In Als unter i BASE/ -r. < me ke als el»e MöMlchmng der Vorgestellt In einer Christlichen Leich - Predigt, 4 Mt, Gehalten ms !er Un dem Münster zu Hasel Den 5^" 06 todri 8 1760. unter dem Geleit Eines Hochedlen und Hochweisen Nie» u»i Masse» und einer Uhren - Hurgerschast zu Seiner Ruhstätte gebracht wurde iochgeachte/ Kohledle/ Kestrenge, Kohlfürnehme iürsichtlge und »ohlweise MMMmMrkrWlökMiel. Von ans Kudolf Werian, Pfarrer im Münster. BASEL, gedruckt Sey Ioh. Heinrich Decker, der Löbl. Universität Buchdr. WMsz DSL Epist.Jac. §ap.l.^.i2. ielig ist der Mann, der die Mnfechmng erduldet, dann, nachdem er bewähret ist, wird er die Urone des Gebens empfahen, welche Z verheiffen hat, denen die Bhn lieben. llWllg. Graue Zaare seynd eine Crone der Ehren, die auf dem weg der Gerechtigkeit funden werdend heisset es in den Sprüchen Salomons Cap. XVI, V. Zl. A s GraUch 4 Christliche Graue Haare bedeuten hier ein hohes oder doch zimmliches Alter, Dessen jene gemeiniglich Zeichen oder Vorbotten seynd; wie dann in dieser Absicht, alte Leute, von dem weisen König, einem Mandelbaum, der in einer weissen Blüthe stehet, verglichen werden. Pred. Buch. Cap. XII. v. s. Dergleichen graue Haare, heissen emeCrone der Ehren, anzudeuten: daß wie denen, welche Cronen tragen, wegen ihrer Würde, gewisse Ehre gebühre, allso auch das Alter an und für sich selbsten, etwas Ehrwürdiges an sich habe; und deme ist auch in der That allso. Schon die Heyden wußten aus dem natürlichen Gesäz, was GOtt der HErr in dem Geoffenbarten geborten hat, da es heißt: vor einem grauen Haubt sollt du aufstehen, und sollt die Alten ehren. z. Buch. Mos. Cap. XIX. v. Z 2 . Es seynd aber graue Haare, wie Salomon sagt, alsdann eine Crone der Ehren, wann sie auf dem weg der Gerechtigkeit funden werden. Seynd alte Leute gleich, deyenjenigen Bergen, deren Gipfel mit weissem Schnee bedecket seynd, ihr inwendiges aber mir brennender Matery angefüllet ist. Ich will sagen: wann bey den grauen Haaren, die sie auf dem Haubt tragen, das Feuer unreiner Lüsten, in ihren Herzen brennet, so gebührt ihnen keine Ehre, sonderen nur alsdann, wann dieselbe mit Gerechtigkeit, Tugend und Frommkeit, gezieret seynd; laut dem so der weise Haußlehrer sagt: Das ist der Alten Crone, wann sie viel erfahren haben, und ihre Ehre ist, wann sie GE>tt fürchten. Syrach Cap. XXV. v. 8. Was aber von grauen Haaren insgemein gesagt ist: daß sie seyen eine Crone der Ehren, wann sie auf dem weg der Gerechtigkeit funden werden; das giltet insonderheit von alten, erfahrenen und frommen Regenten oder obrigkeitlichen Personen; welche, wie sie in dreyen Stucken, als in dem Alter, in der Würde, und in der Liebe der Gerechtigkeit , das göttliche Ebenbild an sich tragen, auch dreyfacher Ehren werth seynd. Indessen ist die hochobrigkeitliche Würde, eine zwar schöne, aber in allwegen, und insonderheit für Alte und Hochbetagte, eine beschwarli- che Crone; als die zum öfteren, mit vieler Unruhe, Sorge und Mühe verknüpfet Ist; so daß um solche mit Ehren zu tragen, nicht nur viele Klugheit und Erfahrung, sonderen auch grosse Gedult und Stand- haftigkeit, erfordert wird. Was aber einem christlichen und frömmelt Regenten , die Last um ein merkliches erleichteren, und ihne in der Gedult stärken kann, ist insonderheit auch die Hofnung derjenigen Gnadenbelohnung, welche allen denen, die in ihren Anfechtungen mit Gedult ausharren, verheissen ist; und Lcich-PrcdiA ; ' - - . und darauf der selige Apostel Iacobus in denen verlesenen Textes - Wors ren deutet, wann er sagt: Selig ist der Mann der die Anfechtung erdultet; dann wann er bewähret ist, wird er die Crone des Lebens empfangen, welche GE>tt verheiffen hat, denen die Ihn liebem Wann nun dasjenige graue MhlM - unserer Stadt - Welches in dieserStuttd, unter hoch-ansehnlichem Geleit, allhero zu seiner Ruhstätte gebracht worden; aus denen von Ihme in seinen kerlonalien angeführten Ursachen, diese Worte zu seinem Leich-Text erwehlet; als gedenken wir dieselbe bey seiner dtßmahligen Bestattung, einfältig zu verhandle«. Der HErr lasse es geschehen zu seiner Ehre , gemeiner Erbauung , denen Traurenden zum Trost, und Beförderung unser aller Heil und Seligkeit: Amen. Was nun die verlesene Worte des Apostels feststen anbelangt, sö enthalten dieselbe überhaubt, eine Seligpreisung des Gedultigen; und haben wir da zu betrachten: Wich: Wer derjenige seye, den er selig preiset, seitens: Wie und Warum er ihm seligpreise. Won dein Wen. Erjenige, den der Apostel selig preiset, ist: der Mann des die Anfechtung erdultet. Durch den Mann verstehet er einen jeden Christen, sowohl von weiblichem als von männlichem Geschlecht; wie dann auch mehrmalen in H. Schrift, wann von solchen Pflichten die allen Eigen, die Rede ist, unter dem Namen eines einzelen, alle andere begriffen seynd. Daß es der Apostel auch all- hier allst verstehe, bringet mit sich, was er anderstwo sagt; da er, was er hier von einem der Gedultigen allein urtheilet, auch von allen insgemein bezeuget. Heißt es in unserem Text : Selig ist der Mann der die Anfechtung erdultet; so schreibt er Cap. V. v. 2. Sihe l wir preisen selig die erdultet haben. Nun betrachtet der Apostel allhier die Christen als solche; die gewissen Anfechtungen, oder nach der Grundsprache, Versuchungen unterworfen seynd. Deren aber gibts Zweyerley. Allervorderst gibt es böse Versuchungen, und bestehen dieselbe in denen Reizungen zur Sünde; diese kommen eigentlich von dem Satan , der B Wels 6 Lhvistliche Welt und sonderlich von des Menschen selbst eigenem verderbten Fleisch; von solchen redt unser Apostel in denen allernächst folgenden Worten unseres Textes, wann es v. 14. heisset: Ein jeder wird versucht, wann er von seiner eigenen Luft gereizet und gelokket wird. Darnach wann die Luft empfangen hat, gebierst sie die Sünde. Demnaher gibts auch gute Versuchungen , und bestehen dieselbe, in mancherley Creutz und Trübsalen ; diese kommen von GOtt, als Der sie den Christen zusendet, manchmahl ohnmittelbar, gemeiniglich aber vermittelst anderer Geschöpfen, wann Er nämlich es allso schicket oder zulasset; daß dieselbe entweder von dem Fürsten der Finsternuß, oder von boßhafti- gen Leuten, oder auch von unvernünftigen und leblosen Geschöpfen und Elementen, auf eine oder die andere Weife, angefochten und gekränket werden. Welches alles dem frommen Mann Hiob wiederfahren, als der durch den Satan seiner Gesundheit, durch die Araber und Caldeer seines grossen Viehs, und durch Feuer und Sturm vom Himmel, seiner Schafen und auch so gar aller seiner Kinderen, beraubet wurde. Wie solches mit mehrerem zu lesen ist, in seinem Buch Cap. I. und II. Nun von beyden Gattungen der Anfechtungen, nemlich denen bösen und guten, ist bekannt, daß die Christen, doch einige mehr als die andern, denselben unterworffen seyen. Selbsten christliche Regenten und Obrigkeiten, seynd eben so wenig oder noch weniger als die geringsten ihrer Untergebenen, davon befreyt. Haben sie mehr Ansehen und Gewalt in dieser Welt, so haben sie auch mehr Anlaß und Gelegenheit wann sie wollen Böses zu thun, und können allso auch desto ehendcr und leichter, zum Ueber- muth, Ungerechtigkeit, Pracht, Wollust und anderen Sünden gereizet und verleitet werden; wie wir dessen an dem sonst frommen König David ein merkliches Exempel haben. Seynd sie gleich über andere erhaben , so fehlt es ihnen darum nicht, an mancherley Anfechtungen und Widerwärtigkeiten; ihr Amt sechsten, wann sie es redlich und gewissenhaft verrichten wollen, kostet sie etwann nicht wenig Unruhe, Sorg und Mühe; so gibt es dabey noch allezeit deren, die aus lauter Boßheit und Neid, durch schnöde Verachtung, vorschlichen Ungehorsam und freches Widersprechen, ihnen vielen Verdruß und groß Herzenleid verursachen; wie es allso dem redlichen Moses ergangen, als von welchem deswegen heiffet: Er sep gewesen ein sehr geplagter Mensch über alle Menschen. 4. Buch Mos.Cap.Xll.v.iz. Alle diese Anfechtungen oder Versuchungen, betrachtet unser Apostel, als Etwas welches dienet den Christen zu bewähren, wie die Metalle in dem Feuer bewähret werden. Und eben in dieser Absicht, werden sie bey Esajas Cap.XI.VIII. v.io. Ein Ofen desEllends: und, i.Pet.IV.v i2. Eine Hize der Anfechtung, genannt. Und zwar wie das natürliche Feuer demjenigen den es brennt, grossen Schmerzen verursachet; allso Lcich- Predigt. 7 allso seynd auch die Anfechtungen für die so solche zu leiden haben, etwas sehr empfindliches. Selbsten die Reizungen zur Sünde, welche dem Christen etwann so annehmlich vorgekommen, daß er allsvfort mit Lust darein gewilliget, können eines und anders nach sich ziehen, so ihme viele Unruhe, Sorg und Bekümmernuß verursachet; ist es nun, daß dabey sein Gewissen aufwacht und deme die grosse Seelengefahr darinnen er schwebet, unter Augen stellt, so wird was er vorher als eine angenehme Kühlung angesehen, ihme zu einer fast unerträglichen Hize; da giebt es der bangen Stunden und schwermüthigen Gedanken viele; und hat er um sich der Verzweiflung zu erwehren, manchmahlen genug zu ringen und zu kämpfen. Auch die leibliche Trübsalen, wie sie dem Christen natürlicher Weise zuwider seynd, allst können sie auch sonderlich wann deren gar zu viele, und sie sehr groß seynd,auch etwannlang dauren und anhalten, demselben sehr heiß,angst und bange machen- In allweg kann es mit dein Christen dazu kommen, daß er wegen dem Feuer geistlicher und leiblicher Anfechtungen, mit einem David klagen muß: Deine Pfeile , O HErr! stecken in mir, und deine Hand drucket mich. Es ist nichts gesundes an meinem Leib, vor deinem Dräuen, und ist kein Fried in meinen Gebeinen, vor meinen Sünden. Ps. XXX^M. v. z. 4. Aber eben deswegen dienen dergleichen Anfechtungen denChristen,theils zu prüften theils zu laüteren. Dann lieber! wie könnte er seine Liebe zum Guten, seine Reue wann er gesündiget, sein Verlangen nach der erbarmenden Gnade GOttes in Christo IEsu, zu des HErren Preiß und des Nächsten Erbauung offenbaren , wann er niemahlen zur Sünde versucht und nachdenke er sie begangen , deshalben nicht geängstiget, wurde ? Und was kan dienlicher seyn, den Christen von dem Hochmuth, von der unzimm- lichen Weltliebe, von der Lauigkeit in dem Dienst GOttes, zu reinigen und zu läuteren, und ihne recht demüthig, nach dem Geistlichen und Himmelischen begierig, und in dem Gebctt auch andern gottesdienstlichen Uebungen , eifrig und brünstig, zu machen, als aber die Trübsalen, wann sie recht empfindlich seynd und eine geraume Zeit anhalten ? In Wahrheit! eine heilsame und in ihrem Ausgang erfreuliche Bewährung, weilen sie die wahre Seligkeit nach sich ziehet, von deren der Apostel sagt: Die Trübsal die zeitlich und leicht ist, würket eine ewige und über alle Massen wichtige Herrlichkeit. Uns die wir nicht sehen auf das Sichtbare sonderen auf das Unsichtbare; dann was sichtbar ist, das ist Zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist Ewig. 2. Corinth. Cap. IV. v. 17. 18. Sollen aber die Anfechtungen solch eine heilsame Würkung bey dem Christen haben, so Muß er mit Gedult darein sich zu schicken wissen: Selig ist der Mann der die Anfechtung erdultet: Heister es. Dieses aber kann und muß nach dem Unterscheid derselben, auch auf unterschiedliche Weise geschehen. 2 Was 8 Lhriskliche 'Was anbelangt dejenige Anfechtungen, welche bestehen in der Ret- zung zum Bösen, so muß der Christ dieselbe erdulten; aber nicht allst , daß er ihnen gern Gehör gebe, fie gut heisse, und ohne einigen Widerspruch darein willige, dann allst wurde er nicht unter die Seligen wohl aber unter die Unseligen, gehören; sonderen allst, daß er dieselbe, wann er sie nicht gänzlich verhüten kan , als eine Heimsuchung GOttes ansehe, und darein sich schikke; daß er nach dem Exempel seines Heylands, dem Versucher dapfer widerstehe, und ehender alles über sich ergehen, als durch denselben sich gewinnen oder überwinden und zur Sünde verleiten , lasse; daß er in diesem Kampf wider dergleichen Versuchungen gedultig und st lang ausharre, biß er den Sieg erhalten. Dahin gehet die Vermahnung des Apostels an seinen Timotheum und an einen jeden heilsbegierigen Christen, wann er sagt'.Leide dich als ein guter Streiter IEstr Christi. 2.Timoth. Cap. II. v.z. Was aber anbelangt diejenige Anfechtungen, welche bestehen in mancherley Creuz und Trübsalen,fo muß der Christ dieselbe allst erdulten; daß er, wann er sie durch erlaubte Mittel nicht abwenden kann, und es hiemit GOttes Willen ist, daß er solche seine bestimmte Zeit leiden solle, willig darein sich ergebe; daß er in stätem guten Vertrauen auf seinen GOtt, darinnen fein demüthig, unterwürfig und gelassen, gegen Ihne sich erzeige; daß er insonderheit, anstatt darüber zu murren und zu klagen, vielmehr die Ruthe die ihne schlaget, dankbarlich küsse. Dann eben das ist das eigentliche rechte Kennzeichen, daß der Christ in denen Trübsalen gedultig seye, wann er dabey wie David zum HErren sagen kan : Es ist mir lieb, daß du mich gedemüthiget haft, auf daß ich deine Rechte lerne. Ps. LXIX. v.?i. Nun seynd einige der Schrift - Auslegeren der Meinung gewesen: Wann der Apostel allhier den Mann, der die Anfechtung erdultet, selig preise, mithin nur des männlichen und nicht auch des weiblichen Geschlechts gedencke; so habe er damit andeuten wollen : daß obwohlen' auch christliche Weiber, eben st wohl als die Männer, in denen Anfechtungen gedultig seyn können; dennoch in allweg kein feiges oder weiches, sondern ein männliches, d. i. dapferes und unerschrockenes Herz, dazu erfordert werde; deine ist auch in der That allst, zu dieser Tapferkeit werden die Christen hin und wieder ermähnet; als wann es dorten hasset: wachet, stehet im Glauben, se^t männlich und sez?t ftarck. i.Corintl).Cap.XVI. v. iz. Was aber dem Christen zur Erdultung der Anfechtungen einen Arten Muth machen, und ihne dabey erhalten kann; ist die Hofnung einer herrlichen Gnadenbelohnung, welche den Gedultigen verheißen ist, und darauf unser Apostel deutet, wann er dieselbe selig preiset. Wie wir nun ferner vernehmen wollen. LeichsPrediA on dcm Mam. ig ist der Mann der die Anfechtung erdultet! dann wann er bewahret ist , wird er die Crone des Lebens empfangen, welche GOtt verheissen hat, denen die Ihn lieben : heiffet es. In welchen Worten der Apostel; I. Den Gedultigen insgemein Selig preiset. II. Zeiget warum er ihn Selig preise. I. Selig ist der Mann der die Anfechtung erdultet: sagt der Apostel. Da dann allsofort zu bemerken, daß es nicht heisse: Selig ist der Christ, der die Anfechtungen, Creutz und Trübsalen leidet oder ausstehet; dann man dieses allso könnte verstehen und auslegen, als ob derselbe bloß allein mit dem so er leide, die Seligkeit erwerben könnte, er möchte dabey gestnnet seyn wie er wollte; welches aber ein grober Irrthum wäre. Nein; er sagt: Selig ist der Mann der die Anfechtung erdultet, d. i. dieselbe mit Gedult traget und überwindet; dieses aber fezet zum voraus, daß der Leidende, durch Busse und Glauben, der Huld und Gnade seines GOttes, sich versichert habe, als ohne welche ein Mensch unmöglich recht gedultig seyn und bleiben, kann. Wann aber der Apostel, von dem Mann der die Anfechtung dultet sagt, daß er selig seye, so gibt er damit zu erkennen; daß unter denen Christen, welche Anfechtungen, Creuz und Trübsal leiden müssen, die Gedultigen auch schon in diesem Leben, glückseliger als die Ungedultigen, seyen. Deme ist auch in der That also, und ist die Ursache dessen nicht schwer zu errathen. Jene die Gedultigen seynd gemeiniglich auch fromme Christen, welchem allweg mit GOttes Gnade und Beystand sich trösten können, und dieses macht, daß das Leiden ihnen um so viel leichter und erträglicher ist. Diese die Ungedultige hingegen, seynd mehrentheils gottlose Weltmenschen, denen GOttes Huld und Gnade mangelt, darum ihnen auch die Creuzes - Last um so viel schwärer wird., Ueber das so stynd die Gedultigen auch seliger als die Ungedultigen, weilen jene auch in ihren grösten Trübsalen , eine innerliche Ruhe, eine gewisse Zufriedenheit, etwann so gar auch eine wahre geistliche Freude, in GOtt, gemessen können; da hingegen diese, selbsten in ihrem Wohlstand, noch mehr aber zur Zeit der Anfechtungen und Trübsalen, eine solche Unruh, Mißvernügen und Ängstlichkeit, bey sich fühlen und erwan auch aüsscrlich von sich merken lassen, darauß man schließen kan, daß sie doppelt unglückselig seyen. Dazu kommt noch , daß die Gedultigen selig seynd in der Hofnung , nammlich einer herrlichen Gnadenbelohnung - C die IO Khristliche die sie in dem zukünftigen Leben zu gewarten haben; da hingegen diese die Ungedultigen von solch einer Seligkeit nichts wissen. II. Nun eben diese Gnadenbelohnung , die GOtt dem Gedultigen verheissen hat, ist es, warum der Apostel denselben selig preiset: Selig ist der Mann der die Anfechtung erdultet: dann (sagt er) wann er bewahret ist, wird er die Lrone des Lebens empfangen / welche GOtt verheissen hat, denen die Jhne lieben. Obwohlen GOtt der HErr, wie andere Pflichten, also auch die Gedult von denen Menschen hätte forderen können, und diese solche zu beobachten, in allweg schuldig gewesen wären, wann Er schon ihnen deswegen nichts verheissen hätte, so hat Er dennoch aus Trieb einer recht verwunderlichen Menschenliebe beschlossen, daß die so in seinem Weinberg des Tages Last und Hize tragen, in den Schranken seiner Gebotten eifrig lausten, und den guten Kampf des Glaubens kämpfen, wurden, den Groschen, das Kleynod und die Crone, einer herrlichen Gnadenbelohnung, empfangen sollten; von deren auch unser Apostel, in verlesenen Worten, mit mehrerem redet. Wann der Gedultige, den ihme bestimmten Gnadenlohn empfangen sollte, zeiget Iacobus an mit diesen Worten: wann er bewähret ist. Es kan dieses eine Gleichnüs-Rede seyn, hergenommen, von goldenen oder silbernen Münzen, die man etwann, um zu wissen, ob sie von rechtem Halt oder Werth seyen, in dem Feuer zu probieren pfleget. Solch ein Gold ist der Christen Glaub und Liebe; damit nun offenbar werde, ob sie nur ein bloser Schein oder ein rechtschaffenes Wesen in Christo IEsu seyen, so legt sie GOtt der HErr in das Feuer mancherley Anfechtungen und Trübsalen; welches dann auch ein gutes Mittel ist, dieselbe, von dem so sie noch unlauteres an sich haben, je länger je mehr zu reinigen und zu säuberen; in dieser Absicht spricht dorten GOtt der HErr sechsten zu einem jeden seiner Auserwehlten. Sihe! Ich will dich laüteren aber nicht wie Silber; sonderen ich will dich auserwehlt machen im (Ofen des Eilendes. Esaj. Cap. XI.VHI. v. i o. Wann nun aber GOtt der HErr, dem Christen sein ganzes Leben hieniden auf Erden, zu einer solchen Probzeit bestimmet hat, wie dann auch dieser, vom Anfang biß zum Ende desselben, niemahlen gänzlich ohne Anfechtungen und Trübsalen ist; so muß er auch während demselben, diese mit Gedult tragen und überwinden, und zwar nicht nur ein und das andere mahl, sonderen so oft und viel er, entweder an Seel oder Leib, aufs neue angefochten wird, und muß also fortfahren bis in den Tod; wie dann auch die Seligkeit, nicht den Wanckelmüthigen sonderen nur den Stand- Leich-Predigt. rr Standhaftigen, zugedacht und verheissen ist. wer beharret bis ans Ende , der wird selig. Sagt der Heiland sechsten. Bey Match. Cap. XXIV. v. i z. Um so viel grösser und schwärer nun die Anfechtungen, dadurch der Christ bewähret worden, und darinnen er mit Gedult ausgeharret; um so viel angenehmer ist er auch in den Augen seines GOttes, und um so viel grösser ist auch die Seligkeit, die er von Ih- me zu erwarten hat. Laut deme so der Apostel Petrus zu denen glaübigen Auserwehlten sagt: I« welcher ihr euch freuen werdet, da ihr jezt eine kleine Zeit (wo es seyn soll) traurig seyt in mancherley Anfechtungen. Auf daß euer Glauben rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, dann das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewahret wird , zu Lob, preist, und Ehren , wenn nun offenbahr wird IEsus Christus; denn so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eueres Glaubens davon bringen , nemlich der Seelen Seligkeit r r. Pet. Cap. I. v. 7. 8 . 9. Worinnen die dem Gedultigen zugedachte Gnadenbelohnung bestehen werde, zeigt der Apostel, wann er sagt: Es werde derselbe , die Crone des Lebens empfangen. Weltliche Cronen seynd (wie bekannt) Zeichen nicht nur einer hohen Würde , sonderen auch einer gewissen Herrlich-und Glückseligkeit, damit diejenigen, so dieselbe tragen begäbet seynd. Wann dann der Apostel, die Gnadenbelohnung, so GOtt dem Gedultigen bestimmet hat, als eine Crone vorstellt, so deutet er damit an: daß dieselbe etwas sehr kostbahres , herrliches und vortreffliches seyn werde; nammlich eine unaussprechliche Freude und Seligkeit; davon gelten kan, was dorten stehet; Aber die Gerechten werden ewig leben; und der HErv ist ihr Lohn, und der Höchste sorget für sie. Darum werden sie empfangen ein herrliches Reich und eine schöne Crone, von der Hand des HErren. Buch der Weisheit, Cap. V. v. 16. 17. Die Hoheit und Würde, weltlicher Königen, und anderer Regenten und Obrigkeiten, ist zwar eine Crone die von ferne schön glänzet und etwas gar gutes und herrliches zu seyn scheinet; darum auch ehrgeizige Weltmenschen so begirig darnach streben. Aber wann man dieselbe in der Nähe betrachtet, so wird man finden, daß es eine zum Theil aus Dornen geflochtene Crone seye; von wegen vieler Unruhe, Sorg und Mühe, damit sie gemeiniglich verknüpfet ist ; zu- mahlen wann das untergebene Volk wild, frech und unbändig sich erzeiget; in welcher Absicht jener König gesagt haben solle: Wann mancher wüßte , wie viele Unruhe und Sorgen Unter einer Regenten-Crone verborgen seye, er wurde sie nicht würdigen, von der Erden aufzuheben. Änderst verhält stchs, mit der dem Gedultigen verheißenen Himmels-Crone, als welche von allem dem, so die Glückseligkeit deren, die damit gezieret seynd , stöhren oder unterbrechen könnte, allerdings be- fteyet bleibt. An ihnen wird erfüllt, was dorten gesagt ist: die Erlöstten C 2 des desHErren werden wieder kommen, und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freud wird über ihrem Haupt seyn: Freud und Wonne werden sie ergreiffen, und SchmerZund Seufzen wird weg müssen. Esaj. Cap. XXXV. v. 12. Die Hoheit und Würde , weltlicher Königen und ariderer Obrigkeiten, kan mit wenigerem Recht eine Crone des Lebens, als eine Crone des Todes genannt werden, weilen dieser daran einen völligen Anspruch hat, und sie auch bald diesem bald jenem, würklich raubet; wie man dann aus der täglichen Erfahrung weißt, daß nicht nur von den geringen unter einem Volk, sonderen auch von Königen, Fürsten und Häuptern, mächtiger Reichen und ansehnlicher Nepubliquen, einer nach dem anderen dahin stirbet. Da es heisset: Saget dem Röntg und der Rönigin: Sezet euch herunter; denn die Crone der Herrlichkeit, ist euch von euerem Haupte gefallen. Ierem. Cap. XM. v. 18. Änderst ist es wiederum mit der dem Gedultigen bestimmten Gnadenbelohnung. Diese ist wahrhaftig und in der That eine Crone des Lebens; dann an dem Ort wo sie. damit prangen werden , wird der Tod nicht mehr seyn. Sie werden leben in alle Ewigkeit, und so lang wird auch währen ihre Seligkeit. Darum wird sie genannt: Ein unvergänglich, unbefleckt und unverwelklich Erbe, das behalten wird im Himmel. i.Pet.Cap.I.v. 4 . Und: Eine »»verweltliche Crone der Ehren. Cap. V. v. 4. Warum aber die Gedultigen, solch eine herrliche Gnadenbelohnung zu erwarten haben, das lehret endlich unser Apostel, wann er sagt: Es habe GOtt dieselbe verheissen denen die Ihn lieben. Es ist die Gedult des gläubigen Christen, zwar eine Gabe des Heiligen Geistes, aber auch eine Frucht und Folge der Liebe zu GOtt. Wann der Christ die Anfechtungen, die von der Hand des HErren seines GOttes ihme zukommen, nach Dessen Willen mit Freuden erdultet, so thut er es aus Liebe zu Ihme. Nun aber hat GOtt eben denen die Ihn lieben, die Verheißung gethan, daß Er wie ihren Glauben und Liebe, allst auch ihre Gedult, droben in dem Himmel, mit einer vollkommenen und ewigwährenden Glückseligkeit crönen wolle. Das ists: was hier kein Aug gesehen, kein Ohr gehöret, hat, und das in keines Menschen Herz kommen ist, das GOtt bereitet hat denen die Ihn lieben. Wie es heißt. 1. Corinth. Cap. II. v. 9. Solch eine herrliche Gnadenbelohnung, hätte der Christ für feine Gedult nimmermehr hoffen dörffen, wann nicht GOtt der HErr feststen, solche ihme verheissen hätte , dann wann er gleich in Erdultung der Anfechtungen, alles gethan was ihm befohlen war; so muß er doch bekennen und sagen: Ich bin ein unnüzer Rnecht, ich habe gethan was ich zu thun schuldig war. Wie der Heiland allst zu denken und zusprechen, feinen Jüngeren und allen Christen befohlen hat. Ev. Luc. Cap. XVII. v- io. Aber nachdeme GOtt feststen, dem Gedultigen solch solch eine herrliche Vergeltung verheissen hat, so kann er sich gewiß und sicher darauf verlassen. Er hat es nicht zu thun, mit einem veränderlichen und schwachen Menschen, der zum öfteren was er versprochen hat, entweder nicht will oder nicht kan, leisten; sonderen mit einem wie in seinem Wesen, allso auch in seinem Willen und Vermögen, unveränderlichen GOtt, von welchem David sagt: des HErren Wort ist wahrhaftig; und was Er zusagt, das haltet Er gewiß. Psalm XXXM. v. 4. Und eben das ist es auch, was dem Christen in allen seinen Anfechtungen den besten Trost geben, und allso auch ihne in der Gedult am meisten stärken, kann, daß er an der Verheißung die GOtt denen Gedultigen gethan hat, nicht zweifeln darf, sonderen die verheis- sene Gnadenbelohnung gewiß erwarten und zuversichtlich mit dem Apostel sagen, kan: Dann ich weiß an Welchen ich glaube, und bin gewiß, daß Er kann mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag. 2. Timoth. Cap. I. v. 2. Nun kann es gar wohl seyn, daß GOtt die so Ihne lieben, eine Zeitlang warten laßt, ehe Er mit der verheißenen Gnadenbelohnung ihnen erscheinet; welches dann denselben neue Anfechtungen verursachet, und sie auf die Gedancken bringet, als ob GOtt ihrer gar vergessen hätte; deswegen sie auch in die bittere Klagen ausbrechen : HErr! wie lang willt Du mein so gar vergessen ? wie lang verbirgeft Du dein Antliz vor mir? wie lang soll ich sorgen in meiner Seelen und mich ängstigen in meinem Herzen täglich ? Psalm XIII. v. 1. 2. Diese weiset der Geist GOttes zu ihrem Trost, auf die Exempel anderer frommer und GOtt - liebender Seelen, welche obschon sie etwann auch eine lange Zeit, auf die verheißene Hilffe oder Gnadenbelohnung, warten musten , dieselbe dennoch endlich erlebet und erlanget haben; dahin gehet was dorten der Apostel sagt: Nehmet, meine liebe Bruder! zum Exempel des Leidens und der Gedult, die Profeten die zu euch geredt haben in dem Nahmen des HErren. Siehe.' wir preisen selig die erdultet haben. Die Gedult Hiobs habt ihr gehöret, und das Ende des HErren habt ihr gesehen: dann der HErr ist barmherzig und ein Erbarmer. Epist.Iac. Cap. V.v. io.ii. Und zwar je länger die denen Liebhaberen GOttes verheißene Gnaden- belohnung aussengeblieben, je annehmlicher wird sie ihnen seyn, wann sie einmahl erfolget, welches wo nicht vollkommen in diesem, dennoch gewiß im anderen Leben, geschehen wird; und eben deswegen, wann der Seelen das Warten allzu lang fürkommen will, weisen sie dieselbe zur Gedult wie David auch gethan, da es hiesse: was betrübst du dich meine Seele! und bist so unruhig in mir? Harre auf GOtt; dann ich werd Ihme noch dancken, daß Er meines Angesichts Hilffe, und mein GOtt ist. Psalm. XU. v. 12. K h r i st l i ch e -4 MWW. ^Ann der selige Apostel Paulus in seinem Brief an die Hebreer Cap. X. v. z6. denen Glaübigen allso schreibet: Ge- dult aber ist euch noch, auf daß ihr den willen GOt- tes thut und die Verheißung empfahet. So verstehet er durch die Verheissung eben diejenige, so der Apostel Iacobus in unserem Text, die Crone des Lebens nennet; das ist dasjenige wahre, vollkommene und ewige Gut, welches GOtt denen die Jhne lieben zugedacht hat, daß sie es schon hier in der Hofnung, und dorten in würckli- chem Besitz, gemessen sollen. Um diese Verheissung zu empfahen, muß der Mensch den Willen GOttes thun, dieser aber ist unsere Heiligung, ohne welche niemand den HErren sehen kan. Nun ist ganz gewiß, daß es mit Erfüllung des göttlichen Willens so leicht nicht hergehe, sondern dieselbe viele Anfechtungen, Creutz und Leiben, entweder mit sich bringe, ober nach sich ziehe. Fehlet aber dem Menschen die Gedult, so wird er dieses so nothwendige und heilsame Werk, entweder gar nicht angreiften, oder nachdeme er es angefangen, bald wiederum davon ablassen. Erst alsdann wann der Christ , in allen Fallen seine Seele mit Gedult fassen kan, ist er geschickt den Willen GOttes zu thun und die Verheissung zu empfangen. Und das ist ohne Zweifel auch die Ursache , warum die Gedult, nicht nur als eine edle sonderen auch als eine sehr nuzliche Tugend in Heil. Schrift beschrieben und gerühmet wird: Es ist ein köstlich Ding (heisset es unter anderem) Es ist ein köstlich Ding, gedultig seyn und auf die Hilffe des HErren hoffen. Es ist ein köstlich Ding einem Mann, daß er das Joch in seiner Irgend trage; daß ein Verlassener gedultig seye, wenn ihne etwas überfallt. Und seinen Mund in den Staub stecke und der Hofnung erwarte. Klag!. Jerem. Cap. III. v. 26. 28. 29. Nun gibt es der Betrachtungen, die uns Christen zur Gedult bewegen und darinnen starken können, unterschiedliche. Als wann wir bedenken: daß alle Anfechtungen von GOtt herkommen, Welcher ein vollkommenes Recht hat mit uns zu handlen wie es Jhme wohl gefallt, und alles Widerstreben dißorts allerdings vergeblich seyn, und das Leiben nur vermehren, wurde. Mann wir bedenken, daß GOtt der HErr, bey allen denen Anfechtungen damit Er uns heimsuchet, als ein guter Vatter gegen uns sich erzeige, Der es in allweg herzlich gut mit uns meine, und nur unser Heil zu beförderen suche. Wann wir bedenken daß GOtt der HErr, mit denen Anfechtungen die Er uns zusendet, uns auch genügsame Gnad und Kraft schenke, und also uns niemahlen über Vermögen wolle lassen versucht werden. Wann wir (sage ich) dieses alles wohl bedenken , so werden wir lehrnen die Anfechtungen allso zu er- - dulten, Lei ch-Predigt. r; dulten , wie es dem Allerhöchsten wohlgefallt. Was aber insonderheit dazu uns kann und soll bewegen, ist die Betrachtung der Crone des Le-' bens, so der Gedultige als eine Gnadenbelohmmg, aus der Hand des Allerhöchsten empfangen solle. Wir wissen wie die Mächtigen dieser Erden, um eine weltliche Crone oder Herrschaft, entweder zu erwerben oder zu behaubtcn, keine Mühe und Gefahr, wie groß dieselbe auch seyn mögen, scheuen. Ja wir wissen, daß ein mancher Christ, nicht etwann um einer Crone oder grossen Glükseligkeit, sonderen nur um eines kleinen zeitlichen Vortheiles willen , weiß nicht wie viel Ungemach, willig ausstehe. Und warum sollten nicht auch wir, alle Anfechtungen willig er- dulten, nachdeme wir wissen, daß wir deswegen die Crone des Lebens (welche an Kostbarkeit alle Reiche, Cronen und Herrlichkeiten dieser Welt, unendlich weit übertrifft) gewiß empfahen sotten? Deshalben der selige Apostel Paulus mit Recht sagen konnte: Dann ich halte dafür, daß dieser Zeit Leyden nicht werth ftye, der ewigen Herrlichkeit, die an uns soll offenbar werden. Nöm. Cap. VIII. v. ig. Die Ursache dessen zeiget er anderstwo an, wann er sagt: Unser Trübsal die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Massen wichtige Herrlichkeit. 2. Timoth. Cap. IV. v. 17. Es verhütt steh aber die Sache allhier allst: die Gedult gründet sich auf die Hofmmg, dann der Christ, die Anfechtungen und das Creuz schwärlich erdulten wurde, wann er nicht Etwas anders und besseres indem zukünftigen Leben zu hoffen hätte; dieHofnung aber gründet sich auf GOt- tes Verheißungen, bann der Christ vernünftiger weise, von einer zukünftigen Seligkeit, nichts hoffelNkan, als was GOtt davon verheißen hat, Der aber diese Verheißung' nur denen gethan die Ihm lieben; daraus dann ganz deutlich folget, daß nur diejenige unter denen Christen, die Anfechtungen willig erdulden und in der Gedult ausharren, können, die eine rechtschaffene Liebe zu GOtt tragen, und aus Trieb derselben, für allen Ihme mißfälligen Sünden, so viel es ihnen möglich ist, sich hüten, und hingegen der Tugend nach ihrem besten Vermögen nachstreben; darum die Auserwehlten, denen GOtt geben will: preis und Ehre und unvergängliches Wesen; beschriebet, werden als solche: die mit Gedult in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben. Röm. Cap. II. v. 7. O wie sehr bekriegen sich dann diejenige, welche, obwohlen sie aus Mangel einer rechten Liebe zu GOtt, im Creutz ungedultig sind, dennoch alles Gute von Ihme hoffen, und zwar nicht nur ein zeitliches Wohlsenn, welches kein Wunder wäre, sintemahlen auch die Gottlosesten dergleichen genießen können; sonderen st gar auch die Crone des Lebens. In Wahrheit recht unselige Leute! Wir betrüben uns etwann sehr, wann wir von einem hören der kleinmüthig ist , und ob er an GOttes Gnade und der ewigen Seligkeit Theil habe, etwelcher Massen zweifelt; D 2 Aber Christliche i6 Aber gewißlich ein solcher ist seiner Seelen halber / bey weitem in keiner so grossen Gefahr, als derjenige, der alldieweil er anstatt seines GOttes, nur die Welt und deren Lust lieb hat, und deswegen kein Ungemach mit Gedult ertragen kan, dennoch dasjenige hoffet was GOtt nur denen verheißen hat die Ihne lieb haben. Jener der seiner Sünden halber hart angefochten ist, kann etwann durch einen gründlichen Bericht, von der Gnade GOttes in Christo IEfu, leicht wieder zurecht gebracht werden; und wann auch das nicht wäre, so findet steh doch bey einem solchen , in allweg eine Erkanntnus grosser Unwürdigkeit, welche das erste und ein vornehmes Stuck ist, der wahren Busse, so daß der geistlich Angefochtene , auch mitten in der Sorg und Forcht verlohren zu gehen , dennoch ein Kind der Seligkeit seyn kan. Da hingegen der eitele Welt-Mensch, weilen er hoffet daß er auch ohne Liebe zu GOtt, und ohne Gedult im Leiden selig werden könne, die Mittel zur Seligkeit versäumet , und etwann in der besten aber falschen Hofnung, zur Himmels- Crone erhoben zu werden, zur Höllen fahren muß. Da werden die Augen der Gottlosen verschmachten, und werden nicht entrinnen mögen; dann ihre Hofnung wird ihrer Seelen fehlen : wie stehet bey Hiob Cap. XI. v. 20. Darum und damit wir durch Gedult ererben die Verheißungen, so sehen wir vor allem aus dahin, daß wir den HErren unseren GOtt aufrichtig und von Herzen lieben, und aus Liebe zu Ihme seine Gebotte halten. Und ach! warum wollten wir es nicht thun ? nachdeme Er uns zu erst geliebet, und aus Liebe, eine herrliche Crone des Lebens uns bestimmet und verheißen, hat. Werden wir geßnnet wie IEsus Christus auch wäre, an Welchem wir das vollkommenste Muster undErempel haben, eines Manns der die Anfechtungen erdultet. Wie sehr wäre Er nicht angefochten an seiner Seelen, da der ganze Last des Zorns GOttes auf Demselben läge, und Ihme den blutigen Schweiß aus den Aderen, die heißen Thränen aus den Augen, und die bittersten Klagen aus dem Munde heraus pressete? Wie sehr wäre Er nicht angefochten an seinem Leibe, da Ihne Leiden umgeben hatten ohne Zahl, und die Geisten damit Er geschlagen, die Dornen damit Er gecrönet, und die Nägel damit Er ans Creuz gehäftet, wurde, Ihme unsägliche Schmerzen verurfacheten? So vielfältig groß und schwer waren die Anfechtungen, des unschuldigen Heilandes ; und dennoch aus Liebe die Er zu seinem himmelifchen Vatter, und um Seinet willen auch zu uns, trüge, erlitte Er alles mit grosser Gedult, da Er doch nicht das geringste davon verschuldet hatte. Und sollten dann nicht auch wir aus Liebe zu GOtt und unserem Heiland, die unvergleichlich weit geringere Anfechtungen, die von seiner Hand uns zukommen, willig erdulten, nach deme wir weit grössere und mehrere verdienet haben? Ach! so lasset uns dann ablegen die Sünde so uns immer anklebet und trage machet; und lasset uns lauffen durch Gedult in dem Rampf, der uns verordnet ist; und aufsehen auf IEsum den Leich-Predigt. den Anfänger und Vollender des Glaubens; welcher da Er wohl hätte mögen Freude haben, erdultete Er das Creutz und achtete der Schande nicht, und ist gesessen zur Rechten auf dem Stuhl GOttes. Gedenket an den der ein solches Widersprechen , von den Sünderen erdultet hat, daß ihr nicht in euerem Muth matt werdet und ablasset. Heb. Cap. II. v». i. z. Wohl dem, der dieser Crone des Lebens sich versichert hat; er sey wer er wolle, so kann und wird diese Versicherung ihme, in allen seinen Anfechtungen und Trübsalen, auch in der Todes - Stunde selbsten - einen grossen Trost geben. Mit dieser ssrone kan sich trösten , ein jeder Frommer unter den christlichen Regenten und Obrigkeiten. Ein solcher muß etwann erleben und wahrnemmen, daß Uebelgesinnte unter dem Volk, seine dem Vaterland geleistete treue Dienste, nicht erkennen, und ihne (zumalen wann er alt und hochbetagt ist) an statt gebührend zu ehren, wenig oder gar nichts mehr achten. Nun kann es zwar wohl seyn, daß eine solche Uncrkanntlichkeit, ihne einigermassen kränket und betrübet; sollte er aber deswegen das Gute so er gethan hat oder noch thun kann, sich gereuen lassen? O nein! Er erwartet die Vergeltung für seine Lands-vätterliche Treu und Sorgfalt, von Dem durch Dessen Vorsehung er zu seinem Amt gelanget ist, d. i. von dem HErren des Himmelsund der Erden, und nicht von den Menschen, darum kann er auch über dieser ihrem Undanck, desto leichter sich trösten, und gedencken: Schnöder Undanck dieser Welt! Warum solltest du mich krancken? Da es meinem GOtt gefält, Mir des Lebens §ron zu schenckcn. Mit dieser Crone kan sich auch trösten, ein jeder frommer Christ, wann er hiev mit Dornen gekrönt seyn, d. i. die Anfechtung erdulten, muß. Solcher Creuzes-Dornen gibts viel und mancherley, als da seynd Armuth, Kranckheit, Verachtung, und alle daher rührende Sorgen und Bekümmernussen. Eine nicht der geringsten Anfechtungen eines Christen ist, wann Jemand von den lieben Seinigen, ihme durch den Tod entzogen wird, zumahlen wann es eine solche Person betroffen, welche des Hauses Zierd und Stüze war; allein obwohlen er dadurch in Leid und Traurigkeit gcsezet wird, so mangelts ihme auch nicht an Trost. Sihet der Christ aufden Verstorbenen, so tröstet er sich damit, daß GOtt denselben, wann er die Anfechtung erdultet und dadurch bewähret wor- E den, Christliche Leich-Predigt. i8 den, mit Preis und Ehren gecrönet habe, und er allso nicht zu betrauten, sonderen vielmehr selig zu preisen, seye. So daß es heisscn mag: Warum sollt man den beklagen? Der was er gewünscht erlangt; Und nach seinen Leidens - Tagen Mit der Lron des Lebens prangt. Sihet der Christ in solchem Fall auf sich sechsten, so tröstet er sich damit, daß wann er schon mit dem Verstorbenen , auch den von ihme genossenen Schutz, Beystand und Trost verrohren , und durch dessen Tod in Mausen - oder Wittwen - oder sonst betrübten Stand versezet worden, er deswegen von GOtt nicht verlassen seye, als Welcher, ohne der Menschen Hilfe, die Seinigen, noch hier mit Gnaden und Barmherzigkeit crönen, und wann sie Ihne lieben, sie endlich mir der Himmels - Crone begnadigen , und allso ewig selig machen will ? deswegen heißt es bey ihme: Soll ich Kreuz und Trübsal leiden, Schick ich mich gedultig drein; Dann ich hoff die Lron der Freuden Werde mein Vergeltung seyn. Mit dieser Crone, kann der fromme Christ, er sey wer er wolle, insonderheit sich trösten, wann es mit ihme zum Sterben kommt; da geht es ohne Kampf nicht ab, obschon solcher bey einem leichter seyn kann als bey dem anderen; Nichts aber kann in einem solchen dem Christen einen besseren Muth machen, als die gewisse Betrachtung, daß nachdeme er überwunden , GOtt ihne crönen werde mit Preis, Ehre und ewiger Herrlichkeit; In welcher Hofnung er sich nicht wird betrogen finden, dann wie Paulus sagt: Das ist gewißlich wahr. Sterben wir mit, so werden wir mit leben. Dulten wir, so werden wir mit Herrscher?, i. Timoth. Cap. II. v. 11.12. Denen die kämpfen, Um in sich zu dampfen Die Liebe zur Welt; Den'n will GOtt zum Lohne Dort geben die Krone, Die nimmer hinfällt. zebens- M)as nun die Lebens-Geschichte unseres Herrn MurgerU)etsler§ sel. anbelangt, so hat Er dieselbe schon Anno 1724. sechsten eigens händig aufgesezt, und lautet seine davon hinterlassene Schrift von Work zu Wort allso: Text: .j^cobi am ersten Kapitel, Vers 12. Seelig ist der Mann, der die Anfechtungen erdultet, dann nach- , . dem er bewahret ist, wird er die Crone des Lebens empfahen, welche GOtt denen verheissen hat, die Ihn lieb haben» cbeus-^auf ern, Lmamel UaMers, Bürger zu Hasel. §h bin durch GOttes Gnade, von christlichen und ehrlichen Eltern erzeugt, und an das Liecht dieser Welt gebohren worden ^.nno 1 674. den 6. vecembris alten Kalenders, da ich den 8ten darauf in der Kirche bey St. Peter das Sakrament der Heil. Tauff empfangen» E 2 Mein 2O Lebens- Geschichte. Mein Vatter ist gewesen Herr Hmikl Ustlckner, des Rahts und welcher ^nno 1711. verstorben/ und dessen Gedächtnuß in Segen ruhet/ meine Mutter aber Frau Mtltia Uatharma Uönig/ welche ^nno 1721. aus dieser Festlichkeit zu den göttlichen Gnaden abgefordert worden. Meine Groß-Eltercn waren Herr Mails MeilMch MallEnev/ Obrist-Zunftmeister, und Frau Dvvvthm Myf. Von meinen geliebten Eltern bin ich christlich und mit grosser Sorgfalt erzogen worden, gestalten Sie bis an das Ende Ihres Lebens nicht ermangelt/Ihr Aeusserstes anzuwenden was Sie nur immer zu meinem zeitlichen und ewigen Heil dienlich zu seyn erachtet, dahero ich solches jederzeit, als eine sonderbare von GOtt dem HErrn genossene Gnade und Güte angesehen habe. Nachdem ich die 0^8 des allhiesigen O^mnM durchgegangen und aä Public^ promoviert worden / habe ich noch in die zwey Jahr, um mich in der Emirat und I-Moricis zu üben , OolleZiL priVLtL bey Herrn krofe^ lor Hofmann gehalten, biß ich ^rmo 1691. nach I.) 0N um die Kaufmannschaft zu erlernen versandt worden, allwo ich mich drey Jahr lang aufgehalten und ^nno 1694. wieder anhero gekommen bin. Kurz darauf aber eine Reise durch Teutschland nach Hamburg gethan, und mich weiter nach Holland begeben, da ich mich gleichfals und zwar in Amsterdam zwey Jahr lang in berühmten Handlungen aufgehalten, ^.nno 1696. bin ich aus Holland durch die Niederlande nach kari8 gerecht , auch selbigen Sommer GOtt Lob glücklich in dem Vatterland angekommen, und habe mich nach göttlichem Willen in den Stand der Heil. Ehe begeben, mit damals Jung- Lebens - Geschichte. L1 Jungfrau Uatharim Mrr einer Tochter Herrn Uhristof Wmen des Handelsmanns und Frauen Ursula Uäsch beede langst selig. Von dieser meiner geliebten HstUßfrlMN habe ich jederzeit alle Hüls und Trost zu meinem sonderbaren Vergnügen genossen, auch mit Jhro durch göttlichen Segen eilf Kinder, nemlich 6. Söhne und 5. Töchtern erzeugt, davon aber z. Söhne in ihrer zarten Jugend verstorben. Die zwey älteste Söhne und sämtliche Töchtern, habe ich zu meinem Trost wohl verheürathet und von denselben zwölf Groß-Kinder biß zu meinem Vergnügen gesehen, von welchen aber i. wiederum verstorben; Die Mutter als meine geliebte HstllßfMU samt unsern Kindern und Groß- Kindern, thue ich der fürwährenden Gnade und Güte GOt- tes bestens anbefehlen. Ich hatte zwar vermeint daß ich meine Lebens-Zeit (nebst dem was man allerforderst gegen GOtt zu beobachten hat) in meinem angefangenen Handlungs-Beruff würde zuzubringen haben, allein GOttes Fürsehung leitete mich anders, dann nachdem ich^nno 170z. zu einem Sechser E. E. Zunft zu Rebleuthen und ^.nno 1708. zu einem Beysitzer E. E. Stadt-Gerichts der Mehrern Stadt, bin erwählt worden, so hat man mich kurze Zeit nach meines sel. VstttklH Absterben zu einem Meister gedachter E. E. Zunft ernamset 171z. 1714. bin ich zu einem krXliäemen eines Lobl. VireÄorü der Kaufmannschaft und zu einem Zaniräts-Raht; 1715. zu einem Gesandten über das Gebürg und zu einem Obrist-Schützen-Meister der Stahl-Schützen; 1716. zu einem Dreyzehner- und Waisen- Herrn ; F 22 Lebens-Geschichte. 1717. zu einem Bann-Herrn bey St. Leonhard, KeiormaLion- und Stall - Herrn ; ^nno 1719. zu einem Dreyer-Herrn ; ^.nno 1720. zu einem Gesandten auf die Eydtsgenoßische Tagsatzung erwählt worden, deren ich nach- wärts sehr vielen beygewohnt, auch bey ^mdLiLäoren Eyds- genößisch-wie auch auswärtigen Städten vielfältige Lomriüs. üonm, so mir aufgetragen worden, verrichtet. ^nno 1724. ward ich zu einem Obrist-Zunftmeister und krLÜäenten an der Frucht-Kammer; -H.NNO 17z I. zu einen; Obersten Bau-Herrn , Kaufhauß-und Keller- Herrn, und endlich 17^4. zu einem Bürgermeister und Obersten Kriegs -GommMrio erkießt. Bey allen diesen so vielfältigen Amts-Verrichtungen, weiß ich mich nichts als meiner Schwachheit zu rühmen, jedoch hat es mir auch niemalen an einer guten und aufrichtigen Intention gefehlt; gestalten ich jeweils meine Handlungen dahin gerichtet, wie ich solche nach meinem geringen Begriff, gegen GOtt, einer Hohen Obrigkeit, meine werthe Mit - Bürger und Manniglichen verantworten möge. Die zu Anfang dieser Schrift angezogene Worte des Apostels Jacobi, thue ich mir nicht ohne Ursach ^xlicjerey, dann gleichwie ich von dem grossen GOtt die ganze Zeit meines Lebens, vielfältige Gutthaten genossen, also ist das liebe Lreutz samt denen daraus entstehenden Anfechtungen nicht ausgeblieben, darfür ich aber dem lieben GOtt, sowohl in Ansehung des Einten als des Andern herzinniglichen Dank sage, dann obschon ich das Creutz in der Stille getragen, so haben mir die Anfechtungen, zu alltäglichen geheimen 8o!iIoHuü8 mit meinem GOtt die Anleitung gegeben, daraus ich dann einen solchen Seelen- Trost empfangen, daß ich durch seines Geistes Kraft alles überwinden, und mit Ihme vereinigt bleiben können, welche Gnade der barmherzige GOtt mir biß in mein Ende beybehalten wolle, damit ich mit seinem Sohn meinem Heiland JEsu Christo in dem Reich Levens-Geschichte. 2Z Reich seiner Herrlichkeit dermaleins mich ewig erfreuen möge, so seye es mein GOtt und Vatter Amen. So weit gehen die Worte unseres Herrn Bürgermeisters seligen. Wie Er aber diesen Aufsatz bereits ^nno 1714. gemacht; als ist noch dieses beyzufügen, daß Er über die von Ihme gemeldten 12. Groß-Kinder noch 1 r, hiemit 2s, und von diesen 29. Enckel erlebet, da von den Ersteren 6, und von den Letsteren 8. wiederum verstorben; So mußte Er auch von seinen Herren Söhnen 2, und von den Frauen Töchteren auch 2 , desgleichen von seinen Herren Tochter-Männeren z. zu seinem grossen Leyd, in die Ewigkeit Ihme vorhergehen sehen , so daß nun i. Sohn und z. Töchteren, samt 19. Groß-Kindern und 21. Enckeln, so lang es GOtt gefallt, annoch im Leben. Auch ist noch dieses anzumerken, daß der selige Herr Bürgermeister, die meisten von Seinen Herren Söhnen und Tochter-Männeren auch Herren Groß-Söhnen und Groß-Tochter-Männern, zu verschiedenen ansehnlichen Aemteren und Ehren-Stellen, theils in einem Ehren-Regiment, theils bey Löblicher l^mvsrütät, befördert gesehen. AAEr barmherzige GOtt und Vatter in dem Himmel, welcher ehe- ^ mahlen dem frommen Erzvatter die Verheissung gethan : daß Er wolle sein GOtt seyn, und seines Saamens nach ihme; Der erfülle auch diese Verheissung an des verstorbenen Herrn Bürgermeisters hinterlassenen Angehörigen; Und wie Er sein GOtt gewesen von Jugend an und Ihne nicht verlassen in seinem Aller, so seye Er auch Ihr GOtt, mit seiner Gnade, Schutz und Segen. Insonderheit erzeige Er stch als einen solchen, in Ansehung der nun verwittibten Frau Bürgermeisterin. Er sey Ihr Trost in Ihrer Betrübnuß, Ihre Hilfe in Ihrem Wittwen- stand, und Ihr Stab in Ihrem Alter. Und wie durch den Tod Ihres Ehe-Herrn, eine Crone von Ihrem Haupt gefallen; so cröne Er Sie hingegen mit Gnade und Barmherzigkeit; Lasse Ihro und den Ihrigen das zugeflossene Leyd, zu Befestigung in seiner Gnade und Beförderung Ihres Heils, mithin auch zu Erlangung der Crone des Lebens, gesegnet seyn. Um nun wiederum auf unseren verstorbenen Herrn Bürgermeister zu kommen; Weilen Derselbe in denen von Ihme schriftlich hinterlassenen kersomLlien, eine demüthige Gesinnung zu erkennen gäbe, so wurde man ohne Zweifel seinem Willen zuwider handle», wann man von seinen (^ualiräten viel Rühmens machen wollte. Es wäre solches auch um so viel weniger nöthig, als die Gaben und das Betragen, Deren die in Hvchansehnlichen Aemteren und Ehren-Stellen stehen, ohne das fast F 2 Män- 24 Lebens - Geschichte. Männiglich bekannt seynd. Wollen allso nur mit wenigem annoch anmerken : Was allerforderst Sein Christenthum anbelanget; daß Er das Hauß GOttes nach Vermögen fleißig besucht, auch das H- Abendmahl zu seiner Zeit in der Gemeine, und erst seit einem Jahr bey Hauß, mit Andacht empfangen; Desgleichen ( nach der Seinigen Zeugnuß ) täglich gewisse Stunden, zu seinen Hauß-Andachten bestimmet und damit zugebracht, hatte: Was demnacher sein hohes und wichtiges Amt anbetrift; daß Er als ein solcher Regent, Der einen herrlichen Verstand bis an Sein Ende befasse, mit vieler Klugheit begäbet wäre, und in ausländischen und einheimischen Staats-Angelegenheiten eine grosse Erfahrung hatte; mit seinen klugen Rathschlägen, dem Vatterland insgemein und seinen Mit- Burgeren insbesondere, viele nützliche Dienste leistete. Seinen Hinscheid betreffend, so wurde Derselbe vor einigen Wochen mit einer Fluß - Kranckheit angegriffen, welche aber gar nicht gefährlich schiene, es besserte sich auch damit, so daß man Hofnung hatte, daß Er davon wieder genesen würde; verwichenen Montag aber klagte Er über einige Schwachheit und Schmerzen , jedoch waren sie (dem Höchsten seye dafür Dank) so leidentlich, daß sie weder Ihne nöthigten des Bettes zu hüten, noch Ihme Bangigkeiten verursachten, und so blieb es auch biß verwichenen Dienstag Nachts , da Er sanft ruhete und gegen Morgen in einen Schlummer fiele, in welchem Er nach vier Uhren sanft und selig in dem HErrn verschiede, Seines Alters Sechs und Achzig Jahr weniger zwey Monat, von welchen Er 64. mit seiner hinterlassenen höchstbetrübten Frau Wittib, in der Ehe zugebracht. Beschluß. Beschluß 4 - ^L?MHEdenklich ist es, meine Geliebte! daß innert einer Zeit von nicht mehr als 6. Wochen, zwey qualikcierte Ehren-Häubter unserer Stadt, das Einte in einem zimlichen, und das Andere in einem hohen, Alter, uns durch den Tod entzogen worden. Billich sollen wir diese Falle nicht mit einer kaltstnnigen Gleichgültigkeit , sonderen vielmehr mit einem ernstlichen Nachdenken, ansehen. Wann, wie Kayser Larolus der Fünfte, bey einem gewissen Anlaß bemerket haben solle; diejenige Hspublis sehr glücklich heißen kann, welche mit grauen Häubteren und erfahrnen Regenten versehen ist; So ist es allezeit für dieselbe ein Unglück, wann dergleichen ihro durch den Tod entzogen werden. Wie dann auch ^mbroüus lik. II. äs Lmno L ^bele dafür gehalten: daß der Hinscheid, getreuer Haubteren und Regenten , zum öfteren, ein Vorbott obhandener Gerichten feye. Diesem- nach müßten wir, weder vaterländisch noch christlich gestnnet seyn, wann wir das Absterben, bemeldter unserer Ehren-Häubtern nicht gebührend betrauen wollten. Indessen haben wir dennoch dabey dem Allerhöchsten zu danken, daß wir nebst dem edlen Frieden , auch noch die unschätzbare Freyheit haben, an die verledigten Regenten - Stellen , aus unserem Mittel, andere und solche zu erwehlen, von denen man die gute Hofnung haben kann; daß auch Sie sich befleißen werden, nebst Beförderung der Ehre GOttes, auch für das gemeine Beste, nach Ihrem besten Vermögen, getreulich zu sorgen. Wozu dann der GOtt aller Götter, dem Hochgeachten Herrn Amts- Nachfahren unseres verstorbenen Herrn Bürgermeisters seligen, seine Gnade verleihen, Jhne samt unseren übrigen Herren Häubteren und Regenten, bey Leben und Gesundheit erhalten; fürnehmlich aber, alle Deren heilsame Rathschläge, zu seiner Ehre, und der wahren Wohlfart des ganzen Volks, mit vielem Segen begleiten , wolle. Uns alle regiere der HErr mit seinem Heil. Geist, daß wir unserer weltlichen Obrigkeit, vor allem aus aber Ihme sechsten, in allen Stucken einen willigen Gehorsam leisten, damit wir in allen Anfechtungen feiner Gnade uns getrösten, darin» mit Gedult ausharren, und allso auch, nachdem wir bewährt seyn, die Crone des Lebens empfahem mögen. Amen. G rauer-Gedtcht. Ä^Oll ich von Deinem Tode singen MA mein theurster Vater und mein Herr? 6 möchte mir ein Lied gelingen! das Deiner Hoheit würdig wär Zwar Haller nur könt Dich besingen so wie es Vater Dir gebührt ü lieh Er mir des Geistes Schwingen! der Ihn auf pindars Flügeln führt. * » Doch wird der Wille Dir gefallen Du leihst mir schon ein gnädigs Ohr und merkst auf Deines Sohnes Lallen der mit Dir Hüls und Naht verlohr. Mit Dir! Den wahre Weißheit zierte die Dir von oben war verliebn mit DirDer in dem Naht nicht irrte wie es zu aller Zeit erschien. * * * Mit Dir! der jeden Bürger liebte Der auf Gesätz und Ordnung hielt mit Dir! Der nie die Strenge liebte die mit der Niedern Schicksal spielt mit Dir der für den Staat noch wachte wenn jeder Bürger sicher schlief mit Dir der alles helle machte wie/ da der HERR dem Liechte rief. * * * So muß ich Dich 6 Vater missen und Deinen immer klugen Naht Wer leüchtet nun in Finsternissen mir/ und dem auch verwaißten Staat? Du bists 6 GOTT! denn Deine Güte die sorget noch für unser Wohl / und lehrt ein redliches Gemüthe wie man Dir nachregieren soll. * * * Der HERR betrübt und sendt uns Leiden Warum? um uns zu Sich zu ziehn, damit wir nicht um eitle Freuden nein/ himmlische/ uns mehr bemühn/ dis war auch schon am frühen Morgen V erehrungswürdig-theurer Grejß Dein erst Bemühn, und andre Sorgen befahlst Du GOTT der alles weiß. * * * Dem HERRN Der gnädig Dich erhörte sey ewig Preiß und Dank darfür ER welcher seinen Weg Dich lehrte erdfnet Dir des Himmels Thür wo Friede/ Ruh / und Freude wohnen bey GOTT zu Dem Dein Geist sich schwingt und IHM mit aller Himmeln Thronet! ein ewig Dank- und Loblied singt. „z " V « ^ F H Lniiisro SVSLIILiokI 8. F LN/VXVLU r^UKMOF «4-^ 4° , «ü» ä , »-^ ^rrrtv - v '4-4 4»«. >B M c o x 8 v 11 klO kLIILI IXLIVIO ? L i r^ i ^ L k^kknn (LVI LXII(2.VI88I^^. 0iriVXOV8 k^08^?IL ^L kM E?II88IN08 I^OXOKVN 6K^VV8 LD 8V?KLAIVN v I 6 X I I ^ I I 8 LVINLX kOkVI.1 ^1<2. 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