/ da die Kaͤle ſeyen ſol/ biß zum andren ein gerade Lini/ auß derſelbigen formier⸗ ein Vierung/ fo feße de Circkels einen Fuß in dʒ Centrum der V Vierung/ vñ reiß mit dem andren Fuß von einem Eck ſolch er Lini zum andren Erk/ fo haſtu die rechte Kaͤlung welche ein vierdten theil eines Circkelriſſes haltet wie hieunden in der Figur zu ſehen iſt. Die breyte des Poſtements(im fall es die not nicht anders erfoꝛdert) ſoll der Blatten des Schafftgeſimps gleich ſeyen. Sein hoͤhe wird alſo gemacht: feg die breyte in ein Vie rung zeuch ein Lini auß einem Eck ſolcher Vierung in dz ander Eck/ als lang den ſolche Lini iſt als hoch ſol das Poſtement ſeyen/ wie du in der Jigurſihe ſt. Die hoͤhe in fuͤnff getheiletſo man einen ſolcher theile dem vndren Fußgeſimps geben/ auch einen den obren geſimpskompt alſo das gantz Poſtement auff ſiben theil wie die Columne. Demnach/ wiem ol gegenwůrtige außladung des Capttaͤls eit auß der Regel Vitru vin ſchremtet/ weil fie der Blatten deß Schafftgeſim ps daniden gleich in/ nicht deſtomindey weil ich fie in guten loͤblichẽ Antiquen alſo geſchen/ auch ſelbs ſie alſo an il ter chen gemacht habe da ſie in geſicht gantz lieblichen geſtanden/ hab ö ſie diſes orts auch alſo dem liebhaber diler Kunſt zugefallen fuͤrꝛeiſſen vnd zei . gen woͤllen/ wiewol fie villeicht etlicht Vitruvia ern nicht gefallen möchte, aber doch wen dieſelbigen die auß ladung des Corinthiſchen Capitals beirachtenwerd fie diſe nicht fo geſchwind verim erffen konnen. SEB. SERLII. Von der Dorita. en vnderſcheid finde zwiſchen der Lehr Vitruhij vnd den Roͤmiſchẽ Jeweil ich gro Intiquiteten/hab ich etliche Stuck alhie beſonders ſetzen woͤllen/ welche man noch “ Sim werckſihet. Das Capitäl R. iſt an einer Brucken vor Kom auſſen an der Tiber. Das Capital V. iſt zu Veron in Italten an eim Trimphal Schmwöybogen. Das Gapitaͤl T. iſt zu Rom an eim Tempel Doriſcher manier/ al carcer Tulliano. Das Capitaͤl P. iſt zu piſauro gefunden mit andern loblichen Antiquiteten mehr/ nnd wiewol fein außladung etwas groß iſt/ kompt doch dieſelbige lieblich im geſicht. Das Poſtement/ Schafftgeſimnps vnd Capital Il iſt zu Rom al koro boario. Das Karnicß Kapital vnd Poſtement eines Bogen mit B. findet man am Theatro Marcelli. Das Karnieß/ Frieß ond Architrab Nl. iſt auch zu Rom al foro boario. Hierguß mag ein Ilrchitertus erwehllwas jhm gefalt. , ill ill nn Ilm M hn Das vierdte Buch. Das VL Capitel:. Rol rtl. , , , ,, ee, e,, e,, e, e, dn, |& i men A 1 y ZT: WISE SS . eis Mr AM YET SEB SERLII Von der Dorica CA Jelveil die abtheilung der Trigliphen vnd jhrer blinofüllungen in diſer Ordnung etwas vnlauter/ aber hoch ſehr nohtwendig iſt wil ich nach meinem vermögen dieſelbe etwas beſſer erklaͤren. Fuͤr das erſt/ ſagt der Text Vitrupij/ daß die Mobellen deß Wercks Hexaſtyli das iſt, von ſechs Columnen/ ſol getheilet werden in z5. Diſe teilung mag nach meinem beduncken nicht beſtehen. Dann fo man gegen den mittelſten Platz der Colummen vier blindfullungen der Trigliphen rechnet/ nnd gegen die ander Spacten drey/ fo mag es obgemeldte Zahl nicht aufmachen, ſonder muͤſſen der heil nach meiner meinung 42. ſeyn/ wie man auß nachvolgender Figur ſehen vnnd außrechnen mag. Gleichfals ſetzt Vitrupius auch im werck Shetraſthli, das iſt/ von vier Golumnen das der vorderſt theil des gantzen Wercks fol in 23, getheilet werden/ welche zahl auch zu wenig iſt. Dann ſo man dem mittelſten Platz der Kolumnen vier blindfüllungen der Trigliphen gibt/ vnd von den andren einem jeden drey/ ſo muͤſſen der thelle. ſeyn/ wie nachvolgende Figur außweiſet. Wenn dann daß voꝛder theil des Tempels in 27, Modellen getheilet iſi ſol ein Columnezwen Modellen bick ſehn/ Fer mittelſt Platz von acht Modellen/ das iſt/ von vier Kolumnen dicke/ die Plaͤtz an den ſeyten/ ö von Fuͤnff ein halben Model kompt in alles auff. Wenn nun auff ein jede Saule jre Trigliphen geſetzt werden/ vnd die Trigliphen mit jhren ziwiſchen Plaͤtzen oder blindfuͤllungen nach obgeſchriebener lehr abgetheilet/ fo vberkompt das mittelft Spacium der Kolumnen bier blindfüllungen/ vnd die an den ſeyten/ drey. Die hoͤhe der Kolumnen, Capitaͤl/Architrab/ cc ſol nach borgeſetzter Regel gemachet werden. Die hoöͤhe deß Geſprengs ſeye ein neundten theil der lenge deß Karnießle/ fo vber der Blatten iſt das maß vnder dem A. biß zu oberſt an b. genommen. Die Dos ſtementle auff dem Geſpreng/ ſollen halb gls hoch ſeyn/ als das Geſpreng an feinem flachen oder ebnen teil, Vornen her ſollen fie als hreyt ſeyn/ als ein Saule zu obriſt dicke iſt. Das mittelſt Poſtementle ſeye ein achten theil hoͤher/ als die andren. Dieweil auch diß Thor Doriſcher manier hieunden geſetzt etwas dunckel zuuerſtehen iſt/ wil ichs auch erklaren. Dann Vitruvius fagt/ daß vom Plaſter an biß zu oberſt an das 24 vnder A. ſolle in drey theil ein halben getheilet werden, darvon zwwen zur hoͤhe der Thure im Liecht ſeyen/. Aber die weil man auß kleinen Figuren die ſonderbare glidmaſſen nicht am beſten verſtehen kan/ wil ichs an nachvolgendem Blatt etwas volkommner zeigen.; 1 / / Ü ͤ U . . J U — ö, ,,,, ER ; ,. me, ne, mme, l, ,, ,. e,, d, ne,, | III, ,,, VA, Hh, ccc, ch, ,,, c, ,,. III 28* M . —— 8—* NN 3 UN 2 D SEN r ,. —— ö? — 1—. — an————| 4 ‚{ a jog dv 1A 36 ng nes ge aG.. . SEB. SERLII. Von der Dorica 16H alfo/ wie vermeldt/ drey theil ein halben zur gantzen hoͤhe/ vnd zwen zur hoͤhe im 8 A) Tiecht: ſolche hoͤhe in zwoͤlff getheilet, ift ein theil zur breyte des Pilaſter s fünff theil dein halben zur breyte oder weyte im Liecht: ſeynd aber in der weyte 6. Schuch/ ſol zu obriſt ein drittheil des Pilaſters minder ſeyn/ auch der Pilaſter ſelbs ein vierzehenden theil geſchmelert. Der Architrab ſol der breyte des Pilaſters gleich ſeyn: darin gehört ein Legbier Ramies mit dem ſtaͤble welches ein ſechſten theil des Architraben halten fol, wie dir die Figur. zeiget. Es ſcheinet wol/ als weñ der Text Vitruvij allein von Dem gefimps ober dem Architrah redt, aber wie ichs in Antiquiſchen Wercken geſehen/ alſo hab ichs auff die Pilaſter machen wollen. Auff den Architrab kompt ein Vlatten an ſtatt des Frieſen/ in gleicher hoͤhe/ darinn ſagt Vitruvius/ machet man ein Dori geſimps vnd den ein Les bier Stable, in die Sima ſrulplura/ welcher Tert ſehr dunckel iſt, vnd/ wie mich bedunckt⸗ corrumpiert vnd verfaͤlſchet SMañ möcht für Sima ſculptura Leſen fine ſculpturg/ verſtehe daß das Doriſch geſimps mit dem Lesbier Staͤble ſol ſmeſculptura/ ohne Stulptur. flach vnd eben gemacht werden/ wie du gn der Figur A. vnd D. ſieheſt. Es ſagt auch der Text Bitruvij/ daß das geſimps der Blatten in gleicher höhe mit den Kapitalen der Kolumnen ſtehen ſolle/ iſt dem alſo/ fo wird die Blatten gar zu groß werden/ vnd ſehr vngeſtalt. Correction S EB. SERLII. Was zuuor von dem Doriſchen geſimps vnd ſimg Stluptura geredt iſt/ dem hab ich fleiſs iger nachgeſinnet/ vnd vermeine jetzund daß ſima ſculptura/ ſolle verſtanden werden glatt vnd flach/ nicht ſehr erhoͤhet vnd erhebt/ wie ich dergleichen vil in Antiquiſchen Wercken geſchen hab.. Demnach ́(ſchreibt der Translator der Niderlaͤndiſchen Verſion) was Vitruvius von der hoͤhe vom Pilaſter biß zu den Lacunarien/ oder vnder das Geſpreng/ ſagt⸗ ſolle in drey ein halben getheilet werden: wenn ſolches vom Pflaſter an biß zum oberſten des Geſprengs/ an z. ver ſtanden wird/ als dann vberkompt die Thuͤre ihre gebürliche hoͤhe/ wurde ſich auch die Blatten oder das Hauptgeſimps/ der Blatten des Capitals ſehr wol vergleichen/ ꝛc.; Das Vierdte Buch: Das VI. Capı| gol. xx. . Il J KA MA Pilaſter. Architrabꝛ Blatten, Groſſe Blatten. SEB. SERLII Von der Dorica,| OR. Sl ein Architertus ein Thurgeſtell Doriſcher manier/ ſchlecht vnd gerecht mit we- IFnig zierung machen mag er ſich nachwolgender Form gebrauche. Die oͤffnung im Liecht iſt zwey mahl als hoch als breit. Der Pilaſter iſt ein ſechſten theil der weyte breit: zu euſſerſt vmb diſen Pilaſter geht ein Stable mit zwo blaͤttlein/ von einem fuͤnfften theil des Pilaſters/ wie wol es an vorigem Thůurgeſtell hat ein ſechſten theil gehalten weil ichs aber von eim fuͤnfften theil in Antiquen geſchen hab ichs alhie auch nachfolgen vnd ſetzen wollen. Dis Staͤble/ wie auch oben vermeldt if fol man nicht von eim bierdten theil eines Circkelriſſes macht/ ſonder etwas laͤger vnd vertruckter welches glid Vitruuius, Cimarum l es hin, Leſbier Karnießle neñet. Das vbrig des Pilaſters in neun getheilt/ſeind fuͤnff zur groͤſten Blatten vier zur kleineren/ welche heydð e von dem Architrab hinunder lguffen Oberthalb dem Architrab werde das Karnieß geſetzt in gleicher höhe des Architraben: in drey getheilt/ einer zum Karnießle mit dem Stähle der ander zur Blatten/ der dritt zum Hauptkarnieß/ darzu ein achten theil hin zu gethan/ iſt das Obre Blaͤttlewie hievor auch vermeldt iſt. Die qußladung werde nach obgeſetzter lehr gemacht. Das Vierd: Sud Das Vi. Cap.. Fol xx. .. 1 a groſſe blatten b mindre blatten S* . . 7 A u k ö.. A J ö. 87 l 1 SEB.SERLIL Von der Dortta Itrtibius zeiget die Doriſche manier nur an einem eynigen Portaal/ vnd da ſſelb We. gnug/hab deßhalben ihren brauch allhie weitleuffiger an vilerley Portalen zeigen vnd erklaͤren wollen. In nachvolgendem Portal: Die weyte im Vlecht iſt dopplet in der hoͤhe die Pilaſter halten ein achten theil der weyte der Thüůren: die Columne ein vierdten theil/ vnd neun mahl als hoch als breyt. Oh wol aber ſolche a. die gemeine ordnung etwas vberſchreyttet, ſo iſt fie doch darumb nicht falſch/ weil ſie eines theils in der Mayr ſteht/ auch bey den Antiquen alſo gefunden wird. Auff die Columne kompt der Architrab als hoch/ als breyt ein Pilaſter iſt. Das Frieß haltet drey quart der Columnen dicke: ober ein jede Saule gehort ein Trigliph: dazwifchen vier Trigliphen vnd fuͤnff zwiſchen Platz. Die vbrigen Gliedmaſſen/ als Schafftgeſimps/ Capitaͤl⸗Frteß/ Trigliph/ Kaͤrnieß/ werden nach obgeſchriebener Regel gemachet. Weil auch etliche Geſpreng oh den Portalen Hoher ſeind/ dann fie Vitruvius beſchreibt/ fol darinn diſe gemeine Regel gehalten werden/ nemlich/ daß das Karnieß von einem eck zum andren/ als von A zu B getheilet werde in zwen gleiche theile/ von dem mittel punct laß die halbelenge nach der Bleyſchnur hinunder hangen biß auff C. ſet den einen Fuß deß Circkels auff das C. vnd reiß mit den andren bon A. zu B. Dann fol das hoͤheſt then deß halben Circkelriſſes die rechte gebuͤrliche höhe des Geſprengs ſeyn/ wie du quß der Figuren hleunden abmercken kanſt. 8— Der vierdte Theil des dirckels Das Vierdte Buch. Das VI. Cap. gol jp | . m 1 mn lll ö lll.. l. r 2 m 4 ode Geſpreng. . oder Architrab Zophorus Oden rich ö 5. II AUG TE AU TU 5 ij |\ SEB.SERLIL Von der Dor ita S In Werck von vnderſchiedlichen ſtucken vermiſchet/ jedoch nicht vngleicher art/ ſteht bil mahlen lieblicher im Geſicht/ dann in feiner ſchlechten angehörenden manier vnnd geſtalt/ wie an. zu ſehen iſt/ darinn Trigliphen vnnd Kragſtein in einer Ordnung zuſammen geſetzt ſeind/ welches ich doch weder im Werck bey den Antiquen/ noch in Schrifften bißher gefunden hab. Balthaſar von Senen mag villeicht etwas davon geſchen haben/ oder er iſt deſſen ſelbs der erſinder geweſen/ da er die Trigliphen vber die Thůͤr/ vnnd die Kragſtein ober die Pilaſter geſetzt/ welche den gantzen laſt des Geſprengs tragen/ vnd iſt ſolche Manier vom Bapſt Clem. VI I. wel cher ſich auff die Architectur ſehr wol verſtanden hat/ höͤchlich gelobt worden. Die hoͤhe im Liecht iſt von doppler breyte: ein Pilaſter iſt ein ſibenden theil der hohe breyt: der Architrab halb als hoch. Die. vnd Kragſteine halb als breyt als der Architrab/ ihr hoͤhe iſt von doppler breyte. Aff jeden Pilaſter kommen zwen Kragſteine ober die Thur vier Trigliphen: die Zwiſchenplaͤtz ſeind alle geyierdt. Auff die Kragſteine vñ Trigliphen kompt die Blatten oder blindfuͤllung/ in der hoͤhe ein vierdten theil kleiner/ dann ein Trigliph breyt iſt/ das Geſimps oder Karnießle dar auff ein dritten theil der Blatten. Das Hauptgeſimps iſt als hoch als ein Trigliph breyt iſt. Die außladung vornen her ſol als vil ſeyn/ als von einer Blatten zur andren/ alſo daß im grund davnden ein perferte vierung komme. Die außladung an den ſeyten ſeye halb als vil/ als vornen her Die außladung des Hõauptgeſimps haltet ein vierung. Die höhe des Geſprengs haltet ein Fuͤnfften theil feiner lenge von einem Eck zum anderen. * Das Bierdte ee,. VI Sap. hol ri. J Rem| 2 2.* SEB. SERLIL Von der Doricdh OC Eil man heutiges Tags Newer vnd frembder ſachen begierlich iſt/ ſo ſiheſtu allhie 9 Lein newe Form eines Portals/ in welchem ob wol die Thnſcana mit hinunder ges =( miſchlet iſt/ ſo ſihet man doch auch die Doriſch manier mit all jhren glideren darin. Ob wol auch vermeldt⸗/ daß die Thuſcang eigentlich an Befiungen ond dergleichen Gebewe gehört fo iſts doch nicht vnrecht⸗ wenn man ſie zierlichkeit halben vnder andere Ordnungen vermiſchet. Die hoͤhe im Liecht iſt von doppler breyte Ein Columne i zweh mahl als breyt als ein Pilaſter vnd vierzehn Modellen hoch. In den vᷣbrigen glidmaſſen ſol obgeſetzte Lehr gehalten werden. — 7 2 3 Zi Z —— 83 N e n h Sr 5 Do. HEN, en 3 K— r—————— 2—== EZ ) al e · E SD; J.| zz NE S J 1 — n N 5 uf sul 3 . 83 ,,. e. // /// 1 W — !: Das Vierdte Buh. Das Vl aß. Sylariſj der lenge des Hauptgeſimps. Die Poſtementle guff dem Sefpreng ſollen als hoch vnd breyt, Golumme oben dick iſt: das mittelſt ein ſechſten theil höher. . B wol es am beſten vnd loblichſten iſt, wenn die Säulen ſatt auff dem boden ſtehen/ ſo tregt es ſich doch vilmahlen zu daß ſie nicht breyt vnd lang gnug ſeind nach D dem man es hegert/alſo daß man genoͤtiget wird/ ein Poſtement darunder zuſetzt/ deſſetwegen ich nachvolgendes Portal quffgeriſſen hab. Die weyte im Küecht iſt vopplet in der hohe. Ein Pilaſter iſt hreyt ein ziwoͤlfften teil der weyte der Thtire: ein Columne iſt noch als dick. Das ſpacium ziwwiſchen den Saulen hat halbe wente der Thür. Die MNuſchlen haben in der weyte zwo Columnen dicke/ nnd vier in der höhe. Die hoͤhe des Poſtements von vier Kolumnen dicke. Die Columne mit dem Sch afftgeſimps bnd Car pitaͤl hat neun theil in der hoͤhe: der Architrab von halber Saulen dicke ein Trigliph derſelben breyte/ vnnd zweynial als hoch mit ſeinem Capitaͤl. Die Trigliphen ſollen geſetzt werden/ wie man in der Figur ſihet. Das Geſpreng iſt etwas höher als Ditruvius davon ſchreibt/ hab doch in guten Antiquen dergleichen geſehen/ vnd haltet ein ſechſten theyl e SS—— SS SS— ————— ö f f f— . mm- i ß TMT MT N. Nimm i Vm TIII ii nf of ( SEB. SERLII. Von der Dorica 8 Achvolgende Figur mag zu vilerley ſachen gebrauchet // auch nach gelegenheit/ ver» ändert werden: als zu mehrer zierung eines gemaͤhls an eim Altar wir in Italien San vilen ohrten breuchlich iſt/ oder zu einem Triumphal Schwybbogen/ ſo man das Baſement in der mitte hinweg nimpt. Item zu zierung eines Thors, ohne vnd mit den Flügelen an den ſeyten/ zuzierung der Fenſter/ Mꝛuſchlen vnd dergleichen mehr. Die weyte im Liecht in fuͤnff getheilet/ iſt ein theil derſelben zur dicke einer Saulen: die Leiſte rings vmb hat halbe Saulen dicke, Die höhe im Liecht iſt von ſiben Columnen dicke: wann dann auch das Schafftgeſimps vnd Capital zuſammen/ ein Columnen dicke haben/ kompt die gantze höhe auff acht theile. Die hoͤhe des Poſtements iſt von drey Columnen dicke: ſein breyte iſt der Blatten vnder dem Schafftgeſimps gleich. Der Platz neben den Kolumnen an der ſeyten fol von einer Columnen dicke ſeyn/ vnnd einem quart in den ecken. Die Flügel, darinn die Muſchlen ſeind haben anderthalbe Kolumnen dicke in der breyte: die weyte der Muſchlen iſt von einer Columnen dicke/ vnnd drey mahl als hoch. Der Architrab von halber Kolumnen dicke/ die Trigliphen in gleicher breyte⸗/ aber jhr höhe ahn das Capitaͤl haltet ein Vierkatit vnnd zwen drittheil deſſelben: ſollen auff jede Saule ein vnnd in der mitte vier Trigliphen geſetzt werden/ denn kommen die Fünſfzwiſchen Plaͤtz oder blindfuͤllungen in gerechte vierung. Das Haupt Karnicß vnd Geſpreng/ ſollen gemacht werden/ wie oben gelehrt iſt. Die weil aber die Trigliphen anden ecken oder ſeiten wider die Lehr Vitruvij ſeind/ die ich doch alſo in den Antiquͤen geſehen habe/ ſo bleibt ſolchs zu gefallen vnd freyen willen des Architerti/ſie zu mas chen oder nicht. Die grundlegung hieunden iſt nur vmb beſſers verſtands willen hinzu geſetzt/ gehort ſonſten in diß Buch nicht dauon zuhandlen. R d —— me BEER EEE = \= a == —— = S == — =: —— —— 2—— ü 1 . | * 1 8 i mn.. . ll . Ta m MP. AA EZ ZZ S= = 1. ——» —— 31.1.1777 ne a 9 ;=.. X J Ffff J 7 7 7 h ö lll(. J J\ Das vierdte Buch. Das VI. Capitel . SEB. SERLII Von der Dorin &, n en haben oberthalb dem Architrab ſo bald der ſc hh aun bier,. len gelegt/ anders nicht mehr geſetzt/ dañ das Geſpreng/ vnd ſolches nut au eis SE pien gebraucht fo wil ich auch allhie zeigen wie man ſolches an gemeinen Haͤuſeren/ ohne Bögen Komlich brauchen möge. Die Welbbõgen mit/ hren gevierdten Pfeileren vnd runden Saͤulen benemmen vil heytere: woͤlte man dann die Boͤgen glei bie runde Saulen ſetzen. were es fall Dann die vier ecken der Bögen werden ver die runde Folnmnnen hinguß gehen. Wil man dieſ Doriſche Ordnung wie auch andere/ ohne Bögen gebrauchen, mag ſolches alſo geſchchen. Das groſſeſ Spacium zwiſchen den Kolumnen halte vier Kolumnen dicke/ das kleineſt Spacium anderthalhe dicke Die höhe der Columnen/ mit jhrer Baſe vnnd Capital feyevon neun theilen: Der Archttrab/ Frieß vnd andre gliedmaſſen/ ſollen nach gemeiner Regel gemachet werden. Die weyte der Fenſter ſeye von zivo Koliunnen dicke: die hoͤhe/ ein vierkant vnd zwen drittheil: r ,, ein ſechſten theil der weyte im Liecht, vnd ſollen jhr Karnieß gleich mit dem Capital oben auff haben. Die iweyte der Thuͤren iſt von drey Golum nen dicke 8 hoͤhe von ſiben/ werden alſo die Jenſter vnd Thur am Liecht in gleichlicher hoͤhe ſeyn. ic y jhre blindfůllungen ſollen abgetheilet werden/ wie man in der igur ſihet. ö Die. Ordnung diſes Gebews/ iſt nach der Lehr Vitruvij vmb ein vier dten then nid er, nd nach ſolcher Proportion ſolien auch jhre Stuck tnd glidmaſſen gemindert werden. Die Jen ſter mit jhren Pilaſiren ſeyen als weit gls die vnderſten. Die zicrung der S ruſchlen oder halben Rundungen ſollen in gerader Lini der Columnen ſtehen/ jhr hoͤle als breyt als das Spacium zwiſchen den Kolumnen: jhr hoͤhe iſt dritthalb vierung. Die dritte Ordnung iſt aber al ein dier dten theil nidrer/ dann die andere: der Architrab Frieß vnd Karnieß nach gleicher Proportion: Zuſammen in drey getheilet iſt ein eil zum Architrab/ der ander zum Frleß init den Kragſteinen, der driti zum Karnieß De ſonderbare maaſſen hievon /findeſtuhinder der Kompoſnta. Die Fenſter ſeind als eit als die vnderſten. Die Meuſchlen heeten ein vierdten theil minder/ dann die andrem ihr hoͤhr/ wie der vnderen. € zz 8886 R W W ö ö. ö.. z$ 8*> IN) . SS 2 W. X;) N;; * * Das Vier dte Buch. j ln inn nini inn m Al SEB. SERLII. Von der Vor ice M Ey der Thuſcana am. Blatt/ iſt die Figur mit iz. gezeichnet nachvolgender grundlegung 7% nicht vaſt vngleich/ allein iſt den Gewvelben ein vnderſcheid, welches in einer Rund/ in der andren Kreutz weiß iſt/ wie in der grundte gnug hieunden zuſehen iſt. Da aber die Sduo len nicht ſtarck gnug ſeind die ſeiten zu tragen, fol man Eyſen Sperſtangen zu hilff nemmen/ wie die Figur außweiſet. Die Proportion diſer Figur iſt alſo beſchaffen. Der groͤſſeſt Platz zw ⸗·ſchen den Saulen haltet vier Cgolumnen diel, der kleineſt zwo. Die hohe der Kolumnen mit dem Schafftgeſimps ond Capital haltet ſiben Columnen dicke: Der Architrab/ drey quart einet blinnnen dicke, Auff denſelben kompt ein halber Bogen, vornen her halber Columnen dicke reyt. Vber die Bögen kompt ein Hauptgeſamps in der höhe des Architrabenzwiſchen beyde Bögen ſeind Fenſter gemacht/ als weyt als das Spacium zwiſchen den Kolumnen dan iden iſt jhre boͤrtle als breyt als der Bogen: das Geſimp sle darauff fol mehrer Zierung wegen etwas außgeladen ſeyn. Die Thuͤre hat in der weyte zwo Columnen dicke vnd ein quart: die Pilaſter ein ſechſten theil der weyte. Die Hohe im Liecht fol ſeyn biß under die Capital der Columnen/ welche Form der Capitaͤlen ſol auch vber der. vnnd Fenſtren volgen. Die Fenſter ſeind im SLiecht went zwo Kolumnen dicke/ verſtehe der obren dicke: die hoͤhe im Liecht haltet ein vierkant/ ein halben. Die Muſchlen ſeind gleicher höhe.| Die andre Ordnung iſt ein vierdten theil kleiner dann die vndere. Das gelaͤhn ſtuck oben auff iſt hoch anderthalbe Columnen dicke: das vbrig in fuͤnff getheilet/ ein dieſer theile iſt zum Ilrchitrab,Frieß vnd Karnieß. Die Muſchlen oder halbe Rundungen mit jhren Zierungen kommen in gerader Lini ober die Fenſter/ fo ziwiſchen den Bögen ſtehen: jhre weyte in fuͤnff getheilet, ſeind zwwen zu den Kolumnen, die phrigen drey zu den Muſchlen mit jdrem Pilaſtren. Das Karnieß ob dieſen Rꝛuſchlen haltet als vil als der Kolumnen eine breyt iſt/ die Baſe halb als bil. Die Fenſter zwiſchen den Mrnſchlen halten im Liecht ein vierdten theil minder dann die Thuͤre: hr höhe iſt in doppler weyte Vynden vhrigen zierungen, weil das Werck allhie etwas vermiſchet ift/ wirſtu weiteren Bericht bey der Jonica vnd Korinthia finden. Die Trigliphen # in dleſer Figur haben hrezwiſchenplätz nicht in der vierung, von wegen mir gefallen vber jeto liches Fenster vnd Muſchle drey Trigliphen zu feken wie in der Figur zu ſehen. I | | li . 4 .)| ul||| U al . | j R a m 1 1 IR Das Bierdte Buch Das Vl. gap. Fol rj I I Zn IL | ll l == IM II . ,, illi lijili liiſiiiiiiurliiiuiiuſnillsun ——— SEB.SERLIL Von der Drrita Ogen auff runde Saͤulen zu ſetzen/ iſ/ wie vermeldt/ vnordenlich/ begert einer den vnderſchledliche Bogen an einem Gang/ mag er dieſelbe auff gevierdte Saͤulen ſetzen/ welche doch ihr Baſe vnnd Cayitaͤl haben wie andre. Wil man das Gebew groͤſſer haben dann diſe Figur anzeiget/mag man Fuͤnff oder auch wol ſiben Bögen machen. Die Proportion die fer Bchauſung iſt alſo Ein jedes Spacium von einer Saͤule biß zur andren haltet vier Columnen dicke: die hoͤhe der Kolumnen mit der Baſe vnnd Capitaͤl iſt von ſechs theilen: die Dos gen darauf geſetz/ ſeind vor nen her breyt halbe Folumnen dicke. Die höhe im Liecht iſt in doppler Proportion Auff die Boͤgen kompt ein Architrab/ Frieß vnnd Karnicß: deren gantze hoͤhe a. Columnen dicke: getheilt in drey theil ein halben/ iſt einer der Architrab, anderthglen das Frieß/ einer das Karnieß. In den andren gliederen iſt die gemeine Regel gehalten. Die weyte der Thuͤren im Liecht haltet zwo Kolumnen dicke: der Pilaſter ein ſechſten theil der weyte; Das Karmeß der Thuͤr vnd Fenſtren folder höhe der Capttaͤlen gleich ſeyn. Die Fenſter ſeind weit anderthalbe Columnen dicke: jhr höoͤhe iſt nach dem Diagono ober Creutz lini auß einem Eck in das ander genommen Die Eckſaͤulen ſeind als breyt als die andren: ihr hoͤhe/ von acht ein halben theil. Die andre Ordnung iſt ein vierdten theil nidrer/ in gleicher Proportion/ ſind auch die Eckſaͤulen/ Architrab Frieß vnd K arnleß gemindert. Die Fenſter vber den Bogen mit den Pilaſtren ſeind als weyt als die vonder fen: ihr höhe iſt in doppler vierung. Das Frieß iſt als hoch als der Architrab/ alſo auch das Karmeß. Die kleinen Fenſter ſeind von zwo orſachen wegen gemachet/ erſtlich daß der ober laſt der Kam meren oder Getvelbs deſto ringer vnd leichter getragen werde zum anderen mag ein hangend Czemach mehr heytere dardurch ſchopffen. Die dritte Ordnung iſt ein bierdten kleiner dann die andre: gethellet in Fuͤnff theile/ iſt ein theilzum Architrab/Frieß vnd Karnieß: ſolches widerum̃ in drey getheilet/ iſt einer der Architrab einer das Frieß einer das Karnieß. n das Frieß wer den die Kragſteine außgetheiletwie man in der Jigur ſihet. Die Fenſter ſeind jhrer wen te halben/ wie die andren/ aher ein ziwoͤlfften theil Höher/ weil fie weiter vom geſicht ſtehen. Die Pilaſter/ Frieß vnd Karnieß ſeind den andren gleich. Die runde Dachungen vnd das Geſpreng ſeind gemacht/ wie oben bey der Dorica vermeldt. Zuoberſt mag man zu mehrer zierung die kieinen Poſtementle ſetzen/ vnnd welche vnder denen am komlichſten ſich ſchicken/ dieſelbe mogen für Caͤmin gebrauchet werden. Indie Spacien ʒwiſchen den Fenſtren mögen zierliche Gemaͤhlgemacht werden. Zu mehrer ſicherheit deß Gebews/moͤgen auch die Eyſen ſperꝛ Stangen/ auffs wenigſt vberzwerch auff den Gang gebraucht werden/ wie hiebevoꝛ angezeigt if, BP NN N N N N R NN NN . . x ö | dr,,,,, I 401 0ELI0 EB j 1 — Q 1—— —.. MP J x 2{ 1 =| ZZ ,. ö 3=————— z A. 9 \ ö.=======— zB% 3. | —— 2— 8 / | | ) . // . wor NSS NN N Das Vierdte Buch. % . ö. A 2 TEE. e,, R Pilaſtren WS Das VL 8 V — l n ſſſſſſſſſſſiſſ m — Kapitel. 8 8 3 ZZ / FE FEEEET IM LT vol xvxlij X rauch nd alle dampff auffßichet. ,,. SEB. s8ERIII. Von der Dorita V Venedig ſeind die Haufer wegen groſſer menge des Volcks/ ſehr eng in einander 78 gebamwet/ vnd muͤſſen die heytere nem men/ woher hnn d wie ſte am beſten konnen/ daS rumb auch die Häuſer ein groſſen vnderſcheid haben, von andren Italia niſchen gebewen. So man aber den Anti ien nachtbolgt/mag man heytere gnug finden, vnd ſolches guff diſe manter. Die weyte eines Bogen in ziwen ein halben thel gethieilet, iſt ein theil zur hreyte des gantzen Pfeilers ſeyn dicke halb als vil: die runde Kolumne gleich als vil. Die hoͤhe des Bogen haltet ein vier kant vnd zien dritthell/ nag guch von zwen vierkanten ſchn Das Poſtement vnder dem Bogen hat in der hoͤhe halbe Kolumnen dicke/ nach dem Poſtemen des Bogen am Theatro JMarcelli. Die wehte der Chüren haltet drey Kolumnen dicke jr hoͤhe ein Vierung ond zwen drittheil Der Pilaſter ein achten theil der wehte: Das Hauptgeſimps ſol den Capitaͤle gleich lich ſtehen. Das Geſpreng werde gemacht nach obgeſetzter lehr daſelbſt mag man mehr oder minder heytere nem̃enje nach gelegenheit des Gebervs Steht es an einem freyen ort/ mag man an den ſeite ſolche winckel machen wie du ſiheſt. Oben auff die Columne kompt der Architrab võ halber Colum nen dicke: als hreyt ſollen auch die Trigliphen ſeyn: die höhe mag man mehr oder minder nemen/ alſo daß die Spacien dazwiſchen gevierdt werden. Auff die Trigliphen kompt dz Rarnieß ein ſechſtentheil hoͤher dann der Architrab/ fein ſonderbare gliedmaſſen werden nach gemeiner Regel gemachet Die andere Ordnung iſt ein vier dentheil nidrer Vnder die Columne wird ein Blattẽ gemacht, als hoch als die auſtladũg des Karnieſſes iſt: dz obrig in fuͤnff getheilet iſt ein theil der Architraby Frieß ori Karnieß, dieſelbe auch in drey getheilt/ wie vor. Die Columnen fo den Architrab tragen/ ſeind võ neuntheile: die kleinere ſeulen/ ſo vnder dẽ bogen eil ſchmaͤler dañdie andrẽ Die ſpacien vnder |; bogen ſtehn fynd ein drith den bögen ſind zweymal als breit als die neb ESpacıe, Weñ alfo dz Karnieß off die ſeulen /ſo de bogen trage /geſetzt iſt/ vñ der bogen hiß vnder den Architrab auch die runde Fen ſter gemacht find wird es heytere gnug gebe. An einem Saal oder gemach/ fo beſchloſſen fein fol/ mag bie Thur auch geſchloſſen vñ in die nebenſeitẽ/ fenſter gemacht werden/ vñ ſol außlvendigen dz werck nit deſtominder alfo verbleiben/ wird auch in wendigen nit vbel ſteö. Dañ der geſchloſſen Platz ſol zu eim Camin dien?/ welches/ man ſagt/ ſolle altzeit zwithen zwey Fenſter gemaͤchet werden nach der geſtalt eines menſchen angeſichts, da die zwey augen gleich als zwey Fenſter/ vnnd die Naſe einem Kaͤmin gleich iſt/ welches den ,,,, NN] N N N NN N\ R W AAN N R 88 NR V d N RG 39 N Se 4— ES . 777 l ALT U — 8 Kö ss — 2——— ö — . J . SEB. SERLII. Von der Dorita IE bryte nachvolgender Figur in vierzehen gethetlet iſt ein theil fůr ein Columnen, Das mitteſſt Spacium der Kolumnen iſt von ſechs theilen/ die andren Spacia ein jetlich s drey theil. Die weyte der Fenſter ſt anderthalbe Kolumnen dicke: jhr HShe von zwo Vierungen ein halbe; die Pilaſter ein ſechſten theil der weyte. Die Fenfter der erſten Ordnung ſeind von gleicher weyre: die vnderſten halten ein Pros fect Bierkant, die andren ein halben vierkant mehr. Das Thor hat in der weyte Fuͤnff Kolumnen dicke/ damit die Kolumnen deſto ſtarcker Fun ament vberkommen: die hoͤhe des Thors iſt zwo Vierungen/ zwen drittheil das obrig zeigt die Figur gnugſam an. Demnach ob wol die obriſten Ordnungen allzeit ein vierdfen heil ſollen nidrer ſeyn, dann die vnderſten/ſo dunckt mich doch/ daß die andre Ordnung in diſem werck/ da das vnderſt grob Thuſcaniſch theil ſtarck gnug iſt/ vnd damit ſolchs auch nicht zuuil platz eine nemme eine höhe mit dem vndren Theil haben ond behalten möge. Vber die Erſte Ordnung iſt ein Bruſtgelaͤhn gemachet hoch anderthalbe Columnen dicke darguff werden die Folumnen gefeßt in ſolcher Manier wie zuuor germeldt iſt. Die hoͤhe/ ohne das ges laͤhnſt ck/ in Fuͤnff theil getheiler, ſein? vier zu den Kolumnen/ vnd einer zu jhrenzierungen Die Trigliphen ſollen nach obgeſetz ter lehr abgethetlet werden, wie man in der Figur ſihet. Die kleinere Columnen ſeind halb als groß als die groͤſſeſten: das mittelſt Spacium der Columnen iſt noch ais weyt als die an den ſeyten. Vber die gevierdten Fenſter mag man mehrer heytere halben/ die runde Fenſter auch machen/ in die kleineren Spacien aber ein ſolche gattung wie man ſihet/ oder von gleicher Geſellſchafft wegen runde Fenſter/ wie die andren. Was mehr vbrig iſt von Particular maſſen/ die ſollen alle fuͤriwerts geſucht werden. Die Oritte Ordnung iſt ein vierdten theil gemindert/ die Jenſter aber ſeind gleich a S weyt vnnd hoch als die vnderſten. Was vbrig iſt/ kan man durch den Circkel finden. Das mittelſt erhebt theil/ ohn das Geſpreng/ iſt halb als hoch/ als die dritte Oronung: das vbrig mag der Architẽctus nach feinem gefallen machen. U —— Ze 5=—.—** n, ü. ö SEB.SERLIL Vonder Dorita JJ Ernach hab ich auff zweyerley Manier gezeigt/ wie man die vorderen thell eines 8 Venediſchen Bawes auffziehen ſol/ welche Gebem mehrtheils ſchoͤne qußladungen 8 haben/ auff die Kanalen der Waſfer gerichtet/ friſches Luffts Triumphen vnd andre Furth wenigen Stile halben ſr zn Wafjer gehalten werden. Solche aufladimgen machen zwar ein Liehlich anſehen/ ſeind aber ſachen/ die an ſolche Gebew eygentlich nicht 7 gehören weiche keine anbere vnderhalt ngen haben, hann allein die Hrggfteine. Vnnd ſoſche ſachen/ die jhr ſtarck Fundament vnnd Geliger nicht haben/ beſchaͤdigt nur die Mamren, welches die Antiquen fleiſsig verhütet haben/ vnd nichts außgeladen/ dann nur das Karnieß Wil man nun auff Benediſche art ſolche außgeladne Gebem ſtarck vnd ohne gefahr vnd ſchaden machen/ iſt hoch von noten/ daß die erfte Marr ein ſolche dicke hahe/ daß ſie voꝛnen her als vil qußſtehe/ als die obre Außladung bedarff/ wie im Grund aͤllhie zuſehen iſt. Vnd weil das mitteſſt cheil der Mawr mehr außſteht dann die ſeyten/ vnd da mans nicht fo dicke machen wil fo kan man inntwenoigen ein ſtarcken Bogen ſetzen,/ welcher die mittelſte Mawren trag/ wie m ol kein ſonderlicher Laſt daſelbſt iſt. Venn den das vnderſt theil gemacht iſt fol die andre Ordnung dar auff geſetzt werden in ſolcher abtheilung. Das mittelſt Spacium iſt von dren the en die andren an den ſeyten von dreh ein halben theil/ verſtehe inwendig der Mea rm ren wee der grund außweiſet. Die hoͤhe diſer anderen Ordnung if dem vnderen theil gien, auf vrſach en hiebevor vermeldet. Daß Bruſtgelaͤhn fol fein kom liche hohe haben das vbrige in Fuͤnff theil getheilet/ iſt ein theil der Architrab/ was verbleibt werde gerheilt/ wie jetzund etlich mahl vermeldt iſt. Das Spacium der oͤffnung mit dem Bogen/ iſt noch als went, als die neben Seyten: ſetn Höhe iſt von dop pler breyte Auff die Columnen iſt ein Architrab gelegt zu mehr» rer vnderhaltung des Bogens: Die Fenſter ſtehen in gleicher Ordnung/ eines nach dem andren. Es mögen auch mehrer heytere vnd zierung wegen/ die Runden vnd Gevierdte Fenſter oberthalb hineyn gemachet werden. Die Zier ng vieler Stuck/ da man fie minders Koſten halben nicht von Marmelftein machen wil/ ſo mag man ihr mit ſchoͤnem Gemaͤhl zu hüff kommen. Die dritte Ordnung if ein vlerdten theil kleiner dann die andre/ hre Glieder gleichlich gemindert. Daß die Jonica auff die Dorica geſetzt iſt/ findet tnan bey den Antlquen auch alſo geſchehen ſeyen: Die Proportion darbon wirſtu an ſeinem ohrt finden., i 8/. ASS EE r r/ ĩ ye. Viet dte Buch. Das VI. 8 ap gol. — 2— — W— 9 , , J, 2 . 22 ,. — Er . ZZ ff— IM LIT TL EL TEE TE AELa N ,, | ) . . . ,. Dr,.. ,. /// // /// ,, . e, ,, w A — hl EZ EEE e,, — 7 P e e, E22 — 8 7 . % % SS * N ZZ D 6. Dee, 2 . SS S $ X 8 N S S S N N ZZ N N N R N & N N L 2 8—— —— 7 . j. 3 SS SEB. SERLII Von der Dorica B wol hiebevor vilerley Figuren vnd Doriſche Werck ſeind gezeigt worden, wel99 ein verſtendiger Architcetus zu in or diu ng zierlicher Garmin en wol brauchen konte, fo wil ich doch den Schulcren zu gutem zwweyerley Mean ier inſonderheit fürs reiſſen/ deren eine innerhalb der dicke der Marr ſteht für ein klei Gemach/ die andre vorauſſen zu einem groͤſſeren Gemach. Sol deßhalben in ein klein Gemach das Kamin gantz in die Manvr geſetzt vnd die breyte vnd höhe der Öffnung nach gelegenheit des Platzes genommen werden. Solche oͤffnung in vier ein halben the getheilet/ iſt ein theil die breite des Pilaſters/ der Architrab halb als vil; das Boͤrtle oder Blaͤttle rings ymb/ wie auch alle andre Blaͤttle/ ein ſibenden theil. Die Trigliphen vnd Kragſteine/ halb als breyt als der Architrab: jhr hoͤhe aber wird alſo genommen/ daß ſo die Kragſteine oberthalb den Pilaſtren ſtehen/ auch zwiſchen beyden die Frigliphen außgetheilt ſeind/ſo mögen die zʒwiſchen Plaͤtz jhr vierung von der hreyte des Architraben haben /aber die ziwiſchen Platz der Kragſteine ſollen darumb nicht gevierdt ſeyn. Die Capital der Kragſieine vnd Trigliphen ſeind in der höhe, von halber breyte der Trigliphen, Das Hauptgeſimps iſt als hoch als der Architrab: ſein außladung ſol ſeyn/ das daß Spagium im grund zwiſchen den Kapitaͤlen der Trigliphen gevierdt werde, damit ſo man Roſen oder anders dergleichen dareyn Damen wolte, ſolches ſein komlichen n,. die außladung an den Seyten ſol der, ſeyn. Das obriſt theil mag der Architectus nach feinem gefallen machen. Endlich iſt das Camin ſehr klein zu einem vaſt kleinem Gemach/ den fol die breyte des Pilaſters ein ſibenden theil der hoͤhe haben: das vbrige ſeye/ wie vermeldt.| US Das Vierdte Buch. Das VI. gapitel,. Sol yrttj89). J nf k —. ö— 82 . . 7 ä. ö— 3=> 27 ö— 3 SS oe ou. —— NZZ——— SS— S——* K == 8 . 2 . | | | | | | | ZU S8EB. SERLII.¶ Von der Doria A Achvolgends Camin ſteht vor der Mawren auſſen/ in folder Propoꝛtlon: nach dem dic hoͤhe vnd weyte nach gelegenheit des Orts genommen ſeind/ ſol die höhe biß vnder den Archttrab in vier getheilet werden/ iſt ein theil zum Architrab⸗ Frieß vnd Karnicß/ nach obgeſchriebener Negel außgetheilet. Daß fie aber etwas gröffer ſcheinen/kompt darumb/ aß fie von vnden auff ins geſicht fallen. Die Kragſteine ſeind ein ſibendentheil jhrer Höhe breyt; die Capital von halber diſer breyte, getheilt nach Doꝛiſcher maͤnier. Etliche machen die breyte diſer Kragſteine daniden ein bierdten theil minder damit der Fuß widerumb ein vierdten theil fürſchieſſe, alſo daß die vndtrſte Blatten gleich als hoch werde/ als das ober theil Aber an einem groſſen werck halte ichs für beſſer vnd loblicher ſeyn/ daß die Kragſteine durchauß gleicher. ſeyen/ weil ſich das vn derſt theil von jhm ſelbs im Geſichte verkleinert vnd abſtilet. Auff daß Karnieß mag die Blatten höher oder nidrer nach gelegenheit MN werden. Will man ein ſolch Kamin kleiner machen/ ſol die höhe vom Boden biß zum Architrab in fuͤnff getheil were den deren einer ſeye für das Karnieß: die hreyte aber der Kragſteine halte ein neundten theil jhrer hoͤhe: Das Kapital von halber ſolcher breyte/ vnd wird ſolches in mittelmaͤſſiger Form etwas reiner vnd in beſſerer geſtalt ſehen/ welches ich auß der erfahrung gelehrnet. Dann ich etwann die abtheilung der groſſeren Form in einer kleinren quch gehalten/ welches zu grob vnd Doͤlpiſch gekommeniſt. End der Dorica/ volgt die Jonica: , LT— 1—— . nn 2. 7 z ö. Kd // Das vl. Capitel ZI ö——— as Zierdte Buch. — E——C———— cr mm — 5 T———————————— 6—=—— E.—. r—? zZ H— LEERE——— ), ,. ö—— ö . 22.. 9: (der. 7 . Hr . ,. ,,,; ., n. * Zi 9 P ,,,, J.) 2 . MIO. 5. Ve rere; A Von der Jonica vnd jhren Zierungen. Das VII. Capitel. go, On der Jonica tractiert Vitrupius in feinem vierdten Buch im erſten Cap. vnd die gölntiquẽn/ pie oben vermeldt/ haben ſie auff ein Weibiſchen Coͤrper einer tapfferen Frawen J fie der Dianen/ Apollini Bacchoꝛc. zugefuͤgt/ die Khriſten aber den Heiligen Mans oder Weibsperſonen/ mittelſtands zwiſchen den ſchwaͤcheſten vnd ſtaͤrckeſten. Was nun jhr Propoꝛtion anlanget/ ſol jr gantze höhe mit der Baſe vnd dem Kapitaͤl/ pon acht theilen ſeyn. Vitruvius hat noch ein halben theil darzu gethan/ vñ man mag fie auch zun zeiten, hey obgeſchribenen Conditionen, von neun vnd mehr theilt machen. Ich wil gllhie acht theil für ihr eigentlich maͤß ſetzen/ einer derſelben fol(hr dicke dam den ſeyn/ jr Baſe halb als dick/ welche Baſe Vitruvius im; Cap. des vierdtẽ Buchs auff diſe manier beſchreibt: die Baſe ſol halbe Golumnen dicke haben, die vndre Blatten ein dritheil davon: die Blatten hin weg gethan/ werde das vbrige in ſiben theile getheilet/ drey darvon gehören zum obren Stab/ die andren vier zu den zwo holkaͤlen mit jren zwen ſtaͤblein/nemlich zu einer jeden holkaͤle ein Staͤble. Ein ſtaͤble haltet ein achten theil der holkaͤle/ das blaͤttle ein halben theil des Staͤble. Vnd wiewol ein jede holkaͤle mit jyren ans gehörenden theile von einer Höhe iſt/ wird doch die vnderſte etwas gꝛoͤſſer ſcheinen/ weil ſie ynden außlauffet biß zum euſſerſten der vnderen Blatten. Die außladung an jeder ſeyten ſol ein acht vnd ſechszehenden theil ſeyn/ alſo daß die vndre Blatten auff allen ſeyten ein vierdten vnd ein achten theil groͤſſer ſcheinet/ als die dicke der Kolumnen iſt. Das blaͤttle wegen der groͤſſe des obren Stabs mag nach meinem beduncken etwas groͤſſer dañ die andren gemachet werden/ doch bey ſolcher Conditiõ/ wie auch bey der Dori ca vermelt iſt. Nrus⸗ cherer. 4 41 — 1— ö —— A S Jeweil aber diſe Joniſche Baſe von Vitruvio alſo beſchrieben/ mehrtheils ArchiAs terten nicht gefallet/ von wegen dz der ober Stab ſehr groß iſt vnd die ſtable vnder “ einem ſo groſſen glid/ͤ vilzu Fein ſcheinen/ſo wil ich ſie nach meiner ſchlechten meinung vnd gutduncken etwas anders formieren/ vnd nicht deſtominder einen fo herlichen Autoren Vitruvium in ehren gehalten haben. Nemlich, die vndre Blatten werde gemachet/ wie vermeldt iſt: das vbrig in drey getheilt. ſol ein theil dem obren ſtab gegeben werden: der ander theil vnder dem ab getheilt in fechs ein derſelben if} ein ſtaͤble/ vnd ein hal— 8 Dat lledte Buch, Das VIL aß. K print. ber theiſein blatt. Das bl Ättle onder dem obren Stab ſeye als bi eyt als ein& able, das obrig iſt fur die holkale. Der drit heil/ ſo noch vᷣbrig verbliben/ werde auch in o geſherlet⸗ ner zumſtable/ ein halber 34 blaͤttle obe 1vñ vnden/ dz vbn ige iſt zur holk alen weiche thei üig richtig außlauſfet. /) CAS Joniſch Capital wird alſo gemacht: die hoͤhe fol haben ein dritten theil der breyte des az Schaffts: das boꝛder theil der obren Blatten hat Gotumnen breytz, noch ein the hin zu gethan /kompt zuſam̃en auff* iheile: iner werte anderthalhen theil wird auff etlicher ſeyten die Caͤtheta oder ſenckel gezogen Hon. theilen ein Daiben, kompt auff die halbe breyte des Kapitaͤls anderthalben theil ſeind zun Karnieß mit ſeitzem hlartie, Deffen eck dn machen mag ſtnach der rechten oder(Macken ſchten Dan beyderley ſeind Antiquiſch die s. thril vnder dem Karnieß ſeind zu dem Schnoͤrckel von welchem auff volgende blatt fol weitleu ſiget gehandlet werden If die Kolumne von i. Schuhen niderwerts,/ ſol fie oben vin ein ſechſten heil verjtin get werden/ in ſolcher geſtalt wie hey der Thuſcana ver nitelt iſt iſt ſie aber von z. Schuhen obwerts ſoliß davon Vitrupium im dritten Buch das ander Kapitel. SEB. SERLII Von der Jonita ER Schnoͤrckel wird auff die Cathetam oder den bleyſenckel gemachet: vnder der Blatten vie OD, ol der fuͤnfft theil der rund Circkel ſeyn/ vnd noch drey theile vnder dem runden CirYckel/ſeind zuſammen acht theile wie vermeldt. Der rund Circkel in fechs getheilet/ vnd mit Jifferen gezeichnet/ wie man ſihet in der Figur/ fo fen den einen Fuß des Eirckels auff den Punct 1. vnd den andren Fuß oben vnder die Blatten/ vnd reiß herum niderwerts biß auff den bleyſenckel auff den achten theil. Laß da felbſt den ſpitz des Eirckels ſtehen/ vnd ſet den andren ſpitz auff 2. reiß ob iverts biß an den bley ſenckel. Halte auch daſelbſt ſtill mit dem einen ſpitz des Circkels/ vnd ſetz den andren auff 3. reiß niderwerts biß auff dem bleyſenckel: Laß aber mal den Circkel ſtehen/ vnd ſetz den andren ſpitz auff 4. reiß biß zum bleyſenckel: halt ſtill/ vnd rucke mit dem andren Fuß auff; reiß herumb wie vor/ vnnd thu mit 6. deß gleichen/ als den wird der rund Circkel geſchloſſen ſeyn, da man ein Roſen hinſetzen mag/ ſo man wil. Die anderen ſonderbare Glieder kan man durch den Circkel leichtlich finden. Der Kalen ſollen 24. ſeyn: eine in fünff theile getheilet/ vier ſeynd die Kaͤle/ einer das Blaͤttle: von einem eck des Blaͤttleins biß zum andren reiß ein gerade lini⸗/ in der mitte derſelben kompt das centrum der außhoͤlung oder Kaͤlung. Wil man ein duͤnne Cojumne machen/ die doch an jhr ſelbs dick ſcheine/ ſollen der Kaͤlen 28. gemachet werden/ die obre Blatten diſes Capi⸗. taͤls iſt auff den ſeyeen als breyt als vornen her. ¶ Ich habe Guͤnſtiger Laͤſer/ diſen Schnorckel geriſſen/ als wol ichs nach meinem ſchlechten verſtandt| vermögen hab/ da Vitruvij lehr iſt hievon ſehr dunckel/ vnnd was mehr iſt feind die rechte Figuren mit ſampt feinem letſten Buch verlohren. Es ſeind auch noch andre ſachen. die man in Figuren auffs genaͤweſt nicht zeigen kan/ in weichem ſich der verſtaͤndig Werckmeiſter mit der Practick behelffen muß als da iſt das guͤrtle oder leiſtle diſes Schnorckels/ welches(fo das Capitaͤl ſehr groß iſt) zierlich ſeyn wird/ wenn fein breyte ein vierdten theil des runden Circkels haltet: iſt das Capital mittelmaͤſſig, fol es ein dritten theil halten: iſt das Capitaͤl klein/ mag es ein halben theil des z unden Circkels haben/ jedoch allzeit nach gefallen des Architecten. Dan fo vil ich deren in den Antiquen geſehen/ ſeind alle vnderſchiedlich geweſen. Wenn dañ die dicke oben vnd vnder der Blatten gezeichnet iſt/ ſetzts man den Circkel ein wenig vber das). vnnd reißt von oben an dem bleyſenckel biß vnden: deß aleichen ſetzt man den Circkel ein wenig vber das 2. vnnd reißt von vnden biß oben gegen den bley ſenckel/ vnd alſo weyter.; Daß ich aber vermeldt daß das Leiſt Buch verlohren ſeye/ davon ſeind vnderſchiedliche meinungen. Etlich ſagen es ſeyen zun zeiten Vitruvij vil vngelehrte Werckmeiſter geweſen/ wie auch jetzund zu vnſeren zeiten welche mehr glůckes dan verſtands haben. vnd weil auch die vermeſſenheit ein Schweſter iſt der vnwiſſen zeit/ vnd ſolche von dem gemeinen Man vil hoher gehalten werden/ dañ die verſtaͤndigen vermeinen des wegen etliche/ Vitruvius hab vmb diſer vrſachen vnd vnerkantlichen Leuten willen/ vnderlaſſen in diſem Buch die rechte Kunſt zu offenbaren. Andre ſagen/ Vitruvius hab es ſelbs zu ſchwer befunden/ in Figuren alles zu zeigen/ welches von einem fo hoch verſtaͤndigen Authore nicht zu glauben iſt. Andre vermeinen/ weil diz Buch den rechten Kernen vnd Schatz der Bawkunſt in ſieh begriffen/ ſeye es auch als ein Schatz von den verſtaͤn digen bewahret vnd verborgen blieben/ biß es endlich durch die vnverſtendigen zerriſſen/ oder durch raub in Kriegs zeiten hinweg geraffet vnd verlohren worden ſeye/ welches am aller glaublichſten iſt/ welches gewißlich der wahren Architeckur ein vnwiderbringlichen Schaden zugefuͤgt hat/ vnnd den obꝛigen feinen Buͤch eren ein groſſen miß verſtand. * . 6 a Senckel lini⸗ J b Aug oder gantzet Circkel. Holkaͤlen. d Blaͤtle , SEBSERLII. Von der Jonicq M Icbevor hab ich gezeigt/ wie das Joniſch Capital nach der meinung Vitrupij fol gemachet 6. U. etliche auß den ae g n,, Antiquen fuͤrꝛeiſſen. Das Gas . pital Cee. ſteht noch zu Rom an dem Theatre Marcel: deſſen obe Blatten iſt Dornen her als bůeyt/als dick die Kolumne daniden iſt. Die Schnoͤrckel ſeind ein ſechſten theil der obre blatten außgeladen/ vnd hangen biß zu der helfft der Blatten. Die hoͤhe des Capitals hat ein dritten theil der Columnen dickedaniden: weil aber ſolch Capital etlichen micht iſt gnugſam geziert geweſen/ haben andere das Frieß fo im Kapital P. ſteht/hinzu gethan vnd zur gantzen hohe zwen dritthell der Columnen dicke dantden genom̃en/ wie ſolche vnd andere dergleichen mehr/ n och heutiges tags zu Rom geſehen werden. 1 Enn einem Bawmeiſter gefallen wur de ein gevierdten Baw mit Joniſchen Capitaͤlen (su machen/ ſol er, damit die Schnoͤrckel recht geſetzt werden die Eck Capital mach en, wie man im Grund hieniden ſihet. Ein ſolch Capital iſt zu Rom gefunden worden, welches manich em vil gedancken gemacht/ wozu doch ſolche manier gedienet/ daher es von vilen ein Sons fus vnd verwirꝛet Capitaͤlgenennet worden iſt/ aber endlich dahin gevrtheilet/ daß es an einem frehen ck geſtanden/ñ die ordnung der Columnen mit A. geſchloſſen hat. Wil man flache oder gebierdte Columnen an ein eck gegen ein Mamr ſetzen/ alſo daß die Schnoͤrckel zu beyden ſeyten gleichlich kommen/ ſol man die manier volgen/ wie mit B. gezeiget wird. S im :B, mx.* 3 C VER —— . Das Vierdte Buch, Das VIL Gap. Fol. xxxhiTER Architrab wird alſo gemacht: Ih die Columne von i. zu iz. Schuhen hochſol der Architrab halbe Kolumnen dicke daniden habt: Iſt ſie von ü. zu 23. Schunhen hoch ſolſſie in tz. theil getheilet werden/ vnd einer ſolcher theile fol der Archi|€r95 Soc ſeyn. Iſt ſie von 20 zu 25. hoch/ werde fie getheilet in zwwoͤlff ein halben fol ein theiſ Dem Architrah geben werden. Iſt ſie von 25. zu 5. hoch/ ſol der Archijtrab ein zwöͤlfften ttoheil der höhe haben/ vnd je hoͤher die Columne iſt/ je mehr man dem Architrah nach gleicher Proportion zu geben fol. Dann je weyter ein ding von dem geſicht abgelegen/ je mehr ſich ſeine groͤſſe im geſicht abſtilet. Der Architrab in feiner gebuͤrlichen hohe in ſiben ges theilet/ iſt ein theil ſein Karnießle/ deſſen außladung gleich als vil: das vbrig in ziwoͤlff getheilet/ drey ſeind zur erſten Blatten/ vier zur andren, fünff zur dritten. Die dicke des Architraben vnden als vil/ als dick die Kolumne oben iſt fein dicke daroben als vil als breyt die Kolumne zu vnderſt iſt, Das Frieß werde gemacht nach gelegenheit des gantzen wercks: wil man es mit außgehgwener arbeit machen/ ſol es ein vierdten theil hoͤher gemacht werden dan der Archttrab iſt: bleibt es aber flach vnd eben/ ſol es ein vierdten theil | rer ſeyn. Auff das Frieß kompt ein Karnießle/ haltet ein ſibenden thell des Frieſen/ ſein außladung gleich als vil Auff das Karnießle kommen die Schaaffszaͤhne/ als hoch gls die mittelſte Blatten des Architraben iſt/ außgeladen als hoch fie ſeind: jhr breyte N 1 nm doppler hoͤhe: die blindfuͤllungen oder zwiſchenplaͤtz ein dritten theil ſchmaͤler. O5 Rarnießle dar auff haltet ein ſechſten theil der Schaffszaͤhne. Die Blatten darauff/ mit ihren Karnießie if der mittleren Blatten des Architraben gleich: die außladung der Blatten mit ſampt den Schaffszaͤhnen haltet als vil/ als die hoͤhe des Frieſen iſt mit ſeinem Karnießle. Das Hauptkarnieß iſt ein achten theil höher dañ fein vndere Blatten; getheilet in ſechs theile/ iſt ein theil das obre Blaͤttle: fein außladung iſt der Höhe gleich: ſſſſſſſ ſſſ, — Q 74 ⸗ W — 1— | l © S8 EB. SERLII Von der Jonica 2 Seivell die Römiſchẽ wer,= 2 cke võ der lehr Vitruy/ ſehr vil vnderſcheids habẽ/ wil ich allhie ein Columne formierẽ, — deren Architrab/Frieß vnd Kar⸗ J nieß zuſamen ein vierten theil der— hoͤhe der Columnẽ hat. Getheilet in io theile /. ſeind der Architrab/ vßgetheilet nach voꝛgeſetzter Regel: drey theile daß Frieß/ vier dz Karnieß: diſe vier theile/ in ſechs getheilet/ iſt ein theilzu dẽ ſchaffszaͤhnen/ ein theil zum Karnießle vnder den Kragſteinen/ zwẽ theil zu den Kragſteinen/ ein theil zur Blatten/ ein theil zum obriſten Karnießle. Die außladung von allen ſol auffs wenigſt der Höhe gleich ſeyn. Ein ſolch Kar nieß findet man zu Rom A Sancta Sabina in einer Joniſchen Ordnung. So es etwan die not erfoꝛdert/ die Columne zu erhohen/ fol das Poſtement voꝛnen her als breyt ſeyn als die vndere Blatten der Saule /ſein höhe anderthalbe vie rung: die höhe in ſechs getheilet/ iſt ein theil zur Baſe/ ein theil z Karnieß /kompt aiſo dz gantz Poſtement auff acht theile/ wie quch die Columne acht theile hat. — | / ö | . | Das Vierdte Buch. Das VII. Cap. Fol. xxxpij Ko Olgen etliche andere Roͤmiſche Stucke mehr fo von der Lehr Vitrupij vnderſchiez den feind. Das Karnieß/ Frieß vnd Archttrab mit T. gezeich net/ findet man an dem Theatro Marcelli in einer Joniſchen Ordnung vber der Dorica, Der Dildſter mit der Baſe darauf auch mit T. gezeichnet/ iſt an derſelben Ordnung vn zer einer Joniſchen Saul. Das Karnieſt für ein Poſtement vnder einem Bogen gleich fals mit T. gezeichnet/ iſt an derſelben Ordnung/ vnd tragt den Bogen. Das Karnieß mit den Kragſteinen„gezeichnet mit A iſt zu Rom gefunden worden an S— Adrians vnd S. Laurentz Kirchen. Der Architrab mit F. wird gefunden zu Frinlle, vnd weil die Blatten ohne Staͤblein ſeind/ ver meine ich/ es ſeye ein Joniſch Werck gerweſen Von den magſfen ſetzſch nichts, man kan fie mit dem Circkeſ leichtlich finden/ daun ſie ſeind . J fleiß vnnd eygentlicher Proportion auß groſſer Form in dieſe kleine gebracht. 22 . n n nnn I., N| . .. .|| ö. ö — ——— N. . | f ! \ N . . nnn j= © — 2 SEB,SERLIL Von der Jonica 8, IE weil das Joniſch Portal/ wie es Vitruvins beſchreibt/ nach meinem behuncken/ nicht ſeht wol pro, porekoniert it, ſo wil ich allhie mein ſchlechte meinung dar von anzeigen. Gleich wie bey der Dorica gemelde e iſt/ſo die höhe von vn den biß zu oherſt vnder das Cheſpreng/ iſt drey ein halber theil/ vnd zwen darvon der hö he im Liecht gegeben werden daß als den dz Hauptgeſimps gar zu hoch vñ vngeſtalt wird⸗ gleich foͤrmiges ſoll man Auch allhie ve ſtehen. Es if aber auch noch ein anderer faͤhler/ nemlich/ſo die T hüre in der Hohe Snnff theile hat/ vnd drey darvon der weyte daniden gegeben wer den/ vnd die Thure oben geſchmaͤlert wird wie bey der Dorica gelert iſt/ Fo befindt ſich daß diſe weyte zu vnderſt groͤſſer iſt/ dañ der Platz in der mitte zwiſchen dem miltlern Columnen/ wel ches ein groſſer vbelſtand iſt wie du in der Figur hieunden ſehen kanſt. Darum fo die Dorica(deren Saͤulẽ nidriger ſeind dañ die Saͤulen der Jonica)jjr hoͤhe im Liecht hat ein wenig mehr dañ von zwen vierkanten/ fo ſag ich/ daß die Jonica/ fo hoͤher iſt dañ die Dorica/auch im Hecht in diſer Manier hoher ſeyn ſolt/ vnd wo ſolchs nit geſchicht/ wird das Hauptgeſim ps ſehr hoch vñ vnformlich werden welch es nit zu leiden. Nun wird es aber nit fo hoch werden nach dem Text Vitruvij/ welcher der hoͤhe Fünf theile gibt/ vnd der breyte drey Deßhalbẽ wil ich auß dem Vitruvioneren fo vil mir dien ſtlich iſt/ vnd ein andere figur hernach fuͤrſtellen zu obriſt nicht eyngezogen/ welch er aber ſolches zu thun luſt hat/ mag darinn die Dorica volgen. J Der Author der Niderlaͤndiſchẽ Verſion vermeint/ daß/ da Vitruvius der HShe drithalben/ vñ der breyte anderthalben theil gibtder ert corrumpiert vn verfal chr ſeye/ nemlich der hreyte ein quart zuvil hinzu geſeßt. Dañ wen die HShe von zehen/ vnd die hreyte võ fuͤnff theilen iſt/ vberkompt die HShe im Ltecht zwen vierfanı?/ ein gerechte hoͤhe fonderitch wañ die zwiſchen Plaz der Säulen gleich/ diſe aber nur dre/ alſo daß durch das außlaſſen eines quarts/ dig werck(ein volkom̃enh eit vbertemen mo cht. ‘ Das Vierdte Bich. Das VII. Cap. Sol. xxxviii. Ein meinung iſt/ daß die hoͤhe im Liecht in dieſer Ordnung auffs mindeſt ſol von Zwen Bierkanten ſeyen/ der Pilaſter diſer höhe ein Zwoͤlfften theil gemacht/ wie vom Joniſchen Architrab geſagt iſt ond werden die „ Staͤblin hinzu gethan /wie bey der Figur E. gezeigt wird. Wil man in das Frieß etwas Zierlichs au ßhawen/ ſol es ein vierdten theil höher ſeyn/ dañ der Architrab/ wil mans flach laſſen/ fol es ein Vierdten theil kleiner ſeyn wie gleich fals hiebevoꝛ perineldt iſt. Die Blatten mit den anderen gliederen/ ſol in gleicher hoͤhe mit dem Architrab ſtehen/ an ßgetheilt wie man in der Figur F. ſihet. Die Kragſteine an den Seyten ſollen oben als breyt ſeyn als ein Pilaſter/ vñ daniden da[ie biß auf die höhe im Liecht hinab hangen/ ein vierdten theil ſchmaͤler/ mit laubwerck gezteret/ wie die Figur au ßweiſet. Die höhe der vertruckte runden Dachung ſol alſo gemacht werden. Begreiff die lenge des Obriſten Hauptgeſimps in den Circkel/ laß den einen Fuß deß Circkels hinunder fallen/ biß auff das Creutz/ reiß demnach mit dem andren Fuß zi oberſt von einem Eck zum andren fo haſtu die hoͤhe/ vnd gibt dir ſolche verdruckte rundung ein dritten theil eines Eirckels/ jedoch mag diß ein Architectus nach ſeinem wolge fallen mach en. Es mag aber auch diſe manier zu Fenſtren oder andren dergleichen ſachen dienen. zc. ,, TITTEN TTS ö ,, , . Ü 2 8 | Antones oder Krag =" feine: F SS SS Ss SS D K N ü; . SEB. SERLII Von der Jonica N Achvolgende Thuͤre hat die hoͤhe im Liecht etwas mehr dann bon Doppler breygie nemlich von zwo Vierungen vnd einem quart, Ser Pilaſter iſt breyt ein achten theil der weyte: die dicke der Columnen noch als vil/ oben gemindert ein ſechſten theil: ihr hoͤhe von neun theilen mit ſampt der Baſe vnd Capitaͤl. Sie haltet zwar ein theil mehr, dann die gemeine Regel außweiſet/ aber weil ſie nur zwen drittheil auſſerthalb der Mar ſteht/ auch keinen laſt tragt dann das Geſpreng/ fo if ſolcheg nicht uſchelten Dann ſie mehr von zierung/ dann von nohtwegen hinzugeſetzt. Der Architrah iſt als hoch als de Stuͤrtzel vber der Thuͤre. Das Frieß wird gemacht/ wie zuuor bermeldt iſt. Das Karnieß ſol etwas höher ſeyn dann der Architrab: die anderen Glieder außgetheilt nach obgeſetzter lehr, Das Geſpreng mag höher oder nidriger gemachet wer» den/ wie es dem Architerto gefalt. Diſe Figur kan zu bil andren ſachen dienſtlich ſeyn. Die hoͤhe im Liecht mag nach gelegenheit verandert werden. Von doppler vierung if ſie allzeit am ſchoͤneſten. Das VL Cap, Das Vierdte Buch rn rn,.. A].—— 5 fffffffftffttft⁊ḡtttttGu* EL f 7 Il, ö ALL ZZ SEB.SERLIL Von der Jonita 8 Leich wie ich zuuor die Thuſcana vnder die Dorica vermiſchet hab/ alſo wil ich die & Somicaallhie laſſen in die Thuſcana lauffen. Diß kan aber nicht an allerley Joniſchen Wercken geſchehen/ ſonder muß verſtand vnd vnderſcheid darbey gebraucht werden. Jluſſen auff dem Landt oder auch in den Stetten an Gebewen/ ſo der Erden gleich ſtehen mag es Paſsieren. In was ohrten man fie brauchen wil, es ſeye ſchlecht oder qußgeladen/ wie die Grundlegung hiebnden anzeigt, ſol die Proportion ſeyn/ daß die hohe im Liecht von Doppler breyte ſeye: die dicke des Pilaſters ein achten theil der wehte im Liecht habe/ die dicke der Kolumnen ein Vierdten theil: jhr höhe neun theile mit dem Schafftgeſimps vnd Capital, Der Bogen getheilet in dreyzehen ein quart/ welches quart dem mittelſten Schloßſtein ſol zugegeben werden. Der Architrab /Frieß vnd Karnteß halten zuſammen ein Funfften theil der Golumne: getheilet in Eylff theile/ vier feind der Architrab/ dre das Frieß/ vier das Karnieß,. Das vbrig ſihet man gnugſam auß der Figur. 1 {| | Das bierdte Buch, Fol ch . r 1 AM A U 2. i ,,, NANIKSERNTKANT EINE DEKATEMKETERGASKEREEUUN Elin |. 7\== ( 1 4} | 1 4 2 J . 83* =— 38 K—— —— 8 w— 4= 8 . S . ZZ= 2= ö A= “|— 2 SEB. SERLII. Von der Jonica C SE Dh: nachvolgender Thůre iſt zwar nicht von doppler Proportion/ wie mehrtheils & ate, ſo h bißher gezeigt habe/ aber drumb gleichtwol nicht falſch, ſonder mit fleiß alſo gemachet/ weil es ſich nohlhalben hißwerlen zutragt/ daß man die rechte hoͤhe nicht haben kan ſol ſo nſten die dopple Proportion allzeit alten andren fuͤrgezogen wer den. Die veyte ʒwiſchen enten band dem anderen Pilaſter if von drey theilen, die höhe von Günffen: Die iweyte darnach in fuͤnffgetheilet feind zwen theile zum gantzen Pfeiler fo zwen Pilaſter begreifft/ ein theil zur Colum nen aͤlſo daß jeder Pllaſter halbe Kolumnen diche habe. Der Bogen onnd ſein Poſtement ſeye von derſelblgen höhe/ gemacht wie am Theatro Martelli mit T gezeichnet. Die höhe der Colümnen mit der Baſe ons Capital iſt von neun theilen gemachet wie oben gelehret. Die Thuͤre in der mitte iſt halb als wein, als der Platz iſt zwiſchen den Pilgſtren/ jhr hoͤhe wird alſo gefunden: Wen der Pilaſter von einen Sech ſten iheil der weyte der Thuͤre gemacht/ vnnd das Karmeß der Poſtementen des Bogen/ nach der Richtſchnur in gleicher höhe geſetzt/ vnd das Frteß ein Vierdten theil kleiner dann die breyte eines neben Pfoſten oder Blatten der Thuͤre gemachet iſt/ ſo findet ſich die hoͤhe im Liecht ſelbſt/ ein wenig minder dann dopplet gepierdt. Das Geſpreng oben auff wirdt gemachet/ wie oben bey der Dorica gelehret iſt: Der Architrab/Frieß nnd Karnieß halten ein vierdten theil der Kolumnen hoͤhe/ nach obgeſchriebenen Reglen außgetheilet. Die andere Ordnung daroben, iſt ein vierdten theil nidrer dann die vndere: der Architrab/Frieß vnd Karnick halten diſer hoͤhe ein Fünfften theil/ iſt ein vierten theil der Columnen hohe: von der abthen ung aller Glieder wirſtu außfuͤhrlich bey der Compoſita finden. Dic Fenſter mit den Bogen haben hr weyte der Thuͤren gleich, alfo auch die Pilaſter vnd Bogen: jhr Höhe von drittha ber vierung mehrer heytere wegen. Die olumnien feind flach oder gevierdt/ ein vierdten theil Fürker dann die vndren. Die breyte der Muſchlen oder halben Rundungen zwiſchen den Columnen onnd Fenſtren haltet anderthalbe Solumnen dicke/ jhr hoͤhe vier Columnen dicke. Was vbrig iſt⸗ findeſtu bey eines jeden theils Drönung, als von der Corinthiſchen manier bey der Ordnung Corinthia. Oben auff dieſe Ordnung mag ein Gang gemacht werden, für dem Waſſer wol verſichert/ mit einem gelaͤhnſiuck von zimlicher hoͤhe/ mit der Bruſt oder den Armen darauff zu ruhwen/ wird diſem Baw ein groſſe zierung vnd den Eynwohneren treffliche komligkeit bringen. Sol ya — al m ö—— 1. ffffffff ff rf fffffffff nnn ſ ff ſ VI m m. FETT TITTEN BETTEN AT DIT ———— = IJ . I , . LE "UEFA ML Das Vierdte Buch 4 ſfſffſifWͥUsuVaa | ili tim e,, SEB. SERLII. Von der Jonita EA ZEweildife Joniſche Ordnung wie anfänglich gemeldt. von einem Weiblichen 2 Goͤrper her genom̃en iſt fe kan man auch ſchoͤnẽ Famin machen mit der Jonica geziert. Wenn die hoͤhe des offnen theils nach gelegenheit des Platzes genom̃en iſt/ werde die gantze höhe vom Pflaſter biß onder den Ilrchitrab in acht theile getheilet/ nach art der Kolumnen/ an deren ſtatt dieſe wundergeſtalte Kragſteine geſetzt werden. . Der Architrab/ Frieß vnd Karnieß halten der hoͤhe ein vierdten theil: Die Taffel oder Blatten auff dem Capital, welche den Architraͤb vnd Frieß bedeckt, glaub ich daß ſie etlich Antiquen alſo gebraucht haben mehrer weyte halben zu einer Vbergeſchrifft/ oder auch daß ſie newer fachen begirig waren, welche doch zu machen oder nicht zu machen/ ſteht in freyem willen des Werckmeiſters. Die andre Ordnung mit den Dephinen, iſt zweyer vrſachen halben gemachet, für das er ſte/ daß das gMeun dloch des Camins fo den Rauch empfgher,/ deſto groͤſſer vnd weyter wer de/ zum andren daß die Pirrami dab oder auffgeſpitz te Form ihm hetzommen werde/ vnd ſteht diß auch zu Freyem willen vnd gefallen des Architect! zu mehren oder zu min dren nach gelegen heit des Ohrts. Das Dierdte Buch. Das VII. apitel . ST — SS w CA 8. j 9 M. f A DD , le h. „ . *. 8. 3,. /,, User SEB.SERLIL Von der Jonita A ander Manier eines Saminsiftfehr komlich in ein klein Gemach zu gebrguCH chen, etwas nidrer dann deß Menſchen angeſicht, damit das Femr fo den AuSe gen ſchaͤdlich/ den vbr igen Leib deſto baß ertwarme/ Die weyte haltet ein Perferte vierung: der Pilaſter ein ſechſten theil der weyte: die kleine euſſere blaͤttlin/ ein ſiben den theil des Pilaſters der Pilaſter in zwoͤlff getheilel/ drey ſeind zur erſten Blatten/ vier zur andren/ Fůnff zur dritten. Man kan fie auch mit dem Staͤblin zieren/ wie man neben auß geſetzet fihet, Dle hoͤhe der Sch norckel iſt als vil als die breyte der drey Blatten in drey gleiche theil getheilet/ iſt ein theil zum Frieß mit der qußkaͤlung/ der ander zum Stab mit den Staͤblin/ der dritt zu den Schnoͤrckelen/ welche auh wers dem Geſimps gleich inab hangen/ jhre Blaͤtter aber oder Laubwerck bißzum Architrab hinun der reichen ollen. Das gantz Hauptgeſimps mit den zwen Karnießlin halten in der höhe als Dil als die andere vnd dritte Blatten mit ſampt den kleinen Blaͤttlein: ein jedes theil iſt ſeiner höhe gleich/ außgeladen Diſe Jorm hab ich im Werck alſo gemachet/ vnd hat jedermennihlichen wolge fallen. Da ſie aber villeicht noch zu vil Sparium eynnemmen wurde/ mag der Pilaſter von einem achten theyl der weyte gemachet werden, alsdann wird das Werck etwas reiner vnd zarter ſeyn. Das obriſt theil iſt nur zu mehrer zierde hinauff geſetzt/ mag der Architectus machen oder nicht/ dann diß gantz Werck ode. die cher Drddickeber Marr zuſtehen. Es konte auch auff ein Fenſter oder Thur van ſol nung dienen/ ꝛ. Hie Endet ſich die Jonica volgt die Corinthia · Das Vierdte Buch; ( Das VILSapiteh Sol lz, — — SS ) SE . . ff Bon der Corinthia vnnd ſhrer Zierung. Das VIII. Capitel. KLOSE Strudius in feinem vierdten Buch im Erſten Capitel/ tractiert in diſer Corin. thiſchen Ordnung allein von dem Capitaͤl/ als wenn er damit anzeigen wolte/ .. wen ſolches auff ein Joniſche Saul geſetzt wurde/ were es ein Cotinthiſch werd: pri iwie wol er auch im 2. Cap. von dem Vrſprung der Kragſteinẽ redet vnder dem Hauptgeſimpg fo gibt er doch weyter von den andren Gliederen kein ſonderbare Kegel, Die Ilten Römer aber/ fo hren luft an diſer Corinthia gehabt/ haben die Baſe diſer Columnen ſehr zierlich vnd vberfluͤſsig an Gliedren gemach et/ wie das koͤſtlich Gehew ans zheon außweiſet. Die Corinthiſche Saule fol nach gemeiner Regel von neun theilen mit ſampt der Baſe vnd Capital gemachet werden: das Capitaͤl als hoch/ als dick die Columne daniden iſt die Baſe halb als vil. Die höhe der Baſe in vier gleiche theile geſetzt/ iſt ein theil der ober Stab/ aber der vnder ſtab ſol ein vierdten theil mehr halten: was bleibt/ werde in ʒiwen gleiche theile abgetheilet/ iſt ein theil zur vndren holkaͤlen mit jhrem Staͤble vnd zwo blaͤttlin/ davon das Staͤble ein ſechſten theil haltet das vnder blaͤttle ein halben theil des Staͤblins: dz ober blaͤttle zwen drittheil des Staͤblins. Das ander theil fol auch alſo abgetheilet werden nemlich das ſtable haltet ein ſechſten theil/ fein blaͤttle halb als vil/ das obre blaͤttle ein drittheil mehr. Die außladũg der vndren Blattẽ fo fie oberthalb andren Columnen ſteht/ ſol ſie der Jonica gleich ſeyn/ ſteht ſie aber vnden am hodẽ/ machet man ſie nach der Dyrita/ vnd wie oben gemeldt muß ein Werckmeiſter nach ges legenheit deß ohrts dahin fie geſtellet wird allzeit wiſſen ihr etwas zunemmen oder zugeben. Steht fie vnder dem geſicht/ kompt fie auff diſe weiß wol/ aber oberthalb dem geſicht/ muͤſſen die Glieder fo durch die höhe vnd andre fuck nicht gantz ins geſicht kom̃en/ etwas groͤſſer gemachet werden. Wird fie ſehr hoch geſtellet muß fie ſchlechter ſeyn vnnd weniger Glieder haben/ tie man ſihet daß hierin der Architectus/ſo das bantkeon ges machet/ ſehr fuͤrſichtig gehandlet/ vnd die Baſen in der andren Ordnung der Säulen, wol mit zwo holkaͤlen/ aber nur mit einem Staͤblein gemachet hat. ,, inferior, Das Vierdte Buch. Das Vill. Cap. Fol. xl, A Et vrſprung des Corinthiſchen Capitäls iſt erſt⸗ i; 866 WM lich von der geſtalt eitzer Jungfrawen von Co⸗ ö Ce rinthia genonnen wordẽ/ wie ſolches Vitruvius in feinem 4. Buch im 1. Cap. weitleuff ig beſchreibet/ welcher luſt hat mag es daſelbſt leſen. Ir gebrauch mag ſeyn an Teinplen zu chren der H. Jungfraw Maria oder ans D. der ch deren Heiligen Jungfrawlichts Stands/ gebawet/ auch lümẽ die an Heuſeren Begraͤbnuſſen oder Epitaphten deren fo ein cke wiezn. heilig vnd ehrlich leben gefuͤhret. Aber ich wil von der ſa⸗ vndſters che ſelbſt reden. Die hohe des Capitals fol als vil halten/ als die Columne vnden dicke iſt. Die obre Blatten halte ein ſibenden then ſolcher Höhe, Das vbrig in dreh theil getheilt iſt ein theil für die vnderen Blaͤtter/ der ans der für die mittel blaͤtter/ der dritt für die ſchnoͤrckel. Zwiſchen den ſchnoͤrcklen vnnd den mütleren blaͤttrrn ſol ein ſpacium gelaſſen werden für die kleineſten blaͤtter/ auß wel PE chen die ſchnoͤrckel herau wach ſen. Das bloß Capital mit B. gezeich net haltet vnd en als vil/ als die Saul oben dick iſt. Vnder die obre Blatten wird ein guͤrtle gemacht/ halb als hoch als die Blatten iſt. Vnder die Rlattẽ wird ein guͤrtle gemachet/ võ halber höhe der Blatten. Die obre Blatten in drey getheilet ft einer das Karn ieß le mit dem leiſtlin/ das vbrig für die vnd ere blatten. Vn der die vier ecken der Obren Blatten werden die gröſſen ſchnoͤrckel gemachet, In der mitte der obren Blatten ſeye ein Blume gemachet/ als groß als die Blatten dick iſt/ vnder welche die kleinen ſchnoͤrcklen ſollen die mittelſten blaͤtter gebieget ſeyn zwiſchen welchen die kleinſten blaͤtter herauß wachſen vnd auß diſen entſprieſſen die Schnoͤrckel. Der mittleren wie auch der vnderſten blaͤtter/ ſollen in der Zal acht ſeyn/ in einander gefuͤgt wie die Figur C. auß weiſet. Die weyte der ohren Blatten von einem eck zum anderen haltet zwen Diameter der Saͤulen daniden: ſolcher Diameter in ein vierung geſetzt/ vnd ein Circkelriß herum̃ geriſſen der alle vier ecken betreffe/ hernach abermal auſſerthalb dem groſſen CEirckelriß ein ander Vierung gemachet vnd durch die Creutzlini auß einem eck zu dem anderen getheiler/ fo zeigen dir ſolche linien die enge der zwen Diameter/ wie der Text Vitruvij ſagt. Demnach von der lini B. C. mache ein perfecten Triangel/ ſo wird auff dem X der Punct oder centrum ſeyn/ die Blatten zu kruͤmmen. Das ſpacium zwiſchen dem groſſen vnnd kleinen Circkelriß in vier theil getheilet/ ein theil derſelben. bleibt vber dem A die vbrigen drey werden alſo wegenom⸗ 1) IM men/ daß der ein Fuß des Circkels auff X. der ander auff.. A geſetzt werde/ vnd alſo vmbgeriſſen von B. zu C. wo(.= dañ dieſelbe runde lin diezwo ſeyten des Triangels anvuhret/ daſelbſt ſeind die ecken des Capitaͤls/ wie die Figur D. anzeiget. Auff diſe weiſe kompt die obre Blatten des Capitaͤls in wagrechter ini mit der vndren Blatten der Baſen. g. blum geſimbs od capit. fhnerch, kleiſt bie mitt. bla. vnderſte blatt C der co lum dis —(fe wie ö oben. S EB. SERLII. Von der Corinthia Ca, DN dem Architrab/ Frieß vnd Karnieß dier=— 8 G CEoninthia/ gibt Vitruvius wie im anfang di J O ſes Capitaͤls vermeldt, kein dergleichen maͤß oder Regel/ wiewol er das herkommen der Kragſteinen melbet/ welche man nach allerley manier der Karnieß machen mag wie man in den Antiquiteten ſihet. Damit ich aber ordenlich fortſchrehte/ vnnd nicht zu went von der Lehr Vitruvij abtrette/ fo wil ich auff diß Capital die zierung der Jonick ſetzen/ vnd die ſtablin im Architrab hinzu thun/ vnnd ein viertel eines ſtabs vnder das Hauptgeſimps/ wie etliche Werckmeiſter in Rom gethan haben. Derhalben fo iſt der Architrab allhie gemachet/ wie bey der Jonica ſiehet: under der mittelſten Blatten iſt ein ſtaͤblin/ von einem achten theil derſelben Blatten/ deßgleichen auch vnder der obriſten Blatten von einem achten theil derſelben/ in Paternoſters weiſe gearbeitet wie man in der Figur ſihet. Wen das Frieß mit dem Karnieß le ge ſetzt/ deß gleichen auch die Schaffszaͤne mit jrem Karnießle/ ſo fol man das ſtaͤblin oder viertheil einer wel= len hinauff ſetzen in ſolcher höhe als die erſte Blatter. iſt/ welche von wegen der auß ladung vnd außgehawener arbeyt groͤſſer dañ die mittelſte Blatten ſcheinen wird Oben vber den Stab/ ſetzet man die Blatten Karmeß vnd Hauptgeſimps/ wie bey der Jonica gelehret iſt. Mañ ſindet das etliche Werckmeiſter zu Rom etwas fraͤuenlich daher gefahren/ vnd haben nicht allein ein Staͤblin vber die Schaffszaͤne geſetzt/ onder aut= Kragſteine vnd Schaffszaͤne in ein Karnieß zuſß m=== k men gefuͤgt/ welches Vitruvius ſehr ſchiltet in feinem;| Vierdten Buch im andren Cap. dañ diſe zwey ſtuck. fr mögen gar nit bey eynander ſtehen/ wie ich auch felb?, ſie in einem Karnieß nicht leiden wolte/ vil weniger..| machen/ vnangeſehen daß man deren vil in Italie Ka findet. Aber formlich hievon zu handlen/ fo finde ich ff Er ein general Regel nemlich daß die hohe der Column ZA i. mit ſampt der Baſe vnd Capital getheilet werde in. theile/ iſt ein theil für den Architrab/ Frieß vnd Kar— ä= nieß/ vnd vergleichet ſich ſolche hoͤhe mit der Dorica. Diſer 4 theil in zehen getheilet/ ſeind drey der Architrab/ getheilt wie zuvor vermeldt iſt/ drey das Frieß⸗/ vie r das Karnieß. Dieſe vier aber in neun getheilet/ iſt ein theil das Karnieß le vber dem Frieß/ zwen das ſtaͤb lin mit feinen leiſtlin/ zen für die Kragſteine mit jrem Karnießle/ zwen für die Blatten zwen für das Haupt| geſimps/ die außladung von allen iſt wie vor vermeldet. Mañ mag auch den Architrab Frieß vnnd Kar ⸗··———Z nieß von einem Fuͤnfften theil der Columnen hoͤhe mach en/ wie Vitruvius im Fünfften Buch im ſibenden Capitel von den Theatren ſchreihet.; ——— 6 Das Vierdte Buch. Das VIIL Gap. 8 der Goꝛinthiſchẽ Saule wirt gemacht in maſſen auch pon anderen geſagt iſt/ auch nach dem fie hoch iſt: iſt ſts bon 16. Schuhen innerwerts fol ſte hben in s. the verIingt wer den nach voꝛgegehener regel. Die kalñg ſol nach der Jon ick ge ein dritten teil hol ſeyn/ wie man hie nebenſetts ſiher. Oz hauptgeſtm ps iſt one Kragſtein der Auch: trah iſt von halber dicke der Saule: ez Frteß weil es geſchnitten,/ Fomipt ein vierdtẽ theil groͤſſer/ dan n der Alrchttr ab. Di Karnieß,/ one dz Karn ie ß e vt er dẽ Frieſen/ iſt als hoch als der Arch: trab. Die hohe von allen iſt ettvas minder/ dan dz fuͤnffte teil der Sanle Iſt die außladung des Hauptkaꝛnieß gering/ wird es höher ſcheinen als es an jm ſelbſt iſt/ wird auch des. ſto minder beſchtweret ſeyn, darguff ein weiſer Werckmeiſter achtung ges bẽſol/ vñ jm erwellen/was jm am bez ſten fuͤrſtandig iſt/ jedoch dz er nicht von der lehr Vitrupi vñ guten Antiquen ſchreyte. Hat diſe Saule eines wol geproportionierten Poſtemẽets von nöten mag daſſelb alſo ge machet werden/ dz die breyte in drej theil getheilet/ bñ noch z. in der hohe dʒ iſt/ ein vierkat vnd wen drittheil hinzu gethan werden: dieſelbe höhe in 7, getheilet, einen derſelben ſetzt man zu der Baſe/ auch einen zu dem obren Karnieß/ alſo das vberall z. theil darguß werden, gepropoꝛtioniert nach der Saule Von den Paꝛticular gliederen wil ich hernach inſonderheit hand en mit fůͤrꝛeiſſung etlicher ſchoͤnen Antiquen/ von wel chen man das maͤß am beſten nemmen kan. M i m Je bänchnng oder gerſüngtlig 2 , Ss: k SEB. SERLII Von der Cor ia n Nder anderen Antiquiteten des Corinthiſchen Wercks/ ſo in Ttallen geſehen we den if AS nach meinem beduncken eines der fuͤrnembſten das autheon zu Nam bnnd der Triumpf Sch wybbogen an dem Haffen zu Ancona, deſſelben Schiryh bogen& pt:Al iſt hieunden geſetzt mit A gezeichnet/ mit gantz eygẽtlicher Propoꝛtion auß der groſſen Form abgeſetzt Sein hohe aber vberſchreytet etwas die lehr Vitrr vin vergleichen ſich doch nicht deſtoninder alle glieher ſehr wol zuſam̃en Woͤglich iſt es daß Vitruvij meinung geweſen/ daß die Höhe des Capiraͤls ſolte Folumnen dicke haben ohn die obre Blatten; aber der Text Vitruvij ſchein t allhie gefa ſcht ſeyn weil ich nicht allein diß Gapitaͤl, ſonder auch andere mehr in ſo cher Proports gefun den hab. Die Columnen diſes wercks ſeind gekaͤlet/ wie man hieunde ſihet Das Poſtement mit der Baſe darauff iſt auch ein glied deſſelben chwybbogen. Das Karn eß hienchen iſt gefunden worde zu Nom I for tranſitorio. Das mit* gezeichnet iſt ſehr artlich für ein Coꝛinthiſch Kar nieß ohne Kragſtein. Das mit B. iſt etwas ſchoͤner: das mit(. iſt das aller ſchlechteſt nicht alleine wegen der gedoppleten theile niderwerta/ ſonder auch der geringen außladung. Die Baſe eines Poſtements mit). gezeichnet iſt nach meinem heduncken ſehr ſchoͤn, wie auch das Baſemen! mit. ſchetze es ſeye ein fuck geweſen/ etwwañ an einem Gebaͤw zuſam̃en geſetzt. Diſe Stuͤck abe mag man an der Foꝛinthia gebrauchen/ wie ich auch dergleichen an der Jonicg geſehen. Der Arch rab iſt zu Veron an einem Schwyhbogen, deren Blatten weil ſie der lehr Vurupij zu wirr ſiehen/ hab ich vnderſchieds halben hieher ſetzen wollen. 2 — ZZ Illi ff mn k fn I fffff inf Das VII]. Gap. 7 . | | I U / m 1 . . | = & ö I Ss * 29 8 6 S EB. SERLII Von der Corinthia ö OM Sorinthiſchen Thuůͤren/ tractiert Bitruviug durchauß nichts, wil mich derhalben der X. Antiquen behelffen/ die man noch im weſen ſihet. Die thür 3.. wird an einem runden Tempel Korinthiſcher art Tivoli am waſſer viene gefunden/ iſt oben ein achten theil gemindert. Die höhe im Liecht iſt mehr dañ dop ple vierung die andren glieder ſeind nach der gröſſe geproporiohiert. Das Fenſter T.*. iſt am ſelbigen Tempel oben gemindert wie die Thür, Die Pilaßſter ſeind in rechter Proportion, welche man mit dem Circkel leichtlich finden kan. Das anber Thor*. iſt am Pantheon zu Rom auch Korinthiſch 3. Ilntiquiſche Palmen breyt, die hoͤhe/ 16. man ſagt auch daß die ſeyten Blatten bon eim gantzen fuck ſeinð/ wie ich dañ auch nit anders hab ſehen koͤßten: die breyte iſt ein achten theil der weyte/in den ſeyten vß guter dicke. Weil man aber daß voꝛder theil nicht ſehen kan/ ohn auch ein von der ſeyten fo ſcheinet es vil breyter zu ſeyn/als es im werd iſt. Diſes Thor kompt feiner hoͤhe halbe nach der Bleywag/ nichts gemindert/ wie zuuor von den andren genteldt iſt. Die Baſe oherthalb dem Thor iſt wie die an der flachen Columnen ober ver erſten Ordnung/ ſo ich an die Corinthia gefügt hab. N . 6.— ; N 8 &i .; f R ⸗ J ö I |;=. 21 D Ci > . * 3 — — ß, nnn, dug IIIAS06 FA SEB. SERLIL Von ber Hor inthtn d Alchvolgende Thuͤr, Corinthiſcher man ier, wird APalelina gefunden; jr wehte haltet zwo vierungen die Pilaſter ſeind breyt ein ſechſten theil der weyte/getheilt wie AT obgemeldt. Das Fricß haltet ein vier dten theil nnehr dan der Ar chitrab. Die ohre . mit dem vbrigen iſt dem Architrab gleich/ getheilet wie man in der Figur ſihet Die Kragſteine hangen ſo nider wie die Sigur zeiget Das Sefpreug der Thüreniftges machet/ wie oben hey der Dorica in der andren S Iigur permelbet worden, 1 ff FAZ ZZ; S ö ö] WE ZZ SIR A MN. f ö 2 8 9...' ö. ö n 3— ö K—r— 16.. RE. ha) ir Mn. A HN k—= 8— HL;,.—— 8— 2— K— D I K*=; —— A ,, ,, 9 ö==, ,,... J K l ö. m In(.. ,, Ss ö,. h, ö.. ö G ö K 3 8 7 eu| SE . k 5 ö . A mm, WX——————— | ..* Das vierdte Buch. Das VIII. Sapitel ren, W B wol nachfolgendes Thor vnderſchiedlich iſt von allen ander en, ſo ich jemahlen Y 3. doch ſ. vnd anſichtig: wird in Italig gefunden/ an eiS nem Antiquiſchen Tempel nicht went von Spoleta/ Gorinthiſcher Art Von ſeiner Proportion wil ich nichts ſagen/ ein jetlicher kan ſie leichtlich ſelbſt mit dem Circkel finden. 4. ©, \ ———. 8 ———— 1, EEE EL e . | —<< 8 2 — — ö | | 2. em,. 2/ // — K,,, ,,,,,, e D SS 8 . . 58 EB. SERLII Von der Corinthia MC die Cerinthla ſchon vnd jeder man wolgefellig/ wil ich ſie mit mehr Ereinplen erklaAN Fren/ auch etlich gemeine Regel darvon geben denen zu nutz Welche an meiner arbeit ein 77 gefallen haben. Damit die Alten WMerckmeiſtet hr Werck wärhafftig vnd gleich als vnvergaͤn glich macheten haben ſie den Pfrlleren/warauff die Bogen ruheten/ ein gehuͤrliche dicke geben. Daher ſihet man an nachfolgender Figur/ daß der Pfeiler vornen her in einor breyte mit dem Bogen iſt/ fein dicke aber haltet ein vicrdten theil minder. Die dicke her Kolumnen iſt ein ſechſter theil des Pfeilers: die Muſchlen zwiſchen den Saͤulen halten in der weyte ziro Columnen dicke: ihr hoͤhe iſt etwas minder dann zwo vierungen: die oͤhe deß Poſtements von drey Columnen dicke: die hohe des Bogen von zwo vierungen: die höhe der Saulen mit jhr BDafe vnd Capital bon neun theilen ein halben: die hreyte deß Bogen mit den Pilaſtren don halber Kolumnen dicke: das Poſtement ſo den Bogen tregt/ von derſelben höhe, gemacht wie bey der Jonicg von dem Theater Marcelli geredt/ vnd dienet zugleich für ein Karnieß vber der Thůren. Die höhe im Liecht ſol alſo gemachet werden/ daß onder gemeldte Karnieß der Architrab auch von gleicher hoͤhe ſeye: von dannen niderwerts werde in zwen gleiche theile getheilet/ einer derſelben iſt die weyre im Liecht: es ſol auch das Karnieß der Thuͤren in gleicher Hohe mit den | | | Fenſtren kommen vnnd das Fußgeſmmps fol auch gleichlich vnder die enſter kommen: das maß der Fenſter im Liecht wird nach der vbereckten Creutzlim genommen: die Pilaſter oder Neben pfoſten halten ein ſechſten theil der weyte im Liecht. Die Partitular Glieder des Doc ſtements. Baſe vnd Cap itaͤl/ werden gemachet wie anfangs diſer Ordnung vermeldt. Oben auff die Columnen wird der Architrah/ Frieß vnd Karnieß geſetzt/getheilt wie zuuor gezeiget. Die andre Ordnung iſt ein vierdten theil mdrer dann die erſte/ vnd alſo die andren Glieder dem ſelben nach in gleicher Proportion. Das obriſt theil ſetze ich nicht fuͤr ein volkomnẽ Ordnung: Deſſen hoͤhe iſt als vil als weyt der vnderſt Bogen iſt: das Karnieß/ ſo gleich für ein Architrah Frieß vnd Karn ieß dienet/ ſol ein Fuͤnfften theil der höhe diſer Ordnung halten/ deſſen maſſem kan man von den Doriſchen Capital nemmen. Zu mehrer zierung mag man ein Thach hin auff ſetzen, welches in die mitte gefuͤgt, den halbrundungen kein ſonderliche geſtalt geben wurdeman lieſſe es den in die runde ahlquffen.|\ | M inn. ) J —— — RJ. n el SEBSERLIL Von der gorinthia em.,€ höher der Boden oder das Pflaſter eines Tempels von der Erden gehebt iſ/ e ! ſtallicher der Bam wird wie man ſthet daß die Antiquen altz eit fleiſsig gethan haVwbenwiewol bey jhnen ein andere Art der Templen breuchlich geweſen/ dann aber die nachvolgende obſerpect haben: Die Antiquen macheten nur ein gantz Corptzs alleine weir Chriſten aber theilen gemeinlich die Tempel in drey theile/ geben einen der mittevnd zwen den ſeyten/ vnd wer den auch die Gappellen bißtveilen auß wendig an die ſeyten gemachet/ wie der Grund hieni den auß weiſet. Die weyte diſes wercks iſt von 2 theilen| einer derſelben theilen iſt die dicke einer Columnen: der mittelſt zwiſchen platz der Saͤulen iſt von ſiben theilen: die groͤſſe an den ſeyten/ von hier ein halben: den/ wa die halbrundungen ſeind/ von zwen theilen/ damit alſo die 3 theile außgetheilet ſeind vnd auffgehen. Der Bogen mit den Pllaſtren ſeind ein halbe Columnen hreht: die weyte der Thür iſt von drey theilen ein halben /jr hoͤhe von ſiben theilen: das Poſtement vnder dem Bogẽ iſt als breit alsd hoge Die hoͤhe des Poſtemẽets der Colũnẽ iſt võ dreh theilt. Die höhe der Colünẽ mit der Baſt v Capital/ von neun theil Fein halbe. Der Architrab Frieß h ñ Karnieß ſollenvon eim vierdten theil der Columnen höhe ſeyn/ vnd alſo weyter von den vbrigen Gliederen ſol man die erſte gegebene Regel halten. Der Fenſter halbrundungen ond andren ſtucken abtheilung kan man auß der Figur ſelbſt begreiffen onnd abmeſſen. Die andre Ordnung ſol ein vierdten theil kurtzer ſeyn dan die erſte/ vnd alſo auch alle glieder gemindert: aber der Architrab Frieß vñ Karnieß werden in drey gleiche theile geſetzt/ tie auch hiebevoꝛ bey and ren Figuren geſagt iſt. Das obriſt Geſpreng fol gemachet werden/ wie Vitruvius in der Doriſchen Ordnung davon gelehrt hat. Die zwo ſeyten ſo theils zur Zierung theils zu ſchirmung ſtehen ſollen ein vierdten theil eines Circkelriſſes haben/ dawbon das Centrum A vnd B. iſt: Solcher ſtucken mag man auff etlichen Bogen /ſo die Cappelen ſcheiden/ eines ſetzen/ vnd dienen zu ſterckung des mittelſten Wercks/ mag auch daſelbſt das Waſſer vom obren Dach deſto komlicher hinunder lauffen, 8 * ZZ 8 '. Ad J Das Vll Cap; Jol. / ö 3 . ö. ö 22 ZU u en MELDE—————— . H num, irren nnn 1 e. ö MUMIIIIIUII[IũũUMI nul EN MITTEN U | | lll I | Ex — 1 ü,, II =} . kö ö SEB SERLII. Von der Corinthia = KE abtheilung nachfolgendes Wercks iſtalſo: Der Pfeiler iſt vom dritten theil ö. der weyte des Bogeng/ die dicke von einem ſechſten theil. Die dicke der au iſt auch fo vil: jhr hoͤhe mit der Safe vnd Kapital/ von zehen theilen ein halben: Der Bogen/ Pilaſter vnd Poſtement von halber Columnen dicke: die maſſen des Poſtemẽts mag man von dem Doriſchen Capital nem̃en/ vnd die Glieder veraͤnderen: Es dienet für ein Karmieß ober der Thuͤren ond zu vnderhaltung der Fenſter vber den Ecken. Der Bogen iſt von drey theilen in der breyte vnd fuͤnff in der Höhe,/(dan zun zeiten iſt von noͤten daß er laͤg vñ vertruckt ſeye/ wie du ſiheſt) die Thur ſol gleiche Proportion haben. Die Thtuͤrpfoſten halten ein ſechſten theil der weyte im Liecht. Wil man die hoͤhe der Bogen von doppler Propoꝛtion machen/ ſol die Thür auch alſo kommen/ die Kolumnen aber Das ben von noͤten eines groſſen vnd ſtarcken ſteines vnder der Baſe/ wie man in den Antiquen warnimpt. Die höhe des Architraben/ Frieß vnd Karnieß ſolvonz wo Kolumnen dicke ſeyn getheilt wie in der erſten Regel gelehrt/ offt auch nach der Manier etlicher vor gezeigten Antiquen. Dieweil aber das Spacium onder dem Bogen an biß zur obren Vuͤne/ welches grad das flache des Karnieß iſt) villeicht zu groß wurde/ als daß es möcht Creutz weiſe gewelbet werden fo dunckts mich gut ſeyn/ hinder die Saule ein Boögen zu machen vnd alsdañ etlich Spacium in einer runden hauben geſtalt zuwelben/ wie man im Grund daniden ſihet. De hoͤhe der andren Ordnung iſt ein vierdten theil kleiner dan die erſte/ alſo getheilt/ daß der Gang in feiner hoͤhe zwo der vnderſten Columnen dicke habe: von dannen abwerts fuͤnff theile gemachet/ wird einer dem ArchitrabFrieß vnd Karnieß gegeben/ vier ſeind für die Kolumne Die Bögen mit den Pilaſtren ſeind von halber Columnen dicke/ im vbrigen werde die gemeine Regel gehalten. Steht das W eckan eim freyen ohrt/ wie durch die Eck angedeutet wird/ ſolt es zierlich ſeyn/ auff das ohriſt Karnieß ein. zu machen: zur verſicherung aber fuͤr regen/ ſchne vnd efroͤſt/ iſt fuͤr allen dingen võ noͤten ein gewelb oder Eſterich zu machen(ehr welgefehlole 6 vnd etwas haldende des Waſſers halben/ aber am aller ſicherſten wehre es mit bley gedeckt. Wiewol aber gute vnd rechte Werckmeiſter Saͤulen oder Pfeiler auff einen ledigen platz geſetzt/ perwerffen vnd fliehen/ ich auch ſelbſt die nicht loben ſolle/ſo hab ich doch, weil ich deßgleichen zu Rom am Porticu Pompei geſehen/ aber nach der Dorica gemahet/ ſolches allhie hinzu ſetzen vnd fuͤrꝛeiſſen woͤllen/ od es villeicht jemanden möcht auch ‚gefällig vnd dienſtlich ſeyn.. h, B N 8 NN — 7 , . 0 0 ACH DD—— 2—— —— CIE AM CD—————— 6 DM DE— H— 2—————— ZZ ZZ ZA 2———————— * 1 — 2 2 . ZUR x ſſſ —— 2— rw — TITAN 7 im ————— 2 TE | In ill — ALTEN ||| 4} — ſſ 2 TE SEB.SERLIL Von der Corinthia S* Eil die Venetianer an jhren Gehewen mit der Corinthia ſich ſehr Herfür thun/ . on Thuͤren, Fenſiren vnd Gaͤngen/ fo hab ich dergleichen eines allhie ſetzen woͤllen an Liechtren vnd Gängen reich: hab auch Gaͤnge vber Gange geſetzt/ welche mehr komlichkeit bringen dann die außladungen vnd laͤhnſtuck/ machen auch den Dat mehr anſehenlich weil alle ſachen/ da die augen intwvendig hinguff kom̃en/ den menſchen vil mehr genügen bringen. Die abtheilung helangend, wird die hreyte in 30, theil e ge thellet deren einer die dicke einer Kolumnen iſt: Der mittelſt zwiſchen Platz der Saulen iſt von vier theilen, die andren alle von drch, damit die zo. theile recht auß gethellet ſeind. D.ehöhe der Saule mit jhrer Baſe ynd Capitaͤl von zehen theilen ein halben: der Architrab Frieß vnd Karnieß halten zuſammen ein Funfften theil der Columnen hoͤhe/ die Glieder getheilet in maaſſen zur or geſagt iſt. Die Fenſter halten im Liecht anderthalbe Kolumnen dicke, alle nach Schnurꝛechten Linien von oben biß vnden: Die erſten Jenſter aber halten drey theile in der breyte vnd vier in der hoͤhe/ die andren fo oben darauff ſtehen Haben jhr hoͤhe in Diagono oder vherecketen Creutz lini. Die weyte der Thur iſt von zwo Kolumnen dicke/ vnd die hohe von vier. Das Thuͤrgeſtell mit ſampt dein Airchitrab Fricß ond Karnieß werden gecheilet wie zunor auch von andren gefagt iſt/ Es ſol auch das Karnieß der Thuͤren/ den Fenſtren daniden gleichlich kommen. Die andre Ordnung iſt ein vierdten theil niderer dann die erſte; wenn die Laͤhnen mit den Baluftren oder gedreyeten Saͤnlen/ als hoch ſeind als ein Fenſter breyt iſt/ fo folder Beſt der hohe in Fuͤnff getheilet werden, ein für den Archttrab Frieß vnd Kagrnieß die andren vier für die Kolumne mit jhrer Baſe vnd Capital. Die hoͤhe der Fenſter ſeye von zwo vierungen/ mit den vbrigen zierungen werde es gehalten/ wie von dergleichen mehr hiebevor gemeldt iſt Es fol auch die Thür des Ganges, der vnderen gleich ſeyn. Die dritte Ordnung ſol ein vierdten theil kleiner ſeyn dann die andere/ vnd alſo die andren Glieder gleichlich gemindert/ die Höhe der Fenſter fol von doppler vierung ſehen, vnd allzeit höher dann niderer von wegen daß die hoͤhe ſich ſelbſt im geſicht abſtilet. Das erhebt ſtuck mit dem Geſpreng zu oberſt/ ſol in der hohe auch ein vierdten theil gemindert ſeyn/ wie von andren zuvor geſagt iſt. Der Alrchttrab Frieß vnd Karnieß halten diſer hähe ein vierdten theil. Das Geſpreng ſol gemachet werden/ wie oben bey dem Tempel ler Dorica geſagt iſt: im vbrigen fol man ſich allzeit nach den erſten Reglen halten. Ich ſttze hieynden keinen flachen Grund/ weil die Perfpetiva des Ganges alles klaͤrlich auß weiſet. Das Bierdee Buch. Das VII Sap. Fot. Mb lll n in ſſn ie iii k kö ö. K GU SS 8 1 8 ö . |— . . mn J X N 286 W QW N d— NSS————— VS n nn nnn, mln n nnn ff Illi ZN j{ | MI. Il HM ö lm ni i i nin iini ne mmi in mn nn nin i inn iſiip | Il.. imm ii ſ rn nn n r nnn nn nnr nnn,.] nnn TE EEE iii iini ie m imm n, 1 A ö II al inn, .;. nin n.I l —.—— / sr. SERLIL BonderGoriithia Ben iſt gemeldt/ daß ein Architect etwan Columuyen gnug hat aber in ſolcher kurtz/ daß er ſie ſchler nicht brauchen kan es ſey dann daß er denen durch fein fleiß vnd Kunſt zu hülf konte Nachvolgendes Werck aber haltet fich a o: Die weyte eines Bogen i won doppe ler höhe: Ein Pfeiler iſt vornen breyt die Delft von ſolcher wehte Von diſem Pfeiler drey thelle ein halben gemacht, derſelben theile einer iſt die dicke einer Columne. Der Zwiſchenplatz der . von einer halben Colum ne /ſo vil auch die Pilaſter mit dem Bogen halten. Die hoͤhe des Poſtements/ ohn die vndre Blatten/ iſt als bil als der gantz Pfeiler hreyt iſt: die Glieder werden getheilt/ wie ohen von dem Forinthiſchen Poſtementgeſagt iſt. Die hoͤhe der Columnen mit der Bafe vnd Capitaͤ/ iſt von eylff theilen/ welches wol pafsieren mag/ weil ſie nahe an einander ſtehen/ vnd mehr zur zierde Dan zu vnderhaltung eines gewichts geſetzt ſeind. Die hoͤhe des Archttraben/ Frieß vnd Karnieß haltet ein vierdten theil der Columne-ond ſollen in bleyrechten Linien mit den Kolumne alle Glieder eynſtehen/ außgenom̃en die obren durchgehende Blatten/ welche recht/ vnd gerad durchlauffen/ wie man ſihet daß die guten Antiquen alſo gebraucht haben/ vnd auch der Bramant/ ein Liecht der gantzen Bam kunſt ʒu vnſeren zeiten/ ein ſolch Wer zu Rom Beluedere gemachet Dat. Die wehte der Thur iſt von vier Columnen dicke vnd zweyhmahl fo hoch: Die neben Pfoſten/ Architrah vnd Frieß werden alſo gemachet/ daß das Kara nieß fo den Bogen vnder haltet, auch diene vber die Thüren vnnd Fenſter/ deren weyte ſol vom drey Columnen dicke ſeyn/ vnd die höhe von fuͤnff. Die andre Ordnung iſt ein vierdten theil kleiner dan die erſte, die gantze hohe in ſechs getheilet/ iſt ein theil für den Gang/ vier für das Spacium der Fenſter der ſechſt theil für den Archttrab Frieß vnd Karnieß/ getheilt wie hernach in der Oröͤnung Compoſita fol geredt werden. Die wweyte der Fenſter ſteht in wagrechten Linien mit den vnderſten: die hreyte iſt dopplet in der hohe. Mit den vbrigen zlerden/ ſo wol der Fenſter als halbrundungen fol es gehalten werden, gleich an einer ebenmaͤſsigen Thur in der 3 nica gezeigt iſt/ welche etwas lieblicher vnd zierlicher außgearheitet/ gibt ein Korintſch werd Die brehte der halbrundungen mit jhren Pilaſtren, ſteht in Wagrech o Kolumnen die wweyte davon in ſiben getheilet/fuͤnff ſeind für die halbrundung zwen fuͤr die Pilaſter. Die hoͤhe iſt von drey breyten,/ drumb daß fie weit vom Geſicht ſteht/ dadurch ſie etwas kůͤrtzer ſcheinet. Die kleinen Pfeiler vber dem obriſten Karnieß ſeind zierung halben/ quch zu komligkeit der Kaͤminen gemachet... * ten Linien mit den obretz> — ö 5 De. 8 8 0 8 So, G g AL * 9 f. X. 8 o,. 9 M 8 A 2— —————————. ö/——* . | .. .—— K Di. kö i m,,, m,, ALTE. lia nin., SEB.SERLL Von der Corinthia Ei IE ſachen fo nach gemeinem gebrauch gemachet vnd mit all threr Proportion auff geſtelPO) Met ſeind/ werden wol gelobt vnd gepryſen/ aber nicht in verwunderüng gezogen: was aber Inicht faſt breuchlich vnd mit groſſem fleiß gemachet vnd wol geproportioniert iſt/ wird nit allein vom gemeinen Man gelobt ſonder auch mit verwundet ung angeſehen. Deßhalben gegen Hertiger Wald /ſo einem heiligen Tempel gleich, fol erſtlich von eim ſtarcken Nuſtic oder Ver riſchen werck genmachet werden/ wie man ſihet/ vñ von ſolcher hoͤhe als man nach gelegenheit des ort von noͤten hat/ aber Doch Daß es nit höher ſeye/ als zweyer Man en lenge iſt Auff deſſen bodẽ oder Grüd ſteiget man võ A. inwendigen des Eyngangs hiß zu B. da ſol der Tempel ein weitẽ Gang haben mit einer Laͤhne rings vmbher. Steht alſo der Tempel erhebt von demſelhen gang biß zu obriſt der Laͤhnen drey ſtapfflen vñ das man dahin kom̃e /ſol man von der ſtapffel&. bi auff die ebue D. gehen/ welches die hoͤhe des Gäges iſt nit nach einer andren laͤnung etwas hoͤher dañ die vnderſte Von daten biß zi eyngang oder Pflaſter des Lempels ſollen die horgeſagte drey ſtapflen ſeyn. Die wehte diſes wercks iſtinz 4. gethell/ derſelben theilen einer iſt die dicke einer Folumne,/ der mittelſt ziwiſchenplatz der Saulen iſt võ vier thetlen/ die an den ſeyten, da die Fenſier kom̃en/ von drey theilen: da die halbrundungẽ ſeind/ ein jetlicher zwiſchenplatz anderthalben theil/ damit ſind die 4. ß Poſtement/alſo zuenſſerſt am gang ſeind/ ſollen auch vnder die Kolumnen gemachet werden: derſelben Poſtemẽten hoͤhe/ ohne die vndre blatten jrer Baſe/ iſt vn drey theilen die hoͤhe der Columnen mit der Baſe vnd Capital/ on zehen theilen ein halben: der Architrab/ Frieß vnd Karnieß halten ein 4. theil der Columne/ die Glieder auff vier manier außgetheilet/ wie htebevoꝛ geredt ißt. Die weyte des Thors hat drey theil: die hoͤhe ſiben theile ein halben nemlich zwo vierung ein halbe welches darum geſchehen/ dz fie wegen ber diſtantz vñ weyte weñ fie DS vnde her angeſchawet wird /ſich im geſicht etwas abkuůͤrtzet. Die weyte der Fenſtren hat ein theil einhalben: jr hoͤhe etwas mehr dan zwo vierunge, wegen voꝛgemnelter verkuͤrtzu—g. Die breyte der halbrundungẽ iſt võ eine theil/ vñ die höhe von drey breyten/ jetzt gemelter vrſachen halben. Die Blatten/ſo den obriſten außzug tregt/ iſt in jrer hoͤhe dẽ Poſtemẽt daniden gleich: das Karnieß haltet ein 4 theil derſelben hoͤhe: die andere blatten da die rũde Haube außlaſſet/ iſt auch võ derſelbẽ hohe/ welche runde haube fo vil mehr als halb rund iſt/ ls vil die ußladũg des Karnieß bedecket An die vier Eckẽ deß Tẽpels mag man zu ſonderlicher pierüg 4. pyramiden macht/ derẽ hohe(one dz oberſt ſtuck) ſol dẽ anfag des geſprengs gleichlich ſein hh der obꝛiſt knopf aber/ der ſpizt des geſprengs gleich Dz geſpreng wird gemachet nach der Res gel /ſo zuoꝛ bey dem Doriſchen Tempel geſetzt iſt. Das ort vnder dem Tempel mag dienen für die/ ſo Baͤten oder Beichten/ wie ich deren gnug in vil orten vnder dem hohen Altar geſehen hab. 8 l ln C; Das Vir die Buch Das Vlſi. Caß. Hol. ln — 5 ——— —— = Sa illi r ml mn nin — Q—— ——————. 61— —;—. j 8 w— m in ö ZZ ff ——“ 2 1//. K *= 3— 5 8 8 CI — 9 3 8 2 |. —— 4 1 04 SEBSERLIL Nen der Gotinthia XB wol man heutiges Tages keine Thot oder Porten Sighafften Perſonen Trium hs hatben/ von Marmel vder audren Föftlichen Steinen auffrichtet/ſo möcht D es ſich doch zutragen/ daß man an greifen. Herren Ptaachtigẽ Eynritt in ein Stattſonderbare Koſtliche gebew machen wolte. Begerte man den ein Artum oder Trünmmphaliſchen Schwybogen nach der Sorinthia zumachen Kan die Prbportion alſo gehalten werden die hoͤhe im Liecht von zwo vierungen ond eim ſechſten theil ſeye/ die dicke der Saule halte ein fuͤnfften theil der wehte im Liecht: die hoͤhe des Poſtements ſehe von trab,Frich ond Karhieß sufammen von ein pier dten cheil der golum men höhe Voſn on= derſten theil des Bogen biß oben onder den Architrab fol ein Ktagſteinle hangen/ zwey,, ,,. ber ieinerung vnden fol auff da ten tt nm den Bogen gehe gen werden Hon zen Darticular Gi cdren, als Poſten ent, Baſe Capital Architrab, Frieß vnd Karnieß werden obgeſetzte Regel gehalten: die hrehte des Bogen mit den Pilaſtren/ iſt von halber Kolumnen dicke: Der Zwiſchen platz der Saulen haltet anderthalbe Solumnen dicke Die halbtundingen haben ein Solumnen breyte: die hohe iſt von drey von wegen eines Bildes darein zuſetzen./ Die hoͤhe der anderen Ordnung mach alſo/ daß die 9 Poſtement/ zu, des Karnieß in drey, werde derſelhen thtilen einer ſol die höhe ſeyn; die hohe in vier getheilet, ein theil iſs das Karnieß deſſen theilung man auß dem Doriſchen Capital nemmen mag mit verandetra un dicke: die hohe der Cölumnen von 3. che en ein Dalben wer Archi. rung der Glieder, Die hoͤhe der Baſe ſteht Ober dem, Solunmnen dicke err hebt/ vnd ſolchs darum/ daß die Außladung der Blatten den Neſt der Baſen niderwerts verduncklet. Die Karnieß ſollen vndt/ wie du in der Figur ſiheſt. Die hoͤhe des Geſprengs ſol gemachet werden/ wie bey der Dorica gelehret worden. m. iſt zum theil deren gleich/ die zu Anconen ſteht/ hab aber doch /ſolchem ſtatlichen Author mit nichten zu nach theil/ die maaſſen in gemeine Regel gebracht/ damit ein ſetlicher ſie leichtlich finden vnn ins Werck richten möchte, a . | | — ͤ x = | / K//— N a EEE d— ————ᷣ n ,, V lll ——* . EG E = 6 E s = S Ss —— | ffffff FF j . — Al inn EST b—— 4— MA BUELL 8 KS NS WS ü ö . J n | 9 l J | ,., il, . üüũũüũüũũüüü6ñ NONE Il SEB. SERLII Von der Corinthia 6 Ovil ich von noͤten erachtet/ hab ich von der Corinthia tractiert/ wie wol man noch Ivon pilerley andren zierungen mehr handlen moͤchte: Aber noch etliche ſchoͤne Caͤ„ min zu zeigen/ halte ich für gantz notwendig Wegen jhres vilfaͤltigen gebrauchs nicht allein in groſſen/ ſonder auch in kleinen Kam̃eren vnd Gemachen/ daran man vnderſchiedliche Corinthiſche Ordnung zierlich gebrauchen kan. Wil man ſie auff nachfolgende weiſe machen fo werde die weyte genommen nach gelegenheit des Orts: der Pilaſter fol von eim ſechſten theil der weyte gemacht werden offt auch von eim achten theil/ vnd wird das werch dar durch etwas zarter: Solcher Pilaſter mit ſampt dem Architrabfol gethellet werden wie der Alrchitrab der Corinthig. Das Frieß daoben wenn etwas darein Kunſtlich außgehawen iſt/ ſol man ein vierdten theil gröͤſſer machen/ dann den Architrab: das Karnieß mit ſampt dem Kapital der Kragſteinen/ ſol als vil als der Architrab halten/ vnnd in drey getheilet werden/ wie von dem Karnieß der Corinthia geſagt iſt. Die hreyte der Kragſteinen ſol ohen als vil ſeyn/ als der Pilaſter/ aber daniden, daſie biß vnder das offen theil des Camins reichen/ ſollen ſie ein vierdten theil ſchmaͤler ſeyn: vnden ſollen zwey Blatter oder Laͤuber daran hangen/ wie man in der Figur ſihet/ deren außladung in dem willen des Architecti ſteht. Die zierungen vber das Karnieß zu machen oder nicht zu machen daran iſt wenig gelegen: es ſol aber diß Stuck nicht allein dienen Caͤmin zu Zieren/ ſonder auch zu einer Thur oder andren dergleichen ſachen gebraucht werden: das Obriſt theil wird ſich wol dar auff fuͤgen/ wenn mans für en Thnren anſiher. Das Vier db Buch. Das YIIJ. g: pita. Fol t. ) ö ——— ö AN= 88 g J m LT A WC Kö U 8 ö.. J= ZZ;. in a A ö./ X Zi . H— .— I ö .. : I 1— . ö ö— .= || K 1— | —— ” SEBSERLH Dede Gent poſita sa Nein groſſe Kammer gehort auch ein groß Camin, nach der weyte oder gröſſe des e, Gemachs geproportioniert/ ſonderlich mit der groͤſſe des Mimdlochs/ an welches W'ſo man die Kragſteine gebuͤrlich außgeladen ober außgerundet ſetzen wöͤlte/ wurden ſie dopplen platz an den Seyten verſchlagen. Deßhalben ich mich allhie onderſtanden an deren ſtatt flache Saulen zugebrauchen/ vnd noch vor den ſelben zwo andere runde von den flachen vnderſcheiden/ in ſolcher manier/ daß zwiſchen den behden ein offener platz bleibe welches dem Werck ein ſonderliche komlichkeit vnd zierde gibt. Bud die weil biſe Cor intſche manier von einer Jungfrawen hren vrſprung hat/ wie im anfang diſes Kapitels geredt/ ſo hab ich ein ſolche Bildnuß allhie an ſtatt einer Saul fügen vnd anordnen wollen. Weñ dann die höhe vnnd breyte des Mundlochs nach gelegenheit des ohrts genommen tft, ſo werde die höhe in neun theile getheilet/ derſelben thell einer ſeye far das Haupt des Bilds: demnach werde die ganze Figur hinvnder gefüͤhrtgeformiert vnd eyngebuͤndlet wie die Figur außweiſet vnd ſol alſo auch der flach Pfeiler oder Saule wie mans nennen wil von derſelhigen Proportion ſeyn/nach obgeſetzten maaſſen. Auff die Saule werde der Architrab Frietz vnd Karnieß geſetzt/ deren hohe zuſam̃en ſeye von eim vierdten theil der Columnen lenge, getheilet nach obgemeldten Reglen. Von dem Karnieß obwerts mag man nach gelegrn heit des ohrts vnnd der höhe, ihre zierung machen auff die Manier/ als hie gezeigt wird. Welcher wolte zweiflen/ das diß Stuck nicht ſolt auch komlich ſeyn zu einer hüren, atſo daß die Kolumnen gegen ein Mawr gemachet werden/ fuͤrnemlich aber voꝛeiner Porten an einem groſſen Hoff Triumph ohrt oder dergleichen Gebewen. Hie Endet ſich die Corinthia: volgt die Compoſita. Das vierdte Buch. Das VIII. Gapitel Fol lit A LI ; ü. ——————Cm— 4 SS K SSSSSS SS— NS / // /// // /// /// /// rr fn rte,. —— ©© EEE—— I | ,. UT X — 8 23 So; 6 , 4) f ĩ 7/ TLLEH TE F e,. f , , 4% ,, ) . ,, ,,, ,,, ,. . . I LE 8 J 1 I . — => A |! ,. 7 ( ./ iii I 1..| 1. AUS -; LEE 83 ,,,,; GEN ? //.—— WER— 1— P ij = = — — A = 8* Bon der Kenipoſtta vnd ſhren Zierungen. . Das 18. Gapitel. ö . JE wol Pitruptus in ſeinen Bucheren nur von viererley art der Saͤutſen/nemlich von der Dorita Jonica. Gorinthia vnd Thuſrana/ vnd jhren zierungen Pa Achret/fo hab ich doch allhie auch die Funffte hinzu ſetzen woͤllen/ welche auß den mar getttelbten vieren vernmiſe het vnd Künſtlich zuſannmen geſetzt iſt⸗(daher fie Compo ſita getennet wird) weil ich ſehe daß die Alten Romer ſich diſer ſehr vil gebraucht habe, Es geburt in der warheit einem verſtaͤndigen vnd klugen Werckmeiſter/ daß er/ nach dem es von noͤten/ vnd das Werck vñ ohrt es erfordert fein arbeit zieren/ veraͤnderen vnd auß 8 den vorigen ſchlechten ein Hunſtreich zuſam̃en geſetzts vnd vermengtes Werck anordne konne, Mochte ſich alſo vilfaͤltig zutragen/ daß er in ſolchem fahl bey dem Vitruvio kein rah finden/ ſonder genoͤtiget ſeyn wur de/ fein eygen gutduncken vnd raht an die hand zunem̃en vnd zufolgen. Dieweil aber Bitruvins diſer Compoſita an keinem ort/ mein eg behaltens/ meldung thut/ vermeine ich daß fie deß l vegen von etlichen Latina/ von andren JItalirg genen net iſtnemlich daß ſie von den Alten Roͤmern erſtlich erfunden welche/ da| gie die Griechen/ ſo die Erſten Saͤulen erfunden mit vbertreffen koͤnen haben ſie auß der A Sonicapnd Corinthia ein Compoſita vnd vermiſcht Werck gemacht/ vnd den Joniſchen Schnoͤrckel mit dem ſtaͤblin in das Corinthiſch Capital mit den Läuberen gefügt. Sie haben aher diſe gompoſita fuͤrnemlich an dem Triumph Schwybogen gebraucht welcher zu ehren dem Tito Veſpaiano auffgericht worden bñ ſolches mit ſonderlicher fuͤrſich⸗| tigfeit/nemlich weil ſie vberall die Lander/ da diſe werck jhren vrſprung genom̃en/ geſieget nd triumphiert hatten fo haben fie diſe Rewe erfindung zi ſammen gefůͤgt/ vnd auff| vorige Werck hin auff geſetzt wie an dem groffen Gebew dem Roͤmiſchen Goloſſeo geſchehen/ da ſie nach dem die Dorick/Jonick vnd Corinthia auff einander geſetzt/ diſe Compoſita zuoberſt darauff geordnet/ welches werck von allen für Kompoſita gehalten wird/ wiewol das Capital ſchier ſchlecht Corinthiſch iſt. Aber mit ſonderlichem vñ groſſem verſtand haben ſie diſe Compoſita an das allerhoͤheſt ort des Coloſſei geſetzt: dañ hetten ſie daſelbſt den Architrab/ Frieß vnnd Karnieß Joniſch vnd Korinthiſch gemacht/ wurd es ſehr vnachtbar geweſen ſeyn/ aber die Kragſtẽin in den Frieſen geſetzt/ hat dem werck ein anſehen gemachet/ alſo auch/ daß der Architrab Frieß vnd Karnieß ein ſchein gehabt als wen es zuſamen nur ein Karnieß gewweſen were Haben alſo die Alten durch dife Kompoſita in die Höhe geſetzt/ dem werck ein groſſren ſchein gebt vñ mer anſichtbar macht woͤllln. Je hoͤhe diſer Eõpoſita iſt mit de Capiräl vñ Baſe võ 0. theilen: die Baſe võ halber dicke der Saule/ Corinthiſch 8 vnd nach Corinthiſcher maß gemachet wie man noch heutiges tages diß werck zu Rom am Triumph SchwyboCc gen Titi vnd Veſpaſiani ſehen kan. Die Saule mag man nach Joniſcher art, bißweilen auch nach der Corinthia/ kaͤlen/ wie es dem Werckmeiſter gefallet. Das Capital mag man nach den Reglen der Corinthia machen/ vnd die Schnoͤrckel etwas groͤſſer/ dañ die kleine Corinthiſche ſchnoͤrckle. Ein ſolch Capital ſihet man an voꝛge ſagten SchwybogẽIl auch hernach fürgeriſſen werden. Von dem Architrab Frieß vnnd Karnie, weyt oder hoch vom geſicht ſtehen/ ſol der rchitrab als hoch ſeyn/ als die E olumne oben dicke iſt. Das Frieß darin die Krag ſtein fin d/ werde von derſelben höhe gez macht; das Karnieß der Kragſtein ſeye ein ſech ſter iheil die außladung als vil als die, Die hoͤhe der Blatten mie ihrem Karniehle halte als vil als der Architrab: getheilt in zwen theile iſt ein theil die Blatten/ der ander das Karnießle: die außladung ſeye als vil als die hoͤhe iſt. Diß ſeye für ein gemeine Regel geſetzt/ wiewol man hernach in der Figur C die Glieder vnd maaſſen inſonderheit ſihet/ ſo an obgemeldtem Coloſſeo fliehen. Weil auch diſe Columne die Zarteſte iſt von allen/ ſo iſt auch von nöͤten daß jhr Poſtement zarter ſeye dann der anderen/ gehalten allzeit die gemeine Regel. Die hoͤhe davon fol von doppler breyte ſeyn,(verſtehe dy flache theil) dieſelbe in acht getheilet/ wird ein theil der Baſe gegeben/ auch eins dem Karnieß: aber von den ö Gliedren mag man die Exempel hernach geſent/ heſehen/ welche allzuſammen nach dem Poſtement ermeldtes Schwybbogen geproportioniert ſeind. Die Columne wie vermelbt/ von zehen theilen gemacht/ ſol das Poſtement auch von Zehen theilen ſeyn/ nach der EColumne gleichlich geproportiontert. Wiewol auch alle Poſtement nach Bleyrech ten din ien gemachet werden/ ſo feind doch in Athen etliche gefunden worden oben etwas gemin. dert/ welches ich nicht ſchelte. e z —— W 7 7 2!. fi*.* 8 3 A=* 9 © ans— . 8 8 K—— —————— ZEN T| MENT—————— 8 EB. SE KRI.II. Von der Compoſita A 4. 8 9 ep A . Exempel od den breuchlichſten hinzu ſetz/ damit ein jetlicher dar vß Leſen koͤſſe was jm gefalle, Di die Dafis mit den zwo wellen iſt Doriſch aberdurch die zwo holt alen vñ ſtaͤblin wie auch durch die Lieh liche zierlig/ſcheinen fie Horiuthiſch welche fuck in Treſteyerc zu Rom geſehen werdẽ. Dz Capital K. deß. gleichen die Baſts find Doriſch bñ Gorintiſch: die ohre blattẽ des Capitals( wie auch die Baſe) iſt Doriſch, die Baſe aber mag man wegen jrer liebligkein oñ zierde/ Korinthiſch neñien/ wie dan auch die laͤuber des Capitals Corinthiſch ſind. Wei die obreblatten gevꝛerd iſt on die andren glieder alle rd ſo mag ma in die vier ecken der blattẽ die roſen ſetzen/ wie man hiennden ſihet. Das Capital A. mit dem Roß an ſtat der Schnoͤrckel⸗ mag man Cöpoſita neñen/ ſtetzu Rom an der Hafilica del kor tran ſirorio. Die kalen der Collin ſeind v andren vnderſcheiden/ wie man neben ſeits bey A. ſehen kan. Die Baſe X iſt Coͤpoſitaloſſeo. Dz Capit. G. iſt gopoſita/ auß der Jon ca vñ Corinthia gemacht ſtet an eim Triumph ſchwyhoge zu Veron. Das Capital D. iſt an bemſelben Schwyhogen an etlichen flachen Columnen. Die Baſe Yiſt Compoſita/ von wegen des Staͤble ſo auff derohren Wellen ſteht/ vñ iſt vnder den Antiquen zu Kom, . D* e. w NS 57. n ö,, d wird in Rom gefunden: dz Kapital iſt ſchlecht Corinthiſch/ vnd ſteht an den drey Colünen neben dem Co[. ,, ,. m U 4 , ,,,, 2 } UV 8 <= Wil ö e. 2 2 5 HAAN 8 25 it 5 87 N ' 4 AA ö EEE ö 3./—————— 8 8——— ] 8 ———— 8 .£ F.{ .. AS. X E IL man ſthet daß die Antiquen vnderſchiedlichemiſchungen allhie gemacht habẽ/ wil ich etlich Capital T. iſt zuſam̃en geſetzt von der Doriek Jonick vñ Corinthia; die ohre blaitẽ nut dem Kar ⸗| nieß iſt Doriſch: B Blattlin on die kalen ſeynd Sonifch:die ſtable vnd Lauber Corinthiſch. Deſgleicht SEB.SERLIL Ven der Compofita QM der gompoſtta findet man wenig Gebew/ dann nur die Triumph Thor oder Sch wybogen welche doch auch mehr theils bon ſturken anderer Gebeſhen/ zuſam men geftücklet feynd. Weil ich dann ein General vnd gemeine Lehr hievon zuvor gegeben hab/ wil ich keine andre newe Exempel hievon fůrſtellen/ dann ein verſtendiger Werckmieiſter kan ſich wol im fahl der noht/ mit borigen ECxemplen behelffen/ vnd dieſelbig in dei Compoſita veraͤnderen. Allein wil ich auch allhie/ wie in vorigen vier Ordnungen/ Zwey vnderſchiedliche Camin ſetzen/ ines inwendig der Warren das ander außwendig. Nachfolgendes Camin gehört gantz in ein Mawr zu ſtehen: wil mans in einem kleinen GCemach machen/ ſol die höhe die Achſelen eines Mannes nit vbertreffen ı damit das Geſicht vnd Augen vom Fewr nicht beſchedigt werden. Die weyte fol nach gelegenheit des ohrts genommen werden. Die hoͤhe biß vnder den Architrab/ werde in vier getheilet/ ein theil folder Pilaſter breyt ſeyn/ außgearbeytet wie man in der Figur ſihet. Ich hab aber in diſer Compoſita( weil ſie etwas mehr frehheit hat) diſen Pilaſter ſehr vnderſchied lich von den andren gemachet/ gleichwol das Exempel von einem Antiquiſchen Stul genommen/ ſo zu Rom in S. Nr a Kirchen am Lgteran gefunden wird. Der Architrab iſt halb als breyt als der Pilaſter/ fein Karnießle ein ſechſter theil: der Reſt in ſiben getheilet ſol man drey der erſten Blatten geben, vier der andren das Staͤble ſol man von eim halben theil machen/ genommen zwiſchen beyden Blatten. Das Frieß wen es außgehawen iſt/ ſol ein vierdten theil hoͤher gemachet werden dann der Architrab: das Karnieß ſeye von der höhe des Architraben: in ſiben getheilet/ zwen ſol man dem Karnieß vnder der Blatten geben zwen der Blatten ein theil jhrem Karo mieß die zwwen vbrige dem Haupt Karnieſ. Die außladung von allen Gliederen/ ſeye als vil als jhr höhe. Iſts daß man den Pfiaſter von eim ſechſten theil feiner hoͤhe machetvnd alſo auch die andren Glieder gemindert/ wird das Werck etwas Zarter/ ſonderlich weñ es von kleiner ormen iſt. Die Zierung vber dem Karnießmag man machen oder nicht /ſteht zu gefallen des Werckmeiſters.. Das Vierdte Buch. Das A. Capie. Gol y m; | SS NS A | 8 A 5 . ZA Il — ö.— e VE N EEE NN || 2 — i = HT S KUH R 9 M 1 N N ö E {1 8 5 3 . 3 ? . ffeffffſ — e P | 1 f | ZZ| ,.. 1 lll in 4 Q SEB. SERLI. Von der Gompoſita ‚MAN möchte auch noch andere Zierliche Camin machen von diſer Compofita n ynderſchiedlichen Formen/ weil etwas mehr freyheit allhie mag gebrauchet were W den/ dann in den andren Ordnungen/ wie zubor hermeldt. Zur heranderung von der vorigen Form/ mag man gegen wertige alſo machen. Die hoͤhe des Architraben, ie nes zimiichen Mannes höhe gleich/ ſol in acht getheilet werden/ ein theil derſelben ſollen die Kragſteine breyt ſeyn/ welche Vitrupius Prothyridas neñet: die hoͤhe des Poſtemẽets ſeye einem ſitz gleich. Die Ordnung ober den Kraͤgſteinen/ welche durch guß kein Regel hat/ mag dritthalben theil der hreyte der Kragſteinen haben/ alſo mögen auch die blaͤttle vnd andre Glieder nach luft vnnd gefallen deß Verckmeiſt ers gemachet werden. Man möcht auch ober die Kragſtein die Dorick vnd Jonick auch biß weilen die Corinthig fuͤgen/ nach den Reglen im anfang gegeben. Damit aber der halß des Camins/ ſo den rauch empfahet, deſto weiter ſeye/ mag man das klein Werck oben auff ſetzen/ welches auch zierlicher iſt/ dann das ſo ven geſpitzt außgeht Das Vier dte Buch. ö., i, al ö ,. P A N J TI,. FL Jan 2 m das IX Cap, Sollte, NEE 5 di,, X . . il ö J ,= 4 37 237532 ] iin n r iini icin ih e, r ,, EM | Q tz Bon biererley Art die Saͤulen zu ſetzen. IR Ba wmeiſter muß allzeit groſſen verſtand vnd ſonderliche di ſcertion haben/ wegen viler vnd On s, Derfihiedfichen zuſammen ſetzungen vnd Zierden der Gebewen/ in welchen etlich egleich ſam gewiſſe Regel haben/ etliche aber nach vnderſchiehlicher ſetzung vñ gelegen heit des ohrts ſich verandern. Die fe veraͤnderutig mag ſonderlich in vierer ley manteren geſthehen: Erſtlich ſo man die Saͤulen frey vnd ledig ſent/ ohn einig hehre f zur ſehten ober binden zu,(bie gwiß ein groſſen laſt tragen moͤgen) ſollen fie in der hoͤhe nitht auß den vorgeſchriebenen Regel ſchreyten/ wie die ſigur der erſten Columnen mit A. anzeiget. Fügt man ſie aber an ein Marz(alſo daß fie doch gantz rund verbleibt) von welcher ſte ein gehilff hatmag man ſie noch vmb ein dicke hoͤher machen dan die vorigen, wie die Columne B. auß teiſet⸗ Gehet fie nur ein dritten theil auß der Mawr/ wie offt geſchicht/ mochte man noch ein dicke oder mehr der hohe ʒzugbẽ Der g leichen führt man in etlichen Gebewen,ſo bif auff neun dreke ein halbe hoch ſeind als am€ vloſſeo zu Rom in Doriſcher manier/ d; Exempel zeiget dir die dritte Figur mit C. gezeichnet. Am aller ſicherſien aber ſind ſie/ weñ ſie an den ſeyten die Pilaſter haben/ welche den laſt tragen/ vnd geben dem Werckmeiſter kõmligkeit die Columne etwas zarter zu mach en/ Ja auch ſolche Zarte vnd reine/ daß ſie vil mehr mögen geſagt werden zus Zierde des ohrts/ dañ zu ſtercke geſetz ſeyen. Iſt dañ ein€ olumne zwen drittheil auß der Mawt gerucket/ mag man jhr auff jeder ſeyten ein dalben Pfeiler zufesen welche der Columnen dermaſſen helffen/ daß man fie noch vmb ein dicke erhöhen mag. In diſem fall mögen der Architrab/ Frieß vnd Karnt h auff der runden Columnen den neben Pfeileren gleichlich ſeyn/ von wegen daß die halben Pfeiler den Architrab/ ꝛc. auff den ſeyten tragen. Aber auff mehr Columnen aller ne iſt es vnformlich ſolch Werck außgeladen zu machen/ in anſehung die neben theil gar kein huͤlf haben wurden/ wie ſolches das Exempel O. zeiger Hat die Saul ein laſt zutragen ohn andere hulff vnd ſolten auch bequeme zwiſchenplaͤtz ſeyn/ alsdann ſol man niht auſſer den gemeinen Neglen ſchreyten: haben fie Ordnung vber Ordnung zu fragen /iſt billich daß fie etwas ſtercker ſeyen/ damit das Werck deſto waͤrhafftiger werde Demnach dieweil die Poſtement fonder lich zu erhoͤhung der Säulen dienen/ ſo möchte man deren imfal die Saulen hoch genug wären wol manglen/ ſonderlich in der vnderſten Ordnung: aber an der anderen vnd dritten Ordnung ſeynd ſie von wegen der Gange /auch daß die Columne deſto mehr erhebt werden/ ſehr notwendig vnd dien ſtlich/ wie man ſihet/ daß die Alten Nomer in hegtren vnd Amphitheatren ſolches in guter achtung gehabt vn d obſer viert habe, Wenn Saͤulen auff Saulen geſtellet werden/ davon find vnder ſchiedliche man jer en. Die erſte vñ ſich erfie iſt/ daß die Außladung des Poſtements an der obren Saulen nicht mehr ſehe/ als dick die vnderſte Columne iſt. Dieweil aber alſo die andre Ordnung vil kleiner ſch einen wurde dan die Erſte wurde ſich kein andre Ordnung mehr darauff wol ſchick en, von wegen der nach volgen den groͤſſeren verkleinerung. Die ans dre etwas komlicher iſt daß das flache des Poſtements auffs mindeſt in bleyrechten inen mit der Columne daniden ſtehe/ vnd vber diſes Poſtement die Columne geſetzt werde/ vmb ein vierdten theil von der vnderen/ fo wol in der dicke als in der hoͤhe gemindert/ vnd kompt alſo diſe Regel mit deren vbereyn/ ſo Vitruvins im Theatro ſetzt/ vnd iſt das Exempel vber der Columnen A. Wil man dañ die Columne nicht ſo ſehr mindrẽ⸗/ ſo mag men die obre Saule vnden dick machen als dick die vndtiſte Saul iſt im obren theil. Ob wol aber das flache des Poſtements in diſem fall breyter kompt/ dann die vnderſte Saul vnden dick iſt fo ſihet man nicht deſto minder daß die Columnen an dem Theatro Marcelli alſo geformiert ſind: das Exempel hievon ſihet man vber der Columnen B. Diſe drey manieren ſeind bequem vnd komlich gnug. Aber die Alten Romer haben in dem groſſen Werck deß Coloſſei die Jonick/ Corinthia vnd C ompoſita/ alle von einer dicke gemachet/ vnd die Dorick vnder andren vngefehrlich vmb ein Zwentzigſten theil dicker. Solches aber/ haben fie meines bedunckens/ mit gutem raht gethan. Dañ hetten ſie die E olumnen/ eine vber die andre/ allzeit vmb ein vierdten theil gemindert/ fo wurde die obriſte wegen der groſſen diſtantz oder weyte von dem geſicht/ zu vil klein geſchienen haben/ welche man doch auff vorige weiſe ſihet/ daß fie ſich den anderen der hoͤhe halben ſehr wol vergleichet. Das Exempel hievon iſt vber der Columne E. Die C olumne vber der Saulen D. iſt ein vierdten theil kleiner dañ die vnderſte: daher fo man ein mittelmeſs igen Baw von drey Ordnungen zu machen hette/ wolte ich preyſen/ daß man jede Ordnung/ nach der. Vitruvnj/ ein vrerdten theil allzeit kleiner machete: Were aber der Baw ſehr hoch/ ſo möchte man die ardnung des Coloſſei halten? alſo daß die Ordnung Dorick, Jonick vnd Corinthia/ ein jede vngefahrlich einer hoͤhe ſeyen/ aber die Ordnung daroben wach ſet/ bey nahe ein fůnfften theil von wegen jhrer weyten diſtantz vom geſicht/ dardureh ſich ſhre hoͤhe abſtilet vnd verfürgt. Endlich ob wol diſe Lolumnen Dorifch feynd/ ſ verſteht fich doch auch diſe Lehr von den anderen Saͤulen.. | | [am | | In * . amm ̃ | Sol hi ij. | | a —— BZ III 1 4 m, I 6 . 8 Ill | Wie man Felſen ſteine, ond Gebränte ſteine in eynander binden ſol. IA Ißher hab ich gehandlet wie man allerley zierlich: Gebew von Steinen machen fol: jetzund iſt noch 3. K vbrig/ daß ich auch Lehre wie man Natürliche oder Selſenſteine mit gebraͤnten ſteinen an eincm Ge= bew in einander Binden ſol/ alſo daß ein ſtarck Mawrwerck darauß werde/ darzu ſon derlich er fleiß vnd Kunſt gehort/ damit die gebraͤnten ſteine ſeyen wie das fleiſch an einem Coͤrper/ vnd die Felſenſtein wie die Beine/ eines das ander vnderhalte vnd ſtercke. Seind diſe zwey dinge nicht wol zuſammen gebunden/ iſt gewiß/ daß das werck in Fünfftigen zeiten fahlen vnd zer fallen wird. Nach dem dann ein Fundament eines Bawẽ gelegt ſol ein weiſer Werckmeiſter die vbrigen ſteine zu dem Ba gehoͤrig/ geruͤſt vnd bereyt haben. Wo als dann herte Felſenſteine mit gebraͤnten feinen zuſammen zu binden ſeind/ ſollen erſtlich die Felſenſteine alſe tieff in die Mawren gehen daß fie von jhnen ſelbſt/ auch ohne Mörtel oder Speiſe/ möchten veſt vnd ſtarck gnug in dem Mawrwerck beſtehen vnd heben/ vnnd wo das alſo geſchicht/ wird das Werck bes ſtendig bleiben. Ein Exempel hievon ſiheſtu in der Figur A. da auch zu gleich gezeiget wird/ wie man ein Laͤhnſtuck ohn alle ſorge vnd gefahr ſetzen ſol Hat man Poſtement mit Saͤulen zuſetzen an ein ohrt da Felſenſteine vnd gebraͤnte ſteinezuſammen kommen/ fol man die harten ſtein mit den gebraͤnten wol vnnd veſt zuſammen fügen, wie die Figur B anzeiget/ ſonſten wird das Werck nicht lang beſtendig bleiben. Seind die Saulen von mehr ſtucken/ ſollen ſie deſto tieffer in die Mawr gehen/ das obriſt werck deſto beſſer zu tragen: ſeind fie von einem ſtuck/ ſollen fie auffs mindeſt ein drittheil in die Mawr gehen/ aber jhre Baſe vnnd Tapitaͤt noch vil mehr. Die Karnieß vnd außgeladene Geſimps ſollen zu hinderſt oder am inneren cheil vngehawen ſeyn/ damit das vorder oder euſſer theil vberwegt werde/ vnd das Werck ſich ſelbſt trage. Wil man ein Mawr mit Marmel oder anderen ſchoͤnen ſteinen ber leiden fol der Werckmeiſter/ ehe er vber das Erdtrich anfahet zu Mawrẽ/ ſolche ſteine vnd alles was darzu von noͤten/ bereyt vñ geruͤſt haben. Inſonderheit ſollen die groſſen Werckſtucke tieff vnd lang gnug in die Mam gehen/ vnd alſo außgehawen ſeyn/ daß fie die duͤnnen Blatten/ mit welchen die Mamr bekleidet/ recht ergreiffen vnnd bands weiſe veſt eynſchlieſſen/ damit ſich das Werck hernach nicht ſcheide oder von einander zertrenne. Demnach damit die gebraͤnten feine künfftiger zeit nicht ſincken/ vnnd alſo die dünnen Blatten durch den obren laſt/ ſpalten vnd reiſſen moͤchten/ iſt von noͤten/ daß die gebraͤnten ſteine wol geecket vnd formieret ſeyen/ der moͤrtel oder Speiſe wol getemperiert, wenig Speiſe zwiſchen den Steinen gebraucht/ die ſteine aber ſatt vnd wol einer auff den anderen gefügt werden. Vorauß aber wil ſolch Werck nicht mit gewalt vnd eyl gemacht ſeyn/ vnnd mit nichten ein geſchwinden laſt tragen/ dann dardurch wird es gewiß reiſſen vnd brechen/ ſonder iſt ſehr rahtſam vnd notwendig/ daß man es von geſchicht zu geſchicht etwas ruhwen laſſe/ damit die Matery einander recht annemmen vnd alſo ſich ſelbſt erſtaͤrcken möge. Diß verkleiden kan man alſo volgen/ da es die not erfordert wa man aber der Felſen ſteine gnug hat/ if beſſer vnd ſicherer/ daß die vorderen ſtucke mit gantzen Quadren in die Mawr eyngeſchloſſen vnd gebunden werden wie die erſte Figur zeiget. Dann ſolche wercke ſihet man noch auff den heutigen tag in Antiquen beſtendig geblieben/ jene aber mit dünnen Blatten bekleidet/ zerriſſen vnd gebrochen/ vnd allein das Mawrwerck von den gebraͤnten ſteinen noch vbrig. Man fins det auch in Italien/ daß das Mawrwerck von gebraͤnten feinen zu erſt geſetzt/ vnd Platz gelaſſen/ die zierungen von Felſen ſteinen hernach mit komlichkeit dareyn zu ſetzen. Aber folches iſt nicht gut vnd waͤrhafft befunden worden/ weil ſolche ſteine nur ſchlechtlich angeheftet/ vnd nicht nach rechter Kunſt gebunden vñ eyngeſchloſſen werden daher ſolch Werck hernach zerfallen iſt/ vnd noch auff den heutigen tag vil derſelbigen Werck den fall drewen. Endlich ſo man einen Baw ſchlecht von einerley Steinen macher, halte ich für das allerſicherſt/ vnd wil alſo hiemit diſen Steinbaw diſes Buchs beſchlieſſen.. * Das XL Cap. Fol.(if Das Vierdte Buch. 5 Von Höͤltzen onnd Eyſen Thuͤren/ jhrem . gehenck vnd Zierungen. ö . J Das x. Capitel. eh n weytleuffig von den Zierungen der Steinen Gebew gehandlet: nun wil ich auch kurtzlich tractieren, wie die Geber mit Thuͤren/ fie ſeyen von Holtz oder* Metall /ſollen komlich beſchloſſen werden. Wie ein Thür ſol recht vnd fuͤglich angehenckt werden/ iſt jederman in aller Welt bekannt: Jedoch findet man bey den Alten geliebt vnd breuchlich geweſen die Manier welche die Figur A. außweiſet/ in anſehung daß alſo die neben Mamwren nicht beſchweret/ vnd die Thůuͤren an ihren ſelbſt vil komlicher auff vnnd zu zuthun/ dann auff die? anier/ wie heutiges tages in allen Landen breuchlich iſt/ vnd die Figur B zeiget Es ſeyen nun diſe Thuͤren von Holtz Eyſen oder Kupffer/ ſollen fie alſo gemachet werden/ daß fie ſich dem Stein werck vergleichen. Iſt ſolches ſchlecht vnd grob/ ſollen die Thüͤren demſelben nachvolgen/ if es ſubtil vnd Kunſtreich, ſollen die Thüren auch alſo geproportioniert ſeyn/ wie ſolches ein weyſer Bawmeiſter wol wird wiſſen anzuſchicken. Zu mehrer erklärung ſollen hievon fuͤnff Exempel geſttzt 8 werden/ welche mehrtheils von den Antiquen genommen ſeind. ' Von den Rammen der Zbüren; Tn, auß Holtz gemacht, werden aber hernach mit Eyſen oder Kupfrer g= vnd auß vnderſchiedlichen ſiucken an einander gefügt/ oh wol dieſelben fleitzig gin . ſammen geleim̃t vnd mit Naͤglen wol verwaret werden, ſo geſchicht doch vil malendaß das Holtz nach feiner Natur et wann geſchweinet oder wachſet/ nach dem das Wet» ter duͤrꝛ oder feucht iſt Aber doch geſchicht ſolchs nur in der breyte: dann der lenge halben bleibt es allzeit in feinem rechten weſen. Damit den ein Thur mit Eyſen oder andrem aͤrtz gedeckt/ fuͤr dem Schweinen bewahret werde/ ſiheſtu ein ſicheren weg in der Figur A. vnd B. Der dicke oder dünne halben des Holtzes/ fol ſich der Bawmeiſter wiſſen zu richten nach dem gewicht vnd laſt/ ſo die Thur tragen ſol ori nach demſelben die Spacten mit Holtz außfüllen. Demnach ob wol bey den Antiquen die Durchgänge vnnd Chüren gmeinlich ſeind geyierdt geweſen/ außgenom̃en(groſſe Thor an Staͤtten vnd Triumpff Schwyboͤgen/ welche man hat pflegen zu welben) fo ſihet man doch zu vnſern zeiten/ daß vil Thuͤren oben rund oder geſprengt gemachet werden/ nicht allein omb mehrer ſtercke willen/ ſonder auch daß ſie ſich zu den Gebewen wol ſchicken vnd komlich ſeyn/ davon ich auch ein Exempel geſetzt hab/ nach welchem ſich ein jetlicher quff andere dergleichen ge» ſtalt leichtlich wird richten koͤn8den. Dann alles zu beſchreiben iſt vnmoͤglich/ vnd die zufälle eines Werckmeiſters/ der ſich nach der gelegenheit des ohrts vnd der zeyt allzeit richten muß/ ſeind ohne Zahl. Fol. xx. — 2 = DA De X Bon mancherley Semäblin oder auß wendig der Gebehven. Das XI. Capitel. 9 Amit ich nichts ſo zu Zierung der Gebewen gehoͤrt/ fuͤrvber gehe/ wil ich auch allhie etwas von dem SON Gemahl handlen damit die Meawren komlich vnd Kunſtreich ſollen gezieret werden. Das man hat F wol voꝛzeiten gefunden/ vnd findet noch heutiges tages geſchickte Mahler/ fo vil die Mahler kunſt belanget/ aber die gemaͤhl nach art vnd komligkeit der oͤrter/ weißlich anzuordnen/ vngeſchickt, Deß halben wil ich auch allhie etliche Regel davon ſetzen/ ſo in acht zu haben. Erſtlich ſol man an ein Mawr kein offen Feldt machen/ darin Himmel Lufft/ heytere oder Landſchafften ſcheinen. Dan ſolches bricht die geſtalt des Gebews/ vnd machet/ was bleybig vnd dick iſt/ daß es ſcheinet als vngeleiht vnd durch ſichtig wie ein zerfallen vnd vnvolkom̃ens gebew. Zum anderen ſol man keine Menſchen oder Thier mit jren leiblichen vnd leblichen farben daran mahlen/ es were dañ/ daß Thuͤren oder Fenſter damit gezieret ſollen werden: wil man aber colorierte vnd mit farben auß geſtrichene ſachen haben/ ſo mag man dannt die wahre geſtalt des gebews nicht gebrochen werde manch erley ſchoͤne gemahlete Tafflen daran henck en/ von Menſchen/ Thieren/ Künſten/ Schlachten Triumpffen/ Krautgarten/ Blumen/ Fruͤchten/ Schilten vnnd Waffen/ Sigzeichen fo vom Feind erobert vnd dergleichen ſtuck/ ſo greifflich ſeind. Oder da man je die Mawren mit gutem verſtand mahlen vnd zieren wil/ mag man jhr ein Marmel oder ander dergleichen koͤſtlichen ſteinen farb anziehen n oder anſtreichen/ vnd darein ſetzen was die Art vnd Natur deſſelben ſteines erleidet. Halbrundungen mag man mit Metal oder Jert Figuren zieren: An die Mawren an Kreutz oder andren Vmbgaͤngen/ mag man gefarbte ſachen von Menſchen/ thieren/ lufft/dandſchafften/ Heuſet/ gejagt vnnd dergleichen fachen wol machen. Deßgleich en fo man ein Saal oder Kammer vnden im Hauß ebens fuß iſt/ in wendigen zuzieren hat/ iſi den Mah ler erlaubt luſtige ſachen von Architecturen in per ſpectiviſther weiſe zuſetzen/ da man in die wey te hineyn vnd durchſchen mag/ nach gelegenheit des ohrts/ vnd ſonderlich n dem Eyngang des Gemachs/ machet es ein groſſen anmut vnd liebligkeit/ vnnd ſcheinet dadurch das Gemach vil weyter vnd groͤſſer/ als es an jhm ſelbſt iſt. Doch vber dem geſicht mag man nichts dañ Himmel vnd Lufft/ Gewelber vnd Schwybbogen/ hohe berg vnd die obren theile der Heuſer ſehen/ fol ſich derhalben der Mahler bes ffleiſſen/ daß ſolche ſachen von vnden auff rechtangeſehen werden vnnd nicht ſonderlich der grund/ darauff ſie ſtehen. Wil man Gewelber zieren/ ſol man die fußſtapffen der Antiquen oder Alten volgen vnnd dareyn machen/ Laubwerck/ Blumen Thier/ Vogel vnnd allerley dergleichen vermiſchete vnd gemengte arbeite Gefalt dem Mahler lebhaffte Figuren in ein Gewelb zu machen/ muß er ſehr verſtendig vnd gebt ſeyn in der perſpectiva/ auch ſolche ſtuck erwehlen/ die ſich an die gelegenheit des ohrts wol ſchicken/ nemlich vil mehr Himliſche vnd fliegende ſtuck/ ſo ſich in Lüfften halten dan jrꝛdiſche ſachen vnd das mit ſolcher kunſt/ daß er fie wiſſe dergeſtalt zuuerkurtzen vnd zuuer jungen daß ſie wol an jhnen ſelbſt als vngeſtalt vnnd vnnatů lich/ aber durch die diſtantz/ daher man ſie anſchawet ſcheinen gleich als lebhafft zu ſein/ wie man dergleichen zu Loreta/ Mantua vñ andren ohrten in Italien in alten gemaͤhlen ſindet/ aber vnſere Mahler ſchewen ſolches verkürtzen/ darumb daß es in den augen des gemeinen Volcks vnlieblich ſcheinet. Solches hat auch der Kunſtreich Mahler Raphael von Vrbin in eim gewelbten Gang Auguſtin Syſen eines reichen Kauffherꝛn zu Rom/ in achtung gehabt/ vnd da er ein mahlzeit der Goͤtter im obriſten theil des Gewelbs mahlen woͤllen/ hat er zu vermeydung der vnlieblich en verkuͤrtzung der Perſonen/ ein Himmelfarben Vorhang vnd dünne decke gemacht/ vnd darein fo Kunſtreich die Maalzeit geſetzt/ daß es mit groſſer verwunderung vnnd ſonderbarer liebliakeit angeſehen wird. Von diſen vnnd dergleichen ſachen ſol auch ein weiſer Werck oder Bawmeiſter wiſſenſchafft ond erfahrung haben/ damit ohn ſeinen/ als des Vbriſten der Werck teutt/ weifen raht vnd willen an feinem Baw nichts gemacht werde, oder was er recht gemacht/ vnd wol angegeben durch yngeſchickte Mahler oder andre Werck leute verderht werde. 1 Von vertaͤffelung der Gemachen. Das XII. Capitel. US vertäfften iſt nicht in allen Landen breuchlich/ ſchicket ſich auch nicht in alle ZZ Semach: iſt aber ein Hauß außeivendigen gantz von Holtz gemacht, fol auch die = wertaͤffelung in wendigen darnach gerichtet ſeyen/ Ja eines jeden Gemachs bertaͤffeluug ſol ſich der Ordnung deß euſſeren Baws vergleichen. Diß verſtehe alſo: Iſt ein Gemach von groſſer hohe/ fol die abtheilung des Himmels oder obren decke auch grob vnd ſtarck vnd weyten fuͤllungen/ vnnd wol hertieffet oder erhebt ſeyn: wil man ſie mahlen oder mit farben vnderſcheiden/ muß ſolches auch grob vnd ſchlecht ſeyn/ der gꝛoͤſſe vnd weyte des Gemachs ſich vergleichen. Die farbe fol aber Liecht oder braun ſeyn/ oder da man andere farben darein bringen wil/ ſol der grund heyter blaw ſeyn/ vnd in der mitte ein verguldte Roſen/ mit Laubwerck herumb gezieret/ damit es nicht ſcheine/ gls wenn die Roſe im freyen Lufft hienge. Es ſollen auch die Karnieß, ſo die geylerdte fuͤllungen ſchlieſſen/ wol vergůldet ſeyn/ oder mit anderen ſcheinbaren farben außgeſtrichen. Iſt das Gemach nicht hoch/ ſol das Taͤffelwerck auch rein vnd Zart ſeyn/ vnd alſo das maͤhlen ſich auch demſelbigen vergleichen Hievon werden zu beſſerem verſtand zwo Figuren geſetzt/ die doch nur eine ſeind/ aber eine von ſchlechtem Holtz die andere geziert. Diſe Drdnung hah ich in der decke der groſſen Librey des Paliaſts zu Venedig/ zun zeiten des Printzen Andrea Gritti gehalten, an welche decke/ weil fie lager vnd nidrer war/ dann die weyte. des Saagls erforderte/ hab ich mein arbeit quch deſto reiner vnd zaͤrter gemacht. On SEE TE SS . — SS ,,. J, J. .,. = S 8 * —. 23— j A 3 . T 1 .. 4 SS Das Holtz werck der obren Decke vorgemelter Librey. SS A———— ö. — ——— ——— ,; J,,„,. 1 — an 23 © | Das Vierhte Buch. Das l. Sapltel go kei Die Zterung de ſelben Verckz. 8 K SS) . 6 ass a ——— x NS Is N 8 NS NS SS 2 Ss— Ss; le; Um N, MU, = R(l ,. | Al} HN WG A MM. nn. . Ss) 1. Ss ö IN N N kö 8; 8 S NS Ks as —— x SS —— C—— NK ATS U— K——— MEZ e AN n nnn, NETZ o, 8 N — S 3 ——————————— ———— EDLER ED DT EU a S WER© ES EI EP Da ———©©————* 2 — TE — —— (LH * . 7 = NZZ/// // +— 2—.——————/ NPCs 8 35!.— 8* — Ww NWS 35. ve,, Hess; ö. 2 . kö kö NSS NS 8 G a — K/ K 6.., ——— 8— 8 SS SS EZ— d——— H—— 88 Ban ß. J LETZTES Sal w r ZZ Mellil SS FIN SI ö ĩ 8 5 8 s— 1 HS AD A SS ESS NN IS CE N). ASS JeIE ZN Kw NZ iS N ES 3 D Ss N NE NUNG N SAN INN S8 SINN N N SS 1 r* AS; . , ,. . . ———— CL N 88 SD My. oh as N W AND NACH HS 8 NS LE.— — ee, IA T.- 8——| —— *— 8. CZ x——— ?.——————————— 8 /// //// KT SD . K— 3 — K Kö/———— W— —— ZZ ZN ZZ UT 2 — Zn 2 , .— S S 9, — 2 —— — 6 ö L N N CL — — . Il 9 il} 1 . 14 . UNE NS , N NA N ZZ h N ö 8 WS S INS 9 8 E33 Swe, N 2..(SS NE HS ls —/// lk‚// Ns 23 ö/ ///// r 5 J D / ZZ—————— NS SZ Kr/. 9 .< . ö — 2—. ————. S R 9 Kö n Min TAT mn —— |———————————————* Ss 8 8 8—; ö— N —— ———— ,. Andere Manier der ohren Decken. 1. ö ,,, A 7 4 WAL. ö. fe Ya(ee— 9 NS 3 6.= 8 8 um 9 in n ili 2 2 n. 9. 2 8 OT KSS|, ,, 8 7 Ha=. FY ö n X.. j.| NS 23. N 8 2 . SA. IS= j. WS 8 88 ,. SS ST VS 1 8 Tl ZI SS, ..—. == ZN= 8= z\! , zz 2 X|> 5 ST ı 7 J I J? .|/ J 3 8 1 A| 8; N Kamm 8 J 2 Si 83 6 AMD I H . 27. I.| A oo U> N KF> 8 83 8 3 S SS; mm 5 1|. 3 I .. 2, . J 2 7 D| f J P Ss 8| h 95) 18. SS NN.— 2 8 .. LE ZA 6; I... 8. A SS 3. 6.. ,. ö. NIS fffff 8 ee...! Is N U WS H|| A. 8 IE! S IS 6 5. 1 US ALS =* Wa ES n= .. H> Sl ID 8| 85 8. X|/ MM ö SP Nl ZZ| ¶ N?.. RR | S fl| N/ WB S— UM N NS W D w N 8 y 3 R D 29; Ww 8 = D IM *+ P i MANS 2; FEN k©' AS 2... S S Ss — f | z| 2 | e D |= SV ; O 8s R ] 1 SS: 8 2. / EN SS HEN U] Al il. 1 .] S N EAN ) 7 E 8 —| EA N ı 1 1 S*=— fi} il IH H=... 1* ES. |? 1. 8 — => J— dem ö. .|||||. 1 I| Ss ZN| mn 1. SE IN 1 . 1* J ml l N . , 8 c 65 9 * = 4 4. —=) —— — EHE N S Vw AH —*|= Ss =* 2. = j. 125 ll! x E. || | A . j il HE ll. i 1. S 8] D F) * 3 8 SS HS ͤ 8 >| 8— WS. = za Pre a ,, RG ö SL r N "Di d Dos d ĩ , N \S, z Se 8, WS 83 7 Das Xil. gapitel Fol hir er 2= > CD Cu S8 33 ;= SE SS Na DE 28 SD S = © = 822 hren auch zu ſch abirinthen vnd andere Zierliche Garten ge etliche choͤne gattungen in he 9 ,=./ = .. 1 ,,,, , 5 Dez% . U 9 % 45 D A DD /// // I, mn med mmm, nm,, ,, e,, mmm, mmm ö / VA IE ne./. %./ ö D,(EEE/. . ö./ 4 j. eee, AM . ,,,].. e,. ,, ,,,. Ss Dem.( J . mm, mn,%, h J ,. — — — % /. VJ % 8 NS —— — ee,, EÖHAUNHERUN NEE TUHIHC ORAL SEA HÖHTEELONEERT ERST NOCH ENT OU YA YAM h| VA X AM U — > h.) 4. D.,,. ,. — 8 neee,, ,,,. K ZZETV EEE 1 4 e,, e, Kalbe kcal SE GE 9 —— 2— X ) 4 . . r.. NL J —— , ,, ,. K XW 8 2 8 wn — — ZZ ——— 3. 2 ., Ulll. IL , ils. j. dll. TEN ,,, ...,,.. 5 ö . . ö Em mmm, Vll .. IN MM ! X n,. * k em, k . Das XIII. Saptiel. Sol. lxxj , Von eygentlicher Propoꝛtion der BuchſtahenX SIFft iſt von noͤten daß ein Werckmeiſt er vber Portetj 8 oder Thüren, in Frieſen oder andre Tafflen/ in oder auß wendig dep Hauſes muß Buch ſtaben vnd geſchꝛifft mache Namen, Tittel, oder andere ſonderha:e ler dadurch . aazuze: gen. Wen er dan Schriben ond leſens vnerfahrẽ/ die rechte art vnd eygenſchaſft der Buch ſtaben nit weiß/ | I Rund deß h alben von andren jhm dieſelbigen muß laſſen ab. reifen vnd fuͤrmalen/ geſchicht gemeinlich oz er im werck die rechte Propoꝛtion nit trifft vñ vnartliche vngeſormts =} Schriſſt machet dadurch den er vnd ſein Werk/ ja auch , a der/ ſo die buchſtahen ab geriſſen von andren erfahrnen/ .,. O, MS geſcholten vnd ge laͤſtert/ verach et und verkleinert werdẽ⸗/ . Cs haben zwar hieb so: Lucas Patiolus, Gotfrid Tory vn HAN N Albert Durer die Propoꝛtion der Buch ſtaben gezeigt, \ h. hierin vnderſchiedliche weiſe vn meinungen ö. haben ⸗ wil ich nachfolgende manier, als die gewiſſe ſteN nach meinem heduncken/ volgen welthe auß die abth eluüg der Eolumnen vnd Poſtern enten gerichtet iſt. Damit ich aber nicht zu weyt auß jhrer rechten Simmieꝛry ſchreyte/ wil ich Vitruvtum volgen/ da er ſagt/ daß die Jonick neun heil hoch iſt/ vnd daher von vnderſchiedlichen Authoꝛen/ 16— da far gehalten wird/ dz die Jorm diſer Buch ſtaben auch A. in Jona gefunden worden. Alſo mag die höhe der BuchKö ,,.., e. ſtaben auch in 9. chef getheilet werden: aber an der Co.. h ANHANG SL ZZ AA. rinthia vnd Compoſiia fo etwas zarter vnd reiner ſeind/ K ,,,,, ,../ mögen fie wol in schen getheilet werden/ damit fie der zaͤrö ,,,|, RN| te halben ſich demfelbigen werck vergleichen: deßgleichen J bey der Dorica vnd Thuſcana mögen fie wegen derſelhen grobheit nicht vnkomtich in acht theil geiheilet erden. Man ſol auch nach der lehr Vitruotj diſe Simetry nach gelegenheit des ohrts, dahin fie gefenet werden komfich wiffenzuuerandren: dan ſolcher vrſachen halben s chelnen ſie etwan groͤſſer oder kleiner/ ja gantz ſalſch vnnd anS ders als fie an jhnen ſeibſt ſeind. Damit dann nun dieſe Buchſtaben recht vnnd kom̃tich geformtert werden/ ſo mañ er ſtlich ein Perfecten vierkant machen/ vnnd den in 5 fo vil theile fegen als man dem Buch ſtabẽ geben wil. Ste ſeyen dann von ſechs⸗ ſiben/ acht/ enn/ sehen mehr oder minder ‚Heilen ſo ſol allzeit der dunneſt zug von eim dritten theil der dicke ſeyn/ vñ der vberzwerch zug võ der helft. Die eck ſollen auffs wen igſt fo vil für ſchieſen vnd anßgeladen ſeyn als der Buch ſt ab dick iſt/ auff den Circkel gꝛüd I gezogen Ob wol aber die Buchſtaben vngleich ſeind/ vnd ä der einer im vierkanten bleibt/ der ander fuͤra iß Jeht/ ſo KM muß man den Eirckel wegen onderſchiedlichet ründung anf vnderſchiedliche centra ſetzen wie dieſelbigen in den J lung gezeichnet ſeind. Das O mag man ſtellen auff 1 c,, PU vas maͤß des Q: der ſchwanzz aber am Q ſtreckt ſich auß a auff andeꝛhalben vierkan ten/ vnd ſinckt ein halben vierkanten. Ob diſe Buchſt ahen die beſten ſeyen, davon wil enn, ich nicht ſtreyten: es mag ein ſetlicher nemmen, die jhm 6 ambeſten gefallen. Zum beſchluß diſes Buchs ſeind et. lich Wappen hinzu geſenzt/ welche auch vilmahl an die Heuſer gemachet werden: weil aber ein jeder zimlicher Neiſter in ſolchen erfahren iſt/ wil ich weyter von dene ben allhie nichts ſchreihen. ſſſ .|(al A lll n 0 I n SZ ARTE 883 HL PET A MA DAN . ,, Sm © ); IMM .— ml—. Ad SEB. SERLII tectur Das Fuͤnffte Buch: Darinn blelerleh Tempel vnd Kir⸗ ö chen/ fo wol nach Art der Kunſtreichen An⸗ A eb ,, tiquen/ als auch zierlichem brauch der Chri⸗ NN e. Pl ſten/ in grund gelegt auffgezogen/ vnd mit jhrer Symmetrey vnd eigentlich er Pros 7 jf portion abgemeſſen vnd erklaͤret um,, werben M© ZN Jetzund zum erſten mahl auß dem Italieniſchen vñ Niderlaͤndiſchen in die hochteutſche Sprache/ gemeinem Teutſchland zu nutz/ greutolich vnd mit ſonderlichem fleiß vbergeſetzt. h —— AM PLLEPLETZLELZS ZZ * 7 2 , —— — ZU AL FR Getruckt zu Baſel/ In verlegung zudwig Königs. — A men,. d 8 ® — SEB. SERLII DBVon der Architectur Das Fuͤnffte Buch. Das XIV. Gapittel. Darinn von hielerley Art vnd Formen der Templen vnd Kirchen gehandlet ; 8.; wirdt. . Jewol man im gantzen Chriſtenthumb hin vnnd wider viel vnd manigerley Tem⸗. 2 Opei vnd Kirchen ſihet ſo wol Rntique als Newe ſo wi ich doch meinem in vorigen Bůch eren beſche J. henem vorheiſſen gnug zuthun/ auch etwas dauon traetieren/ vnd auffs mindeſt zwoͤlff vnderſchiedliche Manieren der Templen int jhren CGrundtegungen vnnd imgaſſen entwerffen vnd fuͤrreiſſen/ vnd von * der zunden Form als der perfeetſten vnd vollkomniſten ein anfang machen. Demnach aber zu dieſen vnſeren| zeiten viel mehr/wie ich vermeine/auß mangel des koſten/ als von wegen ringer andacht zum Gottes dien ſt/; we wenig groſſe Kirchen mehr gebauwet werden/ ja man auch die ſelbigen nicht außfuͤhret fo vorzeiten angefangen worden ſo will ich meine Kirchen alſo klein machen, das fie zimlicher maaſſen paſfteren/ vnnd in kurtzer zeit/ mit kleinem koſten moͤgen außgebauwet werden. Der Diameter nach folgender grundlegung iſt als. lang als Hoch/ nach der Figur des Eirckelriſſes nemlich von ſechtzig Schuhen: Sie dicke der Mauren haltet. ein ierten theil des Diameters/ nemlich fuͤnffzehen Schuh/ damit die Capellen mögen komlich hineyn ge⸗. ma chet werden/ welche ſollen zwoͤlff Schuh breit ſeyẽt. Die halbe Rundungen zwiſchen den Pfeiltren halten in der breyte vier Schuh, die anderen aber in dem Eyngang vnnd den drey groſſeſten Capelien halten in der . breyte ſechs Schuh ein halben. Damit man auch an Stein vnd Kalch etwas keſten erſpare/ fo fol man auſerthalb zwiſchen die Capellen die groſſe halbe Rundungen machen/ deren breyte auff fuͤnffzehen Schuh kompt/ Dieſer Tempel ſteht von der Erden er hept auffs min deſt fünff ſtapflen möchte er etwas hoͤher ſeyen/ were nicht boͤß. Dan das Erdtreich verhoͤcht wird je lenger je hoher/ alſo; das man etziger zeit in viel alte Kir⸗| chen niderwerts treten muß/ da man vorzenten hinauff gangen iſt. Die ſtapflen follen allzeit vnalcich ſehn/ ö nach der lehr Vitruuij, da er von den Templen ſpricht/ damit(ſagt er) wenn man mit dem rechten Fuß bes J gint hinauff zu ſteigen/ man auch mit demſelben Fuß zum erſten auff das Pflaſter des Tempels trette. Das| Fundament betreffent/ kan man nit faͤhlen/ wann mans tief vnnd breit gnug machet, Die mindeſte breyte. mag ſeyen das man von dem Diamerer, der dicke der Mauren ein per fecte vierung mache vnd die Diagonal! oder Creutzlini derſelben Micrung/ fort die breyte deſt Fundaments der Mauren vnden ſeyen. Alſo wird es vom VitruyisL, nach meinem beduncken beſchrieben in feinem Buch. da er von Grundlegungen handlet.. . Das auffüllen oder ſtoſſen des Fundaments/ es ſey jm veſtem oder Waſſerrechtigen grunde/ anlangend/ iſt vnvon n ohten dauon zu trac tieren/ weil es ſederman wol bekandt iſt 8 4 7 Das Funffte Buch. Das XIV, Sap. Fol SEB.SERLIL Von vilerley emplen CH J Emveil ich die Grundlegung dieſes Runden Tempels gezeigt habe/ fo volgt weis CM ter wie er auffgezogen ſoll werden fo wolaußwendigen als inivendigen/ daher er gleich als gebrochen auffgeriſſen iſt/ be de theil deſto beſſer zu ſehen. Was Innertheil des Tempels iſt nach Corinthiſcher manier gemacht/ die gantze höhe vom Pflaſter an biß oben gegen das gewelb haltet so, ſchuh/ deren zo. für die runde Haube ſind/ das vhrig niderwerts/ in fuͤnff ein halben theil, ein theil für das Karnieß/ nnd Architrab/ die andren vier vnd ein halben theil/ſind für die höhe der Saͤulen/ mit jhren Baſen vnd Capitaͤlen/ davon duglle Particular maaſſen in meinem 4. Buch von der Korinthia findeſt. Die halben Rundungen zwiſchen den gevierdten Pfeileren/ſind i. ſchuh hoch/ die andren 15. ſchuh. Das runde loch zu obriſt im gewelbift ein ſibenden theil des Diameters des Tempels weit: oben vber das loch mag man ein außzůgle mit glaßfenſtern machen oder mag es offen laſſen/ vnd wirdt heytere vnnd Liechts gnug dadurch fallen fur das mittelſt theil des Tempels/ die peil die neben Capellen ihr heytere an ihnen ſelbs durch die Fenſter haben. Das Tach diſes Tempels möcht am aller ſicherſten mit bley gedeckt werden. Das euſſerſt Karnieß fol ſtehen wie das innerſt/ aber vil groͤber von Glicheren/ weil es für wind vnd regen dienen fol, Was die Thurn anlangt/ davon findeſtu gnug in meinem 4. Buch. ,,,. % ,, . ö. PATE m nnn n imm iin nim nnn, Ill nm mm, ,,. 5* i nnn mn . SEES ET W J BEL. I . All! HH 8 | GA 11 174 |, HH .. J 4{1 . R R i N DN D* mmm nnn nm nnn nnn ET FETTE *.— 11 a HR , ZZ., ö CE zZ . K .. Z ZEN .. .. * . 2 8 Kö N N ö ARE BEE LS LOL Das Fuͤnffte Buch, Das XV Faß. SBol. ii. S Bſchon die grundlegung des nach boͤlgenden Tempels auch ruhd iſt/ ſo hat ſie doch n., veraͤnderung von wegen der 4. qußgeladenen thetlen, nemlich der z CGapellen vnd des Eyngangs welche alle auff ein Manier gemacht ſeind. Der dia meter diſes Tempels haltet 48, ſchuh: die dicke der Mauren/ ein ſibenden theil des diameter s. Die Capellen halten 14. ſchuh, in die vierung, ohn die halben Rundungen; die andern vier halb Rundungen oder kleine Kapellen find a. ſchuh breyt: die gevierdte Cappellen haben Ir Liecht von der Senten her, Das Taglochdes Tempels zuoberf im gerbelb Hakteim Siecht ein ſanſftenchri des Diameters/ mit ciniem if hie be aufgefert wie von den vorigen auch gejagt iſt. Der Antritt diſes Tempels haltet auch fünff Staff len. Weil aber die Winckel dorauffen am Tempel gemeinlich e,, gehalten wer den/ ſo 1 mein raht/ das man ein geh erdte Mawren darum — iſt/ ſo wurde man nicht ſo leichtlich mögen hinzu kom̃en. 8 * Cam+ HN J | J ho U u | . U bher fuͤhrete/ fo hoch als der Antrit 81| ) SEBSERLII Von vilerley Templen CAER vorigen Grundlegung ſiheſtu althie das auffgezogen Werck ſo wol inwendim gen als auf wendigen Daher es gleich als gebrochen ſchelnet, Die hohe inmendigen iſt der Creutzlin gleich, nemlich von 43 ſchuhen: die heiffte iſt für die runde Hauben: das Tachloch haltet in der weyte ein fuͤnfften theil des diameterg oder Creußs lun/ dar uff man ein Außzůͤgle mit Glaßfenſteren ſetzen mag/ wie in der Figur zu ſehen iſt die runde Hauben fol mit bley oder anderer kom̃licher WMteatery gedecket werden. Von der Runden Hauhen niderwerts/ ſol das Hauptgeſimps zwen ſchuh ein halben hoch ges macht werden geformiert wie das Poſtement des Bogen am Theatro Marcelli/ wel ches im 4. Buch im). Kapitel am zy blatt beſchrieben wird/ vnd mag für ein Capitaͤl dienen/ außgenom̃en die Blatten mit dem Karnießle. Die Pilaſter find 4. ſchuh ein halben breyt: die groſſe Kapellen 26 ſchuh hoch: die kleinere 3. ein halben ſchuh/ oben her halb rund/ Oben vber die gevierdte Capellen wie auch über den Ehngang mag man ein flache oder ebne dachung machen/ jedoch etwas haͤldig daß das Waſſer ſein ablauf habe. In die dicke der Mawren kan man Stafflen ordnen/ vnd dieſelben mit eyſen oder ſteinen gelaͤhn vmbher verwahren.| — h j 9..! $ n, E E :, E ,— J.= , K ,, K 2 N B .. E=S: .. m 4. 9.. fl.— ,,= . ,,.=: HM|= FF SS = Ss WV DS ex 3 Ss — Da W 8 w/ Ss = ES — kö zZ| — 2—— —.— — 1 AM — U 7— 1== NR ;|)}\ R 2| I N SE . J. HN 7* 8=|. z= D ö FE N ö Er] h E A MH TI 1* 3 ö S S HRS ö 3. 3 HAN| 6 J I mm EEE. = 5 ö.*. = ll N er J i — ö Ex UL. HEHE ⸗ 1 A —. 7 ;{1}| ſ.. . A 1 —|| X K—;. — Q VC. ö — 6—. i — = — == -r——— EEE ——————— Gt CY pel in der hreyte ſechs vnnd viertzig S SEB. SERLITL Das Fiinfft Buch Das x1III. gapitt, gol ij . der runden Form/ welche die aller vollkomniſt iſt vergleichet ſich zum naͤchſten die Opal Figur= Deß halben mir gefallen wöͤllen einen. auf ö manier zu formiert. Und haltet diſer Tem. ler hub iſt lang ſechs vnnd ſechtzig Schuh. die Maur iſt dick acht Schuß/ darin auch die Capellen ſtehen welche ob fie ſchon nicht ſehr weit ſeind/ fo darff man ſie ö abſetzen. Die zwo gröſſeſten Capellen halte in der wey te zwentzig Schuh ein halben, darinn find zwen wellkoͤgen, ein jeder vier Schuh breit. Die Schulen find ein Schuh ein halben dick. Die plaͤtzwiſchen den mitleſten Saulen halten ſieben Schuh ein halben/ die anderen aber nur vier vnd ein quatt. Dieſe zwo groſſe Capellen ſollen jetliche drey fenſter habt/ das mitleſt von ſechs ſchuhẽ, die zwey auff der Seyten von drey Schuhen. Die Cappellen mit dem hohen Altar iſt sehen Schuh breit, ond fechs Schuh tieff in der Mawren mit halben Rundungen /wie die groſſe vnd ein Fenſter oben an dem Altar, ſechs Schuh weit. Die anderen vie. Capellen ſindzehen ſchuh weit/ auch mit halben Rundungen wie die anderen/ vnnd ein Fenſter oben an dem Altar, vier ſchuh weit. Dieweil nun dieſe Cappellen an jhnen ſelbs jhre heitere haben/ fo möchte dieſelbige gnug ſeyn/ fur den gantzen Tempel/ aber doch damit man mehr heytere vberkomme/ kan man auch zu oberſt der Capellen noch ein fenſter machen. Der Antritt dieſes Tempels ſoll auch nur von fuͤnff ſtapflen ſeyn/ die T hꝙre ſechs ſchuh weit/ vnd mit vier Pfeileren geziert, nach art der Corinthia. Der Eyngang in endigen ſoll ſich vergleichen mit der Cappellen/ darinn das hoch Altar ſteht. 2 J Hill m Wan,© 9 ö. ZZ SE N N NE 9;. N. i M iffffffffffff ff . ll N © 4 @ zun n La,. 3. 9 3. k. 2. WW zZ . 6. 8 R 8 8 UM << . J ; SEB. SERLII. Von vielerley Templen. 8 — Jeſe nachvolgende Figur bezeichnet den zuvor in grund gelegten val Tempel in Or. ö. pflaſter biß zum ohren halbrunden gewelb als hoch als breit ?iſt/ neilich 36. Schuh: vom Pflaſter biß oberthalb dem Karnieß find 3. Schuh/ , ifk ein heit für den Dlrchierab/Srieß and Karnieß/Dicodrkgen vier für die höhe der Pfeiler/ ſ neben den Sapellen ſtehen. Die Particular maſſen vñ. Ordnungen hie von findeſtu in meinem Vierdten Buch/ in der Ordnung der Corinthia Die runden Saulen find e. Schuh hoch: der Ilrchitrab welcher den Bogen tragt, haltet einen Schuh. Das groß Thor iſt mit vier gevierdten Pfeileren iwie bey der grundlegung vermeldet)gezieret/ in ſolcher Form vnd maaſſe/ wie die/ ſo inwendigen im Tempel ſtchen /. auch eben mit gleichen Karnteſſen. Die Lhlirehgt jhren Bogen auff zwey Pig ſtrengwi=. ſchen den gevlerdten Pfeileren. Das gewelb oder runde Hauben zu oberſt auff dem Tempel mag nian zieren wie in der Figur gezeiget iſ̃ oder noch mehr vnd reichlich er: die Fenſter oberthalb dem Karnieß ſollen etwas ſchraͤg gemachet werden/ wie man ſihet. Decket man den Tempel mit Bley/ ſo werden die Fenſter gnugſamlich beſchir met ſejen. k Sa——. . mini . | | 1 Das Fuͤnffte Buch. Das XIV. Cap. Fol. ö Figur fühffekckift, welche fich in der Aechitecljr nicht gat wol ſchicket fo mag man fie Mivendigen von 6, incklen oder zehenecket machen, =* wie du in der Figur ſiheſt. Der Diameter diſes Tempels haltet 6s, ſchuh: der diameter des obriſten qußzugs 12. Schuh. Die fünff groſſen Capellen halten fünffzchen ſchuh in die vierung/ ohn die drey halbe Rundungen weiche io ſchuh hoch ſeind. Die kleinen Kapellen ſeind z ſchuh weyt, vnd gehen ſchuh tieff in die tam biß zu der halben Rundung welche weit iſt s. ſchuh. Die groſſe Kapellen haben Fenſter die kleinen aber ,, Die, Pfeiler an diſem gang halten. ſchuh in die vierung. Der mittelſt platz zwiſchen den Pfeileren haltet 10. ſchuh aber die anderen platz nur vier ſchüh. Die ſeyten des Ganges ſollen laͤhnem haben/ init gedraͤhten Saulen. An den ſey ten der Thuͤreſeind 2. Wendelſtein oder ſchnecken/ das man auff das Portal/ wie auch rings vmb ben Tempel gehen koͤnne. Der Aiſtritt diſes Tempels iſt von ſtafflen, in g vnnden hol gemachet werden, l AM . A D 3» MM N 9 Al Ma ö. f 8 24; —— em,, IM m 7 SEB.SERLIL Von viler len emplen ö 8 me wol diſer Tempel geſchloſſen iſt/ ſ wil ich doch nicht deſto minder die. X. wendigen zeigen. Er iſt aber in wendigen als hoch als breyt/ namlich 62. ſchuh. Dz D oberſt NAlußzligle/ iſt auch als hoch als breyt/ biß an dz Karnießle: die runde Hauben iſt in halber Circkel rundung: Das gewelb des Tempels/ if auch in halber Circkelrundung z. ſchuh hoch. Das Karnieß mderwerts haltet zwen ſchuh ein halben/ gefor⸗ t miert wie das Poſtement des Bogen am Theatro Marcell/ davon im 4 buch am z| blatt. Diß Karnieß ſoll man qußwendigen ſetzen wie inwendigen/ aber etwas groͤber. Die gevler ten Pfeiler des Portals ſeind a. ſchuh hoch/ mit Baſen vnd Capitaͤle nach Soriſcher Art. Der Architrab haltet in der höhe die halbe dicke eines Pfeilers: das Karnieß oberhalb dem Bogen/ iſt ein vierten theil kleiner dann das groß Karnieß/ ſon⸗t ſten durchauß in einer Form/ vnd dienet zu gleich für die Kapital an den Pfeileren. Vber| diſem Karnieß iſt ein Gelaͤhn/ mag gemachet werden mit gedraͤhten Saͤulen/ oder von P Eyſen. Die Zweh neben ſtuck zu obriſt geſetzt bezeichnen die Kappellen inwendigen. Wo das Creutz ſteht/ iſt die groͤſte Cappellen/* ſchuh hoch. Das ander ſtuck mit L bedeutet/ die kleinere Kapellen/ auch ſchuh hoch. Die Pilaſter fo die Kapellen ſcheiden/ ſeind drey. ſchuh breyt ihr hoͤhe iſt 6. ſchuh daſelbſt ſol man ein Karnieß machen fo rings vmb den Tempel lauffe/ vnnd diene zu gleich für Capital am geſagten Pilaſtren/ nach Doriſcher art aber doch ein wenig verandert. Das Hauptgeſimps an dem obren Außzuͤgle/ mag man mit eim Architrab/ Frieß vnd Karnießle machen. SI JH OO I . Zu 1.————— 83 AU NE il te, BO 7 2 i — = = =— == ES = kl n mn a. ö Das Fuͤnffte Buch. Das XIV Gap. Jol. vj. CA ER grund difes nachvolgenden Tempels iſt ſechsecket, haltet im diameter 25. Be ſchuh: die dicke der gI'tawren fünf ſchuh: Ein Capelle iſt weyt 0. ſchuh/ vnd geht 7 4 chuh tieff in die Mawren. Die weyte der halben Rundungen iſt zwen ſchuh: die Thuͤre des Tempels iſt. ſchuh weyt/ vnd mit dopplen Saulen geziert/ welche ein ſchuh vnd ein quart n, nn m,. ſtaff len/ mag höher gemachet werden, doch das die Stafflen allzeit in vngleicher Zahl ſeyen. Ein jetliche Kapellen hat ein Fenſter/ 4. ſchuh ein halben breyt/ dar durch heytere gnug in den Tempel kompt darum̃ zu oberſt kein Jlußzüglkiſt. An die ecken des Tempels, hat es flache oder gebierdte Pfeiler ſchuh ein quart hreyt/ ein wenig außgeladen So man den Tempel gröffer ba wen wil, aber hon wegen mangel der Steinen kein dickere Saulen machen kan fo ſol man die Corinthig oder Jonick brauchen/ oder wil man die Doria volgen/ ſo kan man jhnen mit den Poſtementen zu huͤlff kommen.. x 1111 TXT Cæenpel amn vorigẽ Grund aufſgezogen, anßwen digen an der * vnderſten Fignr/ in wendigen an der obriſten Capeſlen/ der en die anderen alle gleich ſeind, Was die eüſſeren cheil anlangen thut, fo iſt erſtlech die höhe vom Pılafter biß zu õbriſt dem Karn ieß 12. ſchuh: Das Karnieß anderthalben ſchuh hoch nach Doriſchen art, daher es auch dienen tan für die Capital auff den 6 Kckpfeiteren/ außgenomen die Blatten mit jhrem Rarnieß/ welcher für dz Hauptgeſimps auch die net Wie man in der Figur ſihet. Das Portal iſt mit runden Seulen gezieret/ vnnd hat ſeine flachen gegenp feiler/ von welchen der mittelſt Gang haltet. ſchuh ein halben. Die dicke der Saͤulen haltet anderhalben ſchuh: je zwiſchen 2. Säͤulen vnd pfeiſeren iſt ein halber ſchuh. Vorgemeldte Säulen ſeind 8. ſchuh vnd z. quar hoch: Die Capita! nach De riſcher art: Die Baſen aber, weil fie dan den am regen vnd lufft ſtehen/ auch fur die Baſen der Pfeiler vñ groPilaſter dienen/ vnd den Tempel zu allen ſehten vnibfangen/ ſollen Chuſcaniſch ſeyn. Der Arch trab iſt einẽ ſchuh hoch vnd ſteht der bogen darauff Die Thuͤre mag man machen/ wie in der= gur zn ſehen. Der Unirite ſoll aufs mindeſt fanff ſtaffletz hoch ſeyn: Das 89 Llhie ſiheſtn den Fununffecketen mn ff n i iii III hh, 3 2 ,,. 22 —— ———— — —— N N * 7 nn nnn SA SEB. SERLII. Von vilerley Z k . ö — ea R 1 ͤ De,. ,,. TA ö . 3. ., ZI 2 ,. A , A .(MI DA % . AZ 2. ZZ % . ) VO 2 A A . Az GÜH ZA . / . emplen Thach mag man mit bley decken/ oder mit ſolcher Materien, welche in etz nem jeden Landirarhafftig vnd wol zů betom̃en iſt. Diſes ſeye gnug von dem aufwendigen Werck; das in wendig be treſſend/ iſt eine Capellen an ftait au geſetzt; oie breite ſetlicher Capelen haltet o. ſchuh/ die hohe iz. ſchuh ein halben/ vnd in die Maur vert ieſſec 4 chtehan jeilicher Seyicn haben fie ein halbe Rundung 2. ſchuh breyr; vber dem Allar iſt ein Fenſter⸗ ſchuh ein halben kreht/ ſchuh hoch: das Inwendig Karnieß iſt in einer hohe mit dem euſſeren auch von einer Form vnd geſtalt: Daun die Blatten mi dem arnieß/ ſol auch rings omb den Tempel lauffen/ vnnd ober den Pi» laſtren nicht fürſchie ſſen/ ſoll nur etwas reiner gemachet ſjehn/ dann die/ ſo außwendigen am Regen vnd Wind ſtehei. Die Baſe mag man auch nach der Dos rica machen. Ob wol nun die obgeſetzten Tempel alle in wendigen als hoch als breyz ſind /ſo iſt doch diſer/ wegen feinen kleine/ noch vn ein halben Diarneter höher/ welchs auff z7. ſchuh ein halbetz Loipe * * * 9— *. * * 9 8. * * * — Mn, — A——— 6— — — H Das Fůnffte Buch. Das XI gap⸗. Gol phj SB wol vorige, wie auch etliche nachvolgende Tempel weder Thtzrn für die Glocken wie hey den Shriften breuch ich iſt, nach Sacryſteyen oder ander dergleichen = fachen haben, ſo kan man doch dieſelhigen mit guter kommig keiten außwen digen daran füg e/ aber alſo das ſie innerhalb des Tempels jhren Eingang haben/ dergleichen Exempel/ in meinen andern Buͤcheren zu finden find, Die Gran hlegunge hien nden iſt achtecket. Der diameter oder Creuͤtzlin haltet intendigen 42. Schuh. Die Mamr 6ſt S2. Schuh dick. Die Kapellen find weit i. Schuh] in die Maur vertie ffet ſechs Schub, Vier Gapellen find inn halher Circkelrundung/ Dieanderen drey aber mit ſampt dem SFSyngang in oberlengter Vierung. Ein jede Kapelle hat zo halbe Rundungen/ Vier Schuh breit, Die drey Fenſter in den halbrunden Kapellen find vier Schu breit. Die andern drey mit den Seulen find eilff Schuh weit. Die Thure haltet in der weite fünf Schuh. In der mitte des Tempels mag mant ein Altar feßen. gedeckt mt be Tribunen auff acht Pfeiler geſctzt Der dig meter hieupn hat zr f& tr lenzge hegert man den Tempel groͤſſer zu haben fo ſoll man den Schuf auch verge fern. . F® . e. ö A 3 ! I .. 1 /| W@ an| 7 U; Ul . X 1 I. — TE SEB. SERLII Von vilerley Templen S Iſe nach volgende Figur gehoͤrt auff vorigen achtecketen grund/ vnd iſt das quffgeS. fährt Werck nur von quffen her anzuſehen. Von der höchſten Staffel bißzu dem ẽ ire, Karnießſind m.(hub ein halben, welchs die halbe höhe inwendigen iß Das Karnicß haltet zwwen ſchuh⸗getheilt wie das Fapital der Dorieg fol auch oberhalb den Pilaſtren fuͤrgeladen ſeyn/ außgenom̃en die Blatten/wie in der Sigur zu ſehen: man ſoll auch ein ſchlechte Baſe darvnder ſetzen/ drey viertel eines ſchuhs hoch. Die Pfeiler an den Ecken ſeind drey ſchuh breyt/ vnd die innerwerts ſtehen/ zwen ſchuh. Die Thuͤre iſt 5 ſchuh weyt/ vnd 13.ein halben hoch. Die zierung diſer hüren findeſtuim 4. Buch bey der Jontca am 38. blatt. Diegeſt alt ber Fenſteren ſihet man gnug ſamlich an der Figur(lbs, Wil man noch mehr hehtere in dem Tempel haben, fo mag man oben im gewelb ein Tage loch machen/ mit glaß bunds weiſe gedeckt für den regen/ wie man zu obriſt in der Figur ſihet. r ffffffffffffffffffffffff ccc G ee a ö l k/. 1. nnn H... am ö.. ö.. 8, zZ= — SE s = a.. =.= 3 E = 3—— 9. E 8 ö =! ö?= ff— M—— r—— 2 I N Das Fuͤnffte Buch. Das X Je Karnieß vñ pfeiler ſind 2 iin diſem auffgezogenen ges J bew an formen vnd hoͤhe in. wendigen wie auß wendigen. Von de Karnieß obwerts iſt dz gewelb in halber Circkelrundung. Die z.| H | größten Cappellen ſind mit boͤgen= gewelht us. ſchuh hoch. Die runde Saulen finds. viertel eins ſchuhs dick/ vnnd die halben nach gleicher proportion/ 6. ſchuh hoch. Der Architrab/ darauff der Bogen kompt/ haltet auch dren viertel eines ſchuhs. Der mittel platz zwiſchen den Säulen haltet 4. ſchuh ein halben/ die anderen an den ſeyten zwen ſchuh vnnd ein quart. Die g apprllen von halber S ircke 2. 3 En MENT 9 ,,, ;— (.—— H .——— // /// ö . V. Gap. JSel bit. rundung ſeind 16. ſchuh hoch/ die halben rundungen aller Cappellen zehen ſchuh hoch: die runde Tꝛbune/ſo in der mitte mit einem Altar ſtehen ſol/ iſt allhie zu oberſt geſetzt. Vom grund an biß zu dem Karnieß fein achtzehen ſchuh/ dz Hauptgeſimps haltet drey ſchuhbas vbrig bleibt für die Pfeiler da man guff den Seyten Pilaſter mit bogen machen ſoll, von Dos riſchem Werck fo wyl innwendigen als außwendigen. Die Tribune iſt in halber Circkelrundunge. r NY n K — H—— ff n ff m ffn, Ef ff ffffffffinnnnnntttttttt MI TS a) —— nnn ee n,, IJ . ö===== n ö J SE = K —— —— 66 — . . —== . Illi] . l S 8 6 . ö — 8 E B. s ER I. 1 Von oiletich Templen ein chteck/ defſfen Diameter ss, ſchuh haltet/ vnd die dicke der Maur is, ſchuh. Der Eyngang aller Cappeln iſt i ſchuh ment: die Mawr daſelbſt drey ſchuh ein halben dick die Cappellen in hen vier ecken halten in bendigen 6. ſchuh in die vierung. Die halbe Rundungen mit den Altaren/ ſeind 2. ſchuh breyt: die vier offene vnd 2. blinde Jenſter/ halten drey ſchuh ein halben. Die zwo kleinere Capellen/ außgenom̃en die halben Runhungen halten in der lenge 2. Schuh. Die halben Rundungen aber ſeind o ſchuh breit. Die Fenfter halten in der weytes ſchuh. Das Portal ußwendigen/ hat in die lenge 27ſchuh vnd iſt fuͤnff ſchuh weyt. Gegen die gevierdte Pfeiler komen runde Saͤulen/ ein ſchuh vnd 3. quart dick, Die Thuͤre iſt 6. ſchuh weit. Das Portal in wendigen iſt ſchier wie eine der kleineren Kappellen in der mitte mag man auch ein hoch Altar ſetzen mu ei ner Tribunen/ deren diameter zo. ſchuh halte. Die Pilaſter ſeind dreh ſchuh dick vnnd die halben/ ein ſchuh. Die gepierdte Pfeiler an den Ecken ſeind drey ſchuh breyt. Se gleich diſe grundlegung außwendigen vierecket ift fo haltet fie doch inwendigen 1 2 é al Oh 1 w // /// // //. n—— . Das Fünfte Buch. Das Xly gap. Sol ir ¶ Je volget das vorderthell auß dem grund aufgezogen allein qu wendigen anzuſe(8) hen, deſſen hoͤhe ich aUbie befehreiben wil. Bon ö.. 66. 7 Karnieß find Zwen fzg Schuch ein halben: Diefe hoͤhe in ſecht theil abgetheilet/ iſt ein thellfur den Slrchitrab Srieß ennd Karnieß. Die anderen fünf theil bleiben fur die Pfeiler welche zwen Schuch in halben breit find. Die Naaß on ordnung von allen, finder man bey der Jontcg im Vierten Buch. Oberthalb dieſem Karnieß iſt die runde Hauben mit einem Außzügle oben auff/ Damit deſto mehr heitere/ mitten in den Tempel falle. Das maͤß dauon fen det man durch ben kleineren Schuch der im grund verzeichnet iſt. Die runde Saulen vor dem Portal ſind 3 Schuch hoch/ der Architrab an. Schuch. Vber den Bogen iſt das Karnieß als groß als die dicke einer runden Saulen daniden/ abgetheilet wie ein Capital der Dor tra. Das Geſpreng darauff reichet hi iniden/ abget ein Hapitgſ der Doria Das« ng dar quff reichet hiß an den Archi gh def Cempels Der Aln tritt des Tempels iſt ö. fünf, Die ö. Sigur nuit. bezeichnet iſt ein; der Gappellen, drey Schuch tor die ¶Meauren auß geladen, deren Fenſter Zehen Schuch hoch iſt/ oben mit eineni halben Bogen gedeckt, wie man ſihet. . imm 2 iir, nn ee /// .. ,, ö LE inn iini iir iin inn enn aiim FL J . I n, ENTE LEE j— i i nin i nn,. z n l iini iim i iii illi (SE VE ® SEB.SERLIL Von vilerley Templen J Door hab ich den Tempel auß wendigen in die vierung auffgezogen gezeigt vñ erklaͤrt: 33 will ich jn in wendigen mit feinen acht ecken auch beſchreiben/ vnd deutlich in FiA guren füͤrꝛeiſſen. Erſtlich ſiheſtu/ wie man durch den Wendelſtein ober Schnecken neben dem Eyngang im grund bezeichnet/ in einen ſchoͤnen Gang kompt. Die höhe dieſes Tempels in wendigen, iſt ſchier wie aller vorigen/ nach Art der Antiquen/ nemlich als hoch als breit welche hoͤhe auß einem Circkelriß genom̃en wirdt. Die ohre runde hauben haltet den halben theil/ die ander helffte nider werts in ſechs getheilt/ if ein theil für den Architrab/ Frieß vnnd Karnieß welche Doriſch ſeind, die ander 3. theile ſeind für die ö Ma wren mit den pfeileren/ welche uch. Schuh ein halben breyt ſeind wie die euſſeren/ Aher die Capitaͤl vnd Baſen ſeind Doriſcher Art. Die Maaſſen der Baſen/ Capital/ Architrab/Frieſen/ vnd Karnieß/ wirſtu auch in ermeltem Vierten Buch finden bey der Dorica. Die hreyte des Eyngangs aller Capellen haltet a ſchuh, vnd die hoͤhe 21. ſchuh. Die vier groͤſſeſten Kapellen fo in den vier ecken ſtehen ilten 4. ſchuh in die vierung has ben jhre Pilaſter von wegen der welbbögen/ die Höhe aller halben Rundungen/ ſo wol deren die nur ic ſchuh/ als die l. Schuh breyt ſeind iſt 6. Schuh, Das Außzuͤgle haltet iz; Schuh im Diameter. Das vbrig wirdt ein jetlicher Bawmeiſter durch den kleineren Schuh in grund verzeichnet/ leichtlich finden konnen. w EN dd i . ) Das Fünffte Buch. Das XIV. Gapitel Jol. x. ĩ e Achvelgende Jigur mag ein Kreutz veiſe Grundlegung geneñt werden. Der Prinö cipal Patz in der mitte haltet s. Schuh im diameter; die vier halbe Rundung en mn mit den hier durchgaͤngen halten in der breyte 1. Schuh, die Gänge aber ſeind 3. Schuh lang. Die vier kleine Tempel halten im diameter 36. ſchuh/ r halberũdungen da man Altar hinein ſetzen mag) Genfter vnd Thuͤren ſeind ſetliche weyt ſ echs ſchuh. Die vier plaͤtzin den vier ecken/ mögen für Wohn men der Prieſter oder ander Kirchen diener gebraucht werden halten 6 ſchuh in die vierung/ oben auff mag man vier Thürne ſetzen/ vnd durch die Wendelſt ein oder Schnecken hinauff gehen. Die vier runden Plaͤtz mögen Sacryſteyen oder andere Gemach ſein/ die gantze vierung qußwendigen fo den inneren runden Tempel in ſich begreiffet ha tet zu allen ſeyten se, Schuh. Der Principal Antritt hat neun Stafflen. Die Thur daſelbſt mag auch wol etwas groͤſſer ſeyn den hie zwo anderen an den Seyten. ö Om) l P |( A r SEB. SE RILII. Von vilerley Templen Ka Origer grundlegung ſiheſtu allhte das vordertheil aufgezogen/ quff Welche manier San. theil auch auff iehen kan Die höhe der er ſten V S ber obriſten ſtaffel biß zum Karnieß acht vnd dre ſig ſchuh: ſolche hoͤhe in ſechs ges thellet/ iſtein theil für den Architrab Frieſen vnnd Karmnieß ſö rings vmb den gantzen aw laufft. Hon dannen biß zu dem andren Karnieß des mittleſten Tempels ſeind dreh gehen ſchuh. dieſelbe höhe in Fünf gachetlet, item theil für das Karnieß Frteſen, band Ilechitrab. Dſſe groͤſfe dep Karnieß dienet auch an die A iß n gle der vier kleineſten Cappellen/ welche Nußzügie im Diameter impen gigen acht ſchuh halten. Die dritte Drd= nung gegen den vier Thuͤren hat nur ein durchgehen de Blatten. Der Auſtzug auff der runden Hauben haltet im diameter zehen ſchuh/ it hoch/ ſechszehen ſchuh. Diſe höhe in fůnff getheilet/ iſt ein thell fur das Ha ptgeſin ps die anderen vier für die Pfeiler Korinthi ch gemacht. Die vierdte Orbnung der Thürne ſol quch die ſelbige höhe haben/ quch mit dem elbigen Hauptgeſimps gezteret ſeyn. Wiewol aber von diſem Karnieß niderwerts die Ordn ing der hürne nicht ſehr fůͤglich ſtehen/ weil ſie ſich haben muſſen ſchtcken nach dem Hzuptgeſimps des Tempels ſo iſts doch ein ſolche vnfüͤgligkein, welche auch nach der gien Antiquu tet wol paſſteren kan. Das obriſt theil der hürne, iſt als hoch als breyt der Thurn iſt Das funfff theml diſer hoher iſt für das Hauptgefimps vnn das vbrig für die Joniſche Saulen Oberthalb dem Karnieſ iſt ein VUmbgang mit ein gelahn Fuck mlt ſampt der runden Hauben gemacht/ wie man in der Figur ſi her. ö . 1 K 2) . Lem . . . 5 ö — . ö Das Fihnffte Buch. Das X. Jap. Sol. C JErnden ſheſtu dee helſſte der dreh mitteilen Tempel voriger Grundlegung, inn 5. wendigen. Dieweil nun d; mittel theil mehr heytere vñ Liechts von noten gehabt, e dan nir gon dem obren glizt gie, wie auch die enderen bier euffere Sempel neh heytere durch hre Fenſter vberkon ich fo iſt deßivegen das lunerſt Karmieß nidter bn fn kleiner gemacht dañ das euſſerſt/ damit die heytere deſto geſtrackter hinun der falle/ wie man ſoſchs an der Figur warneten fan, Bon Pfl aſter biß zum obrifien Karn ich feind , Schuh Das Karnieß, werl kerne Saulen noch Pfeiler dat bſt vor hande feind, mag ſchlecht gein acht werden/ ſonder ich daß es nicht vil fuͤrgeladen fre/ das gefücht zum geSelb hinauff nicht zuuerhinderen. Sein höhe iſt anderhalben ſchuh, mag nach ein? m Doriſchen Kapital gemacht werden Jie höhe aller haibenrundungen/ fun ffzehen ſchuh. Oberthalb den halbenrendungen fo! ein Bidtten rings vmh,(0 wo den groſſen als vmb die kleinen Tempel lauffen Vber diſe Blatten kom̃en die halbrunde gemwelb der vier Cappellen Ob den Cappellen iſt ein ebner Plaz doch etwas haͤldig, daß das wa fer fein ablauf habe, rings oinbher mit einem Gelaͤhnſimn ck, da man durch bie Schnecken hinquff geht. Sol aber wol in achtung gehalten werden daß man kein ſchuree lang dar auff liz en laſſe/ dañ der durchdringt vnd ſchabiget das Marr werck hefftig. Die Thůren an den ſehten haben auch im antritt neun Staffien vn angeſe nen daß fie nicht in der Figur ge eichnet ſeins Kean ſihet auch gemein ich, daß alle win kel ußtbendigen an den Kirchen on, flulig gehalten werden welches gewißlich nicht recht iſt die weil ſolcher ohrt für heilig fol gehalten nnd glehret werden/ fo were mein raht daß man vmb den gantzen Hal ein ein zeawren fuͤhrete als hoch als die Stafflen des Tempels ſeind. Die Thür ne, fo zu hin derſt auff die ecken diſes halben gebews gehören, hat man in diſe Figur nicht ſetzen könen rin jeder kan ſie jm ſelbſt eynbuden/ wie auch anders was an diſer Figur manglen man SEB. SERLII Von vilerley Templen Eur Uchtolgende Grundlegung vergleichet ſich einem Crůtz vil beſſer/ dañ vorige. Die 25. örey en ſeren Eyngaͤnge ſeind ein an der gleich wil deßhalben nur vom vorderen re * den. Sein wehte haltet dryſfig ſchuh, die lenge, ſihen vnd dreiſſig ſchuh. Die aur haltet in der bicke ſiben Schuh in der mitte auff jetlich er ſeyten feind zy halbrundungẽ/ heren jede in der breyte haltet zehen Schuh. Die weyte der Thür c,acht. Der durchgang zu der gantzen Nun dung/ iſt weit 22 ſchuh. Die dicke der Pilaſter daſelbſt 7. ſchuh: jhr halbrundungen,/ vier ſchuh: innerthalb der Pilaſtren kom̃en die Wendelſt ein oder Schnecken. Damit aber die Pilaſter deſto ſtercker feyen die Tribune oder mittlere Rundung zutragen fo fol man in die vier winckel zuhinderſt gegen die Pilaſter die achtſeytige Gapellen machen/ von achtzehen Schuhen im Digmeter/ deren Meaiyr in der dicke haltet vier ſchuh. Die halbe Rundungen Chüren., Fenſter vnd blinde Fenſter ſeind weit fanff ſchuh. Die euſſere ecken des Tempels haben jhre flachen oder gevier dte Pfeiler/ drey ſchuh breyt. Der antritt des Tempels iſt von fuͤnff ſtapfflen. . , . a Z. . a ö af ZZ ZZ . h. ——— N Das Fun ffte Buch. Das. Sol rij A zu MS other Heil voriger grundlegung ſihet man u bie an gezogen am Ehngang Ess, breyt 2, Schuh: von der ohriſten ftapffſl bißzum Karnieß feind in der höhe ze? ſchuh. Das Hauptgefimps haltet. Schuh/ das vhrig bleibt für die Saulen nach JJoniſchtr manner. Die andre Ordnung haltet in der hohe* Schuh: in ſechs gethelletam heil für da Häuptgefinps die vbt gen, fir die Saulen nach Sorinthifcher ma— Hier, Diſe zwo Ordnungen vmbfangen den ganzen Tempel, dar hon das mäß auß dem 4. Such mag genonien werden. Das Sefpreng iſt hoch n, Schuh, aber an ohr teren, da es bil ongemz ter wind regen ond ſchne glb nag es wol hoher gemacht werhen. Ohert, DD diſem Seſpreng if ein Karnieß von zwen Schuhen darquff kompt die runde Hauhe mit einem Außzůgle von zehen Schuhen, ohn ſein rundes tachlein. Das ſtuck mit C. zeiget die runde Hauben in wendigen: das an der mit L.ift ein Cappele in die vier WinFel geſetzt Db wol anch die fün Stapfflen allhie nur an die vordere Thuͤre gemacht ſeind, ſo gehören ſie doch auch in gieicher geftalt an die zwo andere neben Thüren, Die zierungen der hůren findet im Dierdten Buch bey der Jonick, ; MAN SEB. SERLII Von vilerley Templen. (CS Figur bieunden gefeßt zeigt den vorigen Sreukweifen Tempel intwendigen ge rad in der Mitte nach dem Diometer gleich als durchgeſchnitten/ an dem mittelten 7 theil/ darauff die Tribuͤe ſteht/ ſind bon einem Pilaſter zum andren 3°, Schuch: vom Pflafter biß zu obriſt des Kar nich' find auch zo, Schuch. Das Karnieß, Frieß ond Architrabhalten in der höhe fuͤnff Schuch, ond laufft in wendigen rings vmb den Tem⸗ 1 pel her. Oberhalb dem Karnieß find die Bögen welche die Trihune Tragen Ob den J Boͤgen kompt ein groſſe Blatten/ von dannen obwertz hiß zum Karnieß,iſt die hoͤhe 5. ö Schuch. Das Kaͤrnieß haltet zwen Schuch/ ein wenig fürgeladen wegen des gewelbs. 1 Bon diſem Karnieß niderwerts zuder Blatten/ ſeind acht Fenſter von ſiben Schuchen in der Vierung/ wie man in der Figur ſihet. Das außzuͤgle iſt weit fünf Schuch: Vom. Pflaſter biß zum obriſten Loch deß außzuͤglins haltet die hohe? Schuch. Der Platz A da das hoch Altar ſteht Fompt geſtracks gegen den Principalen Eyngang. Sndcngroße,-t fen gevierdten Platz mag man ein Alltartaſle ſetzen/ nnd oberthalb ein großrüd Fenſter machen/ wie vber alle gepierte Thuͤren. Die andre ſeiten iſt vnn ot wendig zu beſchꝛeiben/ dann auß der grundlegung vnnd diſer Figur kan man ſie leichtlich begreiffen. Die Thuͤrne anlangent/ mag man zwen auff die Kapellen ſetzen/ ſo in den wincklen ſtehen. Jedoch mag ein verſtendiger vnd weiſer Architertus diſe ſachen nach komligkeit deß orts veraͤnderen: dann gleich wie man in Italien vnd andren heiſſen Ländern vnd Orteren, da die Sonne lang ſcheinet kleine Fenſter der Küͤle halben ſuchet, alſo mag man in den Mittnaͤchtigen Landren/groſſe Fenſter machen mehrer heitere wegen/ doch alſo daß die rechte Ordnung deß gebews dardurch nicht gebrochen werde, wie im vierdten Buch von den. Venediſchen Heuſeren geredt iſt. 7 AA = E ö= ——— ZZ—— Fam rc— =: 6—.— kr———— ==—= == K—=\ .. li E 23 1 221——=}= j FE=——. E——=— —;—— NMI= Mn AT] HAN 22 , e, ;. A 4. Das Fuͤnffte Buch. Das XIV. Gap. Fol xiiſ. Dc Ißher hab ich mancherley Form der Templen gezeigt/ nemlich runde QvalVierecket, füͤnffecket, ſech secket/ 5 2 AUchtecket, nicht allein nach art der Antiquen/ ſon der auch für die Chriſten diſer Zeit dien ſelich, wie man der, QWgleichen Formen in Ita lien vnd anderswo noch hen tiges tages gemach et ſihet vnd noch mach er/ da bey ichs all phie toͤn te verbleiben läſſen. Die weil man aber die Kirchen in diſen Landen mehrtheils lang, zu zeiten auch Creutzweiß macher wie der Grund Naphaelts Durbin von S. Peters Kirchen zu Rem iſt, davon in meinem Dritten Buch ſo til ich noch 2.0der 3, gattung ſolcher Formen ſe zen vnd die Ah tichta manieren darin ngchwvo gen Der groͤſſeſt Gang in der mitte nach volzendes Lempels/ iſt 3. Schuh weit, die 2. ſmhmaͤhlere 15. ſchuh: Die Pila ſter mit jhren gevierdten Pfeileren/ halten zu allen ſeyten 15. Schuh. Die drey Cappellen von halbem Eickel neben den 2. klei neſten Gänge /find 5 ſch uh weit. Der Diameter der Tribune oder groſſen Rundung in der mitte haltet 26; ſchuh: die 4 kleinere Rundungen 21. Schuh aber ſollen fürs Lach nicht hinauß komen. Das Creutz werck hat auff jeder ſeyten ein Thuͤren:; die 3 halbe Rundungen ſehen ein jetliche weyt 25. Schuh. Die hin derſt halbe Rundung, da das Hochaltar ſteht/ iſt weit 31. Schuh Neben dem Chor hat es zwo Ach teckte Sacriſteyen/ deren Diameter 21 Schuh haltet. Vornen an dem gröͤffe ſten Ehn zang der Tempels, iſt die mittelſte Thnre nz, ſchuh weyt/ die zwo kleine neben n en 5 . Schuh. Auffbenden ſeyten komen 2. Chüine 28. ſchuh weyt Yninerrhalb dem Wendelſtein oder Schnecken/ iſt ein weyt loch/ dadurch die Glocken ſollen hinauff gezogen werden. ( me — © N N 8 ö * DO SEB SERLIL on vilerley Zemplen hoch ſteht s: Schuh/ welche höhe in c getheilet,iſt ein theil für das Karnieß Frieſen vnd Atchitrab dz vbrig für die gevierdte Pfeiler welche breyt find. ſchuh⸗ Doriſch gemacht. Die mittelſte Thuͤre iſt 4. ſchuh hoch die zwo kleinere an den ſeytẽ/ zwoͤlff ſchuh. Nan kan das groß Thor mie auch die kleine Thuren ſtellen/ wie man in der Figur ſihet/ 96 ſiheſtu vorigen Tempel auß dem CGzrund auffgezogen, davon dz erfie Karnieß vnd die Particular gliedmaſſen auß der Doꝛica nem̃en/ davon in meinem 4. Buch. Das erhebt Portal in der mitte iſt bi zum obren Karnieß/ 4 ſchuh hoch/ das Karnieß haltet ein vierdten theil minder/ dañ das vnderſt/ gemachet nach der Ordnung des Doriſchen apitals. Das Geſpreng iſt hoch s. ſchuh; oben darauff kompt die runde Haube mit ampt ihrem Alußzuͤgle/ deſſen maß man nach den vorigen nemen kan. Auff dz erſt Kate nieß daniden/ neben dem mittelſten erhebten Portal fol'man ein Poſtement machen fuͤnff Schuh hoch /darauff kompt die zweyte ordnung der Thuͤrne 42. ſchuh/ ein halben hoch das Karnieß iſt ein vierdten theil kleiner dann die anderen, geformiert wie ein Doriſch Fapitaͤl die dritte Ordnung haltet ein vierdten theil minder dañ die zweyte, das Karnieß in gleicher Proportion. Die vierdte Ordnung haltet auch ein vierdten theil minder dan die dritte/ vnd das Karnieß gleichfals derſelben Ordnung nach gerichtet. Die Laͤhnen vher diſem Karnieß iſt vier ſchuh hoch/ vnd von der Blatten biß zum obꝛiſten ſpitz des Helms/ ſind 36. Schuh. Die Qrdnung der Fenſter mag man auß meinem vierdten Buch nemmen.. c— qq — 3 . Das Fuͤnffte Buch. Das XIV. Gap. Iol xiiij. | CA Iſe nachvolgende Figur zeiget den vorigen Tempel inwendigen, davon die lege n und breyte in der Grundlegung erklärt ſeind wollen deß halben allhie von der hoͤ© he handlen. Die Karnieß feind an höhe vnd groͤſſe den euſſeren gleich, Joniſcher manier. Die gevierdte Pfeiler ſeind auch Joniſch. Sas Poſtement des Bogen if uch omſch, die magffen hiebon findeſin in meinem 4, Such. Alle die Kapellen ſollꝛen hr Jiecht an jhnen ſelbſt haben/ wie man in der Figur ſihet, Oberthalb den Sapcllen földer | getwelbhogen mit ein Mon gebrochen werden/ damit man ein rund Oval Loch bgrinn d SUR DO AL EAL ATEM ORAL { mehr Liechts dañ allein von dem obren Yußzügie hahe, ſol man an dem Tach ob wert? in Frieſe mit ſeyſten machen/ vnd auch daſelbſt runde Liechtlöcher eynſetzen. Die kleine geſchloſſen Figur fo oberhalb diſem Tempel allein ſtehet/ bezeichnet eine der neben Thnrẽ an dem Creutzwerck, deſfen Thür 10, ſchuh went iſt/ vnd 20. ſchih hoch. Der Ar chitr ah, Fricß vñ karnieß vnder dẽ Tach/ ob wol die Pfeiler vff ein ander manjer mit der Leiſtẽ des Portals gebrochen ſeind, fol ſich nach de vergleichen mit dem Corniteimet, welchc iings vmb den Tempel geht. Ob wol auch allhie nit erklaͤrt wird wie die wehteſten oder ſchmaſleſten Plaͤtz z wiſchen den Pfeileren gewelbet ſeyen noch auch die Form der kleinen runden Hauben vnd Sarrhſteyen fo kan doch ein Weiſer Bawmeißer diefelbe leichtlich auß d. Grund jhmſelbſt nem̃en vnd eynbilden. Dan wer ſich ſoches Wercks vnderwin det/ſnnß nicht ohne verſtand ſeyn.|) —— 2 Ur Ta. 1*. Rairnieß vier ſchuh/ nach dem . S EB. SERLII. Von vilerley Temple n| zz Achvolgender Tempel iſt in der mitte zo. ſchuh weit: Das Creutzlberck, die Tri9 Ibune vnd das hohe Chor /halten auch jetliches zo. ſchuh. Die welbboͤgen, ſo die Lri5 bune tragen halten in der weyte 24. ſchuh. Die Pilafter gn den ſeyten, da die hal be Rundungen ſtehen/ ſind ſchuh breyt. Jede ſeyten des Kreutzwercks iſt 36. ſchuhlang/ vnd hat auch ein jetliche ein Thuͤren Das theil vor dem hohen Chor gegen dem Alltar iſt gevierd. Die Pllaſter mit den halben Rundungen vor dem halben Bogen des hohen Altars ſind w ſchuh breyt ficken von einander 24. ſchuh. Der halb Firckel iſt weit 23. ſchuh. In die zwey Ecken an den ſeyten des hohen Chors kom̃en zwo Sacriſteyen. Schuh in die vierung weit. Von der Tribune zu dem Principalen Eyngang, ſtehen auff jetlicher ſeyten. Capellen/ welche inwendigen. Schuh in die vierung halten. Die Mawren zwiſchen heyden find 4 ſchuh dick Die Fenſter find s. ſchuh weit/ gegen welchen die Altaren ſtehen ſollen. Die Mawr iſt an der Chüren vier ſchuh dick, vnd an den ſeyten da die Halbe Rundungen ſtehen/ Schuh. Hie zugegen kompt ein Gang m4. ſchuh breyt vnnd ss, ſchuh lang. Die halbe Rundungen ſeind s. ſchuh breyt. An den Seiten des Portals ſtehen die Thurne/ ſo weyt hinauß geſetzt gls das Kreutzwerck. Die Thuͤrne halten im diameter inwendigen 6. ſchuh ſind alle Achtecket/ doch mag man ſie auch vierecket mas chen. Die Wendelſtein oder Schnecken ſtehen innerhalb der Mawren.. Wazdz Portal betreffen thut, mag man durch gehuͤlff des Bu vnd auß der grundlegũg die Particular maſſen v6 diſer ordijung leichtlich finden Es ſol obẽ flach vñ one Tach ſeyn damit die heytere des Tempels dadurch nit benom̃en werde Von dem Pflaſter biß zu dem Karnieß/ ſo rings vm̃ den Tempel geht /ſind in der hoͤhe 47. ſchuh. Der Archttrab⸗ Frieß vnd Karnieß halten; ſchuih: die zweyte Ordnung haltet;7. ſchuh: Ihr Hauptgeſtmps iſt ein 4. theil kleiner dañ die anderen. Diſe höhe vnd Karnieß die nen auch für die zweyte Ordnung der Thuͤrne, die dritte Ordnung der Thuͤrne iſt ein vierdten theil nidrer dann die zweyte Ordnung gleichfals auch jhr Karnieß. Ob dem Karnieß iſt es ein wenig erhoͤhet darauff die runde Haube geſetzt iſt. Die Figur vber dem geſchloſfnen Tempel mit A. bedeutet den inneren theil der funff Capellen. Die hoͤhe von dem. biß zu dem erſten Karnieß/ haltet 27, Schuh: das Doriſchen Capital gemacht. Das obriſt Karnieß iſt an 9 dem euſſerſten gleich. Zwiſchen diſen erſten vnd anderen Karnieß/ ſtehen gebierdte ö eiler nach Joniſcher art zwiſchen welchen die Fenſter geſetzt find, Die Figur mit B. gezeichnet/ bedeutet die Tribune/ das Chor vnd die ſeyten des Kreutz wercks/ mit den offnenvnd blinden Thuͤren. Durch die eine ſeyte/ die mit fleiß gebrochen iſt⸗ ſiheſtu die Sariſtey inwendigen. Das Karnieß vnder dem Bogen/ iſt dem gleich ſo rings vmb den . Das Karnieß vher den Bogen fo vnder die runde Hauben kompt, iſt ein . ornice. Das obriſt Außzuͤgle iſt den vorigen gleich. Das fuck C.iſt ein ſeyten Thuͤre/ rund gedeckt. Die Thuͤr iſt. Schuh weit/ vnd. Schuh hoch. , ——| ö ( ES 9 =. Ti Sal . . Al l 1 . . ne — SEB.SERLIL Von vilerley Templen We, Ein meinüg vñ vorhaben in diſem Buch iſt nit geweſengroſſe Kir chen zu heſchꝛei. ſie wegen ſchwere koſten nicht mögen gebawet werden Deßhalben ſetz ich SV allhie diſe letſte Grundlegung eines Tempels/ fo noch ſchlechter iſt als die vorigen. Die weyte haltet ʒ6. ſchuh/ die lenge 4. An jetlichem ende/ ſo wol vornen als dahinden/ ſieht ein halbe Rundung 4. Schuh im diameter weyt Die halbe Rundung da das hohe Illtar iſt hat zwey Fenſter/ jedes. ſchuh went. Das Thor am Eyngang des Tempels q iſt acht Schuh went, Im Kreutz des Tempels ſtehen zwo Capellen/ halten in der lenge 13, ſchuh/ in der breyte. Schuh. Das Fenſter hinder dem Aitar/ iſt ſchuh weyt. Alle die groſſe halbe Rundungen find auch s. ſchuh weyt/ vnd die kleinen; ſchuh/ Die Saulen ſind zwen ſchuh dick: der Platz zwiſchen den Säulen in der mitte haltet s, ſchuh/ die anderen; ſchuh. Die vier halbe Rundungen im Bauch des Tempels find geziert mit runden Saͤulen/ ſo in der Mawr ſtehen Vorauſſen am Tempel iſt ein Portal io, ſchuh breyt vnde; ſchuh lang. Die hohen Pilaſter find 6. ſchuh breyt als Gegenwehre, die anderen zſchuh. In der dicke der Mawren ſtehen zwen Wendelſtein. Wil man Chürne an diſem Tempel haben fo mag man ſie nach der Ordnung der vorigen Templen daran machen. nn O 9. . ©. 11 ,-, ö. , J. 9 h. / - m, ——ů . REES Das Fuͤnffte Buch. Das XIV. Cap. Fol xvy Figur fo den Tempel in wendigen zeiget/ iſ gut zuverſtehn: vom Pfaſter biß zu dem erſten Karnieß find 8 J haftet das Karnieß ein ſech ſten theil/ das ander iſt für die Jon iſche Saͤu en. Der n n Ce)ment der halben Rundungen haltet ein fünften cheil, darau ff ſtehen Saulen nach Eorinthiſcher Art Das „ Geſpreng ober dem Karneß haltets ſchuh: Die blinden Fen ſter droben, mag man offen machen. Die Gan ge mit den Laͤhnen vber dem Portal/ ſollen yſloiz gemacht werden/ damit das waſſer ſein.) dung der Capellen des hohen Altars mit A. gezeichnet/ iſt hoch ſiben ſchuh ein halben: Dis vierung oberthalb dem Air tar iſt für ein Taffel/ 10. ſchuh breyt vnd z. ſchuh hoch. Der Tempel auß wendigen hat ein Doriſch Karnieß an höhe dem neren gleich. Die Ordnung hat jhr kleinen pfietler mit Karnie ſen geziert w ſchuh hoch/ gemacht wie das Poſtement des Bogen am Theatro Marcell/ darvon im 4. Buch. Den Platz neben dem Tach mag man mit einer zaͤhnlen 25. Sieren. n ablauf habe. Die halber n, EN * HE UN NET, mim = N ortunmılug ALOE 1 SE hit or; e e,, Aen. Sn CR din 3 SET A Le Ts’ Ye. hac lit> Don FA* Yetı la Le 23 rm A Jost ** ne, Mile, et. be e me Tren. M! ö. err HUB A} ö ae ig Ola 6. rr mene. r er, g 8 J. darth. ri ernie rn. van,. ö. er 23 r ES NEN her Konten . 4.. r,. Se 8 2.* e. 9996«af LES min ,, e. 217 fit de,. ö ö. Abs ve e We cri€ 2 CE nã... ö— A 334,.<<. 32 1 K .. Ca Un!..* 3. et 2 7./ 111 ö D At 1 Qresel. fern. 5. RE ae,. , Ren Saga@t. . 9., ö* HART 4 53* 1* V. 2 6"rn* 2.* 2 wo 9. 3 ö.. 3 El ro, ne, * BE 8 A .. W 1e. 2 . .; 22 2 2 ö% BZ Er a, SM X Au ES ide© 4 4.; * re, mn, fe, ,. . A * * . ..* r,, Mh ran e, Arkten fe a«ES 8 ASS ö. 4 A En Yan IE * ats. An. * core ;. 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