!er ingeneWe WgesloM guter DtreiterenNCsu Mhrrsti. Vorgestellt In er'nev LHMrchm Eeich-Predtzt/ Gehalten den 11. ^umi ^mio 1716. zu Muttentz in der Landschaft: Basel/ Bey Ansehenlicher und Volckreicher Bestattung/ Des Ehrwürdigen und Wohlgelehrten Arren 80h. UudolffMoffmanns/ gewesenen treu - eyfferigen Predigers der Christlichen Gemeind in Muttentz/ und ehmahligen ^lleiloris in dem Liechstaller Capitul. Durch Aohann Uudolss Uaßler/D.G.W. in Muttentz. BASE L/ Gedruckt bey Friedrich Luch / Anno 1710. Text: Aus Oup. II. verll17. WEr überwindet/ dem will ich zu essen geben von dem verborgenen Manna. Erklärung. Ekantist dietzistory vom Auszug der Kinderen Israel aus Egyp- ten / und derselben Einführung in das ihnen und ihren Walteren verheißene herrliche Land Cana- an / darinnen sie / nach völliger Einnehmung und Besitzung des- felben/zimlicheRuh genossen/und nach vielem ausgestandenem Leyd in Egypten / auf der Reiß und im Streit mit ihren Feinden / sehr sind erfreuet worden: Diese leiblicheNuh und Erfreüung der Israeliten m Canaan/ ist ein Fürbild gewesen der seligen und geistlichen Ruh und Freud frommer und A 2 gläubi- A-br.1V. L.z-n. äK.XIV. ^. 22 . L.'rim.n. 4_ Khr istliche__ gläubiger Christen zur Zeit des Neuen Testaments/ deren ste schon zum Theil in diesem Leben/ vollkomm- li'h aber im anderen Leben theilhafftig werden. Solches deutet der Apostel Paulus an / wann er sagt: Dann so Ilosua sie(nemlich die Israeliten) hätte zur (rechten und vollkommenen ) Ruhe bracht/lvurde Er Ziemlich der teerst GDttcs) nicht hernach von emem anderen Taue gesägt haben; Darumb ist noch eme Rabe fürhanden dem V>olck ft^Gttes. L?arra wer zu seiner Ruhe kommen ist/ der ruhet auch von seinen wercken / gleich wie GDtt von seinen. So lasset uns nun Fleiß thun/ einzukommen zu dieser Ruh. Wollen wir nun zu dieser Ruh und Freud gelangen/ müßen wir zuvor gleich den Israeliten eines und das andere leydeu/ auch mit underschled, neu Feinden kämpften/ und also kämpften / daß wrr dieselben üver- winden / gleichwie die Israeliten ihre überwunden haben. Dann wir müssen durch viel Trübsal in das Reich GOtter gehen. Und wir müssen uns lepden/ als gute Streiter JEsu Christi; Und so jemand kämpftet / wird er doch nicht nekroner / er kämpfte dann recht. Dieses rsts auch / was unser Heyland d wch Iohannem in obftehenden Text-Worten / dem Engel oder Brschoff der Christlichen Gemeirid zu » Pergamon / und auch seinelr Zuhöreren schreiben lassen. Dann da zeigcte ILjus an / daß die Christen iu Dieser Statt / sonderlich aber ihr Lehrer / in einem Streit begriffen jenen/ und mit underschredcnen Feinden zu kämpften hatten ; Damit sie üch un ritterlich hielten / ihren Frmdcn tapfferen Widerstand thaten/ sich von denselben Nicht lüften überwinden / sonderen 5 _ Leich-Predigt. vielmehr mit einem unerschrockenen Muth trachteten denselben obzusiegen / verhieß er ihnen emcn angenehmen Siegcs-Lohn. Die Feinde mit denen du: Christen zu Pergamon / fambt ihrem Prediger zu streben hatten / und welche zu üocrwmden der HCrr IEsus durch Verherssung eines herrliche»- Lohns he aufmunterte/ waren ersttrch ^ e noch -mlxkchite Juden und Heyden/ welche die C rrstcn so die Jüdische oder Hcydnische Religion verlassen hatte»/oder diejenigen weiche Christen zu werden den Fürsay gefasiel / verfolgten' und durch Drohungen oder würcktrche Zufü- gung allerhand übe!ö(wie sie dann den neuen Zeugen IEsu Christi getodtek harren d von Bekant- nuß und Annehmung der Christlichen Religion abzuhalten suchten. Demnach allerhand Ketzer und Irr- gerster/derer verderbliche I-rthumen darmen bestuhn- dcn / daß Hurerey und andere dergleichen Sünden wol erlaubt auch nicht verbotten seye von dem Fleisch der geschlachteten Thieren ( drc den Götzen gcepf- -feret worden ) wissentlich zu essen / wider den ausdrücklichen Schluß des dloncilii der Apostlen zu Jerusalem / dessen Innhalt war: Laß man sich em- hatterr sötte vom Götzen-Opffer/ und von Hurerep. Wel he I rgnster also trachteten dre wahren Christen Zur Heuchelei) / als wann sie kem sonderliches Mißfallen an dem Hendmschen GotzemOpsser hätten wie auch zu einem ausgelassenen wollüstigen Leb, ns-Dan- del / der mit dem wahren Chnstenlhumb nicht bestehen kan zu verleiten. So nwi diese Irrge>ster/ als auch die öffentliche Versager der ChrrKn zu Pergamon/wurden zu ihrer A Z Lyras- 6 _Khristliche Tyranney und Verführung regieret und getrieben durch den Satan/ als denjenigen / der siii, werck ^ 2 hat in den Rinderen des Unglaubens. Wie es dann in vorhergehenden Worten heißet / daß desselben Stuhl zu Pergamon gewesen. Dieser ist der Haupt- femd der Wahrheit und wahren Heiligkeit/und wird es auch bleiben. Wie er nun zuMergamon die Christen auf alle Weiß durch Verfolgung und Verführung getrachtet davon abzuwenden/ also rst dieses sein feindseliges Werck aller Orten und zu allen Zeiten: Und wie er seine Werckzeug zu Pergamon hierzu gehabt/ also hat er allenthalben seine Agenten / welche seine Parthey halten / und für ihn wieder IEsum / seine Bekenner und Underthauen streiten; Also daß die in unseren Textworten enthaltene Verheißung / und darunder begriffene Vermahnung zum tapsseren Widerstand alle Christen/zu allen Zeiten und aller Orten/ hiemit auch uns angehet / als die wir gleichfalls den leydigen Satan/ der herumbgehet wie ein brüllender ^/8 Eow / und suchet/ welchen er verschlinge/ sambt seinem getreuen Anhang die Welt / zu Widersacheren haben / dann wie der Welt Freundschasst GOttes Feindfchasst ist; also ist im Gegentheil / GOttes Freundschafft der Welt Feindschafft/und ziehet solche nach sich. Es ist wahr / daß wir / Gottlob / wie die ersten Christen wegen der Religion nicht verfolgt werden / auch daß keine irrige Lehrer unter uns sich befinden / die uns zu allerhand Irrthume» und ruchlosem Leben zu verführen suchen/ sonderen daß wir unter einer rechtgläubigen Vätterlichen Oberkeit leben/ und Prediger der Gerechtigkeit haben / die uns zu allem Guten 7 Guten aufmuntern/und von allem Bösen abzuhalten/ sich durch ernstliche Vermahnung lassen angelegen seyn: Allein darumb manglet es uns nicht an Feinden/ oder solchen / die uns von der Wahrheit des Es vangelii/ und einem derselben gemässen gottseligen Leben abzuziehen oder abzuhalten suchen / sonderlich wann es ihr Nutzen und Profit ist / und hat der böse Feind eben auch unter uns keinen geringen Anhang / seynd solche schon nicht vorschlich Feinde der Wahrheit und Gottseügkeit/und Instrument des Satans/zur Verführung anderer/seynd sie es doch in der That / und durch ihre freye ncKeliNsche Ondurterr/ durch ihr libertiyrsches ausgelassenes Leben / vcrfüh- rische Exempel/ und ungescheute Begehung allerhand Sünden und Lästeren/ anderen ein starcke Anrcitzung zum Bösen / zu geschwergen ihrer Verhcissungen und Drohungen/ dadurch sie offt suchen diejenigen/ welche noch erniges Gewissen haben/auf ihre Seiten zu bringen/ und mit Ubertrettung der Gebotten GOttcs ihnen dienen zu machen und zu Gefallen zu leben; Wir haben auch nmner zu kampffen mit uns selbsten / mit Miseren bösen Gelüsten und Begierden/welche wider ^ u die Seele streiten/Vie der Satan und die Welt zu Ge- ' hülffen nehmen/ welches uns dann diesen Geistlichen Streit am schwärsten machet: Wer nun überwindet solche Feinde/und alle Reitzungen zum Bölen / dem will Christus zu essen geben von dem verborgenen Mannn. Da haben wir nun zu fernerem Verstand dieser Verheissung/und darunder begriffener Vermahnung/ unseren r Christliche_ unseren Seelen - Feinden tapfferen Widerstand zu thun/ und denselben obzusigen/ zu betrachten. I. Welche die Uberwinder seyen/ denen allhier etwas versprochen wird; und wie wir kämpften müssen/ wann wir unter die Zahl derselben zu kommen begehren. n. Was durch das verborgene Manna müsse verstanden werden / welches der HErr JEsus denUberwinderen ihrer Geistlichen Feinden in unserem Text verheißet? Von dem Ersten. AH^Verwinder seynd-alle diejenigen/welche ohnge- blAD acht alles irrigen Lehrens/ aller Verfolgung/ Drohungen und Zufügungen mancherley U- bels/ auch Beraubung des Lebens selbsten/ allerhand Verheissungen und Anerbietungen dessen / was dem Fleisch und äußerlichen Sinnen angenehm ist: ohnge- acht der vielen bösen Exemplen/libemnischer atlieitti- scher Reden der Gottlosen Welt-Kinderen; Und wann sie auch von ihrem eigenen Fleisch / und von böser annoch in ihnen wohnender Lust zur Sünde gerei- tzet und gelocket/ oder zum Guten unlustig und trag gemachet werden / dannoch bey der Wahrheit und Bekantnuß derselben/wie auch in Meydung des Bösen 9 _ Leich-Predigt- sen und Verrichtung des Guten verharren. L der wann sie je aus Schwachheit/und weil sie Nicht N achtbar genug gewesen und gute Achtung auf des Feinds Vorhaben gegeben/durch denselben davon umb etwas abgetrieben worden / sich doch wieder durch wahre Büß und Glauben an die Göttliche mit Christi Blut bestätigte Verheißungen erholen/ und hernach mit desto mchrerem Erster ihren Feinden Widerstand thun/ And in rechter Erkantnuß GOttes und IEsu Christi/ in wahrem Glauben an solchen / in Meydung aller muthwilliger verletzlicher Sünden / und aufrichtigem Fleiß guter Wercken begriffen/ aus diesem Leben ab- geforderet werden: Dann wie in einem Leiblichen Streit von denjenigen gesagt wird/ daß sie obsiegen und das Feld behalten / wann der Feind in Ansehen derselben nicht zu seinem Zweck kommen kau / noch ihnen dasjenige rauben/ darumb er sie angefallen. Also haltet es sich auch mit dem Geistlichen Streit / und es wird Satan und seine Werckzeug / das Fleisch sambt seinen Gelüsten und Begierden überwunden/ von allen denjenigen welche solchen geistlichen Feinde» zu Trotz bey dem wahren Glauben/ der reinen Lehre und in einem Gottseligen Lebens-Wandel verharren/ fürnemlich in solchem gutem Zustand aus diesem Leben abscheiden. Nun/ haben wir auch ein ernstliches Verlangen nach einem solchen Sieg; wollen wir alles wohl ausrichten und das Feld behalten / so müssen wir kampf- fen und zwar kämpfst» den guten Aampss des Glaubens/ wie Paulus seinen Timotheum zu einem solchen vermahnet / und zu diesem End folgen stillem Rath * B den ro Lhristliche den er uns giebet in dem Senddrieff an die Epheser/da er sagt: Vor allen Dingen ergreiffetden Schilde des Glaubens/ mit welchem ihr auslöschen tönt alle feurige Pfeil des Bößwichts / und nehmet den Helm . des Heyls / ( den Helm der Hoffnung zur Geligkeu) und das Schwert des Geistes/ welches ist das Wort GGrtes/ und hattet stats in allem Anligen mit Bitten und Flehen im Geist. Mwo der Apostel will/ wir sollen wohl zusehen / daß wir von der Göttlichen Wachen der Christlichen Religion recht überzeugt seyen/ und nicht zweifflcn an der Gewißheit der Verheißungen noch Drohungen derselben / die verheißene Güter in Übung an der Gottseligkeit/ und in Gedult gewiß erwarten/ und mit gläubiger Betrachtung derselben uns in allen widrigen Fählen trösten / auch jederzeit aus dem Wort GOttes den Versuchungen die uns Zum Bösen reitzen/ und vom Guten abhalten Wollen/ begegnen/ und GOtt fleissig anrüsten/ daß er uns zu solchem allem täglich mehr wolle durch seinen guten Geist behülstlich/ und durch seine Gnad in unserer Schwachheit mächtig seyn. Warlrch es wird Satan und die Welt mit ihren Verheißungen und Drohungen / wann sie uns damit zum Abfall von der wahren Lehr / oder von Beobachtung der Gebotten GOttes zu verleiten suchen/ nichts ausrichten/ wann wir uns im Glauben erinneren und denselben entgegen setzen das unbegreifflrche ewige Übel welches den Ab- tcünigen und Ungehorsamen/und die Geistlichen und Himmlischen ewigen Güter/ welche den getreuen / be- ständigen/und gehorsamen Underthanen IEsu Christi versprochen sind: Dieser Zeit Leiden ist nicht werth der Leich. Predigt. rr der Herrlichkeit die an uns soll offenbahret werden: kom.vm. Nicht werth / daß umb jenes zu entfliehen / diese ver- ^ fchertzet und über das ein viel grösseres und darzu ewiges Übel zugezogen werde: Und was hilssts den Menschen/ so er die ganye Welt gewänne/ und neh- ^ me doch Schaden an seiner Seel: Was wäre das für ein unsinniger Tausch / umb Güter geringeres Werths/die noch darzuunbestandig und vergänglich/ viel bessere und über das beständige ewige fahren lassen/ und zum Lohn dieses unseligen Tausches / ewig gepeiniget werden? billich sagt Johannes/ der Glaub stz> der Sieg der die Welt überwindet / hiemit auch *v. den Fürsten der Welt und alle Geistliche Feind Dieser macht uns auch gedultig in Hoffnung / welche Hoffnung und Gedult uns vonnöthen / damit das gegenwärtige empfindliche Übel so uns zugefügt wird/ oder die Geniessung des Guten / so uns gezciget und anerbotten wird / von uns nicht schwärer und besser geschähet werde / als das zwar grössere Übel und besseres Gute/ welches aber noch zukünfftig und von unseren äusserlichen Sinnen entfernet ist; Was für ein kräfftiges Mittel es sey dem Satan und seinem Anhang zuwiderstehen/ geübte Sinnen in GOttes Wort haben/ und jederzeit daraus das Bequeme demselben entgegen halten/ zeiget die History von der Versuchung unseres Heylands in der Wüsten / welcher mit diesem Schwert des Geistes den Satan zum dritten- mahl abgetrieben; also auch das Gebatt des Gerech- verteil (der begehrt dem Satan/ der Welt und den Lüsten des Fleisches zu widerstehen) vermag viel/wamr es ernstlich ist. Und wie kan es änderst als ernstlich B 2 seyn/ r2 Lhristliche Ikrttk. XXVI. >,?cr.V. seyn/wann der Gläubige und Fromme betrachtet wie rnachtig/arglistig/boßhaMig/unverdrossen feine Geistliche Feind seynd/umb was grosses sie ihn trachten zu bringen / und wie bereit und willig GOtt seye diejenigen zu starcken/welche seine Stärckung zur Verhärtung in dem Gehorsam gegen ihm/vonnöthen haben/ und solche mit Ernst begehren. Sonsten sollen wir auch nach der Vermahnung unsers Heylands und des Apostels Petri wachen/ das ist / gute Achtung geben / daß wir von unsern Geistlichen Feinden nicht unversehens überfallen werden/ nicht unbereitet/und ohne guten durch gottselige Betrachtmraen gestarckten Vorsatz / auch nüchtere»» seyen/das ist/Speiß und Tranck also gebrauchen/daß unser Hertz »richt beschwüret werde / und die Krässten unserer Seelen gehinderet gute Gedancken zu hegen/ und die in den Versuchungs-Fallen nöthige Betrach- turrgen anzustellen: Wir müssen auch nach dem Exempel unsers Heylands den Satan / wann er uns zu ojft nach einander anfallet / mit einem heiligen Eiffer und Unwillen abweisen / sagende: Heb dich weg Satan/wie soll ich ein so groß Übel thun und wider meinen GOtt und Heyland sündigen ? Darauf uns zu GOtt und IEsü nahen mit diesen oder dergleichen Vertraulichen Seuffzen; AchHErr IEsu! wo sotten Wir hingehen / du hast Wort des ewigen Lebens; Du hast geborten fleißig zu halten deine Befehl: L! daß unser Leben deine Rechte mit gantzem Ernst hielte i Ach HErr/ verlasse uns nicht / damit wrr dich nicht verlassen. In solchem Streit müssen wir unverdrossen fortfahren / und biß ans End getreu verbleiben; Dann Leich-Predigt. i§ Dann so lang wir auf Erden/sind wir in der streitenden Kirchen/ ja es pflegt der Satan uns nie heffriger anzufallen / als wann er siehet unseres Lebens End herbey nahen/ und weißt/ daß er wenig Zeit mehr hat ftine Boßheit an uns auszuüben. Sehet / Geliebte GOLtes / wie wir die Sach müssen anstellen/ wann wir wollen den Sieg über un- ftre Geistliche Feind erlangen / daß es muß gekampf- fet/ recht und beständig gerämpfft seyn. O roie weit sind dann diejenigen von solchem Sieg entfernet/welche nie an keine Feind gedencken/ihren bösen Gelüsten/ darducch uns die äußerliche Feind mit ihren Versuchungen am besten beykommen können/ keinen Widerstand thun/ ja solche in allem trachten zu erfüllen/welche demjenigen / wordurch sie von der Wahrheit der Christlichen Religion tönten überzeugt werdm/mehr- malen/ oder doch nicht recht und unparkheyisch nachsinnen / ja die Handgreisslichen aus dem Liecht der Natur bekanten Wahrheiten / dardurch sie nochzim- lrch vom Bösen tönten abgehalten werden / in keine Betrachtung ziehen / und welche gar selten und mit keiner Andacht batten; hiemit die Waffen wegwerf- fen/ und ohne Streit dem Satan sich ergeben/ lieber desselben fteywillige Sclaven/ als freye Kinder Gottes und tapffere Streiter IEfu Christi wollen seyn. Ist unser Leben ein statiger Kampff/so sollen wir uns freuen / wann dasselbige Zu End gehet / auch uns trösten/ wann GOLt die Ünserigen von hinnen forderet/ und durch den Tod ihrem beschwarlichen Kampff rin End machet / und sie zur Ruh bringet: Ader da- mt unser Freud alsdann vollkommen sey / und der B z Unse- ?.7'ü. Lxo.XVl. Hum.Xl. ?lÄM. 1.XXVIH. ^.2s. Lhristlich _ Unserigen Trost ein wohlgegründeter Trost / sollen wir zusehen / daß wir recht kämpffen und obsiegen/ und gleich dem Apostel mit Beystimmung unseres Gewissens sagen mögen: wir haben einen guten Bampss gekämpffet/ den Laufs vollendet/ Glauben gehalten/hinfort ist uns beygelegt die Lrone der Gerechtigkeit. Und wie wol es alsdann solchen Geistlichen Siegs-Helden ergehe/ werden wir jetzt sehen in Verhandlung des anderen Puncktens/ da noch zu erklären / was durch das verborgene Manna zu verstehen. Bon dem Anderen. AHS ist unnöthig mit vielen Worten zu melden/ was das eigentliche und leibliche Manna/auf welches hier ohne Zweiffel gedeutet wird / gewesen/ indem es einem jeden Christen zur Genüge betaut seyn soll/ daß nemlich mit solchem auf eine aus- serordenliche Weiß die Israeliten auf ihrer Reiß von GOtt bey 40. Jahren gespeißt worden/ es siel immer des Nachts mit einem Thau herunder/und ward von solchem bedeckt biß die Sonne denselben zerschmeltzte/ davon im anderen und vierten Buch Mosis zu lesen. Es muß eine sehr gute Speiß gewesen seyn / weil es David Engel-Brot/ das ist/ein sehr herrliches Brod/ nennet / von solchem ward ein wenig aufbehalten in einer kleinen Beyladen neben der grossen Laden des Bunds / damit die Israeliten dieser grossen Gutthat GOttes so wenig als anderer vergessen sotten. Nun wann allhier in unserem Text den Uberwin- deren Leich-Predigt- r; deren Christus verheisset/ daß er ihnen wolle zu essen geben von dem verborgenen Manna / redt er ohne Zwciffel nicht von diesem leiblichen Manna/nicht von einer leiblichen/ sondren von einer Geistlichen Speist/ Durch deren Verheißung und Vorstellung er die Christen zu Pergamon destomehr hat wollen abhalten/daß sie denjenigen Mahlzeiten nicht beywohneten die von den Heyden ihren Götzen Zu Ehren angestellt worden/ wie er dann vielfältig im Brauch hatte / die Gedan- cken und Begierden der Menschen von den leiblichen Dingen/ damit solche ihnen nicht weiters zu einer ver- führrschen Lock-Speiß dienten/zu den Geistlichen und besseren zu erheben. Was aber unser Heyland eigentlich allhier durch das verborgene Manna verstehe / können wir am besten abnehmen aus dem Gespräch/ welches ehmals derselbe nach höchst-verwunderlicher Speisung sooo. Menschen durch wenig Brod und Fische mit den Juden gehalten/ dann als diese zu ihm sagten: Unsere Vätter haben Manna geessen in der wüste/ Wiegeschrieben stehet: Er gab ihnen Brod vom Ammei/ antwortete der HErr IEsus : Moses hat euch nicht Brod vom Amme! gegeben / sondren mein Vatter gibt euch das rechte Brod vom Ammel / diß ist das Brod GOttes (nemlich das rechte Geistliche Brod) das vom Ammel kommt/ und gibt der Welt das Leben. Und als Die Juden sagten: AErr gib uns all- rveg solch Brod/und sonsten ein und das andere einwendeten / antwortete der HErr IEsus: Ich bm das Brod des Lebens/ das lebendige Brod das vom Ammel kommt/ wer zu mir kommt den wird nicht hungc- zoii.vr. ö-ri» F.zr. ö.;;- ^.? 4 . ;s> ;6 Christliche hungeren / auf daß wer davon isfet nicht sterbe/ wer von diesem Brod essen wird / der wird leben in Es wigkeit. Woraus zu sehen / daß der HLrr IEsirs sich leidsten durch das verborgene Manna verstehe/ auf welches das leibliche ein Fürbild gewesen / wie s.eor. x. dann auch Paulus denselben / durch Die Geistliche Speiß welche die Gläubigen Vätter des Alten Testaments geessen/ verstehet. Es tönten allhier under- schiedene Stuck angezeigt werden/ worinnen Christus und das leibliche Manna mit einander übereinstimmen / als welche beyde aus dem Himmel von GOtt gegeben worden ohne Verdienst/denen die der gemeinen Speiß nicht einmahl werth waren; Allein das fürnehmste so hier zu betrachten / ist Erstlich in was Ansehen/oder wie und auf was Weiß der HErr IE- sus uns das Manna/ oder ein Geistliche Speiß seye. Demnach in was Verstand er das verborgene Manna genennet werde? Es ist uns der HErr IEfus das Manna / oder rr'y Geistliche Speiß/ in Ansehen desjenigen davon unsere Seelen nun in diesem Leben Nahrung/Stärcke/ Lust und Srquickung haben / und im anderen Leben noch vielmehr haben werden / gleichwie der Leib all- hier vorn leiblichen Brod/so die beste Speiß ist/Nahrung / Stärcke / Lust und Erquickung hat; Nun solches sind die Vielen Geistlichen Gutthaten/ welche die wahren Gläubigen/vermittelst ihrerGlaubigen hertz- lichen Erkantnus IEsu Christi/ Die ein Ursprung der willigen Haltung desselben Gebotten ist/ in seiner Gemeinschafft allbereit auf Erden gemessen/ vollkommlich Mr dermalenerns in dem Himmel gemessen werden; Derglei- Leich-Predigt. 17 Dergleichen seynd/die herrliche Erkantnuß der Göttlichen Eigenschafften/ Wercken und Wegen/ die Versicherung der Vergebung der Sünden/ der Gnade und Hulde GOttes/ dessen sonderbarer Väterlichen Für- sehung/und die aus solcher entspringende grosse Freud und Vergnügung des Gemüths/ die Heiligkeit des Hertzens und daherrührende grosse Lust zu thun was GOtt gefallet / denselben zu loben und zu preisen/ die süsse Erquickung und Freud die man aus der Gesell- schafft anderer Gläubiger und frommer Leuten hat/ die fürwahr im anderen Leben sehr groß seyn wird/ wann man in der grösten Vertraulichkeit mit allen Frommen die jemahls gelebt/ und noch leben werden/ rundgehen / und mit solchen in der höchst-erfreulichen Gesellschafft IEsu Christi und aller heiligen Engten/ an einen überaus herrlichen Ort / unzertrennlich und ohne Aufhören leben wird: Die Geniessung aller solcher Geistlicher und Himmlischer Gutthaten in seiner Gemeinschafft in diesem/ fürnemlich aber in dem anderen Leben verspricht der HErr IEsus den Uberwin- deren/ wann er sagt: daß er ihnen wolle zu essen geben von dem verborgenen Manna; Und werden diese Gutthaten oder der HErr ZEsus in Ansehen derselben ein verborgen Manna genennet / theils weil den Ungläubigen und Gottlosen nichts davon durch die Erfahrung bekant ist/und dieselben auch das/was in dem Wort GOttes von demselben offenbahret wird/schlechtlich begreissen; theils weil auch die Gläubigen / was die Geniessung dieses Manna in dem zu- künfftigen Leben betrifft/solche sich nicht einbilden können/und nicht recht wissen was sie für Freud und Vergnügung mit sich bringen wird/sintemalen dieses noch C verbor- i8_ Khristliche _ «sio^m. verborgen mit Christo in GOtt. Indessen soll eben ^dieses unser Verlangen nach solcher Geniessung desto eyfferiger und starcker machen / und uns aufmunteren desto Lapfferer wieder unsere Seelen-Feind zu kämpffen / und der Sünd und allen Nutzungen zu Widerstehen/ wann wir bedencken/ daß dieselbe so herrlich/ süß und erquicklich seyn wird/daß wir es in diesem Leben nicht vegreiffen können/ und daß der Gerst GOttes in Heil. Schrrsst bald nicht Wort genug finden kan / uns dieselben unter dem Bild der allerköst- lichsten/schönsten und lieblichsten Dingen nur umb etwas zu entwerssen/und daß solche nicht nur eine Zeitlang / sonderen in Ewigkeit währen wird; Alsdann Wird völlig erfüllet werden was GOtt durch Esajam zum Trost aller seiner getreuen Knechten / und zum Schrecken der Ungehorsamen und Gottlosen geweis- faget hat / welche letztere er also anredt: Sihe meine ^rechte sollen essen / ihr aber solt hungeren: sihe meine Rnechte sollen trincken / ihr aber solt dürsten: sihe meine Rnechte sollen frölich fepn / ihr aber solt zu schänden werden: sihe meine Rnechte sollen für gutem Muth jauchzen / ihr aber solt für Artzlez>d fchrepen/ und für Jammer heulen. We die biß daher nicht das Böse zu überwinden sich beflissen / sonderen sich vom Bösen überwinden lassen; Gedencken doch was für ein herrlichen Sigeslohn sie verschertzen/ ^ und daß es bey Verlorst desselben / wo sie sich nicht eines besseren bedencken / nicht bleiben: sonderen ihr/ Lpoc. als der Verzagten / Ungläubigen / greulichen und al- lerhand Lästeren ergebenen/Theil über das seyn wird in dem Vful der mit Feur und Schwefel brennet/ welches ist der andere Tod /und fangen doch einmal recht _ keich-P redigt. ra recht an / für GOtt und IEsum Christum wider den Satan / die Weit und Sünd zu kämpften in guter Hoffnung/ daß auf ihr Gebätt der barmhertzige und bißher gegen ihnen iangmüthige GOtt / der nicht will den Tod des Sünders/ sondern daß er sich bekehre und lebe / Kraftt und Stärcke hierzu verleihen werde; Kommt sie schon dieser Kampff schwär an/ so mache sie dieses nicht abwendig/ sonderen geden- cken umb was grosses und wichtiges gefochten werde/ wie grosse Ursach sie haben GOtt zu dancken/ daß er sie ihren Feinden noch nicht / wie sie wohl verdienet/ zum Raub überlassen/ und für eine theure Gnad zu achten / daß er sie auch jetzt noch des herrlichen Siegeslohns will gemessen lassen / wofern sie inskünsstig als Lapffere Streiter sich verhalten. Je härter und saurer sie es ankommt / je mehrgedencken sie/ daran seyen sie selbst schuldig / weil sie die bösen Gelüste si> tieff einwurtzlen/die bösen Gewohnheiten so sehr über- hand nehmen / und also den Feind so viel Vortheil über sie erlangen lassen / und an gebührendem eyfferr- gen Widerstand so späth angefangen; zu dem ist es ja bester hier einwenig und kurtze Zeit gelitten / als dermahleneins/ und vielleicht bald bald unaussprechliche ewige Qual. Wir alle dencken doch / wann in dem leiblichen Streit die Soldaten heldenmüthig und eifferig müssen fechten/ umb geringen Sold/ umb eitek Ehr und Menschengunst zu erlangen/und da der Sieg ungewiß ist / auch sich insonderheit wohl zu verhalten trachten / wann sie Zusehens ihres Königs oder Für- stens fechten / wie vielmehr wir uns dieses im Geistlichen Streit sollen lassen angelegen seyn / da der Sieg gewiß/ der Lohn und die Ehr unaussprechlich gross/ C 2 und Lhristliche 2O ___ und der HErr IEsus / an dessen Gunst am meisten gelegen / jederzeit Zuschauer ist: Ach Heilige GOt- tes/ je härter der Streit / je süsser wird die Ruh / je angenehmer die Bemessung der ewigen Freud droben in dem Himmel seyn/ da unsere Seelen werden in Wollust fett werden / und wir geträucket mit Wollust/ als mit einem Strohm. HM* Er Ehrwürdig und Wohlgelehrte Herr A ksr Johann Rudolfs^offmann/istAn. I642. an das Lischt dieser Welt gebohren / und den 2;. OÄObr. getaufft worden. Seine in GOtt ruhende Eiteren waren Herr kl. Johann Jacob mann / gewesener wohlverdienter krrecexcor ewüi- cu 8 des Ozkrnnaüiauf Burg. Und Frau Judith Bör- berin/ von welchen er wohl auferzogen / und zu den 8 ruäü 8 angehalten worden. Nachdem er die o^lles des OzMnsüi durchgangen/ hat er Anno 1657. den Oraäum primw und An. 1659. den Ora.- äum NaMsrii mit Lob erlangt/ darauf sich auf das 8 tuäium 1 'tieologjcum gelegt/ und darinnen derge- stalten geübet/ daß er Anno 1664. den 41. OLlobr. würdig geachtet worden nach ausgestandenem Lxa> wen das Wort GOttes öffentlich zu predigen und die Gnaden-Zeichcn des HErren auszutheilen. Seiner Diensten hat sich GOtt der HErr an underfchie- denen Ortm gebraucht / anfänglich zwar nach dem er von Bafel Anno 1669. nacher Gcnff verreiset / ist er allda ein Jahr lang Lpkoren zweyer junger Herren Grasten von vokna gewesen / hat sich darnach noch länger Leich-Predigt. L- länger zu gedachtem Genff aufgehalten / und zumöff- teren daselbst geprediget. An. 167z. that er eine Reiß nach Wien / woselbst er z. Iahrlang als Prediger bet) Herren vamelLrmmnZ,Hml>LiILäoren ihr Hoch- mogend der Herren General-Staaden/ Zu dessen grossem Vergnügen sich aufgehalten / wie dann von allen Orten her gute islümoma seines geführten Wandels halben vorhanden. Nachdeme er wieder in fein Vatterland kommen/ ist ihme erstlich der Kirchendienst in dem Wäysen- Hauß anvertraut worden / und nachdeme er selbigen einige Jahr versehen / ist er zu einem Pfarrer der Ge- meind in Langenbrug erwehlet worden An° 168i. den 8. , welcher er auch mit gutem Eyffer und Treu vorgestanden / biß er An. 1689. den zo. Jenner zum Pfarrdienst dieser Christlichen Gemeind beruf- fen worden. Wie er nun demselben vorgestanden/und sein Ampt so lang es ihm Kräfften halben möglich gewesen/ mit aufrichtiger Liebe/Treu/und Eyffer verrichtet / ist dem mehreren Theil dieser Christlichen Gemeind annoch in frischem Angedencken: Indessen ist er auch zu einem Ellore in dem Ehrwürdigen Liechstaller Capitel erwehlet worden. An. 1681. hat er sich nach Göttlicher Schickung in die Ehe begeben/ mit Frau Amur Maria Gottfriedm/ Herren UaM. Theodor Werenfelstii/Viacom I^Londaräinr hinder- lassener Frau Wittwen bey deren er durch GOttes Segen erzeuget 4. Söhn / darunder der einte schon feit einigen Jahren GOtt in seiner Kirchen und son- derkch in dieser Christlichen Gemeind erbaulich und rühmlich gedienet zu grosser Freud seines Herren Vat- ters. Von zweyen andern wohlverheuratheten Her- C z ren SL Christliche_ ren Söhne» hat der Herr sei. z-Groß-Kinder erlebet/ Davon annoch 2 . so lang es GOtt getäüt / im Leben/ ob welchen allen der gütige GOtt mit seiner Gnad/ Segen und Heil. Geist walten wolle. Nachdeme es GOtt gefallen seine geliebte Hauß- Frau sel. schon vor bald 6. Jahren von ihme durch den zeitlichen Tod zu trennen / haben seithero seine Leibs- Kräfften von Tag zu Tag abgenommen/ daß er sei- «en Ambts-Geschässten nicht vielmehr abwarten können/ und sich fast allezeit zu Hauß aufhalten müssen. Gleichwie er sich eyfferig und Fleißig in dem Pre- Dig-Ambt erzeiget / also war er auch ein sorgfältiger und getreuer Hauß-Vatter/der an Väterlicher wohl- meynender Erinnerung/ Rath und Vermahnungen nichts ermangle« lassen gegen den Seinigen / wie sie dann auch solches erkant/ und man ihnen mit Recht das Zeugnuß geben kan/ daß sie ihrem Herren Vat- ter sel. biß in Tod mit sonderbarer Kindlicher Liebe und Ehrerbietung begegnet / gute Sorg für desselben Person in allen Zählen getragen / und ihme so wol Tag als Nachts in seinen Alters-Veschwärden / wie auch letzter Kranckheit abgewartet / deßwegen auch den von GOtt dergleichen Kinderen versprochenen Seegen zu gewarten haben. Von unserem verstorbenen Herren Pfarrer und Mitbruder sel. kan ich auch das bezeugen / daß er ein und das anderemal/wann man ihme zum Neuen Jahr oder seinem Namens-Tag Glück gewünscht/ gesagt? GOtt wolle ihm geben/ was gut und selig seye/ auch GOtt gelobt / daß er keine sonderbaren Schmertzen empfinde. Zu Hauß hat er/umb sich zu erbauen/theils selbsten m der Heil. Schrifftund andern Geistlichen Büche- L eich - Predig t. 2z Bücheren fleißig gelesen/ theils sich von seinen Herren Söhnen vorlesen lassen. Wann an den Fest-Tagen und sonst zur gewöhnlichen Iahrs-Zeit die Heil.Communion gehalten wurde/ begehrte er solche rm Hauß zu empfangen / und geschah solches jedesmal vom ihme mit sonderlicher Ehrerbietung und mit andächtigen Gebärden / auch hatte er fast allezeit bey Empfahung der Heil. Gnaden-Zeichen und Versprechung des Dancksagungs- Gebätt die Augen voll Wassers. Verwtchenes Pflingst-Fest genösse er gleichfalls mit besonderer Andacht das H. Nachtmahl bey Hauß / und hat gleich Dienstags darauf sein letzte und tödliche Kranckheit ihren Anfang genommen/da er sich dem Willen GOt- tes gedultig underworssen/zwar nicht vielgeredt/abev doch seine Begierd zum Gebätt durch Zusammenlegung, seiner Händen bezeuget; Vcrwichenen Montag haben die tödlichen Schwachheiten überhand genommen/ und gewähret biß Dienstag Mittag/ da er zwischen i2. und i.Uhren durch einen stillen und sansstm Tod von GOtt aus diesem Jammerthal erlöset worden/ nach dem er in demselben Zugebracht hat 74-Iahr weniger 5. Monath. Dem barmheryigen GOtt seye / gleich wie für alles Gute/ das er unserem verstorbenen Herren Parker und Mitbruder sel. zu Seel und Leib erzeiget hat/ also auch für das sanffte End und gnädige Auflösung desselben gedancket/ er seye unser aller Hort/ und lehre uns allhier wohl streiten / damit wir auch derma- leneins den herrlichen Swgeslohn davon tragen. Er gebe / daß wir vor allen Dingen nachjagen der Heiligung/ damit wir wohl sterben mögen/ wann/ wo/und 24 Lhristliche wie wir sterben/ da nichts erfreuet/nichts hilfft/nichts bleibet als ein gutes Gewissen / oder die Erinnerung eines bußfertigen/gottseligen geführten Lebens-Wan- del / und in solcher die wohlgegründete Hoffnung/ daß man umb Christi willen vom Tod zum ewigen Leben durchdringen werde / Amen. Wetzter Mchruff der sambtlichen Söhnen des seligen Herren Pfarrers. (».) Sih» HenenJsh. Jacob Frey/ Christliche Leich-Pre« digt über die Wort/Psal. »r. v-ie.ge» halten den r°. August. >7I°- (b.) I. Lo» VII. V. Z I. (c.)van.Xll. v.;. )Ie vor der Mutter Tod so sehr berrauret haben / O) Die seh'n den Lütter nun / zu grossem Leyd begraben- H grosse Eitelkeit! Wie ändert sich so bald/ Auf diesem Erden-Rund / der gantzen Melk Gestalt l Eh' eine kurtze Zeil/ und wenig Jahr vergehen/ Sieht man von allem dem/so vorstuhnd/ nichts mehr stehen. L grosse Eitelkeit! Auch der sich bildet ein/ Er stehe nunmehr vest/ wird morgen nicht mehr seyn. Wie kau der Mensch dann sich so grosse Hoffnung machen/ Wann alles dock so bald ein Ende nimmt mit Krachen ? Jedoch die Tugend nur / und die Gottseligkeit/ (k.) Die sind beständig / und verbleiben allezeit. Wer sich von Jugend auf denselben hat ergeben/ Der wird auch nach dem Tod bey allen Leuten leben/ Und bleiben ewiglich im Himmlischen Siou/ Dem Srt/ den GStt der HErr bestimmt zum Gnaden-Lohn. Nun tröstet uns / daß man vom Lütter das kan sagen/ Mit Fug / daß er das Lob ins Grab mir sich getragen/ Daß / wie er hat gelehrt / er auch also gelebt/ Wie Christi Diener soll/ und stäts darnach gestrebt- Mit grossem Eysstl' hat er GOktes Wort aelehret/ Und allem Sünden-Gch'amm mit grossem Ernst gewahret. Er hat sich seiner Heerd zum Muster vorgestellt/ Sie so zu thun geleh r / wie es GOtt wohl gefällt. Er hat auch seinen Dienst mit grossem Fleiß versehen/ Wie all' die ihn gekannt / biß werden gern gestehen. Er wartete des Ambts/ so ihm vertrauet war/ So lang er imme>' kont/ bey der Zuhörer Schaar. Drumb wird er leuchten jeyr/ mit allen frommen Seele»/ Als wie des Himmels GlüNtz/ (c.) nichts wird ihn forthin quäl»«. W>c gönnen ihm die Ruh / und wünschen nur dabey/ Daß einmahl unser End auch so glückselig sey! D E.