Khristliche Leichpredigt/ Lä ^ von der ^ ligkeit der Uodten / die in dem WEmn sterben. Gehalten ^2,8 -8Ä-L -82^ HZ -8Z 42 ^2 4)2 82 8L 8 - Hz R» 8^ §2 8 - 228- Kt Bk 828 SonLags den 8. Augusti 172s. m dem Münster zu Basel. Bey Bestattung Der Ehren und Tugend - reichen Sc. Wisabekh Uolletm/ Deß Weyland Ehrenvesten und Fürnehmen 2Z Ä 218' ^2j8- M U 2 > 8 ' 28- N e>-V-5». «Ä- 'M 42- ^UHmen Uoseph gewesenen W L 2 ^ Bürgers und Läder-Händlers zu Straßburg / nach M f >2?- Todt hinderlassener Frau Mitlib. -822 8K .g2< Ks WS -82 L, Durch Alexander Wollcb/ Pfarrer bey St. Martin. !2 S , 82a Eü. -88 ü x28-^ .O!H H2Z- '8! 2a. 812 f ß- BASEL/ Drnckts Johann Iaeob Gcnach. ' 82 ^ ^c^<^ckcL-^c^r^ck c ^(^!^ K-^^cL>cL,cL>cck,rL,cL,c^,cLrK: 2 - ---^>Ac----^ - rs. 'bZi.- 1 V?' - 4 -^ K (z.) K Text/ InderOffenbahrungJohannis/ e-rx.Xiv.H-.i z. Und G höret eine Stimme vom Himmel zu inir sagen: Schreibe / selig sind die Todten / die in dein Harren sterben / von nun an. Ja / der Geist spricht/ daß sie ruhen von ihrer Arbeit/ dannihreWerck folgen ihnen nach. Außleguiig / Eliebte in dem HErren! Leib und See! sind zween gute Freund / die sehr ungern von einander scheiden. Auch ein Würmleingrimmet und windet sich/wenn es sterben sott. Undunder allen Begirden/ist ___ dem Menschen keine tieffer ins Hertz gewurtzlet/ als die Begierde sein Leben zu erhalten. Selbstdiejenigen/sonacherlittettemSchiss- A r bruch Christliche bruch/ in Leib und Lebens Gefahr daher schwimmen/ ob sie schon mehr dann 50. Meyl-wegs vom Land sich befinden / und die geringste Hofnung der Errettung nicht vor sich sehen / arbeiten so vlel ihnen immer möglich / daß sie doch/zum wenigsten noch einige Augenblick deß Todts sicherwehren. Und obwohlen die Menschen von Natur zu dem Ehrgeitz geneigt / und hoch zuseyn verlangen / wird doch ein mancher eher Cron und Scepter fahren lassen / wann er nur seur Leben zur Außbeute davon bringen kan. Underdessen/je langer auch der Mensch hier lebet/ je weniger er die wahre Vergnügung/in diesem Leben: wohl aber dises befindet. Daß je langer er lebt / je mehr er eine selige Auflösung zu wünschen Ursach habe. Dann mit den Jahren wachsen die Sorgen / mit den Sorgen die Sünden / mit den Sünoen die Unruh deß Gewissens / mit der Unruh deß Gewissens die Forcht deß Todts. Und der am längsten gelebt/ hat davon keinen anderen Vortheil als disen: daß er andere desto mehr/von der Müheseligkeit undEytelkeit dises Lebens underweisenund überzeugen karr. Wie diejenigen/die bey einer grossen kcttivitet oder Mahlzeit/am längsten außgeharret/ und sich Mit Speiß und Tranck angefüllet / nach der Hand nichts davon haben / als unreine faule Dünste/so ihnen auß dem Magen ins Haupt steigen/und sie zu ih- renGeschästen untüchtig und verdrüßig machcn.Also bleibt denen die lang gelebt / und der sündlichen Wollüsten dises Lebens wohl satt worden/von allen ihren Ergötzungen nichts übrig / als ein nagender Wurm deß Gewissens; oder wie es LernKaräuL nen net/ Teich-Predigt. s Mt/ Lmars Lc foeäa vettiZia, traurige UNd schändliche Fußstapssen/aussdem Tantzboden deß Satans/deren die in Sünden/nach seiner Pfeiffgetantzt haben. Oder wie der Apostel sagt : Früchte/deren sie sich schämen / und deren Ende der Todt. Alle ihre Herrlichkeiten und Ergötzungen sind mehr loKriL mi- ierorum, c;uäm Aauclia bearorum, wie .^ugullinus sie nennet/ mehr kleine Erquickungen der Elendcii/ als Freuden der Glückseligen. Und obwohlen ein gut Gewissen ein tägliches wolleben zunennen ist/und das innerliche Zcugnuß deß Heil. Geistes ein immerwährend Jubelfest. So erfahren doch diejenigen auch ssv mit gutem Gewissen vor GOtt zuwandten sich beflissen : daß je länger das Leben währet / es doch ein elend jämmerlich Ding ftp umb aller Menschen Leben / von Mutter Leibe an / biß sie wider zur Erden bestattet werden/ die unser aller Mutter ist; daß da imer Sorg / Forcht/ Hoffnung und zu letzt der Todt. Daß auch die Gerechten/ immerwährenden Versu- chungenunderworffen/ und bald wider ihre Schwachheiten/ bald wider ihre Unachtsamkeit und Hinläßig- keit/bald widerMlßtrauen undForcht/dald wider die Sicherheit und allzu gute Einbildung/von sich selbst ünd von ihrerWldergeburt/bald wider Ungedult und andereGebrechen imer zu streiten haben.Daß dise vil- fältig ihrerSeelen-ruh zerstören/ihrGewissen befleke/ und die Erquickungen deßGeists derGnaden hemen. Recht und wohl sagt demnach der Poet: koellLLS mmiuiNi^uibuselt forruna peraeta, lam bia. Der ist selig/dessen Lebens-Stundglaß bereits auß- A z gelof- 6 Christliche L/Ho.S. geloffm.Aber noch besser lautet dieStnnvomHimel/ von deren uns der selige Evangelist und Apostel Johannes in abgelesenen Text-Worten berichtet/wann er sagt : Und ich hörte eine Stim vorn Fimmel zu mir jagen: Schreibe / selig sind die Todten/ sie in dem HErren sterben/ von nun an. Ja der Geist spricht/ daß sie ruhen von ihrer Arbeit/und ihre wercke folgen ihnen nach. Wir lesen vor: einer Stimme / so da zu predigen befihlet; aber die lautet fast kläglich / nemlich also: Alles Fleisch ist Heu und alle seine Herrlichkeit ist wie eine Blum aussdem Feld. Das Heu verdorret/ die Blum verwelcket / denn deß HErren Gerst blaset darein. Ja das Volck ist das Heu. Hingegen ist bist Stim / die Johannes vom Himel gehöret sehr tröstlich / erquickend undHertz- starckend: ja das einige/ daß alle die Bitterkeiten vifes hinfälligen Lebens versüßen kan. Unser mitgläubigc Frau und Schwester selig/ so wir dißmahl zu ihrem Ruhebettlein begleiten/hat sich sonderlich mit disen Worten ergötzet: danncir- hcro auch bereits vor vielen Jahren schon begehrt/ daß solche zu einem Lcich-Text/bey ihrer Bestattung möchten erwehlet und erkläret werden. Es enthalten zwar dieselbige vornemlich in sich/ einen krafftigen Trost für die jcnigen / welche von den: Antichristcn verfolgt/ und umb deß Nahmens willen deß HErren IEsu hingerichtet und getödtct werden. Ukrderdessen gehen sie alle diejenigen mit an/ und mögen ihnen «pplicirt werden/ welchenuß dem sündlichen Babel diserWelt/ warhafftig auszugehen/ und demLam getreulich nachzufolgm begehren. Dann, Leich-Predigt. Dann sie beschreiben uns den seligen Zustand/ dessen Sie (so sirn sie in dem HErren sterben ) in und nach dem Todt sich zu getrosten haben. Wir haben da drey Stück zubedencken / I. Dte Gewißheit dises Trosts. II. Den Trost an sich selbst. IH. Die Ursirchen desselben. Der HERR / der disen Trost vom Himmel herab außgesprochen/ der verleihe Gnad / daß wir ihn so vortragen und annehmen/ daß wir auch Ihme zu leben / und in Ihine selig zusterben/ desto mehr fertig fteudig und bereit werden. Amen. Von dem Erste». AlfMangend die Gewißheit dises Trosts / so wird LA uns dieselbige mit einem dreyfachen Zeugnuß bekräfftiget Durch eine Stim von Himmel. />. Durch den Befehl zuschreiben. Und dann c-. Durch das Zeugnuß deß Geistes. Erstlich meldet Johannes r Er habe dises Trosts halben/ und zu Versicherung desselben/ eine Stim vom Himmel gehöret. Und ich höret eine Stimme vom Fimmel. Ob dise Stim Iohanni eusserlich zukommen / md von ihme mit leiblichen Ohren gehöret worden / wie er zuvor hinder ihm her/ eine große Stime / als eurer Posaunen: oder (wie er anfangs dises 14. Cap. meldet) Eine Stim wie eines grossen Wassers / und wie die Stim eines starken Donners gehöret hat / die als eine Stimm der Harffenjpieler gewesen. Oder aber / ob Ä14.2. (Christliche L«-.20,lg. 2.^^. 18. ^<7.2, 2. 2 ^ 0 »-. i; 10 , ob dise Stirn/ nur von dem innerlichen Eingeben deß Heil. Geistes ( Krasst dessen er diß gantzeBuch seiner himlrschen Offcnbahrung geschrieben) zu verstehen sey / wollen wir für dißmahl nicht undersu- chen. Gewiß ist/daß niemahl kcineStin: vomHrnl- mcl gehöret worden / sie habe dann etwas grosses und sonderliches bedeutet. Glaube»: demnach von der Stim / so Johannes dißmahl gehöret. Daß wie eine Stimm von: Himmel/auss dem Berg Sinai gehöret worden/ zu bestätigen: Daß dasGcsatz/wclches damahl die Kinder Israel empfangen/ihnen von GOttdem Vatter jene gegeben »vorher:. Wie eine Stirn vor: Hrmmel sich vernehmen lassen / da Petrus/Iacobus und Io hannes/mit dem HErren/auf dem heiligen Bergstch befunden/'um das Evangelium zubestatigemDaß JESUS Christus der Sohn GC>ttes/ und der Welt Ayland sey. Wie auffder: erster: Pfingstag Neuen Testarnents/ ein schnelles Brausen/ hiemit eine Stimme vom Kirnet komen/ wie eures gewaltige,r Windes / die Apostel zu versicheren: Daß der Heil. Geist/ so damahl über sie kommen / der vor: Christo ihnen verheissene paraclerus und Tröster sey. Wie endlich eine Stimm von: Himmel/von Pe tro/ zur Zeit seines wundersamen Gesichtes/gehörer worden / seinen Glauben zu bekrasstigen: Daß eine Catholische oder allgemeine Christliche Rirch sey/ in welche so wohl Heyden als Juden soller: aussge- nornmen werden. Also habe sich auch dißmahl eine Stimm von: Himmel hören lassen: um Johann: den allerletsten Articul deß Glaubens / vor: dern triumphirenden Zustarrd der Rirchen Christi in dem Leich-predigt. dem zukünsstigen ewigen Leben zu bekrässtigen. Vom Himmel ran die bevorstehende himmlische Glo- ry und Herllchkeit der Außerwchlten/am allergewis- festen geoffenbahret und versicheret werden. Es wird aber Iohanni/die Gewißheit dieses Trosts/auch ser nerbckräfftiget. Mit dem Befelch/ so vernnttelst dieser Stimm an Ihm ergangen. Schreibe/ sagt dise Stimm. Otters lcripra mauet, was gcschriben wird/das bleibt/ und wird von der Vergessenheit verwahret. Darum sollJohannes/aufdaß er/als ein getreuer Notarius, diesen Trost den Heiligen hinderbringe/ denselben fleißig auMeichnen und schreiben:es soll nicht daß geringste in Vergessenheit gerahten/ oder denen Außerwehlten verhalten werden. Ast denuiach keim geringe Vermessenheit/ an den Lchreren Römischer Kirch/ sonderlich anBellarmi- no: wann sie die Nothwendigkeit der H. Schrifftzu vernichten/ und ihren i^^monen und Kirchensatzun- gen ein Ansehen zu machen / furgeben dörffen: die H. Apostel und Evangelisten/ hätten von GOtt keinen Befehl empfangen/ihre Evangelien oder Epistlen in Schrissten zu verfahrn : fonderen hatten nur ungefehr/bey gegebener Gelegenheit geschriben /wie etwan ein Freund demanderen zuschreibt. Gewißlich wann nichts in der Schrifft zufinden wäre/ als diese unsere Texts WortzuIohane/Schreibe/sowärees genug/ diese Leuth / entweder der Unwissenheit oder der Unwahrheit zunberweysen. Wann ihnen daß nicht Be- weißthums genug ist/ was ist dann daß/ wannder Apostel außtrucklich sagt: 2llle Schrisst stpevon GOtt eingegeben ? Will daß nicht sagen: daß alle B die kellsr. I. 4 vorbovci non lciixeo c. ?. > ^»r. II. LO. II. dieH.Scribenten/GOttes ^msnuenfcs gewesen/und alles dasjenige auffgefchriben und verzeichnet haben/ was ihnenGOtt/so zu reden/in dieFeder dictitt habe? Zu geschweigen/daß Johannes nicht nur dißmahl allein/ sonderen von dem gantzen Buch seinerOffenbah- rung zeuget / das er von dem/der sich das A und O nennet/einen außtrucklichen Befelch empfanaen/alles daßjenige/was er gesthen/ in ein Buch zu schreiben. Es wird aber/etzund/in unsern Text Worten/di- ser Befelch/ ins besonder widerholet: weil dietheure Verheissung des ewigen Evangely/ von dem ewigen Leben/ in denselbigen ihme verneueret und bestätiget wird.Und dazu kommt auch noch / als für daß dritte / Das Zeugnuß des Geistes. Ja der Geist spricht / sagt der Text. Der Geist/ nemlich der H. Geist/ der das Pfand und Gigel ist ihres Erbs/ und sambt ihrem Geist Zeugnuß gibt/ daß sie Bin der GOttes sind. In dem Gesatz / und in den Propheten/ hat es geheißen : So spricht der HERR/lebova. In dein Evangclio heißt es: JEsus sprach. Irr den Schriften der Apostlen/und in dem Buch der Offen- 7?,». 4. Hahrung heißt es : Der Geist spricht. Der Geist saget deutlich / daß in den letstenZeiten/etlichewer- den von dem Glauben abtretten rc. wer Ohren hat zu hören der höre/was der Geist den Gemeinden sagt. Der Geist und die Braut sprechen: Rom. Alldieweil Christus noch auffErden tvar/ lehrte er mit seinem eigenen Mund die Wort deß Lebens. Nach dem er sich aber zur Rechten seines himlischen Vatters gesetzet hat/ redt er mit uns durch seinen Geist. Er setzet Lehrer und Prediger / rüstet sie auß mit i;. A»m.S.i6 2 . 17 . O 2L 17 - _ Leich-Predigt. _11 mit den Gaben seines H.Geistes/ und leytet durch Sie/seine Kirch in alle Warheit. Fleisch und Blut gerathen etwa« auss die Ge-- 'dancken: Im Todt sey alles auß. Atheisten/Sad- 'duceer und ruchlose Epicureer fallen bey/und sagen/ die Auferstehung der Todten sey ein Gedicht. Zlber der Geist spricht : Selig sind die Todten/ die in dem ^Erren sterben / ja sie ruhen von ihrer Arbeit/ rc. Der Geist spricht/nemlich im Alten und Neuen Testament/ und in den Heryen derKinderenGottes. Dann/damit wir dißmahl andere Spruch der Schrift übergehen / wie hätte Hiob sich so herrlich trösten und sagen können/m seinem Elend: Ich weiß daß mein Erlöser lebt /und er wird mich hernach auß der Erden austerwecken/ und werde darnach mit diser meiner ^aut umbgeben werden / und werde in meinem Fleisch GGtt schauen / denselben werde ich mir sehen / und meine Augen werden ihn schauen und kein Frembder ? Wie hätte St. Paulus so herrlich triumphiren und sagen können : Ich hab einen guten Rampfsgekampfset/ ich hab den Laufs vollendet/ ich hab Glauben gehalten. Anfort ist mir beygelegt die Rron der Gerechtigkeit/ welche mir der HERR/ der gerechte Richter/an jenem Tag geben wird/nichtmir aber allein/sondern auch allen/die seine Erscheinung lieb haben ? Wie sage ich / hätten dise alle auf ihr bevorstehendes Ende so getrost sicherweisen können/ wann nicht der Geist ihnen den Trost ins Hertz gesprochen hätte: daß die Todten/die in dem HEr- ren sterben selig seyen? B 2 So 25-27. L' 4. 7-8. >ir Christliche 4 - So laßt uns dann auch/an dise Warheit uns fest halten. Es ist eine himlische/eine göttliche Warheit. Wann alles/ was zuvor geschrieben ist / uns ist zur Lehr und Trost geschrieben / aussdaßwir durch Gedult und Trost der Schrift Hoffnung haben/so istsauch diseWarheit.Lassen wirdemnach Visen Trost umso viel mehr bey uns gelten / weil eine him- lifcheStim solchenIohannizuschrclbcn befohlen/aus daß auch derH. Gelst/ohnewelchenwederdieSchrift/ noch die Stim vomHnnmct genugsam waren/ solchen / wider alle Anfechtungen dises Lebens / und Schrecken deß Todes / in unseren Herben befestige. So viel von der Gewißheit dlscs Trosts. Laßt uns nun aber.auch denTrost an sich selbst anhören. Von dem Anderen. lautet derselbige: Selig sind die Todten/ die in dem HErren sterben/ von nun an. Die Stim vom Himmel redt da. «. Von einer Seligkeit. 6. Sie macht die Persohnen nam- hafft/ denen sie bestimmet ist. >. Sw meldet die Zeit/ wann solche werde angehen. «. Es gedencket allerforderst die Stimm vom Himmel einer Seligkeit. Selig / sagt sie / sind die Todten. Seligkeit oder selig seyn/ist ein solch angenehmes holdseliges liebes Wort/daß niemal keinMensch auff Erden gelebt/der sich die Bedeutung dcsselbigen nicht gewünscht oder begehrt hatte. Dann warum ist es doch den Menschen/auff dieser Welt zuthun ? was verlangen/ was Hoffell/ was suchen/ warum arbeiten) i Leich-Predigt. ten sie doch in der Welt? als daß sie von allem/was ihnen zu wider und entgegen ist/ möchten befreyet; hingegen alles dessen/darinsie ihr Vernügung suchen theilhasstig gemacht/ und in Geniessung und Besitzung desselben immer und ohne einige Zerstörung und Veränderung erhalten werden. Darum aber stoßen sich die meisten / und verfehlen deß rechten Zwecks. Daß sie dise Vernügung! entweders in den beatmen/ in eyteln irrdlschenDin- gen/und nicht bey dem suchen/ der sie allein geben kam Oder aber: daß sie solche in dem gegenwärtigen Leben anzutreffen vermeinen/ da sie doch dem Menschen/- erst auss das Zukünfftige beygelegt und aufgehoben wird. Dann daß die Creaturen die wahre Seligkeit nicht geben können/ ist darauß offenbahr / weil sie selbst unvollkommen / unbeständig und der Verän^ derung underworssenfind. Daher dan auch hier das§ Sprichwort gelten mag : (^uoci guis non kLber,non pnrett a!rel l äsre. Was nicht in einsen Vermögen ist/ das kan er einem anderen nicht geben. Betreffend diejenigen / welche die aufdas zukünfftige Leben verheißene Seligkeit/in difem Leben anzutreffen vermeinen : so werden sie ihres Irrthums halben be- strafft/nicht nur von demweifen Sitten-Lehrer Sy- rach / sonder auch vonden Heyden selbst. Dan so sagt jener: Du solt niemand rühmen/vor seinem End/ n.r3 weil eine böft Stund machen kan / daß man aller ^ Freude vergißt. Außden Heydnischen Schrifften aber ist nicht allein bekandt der Spruch des weysen 5o!om8,zu demKönig OXlo.Oaß man vor demTod vonniemand ßrgen könne/ daß er selig stpe; sondern auch diepoetischeGetichte beiderArgivisch mBrüder B z Li- ;6.io. 19. 17.^/16. n. 14 Christliche Lltkonls und Oeobjg: deßgleichen auch von AZamcäe und 7 'ropkonlo/ Wie daß oieselbige/ aussihr Gebet/ zur Belohnung ihrer vermeinten guten Wercken/von oenGöttcrn/mit einem früzeitigen Tod seyen begäbet und dafür gehalten worden : der Todt seye der Fuhrman / so die Menschen zur Seligkeit überbringe/ und widerfahre ihnen von die Götteren zur Beloh nung ihrer Tugend. Und also müsse hiemit die Seligkeit nicht in diesem Leben gesucht werden» So viel wissen wir auß heyliger Schrifft. Daß GOtt das einige ewige vollkomene höchste Gut seye/ und die wahreSeeligkeit/allein inGeniessung undBe- sitzung desselben / oder in der wahren Gemeinschasst Mit GOtt bestehe. Bey dir ist die lebendige Quelle/ und in deinem Liecht sehen wir daß Liecht.Nie- mand ist gut/ nemlich von sich selbst/ vollkommen- lich/ und eine Ursach alles guten / dann allein GOtt. Vor dir/ sagt abermahl David/ ist Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten / imer und ewiglich. Es sind aber die Zraäus derSeligkeit underschidlich/ und widerfaren auch demMcnschen aufunderschiedli cheWeise.Es ist/wie es dieGelehrten geben/Learimäo V/iX Lc LeLtirucio parriX. 8pei Lc Üei. OrariX ä^OloriX. Eine Seligkeit / deren wir auff der Reyßnach dem Himmel/durch die Hoffnung / in der Zeit der Gnaden theilhaftig werden. Und ist eine Seligkeit/die wir daheim/mdcm himlischenVaterland selbs/würcklich/ in ewiger Herlichkeit besitzen werden. Jene erlangen wir bereits in diesem Leben/ weil wir noch in diesem Leib wallen/un von dem^Errn entfernet sind/durch die Gnaden Gaaben und Erstlinge des Hel. Geistes/ wann Leich-Predigt. >7««. i; 24. wann er uns der Vergebung der Sünden versicheret/ die Heiligung und Wiedergeburt in uns würcket/ LrostFriede undFreude in demHertzen erwecket^Dan diese Ding änderst nichts / als ein Pfand und Vor- schmak des ewigenLebens sind/un so zusagen die herli- liche Früchte deß Geistes / welche vonder Fürtreflich- keit des himlischen Canaans zeugen / wie jene edle Früchte/welche die zweenKundschafter auß dem indischen Canaan / von der Güte des Lands zu zeugen/ mitgebracht. Diese zukünsstige und vollkommeneSe- ligkeit aber/ erlangen unsere Seelm/ wann sie von dem Leib scheyden/umb bey dem HEnen zu seyn immerdar. Leib und Seel aber erlangen sie zugleich / ^ wann der ^Err IEsus vom Fimmel kommen wird / daß er unsere nichtige Leiber verkläre/und seinem verklärten Leib ähnlich mache. Dann obwohl jene / die in dieser Zeit anhebende Seligkeit/ein unvergleichlich köstlichesKleinod ist/un daher auch der Friede GOttes / der alle Dernufft ü- bertrift/ genenet wird; so ist sie doch in Vergleichung egen der zukünftigen/ noch gering, wir sehen setz urch eineir Spiegel/ in einem tunckeln Wort/ dan aber von Angesichtzu Angesicht.OieweÜ wir noch in demLeib wohnen/ so wallen wir dem^Erren. Dann wir wandlen im Glauben und nicht in Schauen, wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust/ ausser dem Leib zu wallen / unddaheim zu seyn bep dem AErren. 6. Darumb werden auch die Persohnen / denen die Seligkeit bestimmet ist/ nahmhaft gemacht : daß es seyen die Todten/und zwar nicht alle Todten; sonder alleindie/so indemHCrren sterben.Seligsinddie Todten / so indem^Erren sterben. _ 4 - 7 ^- I. iz. II. 5. 6 . 8 . 9. 4 - r. 4 - H9- l 7 >- ?-.i4- 7^/aj. ;8. 18. I-. 16 Christliche ^älm 7S. y. Ä. Die Todten werden selig gepriesen. Sagstu/wie kan das seyn ? Ist mcht der Tod ein abgesagter Feind des menschlichen Geschlechts? Un- dcr allen erschrecklichen Dingen das erschrecklichste? Krümmet und windet sich doch ein Würmlein/wann es sterben soll ? Sagt nicht der weyseKönig Salc> mo: Ein lebeildigerHund ftp besftr/dan ein toderLöw? Satan/ ob er schon ein Vatter der Lugen/rcdt er doch darinn/dre Wahrheit/ daß er sagt: Haut für Haut/ und alles was ein Mann Hat/Laßt er für ftin Leben. Ja nicht nur die Gottlosen/ sonderen auch fromme GOttes Kinder entsetzen sich/ warm sie sterben sollen. Wirstu ander den Todten Wunder thun / und werden dich auch die Todten loben ? fragt König David in dem Ps almen und andchtwo: Laß meine Seele leben/ daß sie dich lobe. Und übermahl: Laß ab von mir/daß ich mich erquicke/ ehe dann ich hin- fahre/und nicht mehr hier ftp. Gleiche reden führet auch der fromme König Hiskias: Die Holle lobet dich nicht/sagt er/ft> rühmet dich der Tod nicht/un ,die in die Gruben fahren warten nicht aussdeine Wahrheit / sonderen allein die da leben / loben dich wie ich jey thue. Wie können dann die Todten selig genannt werden? Tod seyn/und doch selig seyn/ift ja einander entgegen ? Wie kan daß selig seyn / was ohne Leben ist? Antw: Daß sind alles Stimm/ voll der Erhell/ welche aber die Stim vomHimelumbzustossen nicht vermögen. WasvomHimmel herab geredt ist/muß bleiben:nämlich/ daß dre Todten selig seyen: oder daß die wahre vollkommene Seligkeit/nicht indisem/son deren in jenem Leben anzutreffen / und der Todt aller- Leich-Predigt. l? allererst die Thür zur Seligkeit eröffne. Darm dieser ist wie der Stab Mosts/ der das rohte Mecr der Trübsahlenzertheilet/daß wir ohn gehindert/ in das himmlische Canaan mögen einziehen. Smd aber die Todten selig / so muß folgen: daß der Todt nicht eine gantzliche Zerstörung oderVer- nichtigung des Menschen sey. Ban was selig ist / muß noch seyn / weilen was nicht ist/ nicht kan selig gcnen- net werden. Gesetzt / daß die Leiber im Grab verwesen/ so kommt doch der bessere Theil des Menschen / die See- lezu GOtt / und lebet bey GOtt. Dann sonstenkön- te GOtt nicht ein GOtt Abraham / Ifaac undIa-^^. ^ cob genennet werden / weil er nicht ein GOtt der Todten ist / sonder der Lebendigen. Muß also folgen/ daß die Todten/ der Seelen nach leben und würcklich der Seligkeit gemessen. Sagstu: Sind die Todten selig,warumb sterben wir nicht auch / darmit wir selig werden ? Antw. Diß ist eben ein Frage/wie die Frag 8ci- picrm; /welcher da er seinen Vatter von dem alorwür- digenStand der Seelen und der Unsterblichkeit höre- te discuriren/zu demselben sägte: was verziehen wir dann so lang aufErden ? warumb eylen wir nicht viel mehr zu sterben ? Solcher Meinung wäre auch Oro Uricenlis / da er nach gelesenem Buch kiätonig von der Unsterblichkeit der Seelen / sich selbst Leib loß gemacht/damit er zu der seligen Unsterblichkeit gelan- ge.Mein GOtt null die Seelennicht zu Gnaden auf- nemmen/ welche ohne seine Srlaubnuß auß ihren Leideren abgescheiden/ sagt Augustinus. Der Todt ist zwar derjerüge/ der uns den Weg bahnet/ und die C Thür r8 _TbrMche_ iThür zur Seligkeit eröffnet,doch nicht aürrund jeder Todt: am wenlgstcn aber der Todt der Seibs-Mör- der/rvelche sich schwärlich arr GOtt/und zwar wieder das scchßte Gebott versündigen/ und hrermt kern Seligkeit zu hoffen haben. Wen das Leben eine sonderliche Gaab und Gutthat GOttes lst/ weil er allein über Leben und Todt em HErr ist / so greiften diejenigen GOtt dem HErren in jein Recht / welche sich selbst das Leben nemmen. Daher. b. Schrencket auch die Stinun von: Himmel ihre Wort ein/ preiset nicht alle Todten selig; sonderen nur dre / so in dem HErren sterben. Selig find die Todten so in dem KLrren sterben. So können dann die Seibs-Mörder nicht für selig gehalten werden / werl sie nicht in dem HLr- ren; sonder in der Verzweiflung sterben. Obwolen auch vor Zeiten die alten Thracier/ die Todten ins gemein für selig gehalten/ und wann ein Menschzur Welt gebohren worden / ihne mit Thränen heulen und klagen bewillkommt; die sterkmrden hingegen / mit jauchtzen und allerhand Freudens Bezeugungen zur Erden bestattet haben : so halten wir doch die nicht für selig / die ohne Erkantnuß und Glauben an Christum sterben / oder auch wol gar als Feind Christi/Juden/Heyden/ öffentliche Epi- cureer und Üuchristen leben. Dann der Text preiset nur die allein selig / die indem HErren/ das ist in CHristo sterben. EHristus wird hie der HSrrgenennet; Theils . N«.i. weil er MM dem Todt die stacht ttenonrmen/ und das Leben und ein uiwergangliches Wesen ansLiecht gebracht; Theils / weil wir beydes im ' Leben Leich-Hredlgr. As«. 1/^.g _ _!?, leben und im sterbenIhme/als unserem HErrnangr^s hören/als dem der uns erkauft mit stinemBtut/auH allerley Geschlecht und Zungen und Volck und ^eyden. Darumb wir nun nüt dem Apostel sagen: wir leben oder sterben/ so sind wir des Zerren. Fraqstu aber: Was da heisse irr dem HErrerr ster ben? Oder / wer die seyen/ die in dem HErrenster- ben? So ist zwar nicht ohn: daß in unserem Text vornemlrch diejenigen gemeint sind / welche von wegen deß ^Erren / und umb des HErren willen sterben / nemüch die H. Märtyrer und Blut-Zeugen IEsu Christi / die theils durch die Heidnischen/ theils durch die Wieder-Christischen Verfolgungen Habensollen getödetwerden. Diese werden zu ihrem Trost Selig gepriesen: nicht so fast/ daß sie umdes HErren willen sterben / und die Lehr des Glaubens mit ihrem Blutbesiglen; als daß sie in demHErren/ in der Gemeinschafft des HErren sterben / ihme durch dm Glauben einverleibet / und mit ihme vereiniget sind. Indessen sind es die H. Märtyrer nicht allein; sonder alle diejenigen/ die in der Gemeinschafft CHristi sterben / mit CHristo vereiniget und durch wahren Glauben CHristo einverleibet sind/ welche sich dieses Trosts anmaßen können und sollen. Dann gleich wie von allen denen/ die an Christum glauben gesagt wird: daß sie in Christo seyen/iii Christo leben. So werden auch alle/ die in die sem Glauben sterben genennet/ die Todten in Chri sto / die in dem HErren entschlafsen sind. Wer nun weißt / was da heisse in dem HErren leben/ der weißt auch / was in dem HErren sterben heisse. > C r Dann rko»». 8. l. l. 2?>e/4. i6. i. t7ol. i;. >S. rv_ Christlich e Dann in demHErren üben/ anders nichts ist / als m der Genremschafft CHrrstl / m denr Glauben an CHristum / med durch den Glauben in hcrtzücher Reu über seine Sünden/m dem Gehorsam/m der Liebe/ nach de:n Exempel Chnsti / m der Hostnung/ Geduit/ in der Anrufung.des HErren,und m seinem Dienst leben. Also ljr aua-ln deur Harren sterben/ anders nichts/ als in hcrtzücher Reu. über seine Sünden/ seine Zuflucht zu den theuren Verdiensten Christi nemmen / durch wahren Glauben Ihme/ als dem Uberwünder des Todts und Hcrtzogen des Lebens anhangen / durch eine Heilige Gelassenheit m seinen Willen mit kindlichem Gehorsam sich ergeben/ nach des HErrcn Exempel seinen Nächsten liebem und seinen Feinden verzeihen / den Ancker und m--. ;.s. Ruhm der Hoffnung biß ans End fest behalten/ und endlich ftine Seele Ihme als dem HErren / Schöpffer und Erlöser zu getreuen Handen befehlen. Sonderlich sterben auch in dem HErren / die m einem guten Wcrck/ das zurEhredes HErren/und des Nebennienschen Erbauung gereichet/ von dem Her- 24. ren angetroffen werden. Oan selig ist der Lnecht/ jwann ftin ^ERR kommet/und findet ihn also thun. Wohlan dann/ so prüffe und erforsche/wer in dem HErren selig zu sterben hoffet und wünschet/sich sebst: ob er auch dem HErren lebe oder nicht? Wer zu Bafel sterben will / muß zuvor zu Basel leben. Also kan keiner in dem HErren sterben/ er habe dann zuvor in dem HErren gelebt. Lebestu nicht im Glauben / in dem Gehorsam / in Reu über deine Sünden/ in Liebe/ in Anrussung des HErren / sokanstu Leich-Hredigt. LL such nicht so sterben. Wiltudes Todts der Gerech- ^m.rs >o. ten sterben/ so mustuzuvor leben das Leben der Gerechtes Wer aber/wie gemeldet/ im Glauben lebt/ der ist schon in dem HErren gestorben / dann er ist der Sünde abgestorben. Ob er schon kein Mär tyrer /»so lst doch sein Leben ein stathes ^lanyrium oder Zeugnuß / ein blutiges Opfer /dadurch er sich selbst / ftln Leib und SeclGOtt/ zu einem lebendi- > gen wolgefalligm Opfer darstellet/ und bezeuget; daß er auch / so es der HErr von ihme forderte/ fein Christenthum mit dem Todt zu bezeugen bereit sey. Selig und aber selig sind die also gesinet sindldie nach dem Exempel des HErren osst an ihren Todt gedencken / davon redeir/ sich denselben gemein machen / dazu bey Zeiten sich bereiten. Dann wer so stirbt / ehe er stirbt / der stirbt nicht wann er stirbt. Er findet(wie Simson in seiner Rätzelgeredt)Spei- fe bey dem Fresser / und Süsslgkeit bey dem Starken / ich will sagen/ Trost und Erquickung in dem Todt selbst: so daß der Todt ihme fürkommt nicht wie ein Feurd / sondern als ein Freund / ja als ein Wagen oder Schiff/ so ihne durch das Iam- mer-volle Meer dieser Welt hinüber führet/ in das himmlische Vatterland / und er mit dem frommen Simeon sagen kalt: AERR nun lastest» deinen Diener im Frieden dahin fahren / dann meine Auge,: haben ihren Ayland gesehen. Höret aber ferners. >. Wan dlest Glückseligkeit angehe? Von nun an / sagt der Text. DasGriechischeWörtlein «^.welches in dem Grundtext stehet/wird ungleich außgelegt/ auchuw _ C Z gleich 7 ^. 2L Christliche gleich mit dem was vorhergehet conttruiret oder zusammen gesüget. Etlichen will das Wort jö viel jagen / als voll- komeiilich. Weil die Gläubigen inr Todt erlangen was sie hoffen / und an statt / daß sie hier nur die Erstlinge der Seligkeit/ so da bestehen in den Gnaden-Gnadendes H. Geistes empfangen/ Sie nach dem Todt/ zu der vollen Erndc imd vollkommener Besitzung der Seligkeit gelangen werden. Es kan aber diese Außlegung nicht bestehen/es sey dann/daß mans allein / von der Seligkeit der Seelen verstehe/ sintemal die vollkonunene Seligkeit / deren der gan- tze Mensch nach Lad und Scel geniessm wird/erst in der Auffcrstehung der Todten folgen wird. Besser und dem Glauben ähnlicher/ wird dem nach das Wort yerteutschet: von mm an oder hinfort / mmi füge es gleich zusammen mit dem Befelchs Wort Schreibe/ in Meinung/ daß es von der Zeit / da Josianes dist Stim gehöret und den Befehl zu schreiben empfangen zu verstehen/oder mit dem Wörtlein Selig / daß es von der Zeit zuverstehen/ da die Gläubigen in dem HErren sterben. Dann ob wir wol nicht in die Gedancken gerahten müssen/ Als ob vor der Zeit / ehe Johanni solches zu schreiben befohlen worden/nicht alle Apostel / so vorIhme gestorben / und viel tausent heilige Märtyrer/ sambt denen übrigen / so in dem HErren entschlaffen zur Seligkeit gelanget seyen. So könten vielleicht die Wort/von der Zeit da Johanni zu schreiben befohlen worden / 'in so weit verstanden werden / daß die Meinung wäre: Johannes solle schreiben von nun an/das ist/ von der Zeit der erneuerten Predigt deß Lerchppredigt. r; der Abge-torbenm / wie in dm Kittn deß Wider-LhnjtenthunchS lehren und schreiben / daß sie nut der Forcht eines Fegfeurs / oder einiger Quaal nach dem Todt sollen geängstiget oder be- cunrmeret werden. Dann die in dem HErren sterben/ werden seüg seyn / sobald sie sterben/ weil sie schon durch das Blut Christi zuvor gereiniget worden Doch ist die klarste und einfältigste Meynung derjenigen/ ausser Zweissel die beste / die das Wörtlein Von nun an / von dem inllanri oder nun deß Ab- A)eyds der Gläubigen außlegen/ nemlich also: daß so bald sie ihr Lebenumb Christi wiüen/oder in Christo aufgeben / ste so bald auch in ihm die Seligkeit erlangen werden. Hierauß folget dann: Erstlich/ daß die voll- komene Seligkeit/ in disemLeben nicht zu erwarten/ sonder allererst nach dem Todt bereytet sey. Dann obwohl die Gläubigen/auch in diesem Leben für selig epriesen werden/als wann es heißt : Selig sind ie Fridfertigen : selig sind die Sansstmüthigen. So ist doch solches mehr von ihrer Hoffnung / als von der Messung oder Besitzung solcher Seligkeit zu verstehen. Sie sind wohl selig i,r der Sosirung/ wie der Apostel sagt / im Glauben; aber noch nicht in der Besitzung und Anschauung deß Göttlichen Angesichts. Weil es heißt / Selig sind die Todten/ von ^nunan/so folgtferners:daß die verhoffte Seligkeit ihnen nicht länger aufgeschoben / sonder von dem Nun ihres Abscheides an solle mitgetheilet werden : d«ß 5 . Aon.8, 24 24 Christliche F-^-s>r4. /.kc. 16, 22 . 2;, 4 ;. daß in allem dem / daß sie sterben/ Sie zur Seligkeit gelangen. Sie kommen nicht ins Gericht / sondern smd vom Tod zum Leben durchgerungen. So bald Lazarus starb/ ward seine Seelvon den Engten getragen / in Abrahams Schoß. So bald der Schacher am Creutz verscheiden / war er mit Christo im Paraderß. Die Ungläubigen/ sagt Lernbsräus - heissen das / wann deeSeele von dem Leib scheidet einen Todt; die Gläubigen aber ihr balcbL oder Überschritt/ weil es nur ein Schritt vom Todt zum Leben ist. So folget dann auch dises:das/was einige von demSchlafder Scclcnnach demTodt(als wan sie sowohl als der Leib schüesfen und ohne Erkandtnuß und Würckung ivareii) gelehrt / ein lediges Gedicht und Irrthumb seye. Kann sonsten tönten sie ja von der Stund deß Todes an / nicht selig gepriesen werden. Weil das was ohne Erkantnuß/ Empfindnuß und ohne Würckung ist/ unmöglich selig seyn kan. Endlich überweiset dißWort/ von Nun an/ so in unserm Text stehet / die von der Römischen Kirch. Daß die Lehr vor: dem Fcgfcur (in welchem die Seelen der Gläubigen nach dem Tod/ vielMo- nat/Iahr und Tag/ja oft viel hundertIahr/under der Erden / irr cincrVorburg der Höllen ligen / und durch ein greuliches Feuer sollen gepeiniget/und von ihren Sünden gcreiniget werden/) nicht nur ein Trostloses/ sondern auch der vom Himmel körnenden Stim schnür stracks zu wieder lauffendes Gedicht seye. Dann so sie von dem Nun ihres Abscheidos an selig/ wie können sie noch Peyn leyden oder gequalct werden ? Sie waren ja unseliger als sie in ihrem Le- Leich-Predigt. 25^ den jemahL gewesen. Denen die das Thier angebellet haben/ wird in vorhergehenden Worten gedräuet: Daß sie sollen gequälet werden/ mit Feuer und Schwefel / und keine^uhe haben Tag und Nacht, Ader denen/ die in dem HEr:en sterben / hiemitdas Thier nicht angebettet / sondern dleGebottundden Glauben an Christum behalten haben / wird zum Trost vom Himmel herab verheißen. Daß sie voNj Nun an selig seyen/ auffdaß sie ruhen von ihrer^ Arbeit. Von dem Dritten. ^ Nd eben das sind / als für das Dritte die Ur- sachen/warumb die Todten/so in dem HErren^ sterben/für Mg gepriesen werden. Ja der^ Geist spricht/ sagt der Text/daß sie ruhen voirih-! rer Arbeit / dann ihre wercke folgen ihnen nach.! Zwo Ursachen werden da angezogen / warumb sie selig seyen. Erstlich / dieweil sie ruhen von ihrer Ar-j beit. Demnach / weil ihre werck ihnen nachfolgen. r. Sie ruhen von ihrer Arbeit. Das Griechische Wörtlein heißt eigentlich eine mühsame Arbeit. Daher wann hier von den Seelen gesagt wird/ daß sie ruhen von ihrer Arbeit / ists die Meinung nicht / daß sie in dem Himel müßig seyen und nichts verrichten werden. Dan fo wenig als das Feuer ohne brennen/der Wind ohne blasen/der Diamant ohne Glantz; so wenig kan die Seel/ als ein Geist/ohne Bewegung und Würckung seyn. Sondern sie ruhen von Ihrer Arbeit / nicht von deß HErren Werck. D Siel 26 Christliche Sie halten einen ewigen Sabbath/indem sie nichts mehr thun oder lcydcn müssen/,wie m discrZeit.In ansehen aber / daß sie GOttes Werck außrichtcn/ GOtt allezeit heiligen und prclftn/arbeltcn sie auch. Daher steht geschrlbeli: Sie haben keine Ruh Tag und Nacht/ und sprechen: heilig/ heilig / heilig ist ch^.4,8.!SDttderHERR/ der 2 illmachtlge/derdawar/ und der da ist / und der da komt. Die Leiber ruhen in ihrem Centro/oder an dem Orth/wosie hingehören. Aber die Seelen suchen ihre Ruhe in demjenigen / was sie immer zu betrachten/ zu gemessen / mit Verwunderung und Anbettung zu ihrer ewig wahrendenVergnügung zu preysen begehren : das ist m GOTT/ dem Vattcrder Geistern. Darin suchen sie ihre wahre Seligkeit / daß sie GOtt verherrlichen/ und GOtt in ihnen verkläret werde. Was aber ihr andere Arbeit/und was sie hier in Zeit für sich gethan oder erlitten betrifft/ davon ruhen sie. In diserZeit ist deß Menschen Leben voller Un ruh. wanns köstlich ist / so ists Müh und Arbeit. Es ist gleich einem Schiffauffungestümer See/ so von den Winden und Wellen / bald da/ bald dort hingetriebcn wird. Ein rechtes Iamerthal/ da ein Abgrund dem andern rufft/ eine Unglücks-Welle die andere jagt: eine Kette/ anderen ein glaich derWi derwertigkeiten / an dem anderen hangt: da der Mensch zum Unglück gebohren / wie die Doge! empor schweben zu fliegen. Sonderlich aber ist das Leben frommer Kinder GOttes voller Unruh. So wenig als das Taublein / so Noah auß dem Kasten fliegen lassen / sichern Fuß setzen oder ruhen konte/ biß es wider in den Kasten/ und zu dem sich be- —_ gebend Leich-Predigt. Ak.ls.l9. ^ 57 ,»- gebm/ der es außgesandt; So wenig kau die Gläu dlge Seele Ruhe finden in der Welt/ es sey dann/daß sie ihren Flug nachdem Himmel richte/ und derjenige von oben herab seine Hand außstrecke/ und sie zu sich nemmc/ der sie in dre Welt gesetzt oder außgesandt hat. Kinder Gottes sind der Welt Feind- jchasst und ^aß underworssen/ darum/ daß sie nichtvon der Welt sind. Aber die in demHErren sterben ruhen / und werden befreyt von dlsem allem. Sie ruhen dem Leib nach : wissen von keinen Schmertzen / Kranckheiten oder Wehetagen. Die Gerechten kommen zum Frieden und ruhen inih ren Rammeren. Sie ruhen der Seelen nach/dann die werden vonGOtt gesamlet in dasBündtelein der Lebendigen. Sie ruhen von allen Versuchungen deß Satans / der Welt / und ihres eigeneil Fleisches. Sie haben nicht mehr Ursach mit Paulo zuklagen: Ich elender Mensch/ wer wird mich erlösen von dem Leib dises Tods; sonder vielmehr zu rühmen: Ich dancke GOtt durch IEjum Christum. Sie ruhen von allen Hertz-naZenden Sorgen/ Passionen und unordentlichen Gemuths-Bewegungen/ welche den Menschen immer folteren und qualen.Sie ruhen in der Schoß ihres himlischenVattersundenArmen ihres Erlösers JESU/und in den Trostreichen Er- quickungen seines Heil. Geistes. GOTT wird ab- ^ wischen alle Thränen von ihren Augen / und der Todt wird nicht mehr stpir/ noch Leyd / noch Schmertz wird mehr stjm/ dmm das erste ist vergangen. An dise selige Ruh laßt uns gedencken/ so offt uns der Tod/und derAbscheid der lieben Unsrigen/die -5 ri, D 2 Thra--' 28 Christliche ^oc.21. Thränen auß den Augen treibt: damit wir uns mäßigen in unserer Traurigkeit/ und die nicht allzu sehr beklagen / denen der Tag des Todts zu einem Tag der vollkommen Ruh und deß HeylS worden ist. Laßt uns unsern Verlurst/ und ihren Gewinn / ihre Ruh undSeligkeit gegen unsrer Unruh haltenzsowird sichS finden: daß wir unbarmhertzlg gegen ihnen seyn wurden / und ihnen ihre Ruh mißgönnen / wann wir sie noch länger in dise Unruh wünschten. Laßt uns aber auch so an dise Ruhe geden- cken/ daß wir unS m unsern letzten TodeSnöthen/ die Bitterkeit deß TodtS damit versüßen. Dann so der müde Taglöhner sich nicht entsetzet / sondern vielmehr sich freuet/ wann der verlangte Abend herbey komt/ da er von seiner TagcS Last und Mbekt rasten und ruhen soll So der auff dmi ungestümen Meer lang herumb getriebene Schiffmann/ nachüberstan- dcriem manchem gefährlichen Sturmsich freuet/wan er deß Ports oder UferS zur Anfuhrt ansichtig wird. Wasfüreme Thorheit wäre cS dann/ soderMensch über die Erlösung und Befreyung von aller Qual und Unruh sich entsetzen/ und nicht vielmehr die Angst und Schrecken deß TodtS zu überwinden/ und eine selige Ausslösung zu erlangen sich bearbeiten solte ? Der Geist GOtteS setzet hinzu. 2. Ihre werck folgen ihneii nach. DaS ist/ die BelohliungihrerWerckcnfolget ihnen nach. Gute Werck sind nothwendig zur Seligkeit. Sie sind der Weg zum Himmel/ das rechte Kennzeichen der Kinder Gottes. Und es wird nicht eingehen /in das hirnlifche Jerusalem irgend ein gemeines / oder daß da Greuel und Engen thut: ^ auchl Leich-predigt. 29 auch wird ohne die Heiligung niemand schauen. Es ist aber hier wohl zu beobachten / daß der H. Geist nicht sagt: Ihre gute Werck gehen vor ihnen her. Dann die gute Werck nicht die verdienstliche Ursach sind unserer Seligkeit / auch nicht die Porten deß Himmels eröffnen; sondern sie folgen thuen nach. wann wir schon alles gethan haben / was uns befohlen ist / sind wir unnütze Lnecht/und haben nur gethan/was wir zuthun! schuldig waren. Auß Gnaden sind wir felittwor-! den/durch den Glauben / und dasstlbige nicht auß' uns/ GOttes Gab ist es / ausf daß sich niemand rühme. Auch die grösten Heiligen haben Ursachi mit David zusagen : AERR gehe nicht ins Gericht/mit deinem Bnecht/ dann für dir ist kein lebendiger gerecht. Es wird aber von denen/ so in dem HErren sterben gesagt: Ihre Werck folgen ihnen nach : weil GOtt nicht ungerecht / daß er vergesst ihres wercks uud Arbeit / die sie bewiesen haben an seinem Nahmen rc. Dann er der AERR wird geben preist und Ehr / und unvergängliches Wesen denen / die mit Gedult in guten Wercken trachten nach dem ewigen Leben. Nicht zwar als einen verdienten Lohn/sonder als eine gnadenreiche Verheißung. So muß dann ausser zweiffel viel an denguterr Wercken gelegen seyn/ und sollen billich allem was in der Welt hoch geschätzt wird/vorgezogen werden/ weil es von den selig Verstorbenen nicht heißet: Ihr Gold und Silber / Ihre hohen Würden und Ehren-Tittel / Ihre prächtige Häuser und Lust- _ D Z Gär- L/H. 2 , 8 . ^Fr/. 14; 2 . NeL.6, ic>< Ko-». L, 7. Nonöcben- 1c6 pro- miltencio, Ocur lc egcgnet/dieUrsach ihres Iainerelis zu wissen begehrt / und aufcmpfarrgencn Bericht/ die Kilider zu suchen geholffen: solchenach langem Suchen gefunden / naher Collmar gebracht/ und sie daraufaußBefehl eines löbl.Magistrats/mit Beyhülssguthertziger Lelitcn/naher Straß bürg versandt und von gedachten Ihrer Fr. Mutter fei. Ge- schwistertcn/ in derForchtGottes/ zuunserer nach Gottes Wort Reformirtenwahren fcligmachenden Religioll / und allen Christlichen Tugenden wohl ausserzogen worden. Anno 1654. den 20. Aug. hat die Fürsehung Gottes diefelbige in den Stand der H. Ehe verlaitet/ mit Herren IostphIenin / geivefenen Bürger und Laderhändler/ auchnach der HandEltesten beyder Reformirten Geinelnd/ so sich in Wolffsheim vcr- samlet: mit welchem Sieeine liebreiche und friedfertige Ehe/gegen die z-.Iahr/doch ohne Leibs Erben besessen. Ihr Leich-Predigt. Ihr Leben und Wandel betreffend / hat sie sich dieErkandtnuß und Forcht Gottes lassen angelegen seyn/ dem öffentlichen Gottesdienst fleißig beygewohnt/zu Hauß dieH. Schrrsst und andere geistliche Bücher/ mit Lust und Andacht gttesen /auch mit Erlehrrmng vieler schöner Gebett/ Sprüchen Hell, Schrifft/Psalmen und geistlicher Lieder/sich in ihrem Christenthum stets geübt. Ihrem Haußwesen ist Sre wolvorgestanden/gegcn ihrem sel.Henn undEhcman hat sie sich aller Ehrerbietung/ Liebe und Treu beflissen/ gegen dem Nebenmenschen friedfertig und auff- richtig/ und gegen Nothleydenden mitleydig sich erzeigt. Daß sie nicht ohne menschliche Schwachheiten gewesen/hat sie selbst wol erkandt;underdessen/wie sie ihrem Gottesdienst und dessen öffentlicher Verrich tung/ freyer und öffters abzuwarten/ jadurcl) all täguche Besuchung der Predigten / sich in ihrem Christenthum zu erbauen/ vor ungefehr 8. Jahren hieher naher Basel kommen/ ihre übrige Lebens-zeit allhier zu beschließen. So hat sie auch under uns pra eNcirt/ und wohl beobachtet/ was der Apostel von ei ner rechten Witwen erforderet:indem Sie einsam ge- wesen/chre ^ossimng aufGOtt gestellet/ im Gebet und Flehen Tag und Nacht beharret/ und denen/die das freye Reügions Lxercmum nicht achten/ die Predigten/die sie so reichlich haben könen/fo liederlich besuchen/ mit ihrem E/ceinpel gcwiesen/für wie ein köstlichesKleynod/solches anderer Orten und von denen/ so dessen selten gemessen können/gehalten werde. Es hat der HErr unser GOtt/vor ungefehr einem Jahr/ Sie mit einer schwären Kranckheit heim- E gesucht/ Beschluß. Z4_ Chri stliche_ gesucht/ so daß man sich ihres Aufkommens/damahl nicht mehr versehen. Doch hat der HErr sich lhrer wldcrum erbarmet/ Sie aufgerichtet daß siewlver- um in das Aauß GOttes / und ihren Geschafften nachgehen könen/ biß verschienen Mittwoch 8. Tag/ da er Sie rnit ihrer letzten tödlichen Kranckhcit / so mit einem Erbrechen den Anfang genommen/ ange-, griffen. Ob es wohl damahls so gefährlich nicht geschienen / hat doch der Fortgang/und weilen kerne Artzneycn/ wie sorgfältig auchdieselbigenangewendet worden / nichts verfangen wollen/genugsam bewiesen / daß GOtt der HErr Sie von diser Welt wolle abforderen. Daher Sie dann alsobald / mit Christlicher Gelassenheit / dem Willen GOttes sich ergeben und gesagt : Sie spüre wohl/ daß jetzt Ernst sep/daim obste wohl zur seit noch nicht so schwach sepe / als Sie vor einem Jahr gewesen / se-, he ste doch wohl/ daß dißmal ilMsAufkommens nichtmehr sepe. Ihre Christliche BereytschassL hat sie mit Gedult undAnziehung gar viel schöner Sprüchen der H. Schrrfft sattsam erwiesen / biß Sie wegen grosser Mattigkeit nicht mehr reden können/und dises vor demTag ihres Abscherds/fast ihr letstes Wort gewesen : Ach ^ERR JESU konrme / komme bald! In solchem Kampff ist Sie verharret/biß verschickten Donnerstag Vormittag gegen n. Uhren/ >da Sie ohne einige Bewegung/ under dem Gebctt !der lieben Umstehenden/ sanfft und selig in dem HEr- !ren errtschlaffen/ nachdem Sie irr dlsem Leben zugebracht 65-. Jahr/ 6 . Monat und 9. Tag. ! Wir / Geliebte in dem HErrn / können von di- i ftr ^_ Leich-Predlgt. fer unserer mitglaubigen Frauen und Schwester seel. nicht wohl änderst urtheilen / als daß Sie in dem HErrn gestorben sey. Dann weil Sie JEsu Christo/ unserem HErren / durch den Glauben einverleibt zuseyn / dieFrüchte des Glaubens in ihrem Leben zu erweisen / auch in ihrer Kranckbeit den guten Kampfs deß Glaubens zu kanrpffen sich beflissen/ - so sthlieffen wir/daß Christus in Ahr/und Sie in Christo ge gründet gewesen. Der HERR verleihe uns die Gnad / j daß weil wir vernommen / daß denen die in Christo JESU leben und sterben / eine so selige Ruhe/ und herrliche Beloh-^ nung ihrer Wercken bereistet ist / wir auch nach einem so seligen Zustand uns sehnen : und damit wir zu seiner Zeit in dem HErrn sterben mögen/so lang wir noch leben/derS ünde/ dem Satan/ der Welt absterben/ ihme aber unserm HErren ZEsu allein leben/ vergessen was dahmden ist/ und uns; sthnen nach dem das da vornen ist/und nachjagen dern^ sis.14.. vorgesteckten?iel/ welches uns fürhalt die himlische^ Berustung Gottes in Christo. Welchem fambt dem Vat-/ ter und dem H. Geist / sey Lob und Ehr in Ewigkeit/ Amen! Amens I. u-Er stirbst/eher stirbt/stirbt,,ichtwa„ttergestorben/ s^Und hat in seinen, Tod das Seligkeit erwarb?«,. Ist recht und wol gesagt: dann wer bey Zeiten sich Zum Tod bereuet/ bleibt bcfrcyt von seinem Stich. Wer in dem Leben sich zum Tod hat recht bereitet/ Der wird zum Leben dann / nach seinem Tod geleitet. Wer bey gesundem Leib bedenckt sein lctstes End/ ^ Behälit auch von dem Wust der Welk gantz reine Hand» Wer aber unbefleckt / und rein in diesem Leben. Zu seyn sich stäts befleißt/ dem wird zu letst gegeben Das weisst Unschulds'Kleyd; die unvcrwcickte Cron/ Wird ihm dann aufgesetzt/ als seiner Fromkeit Lohn.' Diß hat Frau IENIN uun in ihrem Tod erfahren: Dann weil Sie sich zum Tod/bereits vor vielcn Jahren Mit Ernst gerüstet hat / ward Ihr in dieser Zeit Der Tod em Anfang schon und Thür zur Seligkeit. E L Weil.' 'Basel. Z6_Christli che Le ich-Predigk. Weil Sie in GOttrs Wort hat ihre Sinn grübet/ Well Sie dasseidc hak so inniglich gcliebet / Daß Sie mit Ungemach erweklet «ine * Statt / Die GOlt zu seinem Dienst ihm ausscrkohren hat: Damit ohn Hindernuß Sie diesem möcht abwarten/ Und sich ergötzen da/gleich als in GLttes Garten: Weil Sie aus Ihrem Gut den Armen gnts gethan/ So daß dießfalis Ihr Ruhm wol immerwahren ka». Hat GOtt Sie jetzt zu sich in Sions-Statt genommen/ Wohin die alle/ so Ihr gleich gelebt / hinkommen; Da gnießt Sie fürterhin die höchste Seligkeit/ Die währen wird ohn End in alle Ewigkeit. Weil Sie gottseliglich gelebt allhier auff Erden/ Muß Ihr' der Himmel nun zu ihrem Erbthcil werden.- Weil Sie ** Elisabeth im Wcrck/ und Namen gleich/ Koml Sie in ihrem Tod zuEhristo in sein Reich. Wolan wir wollen ^hr/geehrte Frau! nachsehen/ Und auch zu seiner Zeit in diese Freud eingehen.- Inzwischen cingedenck der Wohlgcwogenhcit/ Die Sie uns hat erzeigt/ verbleiben allezeit. Dieses wenige setzte der Gelig-a-geleibten Frauen ru immerwährendem schuldi- dcn Angcdenckcn / V. l> ä, k. /VVI-LIN, Qymn. SM. LoEÄ. in seinem / und der lieben Scinigen Namen. II. hat -er grosse Gd>rt das jenig nun gewähret/ Was unser fromme Frau von Ihur schon lang begehret/ Indem Er anstatt Lreutz/Muh/Rummerund viel Leiden Ihr jent gegeben hat / die himmelische Freuden. Ihr Leben hatte sie uns allen vorgestellet Zu eine«» Illuster schön / das Gö)tt und Mensch gefallet Wann wir uns richten auch / darnach in disem Leben So wird GE)tt seiner Zeit/ein gleiche Freud uns geben. L. rss. i