3 8 2, D 3 . ö KR . eich predigt/ s. ö Bon. Bereitſchafft zu einem ſeli⸗ Ka b ‚gen Ende. J. | Sn Mart. Anno 1638. in dem| . Muͤnſter zu Baſel/ 3 . Bey der Ehriſtlichen Ehren⸗beſtaall tung des Ehrenveſten/ Fuͤrnemmen vnd Weyſen Herꝛen/: . Gans Ludwig leiechtenhans ⸗ geweſenen Beyſitzers des Loblichen n, ö. minderen .. Theoder. D. ö SC ) Match. cap. 25. Verſ. 1-1 | CR Inn wirdt das Himmelreich gleich? Des? ſchn zehen Juuigfrawen/ die jhre Campen nahmen/ vnnd giengen auß dein Braͤutigam entgegen. Aber fuͤn ff vnder ihnen waren thoͤricht/ vnnd fuͤnff waren klüůg. Die thoͤrichten nahmen jhre Lampen/ aber ſie nahmen nicht oͤle mit ſich. Die klugen aher nahmenoͤle in jhren Scfeffen, ſamyt jhren Lampen. Da nun der Brdutigam verzog, wurden ſie alle ſchlaͤfferigvnd entſchlleffen. Zur Nitternacht aher ward ein geſchreyz Sihe/ der Braͤutigam kormpt/ gehet auß jhme entgegen. Da ſtunden diſe Jungfra wen alle auff/ vnd ſchmicken jhre Campen. Die Thoͤrichten aher ſprachen zu den Klůgen: Gebet ons von werom öle: dann vnstre Rampen verlö- fchen.Baan(wsr(endreKluSen/vnd sprachen: Nichtalso/ausfdaß mchtvno vnnd euch gebreche. Gehet aber hinzu den Krck- moren/vnd kaufst für euch selbst. Vnd da sie hingiengen zu kauffen/ kamder Brauti- gam/vnd welche bereit waren/giengen mit jhme hinepn zur Kochzeit / vnnd die Thür ward verschlossen. Hu letstkamenauch die anderen Jungfrawen/vnd sprachenrßerr/ lAerr/thuvnö auff.Er antwortetabervnd sprach: Warlich ich sage euch / Ich kenne ewer nicht. Barumb wachet: dann ihr wisset weder Tagnoch G(unde/inwelcher deß Menschen Eohnkommenwird^ Außtegung. Eliebte vnd Mßcrwöhlte in Jesu Christo / unserem HErren. Wiewol die H. Schrifft hin vnd wider vns die Eytelkettvnnd Hinfälligkeit des menschlichen Lebens zu erkennen gibt/ in dem sie solches vergleicht/einem fürüber rauschen- den Grrom/ dem Schlaff/ dem Drassvnd Blumen/ dem ^lng eines Vogels / einem r, dre gr Schatten/ einer Spin webe, eind Blaſt vnd dampf vnd ſo fort an: zumal auch die taͤgliche Erfahrung bezeuget/ wie wahr das ſeye/ was dortẽ geſchriben ſtehet: Alles Fleiſch iſt Hew/ vnd alle feine herrlichkeit/ wie ein Blum auff dem Felde. Das Mew verdorret/ die Blůme ver welcket/ wann des Herꝛen Geiſt darein blaͤſet. Jedoch find wir Menſchen alſo verderbet/ daß weil wir geſund ſind/ vnnd gute Tage auff Erden haben/ wir ſolches am wenigſten behertzigen/ vnd vns von dem Tode vnd boͤſen Tage gar weit zu ſeyn achten/ alſo daß nicht ohne vrſach Moſes/ nach dem er die Eytelkeit vnd Vnbeſtaͤndigkeit diſes Lebens beſchriben/ vnd darinnen vns den Zorn Gottes ober vn ere Sůnde/ gleich alß in einem Spiegel für augen geſtellet/ in dieſe Klagworte außbricht: Wer glaubts aber/ Herꝛ/ daß du fo ſehr Amoſ. 6.3. Pſal. 90. 11. ʒoͤrneſt? Und wer foͤrchtet(ich vor ſolchem deinem Grimm?; Dieſer vnſerer verderbten Art zu begegnen/ will vns vnſer Heiland Jeſus Chriſtus in verleſenen worten zur Wachibarkeit vnd fleiſſiger warnem̃ung feiner zukunfft/ auffmunteren/ durch eine ſchoͤne vnnd ſinnreiche gleichnuß/ hergenom̃en/ von fuͤnff Fügen Jungfrawen/ welche ſich bey zeiten mit jhren Lampen vnd ole/ auff die zukunfft des Bräutigams bereitet: vnd demnach von funff anderen thorechten Jungfrawen/ welche der ſicherheit vnnd ſchlaffſucht ſich ergeben/ vnd daher bey der an kunfft des Braͤutigams/ ſich ſelber/ zu jhrem eignen verderben/ verſaumet vnd verſpaͤtiget haben. MVnd gedencke ich dißmalen hey gegenwertiger Chriſtlicher Leich verſamblung dieſe Gleichnuß darumb mit S. J. durch verleyhung göttlichen Beyſtands/ zu ver;| handlen/ weil uns der Allmaͤchtige Gott ein vnverhoff Von vnſerer Bereits ſchafft zum 6 Chriſtliche tes Exempel vnſerer menſchlichen Eytelkeit für die augen K ſtellet an dem Ehren veſten/ Fůrnemmen vnnd Weyſen Herren/ Hans Ludwig Tiechtenhan ſeligen/ welcher noch vorgeſtern biß auff den abend friſch vnd geſund geweſen/ hernacher einsmals durch die Hand GDtter berůhret/ nach dem er feine Seele Gott befohlen/ diſe ge genwertige Welt geſegnet hat. Soll deßwegen/ nach anleitung dieſer worten/ von zweyen ſtucken geredt werden. I. Hie wir yns gehůͤrlich zi vnſerem Toderüſten vnd hereiten ſollen/ vnd was für vrſachen ons hie zu he wegen ſollen. II. Hie ſelig alle die ſehen/ welche in dem Tode bereitet erfunden werden: wie vnſelig hingegen die ſeyen/ welche vna von dem Tode übereilet werden. Don dem Erſten. Anfangs nun von vnſerer gebůrenden Bereit ſchafft zum Tode zu reden/ werden wir gar fein davon können berichtet werden bey diſer gleichnuß von den zehẽ Jungfrawen. Dann wiewol darinnen vornemlich gehandlet wird von der vorbereitung zum juͤngſten Gericht/ nnd der anderen Zukunfft des Herꝛen; ſo hat es doch mit vnſerer Vorbereitung zum Tode eine gantz gleiche meinung vnd beſchaffenheit. Quali enim Juiſqu morieur, talıs judicabitur, Dann wie ein jeder ſtirbt/ alſo wird er auch ge——————'— ————— —— — Ceich predigt. auch gerichtet/ ſagt Auguſtinus. Einmal iſt geſetzt den Men ſchen zu ſterben/ darnach aber das gerichte. Vnd wie der Baum fallt/ ſo bleibet er uch li, gen. Laſſet ons deßwegen bedencken/ wie vnd worinnen dieſe zehen Jungfrawen mit einan dern vberein kommen/ vnd/ demnach/ warinn ſie von einandern vnderſcheiden werden.... ö. I. In etlichen ſtucken kommen dieſelbigen mit einanderen vberein. Sie werden alle genennet Jungfrawen, fie finden ſich alle im dem Himmelreich/ ſie haben Alle jhre Campen/ ſie gehen entlich alle auß/ dem Br autigam entgegen.. Was hat dieſes alles zu bedeuten? Kein zweifel iſt es/ daß hierinn ein beyſpiel genommen werde von dem alten gebꝛauch/ ſo vorzeiten bey den Hochzeiten üblich geweſen/ welche mehrentheils bey nacht gehalten worden/ da die Jungfrawen mit brennenden Facklen dem Braͤutigam entgegen kommen/ vnnd jhne naher Hauß beleitet/ haben... Hierdurch aber wird fein angedeutet der euſſerliche zuſtand vnd beſchaffen heit der jenigen Perſonen/ welche in der ſichtbaren Kirchen vnd Gemeine Gottes allhie auff Erden ſich befinden. In der ſichtbaren Kirchen/ ſage ich; dann durch das Himmelreich wird allhie eigentlich nit verſtanden/ entweder die triumphierende Kirch droben im Himmel/ oder die allgemeine vnd vnſichtbare/ ſtreitende Kirch auff Erden/ welche da iſt ein Gemeinſchafft aller Außerwehlten Heiligen: ſonderen die ſichtbare Kirch/ welche da iſt eine ſichtbaꝛe Geſellſchafft vnd Gemein deren Perſonen/ welche auſſerlich durch die Predigt 1. Gleichheit der zehẽ Jungfrawẽ. Auſſerliche zuſtand der Kirchen/ vnd dero glideri| des Worts beruffen werden. Daher ſich in derſelbigen finden nicht nur die Frommen vnd rechtglaͤubigen/ welche allhie Ampts-⸗erjnnerung võ dem Himel reich. Thrſtuchche allhie durch die Flügen Jung frawen verſtanden werden; ſondern auch die Boͤſen/ vnd die Gleißner/ welche durch die Thorechten Jungfrawen angedeutet wer den. Was hat es dann nun mit dieſen bey den fuͤr eine beſchaffenheit? Sie finden ſich alle zugleich in dem Himmelreich/ das iſt/ in der euſſer lichen vnnd ſichtbaren Geſellſchafft der Kirchen/ deren ſie durch den H. Tauff eynverleibt werden. Sie finden ſich demnach/ alle in der Zahl der Jung frawen/ das iſt/ deren/ ſo den Chriſtlichen Nammen gebrauchen. Sie haben auch alle jhre Lampen; dann fie führen die Bekandinuß des Glaubens. Sie gehen/ endlich/ alle dem Braͤutigam entgegen. Dann fie bekennen ſich alle zu Chriſto/ vnd durch die Hoffnung erwarten ſie ſeiner Zukunfft. Wiewol aber dieſe ſtůͤcke alle den Guten vnnd Boͤſen/ den Rechtglaͤubigen vnd Gleißneren gemein ſind/ vnd deßwegen noch nicht genugſam zur ſeligkeit: jedoch find dieſelbige gantz noht wendig. Vnd deßwegen/ wann wir zu feiner zeit der him̃liſchen hochzeitlichen frewden Chriſti/ als vnſers Braͤutigams/ wollen genieſſen/ will von uöthen ſeyn/ daß wir zu vorderſt der Chriſtlichen Kirchen eynverleibt werden/ auſſer welcher kein Heil zu finden: weder die Gnade des Vatters. Deum enim nemo poteſã hahere Patrem, ſi non Eccleſiam habeat MMatrem. Dann es kan Gott niemand zum Vatter haben/ er habe dann die Kirch zur Mutter/ ſagt Cyprianus: Noch die Gemein ſchafft des Sohns. Dann der Braͤutigam iſt ja nirgend zu finden dann bey(einer Braut/ das iſt/ der Kirchen/ zu welcher er ſpricht: Ich will mich dir verloben in ewigkeit: noch endlich/ die Gemein ſchaft des H. Geiſts/ welcher von Chriſto/ als de Haupt/ allein auff die Kirche/ als ſeinẽ geiſtlichen Leib/ hernider kompt. So will. der Zahl der Jungfrawen ſeyen/ das iſt daß wir in die keit. Vnd gehen deßwegen die jenigen Heuchler weit jr/ ten, vnd deßwegen nicht leben allhie wie das Vihe/ oder CEeich predigt. 9 So will/ demnach/ auch vonnoͤthen ſeyn/ daß wir in ö 1 Zahl des Chrĩſtglaͤubigen Volcks auffgenommen/ vnnd deßwegen getaufft werden. Dani der H. Tauff ein ordenliches vnd heilſammes mittel iſt/ dardurch wir den eyngang belommen in das Himmelreich/ das iſt/ in das Thriſtliche Wefen vnd Leben. BVber das müflen wir auch gefaßt ſeyn mit den Lam pen vnſerer Glaubens bekandtnuß. Dann wiewol die euſſerliche bekandtnuß/ ohne den Glauben des Hertzens/ nicht kan ſelig machen/ ſo iſt doch dieſelbige zur Seligkeit nohtwendig; alſo daß/ wo der wahre Glaub ſich findet in dem Hertzẽ zur gerechtigkeit/ ſo wird ſich auch ders ſelbige offenbaren durch die bekandtnuß zur SeligVon den Lampen. welche ſich beruͤhmen des Glaubens in dẽ Hertzen/ euſſeren ſich aber an der Bekandtnuß/ ja doͤrffen ſich euſſerlich ehe zu dem Widerchriſten/ vnd geſchorenen Hauffen/ als aber zu Chriſto/ vnnd ſeinem Euangelio bekennen. Endlich wird auch von vns allen erforderet/ daß wir dem Braͤurigam entgegen gehen/ das iſt/ daß wir vnſere Hertzen auß dieſer Welt vnnd Leben ſetzen/ vnnd richten auff die Zukunft Chriſti im Tode vnnd ſungſten Gericht/ derſelbigen immer durch die Hoffnung erwarVon erwartung des hraͤutigams. auch wie die gantz vnglaͤubigen Leuthe in der Welt/ welche von Chriſto nichts wiſſen/ welche auch von dem Tode nichts mögen hoͤren/ vnd alles verſpotten/ was von| der Zukunfft des Herzen vnd dem juͤngſten Gericht geprediget wird.. Es will aber mit dieſem allem noch nicht genug ſeyn/ weil/ wie gemeldet/ diſe ſtůcke ſich auch bey den Heuch le— MN 10 Chriſtliche we N Ch ren vnd Maul⸗hriſten befinden/ welche doch endlichen von der himmeliſchen Hochzeit außgeſchloſſen werden. Noch ein mehrers wirdt erforderet/ welches wir vernemmen werden bey der vngleichheit vnd vnderſcheid/ ſo ſich zwiſchen dieſen Jung frawen erzeiget. Was iſt diß nun für ein Vnderſcheid? Eben der vnderſcheid/ fo ſich befindet zwiſchen der Klugheit vn Thorheit/ ja zwiſchen dem Liecht vnnd der Finſternuß. Dann es wird geſagt: Sun ff vnder jhnen waren thoͤricht/ vnd fuͤnff waren klůg. Die Klůgen werden nicht ohne vrſach klůg genañt. Dann ſie jhre Klugheit auff eine zweyfache weifean den tag geben: Einmal/ in dem ſie ſich bey zeiten/ vor der II. Vngleich eit vnd vnderſcheid der zehen Jungfrawẽ. ond halten: Demnach /in dem ſie/ da die Ankunfft deſſelbigen erſchollen/ alſo bald ſich auffmachen/ vnnd mit bereiteten vnnd brennenden Lampen zu rechter zeit jhme entgegen kommen. ie Thoͤrichten thund grad das widerſpil. Dann erſtlich/ machen ſie ſich nicht bey zeiten gefaßt mit oͤle. Das macht eins theils jhre Sicherheit/ well ſie hnen eynbilden/ es habe noch kein noth/ der Braͤutigam kom̃e noch lang nicht/ vnd laſſen jhnen den Schlaff gar zu lieb anders theils das eitele vertrawen/ welches fie auff frembdes oͤle geſetzt haben. Demnach/ da der Braͤutigam ohnverſehens daher kam/ verſpaͤtigen fie ſich/ dencken erſt an das oll wollen ſelbiges anfangs von den klugen Jungfrawen/ aber mit vergebenem anhalten/ entlehnen/ hernacher kauffen/ vnd kommen endlich gar zu ſpot/ da die thůr ſchon verſchloſ.. Das war ja alles vnweißlich vnd thoͤrlich gehandlet. — A U Da haben — Er Ankunfft des Braͤutigams/ mit dem oͤle gefaßt machen kerl pred c-, ———————— Da haben wir nun vns gar wol an dieſen Jungfrauwen zu erſpieglen vnd zu mercken/ was noch heut vnd alle tage vnſers Ampts ſeyn woͤlle/ wann wir ons geburlich auff die Zukunfft des Herꝛen bereiten wollen, da er/ als vnſer Bꝛraͤutigam/ erſcheinen wird/ entweder an vnſerm/ oder an der gantzen Welt ende. U Ins gemein wird von vns erfordert die wahre Klůgheit vnd Wachtbarkeit/ zu welcher wir hin vnd wider vermanet werden. Dann der Her ſagt: Seydt klůg wie die Schlangen · vnnd ohne falſch wie die Tauben. Vnd widerumb: Wachet vnd baͤttet/ damit jhr nicht in die ver ſuchung fallet. Paulus ſagt; Sehet zu/ wie jhr fürſichtiglich wandlet/ nicht als die vn weiſen/ ſondern als die weiſen; etkau ffet die gelegene zeit: dann es iſt boͤſe zeit. Durch dieſe Klugheit aber vnnd Wachtbarkeit wird eine ſolche Tugend verſtanden/ da der Menſch nicht nur in der Zukunfft des Herren/ das iſt/ an ſeinen Tod/ oder an das juͤngſte gericht/ gedencket/ ſondern auch bey guter zeit vnd well nachſetzet den ordenlichen vnnd nohtwendigen mitlen feiner Seligkeit/ die hindernuſſen aber derſelbigen auß dem wege raumet/ vnd meidet/ vnd ſtaͤtigs wa| chef wider den Teufel/ Welt/ Fleiſch vnd Tod/ damit er nicht vnbereitet vbereylet werde.. Diſer Tugend iſt die Sicherheit vnd Schlaffſucht entgegen/ wann der Menſch entweder gar nicht an den Tode/ vnd letſtes geꝛicht gedencket/ vnd ſich ſelber mit den Wollkuſten dieſer Welt entſchlaͤffet/ oder zwar biß weilen daran gedencket/ aber nicht zeitlich noch ernſtlich den mitlen feines Heils nachſtrchet/ ſondern mit dieſen thoͤrichten Jungfrawen gedencket/ es habe noch keine noth/ es komme noch alles frühe genug.. B i Ampts erinnerung. Von der Chriſtlichen eiugheit vnd wachtharteit Mat. ĩ o. 16. & 26. Eph. 5. 15, 16. 1 Chriſtliche Damit wir aber dieſen handel noch beſſer verſtehen/ fo wollen wir jetz jnſonderheit bedencken/ was für klůgheiten wir von diſen klugen Jungfrawen zu erlehrnen; vnnd ö was für thorheiten wir bey den thorechten Jungfrawen zu meiden haben. ö, müflen wir mit den klůgen Jungfrawen ns bey zeiten mit dem oͤle in vnfern Lampen gefaßt halten. Was iſt diß fur ein oͤle⸗ Es ſind allerhand Gaaben vnd Gnaden des H. Geiſtes/ darvon wir zu vnſerem Heil von noͤthen haben/ fuͤrnemlich aber vnd vorauß der ſeligmachende Glaub/ der ſeligmachende Glaub/ ſprich ich/ welcher nicht nur ein hiſtoriſch er glaub iſt/ den auch die Teuffel haben; oder ein wetterwendiſcher zeitg laub/ welcher in der His der anfechtung verdorret/ weil er keinen grund noch wurtzel hat/ welchen auch die Heuchler haben: ſondern der recht wahre/ lebendige/ vngeferbte Glaub/ welcher nicht nur beſtehet in der erkandtnuß des Gemuͤths/ ſondern auch in der ſteiffen zuverſicht vnd vertrawen des Hertzens/ dardurch der Menſch jhme Chriſtum/ ſeinen verdienſt vnd wolthaten/ vnd alle Verheiſſungen des heiligen Euangeli/ als die ſeinigen/ ſelber applicieret vnd zueignet. Dieſer Glaub iſt vns allen gantz nohtwendig zur Seligkeit/ vnd ohne denſelbigen kan kein Menſch ſelig noch erhalten werden. Dann ohne Glauben iſt vnmůglich Gott zu gefallen. Wer glaubet/ der wird f elig werden; wer aber nicht glaubet/ der wird verdammet werden. Dann der zorn Gottes bleibet vber jhm. Diſer Glaub iſt dy rechte oͤll/ welches wir in die Sams ben vnſers Hertzens faſſen ſollen. Dañ wie das oͤll leuchtet vnd brennet; alſo leuchtet auch vnd brennet der glaub. Er leuchtet durch die erkandtnuß Gottes/ in on ſerem gemuüth| Von dem oͤle des glaubẽs. eich predigt. gemuͤth/ vnd vertreibet die dünckele vnnd finfernuß des Vnglaubens vnd allerley Irꝛthumben. Er brennet in vnſeren Hertzen durch die Liebe gegen Gott vnd gegen dem Nebenmenſchen. Er leuchtet/ vnnd brennet in vnſerem Munde durch die Anrůffung vnd Lobpreifung Gottes/ vnnd durch die eyferige Bekandtnuß für den Menſchen. Er leuchtet in vnſerem gantzen Leben durch allerhand gute Werck vnd Chriſtliche Tugenden/ laut der vermanung Chriſti: Lafer ewer Eiecht Mart. 5 160. leuchten für den Menſchen/ auff daß ſte ewere gute Werck ſehen/ vnnd eweren Vatter im Himmel preiſen. t. Wie demnach auch das oͤll nehret vnd ſpeiſetzalſo nehret der Glaub vnſere Seelen mit der rechten nahrung namlich Jeſu Chriſto/ der da iſt die wahre ſpeiß vnſerer Seelen/ welchen der Glaub/ wie Mund vnd Hand/ erfaſſet vnd ergreiffet. ö. Wie/ endlich/ das oͤll linderet vnd heilet; alſo linderet vnd heilet der Glaub die wunden vnſerer Sünden/ die Schmertzen vnd Schrecken vnſers Gewiſſens.| Sieſes oͤle des Glaubens muß ein jeder für feine eigene Perſon haben/ laut dem das geſchrieben ſteher: Der gerecht wird ſeines Glaubens leben. Vnd hat ſich da niemand auff eines anderen Glauben zu verlaſſen/ daß er vermeynte dardurch ſelig zu werden/ wie die blinden leuth in dem Pabſtumb thund/ welche ſich auff den Glauben/ Rom. 1.17. oder ,,,, München vnd Plfaffen verlaſſen. Dann wie dieſe thorechten Jungfrawen das ble/ fo die Klügen in jhren Lampen gehebt/ nichts genutzet; wie auch eine frembde ſpeiß/ die ein anderer zu ſich nimmet/ ons nicht ſaͤttigen kan; alſo kan ein frembder Glaus ons auch nichts nuten. Darumb fo muͤſſen wir alle bey zeiten zuſehen/ daß wir diß troͤſtliche oͤle des Glaubens zur hand bringen/ damit wir vns ſelber nit auff die ankunfft vnſers Braͤutigams Chriſti/ nach dem beyſpil der thorechten Jung frawen/ mit vnwiderhringlichem ſchaden vnnd nachtheil vnſerer Seelen verſaumen. Darzu gehören nun die ordenliche mittel/ durch welche der Glaub in vns angezündet/ geſtereket vnnd erhalten wird/ als da iſt Gottes Wort/ die H. Sacrament/ das andaͤchtige Gebaͤtt vnd dergleichen. Sollen deßwegen das Wort Gottes fleiſſig anhoͤren/ vnd daheimen laͤfen vnd betrachten/ bey den heiligen Sacramenten offt vnnd dick erſcheinen, vnd weil der Glaub, ſampt den vbrigen Gaabhen vnd Gnaden des heiligen Geiſtes/ nicht in vn ſerem Garten wachſen/ ſondern von oben herab muß geg eben werden/ ſollen wir Gott vmb verleyhung/ erhaltung vnd vermehrung deſſelben/ ohn vnderlaß anruffen. 2. Wie dieſe klůgen Jungfrawen alſo bald auff das Geſchrey der Ankunfft des Braͤutigams auffwachen auffſtehen/ vnd mit brennenden Lampen jhme entgegen kommen; alſo muͤſſen auch wir geſinnet ſeyn. Taͤglich wird uns auß Gottes Wort zugeſchrawen; vnſer Braͤutigam Chriſtus komme/ daß er vns auß dieſer Welt fordere/ oder zum Gericht erſcheine. Da ſollen wir nun dieſes Geſchrey zu bergen nemmen/ vnd ohne verzug auffſtehen von dem Schlaff der Sünden/ der Sicherheit/ Wollůſten vnd Sorgen dieſer Welt/ vnd mit dem oͤll des Glaubens/ mit der Flammen der Liebe/ vnd mit dem Glantz vnd ſchmuck eines heiligen/ gottſeligen Wandels/ demſelbigen entgegen kommen. Ach/ daß doch ſolches wol in acht naͤhmen allerhand gottloſe Weltkinder/ welche es allerdingen machen/ wie die Leich-prediat. 15 die thoͤrichten Jungfrawen. Dann fie ſchlaffen dahin | gang ſicher in allerley Suͤnden/ vnd weltlichen Wolluͤſten. Sie ergehen ſich dem freſſen vnd ſauffen/ kammeren vnd geilheit: Sie haben Hertzen durchtriben mit Geitz vnnd beladen mit allerley jrꝛdiſchen ſorgen/ hencken die Buß an einen nagel/ vnnd wann ſie ſchon/ mit den geladenen Gaͤſten/ zur him̃liſchen Hochzeit täglich beruf. Matth. 22. fen werden/ laſſen ſie jhnen doch jhre Ochſen/ Aecher vnd Weiber lieber ſeyn/ alß Chriſtum; wolten gern Chriſto/ dem Braͤutigam/ ſeinen Himmel laſſen/ wann ſie nur die Erde koͤnten behalten/ vnd auff derſelbigen jmmer gute Tage haben.. So gehets alßdann/ wie geſchrieben ſtehet: Wie die eb ,n, Sifch mit einem ſchaͤdlichen Hamen/ vnnd wie die Vogel mit dem ſtricke/ gefangen werden zalſo auch in der Zukunfft des Herꝛen/ werden fie mit der boͤſen zeit berůhr et. Dann wann fie ſagen/ eg iſt Fride/ es hat. Thel keine gefahr/ werden ſie mit dem Tod vnd verderben/ wie ein ſchwanger Weib mit den geburts, vberfallen/ vnd konnen nicht entfliehen. Der trunckene Nabal hats dorten erfahren bey ſeiner Schaafſchaͤre; der tolle König Balthaſar/ bey feiner königlichen Mahlzeit: der reiche Mann/ bey feinen vollen Speichern vnd Kelleren; der praͤchtige Schlemmer hey ſeinen taglichen Wollüſten vnd Pancketieren. Dann die fe alle in dem Schlaff jhrer Sicherheit, Suͤnden vnnd Wolluͤſten/ eins mals mit dem Tode vnd Verderben find vberfallen/ vnd vbereilet worden. Alſo haltet es ſich mit vnſerer Vorbereitung zu des Z. ſahen Herzen Zukunfft/ an vnſerem/ oder auch der Welt ende. vnſerer Des ‚| Saffer ons aber auch bedencken die Vrſachen/ welche, A NS —————— * Leich-predise. ,,. wolleben/ eſſen vnnd trincken/ fo lang mit einander vmbwechßleten/ biß daß ſie alle/ durch den plötzlichen eynfall jhres Hauſes/ vmbs Leben kamen. Vnd endlich an den Jüngern des Herren/ welche/ in der groͤſten angſt vnd ñioth deſſelbigen/ an dem Oelberg/ ohn angeſehen fie zum drittenmal von jhme auffgemuntert vnd gewahꝛnet worden/ dannoch nicht koͤnten offene vnd wachtbare Augen behalten. DO wie groß iſt heut zu tage die Schlaffſucht vnd Sir cherheit bey dem groͤſſern theil der Menſchen/ vnnd auch bey den glaͤubigen Kindern Gottes ſelbſten/ welche ſich durch die ſorgen vnd wolluͤſte diſer Welt/ offt gar zuviel eynnemmen laſſen/ alſo daß ſie der zeichen der letſten zeiten nicht wol warnem̃en/ vnd nicht ſo en ferig vnd wachtbar ſich erzeigen/ wie es ſich gebuͤrete. Wir erfahrens/ leider! auch bey ons taͤglich/ mehr dann gut vnd genug iſt. Vnd ſollen deß wegen vns ſolches einen trieb ſeyn laſſen/ daß wir vnſer ſelbſten mehr warnemmen/ die ſicherheit auß den augen treiben/ vnd bey zeiten/ ehe der Herꝛ kompt auffwachen zu einem gottſeligen/ baß fertigen vnd maͤſſigen Leben: Laſſet vns nicht ſchlaffen/ ſagt der Apoſte/ wie die anderen/ ſonder laſſet uns wachen vnd nüchtern ſeyn. Dann die da ſchlaffen/ die ſchlaffen des nachts/ vnd die da truncken(ind, die Ind des nachts truncken; Wir aber/ die wir des tages ſind ſollen nüchtern ſeyn/ angethan mit dem Krebs des Glaubens vnd der Liebe/ vnd mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. IL Die andere vrſach iſt hergenommen von der zukunfft des Herren/ welche beſchicht in vnſerem Tode/ vnd an der Welt ende. Dann/ erſtlich/ iſt dieſe Zukunfft gewiß vnd vnvermeiMatth. 26. 40.& ſedq. 1I. Wegen der vorſtehenden Zucunfft des Herren. 1 Chriſtlche denlich. Das wußten vnd behertzl gten die klugen Jungfrawen: darumb ſie ſich auch hierzu bey zeiten ſchmuckten vnd bereiteten.; Wir wiſſen es aber auch. Dann wir wiſſen vnd bekenzen auch ſolches in dem Glauben/ daß der H Ert gewiß kommen werde zum gericht her G ebendigen vnnd der Todten: Vnd ob ſchon er eine zeitlang verzieher/ daß er doch nicht immer außbleiben werde. Wir wiſſen/ demnach/ daß der Herꝛ kommen werde/ vnd vns durch den Tode von binnen forderen. Dann wo iſt/ wo iſt jemand der den Tode nicht ſehe/ vnd der ſeine Seele erretten konne auß des Grabes haͤnde? Darumb baͤttet Moſes dorten: H Err lehre vns/ daß wir erben můſſen/ auff daß wir klůg werd Wie nun die Kriegßleute/ wann fie wiſſe) daß der Feind gewiß kommen/ vnd nicht außbleiben werde/ ſich alle ſtund vnnd augenblick gefaßt halten: alſo auch weil wir wiſſen/ daß der Tode/ vnſer letſte Feind/ gewiß kommen werde/ ſollen wir mit wachtbarkeit/ mit buͤßfertigkeit vnd mit aller geiſtlicher Kriegsrüͤſtung/ allezeit vns auff den ſelbigen gefaßt halten. Alſo aber iſt des. Zukunfft gewiß/ daß/ wie dieſe Jungfrawen die Stunde derſelbigen nicht haben wiſſen koͤnnen/ vns auch die Zeit vnnd Stunde derſelbigen gantz vngewiß vnd verborgen iſt. Der Men ſch weißt ſeine zeit nicht/ wann namlich der Herꝛ kommen werde/ ihne abzuforderen. Allhie wird geſagt/ Der Braͤutigam ſeye kommen vmb Mitternacht/ da ſie alle in dem Schlaff gelegen. Alſo kan es wol ſeyn/ daß/ wann wir in vollem Schlaff der Sicherheit ligen/ der Herꝛ mit en Tode/ oder auch mit dem ſuͤngſten Gericht daher omme.| Sollen Hebr.2.3. Pfal.89.49 Eſal, 90. 2 Leich-predtat. Sollen deßwegen einen jeden Tage den letſten ſeyn laſſen/ vnd bey zeiten die Lampen vnſers Hertzens ruͤſten vnd gefaßt machen mit dem oͤle des Glaubens/ vnnd mit dem fewer der Liebe/ ſollen wachen vnd Buß thun/ damit wir nicht uns ſelber an vnſerem Heil ſaumen vnd verſpaͤtigen. Daher beſchleußt der Herr feine gleichnuß mit dies ‚fer heilſammen vermanung: Darumb wacher: Dann Menſchen Sohn kommen wird. ihr wiſſet weder Tage noch Stunde/ in welcher des Don dem Anderen. Folget nun/ daß auch etwas geredt werde von dem anderen ſtuck fuͤrgenommener hand lung/ namlich/ von dem ſeligen Zu ſtand der jenigen/ welche ſich bey zeiten vnnd gebuͤrlich zu jhrem Tode bereiten: hingegen auch von dem vnſeligen Ʒuſtand der jenigen/ welche von der Zukunft des HErꝛen/ vnd von dem Tode/ vnbereitet vberfallen werden.. . Dann Jener Zuſtand wird vns abermal fuͤrgebildet an den Flügen Jung frawen/ welche da bereitet waren: Von denen dann vermeldet wird/ daß ſie mit dem Braͤutigam ſeyen hineyn gangen zur Hochzeit. Hiemit wirdt fein angedeutet der ſelige vnnd erwuͤntſchte Zuſtand aller Außerwelten Glaͤubigen/ den ſie in das kuͤnfftig zu gewarten haben/ wann fie bey zeiten allhie auff I. Von dem ſetigen Zuſtand deren/ ſo ſich gebürlich zum Zoo: de bereiten. Erden/ ſich auff die zukunfft jhres Braͤutigams IJEſu Chriſti werden rüßen vnd hereiten. Dann wie dieſe klugen Jungfrawen von dem Braͤu⸗| tigam im Friden vnd Frewden werden auffgenommen| vnd empfangen/ daß ſie bey jhme ſeyn vnd hleiben ſollen: alſo werden auch die wahren laubigen nach die ſem Ce Sap. 3. 1, 3. 1. Theſſ. 4. 17. 1. Reg. 10. 8. Jeſ. 24.23. 20 Chriſtliche ben/ von Chriſto Jeſu in Gnaden/ Friden vnd Frewden auffgenommen vnd empfangen/ daß fie bey jhme ſeyen/ bleiben vnd leben jmmer vnd ewiglich. Nach dem Tode ruhen jhre Seelen in des Herren Hand/ ſie ind im Stride/ vnd kein Qual ruͤhret ſie an. Wann aber der HErꝛ am juͤngſten Tag vom Himmel kommen wird in feiner Herꝛlichkeit/ fo werden fie mit Leib vnnd Seeljhme entgegen geruckt werden in der Eufft gen Himmel/ vnnd werden alſo bey jh me ſeyn ab lezeit. Bedencket nun/ wie ſelig dieſe Leuth ſeyn muͤſſen/ welche alſo bey Chriſto Jeſu ſeyn vnd bleiben werden. Alß die Koͤnigin von mittag gen Jeruſalem kam/ vnnd den König Salomon ſahe/ in feiner Herꝛlichkeit mit allen ſeinen Dieneren vnd Hoffgeſinde/ fagte ſie mit verwunderung: Selig find deine Leuthe/ vnd deine knechN die allezeit für dir ſtehen/ vnnd deine Weißheit ren. Wie wirdts dann klingen/ wann wir vnſeren him̃liſchen Salomon/ in dem him̃liſchen Jeruſalem/ in feiner vnermaͤßlichen Clarheit/ fuͤr welcher auch der Mond ſich ſchàmen/ vnd die Sonne mit ſchanden beſte, hen muß /anſchawen werden/ ſampt feinen Elteſten/ von angeſicht zu angeſicht. Da wirds heiſſen: Selig ſind/ Herz Jeſu/ du ewiger Fridens Fuͤrſt/ wir deine Leuthe vnd deine Knechte/ welche du erlöͤſet/ vnnd in deine Herꝛlichkeit eyngeſetzet haſt/ die wir ewiglich für dir ſtehen/ vnd dich/ alß die weißheit ſelbſten/ anſchawen/ Gleich wie aber/ demnach/ dieſe Jung frawen nicht nur zu dem Braͤutigam kommen/ ſondern auch feiner hochzeitlichen Frewden theilhafftig gemacht werden: alſo ſollen auch mehrgedachte Glaͤubigen/ nach dieſem Leben/ / A von J /-) von Chriſto/ als jhrem Braͤutigam/ in die gemeinſchafft ſeiner him̃liſchen Hochzeit auffgenommen werden. In dieſem Leben thut er ſich mit vns durch fein Wort vnnd Geiſt verloben: aber die Hochzeit/ vnd vollziehung diſer Verlobnuß/ wird geſparct in jenes Leben: vnd fanget dieCeich prediht. 1 ſelbige an alſo bald/ der Seelen nach/ nach dem Tode: aber an Leib vnd Seelen vollkomlich wirdt die Hochzeit vollendet werden an dem juͤngſten Tage/ in der anderen vnd letſten Zukunfft des Herꝛen/ da wir Chriſto/ vnſerem Braͤutigam/ als eine geſchmuckte Braut/ werden zugefuͤhret werden... Welch Hertz vnd Gemüth konte die groͤſſe difer hochzeitlichen Frewde ermeſſen vnd begreiffen? Welche Zunge koͤnte dieſelbige außſprechen? Herrlich war der hochzeitliche Tag des jrꝛdiſchen Koͤnigs Salomonis/ da man geſungen vnd geſagt hat: Gehet herauf vnd ſchawet an jhr Tochter Sion/ den Koͤnig Salomon in der Erone/ damit jhn feine Mutter gekromet hat/ Cant. 3. 11, am tage feiner Hochzeit/ vnd am tage der FSrewden feines Hertzens. ‚Herzlich war der hochzeitliche tag des Königs Ahaſver/ da er ſich mit Eſther vermaͤhlere/ vnd ſetzte die Roͤ⸗| nigliche Cronauffihr Haupt vnnd machte vmb FEſter. 2. 17, 18. jhrer willen ein groß Mahl allen feinen Snͤrſten vn| Rauzechten, vnd ließ die Lander růhen/ vnnd gab koͤnigliche Geſchenck auß. Aber/ O wie viel herrlicher wird ſeyn der hochzeitliche Frewdentag vnſers himmliſchen Salomonis/ da er ſich mit vns/ vnd ſeiner lieben Kirchen, droben in dem Himmel vermaͤhlen wird? Da wird offenbar werden/ daß er der ſchoͤnſte ſeye vnder den Menſchenkindern/ daß holbfeligkeit außgegoſſen ſeye auff ſeine Lippen. n pſal. S. 3, Y.& ſeqqd. Allein ſollen wir zuſehen/ daß wir vns bey zeiten mit dieſen klügen Jung frawen/ zu diſem him̃liſchen hochzeitlichen Frewdenfeſt ruͤſten vnd ſchmucken mit heiligen| wandel vnd gott ſeligem weſen/ vnnd alſo warten xet z.. vnd eilen auff die Zukunfft des Tags des Herren. II. Wie vnſelig aber hingegen der jenigen Zuſtand 4. Zen ſeye/ welche nicht porgedachter maſſen ſich bey zeiten zu den vnſetize ihrem Tode/ vnd des Herzen Zukunfft růſten/ wird vns rn. weiters zu erkennen gegeben/ bey dem beyſpiel der thoͤrich⸗* de ten Jungfrawen/ von welchen vermeldet wird/ daß da fie| rc, kommen waren/ ſeye die Thur ſchon verſchloſſen geweſen; vnd ohnangeſehen fie geruffen: Herr ⸗Herr thu vns au ff; ſeye doch ſolches vmbſonſt geweſen. Dann der HErꝛ antwortete vnnd ſprach: Warlich ich ſage euch/ ich kenne ewer nicht.' Allhie wird ons gleichſam/ als in einem Spiegel/ für die Augen geſtellt das groſſe Elend/ aller vnglaͤubigen vnd vnbüßfertiger Leuthen vnd Weltkinderen/ weiche hie in dieſer zeit ſich dem ſchlaff der Suͤnden/ Sicherheit vnd Wolluͤſten ergeben/ die ordenlichen mittel jhres heils hindan ſetzen/ an jhren Tode nimmer gedencken/ vnd der Zukunfft des HErꝛen nichts achten. Dann wann der Her ohnverſehens daher kompt/ vnd fie von hinnen abfoͤrderet/ was geſchicht?; Erſtlich/ ſo iſt die Gnade vnd Him̃els⸗porten/ welche ſhnen in Lebens zeit noch offen geſtanden/ ſchon verſchloſſen/ vnnd werden ſie alſo von der Hochzeit außgeſchloſſen/ das iſt/ von der anſchawung vnd gemeinſchafft Chriſt/ vnd allen him̃liſchen hochʒzeitlichen Frewden vnd Guteren. 4 Demnach/ ſo iſt alle hoffnung der begnadigung dahin. Dann wie ſie außgeſchloſſen ſind/ alſo bleiben ſie ö ANNE auch Jeſ. 66. 24. Pſal. 50.22. Amos 6.3. Jeſ. 28.15. 24 Chriſtliche| auch außgefchloffen emiglich. Da hilfft kein anklopffen/ ruͤffen/ ſchreyen nicht mehr/ ſon der fie hören diſe erſchrockenliche Stimm: Warlich ich ſage euch/ ich kenne ewer nicht/ das iſt/ ich will ewer nicht/ jhr gehet mich nichts an/ ich frage euch nichts nach/ gleich wie hr mit nichts nachgefragt haben. Was kan dann/ endlich/ anders darauff er folgen/ dañ die ewige Verdamnuß/ das ewige Ach vnd Wer? Da werden dann diſe Leuthe von der Himmels⸗porten dem Teuffel vnnd feinen Englen zugewiefen in den helliſchen Pful/ der da brennet von Fewer vnd Schwebel; da wird hr Gewiſſen/ ſo in diſer zeit geſchlaffen/ auffwachen/ vnd einen ewigen jmmer nagenden Wurm bekommen; jhre Frewden/ denen ſie ſind ergeben geweſen/ werden in ein ewiges Heulen vnd Zahnkleppen; alle jhre Wolluͤſte in hoͤlliſche Pein vnd Schmertzen verwandlet werden. Fuͤr aͤngſten werden ſie den Tode ſuchen/ aber der Tod wird fur jhnen fliehen: Ihr Wurm wird nicht ſterben/ vnd jhr Fewr wird nicht verloͤſchen. Mercket doch das/ O jhr gottloſe vnd ſichere weltkinder/ die jhr jetz Gottes vergeſſen/ den boͤſen Tag weit von euch achten vnd ver meinen/ jhr habt einen Bund mit dem Tod/ vnd einen Verſtand mit der Helle gemacht/ es werde mit euch nim̃er keine noth haben. Laſſet euch vnderweiſen vnd zuͤchtigen/ daß jhr euch bey zeiten/ vnnd ohne verzug/ auff den Tage ewers Todes/ vnd des Herren Zukunfft/ ruͤſten: Wachet auff von dem Schlaff ewerer Sicherheit. Laſſet ab von ewern Suͤnden/ vnnd boͤſen Wegen/ vnnd bekehret euch von Hertzen zu dem HErꝛen: ſtrebet nach den mittlen ewers Heils, ſchmuͤcket bey zeiten die Thuͤren ewers Hertzens mit dem oͤle des wahren Glaubens/ laſſet denſelbigen leuchten leuchten durch dieß lamme der Liebe gegen Gott vnd dem. Naͤchſten/ vnd durch den glantz eines heiligen Wandels vnd Lebens. Die Gnaden⸗Port ſtehet euch noch offen. Erkau ffet deßwegen die gelegene zeit/ vnnd ſchreyen nicht mit den Raben/ Cras, Cras, morgen/ morgen wollen wir büß thun: ſondern heut/ heut/ wann jhr die Stim Gottes hoͤret/ wachet auff/ vnd thut bůß. Dan wee vnd abermal wee allen denen/ welche in dem Schlaff der Sicherheit vnd Vnbůß fertigkeit dahin fahren: dann die haben fürter kein Opffer mehr vbꝛig für die fünde/ ſonder ein ſchrecklich warten des Gerichts vn des Fe wer⸗ eyfers/ der die Wider wertigen versch: ren wird. Von dem abgeſtorbenen Herren ſeligen. Belangend nun vnſeren vor⸗ vnd wolgedachten Herren/ Hans Ludwig Liechtenhann ſeligen/ iſt derſelbige den 23. Jun. Anno 1574. an S. Johann Abend/ allhie von Chriſtenlichen vnd gottſeligen Elteren/ nemlich/ Herꝛen Iſaac Liechtenhann/ Handels mañ/ vñ Frawen Margaretha Gebhardtin/ weyland Lux Gebhardten geweſenen Burgermeiſtern dieſer Statt/ ehelichen Tochter/ in dieſe Welt erboren/ vnnd von denſelbigen/ neben ſeinen vbrigen Ehren Geſchwiſterten/ von Jugend auff/ ur Gottes forcht/ Tugend/ Erharkeit/ vnd ehrliche: Handthierung/ aufferzogen worden. Er hat durch Gottes ſchickung ſich zum anderen mal in den heiligen Eheſtand begeben. Erſtlich/ Anno 159. mit Fraw Catharina Weren felſin/ bey welcher er jnPſal. 95. 7¶ Heb. 0.27. 26 Chriſtliche nerhalb 3 9. Jahren vnd 5. Monaten(welche zeit er mit {Bro fridlich vnd Chriſtlich gelebet durch Gottes Segen zehen Kinder erzeuget/ namlichly. Sohne/ vnd 5. Toch||; teren/ darvon noch 2 Soͤhne vnd 2. Toͤchteren/ fo lang es Gott gefallt/ in leben. Demnach Anno 1628. auff Martin?/ mit feiner nachgelaſſenen betruͤbten Wittib/ Fraw Chriſtina Luͤtzelmaͤnnin/ mit welcher er die vbrige zeit feines Lebens/ namlich 9. Jahr vnd 4. Monat na ch Gottes willen zugebracht hat. Anno 1617. iſt er zu einem Beyſitzer an einem Ehrſamen Stattgericht in mindern Baſel/ e wehlet worden/ welcher Stell er bey 12. Jahren getrewlich vnd auffrichtig abgewartet. Sein vbriges Leben belangend/ ſo hat er zwar auch ſeine menſchlichen Schwachheiten gehabt/ wie wir alle. Dann wo if jemand/ der da ſagen kan: Ich bin rein/ ich hab mein Hertz gereiniger von aller Suͤnde? Er hat aber auch feine guten ruͤhmlichen Tugenden vnd Gaaben gehabt/ vmb deren willen wir auch vrſach haben/ Gottes Gnade an jhme zu preyſen. Dann bekandt iſt/ daß er ein Liebhaber ſeye geweſen des Worts Gottes/ vnd der heiligen Sacramenten/ welche er jederzeit fleiſſig beſuchtz jn maſſen er auch erſt fungſt ſich bey vnſerer heiligen Communion hat finden laſſen. Daher er auch die Diener Göttlichen Worts/ allezeit hertzlich geliebet vnd geehret hat. Der Obrig keit hat er den gebuͤrenden Reſpect/ Ehrerbietung vnd vndertßaͤnigen Gehorſam erzeiget. Gegen anderen Nebenmenſchen hat er ſich jederzeit aller Freundlig keit/ Fridfertigkeit/ Auffrichtigkeit vnd Redlichkeit/ wie auch der Vnderdienſtharkeit/ befliſſen. Gegen allerhand Armen vnd Duͤrfftigen Leuthen hat er feine reiche /milte Hand fleiſig auff Ceich predigt. fig auffgethan: vnd haben jnſonderheit die armen Schliz ler auff Burg jährlichen feiner vnd ſeines geliebten Bruders/ Herzen Lux Liechtenhanns ſeligen/ welcher vor 8. Monaten/ ihme in die ewige Frewde vorher gegangen) Gutthaͤtigkeit genoſſen. Nach dẽ er nun gedachter maſſen ſeine zeit zugebracht/ vnd fein Abſcheid/ der jhme von Gott beſtim̃et war/ herzugerucket/ hat jhne der Allmaͤchtige Gott nechſt verſchinenen Mittwochen/ alß er von morgen an biß vmb 3. vhren nach mittag feinem ordenlichen Beruff vnd Hõandels geſchaͤfften abgewartet/ doch hierzwiſchen die Mittags⸗malzeit eyngenommen/ vnd ſich biß auff angeregte ſtund gar wol befunden; ohn ver ſehens mit einem ſtarcken Eathar: vnd Hauptfluß angegriffen/ davon eins mals alle feine Leibskraͤfften gefallen vnd geſuncken/ alſo daß er kaum bey zeiten zur ruhe hat konnen gebracht werden: da dann die Schwachheiten vnd Schmertzen je mehr vn mehr zugenommen/ vnnd jhne feines vorſtehenden Abſcheids erjnneret. Deß wegen er auch fein Hertz zu 6 Ott gerichtet/ vnd/ fo lang er die Rede brauchen kondte gebaͤtten vnd geſagt: Ach/ Merr/ ſeye mir gnaͤdig: ſo es dein heiltger Will iſt/ miltere mir meine ſchmertzen: Ach/ Herr Jeſu/ ſeye mir gnädig. Hat alſo der ö. vnſer& Ott ſelbigen Tags vmb 9. ohrn gegen der Nacht/ durch ein ſanfftes ende mit jhme auß diſem Jamerthal geeylet nach dem er in demſelbigen 63; Jahr ond 5. Monat zugebracht hat. Jebe Chriſten/ weil diſer Herꝛ vnd Brüder ſelig/ zwar ohn verſehens/ aber doch nicht vnbereitet/ von Gott iſt angegriffen worden; weil er auch in[einem Hertzen ange| zündet gehabt den wahren Glauben an vnſeren Herren Jeſum Chriſtum/ vnd denſelbigen auch in feinem Leben/ DH Gebaͤtt nach der Predigt. | De Ir dancken dir/ harmhertziger Gott D ond Vatter/ daß/ da vnſer Tod zwa: ge wiß/ die zeit aber vnnd ſtund deſſelbigen ons gantz vnge wiß vnd vnbekand tiſt du vns ſo trewlich in deinem G. Wort dafür | warneſt/ nd als ein getre wer Ilrtset, heilſame mittel furſchreibeſt/ deren wir vns zu gehuͤrender bereit ſchafft gebꝛattchen ſollen/ damit wir nicht mit dem Tode/ als einem Kallſtrick/ vbereilet werden. MVnd demnach es dir gefallen wollen/ diſen vnſeren verſtorbenen Herzen Bruder ſeligen/ durch einen vnverhofften gaͤhen Tode von hinnen zu forderen; dancken wir dir/ daß du jhne nicht vnbereitet/ ſonderen in(einen oxdenlichen Beruffs geſchefften angegriffen/ ynnd jhme beneben die Snade verlhhen haft/ daß er vor feinem ende mit andachtigen ſeuftzen deine vaͤtterliche gnade vnd Barmhertzigkeit anſchrehen/ nnd diß Leben mit einem ſeligen ende hat heſchlieſſen moͤgen.. . 8 m 30 Seh aͤtt. Wir hefehlen dir alle die jentgen/ welche feinen Abſcheid auff menſchliche weile zu betrauren haben/ vnd bitten dich, du wolleft ons vnd allen dieſe Snade verleihen/ d wir an deine zukunft zu vn ſerm oder auch der gantzen welt End, ohne vnderlaß geruͤſten nd bereiten/ alſo daß wir je langer je mehr auff wachen von dem Schlaff der Sicherheit den weltlichen Sünden, Gorgen vnd Geluͤſten abſagen/ nnd mit hrennenden Campen des Glaubens/ der Prebe, vnd allerhand guten wercken Der zukunfft deines lieben Sohns erwarten. Vnd wann dann nun heut oder moꝛgen Du zu vns kom̃en, vnd ons von hinnen abforderen wirft fo handle mit vns in gnaden ond barmhertzigkeit, eröffne vns die Gimdieſelbige eyngehẽ zur him̃liſchen hochzeit lichen Krewde onſers Braͤutigams Jeſu dich ferners alſo anruͤffen: P Vnſer Vatter/ 2c. dencken, vnd ons zu derſelbigen bey zeiten| mels Porten,/ vnd laß vn ſere Seelen durch| Chriſth, in deſſen heiligen Nammen wie