Offenhertzige Bunſch⸗RBeimen/ Auff das Hochzeitliche Freuden Feſt/ Des Ehrenveſten und Vorgeachten Herzen oh. Rudolph Hoͤnigs/ Als Hochzeit ern So dann Der mit Zucht, Tugend und Schönheit reichlich gezierten Jungfrawen gn. Cat. Schonawerin/ Als Dochseiterin, | Gehalten in Baſel den 8. Mertzens 1669. Von etlichen guten Freunden und Dieneren Glück wuͤnſchend eingegeben. Getruckt bey Johann Rudolph Genath. e, me, Domino JOHANNI RUDOLFO KöNIG, & Lectiſinmæ Virgini ANNZ CATHAR. SCHÖNAUER Z, Sponſis. Ungeris optatæ felici ſidere formæ, Atque tuæ mentis fit Catharina Dea. Sponſe, cor AonidumsChariteje 2 gaudia Tri igæ, Quem decorat virtus, quem ſibi — poſcit Amor. Arridere* 3 eſt, quia ridet Olympus, Atque tuum thalamum dulcè cachinnus habet. Nubite felices ambo, connubite fauſti, In veſtroque Salus excubet ipſa thoro. . Lied. D muͤſte 1. von Marmor ſeynVom rauchen Caucaſus geſchnitten⸗/ © Der Euch/ O Paar von edlen Sitten/ Beruͤhmt von hellem Tugend Schein/ ö. ij n . ve) loUnd ſonſt von ungemeinen Gaben/ Nicht ſollt in hohen Ehren haben. 2. Dem muͤſte wol ein Tiegerthier Die Bruͤſte haben dargereichet/ Wann es Armenien durchſtreichet/ Der Euch/ O Außbund aller Zier/ Da Euer Gluͤcksſtern wil auffgehen/ Nicht wolte zu Gefallen ſtehen. 3. Zwar ſieht man jetzund die Natur Von Tag zu Tage ſich verjuͤngen; Die Voͤgel wollen wieder ſingen; Das Wild im Wald ſucht ſeine Spur; Die Erde will zu Euren Freuden In gruͤne Farb auffs neu ſich kleiden. SR A Die Gärten kriegen neuen Glantz/ Die Rebe weint auß vollen Augen/ Das Winterleid will nicht mehr taugen; Die Flora windet einen Krantz Von Mertzenblumen und Nareiſſen/ And iſt auff Euren Ruhm befliſſen. 5. Die Sonne lacht von oben her/ Und wirffet Lebens volle Strahlen Auff dieſe Welt/ ſie neu zu mahlen. Ein Tugend⸗Sinn erfreut ſich ſehr/ Daß Ihr/ O edle Tugend⸗Seelen/ Um dieſe Zeit Euch wolt vermaͤhlen. Ich/ der ich der geringſte bin vs) J( 0 Euch Ehrenleuten auff zudienen/ Darff gleichwol jetzzund mich erkuͤhnen/ Auß treuem Hertzen/ Muth und Sinn Eur Hochzeit feſte zubeſingen/ Und einen Heuraths wunſch zu bringen. 2 Und zwar fo ſoll es billich ſeyn; Weil ich mein Spiel zu manches Ehren Auff Teutſch und Roͤmiſch laſſen hoͤren/ Wie ſolt ich es nun ſtellen ein/ Und meiner Pflicht ſo gar vergeſſen/ Als der ich Euch bin hoch verſeſſen8 Nehmt hin was ich Euch geben kan; Was Peru pflegt uns zu zuſenden Das habt Ihr reichlich ſchon in Haͤnden: Papier voll Hertz fleugt Himmel an; Ein Wunſch/ geht der von reiner Seelen/ Iſt allem Golde für zu zählen, 9. Gott muß doch alles machen auß/ Was wir nur tichten und beginnen/ Solls einen guten Zweck gewinnen; Drum muß man fuͤr das Himmelhauß Mit Seufzen/ Flehen und mit Baͤtten Zu Gott in tieffer Demuht tretten. 190. Her: Koͤnig/ das wißt Ihr ſehr wolIhr habt es lang zuvor erwogen Eh Ihr der Liebe habt gepflogen“ Wie man diß Werck anheben ö. 32 A ij Mit wo) 6(os Mit Gott habt Ihr es angefangen/ Mit Gott wolt Ihr zum Zweck gelangen. II.!} Nun wol/ der Euch das Hertz geruͤhrt/ Der Euch zur Liebſten hat gelencket/ Und Feuer in die Bruſt geſencket/ Der gebe/ daß Ihrs wol vollfuͤhrt; Nach Eurem Wunſch und ſeinem Willen Woll er mit Segen Euch anfuͤllen. IT. Wie manchen Stern der Himmels⸗ Bal An feiner blauen Decke heget/ Wie manches Wild im Wald ſich reget/ Wie manchen Strahl die Sternen⸗Frau Auff dieſe Welt herunder ſchicket; So haͤuffig müßt Ihr ſeyn begluͤcket. 13. Gleich wie der Tau ſich Perlenweiß Des Morgens auff die Wieſen ſetzet/ Und das verwelckte Graß ergetzet; So muůͤſſen auch des Nahmens Preiß Die ſchoͤne Kinder um Euch ſpielen/ Und Euch viel Freude machen fuͤhlen. 14. Weil Friede /gieb/ und Einigkeit Das Band des Ehſtands iſt zunennen/ Dardurch zwey eines werden konnen/ So lebet friedlich jederzeit/ Habt einen Sinn/ habt nur ein Hertze/ Lebt lang geſund/ treibt Liebes⸗Schertze. 65. Nach dem ich nun mein Wunſchgedicht Dem Himmel hahe vorgetragen/ ) CIE So muß ich nur noch dieſes ſagen: „Her: Konig/ laſſet Euch doch nicht Von Eurem Buͤcherſchrein beſchrencken/ Ihr muͤßt jetzt auff ein anders dencken. 16. Legt Eure hohen Sinnen ab Verſtellt ein wenig die Geberden/ Ihr müßt zu einem Schäffer werden/ Den Sceepter wechßlen mit dem Stab/ Ihr muͤſt auff einer Schoͤnen Auen Nach einer Schaͤffrinn Euch umſchanen. 17. Seht/ wie fie Euch zur Hande gehl/ Seht/ wie das zarte Bild der Jugend/ Der Außzug aller Zucht und Tugend/ So ſchoͤn vor Euern Augen ſteht/ Ihr habt auff dieſer Au gefunden/ Das Euer Hertze kan verwunden. 18. So fuͤhret Sie dann immer hin/ Verwechßlet wiedrum Euren Orden/ Nach dem Sie Euch zu theil iſt worden/ Macht Sie zu einer Koͤniginn⸗/ Daß man/ eh noch ein Jahr verloffen/ Den Erben Euers Reichs kan hoffen. M. Joh. Jacob Gruͤn. ——————— er II. STANCES. . hymen est heureux ‚lors qui il a pour principe . Hi motif tour divin! O Jusil vs) C(l oe O geil est fertunè, quand il ne participe ; De rien qui ſbit humdin Que Gil et fi heureux d apporter la concorde Par fon ſacrè lien; Que fi tout leur deſir dans(union s’accorde, Ceſt un ſouverain hien. Que fi lun ne ven rien, que laurre ne deſire Fort paßioncment, I aut bien avouer qui il west pas un maryre, Puis Jqu il est tres charmant. C eſt fi leur amour a des frammes ſulidec, Et Sil est hien constant, Les faſcheuæ aceidens nñnt rien de Liuſipide, Puts què ils ſnt tres-contens. Nous avons, 6 Kö IG, ÖSCHÖENAVVER adorable, Bien ſujett d’esperer De voir eſclerre un jour des fruits tous admirables, Comme dans un verger, Que produira l'ljmen, qui certe matinte Vaus lie pour roussjounr, Et qui, non par haz art, mais par la deſtiuce Vous Con/oliwnt en Ce jour. Sont principal motif,& fa premiere cauſ N out rien du tout d' humꝝain; Ceſt pourquo) nos cro)oms que dedaus certe chofe Tout] ſera divin. L Eternel henira votre ſulnct Mariage, Vous donnant des enfans, Qui petit 4 petit en AUANCANS en ge, Croiſſdus en mefine temps, FSeront Aſſcurenment un miri free ſidele Des helles qualitès, vc)(t Que Ton admire en vous, dont vous estes un modelle, — Sans que il ſcit contertẽ. Ce font icy les vaux, que ma Auſt naiffante Forme de tous fon cœunr Comme vers föuhaitant dans V’occafion preſante | Un tres parfait bon-heur. Madrigal. E m’eft pas un amour humain, Qui met ces Espoux ſous ſa main, Je crois que ceſt pluſtot quelque cauſe diuine. SC Hö AV. ER, quoyque tes traits charmans Puiſſent t᷑acquerir des amans, Ta vertu peut bien mieux sen dire origine. Quel cœur ne charmeroint ta grande pietè, Ta modeſtie auſſi,& ta pudicitè. Jaſćoh u Phrene. Fuͤr frewde werd verſpuͤrt: So weiß ich doch bey neben/ Daß darumb dieſer Stand nicht zu verachten iſt/ Umb weil ſich alles paart/ vnd gattet zu aller friſt; Ja weylen alles gut/ was Gott für gut thut halten/. Ind ſelber hat geſtifft; ob dem er auch thut walten/ Mit ſeinem Saͤgen milt. Der Vauherꝛ dieſer Welt/ Und weyſeſter Regent, gar nicht für rahtſam helt/ Daß in der Einſamkeit der Menſch verſchleiſt fein Leben/ Und niemand vmb ſich hab; drumh hat er jhm gegeben. Ein g huͤlffen ſeiner Art/ die ſtaͤts anhangen ſolt/ Von dem ſie gnommen war. Ein ſolche iſt vor Gold v 5 Bſchon ich nicht erfahren/ was in dem Eſtands⸗Leben/ Ss Io oc. Zu ſchäͤtzen jederzeit: Und dünckt mich ſey es eben/ Alß ohne Leib daß Haupt; der Leib ohn Hauptes Leben/ Wo Man iſt/ und kein Weib/ daß Weib auch ohne Man; Weil ohn daß andere/ daß eint nicht leben kan. Drumb hat ihr recht gethan/ daß Ihr euch zu erwehlen/ Her: Bräutigam bemüht/ ein Weib an dem nichts faͤhlen Und manglen ſolt voran/ ein Tugendbild geziehrt Mit Zucht und Freundlichkeit; daß ſtilles Weſen fuhrt/ Damit Euch wurd verſuͤßt dieß ſorgen volle Leben/ Diß ongeheuere Meer/ auff dem wir taͤglich ſchweben; Damit ſie euch zugleich huͤlff tragen Luft vnd Pein/ Und moͤcht in Noth und Todt Euch ſtaͤts zur Seiten fein. Daß habt ihr nun erlangt; waß koͤnt jhr mehr begehren/ Nach dem der Hoͤchſte G walt fo gnaͤdig euch gewähren Die Jungfraw Braut iſt Euch von Gott nunmehr beſchert. Wie fie des Braͤutigams; So ſeit ihr Ihrer waͤhrt: Wol nun gepaartes Paar: Der Schoͤpffer aller dingen/ Der Euch gepaaret hat/ laß Euch auch wol gelingen! Der Anfang/ Mittel/ End/ verbleibe ſtaͤts begluͤckt/ Von SER. Angſt und Schmertzen ohn eruͤckt! Der Allerhoͤchſte Gott woll euch nun gnaͤdig geben/ Geſundheit/ Friede/ Gluͤck/ und Leibesfrucht darneben/ Die Neyenweiß vmbher umb eurern Tiſche ſtehn/ Biß ihr ſelbs Lebens ſatt der Ewigkeit zugehn. — Zu hertzlicher Slückwunſchung wolmeynend übergeben Von Georgio Friderico Martino. Sonnet. DNIe/ ſolt ich dann allein anjetzt zu rucke bleiben/ Da Ihr /mein waͤhrter Herꝛ/ Eur Heurath nehmet für? Nein/ Ss) n(, Nein/ nein/ ich komme auch/ an Eurem Feſt zu treiben Von Hertzen einen Wunſch/ und ſolchen außuſchreiben Nicht nur auff bloß Papeir/ beſondern an die Thuͤr Der grauen Ewigkeit/ daß er da mit begier Stets abgeleſen werd. Ihr wollet euch beweiben/ Herꝛ Konig/ wolgethan/ man kan nicht immerzu Mit Buͤchern ſich bemuͤhn/ man muß auch ſeine Ruh Zu zeiten in dem Hauß bey ſeiner Liebſten haben. Wolan ich wuͤnſche Gluͤck zu eurem newen Stand/ Der Hoͤchſte halte ſtaͤts ob Euch mit feiner Hand/ Und ſegn Euch für und für mit feinen reichen Gaben. Dieſes wenige hat dem Herzen Braͤutigam an ſtatt hertzlicher Glück⸗wuͤnſchung wollen anfügen. Caſpar Hotz. ee DEN ES V. D Er Winter war dahin/ Er war vorbey gegangen/ D Er rauhe Boreas, war nunmehr ſchohn gefangen Man ſahe auch nicht mehr/ Reiff/ Froſt/ Eyß oder Schnee/ 4 Es tobte nicht mehr ſo: die gruͤne wilde See/ Der Lentz war ſchon da/ der Fruͤling war gekommen/ Man hatte albereit/ mit groſſer Freud vernommen/ Die ſchoͤnen Voͤgelein/ der Mahler dieſer Welt/ Bemahlte auch gar ſchoͤn/ und ziert das Blumenfeld/ Es jauchtzte alles jetz/ die Sonne that beſtrahlen/ Das groſſe Rund der Erd/ und that daſſelb bemahlen/ Da kam mir es zu hand/ daß ich einſt wolte gehn/ Zufriſten mein Gemuht/ wolt etwas neues ſehen/ Ich ſchwung mich in das Feld/ ich hörte lieblich ſingen/ Im Wald die Voͤgelein/ ich ſah viel ander dingen/ Ich ſahe wie Fillis auch/ wie Schaͤffern iſt bewuſt/ Mit ſeine r Galathe veruͤbte ſüſſe Luſt: Ich SC) 12(0. Ich ſah auch ohngefehr wie daß mit feinem Bogen Mit Köcher und mit Pfeil/ Gupido kam geflogen/ In gar geſchwinder Eyl/ und ſchoß in einem Nuh/ Auff ein verliebtes Par/ gar ſtarck und eyfferig zu/ Es lagen da zwey wund/ es lagen da zwey Hertzen/ In groſſer liebes Pein/ in groſſen liebes Schmertzen/ Ich machte mich hinzu/ und nahet mich hinbey/ Zu ſehen wer fie ſeyn/ wer doch getroffen ſey/ Herz Koͤnig war derſelb mit Jungfrau Schoͤnawerinnen/ Er klagte hefftig ſehr/ wie daß all feine Sinnen/ Nach deroſelben nur/ gerichtet weren bloß/ Der liebes Banden er/ nicht mehr koͤnt werden loß/ Da Font ich nicht vorbey/ ich ſchwang bald meine Sinnen/ Zudencken weiter nach/ ſiehe in dem wird ich innen/ Daß alles richtig war/ der Himmel hats verſehn/ Der Elteren beyderſeits Zuſtimmen war geſchehen/ Weil dann nun kommen iſt/ der Tag und liebe Stunde/ Daß durch deß Prieſters Hand/ zu dieſem werten Bunde/ Gott fie beſtaͤttiget/ Der ſelbſten wie man lißt/ In Moſis groſſen Buch/ der Eheſtiffter iſt/ So lebet liebes Par/ ich wünſch euch Gottes Segen/ n deme alles iſt/ wie euch bekandt/ gelegen. Wo Gottes Segen iſt/ da lebt man wie man ſoll Geſegnet iſt das Hauß/ und aller Guter voll Das gebe Gott auch euch; Er wolle auch darneben Euch leibes Pflaͤntzlein/ geliebte Kinder gehen. Die umb den Tiſch herumb/ gleich ſchoͤne Palmen ſtehn. Und euch zu Troſt und Ruhm/ wie Cederbaum auffgehn. In ſumma Gott der Herꝛeuch Gluck und Heyl verleihe Das alles was ihr thut/ nach Wunſch euch wohl gedeye. Er nehme euch auch auff/ zu ſich nach dieſer Zeit/ Der Welt und Lebens ſatt/ ju feiner Herꝛlichkeit. Wohlmeinend übergeben, von ihrem. jederzeit underdienſtwilligen. . D. R. E n D E.