4 -6„. -8! ! 8 - ottes in Detd-und Eepdens-Icit. 2.0orinrk. I. Ver^ z,4- Gehalten in dem Münster zu Basel/den 2.7dl-. 1709. Bey Lhristlicher Bestattung/ Der VlelEhren -- und Tugendreichen ocin /1 grauen Des Ehrenvestm / Fürnemmen und Weisen ierren Wanß Minrich Myhiners/ Beysitzers eines Ehrsamen Stadt-Gerichts/in ? L s- 8 - dem minderen Basel/ Gewesener Ehelicher ^auß-Frauen.. Durch Alerander Wollet' / Pfarrern bey St. Martin. K- «R M U K -ßP. M BASEL/ Druckts Friedrich Lüdj. Text. L. <^or. I. ver5. z, 4 WElobetsey GOtt und derBatter ^unsers HErren ^Efu Lhristi/ der Vatter der Barmhertzigkeit/und GOtt alles Trostes/der uns tröstet in allem unsermUübsal.Daß wir auch trösten können/die dasind inallerley Trübsahl/mit dem Trost / damit wir getröstet werden von Gott. Erklärung. OTT dem HErren dancken für empfangene Gutthaten/ und feinen Nahmen preisen / wann er mit ftinem Segen bey den Men- fchen-Kindern einkehrt / ist ein Sach / fo auch etwan von Unwi- dergebohrenen/nach Alücitung ^ der Vernunfft/ und Antrieb des Gewissens befchehen kan. AberinCreutz undTrüb- A 2 _ fahlen 4 Christliche Lf.rs.r4. 46. Neb» n. 10 sahlen/urrd wann alles uns zuwider ist/GOtt loben und preisen / ist eine Kunst / davon der natürliche Mensch nichts weiß/und nur allein m der Schul des Hell. Geistes studwet wird. Dann so sagt der natürliche Mensch bey sich selbst. Me soll ich GOtt den HErren loben/wann es nur so übel geht t Wre kan rch mich so weit selbst überwinoen / daß ich seinen Nahmen preye / wann er sich gegen mir stellet/als wolte er alle die Schalen seines Zorns über michaußschütteni Wie kmnch seine Gäre rühmen / wann mein Hertz nur bitterster Be- trübnus/meine Augen mit Thränen/mein Mund mit Seuffzen ur,d Klagen angefüllet i Aber der widergebohrenc Menstl)/ sihet beydes seine Trübsahlcn/und denjenigen/der ihme solche zusendet/mit gantz andern Augen an. Er weißt / daß all sein Creutz nicht ohngefehr / sondern von GOtt/ hiemit von lieber Hand ihmezukomt / auch nicht boß gemeint ist. Erweist/ daß beständige Glücksciigkelt dem Menschen mehr Schaden als Nutzen bringet. Die Anfechtung hingegen lehret aufs tVortmer- cken und wo sein Recht im Lande gehet / die Einwohner des Landes Gerechtigkeit lehrnen. Er weiß/ daß GOtt seine Kinder/durchs Creutz nur sozunch- tet/wie er sie gern sihet. Daß er ihren Glauben Hoffnung ^Liebe/Gedult dadurch auffdie Prob setzet/ihre ! Aildacht und Eyffer zum Gcbett entzündet iyrHcrtz von derWelt und dero Eytelkeit abzeücht. Mit einem > Wort: daß er die Seinen züchtiger / damit ste leine > Heiligung erlange,,. Er weiß endlich daß wie m der Natur das Liecht auffdie Finsternus/dre Raheauff dwArbeit/der Schlaffauffdas Wachen folget; al- Leich predigt. c.r.io. so sey esauchhler: kolknndilu kttoebu8, nachdem Regen komme wieder Sonnenschein / nach Tran- ren Trost/nach demLeyd Freud / spricht daher bey sich selbst: OabitOeu8tti8 guoguettnem, GOTT wird auch diesem beyden zu seiner Zeit ein Ettd schaffen. Und daherhaltet der widergebohrne Mensch sich selbst verpflichtet / GOtt seinenHErren/ in dem Ubelstaiid sowohl als m dem Wohlstand/in bösen so wohl als in guten Tagen zupreffen.Md wann ihme auch das / so ihme under allem/ was ihme GOtt zu seürcrVernügung bescheret/ am liebsten gewesen/wre- derurn entzogen wird, mit dem geduldigen Hiob zu sagender ^Err hats gegeben der^Err hats genon'i en/ der!7tam des^Erren sey gelobet.Und abcrinahl.^a- benwlr das Gute vom ^Erren empfangen/ sotten wir von ihme das Böse nicht auch annemmen? Und dahin gehet die Erinnerung des Apostels an die gläubigen Thessalonicher / wann er ihnen besticht/ danckbahrzuseynin allen Dingen / hremitm dem Ubelstand so wohl / als in dem Wohlstand. Und wozu er andere vermahnet/ das praLicirtund be> kräftiget er mit seinem eigenen Evempel / wann er mitten nr seinen grosten Trübsahlen/ Widerwertigkeiten und Verfolgungen / in diese Wort außbricht: Gelobet sey GOTT und der Vatter unsers -ZEr- ren IEsu Lhristi/der vatter der Barmherzigkeit/ und GOtt alles Trostes /der uns tröstet in allem unserm Trubjah!.Oaß wir auch trösten konnen/die da find in allerley Trübsahl/mit dem Trost/ damit wir getröstet werden von GOTT. Smo eben dieWsrt/mit welchen wir gemeiniglich A z den 6 ^ ^ Christliche _ denEingangunscrerLeichpredigten zumachen pflege. Sind aber auch solche Wort / welches) wir ihnen in derForcht des HErren recht nachdencken/ an statt eines trefllchenOoräiLl oder Hertzstarkurrg dienen/und in allerhandTrübsahlen gewaltig uns ausrichten und starcken können. Demnach wir dann aujfdißmahlen/ nach Gottes heiligem und unwandelbahrem Willen/in dem Trauer-Hauß bey einander vcrsamlet sind / daß wir zu ihrem Ruhbettlein begleiten eine unserer mitgläu- bigenFrauel: undSchwester sel.namllch.Die viel Ehr- und Tugendreiche Frau Ursula Socin / welche der HErr unser GOTT verschienenen Freytag Morgens/ zu seinen Göttlichen Gnaden abgefordert ; als habe mir vorgenommen/vermittelst Göttlicher Gnad und Beystand/ dieselbige mit Euer Lieb in des HEr- ren Forchtzu erwegen. Es lobet der selige Apostel in denselben GOtt den HErren/daß cr ihme in allen seinenTrübsahlen so gewaltrg beystehet/auch so reichlich tröstet in Christo. Es komt ulls da sonderlich zubedencken vor l. Wie -er Heil. Apostel sich GOtt den HErren vorstelle? II. Welches die Gutthat/ für die er dancket? m. Die Lobpreisung oder Dancksa- gungansichselbsten. ! HERR thue meine Lippen auss / daß mein Mund deinenRuhm verkündigelBereite zugleich aber auch Leich^predigt^ auch unser aller Hertzen/ daß wir deine Göttliche Vertröstungen wol fassen und heilfamlich bewahren mögen! Amen! Von dem Ersten. Mervorderst stellet derApostel Gott den HEr- I ren sichftlbsten vor:Erstlich als denNatter un- ^strsHErreirIEsii Christi. Demnach/ als den Natter der Barmhertzigkeit. Drittens als den Gott alles Trosts. I. Gelobet/sagL er zu erst/stpeGDLt und der Natter mrstrs HErrettIEsil Christi. Wamr wir jemand mitLob erheben wollm/so ge- dencken wir gemeiniglich derjenigen Qualiteten und Eigenschaften/so an demselben die allervortreflichsten sind/ un zeigen damit an/was uns sonderlichdazu bewege/ daß wir ihn also rühmen. Dieweil dan under allen Wercken und Eigenschassten GOttes mit welchen er sich Englen und Menschen zu erkennen gegeben/diese die aller GlorwürdigsteL)aß er der Natter ist unsers HErren IEsu Christi / und IEsus Christus der Sohn GOttes/ gleiches Wesens/ Majestät und Herrlichkeit von Ewigkeit/ hiemit der GlanH derGöttlichen Herrlichkeit und das abgedruckte E- benbild stinesWesens.So daß wir von unserm Hey- land sagen können: daß inIhm die Fülle der Gottheit leibhasstig / das ist/ wesentlich und persöhnlich wohne. So wird ervon dem Apostel genennet/ der Natter mrsers HErren IEsir Christi. Demnach nennet ihn der Apostel also / daß er beydes sich und uns zu Gemüth führe / daß das Fundament all unsers Trost und Heils darauffberuhe.DaßGOttuns arme I-S. Lot- L.H 8 Christliche Lxk-s.i.rr, rZ- Lxk.r. 5- ^ok. l. ir. A.e>m.8I6. me Menschen selig zumachen/nicht irgendeinen Engel/oder sonst eine vortrefllche Creatur; sondern seinen selbst eigenen und eingeliebten Sohn in die Welt gesandt / damit wir die Grösse seiner Güte gegen uns mit desto grösserer Danckbarkeit erkennen / auch in Trübsalen desto mehrererHülss und Trosts zu Ihme uns versehen möchten. Endlich nennet er VOtt einen Natter unsers HErren IEsu Christi/ uns zu lehren. Daß wie GOtt ein Natter ist unsers HErren ILsuChristüalso feyeer auchunserVatter/weilChri- stus unser Haupt und wir scineGlieder sind. Dann GOtt hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles/welche daist sein Leib/nämlich die Fülle deß/ der alles in allem erfüllet. Und eben darum ( will der Apostel sagen ) sollen sich die Gläubigen nicht allzusehr betrüben / weil sie nicht um Ubelthat/ sonder um Christi willen/und weil sie Christen sind/Trübsale lei- den.iSollen nicht gedencken zu dcrZeit/als wärcGott über sie erzörnet/sonder daß weil sie um Christi nullen Leiden/er ihr gnädiger GOtt und Natter seye. So ist dann der Natter unsers HErren IEsu Christi auch unser Natter um Christi willen. Ern- mahl/weil er uns in Christo erwchlet/und zur Bin d- schaffc verordnet hat gegen Ihme ftlbst/durch IE- sum Christum. Uird dann wiederum / weil geschrieben steht: wie viel Ihii/ nämlich IEsum Christum das grosse Liecht der Welt/ austnahmen/ deneit gab er Macht Gottes Binder zu werden/ die arr seinen !7tamen Flauheit. Drittelis auch darum / weil GOtt den Geist seines Sohns in ihre Hertzen sendet / der Aeugnus gibt samt ihrem Geist/daß sie Gottes Binder sind. Dahero hat uns auch Christus beföhlest im _Lei ch-pred igt._ 9 Gcbett GOtt unsern Batter zunenncn.Unb als Er der HErr sigreich von. den Todten aufferstandcn/ sagt er zu Maria : Gehe hin zu meinen Brudern/ und jage ihnen: Ich fahre aujszu meinem Batter) und zu euerem Vattep zu meutern GL>tt und zu euerem GOtt. IstderallergrösteTrost/dcrunsin dieser Welt wiederfahren kan , daß wir zu GOtt sagen dörffen: s^u^Err bist unjer Batter/und unser Erlöser/von Alters her ist das dein ! 7 same. Hierdurch sind wir versichert/daß wie sich ein Butter erbarmet über seine Binder/Ko erbarme sich der -AErr über die so ihn sorchten. Und darum nennet Ihn auch der Apostel ftrners. I r. EimnVatter derBarmhcrtzigkcit/oderwie es in dcrGnuldsprach/ in der mehrernZahl hcijset/eincn Batter derBarmhertzigkeiten. Gleich wiediß Wort auch/ Röm. 12.1. Klagliedcr. z. 22. und änderst- wo/in der mehrernZahl gebraucht wird. Nicht als wann mehr dann eine durchauß vollkommene Tu- gent derBarmhertzigkeit/inGott dem HErren anzutreffen Ware; sondern weil er dicselbige auffgar vieler-l leyWeis/in gar vielen/ja in allen seinen Wercken ge-! gen uns offenbahret und bckant macht. j Die Hebrcer/wann sie die Natur der Varmher-! tzigkeit bedeuten wollen / bedienen sich eines Worts/ das seinen Ursprung her hat / von demAuffwallen des Geblüts oder Entzündung des Eingeweydes: Darum daß solches gemeiniglich zu beschehen pflegt/ bey denen ./ welche st chübcr etwas so den Menschen fast betrübt und kläglich vorkomt/erbarme.So als jene zweyWeiber bey dem Könrg Salomo/über dem le- - B ben- .'lattk.S.K. ' l ik.ro.i/. 10z. 1;. l 10 Christliche »«Klt.-rr rs.^8. bendigerr un LodtenKind sich erzanckt/un ein jedwede re des lebendigenKindes Mutter seyn wolte:DerKv- nig aber / um den Streit zu entscheiden/ sich angestellet'als wolte er das lebendige Kind mitdemSchwert theilen / und einerjeden davon die Helffte geben/sagt der Geist Gottes: daß der rechten Mutter müterli- ches Artz entbrandt sey über ihr Bind / daß sie es lieber in den Armen des andern Weibs / als aber ge- tödet sehen wollen. So wann Christus das grosse Volck / so da war wie die Gchaff/die kernen Arten haben; deßgleichen auch das Volck / das drez> Cag bep ihme verharret/ünd nichts zu essen hatte/ vor sich her sahe/hieß es beyIhm/mich jarnnrert diestsVolcks^ Oder wie das Wort rn senrer Sprach lautet: Mein Eingeweid wallet in mir auf/ über dem Jammer dieses Volcks. In eigentlichem Verstand/kau solches nicht von GOtt gesagt werden / Lx^^p-iiliorris Numeri ett, GOtt ist keinen Gemüts-Enderungen oder kuMonen urrderworffen. Wann aber GOTT dem HErren/nach Menschlicher Redells-Art / der- gleichenGemüts-Bewegungen oder Enderungen zugeschrieben werden/so wird dadurch bedeutet.Daß er gegeir den Elenden in der That Lhuc/wasMenschcn/ die wegen anderer Elend betrübet und bekümmert sind/zuthun pflegen: daß er ihnen zu helssen bereit sey/ oder getreulich Helsse. Er heißt ein Vatter der Barmhertzigkeit/ dre- weilEr die ursprüngliche Brunquell ist aller Barnr- hertzigkeit/die uns in leiblich-und geistlichem Elend wiederfahret. Dann wann der / der auß keinem andern Absehen/als auß heiligem Mitleiden/den Hun- gerigen speiset/ denDurstigen träncket/den Nackenden. Leich-Predigt._i t den bekleidet/denGast undFrcmdling beherberget/rc. für barmhertzig zuhalten; so nruß ja GOtt von welchem Gesundheit/Leben/ Erhaltung und alles komt/ der vatter und die Brunnquell der Barmherzigkeit seyn. Und zwarum so vielmehr/ weil alle Creatoren und Menschen/ durch welche uns Barmhertzig- keit oder einiges Gutes zukomt/nur die Instrument und Werckzeug sind in Gottes Hand/uud durchIhn regieret und geleitet werden. GOtt ist ein Vatter der Barmhertzigkeit/weil er allezeit ein weises / sorgfältiges und erbarmendes Natter-Hertz gegen seinen Kindern trägt. Es gibt wohletwann Natter/dieihrer Kinder/die sie gezeu- get hatten / ihres eigenen Fleisch und Bluts / wenig oder gar nichts achten/gleich dem Straußvogel/ von welchem bey dem Hiob stehet: Er lege seine Ever aufsdie Erde/und lasse sie die heisst Erden oder oen heissen Sand außbruten/und vergesst daß sie möchten zertretten werdeir/und ein wrldes Thier sie zer- brechen.Wiederum werden derenVatter gefunden/ welche ihren Kindern allzuviel zartlen/ ihnen allen Willen lassen und damit solche verderben/oder wenigstens Ursach sind / daß solche übel außschlagen und mißrathen. Aber so nicht GOTT der Natter der Barmhertzigkeit.Wie er seine Kinder inkeinemElcnd kan lassen zu Grund gehen oder verschmachten/so erzeigt er auch darinBarmhertzigkeit.Daß wann erste sihet/durch Sicherheit/ Müssiggang/Eigenwilligkeit und andere Sünden ihrem Verderben zueylen;er ste mit der Ruthe der Zucht zurück / und von dem Verderben abhaltet. Wie aber ein barmhertziger Vatter/auch seinem B 2 Kind 12 Christliche i.^or, 101z ^kt6s.iv,ro.! Lenri.,;. - 6 > ^ Kind keine schwarere Lastausiegt/ als es kanertra- ! gen. So ist GOTT der himlische Vatter auch getreu / der sture Binder über Vermögen nicht laßt versucht werden. Er legt uns eine East auff/ aber er hülstt uns auch. wir haben an Ihm einen GOtt der hülstt/ und einen HErren HErren/ der vorn Tod errettet. Er gibt den Müden Krafft, und stärcke den Unvermögendcn/daß sie tragen können/ was er ihnen auffcrlcgt. Er nimt endlich auch den Last von ihnen ab/und erquickt sie nach seiner grosstu Güte. Wie ein barmhcrtzigerVatter geneigt ist/seinem Sohn seine begangene Fchler/wann er solche hcnzlich erkennet/bercuetund abbittet zuvcrgcben; Also nimt auch der HERR diejenigen/mit Verzeuchung ihrer Sünden zu Gnaden anst / dre auß recht zcrlittrfcht- und zerschlagenem Hertzen um Gnad und Vergebung bitten/wie solches Christus der HErr uns vorstellet/mit dem Parabel von dem verlohnten Sohn/ weichender Vattcr/ so bald er von seinen sündlichm Wegen umgekehrt und zu ihn; gesprochen: Vatter ich hab gesündiget in Himmel und wider dich / rc. nnt aller Bezeugung Välrerlicher Liebe und Verzeihung zu Gnaden auffgcnommen. Von Hagar der Mutter Isinaellestnwir 'daß da sie/auß MangelWajscrs vcrnrcint/sie un ihrSohn werdenDursthalben verschmachten-habe sie denKna- ben undcr einen Baum geworden, sich gegen über von ferne eines Bogenschustweit gesetzet/und scye in diese betrübte Wort aufgebrochen: ich kan nicht sehen des Bnabens sterben/habe ihre Gtinmr aust'geha- und bitterlich geweinet. Also karr auch dieser barm- hertzige undhimlische Vatter rncht sehen / daß seine Kur- Leich - predigt.iz Kinder verschmachten. Sein Hertz/sein Eiirgeweyd wallet Ihm/ so zu reden auf/ und entzündet sich in rh- me/daß er sich ihrer erbarmen muß. Es scheinet zwar ctwann/daß er sie lasse verschmachten/wann er sie laßt sterben. Aber nur der Lew verschmachtet / und ver- athmet; der Geist aber oder die Seele wird zum ewigen Leben erhalten. Dann eben damahl/wann sie mit dem zeitlichenTodtzukämpffen haben, verrichtet der Heil. Geist sein Werckund Ampt in ihrer Schwachheit/und vertratet sie/wie der Apostel sagt / mitun- außjprechlichen Seusszen. Er ivürckct m lhncn daß ehre Seele (wann auch der Lew am merstcn gedruckt und gepreßt wird)glerch einemPalznenbaum sich mr- por schwinget. Und wie es nur der Ar ch Noc ergangen daß/je höherOre Wa.scr der Sundsiuß gestigen/ ze mehr sie gen Himmel erhaben worden; also kommt auch eine solche gläubige Seel je naher zu ihremGott/ je mehr die Wasserrvogen ihrer Anfechtungen über- hand ncnuncn. Sie kau in den Wassern der Trübsalen nicht zu Grund gehcn/GOtt erhaltet und starcket sie. Und darum nennet auch der Apostel GOtt den HErren/ > III. Eüren GDTT alles Trosts. So nennet er i ihn auch einerr GGTT der Gedult urrd des Trosts, j GOTT der HERR sechsten gibt sich diesen Nah- > men beim Proph. Esaj. wann er spricht: Ich / ich i bin euer Tröster. Und in dem 57. Capital spricht der HErr: Ich wohne bey denen/ so zerschlagenes , Geistes sind/ aussdaß ich erquicke den Geist der Ge- demütigten/ mid das Artz der Erschlagenen. Sonsten w:rd der Heil. Geist der GOTT des Trosts / oder der Tröster geheissen/und wwd Ihme B z das k.om.8.r^. 1;.^. L-x.57.if- Al«i. r. vLl.4.«. 14.16. »iob.iL s- 14 cthnstliche das Trost - Arnpt zugeschrieben. Dieweil aber der Vatter rvürckct(hiemrt auch tröstet) durch den Heil. Geist / der von Ihme und dem Sohn außgehet. Dieweil der Vatter mcht nur seinen Sohn gesendet/ den Elenden zupredigen und die zerbrochenen Ar- tzen zuverbirrden / zupredigen den Gefangenen eine Erledigung und den Gebundenen eine Oeffnung: Sonder auch den Ail. Geist/ den Geist seines Sohns in seiner Außerwehiten Artzen sendet / der da russet Abba lieber Vatter/(massen dam-Christus derHErr verheißen: Er wolle der: Vatter bkteii/ daß er uns einen andern Tröster gebe / derbes uns bleibe ewiglich.) So wird die gantzcHeil. GöttlicheDreyeinig- kcrt ein GOtt alles Trosts genennet. Wie (laut dem Bericht der Scribenten) der al- leredelste Balsam allein in dem Jüdischen Land anzutreffen: also wird der allerkräfftrgste Trost bey dem Dreyeinigen GOtt allein/ und in seiner seligmachenden Gemeinschafft gesunder:. Menschen sind offt leydige Tröster/ wie Hiob seine Freunde-rennet: Ihre Vertröstungen sind nur äußerliche Kleib-Pfläster- lein/so nicht dasHertz oder Seel durchdringen; Aber wie GOtt ist ern GOtt der Geister oder der Seelen/ so ist er auch ihr Artzet/und ihr Tröster. Es nennet Paulus GOTT einen GOtt des Trosts/weil die Gläubigen in diescrWelt nicht allein bedörssen/ daß sich GOtt über sie erbarme / und ihnen aus ihrem Elend außhelffe;sondern auch daß er sie in demElend tröste.Dan daß ihreTrübsalen oft so groß/ sie unter dem Last ihrer Leiden fast versincken / dazu auch vielmahlen mit schwären Anfechtungen und der Verzweiflung zukämpffen haben. So bedörssen sie öffters _Leich -du redigt._ öffters ihre Hosslnurg zuerhalten/der Vertröstungen Gottes sowohl/als einer Errettung. Paulus nennet GOtt einen GOtt alles Trostes / weil weder leibliche noch geistliche Trübsahlen ihnen begegnen können / da sie GOtt nicht mit Trost dagegen ausfluchten und stärckenkan / nach dem er es zu seiner Ehr und ihrer Seligkeit dierrlich und nöthig erachtet. Sezet ihnenSatan wegen ihrerFromkeit äusserlich zu/mitSpott un Verachtung.Erweckt er giftigeZun- gen sie zu oeriümden und zu lästernd so tröstet sie Gott mit seinem Wort/mrt dessen lieblichenVcrheissungen/ mit dem Erempel seines SolM IEsu / weicher das Widersprechen der Sünder wider sich selbst erduldet/der Schande nicht geachtet/und ist gesessen zur Rechten aussdem Stuhl Gottes / daß sie je nicht in ihrem Muth matt werden/und abtasten. Schreckt er sie nur Bedrohungen allerhand Ungemach / die sie bey dem Evangclio zugewarten haben ? daß sie von Haun und Hoffoeyagt/ um Haab und Gut um Leib und Leben möchten gebracht werden / wo sie nicht lhr zeitlicheWohlfarr in acht nemmen ? So versichert sie GOtt hingegen / wo sie ihme werden getreu bleiben bis in den Tod / so werde er ihnen die Bron des Lebens geben / führet ihnen zu Gemüth: Sie sollen nicht sehen aufsdasGegenwärtige und Sichlbahre/ sonder aufs dassukünfstige/ Unsichtbare Unvergängliche und Ewrge.Kan Satan auffdiese Weiß ihnen nicht beykommen/so quelet er sie öffters mit allerhand schwärmütigen traurigen Gedancken/ als stunden sie nicht in der Gnade GOttes / als wäre der HErr ihnen verwandlet in einen Grausamen / und was der- kl-b.n.r.z. > 8 . ro.Ll > L4-4- ?s.S4.iS- ^7; 16 Thrrstl-chc glcichen;Abcr auch damahls erzeigt sieh GOtt gegen ihnen als ei-:cn Gott alles Trosts / führet ihnen feine mit David sagen: Ick) hatte viel Lekumnrernus in meinem Artzen aber deine Dertröjtungen ergötzen nrelne Geele.Und mit dein frommer: Affaph: Dennoch bleibe ich stäts an dir dann: du haltest mich bep meiner rechten-Zand / du leitest rnich nach deinem Rahtundnimstmich endlich nm Ehren air. wann ich nur dich hab/so frag ich nicht nach Fimmel m:d Erden/wann mir gleich Leib undÄeel verschmacht/ so bist du doch GDtt allezeit meines Artzens Trost und -nein Theil. Und das laßt steh bedencken bey dem Ersten/namllch bey denen schöncnNamen mrdEhren- Lttlen/ ulrder welcher: der Apostel -ich sewstcn GOtt der: HErrer: vorstellet. Von dem Andern. Amit wir aber die Ursach wissen / warum er GOrt dem HErrcn so herrliche Nahmen zulege/ so gedcnctct er für daS andere auch der Guthat / die er m vorigen seinen Trübsahlcr: von GOrr empfangen und noch täglich empfange Er ist / sagt er-der Gott alles Trosts, der uns tröstet in allen: unsern Trübsahl. Paulus ist gleichsam durch alleOulle? der Trüb- fahlen gegangen / auff allen Proben bewähret worden: alS "der da Verfolgung / Gefangnuß/Hunger / Durst / Blosse / Geisel / Stemigung / Schiff- üruch/ m eudilch den blutigen Martcr-Todt erlitten. Aber er und andere Gläubige semcr Zeit konten auch sagen Leich-Hredigt. ^7 k5.,7 r.Lor.r. i; sagen/in allen ihren Widerwcrtigkerten: GOtt tröstet uns in allen unsern Crübsahlen. War er im GefängnußiGOtt war mit ihm/wie er mit Joseph imKärcker gewesen irr Egyptenland/ so daß er semenKarcker/mehr für eineSchule der Ge- dult/als für eine beschwärliche Einsamkeit ansehen und bey sich sclbsten sich versichern konte.Daßwann er gleich im Finstern sitze / werde gleichwohl das Liecht wiederum aussgehen dem Gerechten / und Freude den frommen Hertzen. Müsse er gleich den Gestanck dcrGefangnuß vertragen/so werde er doch GDtt ein guter Geruch Christi sepn / beides under denen die selig werden/und under denen/ die verrohren werden. War sein Leib im Gefängnuß mit Banden und Ketten gebunden/so war doch seinGerst undseineSeele in derFreyheit mit ftlnemGott.Seine Seusszen und Gebett für die heiligen Genreinden/ tonten auch durch die dickestcn Mauren der Gesang- nuß zu GOtt in den Himmel dringen. Er tröstete sich beneben damit/daß wann seine Gegenwart fur- bas der Kirchen GOttes nothwendig mrd nützlich seyn werde / könne ihn GOtt gar leicht auß der Ge- fangnuß wiederum in seine Freyheit bringen. Er sey der GOtt der da recht schasset denen/ soGewalt le))- ^-46.7. den / der die Sungerigen speiset / der ^Err erlöse sie Gefangenen. Daher wann er auch im Hunger und Durst sich befunden/manglete ihm ebenwohl an Trost nicht/ als der sich dessen versichert. Daß der GOtt/der die jungen Raben speiset die ihn anrüsten/ ferne Kinder mehr werde darben lassen. Der dem Propheten Ella C durch rf.147. s. r 18 Chrrstüche > Kcg. 17. 4 , ^lrnk.4 4 durch die Raben Brodtund Fleisch zugesendet/ihne zuversorgen / der werde auch fromme Hertzen erwe- cken/die sein Hertz erquicken in dem HErren. Zu dem/ so lebe der Mensch nicht vomBrodta!lein/si>ndern von einem jeglichenwortz daß auß demMundGot- res gehet. Gerieth er in Lebens-gefahrunder dieMörder? so hats GOtt geschickt / daß er wunderlich auß ihren Handen entrunnen/ gleich wie Christus derHErr/ ehe seineStunde kommen/und hatte den Trost. Daß GOtt mit ihme seyn werde/ wie er mit Daniel in dem Löwengraben / und mit seinen Gesellen in dem Feueressen gewesen.So daß ihme die Versicherung des gnädiger: Beystands GOttes/ mehr Trost zuwegen gebracht/ als die Grausamkeiten der Gottlosen ihme Schrecken verursacht. In Gefahr der Steinigung / ließ ihn der Gott alles Trosts abermahl nicht ohne Trost.Er erinnerte ihn dessen/ das in dein Psalmen stehcLDaß derZErr ihme alle seine Gebeine bewahre / daß der nicht eins zerbrochen werde.Wie er es dann wurklich zuLycao- nien erfahren/da die'Iuden ihne gesteiniget/zurStatt hinauß geschleisst und vermeinet/er wäre gestorben/ er aber bald wiederum aufgestanden/und m dieStatt gegairgen. Als er in Lebens-gefahr gerahten auf dem Meer/ und mar: sich wegen grausamen Sturm und Unge- witters/augenblicklichenSchiff-bruchsbesorgt/konte er abermahl/samt der: Gläubigen/die mit ihn: waren/ sagen : Der GOtt alles Trosts / tröstet uns in allen unsern Trübsahlen. Dann der Engel des HErren stund _ Leich -Predigt._ 19 stund bey ihme in der Nacht / und sprach Zu ihm: fürchte dich nicht Paule / du must für deit Naystr gestellet werden und sihe/GGCT hat dir gejchenckt alle die Mit dir schiften. Daß der Gott alles Trosts/ihme endlich bcyge- standen'und ihne getröstet habe / zur Zeit seines blutigen Martertodts / ist aus desselben schönem Schwanengcsanz abzunemen/da er an seinen Timo- tyeum geschrieben. Ich werde schon geopffert / und die ?eit meines Mscherds ist vorhanden, hinfort ist mir beygelegt die Bron der Gerechtigkeit / welche rnirderAErr/an jenem Tag / der gerechte Richter/ geben wird/nicht mir aberallein/jöndern auch allen/ die seine Erscheinung lieb haben. Summa / wre der Apostel in seinem Apostolat- Ampt fast niemahlen ohne Leyden / so war er auch memahlen ohne Trost. Und so sind auch alle/die dem Evangelio Christi beypflichten/ und auff Christum hoffen/in allem ihrem Leydund Leiden dcrGöttlichen Vertröstungen versichert. Gleich wie wir / heißt es in denen unserm Text nachfolgenden Worten / des Leidens Christi viel haben/so werden wrr auch reichlich getröstet durch Christum. Das rst der Vorzug / den wahre Gläubige für andernMenschen habemDaß wann sie auch dieMer- elendesten für der Welt scheinende in der That glückseliger seind/als die Kinder der Wclt/in ihrem völligen Wohlstand. Nicht nur das/was sie in demHim- mel zugewarten haben/ist unvergleichlich mehr und fürtreflicher/ als alle eingebildete Glückseligkeit der Gottlosen: Sondern auch das Ienige selbsten/ was C 2 sie 4cr.r7.r4. L^un.4.6- r. Loi.r.j. > äöi,rs.r4 lon.r.r.io. 20 _ Christliche sie bereits / alldieweil sie in dem Leib wallen/in ihren Hertzen suhlen / ncmlrch die Göttlichen Verheissun- geir/sind weit/wcit eilt mehrers / als alle die Vernü- gungen/so dic Weltgibet. Sie sind ein rechter Vor- schmackdes himmlischen Paradeyses / eineBevesti- gung ihrerHofnung/eineVerenderung ihres gantzen Gemüts/also daß sie all ihrcsLeidcns darüber vergessen/ und GOtt dafür zu loben angetrieben werden. So bewersens die Exempel der heiligen Märtyrer und Blut-Zeugen ILsu Christi / welche ihre Pein und Marter/ aller indischen Glückseligkeit vorgezogen/ und mitten in denen Feurflammen GOtt gelobt und gepriesen haben. Nichts als dieseGöttlicheVer- tröstungen Habengemacht / daß Paulus fteymütig/ gegen den Gläubigen zu Mileto sich vernemmen lasset : Ich achte mein Leben auch nicht silbsten theur/ ausdaß ich volleiide meilieir Laufsmit Freuden/und das Amt/ das ich empfangen habe von demHErren IEsu/zubezeugeir das Evangelium von der Gnade Gottes.Und daher komts/daß gleich wieIona in dem Bauch desWallsischs zuGott gebette/un initOanck- opfscrn/GOtt dem-ZErren seine Gelübdezu bezahlen verfprochenswcil er der Göttlichen Hülst sich getröstet 1 also auch der Apostel/ nicht wartet/bis ihn GOtt auß den Trübsahlen werde errettet haben; solider noch mitten in den Trübsahlen / seine Lobpreisung und Dancksagung/ für die Göttlichen Vertröstungen/so ihne eines guten Ausgangs versicherten/ abstattet. Der GOtt alles Trosts/ sagt ex/ tröstet uns in allen unseren Trübsalen. Lehret uns hiemit gleichsam 2r _ Leich-Predig t._ !am stilschweigend: Wehm wir es zu dancken ha- ben/wan wir in unserem Leid und Leyden/Creuiz und trübsalen einigen Trost inunftrnHertzen fühlen. Nit Menschen: nicht ihrer Wohlredenheit und Tüchtigkeit/nicht denen Mittlen/ die sie zu unserm Trost anwenden: sonderen demGOtt alles Trostes.Dann/ wie alle gute und vollkomene Gaben / von oben herab kommen/vonMatter derLiechterensso komt auch aller Trost/unsere Seelen zu Vernügen / von GOtt. Alle Trost- Brünnlein müssen auß dieser Quellen fliessen/ wann sie uns zu trösten krafftig seyn sollen. Ist es/das die Predigt Göttliches Worts uns aussuchtet und erquicket ? so ist es ein Werck dessen/ derunsdiß Wort des Trosts gegeben / und seinem Diener in denMund geleget hatt Dann/wasvor- hin geschrieben ist/ das ist uns zur Lehr geschrieben/ auffdaßwir durch Gedult und Trost der Gchrisst ^oftnunghaben. Dann wie eine leibliche Aryney dem Kranckcn nicht wohl bekommt / ohne GOttes Seegen; Also ist auch kein Trost/auß Gottes Wort krafftig / wo GOtt denselben nicht selbsten/in dem Hertzerr lebmdigund krafftig machet. Allhier glltet ! auch was der Apostel / in einer anderen gelegen- ! heit sagt. Weder der da pflantzet / noch der da be- I geüßt ist etwas/ sonderen GDTT/der das Gedepen ! gibet.Umsonst arbeitet auch hier des trösterwerr zung/ wo nicht der / der seine Cantzel im Himmel hat/ die Hertzen tröstet. Widerfahret uns etwann nach langem Leiden undGefangenschaft eine tröstlicheErlösung iSo komt l auch solcher Trost von GOtt. Wie er ist der GOtt j C z alles lic.,, 17. lrom.is.^.1 ,.t>.4H, >r. >. cl^ron r§. 14 r.Lor.8.r. pcsi.14. 22 Christliche alles Trosts / so ist er auch unser Erlöser/ wie er bey Esa-a gencnnet wrrd.Er ists/ der dasIüdischeVolck/ durch ein gnädige Erlösung/auß der Babylonischen Gefangcnschasst getröstet: der den Hiob getröstet/ durch Veränderung seines Elends/in einen stand der Glückseligkeit/und des Segens: der den Hiskiam/ mit Verlängerung seinesLebens: Ionam mit Erlösung außdemBauch des Wallstschs getröstet ui;d erquicket hat. Tröstet etwann ein Reicher einen Armen mit einer lmltcn Handreichung ? dieser Trost kommt auch von GOTT/ der dem Reichen gibet dem Armen mitzutheilen. Dann des HErren ist beydes Silber und Gold/die Reichen haben nichts / als was sie zuvor von GOtt empfangen / und müssen mit David sagen: Von dir/O AERR/ist alles kommen / und von deiner And haben wirs gegeben. Ja GOtt neiget auch der Menschen Hcrtz'daß warm sie schon armstnd/wie dieGlaübigen zuMacedonia/ste doch reichlich geben irr aller Einfältrgkcit. Alle kräfftrge Vertröstungen dadurch das Hertz in Trübsahten erlabet und gcstärckct wird/ kommen von GOtt. Darum/wie der selige ApostelIacobus vermahnet: Manglet jemand unter euch weißheit / der bitte vor: GOtt / der da gibt emfaltiglich jederman/ und ruckets rriemarrd ausst / so wird sie ihme gegeben werden ; So müssen wir auch thun. Im Mangel des Trosts/ wann vor grösste der Bctrübnuß unser Hertz sich nrt will trösten lassen/müssen wir nnt König David anhalten: Tröste mich ^Err mit deiner Alste/ und dein freudiger Geist enthalte mich. Und auß dem _ Leich-Vredigt. _2z dem 80. und 8 s.Pfalmen sagen.'ZErr GOttsebaoth gor- Lröste^uns/ laß sein Antlitz leuchte,r/st> genesen wir. Tröste uns GOtt unstr ^eiland/und laß ab von der- HUm.s5.5.«, ner Ungnad über uns/AErr erzeige uns deineGnad undhülss uns. Es nennet aber der Apostel/G.Ott den HEr- ren/nicht allein einen GOTT alles Trosts ; sonder schreibet ihm noch ferner zu/ daß er uns tröste. Erstlich irr aller, unseren Trübsahlen. Demnach / daß er uns so tröste-/ daß wir auch andere / die da sind in allerley Trübsahlen/ mit dem Trost / damit wir von GDtt getröstet werden/trösten können. Obwohlen die Trübsahlerr/ Verfolgungerr/ Gefahren urrd allerhand Ungemach die der Apostel um des Eoangelii willen erlitten / und über welche er getröstet worden/ihne am meisten betroffen;So redt er ! doch in der mehreren Zahl / weil andere Gläubige dergleichen auch erfahren / und immer auch aridere Diener Christi/ alsBarnabas/ Silas/Titus/Syl- vanus/ Thimotheus urrd andere seine Geferden rieben ihm die Schmach Christi erduldet / und auch von Christo getröstet worden. Merckwürdig ist es / daß er nicht sagt: Er karr urrs trösten/ oder: Er hatuns getröstet; sonder Er ! i tröstet uns. Es ist zwar kein geringer tröst / warn, I der Gläubige versichert ist/daß ihn GOtt trösten urrd ! wiederum ergötzen karr/ über seiner Trübsahl; Aber! weitem mehrers ist es/wann wir rühmemGOtt kön- i rre nicht alleirr trösten / sonder Er trösteuns in der That: wir haben nicht allein seine Vertröstungen hiedevor gefühlet; sonder werden derselben noch,m- mer! 24 Christliche mcr theilhafftig. So geben wir zu erkennen : daß Gott der HLrr/allezeit stchselbsten gleichbleibe/und lvann Saran nicht müed werde / die Gläubigen zu verfolgen und zu plagen / so werde auch GOtt nicht müed dieseldlge auffzurichten / zu stärcken und zu er- guicken.Wan ein jeglicherTag seine cigenePlag habe/ so habe auch ein jeglicher Tag seinen besondernTrost. Und wan sie mit Assaph sagen müssen:Ich bin gepla- get täglich/und meine Straffist alle Morgen da/ so köniieii sie auch mrt dem gläubigen Volck GOttes sagen: die Güte des HErren ist alle Morgen neu / und stine Treu ist groß. GOtt tröstet uns/ sagt der Apostel/ in allen unsern Trüb schien. Es ist sein Noth / da GOtt nicht hülsse/kein Schad noch Kranckheit / daernichtArtz- iiey dagegen verschaffet/derien die ihm vertrauen. Es ist Nicht ohn. Die liebste Kinder GOttes/ müssen offt/nicht allein um des Evangeln willen/sonder auch sonstcn/mehr als widere leiden/ und das um vieler Ursachen willen. Theils darum/ daß ihnen die Welt und rhre Entelkeiterleyde / und sie sich desto fteiffer zu GOtt halten/ desto lieber begehren auftge- löset zuwerden/und bcyLhristo zu seyn. Theils auch/ daß sie GOtt in der Demuth erhalte/ und sie wegen denen herrlichen Gaben/so er in sie gelegt/und durch welche sie so viel Guts außrichten/sich nicht erheben; sondern alles derGnadeGottes zuschreibcn/laut dem das außtrucklich von dem um dieKn'cheGottes hocl> verdienten Apostel Paulo geschrieben steht: Ihm r.oor.ir. 7 ein Pfahl ms Vleisch gegeben worden/ auffdaß er sich nicht überhebe. Es 7jUl.i.rs, — I Eeich- Pred igt. 2 ^ Es sind aber stnderlichzwo denckwürdige Ursachen/warum sie Gott in so ungemeine Trübsahlen gerathen läßt. Es will GOtt dadurch der Welt zeigen : Erstlich daß diese seine getreue Knecht / ihme nit auß fleischlichem Absehen/um indischen Vortheils/ oder zeitlicher Gemächlichkeit willen; sondern allein auß Liebe undEyffer/für seine allerheiligste Ehre dienen und getreu verbleiben. Demnach/ daß kein Leiden so trübselig und groß seyn könne/in welchem nicht seine Kinder seiner Gnad / kräfftigen Beystands/ Trost und Errettung sich zu rühmen Ursach bekomm. Dann wie GOtt diejenigen/welche er zu hochwichtigen Gcschäfften berufst/ auch mit ungemeinen und zu solchen Gcschäfften erforderlichen Gaben außrüstet; also bewaffnet er auch diejenigen / die er zu vielem Leyden außgelegt/mit ungemeinem Trost/ oaß ihre Vertröstungen offmahl ehre Trübsahlen weit Überwegen/und viel grösser sind als ihr Leyden. Laut dem/ das der Apostel sagt: Alles Leyden dieser Zeit/ ist nicht werth der Arrlichkeit/die an uns soll offenbahret werden. Undabermahl. Unsere Trüb- sahl/die zeitlich und leicht ist/ schaffet eine ewige und über alle Massen wichtige Herrlichkeit. Ist aber GOtt ein GOtt der da tröstet mallen Trübsahlen ? Ey so verzage nicht/ 0 GOtt ergebene Seele / wann es auch das Ansehen hat / als wäre kein Balsam mehr in Gilead/ oder kein Artzet da; als wären deine Schmertzen ohne Hoffnung / und deine Wunden verzweiflet böß / daß niemaiüheylen kan. Ist es/däß Feinde deiner spotten ? wie die Fein- deDavids/da es gcheffsen: Ersindt in seinerlTloth/ D keiü Kom. 8.18 r.Cv.4.17 I-kS.rr. Icr.l;.i8> ktrl.r. . 26 Christliche (Zen.4.1;. Lom.s. ro. vl^r.S. Kivi>.rs>> Xt->tk.r.n. ks-^ 57 - 2 . A^r S >. kein ^ülfsnoch Trost be)- GOtt/es ist mit ihm verrohren. Gevenckc du bey dir selbst. Der GOLt alles Trosts/tr^ste nr allen Trübfahlcn. Wie er seine Pfeil der Raach/gegen den Gottlosen nimmer verschießt/ so werde auch sem Trost-und Gnaden-Brünnlein nimmermehr erschöpfft. Aengstiget dich die grosse und menge deiner begangenen Sünden? hüte dich/daß du nicht mit Cain sagest: Meine Sünde ist grösser/ dann daß sie mir vergeben werden möge. Dann wo die Sünde/die Erkantnuß und Bereuung der Sünde / ist mächtig worden/da ist die Gnade GOttes viel mächtiger. Bedunckets dich/ es wollen alle Wasserwogen und Wellen der Trübsahlen/über dir zusammen schlagen/daß hie eine Liesse/dort eine Tresse brause/wie David in den Psalmen klaget. Gedencke abermahl: GOTT tröstet in allen Trübsahlen. Der zu dem Meer spricht: Biß hieher soll du kommen/ und hier sollen sich deine stoltze Welle legen / der habe auch deinenTrübsahlenMaaß undZrei gesezt/wre schwär/ und wie lang sie währen sollen/ daß sie dich nicht überschwemmen /sonder vielmehr zu deinem Heyl dienen müssen. Must du deine liebste nnd beste Freünd / deinen Ehegenossen^/ deine Eltern / deine Kinder oder Geschwifterte / durch den zeitlichen Todt verlieren ? Hüte dich abermahl / daß du nicht Rahel gleich werdest / von deren geschrieben steht: Rahel woltsich nicht trösten lassen. Sie sind nicht verlohren/sonder nur vorher gegangen. Sie sind zum Frieden komm/ und ruhen in ihren Dämmeren. Ihre Seelen sind in! Leich-Hredigt. ' 27 irr GOttes Hand/keine Oual rühret sie an. Sie gemessen Fülle der Freuden/und liebliches Wescn/zur Rechten GOttes imer und ewiglich. Und wie du sie hie mit Schmertzen verlassen / wirst du sie dort in unzerstörlicher Freude wiederum antreffen. Betrüben dich hinderlassene unerzogene Wäy- sen/darum daß sie etwann der Hülffeines sorgfältigen Vatters/ einer treühertzigen Mutter ermanglen müssen? Gedencke abermahl: WerdenzumVatter hat / der da ist der Vatter derBarmhertzigkeitund GOtt alles Trostes/der kan wohl mit Damd sagen: Mein Datier urrd meirre Mutter verlassen mich/ er.,7.1». aber der HERR nimmt mich aufs. Es lst nicht ohn / Mutter-Liebe / Mutter-Treu und Vorsorg ist ein grosser Trost; aber Gottes Liebe / Treu und Vorsorg ist noch viel grösser» Höret Gott selbst davon reden: Ran auch einweib/ spricht ^45.15. er/ihres Rindleins vergessen/daß sie sich nicht erbarme/ über den Sohn ihres Leibs? Und obsiedessel- ben vergesse / will ich doch deiner nicht vergessen. Mutter-Liebe / Treu und Vorsorg thut viel/zu rechter Erziehung der Kinder; aber ohn Gottes Segen lst auch da alles um sonst / und giltet auch hier/ was im Psalmen stehet: wo der HErr das Hauß nicht rl.ir/.r. bauet/so arbeiten umsonst/ die daran bauen. Darum vertraue GOtt und glaube vest / daß er die Seinen nicht verlaßt. GOtt tröstet in allen Trübsahlen. L Er tröstet aber auch so/ daß wir auch aridere/ die da sind in allerlepTrübsahlen/trösten mögen mit dem Trost/ damit wir getröstet werden von GOtt. Diese Wort setzt der Apostel hinzu; D 2 Eins 28 Christliche Eins Theils zu zeigen. Daß er nicht allein darum Gottes Güte erhebe/daß er ihm m-einen Trüb- sahlcn dchgestanden; Sondern auch/ daß er ihm und allen Gläubigen Gnad verleihe/ auß eigener Erfahrung/auch andere/so in gleichen Trübsahlcn stecken/ mit gleichem Trost zu erquicken. Dann auch darinnen erwelset GOtt die allwclseFürsehung ferner Väterlichen Barmhertzigkeit/daß er nicht allein die/so er auff die Prob der Trübsahlen setzet / wider dieselbi- gen/mit Göttlichen Vertröstungen bewaffnet; sondern auch sie zu Werckzeügen machet/daß sie mit gleichen Waaffen/ auch anderen wider ihre Trübsahlen können zu Hülff kommen. Dann alle die Gaben und Gnaden / so die Heil-Manncr GOttes/ die Propheten in dem Alten/ und die Apostel in dem Neuen Testament empfangen / haben sie nicht allein zu ihrem/ sonder auch zumBesterr der KirchenGOtteS/und sei- nerGlaubigen danrit zu dienen empfangen. Demnach will der Apostel mit diesen Worten sich und alle andere / die GOtt irr Trübsahlen gesetzt/ und in denselben wiederum erquicket hat / aussmunte- ren und erineren. Daß sie auch anderen in ihrenTrüb- sahlen mit Trost beybringen/ und sie aussuchten sollen. Hiergiltet auch/was der HErr Christus zu Pe- L.uc.r,.;r. tro gesagt: petre/ wann du wirst bekehret sepir / so stärcke auch deine Bruder. Es erforderets die Ge- meinschafft der Heiliget: / daß wie wir wäinenmit den Waincnden/also auch NtlL Trost erquicken sollen/ die Trost bedörffen. Daß wir denjenigen Talent/ den wir von GOtt empfangen / dem Nächsten zum Besten anwenden/ denselbigen nicht vergraben _johl _Leich-Predigt. ——^ 29 sollen oder für uns allein behalten. Dienet einander/ ein jeglicher mit derGaab die er empfange!: hat/als die guter: Zaußhatter der mancherley Gnaden Gottes/ vermahnet Petrus i.Epist. Cap.4. Trost ist ein köst!icherBalsam.Wie nun einBal- sam seinen Geruch außbrcitet/daß viel desselben theil- hafftig werden. So müssen wir auch den Balsam der Vertröstungen / auffandere fliesten lassen/ nachdem GOLt solchen in unsere Hertzen außgegossen. Vertröstungen sind einLiecht/dasGOttinden Hertzen seiner Gläubigen anzündet / wie geschrieben steht: dem Gerechten muß das Liecht immer wiederum aussgehen/und Freude den frommen hertzen. So müssen -wir dann dieses Liecht/ nicht under einen Scheffel/sonder auf einen Leuchter setzen/daß es auch anderen leüchte / die in GOttes Hauß sich befinden. Und das ist die Gnad und Gutthat / für welche der selige Apostel GOtt dem HErren dancket. Dre Lobpressung selbsten lautet also: k^97^>. Von dcmDritten. ^^^ Elobet stye GDtt / und der Vatter unsers s^^^^Erren IEsu Christi: Oder wie es in seiner Sprach lautet; Gesegnet sty GDtt. Jemand segnen/heisset nicht allein einem Guts wünschcn/son- der auchGutesvorrjemand redc/ihne deßhalben rühmen und mit Lob erheben/und dahin trachten/daß es maniglich kund wcrde.So wrlldander Apostel/daß i alleCreaturen famtihme/ erkennen und rühmen/die unermäßlicheGütte Weißheit unAllinacbt die Gott an seinen Kinderen / auch nr den grösten Trübsahlen/ D z die Tkriftliche die ihnen begegnen/so vatterlich erweiset. Daß wann auch ihr Creutz am allerschwärsten/ihr Leyden am allerbrttersten/er sie dennoch den Honig seiner Himli- schen Vertröstungen auffdas aller kräftigste fühlen ulrd empfinden lasse. Das rühmet der heilige Paulus als eine der grösten Gutthaten GOttes/ und schätzet sich selbst für glückselig / ob er gleich dem äus- serlichen Zustand nach/für miserabel und unglückselig möchte gehalten werden. Ungläubige Leuth murren wider GOtt/wan sie leyden/und liset man von einigen Heyden/ daß wann es ihnen etwann nicht nach Wunsch ergangen/ sie ihren Götteren geflucht / ihre Bildnussen mit Steinen geworfen / ihre Mär und Tempel zerstöret. Gantz änderst verhält sichs mit Paulo/und denen gläubigen Gottes Hinderen. Je mehr das Hertz gedrückt^ mehr wird es mit Liebe Gottes entzündet. Je mehr diese edle Myrrhe zerriben und zerflossen wird / je stärcker gibt sie ihren lieblichen Geruch von sich.DerKinderGottesLysser fürGotc ist wie dieLie- be derenGiut/wreSalomo sagt/seürig un eme^'lam- s. me des HErren/ daß auch viel Wasser sie nicht auß- löschmnoch die Strome sie ersäuften möget». Wann man Stroh ins Wasser wirfft/so schwel- lets erstlich / hernach wirds faul; wirft mans ins Feuer/so verbrennts. So hält sichs mit den Gottlosen. Gehts ihnen wohl/ so sind sie aufgeblasen und stoltz: Gehts ihnen widrig / so werden sie verzagt und verzweifle«. Aber so sindKinder GOttes gar nicht :das Gute blähet sie nicht auf/ und das Böse stürtzt sie nicht in kleinmütigkeit oderVerzweiflung: _ Leich-Pred igt. _ sonder/wie das Gold durchs Feur geläutert wird, jd leuchtet der Glantz ihrer Tugenden nur desto mehr hervor. Nicht eben/ als empfunden sie die Trübsahl nicht: dann weil sie Menschen sind / so sind sie auch empstndlich.Sonder/wei! sie sich an Gottes Gnad rc»r.,-,.9. genügen lassen/dessen Brasst in den Schwachen mächtig. Darum loben sie GOtt/es sey gleich/ daß er sie nur seinem Segen heimsucht/oder ihnen dasjeni- ge/was sie für einen Segen Gottes gehalten / wide- rumentzeucht. Der HErr hats gegeben/ sagen sie ».ob.r.r«. mitHiod / devHErr hats genommen / derNnhme des HErren sep gepriesen. Und so müssen auch wir/GOTT den HErren/ nicht nur in Zeit des Wohlstands / sonder auch Zur Zelt seiner Heimsuchungen/und in den grossen Trübsalen loben. Auch in den grösten Trübsahlen ist Gott unser Liecht und Schild. Wie er seine liebe Kirch mitten in dem Feurofen der Verfolgungen / wie Sa- drach Mesach un Abeduego zuBabel/wunderlich cr- yaltet/trvstet und beschützet / daß sie öffters sagen ka>l:Oie Gute des HErren ists/ daß wir nit gar auss^ z .rr sind/und seine Barmhertzigkeit hüt noch keinEnd, (Wie dann Paulus in dieser Lobpreisung sonderlich sein Absehen hat aufdieKirchen Gottes.) So erfah- rens auch besondereKirrder Gottcs/in anderenTrüb- sahlen/daß/waim ste auch meinen/sie können und wis- ^ sens nitausstchen/Gott in ihrer Schwachheitmäch- tig ist / und sie daher sowohl in demCreuz als in dem Wohlstand schuldig seyen / den GOtt alles Trosts/ und Vatter der Barmhertzigkeit zu loben und zu preisen. 1 ZL Christliche Vrov.17.,7 i.ket.1.7. In Creutz und Trübsahl erkennet man die wah- ren-und die Scheinfreünd. Schmeichler undHeüch- ler folgen uns nach/wie der Schatten dem Leib / so lang die Sonn der Glückseligkeit vor uns hergeht; So bald aber diese undergehet/verschwinden sie.Aber ein wahrerFreund liebet allezeit / und ein Bruder wird in der Noht erfunderr. Ein solcher Freund ist unser GOtt/der uns in keiner Trübsahl steckenlaßt: mann alle Welt uns verlassen solte/ wird er nicht nachlassen uns mitHülssundTrost beyzustehen. Wa- rurn soltenwir dann nicht auch / nach dem Exempel so vieler Kinder GOttes / sonderlich der heiligen Märtyrer und Blut-Zeugen IEsu Christi/ sowohl in Laid und Leydenszeit/alsabcrin dem Wohlstand seinen heiligen Nahmen loben und preisen? Wir loben und daneben GOtt den: HErren für die Mittel/durch welche unsere Büß und bekehrung beförderet wird. Nun Creutz und Trübsahl sind das Mittel dazu.Diese haben den verlohrenen Sohn machen umkehren/nach seines Vatters Hauß. Sie sind gleichsam die schärfst Feilen/ welche den Sündenrost z unserer Verderbnuß von uns abzeucht/ daß wir von! Sünden gerciniget werden» Warum soltenwir ihm dann nicht darfür dancken? Wir loben und dancken GOtt für die Mittel/ dadurch unser Glaub bewahret/und GOtt wohlgefällig wird. Nun in der Anfechtung wird unser Glaub rechtschaffen und viel köstlicher erfunden/ dann das vergängliche Gold / das durchs Feuer bewahret wird. So hat malt ja Ursach / GOtt den Herren für die Anfechtung zu loben. Haben Leich predigt,z z Haben wir Ursach/GOttdem HErren zudan- cken/wan er unsereHertzeu zumGebätt entzündet und auffweckt; so sind wir abermahl ihine Danck schuldig/ wan er uns zu demEndCreutz undTrübsah! zuschickt? Dann diese/sind gleichsam der Blaßbalg/so das Feur der Andacht auff blaset: »)Er:/ wann Trübsah! da ist / heißt es / so suchet man dich / und wann du sie züchtigest/so russen sie aiigstiglich. Sind wir schuldig GOtt zu dancken/ wann die lieben Unserigen von Kranckheiten / Kunnner und allerhand Trübsahlen erlößt / auß Feur und Wasscrs- Noth errettet worden ? Wie viel mehr / wann sie Gott durch den zeitlichen Todt/auß aller Trübsahl/ Schmertzen/ Angst / ja von aller Anfechtung / Laid und Leyden vollkomlich erlöset: alle Thränen von ihren Augen abwüschet/auch wohl ctwann für dem zu- künsftigen Übel wegrassct/daß ihre Augen nicht sehen sollen alle das Unglück/das der HErr über die Städte bringen will? Wohlan dann / so lasset uns auch dißmahlen un- sereSeelen fassen mitGedult/da er uns in dasTraur- Hauß beruffen / und unseren Augen entzogen / was wir mit Schmertzen zubeweinen Ursach haben. Bitten wir GOtt/um die Gnad seines heiligen Geistes/ daß wir uns seinem heiligen Willen ergeben / und lehrnen: daß seine Vertröstungen unsere Betrübnus- sen weit weit Überwegen. Können wirs nicht gleich fassen / noch uns/als schwache/Menschen indieKmiUGottin dem Creutz un Ubelstand zu loben/recht schicken.)So laßt uns ih- ne desto eyfferiger anrüffen/daß er wehre un stcure al- E lem ^poc.ri. 4, L1 ?7, i. Sc rr. Z4_C hristliche _ lern Fleisch und Blut / das wider seinen Willen thut. Ii.besten bcyaltcu wir das/sür unserer^ Lehr-und Dcnccjpruch : In iste Le lilenüo: Durch still seyn und hosten wird euch geholsten. Bedencken wir benebelt : daß Hiob mich ür denr Anfang stures Laids, -»r,. seine Kleider zerrissen/nach der Hand aber gesagnOee HErren Name feye ttepriestir. Ultd was wir bisyer noch lticht vermögen/wcrde GOtt durch seilte Gnad noch geben : er werde unsere Seelen stillen / daß nur unser Hertz seinem allerheiligsten Willen underwerf- fen / und seinen grossen Namen / für seinen kräsitigen Trost und Beystand/ hier zeitlich und dort ewiglich prcisen werden. Genug vort fürgenommener Handlung. Ir habenauffdißmahl/nachGottes heiligem und unwandelbahrcm Witlen/allhero zuih- rentRuhbcttlein begleitet/die vielEhren-und Tugendrciche Frau Ursula Socüt / welche an diese WelLkontmen/und gebohren worden/den ^.Herbst- Monat ^n.i664.von Christlichen und ansehcnlichcn Eiteren: nemlich/vonHerrn EmanuelGociirNtttserm Hochgeachten/und um unsere Stadt wolverdienten/ dißmahl Neu-Regierendem Herren Bürgermeister/ swelchen der Allerhöchste/ bey so schwarem Läid/ ultd hochem Alter / mit dem guten Trost seines heiligen Geistes kräfftiglich auffrichten/und zu gemeilrem Be- sten/noch ferncrs erhalten wollclWie Fr.Mutter war Frau Susamia Mitzin/ Herren Robert Mitzen sel. gewesenen vornehmettHandelsmarmallhier/eheliche Loch- predigt. Zs Tochter. Dieser ihrer vielgeliebten Fr. Mutter aber/ ist Sie frühezeitig/und zwar in dem achten Jahr ihres Alters/durch den zeitlichenTod beraubet worden. Von diesen Ihren Hochehrenden Eltcrcn/ ist die ftlige Frau wohl und Christlich/zur Erkantnuß und Forcht Gottes / wie auch anderen wohlanständigen Lugenten aufferzogcn/ und zu crlehrnung der Fran- tzösrschen Sprach/ für einige Jahr/ naher Genff ver- sendet worden. Nach ihrer Widerkunfft/ist sie den 2zten 168z. an Herren ^ans Heinrich Ryhiner/ Beysitzeren eines Ehrsamen Stadt-Gerichts/im mindern Basel/Ihrem nunmehro Hochbetrübten Herren und Wrttwer/verhcürathet worden; bey welchem Sie über die 26.Iahr und 4.Monath in liebreicher Ehe und guten: Frieden zugebracht / und durch Gottes Segen i4.Kinder erzeügt/nämlich s. Söhn und 9. Töchtern/davon aber z. Töchterlein/Ihro bereits in die ewige Seligkeit vorher gegangen. Bonden beyden wohl verhcüratetenEltcstenTöchtern/hatSie derHErr unser GOtt6. Gros-Kinder erleben lassen / die wir allzumahl neben anderen hochbetrübten Hinterlassenen dem lieben GOtt/und dessen treuen Fürsorg/ Gnad und Segen anbefehlen. Ihr Christenthum / Leben und Wandel betreffend / so hat Sie nicht allein den öffentlichen Gottesdienst fleißig besucht/ auch zu Hauß Ihre gute Übungen gehabt/mit Ablesung nützlicher Bücher/sonderlich H. Schrifft/in deren sie geübte Sinn zuerlangen sich lassen angelen seyn ssondem auch von Jugend auf eines eingezogenen / züchtigen und tugendsamen Wandels sich beflissen. D 2 Wie Z6 Christliche »(IVoir.ÄI U. Wie SreGOtt gesegnet/mit einen; guten Verstand / gesundem Urtheil / und anderen schönen Ge- müths-Gaabcir / so hat er Ihro auch die Gnad verli- hen/ solche wohl anzuwendcn/massen Sie es nicht allein durch Ihre Kindliche Treu und Gehorsam/gegen Ihren Hoch-Ehrenden Elteren und Schwieger- Elteren/zu allen Zeiten; sonder auch ins Besondere/ in wahrendem Ihrem Ehestand Höchst-rühmlich er- wiesen/daßSie nicht unbillich/wegen der Sorg Ihrer Seelen einer Maria/wegen IhrcrHauß-Sorgaber/ einer Martha möchte verglichen werden. Wie Salomo/ vor; den; tugentsamcn Weib sagt: IhresMansHerz darf sich auf steverlastsen.So war es hier auch:Sic warIhrcmHerrcn unEhe-Man eine getreue Gehülffin/ Ihren Kindcren eine sorgfältige Mutter/von deren/meinesOrtszeügen kan.Daß Sie nicht nur des Leibs und der Gesundheit Ihrer lieben Kinder; solider vorncmlich Ihrer Seelen Rechnung getragen/und Sre/anderen zum Exempel/ selbst fleis- sig/inErkandtnuß der Sachen unsersHcyls LAtecbi- sirt und underrichtet / auch sonsten zu allen Christlichen Tugenden/gantz sorgfältig und Müterlich alige- mahnet und aufferzogen habe. Gegen Ihren Hertz-geliebten Geschwisterten/ wie auch übrigen Hoch-Ehrenden Anverwanten/ hat SiemitIhrm schönen Gemühts-Gaben/vernünffri- genvitcursen/ wohlmeinender Hülffund Rath/ wo sieimerkönen/ sich so beliebt gemacht/daß deroselbcn früher Hilischeid/von mäniglrch/ssIhrer Kundschaft gehaot/hertzlich und schmertzlich betrauretwird. Daß der gute Saamen des angehörten Worts _Lei ch-Preb igt. _^7 GOttes/ bey Ihro nicht auss ein untüchtiges/ sonoer au,fein gutes Erdreich gefallen ; Sie auch Ihr Lesen in heiliger Schlifft und anderen geistlichen Bü- cheren nicht vergeblich angewendet/haben die Früchte / deren zum Theil schon gedacht / neben der Arbeit anIyrer Widergeburt und Zunemme-n in dmr Christenthum Ii-re Andacht bey dem Gottesdienst und Gebrauch des heiligen Abendmahls/Ihre Merck der Liebe gegen Armen und Dürfftigen; sonderlich Ihre jeweilige Erlassung inGottesWillen/undzwar diej'e/ gleich wie ylebevor/in underschiedlichen außgestandc- nen schwären Kranckheiten / also jetzt vornemlich/m Ihrer lctsten tödtlichcn Kranckheit erwiesen. Dann als Sie der HLrr unser GOtt vor ungefehr^ Wochen/mit einem hefftigm Grieß-schmer- tzen angegriffen / hernach aber (ob Sie sich wohl von diesen um etwas wiederum erholt) noch andere 8^mptornLtÄUNd Zufä! dazu geschlagen/ so war das Ihr crstcRede/derenSiesich gegen mir verneinen las- semisie stelle es alles dem willen ihres himlischenVat- ters anheim/ wie ers mit Ihro mache/ esseye zum Todt oder zum Leben/so seye es Ihro wohl gemacht. Die Welt/ Ihre Hauß-Sorgen / ja alles Zeitliche/ und was Ihro sonsten am liebsten gewesen»/ schlage Sie auß dem Sinn: die lieben Ihrigen befehle Sie der getreüen Fürsorg und Gnad Ihres himlrschen Vatters: Tröste sich dessen / daß sie einen gnädigen GOTT habe / und zweifle nicht / er werde Sie um der theuren Verdiensten IEsi-. Christi/seines lieben Sohns willen zu Gnaden mit Verzeihung Ihrer Sünden ausfnemmen. Bitte nur GOTT / daß er D ; Sie z8 Chnffliche Sie bey dieser Christlichen keloluüon und gesunden: Verstand/wie auch in gottseliger Bereitschafft/ in der Gnad Ihre Seligkeit zuwümen/biß ans Ende wolle erhalten/beysetzendc: wir seyen sonstwie die armen Kindcr/welche sich offt viel Guts vornemen/aber von sich. selbst das Vermögen nicht haben / solches zuhalten. Es hat der HErr unser GOLL Ihren Wunsch in Gnade n erhört / und wie Ihro an leiblichen Artz- ney-Mrttlcn / und guter Abwartung / sonderlich von Ihren drey eltesten Töchteren/nichts gemanglet; so hat er auch seine Gnad/ darinnen reichlich an Ihro erwiesen / daß Sie die ganlze Zeit Ihrer Kranckheit gedultig sich erzeiget / immer gottselige und erbauliche Reden geführet / Ihr unbewegliches Vertrauen auff GOtt/und Ihr Verlangen/nachIhrem Seelen- Bräutigam IEsu Christo vielfältig an den Tag gegeben: und also gesunde Vcrnunsst behalten können/ biß verschienen Freytag Morger:s/da die letsten tödt- lichenSchwachheiten überhandgenommen/und Sie zwischen acht und neun Uhren / Vormittags / under unserem Gcbätt und Seuffzen sansst und selig in Christo IEsu ihrem Heyland entschlaffen / nach dem Sie in diesem Leben Christlich zugebracht 4s. Jahr weniger z. Wochen. Gelobet sey der HERR und der Vatter unsers HErren IEsu Christi / daß er auch dieser unser Mitglaubigen Frauen und Schwester/ eine so selige Auflösung verliehen. Weil es aber anjetzo allein um uns Überlebende zuthun / so mache er den jetz angehörten Trost seines heiligen Worts/in unser aller Her- Hertzen lebendig und kräfftig / daß auch wir/in Lieb unsLayd/ m Glück uno Unglück / in guten und bösen Lagen/ t^-nre für alles hertzlich danckcil/seinem allein heiligen und guten Willen/ in kmolrchcr Ge- lalsenheit mrs underwerst'en; dermahlen eins aber lernen allerhciiigsten Nahmen/nrir allen außerwehlren Engten und Menschen in himlischer Glorr undHerr- lrchkert Ewig loben und preisen mögemAmen! Auren! ArmhertzigerGOtt und Vatterunstrs ^Er- ^^renIEsu Christi/ der du bist ein GGtt alles Trosts/und ein Natter der Barmhwtzigkeit! wirdancker: dir für alle deine Guthaten/die du uns ar: Leib un Seel/vor: unserer Rindheit an bis auf diese Stund erwiesen; insonderheit aber/daß du uns auß Gnaden in.. Christo/ zu deinen Rinderen ange- irommen/und deiner: heiliger: Geist in unsere Artz er; sendest/ der unß nicht allein unserer seligen Gottes- Bindfchasst verstcheret/sonderr: auch ir: alle Anfechtungen so krastriglrch tröstet/daß wir ir: keiner Noth verzager:/sonderr: auch ir: unserem äusserster: Läpd- weser: bekeruter: müsstr:/ daß deir:e himmlische Vertröstungen unser Leiden weit wert ubertreffer:. Ach HErr/laß ur:s irnmer dieser Gr:ad gemessen/damit wir ur:s auch jederzeit ir: deinen Vatterlichen willen recht schicken/das Lreütz so du ur:s aufferlegest/ mitGedult tragen/ u;:d sonderlich / so wir um deines Nahmens willen leiden solter:/ getreu verbleiben bis in den Tod/ aussdaß wir auch der verheis- senerr Aror: des Lebens uns getroster: mögen. oc.L.lo. 4 0 Christliche Leich-Predigt. wir dmtckelt dir hi»nlischerVattessfür die herrlichen Vertröstungen / und andere schone Gaaben deines heiligen Geistes / so du unserer verstorbenen Frauenfel. in Ihrem Leben und Leiden/ sonderlich in Ihrer letsten Branckheit verliehen/wie auch für die Bron der Herrlichkeit/so du Ihro durch eine selige Auflösung wiederfahren lassen. Erfülle mit deiner Gnad alle/die wegen Ihrem zeitlichen Entscheid betrübet worden / walte über Ihnen mit deinem Trost/GöttlichemSegen und heiligemGeist/und erweise arr Ihnen / daß du warhasstig seyest ein GOtt alles Trosts und ein Vatter der vielfältigen Barm- hertzinkeit. wir befehlen dir auch sonsten deine gantze Christenheit/ alle kreütztragende Ortzeit uitd Gewissen/ auch was einem jeden under uns zuSeelun Leib alt- gelegelt/ uitd das alles mit dein Gebatt/ das uns JEsus Christus dein fürgelieÄer Söhn gelehrethat. Unser Vatternc. ENDE. ZZM