Wicht und Most im Kmderzeugen/ In einer Lhristlichen Lcich-, Predigt/ aus I. I'rm. II. If. Indem Münster zu Basel / Dm z i. OÄnb. Lnno 1712. Bey Ansehenlicher und volckreicher Bestattung Der viel Ehren und Tugendreichen Frauen WusannaMarderin/ Deß Ehrenvesten und Fürnehmen Herren Mol). Kemrich Warastns Deß großen Raths und Handelsmanns aUhier gewesenen ehelichen Haußftauen. vorgestellt Durch Wovor Malckeysen/Prediger Bey St. Martin. BAsEL / gedruckt bey Friedrich Lüdj sei- Wittib. Text: I. I'im. ii. v. lf. (nemlich das Weib) Wtvd unverständig ? im Geist habt ihr angefangen/ wolt ihrs den nun im Fleisch vollenden? Nicht genug ist es/daß wir uns etwannvornemmen/ D die 26 Lhristliche die Mittel des Heils zu ergreissen / und deßwegen mit jenem Jüngling fragen: Guter Meister/ was soll ich Gutes thun/vaß ich das ewige Leben möge haben ? Nicht genug ist es /einmal daran einen guten Anfang zu machen / wie von manchen Wetterwendischen beschihet / sondern wir müssen auch bey Christo außhalten / und nicht traurig von ihme hinweg gehen / wann er uns etwas zumuttct/ das unserem Fleisch unangenehm / schwär und wi- derig vorkommet. Es hasset: Wer seine Hand den Pflug leget / und sihet zurück / der ist nicht geschickt zum Reich Gottes, wer aber ^.,.»4 -i- beharret biß ans Ende / der wird selig. Und i 8 - wo sich der Gerechte kehret von seiner Gerecht -4. tigkeit / und thut Böses / und lebet nach allen Greulen/ die ein Gotloser thut/soll er leben? Ja aller seiner GerechtiAeit soll nicht gedacht werden / sondern in seiner Ubertrettung und Sünden / die er gethan hat / soll er sterben. Ja die Beharrlichkeit in dem Glauben / in der Liebe / in der Heiligung / und in der Zucht/ ist das cini- nige Beding / under welchem GOtt dcr HErr die Seligkeit verheissen hat / und zwar ein so allgemeines Beding/daß daran gebunden scind alle / die da wollm stlig werden/sie mögen nun weiblichen oder männlichen Geschlechts seyn. So wohl Manns- als Weibs-Persohnen seynd schuldig und verpflichtet diesem Beding sich zu underwerffcn/ wann sie sonsten auch an der Seligkeit Theil haben wollm/und wurden sie sich gar schändlich betrügen / und der Se- Lkich-Predigt. 27 ligkeit ohnfehlbarlich vcrlurstig werden / man sie sich von diesem Beding loszehlen / und den Glauben/die Liebe/ die Heiligung / und die Zuchthindansetzen sotten ; Dan in Christo geltet weder Beschneidung ^ noch Vorhaut etwas / sondern die Haltung ' der Gebotten Gottes/der Glaub / der durch ^ ^ ^ die Liebe thätig ist / und eine neue Creatur.—6 Diß isi die Regel / welche das Evangelium dem gantzen Istael Gottes furjchreibet / mit der auß- trucMchen Bezeugung /^ daß wie viel nach derselben einherwandlen/ über die werde seyn Friede und Barmherzigkeit. So/sag ich/ist es eine allgemeine Reges/ und ligt allen / die da wollen selig werden / so wohl Manneren als Weiberen ob/ in dem Glauben / in der Liebe/ in der Heiligung zu bleiben / und also sich als neue Creaturen zu erwey- sen. Christus sagt zu allen seinen Jüngeren: Ich i«. habe euch erwehlet/und gesetzet / daß ihr hingehet / und Frucht bringet / und euere Frucht bleibe. Paulus rüstet allen und jeden Christen zu: wir wissen/ daß Christus von den Todten er- wecket /, hinfort nicht stirbet / der Tod wird n hinfort über ihn nicht herrschen/ den daß er gestorbenist/ das ist er der Sünde gestorben/zu einem mal/ daß er aber lebet / das lebet er GDtt/ also auch ihr/ haltet euch dafirr / daß ihr der Sunde gestorben seyt/und lebet GC>tt in Christo IEsu unserem HErren. wir seind Christi Hauß / wir seind Christi theilhafftig worden / so wir änderst das angefangene we- D 2 sen/ r.io, ^IK.io. ;4. ^or.2.6.9. 28 Lhristliche _ sen / das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung biß ans Ende veft behalten. Und giltet es nicht so wohl dem Mann als dem Weib ? Ja giltet es nicht eirrer jeden Gemeind / so auß Männerm und Weiberen bestehet ? was dem Engel der Gemeinde zu Smyrnen eingestchärffet worden / da es geheißen: Sey getreu biß an den Tod / so will ich dir die Cron deß Lebens geben. In Suma: Es ist disorthsbey GOtt kein Ansehen der per- sohn / sondern wie in allerley Volck/also auch in allerley Geschlecht/ ist nurder/ soihneförchtet und recht thut/ ihme angenehin. Ja es bleibet bey dem theuren Wort dess Apostels / der da insgemein sagt: G(!)tt wird geben einem jeglichen nach seinen wercken / Ungnad und Zorn / Trübsal und Angst / über alle Seelen der Menschen/ die da Böses thun/ aber preiß und Ehre/ und unvergängliches Wesen denen/die mit Gedult in guten wercken trachten nach deut ewigen Leben. Wir sehen also ganl; deutlich / daß das Beding/ welches Paulus in unserem Text vorstellet/ein allgemeines Beding styc / und daß alle/ die da wollen selig werden/ was Stands und Geschlechts sie auch styn rnögen/ in dem Glauben / in der Liebe / in der Hciligtmg rmd Zucht bleiben muffn. Wir haben auch alle Ursach über Ursach / diesem Beding best möglichst ein Genügen zu thun. Diß Beding ist GOttdem HErm garrtz geziemend/ und feiner Ehre gernäß/ dann es offcnbchm/ daß er kein 29 Letch-Predigt. kein Sünden Diener / sondern vollkomen gerecht und heilig seye / und als ein reines Liecht keine Ge- meinschaffr pflege / als nur mit denm / die sich ledi- ^ ^,,7.!. gen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes / und fortfahren mit der Heiligung als in der Forcht Gottes. Diß Beding ist sehr vernünsstig/ Mich und gerecht / dann es erforderet nichts anders von uns/ als was wir GOtt unserem Schöpffer/den Nebcrr- Menjchen unseren Brüderen und Schwestcren/ mrd uns sechsten schuldig seind / und züchtiget uns/ wie der Apostel redt / daß wir sollen verlaugnen das ungöttliche Wesen / und die weltlichen Lüste / und züchtig/ gerecht und gottselig leben in dieser Welt. Diß Beding leget uns auff ein sansstes Joch und eine leichte Last) und ist uns garwol möglich / dasselbe zu erfüllen, dann GOtt ist uns mit seiner Gnade schon reichlich zuvor komm / er har uns in seinen; Wort klar und deutlich geossenbahret/ was er von uns fordere / er stellet uns vor dieallerherrlichsten Beweggründe/ umb uns zu Beobachtung der Tugendpflichten auss- zumunteren / er gibt uns an die Hand allerhand Hilff-Mittel/fo uns darzu tüchtig machen können/ verheißet uns anbey den Beystand und die Gnaden- Wurcllrngen feines Geistes/ wan wir ihnenur darum brünstig und eyfferig anrussm/ und willzugleich als ein liebreicher Vatter mit unseren Gebrechen urrd Schwachheiten Gedulr haben / und uns selbige in Gnadm übersehen und zu gut halten / warm wir D r treulich » zo Lhristliche_ treulich und auffrichtig unser Bestes chun / und nach allem Vermögen seiner Anforderung Folge leisten. 1.7°^. ? Dann / wie Johannes sagt/ das ist dieLiebezu G(!>tt/ daß wir seine Gebotthalten/und seine Gebott seind nicht schwer. Endlich / so ist diß Beding uns sechsten gantz nützlich und heylsamb. Wann wir demselben eyfferig ^ standhafftig uns underwerffen / so werden wir dadurch verkläret in dasselbigeBild des ^Erven /von einer Klarheit zu der andern / wir werden dadurch erneueret zu dem Ebenbild Gottes / so da bestehet in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit / ja wir werden dadurch je mehr und mehr <7°/. i. ir. tüchtig gemachet zu dem Erbtheilder heiligen im Liecht/und erlangen die völlige Vergwisserung ^6der Hoffnung / welche als ein sicherer und vester Ancker unserer Seelen hineingehet in das inwendige deß Vorhangs. O so murren wir dann nicht wider GOtt/ daß er von uns / und allen / die da wollen selig werden / erforderet / wir sollen bleiben in dem Glauben/in der Liebe/in der Heiligung / sambtdcr Zucht; Vielmehr erkennen wir eben darauß / daß er Gcdancken deß Fadens über uns gefastet / preisen deßwegen seine Güte und Freundlichkeit / und lassen uns das fur- geschricbene Beding Wohlgefallen und treulich besohlen seyn. Wohlaii dann ihr Christliche Wcibs-Persohnen/ sinnet diesem Beding flüssig nach / beschauet euch darinnen / als in einem rechten Lebens-Spiegel/ übet Leich-Predigt. zi übet euch in denen Tugenden / so es vorstellet / und befleißiget euch ohn Underlaß in denselben zuwachst«/ ja beweiset allezeit die Gottseligkeit mit guten Wercken/ und gcdencket /daß der beste Schmuck/ damit ihr euch zieren könnet / seye/ der verborgene 4 . Mensch des Hertzens unverruckt / mit sanfflem und stillem Geist/ das ist köstlich vor G(L>tt/ das machet euch schön und angenehm in den Augen euers himmlischen Seelen-Brautigams/ das bedecket alle euereübrigen Schwachheiten/das erMet euere Gewissen mit Frieden / mere Seelen mit Trost/ und euere Hcrtzen mit Freud in dem H. Geist / ja das kan euch inder grösten Noth bewegen / wider GOtt und seine heilige Regienmg nicht zu murren / sondern wie er es auch mit euch machet/ wohl zufrieden zu seyn/ in Betrachtung/ daß er euer getreuer Gott und Vatter stye/ der euch nicht über euer Ver-, ^ ^ mögen werde lasten versucht werden / sondern ' ,7' machen / daß die Versuchung so ein End gewinne / daß ihrs kont ertragen / ja daß er euch durch das Leyden dieser Zeit beförderen werde zu ei- ner ewigen und über alle mästen wichtigen Herrlichkeit. Was aber unsanbelangt/Liebe Brüder/ st lassen wir uns disorths nicht von den Weibs-Persth- nm zuschanden machen / sondern eingedenck / daß GOtt uns eine starckere Natur und rnehrere Kraff- tcn gegeben / und deßwegen auch ein mehrcres voll uns erwarte/ so sehen wir zu / daß wir mehrgcmeltes Beding Gottes dergestalten erfüllen / daß auch die, Weibs 52 Christlich e_ Weibsbilder/als das schwächere Gefäß durch uns nicht geärgerek/ sondern vielmehr durch unser gutes Exempel noch mehr ermunteret und erbauet werbe. Zu dem End vernügen wir uns nimmermehr mit einem todten und träumender; Glarrben/ sondern sehen zu / daß wir auch in demjenigen Glauben/den wir bekennen/leben und wandten; Lassen wir es auch dabey nicht bewenden / daß wir einer und der andern Tugend nachstreben / sondern erkennen / daß das von GOtt uns aufferlegte Beding den Fleiß aller und jeder Tugenden von uns erfordere / und folgen deßwegen der treuhertzigen Vermahnung deß Apostels/ der da sagt: weiter / liebe Bruder/ was war- hafftig ist/was ehrbar/was gerecht/was keusch/ was lieblich / was wohl lautet / ist etwann eine Tugend / ist etwann ein Lob / dem dencket nach. Endlich so reichen wir nit nur dar in dem Glauben alle und jede Tugenden / sondern wenden auch allen Fleiß an/in denselben täglich vollkomener zu werden / und in dem Merck unserer Heiligung standhasstig zu verharren. So werden wir auch unseren Beruffund Erwehlungvest machen/ und wird uns reichlich dargereicht werden der Eingang zu den; ewiger: Reich unsers SErrn und'Hcilands IEsu Christi / da wir davon bringen werden das Ende deß Glaubens der Seelen Seligkeit / welche verheißen ist allen denen/die im Glauben / in der Liebe/und in der Heiligung sambt der Zucht bleiben. Genug aber seye geredt von abgelesenen Wörter:. kLk- Leich-Predigt. n ist die Viel Ehren-und Tuqendreiche Frau Susanna Harderin/an das siecht diser Welt gebohrm worden dm 17. A.und 28. Oätob. N. Calmd. ^nno 168 6. Ihr Hm Vatter selig ist gewesen/ der Edel/Ehrenvest und Hochgelehrte Herr Ioh. IacobHarder/^eäicinN OoÄ.undbeyLöbl. lim- vsrlrtLt allhier weitberühmter kro5-ssor, wie auch sowohl bey des letstsekg Verstorbenen / als auchdiß- mahlmRegiermdm Hmn Dtarggraffm zu Baden Durlach Hochfurstl. Durch!, gewesener LeibMeöi- cus und gcheimer Hoff-Rath. Ihre noch lebende Frau Mutter aber ist / Frau Barbara Burck- hardtin/ welche anjetzo mit grossem Leydwesen dieser ihrer geliebten Tochter das Geleith zu ihrem Ruhbethlem gegebm / und die wir deßwegm Gottes kräjstigem Trost hertzlich anbefehlm. Von disen ihrm Hochehrmdm Eltern ist die verstorbene Frau fel. sorgfältig aufferzogen / und von ihrer Kindheit an zu wahrer Gottessorcht/ Zucht ° und Ehrbarkeit / wie auch zurHaußhaltung/ und anderm einer ChristlichmWeibs-Perfohn wohl an- stehenden Tugendm und Arbeit fleißig angehalten wordm. ^nno 1705. dm 24. hat fle fich dmch Gottes allweyse Schickung in dm Stand der Heil. Ehe begebm/mtt Hmn Ioyan Heinrich Sarasin/ E dem Christliche Z4_ dem Handelsmann / ihrem nunmehro höchst betrübten Herrn Wittwer / mit welchem sie in erwünschtem Frieden und Einigkeit gelebet/und durch Gottes Seegen 12. Rmder erzeuget / nemlich 8. Söhn und 4. Töchter?»/ von welchen allen aber nur noch zwey Töcbterlein in Leib und Leben seind/ ob welchen der liebe GOtt mit feinern Geist und reichen Seegen fürbas vatterlich waltm / und zu deren ferneren Erziehung seine Gnade verleyhen wolle. Ihren Wandel hat unsere ChristglaubigeFrau Schwester sel. wohl und Christlich geführet/wie- wol nicht ohne mcnschllche Schwachheiten/ welche ste aber nicht nur gern erkant / sondern auch hertzlich betrauret/ und deßwegen das vielfältige Creutz/ damit ste der liebe GOtt von Zeit zu Zeit/ insonderheit vormahlen durch den betrübten Hinscheid ihres vor wohlcrmelten Herrn Vatters sel. und vieler lieben Rinderen / m Gnaden heimgesuchet / desto williger und gcdultiger von feiner Hand angenommen. Sie wäre stmsten eines gottsförchtigen / friedliebenden/ stillen / freundlichen und vernüqten Gemüths / welches CbriMchcr Weibs-Persthnen schönster - Schmuck ist / nach der Lehr Petri: Der Weiber Schmuck soU nicht außwenoig seyn mit Haarflechten/ und Gold umhängen / oder Aleyder anlegen / sondern der verborgene Mensch des Hertzens unvermckt mit sanftem und stillem Geist / das ist köstlich vor GOtt. Ihren geliebten Leich-Predigt. z> geliebten Elteren ist sie jederzeit mit kindlicher Ehr- crbiethungund Gehorsam an die Handgegangm/ in ihrem Ehestand wäre sie ihrem Herren eine getreue Gchilffin/ihren Kmderen jcderweilen eine sorgfältige Mutter / dem Nrbenmensthen eine diensthaffte Frermdin / gegen Armen und Dürffttgen gutthätig und mitleydig / und in ihrem gantzen Umbgang sanfftmüthig und liebreich / dahero sie auch von ma- niglich / lorrderlich ihren ehrenden Anverwandten» lieb und werth gehalten worden. Im übrigen hat sie dahin getrachtet / daß sie GOtt beydes öffentlich in der Kirchen / und auch zu Hauß in ihrem Käm- mcrleinrecht dienen / nach stimm Willen leben/und ein unbeflecktes Gewissen behalten möge. Was wir in dem Eingang der Predigt vermeldet / daß auch die gesegnetesten Ehen nicht ohne Creutz seyen / das hat unser sel. verstorbene Frau Schwester genugffm erfahren durch öffteres Kinder- zeugcn / darinmn es gemeiniglich hart hergegangen/ wodurch dann ihre Natur und Leibs-Kräjften nach und nach geschwächet worden. Verwichenen Sommer hat sie etliche Monath über/ wegm allerhand Beschwerdten/ die sich übermahlen bey ihrer Schwangerschafft angemeldet / sich zu Beth enthaltm müssen; in welchem Zustand sie dann die meiste Zeit mit Betten / und gottseligen Betrachtungen von der Welt Eitelkeit / und ihrer eigenen Schwachheit und Blödigkeit / zugebracht. Als Anfangs dieser Wochen jemand der lieben ihri- E r gen L«H.;7.r> zs Chri stliche _ gen sie über dem Lesen eines geistlichen Buchs angetroffen / und dabey ermähnet / sie wolle ihro hierin- nen abbrechen/ und selbsten schonen; hat sie sich verlauten lassen: Sie könne nicht genug betten/ nicht gmug in ihrem GOtt sich erbauen/ und ihr Hertz nicht gmug von der Welt und deren Händlen abziehen. Da man sie des folgenden Tags befraget: wie es umb sie stehe? hat sie geantwortet: Sie lebe/ wie man in solchem Stand thun soll / zwischen Forcht und Hoffnung / stelle aber den Außgang dem lieben GOtt anheim/ und ergebe sich deme gäntzlich mit Leib und Seele. Vergangenen Mitwochen / als es geschienen/ die Zeit ihrer Niderkunfft seye vorhanden / ist sie mit einsmahligen Schwachheiten Überfällen worden/ und meng es nach den Worten des Propheten : Die Ainder seind zwar kommen bis an die Geburt/ aber es ist keine Rrafst da zu gebaren / so daß ihro darüber/ wie derH. Ertz-Mutter Rachel/ under vielm Thränen und SeujHen der Umbsiehenden/ Abends gegen 8. Uhren / die Seele ausgegangen/ ebm an dem Tag / da sie dieses Welt-Liecht angesehen / wie sie daw just das; 6. Jahr ihres Alters beschlossen hat. Wann wir/Liebe Christen/dengegcnwärtigen/ sowohl als andere dergleichen unvermuthete und leydige Todesfähle / sonderlich gottftliger Weibs- Persohnen / welche GOtt vor / oder über ihrer ver- hofften erfreulichen Niderkunsst / plötzlich und wider unsere Leich-Predigt. r. unsere Gedancken von diser Welt abforderet / und uns mehr nichts als ein schmertzliches Nachsehen überig läßt / nur allein mit den Augen des Fleisches obenhin anschauen/ so gibt es da etwann mancherley schwäre Gedanckcn/und eine bittere Klage. Möchte doch ein Christliches Eheweib selbst alsdann mit Rebecca fast außbrechen: Da mirs also solte ge- ^ hen / warumb bin ich schwanger worden ? Und wie weit empfindlicher ist irr solchem Fahl der Schmertz der Überlebenden / welche einer getreuen Gehilffin/ einer liebreichen Mutter/ steh also unversehens verlurstig sehen müssen ? da heisset es bey einem hochbetrübten Ehemann: Das ist ein Tag des Trübsals. Ich bin ein elender Mann / der n«». die Ruthe des Grimmes Gottes sehen muß. Mein Hertz wallet mir in meinem Leibe/ dann ich bin hochbetrübt. Der Tod hat mich im Hause zum Wittwer gemacht; Mein Schade ist gross wie ein Meer / wer kan mich heilen > Auch die Rinder wainen des Nachts / daß — -- -- ihnen die Thränen über die Backen lausten/ , und seuMen mit kläglicher Stimme: Icabod/ die Herrlichkeit ist dahin; Diejenige / die unstr Trost war/ ist dahin/deren wir uns trösteten/ wir wollen under ihrem Schatten leben. Wer nicht so wehemüthig / nicht st trostloß/ ihr Christliche Hertzen/ die ihr also von dem HErren angegrissm und heimgesuchet werdet!Oder/wer darff ^ ^ ^ dann sagen / daß solches geschehen ohne des HErren Befthl? und daß weder Böses noch E z Gutes 1.22. z8 Christliche Gutes komme auß dem Mund des Allerhöchsten ? Hats doch gethan derjenige / welcher ist ein GOtt der Geisteren alles Fleisches / der Macht und Recht hat über die Unseren ? derjenige / welcher alle unstre Tage gczehlet von Ewigkeit her / welcher die Menschen sterben laßt / und spricht / kombt wider Mmschen-Mider ? derjenige / welcher uns wohl betrübet / und erbarmet sich auch wider nach seiner grossen Güte / als der nicht von Hertzen die Menschen schlägt und betrübet ? Ist drr du Christlicher Wittwer/ dein frommes Ebeweib/ deiner Augen-Lust entzogen worden durch eiire Plage? wohlan / so strich du irr heiliger Gelas senhett und gcdultiger Hoffnung mit David: GOtt ^ 68 2° leget uns eine Lastauff/ aber er hilfst uns auch; ^21.' Wir haben einen GOtt / der da hilfst / und den HErrn HErrn / der vom Tode errettet. Und ihr hinderlassene Kinder / ihr betrübte Waysen / bettet mit jenem alten Volck Gottes: Gedencke i-^ ^ 19 doch / HErr / wie wir so elend und verlassen/ 2°. mit wermuth und Gallen getrancket stund / du wirft ja dran gedencken / den unstre Heele sagts uns. Mißgönet ja nicht euercr sel. Verstorbenen / welche geblieben im Glauben / und in der Liebe / und in der Heiligung sambt der Zucht/ ihre sanffte Ruhe / noch die unaussprechliche und herrliche Freude/ deren sie jetzt allbereit der Seelen nach geniesset droben in dem Himmel / in dein Hause deß Vatters / da sie wird ewiglich leben/ §^. 5. ' 6 . Eh der HErr ihr Lohn ist/ und der Höchste ' M Letch-Predr'gt. 59 für sie sorget; Da sikinmmehr empfangen hat ein herrliches Reich / und eine schöne Crone von der Hand des HErrn. Vielrmhr sitzet euere Seelen/und stillet sie. Sehet hinauff genHimcl/ GT>tt hat sie für euch hergesandt; Förchtet euch ^. 4 ;.;. nicht/ erwiU euchversi>rgen/und euere Rinder/ und euch trösten / und freundlich reden mit euch. Sprechet mitHiob : Der HErr hats gegeben / ^'"' der HErr hats genomen / der Name des HErrn sey gelobet. Der jenige aber / welcher ist ein Vatter der Barm- hertzigkeit/undein GOtt alles Trosts/schreibe diesen Trost in aller Traurenden Hertzen / und verleyhe uns sämtlich die Gnade/daß wir auch bey diesem Anlaß der hinfälligen Nichtig-und Flüchtigkeit unsers Lebens hergestellten uns ermnern/daß wir durch un- grsparte und auffrichtige Busse mit GOtt uns versöhnen/ unsere Seeligkeit mit Forcht und Zitteren würcken / den Glauben samt der Hoffnung vest behalten biß ans Ende / damit wir endlich an jenem grossen Tag erfunden werden under der Zahl derjenigen/ von welchen in dem Buch der Offenbahrung stehet: Diese siinds / die da kommen siind auß grofsiin Trübsal/ und haben ihre Rleider gewa- ''' schen / und haben ihre Rleider helle gemacht im Blut des Lams / dämm siind sie firr dein Stul Gottes / und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Dise Gnade verleyhe uns seiner Zeit Gottes Barmhertzigkeit durch den Verdienst 2Esu Christi / in Krafft des H. Geistes. Amen. Tram- Traur, Gedicht. ' Sks möglich/daßso bald ei« Tugend-Bild soll scheiden ; Von ihrem Mann und Kind / verlassen Visen Plan r ^Soll das nicht dringen thun / viel Schmerh und grosses Leyden? Allein was ist zu thun / wann mans nicht ändren kan? O Unbeständigkeit! O eitles Menschen Leben! Wer schreibet dieses doch/ genugsam in sein Hertz. Dem Arancken wird gar ofst Gesundheit Widergeben. Indem ein Starker bald empfinde desTodesSchmertz. Das zeiget sich an mir / ich meinte bald zu scheiden / Von diesem Jammerthal / wo Noth und Angst uns quällt / Und ich komm wider auff / allweil zu meinem Leyden. Mein Freundin in dem Blust der Jahren ligt entseelt / Zwar weiß ich wohl, daß sie nunmehr zur Ruh gelanget / Und in dem Himmel dort / das Halleluja singt/ Ich weiß / daß sie vor GOtt / mit seiner Crone pranget. Und ihm ein neu Danck-Lied gleich nach dem andern bringt Doch auch / wann ich bedenck/ was ich an ihr verlohren / So reißet mich sobald der schwäre Kummer hin. Es duncket mich/ ich sey nur zu dem Creuh gebohren / Kein Zeit nimbt mir sobald diß Leyd auß meinem Sinn. Nur du O grosserGOtt/ der du kanstMittel finden/ Tröst doch in dieser Noth / die Hochbetrübten all. Gib/ daß sie dieses Leyd wohl können überwinden/ Biß sie auch hören thun des Richters Freuden-Schall. Dieses wenige hat auß betrübtem Hrrtzen beysetzen wollen! Iae-b Khristoff Ramspeck Gemeiner Helffer. ENDE. en!vei>sitöt vosel 1)28 0ri§in2l entkdit leere teilen. Oiese wurden nickt di§1t2li8iert. Lrnpt^ p2§es kroin tke ori§in2l docnrnent 2re not disiti^ed. 8olnm1ung ollei^ In clei' 8I0OI Losel 1/20 - 1/22 Ki.