HO A iÄlO einende Der yhannes getröstet mit dem Sieg des Mwens aus Juda. oder LhrrWche Letchpredtzt 6U6 Hpoca!. V. Gehalten am H. Ostertag/ den 4. ^xril.^no 1726. zu Base! bey St Leonhard/ in k)och-Ansehenlicherr,nd votckrcicherVersamlung als mit gemeinem Leid und schmertzlichem Nachsehen zur Erden bestattet ward Der Shrenvest und Dorgeacht err Moh.UudolMummel der Handelsmann, von ,oh, Nudolff Wettstern. D-G.W. daselbst. K 8 sl «> Gs G !Gj- . .-^1 ,, —— —:--— —— —> Getruckt bey Johann Brandmüller dem Jüngeren/1706. ' Ml O> ie I GÜ IM -X... Leich-T'ext. Aus dem Buch der Offenbarung Iohanm's Cap.v. s. Md Einer tzon den Elcisten spricht zu mir: Weine nicht / I chc/ es hat überwunden der §öw/ der da ist bomGeschlechc Duda/ die wurczcl Aatzid. Erklärung. ist alkes gantz Eitel / spricht der Prediger / es »ist alles gantz Erkel ; so fangt SalomonseinPrediger- ^Buch an / und redt durchge- Hends von dieser Eitelkeit biß an das End des Buchs. Sa- __ , lomon redet ohn allen zweissel eme sichere Warheit; Er war Jedidja/ein lieber Gottes Mann/ rehte hiemrt wie andere Männer 2 Gok< Lcclct. l.i. r,5»w lrrx Christliche ' "iGocees gecriben von dem k) Geist/ und dreier 16.1z Geist ist der Geist der Warheit / der? da in aste warheit leitet. Salomon redte auch aus eigener Erfahrung; Er Ware bereits auf etwas Alter kommen/ er hatte bey feiner viertzigjährigen Regierung die beste Gelegenheit eines und arideres zu erfahren/ und krafft der von GOtt ihme verliehenen Weiß- heit konte er am besten davon urtheilen; er hatte sich besonders bemüht die Handlungen/Vortheil und gesuchter! Lustbarkeiten der Menschen zu examinieren / und davon eine Prob zu nemmen/ er hat ^ ^ aber alles so beschaffen befunden / daß er Meilen ge- urtheilt: und dtß s-y- auch Eytel. Wann wir ein wenig in der Welt uns umsehen/ beineben Gottes Wort zu raht ziehen/ werden wir/ diser Warheit leichtlich überzeuget / Salomons Nr- theilvon aller dingenEitelkeit einen schleunigen Bey- Kom s.ro/sahl geben. Alke Crcaruren sind der Eitelkeit underworffen/sagtDaulus ; es mageirrer Beständigkeit/ es mag einer"Volkommenheit/es mag einer Vernügung suchen in welcherCreatur er will/sie wird ,s.i4 ihme glelchsarn ins Angesicht sagen: Sie ist nicht in mir. Und wann dise Eitelkeit die Creaturen trifft umb der Sünde willen/ wie vielmehr den Menschen/ derdie Sund in die Welt gebracht hat; und von die- kial 94- N l ! ^ov.i6.',9 den Außspruch Salomons/daß alles eitel ftye. Davld sagt: Dtp Ncrr weißt die gedancken dep Menschen/dass sie eitel sind. Salonwnbeweißts: adep' Leich-Heedigt. s»c. 4 r; abev vom k)Erren komme was die Uung reden soE; des Menschen k)ertz schlägt seinen weg an/aber der t)err atkciu gibt/daß er fortgehe. Die Erfahrung bezeugt/ daß ein mancher mit jenen Kaufsteuthcn sich etwan vornimt in diese oder jene Statt zu reißen / daselbst so und so lang zu ligen/ zu Handthieren und zu gewinne!:/ der aber daran verhindert/ und vor Außführung seiner Gedancken abgefordert wird. Eitel und Vergänglich ist des Menschen Leben; wie ein Faden leicht zerbricht/ eine Blume bald verwclcket/ und der Dampff geschwind dahin ist/ fo baid lst es umb drß Leben gethan: Ach wie nichts wie eitel sind doch aike Menschen / wie fest ste ec zZ.s. auch stehen / sagt widerumb David. Eitel und Unbeständig sind der Mensche^ Freuden; diß hatte abermahls Salomon aus eigener ., Erfahrung: Ich sprach / sagt er / zum Lachen/ du bist kolk / und zur Freud /was machest»? der Gottlose!: Freud wird offt plötzlich zerstöret; wann König Belsatzer mit seinen Gewaltigen ein o-mn 5.,,; herrlich Mahl einnimt/und sich dabey auff seine weiß erlustiget/ komt einsmchls eine Hand auß der Wand / die ihn erschrecket. Der Frommen Freud wird leicht unterbrochen; wann der Prophet Ionas über seinem Kürbiß sich am besten erfrewt/ entstehet unverhofft ein Wurm/ der das Gewächs und die Freud dahin nimmt. Auch die geistliche Freud der Frommen ist in dieser Welt nicht vollkommen / wegen allerhand traurigen Begebenheiten so darzwlschen kommen; wann David über die La- A z de Christliche ,.§sm 6^8 r.Lor.rr./ l-.r. NekrmS- 10 . de Gottes sich hertzlich erfreuet / ward er betrübet wegen dem Riß / so der HErr an Usa gethan; wann Paulus seiner hohen Offenbarung sich rühmen will / gibt ihm der HErr euren Pfahl ins Fleisch; wann em Anderer zur heiligen Zeit über der Betrachtung der geistlichen Guthaten Gottes in Chrrsto sich erquicken null/ schicket ihme GOttein schweres Creutz nach Hauß / einen traurigen To- desfahl; und warm dergleichen Fahl nicht erst ohn- langst in unserem Zion sich hatte zugetragen / so wären wir auffdiesenTag nicht in demTraurhauß bey einander!: versamlet. Demnach abermrs/als Menschen/gebührenwill/ nicht immer der Traurigkeit nach zuhengen/ sondern die mit etwas Freud zu temperieren; demnach von uns/als Christen/ erfordert wird / nicht so fast über das Zeitliche und dessen Eitelkeitzu trauren/ als !üder das Geistliche und dessen Wichtigkeit uns zu erfrewen; demnach der heutige Ostertag ein rechter Freuden-Tag ist / als an welchem mann die Wldergedächtnus der Aufferstehung Christi und des Siegs/ so Er über unsere Feind erhalten/ begehet/ so dadie Versicherung unserer Erlösung und derGrundderallersellgstenFreudlst;damitwirnicht/ wie David ehemahls bey erhaltener Vlctori wegen Absaloms tod aus dem tag des Gregs ein Leid i macbcn under demDolck/ sondern vielmehr / wie ses sich gebührt/ nach Nehemia Erinerung/ an einem so heiligen 'Tag das Trauren und 'Meinen einstecken / und die Freude des sperren ^ unsereGtärcke seyn lassen/ hab ich mir vorgenom- I men, Leich - predige. men auß anlaß beides der Zeit und der Leich abgelesene Trost-Wort Eines der vier und zwantzig Eltisten an Johannem über seinem Wenrcn / nut Euer Cbristllch Lieb zu behertzigen / und daraus vorzustellen I. Die Person des Tröstenden, i i. Die Person des Getrösteten, m. Den Trost selb« / damit jener diesen anffgerichtet- GOtt seye auch dißmahl in unserer Schwachheit mächtig / und begleite das Wort mit seiner Gnad / zu seiner Ehr/ der Betrübten Trost / und unserer gemeinen Erbauung! Amen. Von dem Ersten. Je Person/soffchin unserm Text zum Trost des Andern hören lassen/ wird genannt ein Eltester: Und der Eltisten einer sprach;In vorhergehendem vierdten Capitul dises Buchs der Offenbahrung erzehlt der Schreiber dessen / wie daß / als er im Geist / das ist/ in einer heiligen Verzückung gewesen / er im trimmet gesehen Einen (war die Person GOttes des Vatters) auffeinem Stuhl sitzen/ umb dene noch 2.4. andere Gtühl gewesen / darausf 2.4. Elriste,gesessen / mit weissen ^.leideren angethan / und güldenen Cronen aufs ihren k)äuptere» tragend. _^ Durch ^?ocsl44 Axocsl. 14 Christliche Durch diese 24 Misten werden gemeiniglich verstanden die i r.Patrlarchen desAltcnund 12.Apostel desNeuen Tejmments; rn dem aber derPatrlarchen mehr als zwölff/ und der Schreiber dieses Buchs selbs ein Apostel / und Zwar noch un Leben gewesen/ hat diese Außlegung kaum platz / well er sich ja nicht selbs wwd gesehen haben/und zwar unter den selig Verstorbenen nn HiNinrel / dergleicherr diese Misten gewesen / deren Heiligkeit ihre weißen Kleider / und deren Sieg ihre Leonen anst dem Haupt angezeigt. Andere legen diese Misten aus von allen Gläubigen so wohl Alten als Neuen Testaments / als welche sämtlich die triumphierende Kirchen ausmachen / und dermahlcneins vor dem Thron des Lambs stehen und seine Ehr besingen werden ; sagen/ es werde nach öftrerem Gebrauch der Schrifft ein gewisse Zahl vor eine ungewisse genommen/und an statt aller nur 24. gedacht / weil GOtt sich seinem Diener habe zeigen wollen auff em ansehnliche und herrliche Weiß/ gleich ob er zu Gencht oder Raht fasse/ dazu 24. Personen genug sind ; weilen aber diese Misten von der Menge und Schaar der übrigen Gläubigen unterscheiden sind/mögen sie dadurch auch nicht wohl verstanden werden. Besser scheint zu seyn die Meinung derjenigen/ die durch diese Eltiste verstehen die Vorstehcre der Kirchen alten Testaments / so viel deren nämlich von anbegin biß damahls/da Johannes diß Gesicht gehabt/ im Herren entschlaffen/ und meist der Seelen nach im Hunelverfamlet worden/ den Chor der Patriarchen/ Priestern/Propheten/Richtern/ j - Koni- Lerch - Hredigr. Kömgenrc.sage sie werde,: durchEltlste vorgebildet/ nicht eben weil sie alzumahlalt/ sonderen weil sie in An:t und Ansehen gewesen / und GOttes Kirchen, wohl an - und vorgestanden; es werde gesehen auff die Priester und Leviten im Alten Testament/die in 24. Ordnungen abgetheilt gewesen/ deren jed- wedere ihr Haubt und Obersten gehabt/ und habe Johannes aus allen nur 24. der Vornemsten gesehen; und diser Einer habe mit ihm geredt. Wer es eigentlich gewesen ? ob es der Patriarch Jacob, gewesen / dessen Wort von Iuda und dem Löwen hier angezogen zu seyn vermuthet werden; oder der Prophet Esaras/derso genante fünjste Evangelist wegen semer so genauen Beschreibung der Person / des Amts und der Guthaten des HErren Messice; oder Johannes der Täusser/ der Christi Zeiten nächer kommen; oder Iacobus der Apostel/ der den im Text gemelten Sieg des Herren bereits erlebt / und dessen Lehr mit seinem Blut besigelt / wie es die Alten unterschiedlich errathen wollen; item wie und auff was Weiß dieser Miste mit Johanne geredt? ob seine Wort deutlich auß gesprochen/oder nur seinem Gemüth/wie es zwar scheinet / eingetruckt worden / wollen und können wir so eigentlich nicht sagen; genug ist/ daß Johannes selbsten zeugt / der Misten einer habe mit ihme geredt. Uns belangendt/ Heilige Gottes/ so dörffen wir zwar heut bey Tag auff kein Gesicht oder solche Offenbahrung mehr Watten/ wie die Enthusiasten und Widertauffer zu thun pflegen / die nicht B eher iO Christliche eher zulehren und zupredigen aufftretten/ sie haben dann eine göttliche Offenbarung oder sonderbares Eingeben des heiligen Geistes / wie sie vorgeben/gehabt/' und sotten sie ojst noch so lang darfst warten; es wird auch keiner der 24. Ettisten nn Himmel auff Erden erscheinen/uns zu under- nchten oder Zu trösten; wir haben aber durch Gottes Gnad auch unsereOssenbahrung/ sein geoffenbartes heiliges Wort darinnen uns / was zu unserem Unterricht/ Trost und Heil dienlich / vollkommen ge- ossenbaret worden; wir haben auch unsere Ettisten/ die Vorstehere der Kirchen und Diener am Wort; die werden Elttste geheißen/ nicht eben wegen hoben Alters/ als aber hohen Amtes und dessen Würdigkeit halben / so sie bedienen; wann diese Eltrste under uns aujstretten/ soll man Sie ihres Amts halben mehren haben / laut der Erinnerung Pauli an Timotheum: Die Eltisten die wohl vorstehen 5 hatte man zweifacher Ehren wärrh/ sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehr. Wann sie in Gottes Namen sein Wort vortragen/ soll man sie gern hören / wann sie vermahnen/ soll man folgen/wann sie warnen/ soll man sich fürchten und besseren / wann sie trösten / soll mans an- nemmen/ glauben/ und steh trösten lassen; Warlich wann es ein Segelt Gottes ist/ wann alte Leuth ilire 514. under den Thoren sitzen / und auff den Gassen her- 8.4 ulnb gehen / so ist es noch eine grössere Gnad und Guthat / wo jölche Ettisten irr der Gemeind auff- tretten / und das Wort des Heils verkündigen, wie lieblich sind die Füß der Borten/ die da _ re-j. ;r,7- II Frieden verkündigen/Guts predigen / k)eil verkündigen/die da sagen zu Zion: Dein Gott ist L<önig. Und der Eltisten einer sprach zu mir/sagt Johannes. Es war diß eine Red / wie die Red des HErren zu jenem Engel under den Myrten/ der da aeredt: Freundliche Wort und tröstliche Wort. Dann was dieser Eltiste Iohanni zugesprochen / diencte ihm zu kräfstigem Trost. Wann solches auff Erden were beschehen/ möchte man es an dem Eltisten als ein gut Werck/ und gegen Iohanni als ein Freundstuck außlegen; Johannes war betrübt/wohl sobald hatte er sich noch keines Trösters versehen/ einmahl lesen wir nicht / daß er an diesen Eltisten gedacht / oder dene umb Bericht und Trost ersucht/ doch war der Tröster naher/als er geglaubt/ und wozu der Elteste nicht erfordert ward/ das that er von selbsten. Mitleidig gegen dem Nächsten und deme tröstlich seyn/ stehet allen Menschen zu/ und je williger und geschwinder man sich dazuverstehet/ desto tröstlicher und löblicher ist es auch: Gedencket der Gebundenen / rufst der Apostel / als die Mitge- bundene/ und deren die Trübsal leiden/ als die ihr auch noch im Leib lebet. Und wiederumb: lTkemet euch der k)eiligen^lotbdurjft an. Der Gebundenen sotten wir gedencken von uns selbsten/ und nicht warten bist sie uns unserer Schuldigkeit erinneren;desNächstenNothsollen wirst zuhertzen nemmen/ daß wir ihme / da er dürfstig/ mit gutthätiger Beysteur/und/ da er traurig ist/mit kräf- B 2 tigem 2Lcii. r, i; Ncbr. iz. z Row.l, rz kUsd.». H. ^vK.H.IA. r»8am. ro.L l-oe.rr.4z. krov.r5.r5 krov.16.r4. 12 Christliche tigem Trost begegnen. Die Freunde Hiebs/ als sie von seinem Unglück gehört/sind unberussen komm ihne zu klagen und zu trösten/und jene frommen Juden kamen von selbsten zu Martha und Maria sie über ihres lieben Bruders tod zu trösten. Solch mitleidige und gutwillige Hertzen sind einem Be- r.5sw rzu^ trübten / was jene drey Helden David in semenr durst gewesen / die durch das ihme freywillig gebrachte Wasser von Bethlehem jhren geneigtenWil- len und Dienstfettigkeit gegen jhme bezeuget; sie sind wasHanon über seines Vatters tod/ jene Troftbotte Davids / der durch solche co näoleny Barmhertzig- keit an ihm gtthan; sie sind was jener Enael Christo in seinem Seelen-Leyden/ der ihne gestärcket/ ja was die Rühlung des Schnees zur zeik der Ernd/das ist ein solch getreuer Bö» dem/bey welchem er sich einsindet/ er erquicket seine Geel/ dann die reden des Freundlichen find rechter t)onigseim/sueß der Seelen/ kräfstig denGliedern/ sie trösten die Seel und erquicken die Gebein. Wir fahren fort und kommen auf Von dem Anderen. Dke verson des Getrosteren ; diß ist der selige Johannes gewesen/so diß Buch und Gesicht beschrieben. Und einer von den Elkesten sprach zu mir / sagt er. Die Urjäch/ warumb der Elteste mit Johanne gcredt/war seine Traurigkeit und fein Weinen wegen dem verschlossenen Buch (war das Buch Göttlicher Rathfchlüssen klesaris LcoleSar, von Leich-Vredtgr. iz lscsb.17 von dem was der Kirchen Gottes hinkünjftist zustehen solle) dessen Inhalt er gern gewust hatte / davon er stlbsten sagt: Ich weinere sehr/daß Niemand würdig erfimden ward / das Buch aujfzukhrrn und zu lesen/ noch drein zusehen: welches / als es der Elteste wahrgenommen/ ihne veranlasst Iohanni zu zusprechen und ihne zu trösten. Johannes war sonst ein hoch-erleuchteter Apostel/der neben vortrefflichen Gaaben sehr herrliche Offenbarungen gehabt; er war dem HerrenChristo vln rechter lieber Jünger/ wie er dann außtrucklich beschrieben wird als der Jünger / den der Nerr^u-y. lieb hatte ; doch war er ein Mensch/ und / wie der Prophet Elias dorten genent wird gleich wie andere / das ist/gleichen Fahlen/Man- glen/ ^llc^en und Bewegungen mit anderen Menschen unterworffen ; diß erhellet darauß / indem ihme das versigette Buch so viel zu schaffen gegeben/ daß er in seiner Verzückung/ in mitten der Betrachtung eines himmlischen Gesichts geweinet / und Trost vonnöthen gehabt. So hat dann auch ein Johannes zuweilen Be icht und Trost vonnöthen. Niemand ist fo gelehrt )er nicht noch immer lernen tönte / niemand so vorkommen deme nicht etwas solle mangeln/ niemand 0 vest / der nicht tönte bewegt werden/ niemand so geschickt / der sich Meilen wider darstellen tönte; ös gibt Sachen in der Welt/ die nicht so grad zu verstehen / es gibt Schwarigteiten / darauß sich nicht leicht zu wicklen/ es gibt Zufahl/ darein sich nicht allzeit wohl zu schicken/ es gibt Wlderwertig- B z kellen/ i.Lsnio.ir. 14 Christliche Qolo^l; ,.Iok z.»« ,.ker.4 lo. r. Lor. i. 4 ketten/da man seiner ^lkeLlcn nicht Mister/es gibt Kummer und Hertzleid / da einer allein und von sich felbsten sich nicht erholen kan ; m diesen Zählen ist es trefflich gut einen Eltcsten/ einen guten Freund haben / der einem nur bcnöthigtem Bericht oder Trost an die Hand gehe. Wcr derowegen stehet/ sehe zu daß er nicht falle; wer wohl stehet/ verachte semen Nächsten nicht/als hatte er dessen nicht vonnöthen/ die Zeit kan komm/ daß ein solcher ihme nutz und tröstlich seyn kan; wer übel stehet/ wer rn Creutz und Kummer gerathen/der ärgere sich nicht / als widerführe ihm was Seltzames / dann dergleichen ist wohl anderen bescheiden und begegnet; wer sich selbst nicht erhöhten kan / verzage nicht/ob solte er immer erligen bleiben/ die Zeit und andere Leuth bringen offt zu wegen/ was einer jetzt nicht kan/ noch auffdas künjftkg geglaubt hette; einem manchen ist eincBurde zu schwer/ die aber/da andere auch Hand anlegen und tragen helffen / leichter wird : also wird eines manchen Creutz durch airderer Leuthen Mitleiden leichter/ und eines manchen Kummer durch anderer zuspreche geringer; eben darumb setzt GOttder HErrsoviel Menschen in die Welt/ damit einer dem anderen krafft der gemeinen Liebe dardurch helsse; eben darumb erfordert GOtt von seinen Gläubigen / daß Einer den Änderen vertrage / Einer den Änderen liebe / Einer dem Änderen diene/und auff den Fahl auch ihme tröstlich seye; daher dann auch die Kirche eine Gememschajst der Heiligen genant wird« Iohan Leich-Predigt. if ^-- 7-'7 l.Lsm.r, 6. Johannes ward getröstet. Er hatte zwar ge weinet / allein nicht lang / dcrElteste erschiene ihm bald / und von diesem cmpfahct er Trost. Das ist Gottes Weiß/ so er gegen den lieben Genügen halt/ daß er dreselbigen nicht jmmer in Kummer und Traurigkeit stecken/ sie nicht beständig weinen läßt/ sondern ihnen etwa« sein Wort / oder einen Eltesten/ einen Tröster sendet / umb sie auffzurichten/ ja er nimbt sich selbs ihrer an/ hemmet ihr Weinen/stillet ihre Seelen/ wischet die Thränen von ihren Au- , . gen ab/ und erguicket ste. Der k)Err beer übet,^rea.z.;r. wohl/aber er erbarmt stch wiederumb/er ver-j letzet und verbindet / er zerschmeißt und seine ni°b.;.i8 f)and heilet. Der k)err rodet und machet lebendig / er führet in die Näß? und wieder herauß. Dch erfahren sonderlich seine lieben Gläubigen/ als welche zwar etwan dieselben Elenden und Trost- ^-.54.« losen / aber auch wiederum die Begnadeten und Getrösteten werden/ welche zwar über Creutz und Kummer ojst zu klagen/ aber auch von Trost und Er- quickung zu rühmen haben/und mit dem Apostel bekennen müssen: So wir des Leidens Christi r. 6or.,.;. viel haben / so werden wir auch reichlich getröstet durch Christum. Gott hiesset das rechte Freuden-Oehl/den heiligen Geist/über sie und in ihr ^ertz aus / der ihren Schmertzen lindert / ihren dummer stillet/ und das Wort/ so zu ihrem besten ihnen vorgesprochen wird / kräfftig machet/ daß der Trost hasstet und sie zufrieden stellet / dann das .Wort und der Geist gehören zusammen / und keines derselben bleibet ohne Nachtruck und Krasst. i6 Christliche f Und ob gleich eine manche bttnrbteSeel darauff eine Zeitlang warten muß / ob schon nicht einem jeden Lraurcnden grad der Tröster zur Selten stehet/ !und der Trost angehet/wie Iohannr alhier; ob- ! schon nicht em jeder mit David rühmen kan / daß sein Weinen nur des Abends gewähret/und k- Morgens schon wider die Freud komme/ so soll doch niemand all gutem Erfolg zweifflen; vielmehr soll cm jede fromme Secl das gute Vertrauen zu ihreinGOtt haben/ daß er/als derselbe gecreue l Cor io ,z G^>tt/niemand werde über Vermögen versu- l chen/ sonderen machen dass die Versuchung so 'ein End gewinne / dass man es ertragen könne; in diesem Glauben und Vertrauen soll sie mit Hanna in ihrer Betrübnuß (inbrünstig zum HErren betten/mit David ümb den freudigen Geist/ mit dem Volck Gottes umb Trost und das Gnadenliecht des göttlichen Antlitzes anhalten/ und indessen in stiller Gedult einer gnädigen Willfahr erwarten; dann die Weissagung/ hie- mit auch der verheißene Trost /wird ja noch erfüllt werden zu seiner Zeit / und wird endlich frey an Tag kommen / und nicht außen bleiben. Der Held in Israel leugt nicht / nun aber heißt es: dem Gerechten muss das siecht iiner wider aussgehen (wie der gesaete Saamen auß der Erden aussgehet ) und Freud den frommen Neryen. GottesVerheissungen sind ja und Amen/ nun hat er versprochen zu trösten aike Tränkenden/zu schaffen denen Traurigen zu Zion/ daß ihnen Schmuck für Aschen / und Freuden- Vehl rr-r>.».z. k5»1. 97 . n. ! Lcich-Predigt. 17 L»ehl für Traurigkeit / und schöne beider für einen betrübten Geist gegeben werden. Der Mund der Wuchert sagt sechsten: Selig sind die da leid tragen / dann sie solkerr getröstet werden. Nun folget Von dem Tritten. Der Trost sechsten/ damit derElteste Iohan- nem hat auftgmchtet; der bestehet in den Worten/ so er rhme zugesprochen / da er gesagt: weine nicht/ sthe/ es hac überwunden der Löw rc. Salomon ehmahls/in Betrachtung wie es in der Welthergieng/name wahr Thränen deren/ die keinen Tröster hatten / und von keinem wußten. Das Volck Gottes wüste zwar seinen Tröster/ klagte nur/ daß er so fern von ihm. Hiob hatte die Seinigen nahe bey sich/ allein es waren ihm leidige Tröster. Kachel wurde in ihrem leid zwar wohl getröstet allein sie wolte sich nicht trösten lassen . UnserIohanes ist weit seliger als vorgemelte; In seiner Betrübnuß / so ihme zugestanden / hatte er einen Tröster / einen nahen / tauglichen und kräftigen Tröster; der Trost / den der Elteste beygebracht/ konte bester nicht styn: Weine nicht/ spricht er / es hat überwunden rc. Da haben wir Des Trostes Inhalt. L. und funclamenc oder Grund. Der Eltiste gehet alhier mit Johanne umb/ wie ein Artzt mit dem Patienten; wann der Artzt einen Krancken cutteren / oder einen Verwundten heilen <5 will/ Lceles. 4. r. Ikren.i.lä. Niob. 16. r. lerem.)!, i; i8«Christliche will/ braucht er vorher evacuancia und dann con- torcanriL L consolictanriL, erstens trachtet er die bösen Feuchtigkeiten/ so etwan das Übel verursacht, und die Cur noch hinderen möchten / auß zufuhren/ darnach gibt er erst Hertzstärckungen / oder legtdas, Heil-pflaster auf: So macht es der Elteste allster mit Johanne / die Feuchtigkeit seiner Augen trachtet er außzuführen durch die Wort: Wein« mche/und sein betrübtes Hertz suchet er zu stärcken mit folgenden Worten: Es hat überwunden rc. Weine nicht/ spricht er. Einige sehen diese Wort an als Straff- oder "Verbocrs-Worc/ als hette der Elteste Iohannem seines unbefugten Weinens halben bestrassen / wenigst ihme solches undersagen wollen/ angesehen es ja weder der Ort/ noch die Zeit/ noch einige rechtmassige Ursach zu- weinen gewesen. Nicht der Ort; Johannes seye wie in dem Himmel / das ist / undcr der Gesetschafft der Seligen in himmlischer Freud verzückt gewesen/ da das Weinen sich eben übel geschickt. Nicht die Zeit; Er habe zu früh zu weinen angehebt/ da er doch das Buch so lang noch nicht verschlossen gesehen/und dessen Eröffnung auch bald zu erwarten gewesen. Auch habe er keine genügsame Ursach zu weinen gehabt/ dann wann GOtt ihme die Oess- nung dieses Buchs auch gäntzlich hette verweigert/ hette er sich dämm/ als über eine Sach/so ihne so nöthig rucht angegangen / auch GOtt ihme zu offenbaren nicht schuldig gewesen / weder zu beklagen noch zu betrüben gehabt; er habe sich vielmehr sollen benügen andern/ daß er gesehen und gehört/ und ^ . hette Leich-Predige. lL Orn n.7,z lZ- hctte er sich mögen trösten nntDamel/deneGOtt über der Nachforschung seiner Gehemmussen ab- und in seine ruh gewisen ; und Mlt den übrigen Jüngeren/denen Christus/als sie von stimm Reich zuviel zuwissen begehrt/daß ihnen solches nicht ge- ^ -.7 vühre/ zimlich zu verstellen gemben. Wir mögen aber diese Wort gar wohl als Trost-Wore annemmen/ als womit der Elteste Io- hannem in stemer Bttrübnuß habe aussrichten wollen / eben wie der Engel Mariam Magdalenam über ihrem Weinen wegen dem lahr gefundenen Grab/ durch die Frag / Weib was weinest» r und Chri- lok.ro. ftus die Wittrb zu Naim über dem Todt ihres Sohns mrt eben unseren Worten / Weine niche/ r.u-.7.-z. aufgerichtet und getröstet hat; eben wie auch wir die Mige/ so auß grosser Traurigkeit weinen / wan wir ihnen zusprechen / sie sollen doch nicht weinen/ nicht grad deßwegen bestraften / oder ihnen das Weinen verbieten/ sonderen sie trösten/ und das auch sie sich trösten lassen sollen / zuverstehen geben wollen. Iohannis Traurigkeit war eine heilige Traurigkeit / entstanden auß übergroßer Begird nach Offenbarung göttlicher Geheimnußen / über deren Verzug ihm das Weinen ankommen/ da eigentlich nicht so fast Bestraffung als Trost vonnö- then; den will nun der Elteste Iohanni beybringen/ er will / daß er sein Weinen einstellen/ sein Traurigkeit fahren lassen/ und wohl zuftiden sein solle/ da- rumb spricht er zu ihm: weine niche. Wir haben hier Anlaß zu reden vorn Wcinen/ was davon zuhalten / und wie wir uns darinn zu 6 2 ver- 20 Christliche ttiob j.r».», krecli.zr.i8 Kom-ir.i; l,roi».;.r. 22 Christliche licher Trost/ GOtt selbsten angenehm / und von sonderen, Nachdruck gewesen; und wre solte das Weinen so gar unanständig seyn/ lesen wir doch / das Christus gewemet / derselbige Heilige / Unschuldige/ und Unbefleckte/an deme nichts unanständig seyn konte. Wcmen ist auch nicht UnbMch/man hat oM billlche/ nur allzugenugsanre Ursach dazu. Wir Menschen haben Ursach zu weinen über unsere Sünden/ als wordurch wir den so heiligen und guten GOtt/ so ojst und viel erzürnen; Ursach haben wir zu weinen über all das Elend / so uns der Sünden halb vielfältig betrifft. Gott selbs gibt uns zum weinen Anlaß : Wann er sein Gericht über sein Hauß / wann er schwere Landplagen über ein Volck ergehen letzt/ wann er einen manchen ins besondere mrt allerhand Hauß-Creutz / mit Kummer/ Armuth/ Kranckheiten rc. heimsuchet; wann er liebe Freund / Ehegenossen / Kinder/ Eltern/ Geschwi sterte von einander trennet/ und durch den zeitlichen Tod entzeucht / da/da hat man Matery genug und ist nicht unrecht zu weinen; sonderlich da es GOtt selbs haben will. Der tdErr Febaoth laßt ruffen / daß man weine. Du Menschenkind/ beweine das Volck in Egypren. Weinet mit den Weinenden weinet über euer Elend. Auch die Verstorbenen soll man nicht unbe- weinet lassen / wie es das Verhalten der frommen Gläubigen/ sonderlich Christi mit sich bringt / von deme bekandt daß ihme bey dem Grab Lazari die Äu Leich-Predigt. 2Z r4 <^>r; Augen Übergängen / darauß die Umständ geschlossen / Wie lieb er ihn müsse gehabt haben. Sirach sagt auß Anlaß der Todesfällen: Mein R.ind/ wann einer stirbt/fo beweine ihn du 5-r z8.16.17 solt bitterlich weinen / und hertzlich betrübt seyn/und leid tragen/darnach ergewessk ist. Und obschon GOtt dem Propheten Ezechiel bey absterben seines geliebten Eheweibs die Thränen und das Weinen verbotten/ so ist doch darauß keine allgemeine Regul zu machen / gestalten dißVer- bott seine sonderbaren Ursachen gehabt / so auff das Volck Gottes abgezielet/ wie daselbst zu sehen; ^ * GOtt hat ihme zum wenigster: das Seufftzen er-.^°^ laubt/ hiemit nicht gar alles Leidwesen untersagen ''' wollerr- Dessen aber müssen wir dabey erinneret werden/ daß wir indem Weinen uns nicht ungeburlich verhalten. Das Weinen muß nicht Unbedachtem seyn; wir müssen nicht ohne Ursach/ nicht zum Schein/ nicht den Leuthen zu Lieb / nicht zufolg der Natur/nichtauß Gewohnheit weinen; dergleichen Thränen wurden nur zur Aergernuß/zum Betru zum Gespött dienen/und von keiner Bttrübnuß/ wie es aber seyn soll / zeugen. Unser Weinen soll nicht Unzeitig sein. Weinen hac seine Z^cit/und Lachen bar seine Zeit/ kcci-. z 4 wie Salomon sagt/ daher will Paulus : Wir sollen mitdenTraurendentrauren/undmiedenFrö-» n lichen frölich seyn. Wer solches umkchret/der schiffet wider den Strom / und weißt seine Zeit weniger als einStorck oder Schwalb. Ioab strafst^ es 24 Christliche ».5-m.l-^cs an seinem Herren/ König David selbsten/ daß er am Tag i eurer gemeinen Freud des Vo-lcks sich traurig erzeiget; dagegen beklagen es die gefangenen Juden/ daß ihnen die Babylonier rn ihrergros- kr»i.,z7. -/sen Betrübrmß eln Freuden-Lied von Zion zu singen zugenruthet. Es ist eben so ftraffllch vor GOtt / über seinem Segerr und Wohlthaten sich traurig/ als über seinem Gericht und Straffen sich frölich erzeigen wollen. Unser Weilten muß endlich nicht Unmäßig seyn. Wir müssen keine solche Saur-köpff seyn/ die y.,-5s-r- vor leid sich selbst fressen/ der: Kopff hcngen w.e ern ni- im« Schliff/immer weinen / wie bleracllrus / und nur cs-t^rpil Seusstzcri und Thränen vergiessert/ wie jene Gcsel- ri»c--Lr. schasst sonderen sollen diß orts Wasserin Wein schütten/das Leid urrd Weinen mässigen/und .cor.7 «y etwa» weinen als weineren wir nicht. Wir sollen wissen/ daß das Weinen eben kein verdienstlich Werck seye / daß durch unmäßiges Weilten GOtt nur mehr erzürnet/der Nächste geärgert/ im Leid wenig außgerichtet/nichts verbessert/nichts wider- aebracht/auchselbs der Natur nur schaden zugefügt werde. Selbs in Betraurung und Beweinung der Todten soll man Maaß urrd Ziel halten / selbige nicht becranren als kleiden / die keine Hoffnung haben/ sonderen als Christen / welche sich gern in Gottes willen schicken/und ihre Verstorbenen wohl versorgt/ in ewiger Ruh und Seligkeit glauben / und eben auch seiner zeit zu ihnen versamlet zu werden die selige Hoffnung haben. Sagst- Letch-predigt. 251 Sagst»: Ich beweine nicht so fast den Ver-tott denen/ deine freylich wohl geschehen/ als aber mich und die Überlebenden / denen durch diesen Lodes- fahl gar übel ergangen; wir haben gar einen guten Freund/einen gehorsamen Sohn/sorgfältigen Natter/ liebreichen Ehegenossen / und getreuen Bruder verlohren; wer kan uns verdencken/ wann wir uns übel gestellen und bitterlich weinen; mir ist als russe der Todte auß dem Sarck uns zu / wie Christus jenen über stinenHingang betrübten Weiberen:Ihr Töchceren von Jerusalem/ weinet nicht über r.»"?4r mich /sonderen weinet über euch sclbsnnd über eure Zvtnder. Antwort: Auch in dieser Betrachtung soll man das Trauren massigen. Christi Erinnerung hatte seine sonderbahreUrsach/und gehet nicht einen jeden an; jene Weiber sollen nicht so fast Ihn als sich selbst beweinen / weil sein Tod nützlich / jhr Zustand aber bald kläglich seyn wurde; zu dem solte auch diß ihrWeinen darüber nicht übermäjsig/sonderen das ihr Trost seyn/ daß die Tag dieser Trübsal wurden verkürtzer werden. Dich belangend / ist dir durch deines Freundes Todes-fahl etwan so übel nicht ergangen/ als du dich bereden wilt/ oder du stellest dir deinen kündigen Zustand alzukläglich vor/ förchtest argersund komt bessers/ oder dein Schaden ist nicht so ver- zweisselt/ und kan wo nicht mit gleichem doch mit anderem Segen ersetzt werden/oder du hast noch anders / daran du dich vernügen und wider erfreue: kanst/ wie bey Jacobs/ Davids und Naemi Leid D westn r». klslw Z7.;. r.§iw.ir.»Z 26_ Christliche _l Wesen zuersehen. Gesetzt aber dcme wäre also wie du klagest/ und du sehest deines jammcrs auff Erden kein end / so schwinge dich nnt deinen Gedanckem .gehn Himmel/ setze deinesHertzcnsVertrauen auff Gott/ der über atkunser bitten und verstehen überschwenglich thun / und reichlich ersetzen kan/ was an dem Verstorbenen abgegangen / stille deine Thranen-flutt in dem Meer seiner Barmhertzigkeit/ befihl Ihm deine Weg und hoffe auff ihn/er wirds wohl machen. Erinnere dich dabey zu deinem Trost/ daß auch du nicht immer in Jammer auff Erden und von deinen Verstorbener: werdestFe- trennet verbleiben/ sonderen daß mit deinem Kumer auch deine Lebens-zeit werde Hinstreichen/dein Leid in Freud verwandelt werden/ und der Todte nicht mehr zu dir auff Erden/du wohl zu ihm in den Himmel kommen werdest/ welches Davids Trost in seinem Leid gewesen. 8 Der Grund des Trostes ist noch übrig / in diesen Worten: Gihe/es hat überwunden der Löw rc. Der Elteste laßt vorhergehen das Wört- lein: Gide! Iohannem zu sonderer Auffmercksam- keit/ deren auch der Trost wohl werth were / auW zumunteren. Ergründet seinen Trostdarauff/daß überwunden habe der Löw auß Juda / die Wuryel David. Gedenckt hiemit s Des Uberwindcrs b Und stines Sieges. a Der Uberwrndcr wird befthriben als Ein Löw aus Juda/und als die wurtzel David. Ist eine Vereinigung zweier ungleichen Gleichnus- sM Letch-Predige 27 L^i. )r. sen / so aber in diesem Buch nichts neues/und beide zu Beschreibung deßjenigen/ so er vorstellen will/ sich wohl schicken. « Als ein Löw wird derUberwindervorgestellt: Sihe es hat überwunden der Löw rc. dadurch wird niemand änderst als IEsus Christus verstanden/der wird einem Löwen verglichen/ von wegen eimgen herrlichen Eigenschajsten und Vorzügen) so an Christo gleichwie an dem Löwen zu gewahren. Der Löw ist ein ansehnlich Majestätisch Thier/der König der vierfusskgen Thieren: Christus ist voller Majestät / Ehr und Ansehen/ der Röntg a^er ^c.-/.^ Röntgen. Der Löw ist Großmütig/ Tapfferund Unerschrocken/ er brütet über seinem Raub/erschrickt nicht vor der Nirten geschrey/ und ihm ist nicht leid vor ihrer menge. Christus ist der- selbiae großmütige und tapssere Held / der seinen Feinden unverzagt under Augen getretten/der Gerechte/der getrost wie ein junger Löw / getrost biß in den Tod gewesen. Der Löw / der vor niemand leicht erschricket/ erschreckt mit seiner Stim mäniglich: Der Löw brütet/wer sotre stch nicht förchren 7 Christus hat eine durchringende Stim kräjftig denFromen zum Trost/ entsetzlich den Gottlosen zum Schrecken und verderben. Der Löw ist berühmt von seiner stärcke/ er ist mächtig (der Stärck- ste) under den Thieren. Christus ist derselbe star-I^,-, - cke k)etd/ der atke stärcke der Feinden zu boden ^ stoßet/ und deme niemand widerstehen kan.i>-w. 4 -. Es wird aber dieser Löw noch eigentlicher be- ^ Hriben/ daß er sey krov. r» r. s. D Vo, Christliche 28 Lcneil4-9 kül.7».6»< ^scrk.i.. kLL n. 1 ^cnm.zz.;. ! Von dem Geschlechte Iuda. Einige wollen' der Elteste/wofern er nicht selbs der Patriarch Ia- cob gewesen/ sehe zum wenigsten auffdessen Weissagung über Iuda/ wann er sagt: Iuda ist ein junger Löw/dubist hoch kommen/mein Sohn/ durch große Sieg/ er dac niedergeknice und sich gelägere wie ein Löw und wie eine Löwin/ wer «E sich wider thue aufflehnen r Dadurch er dann dieses Sohns stärcke und Tapfferkeit/und seiner Nachkömlingen Herrschajst und Macht habe andeuten wollen. IsteinFürblld gewesen auff Christum/ dejftn unendlicher Herrschajst und unvergleichlicher Macht/ der eben diesen Stammen Iuda er- wehlet / auß diesem Stammen nach dem Fleisch verheißen / und in der Me der Zeit darauß gebohren. worden / wie es sein Geschlecht-Register mitbringt; daher er der Löw auß dem Geschlecht IudagencnL wird. Er wird auchvorgestelt c Als die wuryel David ; weil Christus von' David her und aus seinen Länden/wie ein Gewächs oder Schoß auß der Wurtzel/ entsprossen und her- gestamnlet/ und zwar zu der Zeit/da der Stamme Davids zimlich auff der Neige gewesen/ wie wann ein Baum blß auffdie Wurtzel abgehalten/ deswegen er d,e R«rthe von dem abgehauenen Stammen Isai/ein Uweig auß seinerWurtzel/ das Ge- wächß Davids genent wird. Man möchte auch sagen/ er heisse Davids Wurtzel / weilen / wie die Wurtzel dem Baum/eben so er David und seinem Geschlecht Safft und Krajst Nahrung und Leben gegeben / daher er die Wurtzel des Geschlecht«. David- Lcich-Vredigr. 29 David heißt. Eben wie er ein Sohn und ein WErr Davids gewesen/ jenes nach dem Fleisch / dieses nach dem Geist/jenes weil er von David her- gestaimt/ dieses weil er David zu gebieten/ undselbs ftin A.öirig und sein GOce gewesen. Es drenet uns diese Beschreibung zu Starckung unsers Glaubens / daß ja Christus der wahre Meß sias ulid Welt-Heiland seye / irr den: er der Held von beyder: Naturen/ Emanuel/ GOtt und Mensch in einer Person / nach der Gottheit und seinem Königlichen Amt/ ein Löw/ nach der Menschheit aus Iuda von David/auß eben dem Stam und Geschlecht gebohren/darauß. er krafft Prophetischer Vorsagung hat sollen gebohren werden. Es dienet uns dieselbe zur Warnung / daß wir uns hüten/ die Majestät dieses Löwens zu beleidigen/seine Stimm zu verachten/ seinen Zorn zurei- tzen/ umb seine Stärcke nicht zu fühler:; es laßt sich strwar mit Löwen nicht schertzen/und unser GDee laße seiner nicht spotten. Es ist kläglich in die Klauen eines grimigen Löwen/ und erschrocklich in die k)and des zornigen GDtkes fasten- Auch zum Trost dierret uns / daß / wann uns GOtt unserer Sünden halben den Löwen / das ist/ dem Grimm böser Leuthen übergibt/ wann wir in Angst und Noth/ wie Daniel in der Löwen Gruben/ sitzen/ wann der höllische Löw seinen Rachen wider uns auffsperret uns zuverschlingen/ wir nicht verzagen/ sondern an diesen Löwen aus Iuda gebenden/ an diese Wurtzel Davids uns halten/ und nicht Misten/ daß/ weil er unserer Natur und un- D z ser äxoc r,.>6 KlLlrli. rr. klslm.s.z. Q-I.6.7. tteb.ro. z/ äug Oper. lom.X. Lenio. 17^.. «ieHmj». k ». »/;> Nebr.»i^.. r .Lor. i;. Cal.r.15. i zo Christliche ser Bruder ist/ er sich auch unser getreulich annem- men/ und / weü er ist der starcke Low/ er allen anderen dastand seyn / uns erretten / und sie überwinden werde- b Von solch einem Sieg redt auch der Elteste / wann er von dem Löwen auß Iuda meldet: Er habe überwunden. Auff was vor einen Sieg der Elteste alhier sehe/wird mcht gemeldt; die meisten Kir- chen-Lehrer ziehen diese Wort auff Christi Tod / Aufferstehung und Himmelfahrt; sie sagen / Christus habe in semem Tod die Feind erschlagen/ in seiner Aufferstehung den Sieg erwiesen/ und in feiner Himmelfahrt den Triumph gehalten. äuZulKnus redt davon meiner sonderbaren dcrmon also: Der Sieg unsers k)ErrenIEsu Christi ist besche- hen/ da er aufferstanden und gen k)trirmcl gefahren/ und da ist erfüEet worden/ was im Buch der Offenbarung stehet: Es hat überwunden der Löw auß dem Stammen Iuda. Von diesem Sieg redt auch der Apostel/ wann er sagt: Christus hak durch seinen Tod die Mache genommen dem / der des Todes gewale hatte/ das ist/ dem Trüffel. UndWlderunuDerTod ist verschlungen in dem Sieg; Tod/wo ist dein Stachel ? k)öik/ wo ist dein Sieg? GOtt aber styeDanck/ der uns den Sieg gegeben hat/ durch unsren t)Err kxoc.;.-. luäic. 14.8. klLtK.H.Z?, ^m»L. zr_Christliche Antwott: Gantz wohllIohaniiis Traurigkeit kahm daher/well er vermeint/ es seye niemand/ der das verstgelte Buch tönte eröffnen/ niemand/der es zu eröffnn würdig were; der Elteste lehret ihn/ dap Christus vorhanden / und daß er würdig were; diese Würdigkeit führet er her von seinem Sieg; weil er überwunden (will er sagen) und ihme wider seine Feinde gelungen/ so ist er bey GOtt wohl daran/darum erhaltet er alles/darum vermag er alles/ darum ist er würdig geachtet/das Buch zueröffnen; ist das / was ihme die 24. Eltesten samt den vier Thieren zuruffen: Du bist würdig ;u nemmcn das Buch / und auffzurhun seine Siegel. Darüber Johannes sich wohl tonte zu ruy begeben. Wohlair damr aike die ihr mühselig und beladen/ die ihr erschlagen und betrübt sind/ komee her/trettet ein wenig mit eueren Gedanckenbeyseits aus dem Weg ewerer Welt-geschäfften/ und suchet den Löwen aus Iuda;Simson fand ehemahls in seinem Löwen Honig; auch ihr werdet Trost finden und R.uh für euere Seelen. Ihr/die ihr euch bekümmert umb den Schaden Josephs / wegen Betrangnuß der Kirchen / wegen Veroerbnuß der Zeiten / oder Boßheit der Menschen/ über euereigen Creutz und ungemach/ weinet nicht / sihe/es hat überwunden der Löw aus Iuda; der/ deme Wider so mächtige Feind gelungen/ kan und wird auch machen/ daß ihme wider gelinge/ daß die Kirche Ruh/die Zeiten eine bessere Gestalt/ die Menschen eilt ander Hertz/und euere Trübsal einen erwünschten Außgang gewinnen/wosem ihr Leich-Hredige. _zr ihme nur wohl vertrauet/ dann der seiner selbs nicht verschonet/ sonderen sich für uns dahin gegeben / wie solte er uns mit ihme nicht atkes schencken r" Ihr / die ihr betrübt seydt über euerer Sünden Mänge/über Satans Gewalt/ über mers Gewissens Unruh / über Mangel anTrost/ über des Glaubens Schwachheit/ über euers Hertzens Härtigkert/ weinet nicht/Christus har überwunden ;Eoen darum hat er überwunden / daß er die Sünden büss sen / euere Seelen stillen / den Glauben starcken' und die Heiligung beförderen möchte, wo die Sünde mächtig/da ist Gottes Gnad noch mächtiger. Satanas / nach dem er überwunden und gebunden/ kan nicht mehr thun als ihm Christus zulaßt/ das zerflossen R.ohr wird er nicht zerbrechen/und, das gltemende Locht nicht außlöschen/ Trost und Ruh wird auch Widerkommen / er wird seinen und die krafft seiner Aufferstehuna .._.., daß auch ihr je mehr und mehr anst ferstehet/ vom Tod der Sünden zum Leben der Gerechtigkeit. Zhr/die ihr euere Todten betrauret/mitRachel liebe Kinder / mit Jacob einen gehorsamen Sohn/ mit Ezechiel euerer Augen-Lust/ mit Naemi einen iebreichen Eheman/ mit Maria und Martha einen getreuen Bruder / mit Isaac sorgfältige Elteren/ beweinet/ weinet nicht/Christus har überwun- >en ; sein Sieg und Leben soll euch vielmehr erfreuen I als aller zeitliche Verlurst oder euere Todten euch' -etrüben sollen; der welcher seine göttliche Krajftin E ferner Korn. 8. z» kom.»o Ltsi 16 I- lok 1^-9 »vf.Su. Low.t Z7. Christliche )4 _ seiner Aufferweckung und Sieg erwiesen/ wird sich auch an euch und den euerigen erweisen: Euere Todten werden leben/ und ihr werdet auch leben/ der jerrige der euch zerschlagen/wird euch verbinden/der euch zerrissen/ wird euch bei len/ er wird euch lebendig machen nach zweien Tagen/und am dritten Tag ausrichten/daß ihr für ihm leben werdet. Wir alle/ was uns jmmer trauriges vorkomt/ Trübsal oder Angst/ t)unger oder Blosse / Gefahr oder Tod/ so uns zuweinen Anlaß gibet/ erinneren wir uns zum Trost des Siegs des Löwens auß Iuda/und zweifle» nicht/daß auch wir/ da wir uns durch wahren Glauben an ihn halten/und durch seinen Geist regieren lassen/durch seineKrasft in allem überwinden/ und wie er sein Haupt empor geschwungen/ wir als seine Glieder nicht im Staub zurück bleiben/sonderen ihme werden nachfolgen/ und würdig werden zu stillem Reich. GOtt geb/ daß wirs erleben! Es ist auff dißmahl nach Gottes Willen zu seinem Ruh-Bettlein geleitet worden / der Ehrenvest und Vorge- acht Herr Ich. Rudolff Hummel/ der Handelsmann; der ist an diese Welt gebohren worden den rL. Brachmonat ko.,6L;.von wohl angesehmen/Christlichenund Gottlieben- den Eiteren; sein Herr Vatter ist der Ehrenvest/ Fromm/ Fürnem und Weiß Herr Hans Heinrich Hummel/ Mit-Eltester dieser Christlichen Gemein bey St. Leonhard/ und Beysitzer C. E. Statt-Gerichts der Mehreren Statt welcher Leich-predige. Z5! welcher/ inverso fsrorum o^ciine, nun seinen zweiten HerrM Sohn/und zwar das jüngste aller seiner Kindern / wie vor-' mahls schon den Aelteren Herrn Sohn s und den einten K -.Hr.SimS feiner Herrn Tochtermanneren zmn Grab geleiten müssen; Z'"Äsnü Vene der HErr der starcke Gott/ der Gott alles Trostes in starb r>ei,-5 seinen: hohen Alter starcken / und in diesem abermahls er-.""- lebten Hertzleid mit kräfftigem Trost erquicken wolle! die b.Hr.xrantz Frau Mutter war Fraw Valeria Battrer/ so vor we- ortm«,,» nig Jahren diß zeitliche gesegnet. Lb den 4! Von diesen seinen Ehrenden Elteren ist er in wahrer r-i-r. -7°° Gottesforcht wohl aufferzogen / und zu Kirchen und Schulen fleissig angehalten worden / wie er dann die rm- sers meistentheils durchlossen; hernach/als er zur Handlung sonderen Lust bezeuget / ist er von wohlgedacht feinen lieben Elteren nacher Wclsch-Neuenburg / umb zugleich die Sprach daselbst zuerlemen/und nachwerts nacher Franckfurt und Stmßburg versandt worden / alwo er in Handelsdiensten sich rühmlich zu grossem vernügen seiner Herren Principalen benagen/ und sJahr lang auffgehalten/ biß er 4n no i688. wider zu den Seinigcn in das Vatterland kommen. Nach Gottes Schickung ist er in den Stand der H. Ehe getretten den 9. Merh ,69?. mit Jungst Elisabeth Socin/ weiland Herrn Joseph Socin gewesenenThum- Probstei Schaffners und Frauen Cleophe Schönauerin 7- ehelich erzeugten Ist. Tochter/seiner nunmehr hinderlassenew ' höhstbetrübte Frau Wittib/ mit welcher er diese 15. Jahr über eine recht liebreiche / friedfertige und höchst vemügte Ehe besessen / da/ wie man wohl wahrnemmen können / eines dem anderen eine Cron im Herhen gewesen / so daß es sich nicht zu verwunderen/wann der von GOtt gethane so plötzliche Streich / als ein rechter Hertzens-Schnitt von dem Überlebenden empfindlich auffgcnommen wird; GOtt heile diese Wunden/ und ersetze was da abgegangen mit Gnad/ Segen und kräWgem Trost ! Es hat Hr. Hummel selig Er auch Z6 _ Christliche _ auch in seinem Ehestand den von GOtt ftomen Ehcleutcn verheifstnen Segen wohl genossen/ indem er nicht nur mit zeitlicher Nahrung und Haab/ sonderen auch mit dem besten S chah / feinen Kindercn/benantlich einem Sohn und zweien Töchtercn gesegnet worden / davon der Sohn (der seine! grosse Freud und Hoffnung gewesen / von ihme eben das dermahlen eins zuerleben/ was sein alter Hr. Vatter an ihme erlebt/ nämlich einen erfreulichen alters Stab) bey' einem halben Jahr in Genff bey vertrauten Kaufflcuthen' sich auffhelt/ deme wir auchGottes heiligen Geist und dessen ^ reichen Trost / da er die betrübte Zeitung von seines Herren j Vatters Tod wird zu vememmen bekommen / von hertzen anwünschcn. Unserem Hr. Hummel sel. hat GOtt in seinem Leben viel Gnad und schöne Gaaben verliehen: Er war ein ehrlicher Hauß-Vatter/ der nicht nur für seine liebe Haußftau und Kinder/ sonderen auch für seinen betagten Hr. Vatter fieissig gesorget und gearbeitet; womit er neben all denen guten Erinnerungen/so er seinen Kinderengegeben/ auch in l der That und durch seinExempel gewicsen/wie man de Eltere !mit lcspea/ gehorsam und dicnsten an Hand gehen/ und ihnen / wie Paulus will / gleiches mit gleichem zu vergelten - wachten solle. Er war ein auffrichriger Natkanael/ der in all seinem Umgang mit dem Nächsten/ sonderlich in der Handlung/sich aller Auffrichtigkeit beflissen. Er war auch/ welches das rühmlichste ist / ein guter Christ; als der Gott gefürchtet / sein Wort geliebet/seinen Dienst fieissig und andächtig besucht/ auch zu Hauß seine gottseligen Betrachtungen gehabt; auch wissen alle die / so ihne gekant / wie freundlich / fncdfertig/diensthafft/mitleidig und guthätig er gegen dem Nebenmenschen/ wie still/ demütig / nüchteren / und vernügt er bey sich selbst gewesen / als der wenig nach ffembden oder hohen Dingen gestrebt/ sonderen seinem Gott zu dienen/ seinem Hauß wohl vorzustehen/ und seinem Berufs in Stille abzuwarten/ seine vomemste Ergötzung seyn lassen; so daß wohl zu wünschen / daß wir solcher Lcuthen F^eich-Predigt. Z7 noch viel hetten / oder daß/ wann es GOtt gefallen/er langer gelebt/ damit nicht mrr feine Anverwandten/ sonder ren noch andere Ehren-Leuth seiner weiters zugemessen und sich zuerfteucn gehabt hetten. Wie aber in der Welt nichts vollkommenes/ so auch alhier. Hr. Hummel / deme eusserlichem Ansehen nach zu zeitlicher Glückseligkeit nichts zuermanglen schiene/ hatte von bald drey Jahren her einen Pfahl im Fleisch / so ihme viel Unruh / und Wehetag verursachet/ doch so daß es einege räume Zeit durch noch erträglich und meist ein Haupt- Schwindel gewesen; bey einigen Monaten aber ist ein sehr hcfstiger und durchtringender Brust-schmertzen dazu ge kommen / welcher ihme solche Angst und Bangigkeit verursachet/ daß er offt einen harten Kampff zu bestehen gehabt/ darinnen er sich aber jeweilen als ein guter Streitter JEsu Christi erwiesen/sein Creutz mit Gcdult und in Stille getragen / GOtt alles heimgestelt/seinem heiligen Rath so abzuwarten / und das/so er über ihne möchte bescheiden haben/ genehmzuhalten/ ja mit danck anzunemmen/sich entschlossen. Und wann in diesem Fahl der Aerhten Mittel und Rath / der betmbten Haußftauen Abwartung und Gebätt/ und der Freunden Wunsch wider Gottes Rathschluß etwas hetten vermocht/ so wäre er gewiß annoch in dem Leben; GOtt aber hat es nach seiner ewigen Weißheit änderst bescheiden. Nachdem er vorige Wochen seine Geschäfft noch zim- lich versehen/ auch dem Ansehen nach so fein gewesen / daß am verwichenen Hohen-Donnerstag die lieben Seinigen ihre Andacht in der öffentlichen Gemein bezeuget/ (darüber er auch dazumal geseuffhet / und geklagt/ daß er nicht mithalten könne) und nach der Abend-Predigt derHerrPfarrer dieserGemeind/ sein geehrter H/. Schwager/ ihne besucht/ hat er über hefftige und cnnrinuierliche Schmertzen / so er sonderlich über die Brust fühle / sehr geklagt/ dabey aber frisch und starck geredt; darauff er von wohlgedachtem Herren erinneret worden: er müsse diese Wochen mit Christo die E z Mar- Z8 Christliche SLmrrLri» Mattenvochen halten/ und wann er verspüre/daß der indischen Achten Mittel nicht anschlagen/ desto eyferiger den mn. 6;.». himlnüschen Atzt / den rechten Meister zuhelffen / durch das Gebätt ersuchen daß er helffe; worauffer geantwortet: daß wolle er thun. As bald hemach sein Herr Schwager mit noch einem anderen Freund dazu kommen / willens ihne zu besuchen/ hat er ganh freundlich sie empfangen / und von einem und anderem mit ihnen a, der Elteste Johanni in unserem erklärten Text gibet/ de SiU des Löwens avs Iuda/ das ist/ Christi Verdienst Leiden R.01N.. S.48 6SY Leich- ^)redigr. _ Z9 Leiden und Herrlichkeit/ umb deß willen uns Gnad/Trost und Leben von GOtt zukommet. Betrübte Hcrtzcn wollen diesen Trost im Glauben sich zueignen/so werden sie auch durch Christum überwinden. Sie bedencken / wie wohl es ihrem Verstorbenen gelungen; er hat offt geklaget elender Nächten halben/ und sich noch gefürchtet auffs künfftige/ nun ist er von allem befreiet; er hat ofst gekampffet/ nun hat er überwunden ; er hat dieser Tagen eine beschwärliche Charwochen gehabt/ nun kan er ftälich Öfteren halten; er hat den Tod nicht gesehen / und ist einsmahls in das ewige Leben hinein getrungen. Christus JEsus/ der an diesem Tag lebendig und herrlich aus dem Grab hervorgegangen / und über seine Feinde gesieget/ der mache uns dieses Sieges auch theilhafftig / und äussere die Krafft seiner Aufferstehung an uns; Er verleihe uns / daß wir in dero gläubigen Betrachtung auch auffstehen aus dem Grab der Verderbnuß/ und uns befleißen zu leben das Leben so ihme wohlgefällt; er gebe/ daß wir durch seine KraN überwinden den Bößwicht/durch den Glau-> den die Welt / durch gedult alle Widerwärtigkeit / und ,.5»k. 5 .q.. durch das Vertrauen auff ihn alle Traurigkeit; er helffe uns endlich durch seine Gnad überwinden den leisten Feind/ , den Tod/ und wann wir biß an das Ende der Tagen injD^n.,,.,-. unseren Gräberen werden geruhet haben/ jö erwecke er uns auch durch seine Stimm / und führe uns als der Hertzog des Lebens ein zur ewigen Ruh und Seligkeit. Amen. ENDE. <"V ss