HM -M DI8- -KM s- ö- Zur Nachfolge vorgestellet In dem Münster zu Basel/den i z. 8 epr.. ^nno 1709 . Als zur Erden bestattet ward Der Ehmweste/Fürnehme/Fürsichtige und Weise ien Kemigms Drey/ des Rahts/ und Wit-Eltesier gedachter Pfarr- Kirchen des Münsters/ Durch iWODOMkl Gernlern/Predigern bey St. Elßbethen. ^ug. üuerliij ibiä. r.ker-;. 8 . ^ so 8 .».». L-x.A.r5,r6 welches die Wort gewesen / damit man ehemals die Comcedien zu beschließen / und dabey die Zuschauer zu vermahnen gepfleget / durch fröliches zusannncn- schlagen der Handen ein Zeicherr ryrer Vernügung an den Tag zugeben.. Dieser furtreflicheKayscr hielte dis gegenwärtige Leben nur für eine Comwdi oder Schauspiel/und das ist es auch in dcrThat. EineEoma'dl wäret eine kleine Weil/aufs längste etliche Stundenlang / und wann die Perschien wol agiren / dunstet es die Zuseher kaum cinerr Augenblick; Also ist auch das Menschliche Leben kurtz / sonderlich in Begleichung des hohen/fast tausendjährigen Älters/zu uelchemdie Patriarchen vor derSündflut gelanget/und der zukünff- tigen Ewigkeit / in welcher für dem ^Erren ein Tag ist wie tausind Jahr/ und tausend Jahre / wie ein Tag. Daher der gedultige Mann Job sagt: wir sind von Gestern her / und wissen nichts/urrsir Le- beirrst ein Schatten aufsErderr. Meirre Tage sind schneller gewesen/darnr ein Lauster. Sie sind geflohen/und haben nichts Gutes erlebet/ sie sind vergan- gen/wie die starcken Schisse/wie einLldler zur Speise fleugt; Und wiederum/der Mensch vom werbe geboren lebet eine kurtze Veit / und ist voller Unruhe/ gehet auf/ wie eine Blume/ und fält ab/fleucht wie ein Schatten / und bleibet nicht. In einer Comwdi presentiret einer einen König/ der andere einen Soldaten / der drittem: Engel/der vierte einen Gelehxten/der fünsste einen reichen Man/ der sechste euren Bettler/und ist dochkemerwarhaf- tig die Persohn / welche er vertrittet; Also auch in, die-I Leich-Predigt diesem gegenwärtigen Leben ist unter den Menschen ein grosser Unterscheid / und doch selten einer der/ für welchen er mit gehalten und angesehen seyn; Ein mancher spielet die Persohn eines Regenten/und weißt doch nichts wenrger/als wie man das Volck regieren solle; Ein ariderer tnttet auff/als ein Gelehrtcr/thut als warmer allein klug / alle andere Menschen aber gegen ihme nur ein Schatten waren / und hat doch sein Lebetag wenig vergessen/was zu rechtschaffener/ erbaulicher und Menschlicher Gescllschafft nützlicher Lruäittori erfordert wird. So stecket ein mancher Wolffmrder einem Schaffskleid/ ein mancher Teufe! verstellet ffch in einen Engel des Liechts/ eirr mancher will den! 7 fahmenhaben/daßerlebe/ ist aber in Sünden und Ubertrettungen tod/wredcrSohnGot- tes im Buch der Offenbahrung von dem Engel der Gemeine zu Garden sagt. Wann die Eomwdr auß ist/und die^ÄorLZ ihre Kleider wiederum außgezogen haben / so ist kein Unterscheid mehr unter ihnen / sondern sie sind alle gleich; Also wann der Tod diesem zeitlichen Leben ein Lude macht / so höret auch aller Unterschied der Standen auf. l!ckor 8 lceptiAl.iFonibu 8 X^nrit, In demTod kan man einenKönigvor enwrn armen Bauren nicht mehr unterscheiden. omnes Lirüd, iru^Äre 8 naLirnni',p2re8 inorimur, sagt der weise Mann 8 enecL, Ungleich/oder zu ungleicher Lon- äickonund Wesen werden wir zwar geboren / aber der Tod machet uns wieder alle gleich. Es fahren hinunder in das Grab/und sind da vor einander nicht zu erkennen/die Herrlichen und der Pöbel, dieReichen A Z und lüc lc>I»5 ls- pir, reliczui, vcluruinbis tcrunrur. 15. r.Cor.i 1.14 1. ^.5.14. kercU«sn6. äuZ. llr in lcenn parier, qui pcre§ik,per lonarn vc- ttcmczuc ponic,6c!>- kenr äomü sdir;?!cnc>- lter kic sni murä rcm- porario ciie arrn in se. rkcrssrn il- Izm leöcm. I^'pl. Lpilt. -6 Lelg. Lenr.r. Lp. Sy ^ob> 7 > r- 4 , ? 5 - 1.7 z.i-. 55-iS. 6 _ Christliche _^ und die Frölichen. Welches ein großer Potentat deraestaltenzuHertzen gczogen/daß er schon aufdem Toobetteden ihme gebührenden Titul der Majestät nicht mehr annehmcn/sondcrn von seinem Beichtvater Lieber Brudergenennetwerden wollen. Die Comcediantcnsehens nicht ungerne / wann ihre Arbeit/die ihnen ZMifelsohn viel eher / als denen Zuschauern erleidet / des Nachts zu Ende gehet/ und sie ihre Ruhe nehmen können ; Eben also soll ein Mensch sich erfreuen/ wann das Ende seines Lebens/ und mit demselben das Ende seiner Sünden-und Creützes-Arbeit vorhanden ist/wie Job gethan / und deswegen gesagt: Wie ein Rnecht sichfehnetnach dem Schatten und ein Taglöhner/ daß stine Arbeit aus seye/ alst> habe ich wohl gantze Monden vergeblich gearbeitet / und elender Nachten sind mir viel worden. Wann ich mich legte/jprach ich / warm werde ich aufstehen ümd dauäch rechnete ich/wann ' es wolte Abend werden. Wir mögen und müssen aber von dem Leben der meisten Menschen / und insonderheit der Gottlosen sagen/daß es nicht so fast eine Conurdr/als aber eine Tragwdi seye/ welche ein trauriges un betrübtes Ende gewinnet. Die Gottlosen / wclchemne Pharao/ Ahab/Achitophel/Judas der Verräther/und andere/ohne Busse in ihren Sünden dahin sterben / nehmen ei,Ende mitGchrecken/und gehen mit Leib und Seele verlohrcn' der Tod übereiledsie / daß sie lebendig in die ^ölle fahren/ darum daß sie eitel Bosheit treiben unter ihrem fausten. Darum / wann unser Ende gut / und unser Tod köstlich seyn solle für den: !_ Lelch-Predigt. _ 7 ^Erren / so müssen wir allerforderst der gnädigen Vergebung unserer Sünden in Christo vergwissert seyn / als welche allein uns in diesem Leben glücklich/ und in dem Tod selig machen kan. Ist dasjenige/darum der heilige König und Prophet David/hm und wider in seinen Psalmen/so ernstlich angehalten/und um dessen Erlangung es ihme auch/eben so wohl/ als um die Widererstattung seiner verlohrenen Gesundheit/ in denen E.Lieb abgelesenen Worten zu thun ist/da er bittet und sagt: wende dich/AERR/und errette meine Seele. Alssmir um deiner Güte willen/ dann im Tod gedencket man/rc. Welchen beweglichen SeuffzenDavids/ wir bey dismahliger Bestattung unsers mitgläubigen Herren und Bruders sel. dessen Leichnam zu seiner Ruhestette gebracht worden / in der Forcht GOttes etwas weiter nachsinnen / und da betrachten wollen I. Die Bitte Davids. II. Die angehängte Bestätigung derselben. Von dem Ersten. .Ie BittMavids ist enthalten in diescnWor- > ten/wende dich/^ERR/ und errette meine ——^ Seele. Alss mir/um deiner Güte willemDa verlanget der heilige Mann eine dreyfache Gutthat/ 1. Daß sich der HErr wiederum in Gnaden zu ihme wenden; 2. Seine Seele erretten. Und z» Seine Vätterliche Hülste ihme wolle wider- fahren lassen. A 4 i.Wen- V..A.4. kkl.88. is.>6. 7-r. kf.l;9.7ic, Christliche I. Wende dich HERR/sagt David. Sowa- re dann GOtt der HErr von David abgewichen/und hatte dein augsthassten König gleichsam den Rucken gekeyret/ welches berselbige aus zweyen Dingen geschlossen. Erstlich auß der schmertzhassterr mrd langwierigen Kranckyeit/ m rvelchcr er oamahlen gelegen/ wie der nrehrcre Theil so wohl Jüdisch er als Chris sicher Auslegern darfür halten/und es auch die Worte desPsalmens selbsten nur sich briugcn:Demnach auß dem Schrecken/ welcher sein Gemüth und Gewissen üvcrfallcn/davon er imvorhcrgehendenVers gesagt: Meine Gebemesmd erschrocken un meint Seele ist sehr erschrocken/Ach du/HErr/wielairgedDan gleich wreGottes guadigeGegenwart unser Hertz und Ge- mür nlitvollkomenerFreüde erfüllet; Also wan er uirs dui Rucken kehret/un seinMgesicht vor unsverbtgct/ so erschricket/zitteret und bebet alles/was an uns ist: Darum spricht der fro:mKonig anberstwo Warunr vrrstösseji du HErr/meineSeele/und verbirgestdein Antlitz für mrr ? Ichbin elend und ohnmächtig/daß ichst> verstossenbinich leyde deine Schrecken/ daß ich schier verzage. GOtt der HErr ist zwar seinem Wesen nach Unendlich uiid allenthalben Gegenwärtig/ Er kanin Ansehen desselben sich weder nahen/noch entfernen/ dieweilen er mit semem Wesen alles erfüllet / wie er hlbsten sagt: Bin ich nicht ein GOtt /dernahe ist / Bin ich nacht ein GOtt / der ferne ist? wo soll ich hingehen für deinem Geist/ wo soll ich hinfliehen für deinem Angesicht / Fuhr ich gen Ammei/ so bist du da/bettet iey mir in die Hölle/srhe/ so bist du auch da/ nehme Leich-Predigt. 9 nemeichFlügel derMorgenröte/und bliebe a,n äust ferstenMeer/so wurde mich doch deine Hand dastlb- sten fuhren/un deine Rechte mich halten/spricht unser Davld.Es wird aber vonGottgesagt/cr kehre sich von unsMenschen ab/wan er zornig über uns ist/wan er uns seine Gnade entzeücht / oder doch die Fühlung un empfindung derselben eine Zeitlang zurük halt/und wann er unser Gebett nicht erhöret. So stehet bey dem Propheten Hosea/ Sie werden kominen mit ihren Schaafen und Rindern/den ^Errenzu suchen/ aber sie werden ihne nicht finden / dann er hat sich von ihnen gewendet. Und GOtt selbsten dräuet / er wolle sich von seinem Volck/ um ihrer Missethat willen/hinweg wenden/und spricht: Ich will wiederum an meinen Ort gehen / bis sie ihre Schuld erkennen/ und meinAngesicht suche,r.So hatte er sichvonChri- sto in seinemLerbes-undSeelen Leyden weggewandt/ da derselbe in der PcrsohnDavids/und an dem Creuz geruffen/MeinGOtt/ mein GOtt/ warum hastdu mich verlasien Ich heüle/aber meine Arlsse ist ferne. So von der Jüdischen Kirchen / da sie in der harten Gefangenschassr zu Babel / durch den Mund Iere- MlN geklaget/GOtthat seine ^and gewendet wider mich/und handelt gantz anders mit mir für und für/ Er hat mich im Finster,nrs geleget/ wie die Todten in der Welt / erhatmichvermauret / daß ich nicht herauß kan/ und mich in harte Fessel geleget / und wann ich gleich fchrepe und rufe / st> stopfet er doch die Ohren zu/für meinem Gebärt. So von dem geplagten Iov/da es bey ihme gcheissen/Schrepe ich zu drr/ so antwortest du mir nicht/trette ich Herfür / so B ach- »os.s.6. v. 15, ^s-I rr.i. KlLkkll.i.7. 46. Sc«. /ob;o. ro rl.6A.l7>l8 )el6;.'5. -6,17. 2Lck.i,i6. ro ^ Christliche achtest du nicht auf mich/du bist mir verwandletin einen Grausamen/und zeigest deinen Gram an mir mit der Starcke deiner Aand. Ich weiß/du wirst mich dem Tod überantworten/da ist das bestirnte ^auß aller Lebendigen. In dem gegentheil aber kehret und wendet sich GOtt der HErr zu uns/wann er aufhöret zornig zu scyn/wan er durch den heiligen Geist uns seiner Gnade neuer Dingen in dem Hcrtzen vcrsichcret/und wan er/um Christ: willen unser Gebätt erhöret. Und das ist es/ warum der Psalmist allhicr anhaltet/ wann er spricht / Wende dich / ^ERR / Eben wie er auch in dem I.XIX. Psalm bittet/ Erhöre mich / ^ERR dan deiire Güte ist tröstlich wende dich zu mir/nach deiner grossen ^armhcrtzigkeit / und verbirgedein Angesicht nicht für deinem Rnecht/ sonder erhöre mich eylend.So thut auch das bedrangteVolckGot- tes bey Esaja / wo ist nun dein Epffer und deine Macht? Deine hertzliche Barmherrzigkeit halt sich hart gegen mir. Bchrewlder umderRnechten willen/um der Stammen willen deines Erbes. Und bey dem Propheten Zacharia verspricht GOtt der HErr/Er wolle sich wieder zu Jerusalem wenden mit Barmhertzigkeit/und sein ^auß soll gebauet werden. Wir/Geliebte in dem HErren/ haben heutiges Tages auch grosse Ursach/nnt Davrd zu hätten und zu sagen/wende dich/ ^ERR. Dan daß er einigermassen in seinem Zorn sich von uns gewendet / bezeugen die/wcgen Mangel des Brots so schweren/ we- i gen vielfältigen Todesfällen junger und alter Leu- j _ _ chm j Leich-Predigk. 11 then so betrübten/ und wegen anscheinender Kriegs- Gefahrso unruhige und sorgliche Zeiten / m denen bald alle Wetter zusammenschlagen / und offt guter Rath theür werden will.Ware der ^Err mir uns/so wurde ja solches alles uns nicht widerfahren. Die Ursach aber / warum er es thut/ warum er uns so viel müjsigeZahnegibt./an allmOrten/warum er denTod zü den Fenstern in unsere Häuser einsteigen läßt/und auch Misere ehemaligen Freunde uns zu Feinden macht / ist/ daß ihme unsere Wege mcht weggefallen. Es ist die Mange unserer Sünden/ danndie kau der allerhöchste GOrt nicht anschauen/seine reinen Augerr können sie nicht vertragen; Daher / wie wir Menschen voll einem Ort / da ein unflätiges Todten-Aaß liget/ und ein häßlicher Gestanck ist/ uns eilends zu entfernen pflegen / so entfernet sich GOtt von uns / die wir mit dem Gestarwk unserer Süllden alles erfüllen. Gerne ^arrd ist zwar nicht zu kurtz / daß er nicht helssen kollile/mld stille Ohren silld llicht dicke worden/daß er nicht höre. Aber unsere Untugenden scheiden uns und unsern GOTT voneinander / und unsere Sünden verbergendem Angesicht von uns / daß wir llicht erhöret werden. Wollen wir/ daß sich GOtt wiederum in Gnaden zu uns wende / so müssen wir ernstlich mit David betten/ aus einem reuenden und bußfertigen Hertzen/ und der leidigen Sünde Abscheid geben, sonsten bleibet es bey deme/was GOtt bey dem Propheten sagt/ Wann ihr schoil eüere^ande ausbreitet/ verberge tch doch meine Augerr voll euch/und wann ihr schon viel betet/ höre ich euch doch nicht/ dann eüere^ande j B 2 sind i). ^»>05.4 6^ 7 rov. 16 7 r. ^sp.r is. Isc.4-». /crem»; ir 'Z- 6cn.46.r6 Lxdö.lr.i;. 6en^.i/ 12 Christliche sind voll Bluts. Wir müssen durch wahre Busse/und emcücrungoder Verbesserung des Lebens uns nahen zu GOtt/wann wir begehren/daß er sich zu uns nahen solle/ und nachkommen seinem so ernstlichen/ als treuherzigen und liebreichen Befehl bey Icremia/da er sagt/ Rehre wieder/ du abtrünnige Iftael/föwill ich mein Antlitz nicht gegen euch verstellen/dann ich bin barmhertzig / spricht der HErr / und will nicht ewiglich zörnen; Allein erkenne deine Missethat/ daß du wider den -AErren deinen G Dtt gesundiget/ und meiner Stimme nicht gehorchet hast. 2. David haltet demnach in unserem Text auch an um die Erlösung seiner Seelen und sagt / Wende dich / A-LRR/ und errette meine Seele. Durch die Seele wird in heiliger Schrifft zuzeiten der gantze. Mensch verstanden / als wann es heißt / Es sexen sechsund sechzig Seelen / das lst/so viel Pcrsohuen/ mit Jacob, in Egsspten gezogeir; Und wann zum öffteren in demGcsätze stehet/wcr dis oder jenes thue/ dessen Seele das ist/derselbigc Mensch/solle ausgerottet werden von Istael. Oder es wird dadurch das Leben des Menschen verstanden, als wann der Engel zu Loth gesagt / Errette deine Seele/und sihe nicht hinder dich / auch stehe niech m dieser ganyen Gegerrd/ aussdem Berge errette dich/ daß du mehr umkommest/das ist / Eylc und säunie dich nicht/ damit du dein Leben errettest/und nicht samt denen gottlosen Sodomiten vom Feuer verzehret werdest. Wan dieser Verstand nun auch allster Play hat / so ist die Meinung Davids/ der HErrwolle rhne bey Leben erhalten/ und von seinen schmertzhassten Kranckheiten erlö- Leich predigt. _._iz erlösen/er wolle ihne zwar züchtigen / aber dem Tode nicht übergeben. Doch nehmen wir das Wörtlein Seele lieber in einem eigentlichen Verstand / für den Geist und unterblieben Therl des Menschen / und sihet alsdann oerKönigllche Prophet mt aufdie errettung von der leidlichen Kranckheit/damit er behafftetgeweseivdan durch die Widererstattung der Gesundheit wird die Seele nit errettet. Vita.prssten8 cru-cere non eckme- l-or, DieScele befindet sich in dem Lcibe/gleich als in einem Kercker oder Gefängnuß/ ulld wann cinKran- ker wieder aufkommt / so kan er viel eher sagen / der HLrr wolle seine Seele noch nicht in die Freyheit der Kinderen GOttes seyen/ er wolle sie noch nicht erretten von dem Leibe dieses Todes / er wolle rhro die Bande und Ketten damit sie angefesselt ist/ noch nit abnehmen. David sihet aus die Errettung von der schrecklichen Angst / welche seine Seele ergriffen hatte/ davon er in den vorhcrgehendenWorten gesagt/ -Zeile mich HERR / dann meine Gebeine sind erschrocken/und meine Seel ist sehr erschrocken. Seine Seele warumfangen mit grosser Angst undTraurig- keit/welche ihme die Erkantnus seiner schweren Sünden verursachet ; Er befände sich in dem Zustand/ welchen er anderstwo mit diesen nachdrücklichen Worten beschreibet Es umsiengen mich des Todes- Bande/und die Bache Belialerfchrecketen mich/der Hellen Band umsiengen mich/ und des Todesstricke überwältigten mich ; Und wiederum / Stricke des Todes hatten mich umfangen/ und Angst der Hellen hatte mich troffen/Ich käme in Jammer und B Z rroth/ ttS.I« linmH.46 in Ljiiti.sci kam.7.24. v-;.4. 14 Christliche ktrs.iL, 17.18. rL.ri- V.S.I0. II ! 15,16,17. noth / aber ich rief an den Nahmen des ZErren/ O ZErr / errette meine Seele. David fürchtete/ der Zorn GOttes möchte ewiglich/ seiner Sündenhal- ben/obihme walten/und seine Hand ihne auch nach dem Tod verfolgen bittet dcrowegen/ der HERR wolle /nachdem Reichthum semcr Barmherzigkeit/ mit ihme handeln / dieser Sorge ihne entladen / und seine mit Forcht und Schrecken umgebene Seele aus ihrer grossen Angst erretten/ Wende dich/ZErz und errette meine Seele. So hat der fromme König auch anderstwo ge- betten / wende dich zu mir und sepe nur gnädig/ dann ich bin einsam und elend/die Angst meines Lutzens ist gros / führe mich aus meinen N öthen / sihe an meinen Jammer und Elend/ und vergib mir alle meine Sünde; Und zwar nicht vergebens/dann daß sein Gebet viel vermocht / daß seine Scuffzcn durch die Wolcken gedrungen / und seine Seele von ihrer Angst befreyetworden/ist aus dem Beschluß dieses Psaimcns abzunehmcn/da er spricht/ der ZErr höret mein Weinei: / der ZErr Hörer mein flehen / mein Gebet nimt der-ZERR an. Es müsten alle meine Feinde zu schände:: werden / und sehr erschrecken/ sich zurück kehren/ und zu schänden werden plötzlich. Welche Guthat auch der Kvnig Hiskia in gleichen: Zustand empfangen rmd mit drescn Worten ge- rühmet/^ch winfelte//wie ein kranich und «schwalbe und gwrte/wic eine Taube / meine Augen wollen nur brechen/ZERR/ ich lepde N oth / lindere nurs/ doch werde ich mich scheuen alle mein Lebetag für solcher Betrübnus nreiner Seelen /Sihe / um Trost wäre Leich-Predigt. wäre mir sehr bang/du aber hast dich meiner Seelen hertzlich angenommen/daß ste nicht verdürbe. Ist es aber / Liebe Christen / auch ein Wunder/ wann wir Menschen zu Zeiten in grosse Seelen-Noth und Angst geratzten? Istes ein Wunder wann die Sünder,zu sion erschrecken / und Zittern die Heuchler airkommet?Wann wir dedencken/wie grov wrrs osst gcmacht/wie so gar ungescheüet und mit aufgcha- bencr Hand wir gefündiget/ wie wir die Langmuth Gottes mißbraucht/und ftinenGcist/seinWort/fcine Diener uns nit metzr wollen strasscn lassen / so muß ja Angst un Schrecken uns überfallen/ es wäre dan daß wir unsdenheiligen den gerechten un eifcrigcn Gott als einen todten Götzen einbilden wollen/ der auf der Menschen thun kein acht habe / und nur in demUm- gang stinesAmmels wandele, oder als einen sc lchen/ deme alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen wolgefalle/und es deswegen nimmermehr Zu richten noch zu rächen begehre, welches mehr dan Unchnstliche und Heidnische Gedanckcn wären. Gcschihet es nun / daß bey aufwachendem Ge- ^ wissen/unsere Seele mit Forcht und Schrecken überfallen wird/so'lasset Uiis mit David/ aus bußfertigen! und gläubigem Hertzen/das liebe Gebett zur Hand nchmen/russen urrd seusszen, Ach /errette meine Seele. Selbsten kan sich kern Mensch diesen schweren Stein vom Hertzen wcltzen/noch feine Seele er- retten aus der Allen And; Allein der erbarmende GOttkan und muß esthun / der starcke GOtt / der! auch den HErren IEsum vom Tode/das rst/von der »^ 5.7. Forcht und Angst des Todes/errettet hat/wie Pau-j lus 95-1.68.rs- Nkr.lo.r6 - 7 . ^uk.,7.6. sel.6i.io. k5-I.4l.4- 16_Christliche lus an seine Hebreer schreibet, wir haben einen GO-tt/der da hilfst / und einer? AErren ^Erre??/der vorn Code errettet. Underdessen gebe ein jeder wohl achtung/daß er / durch fürsetzlrche und muhtwillige Sünden / sein Gewissen nicht beschwere / und ferne Seele nicht belade / dann fö wir muthwillig fundi- gen/nachdeme wir die Erkantnus der warheit em- pfa??gei? haben/fö haben wir fürter ker?? ander Opfer mehr für die Sünde / sondern ein erschrecklich Warten des Gerichts und .Hckuerepfers/der die Widerwärtigen verzehret? wird. Ein jeder bewahre seine Seele / daß sie in dem Sünden-Netze nicht verstricket werde/so ist sie schon errettet; Ein jeder hüte ! sich/daß er sein Gewissen nicht vcrledc/so wird es rhne auch nicht beisfen feines Lebe??s halbe??/und auf dem Todbette wird ihne kcineHelimangsttressen/sondern cr frölich und getrost dem letsten Feind unter Augen tretten/und nur der KirchenGottes sagen koncn/Ich freue mich in demZErren/und bu? frötich inmen?e?n Gott/dann er hat mich angezogen mit Kleidern des Ails/und rnit dein Rockdor Gerechtigkeit begäbet. z. König David hauet endlich m unserm Text auch darum an/daß thme GOrtderHErr mltscnicr gnädigen Wülste erscheinen wolle' und spricht / »Zilss mir um deiner Güte willen. Diese Worte nun legen wir fürnemlich von derWidergenesung Davids aus und erachten/daß er damit vonGOtt begehre/ er wolle ihne seines Lagers wieder aufkommen Lassen / und sein Leben fristen / er wolle ihne erquicken auffeinem Siechbette/und ihme helffen vo?? aller seinerLvanck- heit. Der fromme Manir wußte / daß des allem m Got- Gottes Macht und Handen stchet/und auf Erden kein Mensch einen Krancken gesund machen / oder einen Sterbenden dem Tode auß dem Rachen reisten kan /weil es zuviel kostet/eure Seele zu erlösen / und der Mensch es wol müßte anstehen lassen ewiglich. Darum gehet David zu ihme/verfüget sich zum rechten Heilbrunnen / uno zur Quelle / auß welcher alle Hülff-und Trost-Brünlein herfliessen. Er thut/ wie er auch sonsten bezeuget/ da er sagt / Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen / von dannen mir Hülste kommt/meine Hülste kommt vom Herren/der Himmel und Erden gemachet hat. Indessen lehret er uns mit seinem Exempel/daß einem Christen wol erlaubet seye/in Kranckheiten um die Widcrbringung derGesundheit anzuhalten/und zu wünschen / daß ihme geholffen werde. Der Geist Gottes schreibet unter anderem demGebettbußfer- ger und gläubigerLenthen auch diese Krasst zu / daß die Gesundheit des Leibes dadurch wieder erlanget werden könne / und zeiget damit deütlich/ daß ein solches Gcbett GOtt dem HErrcn nicht mißfällig seye. So hecht es in dem LVII. Psalmen/Oie Narren/ so geplaget waren/um ihrer Nbertrettung/ und um ihrer Sünde willeii/daß ihnerr eckeltefür aller Speise/ und wurden rodkranck. da sie zunr HErren riesseir in ihrer dloth / halfser ihnerr auß ihren Aengsten/ er sandte sein wort/und machte sie gesimd/uird errettet siedaß sie nicht stürben. Und der Apostel Iaco- bus spricht/ Ist jemand kranck/ derruffezu sich die Eltesten / voir der Gemeine / und laste sie über sich betten / und das Gebett des Glaubens wird dcm C Rran- kszI.4S.y. >o/.i7-so Christliche /Vnglic. k. U.vib.l. Rrancken Heine», und der ^Trr wird chne aufrichten. So mag nun ein Regenttwre m,ser Davrd/und Hlskra/um die Hülste desHErren/ und Verlängerung seines Lebens betten / zu dem Ende / damit er dem Volck noch langer vorstehen / und sonderlich in gefährlichen Zeiten vasselbige mit gutem Rath leiten und regieren möge / wie der zwar junge/ aber unvergleichliche König LäuLräi.18 VI. in Engelland ge- than/dessen Worte auf seinem Todbette unter anderem diese gewesen/Ou weist/ C> ^Err/ wie viel bester es mir wäre/bey dir zustyn. Aber um demerLiirder willen wollest du mir Leben und Gesundheit wide- rumschencken. Ein Kirchendiener / dene die Hand GOttes getroffen/und aufdas Siechbette darnieder geleget hat/mag betten/Klss mir / ^ELR/wann er mit Paulo vernünssttg erachtet / es jeye semenZühö- rern und der Gemeine des HErren nöthiger / im Fleisch zu bleibest / damit er ihro noch ferner dienen könne / zu Förderung und Freude des Glaubens/ wann er mercket / daß er seinen Zuhörern lieb und werth/und seine Arbeit an denselben nicht vergeblich seye/oder auch/wann er Ursach hat zu sagen / es möchten nach sturem Abschied Wölsse under die Aerde komen undManner auMehen/dre da verkehrte Lehren reden dieIunger an sich zu ziehen. Ein gottseliger Vatter/ erne fromeMutter/mvgen in Kranckhel- ten betten/Alssmir »§Err/wann sie kleine/unerzogene Kinder haben/die ihrer Auferziehung/Vermahnung/ Unterweisung / Rath und Trostes noch gar wohl benötiget sind. Wrr alle/weil wir uns niemalen sollen einbüden/wir seyen bußfertig und from genug/mögcn in rkui. -t. -4° ro.r-». zo. Leich-predigt. 19 in Todesgefahr um Fristung des Lebens betten / damit wir Zeit haben/uns durch die Gnade GOttes in einen noch besseren Stand zu setzen/unserHertz meh- rerszu reinigen/grössere kroxreilen inderHeillgung zumachen/und also unsere Seligkeit zu würcken/mit horcht und mit Zittern; Doch daß solch Gebett je- weilen geschehe mit Beding undVorbehalt des göttlichen Willens/welchem ein Christ auch hierinnen sich geduldig unterwerffen / und mit demHErrenIEsu sich erklären sollc/Mein Vatter/ ist es möglich / daß daß dieser Relch von nur gehe/ ich trincke ihne dann/ so geschehe dein Wille. Das aber müssen wir allhier nicht auß der Acht lassen/worauss der heilige David sein Gebett und seine Hoffnung gründe/nemlich auff die Güte GOttes/ darum spricht er / Mffmir / um deiner Güte willen. Wann er ein hochmütiger Phariseer gewesen wäre/ so würde er seine Fromkeit und Gerechtigkeit angczo- gen/lmd darauffsich gesteüret haben/ Aber seine Demuth/und Erkantnuß seiner selbsten lehrete rhneweit ein anders. Zwar berufft er sich anderstwo auch auff seine Gerechtigkeit/als wann er sagt/ Der HErr thut wohl an mir / nach meiner Gerechtigkeit / er vergilt mir nach der Reinigkeit meiner fanden / dann ich halte die Wege des HErren / und bin nicht gottloß wider meinen GOtt; Aber da verstehet er^sistitiLm. non pettonsL, Seine Meinung ist nicht/daß er für GOtt allerdingen from seye/sondern daß er beiden Menschen eine gerechte Sache habe und von seinen Feinden fälschlich verklaget / eben deswegen aber von GOtt wider dieselben verthädigett und ihmc die C 2 Stan- kkil.r.i ^lSktK. 4 -. r6. ttrl.iS. rr. rr. kü!.rs.6,7 Lpkes,,^. Lrcck.i8. »Z- -Z. 22 Lhrrstliche Stange gehalten werde. Wann es um seinePersohn zu thun ware/so pochete der demütige David aussteinen Verdienst / sondern tröstete sich alleine der Mil- drgkeit/Gnaden und Güte seines GOttes/da hieß es bey ihme/Gedencke/HErr/an deine Barmhertzigkeit/ und an deine Güte / die von der Welt her gewesen ist/Gcdencke nicht der Sünden meiner Iugend/und meiner übertrettug/ gedencke aber meiner/nach deiner Barmhertzigkeit, um deiner Güte willen. Fromme Christen sollen seinem heilsamen Exempel nachfolgen/und alle ihre Hoffnung / alle ihr Vertrauen aufGottes Güte setzen. Seine Güte hat uns erwehret inThristo/ehe derweltGrund geleget worden/und UN,ere Nahmen eingeschrieben in das Buch des Lebens; Seine Güte hat uns zu vernünffrigcn Menschen gemacht/und mit seinem herrlichen Ebenbilde begäbet; Seine Güte hat uns den HErren IE- sumgcschencket/ und daßGnodenliecht desEvange- lii in unsern Hertzen aufgehen lassell; Seine Güte erhält uns in diesem zeitlichen Leben/ bescheret uns/ was zu des Leibes Erhaltung erforderet wird / stehet uns bey irr Kranckheiten und Trübsahlen/und errettet uns auß allen Nöthen; Seine Güte hat Gedult mit uns/dann daß wir mit solcher Langmuth getragen/und nicht plötzlich in unseren Sünden dahm gerastet werden/ weine haben wir es zu verdancken/als der Güte des Allerhöchsten / der da nicht will den Tod des Sünders / sondern sture Bekehrung und Leben ? Die Güte des HErren ists / daßwir^nicht gar auß sind / seine Barmhertzigkeit hat «roch kein Ende / sondern sie werd alle morgen neu / und deine Treue, Leich-Vredrgt. 2^ Treue ist groß/sprechen wir deswegen billich mit der Jüdischen Kirchen. Aber O daß ihro viel den Reichthum der Güte/ Gedult und Langmuth GOttes nicht so sichändlich verachteten/sorrdern bedächten/daß sie GOttes Güte zur Busse leiten solle! O daß ww GOttes Gnade nicht so ftefentlich auss Mutwillen zögen! Sonder uns erinnerten dessen/das Assaph sagt/ Gottse^e zwar gut stilrein Israel aber nur denen / die reines Aenzcns sind. Nicht also/Geliebte in dem ^Erren/ Mißbrauchen wir GOttes Güte nicht/sondern wenden die Zeit/welche sie uns verstattct/wohl an/zu Beförderung unserer Busse und Seelen Seligkeit/ Sagen dabey ab aller Einbildung eigener Verdiensten/ bloi-i-LAMus, ciuiäcMä äe nosiro esi, Haben einen Greuel an allem deme / was von uns allein/ und nicht von der Gnade Gottes herkommet / wie der fromme Lehrer Lerub-u-äu8 erinneret/und wann wir batten/ so gründen wir uns allein auffdie Güte GOttes / in Christo IEsu / sprechende mit Daniel und der Israelitischen Kirchen/ Wir ligenfür dirmit unserm Ge- bett nicht auf unsere Gerechtigkeit/sondern auf deine grosse Barmhertzigkeit / Ach AErr höre/ Ach ^Err st)>e giradig /Ach^Err mercke auf und thue es um dein stlbsten willen mein GOTT dann deinVolck/ uiid deine Stadt ist nach deinemlTfahmen genennett So hat nun bisher David gevetten/und sem Anligen ! demHErrengeklaget. ! Voll dem Anderen. ! bestätiget aber fürbas auch seine Bitte/wann ^ c^erin unserm Text fottfahret/ und sagt, danirim _ C z Tode' Lom.r.4. q.. Kernli. in Lgnric, i Osn 9. >8, --- äpoc.iö, n. n>> ks.ny.v- > 75 - 5rj).r. i.r; 22 Christliche Tode gedencketman deiner irrt/ wer will dir irr der -Zellen dancken? Oder Werwird dich in der Gruben loberr ? Der Prophet will kürtzlich so viel sagen/ Wann du/O HErr / einen Menschen üdergibcst dem ewigen Tod/so kan er in dem Ort der Qual dich nicht mehr loben/dann an statt solches Lobes zerbeissen die Verdammten ihre Zungen / und lästeren GOtt für Schmertzen. Und wann du ihne auch nur des zeitlichen Todes sterben lassest/so kan er in der Gemeine/ deiner / und deiner VZercken und Gutthaten nicht mehr gedencken ; Wann sein kalter und erstarrter Leichnam unempfindlich in dem Grabe ligt/ so karr er deinen Nahmen nicht mehr loben. Ich aber wolte gerne mit der Versamlung der Heiligen solches länger verrichten/ ich wolte gern demen Ruhm auf Erden verkündiget! / und dre grossen Wolthaten auch memenNachkommenenerzehlen/ die du mir bewiesen hast/ darum laß / D AErr/ meine Seele leben/daß sie dich lobe/ und deine Rechtemir helfse. Hierauß ist ossenbahr/daß der heil. Man nicht rede von dem Zustand einer gläubigen Seelen nach dem Tod/als wann dieselbige des Lobes Gottes nit mehr fähig wäre/oder als wann sie zugleich mit dem Leibe abstürbe / und zernichtet wurde. Das sind die Gedancken der Epicureer/und garstigen Well schwellten / die da sagen / wann ein Mensch dahin ist / so ists g ar auß mit ihme/ und weiß in an keinennit/der auß der gellen wider körnen fege/ ohngefehr sind wir gebohren / und fahren wieder dahin/ als waren wir nie gewesen/dann das Schnauben in unserer Nnsen ist ein R auch / und unsereRede ist einFüncklin/ das sich §LeichMredigt .2 z sich auß unserm ^ertzeir reget / wann dasielbige verlohnn ijk / so ist der Leib dahin wie ein Loderasche/ und der Geist zerstaderet/wie eine dünne Lufft. Solche Sadduceischen und Epicureischcn Gcdal-cken waren ferne von David / der da wohl wüßte / Frey/ und Frau Arm« Rechteriir. Von Müterlicher ! Seiten/Herr ^ans RudolfsFäsch / Wolverdienter Bürgermeister unserer Stadt un Fr.2lnna Gebwey- lerin.Seinen Hr.Vattcr sel. hat er in seiner zartesten Jugend veriohren / ist aber nichts destominder voll seiner Frau Mutter zur Gottesforcht / Kirchen urld Schulen fleistrg angehalten worden- Nachdeme er die (^lalleg durchkosten/ ist er naher Oijon. in Burgund neben der Frantzö- sischen Sprach dieHandlung zucrlehrnen/verschlckt worden/alwo er z.Iahrverharret/mrd nachVerflies- fung derselben sich m Königl. Frantzösische Kriegs- Dimste under Hr. Obrist von Bodowitz Regiment zu Pferdt begeben / darunder er etliche Jahr lang sich als Volomair gebrauchen lasten. Nachdeme er hierauf ein un andere Reisen gethan/ ist er aus den Niederlanden wider in sein Vatterland gekehret und hat sich durch göttlicheSchickung in den Stand der H. Ehe begeben/den8.OÄodri^.: 655. mit Jft.Barbara werenftlsin/Hrn.^.Iacob we- ^ renfelsen/Pfarrherren beySt.Martin/und Fr.Anna ^üpscherin ehelichen Tochter/welche ihm bereits no _Leich-Predigt._^9 HO 1 699. im Uartio den Weg alles Fleisches vorher-- gegangen/mit welcher seiner geliebten Haußftauen er wehrender 44.IahrigenEhe durch Gottes Segen er- zeügt 8 .Kinder/ nemlich z. Söhn und s. Töchtern/ wovon aber/so viel in Wissen/ anochr.Söhnund z. Töchtern/so lang es Gott gefällt/in Leben/von denen er zu semem Trost r^.GroßKinder und 2.Enkelin'ge- sehen/deren aber bereits 7.Großkinder und die 2.G1- kelln dieses Zeitliche gesegnetL)ie überlebenden samt. lich befehlen wir der Gnade und demSegen Gottes zu aller gedeylichcnWolfart Leibes und der Seelen. Das Leben und Christenthum unsers Ehrenden Herren sel. belangend / so'hat er sich selbsten billich für einen Sünder und solchen Menschen dargegeben/ der daUrfach habe / mit Pauw über das Gesetze seiner Gliederen znklagen/und zu seuffzen/Ich elendem Meirsch/wer wird mich erlöstn von demLeibe dieses Todes? BmebenabcrhaterdieH.Versamlung/ so > 22 ^ p »S. k.om,7.r^i suchl/zu Hauß seine guten Ubnngerr gchabt/dahero er mH.Schrift.wohlorbauet gewesen/ anbey gegenMa- niglich ein friedfertiges Gemühsverspühren lassen. Es hat der liebe GOtt in den Herren sel.schöne Gaa- ben gelegt/wie man dass nitin Abred ftyn kan/ daß er ein recht qualificierter/ mit gesundem Verstand und expsäitem Urtheil begabter Man gewesen/fertigen/ anschlagigen/ ohnverdrossenen/auch inWiderwertig- keiten fteüdigen Geistes von sonderbahrer Freymüti gkeit imReden/der mit allerhand Gattung Leüthen / durch erfoderliche keloluvon und Dapfferkeit / auch in zweiffelhafftigenZufahlen umzugehen gewußt/dar- D z _zu 2S^kira^ >§ ro Christliche 2>. L7.^wn. L^avu,^," r6e^iemtx rq^irajl >Ä2 IS L^I^ltl^St ,i!Aur-,6s-r. cher^uedoren nit wenig geholffen.Wie nun diese von Gott ihme verliehene Gnade mit demMer neben der Erfahr-und Übung zugenomen/Also ist er auch deren- thalben zu vielen Bedienungen un EhrenäMre gezogen und befördert worden. Und mitNahmenistIhme ^nno 1660. im von Unsern Gn. Hrn. die die Schaffner) bey St.Clara anvertraut/und in eben diesem Jahr von einer E.Zunfft°zun Rcbleüthen die Stelle eines Sechsers aufgetragen worden. ^nno 1665. ward er Schreiber / bald darauff Mit-Mcrster/ und ^nno 1676. Obrister Meister einer E. Gesellschaffk zum Greiften im mirrdern Basel. 16sss. Schaffner inr Clingenthal und St. Clara/ wie auch Führer der Stachelschützen. 167-7 Gerichts-Herr der Mirrdern/und 1682. der Mehrern Stadt. ^mio 1681. Ward er Rahts-Hcrr einer Ehren Zunfft zun Rebleuthen. 1682. Land-Vogt auf Mönchenstein. ^.nno 169z. widerum Sechser. Und 172z. Meister seiner Ehren Zunfft. 170^ Quartier-Herr im EschemerQuar- tier. Und endlich ^nno 1725: Ban-Herr oder Eltester in dem Mmifter / von der Gemeine St.Elßbethen. Welchen/und übrigen seinenAemteren( alsda er air densWein-Amt/Fünffer-Amt/Gescheid und Col- lecte gedienet/) derHerr sel. mit sonderlicher Oexceri- tät / zu sattsamem Vernügen Unser Gn.Hrm abgewartet und vorgestanden. In seiner letsten Kranckheit/welche vor 14. Tagen Leich-Predigt. Zi gendraussen aufseinenr Land-Gut bey Prattelen ihren Anfang genommen/ hat der Herr sel. xrEicii-t, was der WetseMann Syrach sagt/Lax.z 8 .9. Mein Riird/wann du kranck List/so bitte den SErren/der wird dich gesund machen/Laß von derSünde/und mache deine Sande unDaflich / und reinige dein Sertz von aller Missethat/ Opsseresirssen Geruch/ und Semmel zum Oenckopsser/ und gib ein Fett- opffer/als müssestu davon / darnach laß denArtzet zu dir/dann der SErr hat ihne geschaffen. Gestalten/ so bald er alhero in die Stadt gebracht worden/ er eine sonderliche Begierde bezeüget/ das Hauß seiner Seelen zu bestellen/und dieselbe von der anklebenden Sünde zu reinigen / wie er dann in einer und der anderer: Besuchung/ ob ihne wol das Reden schwer ankommen/doch deutlich zu verstehen geben/daß ihme nichts mehr angelegen seye/als mit Gott durch Christum IEsurn versöhnet zu werden / auch mit sonderlichem Eyftr das Gebettlein Davids mir nachgespro- ! chcn/Ach SErr/gehe doch nicht ins Gericht mit dei- ! nemRnecht/dannfür dir ist keinLebendiger gerecht. - Dergleichen so wol die vorhergehenden/als erklärten Text-Worte selbsten/Ach SErr/strassemich nicht in ! deinem Zorn/und züchtige michnitin deinemGrim/ SErr/seye mir gnädig/ dann ich bin schwach / heile mich SErr / daim meine Gebeine sind erschrocken/ j und meine Seele ist schr erschrocken, wende dich/ ! SErr/und/rc. Item auß dem Weynacht Gesang/ z Ep du süsserSErrIesuLhrist/der du einMensch ge- ! boren bist/bchütmich für derSellen.Sonsten/daß er - dem WillenGottes sich gäntzlich überlassen/und alles ! dem- Christliche Leich-Prebigt. - demselben wolle heimgestcllet haben / mag darauß ab- gcnomen werden/daß er offt die Worte imMunde ge- fuhret/uud selbige auch in einige seiner Büchern geschrieben / tzErr/nach deinem Willen/ HErr/ wie du wilt/jo wil ich auch. Weilen er ein hohes Alter auf sich gehabt/auch sti- ner Natur die Aryneyen zimlich zuwider gewesen/ ist es desto eher mit ihme zum Ende gclossen/dergestalten! daß/nachdemc er vergangene MontagMorgms noch bey gutem Verstand in kurtz abgebrochenen Worten gegen mir seine Busse und Glauben an IEsumChri- stum bezeüget/un daraufdcnEvangel.Trostmit fteu- den angehöret / er bald darauf Gesicht und Gehöre verlohren/und in solchem ftandem der Hand Gottes gelegen/biß unter dem Gebett der Lieben Seini- gen erDienstagAbends zwischen 6.ünd 7-Uhren sanft verschieden / seines Alters in dem?s. Iahrund dritten Monath. Wir haben drobengesagt/ daß dieser unser Ehrende Herr und Mrt-Druder emm herrlichen Verstand und gute Qualite- ten gehabt.Abcr es heißt recht/Nöile Oeum/L^belie xoüe mori, ÜINIINL eü, Gott dm HErrm erkennen/und den Verstand habm/wol zu sterbm/seye der rechte Verstand/ und diegrö- steKlugheit.AnGottes Erkantnuß wäre bey ihme keinMangel/ So zweifeln wir auch nit/daß er wolund selig gestorben seye.Der HErr verleihe uns allen eben diese Gnad/und erretttunsereSee, len/wie er vormahlen den Loch und die Seinen auß dem Brand der Statt Sodom errettet hat. Ergebe/daß wirm derGnaden- zeit durch herzliche Reste über unser sstndlichesElend uns zu ihme wenden/stets an den Tod gedencken/und wann unserStündlein wird ausgelösten seyn/an unserem Leben «in gutes Ende machen mögen/dann wann das gut ist / so ist alles gut. Ihme sey Ehr in der Gemeine nun und in alle Ewigkeit / Amen. .