. 1. SS. A ri liche elch pred redigt. 7 ie 3| 1 Sn ee Die Wen*. ö Des Doͤlckleins/ MARC. c. VII. x. 37. Der GErꝛ hat alles wol gemacht. Gehalten Sonntags den 11. Decembr. des Jahrs 1707. Zu Baſel in der Pfarꝛkirchen bey St. Leonhard/ Bey volckreicher Ehren Beſtattung/ Des Ehren veſten/ Fuͤrgeachten und Vunſt⸗ erfahrenen heran Vacob Bertſche/ des Aeltern/ Bur ers und beruͤhmten Buchdruckers allhier. Durch Johann Jacoh rei hen/ Pfarꝛern der Gemeinde bey St. Leonhard/ und aͤlteſten Kirchen- Diener. 4 a9) SR 3— Des ese, enn s GEN 20 Ted,,, da., ö ADD EHANID ENANED EINES GNANDO EIN CENT€ 2 3 8 ö . eg, d Ga . r, ms, rtr, m m m T fe L sts(ne, ü Te Har t- sr Tr tset rt ES LIEBE et. ; ö e n in im 6. 1 J. A. 3. e ,,. FACE 6 . 263 En EAN Sad ns d Cad elt d. „x 83 MARC. C. VII. x. 37. Vnd fie ſprachen: Er hat alles wol gemacht. Außlegung. PO 8. I der den Eigenſchafften Gottes * WAS leucht ſonderlich herfuͤr feine Gu8 N te: Dann gleich wie das unerumblauffet/ und alles befeuchtet/ da ſonſten Menſchen/ Vieh/ und 82 6 Erdgewaͤchſe vergehen und verDS ſchmachten müßten: Alſo durch» gehet Gottes Guͤte die gantze Welt. Gott hat auch von dieſer Eigenſchafft den Nammen/ in unſerer Mutterſpraach heißt Er Gott/ weil er gut iſt; ja niemand iſt gut/ dann allein der einige Gott. Matth. 1. 7. Vnd zwar fo if feine Guͤte fo vollkom̃en/ daß der Geiſt Gottes ſelbſten davon redt/ in der mehreren Zahl: Die Guͤten/ die Guten des to Erꝛen ſind/ daß wir nicht gar auß ſind Lam. 3. 22. Gottes Guͤte iſt nicht nur einfacht/ ſondern mancherley. A 2 Gott © 8. 9 ſchoͤpffliche Meer die gantze Welt | SEEN) Lt 4 Chriſtliche Gort offenbare feine Gute: Affectu, mit groſſer Degierd/ und ſagt ſeſbſten: Mein Hertz iſt anders Sinnes/ und meine Barmher tzig keit iſt zu bruͤnſtig/ Hoſ. i. 9 Sein Hertz iſt la breicher als das Hertz ciner Mutter: Wann auch ein Mutter ihres Rinde ſolte vergeſſen/ fo will ich doch dein nicht ver geſfen: Sihe/ in die Mände hab ich dich gezeichnet. Deine Mauren find immerdar für mir. Eſaj 45. verſ. 1 5, 16. Gott bezeugt feine Guͤte: Affatu, mit lieblichem anſprechen: Was kan gnaͤdig ers geſagt werden/ als aber was der HErꝛ uns zuaeſorochen? Foͤrchte dich nicht/ ich bin mit dir. Ich ſtaͤrcke dich/ ich helffe dir auch ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit bſaj 1. 10. Gott erweiſet feine Gute: Fffectu, mit dem Werck ſelbſten. Alle feine Werck trieffen von Fette feiner Gnade und Guͤte Wie groß iſt deine Gute, die du beygelegt haft denen/ die dich foͤrchten/ und er zeigeſt [Denen die für den Leuthen auff dich trauen? \ al. 31. 20. | Dieſe aroffe und wunderliche Güte Sottes preiſet der fromme David. Pſal. 3 22. Gelobet ſey der HꝛErꝛ/ daß er hat ein wunderliche Gute mir bewieſen/ in einer veſten ſtatt. Dieſe Gute rühmet das arme und zerſtreute Volck in unſerem Text Kea ct za a. i. Er hat alle wol gemacht. Vnſer ehrliche Herz Bertſche ſel. deme wir auff dißmahlen das Geld zu ſeinem Ruhbethlein gegeben/ hat auch noch dieſe Guͤte des HEtꝛen auff ſeinem Sterdbeth geprieſen/ deßwegen wir mit ihm und dem Volck Gottes ſagen: Der PıErz hat alles wol gemacht ——— Leich predigt. macht. Wir wollen/ vermittelſt Soutlichen Beyſtanda/ betrachten: Erſtlich/ auß was Anlaß dieſe Wort das Voͤlcklein geredt habe. Demnach/ die Wort ſelber. Von dem Erſten. . Das Erſte betreffend/ ſo hat Anlaß zu dieſen Worten gegeben; Ein elender und preſthaffter Menſch/ der Mar: n. taub und ſtumm geweſen/ feine Ohren waren verſchloſſen/ und ſein Zunge gebunden/ dieſen armen Menſchen haben fie zu JEſu gebracht/ und gebaͤtten/ daß er die Hand auff ihn legte. Der mit leidige JEſus/ der hat ſſich feiner erbarmt/ ihne auffgenommen, die Finger in ‚die Ohren gelegt, geſpuͤtzet/ feine Zunge angerührt/ und nachdem er gin Himmel geſeuſftzt und geruffen: He= Phata, d. i. thue dich auff Als bald wurden ſeine Ohten auffgethan/ das Band feiner Zungen war loß/ und redet recht. Der HEN IEſus hats ihm zwar vers botten ſolches zu offenbaren, aber je mehr er es verbott/ je mehr fie es außbreiteten/ und verwunderten ſich über die maſſen/ und ſprachen: Er hat alles wol gemacht/ die Tauben macht er hoͤrend/ und die Spi achloſen redend. Dieſes Vo ſcklein erkennt/ was der HEN mit dies ſem preſt hafften Minſchen vorgenommen/ daß is alles wol gethan, daß diſe Zuͤchtigung nicht zu feinem Vndergang ode Verderben, ſonde mn zu feinem beſten gedient. Wir muüͤſſen das dieſen guten Luthen ablehrnen: Gott für alt dancken/ und die Ehr gebin/ fo wol in dem Vbelſtand als in dem Woifiand, | 3 Es —————— Cbhriffliche| Es iſt zwar das ſchwaͤr und bald unmdglich, Wie koͤnnte ich doch/ moͤcht ein betruͤbtes Hertz einwenden/ wann mir uͤbel gehet/ Gottes Namen loben/ oder ſagen: Der HEn hat es wol gemacht? Antw. Ich geſtehe gern/ daß es dem natuͤrlichen Menſchen unmöglich/ von dieſer Kunſt weißt der Hich. 1. J natürliche Menſch nicht/ ſondern er wird/ welche folches thun/ für Thoren und Narꝛen halten. Aber durch die Krafft des H. Geiſtes werden die frommen Hertzen dergeſtalten geſtaͤrcket/ und underꝛichtet/ daß was dem natürlichen Menſchen unmoglich/ dem geiſtlichen Menſchen nicht unmoglich fallt. Die Kirchen Gottes dancket nicht nur fuͤr die Abwendung des Zorns/ ſondern auch fuͤr den Zorn ſelbſten. Ich dancke dir/ H) Erz/ daß du zornig biſt geweſen uber mich/ und dein Zorn ſich gewendet hat/ und troͤſteſt mich. Eſaj 12.1. Job/ der gedultige Mann/ lobet Gott in dem Verlurſt: Der H Erꝛ/ ſprach er/ hats gegeben/ der Diez hats genommen/ der Name des HErꝛen ſeye ges lobet/ ꝛc. Die glaͤubigen Hebrter/ als fie ihr Haab und Gut verlohren/ nahmen ſie es auff nicht mit murꝛen/ ſondern mit dancken erduldeten den Raub mit Freuden/ als die da wußten/ daß ſie bey ſich ſel bſten eine beſſere und bleibende toaab im Himmel haͤtten/ Hebr. io. 3 4.= Die getreuen Zeugen unſers HErꝛn JEſu haben ihre Pein und Marter mit Lobſingen und Freuden an: getreten. Hieronymus von Prag ward fo getroſt und freudig/ daß/ als der Hencker das Feur von hinden her anzuͤnden wollen/ damit er ſollen verbrandt wer ihme ——— ——— r— Teich predigt. 7 ihme gantz unerſchrocken zugeſprochen: Mein Freund/ zünde nur das Feur von vornen her an/ dann wañ ich daſſelbige gefoͤrchtet haͤtte/ wolte ich nicht hieher kommen ſeyn. Man muß einem Artzet dancken auch für eine bit tere Artzney. Aiſo ſoll auch ein frommes Hertz ſeinem Gott dancken für den bitteren Creutz kelch/ und für als lerhand traurige Zufaͤhle. Traurige Zufdhl werden dir von Gott zugeſchickt⸗/ dich dardurch zur Buß und Beſſerung zu verleiten: Die Anfechtung lehret auffs Wort mercken. Eſaj. 28.3. Das Metall/ wann es mit Roſt uͤberzogen/ muß durch eine ſcharffe Feilen gereiniget werden: So muß auch der Menſch/ durch die ſcharffe Feilen des Creutzes von dem Roſt der Sünden gereiniget werden. In der Ans fechtung wird unſer Glaub rechtſchaffẽn/ önd viel koͤſtlicher er funden/ dann das vergangliche Gold/ das durchs Feur bewaͤhret wird/ 1. ßetr. i. 7. Soll man nicht dem HEnꝛen dancken/ wann man von der boͤſen und verderbten Welt wird ab gezogen/ und gleichſamb genoͤthiget wird das Beſſere zu ſuchen? Das verſchaffen aber allerhand traurige Begeben heiten. Iſt dem nicht alſo? wann einer durch ein duͤrꝛe Wuͤſte mit Hunger und Kummer wanderct/ durch Donner/ Blitz und Strahlen geſchrecket/ von den wilden Thieren/ oder von den Moͤrderen angefallen und gejaget wird: Ein ſolcher wird eilen ſo behend als er kan/ daß er in Sicherheit komme. Alſo wann die guten Tag auff der Erden vielfaltig verbitteret werden/ ſollen wir der Welt vergeſſen/ uns ſehnen nach unſerer Behauſung/ die vom Himmel iſt/ und uns verlangen/ daß wir damit uͤber kleidet werden/ 2. Cor. ——————— Is Cbriffliche 2.Cor,s©. Vnd in einem heiligen Verſtand mit Jona wuͤnſchen: Ich will lieber tod ſeyn/ dann leben/ Jon. 4 8. Die Welt/ die fo arg/ fo verkehret iſt/ erlaͤidet mir das Leben. Ich wuͤnſche hertzlich auß dieſer boͤſen Wett/ in den neuen Himmel/ darinnen Gerechtigkeit wohnet/ verſetzt zu werden. O wie gern wolte ich die ſuͤndhaffte Welt durch ein ſeligen Tod verlaſſen. Da es aber dir/ H lieber HEn/ gefaͤllet/ daß ich laͤnger in Angſt und Kummer in dieſer Welt leben ſoll/ ſo verleihe Gnade/ daß ich von dem boͤſen Lufft der Welt nicht angeſteckt werde. Don dem Anderen. Wir kommen zu den Worten ſelbſten: Er hat alles wol gemacht. Dieſe guten Leuth preiſen allhier die groſſe Wohlthat/ welche er dieſem preſthafften Menſchen erzeigt. Das iſt eines jeden Ampt/ daß er preiſe Gottes Wolthaten: Der KRoͤnigen und Fuͤrſten Raht und Heimlichkeit ſoll man verſchweigen/ aber Gottes Werck ſoll man herꝛlich preiſen und offenbaren. Es iſt ein billich Dinge/ daß man dein Lob/ S HEN Umb deines Nammens Ehr/ von Hertzen ruͤhm und ſingt/ Daß man zu Morgens preiſe dein groſſe Guͤtigkeit/ Darnach euch dem Warheit zu Nachts geleicher weiſe. alm. 92.. Wir wollen aber dieſem kurtzen Sprüchlein etwas genauer nachſinnen/ und ein faͤltiger weiß beſehen. 1. Wie wahr? 2. Wie nutzlich und iroſtlich dieſe Wort ſeyen: l. Es Reich predigt. | I. Es ſind zwar das Reden des gemeinen Volcks/ aber allhier redt der Geiſt Gottes auß ihnen/ ſie reden. POP die Spraach Canaans/ fie reden auß Davids Pſalter|“ b⸗t und nammentlichen auß dem 37. Pſalmen: Befehl dem H Eren deine Wege/ und hoffe auff ihn/ er wirds wol machen. Wie wahr das ſeye: daß Gott alles wol gemacht habe/ das beſtaͤtigen alle Ercaturen/ es predigen davon beydes die unvernuͤnfftigen und vernuͤnff: igen Creaturen. Die unvernuͤnfftigen Crraturen find fuͤrnemlich z| Himmel und Erden/ dieſes ſchoͤne und zierliche Gebaͤn/ wie wol und herꝛlich es gemacht/ das bezeugt der eiſt Gottes ſelbſten/ Gen. Ecce erant valdè bona: Sihe es war ſehr gut. Was iſt ſchoͤner als der ſichtbare Himmel/ daran fo viel tauſend Sternen mit den ʒweyen groſſen Liechteren Sonn und Mond gefegt find? Wañ wir bey Tag ſehen den glantzenden Sonnenſchein/ ver wundern wir uns: Wann wir bey der Nacht ſehen den Mond leuchten/ und die Sternen zwitzern/ verwundern wir uns abermahlen/ einer ſagt zu dem andern/ ach ſihe/ wie der Mond fo ſchoͤn ſcheinet/ und die Sternen fo uiebiich fun ctlen.| Auguſtinis ſchreibt in ſeinen Confeſſionibus, da er bey ſeiner Mutter der Monica, kurtz vor ihrem M ſcheid an einem Fenſter geſtanden/ und das Liecht der Sonnen geſehen/ wie fie fo ſchoͤn und haͤll leuchtet/ ha be feine Mutter geſagt: Ack mein Sohn/ wie iſt das ſo groß und ein herꝛlich Ding/ was wird es dann dorten werden in dem ewigen Leben/ ꝛc. Daß der groſſe Schoͤpffer alles wol gemacht habe im Himmel/ das bes weißt David/ Palm. 19. Die Hthimmel erzehlen die Ehre Gottes/ und die Veſte verkuͤndigen feiner B DMHaͤnde 1 Chriſtliche Hande Werck. Gregorius Nazianzenus ſagte: Daß die Him mel ſtillſchweigend loben und ruͤhmen die uner meßliche Weißheit Gottes. Wer wiſſen will/ wie wol der HEn die Erden und alles was darauff geht und ſteht und gemacht/ der leſe den 104, Pſalmen. Ein jeder/ wann er in der Forcht Gottes will betrachten die goͤttlichen Werck/ fo wird er außbrechen und ſagen muͤſſen: Hä Erꝛ/ wie find dei ne Werck ſo groß und viel/ du haſt ſie alle weißlich geordnet/ und die Erde iſt voll deiner Guͤte/ Pſalm. 10.4. 24. Sehen wir an Mixgoxrouor den Menſchen/ die kleine Welt/ fo hat der groſſe Gott alles an ihme wol gemacht: Er ſchuff den Men ſchen ihme zum Bilde/ Gen. i. Er hat alles an dem Menſchen wol gemacht: an der Seelen und an dem Leib. Die Serl hat er begaabt mit gutem Verſtand gehorſamen Willen/ ordenlichen Affecten. Den Men Kin par er nur ein wenig geringer gemacht/ als die nge 4 Der Leib iſt wolgeſtaltet formiert worden/ und wann der Menſch nicht geſuͤndiget haͤtte/ fo hatte er ſich nicht weder für dem Tod/ noch den Kranckheiten foͤrchten doͤrffen. Aber was Gott gut gemacht/ das hat der Menſch ſelbſten auß Anſtifftuna des Teuffels verderbt. Das iſt der Engel auß dem Abgrund/ deß Nam̃en heißt auff Hebraͤiſch Abadd on und auff Griechiſch hat er den Nam̃en Apollyon/ Apoc. 9. 11. Er hat den Menſchen verderbt aͤuſſerlich und leib licher weiß/ dergeſtalten/ daß er an ſtatt der guten und gefunden Tagen vielerley Kranckheiten/ Gebrech uch eiten ——— eich predigt. F 25 keiten underworffen/ auff dieſe weiß iſt nicht nur Abrahams Tochter/ ſondern alle Adams Kinder gebunden/ Luc. 13. 16. Fuͤrnemlich und an dem meiſten hat der Verderber den Menſchen verderbt innerlich an ſeiner Seelen. Er hat ihme gebunden die Augen des Hertz ens: daß er hoͤret und verſtehets nicht/ daß er ſihet/ und merckers nicht/ Flaj. 6. 3. Die Augen find ihm geblender: daß fie nicht ſehen mit ihren Augen. Er hat ihnen gebunden die Ohren des Hertzens/ alſo daß ihre Ohren ſind dick worden. Wie ein taube Otter/ die ihr Ohr zuſtopfft/ daß fie nicht hoͤret die Stimme des Zauberers/ Plal. 58. 6. Er hat verkehrt des Menſchen Verſtand/ dergeſtalten: daß er nichts vernimt von dem Geiſt Hortes. Es iſt ihme ein Thorheit/ und er kan es nicht erkennen/ 1 Cor. 2. 14. Er hat verderbt den Willen des Menſchen/ daß er bezeugt: Ein Feind ſchafft wider Gott/ Rom. 8 7. Vas Gute das ich will/ das thu ich nicht/ ſondern das Boͤſe/ das ich nicht will/ das thu ich/ Rom. 7. i.. In ſumma/ der arme Menſch iſt dermaſſen verderbt?7 daß wir gar wol die Wort des Propheten auff ihne Finnen ziehen: Das gantze Haupt iſt kranck/ das gantze Hertz iſt matt. Von der Fußſolen biß auffs Haupt iſt nichts geſundes an ihme/ ſondern Wunden und Str nicht gehefftet noch verb linderet find/ Eſaj 1.6. Vnd gleichwie Lazarus: k her auß auß dem Grab/ gebunden an Fuͤſſen und Handen/ und ſein An geſtcht verhuͤllet mit einem B 2 Schweiß Chriſtliche 12. Sch weißtuch/ Joh. 11. 44. Alfo iſt der arme Menſch durch die Sünde gefaͤſſelt/ und gebunden von dem VBoßwicht.|| Aber gelobet ſeye unſer gefegnete JEſus/ ver als| les wol gemacht/ der darumb in vie Welt kommen/ daß er des Verderbers Werck zerſtoͤrt/ der hat alles wol ge:| macht/ was der Apollyon verderbt und zerſtoͤret/ wide⸗ 8 „,„‚[sumb auffgerichtet/ die tieffen Wunden/ den boͤſen 76.2940 Schaden geheilet/ das ſteinerne Hertz weggenommen/ und ein fleiſchernes Hertz gemacht/ ja was er die ſem yreſthafften Menſchen/ welcher zu dieſen Worten hat Anlaß gegeben/ bewieſen/ das hat er auch nns gethan. 1 Er hat uns abgeſoͤndert auß dem Tumult des Volcks/ gleichwie er dieſen Stummen deſonders gefuhrt/ und den gerechten Loth auß Sodom erꝛettet/ Geneſ. i 9. 6. 2. Er hat uns feinen Finger in die Ohren gelegt/ feinen H. Geiſt gegeben/ welcher kan die Hertzen auffſchlieſſen, wie ydiæ der Purpurkramerin/ Actor. i6. 3 Et hat unſere Zungen berührt/ wie die Zunge Jeremtæ. X. Er ſeufftzet für uns/ mit unaußſprechtichen Seufftzen durch feinen H. Geiſt/ Rom 8.4 Vnd wird uns endlich Ephata zuruffen/ durch die Stimm des Ertz ⸗ Engels: Alle in den Graͤberen werden fie bo| ren/ Joh. 5. 26. H. Wir muͤſſen aber des Beſten nicht veraeſſen/ ſondern E. J. auch berichten: wie nutzlich und roͤſtlich dieſe Wort ſeyen? Diele Wort underweiſen uns in der GSerechtigkeit: Wann die Welt ſo verderbt/ der Satan alles ſo boͤß macht/ fo ſollen wir dit Welt verlaſſen/ un e ebe | LeidH- predige. 3 Liebe von jhren abziehen/ wie Johannes vermahnt: Habt nicht lieb die Welt/ noch was in der Wel if. So jemand die Welt lieb hat/ in dem iſt nicht die Liebe des Vatters/ 1. Joh. 2. 15. Dann alles/ was in der Welt iſt/(nemlich des Fleiſches Quſt/ und der Augen ˖ Luſt/ und hoffaͤrtiges Leben) iſt nicht vom Vatter/ ſonder von der Welt: Vnd die Welt ver geht mit ihrem Luft, wer aber den Wil len Gottes thut/ der bleibe in Ewigkeit. Hergegen weil Gott alles gut macht/ das gute allein bey ihme ſuchen. Ditſe Wort dienen zur Beſtraffung und Wideregung. Gott hat alles wol gemacht. Wie darff dann Momus tadlen in der Erſchaffung des Menſchen/ und ſagen: Es gefalle ihm alles wol an dem Menſchen/ allein Gott habe eines ſtucks vergeſſen/ daß er ihm nicht ein Fenſterlein an fein Hertz gemacht/ damit man ſehen koͤnnte/ was er im Schild fuͤhrete. Das heißt Gottes Wort widerſtehen/ das heißt feinen Schoͤpffer laͤſteren. Genug iſts/ daß Gott alles ſihet/ was im Menſchen verborgen iſt/ und pruͤffet Hertzen und Nieren. Hat Gott alles wol gemacht; fo find dañ das gottloſe Reden jenes Koͤnigs geweſen/ der ſagte: Wann er Gott waͤre geweſen/ fo wolte er alles ſchoͤner und zierlicher gemacht haben. Wir unſers theils gebrauchen die Wort des Prophettn/ ja Gottes des Herzen ſelbſten: Der HoꝛErꝛ ſchelte dich/ du Satan: ja der HM Er: ſchelte dich/ Tachar. 3. 2.' Es widerſtehen aber dieſen Worten/ fa dem Heil. Geiſt ſelbſten/ die jenigen/ welche es noch beſſer wollen machen/ als es aber Gott gem h hat. ———— 3561— —,— uc 13. 10. 7 Chriftliche l r,, In der Roͤmiſchen Kirchen will man es in vielen ſtucken beſſer machen/ als es aber Gott gemacht hat. Gott hat befohlen: daß man ſoll baͤtten in dem Nammen JEſu/ und verheiſſen: alles was man werde begehren in feinem Namen/ das werde er geben. Aber in der Roͤmiſchen Kirchen benuͤgt man ſich damit nicht/ ſonder heißt auch Mariam und andere Heiligen anruffen. Gottes Wort lehret uns: Chriſtus JEſus habe Er habe ſein Leben gegeben zu einer iele/ Vatth. 20.18. Aber in dem Pabſtffentlich: Er habe das Loͤßgelt bezahlt peccata actualia, die thaͤtlichen dem Fegfeur ſelbſien abbuͤſſen. Chriſtus weißt nichts von den uͤberfluͤſſigen guten Wercken/ ſondern ſagt: Wann ihr alles gethan habt/ was ihr zu thun ſchuldig ſeyt/ ſo ſprecht: Wir ſind unnuͤtze Knecht. Aber in der Roͤmiſchen Kirchen ſcheuhet man ſich nicht/ uͤberfluͤſſiger guter Wercken ſich zu ruͤhmen. Auch bey den Heil. Sacramenten laßt man es dabey nicht verbleiben: was Chricht und verordnet hat. Neben dem Waſfer bey dem H. Tauff hat man unnoͤthige Ding zugeflickt: als Saltz/ Speichel/ ꝛc. Bey dem H. Abendmahl hat der HEN JEſus allen auß dem Kelch zu trincken geben/ und geſagt: Trincket alle darauß/ aber die Roͤmiſche Kirchen/ und ihre letſten gehaltene Concilia handlen ſchnurſtrack darwider/ ja gar auch wider das Paͤbſtiſche Recht ſelbſten/ wie dann der Pabſt GeJafius die einte Geſtalt ein groß Sacrilegium und Kirchen · Raub genennet hat. Aber dieſe Wort muß ein jede ſromme Seel fürs . nemlich nemlichen zum Troſt wol auffbehalten/ und in feinem Hertzen einſchlieſſen: Der MiErz hat alles wol ges macht. Troſt geben ſie uns. In dem Leben Vnd in dem Sterben. In dem Leben mag uns begegnen was da will/ wann es gleich dim Fie ſch noch fo ſeltzam und unge ſchmackt fuͤrkommet/ ſoll es doch heiſſen: Der HoꝛErꝛ hat alles wol gemacht Wir wiſſen/ daß denen die Gott lieben/ Ales zum beſten dien en muß Rom 8. 66. Die Wege des H; Erꝛen find eitel Guͤte und Wahr heit denen die ſeinen Bund halten/ Pialm. 28. 10. Nicht nur das Gute ſo uns begegnet/ ſondern auch das Boge hat dieſe Wuͤrckung. Gleichwie ein vernunfftiger Artzet auch ein gifftiges Kraut in der Artzney mit anderen Kraͤuteren zu vermiſchen weißt/ daß es zu des Patienten Geſundheit wuͤrcket: Eben alſo kan Gott nach feiner unerforſchlichen Weißheit und allmachtiger Krafft machen, daß das jenige/ welches an ſich ſelbſten ein Fluch und Straff der Sünden int/ feinen Kinderen zum guten muß gereichen. Jacob hat ſich zwantzig Jahr lang in der Dienſtbarkeit muͤſſen auff halten bey einem abgoͤꝛtiſchen und harten Herꝛen. Laban hat ihn bey der ſchwaͤren Arbeit/ welche er Tag und Nacht außſtehen muͤſſen/ geteuſch et und zehen mahl feinen Lohn veraͤnderet. Aber Gott hat es mit ihme wol gemacht/ Gott hat belohnt/ was Laban nicht belohnt hat/ ihme die Guͤter entwandt/ und dem Jacob gegeben. Jacob hat über das auff feiner Raͤiß mit dem En—— Teich predigt. 15 N den 644. gel gerungen/ daß ihme das Gelencke feiner Hufft da⸗*. rüber verrencket ward: Das war übel für den Augen der ———————— 910 16 Chriſtliche der Menſchen. Aber Jacobs Gott hat es wol gemacht/ ihm zum beſten gewendet/ dann er ſahe darauff das Angeſicht des HErꝛen/ welcher ihne auch ſegnete. Joſeph iſt von ſeinen Bruͤderen gehaßt worden/ in die Gruben geworffen/ in Egypten verkaufft/ in den Kercker gelegt. Das ward ein Weh/ ein Vngluͤck uͤber das ander: Aber es war ihm gut/ laut ſeiner eigenen Bekandtnuß/ Gen. zo. 20. Ihr gedachtens boͤß mit mir zu machen/ aber Gott gedachts gut zu machen/ daß er that/ wie es jetzt am Tag iſt/ zu erhalten viel Volck. Hierdurch iſt ihm der Weg gebahnt worden zu feiner Erhohung/ daß er der Andere geweſen nach Pharao in ſeinem Reich. Job verlohr alles was er hatte/ er hat ein traurige Bottſchafft nach der anderen anhoͤren muͤſſen/ und war nirgend reicher als an boͤſen Geſchwaͤren/ damit ſihn der Satan ſchlug/ von der Fußſolen an biß auff die Scheitel: Das war fa ein groſſes Elend/ Kranckheit/ Armuht und Schmertzen war alles beyſammen. Aber es diente alles zu feinem beſten/ der HErꝛ hat alles treffkeit/ wendet(ein Gefaͤngnuß/ und gab ihme zwey⸗| faͤltig fo viel als er gehabt hatte. ob. 42.10.| Paulus war mit Blindheit geſchlagen. Was if elenders als ein blinder Mann? Ein blinder Mann/ ein armer Mann. Aber Gott hat es wol mit ihme gemacht. Seine Blindheit war der Anfang ſeiner Bekehrung. Gott gebraucht ſich derſelben/ das Liecht ſſeiner Gnaden und Wahrheit in feinem Hertzen anzuzuͤnden. Oſſe Reich: predigt. 7 Dicfe Exempel erzehle ich darumb/ damit nirmand in feinem Creutz Heinmüthig werde. Wann ſchon der aͤuſſertiche Menſch/ d. i. die Froͤlichkeit des a Gemuͤths/ die eſundheit des Leibs/ unſer Ehr/ H aab/ Wolſtand verderbt wird; ſo wird doch dardurch der innerliche Menſch je mehr und mehr erneuweret/ die Sünden verhuͤtet und die Seel von den boͤfen Beg ierden gereiniget. Hingegen wird dadurch der Slaub bewahret; der Eyfer in dem Gottes dienſt ang eʒuͤndetſonderlich in der Betrachtung des goͤttlichen Worts/ und in dem Geb aͤtt/ ꝛc. Niemand ſoll derowegen in ſeinem Creutz oder Beſchwaͤrden kleinmuͤthig werden/ ſonder gedencken: Gott habe es uns zugeſandt/ der uns nichts boͤſes ſondern viel gutes goͤnnet. So ihr die ihr arg ſeyt/ koͤnnet eweren Rinderen gute Gaaben geben/ vielmehr wie wird es thun der getreue Vatter im tHoimmel/ Luc. ii.iʒ. Schickt uns Gott Kranckheiten zu; Seyen wir nicht ungeduleig bilden wir uns nicht eyn: die Kranckheiten ſeyen ein gewiſſes Zeichen des zornigen Gottes/ ſondern vielmehr eines hertz lirben Vatters/ Hebt. ix. 6. Welchen der toꝛErꝛ lieb hat/ den zuͤchtiget er. Er ſtäupet ein jeglichen Sohn/ den er auffnim met: Wo iſt ein Sonn/ den der H Erꝛ nicht zuchtiget. Wann Gott wegnim̃t die beſten Freund: Liebe Ehgemahl/ Kinder/ ꝛc. und macht uns zu traurigen Wittwen und Waͤiſen. Ey wol getroſt: der HEN macht alles wol. Vatter und Mutter die verl aſfen uns zwar/ aber der MàErꝛ nimt ſich unſer an/ ſaqꝛ David’ Pſalm. 27. 10. MıErz/ du ſiheſt ja/ dann du ſchaueſt das Elend und Jammer/ es ſtehet in C deinen . 18 Chriſtliche deinen Händen Die Armen befehlens dir/ du biſt der Waiſen Helffer/ Pal, 0,14. Die lieben Kinder/ welche uns Gott nim̃t ſind dem lit den Gott auch lieb. Wir werden auch zu ſciner Zeu zu ihnen mit David fahren/ 2. Sa m. 2 23. Sucht uns Gott heim mit ſchwaͤren Anfechtungen des Gemuͤhts/ und Angſt des Sewiſſens. Ader. mahlen ſollen wir uns dieſer Worten erinneren: Der HEin macht alles wol. Wir haben zu ſchaffen mit eis nem getreuen Gott. Es hat euch noch keine/ dann menſchliche Ver ſuchung betretten: Aber Gott iſt ttrew/ der euch nicht laſſet verſuchen über das Her, gg. Sonder machet/ daß die Verſuchun 9 fo ein Ende gewinne/ daß ihr es koͤnnt ertragen/ i.Cor.io.iʒ. Vmb fangen uns endlich die Schraͤcken des Todes. Geiroſt! der Gott der alles in unſerem Leben wol gemacht hat/ der wird es auch in dem Sterben wol machen. Der Tod if zwar unſer Feind/ aber ein wehrloſer Feind/ ein wehrloſer Soldat. Er if nichts als ein(aus lende Weſpe/ die den Angel verlohten/ und ein Schlang/ die kein Gifft mehr hat. Fut dir ſiehet nicht nur der bittere und ſchroͤckliche Tod mit feiner Larven/ ſonder auch der Sicas Fürſt E ſus/ der alles wol macht. Wann du dich fuͤr dem Tod foͤrchteſt/ fo hoͤre JF ſum ruffen: Sey getroſt/ ich bins/ foͤrchte dich nicht/ Matth.. 27. Ja ich bins/ der ich kommt die Sünden vollig wegzunem̃en/ deinem Elend durch den Tod ein Ende zu machen/ und in den Himmel zu führen/ daſelbſten wird dein Seel mit allen außerwehlten Seelen dieſes Lied recht fingen . koͤnnen: — Fönnen: . Tach- predigtꝛ· 9 koͤnnen: HiErꝛ JrEſu/ du haft es alles wol ae macht. Meine Seel iſt jetzunder im Fcieden. Met» ne Seel iſt auß dem Tod geriſſen. Meine Augen von den Thraͤnen. Min Fuß vom Gleiten. J ch wandle jetzunder für dir im Lande der Lebendien/ Fſal. it. 7-5. Fuͤrnemlich ſollen Fromme Alte ihte Beſchwaͤrden mit Gedult tragen/ wann die Kraͤfften des Leids und Gemuͤths abnemmen/ der Appetit weg/ Geruch und Geſchmack vergehet/ das Gehoͤr verliehrt ſich/ die Augen werden tunckel/ die Farb erbleicht/ alle Slieder werden matt und erſtarꝛet/ davon allem der Prediger redet/ Eccleſ. 12. Sie ſollen nicht gedencken: daß es der HEt: boͤß mit ihnen mache/ ſonder dieſe Beſchwaͤrden zeigen ihnen an/ fie werden bald abgeholet werden. Das Abnehmen ihrer Kraͤfften/ ſoll fie lehren/ ſich der Welt und ihrer Eitelkeit ſich zu entſchlagen/ ſich auff eine ſelige Hinfahrt bereiten/ mit ſenem von den Weiſen ſagen: In ſencctute curo, ut benè moriar: das iſt: In meinem Alter lehre ich ſelig ſterben/ und taͤglich daͤtten; Laß 6 HEN deinen Knecht/ deine Magd/ im Frieden dahin fahren. Genug aber von vorgenommener Handlung. Von dem verſtorbenen Herin ſel. Es iſt der Ehrenveſte/ Fuͤrgeachte und Kunſterfahrne Her Jacob Bertſche/ der Aelter/ den 17. Tag Meyen/ An. 1635. eibohren worden von Chriſtlichen und ehrlichen/ taͤngſten in Gott ruhenden Eiteren. Sein Vatter war/ Herꝛ Jacob Bertſche/ der Werbbek. Die Mutter war/ Fraw Verena I tHHuͤpſcherin. A C 2 Wei 1 20 Chriſtliche om XL. 879 Weilen Er feinen Vatter/ ehe Er gebohren/verlohren/ iſt Er von ſeiner geliebten Fr. Mutier/ und feinem Hern Siieffvatter Joh. Jacob Genath/ beruͤhmten Trucker Herren allhier/ gantz wol Chriſtlieh und ehrlich aufferzogen worden/ und zu der Buchtruckerey angehalten wor» den. Nach dem Er dieſe Kunſt wol ergriffen und erlernet dat/ iſt Er in die Frembde verſchickt worden. In der Frembde aber hat Er ſich nicht lang auffhalten können/ indeme der Tods fahl ſeines ehrenden Herꝛn CE tieffvats ters Herm Gen aths eingefallen/ de wegen Ihne feine nebe Mutter zu fich naher Hauß erforderet/ welcher auch Ihro gehorſamlich gefolgt/ in ihrem ſchwaͤren Beruff ſleiſſig an die Hand geganaent und behuͤlfflich geweſin/ die Buchtruckerey fortzu fuhren. In den H Eheſtand iſt Er gettetten An. 1655. den 18. Auguſti, mit Jung fraw Anna Catharina Faͤ ſchin/ weiche nicht ohn fein empfindlichts Hirtztaͤid/ vor einem Jahr und 5. Monaten Ihme den Weg alles Flenchts vorher gegangen. In weicher feiner Ehe/ Er Gones eichen Segen erfahren/ daß Er mehr als so Jahr mit ſemer geliebten Ehefrawen/ vernuͤglich und fried ſamlich gelebt/ und bey Derſelbigen 12. Kinder/ 6. Sohn und 6. Toͤchteren erzeugt/ davon aber mehr nicht als 1. Sohn und 2. Toͤchteren in Leib und Leben/ welche allzumahl wol ver hrurathrt. Von dieſen noch lebenden Kinderen/ und von 2. Toͤchtern/ ſo allbereit in dem Herꝛn entſchlaffen ſind/ hat Er mit Freuden geſehen zo. Groß kinder/ davon noch zo. in dieſtr Wilt dem Hern Groß varter nachſeufftzen/ und fein Abſcheid bewdınem Der Allerhoͤchſte erfuͤlle an den noch lebe ndẽ Kindern den Wunſch des lieben Herꝛn Vattero und Groß vatters/ und mache an Ihnen allen wahr dit goͤnttliche Verheißung/ te. 0 Ceich predigt. 21 Wol dem/ der den toi Erꝛn foͤrchtet/ der groſſen Luſt hat zu feinen Gebotten/ des Saame wird ges | waltig(syıs auff Erden/ das Geſchlecht der. men wird geſegnet ſeyn. 1 Der Getſt Sowtes hat nicht in dem Gebrauch/ wie hochtrabende Redner em weitiaͤuffig Seſchwaͤtz zu mar chen von den Frommen auff der Erden/ ſondern macht es kurtz und gut. Job wird geruͤhmtt mit wenig Worten: Es war ein Mann im Lande Vz der hieß Job/ derſelbige war ſchlecht und recht Gottofoͤrchtig und meidet das Boͤſe/ Job..J. Nathanael wird gelobt mit kurtzen Worten/ jon. Sibe/ ein rechter Iſraeliter/ in welchem kein Salſch iſt. Mit gutem Hrund koͤnnen wir fagen/ was der H. Moſts von Jacob dem from̃en Eitzvater ſangſten auß geſaat hat/ Sen 5: von unferm lie ben Mic Bruder: Vn ſer Jacob iſt ein from̃er Mann geweſen/ und in(einer Huͤtten geblieben. From̃ und gottsfoͤrchtig iſt Er geweſen/ der Gottes Wort/ ſeine H. Gnaden⸗zeichen/ ſeine Diener lieb ind wahrt gehalten/ in der H. Schrifft geübte Sinn ger habt/ war aufrichtig ließ Hertz und Mund beyſammen ſeyn/ ja war bey Ihme fa/ nein war nein bey Ihme/ leuchtete feinem Hauß und der Nach barſchafft erbaulich vor mit Ermahnen/ und gutem Exempel. Er hat ſich nicht gemiſcht in frembde Sachen/ oder der eitelen Ehr und Aumpteren nachgeſtrebt/ wie laͤider viel auß unſerer Burgerſchafft thun/ und dardurch ihr Weib und Kind in die Armuht ſtuͤrtzen/ und in ihrem Beruff liederlich werden/ onder Er hat ſeiner Truckerey feinem ehrlichen Beruff fl.iſſig/ Tag und Nacht abgewartet/ war tedlick/ billich in ſeiner Arbeit/ als in 3 deren 22 Chriſtliche deren Er jederzeit ein guten Namen gehabt/ und nicht nur allhier zu BVaſel/ ſondern auch in der Frembde durch die Edle Kunſt der Buchtruckerey ſich bekandt und vers ruͤhmt gemacht hat. Vnſer Jacob iſt geblieben in feiner Hutten/ gieng nicht viel under die Lenth. Aber feine größe Freude hat Er geſucht/ in den Heil. Verſamlungen/ in der Hütte Gottes bey den Menſchen/ auch in feinem grauen Alter E hat Er ſich nichts laſſen abhalten. Heut acht Tag iſt Et noch in der Morgen⸗ und Abend ˖ predigt in unſerer Pfarꝛkirchen erſchienen/ und hiemit feinem Goit biß an das Ende gedienet/ machte hiemit zu ſchanden mit feinem loblichen Exempel die unfleiſſige Zuhoͤrer/ welche noch jung/ geſund und ſtarck ſind/ und bald uͤber die ferne des Wege/ bald uͤber den hohen Berg klagen/ und an dem H. Sabbathtag lieber bey dem Wein⸗glas und Spielen hinder dem Tiſch/ als Jaber bey den Fuͤſſen des HErmn IEſu ſitzen. Als unſer liebe Mit Bruder ſel. auß der Abends predigt naher Hauß kom̃en/ hat Er noch mit den lieben Seinigen underſchiedliche ſchoͤne Pſatmen geſungen/ nach Verleſung des Abendſegens/ hat Er ſich in die Ruhe begeben: In der Nacht hat der HE bey Ihm angeklopfft mit einem ſtarcken Fluß/ damit fein Bruſt umbfangen worden/ folgenden Dienſttag iſt Er in uns fer Kirchen · GSebaͤtt eing eſchloſſen worden/ nach der Predigt/ als ich Ihne beſucht/ hat Er ſich bey mir gar wol reſolviert und erklaͤrt/ daß Er ſich in des HErın Wulen ſchicke/ und dem HErꝛen zu leben und zu ſterben gantz geruͤſt und bereit/ darauff mit mir getroſt und andaͤchtig gebaͤtten. In derſelbigen Nacht iſt Ihme ein neuer Steckfluß gefallen/ und obwol alle erſinnliche Artzney— 2 Teich predigt. 23 ——————— Artzney⸗ mittel find angewendet worden/ und gute Wartung von feinen lieben Kindern und Herzen Tochtermanneren gehabt hat/ if dannoch dit Angſt und Bangigkeit dergeſtalten vermehrt worden/ daß Er an dem Donnerſtag gegen Mittag umd la. Vhren darunder hat erligen muͤſſen. Ich kan ſelbſten zeugen: wie Er ſich fo wohl und Chriſilich zu einem ſeligen Ende habe ſelbſten bereitet/ und wit dapffer Er mit Jacob habe gekaͤmpffet/ wie Er fo eyferig mit Jacob gebaͤtten: Hir:/ ich laſſe dich nicht/ du ſegneſt mich dann. Vnd noch andere Sterbens · ſeuffzen nachgeſprochen/ und obwol endlich die Spraach ſich verlohren/ hat Er dannoch biß in den lets ſten Athemzug den guten Verſtand dehalten/ in ſeinem Hertzen zu Gott nach einer ſeligen Auffloſung geſeufftzet/ und feine Cippen bewegt/ und darauff under feinem und unſerem Gebaͤtt/ und Thraͤnen aller umbſtehenden Kinderen und Anverwandten in JEſu Chriſio feinem nd eingeſchlaffen. Seines Alters 72. Jahr und 7. Monat. Seine uͤberleben de Traurende/ foͤnnen nicht beſſer thun/ als daß Sie reden die Spraach Canaan: Der tHoiErꝛ hat al les wol gemacht/ und wird auch mit uns und den Vnſerigen in das kuͤnfftige/ alles wol machen. Der hats/ wer ſelig geſtorben/ am beſten getroffen. Bekandt iſt maͤnnialichen/ wie unſer Herꝛ Bertſche in feinem hohen Alter/ fo viel Traur faͤht nach einander hat erleben muͤſſen/ ein Jobs Poſt iſt Ihme bald nach der anderen zu Hauß kommen/ indeme feine liebe Saußfraw/ ein Sohn eine Tochter und ein waͤhrter termann/ durch den Tod in fo kuitzer Zeit Ihme auß —————— 24 Chriſtliche auß den Augen entzogen/ ja gar von ſeinem Hertzen ſind geriſſen worden. Jetzunder aber genießt Er der Seelen nach ihrer anmuͤthigen Gefellſchafft droben in dem Himmel/ und iſt gantz befreyet von allen Plagen/ ſicher von allem Vbel/ fo taͤglich auff der Erden/ uns kan zu Hauß kommen. Nun darff Er nicht mehr klagen über die Altere⸗Tage/ fo uns nicht gefallen/ ſonder ruhet von aller Arbeit/ und feyret ein Sabbath nach dem anderen. Der ſtarcke Gott ſtaͤrcke uns in unſeren Schwachheiten/ underſtuͤtze uns in unſerem Kampff/ und helffe uns/ wann unſer Stuͤndlein bald aubgeloffen/ den rauhen Todes Berg uͤberſteigen/ und verſetze uns auff den ſchoͤnen himmliſchen Sions- Berg/ damit wir vor dem Stul des Lambs/ vor dem Thron unſers groſſen Koͤnigs mit Freuden ſtehen/ und mit dem auß erwehlten Volck Gottes/ mit dem Volck ſeines Eigenthums/ ohne Auffhoͤren in alle Ewigkeit ſagen und fingen mögen: Der DiErz hat alles wohl gemacht. Amen! AM EN! ö Troſt Reimen/ über Den ſchmertzlich Doch ſeligen Hinſcheid Ehren veſten/ gurnefe n und Kunſt ⸗ geehrten Herꝛn Vatters und Großvatters ſeligen/ Herꝛn Jacob Bertſche/ des altern Buchdrucker/ Starb ſelig den 8. Decembr. 1707. Grab- Schrifft. %. ch inne innerhalb nicht mehr als zweyen A 8 2. Aub. ar. gen Welt ſelbſt hab geſehen Fi. Hohe Hilde, Dale, ein Tochter/(c.) und ein Sohn/(a.) Mein Frau/) und Tochtermann/(d) fahr Ich nun ſelbſt dar von Durch einen ſanfften Tod! Uns iſt gar wol geſchehen; Ihr Andre wuͤnſcht/ daß Euch es auch fo wol mög gehen! la.) Nictaus Bertſche/ der Sohn/ ſtarb den 28. Junij, 170. (c. Anna Catharina Bertſchin/ de Tochter/ ſtarb den 26. Sept. 170 (b. Anna Catharina Sm dies Fraw/ ſtarb den 19. Julij, 1706.**. (d) Philipp Richter, der Tochtermann/ ſtarb den 3. Octob. 1706 Zu ſchuidiger Ehren Gedachtnuß geſetzt von V. P. G. B. C. O Il. Wann 26 Troſt Reimen. ö OT PO AOEOTOT02 07, LTE 1.10 1010 11. SG nnn dieſe Eitelkeit uns lang verborgen halt/ Und man kein Hulff nicht ſiht in dieſer argen Wet/ Und auch der Tod nicht will uns bald der Qual entbinden/ So wird dem Hertze bang/ und kan kein Troſt empfinden. Wann uns verdunckelt iſt des Höͤchſten Gnaden Liecht/ Und Gott vielmehr verſtellt im Zern ſein Angeſicht. Ach! wer kan ſich mit Troſt in ſolchem Stande finden? Es will alsdann erſt recht uns aller Troſt verſchwinden. Wann aber blickt herfür des Höchſten Gnaden ſchein/ Wann Gott zurücke wirſſt all unſers Creutzes Pein; Wann nach fo groſſer Laſt/ wann nach ſo vielem Leyden/ Durch einen ſanfften Tod wir von der Alt abſcheiden/ Alßdann ſtellt widerumb der rechte Troſt ſich eyn/ Scheint gleich der ſterblich Leib des Troſts beraubt zu ſeyn/ So wird er doch getroͤſt/ wann auß der finſtern Holen Ihn Gott wird dermahl eins auffordern zu der Seelen. So iſt/ Her: Vetter/ Ihm,/ ja Ihm iſt wol geſchehn/ Daß Er nach vieler Angſt jetzt feinen Gott kan ſehn/ Der Ihn von nun an wird des ſeinen Kummers troͤſten/ Der allen Thraͤnen⸗Guß abwiſcht von den Erloßten. Alſo hat den toͤdtlichen Hintritt feines viel geliebten Herꝛen Vettern wohlmeinend betrauren wollen Joh. Conrad von Mechel/ J. gd: Re e r r rr g gt ze g get r gr z Rr g F R ni w 1.7. rr. dann wainen. Von den Kindern und Großkindern/ ruffen ſam̃t Großund Kleinen: Ach mein Vatter! mein Groß vatter] Ach/ was fol doch dieſes ſeyn? Ich erſtaun/ fall ſchier darnider/ Trauren mich thut nemen 1 it 111. W. kom̃t mir für meine Ohren? Was har ih? nichts —— NEN ß ü Bir vernehm ich fo geſchwinde/ meines wahrten Herzen Tod? Von dem Traur⸗ Bott/ welcher kamt/ mir nichts bracht als laider Noh oht. Tod/ du graſſer Menſchen freſſer/ den Sohn griff ft zum erſten an/ Alſydann d Mut er/ fo dann Tochier/ verſchont ſt nicht dem Tochtermann:. Jetzund thuſt das Haupt im Hauſe auch wegraffen/ laider Ach! Warum reiſſſtu auß der Wurtzel ſchier den Stam̃en allzu nah? In ſechs Viertel⸗Jahren kurtze/ machſtu daß man von dem auß/ So viel Leichen mußte ſchen/ nach einander tragen auß. Allein/ fo hatt s Gott gefallen daß er ahm mein Herzen mig Und eylt mit Ihm auß der Welte/ führt Ihn nauff den Himmels Steg/ Da Gott Ihme thut belohnen fein gefuhrten Lebens auff Welchen Er getreu vollendet/ bih Ihn Gott nahm zu Ihm auff An den Orth/ da Er der Seinen nun genießt in voller Freud/ Da die Engel ſelbſten wohnen/ ja da nimmermehr kein Laid; Sonder/ lauter lieblich s Weſen/ da die Engel Freuden⸗ voll Ruffen/ ſam̃t all n. G Ott alls hat gemachet wohl! Alſo betrauret feines lieb wahrten Herꝛen und Patronen ſeligen Hindſcheid/ der bekandte Kunſt: verwandte J. 3. ö EEE IV. Ungluͤck/ Jam̃er/ Noht! Ich Vatter/ und mein ohn/ Mein oz und Toͤchterlein/ betruͤben uns jetzt on. Diß wurde keim von uns gekommen ſeyn zu Sinnen/ Saß nach einander all/ Sie ſolten bald von hinnen. Sie zeigen uns den Weg zum hohen Himmel eyn/ Auff daß wir Andre bald auch mögen dorten ſeyn. D* Wehe 28 Troſt⸗Reimen.| BO— Colt. Reimen. Weheklagende Schmertzen. B ungemeines(ard: Doch f>U diß Troſt uns geben Daft inchts iſt in der Welt/ in der wir alle leben Doß kein Glaub, kein Treu/ man findet in der Welt/ Daß alles auff Betrug und Falſchheit iſt geſtellt. Die Augen koͤñen faſt/ nicht mehr ein Troͤpflein waͤinen/ Mein Hertz vergleichet ſich den Stocken und den Steinẽ. Die Zunge ſilbſt verſagt mir alle ihre Pflicht/ Und kan die Worte bald zur Noht außſprechen nicht. Sie iſt verſtarꝛet/ und kan überall nichts ſagen/ Und noch viel weniger die Noht und Jammer klagen. So mich getroffen hat/ allhier in dieſer Zeit/ Da ich nur ſeufftzen muß in ſtiller Ein ſamkeit. Ungluͤcklich muß der mich/ und mehr als Elend nennen/ Der mit den Kindern mich/ anjetzo recht wird kennen Die uner zogen find. Das dein Will und Bericht, Dem ich o Gott! halt ſtil/macht daß mir nichts gebricht. Traur⸗ und Klag⸗Sedicht. VO) Ein Vatter der iſt tod! ſo muffen nun die Flammen Des Zornes über uns fo haufig gehn zuſammen/ Vor Honig gibet Gott der Gallen Bitterkeit;. Ach groſſes Laid!| | . Mein Vatter der iſt tod! der beſte Troſt auff Erden! Mein Ancker iſt entʒwey! muß dann entriſten werden Mein Schutz/ mein Aufenthalt/ durch ſolchen Todes Neid/ Ach groſſes Land! Mein Vatter der iſt tod! die Hoffnung iſt verſchwunden/ Mein Wunſchen iſt nun auß/ das ſonſt den Zweck gefunden/ Eh Ihn uns hat geraubt des Todes Grimmigkeit/ Ach groſſes Laid! Mein Vatter der if} tod! zu war ſoll ich mich wenden/ Der mich beſchützen kan mit vaͤtterlichen Handen? Gott ſelbſt will Batter ſeyn/ der ſtillt mit der Zeit Solch groſſes Laid. Nach . Nach Klang. DM mein Verſtand erſt lehrnt erkennen/ J Wie hoch ein Vatler ſey geacht/ Muß ich mich einen Waiſen nennen/ Wer hätte dieſes wol gedacht? Ach Gott vertrut des Vatters Stelle/ Weil memand beſſer helffen kan/ Laß ugs nicht weiter ſolche Faͤhle Erfahren/ ſteh uns gnadig an. Jacob Bertſche/ als Sohn/ ſetzt dem verſtorbenen Vatter ſel. dieſes wenige zu Ehren ö REN RER EEE DE mein 6 Ort! was ſoll ich klagen? Es iſt beſſer gar nichts agen/ Un zerſt orm Euch Eure Freud Laſſen in der Ewigkeit! G Ott woll uns die Gnade geben/ Daß wir ewig mit Euch leben. Inzw. chen durch den Frieden Uns laſſen ungeſchieden. In der unzerſiorten Freud Die uns droden iſt berein! Nach Klang. MW ns volle brſcht⸗ was iſt geſche· S Dit ſchi den bringet Angſt and quaͤen? r We? ſollen wir Euch nit mehr ſehẽ Wer ſtillt den Unmuht meiner Seelẽ! O Scheidens- zeit! s barter Schluß! O unverhoffte Scheidens zeit! Was vollenbꝛach. dar heißt geſchiedẽ J Wie ſchleunig bin ich in den Orden Ihr iaſſei uns betrubn hieniden Mit Kum̃en einverleibet worden Und gebet uns den letſten Gruß! 7 O Scheidens zeit/ Traurigkeit, Han Y-⸗Rudolff Beriſche/ als Groß/ Sohn/ jetzt cem verhkorbenen Großvatter ſel. diß wenige zu zhren. —————————— s——— 2940 VI. C XO habt Ihr jekund auch der Frombkeit Lohn empfangen N Herz Großvater/ weil Euer Hertz Sinn und Ders langen O 3 Im ES Da————— 30 Troſt⸗ Reimen. Im gantzen Leben war/ allein dahin gericht/ Wie Ihr könnt leiſten Gott und Menſchen Eure Pflicht, Dit ſchoͤnen Gottes: ienſt Euch thaͤten wol gefallen/ Es war Euch eine Freud nach Gottes Tempel wallen; Die beſte Ubung war zu Hauß/ auch das Gebatt/ Das Euer Hertz und Mund mit Euern Kindern thaͤt/ Dit habt Ihr alltzeit/ ſo viel Euch Gott beſchehret/ Zucht, Arbeit/ Ehrharkeit und Gottesforcht gelehret: Wann dann im Witwerſtand mit Creutz Gott angeklopfft/ Habt Ihr die Ohren nicht fur feiner Stim̃ verſtopfſt. Hier bin ich treuer Knecht/ thu was dir wol gefallet⸗/ Du meynſt es Vätterlich dir ſey es heimgeſtellet; Schaſſſtu mir xeydens viel/ fo ſchaff auch die Gedult/ Daß ich mich ſta s vergnug/ an deiner Gnad und Huld. Wohlan was Ihr gewünſcht/ das hat Euch Gott auch geben/ Im Creutz/ Troſt und Gedult/ im Tod das rechte Leben; Gott geb daß auch Wir Euch bald ſelig folgen nach/ In dieſer Welt iſt nichts als lauter Ungemach. Ihrem lieben Herꝛn Gios Vatter ſel zu Ehren/ haben dieſes wenige auff ſetzen wo en dren gehotr ſame Gebrudere. Hans Jacob/ Abraham/ und Achilles Müll E. Sc—————————— T ᷣ—————— 90 VII. Ill mich der Himmel dann in nichts als Flor verhuͤllen? Muß Myrꝛh und Aloe mein Roſen⸗zucker ſeyn? Verhofft es wurde ſich mein Schmertzen wider ſtillen Ictzt ein gehaͤufftes Laͤid ſich wider findet eyn. Die treffe Traurigkeit/ fo meinen Geiſt umbfangen/ Hat mich ein e be zu dichten ſtãts gehemt/ We jetz mein Ahn hert auch der Ahn fraw nachgegangen/ So wird mein Aug auffs New mit Thraͤnen uͤberſchwemt. Mit Thraͤnen/ die mein Lad bezeugen/ doch nicht brechen/ Weil das zerſchlag ne Hertz in heiſſen Aengſten pocht Croft, Reimen. 31 —— 1911 men. Sb dieſer Todes Poſt; Wer will mir Troſt zuſprechen? Wann beyder Augen⸗q iell die Zähren-Lauge kocht. Man kan auch endlich wol des Vatterlands vergeſſen/ Der wahren Lieb und Trew vergißt man ewig nicht. Wann man in Hoffnung Sie ſchon allbereit beſeſſen/ So thut ö. weh wann die der Tod zerricht. Die Liebe die ergoͤtzt/ die macht auch Seelen⸗Wunden/ Sie bringt den Menſchen offt in ein verwirꝛten tand. Der Tod/ der ſolche bricht/ wird allzu hoch empfunden/ Saß dem betrübten Sinn kein Troſi⸗wort iſt bekañt. Hier kan nicht die Vernunfft die Sieges⸗Fahnen tragen/ In ihre Palmen flicht ſich bloſſer Wehrmuht eyn/ Der unvᷣerhoffte Stoß wird allen Troſt verjagen/ Die Tias. ac bedeckt der Weißheit Sonnenchemin. Ee muß was hohers ſeyn/ das Seelen ein kan wiegen/ Wann ſo ein ſchmertzlich Fahl Sie faſt zu Boden reißt. Gottſelige Gedult kan über alles ſiegen/ Und Hoffnung die uns recht im Glauben under weißt. Gebt diefem dann nun platz/ bey ſolchem Sturm der eiten/ Betruͤbte! Bott und Zeit/ heilt Streich und Wunden zu. Daß Trauren billich ſey/ will ich nicht widerſtreiten/ Yur diß erweget wol, der Liebſte lebt in Ruh. Es kan fein Tugend Ruhm uns unſre Schmertzen mindren/ Wie bruͤnſtig Er geliebt Gott/ Kirchen/ und Altar. Es wird fein Haußlich ſeyn/ die groſſe Wehmuht lindren/ Wie Er bey Tag und Nacht nur auff die Nahrung war. Er hat ſtaͤts eine Macht auff feinem Haupt getragen/ und Fried und Einigkeit mit feiner Hand zeplantr 32 Troſt⸗KReĩmen. Er hub die Sorgen auff ſo Geiſt und Sinnen plagen/ Und hat durch Wachtſamkeit das Hauß als wie umbſchantzt. So ein vollkommen Bild der Tugenden verſchwindet! So ſeln ne Frommigkteit verlaßt die boͤſe Welt. Genug dan Er alldort7 was wir verlangen findet/ Daß er fon im Beſitz/ wornach wir trachten/ hält. Mehr faßt nicht dieſes Blat. Im Abend ſpaͤhter Jahre Fuͤhrt der verlangte Tag den Schgen zu der Ruh Beiruͤbte heflit den Schmertz! Sein Ruhm Front auch ahre Und ſagt uns bey der Welt ein ſtaͤts gedencken zu. Umtfonft daß Ihr anjetzt ein ewig Klagen treiben Der Sel ge/ der kan gar nicht verſohren ſeyn! . unſre Namen ſind im Himmel angeſchrieben. Das Buch des Lebens zeigt ein ewig liechten Schein. Die ſes weniae hat feinen(el. Herꝛen Groß vatter/ auß wehmüthiaſten: Herzen zu letſter Ehr bezeu— auna/ den betrübten Elteren aber und uͤbrigen An verwandten zum Treſt auffſetzen und über; ſenden wellen/ der Kunſt⸗ Buchtruckerey bes fliſſene Friderich Ludi. . vill. Ach: Her: Großvatter m ach! der ich das letſt Groß, Finde/ Das Ihr geſehen habt; Ach! daß doch ich nicht kan Mit Euch haben mein Freud Warumb muß ich fo g'chwin de Euch laſſen auß der Welt ſortgehn die Himmels Bahn? So geht es mir ſchon jetzt; Kaum ich zur Welt than kommen/ So fand ich an ſtatt Frend/ nur eytel Tranrigk it; Kaum Ene Ang'ſicht ſchaut/ ward For mir ſchon entnommen Von GOtt/ is Paradis zur ew gen Ewigkeit. Alſo bewarnet feinen lieben Herꝛn Grofvatter ſel. Jacob. Chriſtoffel Schnell. E N D E. ———r——————