KhriMchc Leich - Predigt/ Von «ÄS avids Mcud in Wcid Gehalten auß dem XLiv. Psalm. v. iy. In der Pfarr - und Haupt-Kirchen der Mindern Stadt Basel/ Bey volckreicher Begrabnuß Der Viel Ehren d und Tugendreichen Raum Nw NMül, Des Ehrenvesten/ Fürsichtigen und weisen rn.NohannWrennemsel gewesenenSchultheissen dieser Mindern Stadt/ hinderlasscner Frau Wittib/ än. ^ OLL xvn. den zo.Xov. von Merian/ kattore dastlbsten. Drucktens Emanuel und Joh. Rudolph Thumeysen. Leich - Text. Auß dem XLiv. Psalm. v. 19. Fch hatte viel Bekümmemuffen in meinemHertzm/ aber deine Tröstungen ergötzeten meine Seele. Außlcgung. ^^^Er Liebe GOtt/ Geliebte indemHErrn/ gibt uns in dieser trübseligen Zeitlichkeit al» strband Trost-und Erquickungs-Mit» tel an die band/ alß zum Exempel: Ein Bißlein Brots und Trüncklein Weins/ davon Abrahmn zu seinen bimlischen Gästen gesprochen: Ichwil euch ein Bissen Brots brin- x. gen/ daß ihr euer Hertz labet / darnach solt ihr fort gehen. Und David/ daß das Brot des Menschen Hertz starcke/ und der wein daß n. selbe erfreue. Die ist auch ein solch Mittel/ davon sLcvdu8 sagt: Eeidet jemand under euch/der ^ A 2 battes 4 Christliche_ batte/ Ist jemand gutes Muhts/ der singe rr- ; iz. Psalmen. Von Saul liset man/ daß wann David vor i.sam. -6. Hme auf seiner Harpffe gespickt/ der Trauergeist von ihme gewichen. ^ Und von Elisa / daß er in seiner Bekümmer- nuß wegen dem König in Israel durch einen begehrten Spielmann sein Gemüht umb etwas auffge- munteret. Selbst von OüniL, einem Heiden/ schreibt LiiLE, daß er bey einem schwären Anligen über sein Instrument gelösten / und damit die Traurigkeit verjagt und vertrieben habe. l->b. 7. i;. Item: Ein gut Bett und Lager / dessen Hiob gedacht: Ich gedachte / Mein Bett soll mich trösten/ mein Lager soll mirs leichtern. Und ist ganh gewiß / daß man manchmal in einer Stund viel Kummer Verschlüsse/ wie David geruh- met: Den Abend lang wahret das Manien/ rki.zs. 6' aber des Morgens die Freude. Und nach den Reimen: " Zu Abends mir offt wiedersähet/ " Daß Traurigkeit bey mir einkehrt/ " Zu Morgens/ wann ich auffthu stehen/ " Mir Lust und Freud entgegen gehen. Ein guter getreuer Freund ist auch ein Trost des Lebens/ wer GVtt förchtet/ der kriegt v-s is suchen. Die Beden eines solchen Freunds -4 sind Honigseim / trösten die Seele/ und erfrischen die Gebeine / nach Meynung Syrachs und Salomons. Fromme/ Leich r predigt. 5 Zrome/ gehorsame und wohlgerahtene Rinder sind es ingleicbcm/ wie Tobia Mutter gestanden: Ach mem Sohn/ ach mein Sohn/ wa- rumb haben wir dich lasten wandern? un- ere einige Freude/ unser einiger Trost in un- erm Alter/ unser 'Hertz und unser Erb. wir -arten Schatzes genug gehabt / wenn wir dich nicht hätten "weggelassen. Und Lantech von seinem ncugebohrnen Sohn Noah: Der wird uns trösten in unserer Mühe und Arbeit auf Erden / die der HErr verflucht hat. Und V0Ä01 Luther war nicht in abrcd/dasiihn manchmal ein Kind trösten könne/ wann crs höre ein Unser Vatter hatten/ oder ein Psalm-Sprüchlein anziehen/ oder sonften ein Gespräch führen. Endlich ein tugendsam Weib ist/ nach auflag Spräche/ihrem Mann ein Trost und Freud/ und macht ihm ein fein ruhig Leben. Ein freundlich Weib erfreuet ihren Mann / und wenn sie vernünfftig mit ihme umbgehet/ erfrischet sie ihm sein Hertz/ rc. Aber das alles sind nur äusterliche/ eitele/ veränderliche und unbeständige Trost-Mittel/denn das Wesen dieser Welt vergehet. Hingegen der himlische Trost auß GOttes Wort ist ein innerlicher/ wahrer/ dauerhaff- ter / beständiger und ewiger Trost/ der allen Heiligen GOttes/ und vorausi dem David so wohl bekommen/ dasi ers GOTT zu Ehren und andern zum Trost nicht genugsam rühmen und außspre- chen kan/ hin und her in seinem heiligen Psalter/ A ? bena- 1'ob.lo>4,> 6en. 5.19. 8/r. -6. 4, lü.öcc. I.col. 7 .;i 6 Christliche benamentlich auch in diesem Rern-Sprüchlein des 94.Psalmens: Ich hatte viel Bekümmer- nusten in meinem Hertzen/ aber deine Tröstungen ergötzeren meine Seele. In dicstln Psalmen hat David zu GOtt gebarten umb Aaache über die Feinde GOttes und seiner Kirchen/ und dann sich und die Notleidende getröstet. Zwar in kurtz vorhergehenden Worten hat er sich also herausgelassen / daß wann ihm GOtt nicht hulffe/ so läge er schon indem Grab und in der Hollen/ sein Fuß habe gestrauchelt/ aber die Hand des HErrn habe ihn erhalten; darauff sinnt er diese Göttliche Dancksagung und Lobpreisung an: Ich hatte viel Bekümmernuj- sen in meinem Herizen/ aber deine Tröstungen ergötzten meine Seele. Hier schwebt unsrer Leich-Andacht fürgeschrie» bener Massen vor: I. Ein betrübter n. Und dann ein erfreuter David. Wir thun alle diesen Davidischen Eingangs- Seusfzer : HErr GOtt Zebaoth / tröste 4 . uns/ und laß leuchten dein Antlitz/ sogene- sen wir. Und Reimens-weise: " Erleucht üb'r uns dein Antlitz klar/ " So hat es mit uns kein Gefahr. « Erleucht üb r uns dein Angesicht/ " So werden wir verderben nicht. Amey! i. Ein Leich - predigt. 7 i. Ein betrübter David schwebt uns vor in diesen Tertes-Worten: Ich hatte viel Beküm- mernujM in meinem Hertzen. Hier steht 1. Dieperson/die in Betrübnuß gestanden. 2. Die Sach/ die ste so betrübt gemacht. i. Die Person/ die da in Betrübnuß gestanden/ war David/ der allster eigentlich von sich selbsten redt: Ich/ Ich hatte viel Bekümernussen in meinem Hertzen. David war sonsten fromm und heilig/ ein Mann nach dem Hertzen undwunsch GOt- tes/ deme GOtt der HErr selbsten das warhaffte Aeugnuß gegeben / daß er gethan / was dem - ^.'5. HErrn Wohlgefallen / und daß er nicht gewichen von allem/ das er ihm geborten sein Lebenlang/ ohn in dem Handel mit Uria dem Hethiter. Dessen ungeacht mußt er in so schwarer Betrübnuß stehen/ und darüber so angstig- lich und wehemüttg seuffzen: Ich/ Ich hatte viel Bekümmernussen. Auch gläubige und frome Kinder GOt- tes können von Betrübnusten und Widerwertigkeiten nicht allerdings befreit seyn/ wie dann keiner auß den heiligen Patriarchen/ Propheten/ Aposteln/ und äuß allen Heiligen jemals lär ausgegangen / nach der Apostolischen -.n--,.; 1 Negel: Alle die gottselig leben wollen in LHristo 8 Christliche CHristo JEsu/ mästen Verfolgung leiden. Mit Übereinstimmung der Kirchen-Lehrern / alß liision^mi: Zehlc mir einer alle Kinder GOttes von Adam her/ er wird finden / daß ein jedes seine korüon und Theil Ereuhes und Kumtners gehabt. Und ^nguüini : Oeus uniLurn kabnit pilinni 6ne ÜLZitio, nullurn line üa^ello , GOtt hat wohl einen Sohn gehabt ohne Sünde/ aber kein Kind je- malen ohne Creutz und Geisel/ gestalten sein cinge- bohrner und fürgeliebter Sohn selbsten gegeiselt worden. Und alle Seligen im Himmel sind kommen auß grollen Trübsalen / und haben ihre ^°- ? -4 Kleider gewaschen und hell gemacht im Blut des Lams. Beständige irrdische Freude und Glückseligkeit ist dann nicht das Kenn- und Merkzeichen der wahr-und Rechtgläubigen/ Denen hanget CHriftus der HERR eine andere Liberey an mit bocbbetheurlichen Worten: war- lich/ warlich ich sage euch/Ihr werdet wäi» nen und heulen / aber die Welt wird sich is. 2 ° freuen / ihr aber werdet traurig seyn/ doch euer Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Die wahre Kirche hat von je welt daher seuss- zen müssen auß dem Davidischen Klaglied: Sie haden mich offt gedränget von meiner Iu- rs- ^nd aufs/ aber sie haben mich nicht über- moch t. Die pflüger haben auf meinem Rucken geackert / und ihre Furchen lang gezogen. Auf dem geistlichen Kirch-Acker finden fich immer Leiche Predigt. 9 imerhin Dorn und Disteln/ Feinde und Drangsalen/ die da verletzen und betrüben/ dann wie eine Rose under den Dornen/ so ist meine Freun- .. din under denTöchtern/steht rechtin dem Hohen Lied Salomonis. Die gottlose Welt draussen fällt dann wohl ein verkehrtes Urtheil/ wann sie sihet die Gläubige und Fromme in Unglück und Betrübnuß fallen/ alsi waren sie bey GÖtt in Ungnaden/ für andern grössere Sünder/ und unseligere Leute. So urtheilen die Freunde Hiobs/ und die Feinde Davids/ worüber er klagt: Viel sagen von ^ ' meiner Seelen / sie habe keine DÜlffe bey GVtt. Dergleichen die Leutlein in der Insul Melite von Paulo / da ihme ein Otterjan die Hand gefahren: Dieser Mensch muß ein Mörder seyn/ welchen dieRaacheGDttes nicht leben laßt/ ob er gleich dem Meer entgangen ist. Aber der Geist GOttes halt diejenige für selige Rinder GDttes/ welche die Züchtigung und Anfechtung erdulden mitVerheissung derCron des Lebens. Hingegen alsi Bastarte und nicht «-i-, Kinder GOLtes/ die ohne Züchtigung gelassen werben. woltc deßhalben bey einem gewissen Edelmann feine Einkehr nicht nemmen/ weilen solcher nie kein Creutz gehabt/anst Bcysorge/ es möchte ein erschröcklichcs Gericht und Strasse GOttes auf den gottlosen Mann und sein Haust plötzlich fallen. Darumb kein Creutz haben / soll einen mehr betrüben alß erfreuen. B 2. Die is Christliche 2. Die Sach demnach / die unsern David betrübt gemacht/ wird durch die viel Bekümmer- nusten außgetrucket: Ich hatte viel/viel Beküm- mernusßen. Er versteht seine überhauffte Sorgen und schwermühtige Gedancken / die den ihinc Eiiirt und verursacht haben so viel und mancherley Trübsalen und Widerwcrtigkciten. Die Sorge«: tragen bey den Griechen eilten solchen Namen/ daß sie das menschliche Gemüht lind Hertz gleichsam zertheilen / zerreißen und zerschneiden. Die Gedancken betreffend/ so kan eigentlich unser Grund-Text also gegeben werden: In der Menge meiner Gedancken/ die mitten in mir waren/ das ist/ in meinem innersten Hertzens- Grund. Einige der Gelehrten ziehen eine Gleich- nuß auß den Grundsprach-Worten/ alß hatte David so viel sagen wollen: Gleichwie die Aest und Zweige an einem Baum sonderlich von denSturur- winden hefftig in einander getrieben und geflochten werden/daß sie kaumerlich außeinander zu bringen/ oder wie die Vogel sich in dem Netz und Garn je langer je mehr verstricken / also haben sich auch in den Nöhten meine unruhige/ angsthaffte und schwäre Gedancken dcrgestalten verirret und verwirret/ daß ich mir von selbsten daraus) nicht mehr hclffen noch rahten können ; Auf gleichen schlag redt er rc.i-4-4 auch anderftwo: wenn mein Geist in Äengsten ' ' M so nimst du dich meiner an/ sie legen mir Strick aufdem weg- da ich aufgehe rc. Welches auch also gegeben wird: " Wann Leich; predigt. ir " Wann mir geängstigt ist mein Geist/ " Und gantz verwirrt/ du Wege weißst " Und solche Mittel/ wie ich mich " Drauß wircken kan gewaltiglich. Meine Geliebten/ überleget nur ein wenig Davids geführten Lebens^Lauff; Ihr wer» dct erstaunen über seine außgestandenen vielen Beschwerden und Bekümmcrnussen/ gehabte schwäre Sorgen und Gedancken. Er hatte ja Bckümmcrnusten schon in seinem privat-Leben/ wegen seinen Brüdcrn/ wegen den anvertrauten Schaafen/ wegen den wilden Thieren/ und wegen den ungeheuren Philistern/ mit denen er sich erarbeiten und erkämpften müssen. Er hatte Bekümmernusscn in seinem Hähern SrandsEeben/ wegen seinem gottlosenSchwa» her/ dem König Saul/ der ihn wie ein Rebhun über Berg und Thal gejagt und verfolgt. Wegen seinen ungcrahtenen Rindern/ die ihrne eine Schand und Hertzeleyd nach dem an» dem angerichtet. Wegen seinen falschen Freunden/ die ihne hin» derrucks verleumbdet und verlästert. Wegen seinen Underrhanen/ die wider ihne rebellieret/ und aufgestanden. Wegen seinen Feinden / mit denen er umbringt wäre / und wider welche er die Kriege des HErrn fuhren mußte/ als da waren die Ammoni» ter/ Edomiter/ Jebusiter/ Moabiter/ Philister und Syrer. Wegen seinen vielen Rranckheiten/also daß B 2 er auch 12 Christliche er auch gewesen vir äoiorum, ein Mann voller Schmertzen/ ein Schmertzcns-Kind. Wegen seinen geistlichen Anfechtungen und aufwachenden: Gewissen der begangenen Sünden halben / darüber er anßruffen mochte: Es hat mich umbgeben Leiden ohne Zahl/ es haben mich meine Sünden ergriffen/ daß ich nicht sehen kan/ ihr ist mehrchenn Haar auf re-.i.4--1; meinem Haupt / und mein Hertz hat mich verkalken. Schauet an diesen König / wie er anstatt eines Königlichen Purpur - Mantels so offt und viel mit dein Sack der Traurigkeit verhüllet einhergegangen. Haltet ibn für ein Conterfeht und Bildnuß aller gläubiger und frommer Rindern GDttes/ die gemeinlich mit vielen und grossen Beschwerden und Bekümmernussen eingenommen/ umbgeben und geangstiget werden / daß sie gleich sind dem Taublein Noahs/ das nirgendwo sichern und festen Hust zu setzen gewußt/ gleich einer belagerten Stadt/ die nimermebr weißt/ wo sie wehren wil/ gleich einem Schifflein auf dem ungestümen Meer/ das nirgend anlenden kan. invoLLt, Ein Abgrund rufst dem andern/ heißt es auß dem 42. Psalm. Und auß dem geistreichen Lied: " Ach GOtt/ wie manches Herßeleyd " Begegnet mir zu dieser Zeit/ " Der schmale Weg ist Trübsal voll/ " Den ich zum Himmel wandern soll. Es Leich-predigt. Es bekümmern sie ja ihre viel - und schwäre Sünden/ wie den Petrum/ die betrübte Sünderin/ und den armen Zöllner/wie sichs auß ihren Thränen und Geberden erschienen/ und das Gesang außweiset: " Mein' Sünd' sind schwär und übergroß/ " Und reuen mich von Hertzen/ " Mach mich derselben quitt und loß/ « Durch deinen Tod und Schmertzen/ " Und zeig mich deinem Vatter an/ " Daß du für mich hast gnug gethan/ " Und mich so theur erworben. Es bckülnmeren sie ihre Unvollkommenheit- und Schwachheiten/ im Glauben und im Leben und Wandel/ daß sie des Guten nicht so viel thun / alß sie gern wolten / und manchmalen von dem bösen auch wider ihren Willen übereilet werden/ das ifts/ daß sie ihrem lieben Heiland klagen und bätten: " Schwach bin ich zwar/ HErr JEsu Christ/ " Im Glauben und im Leben/ " Doch tröst Mich/ daß du freundlich bist/ " Und wilt dein Geist mir geben/ " Daß er mich führ in all Warheit/ " Und helffe meiner Blödigkeit/ " Dem thu ich mich ergeben. Es bekümeren sie ihre geistliche Anfechtungen/ wie den Hiob/der darüber gejammert: HErr/du bist mir verwandelt in ein Grausamen/ rc. Und wie CHristum den HErrn: Meine Seele ist betrübt biß in den Tod. B ? Es Llsrc. Job. 6. 4. ;o. 21. XLir.-s.zz 14 Christliche Es bekümmernde ihre leibliche Trübsalen/ die concenti-iret / und an einander hangen/ wie die Ring und Glaich an einer eisernen Ketten/ alß Armuht/ Mangel/ Verlurst/ viel und grosse Schul- ,r. tzen / wie jenen schuldhafften Knecht / der seinem Herrn zehen tausend Pfund schuldig wäre/ und hatte nicht zu bezahlen. Und die arme Wittwer- r ^ zuZarpath/ die nichts mehr übrig hatte / alß ein Hand voll Meels im Cad/ ein wenig Oel im Krugs und ein paar aufgelesene Höltzlein. Krankheiten/ Schmertzen/Siech-und Wehend. 7.;. 4. tage/ wie übermalen den Hieb/ dergantze Monat und gantze Nachte sich damit erstritten/ also daß er vom Abend bist an den Morgen/ und vom Morgen biß an den Abend gcjammerct und gleichsam alle Stunden gezehlet. Schmach und Verachtung/ womit etwan David überschüttet wurde/ also daß ihm dieselbe fast das Hertz gebrochen/ und niemand thine auß Mitleiden mit Trost begegnet. Drangsal/ Krieg und Verfolgung/dergleichen wiederum!) David crlidteu / insonderheit einsmals/ da die Stadt Ziklag mit Feuer verbrannt/ und ihre Weiber/ Söhne und Töchtern gefangen genommen worden/ da hub David so wol alß > alles Volck ihre Stimme auff/ und waine- i -m , 4.biE fie nicht mehr wainen konten. Böse Nachrichten und Zeitungen / über welche schon vorzeiten sich erklagt: Ooinine , in csn-x nos 1 sservalbi tstnpoi-2 , Ach HErr / in was für elende Zeiten hast du uns doch aufbehalten. Es Leich; predigt. 15 Es bekümmert sie über das ihr hohe Stand/ und schwares Amt / als die Regenten/ wann die Bürger und Underthanen ungehorsam / widerspenstig/ schwürisch mrd mißtrauisch werden/ und alles herannahende Unglück ihnen allein beymcssen/ wie Mose bekümmert worden wegen dem Murren des Voicks Israel / und besorgt / Es werde nicht weit fehlen/ sie werden rhne noch steinigen. Darumb er einsmals seinem GOtt diese Klage fürgebracht: warum bekümmerst» deinen Rnechr! und warumb sind ich nicht Gnade für deinen Augen / daß du die Last des gantzen Volcks auf mich legest rc. Die Lehrer und Prediger / wann Sünde und Laster einen weg wider all ihr Warnen/ Russen und Schreyen zu allen Zeiten und Orten ohne Reue und Scheue graßiren und auf den Thron und Gipffel steigen/ wie Loth/ deine die Schand-Leute zu «odom alles Leid angethan / und seine Seele von Tag zu Tag gequakt mit ihrem ungerechten Wesen und unzüchtigen Buben-und Huren-Leben/ welches er sehen und hören mußte/und nicht erwehren konnte. Die Haußvatter und Haußmüttere/ bey denen ein Crcutz nach dem andern anklopffet/und bald alle Morgen die Haußplage neu wird/ daß es heißt/ Es zervlagt mich eins über das andre mit Haussen. Da ist Jacob betrübt über den Hinstheid seiner liebenRahel. Und Naemi betrübt über den Verlurst ibresEhemanns/und bricht auß: Der Allmächtige Kum.ll.n. 2.ker.27,8. 7ob. 12. 17 Lurk. i. 29 s. ir- rkicn. 5. ^-5?S- l.rer.i. 6,7- kom. 6. 6. kLI. iz. 7. 16 Christliche_ tige hat mich sehr betrübt. Wie auch die Thc- koitin: Neu viäua.turn,Ach ich bin einewittwe/ ein Weib das Leid trägt/und mein Mann ist mir gestorben. Da ist Rahe! betrübt über ihre todte Kinder/ und wil sich nicht trösten lasten/ weilen es auß mit ihnen. Und hinwicderumb die Kinder betrübt über den tödtlichen Abgang ihrer Eltern: wir sind wäisen/ und haben keinen Vatter/ unsere Mütter sind wie Wittwen. Ihr hoch-und herhbetrübte Seelen wisset doch und glaubet anbey/ daß GOtt bey allen diesen Beschwerden und Bcküinmernussen einen heiligen und guten Zweck habe/daß ihr euch darüber nicht beftembden noch beschwüren sollet. 3. Dann erstlich wil er euch damit seine Bibel und H. Schriffr in die Hand geben/ darin« Trost und Leben zu suchen und zu finden. b. Euch zur Erkanntnuß eurer Sünden/ und zur Abstehung von denselben zu bringen/ wie Petrus bemercket: Wer am Fleisch leidet/ der höret auffvon Sünden rc. Und Paulus: Unser alter Mensch wird gecreutziget / auf daß der sündliche Leib aüffhöre/^und wir hinfort der Sünde nicht mehr dienen. c. Euch zum Gebett aufmuntern / zwar man bettet etwan auch/wanns wohl geht/aber nicht so ernstlich und einbrünstig/ alß wie wanns übel gebt/ David gestehts: wann mir angst ist/ so russe M ben HErrn an/ und schreye zu meinem GOtt. Und die Alten namens in acht: NecE- Leich - predigt. 17 tL8 oprimus oranäi ^Lgitrer 1 Die Noht ist der beste Lehrmeister zürn hätten. Dannenhero hatte kdiiippu8 ^leiancdton auf das an ihn gethane Begehren/ steh aller Sorge und Bekümmernuß gantz- lich zu entfchlagen/ recht geantwortet: 8i Mkii eu- 1 -arsm, nikii orarsm, Wann ich nichts zu sorgen hatte/ so hatte ich nichts zu hatten. 6. Demuht in eure Hcrhen pflanßen/ ein jeder Mensch hat den hochmühtigen Sinn Adams ererbet/ dene aber kan nichts bessers brechen ahjCreutz und Leid/ man sihets an David/ Es ist mir lieb/ daß du mich gedemühtiget hast/ nemlich knit Deinen Züchtigungen/daß ich deine Rechte lehr- -7.7^' nete/ ehe ich gedemühtiget ward/ irrere ich/ nun aber halte ich dein Wort. Und an Paulo: Mir ist gegeben ein pfal ins Fleisch / nemlich 7 des Satans Engel/ der mich mit Fausten schlage/ auf daß ich mich nicht überhebe/ nemlich der hohen Offenbarung. e. Andere euere Christliche Tugenden üben und an den Tag bringen/ wie Petrus seinen Zuhörern fürgehalten: Ihr seyt jetzt eine kleine Zeit traurig in mancherley Anfechtungen/ auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde/ denn das vergängliche Gold/ das durchs Feuer bewah- l ret wird. f. Ferners euch die Welt erleiden/ und dagegen ein Lust und Liebe machen zum Himel und ewigen Leben / wanns uns in dieser Welt alles nach Wunsch geht/ da ist nur die Welt lieb/ C daist l8 Christliche i K-L-I94- ».om. z. 17, -S- "rlirco. da ist Gclt und Gut/ Ehr und Ansehen lieb/ darauff denckt man) daraufftichtet und trachtet man Tag und Nacht/ wann uns aber ein Creuh und Leid hier trifft/ das andre dort/ da werden wir schon der Welt müd nnd überdrüßig/ und sehnen uns nach der andern und bessern/ich meyne den Himmel/ wie Elias in der Verfolgungs-Zeit: Es ist genug/ O HErr/ nemlich gelidten und gestritten/ Nimm meine Seele weg/denn ich bin nicht besser als met» ne Vätter. g. Und endlich wil er euch dein Ebenbild JEsu CHristi ähnlich und gleichförmig machen/ wie hier im Leiben/also auch dort ewig in der Herrlichkeit/ nach dem Trost Pauli zun Röm. 8- und Jercmia/ Der HErr verstosst nicht ewiglich/ sondern er betrübet wohl/ und erbarmet sich wieder nach seiner grossen Güte/denn er nicht von Hertzen die Menschen plaget und betrübet. Welches noch mehr erhellet auß dem Andern Theil des Texts/ darinnen ii. Der erfreueteDavid aufftrittet / und sagt: Aber GDttes Tröstungen ergötzeten meine Seele. Es mahnet mich dijjfalls David an ein von den Winden und Wellen hin und her geworfenes Schisslein/ das doch endlich wieder in den stillen Haftn/ und an das sichere Port und Ufer eingelösten/ Das/das rühmet er/ und vcrdanckcts seinem GOTT: Deine Tröstungen ergötzen meine 19 Leich - predigt. meine Seele. Euer Lieb wolle da mercken: 1. Auf die Duelle. 2. Auf die Fülle, z. Auf die Arafft des Göttlichen Trostes. i. Die Brunnguelle des Göttlichen Trosts ist allein GDtt / Deine/ deine Tröstungen ergötzen mich/ fugte David zu seinem GOtt. Dieser ist und heißt der GOtt alles Trosts/ der Trost Israels / aller Heiden Trost/ der Trost- brunnen Bethlehems/ der Trostbach/ der durch den geistlichen Kirch- und Paradiß-Garten fleußt / der alle Traurigen tröstet / wie einen sein Datier und ^ '* seine Mutter trösten. Zu dem haben wir auch unsere Zuflucht und tröstliche Zuversicht / alß welcher ein liebreiches Hertz/ einen trostreichen Mund/ und eine hilffreiche Hand hat/ und singen ihm zu: " Du bist allein der GOtt/ « Bey dem in aller Noht " Heil und Trost wird gefunden/ " Der du den Segen gibst/ " Deinem Volck / das du liebst/ " Zu rechter Stell und Stunden. Und wiederumb: " Allein zu dir/ HErr JEsu Christ/ " Mein Hoffnung steht auf Erden/ « Ich weiß / daß du mein Tröster bist/ " Kein Trost mag mir sonst werden/ « Kein Menschen-Kind war je geboren/ " Wie auch kein Engel außerkoren/ " Der mir auß Nöhten helffen kan/ " Dich ruffich an/ Zu dem ich mein Vertrauen han. C 2 Mem Job. ; kxd.2. i 20 Christliche Menschen mit allen ihren menschlichen Sachen und Herrlichkeiten sind dagegen manchmalm leidige Tröster/ wie die Freunde Jobs. Die Welt ist ein (lüsternen/ da wenig oder gar kein Trost - Wasser zu finden/ der andächtige Scrivev fordert sie dessentwegen herauß: Wolan Welt/ versuche es/ tritt heran zu einer angefochtenen bekümmerten und im Geist betrübten Person/ tröste und erfreue sie nach all deinem Vermögen/ sehe ihro eine güldene Königskrone aufs Haupt/ gib ihro ein mit Edelgesteinen besetztes Scepter in die Hand/ bestecke ihre Finger mit kostbaren Ringen/ziere ihre Arme mit güldenen Banden/schmücke ihren Halst mit der grosten und schönsten Perlen- Schnur / behenge ihre Brust mit fnnckelnden Juwelen/ und güldenen Schau-Pfenningen / schencke ihro ein den edelsten Wein in güldene und silberne Schalen/bestreue sie mit wohlriechenden Lilien und Rosen/bestelle ihro eine wohlklingende liebliche Mu- sic/ führe ste in einen Königlichen oder Fürstlichen Lustgarten/ lege ste in ein weiches und köstlich geziertes Bett / eröffne alle deine Schatze / erwecke alle deine Krafften / und schaffe Naht und Trost für ein betrübtes und bekümmertes Hertz/ es wird alles nichts helffen/ rc. Sonderlich die Heyden waren ehemals ohne Trost und Hoffnung. Cicero sechsten mußte gestehen an dem Ende seines Lebens: ssgo cenrarl8 rs- bus ornnibu8 niliil invenio, in Huo Acguielcam, Ich hab alles versucht / und finde nichts/ darinnen ich satten Trost und Ruhe finde. Und l.ipiiu3 wiest auf Leich 4 predigt. 21 auf seinem Todbctte seine ankommende Freunde mit allen ihren eitelen Argumenten und Tröstungen ab: VLNL, vana. üuit tissc OMMÄ, Das alles ist eitel/ eitel. Ja die Christliche Kirche singet recht: " Der Mensch ist gottlosi und verflucht/ " Sein Heil ist auch noch ferren/ « Der Trost bey einem Menschen sucht/ « Und nicht bey GOtt dem HErreuz " Dann wer ihm wil ein ander Zil " Ohn diesen Tröster stecken/ " Den mag gar bald des Teufels Gwalt " Mit seiner List erschrecken. 2. Wie aber die Quelle/ so ist demnach der daher fließende volle Strom/ GOtt ist ein unendliches/ grosses / volles und unerschöpffliches Meer alles Trosts/ deßhalben David von der Göttlichen Tröstung gar recht in plurali, Ln der mehrern Zahl redt/ deine Tröstungen. Ist auch Paul: Lehr: Gleichwie wir des Leidens viel haben/ also werden wir auch reichlich getröstet durch Christum. Freylich tröstet er reichlich/ überflüßig/ überschwenglich/ vierund tausendfältig/ alß A. Durch seinen heiligen Geist/ der davon den Namen führet eines Trösters/ darumb David angcbalten : Tröste mich wieder mit deiner ^ Wülste/ und der freudige Geist enthalte mich. ^ 51 Dessen der fromme Lehrer und Märtyrer ignarm? genossen/indem er in seinem Herhen ein rauschendes Wässerlein gefühlet/ und diese Stimme gehöret r Ignati) verü aä katrein, Lieber Ißrrsti^komnie ZU C g deinem s. cor. I. 22 Christliche deinem Himmelischen Datier. b. Durch seine heilige Engel/auf welche weise Hagar / Gideon/ Daniel/ und EHristus der HErr im Oelgarten bey seiner Seelen - Angst getröstet worden. c. Durch seine getreueDiener undMundbot- ten/ die in LomlnMon haben: Tröstet/tröstet 7-5 4-. I>- mein Volck/ redet mit Jerusalem freundlich,rc. und die den Ruhm haben : wie lieblich sind auf den Bergen die Füsse der Borten/ 7-s,- 7 die da Frieden verkündigen/ Gutes predigen/ Heil verkündigen/die da sagen zuZion: Dein GVtt ist König. ä. Durch sein heiliges Wort/ welches ist eine geistliche Apotheck/ ein grosser Bienen-Korb angefüllt mit honigsüssem Trost/ ein Mrlch-volle Brust/ ein von Milch und Honig Messendes Ca- naan/ ein lustig und fröliches Eden und paradiß/ ein wohlversehencs Proviant-Hauß / Schatzkammer und Zeughaus/ darauf; wir einen Vor- raht nach dem andern uemmen/ und wider alles Ungemach bestehen können/ womit David wohl bestanden : wo dein Gesätz nicht mein Trost rl->i. ii§. gewesen wäre/ so wäre ich vergangen in mei- nem Elend. Ich freue mich über deinem Worr/wie einer der eine grosse Beute krieget, e. Durch die heilige Sacrament / alsi durch ^ eingehändigte Trost-Brieffe und Sigel unsers Heils/ darumb wir flehentlich bitten: " Der Sakramenten rechten Brauch " Erhalt bey uns/ und pflantz ihn auch/ " Auf 2? Leich § predigt. " Auf Kind - und Kindes - Kinder/ " Damit dadurch der Seligkeit " Versichert bleiben jederzeit « Die angefochtne Sünder. 5 Durch würckliche Hülste und Errettung auß Nöbten und Acngsten / die Hiskia wiederfah- ren: Sihe/ umb Trost war mir sehr bang/ du aber hast dich meiner Seelen hertzlich ^ 17 angenommen/ daß sie nicht verdürbe/ dann du wirffst alle meine Sünde hinder dich Z. Durch eine sanffte und selige Auflösung und ewige Seligmachung/ womit der liebe GOtt den armen und frommen Lazarum begäbet und begnadet/ indeme er feine Seele von den heiligen Engeln tragen lasten in Abrahams Schooß/ darinnen " ewiglich getröstet zu werden. Nicht nur reich und vielfältig/ sondern auch kraffrig und nachdrücklich ist der Göttliche Trost / angesehen David desselben Rrafft und Nachdruck solcher Massen erhebt: daß er seine Seele ergötze/ nicht nur äusserlich des LeibsOhren erfülle/ sondern innerlich die Seele/ und des Hertzens Grund berühre. So sind die Göttliche Tröstungen lieblich und mächtig/LikLirend und penetrant/ durch- dringen See! und Geist/ Marck und Bein/ erleuchten den Verstand / helffen der Gedächtnuß/ vernügen das Hertz/ besänfftigen und befriedigen das Gemüht/ erquicken und beseligen den gantzen Menschen/ mit Leib und Seele/ und alle deren Kräfften/ wie Christliche wie der Thau die Erde erquickt/ und der Regen das Land befeuchtet und fruchtbar machet/ David rühmet es absonderlich auch im 2;. Psalm: Der HErr ist mein Hirt/ mir wird nichts mangeln. Er wäidet mich auf einer grünen Auen/ und führet mich zum frischen Master/er erquickt meine Seele/rc. Dergleichen Göttliche Tröstungen sind kraff- tig und Seelen-ergötzlich für reuende Süm L°w 5 -i der/ alßdaß/ wo die Sünde mächtig worden/ da ftye GOttes Gnade noch viel mächtiger/ und wie die Sünde geherrsthet hat zum Tode/ also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch IEfum Christ. Für Schwachgläubige und Hochange- fochtene/ daß ihr JEsus ein Artzt seyc nicht der Gesunden / sondern der Krancken / und daß er das zerstostene Rohr nicht zerbrechen / und das ^ ? das glimende Töchrlein nicht außlöschen/ Für Lreutztragende und Nohtleidende/ daß er sie nicht verlassen noch versäumen/ sondern, auß sechs Trübsalen erretten/ und 5. is. ^ her stebenden nicht stecken lasten/ Für Verfolgte und Vertriebene/ daß er ste zur bösen Zeit in seiner Hütten bedecken/ in r -i 7 seinem Gezelt heimlich verbergen / und auf einen Felsen erhöhen/ Für Rrancke/ Serbende und Sterbende/ daß er ste auf ihrem Siechbett erquicken/ rn 4- 4 und ihnen von aller ihrer Rranckheir helffen wolle. Die Leich-predigt. 25 Die Römische und pabstische Philister verstopffen den armen Leuten diesen Trost-Brunnen Israels/ und reisten ihnen den Eymer der Heiligen Schrifft auß Handen/ womit sie schöpffen/ und sich Trosts erholen könnten. Und dagegen händigen sie ihnen ein ein hölhernes Crucifix/ ein geweiht/xZnuz Vei, ein Weihwasserlein/ ein Wachsliechtlein/abergläubische keiiguien und Uberbleibselen der abgestorbenen Heiligen/ manchmalen Todten-Beiner von Galgendieben und von unvernünfftigen Thieren/ also daß der allerhöchste GOtt seine alte Klage über sie führen mag: DißVolck thut einezwey- fache Sünde/ mich/ die lebendige (Quelle -r verlassen sie/ und machen ihnen hie und da aufgehauene Brunnen/ die doch löchericht sind/ und kein Wasser geben. Wir / Geliebte in dem HErrn/ sind dann schließlich ihme mit dein Gebett .sereiniE Tag und Nacht angelegen: Ach HERR/enthalt uns " dein Wort/ das ist unsers Hertzens Freude und Trost. Und damit wir unsers Gebells gewähret/ und des Göttlichen Trosts fähig und theil- hafftig gemachet werden/ so lasset uns auch darnach unser Leben gottselig anstellen und führen. Dann GOtt selbs sagt: Es ist wahr/ Meine Rede ^ sind freundlich den Frommen. Mercktswol/ wem? den Frommen. Dagegen die Gottlosen haben kein Theil noch Ansprach an GOttcs Trost/ Friede und Freude/ sie haben nur eine eitele Freude und Wonne/r? nemlich/ Ochsen würgen/ Schaaf schlachten/ D Fleisch 26 Christliche Fleisch essen/Mein trincken/und sprechen: Last Mi; i§ -r ^ uns esten und trincken/ wir sterben doch Morgen. Sie sind irrdischgesinnet/derBauch ist ihr GDtt / darum wird ihr Ehre zu schänden/ und ihr Ende ist dieVerdamnuß. Aber unser Wandel/ Meine Geliebten/ soll im Himel seyn/ von dannen wir auch warten des Heilands JEsu Christi/welcher unsern nichtigen Leib verklären wird/daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe nach der würckung/ damit er kan auch alle Ding ihm underthä- nig machen. Nun wird nach unserm Kirchen - Gebrauch beygefügt Das Khrist-mhmliche Leben und Absterben Der Viel Ehren - und Tugendreichen Frauen Eva Eulerin sel. Die ist geboren An. i 6 g 6 . den 17. Augftmonat. Ihre Christliche und in GOtt ruhende Eltern waren: Herr Hanß Jacob Euler/ und Frau Catha- rinaStahlin/ von denen istSicChrist-geflisientlich erzogen / zu wahrer Gottseligkeit und anständiger Arbeit angehalten worden. Anno 1657. den 22. Jun. ist Sie durch Göttliche Schickung in den Stand der H. Ehe getret- ten / mit weiland dein Ebrenvesten / Fürsichtigen und Weisen Herrn Johann Brennern / gewesenem Leich - predigt. 27 mm Schultheißen dieser Mindern Stadt/ welcher Ihre zu ihrem grossen Leidwesen schon vor 17. Jahren und 2. Monaten den Weg alles Fleisches vorhergegangen/ nachdeme Sie mit demselben eine fried - und segen-reiche Ehe genoßrn/und 7.Söhne/ deren einige GOtt/ seiner Kirchen/ seinem Naht und Gerichte dienen/ und z. Töchtern erzeugt und geboren/welche letftere annoch in Leib und Leben/von den erster» aber sind drey in die ewige Ruhe gegangen. Von allen solchen wohlverheurahteten Kindern hat die Frau Mutter sel. zu ihrer Freude erlebt 46. Großkinder/ und 1?. Enckel/ vorf jenen leben annoch 26. von diesen 11. Über den sämtlichen Herren Söhnen/ Frauen Töchtern/Großkindern und Enckeln wolle der Liebe GOtt mit seinem Göttlichen Trost und reichen Segen fortan walten. Anlangend der verstorbenen Frauen sel. geführtes Christenthum/ so ist unlaugbar/ daß ste alß eine rechte Matron und Ehren-Weib jederwei- len einen Christlichen/ stillen/ ehrbaren und frommen Lebens-Wandel geführet/ GOtt und sein Heil. Wort vor allen Dingen geliebt/ dahero auch den öffentlichen Gottesdienst/ an Sonn-uud Werktagen/ wie dann auch noch den letst-verwichenen Donnerstag/ fleißig besucht/und das Heil. Abendmahl zu Stärckung ihres Glaubens öffters empfangen. Sie wäre benebens ihrem Ehcherrn sel. in seinem Gewerb und Handlung eine nützliche und D 2 getreue 28 Christliche getreue Gehülffin / ihren Rindern eine liebreiche nnv sorgfältige Mutter/ ihren Freunden und An» verwandten tröstlich/ gegen männiglichen freundlich und friedfertig / und sonderlich gegen Armen und Dürfftigen mitleidig und gutthätig/ deren Sie auch in einer schrifftlichen eigenhändigen Verzeichnis rühmlich cingedenck gewesen. Gleichwie nun diese Frau selig von Jugend auff sich einen reichen Schatz auß GOttes Mort gesamter/ also hat sie sich auch densclbi- gen in allerhand Crruh und Trübsalen (damit GOtt der HErr die Seinigen gemeinlich/ umb ihren Glauben/ Gedult und Standhafftigkeit zu prüften/ heimsuchet) wohl zu nutz zumachen gewußt/ Lnmassen es under anderm der von Jhro selbst außerlesene und eigenhändig verzeichnete Leich-Texr bezeuget. Das Sprichwort: Ur tiomo vivir, üc Lnir, r Wie gelebt/ so gestorben/ hat sich insonderheit an der verstorbenen Frau Schultheißin auch erwähnt / dann nachdem der HErr unser GOTT Sie verstrichenen Freytag Abends umb 7. Uhren mit einem starcken Hertzdrucken angegriffen/ hat Sie mit ungemeiner Gedult sich darein geschicket/ und alß eine demühtige Sünderin für ihrem GOtt gedemühtiget/ mit lauter Stimme bald biß in ihr Ende allerhand schöne geistreiche Gebätter und Sprüche abgesprochen/ auch so wol ihrem Herrn Sohn / alß mir ihrem Pfarrer und Seelsorger - inniglich Nachgebetten/ und umb ein baldiges seliges Ende hertzlich geseuffzet/ welches dann Jbro der erbarmende GOtt gleich darauff Samstag Nachts zwischen 29 Leich-predigt. zwischen n. und 12. Uhren under dem beständigen Gebett der lieben Ihrigen/ durch eine sanffte und selige Aufflösung/ in Gnaden wicderfahren lassen,' nachdeme Sie in diesem Jammerthal zugebracht 81. Jahr und ein halben Monat. GOtt seye höchlich und herhlich gedanckt für alle Ihre zu Leib und Seele in jedem Alter verliehene Gut-und wolrhatens und insonderheit auch für ihre baldige sanfftt und selige Aufflösung. Einmal kurtz und selig hats der liebe GOtt mit Jhro gemacht ihres Absterbens halben. Die Heyden selbs haben / alß Laju8 .juilus mortsm 1 einen geschwinden und unverhofften Tod für den allerbesten gehalten. kiiniu8 halt solchen für die höchste Glückseligkeit. Und Licsio schreibt von Llsobe und Liekone, zweyen Brüdern/ die ihre alte und übelmögende Mutter auß Mangel der Pferden sechsten zum Tempel geführt / und sich beyde für den Wagen eingespannet/ daß deßhalben die Mutter GOtt gebetten/ daß er solche kindliche Treue und Liebe mit der höchsten Gaabe vergelten wolle/ worausssie des Morgens diese beyde Söhne todt im Bette gefunden habe. So schreibt'er auch von /^rneäe und Tro- pttorüo, zweyen berühmten Werkmeistern/, daß nachdem-sie den herrlichin Tempel zu veipkn erbauet/ und zu ihrem Lohn begehret das/ was einem Menschen in diesem Leben das allerbeste wäre/ sie zur Antwort empfangen: In 8. Tagen sotten Christliche ten sie ihrer Bitte gewahret werden / da seyen sie nun beyde am siebenden Tage eines schnellen Tods gestorben. wir Christen wissen noch viel besser auß GVttes worr/ daß des Gerechten Seele GOrt wohl gefalle/ wann er mit ihm eilet auß diesem bösen Leben / und auß i-uckei-o: Es ist doch nichts bessers/alß ein gutes Stündlein/ und mit davon. So seuffze dann ein jedes GOTT ergebenes ChristemHertz zu seinem allerliebsten Heiland und Erlöser also: " OHErrJEsu/ dich erbarme/ " Schleuß mich in dein GnademArme/ " Mich Armen/ welcher hier strebt/ " Und nur deiner Gnade lebt/ " Mir Trost vorn Himmel schicke/ " Und mit deinem Trost erquicke. " Ach HErr! nim dich meiner an/ " Weil sonst niemand helssen kan. Und wiederumb: " Mein GOtt ich dich nicht lehren wil/ « Noch dir mein End beschreiben/ « Vielmehr dir allzeit halten still/ " Bey deinem Wort verbleiben/ " Und sicher glauben/ daß du mich " Ethalten werdest gnädiglich/ " Ich sterb / wie/ wo ich wolle. Amen.' Amen! ENDE.