e————— | ( — 3 © 90 1 9 ——— A I ü // /// /// ///— K—“* o ) ] | A ( ß . erllaͤret Den 20. Juhi Anno 1681, in dem Muͤnſter zu Baſel/ Die ,. / Ron der Gerechtigkeit 2— ZZ—.— Bey Chriſtlicher Beſtattung Des Edlen/ Ehrenveſten vnd Hochgelehrten Gerꝛen Simon Battier/ Beyder Rechten Doctoris NO bey lobl. Uni verſitet allda geweſenen Profeſſoris, Durch — VDfFrrráeSr——— — 2 .— 7— i,, wd Text. TIMO TH. IV.. Ginfort cm abrigem iſt mir bey gelegt die Keron der Gerechtigteit/ welche mir der Herꝛ an jenem Tag der gerechte Vichter geben wird/ nit mir allein/ ſonder auch allen/ die feine Erſcheinung lieb haben. . Außlegung. | | SETS iſt ein gemeines in der SE H. Schrifft Altes vnd Neues . Teſtaments/ daß glaͤubige vnd AO fromme Leuth genennet werden , die Gerechten. D. Sie find gerecht auff eine a— I zweyfache Weiß. Einmal durch ö die Zurechnung einer fremhden Gerechtigkeit/ die auſſert jhnen iſt in Chriſto. Dieſe Zurechnung geſchicht durch den Glauben vnd hat den nutzen/ daß wir deß wegen von der Straff der Sünden loß A ij gezehA 7; gezehlet werden/ vnd vns hingegen das Recht des ewigen Lebens zuerkennet wird. So ſind demnach die Frommen vnd Glaͤubigen auch gerecht durch die Eingieſſung vnd Einwohnung feiner eigenen Gerechtigkeit. Dieſe Gerechtigkeit hat den Nutzen/ das wir vermittelſt derſelben den Weg ans tretten vnd gehen zu dem ewigen Leben/ zu welchem vns die Gerechtigkeit Chriſti das Recht gibet. Eph.4.22:| Sie beſtehet darin/ daß wir/ wie der Apoſtel ſagt/ ableggen den alten Menſchen/ der durch Ge ſuͤſt in Irꝛthumb ſich verderbet/ vnd anziehen den newen J Menſchen/ welcher nach GOtt geſchaffen if in rechtſchaffener Gerechtigkeit vnd Heiligkeit. Sie begreifft in ſich allerhand Chriſtliche Tugenden/ vnd vnder denſelben auch die jenige/ welche inſonderheit die Gerechtigkeit genennet wird/ dadurch nemlich einem jeden das feine widerfahret.; Auf dieſe Gerechtigkeit hat jhr abfehen Juris prudentia die Wiſſenſchafft der Rechten/ welche da zeiget/ wer in allerhand verwirrten vnd vnlauteren Haͤndlen recht oder vnrecht habe. Ein gutes Werck iſt es/ wann einer neben anderen Tugenden der Gerechtigkeit ſich befleiſſet. Ein gutes Werck/ wann einer auff die Wiſſenſchafft der Rechten ſich leget/ dadurch beydes den ſtreitenden Partheyen vnd dem Richter dienet/ auch dieſe ſeine Wiſſenſchafft der ſtudierenden Jugend mittheilet/ da nemlich das wiſſen mit dem Gewiſſen vereiniget iſt/ vnd ein Rechtsgelehrter das rahtet vnd lehret/ quod verum& juſtum ipſemer exiſtimaverit, das er ſelbs für wahr/ recht vnd billich haltet. Wie Gott von feinen Gerechten 8 nicht judiclis. . TFeichpredigt ö 5 nicht vm ſonñ wilgefücher werden/ wie er nicht. vn EceF33. gerecht iſt/ daß er vergeſſe irgend eines guten} Hcb.6.10 Wercks; alſö wil er auch die Gerechtigkeit nicht vnbelohnet laſſen/ ſondern dieſelbe belohnen/ hie zeitlich mit ſeinem vielfaltigen guten Segen/ vnd dort ewiglich mit der Kron der Gerechtigkeit/ welche er allen Gerechten/ auch allen frommen Lehreꝛen vnd Ver walteren der Se⸗| rechtigkeit geben wird.. Dieſe Kron hat auch bey ſeinem ſeligen Abſcheid der. Seelen nach erlangt/ vnſer ehrende Herꝛ vnd Bruder ſel. deſſen Leichnam auff diß mahlen zur erden beſtattet wird. Hab mir fuͤrgenommen bey dieſer Leich= begangnuß abgeleſene Wort des Apoſtels zu verhandlen/ da er fagt; koinfort iſt mir bey gelegt die Kron der Gerechtigö. Wollen vernemmen I. Was Paulus durch die Kron der Sal rechtigkeit Verfiche? II. Was er dieſer Kron halben glaube: Daß fie ihm beygelegt ſeye. III. Was er hoffe? Daß fie hm werde gegeben werden. Von dem Erſten. Wann der Ayoſtel der Kron der Gerechtigkeit gedencket fo verſtehet er das ewige Leben/ die himmliſche Herꝛlichleit vnd SeligkeitAnderswo/ wird das ewige Leben verglichen einer Mahlʒeit oder einer Hochzeit/ einem Paradeiß/ einem Erb ⸗ groſſen Reichthummen/ vnd was 6 ſelche Gleich ̃ 6 Chriſtliche nuſſen ſonſt mehr in der H. Schrifft gefunden werden, Alhier wird ons das ewige Leben fuͤrgeſtellet/ als ein I. Kron. Hinfort iſt mir beygelegt die ron/ ꝛ. Ein Kron iſt was koͤſtliches/ ſonderlich wann ſie | gulden/ am Gewicht ſchwer vnd mit Edelgeſteinen beſeſSasr za t. tet iſt/ wie die Kron geweſen des Königs der Am̃oniter | zu Rabba/ welche am gewicht hatte einen Cen ner Golds vnd Edelgeſtein. Die Koͤſtlichkeit vnd Fuͤrtrefflichkeit des ewigen Lebens iſt ſo große/ daß vnſer Zung vnb Gemuͤth viel zugering iſt dieſelbe auß zuſpr chen/ vnd Pu begreifen. Es hat kein Aug geſehen/ kein Ohr gehoͤret/ ſo ſind auch in keiner Menſchen Hertz geſtigen die Ding/ die Hott bereitet hat/ denen die ihn lieb haben. Die Truͤbſalen dieſer zeit find nit werth der kůnfftigen Herrlichkeit. Sie ſind kurtz vnd leicht vnd wuͤ rcken eine über alle maß wichtige Herꝛlichkeit. Eine Kron iſt ein Zeichen groſſer E hr. Wann Ahaßverus den Haman fragt, was ſoll man dem Mai thun/ den der Koͤnig gern wolt ehren? Antn ortet. as man vnder anderem/ man ſoll die Koͤniglich Rron auff(ein thaupt ſetzn. In dem ewigen Leben wird an Wuͤrde vnd groſſer Ehr kein mangel ſeyn. In dieſem Leben kroͤnt vns G Ott mit Gnaden vnd Barmhertzigkeit. In jenem Leben wird er vns krönen mit Schmuck ſvnd Ehr. Preiß vnd Ehr vnd vnvergaͤngliches Werfen wird er geben denen/ die mit gedu t nach dem ewigen Leben tracht · N in guten Wercken. Ein Kron war vorzeiten die Belohnung deren die da in dem Lauff vnd Ritter pielen ſich für anderen wol gehalten. Item die Belohnung der Siegsfuͤrſten. Dem ||% edlen Ve Leichpredigt. 75 edlen Romer Lucio Dentato wird es zu groſſem Ruh nachgeſchrieben/ daß er in 120. Schlachten geweſen/ Wunden an feinem Leib gehabt/ vnd 26. Ehren Kronen erlanget habe. Dieſes gegenwertige Leben iſt ein Lauff/ Kampff vnd Streit. In dem Tod über windenwir. In dem zukůnfftigen Leben werden wir triumphieren/ vnd zum Zeichen deſſen Palmen in den Haͤnden vnd Kronen auff den Haͤupteren tragen. Ein Kron iſt eine von den Zierden eines Königlichen Schmucks. Daher die Koͤnige gemeinlich gekrönte Haͤupter genennt werden. In dem ewigen Leben werden wir alle König vnd Prieſter ſeyn. Wie dann die vier vnd zwantzig Eltiſten in der triumphierenden Kirchen dem Lamb/ das if Chriſto/ dancken/ daß er fie Gott ʒu Koͤnigen vnd Prieſteren gemacht/ vnd dabey ſagen/ fie werden KRoͤnige ſeyn auff Erden. ö So if das ewige Leben/ deſſelben Herꝛlichkeit vnd Seligkeit eine Kron/ aber kein verwelckliche Kron/ wie die Kronen vnd Kraͤntz von Blumen gemachet ſindz kein Kron welche der Roſt freſſen kan wie die guldene Kronen; Kein Kron welche einem in dem Tod oder vor dem Tod von ſeinem Haupt kan genommen werden/ wie die Kron zu Rabba; kein Kron darunder ſo viel Sorgen verborgen ligen/ daß man ſie nicht von der Erden auffheben ſolte/ wie Seleueus von der Koͤnigliehen Kron geſagt hat; kein Kron die da nur eine ſolche Frewd bringt/ wie jener Vatter namens Diagoras gehabt? da drey ſeiner Sohnen auff einen Tag in den Olympiſchen Ritz ler ſpielen den Preiß erhalten/ vñ gekroͤnet für hne kommen/ ond er für groſſen Fremden des gaͤhen Todes ge|| ſtorben. Die himmliſche Herꝛlichkeit vnd Seligkeit iſt 8- Chriſtliche| ein vnvergaͤngliche/ beſtaͤndige Kron/ ein Kron die keinem vor oder in feinem Tod von feinem Haupt fallen anz ja die den jenigen der fie auffhat/ nicht einmal ſterben laͤßt/ als die Rron des Lebens/ ein Kron die da neben andern Edelgeſteinen auch beſetzet iſt mit dem Edelgeſtein der Ewigkeit; ein Kron welche da keine vn vollkommene Frewd verurſachet/ ſonder Fulle der Srewd vnd liebliches Weſen zur rechten Gottes ewiglich. Es wird aber das ewige Leben vns beſchrieben/ nicht ſchlechtlich als ein Kron/ ſonder inſonderheit als die 2. Kron der Gerechtigkeit. Hinfort iſt mir benz gelegt die Kron der Gerechtigkeit. Sonſten wird dieſe Kron genennet die Kron des Lebens von Jacoho/ ond in der Offenbarung; die Kron der Ehren von Petro. Alllhier heißt ſie die Kron der Gerechtigkeit. Nicht der Meinung/ als wann vns dieſe Cron von rechts wegen/ oder vmb vnſerer guten Wercken willen gebůuhrte/ oder wir dieſelbe dadurch verdienten. Wie dañ die Lehrer der Roͤmiſchen Kirchen vnder andere dieſen Spruch pflegen anzuziehen/ den Verdienſt der guten Wercken/ zuer weiſen,| Das ewige Leben/ ſacten ſie/ wird genennet ein Kron der Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit aber beſtehet darinn/ daß einem jeden das ſeine widerfahrt/ oder das jenige gegeben wird/ was jhm von rechts wegen gebührt. Iſt dann das ewige Leben ein Kron der Gerechtigkeit/ fo folget/ daß es ſeye ein verdienter vns von rechts wegen gebuͤhrender ſchuldiger Lohn vnſerer guten Wecken/ vnd das hiemit vnſere gute Werck daſſelbe ex condigno jhrer Wuͤrdigkeit nach verdienen. A SO E ſal. 16. ix Ant Tr eichprediae, 5 Antwort. Ser Ipoſtel macht einen klaren Vnderſcheid/ zwiſchen einem ſolchen Lohn der da gegeben wird auß Verdienſt; vnd widerumb einem ſolchen/ der da gegeben wird auß Gnaden. Wir geſtehen gern daß das ewige Leben ein Lohn ſeye/ aber ein Gnaden lohn vnd kein verdienter Lohn/ wie es dann in dem folgenden ſechsten Capitel von dem Apoſtel genennet wird ein Geſchenck. Der Sünden Sold/ ſagt er allda/ iſt der Tod/ das ewige Heben iſt ein Gaaben- oder Gnadengeſchenck. Ehe einer was verdienet/ muß er zuvor zahk nicht einmal Gott den Herren vnſerer Sünden halben bezahlen/ wil geſchweigen/ daß wir jhm etwas ſolten koͤnnen abverdienen. Vnd lieber was fin det ſich da für ein Gleichheit/ zwiſchen dem geringen vnd wenigen/ das in den guten Wercken von ons beſchicht; vnd zwiſchen einer Kron/ zwiſchen einem Koͤnigreich/ zwiſchen dem himmliſchen Koͤnigreich? Sollen wir nit nochmalen ſagen/ alles was wir thun vnd ley den ſeye nicht werth der Herꝛlichkeit die an vns fol geoffenbahret werden 5 So heißt dann das ewige Leben die Aron der Gerechtigkeit. Erſtlich darum̃/ dieweil es iſt die rechte Kron. Es iſt ein gemeines das Serecht/ Gerechtigkeit fo viel iſt als Recht. David heiſſet die Geiſtlichen Opffer/ Opffer der Gerechtigkeit/ weil ſolche allein die rechten Opffer ſind/ ader der rechte innerliche Gottes dienſt. Hingegen wann Chriſtus die zeitliche Reichthumben nennet den vngerechten Mam̃on/ wil er noch etlicher Erklaͤrung ſo viel ſagen/ daß ſelbige nit der rechte Mam̃on oder| | Schat ſeyen/ daß der rechte Schatz droben im Himmel ne| B ſeye. Rom. 4.4. Rom. 6. x3. kſal. r. 2t. 10 Chriſtliche feye. Auff dieſe Weiß wird die himmliſche Herrlichkeit genennet die Kron der Gerechtigkeit/ die weil fie allein die rechte Kron iſt. Ein jrdiſche Kron iſt gegen derſelben keine rechte Kron oder Herrlichkeit/ ſonder nur ein Bild/ oder Schein. Wie ins gemein alle jrꝛdiſche Ding vnd | Guter nur ein Schein/ Schatten vnd Gemaͤld des jenigen ſind/ dafuͤr fie gehalten werden/ vnd nicht das Weſen ſelbſten. Demnach ſo heißt dieſe Kron des ewigen Lebens die Kron der Gerechtigkeit/ weil fie vns von rechte: wegen gebuͤhret/ nicht in anſehen vnſerer eigenen Wercken vnd Verdienſten/ ſondern in anſehen Chriſti vnd ſeines Verdienſts/ wie auch wegen ſeiner Verheiſſung. Iridiſche Kronen werden offt durch vnbilliche Mittel erlanget/ vñ das jenige practicirt, was Julius Cæſar gepflegt hat zu ſagen; Si jus violandum regni cauſa violandum, in cæteris pietatem colas, Man moͤge endlich wol vnrecht thun/ wann es ein Königreich antreffe/ oder einer ein Königreich dadurch zu erlangen wiſſezim übrigen ſoll er from ſeyn. Ein Kron oder Koͤnigreich welchs alſo erlanget vñ beſeſſen wird/ iſt ein Kron der Vngerechtigkeit. Die himmliſche Kron iſt ein Kron der Gerechtigkeit. Sie gebuͤhret vns wegen vnſers HErren Chriſti/ wegen(eines Verdiente/ wie auch wegen ſeiner Verheiſſung. Was ſeinen Verdienſt betrifft/ fo hat er/ wie Bernhardus ſagt/ dieſe Kron auf ein zweyfache weiß/ erblich vnd verdienſtlich. Das erſte behaltet er für ſich ſelbſten; das andre ſchencket er vns/ nemlich das Recht/ welches er hat an der him̃liſchen Kron wegen des Verdienſte ſeines Leydens/ vnd daß er vns dieſe Kron zuerwerben die doͤrnene Kron getragen Was | Ceichpredigt. 1 Was anlanget die Verheiſſung des Herren/ ſo hat er vns die Kron des ewigen Lebens deutlich verheiſſen. Die Verheiſſungen find bekandt. Nun erforderet es die Gerechtigkeit/ das iſt die Trew vnd Warheit/ daß einer fein Wort halte/ oder erfulle/ vnd das/ was er verheiſſen/ gebe oder thůe. Drittens/ ſo mag das ewige Leben ein Kron der Gerechtigkeit genennet werden/ weilen allein die jenigen ſich deſſelben zu getroͤſten haben/ welche ſich der Frombkeit/ Heiligkeit vnd Gerechtigkeit befleiſſen. Dañ obwol vnſere eigene Gerechtigkeit vnd Frombkeit kein verdienſtliche Vrſach iſt des ewigen Lebens; fo iſt fie doch ein vnaußbleibliche Frucht des Glaubens/ dadurch wir Chriſti Gerechtigkeit vnd Verdienſt ergreiffen: ſie iſt ein noht wendige Eigenſchafft deren/ die da wollen ſelig werden; der rechte Weg auff dem wir zu dem ewigen Leben gehen muͤſſen. Viertens/ ſo findet ſich vnder den Edelgeſteinen/ damit dieſe Kron beſetzet iſt auch einer/ der da heiſſet die Gerechtigkeit. Allhier auff Erden gehet Gewalt für Recht/ darumb gehet es auch anders als recht. Man findet Stile der Gerechtigkeit/ da ein vngerechtes Weſen iſt. In dem Himmel in dem Ort des andren Le⸗ſKecletz. 16. bens wohnet lauter Gerechtigkeit. Da werden keine vnbil⸗ 3| liche vnd gottloſe Leuth ſich finden. Die Widergebornen werden allda nicht nur zum theil/ ſonder voͤlliglich Ge⸗ Eohec5 27| recht ſeyn ohne Flecken vnd Maaſen.|| Wit preifen allhier die Ceutſeligkeit vnſers Gotltes/ daß er vns arme Erden wuͤrme kroͤnen vnd zu Kor) nigen machen wil/ daß er vns ſchwere Suͤnder die wir mit Fluch ſolten gekroͤnet werden/ vnd eine Kron von Iro B i PVech! 12 Chriſtliche bc vnd Schwefel auff vnſerem Haupt tragen/ nicht nur die Straff der Sünden die ewige Verdamnuß nachlaſſen/ ſonder noch dazu mit der Kron der ewigen Herꝛlichkeit begaben wil. Geſtalten vns dann der Vatter diefe Kron in feinem vnwandelbaren Rahtſchluß beſtim̃et/ der Sohn durch feinen Gehorſam erworben/ der H. Geiſt in feinem Wort verheiſſet/ vnd dieſe Verheiſſung durch fein innerliches Zeugnuß in vnſeren Hertzen verſiglet.. Dieſe Kron ſoll vns luſtig machen Gott zu dienen vnd zu lauffen in den Kampff den er vns verordnet. Wann Satan vnd ſein Anhang vns diß Orts vnluſtig machen vnd bereden wil; es ſeye vmb ſonſt daß man Gott diene/ vnd in den Wegen feiner Zeugnuſſen eine her wandle/ ſonderlich wann man diß orts laufft vnd kaͤmpffet/ vnd jhm einer fein Chriſtenthumb mit Eyfer laͤßt angelegen ſeyn/ wann Satan vns mit dieſen vnd anderen Einſtrewungen in dem Lauff des Glaubens vnd der Gottſeligkeit jrꝛ machen oder gar davon abhalten wil/ wann er zu vns ſagt wie Saul zu ſeinen Dieneren Wird euch auch den Sohn Jſaj Acker vnd Meinberg geben/ ſollen wir jhm fuͤrhalten dieſe Kron der Gerechtigkeit/ als den Herzlichen vnerſchaͤtzlichen Lohn aller getrewen Dieneren Gottes/ vnd guten Kaͤmpfferen vnſers Herren JEſu Chriſti/ vnd daß hiemit jhr Gottesdienſt jhr Glaub vnd Frombkeit jhr geiſtlich lauffen vnd ſtreiten nicht vmb ſonſt ſeye/ ſonder ſtattlich werde bee lohnet werden. Treoͤſten ſollen wir vns dieſer Kron der Gerechtigkeit in allerhand Wider wertigkeiten dieſes Lebens. Wañ wir nach Chriſti Exempel/ die doͤrnene Kron tragen muͤſſen/ w— Zeichprediat. K 3 ſo laßt vns anſchawen dieſe Kron der Gerechtigkeit/ vnd dabey gedencken; niemand werde gekroͤnet/ er k ampffe dann. Die Kron der Gerechtigkeit ſeye noch wol werth/ daß man vmb derſelben willen etwas thue/ leide vnd außſtehe. Kö A Huͤten ſollen wir vns für den Suͤnden/ vmb derentwillen wir dieſe Kron verſchertzen koͤnnten. Es iſt ein Kron nicht der Vngerechtigkeit/ nicht des Hochmuths/ wie die Kron Ephraim genennet wird/ nit der Elarꝛt. fleiſchlichen Wolluſten/ wie die Rraͤntz der Epicureer/ Sab. ſonder ein Kron der Gerechtigkeit. Fuͤr Vngerechtigkeit/ fuͤr Hochmuth/ fuͤr Trunckenheit vnd anderen dergleichen Laſteren muͤſſen ſich huͤten die jenigen/ welche Diefer Kron begehren: hingegen muͤſſen fie gottſelig/ maͤſſig vnd gerecht leben/ den Rock der Gerechtigkeit anziehen/ wann ſie dermal eins die Kron der Gerechtigkeit auff jhren Haͤupteren tragen wollen. Vnderdeſſen/ wann wir vns nach der Maaß der Gnaden/ welche 6 Ott darreichet/ befleiſſen in guten Wercken/ nach dieſer Kron des ewigen Lebens zutꝛachten/ ſo můſſen wir keine hohe Einbildungen bey vns laſ|{fen uͤberhand nemmen; als wann wir für vnſer Perſon | 7 für anderen dieſer Kron würdig weren/ oder dieſelbe me ritirten. Er iſt zwar ein Kron der Gerechtigkeit/ aber nieht in dem Verſtand/ als wann wir fie Gott ab verdienten mit vnſeren guten Wercken/ vnd er vns dieſelbe vnſerer eigenen Gerechtigkeit vnd Frombkeit halben von rechtswegen ſchuldig were/ ſonder in dem Verſtand/ daß er vns dieſelbe auß Gnaden vmb Chriſti willen vereiſſen/ vnd als ein warhaffter getrewer 6 Ott feiner Worten nicht zuruck gehen kan. ö B ij Von — 33* Tit. 2. t. Von Canuto dem Königin Dennenmarck wird geſchrieben/ daß er die koͤnigliche Kron von ſeinem Haupt genommen vnd einem Grucilix auffgeſetzet habe. Wan wir vnſere Seligkeit nicht vnſeren eigenen Verdienſten/ ſonder dem Verdienſt des Creutzes vnd Todes Chriſti zu ſchreiben vnd verdancken/ ſo nemmen wir die himmli{che Kron wie Canutus feine koͤnigliche Kron von vnſeren Haͤupteren vnd ſetzen fie auff dem rechten Crucifix IEſu Chriſto dem gerreutzigten. Die Heiligen in dem Himmel ſelbſten thun diß/ fie werffen jhre Krone nider fuͤr dem Stul Chriſti vnd bekennen alſo daß ſie die10, ſelbe allein von Chriſto haben. Laſſet uns fuͤrfahren vnd nach dem wir die Kron der Gerechtigkeit an ſich ſelbſten beſchawet/ weiters betrachten/ was Paulus dieſer Kron halben beydes glaube vnd hoffe. Nondem Andern. Was ſeinen Glauben belanget/ ſo ſagt er; Hinfort oder im uͤbrigen iſt mir bey gelegt die Kron der Gerechtigkeit. Er glaubt daß jhm dieſe Kron bey gelegt ſeye. Er ſagt hinfort oder im übrigen iſt mir beygelegt. Wil ſagen: Ich habe mich für mein Perſohn befliſſen das zu thun/ was eins Chriſten/ ja eines Apoſtels Ampt außweifet/ ich habe ein guten Kampff gekaͤmpffet/ den| Lauff vollendet Trew vnd Glauben behalten/ 20. Betreffend das Übrige oder die goͤttliche Belohnung dieſer meiner Trew/ ſo zweifle ich an derſelben gar nicht/ ſie wird zu ferner zeit vnfehlbarlich folgen/ ja fie iſt ſchon allbereit bey gelegt. Die jenigen welche jhnen jhr Chriſtenthumb vnd . Ampt 2 Leichpredigt. 1 Ampt in Trewen laſſen angelegen ſeyn/ die ſollen im übrigen ein gut Hertz haben zu dem lieben Gott/ dem fie gedienet/ daß er jhre Trew auß Gnaden nicht werde vnbelohnet laſſen/ ſonder reichlich vergelten/ daß der Lohn nahe vnd ſchon beygelegt ſeye. Es iſt mir beygelegt die Kron der Gerechtigkeit/ ſagt der Apoſtel. Dieſer Gleichnuß red hergenom̃en von einem Pepoſito oder Beylag/ das iſt/ von einem Gut welches einem zu verwahren oder auffzubehalten gegeben vnd anvertrawet wird/ gebraucht ſich der Apoſtel auch ſonſten/ als wann er ſagt: Ich weiß an wen ich geglaubt hab/ vnd bin gewiß/ er wird mir meinen Beylag bewahren biß an jenen Lag. Auff gleiche wels redt Petrus/ wann er ſagt/ das vnverwelckliche Erbe werde vns behalten oder verwahret in dem Himmel.. Es iſt mir bey gelegt/ ſagt Paulus/ die Kron der Berechtigkeit/ cc. Wil ſagen/ dieſe Kron/ die mir in dem ewigen Rahtſchluß G Ottes verordnet/ vndin der Zeit erworben vnd bereitet worden/ iſt mir allbereit beygelegt. Chriſtus JEſut der mir dieſe Kron erworben in feinem leyden vnd ſterben/ hat dieſelbe in feiner Hi m̃elfahrt alſo zureden in die Hand feines Vatters überliefee ret/ jm beygelegt/ zu behalten vnd zuveꝛwahꝛen gegeben. Sie wird mir auch von dem Vatter in dem Himmel wol auffbehalten vnd verwahret/ biß daß ſie mir dermal eins in der Widerkunfft Chriſti wurcklich wird zugeſtellet werden.. Moͤcht jemand fragen/ wie kompts daß bieſe Kron noch zur zeit vns nicht wuͤrcklich gegeben/ ſonder nur bey geleget wird. AntApoc. 22.12. 1. Pet. 1.4. Chriſtliche Antw. Er ſtlich fo haben wir zwar das Recht zu dies fer Kron allbereit jetzunder vnd in dieſem Leben/ find ae ber noch nicht recht qualificirt vnd geſchickt dieſelbe zu tragen. Wir haben nur die Erſtling des H. Geiſtes. Es iſt die Kron der Gerechtigkeit. Vnſere jetzige Gerechtig6. keit iſt nur wie ein beflecktes Kleid/ vnſer Glaub iſt ein Vnglauben. Demnach ſo iſt es billich daß wir vmb dieſe Kron etwas thun vnd leyden ehe wir dieſelbe wuͤrcklich empfahen. Drittens/ wann einem etwas/ das jhm gehort/ nicht gleich gegeben wird/ wann er lang darauff warten muß/ ſo frewet es jhn hernach nur deſto mehr. Heſi derata diu dulcius obtinentur. Je laͤnger das Verlangen eines Dings waͤhret/ je ſuͤſſer die Beſitzung deſſelben iſtt: Es wird uns durch dieſe Beylegung der Kron der Gerechtigkeit beſtaͤtiget/ die Gewißheit vn ſers Heyls/ ſo wol die Gewißheit des Heyls an ſich ſelbſten; als auch die Vergwiſſerung die nicht ein jeder für feine Perſon ſeines Heyls halben hat oder haben kan.+ Was die Gewißheit des Meyls an ſich ſelbſten betrifft/ wie ſehr auch die Feind vnſerer Seelen ſich dahin bearbeiten/ daß fie vns vmb vnſer Heyl bringen/ fo kan doch kein Auſſerwehlter Glaͤubiger deſſelben verlurſtig gemachet werden/ ſonder wird daſſelb gewiß vnd eigentlich davon bringen vnd erhalten. Dieſe Gewißheit gruͤndet ſich auff die ewige Gnaö. denwahl/ welche da veſt ſtehet: auff Chriſti Cod/ welcher nicht vergebens ſeyn Fan; auff feine SFürbit?/ in deren er allezeit erhoͤret wird; auff feine Macht/ durch welche er ſeine Schaaf beſchuͤtzet/ daß jhm derſelben keines kan ges nommen werden. Dieſe Dieſe Gewißheit vnſers Heils gruͤndet ſich auch au die Beylegung der Kron der Gerechtigkeit bey G Ott in dem Himmel. Wann wir dieſe Kron allhier auff Erden auff vnſeren Haͤupteren trugen/ ſo ſtunde es mißlich vm dieſelbe/ vnd were zubefoͤrchten/ Satan der herum̃ laufft wie ein bruͤllender Löw möchte fie einem vnd dem anderen von ſeinem Haupt wegnemmen. Aber allweil wir hier anff Erden ſind/ tragen wir ſie nicht auff vnſeren Haͤupteren. Sie ligt hinder Gott/ ſie wird vns behalten droben in dem Himmel; darumb wird es dem Satan wol uͤberbleiben vns dieſelbe zu nemmen. Dann in Himmel kan Satan nicht kommen/ ſondern nur biß in die Luft. | Es kan auch ein jeder Glaͤubiger für fein Perſon deſſſen vergwiſſeret ſeyn/ daß er ein Erb dieſer Kron ſeye/ vnd jhm dieſelbe dermalen eins werde zugeſtellet werden. Dañ wie konnte er ſonſten Paulo nachſprechen/ vnd ſagen? Hinfort iſt 7Mir beygelegt die Kron der Gerechtigkeit/ ich weiß wem ich glaube/ vnd bin gewiß daß er wird mir meinen Beylag bewahren/ biß an jenen Tag. Wie konte er ſonſt auß dem Apoſtoliſchen Glauben den letſten Articul ſprechen vnd ſagen: Ich glaub ein ewiges L eben. r.. Dieſe Gewißheit gibt troſt Über troſt/ ja fie iſt der Kern alles Troſts im leben vnd ſterben. Die Sicherheit/ die fie ver vrſachet iſt eine Sicherheit in Gott/ ſo da die Gottsforcht nach ſich zeucht ond die fleiſchlich Ste! cherheit oder Ruchloſigkeit auffhebt. Dann wer dieſe Hoffnung hat/ der reintget lich ſelbs/ er befleißt ſich| feinen Beruff vnd feine Erwehlung veſt zu machen in. Joma.| guten wercken. rer rio. J. er. 5.| Eph. 6. ix.| Chriſtliche Von dem Dritten. Auß dem Glauben entſpringt die Hoffnung. Der Apoſtel hat bißher angezeigt/ was er betreffend die Kron des ewigen Lebens glaube/ daß fie jhm beygelegt ſeye. Nun meldet er/ was er dieſer Kron halben hoffe/ daß ſie jhm nemlich zu ſeiner zeit werde gegeben werden; welche mir der Herr an jenem Tag/ der gerechte Richter geben wird/ nicht mir allein/ ſonder allen die ſeine Erſcheinung lieb haben. Da kommen vns zubedencken vor folgende Puneten. 1. Wer dieſe Kron geben werde? Welche mir geben wird der Heer:/ an jenem Tag der gerechte Richter/ ſagt der Apoſtel.. In den Olympiſchen Lauff vnd Ritterſpielen auff welche der Apoſtel alludirt, ſind gewiſſe Richter geweſen/ welche von eines jedwederen Lauff judicirt vnd gevrtheilet haben; auch denen/ die ſich am beſten gehalten den Preiß gegeben vnd die Kron zugeſtellet. Die Kron des ewigen Lebens wird vns zugeſtellet werden von dem HErren/ das iſt von JEſu Chriſto vnſerem HErren. Der hat vns dieſe Kron durch feinen Gehorſam erworben. Er hat die vns erworbene Kron hinder dem Vatter gelegt. Er wird fie zu feiner zeit gleichſam auß der Hand des Vatters wider empfahen vnd ons auffſetzen. Der Apoſtel nennet jhn den gerechten Richter/ nicht ohne porſach. Dañ alles Gericht iſt jhm vom Vatter ůbergeben. Er if der verordnete R ich ter der? ebendigen ond der odten: er iſt der Mañ/ durch welchen Gott beſchloſſen hat zu richten den Rreiß des Erdbodens mit Gerechtigkeit. I | Teichpredigt. 19 Ja ſagſtu/ ich laß wol ſeyn daß Thriſtus ein gerechter Richter ſeyn werde in anſehen der Gottloſen/ uͤber die er ein Brtheil außſprechen wird nach der ſtrengen Gerechtigkeit/ nemlich das Vrtheil der Verdamnuß. Allhier iſt die Red nicht von den Gottloſen/ ſondern von den Frommen/ denen es übel gehen wurde/ ſo fromb ſie auch find/ wann Chriſtus fie richten ſolte nach Gerechtigkeit vnd nicht viel mehr nach Barmhertzigkeit. Va hominum vit quantumvis lau dabiſi fi fecundüm juſticiam remotä miſericor dia diſcutiatur: Weh auch dem Leben der Allerfroͤmbſten/ wann es nach Gerechtigkeit vnd nicht nach Barmhertzigkeit aminirt wird/ ſagt Auguſtinus. Were dann/ ſprichſt du/ der Titul eines gnaͤbigen Richters/ oder wol gar eines mitleidigen Hohenprieſters hier nicht anſtaͤndiger oder troſtlicher geweſen? Antw. Chriſtus wird auch in anſehen der Glaͤubigen vnd From̃en ſeyn ein gerechter Richter/ vm̃ ſo viel/ weil er ſie richtẽ wird nach feiner Verheiſſung/ die er ſhnen gethan/ da er jhnen das ewige Leben zu geben verheiſſen/ durch welche Verheiſſung er ſich dazu gleichſam verbunden/ daß er ohne Abbruch ſeiner Trew/ Warheit/ vnd auch Gerechtigkeit nicht wol anders kan, Er wird ein gerechter Richter ſeyn in anſehen der Glaͤubigen vnd Frommen vmb ſo viel/ weil fie ſich nicht beruffen werden auff jhre ſelbſteigene Gerechtigkeit, ſonder auff die Gerechtigkeit Chriſti/ die ſie durch den Glauben jhnen zueignen/ da dann die Gerechtigkeit es dem Richter nicht zugeben wird/ ein anderes als ein gutes Vrtheil außzuſprechen uͤber die jenigen/ die wo nicht ſelbſten vnb in eignen Perſohnen/ doch in vnd durch jhren BuͤrEC ij gen * Chriſtliche gen dem Geſatz genug thun. Oder wie einer von den alten ſagt/ non condemnabit eos, propter quos ipſe condemnatus eſt, er wird nicht verdammen die jenigen va derentwillen er ſelbſt verdammet worden. Auff dieſe Weiß kan vnd ſoll vns der Titul eines gerechten Richters nicht ſchrecklich/ ſonder viel mehr troſtlich ſeyn. Hoͤret weiters 2. Wañ dieſe Kron ſolle gegeben werden: Welche mir/ ſagt der Apoſfel/ geben wird der HErꝛ/ an jenem Tag/ wc. Er meinet den ſuͤngſten Tag. Haben dann/ ſprichſin/ die Glaͤubigen nicht ehe dieſe Kron zu erwarten/ wie ſtehet es dann mit der Seelen nach dem Tod? Antw. Der Seelen nach empfahen ſie dieſe Kron alſobald nach jhrem Tod. Dañ da gehet jhre Seligkeit an. Selig ſind die Todten die im HErren ſterben von nun an. Der Apoſtel redt allhier davon/ daß fie am Juͤngſten- tag an Leib vnd Seel ſollen gekroͤnet/ vnd als ges kroͤnet der gantzen Welt/ ja beydes Englen vnd Menſchen gezeiget vnd fuͤrgeſtellet werden. An; So haben wir dann in dieſem gegenwertigen Leben die Kron nicht zuhoffen. Es iſt jetzt zeit zu ſtreiten/ vnd daher muß es ons nicht wunderlich füͤrkommen/ wann eine Widerwertigkeit/ vnd Truͤbſal auff die andere fol get: es gehet zu/ wie in dem Krieg: es iſt noch nicht zeit zu ſiegen/ zu triumphieren vnd die Kron zu tragen. Diß alles wird erſt in vnſerem ſeligen Sterb ſtůndlein geſcheBETH an jenem Tag vollendet vnd geoffenbahret were 3. Wem ſoll aber/ drittens/ dieſe R ron gegeben er/ hut N n ( ſprach: Von nun an wer det jhr ſehen des Menſchen | ren ſeye/ welchen da die andere Zukunfft lieben/ vnd febe! Sohn kommen in den Wolcken des Himmels zoder welche daruber er ſchreck en/ wie Felix. 12 Leichpredigt. 21 wer den? Der Apoſtel ſpricht: Nicht mir allein/ ſonder allen die feine Erſcheinung lieb haben. Der Apoſtel ſagt feine Erſcheinung/ verſtehet feine andere Zukunfft vnd Erſcheinung zum Gericht. Er(age; die ſeine Erſcheinung lieb haben. Wil ſagen/ die derſelben hertz lich begehren/ mit Frewden darauff warten/ auch ſich gebuͤhrlich dazu růſten. Wie wir dann die Ding/ die wir lieben/ auch ſehnlich begehren. Es Bette Paulo jemand fuͤrwerffen köͤñen/ er für[cin Perſon als ein hocherleuchter Apoſtel möge ſich der himmliſchen Kron wol ruͤhmen/ mit anderen habe es ein andere Bewandtnuß. Dieſer Einred zu begeren ſagt er/ nicht mir allein/ ſonder allen die(eine Erſcheinunglieb haben; So iſt dann dieſe Kron nicht nur für: einen oder den anderen/ wie in den Olympiſchen Lauff ⸗ſpielen nur einer vnd der ander die Kron erlangt/ ſonder für alle Glaͤubigen. Vnd ob wol alle dieſe Kron erlangen werden/ wird doch keiner weniger haben/ als wann er fie allein hette, Es wartet dieſe Kron auff alle welche die Zukunfft Chriſtt lieb haben. Nit auff die/ welche mit dieſer Zukuttfft jhr geſpoͤtt treiben/ wie jene Spoͤtter bey Petro; oder welche fie verachten/ wie Caiphas/ da der HCrꝛ 1. Cor. y. 24. 1. Pet. 3.33. Mat. 26. 64, 65. Act. 24. 25. So pruͤffe ſich nur ein jeder ob er auß der Anzahl dedahin daß ſich die Kenzeichen ſolcher Liebhaberen je mehr vnd mehr an jhme herfuͤrthun. Wiltu die andere Zukunfft Chriſti lieben/ ſo glaube dem Wort des Apoſtels von der er ken Zukunft, da der Er: kom̃en iſt die | C ij Suͤu "Chriftliche Tim. Sünder felig zu machen. Liebe den Herren ſelbſten von gantzem Hertzen/ ſo wird dir deine Zukunfft nicht zuwider ſeyn. Beſleiſſe dich eines guten Gewiſſens/ ſo haſtu dich dafur nicht zu foͤrchten/ ſõ wenig als ſich ein Knecht foͤrchtet für der Widerkunfft feines Herzen/ der ſich in Abweſenheit wolverhalten. Halte dich auff dieſe Zukunfft gefaſt durch ein heiliges Leben/ lebe gottſelig rir aun) maͤſſig vnd gerecht vnd warte alſo auff die ſelige hoffnung vnd Erſcheinung der Herꝛlichkeit des groſſen Gottes/ vnd vnſers Meylandes JC ſu Thriſti. Von dem verſtorbenen Herren ſel. Wir haben auff dißmahlen die letſte Ehr erzeiget dem Edlen/ Ehrenveſten/ vnd Hochgelehrten Herꝛen Simon Battier beyder Rechten Hoctori vnd bey loblicher Univerſiter geweſenen Profeſiori. Dieſer vnſer ehrende Herz vnd Mit bruder iſt an diea fe Welt geboren worden Anno 1629, den r. Martiſ von Chriſtlichen vnd wolangeſehenen Elteren namlich Herren Simon Battier dem Handelsmann/ vnd Fraw Valeria Burckhardin beyden ſ. Von dieſen ſeinen lieben Elteren ſonderlich der Fraw Mutter/ weil er den Vatter jung verlohren/ iſt er Chriſtlich vnd wol erzogen/ vnd zu den ſtudien angehalten worden/ zu welchen beydes ein groſſer Luſt/ wie auch eine feine Tuchtigleit ſich von jugend an an jhme ſehen laſſen. In den ſtudien hat er ſoiche profectus gethan/ daß er Anno 1644. Studioſus Anno r 646. Laureatus vnd Anno 16 47. mit gutem Lob Magiſter worden. Nach erlangtem Magiſterio hat hat er ſich auff das Studium Juris gelegt/ in demſelben fich alſo geüͤbet/ daß er Anno 1652, das Examen vnd die Diſputat. pro gradu de Relictis ad pias cauſas ebenmaͤſſig mit Lob uͤberſtanden. Darauff hat er ein Reiß in Franckreich vnd durch Italien gethan; bey feiner Widerkunfft Anno 1655 den gradum Doctoratus angenommen/ da jhm dann auch die Profeſſio Rhetorica auffgetragen worden/ deren er bey tz. Jahren abgewartet. Anno 1668. iſt er ad Profeſſio nem Ethicam vnd Anno 1679. ad Profeſſio nem Juris erſtlich Inſtitutionum vnd hernachmals Codicis erwehlet worden/ welche letſtere Profeſſion er erſt newlich angetreten. Er hat auch in dieſer Zeit allerhand Dig nitates Æcademicas den Rectoratum zwar vor zwoöͤlff Jahren/ den Deca natum Philoſophicum zum oͤffteren getragen/ auch die Vißtation der Schul eine geraume zeit auff ſich gehabt.; Gleich wie er gute Gaaben vnd eine ſchoͤne Wiſſenſchafft Juris publici vnd privati gehabt/ alſo hat er ſich befliſſen dieſen feinen Talent wol anzulegen. Geſtalten er ſchiedliche ſchoͤne vnd gelehrte Diſſertationes politicas von trefflichenvnd nutzlichen Materien geſchriehen/ vnd onder feinem præſidio diſputiren laſſen.| | Seinen befand belangend/ ſo iſt er in denſelben getretten Anno i 657. den 3. Novemb. mit feiner nun mehr uͤberlebenden betruͤbten Witttib Fr. Margreth Seyler/ bey deren er über die 3. Jahr friedlich gelebet/ vñ durch Gottes Segen 4. Kinder erzeuget/. Soͤhn 2 k Chriſtliche ond 1. Tochter. Deren wolverhalten jhm erfrewlich vnd troſtlich geweſen. Der eltiſte Sohn ſo da pro Miniſterio vnlaͤngſt examinirt worden/ enthalt ſich dißmahlen in der Frembde.— Sein uͤbriges Leben iſt bekandt. Er hat die heiligen Verſamblungen gern vnd fleiſſig beſuchet/ nicht nur an Sonn vnd Dienſtagen/ ſondern auch in der Wochen in en Fruͤh predigten/ beyneben einen ſtillen eingezogenen frommen Wandel gefuͤhret/ gegen feinen Collegen vnd jederman ſich der Friedfertigkeit befliſſen. 3 Es hat jhn der liebe Gott von etwas zeit Hermitseihs-| in diſpoſition heimgeſucht/ da er ſich dann auffgemün⸗/ teret/ ſo gut er gekonnt/ vnd bißweilen vaſt über vermögen| gethan/ mehrmahlen feine Schwachheit betrauret/ daß er dadurch gehinderet werde an der Verrichtung ſeines Beruffs/ dabey bezeuget feine Bereit willigkeit die zerbrechliche Hütten mit der ewigen zu verwechßlen/ wann es Gottes heiliger Will waͤre. Zu erlangung ſeiner Geſundheit hat er dieſen Sommer das Pfefer s bad gebrauchet/ auß welchem er erſt verwichenen Freytags wider kommen/ dem anſehen nach zimlich wol: wie er dann Sontags dar auff außgegangen vnd in der Abend predigt geweſen. Verwichenen Montag Morgens hat ſich einsmahls vnd vnverſehens widerumb ein ſtarcker Schlag fluß bey jhm angemeldet/ welcher jhm dergeſtalten zugeſetzet/ daß der ſchwache Leib ender demſelben erligen muͤſſen/ die Seele aber die Erloͤſung auß dem Leib des Todes/ vnd hiemit den Sig/ vnd ſampt dem Sieg die Kron der Gerechtigkeit erhalten; nach dem er in dieſem Jamerthal zugebracht 52. Jahr vnd 4. Monat. Alles Fleiſch iſt Hew/ vnd alle feine Herrlichkeit iſt eine l Leichpredigt. K 27 eine Blume des Feldes. Alles was in dieſer Welt hochgehalten wird iſt vergaͤnglich. Geſchicklichkeit/ Ehr vnd Gut iſt alles vergaͤnglich. Laſſet vns die Eitelkeit menſchlicher vnd irdiſcher Dingen erkennen/ vnſer Hertz davon abziehen. Laſſet ons der vn vergänglichen Kron der Ch; ren nachſtreben einen MEET kaͤmpffen/ den gau vollenden/ Trew vnd Glauben behalten. So werden wir ons in dieſem Leben dieſer Kron verſicheren ksnnen/ in vnſerem Tod vnd Aufferſtaͤndnuß von den Todten dieſelbe erhalten da ſie vns vnd allen Glaͤubigenwird auffgeſetzet werden von JEſu Chriſto dem gerechten Richter/ welchem ſampt Gott dem Vatter vnd Gott dem H. Geiſt Lob ſeye in Ewigkeit/ Amen. Gebaͤtt. I Ewiger/ allmaͤchciger/ bormhertziget vnd lieber& Ott] du haſt vns in Adam bnſerem erſten Vatter nach deinem Ebenhild erſchaffen/ mit Ehr vnd Schmuck haſtu vns gekroͤnet. Da dieſe Kron durch den leydigen Suͤnden fahl von vnſerem Haupt ge fallen/ vnd wir vns hingegen Schmach vnd Schand/ Tod vnd Verdamnuß zugezogen/ haſtu deinen lieben Sohn in die Welt geſendet/ welcher durch die ſchmach vnd bitterkeit ſeines Leydens fo er außgeſtanden/ durch die doͤrneue Kron die er getragen/ vnd durch feine gantze Gerechtigkeit die er an unh ſtatt dem Sa. [26 Chriſtliche ſgeleiſtet/ vns befrehet hat von der Straff der Suden/ vnd eine noch edlere Kron vns erworben/ als die jenige geweſen/ die wir in Adam vers lohren/ nemlich die Kron der Herꝛlichkeit vnd Seligkeit des zukuͤnfftigen vnd ewigen Lebens. eue e vͤns lieber Vatter/ daß wir alles Eitele verachten/ vnd dieſe Kron halten für vnfer höͤchſtes Gut. Staͤrcke vns daß wir dapffer nach derſelben lauffen. Vermehre in vns den Glauben/ daß wir vns durch denſelben dieſer Kron verſichern/ als eines Beylags/ der da hinder dir ligt/ vnd ons zugehoͤret. Erwecke die Hoffnung/ daß wir getroſt auff dieſe Kron ond die Erſcheinung SEM Chriſti des gerechten Richters warten. Gib/ das was wir jetzund ſglauben hoffen vnd begehren/ dermal eins mit frewden erlangen in vnſerm ſterbſtuͤndlein/ vnd in der Aufferſtaͤndtnuß von den Todten. Wir dancken dir dz du dieſe gnad erzeiget Haft vnſrem mitglaͤubigen Herten vnd Bruder ſ. Befehlen dir feine hinderlaſſene betruͤbte Fr. Wittib vnd liebe ber vñ bien dich du wolleſt den durch ſei⸗. ſeinen Abſcheid gemachten Riß bey onſerer Un verſitet durch ein taugliche Perſon zu feiner! zeit wider ergaͤntzen. Diß vnd alles andere darumb du wilt gehaͤtten ſeyn/ bitten wir durch DE Hoc etenim vivo, fulgens Academia lumen Nunc te æterna poli ſœlicem gaudia cingunt, eichpredigt... 4. Khriſtum JEſum/ mit dem Gebaͤtt welches er vns ſelbſt ö Jö SIMONIS 8 ATTIIERII. J. u. PD.& Prof. Clariſſ. MEMORIR S.. Ccidis ante diem, Romani gloria juris BAT TIERI ſubitò fact us ut umbra, nihik Occidis ante diem, quo niam permitteret tas Vivere te,& vellent vivere vota mea. Extindumlugent Mn ac lectiſſima Conjuæ, Ereptumq ie dolent pulpita muta ſcholæ., Poſſedit; florens nunc tibi demtus honos: Certẽ fi fugeret mortem vir tus pietasque, In terris plures viveret iſte dies, Cum verò parcæ rigidæ non parcere curent, Nec proſint Muſæ,ſtemmata, forma, decus, Nos vexat curis Mundus ubique ſuis. Beatis manib. Viri Conſultiſz. Clariſs. Agnati honoratiſs. Hoc qualecunq; honoris monument. erexis lu gens. Jol. Casp. BarriↄKIus, SS. M. C. Chri Il. ,, lamhi, verſuum inviſum genus, Narrare nati tri ſtia, atque canticum præbete nobis, aut feralıs tibi Implete munus, qutis meo(hen! quondam) Pat ri Pariim parentem. Nil moror planctus novos, Ac tertiata verba, dignapraficis. Tu ſolus illos exigis modos, Pater, Battieriani cor caputq́; nominis, Themis cui ipſa me lleam S CIENT IAA Donavit, in quo pura CONSCIENTIA Ent hoſpitata, cum pari ABSTIINENTIA, Queis firma conſtat, integra, haud nutans pede, Nec clauda bilanx, virginis que implet manuum. Te, ſanitatem cogitas dum priſtindm, Qu⸗aſſatus atris inde& hinc languorihuß Jangit ſupremi dexter Eſculapij, Qui ſanitatis omnis architectusr est, Jam cæles inter ćœlites tens locum, Mortemq́; rides, atque vitæ næenics. Te fas, ruente jure, Juris Præſtitem Obire, abire Juris ad Palatium. N= 2 $ ; 8(liche Leichpredige. | Lacryma J. J. BATTIERII, Fil. FAR N 6