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Unsere Rauracher geeichten gleich einem grossen Teile der Helvetier in folgenden Zeiten so wohl unter die Gewalt derjenigen Völker, welche wie ungestüme Meersfluten dise Gegend überströmeten; als dem, welche auf andere Weise allhier ihr^ Herrschaft ausbreiteten, bis endlich die niemalen vollkommen untertrückte Freyheit fich wiederum von allem fremden Joche los gewickelt hat. Muttenrz ist also vermutlich durch diese Rauracher angebauet worden, und zwar an der Strasse, welche aus Sequania, dem nunmaligen Sunt- gau oder Elsaß zu den Jnsubern nacher Italien, oder zu den Allobrogen nacher Gallien führte; und zu Bedeckung diser Strasse oder des Rheins, ia vielleicht beyder zugleich, find ausser Zweifel die auf dem nahe an Muttentz stehenden Berge, zum Theil aus ihrem Schütte noch hervorstehende Schlösser angeleget worden. A s Man 10 Historische Man stuhnde jeweilen irr dem Zweifel!, an welchem Orte (ö) die Festung gestanden, welche Kaiser Valentinianus, nachdem er die Alemanier überwunden , zu Behaubtung des Rheins in diser Gegend, ohngefehr zyo. Jahre nach Christi Geburt wider den Einfall derselben erbauet hat. NA3NU8 iVlarLellinus sagt, es habe dises kobur nahe bey LMia gestanden, welcher Ort für Basel unstreitig genommen wird. Diejenigen, welche nachwerts diser Bürge in ihren Schriften gedencken, wollen deren eigentliche Stelle nicht bestimmen. Wursteisen, der vereh- rungswürdige Kenner unserer Altertümmer, setzet es an den Ort, wo nunmehr in unserer Stadt das grosse Münster stehet; Seine Gründe, warum er dem Wartenberge bey Muttentz dises ko- bur abspricht, sind in seinen Chronisten weiläuf- tig enthalten. Da wir aber nicht gesinnet seyn, dasjenige hier zu wiederholen, was er oder andere schon gesagt haben, so wollen wir nur einen Versuch anstellen, ob es nicht möglich sey, dem, was er uns von unsern vatterländischen Geschichten hinterlassen, einige (S) Vslentinisno poü vsttatos »liquos ülemsnniL pgZor mvnimentum T^iücsnti prope Lssilism, qvod sppellant so- colT kov vL, sffertur ÜrLkeÄi relstio kroki äoeenus INx- rici clLäss. ammisn. MrceUin. pib. XXX. Merkwürdigkeiten. n einige Entdeckungen und auch bey disem Anlast die wahrscheinlichen Gründe beyzufügen, aus welchen die auf dem Wartenberqe gestandene Schlösser für die Valentinianische Festung könnten angesehen werden. Der Wartenberg mag als ein kleiner Ast des Juraberges betrachtet werden, welcher sich gegen Morgen mit einem sehr gälten Kopfe endet. Man übersihet von demselben den vollkommenen Rhein und das Alemannische Gestade. Die Ebne zwischen demselben und dem Rheine, dadurch vorgemeldte Haubtstrasse gegangen und noch gehet, ist eine Viertelstunde breit. Die Zweyte Kupferblatte schildert bist Gegend sehr natürlich ab. Auf dem vordersten Teile dises Berges gegen den Rhein stunde das gröfte Schloß, welches einen Umfang von 8 iz Frantzösischen Schuhen hat; sein meiftes Gemäur stehet noch, und zwar an der Seite gegen Brattelen, in einer Länge von zi 8 Schuhen; die Dicke diser Mauer bey dem Eingänge gemessen, ist 7 und ein halber Schuhe. Von disem vordem Schlosse bis an das Gemäuer des des mittlern sind 1096 Schuhe. Gleichwie jenes eine Eyrunde Figur hat, so ist das mittlere eilt Viereck, welches mit etlichen Gräben, deren einer in Felsen eingehauen, versehen wäre / dessen Breite, ir Historische Breite, auser dem Tohre, auf dem Rücken des Berges gegen das vorgemeldte Schloß in einer schnurgeraden Linie 17 Schuhe, auf der andern Seite aber noch viel breiter ist. Gegen Morgen und Abend hat difes Schloß 41, gegen Mittag und Mitternacht aber 44 Schuhe, und die Mauerdicke hält 9 Schuhe. Von disem mittlern bis zu dem-letzten Schlosst sind z s? Schuhe, da fich al- sobald ein Graben, und in der geraden Linie über den Rücken des Bergs ein runder Turm zeiget, welcher noch bey 20 Schuhen hoch, 6 Schuhe dick, und inwendig in dem Durchschnittes Schuhe, 4 Zolle weit befunden wird. Das Gemäuer gegen Mittag stehet zum teile annoch; gegen Abend und Mitternacht aber ist es vollkommen zerfallen. Von disem runden Turme bis an den Ecken des Gemäuers sind 2 z Schuhe, die annoch stehende Mauer hält 132 Schuhe; das Tohr steht gegen Mittag, und die Mauer ist 4 Schuhe 7 Zolle dick, und vermög gemachter Ausrechnung wirst die gantze Breite Schuhe aus. Alle dife Schlösser waren mit Nebengebäuden, wie es der Augenschein muhtmassen lässet, und das mittlere Schloß mit vielen Gräben, der gantze Umfang des Berges aber, so weit es zurBeschü- tzung diente, mit einer Mauer umgeben; welche Muhtmassung schon Stumpf in seiuen Schwätzer- Merkwürdigkeiten. rz tzer-Geschichten im is Artickel des 12 Buches anführet, und vermeinet, daß so gar die Be- schützungswerckebis an den Rhein gegangen seyn ^ welches, da es zu unserer Absichle dienet, eine genauere Umersuchung erfordert. Jederman weiß, wie sehr die Römer gewöhnet waren, ihre Wachttürme und Festungen auf erhabene Orte zu stellen, von welchen man die willigende Landschaft, und auch, wo möglich, die hin und wieder ausgestellten Vormachten übersehen konnte; Hierzu wäre der Wartenberg sehr bequem und gleichsam ausgesuchet. Die beygehende Zeichnung diser Gegend zeiget, daß diser Ort die engste Öefnung des Landes von dem Gebürge bis an den Rhein ausmache, und wie gemächlich das Auge das Alemannische Gestad in einer ermäßigten Entfernung übersehen kan. Hierzu kömmt annoch, daß verschiedene, in der von dem Wartenberge bis an den Rhein sich erstreckenden Gegend befindliche und aus zerfallenem, mit vielen, denen zu Äugst in grosser Menge anzutreffenden ähnlichen Ziegelbruchstücken untermengtem Gemäuer bestehende Haussen klär- lich darthun, daß an disen Orten etwelche von der auf dem Wartenberge gelegenen Haubtburge abhängende, und so wohl zur Beschützung des dasigen i4 Historische dasigen engen Passes, als auch zu Unterhaltung der Commum'cation der Bürge mit dem Rhein- flusse bestimmte Vorwerke ehmahlen mögen gestanden haben (c). Dise in der Natur der Sache so gegründete Anstalt, ward auch nachwerts in den neuern Zeiten befolget, und von denen schwei- tzerischen Herren Kriegsrähten, so oft es um eine Berahtschlagung, wie die Schweitz wider alle Einfälle disseits könnte verwahret werden, zu thun wäre, jeweilen für thunlich erachtet, daß eine von dem Wartenberge bis an den Rhein gezogene Linie, das zu Erreichung dises Zweckes dienlichste Mittel sseyn würde. Da uns nun diser Beweis, daß die von dem Valentinianus angelegte Veftung auch auf dem Wartenberge, allwo man bisweilen einige Römische Müntzen findet, könne gesuchet werden, wahrscheinlich vorkömmt, und uns einige erfahrne Kenner der Altertümmer ihren Beyfall geben, so haben wir hierbey weiter nichts auzumercken, als daß, wenn schon aus der Arte des Gemäuers an dem mittlern und letzten Schlosse ein so graues Altertum nicht deutlich genug hervor leuchtet, solches bey dem vordersten Schlosse desto besser in die Augen falle, worinnen noch verschiedene Abteilungen des Gemäuers und die Überbleibseln eines (c) Besitze hierüber das XXIII.Stücke r>»e- 2345. Merkwürdigkeiten. 15 eines Schöpfbrunns vorhanden seyn. Es ist anch nicht wahrscheinlich, daß in den folgenden Zeiten ein so kostbares Gebäude allhier ausgerichtet worden , da beyde Gestade des Rheins unter gleiche Bottmäßigkeit gekommen; ohngeachtwir nicht lau- gnen, daß vast alle Bergschlösier erst nach diser Zeit aufgekommen, und auch diejenigen Türme, so wir jetzund auf dem Wartenberge noch übrig . haben, von den Herren des Landes in dem Einfänge diser alten Festung, um besserer Bequemlichkeit willen, können gesetzt worden seyn. Wir bemercken anbey, daß dise Schlösser aus den Steinbrüchen des Wartenbergs genommen, und da an dem vordem gantze Lagen von verschiedenen versteinerten Meermuscheln sich in dem Gemäuer befinden, die zwey übrigen vast vollkommen von Rogensteinen erbauet seyn; welches aber bey der Beschreibung diser Steine, da zugleich die schönsten in dem darzu verfertigten Abrisse erscheinen sollen, mit mehrerm wird ausgeführet werden. Wursteisen nennet uns einige vormalige Besitzer diser Schlösser. Es wird erlaubt seyn, die dem gelehrten Stumpfe schon beliebte Muhtmaffung beyzufügen, daß vor den Grafen von Honberg, die Freyherren von Wartenbevg, welches ein ade- liches Geschlecht in der Schweiß war, solche besessen; denn eben wie in den ältesten Zeiten vornehme i6 Historische nehme oder mächtige Einwohner eines Orts demselben den Namen gegeben, also hat auch bisweilen der Ort feinern Herrn einen neuen Namen beygeleget. Nach Absterben derer von Honberg waren die Grafen von Habspurg die nächsten Erben ; da aber auch die Hertzogen von Oestreich an diser Erbschaft Teil haben wollen, ward eS endlich dahin gebracht, daß die Grafen von Habs- purg solche von den Hertzogen ohngefehr in dem Jahre izzo. zu Lehen empfangen mußten; welche Grafen solche nachwerts, als i z8o. den edlen Mönchen zu After-Lehen gaben, die solche behielten, bis selbige an die Stadt Basel verkauffet würden. Wir sollen aber ovgemeldtem , zu mehrerer Nachricht, aus denen schriftlichen Urkunden annoch beyfügen: daß Hug und Cuni zur Sonnen, von Graf Werner von Honberg die Vorder und Mittelburg Wartenberg izoi. zu Lehen gehabt; daß solche Burgen in dem Jahre iz?i. von Grafen Johannes von Habspurg, Conrad Mönch und Dietschmann zur Sonnen gelihen worden, da dann Leonhard zur Sonnen iz?6. sein Anteil an Conrad Mönch mit Bewilligung verkauft. Im Jahre iz85. seyn dise Burgen von Grafen Johannes wiederum aufs neue an Hermann Mönch gelihen worden, dessen Nachfahr Hans Mönch rZ9s. Merkwürdigkeiten. 17 iz9s. und iZ99. dem Jacob Zybold von Basel solche mit Erlaubniß der Lehenherren in Besitz gegeben , bis selbige etliche 52 Jahre hernach wiederum an die Mönchen kamen. Das Dritte Schloß aber, welches gleichfalls eine Zeitlang von den Hugen zur Sonnen / als Lehm im izol. Jahre besessen/ der dortige Turm aber, anjetzo Simmelins-Thürnlein genant, als ein Gefängniß von ihnen gebraucht ward, und nach, Werts in der Seevogel und denn in der Hertenftei- ne eigentümliche Hände kam, ward in dem Jahre i zo?. an die Stadt Basel gebracht. Es verdienet annoch derjenige Umstand angeführet zu werden, welcher in einer von Wursteisen an Dr. Caspar Bauhin übersandten Beschreibung des Muttentzer Berges enthalten ist, und sich in einem Bande der Zwingerischen Uanulcripten befindet: Daß nervlich zu der Zeit, als die Grafen von Hon- berg Herren diser Schlösser waren, sie solche denen Mareschallen von Basel zu Lehen gegeben haben; Wie denn iin Jahre 1289. Herrmann Mareschall dieselben bewohnet hat, und weil dise vorgemeldten Geschlechter, der Seevogel und der zur Sonnen, öfters in allhiesigein Nahte gesessen, so mag die Rede dahero entsprungen seyn , daß die Herren diser Schlösser jeweilen zu Pferde gesessen , um in den Naht nacher Basel zu kommen, wenn sie den Schall des Rahtsglöcklems zum ersten male gehöret hatten. B Die 18 Historische Die Zeit, welche auch die stärksten Gebäude zerstöret , legte ebenfalls die Mauren des Wartenbergs dawider. Alle Geschichtschreiber kommen dariim Lberein, daß der Zerfall dem im Jahre iz^6. be- schehenen grossen Erdbeben zuzuschreiben sey; doch zeigen die heutiges TageS noch stehende Überbleibseln , daß der Sturtz diser Schlösser nicht vollkommen gewesen seyn müsse, sonderlich da aus verschiedenen Umstanden erweislich ist, daß dieselben auch nach geschehenem Erdbeben, wiederum bewohnbar gemachet, und in der Taht auch bewohnet worden seyn. Joh. Groß schreibet in seiner Baselcronick, daß König Wenceslans aus Ungarn im Jahre i z68. das RaubhauS, genant Wartenburg, auf dem Mutteutzerberge ligeud, niderzureissen befohlen habe. Da aber zu diser Zeit kein WenceSlauS in Ungarn regirte, so muß sich Groß allhier so wohl in Ansehung der Zeit, als der Würde aeirret haben. und , wenn je ein WenceSlauS dise Zerstörung verhenget hat, so kan eS kein anderer seyn, als der Römische Kaiser und König in Böhmen, ein Sohn Carls des IV, welcher i z78. zur Regierung gekommen; und da er den Einwohnern von Basel viele Freyheiten erteilet, vielleicht auch auf deren Bitten, weil die Stadt aus disen zum teile verfallenen , dennoch nicht ohnbewohnten Schlössern, möchte Merkwürdigkeiten. 19 möchte beschädiget worden seyn, selbige ohnwohn- bar zu machen , konnte gestattet haben. Ehe wir weiters chrtgehen, wollen wir uns noch etwas Zeit bey den alten Gebäuden des Wartenbergs aufhalten. In dem Kaufbriefe über dieselben beschihet Meldung von einem Vogte und einer Burghut, woraus wahrscheinlich wird, daß zu selbiger Zeit annoch jemand darum gewöhnet habe; Die Einwohner des Dorfes geben vor, die Edelleute diser Schlösser haben sich die Speise durch grosse Hunde hinauftragen lassen. In disen Umstand ist eben nicht nichtig einzutretten; doch solle nicht verschwiegen werden, daß in einem alter; Stiftungs- briefe von 1444., dessen nachwerts bey Beschreibung der Kirche solle gedacht werden, eines Hundstrogs an disem Berge Meldung geschehe, ,( welcher von disen Hunden den Namen haben 'konnte;) dessen auch in den alten Berainöbüchem Von iz 16. gedacht wird. Der Reben, welche an dem Berge gepflantzet seyn, findet man die erste Meldung im Jahre 15 2z. welche so wohl als diejenigen, so im Grunde gegen den Birsstuß stehen, denen Einwohnern eine gute und reiche Ausbeute abgeben. Ein Teil der Seite des Berges gegen Nufgüng uns B s Mittag so Historische Mittag wäre meistens zur Kirche verachte Waldung, welche aber zum theile ansgereutet, mit gewissen Bodenzinsen beschwehret, und teils, wie mit den Obrigkeitlichen eigentümlichen Gütern 1607. be- fchehen, verkauffet worden. Die Schlösser des Wartenbergs, oder derselben Überbleibseln, kamen endlich, wie schon gesagt worden, an die Stadt Basel; und da in disem Kauft auch das DorfMuttentz mit begriffen war, so sollen zu einer genauenNachrichte,da unsere Chronicken hiervon schweigen, die näheren Umstände aus denen brieflichen Urkunden angeführet werden. Wir behalten uns zwar vor, das mehrere bey der Abhandlung von Mönchenstein zu erzehlen, hier also mir zu berichten, was Mutteny insbesondere angehet. Conrad Mönch von Mönchenstein wäre mit Schulden beladen, und hat dahero neben andern seinen Gütern, mit Bewilligung seines Lehenherrn j Ertzhertzogs Sigmunds, auf Montag nach Sonntag Reminiscere im Jahre 1479. der Stadt Ba- ' sel die Burgstahl, vorder und nider Wartenberg, das Dorf Muttentz samt dem Kirchensatze, den > dortigen Dünkhof, Zinse und Zehnden, samt obern und nidern Gerichten, die Hard, und noch verschiedenes, welches hier zu beschreiben unnöhrig, verpfändet. Die Stadt Basel war- sogleich, Kraft difts Merkwürdigkeiten. rr dises Briefs in den Besitz diser Pfandschaft eingesetzet, in folgenden Zeiten aber, als im Jabre Isis., ihro solche vollkommen abgetreten, und den 16 Angstmonat i s i?. von Kaiser Maximilian als Ertzhertzogen von Oesterreich hierüber die Bestätigung erteilet; dise Güter von allem Lehenrechte frey gesprochen, und alle Ansprache auf ewig ohne Ausname abgethan. In disem Verkaufe ist auch des Kirchensatzes gedacht; Es ist aber zu wissen, daß schon in ältern Zeiten die Stadt Basel einen Leutpriester zu Muttentz zu erwählen, von den Vorfahren dises edlen Conrad Mönchen erlanget hatte; wie dann, da in dem Jahre 1474. durch den Tod Peters zum Luft, Domherrn zu Basel, die Pfarrey zu Muttentz ledig worden, Ulrich zum Luft sehr inständig gebeten hat, solche seinem Sohne Doctor Arnold zu leihen, welches auch beschehen. Wenn man der Rechnung der alten Zeitbücher trauen darf, so ist zu glauben, daß schon in der: ersten christlichen Jahrhunderten einiges Licht des Christentums in disen Gegenden aufgegangen, so daß in folgenden Zeiten der Rauracher bischöfliche Gewalt auch hier sich ausgebreitet habe. Die in disem Dorfe erbaute Kirche,welche mit einer Mauer, daran zween Türme, worunter die Eingänge f yn, umgeben, und also in feindlichen Anfällen zur Be- B z schützung SS Historische schützung dienen tonte, war samt der grösten im Turme Hangenden Glocke dem H. Arbogasten, ehemaligen Bischöfe zu Straßburg, geweihet. Der Turm war anfänglich nicht so hoch, und ward erst in dem Jahre iszo. um ein merkliches samt dem Helme erhöhet. Unten an der Ecke desselben ist ein Adler, so wie solchen die von Ep- tingen in ihrem Wappen führen, in Stein ausgehalten , welches vielleicht ein Zeichen, daß die Eptinger von Brattelen, oder aber diejenigen von Eptingen, welche iZ2s. von Hertzog Albrecht ein Teil von dem Mönchensteiner Lehen umgehabt, vormalen zu Aufführung djses Gebäudes einen Beytrag gethan haben. Ein altes Berainsbuch von gibt Nachricht von den Zinsen, welche zu Haltung der Frühemesse und anderer Kirchenübungen gewidmet waren; Es gedenket auch des Leutpriesters, darunter derjenige zu verstehen, welchem die Hirtenpflichte als erwähltem Priester oblag, und des Caplanen, welcher in eines andern Name der Kirche abwartete. Besonders aber ist die von Hans Dürring Mönch von Mönchenstein, Herrn zu Löwenberg, auf den Tag vor Lichtmeß 1444. beschehene Stiftung merkwürdig. Merkwürdigkeiten. 25 Diser edle Herr vergabte sehr viele in dem Stiftungsbriefe benamsete Einkünfte dem Prior und Convent der Geistlichen Bruder zum rohten Hallst, damit so wohl wöchentlich auf unser L. Frauen Altar zu Muttentz, als auch ftonfastenlich der Gottesdienst fleißig möchte gehalten werden. Die Kirche zu Muttentz hatte au disen Einkünften auch Anteil, und waren die Brüder zum rohten Hause verbunden, dein Leutpriester oder Kirchherrn zu Muttentz zu gewissen Zeiten einen Bruder die Messe singen zu helfen, hinzusenden. Aus diser und andern Urkunden erhellet, daß der Altar der Mutter GOttes vornemltch geweihex wäre; und Diser zu Ehren ist auch unter den Einwohnern des Dorfs eine besondere Brüderschaft gestiftet worden. Dise Layenbrüderschaft bestünde aus vielen Brüdern und Schwestern, welche ihre Pfleger rmd besondere Einkünfte hatten, dern Verwaltung bis i ^70. beybehalten, alsdann sämtliche Kirchen- güter dises Dorfs vereinet und zusamengestossen, und denen Pflegern diser Bruderschaft der Name der Kirchenpfleger, welche sie noch heue zu Tage tragen, beygeleget worden. ' Die Anregung, so in vorhergehendein von dem rohten Hause beschehen, erfordert, daß wir jetzt um etwas von dem Dorfe abweichen, um eine nähere Erkenntniß von discm Harrst zu erlangen. B 4 Unser 24 Historische Unser Baslerifche Geschichtschreiber redet also davon: „ Unter dem alten Schauenbnrg haben die „ Beginen ein klösterlich Leben gehabt, so vom „ rohten Hause ihre Wohnung dahin verändert, „ ist in dem Baurenkriege 1525. verwüstet worden; , „ dasselbigerohteHaus ligt zwischen Äugst und der „ Birs an dem Gestade des Rheins, erstlich eine „ Wohnung der Einstdler Pauliner Ordens. Bru- „ der HansMerspurger war iin Jahr 1461.Prior; „ ist hernach von den Beginen eingenommen wor- » den(-^). VerschiedeneUrkunden geben uns hiervon ein meh- reres Licht: Der oben angezogene Brief von 1444. zeiget, daß die edlen Mönchen dazumalen Schir- mer dises Klosters waren, welche demselben viel gutes erwiesen. Johannes Walch, dessen Prior, im Jahre 1591. war ein fürsichtiger Mann, der nicht gern einige Einkünfte verlieren wolte; denn als vorgemeldter Vergabungsbrief etwas verblichen war, ruhete er nicht, bis Haus Friedrich Mönch von Mönchenftein, des Stifters Enkel, denselben Wiederum erneuert hatte. Dises Clösterlein, welches anfänglich in dem > Walde (-i) Werner von Ribisheim Leutpriester zu St. Ulrich zu Basel, schenkte in dem Jahre i,8z. dasselbe dem Bruder Claus Bruuen Provincial dises Ordens, um alda ein cly- sterlichcs Leben und Gottshaus anzurichten. Merkwürdigkeiten. 2 s Walde erbauet war, ist aus einem Wohnplatze eines einzelen Einstdlers nachwerts der Aufenthalt vieler Waldbrüder worden/ welches zu Ehren der Mutter GOttes, aller GOtttsheiligen und St. Antonios und St. Paulus geweihet war. Es mag im Anfange wenige Güter besessen haben / doch erlangte es allgemach mehrere: Schon in dem Jahre 1448. hatte es etwasWaldungchenWert, (vermuhtlich des Rheins) und die Fifchentz, oder das Recht zu fischen, an steh gebracht, und brauchte die gute Vorsicht, sich viele Schirmer und Pfleger auszubitten,welche nicht wol änderst konnten, als daß sie sich desselben anne- men mußterr; Allein diser klösterlichen Staatsklug- heit vorzukommen, ward in dem Nahte zu Basel schon 14Z2. erkannt, daß ein Closter nur zween Pfleger von denRähten haben solte,welche in desClvsters Angelegenheiten austretten mußten. Ohngeacht dessen erwiese die Stadt Basel disen Paultnern viel gutes. Denn da dise Waldbrüder täglich in der Stadt Basel dein Bettel nachzogen, also daß sie dem vorhabenden Bau nicht genugsam abwarteten, so wur, de ihnen, um desto besser ihr Elösterlein auszuzie- reu, in dem Jahre 146z. ein offener Steuerbrief erteilet. Durch dise lind andere von der Stadt Basel empfangene Gutthaten wurde der Provinz- eial dises Ordens bey desselben Besuche bewogen, dem Nahte vollkommene Gewalt zu geben, dis B 5 Elöster- rs Historische Clösterlein zu regiren, wie solches aus einer alten Urkunde von 1471. erhellet; worauf denn Rudolf Schlierbach und Heinrich Meyer zu neuen Pflegern in gesessener Rahtsversamlung erwählet worden. Also lebten bist Religiösen in ihrer Einsamkeit mit Gütern und Beschützern begäbet, ruhig, pflegten so gar mit einem sich angeschaften Sigill, dessen Abriß auf dem Titulblatte steht, ihre etwan errichtende Verträge zu bekräftigen, bis ein ohnver- hoftes Unglück sie vollkommen aus ihrer Wohnung verjagte. Unsere Geschichtschreiber geben uns hiervon nicht die geringste Nachricht; wir glauben aber solche in derjenigen Bulle, welche Papst Julius der Zweyte den iO. Herbstmonats i; 12. dem Bürgermeister und Nahte der Stadt Basel gegeben, vollkommen entdeckt zu haben: In derselben sagt er deutlich , daß, da das in dem Mnttentzer Kirchenbann gelegene Closter, roht Haus genant, durch Feuers- noht dergestalten abgebrant, und in solche Ar- muht geratzten, daß niemand mehr da wohnen könne; er hiemit zugebe, daß von denen Besitzungen und Gütern des rohten Hauses, welche zu denen Einkünften des Siechenhauses zu St. Jakob geschlagen worden, kein geistlicher Zehuden noch Erstlinge sollen genommen werden. Auf 27 Merkwürdigkeiten. Auf die Überbleibseln dises abgebranten Gebäudes müssen also die Begiuen ihre Wohnung, all'' wo sie dennoch keinen festen Sitz fanden, erbauet, und darinnen ihren: Bettelorden, als welcher in den Städten nicht mehr geduldet ward, obgelegen haben. In dem Jahre ie 2 s. ertidten sie zwar von denen gegen die Stadt ziehenden aufrührischen Bauren sehr vieles Ungemach, warden geplündert und verjagt; sie müssen sich aber sogleich wieder in ihrer alten Wohnung eingesunden haben, Massen da die Kirchenreformation bald überhandgenommen, in dem Jahre 1526. den 29. Weinmonats erkant worden: Daß dis Schwesterhaus zu Obrigkeitlichen Handen genommen, samt dessen Geräht- schaften verkauft, und denen darinnen sich befundenen Schwestern aus dem erlösten Kanfschilling eine Aussteuer gereichet werden solle, welches auch also beschehen. Es ist also nicht leicht zu begreifen, auf was Meise dise Schwestern, wie Wnrsteisen behaubtet- naher Schauenburg gekommen seyn, Massen die ausgesteuerten vermuhtlich kein neues Closter in der Basier Bottmäßrgkeit haben ausrichten können,und das Beginenhaus zu Schauenburg schon im Jahre , s2s. zerstöhret worden; welches aber bey der Beschreibung vonBrattelen näher zu untersuchen stehet. Wir übergehen hier die Namen derjenigen Besitzer, welche dises Landgut smt 1526. umgehabt, und rz Historische und begnügen uns dem Leser den nunmaligen Eigentümer desselben namhaft zu machen, nemlich Herru RemigiNs Frey, desRahts, gewesener Haubtmann in Kaisers Diensten, welcher solches mit einem lauffcnden Brunnen, und auf andere Weise mehr geäufnet und verbessert hat. Wir verlassen aber dtse Gegend und wandern in dasjenigeTahhworinneu vermalen ein anderesWei- bercloster gestanden hat. Wursteisen sagt: „Zwischen „ Morgen und Mittag, in einem engen Tahle, „ stuhnde ein Clösterlein, Engentahl genant, der „ Schwestern von der dritten Regel St. Francis- „ cus, (nach den schriftlichen Urkunden solle es heissen St. Bernhards) welche mit Hilfe der „ edlen Mönchen dahin genistet, und in dem Jah- „ re 152z.von den Bauern vertrieben worden 0 ). Von disem Clösterlein sihet man ausser denen Vertief-und Erhöhungen des zerfallenen Gemäuers, welches mit Grase und Gestäude überwachsen, gar nichts mehr übrig. In derjenigen Landearte, welche der berühmte Georg Friedrich Meyer 1678. über den Muttentzer Bann verfertiget hat, zeigen sich noch sehr deutliche Überbleibseln dises in seinem Schütte nunmehr begrabenen Closters; Es seyn zwey Gebäude angedeutet : (e) Man setzet dessen erste Anlage auch schon in das Jahr 126-, gibt ihme zum Stifter einen Grafen ven Homburg und zu Ein» wvhnern Nonnen des Cistertienser Ordens. Merkwürdigkeiten. 29 deutet: Das nähere gegen das Dorf zeiget einen re- gelmäßigen mit einer Mauer umgebenen Viereck, welcher das Clofter ausmachte; das andere nahe darbey stehende Gebäude aber hat eine ungleiche Abteilung, und war vermuhtlich der zur Viehzucht gewidmete Ort. Es ist glaubwürdig, daß, weil dise Schwestern in dein Jahre 141i. aus der Stadt vertrieben worden , sie sich bey den Edlen des Lands einzuschlei- chen werden versuchet haben; und alsv kan wenigstens die mehrere Aufnahme difes Clösterleins ohngefehr in dise Zeit gefetzet werden. So lang es aufrecht gestanden , wissen wir nichts von seinem Schicksale, ausser daß in sehr alten Berainbüchern der Allment und der Güter den Schwestern im Engenthal gehörig, gedacht wird. Wie es ihnen aber zur Zeit der Reformation ergangen, zeiget eine den i. Tag Weinmonats des 1 sz 4. Jahrs gegebene Urkunde, darinnen Elsbeth Guglerin die Mutter, Agnes Weggery, Agnes Hübscher, und Sophia Wettery, die Schwestern des Schwesterhauses Engenthal ob Muttentz, St. Bernhard Ordens, mit Beystand ihrer Vögte vorstellen, wie sie aus christlichen Ursachen sich des abgesonderten klösterlichen Wesens, welches in H. Schrift gantz wenig gegründet sey, begeben, und in dem Name GOttes zu einem wahren Christenftande, den sie aus Un- wiffen- Historische Zo wissenheit verlassen, eintreten wollen, und dahero ihr Schwesterhaus mit allen vergabten Gütern dem Nahte zu Basel in bester Form Rechtens übergeben. Hierauf ward aus Hochobrigkeiilichem Befehl unter den Gottshauspftegern des Engentahls und St. Clären der mindern Stadt Basel, ein Vertrag den 2. Weinmonat gleichen Jahrs, also den Tag nach der Übergabe errichtet, und disen in den weltlichen Stande getretenen Schwestern ein reiches Leibgeding in Geld, Korn und Wein bestehend, an- gedunaen, anbey denenselben das Haus und Stöck- lein, so in dem Hintern Clostergarten zu St. Clara gelegen, und der dortigen Aebtißin vormalige Wohnung war, mit samt dem Garten diß und jenseit des Bachs, von der hölzernen Wände an, wie es dazu- malen unterschlagen gewesen bis an die grosse Küche, zur Wohnung eingegeben, allwo sie den Schleycr abgelegt, und die gewöhnliche Kleidung angezogen habeli. So wenig nun von dem ehemaligen Gebäude des Engentahls, dessen Gegend aufder ersten Kupf- ftrblatte, mit der Zahle 2. bemerket ist, übrig steht; so wenig Spuren findet man von demjenigen Lufthause /welches , wie unsere Baselcronick sagt, Hartmann Mönch, Bischof zu Basel, in dem Jahre 1426 Merkwürdigkeiten. zi 1406. in einer Matten erbauet , und Fröstheneck genant hat; so viel ist gewiß, daß zur Zeit des Bas- lcrischcn Concilium der damalige Baselische Bischof sich öfters alda aufgehalten habe, damit er von den Vielen Bewirtungen der Vater diser heiligen Ver- samlung verschonet bleiben möchte. Der einer gewisen Gegend zwischen dem Dorfe Muttentz und dem Birsstusse gelegener Wiesen, so wohl als der angränzenden Waldung, noch heutiges Tages gebliebene Name Fröscheneck, wie auch einige Stücke von altem Gemäuer, zeigen uns den Platz genugsam an, wo ehemals dises bischöfliche Landhaus gestanden habe; die sumpfichte Art des dasigen Bodens aber lässet nicht unwahrscheinlich vermuhten , daß besagtes Gebäude ein Weyer- haus müsse gewesen seyn; auf welche Gedanken uns der Name Fröscheneck auch selbst zu leiten scheinet, welcher keinem Gebäude mit besserm Fuge, als demjenigen kan beygeleget werden, welches in einem mit quackenden Fröschen wohlbevölkertenWeyer aufgeführet steht. Die in der ersten Kupferblatte mit z. bezeichnete Stelle zeiget die ehemalige Lage des Frofcheneckes. Ehe wir die Untersuchung der um Muttentz herum befindlichen Denkmale alter Gebäude beschließen, müssen wir billig annoch einer Merkwürdigkeit diser Art Meldung thun. An zr Historische An der von den Dorfe bis an den Birsfluß gebenden Krentzftrasse, stehen auf einer kleinen Anhöhe noch zwey in der ersten Kupferblatte mit der Zahl 4. bemerkte Bruchstücke von Säulen, welche in dem Durchschnitte 2 Schuhe 4 Zolle haben, und 9 und ein halben Schuhe von einander entfernet seyn. Weilen auch die Spur von einer dritten zu finden ist, so könnte man vielleicht glauben, daß die die Überbleibseln eines zerfallenen Hochgerichts seyn; Meine, wenn man bedenket, daß die Gränzen der schon ehemals zu dem Dorfe gehörigen Güter bis an die Birs, wie noch heut zu Tage, gegangen, und daß an dem Gestade derselben schon eilt Hochgericht stehe, auch in denen ältesten Berainsbüchern des Hochgerichts an der Hardt, hingegen aber einer Capelle bey den Neusätzen, oder neu angelegten Reben, gedacht werde, so muß man in Betrachtung, daß die Hardt vor Zeiten viel grösser gewesen, mithin sich fast bis an die nunmalige Schantze bey St. Jakob erstrebet, und der Ort diser Säulen gantz nahe an dem neu angelegten Rebgelände liege, zugeben, daß dises Gemäuer die Überbleibseln einer vormaligen Capelle seyn; zu disem komt, daß man allhier einen gepflasterten Boden findet, und die alten Einwohner dises Dorfs sich noch wohl zu erinnern wissen, daß mehr Gemäuer allhier gestanden, auch unter dem gepflasterten Boden ehemalen ein Gewölbe gesunden worden ist; hierzu Merkwürdigkeiten. zz Hierzu kömmt überdis, daß sich da eine Wegscheide findet, allwo gemeiniglich die Capellen pflegten hingesetzet zu werden. Wir kommen nunmehr mit unserer Beschreibung zu dem Dorfe selbst, welches auf einer fruchtbaren Ebne an dem Fusse des Wartenberges angebauet ist, gegen Morgen, Nidergang und Mitternacht aber ein ungleich offenes Felde hat. Seit der in der Kirche eingeführten Reformation seyn dessen Einwohnern zu Seelenhirten und Predigern nachfolgende gegeben worden: In dem Kirchenbuche ist N. Heinrich Schön in dem Jahre i s zo. als der erste aufgezeichnet. Da aber in andern Schriften desselben auch in dem Jahre 1520. gedacht wird, so ist zu muhtmas- sen, daß er vor der Reformation schon diser Gemeinde vorgestanden. Und da er dieselbe auch angenommen , in dem gleichen Amte verblieben sey. iszr. iVk. Balthasar Vögelin. 1554. Johannes Groll, vormaliger Prediger zu Kilchberg. 1560. N. Jakob Meyer, ward Pfarrer bey St. Alban. rz§s. ük. Johannes Hospinianus. C Historische 1576. 51 . Conrad Holtzinger, vormaliger Prediger zu Langeubruck. is97. 51 . Philipp Vetterlin, vormaliger Prediger zu Brctzweil. 1607. 51 . Ezechiel Falkeisen, ward Pfarrer im Spittahl. 1618. 51 . Friedrich Koch genant Eßig, vormaliger Prediger zu Möuchenstein, kam von Muttentz auf Tennicken. 1629. 51 . Samuel Keßler, ward Helfer in der mindern Stadt. i6zo. 51 . Emanuel Ull. 1648. 51 . Joh. RudolfParcus, kam nach- er Leuffelsingen. 1657. 51 . Marx Keller, kam von Leuffel- fingen hieher. 1667. 51 . Theodor Beck. 167z. 51 . Johann Bauhin, ward nach- Werts Pfarrer bey St. Elifabethen. i§89. 51 . Joh. Rudolf Hofmaun. 171z. 51 . Joh. Rudolf Baßler. 1721. 51 . Friedrich Merian, nachwerts Prediger zu Rümlingen, und vewnus des Wallenburger und Homburger Capi- tuls. 1726. 51 . Beuedickt Socin. 1738. 51 . Ich. Ulrich Thurneysen, vormaliger Prediger zu Ariftorf. 1747. x Merkwürdigkeiten. zs r 747. Herr III. Hieronymus Anuone, welcher mit vielem Eifer und unverdrossener Arbeit das Heil seiner anvertrauten Gemeinde befördert. Wir wurden uns einer sträflichen Saumfeligkeit schuldig machen, wenn wir des ehemals zu Mut- tentz gestandenen Dünkhofes keine Meldung thun sollen. Obwohlen zwar der eigentliche Ort desselben heutiges Tages nicht leichtlich kan bestimmet werden , so wissen wir doch, daß von difcm Dünk- hofe der Rechtszug an die in der Domprobstey zu Bafel befindliche Leimenstegen konnte vorgenommen werden. Die Rechte des Dünkhofes bestunden aber meistenteils in verschiedenen mit dem Feldflech- enhause bey St. Jakob gehabten Verträgen, von welchen die annoch heut zu Tage beobachtete Gewohnheit, nach welcher an die Feldknaben von Mut- tentz ein bestimmtes in Brod und Käse abgegeben wird,herzuleiten ist.DasFrohnrecht aber, welches einigermassen auch zu dem Dünckhofe gehörete, ward ehemals von den Freülern zu Basel besessen; kam aber samt den übrigen Gerechtigkeiten erstlich Pfandsweise und nachwerts käuflich an die Stadt ^Basel. Übrigens muß dises Dorf mit Recht für einen C s wohl- Historische Z6 wohlaugebantenOrt, worinnen keine Strohhütte sich findet, und in welchem eine zahlreiche Bürgerschaft anzutreffen ist, gehalten werden. Das auf den Wiesen sowol als in dem Gebürge und in denen Waldungen häufig weidende Vieh von allen Gattungen ist ein klares Bcweistunnn, daß der Landmann allhier die Viehzucht mit vieler Sorgfalt und gutem Fortgange besorge. Das Land gibt genug Korn für seine Einwohner; an Wein haben sie einen Überfluß, und sammeln weit mehr Futter für das Vieh, als zu dem Unterhalte des ihrigen nichtig ist. Die Lage des Dorfes ist sehr angenem und schön, und wenn sie gleich von dem öfter» Ost-' und rauhen Nordwinde bcstrichen wird, so bedecken sie hingegen die Berge von den ungesunden Mittagswinden gäntzlich. Dahero auch die besten Obsbäume, wormit dise Gegend reichlich besetzet ist, absonderlich die ange- nemsten Birnen- und Apfelbäume, meisteus in den Tählern gepflanzet stehen., allwo die harte Luft die zarte Blühte nicht beschädigen, noch die vollkommene Reiffe der Früchte verhindern kan. Dise günstige Lage befördert allhier insonderheit das Wachstum der Kirschen und Zwetschen, davon die Ein- Merkwürdigkeiten. z? Einwohner alljährlich eine erstaunliche Menge zu Markte tragen, und sich dardurch eiu reichliches Einkommen verschaffen. Ein aus den Bergen gesammeltes Bächleiu von gesundem Brunnwasser, welches über dein Dorfe einen Weier oder Wasserhalter anfüllet, und an welchem im Jahre r62z. eine Mahlmühle hat sollen ausgerichtet werden, die aber nicht zum Stande kam, durchfliesset dasselbe der Länge nach, und bewässert hernach die darunter ligenden Wiesen; die übrigen bessern Brunnquellen aber geben Sechs hin und wieder in dem Dorfe aufgestellte laufende Brunnen; also daß, obschon kein Wasser die Wiesen zu durchwässern in Überflüsse vorhanden ist, man dennoch zu dem täglichen Gebrauche der Menschen und des Viehes damit wohl vergnüge seyn und auskommen kan. Nun seyn auch die Waldungen zu beschreiben übrig : Der Wartenberg sitzet mit seinem Kopfe gegen Morgen, denn lenken sich die Waldungen hinter dem Dorfe herum, gegen Mittag und Abend bis an den Birsfluß bey Mönchenstein. Der Wartenberg ist mit Buchen; dieLachhal- de, so sich gcgeniMittag kehret, mit Gesträuche; C z Ober- - Historische Z8 Ober und nider Zinkenbrunn mit Eichen; Rohteis mit Buchen; Sultz, so ein hoher Berg mit 2 Köpflein, mit Buche«/ allwo die sogenannteWaldftege/ so ein Wege in das Holz ist/ bewachsen; Unterstrich; Langenstrick; Engentahls Köpflein, ist mit gleichem Holze bewachsen; Die Lachen; Die Eselhalden; Die Rütenen; Der Geißspiel/ im Jahre 1478. Gänsspiet genannt / vielleicht von der Weide der Gänse / welche in den alten Zeiten in grosser Anzahl von den Einwohnern diser Gegenden gehalten worden. Kirchenholtz und Rütinhard seyn sämtlich Eichwälder ; daher« auch bey fruchtbarer Eichellese eine grosse Menge Schweine in disem Dorfe gemästet/ und viele derselben an aridere Orte verkaufet werden. Nun i Merkwürdigkeiten. 39 Nun kommen wir auf die Geschichte, welche sich in oder bey disem Dorfe zugetragen Haber», und bemerken erstlich überhaubt, daß die Ktrchweihen, welche nach eingeführter besserer Kirchenzucht abgeschaffet worden, allhier ehemalen mit vieler Lustbarkeit begangen worden, auch öfter« Anlas zu vielen Händeln und Streitigkeiten gegeben Haber:; wie denn im Jahre 141z. da ein Bürger von Basel bey einer solchen tödtlich verwundet worden, und darauf gestorben, die Stadt die schwären auf das schärfste wolte gestrafet wissen; und ohngeacht daß difes Dorf noch nicht unter ihrer Botmäßigkeit war, dennoch , vielleicht kraft eines Pfands oder andern Rechtens, das Urteil sechsten in gesessenem Nahte gesprochen, und auf vieles Verbitten, desLulios der hohen Stift, welcher vermuhtlich zugleich die Pfrund Muttentz dazumalen muß gehabt haben, sich darmit begnüget, daß die Thäter ein ewiges Licht urrd viele Kerzen in derjenigen Kirche, allwo der Erschlagene zu Bafel begraben worden, in ihren Kosten unterhalten müssen. Übrigens kan angemerket werden, daß zu diser Zeit die nächst angelegene Einwohner der Dörfer ander Birse, meistenteils in Sommerszeiten auf derselben trockenen Inseln oderWerdten zusamen kamen, allda ihre Lustbarkeiten und Leibsübun- C 4 gen 4« Historische gen zu hatten, also daß sie Hütten aufschlugen, assen und tranken , bis solches durch ein Obrigkeitliches Verbot aufgehoben ward. Die Geschichtschreiber erzehlen uns, daß diejenige Zusamenkunst, welche zwischen Kaiser Con- rad, Heinrich des Zweyten Nachfolger, und König Rudolf in Burgund in dein Jahre 1 oz 2 .be- schehen, bey Muttentz vorgegangen sey, allwo dise Herren in offenem Felde sich vereinbaret, und nach- werts irr der Stadt Basel sich vollkommen wegen dem Königreiche Burgund verglichen haben. Ein sogenanntes (Hierum vom Jahre i z?8. oder Vcrzeichniß derjenigen, welche in das allhiesige Bürgerrecht aufgenommen worden, gibt uns nachfolgende Geschichte an die Hand: Daß als man etliche Wochen vor Johannestage dises Jahrs für das Schloß Wildenstein gezogen, unter dem Bürgermeistertumme Johann PulianL von Eptingen des Ritters, verschiedenen Personen, da man nahe an Muttentz kam, das Bürgerrecht erteilet worden sey. Es warden mit diser Ehre wohl Zoo Männer, deren Geschlechter heut zu Tage meistens ohnbekannt seyn,begäbet; unter denen aber/deren Nanu bis auf unsere Zeiten fortgepflanzet wor- 4l Merkwürdigkeiten. und deren Nachkommende annoch in blühendem Stande sich befinden, ward Hans Falkner ge- zehlet. Es verdienet allhier allervordersi angemerket zu werden , daß in selbigen Zeiten die Stadt mit vielen Einwohnern, die keine Bürger waren besetzt gewesen sey. Dazumal hielte man für die ruhmwür- digsteArtdas Bürgerrecht zu erwerben, wenn einer in denen kriegerischen Auszügen seine Tapferkeit zu erkennen gab, und Proben des Eifers in Gegenwart seiner Mitbuhler und der schon angenommenen Bürger ablegte. Mit welchen Feyerlichkeiten solches beschehen sey, ereignet sich vielleicht zu einer andern Zeit Anlas zu untersuchen; überhaubt muß man wissen, daß solches teils in derStadt, teils aufdemFelde, gemeiniglich nach erhaltenem Siege beschah; Doch gab es auch Fälle, da Bürger angenommen worden, ohn- geacht keine Schlacht gehalten, dennoch die Mannschaft M ihre Begihrde zum Streit zu erweisen, schon in dem Felde stuhnde, der Feind aber allbereit durch die Verbündten gedemühtiget wäre. JnSge- meine ist erwiesen, daß gleichwie nach glücklich erlangtem Siege die, welche wegen ihren vortreflichen Tahten vordem ganzen Kriegsheere zu Rittern ge- E 5 schlagen 42 Historische schlagen, also auch die Bürger auf ohngefehr gleiche Weise vor dem Kriegsheere als würdige Glieder des Staats öffentlich ausgeruffen worden. Nur fragt sich, da man von besagtem Auszuge nacher Wtldenstein keine Spuren sonsten findet, aus welchem Anläse solcher eigentlich beschehen sey ? Hierüber wollen wir unsere Gedanken eröfnen: Die Edelleute der Stadt Basel lebten in dem Jahre 1377. mit denen übrigen Bürgern der Stadt in einigem Streite; der gleiche Ritter Puliant von Eptingen, dessen oben gedacht wird, wäre unter deren Anzahl, sie vereinten sich aber wiederum sehr genau; Und dieweil der damalige BischofJohannes äö Vienn3 ein kriegerischer ohnruhiger Herr war, welcher alle Streitigkeiten mit dem Degen entscheiden wolle, auch einige Bürger von Basel von dessen Kriegsleuten beschädiget worden, ergriffe die Stadt die Partey seiner Feinde, namen mit Hilfe der Verbündten viele Schlösser ein; und kan also gar leicht auch dazumahlen derZug aufWtldenstein, welches die Partey des Bischofs gehalten, vorgenommen worden seyn. In dem Jahre izsz. an dem Sonntage nach St. Martins Tag ward die unvermuhtete Botschaft Merkwürdigkeiten. 4z schüft naher Basel gebracht/ daß einige Edelleute mit vieler Mannschaft das Dorf Muttentz feindlich angefallen / viele Verwüstung darum angerichtet/ auch zoo Mann derselben zu Pferde auf das Felde sich hinaus gezogen hätten; Alsobald ward in der Sradt / weilen sie und die ihrigen viele Pfandfchaften in difem Dorfe hatten / der Aus- zug mit bewafneter Hände gutbefunden, solcher vorgenommen / die Feinde verjaget / und die gestörte Ruhe hergestellet. Ohngeachtet nun difer Kriegszuge / nach der Gewohnheit damaliger Zeiten / sich bald wiederum geendiget hat / so muß man dennoch au der Anzahl derjenigen/ so dazumalen das Bürgerrecht verdienet, abnemen, daß der Feind zahlreich und mächtig gewesen sey , müssen 491 Personen aus der grossen Stadt, und 96 aus der mindern, bey disem Anläse eine so edle Belohnung empfangen haben. Da in dem 1444. Jahre die so sehr berühmte Schlacht bey St. Jakob geschehen, in welcher wenige Schweißer wider die fürchterlicheMacht des Delphins , Carls des VII. Sohns, so rühmlich gestritten , waren unter der Anführung des Herrn von Dammartin viele tausend Mann der sogenannten 44 Historische armen Jacken naher MutLentz verlegt, welche aber von denen von Farnsberg herabkommendenSchwei- tzern zurück getrieben worden / also daß dise weichender! Soldaten, wie aus denen Schriften, so hierüber vorhanden, zu ersehen, aus Wuht und Raache dises Dorf vollkommen ausgeplündert, und die auf der Strasse angetroffene und mit Kaufinannsgütern beladene Lastwägen weggenommen haben. Hatte nun das in der Schlachte bey St. Jakob gebrauchte grobe Geschütz dise ganze Gegend mit Schrecken erfüllet, so war hingegen der Knall von denen Zwo Feldschlangen, welche den i<§. Brach- monats > 44s. nahe an der Strasse bey Muttentz aufgeführet worden, sehr erfreulich, als des in dem Concilio zu Basel erwählten Papsts Felix,des Fünften Tochter. Margaretha von Savoyen, mit zoo Pferden und 1602Mann zu Fusse von Baselaus eingeholet ward; welche letztere Begebenheit bey Wursteisen aufgezeichnet zu finden. In dem Jahre 1447. fielen die Edlen von Falkenstein , wie Johannes Groß schreibet, feindlich in Muttentz ein, und führten etliche Einwohner, wegen der mit denen edlen Mönchen von Löwen- berg habenden Streitigkeiten hinweg. Merkwürdigkeiten. 45 In den Jahren 1526. bis isZ2. erregte in disem Dorfe , wie in vielen andern, die aus Anlas der Reformation von den Untertahnen gesuchte ohngegründece Freyheit viele Unruhen / die aber bald wiederum ihre vollkommene Endschaft erreichten. Das Jahr 1605. ist zu Bafel merkwürdig, wegen dem grosser: Zielschiessen mit Feuerrohren auf der Schützenmatte, worzu nebst denen Eids- genossen auch Fürsten urrd Herren zur Belustigung eingeladen worden. Damit nun alles in guter Ordnung zugehen möchte, ward nebst vielen aufgeschlagener: Zelten eine besondere Schreibstube erbauet, auf daß unter gewisser Aufsicht sowohl die Beylagen, oder der sogenannte Doppel, richtig möchte aufgeschrieben, als auch die Schüsse in . Ordnung aufgezeichnet werden. Die Einwohner von Muttentz wußten sich dise Gelegenheit wohl zu Nutze zu machen, kehreten den 16. Heumonats, nach geendigtem Schießen, vor E. E. Raht, stellten ihren Gehorsam in den kriegerischen Übungen und dem Zielschiessen untertänigst vor, mit Bitte: ihnen, weilen sie kein Schützenhaus hätten, und bey ungütlicher Witterung nicht wohl fort» kommen könnten, dise Schreibhütte zu überlassen; worinnen ihnen gnädige Willfahr erzeiget ward. Hierauf 46 Historische Hierauf ward bist Schreibstube abgebrochen, na- chcrMuttentz gebracht, und allda wiederum aufgerichtet , allwo sie bis auf den heutigen Tage stehet, lind anstatt eines Schützenhauses dienet. Da wir nun keine besondere, das DorfMuttentz betreffende Geschichte mehr anzuführen haben, so bemerken wir annoch, daß so oft unsere Nachbarschaft mit Kriegsvölkern überzogen, und unsere vaterländischen Gräntzen mit der getreuen Mannschaft der Eidsgenoßischen Zuzugsvölker besetzet worden, das DorfMuttentz, als ein der Stadt und der Schanze bey St. Jakob nahe gelegener Ort, starke Einquartirungen hatte, und gemeiniglich die Herren Zuzüger von Hochlöbl. Orten Zürich oder Bern dahin verlegt worden. Vielleicht erwartet der Leser, daß wir hier annoch von dem Birsfelde, und von der an dem rechten Ufer des Birsflusses, gerade gegen St. Jakob hinüber, gelegenen Schanze, als welche auf dem zu Muttentz gehörigen Boden angeleget ist, reden werden. Meine, da wir das erstere mit Bedachte in eine folgende Abhandlung verschieben, dise Schanze aber von keiner grossen Erheblichkeit ist, und nur bey sich Zeigenden gefährlichen Läustett mit einiger Mannschaft besetzet wird, so haben wir 47 Merkwürdigkeiten. nicht viel merkwürdiges von ihrem Schicksale zu berichten. Sie ward in dem Jahre 1678. zu der Zeit/ ale Rheinfelden belagert war, und bey Hü- ningen eine Französische Armee gesammelt worden, auf Gutbefinden der Eidsgenoßischen Herren Kriegsrähte, welche daznmalen mit 5400 Mann Zuzugsvölkern allhiesige Gränzen bewache- ten, nebst einigen Linien aufgeworfen, und in dem Jahre 1689. kraft des auf einer Eidsgenoßischen Tagleiftung zu Baden genommenen Entschlusses, von Herrn Hanbtmann zur Kandten, aus Freyburg, und Herrn Geörg Friedrich Meyer von Basel, beyden Ingenieurs , in denjenigen wehrbaren Stand gesetzet, in welchem sie sich nunmehro befindet. Vor wenig Jahren war sie der Vorwurf einer Kriegsübung in Friedenszeiten. Denn nachdem sich eine Freycompagnie junger Bafelischer Mannschaft zufamen gethan, welche sich mit vieler Geschicklichkeit in den Wafen geübet, so hat dieselbe in dem Jahre 174^. sich auch vorgenommen eine Belagerung vorzustellen. Die Schanze bey St. Jakob ward zu der Ausführung dises Vorhabens ausersehen. Man teilete sich den iz. Brachmonats obgedachten Jahres in zween Haufen, dern der eine sich in der Schanze, zu Beriet- 48 Historische Merkwürdigkeiten. teidigung derselben, fest setzete, der andere aber die Belagerung vornam. Das Feuer der Belagerten und der Belagerer war lebhaft, und zeugete von der Fertigkeit beyder Teile, bis endlich die Übergabe des Platzes erfolgete, und die unter dem Zuschauen einer grossen Menge Volkes geschehene Belagerung ihre Endschaft erreichte. Natur- Natürliche Werkwürdigkeiten. Von den Bäumen,Stauden ».Kräutern des Muttentzer Berges. ^Enn eines jeden Landes Merkwürdigkeiten und Seltenheiten in Ansehung des dreyfachen Naturreiches, wie auch der Luft und Winde mit ihren vielfältigen Abänderungen durch Kälte und Wärme, Schwäre und Leichtigkeit, Trockne und Feuchtig- D keit 5o Natürliche keit von Thau , Regen 'Schnee, Risel, Hagel, Ausdünstungen / Entzündungen / und anders mehr, genau beschrieben wären; Wenn sich auch alSdenn die Einwohner bemüheten solche Naturschätze und Merkwürdigkeiten in allgemeinen und besondern Nutzen zuziehen ; so würden ihnen daher unendliche Vorteile und LebenSbequemlichkeiten zuwachsen, darunter man auch gar wohl mancherley Arten der Gemühtsbelustigung und Freude verstehen kan. Denn gleichwie die Naturkunde überhaupt einen übcrausgrossen Nutzen in dem menschlichen Leben hat; also muß die Erforschung und Beschreibung der natürlichen Seltenheiten einer jeden Gegend, als ein grosser Teil derselben, inS besondere viel zu bemeldtem Nutzen beytragen. Die Erkänntniß der Natur bestätiget den Menschen in der Erkenntniß GOtteS, und muntert ihn zum Lobe und zur Verherrlichung des allmächtigen Schöpfers und Erhalters aller Dinge auf; Neben dem gewähret sie ihm auch die Herrschaft über die Creaturen. (/) Weil aber nicht ein jeder Mensch vermögend ist durch eigene Aufmerksamkeit und Erfahrung zu einer hinlänglichen Kenntniß der natürlichen Merk- würdtg- (/) S. Hm. Pros. Wolfens Vorrede in L. Mil. Thüm, migs Versuche einer gr. Erläuter. der merkn». Begebenh. in Merkwürdigkeiten. ;r Würdigkeiten und Begebenheiten eines jeden Landes und der daraus fließenden Vorteile zu gelangen; so haben sich fast zu allen Zeiten gelehrte und erfahrne Naturkündiger gefunden, welche dergleichen Untersuchungen vielfältig anstellten, und solche hernach zu gemeinem Besten durch dm Druck bekannt machten. Könige und Fürsten sechsten haben zu Verschiedenen Zeiten den Nutzen und die- Vorteile, welche aus denselben entstehen, eingesehen , und zu dem Ende geschickte Männer mit grossem Aufwande reisen, und dergleichen natürliche Länderbeschreibungen vollenden lassen. Der grosse Alexander ließ in diser Absicht dem griechischen Weltweisen Aristoteles eine gewisse Summe Geldes anweisen, eine Histori der Tiere auszufertigen. Eben so soll auch König Carol der erste in Engelland dem berühmten Naturforscher Harväus zu gleichem Zwecke viel Geld gegeben haben. Wir könnten auch gar leicht eine Menge solcher Natur- beschreiber neuerer Zeiten anführen, wenn es nichtig wäre; wir wollen aber dismal in unserm Vaterlands bleiben , und nur allein des sel. Dort. Scheuchzers gedenken: Wieviele nützliche Entdeckungen , wie viele belustigende Erzehlungen hat nicht dieser vortrefliche Zürichische Naturkündiger durch seine Naturgeschichte des Schweitzerlandes bekannt gemacht? wodurch er sowohl als durch D r seine 52 Natürliche seine übrigen gelehrten Werke und Schriften seinen Namen verewiget hat. In bemeldten Schriften seyn zwar schon viele Wasser, Brünne, Versteinerungen und anders mehr aus der Landschaft Basel beschrieben, auf die wir auch hin und wieder in unsern Versuchen, wo es nichtig seyn wird, uns beziehen werden. Dessen ungeachtet aber können wir auch an behörigen Orten dasjenige von Pflanzen oder Kräutern, Versteinerungen und anderm, zumischen, so in gedachten Naturgeschichten nicht angebracht worden; oder auch über die schon bemeldten Gegenden noch andere anzeigen, wo wir selbige gefunden haben. Hr. Professor Bürget von Welfchneuenburg hat in seinem zu Paris 1742. in französicher Sprache gedruckten Tractat auch viele Orte unserer Landschaft benennet, allwo versteinerte Muscheln anzutrefen seyn. Wir Haber, aber noch an andern Orten mehr gesehen, die wir zu seiner Zeit anführen können. In den Samlungen von Na- turseltenheiten Hrn. Pros. Scheuchzers zu Zürich; Hrn. Dr. Langen zu Lucern; Hrn. Pros. Bur- gets zu Welfchneuenburg, und andern mehr, sthet man viele schöne und seltene Stücke, die in unserer Landschaft Basel hin und wieder seyn entdecket worden. Wir wenden uns aber jtzo in diftm zweyten Abschnitte zu denen Blumen und Kräutern, die in dem Muttentzer Gefilde und auf den dabey Wenden Merkwürdigkeiten. sz den Bergen wachsen. Allhier ist unsere Absicht zwar nicht, alle und jede Kräuter zu benennen, die bey uns aller Orten aufden Wiesen, Feldern, und in den Wäldern gemein seyn; sondern vor- nemlich nur diejenigen, so etwas seltener, oder doch meistens nur aufGebirgen, und in unserer Landschaft bey Muttentz, hervorkommen. Wir haben in dem vorhergehenden den Muttentzer Berg in Ansehung der Altertümmer, der angenemen Lage und Aussicht, betrachtet; nun können wir auch desselben Blumen- und Kräuterschmuck in Augenschein nemen: Da bemerket man überhaubt, daß der Muttentzer - oder Wartenberg in Ansehen anderer unserer Gebirge an Blumen und Kräutern, die eben nicht aller Orten gesehen werden, sehr reich sey. Gleichwie allhier die Schweitzergebir- ge und Alpen allmählich einen Anfang nemen, also zeigen sich auch schon auf dem Wartenberge verschiedene Alpenkräuter, die nicht nur zum Teile auf andern Schweitzerbergen, sondern, welches sehr merkwürdig ist, auch auf den Alpen der entlegensten Länder in Schweden, Lappland, und anderswo , gefunden werden. Der berühmte Kräuterkenner Caspar Bauhin hat vormals schon ein besonderes Verzeichniß der Kräuter des Muttentzer Berges angefangen; es seyn aber darum nur die Bäume und Staudengewächse enthalten. Diese D Z Beschrei- 54 Natürliche Beschreibung befindet fich in einem Teile von Briefen unter den Zwingerischen lVlanulcripten. Will sich nun jemand von dem Muttentzer Berge und dessen Nebenanhöhen, einen Blumen- und Kräu- terstraus brechen / so kan er aus folgendem Verzeichnis nach Lust und Wohlgefallen wählen, die ihm nützlich oder angenem seyn. Wir haben hier nicht für nöhtig erachtet neben den deutschen Artnamen mehr lateinische, als die aus des Laspari Lauliini kinace und kroclromo l'beatri botanici, Lalil. 1674. 2671. 4to. Uttd aus den Inüitutioni- dv8^ei kerbariX ^olepb. kitton lournekort. ka- ri 5 . 1700. III. Voll. 4to. zuweilen auch aus des ^ob. Laulnni Hittoria klantar. universal. Lbroän- ni, i6so. III. Voll. kol. beyzusetzen. Ein Liebha- ^ ber der Blumen und Kräuter kan in den alten und neuen botanischen Schriften nach Belieben ein mehrers nachschlagen. Mit diesen haben wir auch « der in der Arzneykunst gebräuchlichen Kräuter Kräfte und Würkungen kürzlich angemerket. 1. Weitser Bergahorn, ^cer montanum, can- 7 llillmn. L. L. k. 4ZO. 1 .6l s. blühet imMay- en. 2. Gelbe Wolfswurz. lVconitum lycoclonum, luteum. L. L- k. I8z. 1. 424. ist ein giftig Kraut / so im Brach- und HeumonaGwischen r. dem Gesträuche des Wartenbergs blühet. z. Juden- Merkwürdigkeiten. yf Judenkirschen. ülkel^enZi. oüic. 1 . Isi. 8oIa, num velicsriuin. L. 8. ?. 166. blühet im Brachmonat , in den Bergreben. Die Beeren werden wider den Stein und Geschwiere der Nieren und Harnblase in Zeltlein, destill: Wasser und auf andere Art gebrauchet. 4. Breitblättiger Waldknoblauch, Bärenknob- lauch, Gerinsel, Ramsern. ^Uium lylvettre, latlt'oiium. L. 8. k. 74. 1 . Z8Z. Wenn die Kühe viel davon fressen, gerinnet die Milch gerne, bringt auch der Butter und dem Käse einen unangenemen Geruch und Geschmack; blühet im Mayen. s. Kreutzbeer. I.onic. ^IliU 8 ni§rL, poI^carp08. L. 8 . k. 428- blühet im Mayen. 6. Faulbaum, Leüsbaum, Zapfenholz. ^Inv8 ni§rs, bgLcilers. L. 8. k. 1 . c. krsnZula. 1 . 612. blühet im Mayen. 7. Niedrig Bergkleb kraut mit breiten Blättern. ^sperula live Kubeols montsna, oclora. L. 8. k. ZZ4. ^parine latikolm, liumilior, mon- 13 N 21 . 114. blühet im Mayen und Lrach- monat am Berge. r. Haselwurz, ^lsrum. e. 8. ?. 197. 1 501. D 4 blühet 56 Natürliche blühet schon im Merzen im Bergwalde. Die gepülverte Wurzel auf einQuintlein in Brühen oder Wasser eingenommen, macht erbrechen. 9 . Schwalbenwurz. AlLlepi38 llore albo. L. 8. k. ZOZ 1 .9Z. blühet im Mayen auf dem Berge. Die Wurzel innerlich gebraucht, wärmet milde, widerstehet dem Gifte, und treibet den Harn rc. 10. Bergfternkraut mit glatten Weidenblättern und gelben Blumen. Ü.Ker montclnus, luteug, 8zlicl8 glgbro folio. L. 8, k. 266. 1. 48 Z. blühet im Augstmonat. 11 . Bergtäschelkrant, Hirtentasche - oder Seckel- kraut. 8ur6l x>3ltori8 montane, LlobulZrigs tolio. D 2l6. Iblaspi alpinum, 8elliäi8 cos- rulen lolio. L. 8. ?. .106. blühet im Mayen. 12 . Grosse Glockenblumen mit Pfersichbaumblät- tern. 8apunculu8 per6cilo1iu8, magno bore. L. 8 . 8. 9Z. OampgnulL kerÜLN lolio. Dur. - blühet im Heumonat aufden Bergwiesen, und wird zuweilen wunderförmig gefunden. Si- he Theod. Zwingers Kräuterbuch neueste Auflage. x. 4 s 8. iz. Wil- Merkwürdigkeiten. 57 i z. Wilder Petersilg, Ackerpeterlein, Kletteupe- terlein, Ackerkletten. Lauca 1 i 8 3rvenl'i8) ecki- nst3, pgrvollore iLlruciu. L. L. ?. ls2.1- Z2Z. blühet im Heumonat bey den Bergreben. Innerlich gebraucht reiniget das Geblüt, treibet den Harn / und eröfnet die Verstopfungen. 14. Wilder, purpurfärbiger Gebirglattich. Lbon- ärilla 8onclii lolio, llore pulpuräsLente, mZ- jor, L minor, 1.47s. lacluoL montana. purpureo-cosruleZ, mZjor. L. L. ?. 12z. blühet im Brachmonat im schattigen Bergge- sträuche. Is. St. Christöfelskraut. LIiriliopboriznÄ vul§3- ris , nokras, racemola, L ramobä. 1. 299. ^conitum r^cemolum, 3n Llioü. 0. L. k. I8Z. blühet im Mayen. r6 Wilder Sperberbaum. LratTZus, kolio igci- niato. 1 . 6ZZ. lVlespilus llpii lolio, lilve- llri8, non lpmoiü. s. 8orbv8 torminLliL- L. L. k. 4sH. und 17. Wilder Sperberbaum mit runden gekerbten Blättern. ü.lm elligis, IgNÄto lolio, mujor. L. L. k. 4s 2. LrgtXZus lolio lubrotunäo, serrato, üidw8 inc3oo. 1 . 6ZZ. blühen NN Mayen auf dem Berge. D s 18. Gebirg- s? Natürliche i8 Gebirgerdepheu, Gundelreben, Gunderman. lleclers terreltri8- montang. L. 8. ?. ZQ6. blühet im Sommer, und hat mit der gemeinen Art gleiche Kraft und Wirkung. iy. Gemein Zahnkraut mit weichen Blättern. Dentana pentgpb)'IIo8, toliiz inollioribus. L. 8. 8. Z 22 . 1 . 22 s. 20. - - - mit rauhen Blättern, kolüs zlperis. L. 8. 8. 1?. IoL. cit. 21. Siebenblättig Zahnkraut, ventar. Iiepk^- pbsllos. L. 8. 8. 8. IoL. cit. blühet im Mayen. 22. Gelbe Fingerhutblume, grosse gelbe Wald- glöcklein. Digitalis lutea, magno bore. L. 8. 8. 244. 1. 16s. blühet im Heumonat. rZ. Wiesenschaftheu mit längsten Stängeln. 8gui- tetum pratenbe, Ion§i6imi8 beri«. L. 8. 8. 16. wächset auf den feuchten Wiesen. 24. Schaflinse mit Scorpionskrautsschötgen. Lo- lutes lilic^uos», üve 8Lorpioicle8 major. L. 8. 8. Z97- 8mcru8 LXsZIp. L. 650. blühet im Mayen auf dem Berge gegen Mönchenstein. 2s. Hariger weisser Hederich mit uneingeschnitte- nen Blättern. Lrxümo Ümi1is,8irsuta, HON I3cini3- 59 Merkwürdigkeiten. -> ciniata alba. L. 8. ?. ioc>. proär. 42 .'blühet im Mayen an dem Schlaffe Wartcnberg. 25. Deutsch Roßeisenkrallt mit den Schötgen altf den Wipfeln der Stengel, berrum eciuinuiw, AermaniLum, 6tigui8 in lummitate. L. 8. ?. Z49. 1. 4QO. blühet imMayen anfdemBerge. 27. Rohter Steinbrech. kilipenäula vulZaris, an Nolon ?Iinii? L. 8. ?. 16^. ^ 29z. wird auf den Bergwiesen gegen Mönchenstein ge- fimden, und in der Arzney gebraucht zu Verdünnern, den Harn zu treiben, die Blähungen, den weißen Fluß der Weiber, und die goldenen Adern zu vertreiben. 28. Kleine, weißlichte Hutschwämgen. Lmanits. parva, Zalericulata, alba. Dill. Lat. werden im Herbstmonat gegen dem Gruht gesehen, auf alten Eichwurzen, und seyn nicht zu essen. 29. Kleine, eßbare Frülingeschwämgen mit Geruch. verni, 4/orrce^om äicti, oäori A ebLulenti. ss 8 . an8unZu8 mmimus, oäo- ratus, capiwlo äonaws, cinereu8. L. 6. ? wachsen im Merzen und Aprilen auf den Bergwiesen. ZQ. Bovist mit Kügelein in der Haut. Loviüa ok- tle. 6a Natürliche ka. luperilcie ZrsnulLta, 6 ne peöiculo. würd gesehen indem Walde gegen der Rütehard, im Brachmonat. zi. Breitblättig, ästig Bergmegerkraut, Lab- krallt. LaUi'um montänum, latilolium, ra- motum. 1 . IIs. NoIuZo MONtLNA, l 3 ti- kol. ramosa. e. 8 . ??ZZ 4 . blühet im Brach- Monat auf dem Berge. zr. Kleine Pftimme, Geniste. Oenilla äpinosa. müior Zermanica. L. 8 . ?. Z 9 s. 6 enittÄ Wrtmm, minu 8 , §erm 3 niL. ^ 64 s. blühet im Brachmonat auf dem Berge/ und auch bey der Rütehard. zz. Krentzwurz. 6entlLN3 crucmta. L. 8. ?. 188 . 1 . 81 . blühet im Augstmonat aufden Hügeln / und sol mit der grossen Enzian gleiche Wirkung haben. Z4. Herbstenzian mit Wichten Blumenblättgen. 6enti3N3 cosrules, ori8 piIoli8. 1. 1. c. 6en> tianellÄ ori8 pilot. L. 8. k. 1. c. blühet im Herbste an bemeldten Orten; wie auch z s. Aestige Herbstenzian. Lentians autumna1i8, rumot'u. L. 8. 8. I'. loc. cit. 36. Blaue Merkwürdigkeiten. 6i zs. Blaue Maßlieben, Globosen. Lellis cosrulea, caule lolioso. L. 6. k. 261. 61 obularia vul- 1. 2^6. blühet im Sommer. Z7. Breitblättig Helleborinkraut. Ilelleborine la- rifolis, moniana. L. L. k. i86. 436. blühet Mit den folgenden Arten im Sommer, in den schattichten Bergwaldungen. Z8. Helleborinkraut mit jehwarzrohten Blumen. Ilelleborine alccra, strorudente Üore. 0. L. j k. 1. loc. cit. S9. Breitblättig Helleborinkraut mit weissen Blumen. klelleborine llore albo , vel Uamalo- nium 'montanum, latikolium. L. L. k. 1. loc. cit. » 40. Schmalblättig, purpurfarbes Helleborinkraut. Ilellebor. montana, anZullitol. ^urpuralc. L. 8. ?. 1. loc. cit. 41. Einbeere, Wolfsbeere. Herda?ar>8. ss 6. Z. 6lZ. 1'. 22Z. 8olanum guaärifolium, bsccikerum. L. 8. k. 167. blühet im Sommer in dem Bergwalde. Die Beeren gedörrt , zu Pulver geflossen, und eingenommen, sollen gut seyn wider die fallende Sucht; sie werden aber bey uns nicht gebraucht. 36. Schmal- 62 Natürliche; 42. Schmalblättig, rauch Berghabichtkraut. O- cborium montanum, anAultifolium, kirbutie aiperum. L. 8. k. 126. blieracinm ukperum, nigjorc 6ore in limitibu8 sgrorum. L. 2. 1029. 1. 469. blühet im Mayeu. 43. Berqhabichtkraur mit kleiuen Blumen. Ili-- racinni mont^nnni, birlutum, ramobum, parvis Üoribus. L. L. k. 128. 44. Mauerhabichtkraut mit sehr rauchen Blättern. liierac. murorum, kolio pilobssnno. L. L. k. 129. 1. 471. blühet im Sommer auf dem alten Gemäuer des Berges; wie auch das 4s. Schmalblattig Mauerhabichtkraut. Wenn. muror. LNZultitol. non linuatuni. L. L. k. l. l. c. 46. Groß,schmalblättig und staudichtHabichtkraut. blieraL. iruticobum, gnZutiit'oIium, maju8. Q L. k. l. c. 1. 472. blühet im Sommer auf dem Berge. 47. Breitblättig St. Johanneskraut ohne Aefte. H^pericum elegantilliinmn, non rsmolum tolio lsto. L. Z. 383 - 1 . 2 ss. Hlc^rum s. bi^peric. bitolium, Zlsbrum, non perkors- rstum. L. L. ?. 282. blühet im Sommer auf den Bergwiesen. 48. Grosse Merkwürdigkeiten. 6z 48. Grosse Scabiosm mit schupichten Köpfgen. 8 oabio 5 a major, capitulis s<^uammgti8. 0. 8. 8.269. ^sacea vul§arj8, laomiata, üore ^ur- xureo. 4ZZ, blühet im Heumonat an gleichen Orten. 49. Breitblättige Bergscabiosen. 8cabiosa montane, latilolia, non laLmiata, rubra, pri. rna , L leounäs. L. 8. 8. 270. IV 464. blühet wie obige. so. Breitblättig Weyhrauchkraut. ^ibZnocis la- tit'olia, altera live vulZatior. L. 8. 8. 1^7. 8alerpitium kollir latioribus. lobatis. 8. Z24. und si. Breitblättig groß Weyrauchkraut. ^ibanor. latilol. major. L. 8. 8. I. c. blühen im SvlN- mer unter dem Berggestränche. 52 Wilde Erve/ Vogelswicke mit breiten Blättern. 8at^ru8 1atilo1iu8. L. 8. 8. Z44. 1. Z9s. blühet im Sommer aufdem Berge. sz. Gemeine Goldwurz mit rohten / weissenund besprengten Blumen. lulium, üoribu8 retle- XI8, mcmtarium, bore rubente, bore glbi- csnte, bore macu1i8 rubri8 inorclinati8 gsper- ko. L. 8. 8. 77. 1. Z7sar- cisto-IeuLojum vulgäre. 1. Z87- blühet auf den Bergwiesen im Frühjahre. 63. Zweybkatt. Opkri8 bitolia. L. L. ?. 87- 437. blühet im Mayen auf dem Berge. E 64. Schwel- 66 Natürliche 64. Schwelkenbaum, Schneebällen. 8ambucu§ aquatiLÄ, llore llmplici. 0. L. k. 4s6. Opu- Iu8 kueliii. 1. 607. blühet im Mayen auf -en Anhöhen. 6s. Der Stendelwurzen oder des Knabenkrauts blühen viele schöne Arten auf den Muttentzer Bergwiesen im Mayen und Brachmonat; deren deutsche Namen bey uns nicht sonderlich bestimmet seyn ; wir wollen also nur die lateinischen beysetzen, (^notol-ckis MAultilo- Ijg- biame cuLullo. L. 8. kr. 28. kin. 8l> Or- cbi8 anZuM'ol. cucull. 1. 432. 66 . L7nosorcbi8 mi1it3ri8 , mgjor L minor. L. 8 . 8.1. L. OeLlli8 milit. maj. L min. 8. I..L. 67. C^nolorLlli8 montgliÄ, spica rubente, con. Z1omel3t3. L. 8. 8r. 28 . 8in. 8l. 68. Oi cliir morio , M 38 , lo1Ü8 muculatis. 0. 8. 8. 1. I. c. 69. Orcllis mrstor, tota purpurea, non macu- lata. 6. 2. 97Z. 70. Orclu'8 morio, tosmma. L. 8. 8. 1 . l. c. 71. OrLbi8 barbata, ollore llirci, breviore latio- re^uelolio, nec rron 1on§iore, -inLulliore- Merkwürdigkeiten. 67 que kolio, ut L o6ore kirci, minor. L. ö. k. 82. I'. 4ZZ. riehet sehr stark. 72. Orckis iuLum reterens, major, toliolis üipe- rioribus oanäiäib §L purpurslcentibus. L. L. k. 1 . !. L. ist eine prächtige Blume. 7z. Orckis kucum relerens, colore rubi§ino 5 o. L. L. ?. I. L. 1 . 4Z4. 74. Orctiig muscam referens, Major. 0. L. k. l. I. c. hat wunderschöne Blümgen. 7s. Orcliib mulcas corpus reterens, minor, vel Zalea . Aestige Merkwürdigkeiten. 69 86. Aestige Grasgilgen, weisser Widerthon, Erd- spinn enkraut nnt kleinesten Blümgen. ?8g- langium parvo ilore, ramoürm. L. 8. k. 29. 1. Z68. blühet im Hcumonat auf den Bergwiesen. 87- Grosse und kleine breitblättige Weißwurz. ?o- I^gouLtum I^tifollum, vulgäre. L. 8. k. zoz. 1. 78- A kolygou^t. latikol. minu8.8or. I. c. blühet im Mayen am Berge. Die Wurzel ist eröfncnd, reinigend, und wird'wider den ^ Scharbock gerühmet. 88. Engelsüß,Süßwurzel, Baumfarn, Tropfen- wurz. kol^poäium vulgäre. L. 8. ?. 429. 1. 542. Die Wurzel laxiret gelinde, und wird in Verstopfungen der Brust, des Mil- zes, Gekröses, der Leber und dergleichen, gebrauchet. 89. Weisser Pappelbaum, Pappelweide, Sar- baum, Alberbaum. kopulus tremula. e. 8. k. 429. 1 . 592. blühet im Aprilen auf dem Berge. so. Berghanenfuß mit Storkenschnabelkrautblät- tern. 8.3liunculus morNLNm, sudliü'sutu8, E z Lers- 70 Natürliche 6er3nii Kollo. L. L k. rFr. 1. 291. blühet im Sommer an feuchten Orten des Berges. §i. Gemein Wintergrün; wie auch mit ablangen/ gekerbten Blättern.?^rol 3 0E0. rotuuclifo1i3, M 3 )or; L?^rol. kolio mucronäto, 5 err 3 to. L. L. ?. 191. L. 256. blühen imBrachmo- nat auf dem B^rge, wie auch gegen Mön-- chenstein im Bergwalde. Sie seyn Wund- kräullein. 92. Wegdorn, Kreutzbeeren. kamnus cLtbsrcli- cus. L. L. ?. 478 - 1- 59Z- 8pin3 cervm3. oEcinar. blühet im angehenden Sommer auf dem Berge. Die in dem Herbste reisten Beeren purgiren den Leib , und treiben auch den Harn; daher bereitet man in den Apothecken einen Syrup davon. 9Z. Himbeerstrauch. Kubus iäXU8 oKcin. spino- tus. L. L. ?. 479. 1 . 614. blühet im Sommer am Berge. Die Beeren kühlen und stärken das Herz. 94. Weide mit breiten, runden Blättern. 83 lix l 3 tltoll 3 , rotuuci 3 . L. L. k. 474. 1 . 591. wächset an feuchten Orten des Berges. 89. Gel- Merkwürdigkeiten. ?r 9s. Gelbes Scharlachkraut; wilde grosse Salbey mit klebichten Blättern, und gelblichten Blumen. blormmum luceum, Zlutinosum. L. L. k. 2Z8- 8alvia Montana, maxima, tolÜ8 bore üaveleente. ^ iZo. blühet auf dem Berge / im Heumonat. 96. Sanitkel. 8anicula oKoinarum. L. L. ?. 319. 1 '. Z26. blühet auf dem Berge im Mayett/ und gehöret in der Arzneykunst zu den Wundkräulern. 97. Grosse / gelbe Peltschen. 8ecuriäaca lutea, Major. L. k. k. Z48. 1 . Z99- wird im Sommer auf dem Berge gefunden. -8. Wilder Sperber-oder Meelbaum. 8oibu8 aucuparia. L. i. 62. 1. 6Z4. wächset auf dem Berge; die Früchte seyn stopfend/ und dienen in einigen Rühren. 99. Schwarze Stickwurz. 'I'umnus racemola, bore nnnore, luteo-pallelcente. ^ioz. Lr^o- nia iXvis, live niZra racemoka. L. ö. ?. 297. wächset auf dem Berge. In Italien pfleget man die jungen zarten Schößlein wie Spar- E 4 geln 72 Natürliche zu kochen, und mit Oele, Eßig und Salze angemacht aufzutischen. ioo. Bergwolfsinilchkraut mit süssem Safte. I'i- td/m^ 1 u 8 mont 3 nu 8 , non acris. L. L?. 29 l. i. zs. blühet im Sommer auf dem Berge. 10 i. Myrtenblättige Wolfsmilch mit Warzenför- miger Frucht. HtI^M 3 lu 8 m^rüniteg, fructn VerruLX ünnli. L. k. k. 1 . 1 . c. blühet im Sommer auf den Anhöhen. 102. Mauerhederich. kr^ümo limilis, dirluta, non l^ciniata , slba. L. L. ?. 101. 1 urriti 8 , czuX Larbzi-eÄ mur3Ü8. L. 2. 869. blühet bey dem Schlosse Wartenberg im Mayen. rvz. Breites heidnisches Wundkraut. Vn-Zg au- rea, IgtifoliZ, lerrZM. L. 6. ?. 268. 1 ?. 484. blühet im Augstmonat auf dem Berge, und hat mit der gemeinen Art gleiche Kräfte. 104. Auf dem Muttentzerberge und den nächsten Anhöhen findet man auch verschiedene Gattungen und Arten Gras, die bey uns eben nicht sonderlich bekannte Namen haben; als da Merkwürdigkeiten. 7 z da neben den gemeinern Arten seyn: 6ra- men montanum, panicula spaäicea öelica- tiore. L. L. k. Z. kroär. 6. iss. Oramen cariopbMatum, montanum, spica varia. L. L. ?. 4. ?roär. 9. 106. Oramen t^pboiäes, akperum, alterum. L. L. ?. I. L. 107. 6ramen birkutum, latikolium, mmu8. L. L. k. 7. 128. Oramen birkutum, anZultikolium, maMs. 0. L. ?. 1. c. kroär. 16. 129. Oramen noäofum» avermcea paniLula. L. L. k. 2. 1 . 52s. iio. keüuca öumetorum, koliig angEMmis, pilolis. L. L. k. 10. 1. 524. m. ^unLU8 vi 11 o 5 u 8 , capitu1i8 ? 5 Mi. 1. 246. H2. 6ramen birüitum, latikolium, MMU8, jun- cea panicula. L. L. k. 7. 11z. 6ramen birüitum, caxitulo Zloboto. L. L. ?. 1. e. E s "4. 74 Natürliche 114. Oramen birlutum, anZuliisoIium, ma^u8. L. 8. 8. 1. c. 8roclr. ns. Oeftreichischer dünnblättiger Fichtenbamn. 8inalier tenuifolius, chio purpurascente. L. 8. 8. 491. ?mu8 bumüis, julo purpuraicents. 1 '. 5 86. ist von den: gemeinen Fichtenbaume: kin. s7Ivei.tr. L. 8. 8. I. c. wenig unterschieden, und wird zwischen Muttentz und Mön- chenstein, wie auch an der Birs gesehen. n6. Härichter Erlcbaum. L1nu8 birsMÄ. 0.8. in Alrrtkiol. ^lnu8 solio incano. L. 8. 8. 428. wächset zwischen Muttentz und Mönchenstein; wie auch H.Inu8koIio oblongo. Hubä. 1. c. Wenn er nicht der gleiche ist? 117. Eichbaum, Eiche. <2uerLU8 ( olk.) latisollJ, N 138 , HUT brevi pechculo eil. 0.8.8.419. 1.582. wächset auf dem Berge und in dem Walde. Die Blätter, Früchte und auch die Galläpfel haben eine Kraft zusamenzuziehen. Der süßlichte Saft, so die Blätter zuweilen befeuchtet, bringet den Bienen alsdenn eine angeneme Nahrung. r i 8 . Schwarze Vogelkirschen. Oerssu8 racemola. 8ylvellri8, sruälu non eäuli. L. 6. 8. 451.1'. 626. wächset an dem Berge und anderwerts auch. Merkwürdigkeiten. 75 119. Sauerklee. 1 'rikolium acetolum, vuI^Zre, üore albo. L. 8. ?. zzo. Oorii. Oxz's üore albo. 1 . 88 . blühet im Frühlinge an den feuchten Baumwurzeln. In der Arzneykunst hat dis Kräutlein eine kühlende, reinigende, dem faulenden Gift widerstehende, herzstärkende Kraft und Wirkung; daher bereitet man in den Apothecken einen lieblichen Syrup davon. Man kan dis Kräutlein auch an statt Sauerampfer in den grünen Suppen gemessen. 120. Gelb Waldvogelkraut, Gauchheil. luteL nemorum. L. 8. k. 2Z2. I^^liMÄLkiL bumitukL, tolio bubrotunclo, acuminrito, üo- re luteo. I'. 141. blühet im Brachmonat im Walde gegen Mönchenftein. 121. Wilde Pimpernuß. ?iüclclÄ s^lvelkri'8. L. 8. 8.401. l-tgpb^loäenäron. ss 8. 1.274. 616. wächset am Berge, und auch an einigen Hägen bey unserer Stadt. 122. Gemein Durchwachskraut. kerkolistA vuIZa- titlimL, 6ve -lrvenüs. L. 8. k. 277. 8up1eu-> rum perloliatum, rotunäikolium , armuum. "r. Z io. blühet im Sommer auf dem Berge. Dis Kraut wird in der Arzney als ein sehr zu- samenziehendes Mittel gebrauchet. rrz. Ge- 76 Natürliche 12z. Gemein Hasenöhrlein. Lupleurum folio lub- rotunäo, live vulMtiüimum. L. 8. k. 278. 1 . Z29. HunLuls leporis, umbella lutes. 1s. 8.^ z. p. 2. 2OO. blühet auf den Bergwiesen im Mayen. 124. Breiter Wegerich mit panafchiertenBlättern. klantaZo laütolia, Zläbra, varieMta. ward von lins 1746. im Brachmonat am Rande der Muttentzer Wiesen, auf dem Baselwege gefunden. Er war vielleicht nur eine Veränderung des gemeinen glatten, breiten Wegerichs. klantgZ. latilol. Zlsbr. L. 8. ?. i89- r26. I2s. Wiesensesel. 8ese1i prgtense, 8 l 1 au 8 körte kli- nio. L. 8. k. 162. ^.nZelicL pr3tenki8, ^pii tolio. 1. zrz. blühet im Sommer auf den Bergwiesen. 126. Ehrenpreiß, Veronika. Veronica M 38 , ku- PIN3, 1ull:u8 3rboreu8, Illnea otkic. L. 6. k. Z6i. hänget an den Buchen der Wälder zu allen Zeiten. 146. Eine Art groß Mvß. I^lLkenoiäes crutia t'oliola tuperne cinereo-ZlsnLL, interne ni- Zra cirros^, tcutelli8 nigricantibu8. Dill. 2c>6. Nu5LN8 crulise moäo 3rboribu8 aänas- een8. e. L. k. Z6. ist unten an den Stämme»; -er Bäume zu sehen. 147. Ei- Merkwürdigkeiten. 8r 147. Eine Art M00K mit grauen Trichterchen. I.ic!ienoiäe8 tubulolum, p/xiäatum, cine- reum. Dill. 224. p^xiciztus, mz- jor. T. 549. findet man in den Wäldern: wie auch 148. I-icKenoiäss tubulolum, p^xiöatum, mgr- §inibus sengtis. Dill. 1 . c. locken pyxiöa-. tU8, nou r3moüi8, Lcetkbulis 6mbri3Ü8.1. 549- Item 149. Eine Art mit grauen, auseinan-erwachsen- den Trichterchen. IücKenoiäe8 tubulosum, x^xiäatum, prolilerum. Dill. 1. c. dicken p^xioiäes, terreltrib. L. L. k. Z6r. kroäc. is 2 . ^iclien p/xio3tu8 proliler. 1?. 1. L. 152. Groß breitblättig aschfärbiges Baummooß. I.icIieuoiäe8 pelt^tum, grboreum.maximum, platvpkMum. Oill. 228. I-iclien urboreu8, 6ve?u1mon3N3 3rbor<;3. ^.6. z. 759. ok- 62 .' Nulcu 8 pulmoli3riu8. (?. L. k. Z 6 l. wächset an den untersten Eichstämmen. r -> r. Eine andere Art auf den Felsen im Frühjahre fristd zu finden. l.icl>enoiäe8 peltatum, te!'- restre, rufelcen8. Dill. I. c. dicken pul. W0QLNU5, sAXLÜlis, äiZLtäWS, wsjor. 1. 549- F Wenn i rr Natürliche Merkwürdigkeiten. Wenn man eine Zeitlang, sonderlich den Herbst, Winter und Frühling durch, oder auch einen nassen Sommer über, sich bemühen würde nur allein alle Gattungen und Arten von Miesch, Mooß und Schwämmen zu suchen und zu sammeln , so würde mär; bey und auf dem Muttentz- er Berge wol mehr, als hier benannt seyn, entdecken. Weil wir aber uns nicht vorgenommen haben, ein vollständiges Verzeichniß in disem unserm Werklein zu verfassen, so können wir uns nun zu den Versteinerungen wenden. Von den Versteinerungen. ^Jr haben aus dem mineralischen Reiche, ausser den vielen Versteinerungen, in diesem Ersten Versuche nichts sonderliches anzumerken. Die vielen in dem bisher beschriebenen Bezirke, und vornem- lich auf dem Wartenberge, befindliche versteinerte Schnecken und Muscheln werden also dismal der einzige Gegenstand unserer Betrachtung seyn. Die Überbleibseln der Muttentzer Bergschlösser, so uns auf Spuren eines weit entfernten Altertums weifen, bestehen grossen Teils aus Steinen, worin- nen viele und ganz verschiedene Gattungen und Arten von Meermüschelchen und Schneckichen entdecket werden, die ganz untrügliche Zeugen seyn merklicher Begebenheiten und Veränderungen, so sich Vor undenklichen Jahren in disen Gegenden mögen zugetragen haben. F - Unsere 84 Natürliche Unsere Absicht ist Worts nicht , viel neues aufdie Bahne zu bringen , noch weniger eine Meinung anzunemcn, und die andern gänzlich zu verwerfen ; besonders da dise Versteinerungen die Sinne derjenigen, welche gewöhnt seyn ihren Geschmack mit weichern Bissen zu sättigen, nicht sonderbar belustigen. HerrDoctor Krüger will zwar, (§) daß die Naturkündiger sich, vermag ihres Amtes, auch mit Betrachtung der Steine beschäftigen sollen. » Man sihet, schreibet er, daß sie Steine sammeln, „ aufheben, und bey ihrer Erblickung eine herzli- „ che Freude empfinden, welches sie anreihet irn- „ mer mehr Steine zu sammeln; daher es denn „ geschieht, daß sie in kurzer Zeit sehr steinreich „ werden, obschon es ihnen meistenteils an einer „ andern mineralischen Kleinigkeit, die man das „ Gold nennet, zu fehlen pfleget. Dise Versteinerungen aber werden nicht mehr, wie ehmalen, für ein Spiel der Natur angesehen; Sie belehren uns auf eine andere Weise von der Allmacht des grossen Schöpfers; ihr Ursprung ist ohne Zweifel in denen grossen Veränderungen,so sich aufunserer Erdkugel zugetragen haben, zu suchen, und sie seyn unwiedersprechliche Zeugen grosser Begebenheiten. Der obgemeldte Herr Krüger trittst in dise Gedanken ein, und findet dise Gründevon weit grösserm Gewichte, als diejenigen, so mange- meinig- (§) In seinem Bliche, Geschichte der Erde in den aller, ältesten Zeiten. Halle, »746. gedruckt. 8s Merkwürdigkeiten. meiriiglich alsBeweiStünlmer menschlicherGeschich- te anführet; Dise,sagt er,werden aufMetall,Stein, Holz, Papier/ rc. mit Menschenhänden gezeichnet, jene aber hat die Natur mit unauslöschlichen und solchen Zügen in das innerste der Erde eingegraben, welche leserlich genug seyn für diejenigen, welche bey der Natur in die Schule gegangen, und ihre Sprache in Erkenntniß der Werke GOtteS erklirrn c haben. DiseS wird aus den Samluugen der Schriften der Königl. Französ. Akademie der Wissenschaften noch mehrers bestätiget: Da sie in dein Jahrgange 1720. an der 9 s Blatseite melden : Daß man in den Naturgeschichten noch merkliche Scbwürigkeicen finden würde, wenn solche nicht durch die in den ältesten Zeiten auf unserer Erdkugel vorgegangenen grvsenVeränderungen wären aufgelöset worden. Dessen stellen sich die Versteinerungen , die Überbleibseln von Muftheln, Fi- scheu und andern MeerSgewächsen, welche in allen Teilen der Welt teils begraben ligen, teils aufden höchsten Bergen gefunden werden, als klare Zeugen dar; da bisweilen so gar die gröften Baume, oder Stücke derselben, aus dem innersten der Erde hervorgegraben werden. Damit aber unsere dißortige Untersuchung etwas vollständiger gerahte, so wollen wir die Gedanken aller derjenigen, welche ihre Meinung von dem F z Ursprungs 86 Natürliche Ursprünge der versteinerten Meersmuscheln und andern dergleichenMeersgewächscn,in ihrenSchrif- ten der Nachwelt eröfnet haben, so wie sie der gelehrte schweitzerische Naturkündiger Johan Jakob Scheuchzer gesammelt hat, hierbeysetzen: Er zeiget , wie sich die Naturkündiger dißorts in Zwo' Haubtmeirumgen abteilen, deren die erstere behaub- ten, daß dergleichen Muschel-und Schneckensteine in der Erde gezeuget und gestaltet werden; die andern aber solche aus dem Meer herzuleiten snchen. Robert plot und viele andere hielten darvor, daß die Ausbildung aller Körper von einem Salze, welches in dem innern Eingeweide der Erde, nach verschiedener seiner Art und Bewegung, die lettich- ten, sandichten, oder andere zu Stein werdenden Materien, in die Gestalt einer Muschel, eines Schnecken, oder eines andern Tiers, auch in die Gestalt eines Krautes verwandelt, herzuleiten sey. Diejenigen, welche die Sätze des Aristoteles annemen, berufen sich auf eine verborgene versteinernde und bildende Kraft, welche dergleichen Gewächse hervorbringe. Noch andere behelfen sich eines unbekannten alles bildenden Wesens, welches sie den Weltgeist nennen, und demselben die Kräfte Versteinerungen zu wirken zuschreiben. Lucas 87 Merkwürdigkeiten. Lucas Nhiem hielte darfür, daß eine durch die Erde zerstreute Saamenkraft, oder kleine Muschel- schnecken , oder andere Sämlein , in einer hier- zu dienlichen schleimichten Erde sich entwickeln, ein Wachstumm erlangen, in eine Gährung geratzten, und würkliche Tiere oder derselben Gehäuse zeugen können, welche in der Taht auch leben wurden , wenn nicht ein versteinernder Geist oder Saft sie ergriffe, und in ein hartes Wesen verwandelte. Eduard Luid, hat dißortS eine ganz besondere Meinung, und will, daß die auS dem Meere und der Erde aufsteigenden Dünste das kleine Gesäme der Muscheln, Schnecken, auch anderer Tiere und Gewächse, mit sich führen können; wenn nun dieselben durch die Luft fortgetragen, sich m die Erde eindringen, so könnet» sie sich in einer bequemen Materie ausdehnen, und allerley Bilder vorstelle»», welche nachwerts unter dem Name der figurirten Steine bekannt werden. Andere aber, die wir vorhin schon erwehnet haben, leiten dise versteinerte Schnecken ursprünglich aus dem Meere her; sie teilen sich aber in Ansehung der Weife, wie die Sache eigentlich zugegangen , vielfältig ab: Etliche wollen, es haben in den ältesten Zeiten die Menschen solche Muscheln und Schnecken zu F z ihrer 88 Natürliche ihrer Speise aus dein Meere an diejenigen Oerter, da man sie nun findet, gebracht, so daß wir in den versteinerten Muscheln und Schnecken nunmehr nichts anders haben als die übergebliebenen uneßbaren Brocken, vor undenklicher Zeit gehaltener Mahlzeiten. Andere glauben, es habe die Erde bereits allerhand Veränderungen ausgestanden, und sey vorhin das Meer gewesen, wo nun trockenes Land ist. Endlich aber beziehen fich gar viele allein aufdie allgemeine Sändflut; dise, sagen sie, ist der einige Anlas, bey welchem die Meersgeschöpfc in alle Teile der Welt seyn zerstreuet, und bey dem Abne- men der Gewässer auf dem trocknen Lande zurückgelassen worden. Dtsen bisher erzehlten und von dem berühmten Scheuchzer angeführten Meinungen von dem Ursprünge der Versteinerungen, müssen wir noch einige neuere beyfügen, und den Leser dadurch in den Stand setzen, das wahrscheinlichste zu wehlen. Woodward, ein berühmter englischer Naturkün- diger, behaubtet ebenfalls, daß alle Versteinerungen der allgemeinen Sündflut müssen zugeschrieben werden; Da aber an vielen Orten c-llcinirte oder zu Kalcke gewordene Meermusichelschalen aus den Tiefen 8 - Merkwürdigkeiten. Tiefen der Erde hervorgcgraben werden, die etwan mitten in den Brüchen der Steinkohlen ligen, nnd an die freye Luft gebracht, zerfallen; auch hin und wieder, so wol als in der Schweiß, sich ganze Felsen und Brüche von der mit Muscheln und kleinen Seeschnecken erfüllten Trippelerde finden, welche derjenigen Erde sehr ähnlich ist, so man bey dem Berge Vesuvio findet; so seyn andere in Ansehung der Weise, wie solche Muscheln auf und in die Erde gekommen, noch auf andere Gedanken gefallen , und wollen solches alles denen grossen Erschütterungen und dem vielen Feuer, wormit unser Erdball angefüllet ist, zuschreiben. Herr Mors, ein Jtaliäner, ist derjenige, welcher nun dise letztere Meinung behaubtet, und in einem weitläufigen Werke solches zu erweisen sich bemühet hat. Unser wertester Freund und Gönner Herr Baltha- sar Erhard, iVI. I). hochverdienter Stadtarzt zu Memmingen , und würdiges Mitglied der kayserl. Leopoldinischen Akademie der Naturforscher, genant , hat einen in Fünf Bogen bestehenden Aus- zug aus dem Werke des Herrn Moro verfertiget, wohin wir alte Liebhaber dises neuen Meinnngsge- bäudes wollen angewiesen haben. Wir kommen aber nunmehr auf unsern nähern Zweck, nemlich auf die Beschreibung der in der Gegend von Muttentz sich befindenden Versteinerungen sechsten. F 5 Die 9o Natürliche Die merkwürdigsten diser Steine seyn auf bey- gehender Kupferblatte abgezeichnet: ki§. 3 . ^lulculiteg live N^tulites bivslvis, 3pertu8. Eine versteinerte dünnschalichte Mießmuschel, deren beyde Schalen mit den innern Seiten auf einem nicht allznharten falben Lettsteine offen ligen; sie gehet wie andere iviulculiten nicht spitzig zu, sondern lauft rund wie ein Finger zusamen; zeiget »loch einen weißlich- tcn Glanz/ und ist mit halbmondförmichten zarten Streifen gezieret / hat einen keüuncu- litem llriatum semi-apertum , oder eine kleine halboffene Kammuschel zwischen sich. Sie ward unten an dem grossen und vordersten Schlosse auf einem S teinhanffe, so teils von dem Gemäuer herabgefallen, gefunden. b. keätunculltes smpbiotig, 6ve ex utrague xsrte auntus, llrüs llenticulatis. Eine versteinerte kleine Kamm-oderJakobsmufchel mit Zwey gleichen Ohren, an deren die gekänel- ten Streiffen auf den Erhöhungen mit harten Zähnlein besetzet; ligt annoch auf einem harten gelben Gesteine in einer Vertiefung; über demselben ligt eine zersplitterte doch kennbare Schale eines Nulculiten, die eben die heraus- rageri- Merkwürdigkeiten. si ragenden harten Zähnlein beschirmet zu haben scheinet, darauf zeiget sich, nebst andern Bruchstücken von LoncMlien , eine lere- bratulA und ein Vermiculus MLNNUS Lrsllüs xetre53Äu8; oder ein versteinerter Seewurm der grossen Art. kiZ. c. keÄuncu1iw8 monotis, denk Kriatus, xluribus ülcÜZ in dorko notatns. Eine kleine versteinerte Kammuschel mit einem Ohre, mit harten langwertslaufendenund quer über, halbniondartigen Streiffen oder Banden bezogen, ligt auf einem weißlichten harten steinernen LogZulo verschiedener Muscheln: von dem grossen Schlosse. ki§. d. keÄunculites sotis, live suriculis caren8; denke Kri3tll8, pluribu8 kskcii8 in dorko nots- W8. Eine versteinerte Kammuschel mit harten nach derLänge und quer überlaufendenStreif- fen gezieret; von nemlichem Orte, gleichen Gesteins. Li§. e. Llisma Ispides, L^nilakera, trangverlinr ltrista, aperm. Eine versteinerte gleichseitige offene kleine Steinmuschel mit quer überlau- fendenStreifen, auf einem verhartetenLaimen. ki§. f. Loncka peWkormig IspideL, denke ltrig- ts, pluribubgue kskcüs circumdsta. Eine Art 52 Natürliche steinerter Kamm - oder JakobSmuschel, enge nach der Länge und quer gestreift auf einem Lo-rZulo verschiedener Muschel - und Rogen- steines ; deren Stein und Art wie lir. c. ist, aber mit einem auf Blaufarbe zihlenden Unterscheide. ki§. §. LoncdZ rbomboiclZli?, lapiöea, ventri. coüi, lli'iis inXgu3libu!> Iiotät-r. Ein Teil einer versteinerten in Ecken geformter Gähnmufchel; aus der einen Seite gehen rauhe Streifen nach der Länge: quer über laufen gefurchte Strei, mcn: dein Fuge zu ist sie etwas bauchicht; die Schale, so einer halben Linie dick, ist crMililwt, und fast durchsichtig ltgt auf einen» Nogeusteine, »vorauf noch artige lur-bmiteu erscheinen; aus dem Steinbruche bey Mut- tentz. Dise kan füglich unter die zweyschaa- lichten Venlismufcheln gezehlet »verden, so also mit denen einschaalichten Porcelanmuscheln, so etrvan auch disen Narnen tragen , nicht zu vermengen ist. Dise Art der Seemuscheln wird selten gefunden, und »st rar; imGesteine kömmt sie doch oft vor, und besitzen wir eine ganze, aus dem Birsflusse, so aber kleiner ist. b. Cog^ulum turbmiwrum live lkrombita- rum. Diser Stein ist aus dem Gemäure des grös- 9Z Merkwürdigkeiten. grösser« Schlosses; die darin» ligendeversiei- nerteSchraubhörncr oder Schnecken seyn teils ganz, wo sie aber ausgefallen, sitzet wanderen Eindruck in der Vertiefung. In difem Steine ragen auch neben dem Buchstaben b. wbuU hervor, wovon unter He. b. ein rnehrers. Das Gesteine hat Kieselart und Härte, und scheinet aus dein Steinbruche genommen zu seyn, welche» der Landmann den alten Steinbruch nennet. Es zeigen sich Quaderstücke in dem grösser» Schlosse, die über drey Schuhe lang seyn, worinn eben so viele Schnecken als ander Gestein, nebst Qz-liMünioneri zu scheu seyn. In den meisten diser Steine findet man die Höhlung, oder vielmehr das Gewinde, mit einem Pulver angefüllt, so dem Säumendes Gürtelkrauts zwar ähnlich scheinet, in der Takt aber eine Erde ist,so wir für etwas schwefelhaltiges und mit wenig Vitriolsalz vermischt halten ; auf glühender Kohle macht dises Pulfer eine geringe Bewegung, brauset aber nicht, sondern verändert die gelbe Farbe auf roht zielend. Die Steine aller Drey Schlösser seyn von verschiedener Art, doch von den Felsen und Steinbrüche des Wartmbergs. i. LoaZulum trockitarum, peclunLuIitarum L ckamitarum. Dise verschiedenen sowol Schraub- 94 Natürliche Schraubschnecken als andere gestreifte Muscheln ligen auf einem Rogenfteine: aus dem Schutt der abgefallenen Steine der Schloßmauer. ki§. lr. llamir>ite8,concIiul38,Lockle33,turbinu1ä8 malUmque corrülmam tubulolam r3mu1i8 te- nsrionbus in lapiäem Lonvertam continens. Ein Rogenstein, woraufverschiedene Muscheln und Schnecken, auch ein Korallenbüschgm mit vielen kleinen Pfeifen, wie Gras oder Strohälmlein enge und dichte aneinander stehend , versteinert zu sehen. ki§. l. lurdo I3picleu8 anZulosus. Eine versteinerte Schraubschnecke, ligt ganz alleine auf wellig Steill, so doch mit zerbrochenen Muschelstücken vermenget ist; bey dem Ende oder gegen die Spitze fehlen etliche Gewinde; sie hat der Länge nach grosse breite Furchen, deren Höhe rundlicht ist. kl§. m. Hammite8 kere nivei coIori8 , eleZantis- 6ma. Diser Rogenstein ist aus vorgemeldter Steingrube; Er enthält verschiedene andere kleine Schnecken, welche innwendig mit einem Criftallflusse angeschossen seyn; der Stein ist sehr weiß, zimlich hart, doch lassen sichdie ovula, so teils grösser, teils kleiner als Hirsekörner seyn, absondern oder ausbrechen. an Merkwürdigkeiten. 9 s an den zerbrochenen merket man, daß sie aus auf einander legenden Häutlein bestehen, in deren Mittelpunkt zeigt sich ein schwarzbraunes Pünktlein, so man für die Brüt hält. vast der ganze Steinbruch bestehet aus diser Art von Steinen. ki§. n. Zeiget dise Rogensteine, wie sie durch ein einfaches Vergrößerungsglas vorkommen. ki§. o. OttracitT ruZolL lamellatL. klein gerunzelte und geblätterte Austersteine. Dise kommen mit den Seeaustern so nahe überein, daß wenn wir sie mit den, in den Seeschwäm- men sehr oft anzutreffenden wahren Seeaustern vergleichen, bald kein Unterscheid mag wahrgenommen werden, wenn sich die versteinerten nicht sechsten durch das Gewichte, darinn sie die Seeaustern übertrefen, zu erkennen gäben. Übrigens zeugen die an den versteinerten Austern anklebende Seewürmer ganz deutlich, daß sie ehmalen auch mit unter die Einwohner des Meers gehöret haben. Alle bis dahin beschriebene und durch den Kupferstich vorgestellte Steine, welche sich in dee Sam- lungen ki§. A. Herrn Hofraht Zwingers, b. Herrn Pfarrer Buxtorss, und c. - - o. in der Bavie- §6 Natürliche Bayerischen Samlung befinden, seyn nach ihrer natürlichen Grösse gezeichnet, nur allein k>§. n. ausgenommen, welche um mehrerer Deutlichkeit willen, wie der Stein fiel) durch das Vergrößerungsglas zeiget, gezeichnet worden. Z^ir können hier nicht umhin, unserm Herrn Zeichner den wohlverdienten Ruhm beyzulegen, deß er so wol in der Nachahmung der Steine, als in dem Entwürfe deS Dorfes Muttentz und deS Wartenberges der Natur gewissenhaftigst gefolget, und alles so getreulich als künstlich vorgestellet habe. Ausser vorgemeldten aufder Krpserblatte sich be- findendenden Steinen, finden sich um Muttentz herum noch viele andere; als leredrstulX 1seve8 AüriglX ; VuccZräi'tX , Herz- Muschelsteine; , Greifmuscheifteine. auf dem Wege, der zu den Schlössern führet, findet man eine Menge teils in, teils ausser dem Gesteine ligende Lelemmttli, Luchs-oder Strahlsteine, auch grosse Bruchstücke von AmmonShörnern. Die auf dem Wartenberge befindliche einte Steingrube bestehet meistenteils aus Rogensteinen,welche mit Muscheln und Schnecken vermenget seyn, und wovon Häuser und Schlösser erbauet worden, welches einigen Lesern vielleicht fremde vorkömmt; alleine man trift ja auch in andern Ländern dergleichen an; Merkwürdigkeiten. 5? ^ Es wird zum Exempel wenig Lesern unbekannt ftyn, wie erstaummgswürdig, nach den beraubtesten Reisbeschreibungen, der Umkreis/die Höhe,und also die ganze Grösse der Aegyptischen Pyramiden seyn müsse; doch seyn dise Auftürmungen von Steinen zusamen gefüget, so unserm Rogensteine nahe bekommen. Herr Dr. Schaw sagt in seinen geographischen Anmerkungen über Syrien und Aegy- pten, daß alte Geschichtschreiber melden, ob wären die Steine, daraus die Pyramiden erhallet seyn,aus den Arabischen Gebirgen hergeholet worden, welches er aber darum nicht wol glailbe, weil die vormaligen Aegyptischen Könige, da sie viel naher gelegene Berge hatten, welche ihnen genügsame Steine zu diesen Pyramiden darreichen konnten, nicht in der Ferne würden gesuchet haben, was sie ganz nahe haben konnten. Hierauf beweiset er seinen Vortrag, und zeiget, daß die Steine, woraus dise Pyramiden bestehen, von der Arte und 8ub- tt-mz der Muschel - und Corallensteine seyn, welche aus den Bergen Lybiens , an den Ägyptischen Gränzen gemeinigltch gegraben werden. Er führet ferner den Strabo an, welcher die in den von den Pyramiden abgefallenen Bruchstücken erscheinende Körner Linsen nennet, woraus einige alberner Weise haben schließen wollen, es wären dises versteinerte Überbleibseln der Speise, welche den Arbeitern bey Erbauung der Pyramiden gerei- G chet 98 Natürliche chet worden. Hr. Dr. Schaw teilet endlich auch einen Kupferstich mit, aus welchem erhellet, daß der Egvptische Rogenstein mit dem unsrigen eine sehr grosse Aehnlichkeit habe, daher er auch von ihm genennet Wird, Neconites rotun^us comprell'us, der verdrucktrunde Mohnsaamenstein. Bey disem Anläse behaubtet diser gelehrte Engelländer, daß die Rogensteine nichts anders seyn, als ein versteinerter Klump von Fischrogen. Er gibt auch ein Verzeichniß der verschiedenen Muschelsteine, so man an einigen Steinen, woraus die Pyramiden bestehen, bemerket, worunter eben auch die auf unserer Tabelle erscheinenden lurbmitX, IlsmmitL und einige Arten von versteinerten Corallen, zu sehen, seyn. i, sl ß Herr Moro löset in dem 22 Capitel seines oban, gezogenen Werkes den Knoten vollkommen auf, und zeiget weitläuftig, warum einige Berge mit so vielen versteinerten Meerschnecken angefüllet sey,», und warum man bisweilen Knochen von Wallfischen und andern grossen Meerstieren, auch diera- resten Gattungen versteinerter Schnecken antreffe, die man an keinem Ufer des benachbarten Meeres finden könne; wir nemen aber die Freyheit unsere Leser an den Herrn Moro sechsten anzuweisen, und begnügen uns zum Beschlusse eine glaubwürdige hieher d i a r< !I> d sc! Merkwürdigkeiten. 99 hieher dienliche Erzehlung aus denen klemoües der köniql. französischen Akademie der Wissenschaften von dem Jahre 1720. anzuführen, so der berühmte Herr äe kie-iumur , als ein Augenzeuge denselben einverleibet hat. DerHr.LKzuvelin.damaliger Intendant von Touraine, sandte der Akademie einen Bericht ein über diejenigen Meerschaalen , so man iu der Gegend Touraine findet. Die nähere Untersuchung ward von der Akademie dein Herrn cie Keaumur aufgetragen; seine eigenen Geschäfte, die er in disem Lande hatte, gaben ihm Anlas dise wunderbare Zusamenhäuffung von Seemuscheln zu betrachten, und seine Gedanken folgender Massen zu eröfnen: Wir wollen hier noch nicht untersuchen, sagt er, was einen so grossen Haussen der Seeschaalen an einen Ort hingelegt habe, der doch über z 6 Meilen von der See entlegen, sondern zuvor die Proben anführen,so die Wahrheit der Sache selbst erweisen. Die Bauern geben uns solche an die Hände; die Nohtdurft hat sie dahin gebracht, daß sie fürdie Naturkündiger arbeiten mußten. Ihre Felder seyn gemeiniglich unfruchtbar; wenn sie nun solche nutzbar machen wollen, so werfen sie ihre bedeckten Gräben der Seemuscheln auf, damit ihre Felder zu düngen, wie man anderswo mit dem Bau zu thun pfleget. Dise Lage der Seeschaalen ist etwan bis 20 Schuhe tief, und hat bey Neun Meilen ins Gevierte. Man wisset keine an- G r dere IO0 Natürliche dere ftemde Materie, weder Erden , Sand / noch Gesteine unter derselben vermischet an. Dise Moschelbank finden die Bauern bey dem Graben, in der ganzen Gegend, unter der Erden. An einigen Orten müssen fie bis Neün und mehr Schuhe Erde auswerfen; an den meisten aber ist fie nur mit Drey oder Vier Schuhen Erde bedeckt,wel- cheOrte fie zum Graben auch erwehlen; denn wenn fie über 2O Schuhe graben, so kommen fie aufMaser, welches auch dieUrsach issdaßmandie eigentli- cheTieffe derBanke nicht entdecken kan,dieweil nervlich der Landmann die Kosten nicht anwendet , das Wasser durch Pumpwerke auszuschöpfen. Übrigens brauchen die Einwohner diser Gegend auf eine jede Jucharten Acker ohngefehr 15 Kärren diser Materie, so sie küllum nennen; sie bestehet aus meist zermalmeten, dennoch aber an den kleinsten Bruchftückgen noch sehr kennbaren Meernnischeln. Das merkwürdigste ist, daß man darum nicht nur die Arten der Muscheln findet, so die Nächsten angrenzenden Seeküsten ausweisen, sondern auch viele andere Schnecken und Austern, so nur in Ostindien , und auch allda gar selten, anzutreffen seyn. Dergleichen ist die LonollL jmbricaeswder Schüpp- muschel, auch Perlmuterschaalen, Märepomi, lle- teporcn, so Arten von Corallgewächsen seyn. Die wenigsten diser Muscheln und Schnecken haben wegen Merkwürdigkeiten. ioi wegen der einigermassen ausgestandenen OlLE- rion ihren Glanz behalten; diser Abgang aber ist dem Landmanne um so viel nützlicher , als die ganzen Stücke an der freyen Lust desto ehender zerfallen und zur Bedüngung dienen. Es ist ohne Zweifel bewundernswürdig, daß die Natur difem sonst un- ftuchtbaren Bezirke eine solche Dünggrube zubereitet ; Es ist aber nicht minder merkwürdig, daß man disen verborgenen Schatz entdeket, und desselben sich mit so vielem Nutzen zu bedienen, erfunden hat. Was nun die unermüdeten Landsleute in der Landschaft Turaine durch die mit dem verborgenen bUlum angestellte Versuche zu ihrem grossen Nutzen zu Stande gebracht haben, das lehret uns Zwo ganz natürliche Folgerungen aus ihrem Beyspiele herleiten: Denn erstlich werden wir dadurch überzeuget, daß der gütige Schöpfer und Erhalter aller Dinge dem Menschen nicht nur das auf der Oberfläche der Erde sich von sechsten zeigende, sondern auch in dein innern Eingeweide derselben viele , nicht ohne Mühe zu erhaltende Guttahten mitgeteilet habe; demnach folget auch hieraus, daß die Bemühungen derjenigen keine leere und müßige Arbeit seyn, welche sich angelegen seyn lassen, die Tiefen der Erden zu durchwühlen, und die Natur, Kräfte und Wirkungen der antreffenden unterirdischen Geschöpfe durch angestellte Versuche auszu- kundigen, und den Gebrauch und nützliche An- G 3 wen, ivr Natürliche Merkwürdigkeiten. Wendung derselben, zu dem gemeinen Nutzen zu erforschen. Wir versprechen uns also von den gütigen Lesern zu seiner Zeit auch eine geneigte Aufname unserer Arbeit, wenn wir, je nach gegebenem Anlast / in den folgenden Versuchen natürlicher Merkwürdigkeiten , uns bemühen werden, verschiedene in unserm Vaterlande entdeckte unterirdische Spuren der göttlichen Macht und Güte zu beschreiben und anzupreisen. ENDE' Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher H. Stück. MMvi SMS Wie ein gefärbtes Glas, dadurch die Heitre strahlt Des Auges Urteil täuscht, und sich in allem mahlt, So thut das Vorurteil, es zeigt uns alle Sachen, Nicht wie sie sind an sich, nur wie es sie will machen. Haller. . - ' ,sW BASEL, Bey Emanuel ThurneysM/ 1770. ( 105 ) Winn Historische Uerkwürdigketten von Wünchenstein. Jejenige Gegen-, in welcher das Schloß und Dorf Münchenstein angebauet worden, ist eine Wurzel des in allen Geschichten so bekandtenJura- gebürg s; seine Grenzen werden verscbiedenlich bestimmet, und von den äussersten Enden des uns benachbarten Blauens , bis an Genf gezogen ; an vielen Orten hat es seinen alten Namen H 2 verlo- 126 Historische verloren, an vielen andern aber denselben beybehalten. In unserer Landschaft, um die Gegend vonRamstein, heiffet es Wasserfall; beyWalden- burg, der lobere Hauenstein; bey Homburg, der niedere Hauenstein; und bey Oltingen, die Schaaf- matt. Diejenigen, welche den Ursprung und die Bedeutung der Namen zu bestimmen wissen, behaupten, * das Wort Jura wolle so viel sagen, als eine Wohnung GOttes, und gründen sich nebst der Lautsähnlichkeit dieses Worts mit dem einen solchen Göttersitz bedeutenden Celtifchen Iou-rag, auf die Meinung der Heydnischen Völker, welche in den Gedanken stuhnden, daß sich die Götter auf den höchsten und dem Himmel gleichsam benachbarten Bergen, bisweilen aufzuhalten beliebet hätten. Es ist dieses kettenweis aneinander Hangende Ge- bürge von solcher Wichtigkeit, daß vielleicht einige Leser hier schon eine umständliche Beschreibung desselben zu finden wünscheten; alleine auf diese Weise wurden wir von der vorgenommenen Ordnung abweichen. Nichts desto weniger aber, solle in einem jeden Stücke unseres Versuches, das dabey nöthige angeführet werden, so daß bey zu Ende gebrachter Arbeit, in dem ganzen Werke eine hin- reichen- * Lockst, v. lü-. Merkwürdigkeiten. 107 reichende Beschreibung aller Merkwürdigkeiten des Juragebürges, so ferne es einen Teil des Basier- gebietes ausmachet, anzutreffen seyn wird. Nach -er Erzehlung der alten Geschichtschreiber schiede der Juraberg die Helvetier und Sequaner von einander; und auch heut zu Tage kau er einigermassen für eine Marchschiede zwischen Burgund und den» Sundgau angenommen werden. Aus diesem Gebürge entstehet, nahe bey einem durchgehauenen Felsen, kierre pertui8 genannt, der Birsfluß, welcher, nachdem er das Münster, Dellsperger-und Lauffenthal durchstrichen, und sich durch den Zufluß etlicher kleiner Bäche vergrößert hat, von Dorneck hinab, Münchenstein vorbeyfliesset, und fich eine kleine Viertelstunde ob i der Stadt Basel in den Rhein ergießet. Obschon nun diser nicht ferne von Dachsfelden in dem Bistumm Basel durchgehauene Felß, als ausser der Landschaft Basel gelegen, unsere Abhandlung eigentlich nicht angehet, so müssen wir dennoch so viel davon bemerken, daß derjenige Römische Kayser oder Befehlshaber, der solche Arbeit verfertigen lassen, darmit keine andere Absicht gehabt habe, als dardurch einen Paß oder eine Strasse zwischen denen Helvetiern, Raurachern und Sequanern zu eröffnen. H z Durch ror -Historische Durch welche Berge nun die Strasse von -isem durchgehauenen Felsen, als einer neuen Wanders- porte in der Rauracher Landschaft, gegangen, ist Aleich vielen andern Sachen, welche in ein so entferntes Altertum«: hineingehen, nicht wohl zu bestimmen. Diejenigen, welche eine Landkarte diser Geg nd vor Augen nemen, können sich hiervon den richtigsten Begriff machen; wenn man aber erwegen will, daß in den ältesten Zeiten, sowohl die Wohnungen als Strassen, den Flüssen nach angeleget worden, so kan man nicht ohne Grunde muhtmassen, daß auch durch den Ort, allwo nun- mehro Münchenstein stehet, als durch eine zu der Rauracher Landschaft gehörige Gegend, eine Straffe von diesem durchgehauenen Felsen her mag gegangen seyn. Dise Erzehlung ziehet sich in die Römischen Zeiten zurücke, und obschon sie mit schriftlichen Zeugnissen nicht kan erwiesen werden, so ist sie dennoch ! wahrscheinlich, und gibet Anlaß zu glauben, daß ! dazumalcn auch einige schlechte Wohnhütten all- - hier mögen gestanden seyn; diese Meinung wird noch mehr befestiget, wen»: man betrachtet, daß die alten Einwohner dieser Gegenden, wegen allzu- gross r Anzahl, sich öfters ausser denselben fremde Wohnungen gesuchet, und dardurch die alte Wohn- stätte von der Menge ihrer Einwohner erleichtert haben. Merkwürdigkeiten. ro- haben. Nun haben sie ohne Zweifel, ehe sie ihre Hütten verlassen, alle fruchtbaren Gegenden eingenommen und bevölkert. Seyn nun die an den Flüssen gelegene Tähler fruchtbar zu nennen; ist difes Tahl, davon wir reden, sechsten von solcher guten Art; ist die Nahrung an den Flüssen durch den Fischfang bequemer zu erlangen, und anbey, wie es scheinet, eine brauchbare Strasse hierdurch gegangen , so können wir mit bestem Fuge diesem Ort Einwohner zuschreiben/ welche solchen in den ge- meldten Zeiten angebauet haben. Wir zehlen sie aber billig zu den Raurachern, und glauben nicht ungegründet zu seyn / wenn wir muhtmassen, daß zu dem in unserm ersten Versuche angeführten Feldzuge auch einige Mannschaft von diesem Orte mitgezogen, und die aus Holz und Stroh verfertigten Wohnungen, der süssen Hoffnung grösserer Glückseligkeit, durch das Feuer aufgeopfert habe. Da es aber etwas ungereimtes wäre, bey einem jeden Dorfe alle Begebenheiten, welche ganzen Ländern gemein seyn, oder auch nur viele Dorf- fchaften zugleich berühren, anzumerken, als wenn es eine besondere Geschichte für den abgehandelten Ort wäre; so wollen wir dasjenige, welches der Rauracher Landschaft, als unserm vätterlichen H 4 Grund n» Historische Grund und Boden zukömmt, bis zu einer andern Abhandlung aussetzen; und da eine Geschichte viele Dorffchafttn zugleich angehet, solche an dem Orte anführen, wo es sich am besten fügen wird. Dasjenige, was uns unser Baslerische Geschichtschreiber von Münchenstetn meldet, ist folgendes: „ Münchenstein, sagt er, ist ein gut Schloß, „ samt einem Dorf darunter; vast zu unterst an „ dem Gebürg; ist vor Zeiten der edlen München __-4--Lehenhaus gewesen, von der Grafschaft Pfird. ,, Graf Ulrich liehe es Hartmann Münch und „ Cuntzmann seinem Sohn im Jahr 1324. inwel- ,, chem Jahr bemeldter Graf mit Tod verblichen, „ und seine Herrschaften an die Fürsten von Oester- „ reich kommen seyn. Cunrad Münch vonLöwen- „ berg und Hiltrud sein Gemahl verpfändeten mit „ Bewilligung Ertzhertzogs Sigmunds im Jahr „ 1470. der Stadt Bafel Münchenstein, uud wie- „ wohl ermeldter Edelmann hernach im 1493. „ Jahr von König Maximilian, als Grafen zu „ Habspurg und Pfird, Erlaubnuß bekäme, auf „ andere von ihm herrührende Lehen aufzunemmen ! „ und dise zu ledigen, blieb es doch anstehen, bis „ es letztlich Dürring Münch mit hochermeldt Jh- » ro Käyserl. Majestät Jawort der Stadt Bafel für eigen zu kauffen gäbe. Wie Merkwürdigkeiten. n r Wie nun Münchenstein ein Lehen von den Grafen von Pfirdt möchte gewesen seyn, wie es unser Geschichtschreiber vorgibt, verdienet um so viel mehr eine genaue Untersuchung, als sonst von di- sem Umstände nirgends keine sichere Merkmale zu finden seyn. Um nun, so viel als möglich, von dunkeln Geschichten einen heitern Begrif zu geben, wollen wir in die ältern Zeiten zurücke gehen, und unter, suchen, wer vorhin dise Gegend möchte beherrschet haben: In unserm ersten Versuche über Muttenz, aus Anlasse des Wartenbergs, wird erzehlet, wie die Herren von Homberg dieselbe inngehabt haben, und wie, als dise ausgestorben, die Grasen von Habspurg solche Erbschaft angesprochen, dieHer- tzogen von Oesterreich aber, als mächtigere Herren, mit denselben die Güter dern von Homberg geteilet haben, also daß auch dise Grafen pondenHertzo- gen das ererbte meistenteils zu Lehen empfangen mußten. Nun waren die Herren von Homberg ein vorne- mes Geschlechte, und besassen das Sißgöw, welches sich unstreitig über die Lage von Münchenstein erstreckte, indem in des Sißgöws ältesten Land- marchen auch Dorneck mit begriffen ist. Da nun besagte Grafen von Hombexg mit den Grafen von H 5 Hab- -Ast-ruche Habspurg befteundet waren, kan man mühtmäfien, Laß die Burg Münchenstein von ihnen einem Hab) spnrgischen Grafen zur Ehesteür oder auf andere Weise übergeben worden sey, welche nachwerts, als etwan im Jahre > i zo. da GrafJohannes von Pfirdt Richensa von Habspurg zur Ehe genommen, an dise Grafen gelanget. Dise unsere Gedancken aber werden nur zu dem Ende angeführet, weilen die Worte Wursteisens hierzu uns den Anlaß gaben, da sonsten niemand dartuhn wurde, daß Münchenstein von Pfirdt abgehangen habe, und es gemeiuiglich als ein Österreichisches Lehen, auch in denen Zeiten, worden hier die Rede ist, angesehen ward. Wie aber die Grafschaft Pfirdt, nachdeme GrafUlrich, als der letzte feines Stammens, in dem Jahre 1324. zn-Basel verstorben, an das Haus Oesterreich gekommen, kau aus denen Geschichtschreibern, welche disen Umstand besonders behandelt haben, genugsam ersehen werden. Wir kommen nunmehro auf die Befitzer von Münchenstein, und erweisen, wie solches Lehen nach und nach an die Stadt Basel rechtmässiger Weise gebracht worden sey; Doch müssen wir zuvor anmerken, daß die Rechte der Burg und Verbürg Münchenstein, welche die edeln München von Merkwürdigkeiten. iiz Münchenüein Lebensweise inqchabr, allem in dem Bahne dieses Dorfs, des Dorfs Murteiiz, des Wartenbergs, und einem kleinen Teile der Hard bestanden , wie solches nachwerts bey der Verpfändung an Basel mehrers ausgeführet werden soll. Es scheinet, daß zu den Zeiten der Grafen von Honberq, welcher Name nachwerts in Homburg verwandelt worden, die Burg und Verbürg Mün- chenstein samt dern Zugehörden, wie sie in den alten Schriften genennet wird, bis nach dem Tode dtser Grafen nur einen einzeln Besitzer gehabt habe. Wir finden, daß hierauf die Burg München stein dem Hause Oesterreich zugefallen, hingegen Muttenz, Wartenberg, ein Teil der Hard und die Wäiden zu Brüglingen, als Lehen von Oester. reich, den Grafen von Habspurg geblieben, und zwar ohngefehr von dem Jahre i zoo. bis 1415. da die Grafen von der Habspurg. Lanffenbergischen Linie abgestorben, und also deren Güter an die fürstliche Habspurgische Oesterreichische Linien gefallen seyn. JndemJahre 1322. verkaufte GötzmannMünch dem Lütold Münch diese Burg, mit Leuten, Gütern und Zinsen, mit Bewilligung des Oberherrn. Dieses Lehen aber muß dazumalen sehr verteilet gewesen "4 Historische gewesen seyn, Massen um das Jahr i z zo. auch an, dere Geschlechter Teil daran hatten, und besonders die Schaler von Bencken, die Zinse diß - und jenseits der Birst besassen, Die edeln München blieben aber beständig in dem Besitze von Münchenstein, zogen allgemach alles davon entzogene wiederum zuhanden, setzten sich in diesem ihrem Lehen feste, und brachten in dem Jahre 1374. auch die zu Muttenz gelegenen Wartenbergischen Lehen an sich; welche letztere sie aber im Jahre 1395. an Jacob Zybold von Basel übergaben, jedoch etliche fünfzig Jahre hernach solche wiedrum einlöseten, und also alle diejenige Lehengüter an sich brachten, wie solche vermuhtlich vor dem Tode der Herren von Homberg oder vor der auf die Erlöschung ihres Geschlechts erfolgten ! Teilung beschaffen waren. Nach dem Absterben eines zweyten Lütolds Mün- > chen fielen bist Lehen im Jahre 1412. auf Hart- , mann, Thürring und Götzmann Münch. Und da Herzog Friedrich schon in dem Jahre 1 408. dist ^ Lehen zu verpfände» bewilliget hatte, so wurden solche an die Stadt Basel verpfändet, wie fich denn deutliche Spuren finden, daß die Stadt in den Jahren 1414. und 141s. solche pfandsweist befasse. In Merkwürdigkeiten. n? In dem Jahre 142z. kamen dise Lehen in der Person Hans Thürring München wiederum zusa- men; und im Jahre »452. fielen sie auf die zween Brüder Hans und Cunrad Münch, also daß dieses Lehen wiedrum geteilet ward, und Hansen die Muttenz - und Wartenbergischen, dem Cunrad hingegen die Münchenßeinischen Lehen zufielen. Weilen aber diese Brüder wegen ihrem gemeinen Erbe und denen darauf haftenden Schulden in grossen Streit geriehten, so entstuhnden zwischen ihnen auch die grössesten Verbitterungen, und einer verfolgte den andern aufdas heftigste. Da fie aber beyderseits von der Stadt Basel viele Guttahten empfangen hatten, anbey die Stadt auf ihre Lehen , wegen dargeliehenen Geldern, auch Ansprach hatte, so erwehlten fie selbige zu ihrem Schiedsrichter, welche auch ihre Streithändel dergestalten glücklich entschied, daß der Spruch von dem Landsgerichte zu Enstsheim bestätiget ward. Hierauf gelangte Cunrad Münch zu dem Befitze alles desjenigen, was von dem Münchensteiner Lehen abhienge; und da die Stadt Basel schon einiges Geld mit Einwilligung des Lehensherrn darauf vorgeschossen hatte, und dazumalen noch mehrers zu Tilgung der übrigen Schulden dargab, so ward in dem Jahre 1470. der Stadt Baftl ih- n6 Historische re Pfandschaft zu nutzen eingeräumt, und von den Untertahnen derselben gekmldiget; die Stadt setzte also diser Pfandschaft um solche zu beftrgen, noch in disem Jahre den edlen Claus von Pietertahl vor, und auf ihn folgte im Jahre 1472. Bern- i hard Sürlin, Ritter. ! i Es hatte zwar, kraft -er damalen errichteten Verkommniß,Conrad Münch die auf Münchenstein haftenden Schulden abzahlen sollen; da aber solches nicht erfolgte, dieser edle Münch allzeit mehr Geld aufname, auch die Stadt sechsten in den Jahren 1471. und 1477. mehrers darliehe, und die sämtlichen dargeliehenen Summen, nach der Schätzung selbiger Zeiten, den Werth der Pfandschaft weit überstiegen, so beschwärte sich die Stadt über alle fernere Geldaufnahm, mid die damit verknüpfte Verpfändung des von ihro schon genugsam bezahlten Pfandes. Cunrad Münch, damit er ein für allemal seine, dnrch den in damaligen räuberischen Kriegszriten crlidtenen Schaden, sehr gehäuften Schulden tilgen möchte, wandte sich zu seinem Leheuherrn, und begehrte von ihm die Erlaubniß, dis sein Lehen der Stadt Basel zu verpfänden, welche Bewilligung ^ er auch in einem von dem Erzherzog Sigmund am Samstag vor St. Andrea Tag des 1478. Jahrs <- zu Merkwürdigkeiten.' n? zu Botzen gegebenen Briefe, erhalten/ und darauf sein Lehen ohne Ausname mit den kräftigsten Verbindungen / nach Empfang einer Summe Gelds zu einer beständigen Verpfändung übergeben, abgetreten, und vollkommen eingeräumet hat. Das Instrument hierüber ist auf Montag nach dem Sonntag Reminiseere in der Fasten des Jahrs 1479. gestellet, und enthält überhaupt folgendes: Daß Herr Cunrad Münch von Münchenstein, mit Bewilligung aller seiner Anverwandten / dem Bürgermeister und dem Rathe der Stadt Basel, seinen lieben Herren und guten Freunden, die seinen Vorfahren und ihm viel liebs und manigfaltige Treue, Liebe und geneigten Willen, in allen Nähten bewiesen haben, das Schloß und Vorburg Münchenstein, die Burgstahl vorder und nieder Wartenberg,das DorfMuttenz und Münchenstein, auch alle darvon abhängende Rechte, Gerichte, Zinse und Einkünfte, die Hardt rc.rc. und einige anderwerts gelegene Zehnden, und alles was er lehensweise besessen, dergestalten verpfände und übergebe, daß sie in dise Pfandschaft vollkommen sollen eingesetzet seyn, Vogt und Burgvogt bestellen, und selbige durchaus nutzen und beständig besitzen sollen. Hierauf bestellte die Stadt Bafel, aus guter Gewo- H8 Historische Gewogenheit , für so lange als es Jhro belieben ! wurde, diesen Conrad Münch zu ihrem Vogt zu ! Müuchenstcin. Da sie aber ihm dise Vogtey wich- ! tiger Ursachen halben in dem Jahre 1482. wie- l drum abgenommen, und dem Claus Herr aufgetragen hatte, vergaß Cnnrad Münch aller von der Stadt vorhin empfangenen Gnttahten, und nam sich vor, ohne zu überlegen, daß er die Schulde seines Schicksals sich alleine zuzuschreiben hätte, sich in seiner Erbitterung an der Stadt zu rächen. Zu dmi Ende wandte er sich zu der Stadt Soloturn, und name wider sein getahnes heiteres Versprechen und die deutliche Verschreibung, diese Pfand- schaft mit keinen Schulden mehr zu beladen/ von selbiger noch eine zimliche 'Summa Gelds auf' machte auch derselben Hoffnung, jhro dieses der Stadt Basel schon verpfändte Lehen zu verkauffen; welches ebenfalls wider den offenbaren Jnnhalt der Briefe war. Dise Taht gab also den beyden Städten einen un- vermuhteten Anlas zu einiger Mißhelligkcit, welche nachwerts in offene und tahlliche Feindseligkeiten ausbrach: Die Stadt Soloturn wollte sich in den Besitz von Münchenstein einsetzen; die Stadt Basel aber ihre schon längst erworbene, bestens gegründete und gültig verschriebene Pfandschaft nicht aus Handen lassen. Hierauf ergriffe einige Solo- turnische Merckwürdigkeiteri. 11 - turnische Mannschaft die Waffen, belagerte das Schloß Münchenstein, wiewol vergebens,und plünderte einige dort herum gelegene Dörfer aus. Da aber sowol der Erzherzog Sigmund, als die Städte Zürich, Bern, Lucern, Uri, Schweitz, Unter- walden, Zug, Glarus und Freyburg, die Taht des Cunrad München mißbillichten, so ward, da Soloturn und Basel übrigens einander sehr wohl gewogen und gute Nachbarn waren, auch nur von dem drittenManne wider einander aufgebracht worden , diser Krieg auf das bäldeste beendiget, und mit Einwilligung des Lehenherrn, an demSamstage vorSt.Galli i486.dahin verglichen: Daß die Stadt Basel der Stadt Soloturn diejenige Summe Gelds, so Cunrad Münch von ihro empfangen, wiedrum ersetzen; die Stadt Soloturn hingegen die gemachte Beute und verursachten Schaden gutmachen solte. Auf diese Weise ward die, einiger Massen gekränkte Freundschaft, unter Visen getreuen Nachbarn und Verbündten wiedrum hergestellet, von Cunrad Münch aber weiter nichts ausgerichtet, als daß er sich beyder Städte Feindschaft auf den Hals geladen hatte. Cunrad Münch starb in dem Jahre 149z. und Basel bliebe in dem ruhigen Besitze von Münchenstein bis in dem Jahre 1500. da von dem Röm. König Maximilian, als Erzherzogen von Oester- I reich i2o Historische reich, die München unter andern Lehen auch mit dem Lehen von Münchenstein belehnet wurden. Weilen aber die Stadt Basel, an welche München- stein, wie vorhin gemeldet, mit Bewilligung des Hauses Oesterreich pfandsweise übergeben worden, und welche kraft difer Uebergab in dem Besitze war, anbey die alten Lehenbriefe hinter sich hatte, von ihrem erlangten Rechte auf keine Weife nicht abweichen wolte, und die München dise Belehnung von dem Erzherzogen, dem Inhalt der Briefe zuwider, auszuwürcken gewußt hatten, so entstuhnde über difer Begebenheit ein Federkrieg, welcher bis in das Jahr isis. fortgedanret, da die drey Brüder Hans Thürring, Jacob und Matthis Münch genant Löwenberg, als einzele Ansprecher dises Lehens, kraft einer Verschreibung an dem Tage der H. Creutzeserfindung dises Jahrs gegeben, aller Ansprache aufMünchenstein, und was darvon abgehangen, sich begeben, ihr Lehenschafts-recht, so auf vorgemeldte Weise vielfältig verpfändet war, vollkommen aufgesagt, und kraft eines ewigen Kaufes, wie die Ausdrückungen lauten, für sich und ihre Erben aller Ansprache verziehen haben, mit dem Versprechen, die vollkommene Befreyung von dem Hause Oesterreich selbsten auswürcken zu helffen. Woraufsich dann Jacob Münch,mit genügsamer Voll- Merkwürdigkeiten. irr Vollmacht von den übrigen München versehen, in Begleitung eines Gesandten von Seite des Stands Basel, zu dem Kaiser Maximilian, als Erzherzogen von Oesterreich, der damalen zu Augspurg sich aufhielte, verfügte, und alda den Freyheils-und Ledigungs-Brief, darinnen sich das Haus Oesterreich alles Rechtens auf Münchenstein, und was darvon abhänget, für ewig begibst, unterm is. Augstmonats des 1517. Jahrs erhielten. Damit aber nicht etwan fernere Anforderungen in künftigen Zeiten entstehen möchten, so warden auch die über den Empfang, der an besagte Prüder bezahlten Summen, errichteten, und schon Samstags vor dem Sonntag Exaudi des Jahrs isis. zur Unterschrift gekommenen Quittungen, durch eine fernere Verzicht oder Uebergabsbrief, auf Montag unserer lieben Frauen Lichtmeß in dem Jahre is18. bestätiget, der Stadt Basel der Besitz auf ewig bekräftiget, anbey mit Bewilligung obgedachten Kaisers, welcher in feinern Wrlibrief mehrers zu verkauffen gestattet, als in denen Verpfändungen begriffen war, die Würden zu Brüg- lingen, der Zoll an der Ergelzbruck, einige ausser der Stadt Basel Bottmäffigkeit gelegene Zehnden diser Stadt käuflich überlassen, und hierauf von ihro alle auf disen Gütern haftende Schulden abbezahlet. I » Wie r22 Historische Wir sollen hier nicht unbemerkt lassen, daß in disem letzten Briefe annoch deutlich enthalten sey, daß die München alle über Münchenstein habende Schriften der Stadt Basel herausgeben, auch diejenigen Schriften, so künstigshin erst hervorkommen , und in der München Handen seyn wurden, denen von Basel keinen Schaden, und denen München keinen Nutzen bringen , sondern kraftlos seyn sollen; also daß sie sich, um mich der Worte des Instruments ferners zu bedienen, alles Rechtens, alles Erdachts, so hierwider eingewendet werden möchte, aller R.elliwtion, ll.el-rxation und Oispenlll- tion auf das förmlichste begeben. Da nun dises wichtige Geschäft auf solche Weise gänzlich beendiget, und der Stadt Basel ruhiger Besitz auf ewig befestiget worden, fand sie für gut, zu dtser erkauften, in denen Bähnen Münchenstein, Muttenz und Brüglingen bestehenden München- steiner Herrschaft, annoch die Dorfschaften Brat- telemBielbenken, Bottmingen und Binningen beyzufügen,und Visen sämtlichen, fürohin die Landvogtey Münchenstein ausmachenden Dorfschaften, einen Obervogt vorzusetzen.DiseVögtey wird nunzumalen alle acht Jahre mit einem neuen Obervogt, der aus der Bürgerschaft durch den grossen Naht erwehlet wird, versehen, und ihm in Gegenwart des jeweiligen neuregierenden Herrn Obersten Znnft- meisterö, eines Herrn des kleinen Rahts, und des Herrn » Merkwürdigkeiten. irz Herrn Rathschreibers, von den Unterthanen ge- huldiget; da dann bey solcher Feierlichkeit alle ver- heurahtete und ledige Mannspersonen der ganzen Beamtung, welche 18 . Jahre und darüber alt seyn, zu Münchenstein zusamen kommen, und nach vcr- richtetemGottesdienste dieAbgcordneten deöStands sich auf ein auf dem Platze, unten an dem Schlosse zu Münchenstein, vor der obrigkeitlichen Wein- presse , errichtetes Gerüst erheben, und nach einer von dem Herrn Obersten Zunftmeister an die Unterthanen gehaltenen Anrede, der Evd der Treue und des Gehorsams von der sämtlichen anwesenden Bauersame geleistet wird. Ehe wir nun zu dem Verzeichniß der Obevvögte schreiten, wollen wir annoch von dem Geschlechte der München anmerken, daß selbiges, ohngeacht es aus einem Stammen entsprossen, sich dennoch in sehr viele Aeste zerteilet, und dessen verschiedene Linien meistenteils von ihren Wohnplätzen und Schlössern, so sie besassen, die Zunamen getragen haben, wie solches aus denen Geschichtschreibern hin und wieder zu ersehen. Nun folget die Verzeichniß der Obervögte auf Münchenstein, welche in des Standes Basel Namen diese Vogtey verwaltet haben: Auf die bey Beschreibung der Pfandschaft auf Münchenstein angezogene I 3 Claus 124 l Historische Claus von Pietertahl, welcher 147a. Bernhard Sürlein, welcher 1472. Cunrad von Löwenburg, welcher 1478. und Claus Herr , welcher in dem Jahre 1482. Münchenstein vorgesetzet worden; folgten noch in gleichem Jahre Leonhard Jselin, und Johannes Erhard, welcher eines Schafners Stelle vertrat. In dem Jahre 1500. wurde zu einem Obervogt erwehlet: Anthoni Spengler, isoz. Jacob Jselin, Junker, r;o 6 . Franz von Offenburg. islo. Georg Schönkind, Jnnker. AndreasBischof, desRahts. 1522. Balthasar Hildenbrand. 152^. Ludwig Züricher, desRahts. 1528. FridlinGros, desRahts. 1^29. Bernhard Fritschin. rsZ2. MarxHeidclin. isZ7. ThümngHug. 1548. Hans RudolfHermann, genant Har- der; Er war ein guter Jäger, dahcro ihm Merkwürdigkeiten. 125 ihm ein gewüsses in Frucht zu Erhaltung einiger Jagdhunde gegeben worden, um auf jeweiligen Befehl, so oft die Obrigkeit Hochgewild brauchen wurde , solches aufhetzen und erlegen zu können. 1552. ChristofOffeuburg, Junker, starb in gleichem Jahre. 1552. Hans Brand, des Nahts. 1558. Bernhard Falkner; ward wiedrmn des Rahts 1563. 1564. AndreasSpörli«, desNahts. 1577. Hans Oberried, desNahts; ward wiedrum Rathsherr 1579. is8o. Hans Jacob Keller, desNahts, war vorhin Vogt aufHomburg. 1586. Hiob Mter, desNahts; ward wiedrum des Rahts 1594. -595. GeorgSpörlin, desNahts. 1602. SamuelUebelin, desNahts. 1609. Hans Heinrich Steiger, desNahts. 1618. Hans Jacob Bndinger, des Rahts, unter welchem die Vierzel Korn 2z. Pf. und die Vierzel Hadern 15. Pf. Gelds gegolten; also daß in dem Jahre 1622. I 4 auf Historische auf uutertähniges Bitten -er Gemeinden diser Landvogtey, die Obrigkeit, aus landsvätterlichem Erbarmen, denselben viele Früchten zu ihrer Erhaltung zukommen ließ. -624. Daniel Falkner, des Rahts, ligt zu Münchenstein begraben. iszs. Daniel Ryf, der jünger, des Rahts. 164s. Hans Balthasar Burkhard, gewesener Schuldtheiß der mindern Stadt. 1656. Daniel Burkhard, des obigen Sohn; Ihm ward die Landvogtey, aus besondern Gnaden, auf vier Jahre verlängert. 1670. Sebastian Socin, welchem gleiche Gnade widerfuhr. i68z. Remigius Frey, des Rahts. >694. Bernhard Burkhard, vorhin Haubt- mann in Französ. Diensten und Schuldtheiß der mindern Stadt; ward hernach des geheimen Rahts, und Deputat der Kirchen und Schulen. 1702. Hans Heinrich Beck. Benedict Sorin. 1718. Haus Heinrich Brenner. 1726. Hans Jacob Fäsch, zuvor Wechselherr. i7?4. Johann CbrisiofRohner, ligt zu Münchenstein begraben. - 74 ». Merkwürdigkeiten. 127 1741. Herr Jsaac Merlan, vorhin des gros- Rahts. 1748. Herr EmanuelFäsch, ss v. I.. erwehl- ter Obervogt. Es erfordert nun die Ordnung, daß wir zu der Beschreibung des Schlosses und Dorfes München, stein sechsten schreiten; welche in den alten Schriften die Burg und Vorburg Münchenstein genant werden. Beyde seyn in Ansehung der Stadt Basel vollkommen gegen Mittage gelegen, und eine Stunde davon entfernet. Warum difer Ort also getrennt werde, ist eben mit keiner Gewißheit zu sagen. Durch das Wort Stein wird ohne Zweifel auf den Felsen gedeutet, darauf das Schloß gegründet steht, und ist also Münchenstein so viel, als eine Wohnung der München; ob aber geistliche München oder Ordensleute zum ersten auf disem Felsen eine Hütte gehabt, und, da nachwerts das Schloß dahin gebauen worden, demselben ihren Namen hinterlassen; oder ob es einen andern Namen gehabt , und erst Müncbenstein genennt worden, da die edeln München dahin gekommen, stehet annoch zu untersuchen. Die in dem Anfange difes Versuchs angeführten Gründe geben disem Orte schon in den ältesten Zeiten Einwohner. Wenn aber die Burg, oder das I 5 Schloß , t28 Historische Schloß, oder die Vorburg, das nnnmalige Dorf angeleget worden, kan nicht gewiß gesagt werden. Daß Münchenstein schon zn der Grafen von Homberg Zeiten gewesen, ist vorhin erwiesen worden. Und wer wölke doch der Bnrg nnd Vorburg Münchenstein ihr Mertumm streitig machen, da dessen Lage ein »«gemein guter Paß ist. Das Schloß ist auf einem steilen und erhabenen Felsen erbauen, dessen Wurzel sich bis an die Strasse erstrecket. In dem Erdbeben des Jahrs 1356. ward es sehr beschädiget, nachwerts aber alsobald wiedrmn hergestellet. Die neuen Gebäude, so sich darbey befinden, besonders das Hintere Schloß, warben erst in der Zeit aufgeführet, da Münchenstein an die Stadt Basel verkauft worden, welche zn verschiedenen Zeiten viele Unkosten darauf verwendet hat. Der grosse mit Mauren umgebene Hof, gegen Basel, wird der Greiner genant. Die Ursach dieser Benennung bleibet eine Nätzel. Neben den Schloßfelsen ziehen sich die Grachen oder treffen Gräben, welche teils von Natur, teils durch Kunst, gemachet worden, wie zween ausge- dähnte Arme hinab, bis zu Ende derjenigen Anhöhe , worauf das Dorf angebauet ist. An Visen Gräben, wo die Lage eine Ebne ausmachet, stehen Merkwürdigkeiten. 129 hen die Thürme, unter welcher, sich die Tohre, wor- mit vormalen Liser Ort beschlossen worden, befinden. Bey dem an dem Thore gegen Basel stehenden ! Pfarrhause kan man deutlich abnernen, wie der I Schloßstlse sich weiter gegen den Birsfluß hinunter ziehe, und also in der, ältesten Zeiten müsse durch- ! brochen, und die Oefnung zu einem Durchgänge ! allda gemacht worden seyn. Das nunmalige Dorf Münchenstein ligt unter dem Schlosse, auf einer Anhöhe in Ansehung der Wiesen / welche sich an dem Gestade des Birsflns- ses befinden. Es ist mittelmässig r Grösse, bestehet meistenteils in einer langen Gasse, welche von einem Tohre zu dem andern gehet, und darinnen keine Strohhütte anzutreffen ist. Wir können nicht wohl behaubten, daß es vorhin vollkommen mit Mauren umgeben gewesen, ohngeacht man nahe an dem Ende diser Anhöhe schon viele Ueber- bleibseln von Mauren gefunden; dennoch ist es z gewiß, daß Münchenstein ein beschlossener Ort wäre, welcher auf der Anhöhe gegen die Birst, , unten an denen Thürmen, mit Schutzpfählen best- ; tzet, und also vollkommen eingeschlossen stuhnde. ; Es finden sich gegenwärtig auch verschiedene Ge- ! bände ausser denen Tohren, und sitzet man an der Straffe gegen Arlesheim noch ein altes Haus, so zürn IZO Historische zum teile auf Säulen stehet, welches aber dismal in zwey Wohnhäuser abgeteilet ist, und vormalen die Wohnung einiger Edelleute, vermuhtlich derer von Petri gewesen seyn mag. In dem Dorfe stehen die Stallungen und Korn- häuser, welche zu den landvögtlichen Gebäuden gehören, wie auch eine obrigkeitliche Weinpresse, welche in dem Jahre 1560. erbauet worden. Auf dem weiten Dorfplatze stehet ein von gesundem und in dem nahe gelegenen Berge entspringendem Quellwasser, mit zwoen Röhren lauffen- der Brunn. Das Schloß hat gleichfalls einen lebendigen Brunn, und der dritte befindet fich in dem zu da- figem Pfarrhause gehörigen angenehmen Garten. Die Kirche steht ausser dem Umfang des Dorfs Münchenstein, an der Seite gegen Basel, aufei* ner kleinen Anhöhe, wird von einer den Gottsacker bewahrenden Mauer umgeben, und hat einen ansehnlichen Thurm. Ihre Erbauung muß zweifelsfreo in diejenigen Zeiten gesetzet werden, da der christliche Glaube schon Wurzeln gefastet, und dessen Bekenner diser Gegend sich in so gutem Stande fanden, daß aus dero Merkwürdigkeiten. izr dero Beysteuer eine Kirche konnte erbauet werden. Gleichwie aber die Pflantzen nicht alsobald zu ihrer Vollkommenheit kommen; so ergehet es auch vielen Gebäuden, welche erst in der Folge der Zeit in einen vollkommenen Stande gebracht werden. Dise Kirche ward besonders in dem Jahre i6iz. ausgebessert, erhöhet, und in dem Jahre 1719. erneuert, und in den gegenwertigen Stande gesetzet. Die wenigen Stiftungen, welche annoch vorhanden seyn, zeigen, daß die edeln Schaler von Denken, und verschiedene Bürger von Basel, derselben viel gutes erwiesen haben. Die ligenden Güter, welche ihro annoch zugehören, seyn der nebst einigen Aeckern disseits der Birst gelegene Eichwald ; welche, als zu der Kirchen vergabte Güter, noch auf den heutigen Tage, das heilige Holz und die heiligen Aecker genannt werden. Die Capelle stuhnde bey dem sogenannten Geer- acker. Von der Zeit der seligen Reformation her hat die die Gemeint» Münchenstein nachfolgende Prediger gehabt: rs2s. Johannes Gryneus; er nam die refor- mirte Religion an, und hatte zum Weihe, Anna Holderin. 1528, Historische 1528. Hieronymus Güntz; kam im Jahre 1535. nach Rümliligm. -538. Peter Brcm; kam alsobald naher Ol- tingen. -sZ8. Jacob Jmmelin. »542. Sebastian Nübling. 1549. Johann Erhard Battmann; kam naber Lausen : ward im Jahre 1552. Helfer bey St. Peter. lssz. Ludwig I^eopa6lu8, genannt Bratpfanne ; ward Helffcr in der mindern Stadt. -555. Hans Ludwig Hummel; kam im Jahre 1559. ttcherRohtenstue. - 560. Erasmus Zimmermann. , 562. Georg Geyler, vonRufach; kam naher Rümlingen. ,569. Wolfgang Fries, vorhin Prediger zu Muntzach. 157z. Signnmd Kühn; ward Pfarrer zu St. Elsbethen. 1588. Jacob Möfchlin; kam naherKilchberg. 1597. Emanuel Jselin; kam naher Bretz- weil. 1607. Ulrich Leücht; starb im Jahre rsio. an der Pest. Merkwürdigkeiten. izz i6n. Fridrich Koch; kam naher Tennicken. 1618. Fridrich Schwartz; vorhin Alinitter ^Laäemicus; kam naher Langenbruck. i62O. N. Johann von Iarob Gryneus. 1624. iVl. Johannes Ritter. isz8. Adam Kubier; zuvor Prediger bey St. Margrehten. Unter ihm, und zwar in dem letzten Jahre seines Lebens, brachte Herr Hanbtmann Petri aus Catalo- nien eine Türkische Sclavin mit sich, welche i z. Jahr alt war, und zu Mün- chenstein getauft, und Maria Marga- rehta genannt ward. i6sa. N. Fridrich Ryf; zuvor Prediger zn Langenbruck. 1658. iVl. Albrecht Beck. 1662. Al. Ich. Rudolf Dietrich; vorhin Prediger zu St. Margrethen, nachwerts zu Bratteken. 1668. ül. Johann Gerriler. 1684. ÜI. Mathias Mangold; ward oberster Helfer an dem Münster in Basel. 1692. ül. Caspar Ballier. 1718. Johann Lindenmeyer, der erste Prediger, so durch das Loos erwehlt worden. Unter ihm ward allhier das Jub;- rZ 4 Historische ffubilreum ^e 5 ormstionl 8 , oder das Wie- dergedächtniß der eingeführten Kirchen- Verbesserung, im Jäner des Jahrs 1719. mit Beten , Predigen, und andern gottesdienstlichen Übungen, zween Tage nach einander begangen, lyzr. N. Onofrio Stähelin; nachmals Pfarrer zu St. Alban in Basel. i?Z 7 . Kl. Johann Balthasar Bleyenstein, welcher mit vieler Liebe und Sorgfalt das Heil der Ihm anvertrauten Gemeinde befördert. Die Fruchtbarkeit der disem Dorfe Münchenstein zugehörigen Gegend betreffend, so ist die Ausheule von den hin und wieder gelegenen Gütern sehr verschieden. Auf der Seite von Münchenstein ist das Ackerfeld, sowohl als die Wiesen, weh fruchtbarer, alsdiffeitsderBirse. Und wenn alles Ackerfeld von gleicher Güte wäre, so wurden die Einwohner von Münchenstein an dem Getraide keinen Mangel haben; was ihnen aber etwan in spahrsamer Erndte abgeht, das wird durch den Ertrag des Weingewächses reichlich ersetzet. Die Reben an dem Gebürge haben den Vorzug; und findet man, daß derselben schon in dem vierzehnden Jahrhundert gedacht wird. Dem Anbau des Wie- senwachses muß, wie jederman weiß, ein späteres Alter- Merkwürdigkeiten. rz? Altertumm beygelegt werden; und dessen haben die Münchensteiner so viel, als zu ihrer Noht erfordert wird. Ihre Wiesen seyn mit vielen Obsbämnm besetzet; derselben überflüssige Früchte wissen die Einwohner dises Dorfs mit Bequemlichkeit und Nutzen zu verkauffen. Vor Zeiten hatte der Landmann wenige Wiesen allhier, weilen viele derselben in obrigkeitlichen Handen waren, allein solche seyn aus landsväterlichcr Güte verkauffet/ und auch in dem Jahre 1689. und 1741. einige Hochwaldsplätze auszureuten, vergünstiget worden; daher kömmt es, daß itzt die Viehzucht in disem Dorfe zimmlich angewachsen, und reiche Nahrung erteilet ; Da übrigens wegen dem Birsfluffe eine grosse Menge der biegsamen Weiden hier aufwachsen, so wissen sich die Bauren auch Visen Umstand zu Nutze zu machen, und verfertigen eine grosse Anzahl Körbe von verschiedener Art und Grösse, welche hin und wieder wohl verkauft werden. Die zu dem Dorfe Münchenstein gehörige Waldungen seyn folgende: Die Waldung bey dem Jnsulanischen nunmehrö - Weißischen Landgut an der Birsbrucke, wird der Eckenstein genannt, ist mit Eichen und einigem Gestände bewachsen, ziehet sich dem Aspegraben, , bem Dorfe Muttenz, und dem Gruht zu. K Die rzs Historische Die Winterhalde, ist mit Buchen und einigen Eichen angefüllet; sie erstrecket sich bis an den Ar- lesheimer Bann; bey denen hier anligenden Stein- gruben , oben an dem Dorfe, werden zuweilen diejenige Art Erdfchwämme, welche Trüffeln genant werden, ausgegraben. Disseits des Virsflusses ist der sogenante Bogen- rein, der bis in die Aue gehet, welcher mit Eichen und kleinem Gebüsche bewachsen ist. Die Aue, so sich an den Reinacher Bann erstrecket, hat gleiches Gehöltz, und ist der gemeine Waidgang ihrer Viehheerden. Hier werden gleichfalls Trüffeln gefunden. Endlich Das Bruderholz, so mit Eichen und Fiechten besetzet steht. Die Landgüter, welche in dem Münchensteiner Bann sich befinden, seyn alle, ausser Brüglingm, welches bey der Abhandlung von St. Jakob vorkommen wird, auf denen Kupferblatten angemerket. In den alten Urkunden wird des untern Gruhts, in dem Jahre ,532. und des Gestads bald hernach, gedacht; das Landgut an der Bruck aber, ist wohl das älteste. Das Landgut im Aspe, ward um das Jahr 1680. Merkwürdigkeiten. 1^7 i68o. und das obere Gruht ohngefehr 1712. angeleget. Ansehen diser, jenseits der Birs ligenden Seite , findet fich noch ein Landgut, welches das Pe- trinische Lehen, oder Rütinhardt, genant wird. Mit disem hat es folgende Bewandtniß: Diser Platz wäre vor dem Jahre 1400. ausser wenigen Wiesen, vollkommen mit Holz bewachsen, und wird dahero in den ältesten Schriften allein mit dem Namen des Rohtbergerholzes beleget. Wir vermuhten, daß dises Gut vormalen zu der Erbschaft derer von Homberg gehöret habe, nachwertS, auf vorerzehlte Weise , an das Haus Oesterreich gekommen, und von demselben denen Edeln von Rohtberg zu Lehen gegeben worden; welches auch das einzele ligende Gut, in der Bottmässigkeit des Standes Basel ist/ welches einen fremden Lehenherrn erkennet. Die von Rohtberg haben solches auch eine lange Zeit in Besitz gehabt. Arnold von Rohtberg erhielte in dem Jahre 14s z. von seinem Lehen- herrn eine LxtenLon, oder die Freyheit, daß discS Lehen auch auf seine zwo Töchtern Greht Anna, so an Peter Rich. und Engeli, so an Petermann von Andlau verheurahtet waren, fallen sollte; der- gestalten, daß besagtes Gut auf beider Töchter K 2 manns- iz8 Historische mannsstämmigen Leibserben lehensweise verbleiben , und wenn ein Stamme vor dem andern aus- ßerben wurde, solches auf den überlebenden fallen sollte. Die Rohtbergen verkauften die Nutzung dises Lehens in folgenden Zeiten denen von Petri von Basel, und übergaben ihnen endlich das Gut sechsten, als ein Afterlehen; und da solches denen Rohtbergen durch den Tod des Obersten Emanuel Heinrich von Petri zurückgefallen, verliehe es Adam von Rohtberg von Bamlach, an Niclaus und Adam Heinrich von Petri von Basel, unter welchen dises Gut sehr gebessert worden. Die Anlegung der Aecker auf disem Gut kau in das Jahr 15 80. und die Pflantzung der Reben, in das Jahr l6lv. gesetzet werden. Nun ist es ein Afterlehen, welches die von Petri, gegen einem jährlichen geringen Lehenzinse, von dem edeln Geschlecht der Reichenstein besitzen, als Welchem solches von dem Hause Oesterreich erble- hensweis zuerkannt worden. Auf der Seite des Birsfluffes gegen die Stadt Basel, stehen die Bruckreben, welche in dem Jahre 1664. dahin mögen gcpßanzet worden seyn. Noch etwas näher gegen Basel ist die sogenante Neue Welt, an welcher Gegend in dem Jahre 1660. Merkwürdigkeiten. rZ9 i66o. der Anfang mit Erbauung des Drahtzuges, und übriger Gebäude, ist gemachet worden. Warum disem Ort der Ramme der Neuen Welt beygeleget worden sey, können wir eigentlich nicht bestimmen ; es wird aber erlaubt seyn, unsere Muhtmassung darüber zu eröfnen, welche darinnen bestehet, daß wir dafürhalten, daß die Anlegung des Kanals von dem Wuhr der Birse, welcher durch dise Gegend stießet, Anlas zu Ausstockung des Holzes und Gebüsches gegeben habe, welches gesäuberte, und vermittelst der Wässerung alsobald zu einer fruchtbaren Wiesen gemachte Land einen sp unverhoften und anmuhtigen Anblick erwecket, daß demselben der Ramme der Neuen Welt, als einem gleichsam neuerfnndenen Lande, gegeben worden. Ueber der Neuen Welt, auf einer Anhöhe gegen Basel, bey einem Ruhebänke gegen das Birsuftr, sihet man noch einige Vertieffungrn von Gräben, welche die Überbleibseln einer allda viele Jahre vor der Schanze bey St. Jakob ausizeworfenen Schanze seyn. Aus derjenigen Carte, welche Jakob Meyer in dem Jahre 1657. über dise Gegend verfertiget hat, ist zu ersehen, daß es ein regelmässiger Sechseck gewesen, darinnen ein Wohnhaus samt einem Thurme stuhnde, allein die nrmmaligen Ver- tieffungen machen einen Viereck aus;' also muß in folgenden Zeiten daran eine Aenderung bsschehen seyn. K z Nicht 140 Historische Nicht ferne von den Gebäuden der Neuen Wett, aufwerte gegen Münchenstein, ist in dem Birsfluffe das sogenante Wuhr, allwo das Wasser durch einen aus dem Birsfluffe geleiteten Kanal, durch die Neue Welt, naher Brüglingen, von dar naher St. Jakob, und also weiters in das sogenante St. Man Loch, in die Stadt Basel hinein geleitet wird; auf welchem vorzeiten sehr vieles Brennholz naher Basel geflösset ward. Es ward dises Wuhr in dem Jahre 16z z. neu verfertiget, und in den guten Stand gebracht, in welchem es nunmehr zu sehen ist. Zu dessen Besorgung seyn auch einige Gebäude, samt einem Wasserknecht, hingesetzet worden. Es verdiente auch ohne Zweifel dise der Stadt so nützliche und sehr alte Wasserleitung, eine umständlichere Abhandlung; da aber bey dem Versuche über St. Jakob zu untersuchen stehet, wenn eigentlich der Birsfluß in der Stadt Basel Gewalt gekommen? wenn sie das Recht erlanget, Brücken darüber zu bauen? und an welchem Orte zwischen Münchenftein und dem Ausflusse der Birs in Rhein die erste Brücke möchte gestanden seyn? so wollen wir solches bis dorthin aufgeschoben lassen, nun- mehro aber noch eines und das andere von disem Flusse sechsten anführen. In dem Anfange diser Abhandlung, da von -emMertumme Münchensteins geredt worden, haben Merkwürdigkeiten. 14! ben wir den Ursprung dises Flusses und dessen Lauf in etwas anzuzeigen Anlas gehabt; nun ist es um dessen nähere Beschreibung zu thun. Die Birs ist, ausser dem Rhein, der größte Fluß, welcher der Rauracher Landschaft benetzet. Bey Schmeltzung des Schnees, oder bey anhaltendem Regenwetter gehet diser Fluß ungemein stark an, und reißet altes, was feinem wütendem Laufe hin- terlich ist, mit grosser Gewalt fort. Daher wollen wir dem Herrn Locllar gerne beystimmen, daß die Birse ihren Namen von einem alten Ccltischen Worte bekommen habe, welches ein aufwallendes Waldwasser bedeute, wie er solches in seinen iVle- moires Lritiques über die Geschichte der Schweißer an der 198. Blattsette,zu erweisen suchet; doch sollen wir hierüber mit derjenigen Bescheidenheit, welche wir einem so gelehrten Manne schuldig seyn, anmerken, daß er den Fluß Birstg, welcher durch unsere Vaterstadt fließet, mit der Birse verwechsle, da doch dise beyden Flüsse zween ganz verschiedene Flüsse seyn, und auch von den alten Schriftstellern jeweilen sorgfältig seyn unterschieden worden, indem die Birse wohl Birse,n und Lirsenen, der andere Fluß aber jeweilen der Birsig von Lcimentahl ge- nennetwird. K 4 Wir 142 Historische Wir kommen aber wieder zu unserm Birsflusse, welcher gemeiniglich, wenn er nicht mit fremdem Gewässer angefüllet ist, in seinem Bette das kla, reste Wasser mit sanften Flutten fortströmet / welches auch in der größten Sommerhitze, wegen denen vielen darinnen entstehenden Brunuquellen, allezeit kühle/ und daher auch mit vielen Fischen, worunter der Lachs , der Sälmling / die Forelle, die Aesche und Grundeln, den Preis darvon tragen, angefüllet ist. So bald die Dirs von Arlesheim hinab das Bastlische Gebiet erreichet, fliestet ste schlangen- weise in einem breiten Bette, darein sie öfters neue Inseln leget, das Schloß und Dorf Münchenstein vorbev, bis zu der Brücke, welche vermuhtlich die älteste ist, so auf dem Baslerboden über disen Fluß gehet. Es stehet bey diser Brücke ein Zollhaus, welches in dem Jahre 1546. neu erbauet worden. Hier wird die Birst so wohl durch die Natur als Kunst in ein engeres B-tt getrieben, bis unter dem Wuhr in der Neuen Welt, allwo sie wiedrum ausschweiffet, und bald an dem hohen Gestade gegen Muttenz, bald aber an den niedrigen Wiesen gegen Brüglingen und St. Jakob anflieget, bis sie sich in die Flutten des Rheins versenket. Der Fall dises Flusses, von disem Wuhr an, bis in den Rhein, Merkwürdigkeiten. 14; Rhein , ward im Jahre 1657. auf 29. Schuhe gerechnet. Ihr mitführender Sand ist von feiner Art, ob- wolen nicht so fein als der Rheinsand; er lässet sich aber wegen vielem untermischtem Schlamme nicht allezeit nützlich mit dem Kalk vermengen; und das Birswasser sechsten muß etwas roher und vielleicht schwärer seyn / als das Wiesenwasser, wei, len die Färber selbiges nicht so wohl als dises gebrauchen , welches wir aber bey einem andern An, lasse mehrers zu untersuchen gedenken. In den Schriften des fünfzehenden Jahrhun- derts wird sehr oft des Schifwegs an der Busse gedacht , welcher vermuhtlich zur Bequemlichkeit der Flösse und Schiffe gemacht worden, um selbige mit leichter Mühe dises Wasser, welches sonsten nicht schifbar, hinauf zu ziehen, oder in der schnellen Herabfahrt aufzuhalten; nnnmehro aber weiß man von disem Wege nichts mehr. Sollten wir die Versteinerungen, welche in der Birst gefunden werden, beschreiben, so könntet! wir unsern Lesern die vollkommensten Stücke vor Augen legen; da wir aber derselben genug von dem Münchensteiner Gebürge her haben, so wollen wir diejenigen, welche in disem Flusse entdecket wor- K 5 den, 144 Historische den, bis zu einer andern Abhandlung aufheben, und zu den Steingruben und Mineralien uns wenden , welche von Zeit zu Zeit um Münchenstein herum gefunden werden. In dem vierzehenden Jahrhundert wäre nahe bey der Neuen Welt, jenseits der Birs, eine sehr brauchbare Gipsgrube, welche aber nicht mehr vorhanden ; doch muß sie lange Zeit brauchbar gewesen seyn, weilen in dein Jahre 1657. in obgemeldter Meyerischen Karte eine Brücke angezeiget ist, welche zu diser Gipsgruben führet. In dem Jahre 1697. suchte man in disen Gegenden Eisenerz. Die Ausbeute aber ward nicht reich genug befunden. Dieweilen sich aber hin und wieder Steinkohlen zeigen, besonders um die Neue Welt und das Wuhr herum, so ward nur in disem achtzehendem Jahrhundert von zween Fremden und einem allhiesigen Bürger ein dreymaliger Versuch getahn, niemalen aber viel nutzbarliches geschafft, welches vermuht- lich dem Mangel genügsamer Wissenschaft und des dazu erforderlichen Gelds zuzuschreiben ist. Bey dem Garten des Pfarrhauses, und auch an alldem Orten, findet sich verschiedene Bolus- erde. Merkwürdigkeiten. 14; erde. Der gelehrte Johann Jacob Scheuchzer hat solches schon in seiner Beschreibung der Naturgeschichte des Schweitzerlands, so wie es vorher der weiland berühmte Docktor und Professor Theodor Zwinger erkundiget, angemerkt, und schreibet dar- von also: „ Bey Münchenstein ist eine rohte fette » bolarische Erde, welche anstatt der gesiegelten ge- „ braucht wird, zu Versüssung des Geblüts und „ anderer Feuchtigkeiten, in Blut - und andern „ Durchflüssen, hitzigen Fiebern, sonderlich bey „ kleinen Kindern. Es finden sich auch Steinbrüche verschiedener Art in diser Gegend. Derjenige, so gegen die Neue Welt hinüber stehet, hat einen blauen und felsen- artigen harten Stein. Der über dem Aspe führet einen lettenfarbigen sehr weichen Stein, welcher sich mit leichter Mühe arbeiten läßt, und meistenteils zu den Feuerwerk- stätten , Ofenlöchern und dergleichen, gebraucht wird, dieweil er bey dem Feuer erhärtet. Das Gebürge ist voller Steinbrüche, welche einen sehr harten gelben Stein haben, darinnen viele Versteinerungen von Muscheln und Corallen gefunden werden. Die 146 Historische Die Begebenheiten, welche sich um München- stein herum von Zeit zu Zeit zugetragen haben, seyn merkwürdig genug , um auch allhier ihren Platz zu finden. In dem Jahre 917. sollen die Hunnen dise Gegend sehr verwüstet u-.d die Städte zerftöhret haben. Die Einwohner zu Basel verliessen ihre Stadt noch vor difer Barbarn Ankunft, und flohen auf das Gebürge; also werden sich auch einige auf die Münchenfteiner Berge gerettet, und von dorten den Rauch und Flammen der von disen Unmenschen angezündeten Vaterstadt mit Wehmuht angesehen haben. Da Graf Rudolf von Habspurg , nachwerts Römischer Kaiser, die Stadt Basel im Jahre 127z. belagerte, zöge sich, wie wir mit mehrerm bey der Abhandlung von Binningen sehen werden, dessen auf St. Margrehtenbcrg geschlagenes Lager über den St. Jakobsberg, woran die verschiedenen Gun- deldingen ligen, bis gegen Münchenstein, aufweichen» Felde es dann verschiedene Scharmützel wegen denen öftern aus der Stadt beschehenen Ausfällen, absetzte. Das Jahr ize 6 . ist dasjenige, darinnen alle Gebäude auf viele Stunden weit um die Stadt Basel Merkwürdigkeiten. 147 Basel herum, von dem Erdbeben zerstöhret worden. Die Burg Münchenstein ist unter der Anzahl der zerfallenen Schlösser in denen ein Jahr nach disem Zerfalle errichteten Schriften deutlich benennet; ße ward aber, wie wir schon vorhin angedeutet, bald wiedrum erbauen. Die Stadt Basel suchte in dem Jahre iz§8. sich vor allen feindlichen Anfällen zu vewahren; und weilen dazumalen derjenige Bund errichtet worden/ welcher die Gesellschaft des Löwen genennet ward, und dem Graf Heinrich von Montfort vor- stnhnd, begäbe sie sich auch in disen Bund, worauf die edeln Götzma-un und Cunrad Münch / die allezeit unter der Stadt Schirm ihre Wohlfahrt gefunden, ebenfalls darein traten. Da in dem Jahre 1377. so wohl wegen denen Verdrüßlichkeiten von der vorhergegangenen soge- nanten tollen Faßnacht, da Leopoldus, Herzog von Oesterreich, mit seinen Edelleuten, Anfangs in der kleinen Stadt, nachwerts aber auf dem Münsterplatz zu Basel ein Rennspiel gehalten, und dabey die Bürger so empfindlich beleidiget worden, daß ein Auflauf daraus entstuhnde, als auch wegen der Stadt Freyheiten viele Unruhen erwecket worden, name Cunrad Münch von Münchenstein, nebst vielen andern Edelleuten, der Stadt Pattey an. -48 Historische Es meldet unser Bayerische Geschichtschreiber Wursteilen, daß in dem Jahre 1409. die Herrschaft Oesterreich die Stadt Basel feindlich angegriffen, und Samstags den s. Weinmonats, viele Grafen, Städte und Edle, 127. an der Zahl, der Stadt die Freundschaft aufgekündet hätten; die Ursach dises Kriegs aber habe er nicht entdecken können. Wir halten aber dafür, daß wir, wenigstens mit vieler Wahrscheinlichkeit, dasjenige entziffert haben, was disem grossen Manne zu seiner Zeit verborgen war. Es stehet bey dem geehrten Leser, unsere Muhtmassung zu erwägen und zu beurteilen. Wir finden in den alten Schriften aufgezeichnet, daß in dem gleichen Jahre, an dem Sonntage vor dem Feste des Apostels Matthias, eine ohngefehr gleiche Anzahl Grafen, Städte und Edle, so zusamen 107. ausmacheten, der Stadt Basel feindlich abgesagt, und auf gleichen Tag so viele Absagsbriefe eingesandt haben; und zwar wird ausdrücklich gemeldet, daß solches von Lütold München von Münchenstein des Edelknechts wegen geschehen sey. Daß nun ein solcher Lütold Münch zu diser Zeit gelebt habe, welcher in dem Jahre 1412. verstorben, ist aus dem vorhergehenden leichte zu ersehen. Weilen aber die Stadt Basel mit ihm nichts zu streiten hatte, so folget, daß er mit andern, und vielleicht mit seinem Lehenherrn, in Streit Merkrvürdigkeiren. 149 Streit müsse gewesen seyn / und deßwegen sich unter der Stadt Basel Schutz begeben, mithin derselben dardurch so viele Feinde über den Hals gezogen, und Anlas gegeben habe, aller Welt darzutuhn, wie sie das Geschlecht der München auch in disem Falle beschützet, und zu Erhaltung eines Freundes , einen schwären Krieg auszustehen, und das Blut der Ihrigen, für desselben Sicherheit, aufzuopfern bereit sey. Hieraus wäre also der Anlas zu disem Kriege klar zu ersehen, und das Rätzel aufgelöset. Das Concilium, welches in dem Jahre 14z r. zu Bafel seinen Anfang genommen, und eine lange Zeit gedauret, ehe es aufgehoben worden, gäbe denen geistlichen Vatern Zeit genug, die muffigen Stunden durch den Spatziergang zu versüssen. Was nun für abenteurliche Gespräche zwischen de- nenfekben und den Vögeln auf dem Bruderholz gehalten worden, wird bey dem Versuche von Bui- ningen erzehlet werden. Das Jahr 1444. ist wegen der weltberühmten Schlacht bey St. Jakob so merkwürdig, daß wir etwas davon hier zu melden nicht umhin können. Der Delphin, Carls des VII. Königs in Frankreich Sohn, -essen Kriegsherr die unbegreiflichen Proben Iso Historische Proben der Schlvritzertschen Tapferkeit, zu seinem grossen Schaden, kennen gelchrnet, zöge mit seinen Völkern das Suntgau herauf, verteilte dieselben auf denen um die Stadt gelegenen Anhöhen. Ein grosser Teil derselben hatte von St. Jakob an, über das Münchensteiner Feld, bis gegen Pfeffin, gen, sein Lager aufgeschlagen, auf welchem Felde auch nach der Schlacht die größte Anzahl der erschlagenen armen Jäcken begraben worden. Die so vielen um dise Zeit die Stadt Basel bedrohenden Gefahren machten selbige aufmerksam für ihre Sicherheit zu wachen. Ein jeder Bürger war ein eiferiger Beschützer der Freyheit; der Aufputz ihrer Wohnungen röche nach keiner Weichlichkeit; Harnisch und Wafen, mit welchen sie die Wände ihrer Häuser, anstatt der Tapeten , behiengen, waren ihr kostbarstes Hausgerähte. Da nun die Stadt auch tapfere Kriegsleute unterhielte, so finden wir in dem Jahre 1468. Cunrad Münch von Münchenstein als einen Hüubtmann der Söldner aufgezeichnet. Ja, da er von der Stadt Nüren- bcrg einst, neben andern Edelleuten, verklaget ward, ob hätten sie die ihrigen beschädiget, so em- pfieNg eb von der Stadt alle mögliche Hilffe, ob- wolen der Handel mit den Nürenbergern den Stand Basel keineswegs berührete. Es Merkwürdigkeiten. isr Es ist der, in eben disem 1468. Jahre, aus Anlas eines Küfferknechts, welcher sechs Schillinge an seinen Meister in Müllhausen zu fordern hatte, zwischen besagter Stadt und dem um Müllhausen herum seßhaften Oesterreichifchen Adel entstandene Krieg, in den schweitzerischen Geschichten sehr bekannt; der Adel, welcher mit Freuden die Partey dieses Küsters ergriff, fügete der Stadt aller Orten vielen und merklichen Schaden zu; ein Teil der Eydsgenossen hingegen eileten denen von Müllhausen zu Hülfe; und weil die Stadt Basel dazu- malen noch keine Partey ergriffen hatte, so namen die herabziehenden soao. Berner ihr Nachtlager nicht in der Stadt Basel, sondern in denen auf dem Herabzug bequemen Dörfferen, besonders auch zu Münchenstein. Wir haben droben schon angemercket, daß das Schloß Münchenstein eine Belagerung ausgestanden habe. Wurstetsen tuht hiervon keine Meldung; Joh. Gros setzet solche in das Jahr 148z. Michael Stettler in seinen Uchtländischen Geschichten aber nennet das Jahr 1437. Es muß sich aber Stettler in diesem Falle nohtwendig geirret haben, weilen , wie droben zu ersehen, der darüber errichtete Vertrag schon in dem Jahre 1486. geschlossen worden. Da aber Stettler bey disem Anlasse etwas besonders von den geschwinden Entschlüssen, tz seine lss Historische feine Nachbahren zu beschädigen / anmercket, so wollen wir beider Geschichtschreiber, nervlich Grassens und Stettlers einige Worte anführen; Gros schreibet: Montags vor der Auffart zngend die von Sollothurn für Münchenftein ohngewahr- neter Sachen, in Meinung es einzunemmen; rufften den Rnechten irn Schlos, sie solten es aufgeben, das Schloß wäre ihnen / oder sie müßten sterben; einer im Schlos antwortet, dises Schlos ist meiner Herren von Basel/ dann es damalen Conrad Münch von Löwenberg der Stadt Basel verpfändet hatte / gärig du nicht ZU nahe/ oder wir schiessen euch / daßihrbüry- len: thund ewer best / wir wolle,rs auch thun. Also lagen sie drey Tag darvor, und zugend ohngefchafter Sachen wiederum heim. Stettler, der nicht so weitläuffig, sagt alleine/ daß wegen einigen zwüschen Basel und Sollothurn entstandenen Streitigkeiten / etliche Sollothurni- sche Gesellen / ab einer Rirchweyhe mit offenem Fahnen nacher Münchenstein gezogen seyen; wie aber dergleichen Kriegszüge ab denen zur Lustbarkeit gewidmeten Kirchweyhen beschehen könne,,/ muß aus den Gewohnheiten damaliger Zeiten / aufgeheitert werden. In selbigem Jahrhundert/ wäre es üblich/ daß alle diejenige»,/ welche Lust hatten sich an den Ort / wo eine Kirchweyhe gehalten wurde, zu begeben , zusammen kamen, und also versam- Merkwürdigkeiten. isz versammelt, mit Trommel, Wehr und Waffen dahin zogen; damit aber die Zuschauer einigen Anteil an diser Lustbarkeit haben möchten, so wurden von der mitziehenden Mannschaft bey dem Abzüge, unterwegs und bey der Ankunft, auf den Strassen Kriegstäntze gehalten. Weilen nun bey disen Gelegenheiten gar leichte entweders unter den Ausgezogenen felbsten! oder mit den Benachbarten Streitigkeiten entstehen konnten, so war- zu Bafel in dem Jahre 1492. ein Gesätz gemacht, daß man sich nickt rotten solle, um, weder in kleinen noch in grossen Haussen auf die Kirchweyhen zu ziehen, weder mit Wissen, Trommel noch Wehren, auch sollen die Täntze, die also aufoffener Gasse be- schehen, abgestellt, einem jeden aber erlaubet seyn, in der Stille und in der Zucht dahin sich zu begeben. Bey disem Anlasse müssen wir beyfügen, daß von den Einwohnern von Münchenstein alljährlich auf das H. Auffahrtsfest ein Zug von einer gantz andern Art gehalten ward, da sie mit Creütz und Fahnen in den Spittahl nach Basel zogen, um al- da, wegen der Schäfferey, welche der Spittahl in den Münchensteiner Bahn auf die Wäide zu führen berechtiget ist, ihre Gebühr zu beziehen. Nach eingenommener stattlicher Mahlzeit begaben sie sich mit frohem Gemähte widerum naher Haus. Da L 2 nun i §4 Historische nun dergleichen Züge durch die bessere eingeführte Kirchenzucht abgetahn worden, so wird noch alljährlich ein gewisses in Brodt und Käß, sowohl aus dem Spittahl als aus dem Siechenhause zu St. Jackvb, welches ebenfalls eine Schäferey hat , abgeholet , und unter die Gemeinsgenoffen verteilet. Der nahe an Münchenstein vorbey flieffende Birsfluß, ist den Einwohneren des Dorfs/ neben dem Nutzen weichen sie auf verschiedene Weise davon gemessen / auch ehmals ein Anlas der Freude gewesen; nach damaliger Gewohnheit führte die Jugend ihre Reyhen und Täntze auf desselben Jn- suln oder Werten, eben auf die Weise, wie wir es in unsrem ersten Versuche über Muttenz angeführt haben. Als in dem Jahre 1499. die Glieder des Schwäbischen Bundes die Eydsgenossen aller Orten zu vertilgen suchten, trugen sich hin und wieder, unter Visen kriegenden Parteyen viele Scharmützel und Schlachten zu; diejenigen welche zu unserer damaligen Abhandlung dienen / seyn die Dornacher Schlacht, und eine andere, welche auf dem Bru- derholtz vorgegangen. Die Stadt Basel wäre zwar öffentlich keiner Partey beygetahn, begünstigte dennoch die Eydsgenossen. Weilen nun Münchenstein zu diser Zeit in der Stadt Basel Handen wäre, so bemer- Merkwürdigkeiten. 15 5 bemerken wir dismalen nur so viel, daß viele kriegerische Parteyen auf dem Gefilde von Münchenstein fich herum geschlagen, und vermuhtlich durch ihr vergossenes Blut demjenigen Büchlein, welches Abendswerts gegen Münchenstein hinüber von den dortigen Waldungen in das Felde herabfliesset, den Rammen des Fleisch-oder Blutbaches gegeben haben. Es könten auch, da wir bis anhero die kriegerischen Bewegungen, welche in diser Gegend fich zugetragen haben, erzehlt, diejenigen angeführet werden, da die Basler zu verschiedenen malen für das Schloß Pfeffingen gezogen und solches bestürmet haben, da aber bey disem Anlasse in der Gegend von Münchenstein nichts anders als der blosse Durchzug vorgegangen, so übergehen wir denselben mit Stillschweigen, und merken nur dises an- noch an, daß die vielen Todtengerippe und Waffen , welche hierum gefunden werden, als so viele Zeugen der in disem Bezirke beschehenen blutigen Begebenheiten zu halten seyn. In den Jahren is26.,bis 1532. wäre in disem Dorfe, wie in vielen andern eine fast beständige Abwechslung von Friede und Zweytracht; denn da bey eingeführter Gewissensfreyheit, die Untertah- nen auch ihre leibliche Freyheit weiters ausdähnen L 3 wolten, is 6 Historische wollen, so verlohr sich zugleich bey ihnen der Gehorsam gegcn die Obrigkeit; obwol sich nun die Un« tertahnen von Münchenstein in dem Anfange, als eine störrische HeerLe aufführeten, so muß ihnen dennoch zum Lobe gemeldet werden, daß sie von den ersten waren, welche ihren Fehler erkannten und bereueten. Das Jahr i s?o. ist eines derjenigen, welches in Ansehung der Wassersnoht bey Münchenstein merkwürdig ist; die Birs schwölle ungemein hoch auf, und überschwemmete fast alle daran ligende Gebäude , so daß die Einwohner von Münchenstein ihre Glocken anziehen, und die Benachbarten zu Hülste und Zeugen ihrer Noht anzurüsten sich gezwungen sahen. In dem Kirchenbuche allda stehet aufgezeichnet, daß sich in dem Jahre 1571. eine Menge fremder den Spechten ähnlicher, mit den schönsten bunten Farben gezierter, blutfarbe mit weißen streiffen durchzogene Flügel, gelbe Schwäntze und Sträust se auf dem Kopfe führender Vögel in und um Münchenstein her sehen gelassen. Einer anderen Farbe waren die sogenanten schwarzen Reuter, welche mit einem frantzösischen Abgesandten um dise Zeit in das Elsaß gekommen, von Merkwürdigkeiten. 157 von denen Lothringern aber allda übel empfangen und zerstäubet worden, so daß einigen derselben für etwas Zeit ihren Aufenthalt auf dem Münchensteiner Felde zu nemmen gestattet worden. Die Dorfgerichte waren bis anhero zerstreuet, oder in einem jeden Dorfe ein besonderes Gericht ohne Aufsicht geführet; in dem Jahre 1668. warben dieselben aber aufgehoben, das Gericht aller Dörfer der Münchensteiner Beamtung in eines zusammen gestossen, und naher Münchenstein verlegt , allwo es noch allezeit gehalten und also besetzet wird, daß aus jedem Dorfe einige Gerichts- männer darzu gezogen werden. Hiermit beschließen wir unsere Abhandlung von Münchenstein, und bemerken nur noch dises, daß, so oft der Stadt Basel Eydsgenössische Hülfs- völker zugesendet werden, so oft werden einige derselben naher Münchenstein und an dortige Brücke verleget; und da das Schloß Münchenstein also gelegen ist, daß von selbigem das zwischen dem Steinen - und äschemer Tohr stehende und mit den Losungs Canonen gepflantzte Bollwerck gesehen, auch der Knall der Lofungsschr'rtze wol kan gehöret werden, so hat man, besonders in Kriegszeiten , zu Münchenstein, allwo auf dem obersten L 4 Schloß- is8 Historische Merkwürdigkeiten. Schloßbodeu eine Wacht gehalten wird, auf -ise Losungsstüke und deren Losbrennung wohl aufzumerken, damit sodann ohne Anstand von dar aus die übrigen Sturmszeichen, sowol durch Los- ! brennung des groben Geschützes, als Absendung ! reitender Boten können gegeben werden. . Natur- Natürliche Nerkwürdigketten Von den Bäumen,Stauden u. Kräutern der Gegend und des Bergs Münchenstein. bergichten Ländern, wie die Schweiß, unser rauracher Land, oder auch aride- re dergleichen seyn, brauchet es oft keine grosse Entfernung eines Ortes oder Gegend von einer andern / um eine merkliche Abänderung und Verschiedenheit natürlicher Dinge zu L s ent- i6s Natürliche entdecken ; bald finden wir neben den historischen Merkwürdigkeiten in dem Reiche der Thiere einige Seltenheiten; bald giebet uns das Reich der Vege- tabilien, oder der Bäume, Stauden, Kräuter, Mooß und Schwämme ein und anders besonders an die Hand; bald ergehet uns das mineralische Reich mit seinen Verschiedenheiten; ja hin und wieder treffen wir eine merkliche Manigfaltigkeit in allen z. Reichen an, so daß man aller Orten in dem Buch der Natur mit Lust lesen, sich in Betrachtung natürlicher Gegenstände üben, und dardurch des Schöpfers Allmacht und Weißheit verehren kau. Der Vorwurf unserer dismaligen Bemühung. und Arbeit , die Gegend und das Dorf Münchenstein seyn dessen ein ausnehmend Beyspiel, und ein deütlicher Beweiß. Denn obgleich dtse von Muttenz nur eine halbe Stunde, oder das Schloß und Dorf Münchenftein ohngefehr z viertel Stunden entlegen, so haben sie nicht nur Anlaß gegeben zu den oben erteilten vielen historischen Merkwürdigkeiten ; sondern wir können nun auch in Ansehung der Kräuter und der Versteinerungen verschiedenes anführen, welches diser Gegend gleichsam eigen ist, und solche von andern folgenden unterscheiden wird. Weil unter Visen Kräutern einige vorkommen, die in den alten Kräuterbeschreibern nicht Merkwürdigkeiten. i§i nicht zu finden seyn, so haben wir für nöthig erachtet , anstatt derselben einige neuere den lateinischen Artnamen beyzusetzen. Wir kommen also nun zu dem Verzeichniß diser Kräuter und Blumen sechsten, die wir in der Gegend Münchenstein gesehen, diejenigen Schwämme ausgenommen, welche unser berühmte Herr Professor Stähelin vorgefunden und andern mitgeteilet hat. Nach disem werden wir auch mit einigen seltenen Stücken von Versteinerungen aufwarten, und uns darbey erfreuen , wenn dises zweyte Stück historischer und natürlicher Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel , gleich dem ersten von Muttenz einigen Beyfall finden wird. 1. Berglindenbaum mit grossen Blättern, lilia montans , maximotolio. L. L. ?. 426. lil. maxim. 5 ol. L. I. 2. I Z7. an dem die alten Kräuterkündiger keilte Früchte wahrgenommen. Er stehet bey dem alten Schlosse Reichenstein, und auch auf dem Muttenzer Berge. 2 . Bellen, Sarbaum, weisser Papelbaum mit grösser» Blättern. ?0pulu8alba, majoribu 8 I0IÜ8. L. ö. k. 429. 1 . s-2. blühet im Aprilen bey der neüen Welt und dem Wuhr. z. Aspenbaum. kopu1v8 m§ra. e. L. k. 1. loc. cit. wird r6r Natürliche wird an der Birs gesehen. In den Apotheken machet man aus dem gelben Schleime -er Augen das UNFUSMUM koxuleum zum erwei- chen und verteilen. 4. Dinnblättichte Fichte, mit roten Zäpfichen. ki- nsüer wnuifolius , julo purxurgtccnte. 6. 8. ?. 492. kinalt. Aukrigcus , tsnui kolius. 6. 1. 25 s. zwischen Münchenstein und Muttenz an der Birß» 5. Die Weide mit schmalen, sehr langen, unten weißlichten Blättern. 8alix odlonFo, incg- no , ncuw folio. 6.8.8.474. kroär. Ij"9.1. ^91. 82I. koliis lon^iis. cril'pl8 , sudtus Llkican- tidus. I.L. 1.212. bey dem Dratzuge an der Birß; und auch bey Michelfelden. s. An der Birß seyn hin und wieder neben den gemeinen Weiden auch noch zu sehen. 8rrlix tra- Ailis 6, 8. 8. I. c. 8rc>är. isF- 1 - c, UNd 8a- Ux bumilis, Laxirulo lijuamoso. 6. 8. 8. 1. los. sit. 7 . Der Papelbaum mit grossen Blättern. 8oxuiu8 3I83 , M3jorll)u8 loIÜ8. L. 8. 8. 429. 1 *. 792 . kop. rüba L. l. 162. am Wasser bey der neüen Welt, und auch bey Michelfelden. 8. Der Merkwürdigkeiten. isz 8. Der Erlebaum ist schon unter den Muttenzer MerkwürdigkeitenNo. i i angeführt worden. 9. Der Elchbaum. (^usrcuL (oü.) latikolia, MP, quse drevi peäiculo eü. L. 8. 8. 419. 1. 582.' t^uerc. vul^aris, brevib. peäiculis. /. 8. i. 70. in dem Walde und im Berge. Die Rinde und Blätter seyn zusammenziehender Würkung. rs. Hin und wieder stehen auch wie bey Muttenz Tannen, ^Kic 8 coni 8 iurl'um ss>e 6 tantidu 8 8 . M28. L. 8 . 8 . svs. und 8 icoa major prima 8 . ^bic 8 rubra. L. 8. 8. 49?. Fichten. 8 inu 8 8v1- veliri8. c. 8. 8. 491. das Fichtenharz und auch die jungen Schößletn reinigen, heilen. 11. Buchen: 8 aW 8 L. 8 . 8 . 4 i 9 .' 8 .s 84 . 12. Wilde Haselstaude. 6ory1u8 (oss.) s/Ivelirls. L. 8. 8. 418.I'. 582. davon die Kerne zusammenziehen ; das gelbe aber von der im Hor- nung sich bey uns zeigenden Blühte kömmt unter Neümans Krampf. und Muterpulver. l Z. Holderstaude. 8rrmbucu8 (oL) t'ruciu in um. bellä ni^ro. 6. 8. 8. 456. 8. 606. 8amb. vul- xari8. 7. 8. I. 544. blühet in den Hägen im ^su- Ilio. In den Avothecken hat man die Blühte, das destillirte Wasser, und das Holdermuß, welche i64 Natürliche welche den Schweiß treiben, und dem Gifte widerstehen. Die jungen Holdersclwßlein und die Rinde der Wurzel purgieren. Die Blühte äusserlich gebraucht, zerteilet die Entzündungen und Geschwülsten. 14. Wilde oder Pferd-Castanien. Oaftsneg eguma OXwIp. ivli. 79. Llu« Mit. i. 7. die aber, gleichwie in den Garten, feint einiger Z-it hingesetzet worden. Der wilde Sperberbaum No. 17. unter den Muttenzer Kr. ist auch bey Reichenstein zusehen. Wie auch Vogelskirschen No. n 2. An vielerlei) Gattungen und Arten Obstbäumen: als Aepfel' Pirnen - Kirschen - Zwetschke,,-Pstau- menbäumen und dergleichen hat es keinen Mangel , von deren Früchten sich die Einwohner nicht nur sättigen, sondern auch mit Nutzen in die Stadt tragen können. In Summa , die zu disem Dorfe gehörigen Felder, Wiesen und Wälder geben genug Nahrung für Menschen und Vieh. Es wächst auch bey disem Dorfe eine zimliche Quantität guten rothen und weissen - Weins, wie oben schon angereget worden, davon derjenige, welchen der kleine zu dem Gut Asp gehörige Rebberg giebet, köstlich ist, und fast alle» andern in unserer Landschaft den Vorzug streitig machet. 15. Die Merkwürdigkeiten. 165 l s. Die schwarze Stickwurz No. 9 z. in den Mut- tenzer Merkwürdigkeiten wird auch oben bey Münchenstein gefunden. 16. Wilde Rebe. Vitis hlveliris. labruscg. 6 esn. 8 . L. L. ?.299. Vit. vinikerg hlvelir. s.Iabrukca. Z. 6.2.96. im Walde oben an Münchenstein. 17. Ein Bergkräutlein mit Leinkrautblättlein. IU- naris momrina, üotculis albic-inridus. L. L. ?. Li^Hnarireliinilis. ^.8.^461. ^Ickimilia linu- rise folio , c»Iyce üorum slbv. I'. ^29. auf den Bergwiesen gegen dem Schlosse Reichenstein und hinderdem Wartenberge. 1 8 . Laurel, Lorbeerkraut, ^urevialempervirsn?. üors viriäi, <;urbus62m I.2ureoIa mss. L. ö. ?. 462. I.3ur. kemporv. 6ore lursolo. L. i. ^64. Ib^melX» lüuri iolio, iempervir. I^LureoI. ma8. 1 . 59s. auf dem Berge gegen Reichenstein. 19. Die Haselwurz No. 8 . unter den Muttenzer Kräutern findet man auch im Walde von Münchenstein gegen dem Gut Afp. 22. Eine Art Gras. 6rgmen »rvenks , panicuia criipa. L. L. k. ?r. 6. 6r. cum pLnicuIs molli rnkLNtL. L. 2. 464. 6r. priniculstum , prolite- rum. I'. 52,. bey Münchenstein. si. Eine i66 Natürliche 21. Eine andere Art. 6mmen car^opd^llriMm, ! Nemorosum, spica multiplici. L. L. k. 4. kr. 8- ! an der Birß und anderwerts. ! 22. Noch eins andere Art. 6mmen c^xeroiäes, ünZuültollUm, 1 piLl 8 Ion§i8 , ers6il8. L. 8 . ?. s. blühet im Mayen an der Birß und an- derstwo. 2z. Eine Art Binzengras. )uncu8 p-rlukri8, Ku- Mllior, ere<ÄU8. 1 .246. bey Münchenstein. 24. Atem ^UNLU 8 Mlulitt 8 , bumilior, rexen 8 . 1 ?. 1 . c. an gleichem Orte. 2s. Eine andere Art Binzengras. Iunou8 koiik ar. iicuIoii 8 , üoril>U 8 umbellgti 8 . ^ 247. Unter dkM Gut Aid auf feuchter Wiesen im Mayen. 26. Noch eine andere Art. Ommen juyceum, MINIMUM , alrerum. L. 8 . k. 6 . kroär. 1;. aufdem Berge gegen Gempen, im Mo. 27. Eine Stendelwurz mit roth-tüpflichten Blümi- ! cheN. L7notorLki8 milil:gri 8 pr»ten 68 dumilior. ! L. L. ?. 8 l - OrLk >8 xarvi 8 6 ori 8 u 8 , mulr >8 xun- ül 8 notatu 8 , rin Lluiio Orc 8 i 8 ?2nnonicg 4. 8. 2. 76s. Orcii. müimr. pruten8. kumilior. 1.4^2. gegen Dornach, im Mayen. 28 . Eine Merkwürdigkeiten. 167 28. Eine Stendelwurz mit gelben Blumen. Or. cbis) Iriorclris lutca, 5 »!io Zlabro. L. L. ?. 84. auf dem Hügel bey dem Schloße Birßeck. Man findet auf dem Münchensteiner Berge gegen Reichenstein und Arlesheim, auch noch einige von denen Stendelwurzen, die unter den Mut- tenzerkräutern schon aufgezeichnet worden; als No. 66. rc. wie auch die gleichen Arten Hellebo- rinkraut. No. zy. Z8 .39. in dem schattichten Bergwalde; Item die Einbeeren No. 41. 29. Veyelwurz, blaue Gilgen, Schwertel. ins vulZaris 6srmr>nic2, live l^Ivcliris. L. 8. ?. 1 . Iris violscea 6ve xurxur. l^Ivelir. ^s. 8. 2. 709. bey dem Schloße Münchenstein im Brachmonat. Die Blumen sollen eröfnen und dem Haubt dienen. Sie geben auch eiue schöne blaue Farbe. Der Saft aus den Wurzeln ist eine scharf purgierende Arzney / und deßwegen behutsam zu gebrauchen. zc>. Breitblättichte Weißwurz mit grösser« Vlümi- chen und Geruch. koi^Zonutum ignkoüum , göre msjors, oäoro. L. 8. k. kvl^- M ribuv i68 Natürliche ribus e 6n§ularibus xsöiculis. L. 419. auf dem Berge. 31. Kleine Wiesenraute, Wundkraut, spannisch Heilbkütt. Hi-tliÄrum minus. L. 8. k. in dem Münchensteiner Walde. 32. AhornVaum mit fünfeckichten sehr spitzen Blättern. Hcer momkmum, üavum 8 crilxum. 6. 8. k. 4?!. bey Münchenstein. ZZ. IloßkiNNNel. Larvibolia. L. 8. 8. Is8- ^ ö. 171. bey der Münchensteiner Brücke. 34. Raptmztlmit länglichen Neffelblättern. er-m- xanulll 8orten6s, Kapunculi raäics. L. 8. 8. 94.1.109. zwischen Münchenstein und Arles- heim an den Hägen. 3 5. Balsamapfel. Balfamine. L-Mmins imea, s. d^oli ms r-m^ere. L. 8. 8. ^06. 1. 419. i^oli me esn^ere. 8 . 2. 90z. bey Münchenstein. Es ist ein scharffes giftiges Kraut, dessen Blätter den Bingelkrautblättern sehr änlich seyn. Ich erinnere mich eines Tranr-Erempeks, welches der berühmte Dr. Boerhaave erzchkt von einem Merkwürdigkeiten. 169 einem Menschen, der anstatt der von seinem Arzte verordneten Bingelkrautblätter die Bal- faminenblätter bekommen, und darvon gestorben ist. Z6. Sonnenwirbel, Scorpionskraut. »eiiorropium majus Oioscoriclis. L. L. k. 2s;. 1. i;8- Hei. majus, üore albo 7 - L. 604. auf dkM Felde gegen Münchenstein. 37. Eine Art Berghaußwurz. 8eäum sipmum, Tlirsuwm, lureum. L. L. k. 284. ^I^üon alpin, dirs. luteum. I'. 217. Oraba lcapo nuäo timplici, toliis lanLLvIatis, intc^errimis. I^inn. klar. I.app. xa§. 2H. aufdem Reichensteiner Berge. Dies Kräutlein ist also ein Exempel und Beweist dessen , so bey den Muttenzer Merkwürdigkeiten an der 5 z. Seite stehet, und obschon es dorten nur von dem Wartenberge gemeldet worden, so ist es doch auch von andern unsern Gebirgen zu verstehen. Z8. Das Bergtäschelkraut No. r i. unter den Mut- tenzerkräutern ist auch oberhalb Dornach zu finden. M 2 ?s. Der Natürliche 39. Der Maurhederich No. 2s. und 96. bey Mut- tenz, da er aus Versehen doppelt angezeiget worden, wächset auch bey dem Schlosse Münchenstein. 40. Weisse türkische Kresse, vrrcka »ibz, tlüciuo- lri. L. ö. k. 109. Ilelperis slxiliA, ÜVL mura- I>8, minor, repens. L. 2. 88c>. I.eucojuin vernum , xererme, ulbum, majus. 1?. 221. auf dem Berge bey Dornach im Mayeu. 41. Bergbaldrian mit Braunwurzblättern. Vaie- riLna alpinb, ^Lrupkularisc kolio. L. L. k. 164. kroör. 87- 1 . 1^1. Val. kol. Zeropliul. . 2. 208. auf dem Dornacherberge im Heü- monat. 42. Blaue Globose No. z6. erst. Vers. oberhalb Dornach. 4Z. No. 52. erst. Vers. auf dem Münchensteiner Berge im Heümonat. 44. Breitblättig Berghabichkraut. Hieiacium, pm- rense, lutifoHum, non tinurrtum, mujus. L. L.k. »29- aufden Wiesen. 4s. No. Merkwürdigkeiten. 171 45. No. 16. von den Muttenzerkräutern ist auch auf dem Reichensteinerberge zu sehen. 46 . Wullharichte Enzian» pmrentis, üors lanuLi'noso. L. L. k. ^ 81 . auf den hügelich- ten Wiesen bey Münchensteitt. 47. Kleiner Möhrenkümmel mit weissen Blümchen. O2ULU8 3NNUU8, Mlnor, üorilru8 311)18. 1. ;o8- auf dem Felde bey dem GruhL, im Herbstmon. 48 . Rauches Milzkraut. i.c>nLditi8 gspsra. L. L. k j?. Concil. 3lter3, cum 5 oIÜ 8 6emicu!u- ri8, live Ionckic>8 irlcern Narckiuli. f. ö. 744. bey Münchenstein auf dem Reichensteinerberge. Es wird auch für ein eröfnend, und Wundkraut gehalten, doch ist es nicht in unsern Apothecken zu finden. 49 . Ein kleiner gelber Schwamm mit einem mi- nienroten Hütlein. ke2i'r:3 verna, auranril co!o, ri8, -icetsbulo ratunäo, intu8 eloZamillime mi- NlLto. kerira 3Wt3l)iiIisormi8, cuccinei iMU3 coIor>8. Dill. Lat. 194 ? Ward V 0 N UNs iM Aprillen zwischen der Brücke und dem Asp am Hage gefunden. M z 50. Ein 172 Natürliche so. Ein weicher Baumschwamm mit Schuppen und Einschnitten vervielfältiget, oben dunckel, unten weißlicht mit runden Löchlein. lqugmvlum, cesxirosum, esculenrum, criÜL- tum §c Igciniatum, luxiernc: olilcurum, iulerns gllium, loraminulis brLviiIimi8, rorunäis, exi- §u,8. A-lickel. 119. n. i?. ^arico - pvl^xorur rnoIÜ8, celxitolu8 , 5 oIiaceu 8 , lp3ärLLU8, xo- ri8 aldiöis. Lnum. 8r. Helv. 28. V0N HerrN Pros. Stähelin in der Hard und bey Münchenstein gefunden. si. Ein rohter,weicherWeidenschwamm. ^Mncu8 xoroiu8, ruken8, Larnolu8, bep3tl8 k^cie. Dill. (?.at. 192. ^Mrico-suillus mollis, ruverrimu8. L. 8t.29. Hr. Pros. Stähelin bey dem Neüenhause, und Münchenstein an den Wei- denbäumen. 52. Eine andere Art Baumschwamm. xckln-^ri- cus ockrolcucu8, darbutus. Urill. Ln. 8t. K. ;2. Hr. Pros. Stähelin an den Baumstämmen bey Münchenstein. sz. Ein weiffer, klebichter und giftiger Schwamm. bunssi Merkwürdigkeiten. 17z kunssialbi, venenatl, vilciäi. L. n 1. 826. kuo§u8 pilco piano, aä oras Kriato, sorcbäo, verrucolo, lubtu8 albus, snnu!atU8. Hall. Ln. 8r.». 4;. Herr Pros. Stähelin aufdem Mün, chenstetner Berge sammt folgendem. 54 - kun§U8 obsolete ocbreus, püeo bsemiixberico. »ab. 8r. tt. 44. 55. Ein runder, platter, goldgelber Schwamm. kunZUL planu8 , orbicuIari8, aursu8. Itall. 8r. 14 . 47. Hr. Pr. Stähelin bey Münchenstein. 5§. Ein Schwamm, mit ejnem braunen gewölbten Hut, und gelben Falten. kun8U8 pileo con- voxo, calianeo, 1 ameili 8 Iutei8. 14 . 8t. H. 48. Hr. Bros. Stähelin auf den Münchensteiner Wiesen. 57. Ein Schwämmchen mit einem kurzen, dicken weißgrauen Stielein, und gestreifften ablang- hohen Hütlein. Amanita parvula ; xeäiculo brevi, craHiuicuIo cinereo-albicante; pileoio lubkulco, conico, levitsr liriato, aä peäicu- !um reüexo. vr. Friedrich Zwinger bey der neüen Welt im Octobri auf moßichter Erden. M 4 58. Ein i74 Natürliche 58. Ein moßichtes Kräutlein. ^mkocews mimmg, rsmoüllima , r^mib äc rumulin conju§LÜ8. Hall. 8c. 11.128- Hr. Pros. Stähelin auf lettichter Erden des Münchensteiner Berges. 59. Ei» Röhrleinmoß mit schön roten Köpfchen. lUienviöes rubulolum, pyxiäarum, ruber- cuÜ8 rimosne cuccineis. Dill. Lrrr. 2 oj". Dr. Friedrich Zwinger, auf altem Holze bey der Bas. Von Von den Dersternerungen der Gegend und des Bergs Münchenstein. ^^)Nser erster Versuch hat erwiesen / daß schon viele Schrifften diser Art der Welt vor Augen liegen. Der berühmte und ^ bekannte Scheüchzer, Lang und andere haben etwan die ganze Schweiz durchgegangen, wegen Weitläufftigkeit aber sich in unserm Basler- gebiete nicht lange aufgehalten, weßhalben sie uns eine zimlich reiche Nachlese überlassen. Ihnen seyn verschiedene Schrifftsteller in die Stuffen getreten, und haben in gelehrten Schrifften die Seltenhei, ten ihres Landes beschriben, ein Nyiius seines un, terirdischen Sachsens; VoUcmami Schlesiens; Büttner die Querfurtischen; Kundmann und ande, M s re mehr, r?6 Natürliche ve mehr, was ihr Vaterland darreicht. Wir ziehen nns deßhalben mit ihnen in keinen Vergleich, und suchen alleine, so viel an uns ist, einen etwel- chen Vorwurf abzulehnen, welchen der berühmte Henkel in seiner Kießhiftory seinen Herren (fliegen auf der zz r. Blattseite mit folgenden Worten gibt, „ Sehet wie schlecht wir uns um die Ehre un- „ fers Vaterlandes, um die Gaben der Natur, „ um das Aufnemwen der Naturhistory beküm- „ mern? wie wenig wir die Mangel der Natur- „ lehre fühlen mögen? wie kahl wir bestehen, wenn „ artige Ausländer, die öfters weit darnach rei- „ sen, sich Nachricht, so nach Anmerkungen schme- „ ken soll, bey uns erholen wollen, ohnerachtet „ wir öfters dabw wohnen, und die natürlichen „ Seltenheiten insgemein nicht viel anders, als die „ Kuh das neüe Thor ansehen. Obwohl wir eine zimliche Anzahl Versteinerungen aus unserm Vaterlande vorrähtig haben, so glauben wir doch, daß noch seltene Stücke in andern Händen seyn, turd ersuchen deßhalben Freunde und Gönner, die etwelche derselben haben möchten , uns beliebig mitzuteilen, welche wir an seinem Ort einbringen, und des Eigentümers Namen dankpflichtig beyfügen werden. Was die Gegen- Münchenstein unter anderm dar- Merkwürdigkeiten. i?7 darreicht / stellet die Kupfertafel vor. Die drey ersten Abschilderungen seyn versteinerte Schnecken / so Zie- her-Scher-Widder-gemeiniglich aber Ammonshör- ner genennet werden; Köpfe so man damit bezieret antrifft, rechtfertigen einiger Massen disen Namen. 8olinus und klinius erhärten es mit ihren Berichten, wie daß man dergleichen in den Wüsten Lvbiens und Aetiopiens gefunden, wenn sie melden, es seyn alda Tempel aufgerichtet/ da das Bilde des Jupiters, so darin aufgestelt, anstatt der Ohren mit dergleichen Hörnern bewaffnet prangte, und welchem der Name Jupiter Hammon beygelegt ward. Es werden über die Ursachen, warum dises Götzenbild also genennet worden, verschiedene Fabeln angeführet; möchten etwan dessen damalige Verehrer ihren Jovem darum also gezieret haben, weil, wie obangezogene Schrifftsteller uns ferner melden, die in dasiger Gegend gefundene Ammons-Hörner wie Gold glänzten; es ist also wahrscheinlich, daß es mit Kieß durchwitterte Schnecken waren, dergleichen hin und wieder, sonderlich auch in unserem Lande, gefunden werden, deren Anschuß wie Me- tal glänzet, gold.kupfer-oder eisenfarbig ist, da einige inwendig mit einer Orytt3lli6ition, gleich Diamanten, schimmeren; es kommen dergleichen künftig noch viele Arten vor, wir werden uns aber nach der Gestalt derselben mit dem Beyname behelffen. Wir halten i?8 Natürliche halten uns in Ansehung des Haubtnamens, so denen Ammonshörnern von so entfernten Zeiten her beybehalten worden, noch etwas auf, und bemerken , daß gehörnte Köpfe, deren schon viele längstens bekannt, und noch heut zu Tage entdecket werden, unsern Vvrtrag erklären. Die Grossen alter Zeiten, welche gerne mit dem Titul der Söhnen Iovis prangen wollten, als Lysimachus, Alexander der Grosse, und andere Könige, liessen das Haubt Iovis Hammonis auf ihre Münzen prägen. Wir besitzen eine silberne Müntze, von Mareo Antonio , welche ohnlängst zu Äugst, AuZuttD Haura- corum, gefunden worden, woraufdergleichen Kopf, mit der Umschrift: AI. Amo. Los. III. Imp. IIII. Die Abschilderung zeiget Lrlmus in seiner Beschreibung kölnischer Familien, f. 21. »um. 4. Andere Antiquarii weisen uns deren genug auf, auch kommen sie auf alten geschnittenen Steinen vor. Alle Naturforscher, so bisher von den Ammonshörnern geschrieben, halten solche für ehmaiige jetzt aber Versteinerte Meerschnecken; sie zählen solche unter die AiionymA, deren man bey 2000. Arten aus der Erde gegraben, obfchon aus der See bis dahin nicht über z. Arten bekannt, wovon in der Breßlauischen Sammlung, von Natur-und andern Geschichten, Monat Aug. des 1725. Jahr, gangs aufder 22z. Blatts, und weiters,nachzusehen. Der Merkwürdigkeiten. ,79 Der berühmte Medicus, Johann Banhinus, weiset in seiner Beschreibung des Bolner Bades, welche zu Mömpelgard A. 1598. allso schon vor iso. Jahren gedruckt, gegen 40. Arten Ammonshör- uer auf. Rosinus gibt über die zoo. Sorten an; und Scheuchzer in seinem IVIuiXo Oiluvmno entscheidet an Gestalt über 144. Arten, worunter 102. allein aus der Schweiß seyn. Eduard Luidius verzeichnet ZO. Arten der Ammonshörner, aufder Insel Britanien in der Erde gefunden; Vifer hat die iVIgnna genau untersucht , und versichert, daß er nicht über drey Arten dergleichen Seeschnccken gefunden , noch weniger in andern Beschreibungen angetroffen habe. Da nun dise Art Schnecken in der See unbekannt, oder aber vielmehr noch nicht entdeckt, so könnte man hierbei) Anlaß nehmen, ihnen ihr vormaliges Bürgerrecht oder Herkommen streitig zu machen. Wir können nachdrücklicher hierauf nicht antworten , als daß unmöglich die Enthaltnüsse der Abgründe des Meers, so in Muscheln, Schnecken und andern Gewächsen bestehen , und wegen ihrem staten Aufenthalt in der Liesse, kelaZm genennt werden, alle bekannt seyn können, da kein Sturm vermögend, solche in ihrem stillet! Wasserbette zu beunruhigen, um an irgend einem Ufer Vorwürfe unserer Augen zu werden. Also ersetzen die Versteinerungen den Mangel i8o Natürliche Mangel der Meerhistori. Wir schreiten aber zur Benennung der drey gefundenen Arten. g. tüornu ipinatum, spina dinos in- tor llilcos eminente, ÜrÜ8 6mx1ieibus, reÄ 2 3ä marZinem exeunribus, ibi^ue xrmlo in cratle- leentibus 6c nä caxut lapiciis i eüexis. Ein A>N- monshorn mit erhabenen Strciffen, die fast gerade hinauslauffen, gegen dem zwischen zwey holen Furchen erhabenen Rückgrat; bestehet aus hartem Gesteine, und kan der Eindruck des Schnecks wie ein Deckel abgehoben wer, den. ki§. li. Lornu Ümmoni8 non spinüwin valän com- xreüum, IvLvo, txiris Intioribus terminarum. Ein glattes dünnes Ammonshorn ohne Rückgrat, mit breiten Umfängen, ligt auf Gestei- ue wie 6§. §. vorkömmt. t'lL- L. Lornu ^mmonis non spinlltum, llril8 limpli- cil>U8, cmlüoribus spinnn oxtimsm trajlLlLNti- bu8. Ein Ammonshorn ohne Rückgrat, dessen einfache dicke Striemen über den ganzen Rucken gehen. r>§. 6. Stellet in einem harten Gesteine eine Ms- lsm comiüninn tubulossm vor, dergleichen schon Merkwürdigkeiten. rzi schon eine in unserm ersten Versuche von den Versteinerungen um Muttenz herum unter 6^. K. erschienen , welche mit verschiedenen Muschel, und Schlackensteinen umgeben, da bey -iser nach der Quer und der Höhe ligende Mroite8, Iaxl6e8 üellsres, StekNsteitte, zu sehen seyn. ki§. e. Zeiget verschiedene Abschilderungen dkser Sternsteine, so einzeln bey den Reben gefunden werden. Bestehet diser Stein nur aus einem abgesonderten Teile, so wird er Merig Lntrocbo Lmili8; seyn aber mehrere zusamengefügt , Me- ria column3N8 Lntroclio ümilis genennet. Dtsk letztem werden nach ihrer Gestalt Mense pe» tgAONX IlriatX r3^"i 63üc'/lei.c/Lt.. <7^c»^rr..^cuL^. c/ee öe/' (r/'iL/r^ c/cr^- (re^a-c/e ^. ?. an c)^ ^62'c.c.c^ L ^Iruic/ien ^eni.. aL7e^aöe. ,o^c/!.eir^s-N.e-^z4 NiMÄSiL VtzhrK-MÄiHWN >ikW?I MM MKMD WWW ^ ! ^OWUi-E-^ÄW':^ Mv---—'-. ^'-*k Ey» S^«L WW c)e/ »LN'^L! i!ßM^ MM EAi!Ez«U''^ NMÄ Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher iii. Stück. Merkwürdigkeiten wenn deine Schrift dem Renner nicht gefällt, So ist es schon ein böses Zeichen; Doch wenn sie gar des Narren Lob erhält, So ist es Zeit sie auszustreichen. Geliert. BASEL, Bey Emanuel Thurncysen, 1771 Historische V0N rattelkn. Jfts zu äusserst an dem Gefilde der nunmehr in ihrem Schutt vergrabenen alten Stadt ^u- ZuÜL kauracorum ligende Dorf Prattelen / welches an dem Fusse des derselben Abendwerts stehenden Gebürges an- O s IZO Historische gehauen worden, zeiget zum Teile, wie weitdifer Stadt aüsserste Gebäude, Lusthaüser oder Meyerhöfe sich erstrecket haben: Obwol die alles zerstörende Zeit - die hierum gestandenen Altertümmer dem Boden gleich gernacht, so finden sich doch in dem Dorfe Prattelen und dessen umligender Gegend , wenn die Erde auf eine gewisse Treffe durch- graben wird, so vieles altes Gemaüer und Spuren römischer Gebaüde, daß an der Wahrheit im- seres Satzes nicht wol zu zweifeln ist. Die verschiedenen der Stadt ^.auraco. rum zugeflossene Schicksale haben also gleichfals die Gegend von Prattelen betroffen, und wenn Äugst seinen Nacken bald unter dises, bald unter jenes Herrn Joch biegen müssen, so hat auch Prattelen gleicher Herrschaft sich unterworfen; welches aber in einer andern Abhandlung näher zu untersuchen stehet« S- ril » Ob nun Prattelen feinen Namen von kr3ti813-. ti8, oder von denen weitlaüftigen und anmuhtigen Wiesen - welche sich um dises Dorf herum befinden , erlanget habe- lassen wir denen zu untersuchen über, welche iN der Ausforschung gleichlautender Worte sich eine Freüde machen; jedennoch ist gewiß, daß dises Dorf von einigen Schriftstellern der mittlern Zeiten kr^uls genennet werde. iil Alles Merkwürdigkeiten. i§r sv IV ,v> »ll ia >v -ü ii^ IV II- ih !-S Alles was bis dahin von disem Dorfe bekannt gewesen, ist auf der 32. Blatseite unsers Basle- rischen Geschichtschreibers mit folgenden Worten enthalten: „ Schloß und Dorf Prattelen unter Schauen- ,, bürg gegen dem Rhein, haben die von Basel „ innerthalb so.Jahre von Friderichen von Eptin- » gen erkauft, des Vorderen es von altem zuge- ,, höret; man zeigt noch auf einem Kopf, ein Ort, „ da vorzeiten dise Edelleüte ein Sitz gehabt, viel- „ leicht eh dises auf der Ebne gebauen gewesen, zum Adler geheißen. Es haben jhe dise Eptin- „ ger ein halben aufgerichteten und gekrönten Ad- ,, ler auf dem Helm geführet. Gottfrid von Ep- „ tingen, genannt Bitterlin, Ritter, ist deren eigner gewesen ize?. Um so viel kürzer nun dise Nachricht ist, um so viel notwendiger wäre es auch, die schriftlichen Urkunden auf das genaueste zu durchgehen, um unsern Lesern, so viel als noch bey unsern späten Zeiten zu entdecken möglich ist, von den Geschichten dises Orts eine hinreichende Abhandlung vorlegen zu können. Allervorderst findet fich, daß laut denen allcräl- testen Landmarchen der Landgrafschaft Sißgow, O r Prat- ryr Historische Prattelen, welches zwo Stunde von Basel, Mittagwerts , entfernet liget, dahin gehörete; ohnge- acht die Edlen von Prattelen, wie wir solches nachwerts sehen werden, solches niemalen zugeben wollen. Dise Edlen waren alle aus dem Geschlechte deren von Eptingen; da aber derselben Stammhaus in dem nunrnaligen DorfRauchEptingen zu suchen, so ist das weitere von ihnen bis dorthin aufzuspahreu. Zu dem Jahre izz8. finden wir aufgezeichnet, daß Werner von Eptingen zu Prattelen wohnhaft, einige Güter, darunter Rebgeländ wäre, zuFren- kendorf erkauffel habe. Von dem durch Wursteifen angeführten Ritter, Goitfrid von Eptingen, genannt Bitterlin, hatver- muhtlich das ohnftru Prattelen noch heutiges Tages so genannte Bitterlins.Gäßlin seinen Namen her. Eben difir hat in dem Jahre r z 57. dem Petermann und Heinimann von Eptingen, genannt Puliant, den vierten Teil der Rechte und des Zehndens zu Prattelen, so man den Herrenzehn- den nennet, jedoch mit Vorbehalt der Wiederlö- suug zu Gunsten Göttschins von Eptingen, seines Vettern von Prattelen, verkauffet. Es scheinet auch, -aß diser Göttschin einige di- ser Merkwürdigkeiten. i->3 fer verkauften Güter würklich an sich gezogen habe; Massen aus einem, Montags nach St. Franeiseus Tag in dem Jahr 1387 . zu Rheinftl- den von Erzherzog Albrecht zu Oesterreich, gegebenen Lehenbrief klar erhellet, daß disem so genannten ältern Göttschin der vierte Teil des Dorfes Prattelen, mit gleichem Anteil an dem Geriet, Zwing, Bann, Leuten u rd Gütern, wie auch der Dinghof, dasBurgüal zu Madlen und der Berg, wie solches von dem Bitterlin und dem Schnabel herkommen waren, zu Lehm gegeben worden. Daß aber dife des vierten Teils an den Göttschin geschehene Übergabe nicht ohne Streit müsse geschehen, und von dem Erzherzog etwas zu Lehen gegeben worden seyn, woran andere auch einige Ansprach hatten, erhellet daraus, daß in dem Jahrei388. FreytagsvorCatharinaTag, Hans Puliant von Eptingen, ein Sohn des vorangezo- genen Puliants, alle die Leute und Güter, mit ihren Rechten und Zugehörden, so ihme von Werrr- lin, Cuntzmann, Hartmann und Götzmann von Eptingen zukommen waren, an die Stadt Basel verkaufte, und darüber vor dem Offieial des bischöflichen Hofs zu Basel ein förmliches Instrument errichten liesse» O 4 Hieraus r§4 Historische Hieraus erhellet nun klar, daß verschiedene Ep- tinger an Prattelen Teil gehabt haben; welches denn auch zu denen bald hernach unter ihnen entstandenen Streitigkeiten Anlas gab; die Parteyen waren einerseits Gottfrid von Eptingen, genannt von Prattelen, Götzmann, Rütschmann und Heintschmann seine Söhne, Edelknechte; Ander- ftits aber ihr Vetter Petermann von Eptingen, genannt Huser, auch Edelknecht : Dise sämtlich erwehrten Johannes von Eptingen, genannt Pu- liant, Ritter, Bürgermeister zu Basel, und Günter von Eptingen, den ältern, Edelknecht, zu ihren Schiedsrichtern, welche auch nach langer Erwe- gnng dises Streithandels ihre nächsten Anverwandten , kraft eines Freytags vor U. L. F, Tag, in dem Jahr 1394. errichteten Instruments, solche folgender Massen auseinander gesetzet haben r Daß Petermann von Eptingen, genannt Huser, die drey Teile des Dorfs Prattelen mit dem Gericht, Bann, Umgelt und allen Rechten besitzen solle, so wie es Petermann und Herr Peterli von Eptingen besessen haben. Hingegen Gottfrid von Eptingen und seine vor- gemeldten Söhne den übrigen vierten Anteil von Prattelen samt allen dazu gehörigen Rechten haben sollen. Ferners Merkwürdigkeiten. 195 Ferners solle dem Gottfrid eigentümlich seyn die Waldung allda, der Asp genannt , und er allein das Recht haben, Märkmänner zu setzen; mit der angehängten Straffe, daß, welcher wider die Abteilung zu handeln sich erfrechen wurde, Vierhundert Gulden Straf erlegen solle. Woraus leichte zu muhtmassen ist, daß denen Söhnen des Gottfrids die Nutzung des vierten Anteils unter sich sechsten , so gut möglich, zu verteilen überlassen worden sey. Wie sie nun mit einander übereingekommen seyn, können wir nicht sagen, Massen von ihrer Abteilung weiters nichts aufgezeichnet ist, als daß Götzmann undHeintsch- many , wegen dem in Dürstematten gelegenen vhnzertheilten Weyer, anfangs sich nicht vereinbaren konnten , bis sie sich endlich in dem Jahre 1398. in der Eschemer Vorstadt, in Hemman Jselins Haus dahin verglichen, daß eines jeden Anteil daran, wie an den übrigen Gütern, seyn solle. Gleichwie aber die verschiedenen Abteilungen Vielen Anlas zu Zwistigkeiten zwischen den Edeln dieses Dorfes erweckten, also setzte es noch viel mehrere Händel bey derselben Untertahnen ab, besonders da sie dem einen Edelmann mehr als O s dem r §6 Historische dem andern gewogen waren; -ahero herrfchete in disem Dorfe ein beständiger Unfride, welcher endlich denen von Cptingen dergestalten zu Herzen gienge, daß sie Freytags nach St. Jakob des H. Zwölf Botten Tag , in dem Jahre 1427. eine Ordnung errichteten, nach welcher die Fehlbaren gemeinsamlichen sollten gestraffet werden ; dies selbe ist von Heintzmann von Eptingen und dem Thüring, genannt Huser, unter folgender Aufschrift aufgesetzet worden : Vertrag, damit unsere arme Leut besser mit einander im Friden leben können ; sie enthält unter andern» folgende Artickul: Daß, wer ein Messer zuckt, Fünf Schilling Straf geben solle. Wer nach einem Spieß, Armbrust, oder an- derm Gewehr, naher Haus lauft, solle Zehen Schilling. Werden andern blutrünstig schlägt, soll Ein Helbling und Drey Pfund Gelds bezahlen. Wirft einer den andern mit einer Kandte oder einem Stein ; trift er, so zahlt er Zehen Schilling; fehlt er, so bessert er Zwanzig Schilling, Bezüch- Merkwürdigkeiten. »97 Bezüchtiget eine Person die andere einiger Lügen, zahlt er Drey Schilling. Und eben so viel, wenn er ein Weibsbild eine Hure nennet. Ubermayet er des Nachbarn Gut, bessert er Drey Schilling. Hierzu waren Drey Aufseher bestellet, welche die Drey genannt wurden, und neben den Zween Meyern des Dorfs die gute Ordnung zu erhalten trachten sollten. In dem Jahre 14Z 8. ward das Schloß zu Prattelen, die Burg genannt, verbessert, an welcher die damaligen Eptinger den Beyfang oder Mattwerk erweitert, und weilen sie vieles Reb- werk angeleget, zugleich ihren Weinkeller, so sie bey dem Kirchhof hatten, in bessern Stande setzen liessen. Aus einem am Montag vor St. Laurenzen Tag 1441. gestellten Lehenbrief, darinnen Fride, rich der römische König dem Götz Heinrich von Eptingen Prattelen verleihet, ergibt sich, wie di- ses Lehen von Bernhard von Eptingen und des- fen Brudern heimgefallen wäre. Es seyn auch darinnen alle Güter, so wie sie in dem Jahre 1Z87. in i 98 Historische in dem, dem Göttschin erteilten Lehenbriefe begriffen waren, beschrieben; und noch ferners beygefügt das Recht zu Stock und Galgen; woraus erhellet, daß das Haus Oesterreich dazumalen den Eptingern etwas gegeben, welches vermutlich der Landgrafschaft Sißgow zugehörete, und nachwerts zu vielen Streitigkeiten mit der Stadt Basel Anlas gäbe. Nach der in denen Geschichten so bekannten in dem Jahre 1444. bey St. Jakob zwischen dem Delphin Carls des VII. Königs in Frankreich Sohn und denen Schweißern gehaltenen Schlacht suchte man aller Orten den gekränkten Friden wiederum herzustellen, hiemit auch von Seiten der Stadt Basel, sich mit dem Haus Oesterreich und dem benachbarten Adel zu setzen: Die Streitigkeiten wurden allerseits vor die erwehlten Schiedsrichter gebracht, und der Stadt Unschuld auf alle Weise gerettet, wie solches in einer andern Abhandlung solle gezeiget werden. Hieher gehöret allein, was hie Winzer von Prattelen berührt; der Klagende war dazumalen Junker Cunrad von Eptingen, Herr zu Prattelen , welcher folgerHes vor disen Richtern anbrachte : Daß Merkwürdigkeiten. iss Daß die Basier ihm sein Haus zu Waltickhofm geplündert und verbrandt; Seinen Hausraht und Früchten, weiche er in -er Stadt gehabt, hinweggenommen, Und ihm seine eigenen Leute zu Prattelen abge- drungen habem Worauf die Stadt Basel erwiderte, daß er in allem der Feinde Partey angenommen und selbigen behilflich gewesen, solche zu Waltickhofm beherberget , allwö man annoch die Wahrzeichen der Schlacht angetroffen habe; also -aß Basel keinen Angriff, sondern allem seinen Feinden Abbruch getahn HM. Hiermit würde die Stadt Basel 1447. von den Schiedsrichtern aller Anklag losgesprochen, doch -aß sie die Leute von Prattelen wiederum dem Cunrad von Eptingen abfolgen lassen sollen; aus- sert denjenigen, welche schon würklich das Bürger- recht zu Basel angenommen hätten^ Aus einer den 2. May 14s 6. errichteten Urkunde zeiget sich, daß die damalige Gebrüder Ep- tinger von Prattelen ihre Güter folgender Massen abgeteilet haben ; Ludwig erhielte die Güter zu Zuntzgen; Bernhard einige Güter zu Prattelen, samt 200 Historische samt dem nidern Weyer, und der Waldung an den Endtenlöchern; Hartmann aber das Schloß dazumalen das Gesäß zu Prattelen genannt, samt dem Gut zu Frenkendorf. Wir haben droben angemerket, wie in dem Jahre 1441. denen Eptingern von Prattelen die Gerechtigkeit zu Stock und Gala-n zu Lehen gegeben worden ; welches/ weil sie es vermuhtlich vor diser Zeit nicht hatten, nohtwendig mit der Stadt Basel Streit erwecken mußte ; welches auch in dem Jahre 14s 8 . erfolget. Zu diser Zeit war die Landgrafschaft Sißgow in den Handen der Stadt Basel, und Herr Marquartvon Wal- deck, Ritter, der vorgesetzte Hanbtmann der Herrschaft Farnspnrg, behauptete mit Nachdruck die Oberherrlichkeit zu Prattelen ; hingegen machten ihm Bernhard von Eptingen und seine Brüder solche streitig, und behaubteten, daß ihnen solche innerhalb dem Eiter des Dorfs Prattelen gebühre. Die von Eptingen wußten Visen Streit vor den Landvogt der benachbarten Herrschaft Oesterreich und dessen Nähte zu ziehen; vor welchen vieles so wol wegen den Landmarchen des Sißgöws üls sonsten vorgetragen , Sonntags nach Oeuli des gedachten Jahrs aber das Urteil zu Gunsten derer von Eptingen ausgesprochen ward» Die- Merkwürdigkeiten. 201 Dieweilen nun die Zeügen, welche bey Behandlung diser Streitsache abgehöret worden, verschiedene Geschichte ausgesagt haben, welche einige Aufmerksamkeit verdienen, so wollen wir solche kürzlich hier beysetzen. Ein hundertjähriger Mann, welcher auf dem alten Schlosse, ehe solches zerfallen wäre, gedienet hatte, und noch andere Zeügen, sagten aus : Daß, als einst die von Eptingen den Hans Ortleder, welcher Zwey Pferde ab der Waide gestolen hatte, richten wollten, mit denen von Basel aber dazumalen übel stuhndenMd dieBaslcr ihnen deßwegen den Nachrichter nicht abfolgen lassen wollten , die von Eptingen ihre Leute von Prattelen ge- nöhtiget hätten , daß sie alle Hand an den Pferd- dieben legen, und solchen an einen Nußbaum innert dem Eiter aufhenken müssen, worauf denn ei« Galgen in Lochershalden gesetzet worden sey. Ferners sagten einige Zeügen aus, wie daß ein- malen Graf Ott oder Sunon zu Farnsperg, Herr zu Thierstein, mit vielen Leuten und Herren naher Prattelen gekommen, und ihm unter der dortigen grossen Linde ein schöner Sessel mit vergüld- ten Knöpfen hingestellet worden, habe er einen Crais mit Stülen verfertigen lassen, und auf einen Herrn von Ramstein von Bafel gewartet, «m sich 20L Historische sich mit ihm zu schlagen, da sey nun Junker Götz- mann von Eptingen, seinen Knaben an der Hand führend, zu dem Grafen Otten gekommen, und habe ihn ersuchet , er sollte ihn im DorfPrattelen ungehindert lassen , und da nicht richten; Graf Ott aber antwortete: Göymänn , es soll dir an deinen rechten unschädlich seyn. Götzmann aber versetzte: Gnädiger Herr, es kommen viel frembder Lüten her, und die möchten wenen, ihr hättet hie zu richten, und möchten mir Schaden bringen. Hierauf sagte Graf Ott: Daß wer mir leid- so gönne mir doch Stroh vön den dinen zu kaüffen, si> will ich ußwen- big Etters stuhlen; welches auch geschehet In dem Jahre 1460. ist derjenige Vertrag merkwürdig, welchen Hans Bernhard von Eptingen mit seinen Untertahnen des Dorfs Prattelen, vermittelst verschiedener Schiedsrichter aus den benachbarten Dörfern getroffen hat. Dessen vor- ncmste Punkten folgende sind : Sollen die Pratteler derer von Liechtstahl Maß und Gefecht brauchen , nach Inhalt des pergamentenen Rodels der Stadt Basel» Wer auf dem Feld frevlet, solle nebst dem Schaden Fünf Schilling Straf erlegen. Wer Merkwürdigkeiten. 20z Wer zu frevel zu der Ehe Meist, zahlt Zehen Pfund. So einer Recht anderwerts sucht, und auf Erfordern nicht erscheint, Zehen Pfund. Grosse Laster, so den Tod verdienen, sollen nicht gelitten, und der Todschläger Gut eingezogen werden. Wundtahten und Messerzuckm ernstlich abgestraft, und Trockene Streiche mit Drey Pfund gebüsset Werden- Sucht einer den andern des Nachts nach der Bättglocke in seinem Haus, schlagt oder flicht ihn, so ist es ein Mord; der aber, so in dem Haus sich wehrt, und den andern tödct, tnht kein Mord; er solle aber solches durch Zeugen beweisen: als durch sein Gesind; hat er aber keines, so nimmt er den Hund, oder die Katz, oder den Hauen ab der Herdstatt oder ab dem Sedel, samt Drey Strohhalm ab dem Dache, und schwört vor dem Richter. Die Klägden wegen den Gütern, Obs und P Früch- 204 Historische Früchten berührend, sollen die Eintgsmeister, und nicht der Ambtmann, schlichten. Das Gericht solle nach alter Gewohnheit besetzet werdet». Und vor Faßnachtzeit/ als man gemeiniglich zur Ehe greift, solle der Ambtmann etwelche Knaben und Töchtern, die im Alter sind, besehen, und schaffen, daß sie heürahten. Weilen nun die Eptinger voNPrattelen, kraft obgedachten zu ihren Gunsten erteilten Urteils, in dem Etter des Dorfs über das Blut zu richten hatten, so entstünde nachwerts der Streit, wie weit solcher Etter, oder die Dorfslinie sich erstrecken sollte; und ward darauf in dem Jahre 1464: auch diser Anstand gehoben , und der Etter des Dorfs durch ein feyerliches Instrument bestimmet. Dise einmalen wegen den hohen Gerichten entstandene Zwistigkeit wollte sich so geschwind nicht beendigen. Das Recht über das Blut zu richten ward zwar, wie schon gesagt, denen von Eptin- gen zuerkannt; Allein es hatte ein in dem Rechten angenommener Zeüg, Junker Thommen von Falkenstein, vor dem Oesterreichifchen Landvogt deutlich ausgesagt, daß ohngeacht die von Springen Merkwürdigkeiten. 22s gen innert dem Etter zu Prattelen über das Blut richten können, sie dennoch keinen Stock noch Galgen haben dörfen. Solche Auflag war auch in der Wahrheit gegründet, Massen vorhin kein Hochgericht zu Prattelen wäre; Bernhard von Eptingen aber liesse nunmehro ohne w itcrs ein solches erbauen , und legte noch überdiß ein Siechenhaus an. Er ward dahero von dem Naht nach Basel beruffen , vor welchem er in Person erschiene, und sein Verfahren zu rechtfertigen trachtete. Doch muß seine Neigung zum Friden nicht aufrichtig gewesen seyn, müssen er bald hernach dem Müller zu Äugst, der in sein Dorf gemahlen, ein neues Mäs aufdrang. Weilen ihm aber so bal- de die Unfugsame seines dißörtigen Verfahrens deutlich vor Augen geleget ward, so stunde er hiervon ab. Dennoch war dieser Anstand kaum gehoben, so folgte schon ein anderer. Ein Priester, Namens Ciriaeus Doetor, in des Bischofs zu Nassau Diensten , welcher naher Rom reisete, ward bey Prattelen mit Hilf deren von Eptingen durch Jakob ze Rvne nidergeworfen, und naher Hcsingen geführet. Die Stadt Basel wollte dises der gemeinen Sicherheit zuwiderlaufendes Begin, nen nicht gestatten, und brachte endlich die Sache dahin, daß diser Priester ohne Entgelt wiederum Ps in 2o6 Historische in die Stadt Basel, aus welcher er verreiset war, gelifert wurde. In dem Jahre 1464. erkauffete diser Hans Bernhard von Eptingen von seinen Vettern Then- ge und Wilhelm ihre Anteile an dem Dorf Pratte- len mit Gericht, Leuten und Gütern, verbesserte darauf das schadhafte Schloß merklich, und setzte solches in wehrbaren Beschützungsstand. Zu diser Zeit war es etwas sehr gemeines, daß ! die Untertahnen oder Leibeigenen, auch ohne Bor- wissen ihrer Herren, sich in fremden Herrschaften, allwo sie grösser» Schutz und mehrere Freyheit Hoffeten , niderlieffen, und so gar an disen Orten das ! Bürgerrecht annahmen. Bernhard von Eptingen hatte viele dergleichen Untertahnen, die sich hin und wieder zerstreuet hatten; er forderte sie dahero für den bischöflichen Hof zu Basel, allwo die öffentlichen Schreiber allerhand schriftliche Instrumente zu verfertigen pflegten ; und liesse sich alda so wohl die annoch getreüen, als die weggezogenen, so sich wiederum herbeyge- > lassen, wie auch die Hindersässen, schwören, zu-> gleich eine Beschreibung derjenigen verfertigen, j welche das Bürgerrecht zu Solloturn angenom« i men, und ihm dise Stadt zum Feinde gewachst hatten; Merkwürdigkeiten. 227 hatten; und darauf sich über dises alles eine förmliche Urkunde, welche den 20» Herbstmonat 1464. gegeben ist, zustellen. Weil nun die Stadt Basel auch einige von des Bernhards von Eptingen Leuten in ihren Vog- teyen, aber auch einige der ihrigen zu Prattelen sitzen hatte, und alle Zwistigkeiten vermeiden wolle ; so ward unter Peter Roht, Ritter, Statthalter des Bürgermeistertums, zwischen Jhro und disem Edeln, Montags nach St. Margreten Tag, des Jahrs 146s. folgender Verglich getroffen: Daß die von der Stadt Basel Leuten, welche unter Herrn Bernhards von Eptingen Zwing und Bahn gesessen, ihm darfür dienen, für Wohnung und Waide jährlich mit einem Frohntage, einem Faß- nachthun, einer Erndgarbe oder einem Viertel Dünkel, ihre Gebühr abstatten, und was das Dorf seinem Herrn in gemeinem Werk, Holzen, oder an- derm tuht, das sollen sie auch tuhn. Hingegen des von Eptingen Leute, so in der Stadt Basel Herrschaften wohnen, denen Vögten der Stadt ein gleiches leisten, Ohngeachiet nun Bernhard von Eptingen sich nach dem Tod feiner ersten Gemahlin zum zweyten mal verheyrathet, wäre er dennoch ohne Kin- P r der. 208 Historische der. Solches verm,laste ihn in dem Jahre 1467. die übrigen von Eptingen zuMtgenossen seiner Güter und deren Drey Anteile, welche er an Prattelen ^ hatte / anzunemen, mit dem Bedinqniß, Laß sofern i er ohne Erben stürbe/ sie eine gewisse Summa Gelds i seiner Gemahlin bezahlen sollten. Es ist vorhin schon angemerket worden, wie es wegen des von Bernhard von Eptingen aufgerichteten Galgens, und Siechenhauses, Streitigkei- i ten abgesetzet habe. Wellen nun von Seiten dises Edelmanns dem Rechten nicht wolle Platz gegeben werden, so liesse die Stadt Basel hart neben dem innerhalb dem Etter neü errichteten Hochgerichte zu Prattelen auch eines aussert dem Etter aufführen, und wolle des von Eptingen Leute nicht mehr über die Birsbrücke oder Stege bey St. Jakob zollfrey durchgehen lassen. Hierdurch wurde Bernhard von Eptingen genöhtiget, einen Richter zu suchen, welcher sich diser Sache beladen wollte. Und da endlich die beyden Parteyen sich entschlossen, den Streit durch Schiedsrichter beendigen zu lassen, so ward der damalige Bischof von Basel, Johannes von Venningen , zum Ob- mann oder obersten Schiedsrichter erkosen. Bey diser Handlung wurden nun, neben obge- meldten Streitpunkten, noch ferners die Zwistig- keit Merkwürdigkeiten. ro- keit wegen denen Gerichten, der Herrlichkeit ausserhalb des Etters von Prattelen; der Bahnschie- de zwischen Fühlinsdorf und Frenkendors; denen Hindersässen und eigenen Leuten; dem Jagen und Beitzen im Pratteler Bahn / und denen Leuten von Prattelen, so das Landgericht besitzen helffen sollen, auf die Bahn gebracht , und nach angehörten Gründen und Gegengrüuden, Freytags nach FronleichnameTag 1467. von denen Schiedsrichtern erkannt: Weilen die Stadt Basel schon ein Hochgericht zu Äugst bey der Mühle habe, so solle sie den erbauten Galgen bey Prattelen wegtuhn; Ihnen überlassen seyn, das Siechenhaus zu Prattelen stehen zu lassen, oder nicht. Und wegen den übrigen Punkten ward ihnen in allem, nach Inhalt der schon errichteten Verträge, das begehrte zugesprochen. Hierdurch ward die Stadt Basel, welche diß- malen nicht in öffentliche Feindseligkeiten ausge- brochen, mit denen von Eptingen verglichen. Hingegen kamen diejenigen Streitigkeiten, welche zwischen disem Bernhard von Eptingen und der Stadt Solloturn wegen denen eigenen Leu- P 4 ten Als Historische teil entstanden, zu einer solchen Feindschaft , daß Prattelen und Wild - Eptingen von der Stadt Sollotuxn mit Heersmacht überzogen, absonderlich aber das Schloß zu Prattelen übel zugerichtet , und dem von Eptingcu sehr grosser Schade ! zugefügt ward, Bernhard von Eptingen suchte also aller Orten I Schutz und Beystand, bey der Stadt Solloturu aber, den Ersatz seines erlidtenen Schadens, wie ' aus Zweyen seiner Schreiben an die Stände > Sollotum und Glarus, die in dem zweyten Teil > an der §9Z. und 69z. Blattseite des Egidrus , Tschudins helvetischer Kronick eingerücket stehen, erhellet. Die Stadt Solloturn, welche sich auf verschiedene Weise von Bernhard von Eptingen belaidiget fand, und glaubte, gerechten Anlas gehabt zu haben, denselben in offener Feindschaft zu bekriegen, scheuste das Recht nicht, und wollte es also, wie Bernhard von Eptingen begehrete, auf einen schiedsrichterlichen Spruch ankommen lassen. Der Bischof und die Stadt Basel trugen alles zum Frieden bey; und also ward von ihnen in Beyseyn Herrn Rudolfen, Marggrafen zu Hochberg; Herrn Peter von Hagenbach, Ritter; des gnädigen Herrn von Burgund; derer Botten von Zürich, Lucern, Schweitz, und Schafhausen, diser Streit dergestalt verglichen, daß die Stadt Sollo- Merkwürdigkeiten. 211 Solloturn den Bernhard von Eptingen in den Dörfern Prattelen und Rauch-Eptingen in ruht, gem Besitze lassen, und die in dem Krieg ihm abgenommene Beüte wiederum zurück geben solle. Weil aber diser letztere Punkte zu erfüllen unmöglich siel, müssen die Beute unter denen Soldaten schon längstens verteilet war / so bezahlte die Stadt Solloturn darfür zoo» Gulden paares Gelds. Dift Richtung ist mit der Stadt Basel Sccret Insigel bekräftiget, lind am Sonntag nach des H. Creutzes Tag, im Mayen des 1470. Jahrs, ausgefertiget worden» Die vorgemeldte gütliche Zusamenkunft wäre schon in dem vorhergegangenen Jahre gehalten, und diser Streit gehoben. Es muß also das darüber errichtete Instrument, aus einigen nicht bekannten Ursachen, nicht sogleich ausgefertiget, und dessen Besiglung in etwas aufgeschoben worden seyn» So fertig nun die Stadt Solloturn wäre die jhro von Bernhard von Eptingen beschehene Be- laidigung zu rächen, eben so geflissen war sie auch demselben das Seinige, nach hergestellter Freundschaft, wiederum zukommen zu lassen; wie solches nachfolgende Urkunde erweiset: Ps »Wir Historische „ Wir der Schultheiß und Rat zu Soloturn, » entbieten dein Vogt und der Gebursamme ge- „ meiniich zu Prattelen und Wild - Eptingen, so „ Uns iu dem nechstvergangenen Kriege gehuldet „ und geschworen haben, unsern güntstlichen Gruß ,, und alles Gutt, voran, und land üch wiffen, „ daß Wir mit Herr Hans Kernharten von Ep- „ tingen Ritter, zuo recht vertetdiuget und gericht » sind, nach sage des Anlasses darüber gemacht; „ deßhalb sich gepürt üch der erden ledig zu zelen; „ darumb in craft desselben Anlasse, so sagen und „ herlassen Wir üch alle und yegliche besunder, „ derselben eyden, wie ir uns oder unseren Ampt- „ lütten in unsserem Nammen, die in dem nechste „ vorgegangenen Kriege getan und geschwohren „ habent, gentzlich und gar quit ledig und loß: „ Wir empfehlend üch und ist ouch unser Mey- „ nung, daß ir demselben Herrn Hanß Bernhard „ von Eptingen huldent und schwöhrent und ir „ im thunt was ir im schuldig syent; wann wir „ uns ouch alles des so wir in dem gemelten Krie- „ ge, das sin desselben Herren Hans Bernharden „ gewesen ist, ingenommen; zu sinen Handen ent- „ ziehen und übergebent im das hiemit wie wir „ das nach lut des Anlasses schuldig sind, und ob „ fach wäre daß derselbe Herr Hans B- rnhard , meinte das wir ihm mer ingeben oder Verzi- -> chung Merkwürdigkeiten. riz 2, chung thun sollten, des so erbietten wir uns zu „ ußtraglichen Rechtens uff die Fürsten und Her- ,, ren so den obgemelten Anlas zwüschen uns und „ im gemacht habent fürzukommen, doch also daß „ das ußgenommene Recht zu Costentz nach lut „ des Anlasses zwüschen uns und im sine Gang „ habe; Alles ungevorlich: geben und mit unse- „ rcr Stadt Secrete Jnsigel herinngedruckt, uff „ Montag vor aller Heiligen Tag , nach der Ge- „ burt Christi tusend vierhundert, sechzig und » nun Jahr. Kraft diser Lediglassung des Eyds, wormit die Einwohner von Prattelen der Stadt Sollo- turn vorhin verbunden waren, huldigten dieselben ihrem alten Herrn wiederum aufs neue, die übrigen , welche währender Kriegsunruhen sich dessen Gehorsam entzogen hatten , legten den Eyd der Treue und Gehorsams unter der grossen Linde des Dorfs Prattelen ab. , Weilen aber einige des Bernhards von Estin- gen Untertahnen sich insbesondere gegen ihn verfehlet hatten , so wollte er solche auch sonderbar gestraffet wissen : Er versammelte dahero aus diser Absicht einen öffentlichen Landstag zu Prattelen , welcher Zinstags vor der H. Vier Evangelisten Tag/ zu Herbstzeit, im Jahre 1471. auf freyer 214 Historische fr-wer Strasse gehalten ward. Dtses Landtages mdcrgesetzte Richter waren verschiedene Vögte aus der Herrschaft Oesterreich , unter welchen Job von Haßlohn, Vogt zu Höllenstein und auf dem Schwarzwald, den Stab führte. Damit man sich nun einen nähern Begrif von einem solchen Landstage, wie er in disem Lande eigentlich gehalten worden, machen möge, so wollen wir alles dasjenige, so dabey vorzugehen pflegte, etwas umständlicher erzehlen. Nachdeme die Stüle oder Bänke aufderStraffe, auf einem öffentlichen Platz, oder auf dem Felde, nahe an einer Haubtstraffe ligend, denen Richtern dargestellet, und der etwa» unsaubere oder allzu- nasse Bode mit vielem Stroh beleget worden, so forderte eine jede Partey, so fern sie sich nicht vorhin schon einen Fürsprecher erwehlet hatte, einen solchen vor dem Richter. In disem Landgerichte erschiene Bernhard von Eptingen mit seinem Fürspreche an seiner Seite, durch welchen er seinen abtrünnigen Leuten, wie er sie nannte, mit erhabener Stimme in das Recht rüsten ließ. Als nun einige derselben sich alsobald hervortahten, liesse er vorge meldte Richtung zwischen -er Stadt Solloturn und ihm , wie auch die Merkwürdigkeiten. 215 die Urkunde von Solloturn, darinnen.sie seine Leute des ihnen geschworenen Eyds erliessen, öffentlich ablesen; Klagte aber die in dem Rechten stehende besonders an : daß sie seine Knechte auf der Arbeit im Felde mit Armbrusten erschossen, und andere seurer getreuen Leute übel gehauen und beschädiget hätten» Hierauf begehrten die Beklagten einen Aufschub, damit sie Zeit hatten / Freunde zu suchen, welche sie in dem Rechten vertheidigen hülsten. Als ihnen nun dises gestattet worden , ward der erste Tag dises Landgerichts aufgehoben , und der zweyte Landstag festgestellet. Auf demselben wiederholte der von Eptingen seine Anklag. Die Beklagten antworteten, wie sie als arme Leute noch niemand aufbringen können, der sich ihrer annemen wollte, da doch eine harte Klage wider sie geführet würde. Also ward der Handel auf den dritten Tag verschoben : An drsem nun begehrten die Beklagten durch ihren Fürsprech, Hans Schmid, Vogt zu Gelterkinden, daß da dises Gericht auf ein Befehl des Landvogts von Burgund wäre versammelt worden, und sie wohl abnemen können, wie hart ihr Stand seyn wurde, man also den Streit in eine Gü- tigkeit, oder vor das Gericht im Sißgöw oder zu Liechstahl verweisen möchte. Worauf Bernhard von Eptingen erwiderte: Das Dorf Prattelen gehöre 2is Historische höre nicht tn die Landgrafschaft Sißgvw, und da- hero die angefangene Klag fortführet?. Als aber die Beklagtes vor disem Gerichte »richt mehr antworte»; wollten, und darvon gicngen / ward ihnen zürn dritten mal öffmtlich in das Recht geruffm; da aber niemand erschiene/ erkannt: Die Beklagten sollen ihre Sach zu Prattelen verhandeln / und sofern sie solche weiters ziehen tähten/ fürmeineydig und verzählt erkannt seyn. Ohngeacht dises Urteils ward diser Streit dennoch vor das Landgericht zu Sissach gezogen , wie solches aus eine»»» Mittwochs nach St. Lorenzen Tag l47Z. gegebene»» und rnit des nachgenanten Obervogts aufFarnspurg Insigel bekräftigten In- struinent, genugfarn erhellet. In diser Schrift ist sehr weitlaüstig ertthalten, wie Wernlin Schnrid / Vogt zu Sissach, von Ge- heis und Elnpfehlens des Besten Junkers Bernhard Schillings/ der Zeit Vogts zu Farnspurg / anstatt und in dern Ramme des Herrn Bürgermeisters und der Stadt Basel/ als Herren und Landgrafen des SißgowS / zu Sissach in dem Dorf an dem gewöhnlichen Platze ein öffentliches Landgericht gehalten habe. Vor disem Landstag erschien Junker Hans Bernhard von Eptingen zu Prattelen, klagte wider Heini Bielisser und feine Mitge- Merkwürdigkeiten. 217 Mitgesellen, daß sie seinen Knecht Hansli von Nü- renberg auf seinem Gut zu Prattelcn an der Arbeit erschossen und gctödtet hätten. Das Wahrzeichen von dem Erschossenen an dem nächsten Orte bey der Wunden ausgeschnitten, ward in das Gericht gelegt; die Drey Schranken des Landtags geöfneh und denen Tähteru öffentlich vor Gericht geruffen ; da aber keiner erschiene, und diler Gerichtstag zu drey wiederholten male» mit gleichen Feyerlichkeiten besessen worden, so warben die Beklagten als öffentliche Mörder und verzählt erkannt, und als solche ausgeruffen rc. Diß Landgericht ward von verschiedenen Männern von Gelrerkinden, Jungen, Aristorf, Adlickm und Mägden, besessen. In dem folgenden 1474. Jahre ward die Sa, che mit den Untertahnen des Bernhards von Ep- tingen allmählich zu ihrer Richtigkeit gebracht; und die / so ihm noch nicht geschworen hatten, legten in disem Jahre an der Lichtmeß in seinem Hause zu Rheinfelden, allwo er sich dazumalen aufhielte, folgenden Eyd ab : » Daß sie dem edlen strengen Herrn Hans „ Bernharten von Eptingen Ritter, so zugegen „ was / schwören als irem rechten natürlichen Her- 218 Historische » rsn und für eigen, euch sine nachkommen, nem- „ !ich ihnen getrcuw und hold ze sind, Ire nutz „ und frommen ze fürdern und schaden ze wenden- » de, und davor ze warnen, nah ihrem besten „ Vermögen; Inen zu stürm und hoch und nider ,, ze dienen und inen ouch, irm ambtlüthen ze „ zitten und wer deßhalb von Inen Gewalt und „ empfellniß hett, in allen zimlichen Dingen ge- „ horsam und gewertig ze sind , als eigen Litt ih- „ rem Herren schuldig sind. Besonder sich von „ Inen nit ze empfremden, auch dheinerley Bur- „ gerrecht Schirm oder Bvstand wider sv oder „ ander, on desselben Hrn. Hansen Bernharts „ und siner nachkommen Gunst, Wissen und Er- „ laubnng ze suchen, noch an sich ze nemmen, » heimlich noch offenlich, in keinen weg, und z, sonst alles das ze tund, daß eigen Lüt ihrem na- „ türlichen Herren nah diser Land sitt und Ge- „ wohnheit pflichtig sin ze thund, getreulich und », ungevorlich; und ob sy solchen eyd nit hyelten, „ daß sy alsdenn sin foiten meyneydig und ver- „ zalt und ouch dafür ze halten» Übrigens hatte diser Herr immer etwas zu streiten, bald mit den Seinigen, bald mit den Benachbarten , und wollte nunmehro, ohngeacht des ihm zu Sissach gehaltenen guten Rechtens, die Seini- Merkwürdigkeiten. 219 Genügen nicht mehr als Richter auf den Landstag nachSissach, auf Erfordern, absenden; Er taht der Stadt Basel auch Eingrif in ihre Rechte ausev dem Eiter zu Prattelen, und dagegen machte ihm die Stadt auch sein Recht innert dem Etter wiederum streitig; dennoch ward alles noch in disem Iahte gütlich beygeleget. Bernhard von Evtingen wäre nun zum zweyten Male ein Wittwer worden; Und weilen er keine Kinder hatte, so vermählte er sich in dem Jähre 1475. zum dritten male, mit Lütgarde von Oew, welcher er Fünfhundert Gulden Rheinisch zust Morgengabe auf Frenkendvrf verschriebe, Dise Vermählung beruhigte einigermassen das sonst feurige Gemüht dises Herrn. Er suchte seinen Sitz zu Prattelen ansehnlich und stattlich zu machen, und genösse von dem kaiserlichen Hof viele Gnadenbezeugungen, unter welche ein Freyheitsbrief von Kaiser Fridekich, zu Nüwenstüdt den 4, Herbstmonats 1476. gegeben, zu zehlen ist, welcher ihm die Erlaubniß gibt, eine Fahrt über den Rhein anzurichten, und auf St, Leodigarius und Zween Tage hernach einen Jahrmarkt zu Prattelen zu halten ; welche beiden Freyheiten er sich auch zu nutzen gemacht, Und Jahrmarkt und Fahrt angerichtet hat; wie dann noch ein Ort am Rhein / O ob 220 Historische ob dem Rothenhaufe, in dem Pratteler Bahn, die Fahrt genennet wird» Zwey Jahre lange wäre gleichsam ein Stillstand des Gezänks; dann in dem Jahre 1478. wollte es schon wiederum wegen einigen Forderungen einen Streit absetzen, der aber durch einen errichteten Anlas oder Verglich, daran Caspar von Mörsper'g auch Teil hatte, alsobald geschlichtet ward. Die gute Nachbarschaft daurete dennoch nicht länger als bis in das Jahr 1480. Bernhard von EptingeN wäre von einem viel zu unruhigen Gemähte, als daß er länger ohne Streit seyn konnte ; und da er durch natürliche Erben seinen Namen nicht fortpflanzen konnte, so wollte er auf andre Weise ein Denkmal in dem Gedächtniß seiner Benachbarten stiften. Die alten Zwistigkciten mit der Stadt Basel wurden wiederum von ihm hervorgesucht, die Stadt aber, müde von dergleichen unbillichem Gesuche, wäre bedacht, sich auf eine nachdrückliche Weise Ruhe zu schaffen. Der damalige Bischof von Basel trachtete nach allem Vermögen disen Streit in Güte beyzulegen, und die Stadt liesse sich bewegen, denselben auf einen nochmaligen schiedsrichterlichen Spruch ankommen zu lassen. Die Schiedsrichter wurden beyderseits erwehlet, und der Bischof zum Ober- schieds- k sc l>! ß ri s- !ü A K k sk>! Merkwürdigkeiten. 221 schiedsrichter ernennet. Die streitigen Punkten be^ trafen die Fischwaiden, Wildbähne, Vogelwaiden, eigene Leute, so hinter beiden Teilen seßhaft waren, die Weinschenken, die Zehrung derjenigen Richter, welche auf die Landsgerichte beruffen wurden, und Stteithändel besonderer Personen. Bernhard von Eptingm ward vornemlich von Seiten der Stadt Basel angeklagt, daß er in denen Baselforsten geholzet habe. Nachdem nun allerseits die Parteyen genugsam verhöret worden , so ward Montags nach Drey Königs Tag des Jahrs > 481. das Urteil zu Gunsten der Stadt Bafel dahin gesprochen , daß dise Punkten sämtlich nach denen schon errichteten Verträgen erörtert, und die Klage, ob hätte Bernhard von Eptingen in denen Basler- forsten gefrevelt, durch Kundschaften vor dem Gericht zu Basel erlaütert, und dann entschieden werden sollen. Damit aber Bernhard von Eptingen bis in sein Ende etwas zu streiten hätte, so fand er noch in disem Jahre in Ansehung des Waidgangs, der Jagd und der Bahnlinien zwischen Prattelen und Frenkendorf Anlas darzn. So geschwind aber di- ser Streit angefangen worden, so geschwind ward er auch gehoben, indem dem zänkischen Bernhard sein ohngegründetes Verfahren vorgestellet, und zu Verhütung künftiger Streitigkeiten ein sogenan- Q 2 Ler 222 Historische ter Anlas oder Richtung darüber in Schriften ab- gefastet ward. Hierauf starb diser Edelmann, welcher seine ganze Lebenszeit in beständiger Unruhe zugebracht hatte, und überliesse seine Rechte von Prattelen seines Bruders Kindern. Ludwig von Eptingen, der- selbcr Vormünder, trachtete auf alle Weise sie in einen ruhigen Besitz diser Erbschaft zu setzen. Und da es wegen Frenkendorfeinige Anstünde absetzen wollte, so erneuerte er indem Jahre 148s. mit der Stadt Basel den mit Bernhard von Eptingen, wegen gleichen Ursachen, schon obgemeldten im Jahre 1487. gemachten Verglich. Hier endet sich der Lauf der bis dahin zwischen der Stadt Basel und denen Edeln von Prattelen gewaltrten Streitigkeiten. Die von Eptingen erkannten die gute Nachbarschaft der Stadt, suchten derselben Schutz, und fühleten nachwerts dessen gute Würkung bey folgender Begebenheit: Geörg, genannt Schwab , ein Hindersäß von Prattelen, welcher dem Niclaus von Eptingen den Eyd der Treue geschworen hatte, vergienge sich in dem Jahre 15H. mit Diebstal, da er in dem Wihrtshaus zu Prattelen einem Durchreisenden einige ! j> l> a n g! N ll s- ir a, iia e in s-i Merkwürdigkeiten» 22z rüge Rollenbatzen (3) und verschiedenes Gewand entwendete. Der Diebstal würd bekannt, der Dieb öffentlich vor dem Wuchengericht zu Prat- telen / auf Verordnung des Niclans von Eptin- gen angeklagt, und wäre es an dem, daß ihm das Urteil sollte gefallet werden; allein, um der Straf zu entgehen, begab er sich naher Sollo- turn, verschwiege allda seinen begangenen Fehler, und schwur diser Löbl. Stadt den Eid der Leibeigenschaft. Hiermit gewann der Handel eine ganz andere Gestalt, und Schwab wurde von seinen angenommenen Oberherren dergestalten beschützet, Laß Nielaus von Eptingen ihn zu bestraffen sich nicht mehr getrauete. Es wäre aber Schwab we- l gen disent Diebstal zu Prattelen schon in Gefan- - genschaft gesessen, und mit der Urphed losgelassen > worden, daß er auf Erfordern in dem Rechten : wiederum erscheinen wollte. Als nun sowol di- ; ses, als daß der Diebstal zu der Zeit begangen ' worden, da Schwab dem Nielaus von Eptingen i annoch mit Eidespflichten zugetahn wäre, aufin- i ständiges Ersuchen dessen von Eptingen, der Stadt ! Solloturn von der Stadt Basel schriftlich vorge- Q Z stellet (2) Sie wurden gemeiniglich also genannt, weil man ' bey Handlungen selbiger Zeilen zu einander gesagt: Roll mir eine Bätze her. Sitze Hrn. Hs, I. Leü schweitzcri- ' sches Lexicon. H24 Historische stellet worden, so hat diser Löbl. Stand, nachde- me er disen Handel näher eingesehen, die Stadt Bafel durch verschiedene Schreiben ersuchet, den Handel durch einen Rechtsfpruch zu entschieden. Es wurden aslo Niclaus von Eptingen und der Schwab, welchem ein sicheres Geleit gegeben worden , in das Recht nach Basel gefordert, und weilen Schwab sich beklagte, daß er öfters un- billicher Weise von dem von Eptingen gestraffet worden, gegen einander angehöret, die Kundschaften von Prattclen, welche vorhin ihres Eids gegen dem von Eptingen entlassen worden, vernom- > ^ inen, unh auf Mittwoch nach St, Laurenz des ! Marterers Tag, in dem Jahre is12. das Urteil ' dahin gesprochen, daß Claus von Eptingen des Schwaben an ihn getahne Anklag ledig seyn sol- ' le; Hingegen dem Georg, genannt Schwaben, ^ der den Eid und Urphed gebrochen, zween Finger gn der rechten Hand sollen abgehauen werden, Dises ist, so viel wir wissen, der einige Prat- ^ telen betreffende Rechtsstand , welchen diser Nt- ^ elaus von Eptingen, sonsten nur Claus genannt, in seinem Leben zu tuhn nöhtig gehabt. Er leb- § te in der angenemsten Stille, und genösse einer § Ruhe, deren feine Vorfahren sich sechsten berau- ^ bet hatten. Und da er sich auch öfters in der ^ Stadt Merkwürdigkeiten. 225 Stadt Basel aufhielte, so name die Gewogenheit beiderseits dergestalten zu, daß Claus von Eptin- gen, zu Bezeugung seines dankbaren Gemühts, Donnerstags vor Creutz Erhöhung, in dem Jahre i;is. sich gegen der Stadt Basel verschriebe, ihro das Schloß und Dorf Prattelen vor männiglich zu kauffen zu geben» Montags vor Thomas Tag, in dem Jahre ls18« liesse sich Hans Friderich von Eptingen, nachdem obgemeldter Claus von Eptingen, sein Bruder, gestorben war, noch in eine nähere Verbindung wegen des Verkaufs des Dorfs Prattelen mit der Stadt Basel ein; und in folgenden Jahren verkauften die sämtlichen Eptinger, welche an Prattelen Teil hatten, solches Dorf, samt verschiedenen dazugehörigen Gütern, mit den Rechten, sowie sie es besässen, unter Einwilligung aller derjenigen, so dißorts eine Bestimmung zu geben hatten, auf die allerkräftigste und verbindlichste Weise an die Stadt Basel, wie aus nachfolgender Erzehlung umständlich erhellet» Hans Friderich von Eptingen, der Besitzer des Schlosses Prattelen und dreyer Anteile an dem Dorfe, empfienge verschiedene Summen Gelds, und Übergabe sodann der Stadt das Schloß und Dorf Prattelen. Die Stadt Basel setzte ihn aber Q 4 also- 226 Historische fllsobald in den Besitz des verkauften Guts derge- stalten wiederum ein , daß er seine Lebenszeit da- paus schliesst, und einen Zins, welcher dem Kauf- schilling angemessen wäre, der Stadt jährlich erlegen sollte; Worauf er auch diejenige Summe Gelds zu bezahlen übernam, welche sein verstorbener Prüder Metalls von Eplingen schon auf Prattelen aufgenommen hatte, und sich dises Kaufs ;md Ubernqm wegen s für sich und seine Heben genugsam verschriebe. Dieweil er aber noch mehrers Gelds benöhtiget War, so ward ihm auch dises dargeschoffen, und er erteilte seiner Gemahlin, einer von waldpurg, hie Gewalt, auch mit ihrem Gsitlein nach Belieben zu schalten. Es wurden also verschiedene Verträge, und den 21. Aprilens des Jahrs i s2s. insonderheit derjenige errichtet, durch welchen der Stadt Basel das Schloß und Dorf Prattelen Vollkommen abgetreten und auf ewig übergeben Würden. Also kam das Dorf Prattelen, samt seiner Zu- gehörde, worüber die Stadt die Oberherrlichkeit, von der Zeit an, als sie die Laudgraffchaft Siß- gow erkauftet hatte, angesprochen, endlich vollkommen unter derselben Bottmäfflgkeit, und wie Wir zum teil schon in unserm zweyten Versuche über Mün- Merkwürdigkeiten. 227 Münchenstein angemerket, -iser Vogtey einverleibet , das Schloß zu Prattelen aber, samt verschiedenen Gerechtigkeiten, von der Stadt, an ihre Bürger, Rudolf Frey, und dann an Hrn. Peter Offenburger, Obervogt zu Farnspnrg, verkanffet; uachwerts aber ward es von Hrn. Bernhard Ste- helin, Ritter, und Anna Greblin, feiner Gemahlin , lange Zeit besessen. Diser Stehelin ward wegen seiner Tapferkeit, laut dem annoch vorhande- nenAdelsbriefvon KönigHeinrich II. inFrankreich, in Jahre - 5 54. in offenem Felde geadelt. Indessen hat dises Schloß seither öfters seinen Herrn abgeändert, bis es nunmehro unter dem damaligen Besitzer, Herrn Hans Balthasar Burkbard, des grossen Rahts, und wohlverdienten Raht- schreibers unserer Vaterstadt, in denjenigen verbesserten Stande gestellet worden, darinnen es sich gegenwärtig befindet. Die Untertahnen von Prattelen erlangten bey diser Veränderung einen merklichen Vorteil, indem der Stand Basel, nach der ihm gegen seine Untergebenen gewöhnlichen Milde, füt gut befunden, sie -er Last, die Schloßgüter ftonsweise zu bauen, befreyet, und nachwerts bey der eingeführten Kirchenreformation vieler anderer Beschwär- den, als des Zehndrns von Obst , Kraut und Zwi- beln, entlediget hat. Q 5 Von 228 Historische der bisherigen Erzehlung werden verschie- W» dene Namen und Oerter angeführet, deren Lägen und Gegend nunmchro unbekannt seyn. Wir verruchten aber, daß der Platz, worauf Bernhard von Evtingen sein Siechenhaus ge- bauet, an demjenigen Ort müsse gestanden haben, wo nunzumalen ein Feld ist, so man den Siechengarten heisset, und an diejenige Waldung reichet, so das Ehrlin genannt wird. Hinter deren stunde die Kapelle gegen Frenkendorf. Die Gegend wird noch im Käppelin genannt. Dort hindurch gienge der so genannte München- Pfaffen- und Pegimienweg, Oben in dem Dorfe, an der Strasse gegen Liechtstahl, stunde der so genannte Meyerhof; welche Gegend noch bis auf den heutigen Tag Visen Namen beybehält» Disseits der Strasse gegen den Meyerhof wäre der so genannte obere Weyer; unten an dem Dorfe aber der nidere Weyer. Der Dünkhof wäre vermuhtlich nahe bey dem Meyerhofe gelegen. Wir behalten uns vor andernorts Merkwürdigkeiten. 229 derwerts von den Dünkhöfen der Basier Landschaft und ihrer Bewandtniß umständlicher zu reden. Die grosse Linde zu Prattelen wird in den alten Briefschaften sehr oft angezogen. Sie wäre nicht weit von dem Schlosse entfernet, und stuhnde ent- weders anf demjenigen Platze, wo nunmalen auch ein solcher Baum bey dem Wachthauss stehet; oder aber weiter hinunter auf demjenigen Platze, wo die Wege gegen Basel und Muttenz sich scheiden , und dismalen einige Nußbanme stehen. An disem letzter« Orte pflegten die alten Einwohner von Prattelen, so oft die Pestseuche bey ihnen regierte , sich zu versammeln, und die Furcht des bevorstehenden Todes mit öffentlichen Dänzen und Reihen zu vertreiben. Man mag dessen noch einige Spuren bey der heutiges Tages zu Prattelen fortdaurenden Gewohnheit anmerken, da die Knaben und Töchtern an den Sonn- und Festtagen auf den Abend bey der Linden znsamen kommen, und allda einige Stunden mit Psalmen und Lieder- singen zubringen. Sonsten wäre in den aberglaübischen Zeiten diejenige Matte, so unten an dem Dorfe gegen die Hard ligt, wegen dem Hexendanz sehr bekannt, als auf welcher annoch in dem Jahre 1678. derjenige sza Historische jenige abgebrannte Krals gezeiget wurde, auf welchem dise Nachtgespenster ihreZusamenkunften sollen gehalten haben. Dise Gegend wird noch heute die Hcxenmatte genannt. Das Dorf Prattelen, welches von Morgen gegen den Rhein und Äugst, von Mittag gegen Liechtstahl und Frenkendorf, von Abend gegen das Gebm qe und Gempen, und von Mitternacht gegen Mnttenz undBasel liget, ist eine der fruchtbarsten Gegenden der Landschaft Basel, und wird zum teile durch ein kleines Büchlein / welches von dem neuen Schauenburgerbad herabflieget, und einen Teil der Pratteler Wiesen durchwäffert/ sehr fruchtbar gemachet» Es hat dises Dorf übrigens Siben aufgestellte Brunnen des reinesten und köstlichsten lauffenden Wassers/ ohne die Brunnen des Schlosses, darunter der sogenannte Katzenbrunn für den besten gehalten wird. Das an der Ostfeite des Dorfs gelegene und mit Mauer und Wassergräben umgebene Schloß hat eine um so viel angenehmere Aussicht / als dieselbe sich über die meisten dazu gehörigen ligende Güter erstrecket» Die Merkwürdigkeiten» 2z i Die um Prattelen herum gelegenen Wiesen seyn sehr fruchtbar und weitlaüftig, also daß obwolen die Einwohner dises durch keine Strohhütte verdunkelten Dorfes eine grosse Mäuge von aller Gattung Vieh unterhalten, sie dennoch einen grossen Ueberstuß an Futter haben, den sie wohl zu ver- kauffen wissen» Der Ackerbau bringet ihnen in fruchtbaren Jahren auch ohngefehr das zu ihrem jährlichen Unterhalt nöhtige Brodt hervor. Die Weinlese aber ist bey ihnen desto reicher, so daß jährlich aus disem Dorfe viele hundert Saum Weins anderwertshin verführet werden. In dem Jahre i6so» beliesse sich die Anzahl der Bürger auf 70. in dem Jahre 1 672. aber die Anzahl der sämtlichen Einwohner, Mann, Weib und Kind znsamen gerechnet auf 579. Seelen. Nun- mehro sind deren wol Zwey mal so viel: und seit deme Prattelen in der Stadt Basel Handen ist, über 92. neue Bürger daselbst eingesessen. Bey solcher Vermehrung hat ihnen die hohe Overkeit schon in dem Jahre 1692. bey Hundert Jucharten Waldung in dem Löhlinhölzlin gegen Äugst aufstocken und in Ackerfeld zu verwandeln Vewil- 2zr Historische bewilliget, uachwerts auch im Adler und an andern Orten mehr das gleiche zu tuhn gestattet. Der Morast in Oggi Matten ist ihnen gleichfalls auszutrocknen bewilliget, und hin und her viele Matten und Rebgeläud anzulegen erlaubet worden ; also daß Prattelen ein ansehnliches mit einem grossen und fruchtbaren Gelände begabtes Dorf ist, welches an allem, was zu der Erneh- tunq seiner Einwohner nöhtig, nicht nur reichlich Versehen ist, sondern unter seinen Bürgern alle dem Landmann unentbehrliche Handwerker, als Maurer, Zimmerleute, Wagner, Hufschmide, Schreitier, Drechsler, Becken, Küffner, Schuster, Metzger, Weber, Schneider rc. zehlet. Die dazu gehörigen Waldungen seyn folgende i Das Ehrlin, so mit Eichen und Hagenbuchen besetzet ist» Der Geißwald, allwo nur Eichbaüme stehen» ^ Der Adler, da mehrenteits Buchen wüchsen. § l> Der Zunftacker, ist mit Eichen und Ge- b straüche erfüllet. Das Heulenloch, ist mit Gestraüche, unter „ welchem Merkwürdigkeiten. 2 z z welchem da und dorten eine Fichte ihr Haubt empor hebt, bewachsen. Die Goleten / hat Eichen und Gestraüche. Das Kästele, pranget mit schönen Lichbaü- men, und möchte wohl seinen Namen von Oltsllum bekommen haben, Massen noch einiges alldort sich besindendcs Gemäuer/ etwas dergleichen zu muht- massen, Anlas gibst. Das nach Prattelen gehörige Teil der Hardt, ist gleicher Art mit dem übrigen Teil dises grossen Waldes. Das Horn, nehret Buchen / Fichten, Dünnen , Anhörn und Gestraüche. Sonsten pflegt der Bauersmann die Pratteler Waldungen, nach seiner Redensart, mit folgenden Nammen zu belegen, als: Das Ehrlin, der Madien, das Tahlhölzlein, die Brüderhalde oder Asp, die Moderhalde, das Horn/ der Eylisgra- ben, das Kohlholz, die Winterhalde, das Faul- hölzlein, die Lachhalde und das Kästelin. Die Kirche, welche einen mit Mauern ganz umgebenen Kirchhof um sich hat, steht in der Mitte 2Z4 Historische te des Dorfs, und ward in den Jahren 1692. und 1699. samt dem Turm, um ein merkliches verbessert, und in denjenigen Stand gestellet, in welchem sie sich nunzumalen befindet, ausgenommen die wenigen Veränderungen, welche in dem Jahre 170z. gewachst worden. Das Pfarrhaus, welches ursprünglich sehr schlecht wäre, ward schon in dem Jahre 1542. in bessern Wohnstand gebracht, zu Ende des vorigen Jahrhunderts aber vollkommen neu und sehr ansehnlich aufgeführet. Seit der Zeit der seligen Reformation hat W Gemcind nachfolgende Prediger gehabt; 1526. N. Jakob Jmmelin, DeckattUs des LiechtStahlers Kapitels; kam nach Münchenstein. rsZ 8. Alexander Rifchard; ward Helfer bey St. Leonhards Kirche in Basel. r 5 40. Hieronymus Ritter; kam nach Dkeg- ten« rsso. Georg Hölzlin, Deckanus des Liechtstahler Kapitels, von Ensis- heim gebürtig. Merkwürdigkeiten. -rzs r;66. Romanus Weidmann, welcher wegen einer von ihm zusamengetragenen Chronick, die aber noch ungedruckt liget, bekannt ist. i6o§. !Vl. Johannes Groß; nachwerts Helfer bey der St. Leonhards Kirche in Basel, und der Urheber der so bekannten kleinen Baslerchronick ist. i6n. Hl. Niclaus Brombach; kam nach Rümlingen. -6l8. Marcus Zellarius; kam nach Leuffelfingen. 1624. lVl. Christof Hagenbach. 1668. iVI. Joh. Rudolf Dietrich. 1692. Äl. Niclaus Ryhiner, Deckanus obigen Kapitels; bäte hohen Alters wegen ab. 1731. Herr iVl. August Johann Buxtorf; ward 1737. Pfarrer bey St. Elisabethen in der mehrern Stadt; und 1746. Pfarrer der mindern Stadt. 1737. Herr!Vl. Friderich Wettstein. 1767. N. Joh. Jakob Bachofen, welcher das Heil seiner anvertrauten Gtz- meinde zu befördern trachtet. R Von X 2Z6 Historische Aon denen in dem Wratteler Baun ligenden merkwürdigen Ge- baüden oder Landgütern. Uf der erstell Kupferblatte zeiget sich das sW Dorf samt dem darbey stehenden Schlosse, § von welchem schon verschiedenes angeführet worden/ hier aber noch folgendes anzumerken ist/ nemlich, Daß es nicht allezeit / seit Erkaussung des Dorfs/ t von Bürgern besessen, sondern auch bisweilen ge- i stattet worden, daß es an fremde Edelleute konnte verkauffet werden; daher» auch die Verordnung ergangen, daß es allezeit der Stadt Basel offen " Haus seyn sollte/ worinnett etliche Stücke und ^ Geschoß stunden. Es Ware übrigens vorhin mit mehrern Wassergräben / als nunznmalen, umgeben / und man hielte es für ein befestigtes Schloß / i so der beständige Wohnplatz deren von Eptingen i gewesen/ welche/ wie Wursteisen vermeint/ vor- ^ hin auf dem so genannten Adlerberg / so mit S der Zahl 7. bezeichnet ist / ihren Sitz sollen ge< ü habt haben. Bey genauer Besichtigung dises Bergs haben wir Merkwürdigkeiten. 2z 7 wir befunden, -aß sich in der Taht aufdessen ober» sten Spitze einige Ueberbleibseln von einem verfallenen Gebäude befinden. Das merkwürdigste da» Von seyn Zween tiefe Gräben, welche uin einen erhöchten Ort herumgehen, auf welchem der Ban des ehmaligeN Schlosses mag gestanden haben/ welcher, wie wir vernichten, schon vor dem bekannten grossen Erdbidem zu Grunde gegangen, dder wenigstens ohnbewohnt gewesen ist, Massen von Stein und Mauerwerk wenig darbey zu finden , welches doch sonsten bey allen andern um dise Zeit zn GrUnd gegangenen Schlössern an- Noch vorhanden ist; Difer Berg wird der Adler genannt; Es ist über difer Name vor Zeiten merklich verdrehet, Und aus Adler, Madien, gemachet wordene Und so hiesse er auch itt dem Jahre iz8?. wie solches äus dem vorher angezogenen Lehenbriefe , der dem GöttschiN erteilt worden, klar erhellet; Es möchte also wo daß, weilen verschiedene von EpttngeN Anteil an Prattelen gehabt, einige auf disem Berge, einige nach Absterben derer von Schauenburg auf dem alten SchaUenburger Schlosse, so mit der Zahl 6. bezeichnet ist, und andere in dem Dorfe PratteleN gewöhnet habe»; Rs Dü 2 Z 8 Historische Da sich aber dises alte Schauenburger Schloß, von welchem annoch die Mauerstöcke übrig seyn, und die mit der Zahl 4. bezeichnete Hochwacht nicht in dem Pratteler Bann befinden, so wollen wir deren Behandlung bis zu dem ihnen gebührenden Stücke ausgesetzet haben. Won Uchauenburg. ^Ie dritte Zahl auf gleicher Kupferblatte wei- ^ set das neue Schauenburger Bad an. Alles was bis anhero von demselben bekannt wäre, ist in unserer Baselchronick an der 32. Blattsette in wenig Worten enthalten. Nachdeme Wursteisen das Lahl Rösern und alt Schauenburg mit kurzen Worten angezogen, so fährt er mit der Beschreibung den Berg hinab, und sagt: Ihenseit ( nemlich in Ansehung obange- zogenen Tahls) under der alten Schauenburg haben die Beginnen ein clösterliches Wesen gehabt, so vom Rothenhause ihre Wohnung dahin verändert, ist in dem Baurenkrieg ausgedeutet und verwüstet, diser Zeit durch I. Hans Jacob Hiltprand Zu einer sonderbahren Wohnung erbessert worden. Merkwürdigkeiten. 239 In unserm ersten Versuche über Muttenz, an der 27. Blattseite / haben wir schon angemerket, Laß dise Erzehlung einen Anstand finde. Wir wollen trachten die unbekannte Geschichte von disem Kloster aufzuheitern, und zu mehrerm Begriffe das vollkommene Schicksal vom Rothenhause, welches hier einen Einfluß hat, kurz zu Widerhaken , und noch mehrere Umstände einfliessen zu lassen, als in dessen Abhandlung angezogen worden. Herr Wernher von Rihisheim, Leutprie- ster der Kirche zu St. Ulrich in Basel, verehrte Bruder Claus Brünnen, dem Provineial zu St. Paul des ersten Einfidlerordens in Deutschland, iz8z. sein Haus, den Hof und Gesässe zum Rothenhause. Der Schenkungsbrief ist vor dem Gerichte zu Basel, an dem nächsten Montag nach St. Valentins Tag gedachten Jahrs, gefertiget worden. Erst in dem Jahre 1421. auf Zinstag den 26. Tag des Monats Augusts, ward denen Paulinern von Johann Thüring Münch erlaubt, das Kloster und die Kirche zu erbauen, und auf Freytag den i-. Tag des Herbstmonats gedachten 1421. Jahrs, dise Bewilligung dem Bruder Albrecht Jacob, Prior, von Bischof Hartmann bestätiget. Zu Ende des fünfzehenden Jahrhunderts brannte es ab, ward von denen Einfidlern verlas- R z sen, 24-s historische sei,, und nachwerts von denen Beginnen zu einem Schwesterhaus erbauen, in welchem Stand? es bis in das Jahre i5 26. bliebe. ! Weilen aber ohngefthr von dem Jahre 1480» bis 1526. die Unzahl der Beginnen sehr möcht? , zugenommen haben, so geschahe vermuhtlich, daß/ weilen das Schauenburger Einsidlerkloster wahrscheinlicher Weise gleiches Schicksal mit dem Roth« Häuser Kloster gehabt, innert diser Zeit ein Teil der Beginnen vom Rohtenhause naher Schauen« hurg gezogen waren, Der Grund diser Muht« Massung stehet nun zu erweisen. Gleichwie man nicht umständlich dartuhn kan, zu welcher Zeit das Schauenburger Schloß ohn- ^ bewohnt und öde gelassen worden sey; also kan auch die eigentliche Zeit nicht bestimmet werden, wenn man den Grundstein des Schauenburger Klosters geleget habe. Gewiß haben solchen die Beginnen nicht gelegt, als welche, wie bey dem Rothenhcmse beschehen, gemeiniglich in schon er- , baute Nester einzusitzen pflegten, - Dises Kloster Schauenburg wäre ursprünglich ein Männerkloster, und geraume Zeit von solchen bewohnet. Da aber diser Satz vielen in etwas " fremd vorkommen möchte, so wollen wir die form- ' «che ! Merkwürdigkeiten. 24 k A liche Verleichung desselben zu einem unwidersprcch- lichen Beweistumm anführen. Sie lautet von Worte zu Worte also; >« II i kk ie > „ Ich Hans Bernhard von Eptingen, Ritter, > „ bekenne mich öffentlich mit disem Brief, das ich ,, dem wirdigen geistlichen Herren, Bruder Mar- „ tin gehorsammen des Closters Melich, St. Be- ! ,, nedicten Ordens, Passauwer Bistums , das „ Bruderhause unter dem Schloß Schauenburg „ in Bratteler Kilchspil und Bann, in miner i „ Herrlichkeit gelegen, mit siuer Zugehörde, wie i ,, die von Minen Vorderen und mir vergönnet und , „ gegeben sind, mit Acker, Matten, Reben, i „ Garten und dem Reyne des Holtzes, darhinder ; „ gelegen, das da ist auf Drei? Jucharten und i » mit samvt aller faxender Haabe, so es jetz hett, ! „ oder hernach überkommen wird, sein Lebtag »in, ^ „ zehaben, ze nutzende ze niessende eingeben, ver- ' „ willigt, entpfohlen und verliehen hab, also daß ! „ er darinne nach St. Benedicten Regel, Gott ^ „ dem Allmechtigen dienen, und andere erbare , „ Bruder, die mit ihm nach derselben Regel in . „ geistlicher Zucht begehren zu leben, zu im nem, ; „ men, und die nach Außweisungen der benanten . » Regel, zu göttlicher D'-nistbahrkeit ziehen und , „ halten solle und möge: Were aber fach, daß derselbe Bruder Martin freies willens da N 4 ,, dan- 2) 24r Historische „ dannen und anderswo hin kommen wolle, daß „ er mit minem wüssen thun mag ; oder ob es sich l „ schickte nach dem Willen Gottes, daß er mit ! „ Tod abgehe und ein oder mehr geistlicher Brü- „ der nach klösterlichem Wesen in priestcrlichek „ Würdigkeit oder in Conversen stähle, in dem „ obgenanten St. Benedicten Orten bewärt, hin- „ der ihm, in demselben Bruderhausse verlassen „ wurde, der mir in zimlichcn dingen nit wider, „ und zu Regierunge der anderen Brüderen dan- « zumal darin wohnende tauglich und verfenglich ,, weren: So wollen ich, mein erben oder nach- » kommen derselben geistlichen Brüderen einem, der Priester, oberm Conversen stahte, indem „ benanten St. Benediets Orden bewärt und er- fahren sey (ob man khein Priester zu solchem „ Regiment tauglich, in demsclbe Hause finden „ wurde) die Einwohnunge und Regierung des- „ selbigen Bruderhausses, inmassen ich dem obge- „ nanten Bruder Martin die gegönnet, und ent- „ pfolhen habe, Gottes Ehre zu mehren, auch „ leichen und gönnen : und so fern auch der ob- „ genante Bruder Martin und die so mit und „ nach ihm dasselbe Hauß inhaben und besitzen „ werden, ihr Wesen nach klösterlich und St. Be- „ nedieten Regel Ordnunge, beharren und hal- „ ten; so sollen ich, meine erben und nachkom- ,, men sie da dannen zu kommen nit tringen, son- ,-der Merkwürdigkeiten. 24z „ der sie alda handhaben und beschirmen , vor „ mengltchen, nach unsrem besten Vermögen, „ alle Gefehrde, hierinne vermitten und ausge- „ scheiden. Und deß zu warem stätem Urkund, „ so hab ich mein eigen Jnsigel hencken lassen an „ disen Brief, der geben ist auf Freytag, nach » St. Erharts Tag des Heiligen Bischofs; Als ,, man zalt nach Christi unsers L. Herren Geburt ,, 1466. Hieraus erhellet, daß die ersten Stifter dises Klösterleins die Eptinger von Prattelen gewesen, als welche sich auch darum, dasselbe nach Belieben zu verleihen, das Recht vorbehalten haben, und daß selbiges schon eine geraume Zeit vorher erbauet worden. Wer aber den ersten Gottesdienst allda verrichtet, ist noch unbekannt, wie auch die Zeit, wenn die Beginnen dahin gekommen. Es muß ein besonderer Zufall die Brüder aus disem Ort vertrieben, und dadurch denen benachbarten Beginnen vom Rothenhause Anlas gegeben haben, bey denen Herren von Eptingen sich ein- zuschmeichlen, und die Erlaubniß zu begehren, die erledigten Brüderzellen mit Schwestern zu be, setzen. Die eigentliche Zeit, dise Abwechslung zu bestimmen, wollen wir dismalen nicht übernemen, und uns mit der gemachten Entdeckung begnügen. R s Aus 244 Historische Aus der angeführten Urkunde ist zu ersehen, Wie wenige ligende Güter bey disem Klösterlein dermal gewesen: nachdem aber die Beginnen solches in Besitz genommen / haben sie noch einige darzu erkauffet, und andere seyn ihnen geschenket worden. Sie haben aber das Klösterlein Schauen- hurg nicht allezeit behalten / sondern solches in dem Jahre i s2z. mit Bewilligung sowol der Stadt Basel als auch Junker Hans Friderichs von Ep* tingen, Gerichtsherrn zu Prattelen, an Junker Eglin Offenburgev yerkauffet: solches erhellet aus zweyen Spruchbriefen, deren der eine auf Freytag nach Auffahrt, des Jqhrs is2z. von Zween Rahtsbotten von Basel, zwischen disem Kaüffer und der Gemeind Prattelen, wegen streitigem Waidgang vermittelt worden, und mit der Stadt Basel und dessen von Eptingen Sigillen bekräftiget ist; der andere aber Samstags den -s. Win* termonats 1642. wegen Streitigkeiten zwischen Liechtstahl, Prattelen und Schaueuburg, gegeben ist, und darum mit heitern Worten, welche aus einem yiel ältern Instrument gezogen sind, gesagt Wird, „ daß Eglin von Offenburg von der an- „ dächtigen Mutter und Schwestern des Gotts- „ Hauses unserer lieben Frauen zum rothen Haus- „ se am Rhein erkauft habe, das Burgstall, ,, Schauenburg und das Schwesterhaus nidwen- „ dig demselben Burgstahl gelegen, sambt den » Häuf- Merkwürdigkeiten. 245 „ Häusseren, Scheuren, Hoffstätten, Ackeren, „ Matten, Holtz sambt allen Rechten , wie die „ Beginnen solches von Juncker Peter Offenbur- ger, Bürgermeister, und anderen Kaufs-und von Herrn Bernhard von Eptingen Verga- „ bungsweis an sich gebracht haben. Wenn aber in diftm Instrumente gesagt wird, daß die Beginnen solche Güter von Peter von Of- fenburg und andern erkauffet haben , sy muß solches vermuhtlich nicht von dem Schwesterhaus, sondern von dem alten Burggestell Schauenburg verstanden werden, welches die von Ossenburg eine Zeitlang besässen, wie wir solches bey der Abhandlung von Frenkendorf verneinen werden, Uebrigens mag wohl seyn, wie Wursteisen sagt, daß in dem Jahre 1525. diser Ort von den Bauren verwüstet worden, Daß aber damals annych die Beginnen dorten gewöhnet haben, ist nicht erweislich ; doch mag seyn, daß der Kaüffer einigen ihre Lebenszeit glldorten zu beschließen, oder sonften für eine gewisse Zeit sich allda aufzuhalten gestattet hatte, In den folgenden Zeiten sind die Güter des alten Burggestells vonSchauenburg und desSchwe- sterhausses vielfältig verkauffet und zerteilet worden ; 246 Historische den; bis endlich Junker Friderich Dräß difes Klösterleins Besitzer worden, dessen Gemahlin die Brunnquellen des Heilwaffers des nunzumaligen neuen Schanenburger Bads solle entdeckt haben. Dises Bad wäre eigentlich das alte Schauenburg zu nennen, Massen es erst seit der Zeit das Neue gmennetwird, als das nunmalige neue Gebäude darbey aufgeführet worden. Kaum wäre dise Quelle von obgedachter edeln Frauen gefunden, so lehnte dero Gemählden 2z.Christmonats 1691. ! vor den Naht der Stadt Basel, und trug demselben geziemend vor, wie auf seinem eigentümlichen Gut Schauenburg ein sehr herrliches und heilsames Wasser entspringe, mit Bitte, ihme gnädig zu gestatten, ein allgemeines Bad zum Trost der Presthaften allda anzurichten, welches ihm auch bewilliget ward. Anfänglich nun badete man nur in denen in einer Scheuer bereiteten Bütten, nachwerts aber ward alles in guten Stand gesetzet, die Badkästen in gewölbte Kam, mern eingeteilet, und alles zu bequemem Gebrauch der Gäste eingerichtet. Auf der erstem Kupferblatte ist mit der vierten Zahl derjenige Ort bezeichnet, welcher das Tahl genennet wird. Es findet sich allda ein kleines Sennhaus, worbey eine Quelle von Badwasser entspringet. In den ältern Zeiten solle bey dtsev Quelle Merkwürdigkeiten. 247 Quelle eine Badhütte von Brettern gestanden seyn, worinnen das benachbarte Landvolk sich des Bades bediente. Die zweyte Zahl auf der zweyten Kupferblatte zeiget dasjenige Lustgebäude an, welches Herr Joh. Rudolf Fasch, hochverdienter Burgermei> ster unsers Frevstandes und Vaterstadt, in dem Jahre 172s. angeleget und erbauet hat. Da sieht man überall viel frische Quellen fließen und durch das stille Tahl sanft murmelnd sich ergießen, ein liebreich riechender und ölicht fetter Duft von Blüth und Kraüterwerk durchwürtzt die heitre Luft, worbey, indem die Schaar der Vögel lockt und singet, auf jeden kleinen Strauch, ein ganzer Chor erklinget» Rönig. Auf dem gleichen Kupferblatte weiset die dritte Zahl dasjenige Landgut, welches der hohe Rain genannt, und dessen schon in dem Jahre 1Z87. gedacht wird. Von Historische Von den WerkivürdigenHegebmheitG so sich bey Prattelm zugetragen Wem S seyn derselben, in Ansehung der Nachbarschaft vott Angst, und des strengen Passes durch bist Gegend, sehr viele» Wir beziehen uns auf dasjenige, was wir schon vorhin von denen das ganze Gebiet zugleich angehenden Geschichten bemerket haben, und kommen nun auf die sonderbaren, welche wir hier anzubringen, nöh- ttg erachten» Alsindem Jahre iz6z. ein grosser Schwärm engettättdischer Völker, welche einen guten Teil Frankreichs schon durchstrichen hatten, in dem Eli- saß ankamen, würe die Stadt Basel- in Betrachtung ihrer durch das in dem Jahre rZs 6. geschehene erschröckliche ErdbideM gestürzter Und damals noch nicht wiederum aufgeführter Ringmauer seht verlegen , und dahin bedacht, daß sie die in so noht- schicklichen Umständen unentbehrliche Hilf von ihren Bundesgenossen erhalten möchte. Merkwürdigkeiten. 249 Es langete dieselbe auch von vielen Orten der tzidsgenossmschaft an. Die von Bern aus/ der Stadt Basel zu Hilfeilende, in weiffe mit schwarzen Bären bezeichnete Wappcnröcke gekleidete isoo. Mann hielten in Prattelen einen Rasttag. Wursteisen sagt, die Basier haben in dem Jahre rz8m das Schloß und Dorf Prattelen verbrannt/ doch habe er von diser Taht keine wettern Umstände gesundem ! Es ist also notwendig, daß wir der Ursache difts Verfahrens etwas genauer nachspüren, ! Die vorhergehende Erzehlung dessen - was von dem Jahre iZ8o. bis 1390, zwischen denEptin- gern von Prattelen vorgegangen, zeiget die beständige Zweytracht unter denselbigen, Und daß die Stadt Basel einige Güter zu Prattelen von Hans Puliant von Eptingen erkauffet habe. Diser Hans Puliant war dazumalen Burgen ! Meister zu Basel/ und Weilen er, wie aus den Umständen erhellet, mit seinen Anverwandten in ! Streit wäre, so brach die Sache endlich in öffent- ! liche und solche Feindseligkeiten aus, daß das Schloß und Dorf Prattelen verbrannt wurden. Dise Umstände «Mahren sich aus nachfolgendem Fridens- 2s0 Historische Fridensinstrunrente, welches Samstags nach dem 12. Tag zu Wienachten 1390. gegeben worden. Die Aufschrift desselben ist; „ Vertrag zwüfthen » Johannes Puliant von Eptingen , Ritter, Bur- » germeister und Naht der Stadt Basel, und Göt- „ schin von Eptingen, der älter Edelknecht, Götz- ,, mann Rütschmann und Heintzmann von Eptin- » gen seinem Sohn wegen der Feindschaft. Der Inhalt dises Instrumentes aber ist folgender. „ I. Soll aller Angrif, Krieg, Kosten, Scha- „ den, Brand vermitten bleiben und der Ver. „ lurst, welchen man beiderseits an Leuten, Haab „ und Gut erlitten, aufgehoben seyn; Hingegen „ man luter, getreu und freundlich miteinander leben» „ ll. Die im Krieg genommene Gütter sollen „ wieder heraußgegeben werden, ussert diejenige, „ so die Stadt Basel von Hans Puliant von „ Eptingen Ritter, Bürgermeister erkaufet; Als „ welche er von feinem Bruder Thüring sel. er- » erbet. „ III. Den Wein und Fruchtstreit berührend, „ so denen von Eptingen aus ihrem Hausse ^ „ Schauen- Merkwürdigkeiten. 2 sr „ Schauenburg, zu St. Man genommen wor- ,, den, solle durch Götzmaun Münch von Mün- chenstein edelknecht als einem Schiedman darinn „ entsprochen werden, weilen Götschin von Ep- zj tingen, der älter vermeint, von seiner Mutter ,, Erbswegen, den Drittel daran fordern zu kön- nen." Aus disem Vergliche ist wahrscheinlich abzunemen, daß dise feindlichen Beschädigungen von rz84. bis izsO. fortgedauret haben» Als in dem Jahre 1444. der Delphin, Carls des VII. Sohn, unter Anführung seines Feldobersten , Herrn von Dammartitt, denen von Farn- sperg der Stadt Basel zueilenden Schweißern einen Teil seiner Völker entgegen sandte, worden dise bey Prattelen von den Schweißern herzhaft angegriffen, geschlagen, und darmit zu dem bevorstehenden grausamen Blutbade bey St. Jakob der Anfang gemachet» In dem Iahte 1456. hielte sich eins verhaßte Raübeksrotte in der Gegend von Prattelen auft Die Mithaften derselben verkleideten sich aufvie- terley Weise, waren mit Armbrusten bewafnet, gesellten sich zu den Wandersleuten, und wenn sie in die Gegend kamen, da ihre Gesellen verstecket lagen, gaben sie ihnen vermittelst eines bey sich führenden Hörnleins ein Zeichen, bunden die Leu- S te, 2sL Historische te, beraubten sie, und machten sie schwören, daß sie dise Gegend nicht mehr betreten wollten. Da aber einer derselben einst bey dem Crcutze, so an dem Fußweg stuhnde, wo man nach Prattelen gehet, geblasen, und man solches in dem Dorfe gehöret hatte, ward dise Raüberschar aufgesuchet und vertrieben. Wir haben in unserm zweyten Versuche über Müuchenstein, auf der i s r. Blattseite, desjenigen Kriegs gedacht, welchen der umligende Adel 1468. mit der Stadt Mühlhausen geführet hat. Nun von denen 5000. Bernersoldaten, welche der Stadt Mühlhausen zu Hilfe zogen, übernachtete in dem Herabziehen eine zimliche Anzahl derselben zu Prattelen. Uebrigens kan man sich diejenigen Durchzöge leichtlich vorstellen, welche aus Anlas des mit Herzog Carl dem Kühnen, aus Burgund, geführten Kriegs, durch Prattelen müssen geschehen seyn; wie auch alle die Zuzüge, die in unzehlich vielen Gefahren von der L. Eidsgenossenfchaft, zum Trost der Stadt Basel, beschehen; da denn gemeiniglich, feit der Zeit, da Prattelen in der Stadt Handen ist, einige diser Völker dahin verleget worden» Merkwürdigkeiten. 25z Indem Jahre 1526. und in den nachfolgenden Jahren , hat die eingeführte Religionsverbess rung denen Untertahnen Anlas gegeben, sich mehrere weltliche Freyheiten, auf eine ungeziemende Weise, auszubitten; dise Aufruhr aber ward zu Prattelen, wie an andern Orten, bald wiederum gedämpfet. Da aber eben wegen difem ausgelassenen Wesen der Untertahnen die obrigkeitlichen Güter vieles erleiden mußten, so ward in dem Jahre 1527. wegen der Hard und Beschützung dises weitlaüftigen Walds eine Verordnung gemacht, und den Christmonats i ssz. erneuert, daß keine Fuhrleute noch Saümer darinnen Waiden sollten, »nassen zu selbigen Zeiten alles Gesinde! in diser Waldung sich aufzuhalten pflegte. In dem Wintermonat des 1584. Jahrs kam eine grosse Rotte von sogenannten Ziegeunern na- cher Prattelen, plünderte einige abgelegene Haüs- fer rein aus, und eilete mit dem Raube fort; da aber die junge Mannschaft des Dorfs sich versammelt, und difem Gesinde! nachgejagt, so holten sie solches zu Oeschgen ein, und namen demselben den Raub und das entführte Vieh wiederum glücklich ab. ^ Als unter den Einwohnern von Liechtstahl und S s Pratte- 2s4 Historische Prattelen, wegen der Bannfcheide und dem Recht zu fischen in der Ergol;, ein Streit entstanden, war- solcher den 15. Angstmonats 1601. von dem Raht zu Basel, nach Inhalt der alten Urkunden, dahin entscheiden, daß der Pratteler Bann nur bis an die Ergolz gehe, und die Ltechtstahler in der Ergolz und auch in dem Rhein, so weit als ein Reisiger mit seinem Pferde in den Rhein reiten, und mit seinem Spiesse darein langen möge, zu fischen, das Recht haben sollen. In dem Jahre 1585. entstund zu Praltetm ein sehr grosser Brand, dadurch viele Einwohner dises Dorfs in empfindlichen Verlust gefetzet worden. Als die Republick Genua in dem Jahre 1602. ihre wider den Türken hin und wieder angeworbene Völker durch die Schweiß durchführen liesse, hielten einige derselben einen Rasttag in Prattelen. Und weilen sich an der Pratteler Strasse, gegen Muttenz hinab, allezeit viel loses Gefindlein aufzuhalten pflegte, so ergienge in dem Heumonat des gedachten Jahrs ein obrigkeitlicher Befehl, daß die Hard auf Zehen Schuhe tief, dem Wege nach abgehauen werden sollte. Johann Groß, gewesener Pfarrer zu Prattelen, erzehkt in seiner Baslerchronick, daß in dem Jahre Merkwürdigkeiten. 255 Jahre rsos. ein so grosser Schnee gefallen, daß viele Vögel, Hasen und Füchse, von dem nassen Schnee wie mit Eis überzogen, todt gefunden worden. Er gedenket auch eines frommen Landmanns von Prattelen, der mit grosser Gefahr, unter heis- sen Trähnen und Gebete, aus dem Walde, wo die Aeste der Baüme von der Last des Schnees aller Orten mit entsetzlichem Krachen heruntergefallen, ohnverletzt naher Haus gekommen wäre. Zu Ende des Jahrs 1622. entstünde eine über alle Massen grosse Teurung in disen Landen, bey welcher die Einwohner von Prattelen der gnädigen Vorsorge ihrer Obrigkeit reichlich genossen, als welche ihnen eine zimliche Anzahl Früchten zu ihrem Unterhalt zukommen liesse. Die Masten Waffen des grossen Gustav Adolfs, Königs in Schweden, hatten in dem Jahre i sz2. Deutschland ihre Stärke gewiesen, und die Waldstädte warben in dem folgenden Jahre von den Schweden besetzet. Inzwischen sammelte sich auch diser Orten die kaiserliche Armee, und liesse sich bey Rheinfelden der Graf von Altringen und der Herzog von Feria mit 26202. Mann hervor. Prattelen ward mit den nöhtigen Saivaguardiekt versehen, dennoch aber nicht wenig beunruhiget und beschädiget, Massen die kaiserliche Reuterey S z sich 2 s 6 Historische - sich hart an dem Pratteler Bann sammelte, und nicht ohne Verletzung der ergriffenen Neutralität Weilers durchdränge, wie solches eine in unsern vaterländischen Geschichten geübte Feder in einem besondern Versuche verhandelt hat. Bey disem Anlas aber erwarben die Einwohner von Pratte- len eine schöne Anzahl Pferde, und konnten in dem folgenden Jahre ihre Felder mit leichter Mühe pflügen. In dem Jahre 1688. kamen die Tahlleute oder sogenannte Waldenser, welche von dem Herzogen von Savoyen vertrieben worden, in grosser Anzahl in die Schweiß. Die Stadt Basel empfien- ge, nach der unter den evangelischen Ständen gemachten Einrichtung, ihren Anteil, und wiese einigen derselben ihre Lebensunterhaltung zu Prat- telen an, bis sie endlich sämtlich, samt denen so aus Frankreich vertrieben worden, naher Preussen vermieten. Die freye Grafschaft Burgund wurde 1674. von Frankreich plötzlich überfallen, der Marechal von Turenne liesse sich mit einer starken Armee an den Gränzen des Sundgaus; der kaiserliche General von Starrenberg aber zu Rheinfelden sehen, dahero die eidsgenöffrschen Zuzüger besonders in Prattelen verleget worden. Ein Merkwürdigkeiten. 257 Ein gleiches beschahe auch 1678. 1688. und erst kürzlich , als Rhcinfelden von denen Franzosen belagert ward, und bey andern Umständen mehr, welche in unserm ersten Versuche über Münchenstein angeführet stehen. Es wurden auch bey verschiedenen kriegerische» Anlässen in dem Pratteler Bann hin und wider hölzerne Wachthaüser aufgeschlagen, und dieGrän- zen bewachet; wie denn auch letzthin in dem Jahre da mächtige Kriegsheere ganz nahe um unsere Vaterstadt und Landschaft stunden, und die eidsgenössische Zuzugsvölker unsere Gränzen beschützten , im Wannenboden ein solches Wacht- haus aufgestellet ward. Bey dem gleichen Anlasse wurden an dem Violenbach einige Vertheidi- gungswerker aufgeworfen, und denen hochansehnlichen Herren Repräsentanten löblicher Eids- genossenschaft ein Teil der aufgebottenen Landmi- litz auf dem ausser Prattelen gegen der Hülften- schanz gelegenen Felde, unter dem Gewehr stehend , l vorgewiesen. ! Nach geendigter Gefahr warden die meisten ^ Wachthaüser abgebrochen, die Schanzen geebnet, i das unter denen Kriegsübungen in Unftuchtbar- S 4 keit 2s8 Historische Merkwürdigkeiten. kett schmachtende Erdreich von dem Abliebenden Landmann wiederum durchpflüget, und zu einer hoffnungsvollen Ernde zubereitet. MWA WWW Natürs Natürliche -er Merkwürdigkeiten Gegend Prattelen aus dem Kraüterreich. Es zeugt die ganze wett von GOttes Macht und Wesen, Man kan es, daß Er sey, an jedem Rraütlein lesen. Er einmal in -er Kraüterwissenschaft so weit gekommen ist, daß er die Pflanzen und Gewächse entweder überhaupt, nach S; den 26o Natürliche den Absichtendes allmächtigen Schöpfers, in ihrer vollkommensten Ordnung, und den damit verknüpften Pflichten der Menschen, anschauen und betrachten kan; oder daß er derselben natürliche Zerteilung in ihre Gattungen, Arten und Veränderungen nach denen verschiedenen Teilen, das Wachsen, Grünen und Blühen, Gesund - und Krankseyn, das Vergehen, die Uebereinstimmung und Gleichheit mit den lebendigen Tieren, und anders mehr, aller Orten wahrzunehmen weißt, der wird ganz leicht einsehen und erkennen, daß diese Wissenschaft den Menschen nicht nur einen unendlichen Nutzen, sondern auch ein beständiges Vergnügen verschaffe. Die stärksten Weltweisen haben zu allen Zeiten die Bemühung nach Visen Absichten, die natürlichen Dinge, und also auch die Vegetabikien, zu erforschen, für die edelste und nützlichste gehalten, und zur Befestigung, teils der natürlichen, teils der geoffenbartenGottsgelahrtheit, angewendet (i). Es wurde unnöhtig seyn, und uns zu weit von unserm Vorwurf ablenken, wenn wir den Nutzen und die Vortrestichkeit der Kräuter - und Blumen- wissen- r > i l (i) S- die Abhavdl. von den Absicht, des Schöpfers bey Darstell. der Blumen im Teile d. D- Geftllsch. in Leipzig eig. Sehr. Blatts, rgo. 26r Merkwürdigkeiten. , Wissenschaft auch nur kürzlich zusammenfassen und i beschreiben wollten, welche die tägliche Erfahrung i und so vieler Kraüterkündiger Schriften schon weit- - laüftig und genugsam erwiesen haben. (2) 1 Das Vergnügen aber, und die Lust der Pflanzen - und Blumenliebhaber entspringet, wie der berühmte Kraüterkenner Magnol in der Vorrede des LotLML. Alontpeliens. gesagt, aus dem aufmerksamen Anschauen und Betrachten der Kraüter und Blumen sechsten. Die Natur locket die Menschen oft wider ihren ' Fürsatz zu diser Lust, wenn sie zuweilen auf dem i Lande, oder in Gärten sich befinden, und hin und > wider vor den Baümen, Stauden, Kraütern ! und Blumen stille stehen, und derselben erstau- > nungswürdige Manigfaltigkeit bewundern. Oder > wenn sie durch pflanzen , säen, beziehen, verse- i tzen und dergl. sich von mancherley Lebensverdrüsi- > lichkeiten lvßwickeln und entfernen, anbey aber ! doch die Zeit nützlich und frölich verbrauchen wollen. Cicero (2) Der gel. Iuk. Beruh, von Rohr hat in seiner kk^w- Iksologis Fr. und Leipz. 1740. gedr. überaus viel nützliches von diser Materi beschrieben. 26r Natürliche Cicero sagt in seinem Gespräche von dem hohen ^ Alter, wiewol nur von den Weinstöcken, wir können es aber auch von andern Pflanzen und Gewächsen mehr sagen : Wenn ich denke an das Pflanzen, das Hervorkommen und das Wachstum der Weinstöcke, so kan ich in meinem Vergnügen nicht satt werden. Sehet doch, was ich in meinem hohen Alter für Ruhe und Ergötzlich- keit habe. Und wiederum hernach: Was kau uns mehr als sie vergnügen , wenn wir ihre Frucht betrachten, und was ist schöner anzusehen ? ich ergötze mich nicht blos an dem von ihr uns zuflies- senden Nutzen, sondern auch an dem Bau und der Natur selber, (z) Wie weiden sich nicht die Augen an der unter, fchiedlichen aüsserlichen Gestalt der Gewächse und ihrer Teile, an dem unvergleichlichen Schimmer und Schmelzwerke aller durcheinander spielenden Farben, sonderlich auf den Blättern, Blumen, und Früchten, darunter doch allezeit das so ange- ueme Mehr des vervielfältigten grünen denselben nicht nur nicht wehe tubt, sondern sie merklich erfrischet und stärket? Man empfindet dises Augen- wol (?) Dise Stellen seyn meist aus der Uebersctzung genom. wen, welche im Teile d. D. G- in Leipz. eigen. Schr. enthalten ist. Merkwürdigkeiten. 26z wol alsdann insonderheit und am allerdeutlich- sten, wenn man vorher eine Zeitlang des Anblickes der grünenden Felder, Wiesen und Wälder, beraubet gewesen. Wie lieblich und angenehm ist nicht der verschiedene Geruch von so vielen tausend Pflanzen und Krautern, der fich bald durch die Wurzeln, Stengel, Holz und Blätter, bald durch die Blumen, Früchte und Saamen, aüssert ? Ist es nicht eine herzstärkende Annemlichkeit unter blühenden Linden, Citron- Pomranzen- Holder, und andern wohlriechenden Baümen athmen ? Welch eine Anmuht, Niedlichkeit und Erguickung geben uns nicht eben so viele Früchte, wenn ste reif seyn, und entweder als schmackhafte Speisen und Getränke den Hunger und den Durst stillen ? oder als heilsame Mittel und Labungen wider mancherley Krankheiten dienen? Welch eine erwünschte Kühlung fühlen wir nicht an dem Schatten so vieler grünender und blühender Baüme und Stauden ? wobey wir öfter auch ein sanftes Rauschen der vorn Winde leicht bewegten Blätter, oder ein liebliches Getöhn der pfeiffenden Vogel hören. Da sehen wir zugleich, wie grosse und kleine Vogel und andere Thiere ihre Nahrung bey den Pflanzen suchen ; wie die Bienen und Wespen die Kleb- teilchen, das zukünftig Honigsüß ab den Blumen pflücken und einsammeln; wie die Schnecken ihre Mahlzeit auf dem Laube halten. Wie lustig sehen 2 §4 Natürliche hen wir nicht ferner so viele Würmchen und ander Geschmeiße auf allerley Gewächsen sich regen und bewegen, aus - und eingeben , hin - und widerret- sen, sich einschanzen und Wohnungen bauen, sich nähren und vermehren, leben, wachsen, sich verwandeln , verneuern, und endlich zergehen. (4) Wenn wir nun von dem grossen auf das kleine kommen, die Pflanzen und ihre grösser» Teile, so wie Neb. 6re>v , Mai ceH. AlLlxi§biu8 und andere , zergiidern, und nach dem wunderbaren Zu- ! sammenhange der kleinsten Teile mit Hilfe der j Vergrößerungsgläser von binnen betrachten wollen , so entdecken wir wiederum eben so viele wundersame Manigfaltigkeiten und Schönheiten, die nicht minder als das grosse, oder die ganzen Gewächse, nach ihren unendlichen Verschiedenheiten, des Schöpfers Allmacht und Weisheit zeigen, und uns zu seinem Preise und Verherrlichung einladen; die mithin uns auch nicht weniger Nutzen, Lust, und Vergnügung bringen. Bey allen disen so nützlichen als erquickenden Anblicken und Ueberlegungen in dem Vegetabili- j schen, sowol als den Zwey übrigen Naturreichen, , erlangen , (4) S. Lessers InLclo. Ideologie und andere von den ! IllKÄIS. Merkwürdigkeiten. 265 erlangen die Menschen noch Visen nicht geringen Vorteil, daß sie, wie der edle und berühmte Engelländer kranc. Laco Verulamio in seiner Hi- stori vom Leben und Tode angemerket hat, dadurch ihre Gesundheit befestigen, und ihr Leben verlängern können. Diser gelehrte Mann führet den Democritus, den Plato, den Parmenides, und den Apollonius an, als Beyspiele und Exempel solcher Weltweisen und Naturforscher alter Zeiten , die darum ihr Vergnügen gehabt, und zu 1 einem hohen Alter gelanget seyn. Der alte Schrift- ! steiler Lucianus hat auch schon in seinem via 1 o§o 6e Nacrobüs angemerket, daß die meisten Weltweisen , so ein hohes Alter erreichet haben, sich allzeit bemühet eines frölichen und ruhigen Gemütes zu seyn. Wir könnten nun auch dergleichen Beyspiele aus den Lebensgeschichten der neuern Weltweisen und Naturkündiger anführen, wir wol- len aber dise Wahrheit lieber mit kurzem aus der kliiloloxkie und Heilkunde beleuchten und dar- tuhn. Der Mensch bestehet aus Zweyen Wesen, nem- lich aus der Seele und dem Leibe, die ihrer Natur nach zwar ganz unterschieden, aber also miteinander verknüpft seyn, daß bey gewissen Regungen des einten allezeit auch gewisse übereinstimmende Bewegungen des andern geschehen. Wenn wir 266 Natürliche itzo betrachten, daß die Gesundheit des menschlichen Leibes sein innerer Zustand ist, in welchem die Kräfte seiner Teile in einem gewissen Grade übereinstimmen (5) , so können in der Seele/ wegen der genauen Verbindung mit dem Leibe, auch nur gewisse übereinstimmende Regungen, Gedanken, oder wie man sie nennen mag, entstehen. Dauret dise Uebereinstimmung sehr lange , so daß die Menschen dabey 8o. 92. oder mehr Jahre aushalten, so heißt man sie ein gesundes und langes Leben, oder ein gesundes hohes Alter. Bey den in gewissem Grade übereinstimmenden Kräften der Teile des menschlichen Leibes ereignen sich in der Seele, welches man zu allen Zeiten als eine untrügliche Wahrheit befunden und angenommen, weder Zorn, noch Schrecken, noch Traurigkeit , noch übrige häftigen Leidenschaften , sondern nur mässige Fröljchkeit, oder Freude, Hoffnung und Vergnügen. Weil nun dise letzten bey dem Anschauen und Betrachten der natürlichen Dinge allezeit in dem Gemüte sich üüssertt, wie aus vorerwähntem erhellet, so ist kein Zweifel mehr, daß eine öftere oder beständige Erforschung und Betrachtung natürlicher Dinge, neben der übrigen behörigen Lebensordnung, die wir hier nicht nöthig 0 ! ! l ( ; ) 8skrcib. klein. INes. Nst. p. Merkwürdigkeiten. 267 nichtig haben zu berühren, zu Erhaltung der Gesundheit, und zu einem langen Leben sehr dienlich sey (6). Daher rahten die Aerzte manchem Weich- und Kränkiinge sich aus der Stadt auf das Land zu begeben, allda sich mässig zu bewegen, und in den drey Naturreichen zu belustigen, welches ihnen oft diejenige erwünschte Wirkung bringet, welche sie aus keiner Apotheck haben erhalten können. Zweifelt etwann noch jemand an der Ergötzung, an der Lust, welche die Betrachtung natürlicher Merkwürdigkeiten begleiten, der trete mit uns in die angeneme und gesunde Gegend Prattelen, die wir in disem dritten Stücke histor. und natürl. Merkm. der Landschaft Basel zu unserer Abhandlung ausgesehen haben. Er betrachte allhier in einer grossen Ebene die weitlaüftigen und futterrei- chen Wiesen, voll fruchtbarer Baüme, sonderlich in der Nähe des Dorfes, von allerley Gattungen und Arten des niedlichsten Obsts. In den an Visen Wiesen gelegenen Weinbergen kan er durch T bedächt- (6) Sihe Fr. Hofmanns Anweisung sich vor frühz. Tode v« allerhand Krank, durch ord. Lebensart zu verwahren. Halls 17'5- Bls. r e 5- vnd folg. Lheod. Zwingers vissert. äs scl- yuir. vitT icingLvirsts, welche zu Nordhaufen 172 s. deutsch gedruckt worden. 268 Natürliche bedächtliches Anschauen der Weinstöcke in ihrem Wachsen, Grünen, Blühen, Verblühen, Zunehmen , Reifen, und andern Veränderungen mehr, versuchen, ob daher keine Freude und Vergnügen in seinem Gemüte entstehen mag. Der Wein von disem Weinberge, insonderheit der rote, kau gar wol unter die guten und kräftigen unserer Land- und Nachbarschaft gezählet werden. Nicht wem« t ger anmutig und Lustbringend seyn in dieser Ge- ! gend die fruchtbaren Felder und Fluren, so daß sich da zu seiner Zeit mit dem David im 6s. Psalm denken läßt: Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korne, daß man jauchzet ^ und singet. Auf der Seiten und über dem Dorfe j kau man die waldichten Anhöhen besteigen, die allmählig sich in die höhern Berge ziehen, und ! darauf die wilden Baüme, Stauden, Bergkraü« ter, die Aussicht, die Steine und anders, nach seinem Geschmacke erkundigen. Eine halbe Stunde von dem Dorfe, in der Ebene, kau man den obern Teil der Hard, allwo die anmütigsten schat- tichten Spatziergänge seyn, durchwandsln. Man wird aller Orten genug finden, womit man seinen Geist, wenn man nur will, beschäftigen und belustigen kam Aus dem von dieser Gegend Prattelen kürzlich erwähnten ist leicht abzunehmen, daß dieselbe nicht Merkwürdigkeiten. 269 nur lieblich und angenehm, sondern auch sehr fruchtbar und kraüterreich sey. Denn da herum wächset eine Menge Wiesen - Reben - Feld - und Waldkraüter, deren Beschreibung einen zimlich grossen Catalogmn wurde ausmachen. Weil aber diese Krauter meist auch um Basel, Muttenz, Münchenstein, Liechtstahl, und anderwcrts mehr, hervorkommen; anbey unsere Absicht niemals gewesen, bey jedem vorkommenden Dorfe unserer Landschaft eine Verzeichniß aller Pflanzen und Krauter mitzuteilen, so können wir uns damit auch nicht aufhalten. Man schlage dieselben nach Belieben in Lass». Lauliin. LaraloZo liaeocl. 2,>vin» Aeri Hieatro Lotamc. und O. sialleri Lnn- meeat. 8t. Helvet. nach. Aufden Bergwieserr und Anhöhen bey Prattelen, die mit denen über und hinter dem Wartenberge zusammenhangen, findet man auch meistens die Bergkraüter, welche schon in den erstem Stücken angegeben worden, mithin in gegenwärtigem nicht dürfen wiederholet werden. Von einigen Kraütern aber, die nur in der Gegend Prattelen, oder mehr allhier als an andern Orten, oder die etwas seltener zu sehen, können wir nun folgende mitteilen: i. Stechbaum, Stecheiche, Stechpalmen. Ilex aculeata, buLcifera^ tolio iinuato. L- L. ?. T 2 42s. 270 Natürliche 42 s. ^uitolium, live ^Zrikolmin vulgo ^s. L. 1.114. 1 . 600. In der Hard. 2. Dreyblätterich St. Johannskraut, llyperi- I cuin e1e§an8, non ramosum, trikolium, §Ia- ^ drum. Wir erinnern uns nicht mehr, ob wir dies Kraut in dem obern, oder dem der Stadt nähern Teile der Hard, angetroffen haben. Es blühet im Brach- und Heumonat , und hat vielleicht mit dem gemeinen St. Johannskraut gleiche Tugenden. Sihe > Theod. Zwingers Kräuterbuch, 1744. gedr. , Bl. 964. 3. Ehrenpreis mit Quendel-oder wilden Tbv- mianblättchen. Veronica , serpilli- iolia. e. L. k. 247. 144. Zwinger im Bergwalde zwischen Prattelen und Frenken- ^ dorf, blühet im Brachmonat und auch im Heumonat. 4. Vielästichter Augentrost; oder weil ihn andere Kraüterlehrer zu dem Geschlechte des Laüse, krauts werfen, Laüsekraut mit gelben Blümchen. LuplirLÜL pmtenüs, lutea. L. L. k. 234. keäicu1sri8 sei otins, lutea. 1. 172. Zwinger ! ! bey der Hülftenschanze an der Straffe, sehr ! häufig, im Äugst-und Herbstmonat. s. ^lum. Merkwürdigkeiten. 27» s. Aum. sz. im ersten Stücke: Derbreit- und schmalblätterichte Mohrenweitzen, ist auch in dem obern Teile der Hard zu sehen. 6. Eine Art grosser Wiesenraute, oder chemisch Heilblats. Uralictrmn fo1Ü8 l3liceol3to-1i- nearibus, iuteAerriirÜ8. linn. H. Llitk. 226. ko/en. 457. In Hrn. Pros Halters Lnum. 8t. Helv. p. zo8. stehet. H3§enb3cd circa Lalncunr 8cdaucirbur§. Weil wir es über nicht gefunden haben, so wissen wir nicht, ob es näher beym neuen oder alten Bade zu sehen. 7. Ein aschenfarb, gefalltet, grau Fücktenschwäm- chen. L§aricu8 parvu8, I3ine1l3tu8, pectun- culi torma, e1eZ3N8. Dill. Oat. 192. kun§. pLi'v. pectunc. form. alno Län3iLen8.R.3j.8^n. 14. d^um, 27.8upp1.19. Vaill. paZ. 70. lab. x. 60. 7. (^uiäam ürnt orbiculati, aliireni- aut coirckitdrme8, M3jore8, minores^ue^ui- 63m solltarii, 3I11 faiciculati; chniore8 omnes coIori8 Arilei, lumellis ex 3lbo-äiIute ruben- ribu8. Zwinger im Jäner, an gefällten Fachten aus dem Walde. 8. Ein zarter, schwarzer Schwamm, mit einem länglichen dinnen Stiele, und einem durchlöcherten Becherlein. kuNZU8 MZriL3N8 r3- rus, xeäiculo lon§o, tenui, capitulo cavo, T Z rotunäo 272 Natürliche xotunäo retiLuIsto aut lenellrato. Zwinger im Herbstmonat in der Hard. Es waren grössere und kleinere; die grösser« etwa einer Spanne hoch, das auf dem dinnen Stielein stehende Haübtlein aber wie ein aus zärtester Seiden gewebtes Gärnlein, in Form und Grösse eines Frankfurter Römerleins. Wir haben dise Art noch bey keinem Authoren beschrieben oder abgezeichnet gefunden. S. Ein grosser, raucher,grünlicherWaldschwamm. ü,nianitLlvremIinZ3,inLANÄ,LspelA,virescen8« IM. Ot. 178 . Zwinger in der Hard. i rc>. Ein oben brauner unten weißlicher und löch- richter Kopfschwamm. Lo 1 etu 8 3 rboreu 8 , tu- fcu 8 , üiferiiö a1bu8. Dill. Lat. i 89 - Hr. Pros. Sräheiin in der Hard. rr. Ein aschenfarber oder schwärzlicher Hut- schwamm. -Vw.lrnita obtule conitoimis, ci- i nerea, aut exIiviäo-ni§iLL3N8, utrinque üriL- w. Oül. Lat. 182 . Zwinger auf den Pratteler Wiesen im Weinmonat. ir. Ein Schwamm mit einem runzlichen Stiele r und breiten eingefchnittenen Kopfe. Loletu 8 petiolo ruAolo, pileo lutillimo iLLjiuLto.Hall. 8 t. H. 2 z. Hr. Pros. Siähelin in der Hard, samt folgenden. i Z. Merkwürdigkeiten. 27z rz. Ein erdfarbcr unten weißlichter Löchlein- fel)wannn. 8ui1Ius viIIo1u8, cervinu8, iuker-. nö, Miäu8. UM. 8t. U. Zo. 14. 8ui1!u8 ss>Miceu8, inkerne pa11i6u8. kIM.!- c. i s. Ein weißiicber, zuweilen bräunlicher grosser Jgelschwcmr. LrinaLeu8 LlculLntu8, lllbu8, craüu8. HliM. i Z2.1.72. f. 2. Hall. 8t. H. z 1. is. Ein runder, weißliü-er Wiesenschwamm. kun^u8 orblLulM3, exalbiäu8, prLtenÜ8. L. ö.?.UM.8t.U. Z8. 17. Ein schwärzlicher Schwamm. kun§oiöe8 ni§riL2N8, maj>28, LornuLoxiX korma. VMI. s?. 1. xm. f. 2. 18. Ein roter Schwamm. kun§u8 Lespitokuz, anulatus, viI1o5u8, rutu8.1'IM. 8t. bl. 4s, 19. Ein bräunlicher Hutschwamm, unten gelb oder bläulich gefaltet, I2me11i8 ful- VI8, pileo convexo , terreo znulo tü§2Li. »M.8t.ü.sz. 20. Ein oben dunkler, unten korallenroter Hutschwamm. ^mluritL Lo1ori8 ürpr-l fatLi, in- fra corMini rubri. campeüri8 tuperne, inferne corMikormiter rubens. OiU.Ot. 177. T 4 Zwinger S74 Natürliche Zwinger in der Hard und andern Wäldern, ! zur Herbstzeit. sr. Ein schönes, rötliches, rundes, dauerhaftes Schwämmchen. kexiriL valäe exiÜ8, bran-lLeo-c^rnolL, orbiculsrig, coIori8 supr^ rubelli aut cuprei, inlrL fu5ei. /Vn ke^ix. mi- MLta ininor, Dill. Lat. 194? kun§oiäe8, c^ui fun§u8 minünu8, scuteI1ätu8, coloris au- räntü. K^j. 87». xvn, vlum, 26. VaiU. p. 57. Isb. xm. i z, 14. c^uX c^uociLmmoäc» coiivLiii^e viäetur, feä äeseriptio X^ue ae Lei, Hall. 8t. H. p. 20. i^uin, 8- äiserepat, lerrL ipüäet arKillac, 6iie peäioulo; super6- cie? luperjox. lab, Z. ti§. 1, z. leviter eavsta elt nieäio excepto parumper Zldbo, cujus centrum forÄlnmuluin ett albuin, ItriX ru- bellZe aä oram exporreÄX cum X^uali 6i- Itziitirl 1nterjeÄi8 maculis Mi8 rotulX 6z;u- ram äiliinci.reprXleiitLnt; 5uper6ciL8 InternL tiK.2,5.obtuteconieL, üiscL, c^uaü iLnuZinoA sut hixsutÄ, tota lubltÄNtia tenäx aut äuriuf. cula intU8 nioäicuin kabet csvum 6A.4. Weil auf der Kupferbl. etwas Raums übrig geblieben , und wir bey den Authoren keinen deut- ! lichen Abriß gefunden, so haben wir denselben damit ausfüllen wollen. Num, i, 2. ist die natürliche Grösse, z. 4. s. ist das Schwäm- Merkwürdigkeiten. 275 Schwämchen durch das Vergrösserungsglas oben, unten und von binnen zu sehen. Wir haben es gleich über dem Dorfe Prattelen, an der Strasse nach Fränkendorf, im Weinmonat gefunden. 22. Ein schöner weisser Hutschwamm. Lmamta ,totÄ slbs, laineliis pecliLuIo lnl'unclibull t'or-. mL infertil Wir haben ihn in der Hard zu Ende des Weinmonats gefunden. 2z. Breithärichte, fette Converfe mit gekrümmten Enden. Lonverva AelLtmollr, cornuL ärunL reprXfentcins. Dill. Lat. 6s. kucu8 tont-ili8, pm§ui8, cornicuIlltU8 viriäi8. V-iill. lab. x. k- z. Hr. Pros. Stähelin an den hölzernen Brunntrögen des neuen Schauenburger Bades. 24. Ein Moßkraütlein mit durchscheinendenQuen- delblättchen. Lrvum ereöli 8 , I0NAI8 A Lcutis L 3 pituÜ 8 , L^Iv^trL luxa LONILÄ, t'olÜ8 lerpllli xelluciäib 1 aclonbu 8 . Dill. L'ät. 22z. Hr. Pros. Stähelin in der Hard. 2s. Ein ander Moßkraütlein. lVIarlileLterreltrig, mini IN a , anAuliiiolia, niZric?.Q8, llore bipar- tito. illiLli. s. Dsb. 4. f. s. IDll. 8t. D. 125. Hr. Pros. Stähelin in der Hard. T s In 76 Natürliche In dem abgewichenen 1748. Jahre haben wir zu Ende des Weinmonats und auch im Wintermonat wegen dein merklichen Nachsommer in den Pratteler und benachbarten Gefilden noch viele Krauter, die sonsten gemeiniglich im Angst-und Herbstmonat verwelken, mit ihren Blumen angetroffen : als Pabbeln, Wegwisen, Pfaffeukrant, Hanensnß, Wie- sennclken, Odermenig, Dosten, Flockenblume , Mohrenkümmel, Gundelrebe, Brnnel- le, F-ötzkrant, Leinkraut Weggraß, Grund- kraut, Kamillen, Wegrich, Scabiosm, Pim- pernelle, Augentrost, Wirbeldost, Storken- schnabel, Herbstenzian, Bachbuugeu, Ha- senkiee, klein kriechend Sternleberkraut, und andere mehr. Zu Ende des Ehriftmonats und Anfangs Jäners, wer! meist gelinde Witterung war, hatte man schon junge Hopfen, Haselstaudenblust, Merzenblümchen und Maßlieben. Man hat in unserer Gegend, wie in vielen andern, beobachtet, daßvomWeinmonat 1748. bis in Hornung 1749. bey fast beständigen Sud- Sud- West- und Westwinden, auch öf- term und lang anhaltendem Regnen die un- verbefferlichen Thermometer des Herrn M- clM äu Lrelt niemalen über 9. Grade unter temperirt Merkwürdigkeiten. 277 temperirt gefallen, wenige Tage im Win- termonat ausgenommen, da selbige einige Grade unter ic-, und also Grfröst angezeiget. Ganz änderst verhielte es sich den 7. Hornung des 1749. Jahrs, als d. Barometer auf 26.Zoile, 2. Linien beobachtet wurde. Abends um z. Uhren fienge es an zu steigen, und er- höchte sich bis Nachts um ro. Uhren bey 7. Linien. D. Termometer hatte 14. und einen halben Grad unter temperirt, und erlangte allmahlig bey zunehmendem Froste 21. Grade unter temperirt, wie im Jahre 1740. und 1746. Es daurcte aber diser Frost nur etliche Tage. Wenn ein Natur - und Kraüterverständiger ein oder mehr Jahre in der Gegend Prattelen, oder auch in andern, von welchen wir schon gehandelt haben , oder die wir künftig g. G. untersuchen werden, sich aufhalten, und zu allen Zeiten alle Orte fleissig durchsehen könnte , so würde er glaublich noch ein und anders merkwürdiges in den Drey Naturreichen entdecken. Wir begnügen uns aber mit gegenwärtigem , und erfreuen uns, wenn es ein Anlas anderer dergleichen Entdeckungen und Beobachtungen seyn wird. Das 278 . Natürliche Das neue Scbauenburqer Bad ist zwar oben unter den historischen Merkwürdigkeiten schon berühret worden; weil dessen Wasser aber auch unter den natürlichen Merkwürdigkeiten eine Erforschung verdienet, so wollen wir allhicr desselben Eigenschaft und Gebrauch , so weit unsere Absicht lind die Zeit erlauben , untersuchen und beschreiben. Dieses Badwasser entspringet in dem Berge, nicht weit von dem Bad - und Gasthause. Es ist sehr kalt, vollkommen klar, und hat an dem Geruch und Geschmacke, gleich vielen andern kalten und leichten mineralbadwassern, nichts ausseror- dentliches. In dem Kessel leget es eine wetsse Erde oder Stein an. Wenn man Weinsteinsalz mit diesem Wasser vermischet, und eine Weile stehenläßt, so erzeigt sich keine sonderliche Veränderung. Hingegen färben die türkischen Galläpfel dieses Badwaffer weit stärker und geschwinder als aber ander gemein Brunnwaffer. Durch die Mischung mit Violensafte entstehet keine Farbänderung; vbschon man es zimlich beweget , und hernach wieder ruhen läßt, so fällt es doch weder ins rötliche noch grünliche, sondern behält die ordentliche Farbe der Molentinktur. Etwas Merkwürdigkeiten. 279 Etwas 01ei Vitriol! erwecket in diesem Bad, Wasser eine merklich stärkere Erhitzung, als in an- derm gemeinen Brunnwasser. 8piritu§ iulib, Ipirit. nitri UUd I.vtd^rZiriuin bringen durch die Vermischung mit diesem Bad- wasser keine ausnehmende Veränderung. Nach Vermengung mit ipiritu üiüs gminoni^ci vinoü zeiget sich unser Badmasser klarer , als ander gemein Brunnwasser. Die 8o1utio Vitrioli Nartis machet unser Bad, Wasser etwas gelber, als ander gemein Brunnwas- ser, welches davon grünlicher scheinet. z. Maß 6. Unzen unsers Badwassers lassen nach gelindem Abranchen ungefehr io. Grane eines weißlichen xroäucti lklino - reireÜilL -53POI13- cei. Wie es scheinet, zurücke. Wenn wir nun dieses, und auch was die Erfahrung durch den Gebrauch dieses Badwassers lehret, wol erwegen, so können wir überhaubt Messen, daß selbiges die Kraft lind Wirkung habe, gelinde zu wärmen, zu erweichen, zu erdin- nern, aufzulösen, zu treiben, und in gewissen Fäl- len zu stärken, mithin sehr dienlich sey in leichter, Unreinigkeiten des Geblütes und der Haut, in Per- stopfun- 280 Natürliche Merkwürdigkeiten. Verstopfungen, in Krämpfungen und andern, sonderlich aber in kalten Fiebern, welche, wie vielen bekannt ist, sich bald ergeben, wenn man vor dem Anfalle des Frostes sich in das Bad setzen, und denselben darin» aushalten, anbey auch die nichtige Lebensordnung beobachten kan. Wir könnten nun auch auf gleiche Weise das alte Schanenburgcr Bad untersuchen, weil es nicht viel weiter von Prattelen entlegen, als das neue: wir behalten es aber zu einem andern Stücke auf, und wenden uns itzo zu den in dieser Gegend merkwürdigen Versteinerungen. OK8^ -MMZ '«l L M ' I «M! Von 2Zl Von den der Gegend von Prattelen. Jr setzen disrnal die Beschreibung der Naturseltenheiten unsers Baslerge, bietsweiters fort/ rmd nehmen für jetzo die Steingrube bey Prattelen zum Haubtzwecke unsers Vertrags, nachdem wir zuvor eine hieherdienende Anmerkung ^werden ge- machet haben. Die in dem hochfürstlich Blauken- burgischen Gebiete gelegene und weltberusseneBau, »nannshöle hat durch die in sich haltenden Merkwürdigkeiten schon manche Feder geübet; denn in derselbe» findet man nicht nur das HMcoi-nu fossile. 28r Natürliche tile, oder unterirdische Einhornshorn in grosser Mänge, sondern, wenn nur der sehensbegthrige Naturforscher sich bey dem Eintritt in dise Hole mit einem hinreichenden Mas einer starken Einbildungskraft bewafnet, so kan er allda Mönchen, Nonnen, Pferde, Orgeln, u. a. m. antreffen , welche ein seit unansdenklichen Jahren von dem Gewölbe dieser Höle tropfenweise heruntergefalle- nes und zu Stein gewordenes Wasser nach und nach gebildet und versteinert dahin gestellet hat. Der durch gelehrte Schriften wol bekannte und in der Naturgeschichte sehr erfahrene Hr. Er. Ehr. Lesser in Nordhausen hat in dem Jahre i?4s. eine wolgerahtene Beschreibung dieser Wrmderhöle in gebunden - und ungebundener Rede herausgegeben. Unsere bey Prattelen befindliche Steingruve enthält so viele beträchtliche Seltenheiten, daß sie ebenfalls Verdienste von eil,er so geschickten Feder beschrieben und besungen zu werden. Indessen wird der geneigte Leser dasjenige, welches wir ihm daraus vorzeigen werden, eines gütigen Anblickes zu würdigen ersuchet. Ehe wir aber zu der Sache sechsten schreiten, müssen wir eine von vielen an uns getahne Frage beantworten. Man will neulich von uns wissen, was Merkwürdigkeiten. 28 z was wir von dem Ursprünge der Versteinerungen insgemeine halten, oder welcher von denjenigen verschiedenen über dieser Sache auögefundenen und von ihren Urhebern mit scheinbaren Gründen be- Haubteten Meinungen wir zugetahn seyn? Wir haben uns schon erkläret, daß wir hierbey unpar- teyisch bleiben, und wegen denen Versteinerungen uns keinen Glauvenspunkt aufdringen lassen werden. Es ist bekannt, daß Hr. Woodward, ein gelehrter Engelländer, herüber diese Materie geschrieben, den meisten Beyfall gefunden hat, indem sein Buch * zum öfter» ist aufgelegt worden. Er schreibet alles, was die versteinerten Seefchaalen anbelanget, der allgemeinen Süttd- siutt zu. Hievon weichet er kein Haar breit / und wurde seine Standhaftigkeik zu beweisen, wie jener edle Römer, ehender die Hand über das Feuer gehalten haben, als nur einen einigen Grundstein seines Lehrgebaüdes zu verrücken. Wir können aber seine Grundsätze nicht annehmen, weil wir dieselben nicht als genugsam befestiget achten; dennoch aber glauben wir auch nicht, daß die Versteinerungen blase Spiele der Natur seyn; denn in solchem Falle würden wir sie wol ohnberührt ligen U lassen. * Kenßrapiu'eou eklay lur I'Hilioi're Naturells öe ls lerre, trsämt ös l'/lnxlois äo Nons. ^oogvgrär Lmkeräsm 17;;, 284 Natürliche lassen. Daß der Ursprung der Versteinerungen nicht alleine der allgemeinen Sündflut, sondern auch andern grossen sich auf unserm Erdbälle zugetragenen Begebenheiten zuzuschreiben sey, hat Hr. Morro , ein in dem ersten Versuche schon angeführter gelehrter Jtaliäner, deutlich darge- tahn. Ja, wir müßten, wenn wir vollkommen Woodwardisch gesinnet wären, künftig in Beschreibung der Steinkolen, des unterirdischen Holzes, und anderer Dinge mehr, uns sechsten widersprechen. Hr. Woodward Vehaubtet, daß die Beschreibung , so Moses von der Sündflut gibt, mit der Natur übereinkomme. Dieses ist sein stärkster Grundsatz; Als aber die Schriften des sel. Hrn. Dr. Scheuchzers, worin er die Erdlagen in der Schweitz beschreibt, gelesen hatte, hielte er solche für Wunderwerke, machte auch sehr viel daraus, daß dieser grosse schweitzerische Naturkundiger ihm einigermassen Beyfall gebe, da doch die Scheuch- zerischen Schriften zeigen, daß ihr Urheber es nicht in allen Stücken mit Woodward halte. Wir lassen Hrn. Woodward gerne in seinem Wert, und erkennen seine Scharf-oder Hartsinnigkeit, welche aber, um eine lebhafte Ueberzeugung in uns zu erwecken, nicht zulänglich ist. Der gelehrte Hr. Ellas Camerarius in Tübingen hat eh- mals I < < r i r r s k 'N !Il I» Ä « II !ll - i« ». r i N I, II Nserkwürdigkeiten. 28 s mals Wider Woodward geschrieben, und seine Grundsätze widerlegt. Dieses liesse Woodward nicht erliegen, sondern verginge sich in der Vorrede seines Anwortschreibens so weit, daß er die, so seinen Grundsätzen zu widersprechen sich erfre- chcten, als Frevler und Lügner, als solche, die an der göttlichen Allmacht zweifelten, oder gar als Leute, die von dem Geist des Widerspruchs besessen wären, vorstellete. Dises alles aber macht uns nicht schüchtern, di.weil wir eben, wenn wir die Sündflut für ein Wunderwerk ansehen, die göttliche Allmacht mehr als Er erkennen. Wenn dem Hrn. Woodward etwas vorkömmt, das sich zu seinen Lehrsätzen nicht reimen will, als die in ueuern Zeiten entstandene Insuln und Berge, so übergehet er es, oder hat sehr seltsame Ausflüchte. „ In der Zerrüttung bey der allgemeinen Sünd- „ flut, sagt er, haben die hohen Gebürge vielen „ Schlamm und Wasser in sich behalten, welches „ sie hernach gegen die Ebne, so an das Gebürge stoßet, ausgespien, und daher kommen eben die „ wunderbaren Erdlagen in dem Modmestschen.« Wir fragen aber hingegen den Hrn. Woodward, ob denn die in diesen treffen Erdlagen bekanntermaßen angetroffenen griechischen und römischen Münzen auch in die Zeiten des Noachs mitge- hören? U 2 Hr. Wood- 286 Natürliche Hr. Woodward, wie solches aus etlichen Stellen seines Buchs erhellet, kan zwar nicht umhin, die Sündfiut für ein göttliches Wunderwerk anzusehen , doch aber suchet er natürliche Ursachen hervor, um die Art der Bewerkstelligung der Sündflut zu erklären, Und will also durch seine Vernunstschlüsse das zuvor von ihm erkannte Wunderwerk wiederum aufheben, und nach seinem Belieben zernichten. Wie kommen aber des Hrn» Woodwards öb- angezogene eigene Worte mit seinen folgenden Gründen überein, wenn er ferners behaubtet und glauben machen will, daß in der Sündflut der ganze Erdbälle aufgelöset, und alles in einem Schlamme durcheinander gemischt worden sey, da aber das Wasser wieder abgenommen, fich alles nach demGefätze der Schwäre gesenket habe; und daher in denen Erdlagen die leichten Muscheln, dergleichen die Lokim oder Seeäpfel seyn, oben auf in der Kreide, die andern aber je nach ihrer verschiedenen Schwäre immer ticffer und in grö- berm Gesteine angetroffen werden ? Die Beschreibung unseres Pratteler Steinbruchs enthält eine klare Widerlegung des Woodwardischen Satzes, und legt den Ungrund desselben in ein aüerheüe- stes Licht. Dise Merkwürdigkeiten. 2x7 Dise an einer Anhöhe ohnweit de6 Dorfes Prat- telen, am Fusse eines angenehmen Wäldleins, das Ehrlin genannt/ gegen Mittag gelegene Steingrube/ zeiget eine ganz andere Ordnung der Lagen. Die Steine der obersten Lage, wovon schon viele Häuser aufgehauen seyn/ bestehen meistens aus grossen Muscheln, die hin und wieder in denselben sitzen, und welche unter 6Z. e. und 6. beschrieben seyn. Man wisset auch in denen bey der Grube in grosser Mänge ligenden und zum Gebrauch gewidmeten grossen Stcinstücken nicht das geringste Merkmal derjenigen kleinern Muschelsteine, welche unter 6 §. 3. beschrieben werden. Die erstbemcldten grössern versteinerten schwären Muscheln sind in sehr hartem bläulichten Gesteine so feste eingewickelt, daß wir sie auf keine Meise davon ablösen oder ganz herausbringen konnten, und uns also mit denen Bruchstücken begnügen mußten. In der Liesse hingegen zeiget sich eine ganz andere Art Steine, welche auf das graue zielet, und die Sammlung der unter 6Z. 3. beschriebenen Müschelgen enthält. Es wechseln übrigens die Steinstuffen diser Grube so wol der Härtigkeit als der Farbe halben gar verschieden ab. Zuweilen gibt es grosse Stücke, wie Mühlensteine, welche aus nichts anders als aus klumpenweise zusa- mengefügteu Greifmuschelsteinen bestehen. Andere enthalten viele Lelemnitäs, oder Strahlsteine; will z der 288 Natürliche wieder andere zeigen viele Ammonshörner. Wir beziehen uns aber.Worts auf den einem jeden Sehensbegihrigen zu allen Zeiten offenstehender! Augenschein, und wenden uns zu der Erläuterung der Kupferblatte selbst. ki§. 3. LoaZuIum Igpiäeum UgmitD, Lonckulas V3N38, ottreas, turbmulo8 vel ltrombc>8, allen38, r3iliolo8 ecbinitsrum, mallamgue Lorgllinam tubulolam L alia petrefacla reke- ren8. Eine Sammlung verschiedener kleiner Meermuschelen, bestehende aus Rogenstein, Schraubschneckcn, Sternsteinen, Strahlen oder Spitzen von Seeigeln und Korallenbünd- lein. Unter andern zeigt sich auch ein klei- nes Bruchstück eines LelemmtX, mit der Ver- tieffung, so die Lage des Llveoli anzeiget. Durch die Vergrößerungsgläser erkennet man ausgebrochene kleine Schneckenbruten in hartem Gesteine. Der Muschelsaame zeiget sich darum schneeweiß, und entschiedet daher den in der Mitte zu bemerkenden schwarzen Punkt bey denen zerteilten deutlich. Die andern Schneckenarten, so zersplittert, glänzen inwendig wie Cristall oder zerschlagenes Quarz. Das artigste an diesem eoaZulo ist, daß auf der oberen Fläche die Steinmuscheln, da die Lage meist waagrecht mit einem Zwischen- raume Merkwürdigkeiten. 289 räume von ganz leichter Erde angefüllt ligen, ganz deutlich mit denen subtilesten Streiffen, so die Muschelarten entscheiden, erscheinen. Wir gestehen gerne, daß wir das schönste Stück auf die Kupfertafel zu bringen auserse- hen haben; jedoch aber können bey Herrn PfarrerBuxtorf sel. Herrn Hofraht Zwinger, wie auch beyHerrnRaths- 8 ubliitmBruckner, und in der Bawierischen Sammlung Stücke ausgewiesen werden, welche dartuhn, daß wir gar nicht von dem Erweislichen abgehen. ki§. b. Lornu^mmonig non lpmstum craNs lirüs iimplicibu8 in tuberculo e1ev3tl8, inllegue qu3ärifnrL3tim orbem extimum trajicienti- bv 8 . Ein Ammonshorn ohne Rückgrat, sehr bauchicht, mit einfachen Streimen, die vierfach gefurcht gegen kleinen Hügeln oben zu. lauffen. Das Gestein ist sehr hart, gelblich. Wir haben aber nur den halben Teil des Hornes mitten voneinander gespalten, in den zu Prattelen gehörenden Bezirken gefunden; Auf der flachen Seite zeigen sich Merkmale von nur wenigen Umfängen oder Gewinden; wigt is. Pfund, hat in dem Durchschnitt 9. Zolle, und in der Dicke oder Höhe 6 . und einen halben Zotte. Diese Ammonshörner finden wir nirgend eigentlich beschrieben; doch U 4 weiset LZo Natürliche weifet die Bawicrische Sammlung, von ei- I nem andern Orte, ein kleines, so rund und ganz ist, und etwan 4. Zolle in dem Durch, schnitte hat, auf, inwendig erscheinen schöne Crtstallen ; die Gewinde lausten sehr tieffe« Diese Ammonshörner können nicht besser als mit einem Turban oder türkischen Bunde verglichen werden« c, braZmentum lapicleum conckam erallam vblonAam traylverlim leviter llriatam reke- rens. Ein Bruchstück von einer versteinerten Dickmuschel, querüber und gegen der Mün- düng her Länge nach zart gestreift, Nach ihrer Lage im Gesteine wäre sie s. Zolle lang, z. Zolle und etliche Linien breit; ihre Mündung ist ziemlich schief und eingebogen, inwendig mit Greifsteinmuscheln angefüllet» IjZ. ä. Loncka lapillea valvis Tqualibus, Tguils- tera, cralla, l^vibus üriis rrantverlim L in lonZuitullinem circa oram notata. Eine gleichseitige zweyschaalichte Dickmuschel mit querüber laufenden zarten Streiffen, deren auch andere der Mündung oder dem Schlosse zu gerade ablausten, und allda diese durchschneiden , ist bauchicht, kömmt beynahe auf s. und ein halben Zolle im Durchschnitt, nach französischem Schuhmas. ki§. e. Merkwürdigkeiten. 291 e. 6rypkite8 rottratu8 A ruZosug, opsrculo semiaperto munitus, cui in extrema parte terebrsttüst inliäet. Ein Greifmuschelstein mit krummem Schnabel , gegen welchen querüber raucheStreiffen lauffen, dessen Deckel abgewichen , zwischen welchem und der Scbaale eine lerebratula sitzet. Diese versteinerte Muscheln trist man in unserer Landschaft in Män- ge an. Sie werden von einigen Schriftstellern , wie die lerebratuise und Ammonshör- ner, wovon wir oben im zweyten Stücke gehandelt haben , unter die ^nomi38 gezehlet. k. 6rypliitL8 rottratu8 3pertu8. Ein Greif- muschelstein, von Schaale wie der obige; dieser ist ohne Deckel, inwendig hohl, und sein gekrümmter Schnabel laust zimlich spitz zu. Wir glauben aber, daß wir diese Steinmuscheln mit Recht nach dem Beyspiele des berühmten Scheuchzers unter die Austernschaa- len zehlen können, kk. 8onn3m, ein gelehrter Jesuit, beschreibet eine Auster, so wie ein Kahn aussihet, mit ihrem Deckel und gekracktem Schnabel, welche den unsrigen zimlich beykömmt; man sihet, wie bey andern Au- Aernschaaken, so wol in der Muschel als an dem Deckel derselben, eine Vertieffung, als den Ort, -a die Zäsergen, vermittelst deren U s der 292 Natürliche der Schnecke sich an der Schaale fest hält, und auf-und zuschließet. NZ- §- Es gehören also die Steinmuscheln unter die Kivglvi 38 oder zweyschaalichten Muscheln; man muß aber diese Greifsteinmuscheln, wo man je diesen Namen beybehalten wollte, nicht unter die Venu8-oder andere Muscheln, welche LivglviX X^uilgtek-X, zweyschaalicht und gleichseitig seyn, zehlen; sondern sie gehören in die Classe derjenigen, welche Lival- VIX inXquil3terX , zweyschaalichte ungleich-- seitige Muscheln genennet werden. E N D E. Ä <5c/i1or l/ra! c?/lL /^oc/köer'^ WM L L «5c/i!o^ r c/e/'Mel/Ltr/e^ 3 c/cks neue ^c/rtru^wTnöu^e/' öac/ 4 . un ' c/iE ?/vt/rv^ttcH 6 c/a^ c^/öe ^c/rttuwrn!itti^c/ <5c/r/o^ 7 c/e/'/lalck'öe^ .WMM -SrW --^K>Z.. ' - - ' ,(- 7.D< ,-.<^ - ' - " '' ' ^ ^ ^ ^ --, ^,- ' "^.v.Hss..^^M.u;xü»e. ^-r:: ^ÄE4 RMMM >b R^W! E?K MMZ ,^<<< k-sVH-v i/on M--"" xSL^KLZK^ W^R r ^ TW^K^ WM « A UWA WM S>ck / QQ§ Üot/ 6 ^QÜc/ci^Lc/<"k' ^lcr/^rr/c/ä 3 c 1 c/' /ivc/ie /^lkr. 4 . üciL-el ^ ^cu/E <6 c!lc ^c//^cn^ 5 c/i 5 k/i^r^c 7 ^.nclt^c/c/c 11 3 c/e,' Mcur.^^s^ MW»NVq MWU z. -xKLW ^''. Ä^/rc/ c)^/. X,^MsZ ? «MWMW Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher Merkwürdigkeiten der IV. Stück. 'iel-Henckm, Hottmingm, Ümlitigm und Oolee. BASEL, Bey Emanuel Thumeyftn, 1749. ^ -f- , s^7 7l k'^ Historische Merkwürdigkeiten von Diel - Mücken. Er sucht die seltne Pracht vergeblich zu ermessen, Fährt endlich wieder fort, und kan doch nicht vergessen, Wie schön daselbst daS Vieh, gelagert auf das Kraß, Sanft wiederkäuend stand, spatzierte, hüpfte, saß, Wie manche dicke Magd im Felde kniend schwitzte, Und bis die fette Milch in Eymer schäumend spritzte, Mit schmeichelnd - sanfter Hand den vollen Euter strtch, Als die gewöhnte Kuh nicht aus der Stelle wich. Röntg. Mittag, etwas Abendwerts >n Anse« hung der Stadt Basel, liqt das soqenann- te Laimenthal, welches von dem Flüßiein T L Bwsig 296 Historische Birsig gewässert wird. In diesem Tahle besitzet die Stadt die Dörfer Biel-Bencken, Bottmingen und Binninge». Das erstere gränzet aber nicht mit der übrigen Landschaft Basel an, sondern ist vollkommen mit fremder Herrschaft umgeben. Biel-Bencken teilet sich eigentlich in zwey Dörfer, welche zwo Stunden weit von Basel entfernet sind. Viel, so an der Abendseite des Birsigs ligel, ist das nähere; Bencken, so an der Mittagsseite dises Flüß- leins angedauert, ist etwann um eine Viertelstunde weiters abgelegen, und hat auch einige Wohnungen auf der Abendseite des Birsigs. Von dem Laimentahl. Solches ist ein kleiner Strich Lands, welcher von einem Teile des Blauenbergs, bey Landskron bis durch die Stadt Basel an den Rhein, wo nunzuma- len die Schiflände ist, sich erstrecket, und zweifelsohn von der gelben Erde, welche wie Laim oder Töpfer- erde aussihet, und wormit dise Gegend durchaus angefüllet ist, seinen Namen empfangen hat. Von dem Birsig. Dises Flüßlein durchsiiesset vorgemeldtes Tahl vollkommen; es entspringet bey Wolfsweiler, sammelt sich Merkwürdigkeiten. 297 1 sich disseits dises Dorfes und Biedertahl in den Wie« ! sen aus verschiedenen Quellen/ da es dann unterhalb ^ Biedertahl/ Rodersdorf und Laimen in den Wiesen fortströmet, darauf das Dorf Bencken durchfliesset/ unter Viel und Oberweiler neben Bottmingen durch Binningen lauffet, und so dann bey dem Steinen, oder Heertohr in die Stadt Basel fällt/ die es fast ! mitten durchschneidet/ und an dem Ende des Laimen« tahls bey der Schiflände sich in die Flutten -es Rheins ergiesset. Verschiedene Geschichtschreiber haben dises Flüßleins gar nicht gedacht/ oder solches mit der Birse ver« mischet. Franz 6uiIIiingnn nennet den Birsig k^r- leca, andere 6vrlsLg, Lirücum, zu deutsch Pur« seck/ Birsick/ Birseck; und dahero ist es gekommen/ daß einige das Schloß Birseck in disem Tahle gesuchet habe»/ welche gewiß nur durch das Wort Karlen darzu verleitet worden. Die Birst/ welche wir in unserm zweyten Ver« suche über Münchenstein beschrieben haben/ ist ein ganz anderer Fluß/ hat mit disem keine Gemein« schaft/ und wird zu deutsch/ die Birst/ zu latein/ Lirla genannt; daran ligt das obgenannte Schloß Birseck. Dises Flüßlein aber hat in allen Schriften den Namen Birsiche oder Birsig im Laimentahl/ und zu latein/ LirücuL; also daß auch dasjenige/ was T; von 298 Historische von dem vortrestichen Naturkundiger des Schweißer. iandS I I Sckieuchzer in dem zweyten Teile, wel« cher von der Beschreibung der Flüsse handelt, von des Birsigs Lauf durch das Lauffentahl angemerket ist nicht mit der Natur übereinkommet, Massen die Birst das Lauffentahl, und der Birsig allein das Lai» mmtahl durchstreichet; dahero auch das Schloß, welches in der Stadt Basel auf St. LeonhardS Berg, allwo nunmehr» die Kirche und der Lohnhof sich be» sinket, schon vor mehr als 7so. Jahren gestanden, Wildeck am Birsig im Laimentahl, genennet worden. Ohngeacht daß dists Flüßlein von seinem Ursprung an blS auf Sinningen in einem sehr engen Bette laüffet, so daß selbiges an vielen Orten könnte über. sprangen werden, und öfters sehr wenig Wassers hat so zeugen sich dennoch in deinselben verschiedene Gattungen Fische, worunter die Forellen und Grün. deln die vornehmsten sind, wie auch Krebse; es laüf. fet aber sehr öfters, bey starckem Regenwetter, mit solcher Gewalt an, daß die daran ligenden Häuser, Wiesen und Felder, zu gröstem Nachteile ihrer Be. scher, überschwemmet werden. Die grösten Auf. schwallungen desselben sind m den Jahren i^gi. i;?8. 1446. 1529. ij^O. 1570. 1701. geschehen. Von Merkwürdigkeiten. 299 n- ^Jejenigen Geschichtschreiber, welche der Ran- racher Landschaft nur bis an die Birst gehen machen, werden die Gegend von Biel-Ben- cken in 8 egugnm oder in das Suntgau setzen. Wenn man aber erwegen will, daß alle Einwohner, welche den Juraberg und dessen Tähler bewohnet haben, zu den Raurachern gezehlet worden, und daß der Blauen» Verg ein Teil dises grossen Juragebürgs ausmachet, so muß man zugeben, daß Biel-Bencken auch vorma» len in der Rauracher Landschaft begriffen, und mit derselben gleicher Regierung und Schicksalen unter- worffen wäre. ' Daß die Grafen von Thierstein in dem eilften Jahrhundert dise Gegend beherrschet haben, ist ausser l Zweifel; man glaubet, daß ihnen solche durch Heu- - raht von den Grafen von Vroburg oder Froburg ' zugefallen sey, und dise solche von den Grafen von ' Habspurg, welche um diese Gegend in den vorigen > Zeiten nicht wenig zu befehlen hatten, bekommen haben. Wir wenden uns aber zu demjenigen, was Wurst- eisen, unser Geschichtschreiber, von der Materie X 4 unserer Zoo Historische unserer dißmaligen Abhandlung anführet. Er schreibt an der 21. Blaltseite seiner Baselchronick folgendes: „ Vor LandtsCron im Laimthal hierussen ist die „ Pfarr Bracken, sambk einem Weyerhauß, vor x> ellich hundert Jahren ein Sitz der 8cglarivrum „ oder Schaleren, sind im und umb Basel nam« „ hafte Edelleute gewesen, welche etliche Zeiten vom „ Bischoff die Reichsvogtey und das Schultheiffen« „ Ambl in der Stadt Lehensweiß in Handen ge« „ habt. Dises Orts hoche und nidere Gericht, mit „ aller Gerechtigkeit, ist ihnen von der Graffschaft „ Thierstein zugestanden, welche letstlich Thoman „ Schaler im 1526. Jahr -er Stadt Basel zu kauf» „ feo geben. rc. Wie nun die Schaler das Dorf Biel-Bencken und ^ Zugehörde von Visen Grafen erhalten haben, solle i folgende Abhandlung erläutern. Ohngeacht wir nicht dartuhn können, welcher Schaler der erste gewesen, so allhier seinen Sitz aufgeschlagen, so finden wir doch, daß um das Jahr 1400. dises Geschlecht allhier schon ansehnliche Ländereyen besessen, und Herman Schaler in dem Jahre 142?. ein Mannwerck Reben in dem Ben» ckener Bann gelegen, um 6. Pfund Gelds erkauffet habe. Die Merkwürdigkeiten. zor Die Edeln von Lauffen waren allem Ansehen nach mit denemelben befreundet/ und vermuhtlich beyve Geschlechter Lehnlräger der Grafen von Thier- stein. Denn als Heinimann von Eptingen sich ohngefehr in dem Jahre 1454. in den Besitz des halben Teils des sogenannten Schalers Guts gesetzet hatte/ welches er durch Leonhard Hans von Ettingen bauen liesse, so widersetzte sich Juncker Hans von Lauffen dem Besitz dessen von Eptingen, unter dem Verwände/ daß solches in sein Lehen gehöre/ so er von dem Grafen von Thierstein habe/ dergesialten/ daß diser Streit für das Gericht zu Ettingen erwuchs, allwo Montags nach St. Michelstag dem Hans vog Lauffen dises halbe Schaler. Gut einhellig zuerkannt ward. Ein Kaufbrief von dem Jahre 146;. zeiget, wie Junker Franz von Laimen von dem Cunrad von Ramstein sein Gut und Zinse, so solcher in Vencken besessen , und Elfe Ludis Gut genennt worden, und eilf Vierzel Frucht ertragen, um 21. Gülden erkauft habe. In dem Jahre 1489. haben die Edeln Hemmann von Eptingen, Ludwig von Andlau und Balthasar von Landeck, Schwäger, in ihrer und ihrer Gemah- T 5 linnen gor Historische linnen Namen, und derer Geschwisterten von Lauf« fen, dem vesten Franz von Laimen, Vogt zu Wal- denburg , ihre Ansprach an das Dörflern und Vogtey Brel-Bencken, samt allen und jeden dessen Zugehör- deu, Rechten und Gerechtigkeiten, für frey, ledig und eigen, mit Uebergebung aller Schriften, so zu demselben gehörten, verkauffet. Aus einem Lehenbriefe, welcher Montags nach dem Sonntag Oculi, in dem Jahre 1496. erteilet worden, zeiget sich, wie Graf Wilhelm von Thier- siein dem Franz von Laimen den halben Teil der hohen und nidern Gerichte zu Bencken, den halben Zwing und Bann, Wnnn und Waiden, samt der halben Fischwaide, so dann die halben Zinse, Gülten und anders, so die vorigen Lehenleute, die Schaler und ihre Vorder«, zu Winterschwyler, Et- tingen und Terweiler, lehensweise besessen; so dann den halben Kirchensatz zu Bencken; inmassen solches alles, nach Abgang Bernhards von Lauffen, sein verstorbener Sohn ingehabt, zu einem gerechten Erblehen für Söhne und Töchtern zu Lehen gegeben habe. Nach dem Absterben Graf Wilhelms von Thier- stein folgte ihme sein Sohn Heinrich nach, und also stellten sich alle dessen Lehenträger vor ihme ein, um ihre Lehen zu erneuern. Unter solchen wäre also Merkwürdigkeiten. zoz f- v i i also auch Franz von Laimen. Diser Lehenbrief ist sehr umständlich eingerichtet, und heitert einiger mästen die verworrenen Geschlechcsregister der Le- henlrager von Bencken auf, dahero wir dessen Inhalt ausführlich anzeigen wollen. Er ward gege- ben in dem Thiersteinischen Hof zu Basel, auf St. Margareten Tag des Jahrs i sos. und enthält, wie Herr Heinrich Graf zu Thierstein dem Franz von Laimen, die Lehen, so sein des Grafen Vatter, Wil- Helm von Thierstein, vormalen ihm verliehen, wie solche von dem Großvatter des Franzen von Laimen, Namens Hermann Schaler und seinen Vorder» besessen worden, übermalen zu Lehen gebe, und zwar seinen Söhnen und Töchtern; nemlich die hohen und kleinen Gerichte, die Fischenzen, den halben Kir- chensatz, und was sonsten feine Vorder« zu Winter- schwiler, Eltingen und Terwiler, von Zinsen zum Halben Teil ingehabt; Item den Dünkhof zu Habsheim samt seiner Zugehörde; mehr die Lehenstücke, so Bernhard von Lausten und seine Vorder« ingehabt, und welche Franz von Laimen, mit Bewilligung des Lehenherrn, nach Abgang des Bernhards von Lauften an steh gebracht, nemlich den halben Teil der hohen und ntdern Gerichte zu Bencken, die halben Zwing und Bänn, Wunn und Waide, die halbe Fischenzen, und den halben Kirchensatz zu Bencken samt den halben Zinsen. In ZO4 Historische In disem Instrument wird des Dünkhofs von Habsheim gedacht, welchen die Schaler käuflichen, ohngeacht es ein Lehen von dem Hause Thierstein war, an sich gebracht, und dahero hatten sich diesem Grafen auch vorbehalten, solchen gegen einer gewif« ! sen Summen Gelds von den Schalern loszukauffen. Aus vorgemeldtem zeiget sich nun, wie die Scha- ! ler, mit Weglaffung des Geschlechtsnamens, öfters ^ nur Hemmann oder Franz von Laimen genennet " worden, wie dieselben befreundet gewesen, wie sie ' das halbe Recht an das Dorf Bencken müssen als n ein Eigentumm besessen haben, wie solches in den ^ Erbschaften an die weibliche Linie gekommen, aber ^ von ihren Ehemännern dem Franz Schaler wiederum § verkauffet, und da er den übrigen halben Teil schon ^ vorhin zu Lehen getragen, das ganze Dorf von ihm ^ besessen worden sey. ' ^ Dessen ohngeacht wollten dennoch die Grafen von Thierstein nicht vollkommen zugeben, daß Franz Schaler von Laimen als Eigentümmer des einen hal. ben Anteils an Bencken sollte angesehen werden. Die Edeln von Lausten hatten ebenfalls Lehen von diesen Grafen, zogen, wie vorhin gemeldet, «inen Teil des Schalerischen Guts aus den Händen derer k 'D Ik! l'iN Merkwürdigkeiten. zvs Lerer von Eptingen gerichtlich an sich , und verküffen solches 1489. mit denen übrigen weiblicher Seite Anverwandten/ als ihre eigenlümmlichen Güter, dem Franz Schaler, damaligen Vogt zu Waiden« bürg. Disem Verkaufe zuwider, der doch mit Bewilli« gung der Grafen befchehen, und darbey kein Recht vorbehalten worden, liesse dennoch Graf Wilhelm in dem, dem Franz Schaler von Launen im Jahre 1496. erteilten Lehenbriefe, wie droben zu sehen, neben den hohen und nidern Gerichten zu Bencken, noch den halben Kirchensatz, so von Bernhard von Lauffen herkommen wäre, einrücken; und Graf Heinrich, sein Sohn, teilet in dem im Jahre i svs. gegebenen Lehen das Dorf Bencken in zwey besondere Teile, welche er daraufhin sämtlich dem Franz Schaler verlihen hat. Der Vater hatte sich also nach dem Verkaufe des halben Anteils nur des halben Kirchensatzes, als Lehensherr, angemasset, der Sohn aber des ganzen Dorfs Bencken. Ohngeachtet nun, daß Franz Schaler sich hier widersetzte, mußte er dennoch dem Grafen nachgeben, und für beyde Anteile den Lehens« kevers an gleichem Tage, da ihme das Lehen ver« lihen worden, erteilen. Er zo6 Historische Er liesse aber demselben deutlich einffiessen, daß er neben dem halben Teile von Bencken, welchen seine Vordern zu Lehen getragen/ hiermit auch den ! andern halben Anteil, so sein Bruder sel. Hcrrmann von Laimen/ ingehabt/ und welchen er von Bern» hards von Lauffen sel. Erben, mit Bewilligung des ! i Lehenherrn/ erkauffet hatte, ebenfalls von dem Gra« fen empfangen habe. ! Junker Thommann Schaler, welcher in dem Jahre ' r 1519. Biel-Bencken besessen, hat zu selbiger Zeit von der Stadt Basel eine Summe Gelds aufgenommen, ! deren Zinse von dem Schlosse und Gut allda zu ent. heben stuhnden. In dem Jahre ifri. hat er auch einige jährliche ^ Kornzinse einem Bürger von Basel verkauffet. Seine Gemahlin wäre Catharina von Laimen, geborne von Surlin, welche mit ihm in dem Jahre 1522. noch eine Summe Gelds auf den Hof und beyde > ^ Dörfer Viel und Bencken von der Stadt Basel em- pfienge. Solches Darleihen gäbe allmählich der Stadt Basel einige Ansprach an dise Dörfer. Da nun , diser Edle Thommann Schaler von Laimen, wie er in den Instrumenten genennet wir-, als Bürger zu Basel, Obervogt zu Waldenburg ernennet worden, so Merkwürdigkeiten. 327 so achtete er seiner Güter zu Bencken nicht mehr so viel als vorhin, und errichtete annoch in disem 15-22. Jahre mit der Stadt für sich und seine Erben einen Vertrag, welcher folgende Punkten enthält: 1. Daß die Stadt Basel, wann dife Dörfer sollten verkauffet werden/ darzu vor männiglich einen ewigen Vorkauf haben sollte. 2. So oft die Stadt Basel mit Krieg beladen wurde / sollten seine zu den Dörfern Viel «Bencken gehö. rende Leute/ auf beschehenes Mahnen, der Stadt zuziehen und dienen, doch wie andere, der Stadt zugehörige, besoldet werden. 3. In Kriegszeiten solle sowol das Schloß Bencken, als die beyden Dörfer, der Stadt Basel offen Haus und Aufenthalt seyn. 4. Dargegen die Stadt Basel dem Edeln Thommann Schaler eine Summe Gelds auf vier Jahr lange ohne Zins vorstrecken, mit dem Bedingniß, daß wenn er dises Gelds längere Zeit bcnöhtiget wäre, er so dann solche Summe verzinsen solle, und entweders teilsamlich oder überhaubt, nach seinem Belieben, bezahlen könne; nach beschehener Bezahlung aber nichts desto weniger obgemeldte Verbindung Kraft haben solle. 5. Das- Z08 Historische 5. Dasjenige/ so schon vorhin ihme Schaler geli- hen worden/ solle -ise Geldsaufnahm nicht be- rühren; und 6. So fern er Thommann Schaler/ oder seine Er» beN/ auf dises sein Weyerhaus/ oder die Dörfer Viel und Bencken, ein grösseres Haubtgut von jemand anders aufnemen wollte«/ sollen sie ! allervordrisi die Stadt Basel hierüber verneinen / und allenfalls der Stadt Verschreibung allen übrigen vorgehen. l Als indessen Graf Heinrich von Thierstein verstorben/ so empfienge Thommann Schaler das Lehen von -es Grafen zurückgelassener Gemahlin. Di- ser Lehenbrief ist gegeben auf Montag nach der HH. Könige Tag/ des Jahrs 152;. und enthält: Daß Fr. Margret/ geborne von Neuenburg und Unstingen / Gräfin zu Thierstein / Gemahlin -es sel. Grafen Heinrichs zu Thierstein/ weiland Pfalzqra- fen der hohen Stift Basel/ und Herrn zu Pfef- singen/ dem Edeln Thommann Schaler von Lai- men/ ihm und seinen leiblichen Erben/ Manns- nnd Weibspersonen/ oder in Mangel derselbe»/ seiner Schwester Elisabet Kempfin von Latmen, und deren Leibserben / zu einem rechten Erblehen folgende Stücke leihe/ und sie von neuem damit belehne: nemlich/ die hohen und kleinen Gerichte samt Merkwürdigkeiten. Z09 samt Stock und Galgen; die Fifchenzen , samt dem Zwmg und Bann, Wunn, Waid und Kircheu. sah zu Bencken, und was ferners Franz von Taimen, sein Junker Thomas sel. Vater/ hiebcvor von den Grafen von Tyierstein zu Wtnterschwyler, Ettmgen und Terwe.ter, zu Lehen getragen; deß. gleichen den Dünkhof zu Habsheim, welcher ein Pfandiehen ist. Wider dise Verleihung hatte Thomas Schaler verschiedenes einzuwenden; besonders/ daß er fefiig- lich glaube/ der halbe Anteil an dem Dorfe Viel- Bencken gehöre ihm eigentümmlich zu/ und zwar gus denen Gründe»/ welche vorhin gemeldet worden; die Gräfin wollte ihn auch nicht an seinem Rechten verkürzen, und erteilte ihm nachfolgende schriftliche Vertröstung: „ Wir Margreth geborn von Nüwenburg und „ Umftingen, Grävin zu Thiersiein, Wyuve, be« „ khennen mit dlsem Brief, alsdan der edel vest, „ unser lieber getreuer Thoman Schaler von Ley- „ men, das Lehen, so er von wyland dem wol- „ gepornen Herren, Heinrichen Grave zu Thier« „ stein unserm lieben Herren und Gemahel seliger „ Gedechtnis gehept, von uns als stnem erben uf „ unser ernstlich ervorderen empfangen und gehuldet u hat, das wir dargegen ime zugesagt und bewilliget B haben, k ZiO Historische „ habe»/ ob sich künftiger Zyt, wurdj gmigsamlich „ erfänden/ das uns solich Lechen ze verlichen nit „ gebärt hette, noch zustendig gemessen wäre/ das „ ine alsdan solich Empfachung in allweg siner „ Erren halb und sunst unverlezlich und er schadlos „ sin/ ouch das wir inne alsdan siner Eydspfiicht „ genedengklich erlassen wollend; Alles mit Urkhund „ diser Schryfft / so mit unserem fürgedruckten Bitt. „ schaft bewart; geben ist: Montag nach Irium „ kegum isr?. Dises Instrument nun/ wäre dem Thommann Schaler schon ein Anlas darauf bedacht zu sey»/ wie er alle Rechte von Biel-Bencken eigentümmlich an sich bringen/ oder aber anderwerts verkauffen könnte. Und für einen Käuffer fünde er niemand bequemer/ als die Stadt Basel/ welche mit der Gräfin von Thierstein wegen andern Lehen auch schon in einiger Unterhandlung begriffen wäre. Diejenigen zwo Linien der Grafen von Thterstein / welche unsere Merkwürdigkeiten besonders berüh. ren/ seyn die Grafen von Thierstein/ Herren zu Farnsperg und Landgrafen des Sißgauw; die an« dern aber/ die Grafen von Thierstein, Herren zu Pfeffingen und Pfalzgrafen des hohen Stifts Basel. Dise letztere Linie ist in der Person des Grafen Heinrichs, dem Gemahl vorgemeldter Frauen Margret, e Sl k ti !» Merkwürdigkeiten. zu h Margret, Gräfin zu Neuwenburg, in dem 1519. >1 Jahre ausqestorben, und seine Güter auf viele Weise z verteilet worden, r s Der Graf konnte solches bey seinen Lebzeiten schon >k einigermassen vorsehen; und obschon seine Vorfahren d unzehliche Streitigkeiten mit der Stadt Basel gehabt 1. hatten, und auch er bißweilen etwas anzubringen n halte, so war er dennoch nachwerts der Stadt sehr gewogen, und hielte fich auch die letzte Zeit seines Lebens darinnen auf; da er dann ein besonders In- n strument verfertiget, darinnen er fich der Ehevogley , in Ansehung seiner Gemahlin begibt, derselben den h edeln Herrn Albrecht von Ratzenhusen zum Vogt be- , stellet, und die Kaufhandlung mit der Stadt Basel , zu beendigen übergibt. n Dise Handlung ward auch, nach Verfiiessung ohn- gefehr 7. Jahren, zu Ende gebracht, und m dem Jahre 1526. befigelt. i. Die Aufschrift des Instruments ist folgende: u „ Kaufbrief, weißt, welchermassen ein Stadt Va- „ sei von der wohlgebohrnen Frauen Margret, u „ gebohrne von Neuwenburg und Umstingen, Grä« ,, „ fin zu Thierstein Wittiben, die Eigenthumb und i> » Lehengüter, so weyland Jr Herr und Gemahl >i » Graf Heinrich von Thierstein sel. Gedechtnus und , Nr » Jr Zi2 Historische „ Jr Gnaden Vorfahren den in dem Kaufbrief „ hierin beftimpten Lehentrageren laut hernachfol» „ genden Lehen und Revers-Brieffen in ze niessen „ und zu besitzen erkauft habe. Dises ist schon genug zu erweisen, daß die Lehen derer Schaler von Biel-Bencken mit einbegriffen waren. Die disem Kaufbriefe beygelegte Schriften zeigen es deutlich; und da die übrigen Punkten des Kaufbriefs unsere dißmalige Abhandlung nichts beruh» ren, so übergehen wir solche mit gutem Vorbedacht. Da sonsten dises ein sehr bequemer Anlas wäre, von denen Lehen zu reden, welche die Stadt Basel, als oberster Lehenherr, vielen Edeln und andern zu vergeben hat. Hierdurch ward aller Anstand wegen des vorha» benden Kaufs der Dörfer Biel-Bencken gehoben, und der Kaufbrief darüber den 15. Weinmonats des 1526. Jahrs auf das förmlichste errichtet; sein Inhalt ist: Wie Thommann Schaler von Laimen, und Frau Catharina Sürlin, die Dörfer Viel und Bencken, mit ihrer Zugehörde und allen Rechten, in dem Laimentahl gelegen; da Viel Eigentumm, Bencken aber von der Herrschaft Thierstein, und nunzumalen von der Stadt Basel, so der Gräfin zu Thierstein alle Lehen und Mannschaften aberkauft, zu v s-i ch Ä ri» G ich Merkwürdigkeiten. ziz :s zu Lehen darrühret, einem Wohlweisen Naht -er >i Stadt Basel verkauffet haben. n Die Frau Catharina SürliN/ als die Gemahlin des Verkäuffers, hatte, laut ihrem Heurahtsbrief, eine Summe von 600. Gülden, als ein Widemsgut, n ^ auf dise Dörfer zu fordern, und daher ward mit ihr n etliche Tage vor dem Verkaufe auch ein Verglich j ^ über ihre Anforderung getroffen, und von ihr, un- term 12. Weinmonats gedachten Jahrs, ein Ver- i. zügsbrief errichtet, darinnen sie ihr Haus, das ist, n das Schloß, und Dörfer, Widems'frey erkläret. Nur wäre noch übrig die edle Kempfin, welche auf ermangelnde Leibserben dem Thommann Scha- ler in der letzten Lehensverleihung von der Gräfin von Thierstein als Lehenträgerin nachgesetzet wor- , den. Allein auch wegen difer hatte die Stadt Ba. § sel schon Vorsehung getahn, wie aus einem Dien- ^ stags nach U. L. Fr. Tag der Himmelfahrt in dem ^ Jahre 1526. errichteten Instrument erhellet; dass ! rinnen mit allen dißorts üblichen Ausdrückungen ,' geschrieben ist, wie dise edle Elisabet Kempfin, ge- > borne Schalerin von Laimen, mit Willen und Ver« j günstigung Daniel Kempfen, ihres Ehegemahls und r Vogts, ihrem Bruder, Thommann Schaler von Laimen, und allen so es etwas angehet, Willen , N? gebe, zi4 Historische gebe, die Dörfer Viel und Bencken samt dem Weyer- haus und aller Zugehörde, so zum Teil ihr Erb« leben gewesen/ E. E. Naht der Stadt Basel zu verkauffeii. > Hiermit wäre diese Kaufhandlung zu vollkommener , Richtigkeit gebracht/ und die in dem Besitze der obern und mdern Herrlichkeitsrechle befestigte Stadt Basel trachtete nunmehr auch einigermassen des aus- vezahlten Kaufschillings wieder einzukommen/ ver- ^ kaufte daher diseö Weycrbauä samt verschledenen dar« ^ zu gehörigen Gütern / an ihren Bürger Ludwig Si« ^ mon Albrecht Locher/ des Rahts/ welcher solches ,, in dem Jahre is;2. ingehabt, und nach der Ge« ^ wohnheit der damaligen Zeiten/ sich schriftlich ver. i ^ pflichten müssen: I ^ r. Daß dises Weyerhaus allezeit der Stadt Basel * offen Haus seyn solle; dahero in disem/ wie in allen dergleichen Schlössern / etliche kleine Ka. i nonen und anders Gewehr, so -er Stadt eigen i wäre / aufgestellet wurde. r. Daß/ so fern dises Gut sollte verkauffet werde»/ die Stadt vor allen andern das Zugrechl darzu haben sollte. ^ Ä! Ohngeacht nun Thomas Schaler alles/ was zu ^ den Dörfern Viel-Bencken gehörte/ -er Stadt Ba« ftl Merkwürdigkeiten. z i s sel verkauffet, so behielte er dennoch einige geringe Kornzinse, so in disem und angelegenen Dörfern jährlich sielen, welche aber in dem Jahre 1544. an verschiedene Bürger von Basel verhandelt wurden; und in dem Jahre 1547. übergab er der Stadt seine auf dem Brotmeistertumm jährlich zu beziehen habende 5. Vierzel Roggengelds. Nach abgedachtem Simon Albrecht Locher käme dises Schloß in die Hände Jakob Steigers, wel. cher es aber is?8. durch Vermittlung Thommann Schülers, dem Lorenz Sürlin, einem Anverwand- ten des Schülers, zu kauffen gäbe, welchem die Stadt auch die Mühle darzu gegeben. Und in dem Jahre 1540. erkaufte solches Anna Schülerin, welche mit Jakob Schmid, von Sissach, sich verheu- rathet halte. Hierauf käme es if68. in die Hände Hans Ludwig Meyers von Basel; nachwerts, mit Bewilligung der Stadt Basel, in eines Edlen von Cainy, welcher in Ansehung der Religion viele Verdrießlichkeiten erweckte. In folgenden Zeiten, als 1649. wurde die Mahl. mühte darvon verkauffet; und der nunmalige Besitzer -es Schloßguts ist Herr Albrecht Falkner. N 4 Auch zi6 Historische Auch an disem Ort haben also die dem Stande Basel neuerworbene Untertahnen viele Vorreite erlanget, indem sie als das Schloß verkauffet worden, der Frohndienfte in Bauung der Schloßqürer befreyet, und noch von verschiedenen andern Be,chwärden ent- lästiger worden. Von dcm Geschlechte der Schaler. Baselischer Geschichtschreiber hat, wie wir schon in dcm Eingänge dises vierten Stücks angemerket haben, dises adeliche Geschlecht auf der Li. Bta rseite seiner Chromck beschrieben, und anbey gemeldet, wie der letzte dises Namens in einer Schlacht bey Montcontur, da die wegen der Religion zertrennte Stände Frankreichs mit einaiidev gestritten, in dem Jahre 1569. sein rühmlich geführtes Leben verloren habe. s, Der beygesetzte Entwurf eines Geschlechtregisters zeiget verschiedene Bedienungen und Würden, welche ! ebmalen von denen Schalern bekleidet worden. Wursteisen setzet in dem 16 Capitel seines Lwwmes Hitiun-t6 öasilien68, daß einige derselben auch denen Creutzzügen in das gelobte Land beygewohnet hätten, also daß das Schalerische Wappen von dem Ritter Hermann in der Kapelle bey dem Grabe Christi zu Jerusalem, in dem 1629. Jahre zu sehen wäre. n s- «!> S> Wie Merkwürdigkeiten. 317 Wie die Schaler zu Laimen und Bencken eigen- tummliche Gitter gehabt, ist schon aus dem vorer- zehlten zu ersehen; und obschon dasjenige, was Laimen angehet, als von unserm dißmaligen Zwecke entfernet, nur im Borbeygang angeführet worden, so lasset sich dennoch genugsam daraus schlössen, daß ße nicht allein Schaler von Laimen genannt worden, weil Siel-Bencken im Laimentahl gelegen ist, son- dern auch, weil sie viele Güter zu Laimen besessen haben. Von deren ehmaligen Besitzung bey Münchenstein kau das zweyte Stück nachgeschlagen werden. Dises Geschlecht, welches der Stadt Basel verschiedene Bürgermeister gegeben, und einige Zeit das Brocmeister-und Schuldheissenamt lehensweise besessen , hat auch als eine aus der Stadt Basel ursprünglich entstandene Familie derselben vortreffiche Dienste, besonders wider Graf Rudolf von Habspurg, nachmaligen Kayser und Stifter des Erzherzoglichen Hauses Oesterreich, geleistet. Nunmehro ruhen sie alle in der Asche, und bilden die Zergänglichkeit aller Dinge mit Nachdruck ab. Ihr ehmalen geführtes Wappen stehet dahero auch in dem Vorgrunde unserer Kupferblatte von Biet-Bencken verkehrt, und haben wir darbey dises N 5 anzu- Zi8 Historische anzuführen, daß die vermeynte Stege, welche den Schild durchschneidet, nicht von der rechten Hand gegen die linke, sondern von der linken gegen die rechte herabgehe, wie wir solches in allen Sigillen bemerket haben. Auch die Gestalt oder die Lage der Wohnungen haben in den alten Zeiten ihren Einwohnern einen Zunamen gegeben; und dahero vermeynet Wursteisen, daß die Schaler, welche sich eine Wohnung und Stammhaus an dem Ort, wo dißmalen das untere Collegium stehet, erbauet hatten, von dem Namen der Stiege bey St. Martin, welche nahe darbey gelegen, bekommen haben. Allein es kömmt uns viel wahrscheinlicher vor, daß die Schaler ihren Namen von der Lage ihres Hauses sechsten, als welches oben an dem Rheinsprung gelegen wa- re, hergenommen haben, indem nicht allein diejenigen Oerter, so würklich mit Treppen beleget worden, sondern auch andere jähe Strassen, wo keine oder etwan nur etliche Stuffen oder Tritte waren, Stiegen oder 8calse betittelt worden; wie dann -er nunmalige Spittahlsprung, allwo in ^>en ältesten Zeiten ein Götzentempel solle gestanden seyn, in denen alten Schriften und Zinsbüchern des Gotts- Hauses St. Alban die Spittahlstegen genennet wird. Es wurde uns niemand grossen Dank wissen, wenn wir Merkwürdigkeiten. z 19 wir hier ein vollständiges Geschlechtsregister diser ausgeloschenen Schaler vorlegen sollten, und da solches auch nicht unser Absehen ist, so wollen wir dennoch einige Auszüge aus merkwürdigen Jnftru. menten, woran dise Schaler Teil gehabt, anführen. In dem Jahre 124^. Incliöti'one 14. äie ^sovi'8 2. KÄenä ^ebruarii, hat das Kloster St. Urban einem Bürger der Stadt Basel, Namens Cunrad, und seinen rechtmässigen Erben, ein Haus, so in iibsr-1 ürara (an der Fee.vcnstraß) gelegen Ware, übergeben; welches Instrument vor Gericht gefertigt worden, und also endet: corsm ^suclicio, Ottone 8c3isrio, kic tempori8 in ksös jucliciÄNL io^onte, L sb ipio per kentencigm inguirents. Zehen Jahre hernach hat einer vom Adel, Namens Rudolf von Pfasto, sein HauS, Vorbruck ge- nannt, einem von Taraz, Bürger von Basel, ver« kauffet. Das Instrument sänget also an: ketrus ^övocstus, Otto 8culretU8, kr3trs8 öiÄi 8Llllgrü, milice8; Heinricn8 UgZilier Livium 6i- öiu8 8teinlin; Lonluls8 6^ k7niver6t38 Livium Ls- lilisnlium, omnibu8 preiolontem iitergm inipsäiu- ris, notitiam rei ^süirs See. Und endet also: 32o Historische AÄum ante (^apellam 8anüi Lranä-mi inkra mu- ros civicatis Lalilienlis, -inno Oomini iLs?. oüa- vo Iäu8 ssanuarü. leües 6^c. In dem Jahre 1282. war eine Frau, Namens Lllinri, rsüäta guonclam kruclr, villici 6e öen- ckon, welche aus guter Andacht den halben Teil einer Behausung zu Basel der Kirche allhier vermachet, worbey eines Schalers, als Zeugen, gedacht wird. Vorstehende drey Instrumente find in lateinischer Sprache abgefasset; nachfolgendes, darinnen ein Weib ihre Morgengab, so auf den Häusern zum Creutze, zwischen dem Vretzeller und der Scheuren zur Blume gelegen, verpfändet, ist deutsch abgefasset worden, und fangt also an: > c c Johannes von Watwiler Schultheitze ze Basil, an mines Herren stat, Herrn Wernhers des Scha- lers eines Ritters von Basil rc. Endet sich mit Beschreibung der Zeugen: Hartmann Vogt, Johannes zer Sonnen, der Ammane ze Basil. Geben ze Bastle i ? 16. an St. Jacob Abend des zwölf Borten Tag, mit dem Schalerischen Jnsigel besigelt. i 1 ( iv D ge g! lk» An disem Instrumente, und verschiedenen andern, hänget das Schalerische Jnsigel auf eine von Wurst- Merkwürdigkeiten. zrr Wursteisen nicht bemerkte Weise; als in einem drey- eckigten ablängen Schilde/ ein mit einer Kappe be- deckter Kopf, gleich einem Brustbilde, von dessen Hals bis gegen dem Rücken die Stege gezogen ist. Derjenige Vertrag, welchen die Stadt wegen denen Einwohnern von Liechtstahl und Homberg mit dem Bischof 1^5. errichtet, daß sie selbige nicht in ihr Bürgerrecht aufnehmen wollen, geschahe unter Lonraclo äe Lencken, 8c:alario milice, tVIsZiliro civium, und wird seines besondern Inhalts wegen seines Orts angebracht werden. Was wir bis dahin von dem Geschlechte der Schaler angebracht haben, kan für unsere Leser schon genug seyn; nur melden wir annoch, daß Herr Caspar Schaler, gewesener Stadtschreiber allhier, welcher während seiner Amtsgeschaften viele Verdrießlichkeiten zu überwinden hatte, in dem Jahre is^o. denjenigen Schutzbund, oder sogenanntes Christliches Bur- gerrecht behandelt und zu Papier gebracht habe, welches viele Fürsten und Städte wegen der Religion unter einander zu errichten vorhatten. Nun wenden wir uns wiederum zu den Dorsschaf- ten Biel und Bencken, welcher Lage schon zum teil Z2s Historische in dem Anfange diser Verhandlung angezeiget worden, und von denen wir nun eine nähere Beschreibung zu ! geben haben. Ihre Bänne flössen auf einander, und i haben in ihrem Umkreise, wann man von einem l March-oder G änzstein zum andern gehet, und alle ; daran befindliche Krümmungen umgehen will, zwo und ! eine halbe Stunden; da hingegen des ganzen Bezir- ? kes Inhalt, oder die Fläche des Lands 14/0. Iuchar- j> ten ausmachet. ji Gegen Morgen gränzen fle an Terweilcr und Oberweiler, so Bischöflich; gegen Mittag an Weltweit und Winterschwyl, welche Sollothurnischer Boltmäffigkeit find; Gegen Abend an Werßkilch und Laimen, so ein Sitz der Edeln von Reichenstein; Und gegen Mitternacht an Neuweiler, so den Edeln von Eptingen gehöret. Und hiermit gränzen fle gegen dise zwo Himmelsgegenden an die unter der Krön Frankreich stehende Provinz Sundgau. Viel ist näher gegen Basel gelegen. Das auf der Kupferplalte nahe dabey bezeichnete Haus ist dem Spittahl zu Basel zugehörig, als welcher dorten einige Güter, besonders Reben, besitzet. Es findet sich allda ein lauffender Brünne, darvon das Abwasser auf der Straffe in einem besondern Brunnstock abfließet. § v! »e ne dis w N K ich In Merkwürdigkeiten. zrz In dem Dorfe Viel sind drey öffentliche Sod- brunnen, und ein lauffender mitten in dem Dorfe. Die Zahl, welche die Zehndentrotte bezeichnet, deutet auch denjenigen Ort an, wo die ehmalige Ca. pelle gestanden ist. Diser Platz ward 1688. durch das Löbl. Dreyeramt erkauft, und Hofacker genannt. Von dar gehet ein kleines steinernes Brücklein über den Birsig, welches die Fuhrstrasse naher Bencken ist, allwo kein lauffender Brünne, sondern allein zwey öffentliche Sodbrunnen sind. Die 4. Zahl bezeichnet das Schloß zu Bencken, den ehmaligen Sitz der Schaler. In disem Dorfe ist die Kirche, das Pfarrhaus und die Schul. Die auf einer Höhe bey dem Eingänge des Dorfs stehende Kirche ward in dem Jahre 1621. weil die alte sehr klein und presthaft war, vollkommen neu erbauen, und darzu die Steine des abgebrochenen Gebäudes und der Kapelle von Viel, welche zu diser Zeit nidergerissen worden, gebrauchet, welches um so viel bequemer war, da die grossen Bau-und Mauersteine in diser Gegend schwer zu bekommen sind. Als die alte Kirche abgeworffen worden, ward indessen in der Kapelle auf dem Hofacker zu Viel geprediget; und als auch dise abgebrochen worden, wohnete z 24 Historische wohnete die Bauersame von Viel-Brücken indessen dem Gottesdienste bey St. Margreten bey. Der Bau ward ernstlich betrieben, und gienge sehr fertig von statten, also daß noch in dem gleichen Jahre, den 4. Winlermonats, der erste Gottes« dienst, zur Freude der Gemeinden, in der neuerbauten Kirche konnte gehalten werden. Der Kirchhof ist mit Mauern umgeben, und der Kirchrhurm mit verschiedenen Glocken versehen, darvon die kleinere aus der Kapelle zu Viel, und eine der grösser« von Munzach, dahin gebracht worden. Seit der eingeführten Kirchenreformation stnd folgende Prediger disen beyden Gemeinden vorgestanden : i s^o. Johann Beck. is4o. Ulrich Wesener. 1548. Johannes Wick. issv« Jakob Gaütschin, der alter. rs6i. Valentin Geer, genannt Fungnoth, kam nach Kilchberg. is6s. N. Johannes Eblinger, ein gelehrter Hievlogus. 1568. kl. Kaspar Stör. 1569. s» dc Na ili, tz h» Merkwürdigkeiten. 325 1569. N. Jakob Leucht, ward 1588. Spit. talprediger zu Basel. rs88. Johannes Parkus, Dekanus. Weilen Johann Kündig 1621. die Kirche eingeweyhet und geprediget, so muß er ' um dtse Zeit diser Pfrund abgewartet haben. 1640. KI. Johannes Schönauer, ward fran- zößscher Prediger in der Stadt Basel. 1650. U. Hans Ulrich Thurneisen; ward Pfarrer in der Stadt bey St. Alban. 167;. N. Hieronimus Gemuseus. 1708. Christian Serin. 1722. Herr iVl. Bernhard Falkner, vormaliger Pfarrer zu Langenbruck, damaliger Dekanus des Licchtstahler Kapitels, welcher mit vielem Eifer und Sorgfalt feine anvertrauten Gemeinden erbauet. Das Pfarrhaus, welches ehmalen nur aus zukamen geflochtenen Hürden bestund, ward zu Ende -es vorigen Jahrhunderts neu erbauen. Es ligt nahe an der Kirche, also daß nur etliche Schritte durch den Garten bis auf den Kirchhof zu machen sind. Gegen das Pfarrhaus hinüber steht das Schul- haus, welches in dem Jahre 17^6. neu und sehr schön erbauet worden. Und weilen der Boden diser Z Gegend 326 Historische Gegend sehr lucker, und an disem Ort eine Wasserquelle befindlich, so hat an einer Ecke das Fundament der Schul aus tief eingeschlagene starke Psäle müssen gesetzet werden. Das Dorf ist wohl angebauen, hat gute schöne Häuser, und kein Strohdach. Das Gelände diser Gegend ist sehr fruchtbar; die Wisen stehen voller Gras; die Aecker sind feit und laimamg, ohne Steine; die Reben, welche vor hundert Jahren noch in keiner Ordnung und voller Eichbaüme stunden, geben eine» köstlichen Wein, davon der Saum schon bis vierzig Retchsgülden verkauffet worden. Oksfrüchten gibt es hier eine grosse Menge, und die zahlreichen Heerden aller Gattung Vieh zeugen von der Güte des genießenden Futters. Daher halten dise Gemeinden vieles Rindvieh, so daß man zu allen Zeiten des Sommers allhier die Baürinnen mit Melken und andern Milchgeschäften beschäftiget Met; indem sie nicht nur den geschlagenen Milchraam bereiten, sondern auch eine Art von kleingeformten Zigern verfertigen, und solche samt der süsscn Butter in grossem Uebersiuß täglich im Frühjahr in die Stadt Basel feil tragen. Uebrigens ist dise Gegend den Hagelwettern sehr unterworffen, welches gar offt die Hoffnung des Land- Merkwürdigkeiten. 327 Landmanns, seine reiche Ernde einzusammeln, mit den Früchten darniderschlagt. Die Bürgerschaft ist sehr zahlreich. Man rechnet, daß seit der Zeit als dise Dörfer in die Baslerische Bottmässigkeit gekommen, 60. neue Bürger Darmn angenommen worden seyn. An Holz haben sie keinen grossen Ueberfluß. Die sehr kleinen Waldungen wurden vormalen im Kilch, in der Eichgaß, Nachtenholz, Fliegencck und Ha- senbrunn genannt, so sämtlich Eichwälder; nun- mehro nennet man solche die Bielereichen, so gegen Oberweiler stehen; das Buchholz, so oben an den Reben, Nachtenbrunn, Fliegencck, Haftnbrunn und Hmdcrholzmatt. Fliegeneck ist ein jäher, sandigter und von der Sonnen wohlbestraalter Ort, darben sehr viele Fliegen sich aufhalten. Die Bauersleute versichern, daß bey Grabung des Sandes, im Frühjahr, viele Fliegen in demselben gefunden werden, und bißweilen verschiedene aneinander kleben; dahero sehr glaublich, daß dise Thierlein bey angehendem Winter sich in disen trockenen Boden zu verkriechen, und den Winter über darinnen zu ruhen pflegen. Gegen Abend ligt ein kleiner Eichwald, das Pfaf- fenholz genannt, welchen die Stadt Basel schon in Z L dem Z28 Historische dem Jahre 1419. erkauffet, solchen hernach mit ge« wissen Bedingniffen ausgelihen / bis die Dörfer Viel« Drucken erkauffet waren, da man dise Waldung zum Nutzen diser Dörfer gewidmet hat. Gegen Bettweil ist vor mehr als hundert Jahren die grosse Linde gestanden, allwo sich das junge Volk zu versammeln und zu belustigen pflegte. In disen Wäldern und anlegenden Feldern gibt es verschiedenes Geflügel, besonders streichen viele Lerchen, Wachtel» und Rebhüner durch. Diejenigen Geschichtschreiber, welche aflerhand seltsame Mißgeburten der Thiere in dem Schweiyer« land aufgesuchet, gedenken auch eines MoicKel^Iii, oder von einem Hirsch und einer Kul, erzeugten Thieres, welches in dem Jahre 1626. zu Benckcn getödtet worden. Von dem ehmaligen Dünkgericht zu Biel-Bencken. MS finden sich von dem Dünkhofsgerichte zu Viel» ^ Bencken verschiedene Umstände aufgezeichnet, welche hier nicht sollen Übergängen werden. Von disem Gerichte hatte der in dem Rechten unten ligende den Rechtszug naher Hüningen, von dar naher Buben« Merkwürdigkeiten. 329 Bubendorf, und endlich an die in allhiesiger Dom« probstey sich befundene Laimenstegen. Der Dünkhof ward auch der Frohnhof genannt, und -er Inwohner desselben war der Meyer, die Zinsleute, die Hofleute oder Huber; der Herr des Hofs wäre der Domprobst zu Basel, welcher zur Zeit -es Gerichts, so Geding genennt wurde, mit seinem Geleite zu Pferd in dem Meyerhof einreilen konnte. Jeder Huber besorgte ein Pferd, und wäre ver. bunden im Harnisch zu wachen. Der Gerichte sollten jährlich zwey gehalten wer« den, eines in dem Maymonat, das andere zu der Zeit, da man den neuen Wein trinken kan. In den Roduln dises Dünkgerichts stehet aufgezeichnet, daß vor dem Jahre 1447. sehr lange Zeit keines gehalten worden sey; aber in disem Jahre, xok kelium Mo milii , ward ein solches in Herrn Mercklins Haus besessen. Das Gericht sollte aus siben Huvern bestehen, welche in einiger Abgang mit neuen ergänzet war« den. Da las man das Buch und die Dünkhofs. rodul, die des Hofs Rechte enthielten, ab, kraft deren sie einen Bannwart und Hirten setzten. 3 r Junker zzo Historische Junker Hans von Laufen wäre Schirmer des Gerichts, und half also die Schirmer des Felds, oder Bannwarken, bestellen. Ein gleiches Geding ward 146?. gehalten, wor- bey, neben dem Schacher der Domprobstey, Hr. Cunrad Sigrist, Leutpriester zu grossen Bencken, wie er genennet wird, gegenwärtig waren. Man richtete über die Lag der Dünkhofsgüter und Besetzung der Huber; worbey erkannt wurde, daß kein Huber ohne Erlaubnüß auf Visen Gütern Holz fällen, und auf jeder Jucharten 80. Stämme stehen bleiben sollen. Das Hofgelände ward Seeland genannt. In dem folgenden Jahre wurden dem Meyer die Zinse, welche er zu Ufern hatte, frischcrdingen vorgeschrieben , die Freyheit seines Hofs festgesetzt, und die Zinse von den Gütern bey der Kapellen auf Eck stehend, bestimmt. Die eigentlichen Worte des Dünkhofsspruchs von - 1487. stnd folgende: „ Uf Montag nach St. Sebastians Tag, hab ! „ ich (der Domprobstey Meyer) Geding gehept > „ ze Benken und ist der Rodel ganz in Kraft be- „ kennt; und ließ an einem Urkel herfaren, die- „ wil Merkwürdigkeiten. zzr „ wil man Wetters halb nit uf dem Hoffqut zu „ Gricht sitzen möcht, domit ich das Dinggericht „ in der Stuben haben möcht, min Herren an silier „ Gerechtigkeit on schaden, do ward herkeut, mit „ gemein Urtel, daß man das Gericht uf dem Hoff« „ gut verbannen solt und dornach wider in die Stu- „ ben gon und das Gericht volfüren, als ouch das „ beschach; ouch war herkent daß Xll. Huber sin „ sollen, ouch war herkent, daß Junker Bernhard „ von Laussen zwen Huber geben soll. In folgenden Jahren ist nichts besonders an disen Gerichten vorgegangen. Zu Zeiten des edeln Thom« mann Schülers ward dises Gericht unter der Aufsicht seines Vogts gehalten, und die Huber oder Hosieute schwuren einen neuen Eyd, welches einige Verände» rung der Rechte dises Gerichts andeutet; worauf auch untersuchet ward, ob jemand von den Güter» etwas verpfändet, verkauffet oder verändert hätte. Nachdem Biel-Bencken mit allen Gerechtigkeiten an die Stadt Basel gebracht, und bey eingeführter Kirchenreformation verschiedene Güter zu Beuchen denen Pflegern der Domprobsiey zu besorgen überlassen worden; so haben dieselben, weilen der Dünk-oder Meyerhof sehr baufällig wäre, dem Hans Leygen solchen auf gewisse Weise übergeben, welcher alle Gebäude vollkommen abbrechen und neu erbauen müssen; Z 4 wormit zzr Historische Merkwürdigkeiten. wormit in folgenden Zeiten, in Ansehung des Ein« zugs, verschiedenes abgeändert, und auch dise Güter erbslehensweise verlihen worden. Die Güter, so aber noch hin und wider Huben genennet werden, sind nichts anders als die Ueber- bleibseln von denen zwölf' Einteilungen der Dünkhofs« guter, worvon die Zinse zu beziehen waren, ! Von k lk Won Wottmingm. ^Us denen alten und neuen Beschreibungen -er Bannslinien der Stadt Basel läßt sich ' > men, daß dieselbe in ihrem Anfange die Gränzen gegen das Laimentahl, zu dessen Ende sie angeleget worden, ausgedähnet habe. Das Dorf Bottminqen ist in gewissen Zeiten als ein zu der Stadt Basel gehöriger Ort angesehen wor. den/ ohngeacht der Bischof von Basel daran seine besondere Rechte hatte. Wursteisen und Groß, der des erstern Worte abgeschrieben, sagen mit wenigem, daß die Stadt Basel die hohe Herrlichkeit zu Bottmingen in dem Z 5 Jahre ZZ4 Historische Jalire 15^. von dem Bischof erkauffet habe. Allein folgende Erzehlung wird die Sache besser erheitern. Diier Ort wäre damalen sehr schlecht bevölkert; die vorhergegangenen schlimmen Zeiten halten die Einwohner, die Besitzer des Schlosses ausgenommen , bis auf vier oder fünf bürgerliche Haushaltungen herunter gebracht, und alles schmachtete in Arinuht. Die S adt, welche Euer verschiedene Zinse zu beziehen hatte, suchte denen wenigen Einwohnern aufzudelffen, zu dem Ende alle Rechte auf Bott- mingen an sich zu bringen. Der damalige Bischof von Basel, Philipp, aus dem adelichen Geschlechte von Gundelsheim, liesse sich auch hierüber in einige Unterhandlung ein; und den 24. Herbstmonats 15^4. wurde dasjenige Instrument errichtet, darinnen das Dorf Bottmingen der Stadt Basel verpfändet worden ist. Worauf die Stadt, welche kraft diser Verschrei« bunq zu dem Besitze und Genuß aller Rechte von Bottmingen gelanget ist, dise ihre Pfandschaft übernommen und nach Belieben besorget hat. Die Merkwürdigkeiten. zzs Die damaligen besorglichen Zeiten hatten die Stadt aufmerksam gemacht; und die Einwohner von Bott- mingen, welche samtlrch aus Montag nach Irmirsris des Jahrs 1529. vor gesessenem Naht geschworen harten, ohne Vorwissen des Bischöfen und der Stadt, keinen andern Herrn anzunemen, wurden nun in engere Eydespsiicht genommen. Dises Dorf ward hierauf von der Stadt ruhig. ^ lieh besessen, bis in das Jahr 158s- da verschiedene ! Ansprachen von dem Bischöfen an die Stadt, und hingegen von diser an ihn und dessen Kapitul gema« chet worden. Dieweilen aber alle dise Streitigkeiten denen Herren Obleuten von Hoch!. Orten Zürich, Bern, Lucern, Uri, Freyburg und Schafhausen, zu entscheiden von beyden Parteyen übergeben wor» den; so ward durch ihren Spruch der ruhige Besitz dises Dorfs der Stadt Basel für immer zugesprochen, sowol über disen als alle übrige Punkten ein form- liches Instrument auf Donnerstag vor Palmtag, in dem Jahre >s8s. zu Baden im Aergöw, errichtet, und von sämtlichen, die es anbetroffen, bestätiget und bcsigelt. Dises Dorf, welches der Landvogtey Münchenstein einverleibet worden, ist, wie zum Teil die Kupfferplatte zeiget, in einer anmuthigen Gegend des Lalmentahls, eine kleine Stunde weit von Ba- sei, zz6 Historische sei angebauet. Es ligt vollkommen/ in Ansehung -es -cubey zur Enten fliessenden Birsigs/ gegen Morgen, und in Ansehung der Lage von Basel, gegen Südwesten. Die Einwohner sind zahlreich, und ihre Woh- nungen wohl gebauet. Ein schöner lauffender Brunn zieret ohngefehr die Mitte des Dorfs, und neben denen fetten Wisen und fruchtbaren Feldern haben sie einen wohlqelegenen Weinberg, welcher mehr Getränke abwirft, als sie jährlich gebrauchen. Seit dem dises Dorf unter der vollkommenen 'Bottmassigkeit der Stadt Basel stehet, hat dessen Bürgerschaft mehr als um Vierzig Haushaltungen zugenommen; und ist dahero leicht zu erachten, wie viel ungebautes Lande in dlfer Zeit fruchtbar gemachec worden, also daß dessen nunmalige Einwohner sich ganz gemächlich ernähren, und wegen Nahe der Stadt ihren Uebersiuß wohl anbringen können. Vor mehr als hundert Jahren waren daherum sti' ke Schafherden, welche aber nach und nach abgegangen seyn; an deren Statt haben die Einwohner die von ihnen für nützlicher erachtete Rindviehzucht durchgehend eingeführet. Die zu disem Dorfe gehörige kleine Waldungen, so < si -I w in ill, e» K! tisi ch Merkwürdigkeiten. ZZ7 so Zinsgüter sind/ werden folgender Massen ge- nennet: Der Fuchshag bey der Lettengruben; hat Eichen und Flechten. Das Rauchhölzlin, mit Eichen bewachsen; in« gleichem das Felixenhaglein. Afters Hag, hat Eichen und Fiechten. Fiechthag, ist von Fiechten angefüllt. Das Tahlholz, bestehet aus Eichen und Fiechten. Von dem Schlosse zu Bottmingen. > i MS findet sich, daß die Stadt Basel dises Schloß, dessen Gelände zum Teil ehmalen ein von dem Spittal zu Basel abhängendes Lehen mag gewesen seyn, welches die darzu gehörigen Güter lange Zeit, ehe das Dorf an Basel verpfändet und eingeräumet ward, besessen hat. Nach den damaligen angenommenen Staatsregeln kaufte die Stadt alle Güter, so ihro wohl gelegen waren, behielte davon, was ihr» anständig war, und gäbe sodann das übrige, mit gewissen Bedingnissen, wiederum tariflich weg. Auf dise Weise ist auch dises Schloß und die dazu gehörigen Güter, in dem Jahre 15,9. von -er Stadt ihrem Bürger Wolfgang Harnascher verkauftet worden, ZZ8 Historische Merkwürdigkeiten. den, mit dem Anhange , daß es zu allen Zeiten der Stadt offen Haus seyn solle. In -ein Kaufbrief wird es das Schloßgut oder Burggcstell zu Bottmingen im Laimen oder ,m Sund- gau wider den Blauen gelegen / genannt. Seither ist es sowol in vieler adelicher fremden Personen als hiesiger Bürger Handen gewesen, und endlich in den anmuhtigen Stande gesetzct worden, wie dessen Abriß auf der Kupfferplatte i. zeiget. Der nunmalige Besitzer desselben ist Herr Niklaus Deucher. MM Von z^Ises auf der Kupffervlatte mit der ersten Zahl angemerkte Dorf ist eine kleine halbe Stund von der Stadt entfernet, und ligt Mit Bottmingen in dem gleichen Tahle. Was von Bottmmgen. daß es in der Stadt Bann gehöret habe/ gemeldet worden/ muß auch von Binmnqen gelten. Wegen der Herrlichkeiten und Gerechtsame hat es ebenfalls eine gleiche Bewandtniß wie mit Bottmingen, und gehöret auch unter die Vogtey Münchenstem. Unsere Geschichtschreiber sagen, daß es in dem Jahre is^. vollkommen an die Stadt Basel erkauft worden sey. Fol- Z40 Historische Folgende Erzehlung aber solle die wahren Um« stände aufheitern. Die Stadt suchte in dem Jahre i529. alle Rechte von Bililiingen vollkommen an sich zu erkauffen. Die Oberherrlichkeit hatte der Bischof von Basel, und das Schloßgut ein Edler von Grieb. Die nöthigen Unterhandlungen wurden Deßwegen gepflogen, und die bischöfliche Schreiben von dtftm Jahr gaben der Stadt die beste Hoffnung, daß sie bald ihre Absicht erreichen wurde. Der von Grieb aber bekäme einsmalen die Ge« danken, sein Schloß an jemand anders, als an die Stadt Basel zu verkauffen, und geriehte die vollkom« mene Handlung in solche Verwirrung, daß die Stadt besorgen mußte, Binningen möchte von einem andern überfallen und in Besitz genommen werden. Die Stadt verhälete auch ihre gefaßte Furcht nicht, stellte dem damaligen Bischof, Philipp von Gundelsheim, das nöhtige vor, und erklärte sich: so jemand ihren schon erlangten Rechten Eingrif thun wurde, dises Dorf mit Gewalt in Besitz zu nemen; solches wurde aber durch die erfolgte Huldigung derer von Binnin« gen hintertrieben. Wir Merkwürdigkeiten. 341 Wir setzen hier die Worte vey, wie wir solche aufgezeichnet gefunden haben: „ 1529. uf Montag nächst nach TUmratis, ha- „ den die Binninger geschworen, vor beben unseren „ Herren den Nähten, ein gelerten Eyd, daß sie „ gantz kein frembden noch anderen Herren annem- „ men sollend noch wollend on Ihr Gn. des Herr „ Bischofs auch E. E. Rahts der Stadt Basel son- „ dere Gunst, Wüsten und Willen: Alles ufrecht, „ erbarlich und Ungefärde. Hierdurch wurde die Stadt wiederum beruhiget, die Handlung wegen vollkommener Verpfändung und Uebergab ferners betrieben, den 9. Herbstmonats 15-^. von bischöflicher Seite versprochen, und endlich den 24. Herbstmonats is;4. zu Ende gebracht. Das hierüber errichtete Instrument von gleichem Tage zeiget, daß der Bischof der Stadt verpfände das Dörflein Binningen mit Lüten, Bän- nen, Nutzungen, Gerichten und Gerechtigkeiten, wie die genannt sind, und es seye zu Bottmingen, zu St. Margarehten oder anderswo, so fern sie in das Gericht zu Binningen von Alters hero gehöret haben, also daß sie solches besitzen, nutzen und niesten, besetzen und entsetzen sollen, ruhiglrch ohn allen Eintrag. Aa Und 342 Historische Und als darauf in dem Jahre die Stadt Basel, jährlichem Gebrauch nach, das Gericht zu Binniugen besetzen, und nach eingeführter Gewohnheit, etliche Gerichtsmänner von Ettingen, Terwei- ler und Reinach darzu ziehen wollte, hat der Bischof solches nicht mehr zugeben wollen, sondern in seinem in gemeldtem Jahre abgelassenen Schreiben begehret, daß difes Gericht aus denen Inwohnern der Dörfer von der Stadt Bvtlmäfftgkert möchte ergänzet werden. Obgemeldtes Verpsändungsinstrument wurde «Schwerts von Zeit zu Zeit erneuert und bestätiget. Und endlich hat in dem bey Bottmingcn angeführten schied- richterlichen Vertrage vom Jahre is8s. der Herr Bischof von Basel und dessen Kapitul auf Binningen sich aller Ansprachen begeben, und den ruhigen Besitz der Stadt auf ewig überlassen; worvon das Instrument bey einer andern Abhandlung in seinem vollkommenen Inhalt kan angeführet werden. Folgende Waldungen gehören zu Binningen, so aber sehr klein seyn, Der Treusselhaag, ist mit Eichen und Fiechten bewachsen; ingleichem das Holeeholz. Das Herzogenholz, mit Eichen; wie auch das Paradisholz. Das Merkwürdigkeiten. 34z Das Hinder-oder Gemeindholz, tragt Eichen und Flechten. Das Bmningerhölzlin, und ein Teil des Bru« derholzes, ist mit gleicher Gattung Bäumen bewachsen. Diejenige Lage, welche man Bruderholz nennet, und einen weiten Bezirk ausmachet, begriffet eigent. lich die Anhöhe über denen Gundeldinqen und das darauf sich befindende weite Feld samt etwelcher Waldung. Es wird zu dem Banne der Stadt Basel gezehlet, und ist erst seit etwan iso. Jahren so wohl angebauen und ein grosser Teil der Waldung ausge« stocket worden. In dem vorigen Jahrhundert waren drey Baurenhöfe darauf, und gienge darüber eine breite ausgesteinte Landstrasse, welche aber eingeqan. gen. Seinen Namen hat es vermuhtlich von denen verschiedenen Zellen der Waldbrüder hergenommen, welche sich allhier aufhielten, und die auf einer im Jahre 1654. über dise Gegend verfertigten Karte noch angezeichnet zu finden. Groß erzehlet eine Geschichte, welche wir nicht übergehen können, weilen sie nach dem Geschmacke ihrer Zeiten eingerichtet ist. Er sagt: ,, In währen. „ dem LonLilio zu Basel find etliche Herren von sel- „ bigem Lonci'Iio Lusts halben für die Stadt hin- « aus gespatziert, in ein Höltzlein Bruderholtz ge« Aar „ nannt, 344 Historische „ nannt, damit sie sich von streitigen Punkten et. „ was erspracveten; in allem Gehen hören sie ein „ Vögelein singen, so lieblich als ein Nachtigall. „ Die Herren verwundern sich ab des Vögeleins „ Stimm, und sahen an zu zweifeln, was es für „ ein Vogel wäre; da sie nun in das Wäldlein „ kamen zu dem Baum, darauf das Vögelein saß, „ rahtschlagten sie, wie dasselbige zu beschwören „ wäre. Und als einer aus ihnen, so der herzhaft „ tigste seyn wollte, es beschwüre, daß er gesagt, „ ich beschwöre dich, zeig uns wer du seyst, sagt „ das Vögelein, ich bin ein verlohnter und ver« „ dammter Geist, und warte auf den jüngsten Tag, „ da mein Leiden kein End nemmen wird; hiermit „ fleugt es davon, und spricht, o ewig, ewig, wie „ ist das ein so lange Zeit. Von dem Schlosse zu Blnnlngen. HHOrhin haben wir schon gemeldet, wie in dem Jahre 1529. ein Edler von Grieb das Schloß« Gut Binningen besessen habe. Von ihm kam es, durch Vermittlung der Stadt, welche es erkauffet hatte, an einen ihrer Bürger, Namens Jrmi, und von disem an Chnstof Offenburger, des Rahts, welcher sich Zinstag nach St. Lorenzen Tag, des is?r. Jahrs, schriftlich verpflichten mußte, daß dises Schloß allezeit der Stadt Basel offen Haus seyn, Merkwürdigkeiten. 347 seyn, und sie, bey sich ereignendem Verkaufe, den Vorzug haben solle, er hingegen der Stadt weder an ihren Brünnen noch Latmgruben nicht schädlich seyn wolle. Diser Offenburger hat nachwerts, in dem Jahre is4s. mit Bewilligung der Stadt, das Schloßgut Binningen einem Edeln, Jörg von Brügge in Fla». dern, und Joachim von Berhem verkauffet, welche auch gewöhnlicher Massen der Stadt die üblichen keverle erteilet haben. Wursteisen in seiner Baselchronick, und ein besonderes Traecätlein, nennen Visen Jörg von Brügge, David Georg, erzehlen uns sehr umständlich dessen ketzerische Lehren, und wie er nach seinem Tode wieder ausgegrasten, und dessen Körper verbrannt worden. Wir haben hierbey weiter nichts anzumerken, als daß desselben und dessen von Berhem Kinder das Schloß Binningen bis in das Jahr 1574. besessen, da sie solches dem edeln Herrn Claus von Hadtstatt, Obersten und Bürger zu Basel, verkauffet haben. Nach dessen Tod sind verschiedene Edle, Fremde, und Bürger von Basel, desselben Besitzer gewesen; nun ist es Herr Lux Schönauer. Aa? Der 346 Historische Der so genannte Schutz Hm Binninqen, ist der Wafferfall des Birsigs, ^ unterhalb dem dortigen Pfarrhaus, gegen Basel. Die ältesten Gebäude, welche wir, zu der Stadt Basel gehörend, zehlen können , sind die darein geführten Wasserleitungen, und also auch die Wasserleitung, so der Steinen, oder Rümmelinbach genannt wird. Diser wird bey disem Schutz gefastet, und denn durch die Matten bey dem Steinentohr in die Stadt geleitet. Vor etlich hundert Jahren wäre der Lauf dises Wassers ganz änderst abgeteilt. Ein Kanal liesse unten durch bey dem Steinentohr hinein, und triebe die sogenannte Steinenklostermühle. Von dem andern, so der obere Birsig genannt wurde, finden wir folgendes aufgezeichnet: Unter 8 Merkwürdigkeiten. 347 „ Unter Cunrad Mönch von Münchsperq, Rit« „ ter, Bürgermeister, ist der Rat der Stadt Ba- „ sei mit Hr. Huge dem Pfaffen, einem Ritter, „ und mit Cunraden sinem Bruder, einem Edel« „ knecht, übereinkommen, daß sie gestattet, daß „ der Tich der gat zu den Mülinen uffen owe durch „ ir Matten und durch ir Gut soll gan als er nu „ aat under dem Reine hin, oder ob der Matten „ under dem Reine hin, rc. und mögen so vil von „ dem Reine brechen als man zu dem Tich bedarf. „ am Sambstag in der Pstngsiwuche i;i 6 . Der Schutz wird zweifelsohn von dem jähen Fall des Wassers, oder dem schiessenden Lauf desselben, hergenannl, und ist eine mehr als gegen zwanzig Schuhe hoch erbaute Landfeste, welche einen ein« Werts gehenden halben Zirkel ausmachet, und darum hingesetzet worden, damit das Bett des Bir« sigs dort herum erhaben, und der in die Stadt gehenden Wasserleitung der erforderliche Fall gegeben werde. Seine erste Befestigung wäre von Holz, eben wie die ersten Wohnungen der Stadt, zu deren Komnr- lichkeit er angeleget worden. Aa 4 Erst 348 Historische Merkwürdigkeiten. Erst in dem Jahre 1640. ward er von Quader» stemen erbauen, und in dem Jahre frischer» dingen ausgebessert. Von t. Wargarchtm. ist solches eine Kirche/ welche nahe bey Bin« ninqen auf einem Hügel gebauet stehet, in der Kupfferplatte mit der dritten Zahl bemerket. Von derselben finden steh keine Umstände in denen Chronicken angemerket, dahero wir solche aus denen Urkunden Herausklauben müssen. Aus disen erhellet, daß die Kirche, welche anfänglich unter dem Bischof, nachwerts unter dem Kapitul gestanden, 4 . Iclus 8eptsmbr,'8 ir§o. dem Domprobst durch ein förmliches Instrument über« lassen worden, welcher selbige daraufhin allein besorget, und mit einem Geistlichen versehen hat. Sie hienge als eine Filialkirche von der Kirche zu St. Ulrich in Basel ab, wohin fie einige Zinse abzustatten hatte, und läge übrigens in der Stadt Basel Zwing und Bann. Aa 5 Die Zso Historische Die Beginnen, deren in unsern vorgehenden Abhandlungen auch schon öfters gedacht worden, wußten sich m folgenden Zeiten bey diser sehr anmuhtig gelegenen Kirche eine Wohnung auszufinden, und des Domprobsts Schutz zu erwerben, wie beygebendes Instrument mit mehrerm ausweiset. Lopiu, 6s Llulorio 8t. NarAaretT. „ Wir Emirat der Münch Domvrobst der Stift „ ze Basel, tun kunt menglichen mit disem Bries, „ als doher, bi Ziten ze St. Margereten vor . der „ Statt Baßler Bannes und ze St. Elsbeten in „ der Verstatt ze Basel, erbere geistliche Closene« „ r>n in göttiichem Leben wonhaft gewesen sint, „ die da gehören in die Pfarre und Lürkilchen zu „ St. Ulrich in der Stadt ze Basel und in unser „ Gebiet von -er egenanten unser Probstie wegen; „ da verhengen wär lüterlichen durch Gott und „ durch ehrbar zimmelicher Bitte willen, und ge- „ ben hiezu, unser Gunst, mit Kraft des Briefes, „ daß dieselben erberen Schwesteren, oder Close- „ nerin, die nu bey Visen Zeiten, in den obgenan- „ ten Closenen wohnhaft sind oder hienach werdend, „ die da ein heilig göttlich Leben haben, und füren „ wollend, in denselben Closenen, sin sollent und „ mögen, on allen Schaden der egenanten unser „ Kilchen ze St. Margarethen und ze St. Elsbe- » ten, Merkwürdigkeiten. 3 s i „ ten, und in allen den rechten gehorsam söllent „ sin, als ander unser Undton so darzu gehörent, „ Wir wollend auch nit, daß von dhein Orten „ geistlich oder weltlich Priester dhein besunder Wo« „ nung oder Wandelunge zu inen hab, Sichte „ ze hörende, oder sunst, damit der egenanten Kil« „ chen Nutz oder recht geschwechet werden möch- „ te, de dheineswegs den alleine daß die egenan- „ ten Cloßenerin alle ihre Christliche Recht nem. „ men und vvllefüren sollen, von unserm Lütprie« „ ster zu St. Ulrich ze Basel, der deme zemal von „ Uns und von unseren Nachkommen geordnet „ und geben ist; Wir ordnen und wollent auch „ welerleye Person und Schwesteren nu oder hie» „ nach zu denselben Closenerin steh vereinbarent, „ bey ine ze belübend und mit inen dahin bringend „ Beltgewandt oder Hußrat oder varend Gut, „ wie das alles genant ist, daß dasselbige varend „ Gut denselben Closerinnen blibe, zu den es also „ gebracht ist, nach der Tod und Hinfart und „ fich alsust dahin vereinbert hat, als vor beschei- „ den ist, wer ouch Sahe ob dhein Closerin in „ der obgenanten Closenen jenar anderschwo in heiliger und andechtiger Leben fich wandlen oder enderen wolt, das sol auch beschechen mit unse. „ rem besonderen Urloub willen und wissen, und „ sol auch der Person volgen und werden Ihr » Gewand das zu irem Lib gehört und fürer an- „ derS zsr Historische „ ders nit, und mit dem Gedinge, daß dieselbe „ Persohn damanthin weder die Closenerm von „ der sie do gescheiden ist, noch die Iren ir Woh« „ nung noch ir Leben nit schelten noch beschweren „ soll, noch schaffen geben werden, in khein weg, » harüber zu einem steten und waren Urkunde ha- „ ben wir unser Jngesigel tun gehencket an di- „ sen Brief, der geben ist ze Basel, an dem Don- „ stag vor unser Frauen Tag der Liechtmesse in „ dem Jare do mann zalt von Gottes Geburt » ^ 9 ?. Wir wollen nicht eigentlich bestimmen, wie lange dise Schwestern allhier sich aufgehalten haben; doch scheinet es, daß sie, ohngeachtet der verschiedenen Anfälle, durch welche die Beginnen von Zeit zu Zeit verfolget worden, bis zur Zeit der Reformation sich erhalten, und dann mit den übrigen gleiches Schicksal gehabt haben. Von dem Jahre 15-29. bis in den Herbstmonat des 15;;. Jahrs wäre die Stadt Basel wegen dem Besitz von Binningen beunruhiget, dahero sie, weilen die Binninger und Bottminger eine widrige Neigung wider die Stadt von sich blicken liessen, und die Stadt an ihren Rechten kränken wollten, -enenselben ihre alten Begräbnisse zu St. Margrethen abgeschlagen hat. Als aber von dem schon obgenann- ten Merkwürdigkeiten. Zsz ten Herrn Bischof von Basel ein kräftiges Fürwort zu derselben Gunsten eingelösten, und ste deuilich dargetahn, daß ste ihre Zins und Zehnden für die Kirche St. Ulrich in Basel richtig abstatten, so ward ihnen wegen der Begräbnisse kein weiteres Hinderniß gemachet. Nach eingeführter Reformation -er Kirche pfleg, ten die Einwohner von Binningen und Bottmin« gen naher Oberweiler, allwo ein Evangelischer Prediger wäre, zu Kirchen zu gehen, und wurde dardurch die Kirche zu St. Margarehten einigermassen verlassen, und deren Chor zu anderm Ge. brauche angewendt. Dennoch, weilen obgcmeldte Untcrtahnen nur an den Sonn. und Festtagen naher Oberweller zur Kirche giengen, so ward alle Vier- ! teljahr an den Sonntagen zu St. Margarehten, und ' unter Herrn Sigmund Kühn, Pfarrer zu St. Eis- behten, alle Monat der Gottesdienst einmalen gehal. ten. Als aber in dem Jahre 1591. der katholische Gottesdienst zu Oberweiler wiederum eingeführet worden, so baten dise zwo Gemeinden, den verkauften Vorschopf und Chor wiederum Hochobrigkeit. ! lieh zu beziehen, und ihnen einen gesetzten Gottes« dienst anzurichten. Die Pfleger auf Burg wurden also beordert, dise Kirche in solchen Stand zu stellen, daß ste die Zu- Hörer 354 Historische Hörer diser Gemeinden und derer Benachbarten fassen könnte. Sie waren auch schon in dem Begriffe, solches in das Werk zu setzen, als ein Verbott von dem fürstlichen Hof zu Brunlrut ergienge, daß dessen Un« tertahnen die evangelischen Kirchen nicht mehr besu« chen sollten, deßwegen nur die Anzahl der Kirchen« stüle vermehret, und ein und das andere an diser Kirche verbessert worden. Als aber die Einwohner der Gemeinden Bolt- mingen und Binningen, wie auch die in dem Ho- lee, welches in dises Kirchspiel gehöret, täglich zu« namen, so war- in dem Jahre 167^. das alte Küchlein zum Teil abgebrochen, und das Gebäude in den Stand gesetzet, wie es sich gegenwärtig befindet. 1679. ward auch der Kirchhof erweitert, und in dem Jahre 1721. die Kirche mit einem Lettner versehen und frisch ausgebessert. Die Güter, so vormalen darzu und auch den Be« ginnen gehörten, sind seit der Reformation in sehr guten Stand gestellet, frische Wohnungen erbauet, und zu einem Landgut gemachet worden, welches nunzumalen Herr Jakob Christof Ehinger, des grossen Rahts, besitzet. Die Prediger, welche seit der Reformation der Kirche zu St. Margarehten vorgesetzet worden, wohnten gemeiniglich in der Stadt Basel, und be« gaben Merkwürdigkeiten. 355 gaben sich so oft dahin, und in die darzu gehörige Gemeinden, als es der Gottesdienst und ihre übrigen Amtsverrichtungen erforderten, welches aber sehr unbequem wäre; dahcro Herr Franz Robert Brunschwiler, äeiignirter Bürgermeister, eine gewisse Summe Gelds in seinem Testamente, so den ro. Jenner 1691. kund gemacht worden, verordnet, aus welcher ein Pfarrhaus sollte erbauet werden, darzu der Platz oder Gelände von denen Herren von Salis aus Pündten, als damaligen Besitzern des Schloßguts zu Binningen, ohne Entgelt gargegeben, und das nunmalige neue Pfarrhaus, darzu aber der Stand nicht weniges beygetragen, in dem Jahre 1709. darauf gesetzet worden, wie die daran stehende Aufschrift zum Teil erweiset. Dise Filialkirche ward erst 1604. mit einem sonderbaren Prediger versehen; dann ehe die Gemeinden Binningen und Bottmingen so zahlreich worden, hatte sie noch keinen eigenen Prediger, sondern die Prediger zu St. Elsbehten giengen je zu vier Wochen oder vierzehen Tagen, zuletzt aber alle acht Tage hinaus, und predigten bey St. Margarehten; die Sakramente aber wurden den Einwohnern nur in der Stadt erteilt. Die Herren Prediger, welche diser Kirche vor- gestanden, sind folgende: - 1604. z;6 Historische Merkwürdigkeiten. 1604. Johann Georg Groß, ward Prediger bey St. Elsbehten. 1607. Johann Enderlin. iüio. Niclaus Agricola, ward Pfarrer zu Sissach. ,6,7. JakobPfeiffcr, ward Prediger bey St. Elsbehten. 1622. ChristofHagendaeh, ward Prediger zu Prattelen. 1624. Ikemhacd Ryf, ward Prediger zu S-ssach. 1629. Johann Jakob Leucht, ward Prediger zu St. Al, bau. i6;o. Johann Jakob Frey, zog in Engelland. 16; r. Kvclolpbus Ibeoclorlcus, ward kr-LLextor ^cre. Llallrs. rö;;. Adam Kubier, ward Prediger zu Münchenstein. r6;8. Philipp Lauterburger. 1041. Joh. Jakob Gernler, ward Prediger zu Büß. i6;o. Jakob Wetzcl, ward Schloßprebiger auf Farn- fpurg. 16?;. Johann Rudolf Dietrich, ward Prediger zu Münchenstein. 1662. Theodor Hertenstein, kam naher Bretzwyl. 1664. Theodor Beck, kam gen Muttenz. 1667. N. Jakob Mufpach, ward Prediger im Spittahl. lüSy. ül. üierommus 6emulseu8, kam naher Bencken. 167;. N. Theodor Werenfels, ward Helffer zu St» Leonhard. 167?. l> 1 . Jakob Leucht, ward Prediger zu Büß. lüzo. N. Jakob Falkner, war der erste von den Predigern bey St. Margarehten, der in das Liechts, tahler Kapital aufgenommen ward, indem sie vorhero als Filialisten angesehen worden. 1719. Herr N. Leonhard Bartenschlag, welcher mit Liebe und Eifer die anvertrauten Gemeinden erbauet, und sich gegen die Armen fehr hilf, reich erzeiget. Holee. ' 4 > disem Namen wird dasjenige kleine Dörf- e-n belegt, welches aus verschiedenen Woh- aungen bestehet, nahe bey Binningen ligt, unter die Vogtey Münchenstein gehöret, und eme Viertelstunde von Basel entfernet ist. So klein und gering diser Ort nunzumalen scheinet, so wichtig war er zu derjenigen Zeit, da die Römer, zu Beschützung -es Rhemfluffes, viele Festungen wider den Einfall der Allemanier in die Römischen Provinzen, anlegten. Der Vorsteher der 8eguÄmschen Provinz, in wel« cher der Rauracher Landschaft begriffen, hatte seinen Sitz zu Bisanz, und die unter ihm stehende Veamm« tete waren öfters hin und wieder zerteilet: Bb Wei« Z58 Historische Weilen dise Besatzung zur Hute des Rheins bestellet war, so ist mau nicht ohne Grund tu denen Gedanken, daß der Turm, oder was sonsten die Römer für ein Wachthaus mögen gehabt haben, auf der Höhe des BergS gestanden, um die von denen übrigen römischen Wachthaüsern, zur Zelt eines feindlichen Einfalls, gegebene Lermenszeichen desto leichter zu erkennen, und auch ab der Höhe das jenseitige Gestad des Rheins und die Bewegungen der Alleman- nier bequemer zu übersehen. Diejenigen, welche in dem deutschen Namen eine Erklärung von dem Ort selbsten suchen, werden aus Holee leichtlich eine Höle herausbringen, darinn man sich verbergen kan. Der gelehrte Hr. 6s Lockst hingegen, welcher aus der keltischen Sprache zu erweisen suchet, daß die ältesten Einwohner des Schwei- tzerlandes von denen keltischen Völkern hergekommen, ist in Ansehung des Holees in folgenden Gedanken. * Er sagt: Ol Im bedeute in der keltischen Sprache, hinter dem Wasser, oder dem Fluß; nun aber sey dise Festung im Holee hinter dem Flusse, in Ansehung der Allemannier, gestanden. Oder aber könnte auch OImo von dem Wort Ölen, so eine Krümmung oder Bogen bedeute, hergeleitet werden, weilen an disem Ort der Rhein einen krummen Lauf mache. Und * Memoiren critiPies lur t'Lilioire sneieruie Ne lir Luiüe x. i;r. Merkwürdigkeiten. Z59 Und auf solche Weise kömmt der Lauf -es Rheins denjenigen vor, welche solchen von -er Anhöhe -es Holees betrachten. Dises Holee wird von denen Geschichtschreibern sehr oft und viel angezogen, und die neuern kahlen es jeweilen mit den Worten ihrer Vorfahren, »vorbey verschiedene ungegründete Umstände eingestoßen sind. Lgiöius Tschudin schreibt in seiner Velinearions veteris bielvetise, VVN disem Ort also: „ Olino ein Wäldlein und Flecklin sambt bey- „ ligenden Dörfflenen nechst under Basel gelegen, „ in» Holee genant, da vor Zeiten die Römischen „ Kriegslcukh I^tavienler genant, gelegen, und „ des Römischen Hertzogen über die 8eguanische, „ das ist, Suntgauische Provintz Venvaltung. zu „ welcher die Roracher, auch gez»vungen »varend; „ dises Holee wird in I^ibro ^orieiarum gedacht, „ die Römer habend alda mit ihrem Kriegsvolck „ verborgenlich im Wäldlin verhütet der Germa- „ Nieren und Allemannieren Übersah! über den „ Rhein. Wie weit nun die ersten» Worte über die Lage des Holees mit unserer Erzehlung übereinkommen, kan aus deren Gegeneinanderhallung abgenommen werden. Wir Bb L A6o Historische Wir wollen aller unserm Leser von dem Verstände der übrigen einen nähern Bericht erteilen. Es wird schon dem Kaiser Augustus zugeschrieben, daß er ein Buch verfertiget habe, darinnen alle Provinzen des römischen Reichs, dessen Ein-und Ausgaben, die Kriegsheere, Schifflotten, hohe Be- dienungen und kaiserliche Schätze beschrieben waren. Nun hat man aus dem Altertumme noch eine solche Beschreibung übrig, welche zu Zeiten der schon beschehenen Teilung des Reichs in das gegen Morgen und gegen Abend gelegene Kaisertumm, vermuhtlich in dem fünften Jahrhundert nach Christi Geburt, ohnwissend von weme, verfertiget worden, und welche OiAnicrrcum utriulgus komrini Iin- xerü benennet wird. In derselben, und zwar un- ter der Beschreibung der hohen civil -und Kriegs- bedienten des vcciäenwlischen Kaisertnmms, wird des Nagiliri keciltum, oder Generalen der Fußvölker, gedacht, unter welchem auch die vuces li- mimm, oder Befehlshaber der Gränzfestungen, stunden. Die legu3nische Provinz ist unter denen Gränzenden eingeschrieben, und wurde von einem solchen vuLL, oder Befehlshaber, regieret. Er wohnete gemeiniglich zu Bisanz, hatte viele Bedie- Merkwürdigkeiten. zsi Bedienungen, besonders aber die' Kriegsleute im Holee, welche I.3tavienie8 , von I^grsvm, einer Stadt in Bithynien, genennet worden, unter sich. Man vermuhtet, daß dise Besatzung in Fridens- reiten ;oo. Mann ausgemachet habe; und das alte Olino, so auch Olinons geschrieben wird, ent- weders in einem, oder nahe an einem Walde, gestanden sey. Alle kaiserliche Bedienungen hatten dazumalen ihre Iniignirr, also auch diser Oux krovincise 8squani- cse , welches aus einem Buch bestünde, und der Abschilderung einer prächtigen römischen Festung, worüber Olino geschrieben wäre. Aus welchem allem abzunemen, daß Olino nicht einer der geringsten römischen Gränzplätze müsse gewesen seyn. Auf vorgemeldtem Buche stunden die Buchstaben: welche also ausgeleget werden: kelix liber injunÄus disotgrÜ8 1ribuni8 ä lmer- culo, cominen8 mnnänm oräins ?rincixi8, vel krimsrii. Bb; Die Viäe Notitium lNZnitstum imperii occilientis. 8ud llikpolitione vir» 8peÄ»bi1is Oucis provinci^ 8cs Oux Iioc mo1uniiorum militum lic liescribitur: ilakent 8ec>uani ex 6n»i2. L. 8. ?. ^09. 1. 2s2. 8ax. 2812, rriöice Franulsta. 8. 706. Blühet im Mayen auf dem St. Margarehtenhügel und auch bey Gundeldingen. Man hat in den Garten viele Misse Blumen, die nicht schöner seyn, als dise. Und weil diß Kraut einen milden, salpeterichten eröfnenden Saft gibet, so brauchet man die Wurzel und das destillirte Wasser davon wider Schleim, Sand und Steme der Nieren; und daher mag es auch seinen Namen erhallen haben. L. Flachs- Merkwürdigkeiten. 377 2. Flachsseiden, Seidenkraut, Dotter, dufcura Major, L minor. L. L. ?. 219. 1 ?. 672. Wir haben es im Heumonat auf der Wiesen oben am Holee blühend gefunden. Es ist eröfnend, und wird in Milzbeschwarden gerühmet. z. Leinkraut mit Pfennigkraulsblättern und gelben Blümchen. LIatine folio aouminaro in balr auriculato, üore lutso. L. L. k. 27;. k.ina- ria kegetum ^ummularise folio aurico L vil- lolo, 6ore Intoo. 1?. 169. Blühet im Äugst- und Herbstmonat auf dem Felde gegen Holee und Bummsen. 4. Die kleinste Art Frauen-oder Sammetröslein. I^clmis minima, foliis Lna'vel fperZuIse 6i- vikura, üore purpuralLents minors minus lfriaw. Dill. Lar. 149. 6l. Im Augst- monat und Herbstmonat am Birsig gegen Bin- ningen. f. Bisamkraut, Bisamhanenfuß, Waldrauch. lVIu- folrarellina foliis kumari«: dulbofse. ^s. L. 206. 1. 176. K-Änunculus nemorokus No- IckareHina äiüus. L. k. k. 178- Blühet IM Aprillen unter den Hecken zu Binningen und Bottmingen, wie auch anderwerts. Die Wurzel wird für eröfnend gehalten, bey uns aber nicht gebraucht, kolia guoäammoäo variant, Ce ^ xle- 578 Natürliche plsraqus triloliL, guseäam nonnunguam qu^li qusrrilobg. k'Ios cubicus lemper viriäis; iolse sntorZc luteolse. 8 camin 3 in lummo üoiculo oäto, guoä curiokum, in Iarerglibu 8 vero äecein. klnäs quseri pökelt, guare I^innsLU 8 aä Oöt»närig 8 retulerit? 6 . Dürwurz mit Leinkrautblättern. Virga nurea VirZinianrr, annuri. L. 484- Lanyrellg. Dill. Lat. I6c>. Im Augstmonat auf der Wiesen bey Binningen, an den Straffen bey Biel-Bencken und auch anderwerts. Man haltet dlß Kraut für ausländisch; es fragt sich aber, aus welchem Grunde? 7. Grosser Moßkolben, Rohrkolben, Narrenkolben. paluüri8 msjor. L. 6. k. 20. fl. L. 2. s89- 1 - 5^0. In dem Binninger Schloß« weyer. 8. Grieblingbaum, Tartuffeln. 8olanum , tube- rolum, elculenmm. L. L. k. 167. ?r. 89. Wir- feint einiger Zeit in Visen und andern Gegenden zimlich angepflanzet, weil die davon bekannten Erdapfel den Land - und Arbeitsleuten starke Nahrung und Sättigung verschaffen. Man kan dieselbe auf mancherley Weise zubereiten und nutzen; wie in k. L. kl. kurzem Be- ! richt von den knollichten und eßbaren Erdäpfeln. ! Wol- ! Merkwürdigkeiten. 379 WolfenMtel, 1747. gedr. mit mehrerm zu lesen ist. Ich zweifle nicht/ es würden sich allhier auch die Grundbirnen / Französ. leg 'I?uupin-lmbour8 , mit Ruhen pflanzen lassen. Diese Wurzeln gibt uns eine Art der Sonnen« kröne: Oorona lolis, pgrvo üore, tuberola rsäice. lourn. 489. Man muß also wegen des deutschen Namens sich nicht stossen / weil an einigen Orten auch die länglichen Erdäpfel Grundbirnen genrnnet werden. Man findet in disen Gegenden auch viel wilde Rapunzeln/ die man besser wahrnehmen und vermehren könnte/ weil die Wurzeln als ein gesundes Zugericht beym Fleisch gekocht/ oder im Salat mit Srot sich auftischen und gemessen lassen. Es würd sich ferner in disen und andern Bezirken das Manngras oder der Schwaden: 6r->men öaät^lon elculentum. L. 8. k. 8- pflanzen las« sen / dessen Saamen wie Reiß und Gersten ge« kocht, eine sehr gesunde und leichte Speise ist. Grosse Waldpeltscht/ Bogelswicke. 8scur!cIgcL 6umetorum mgjor stors vario, siliguis srucu- Istls. L. 8. k. ^49. Loronilla kerbgoeg» üors vario. 1 . 650. Blühet bey Binningen und Holee im Brachmonat. Ce 4 io. Was» Z8o Natürliche Iv« Wasseralldorn. ^copus P3luüri8 , 1. 191. Nsrubium pglulire, glgbrum. L. 6. k. r;o. Nsrub. gquar. guorunäsm. ^s. 6. ^8- Auf der Spittahlmatten gegen Binnin- gen, in den feuchten Gräben bey Blel-Ben- cken im Heumonat. Die Figur dises Krauts ist in Theodor Zwingers Kräuterbuch 1026. lelst. Aufl. aus Uebersehen, unter den Namen 8icleril:. vuIZar. kirlut. gesetzet worden. Ob aber diser Fehler in Lelel). Hslleri Lnumem- rione 8lirp. lielvec. p. 66o. wol und deutlich bestimmet worden, ist aus dem Entgegenhalten der Beschreibung und der 8inonim. diser Krauter leicht zu beurteilen. ii. Breitblattichter Leindotter. mono- fsiermon, iacilolium. L. L. k. 109. kroär. s2. Bey Biel-Vencken im Heumonat. ir. Kleiner wilder Flachs, Dotter. N^grum i^Ivellre. L. ö. k. I. c. H.I^ston le^etum pro- cerius, lolii8 guriculrrri8 3cut>8, fruötn rsgurl- 1 ! L minori. Dill. Lar. 1^4. Im Felde über dem Holee, im Heumonat; bey St. Margarethen aber stndet man ^l^ston VeroniW lolio. D. 217. ir. Klein Ackerflnau, klein Wegtritt, kol^onnm sriAuliist'. L gcuro vel gmmineo lolio minu8, rexen8. Merkwürdigkeiten. 38i rspens. 0. 8. k. 28 i- ^IcliiinillL luyin^, Frn. minen lolio, minore llore. 1. xo8- Ivn3>vel. Dill. Lat. 87- Bey den Binningerweinbergen im Brach, und Heumonat. 14. Wiesenrötel mit braunroten Blümchen. Lu- xkrälla prmenüs, rukra. L. 8. k. 2^4. ks- 6icu>3ri8 lerotins purpur-ilcsncs üore. 1. 172. Im Angst-und Herbstmonat bey Binningen am Birstg; und im Wäldlein das Hexenkraut. LircXL lutNti'-m-i. ^ ^01. 15. Erdpin, Feldcypreß, Schlagkraütlein. Oka. MXp^cis lurea, vulzgris, knlio trikclo. L. 8. k. 249. 1. 208. Im Äugst-und Herbstmonat auf dem Sandhügel bey den Benckemer Wein- bergen. Dises Kraütlein wird seiner eröfnen- -en, stärkenden und reinigenden Wnrkung halben in kalten Fiebern, Schwindel und andern kalten Kopfkrankheiten, sonderlich aber in der Gliedersucht gebrauchet. ,6. Eine Art Flachs mit schmalen Blättchen und weißlichen Blümchen. I.inum l^Ivelire, an- Auliilvlium, üvribus clituw purpurascLNÜbus vsl ciirneis. L. 8. k. 214. 1 . ^40. An glei» chen Orten im Augstmonat; und nicht weit davon. Z82 Natürliche 17. Das Wundkraut, Donuerkraut, oder nach anderer Benennung, die Bruchwurz. Isle- pliium puryureum, mg)us. L. 8. k. 287 . so in Wunden, Brüchen, der roten Ruhr und andern Gebrechen dienlich erachtet wird; davon in Theod. Zwingers Kräuterbuch mehr Be« richt zu finden ist. 18. Klein vieläfiig Tausendgüldenkraut. Onmu- rium minus, pglulkre, ramoüllimum. Väill. 1. vi. f. 1. Am Birfig gegen Binningen im Augstmonat. Das gemeine, und in den kalten Fiebern nützliche Tausendgüldenkraut. Len- tuur. minus. L. 8. k. 278- ^ l22. Auf der Höhe bey Bencken. ,9. Eine Art Ramsel, Creutz^ Me. ls- roring, 8uxi foliis, üore cmruleo. 8r»8el. Auf den feuchten Wiesen lcy binningen. Und bey dem Holee. korculscu grvei.irs. L. 8. k. 288. Lumeraris srvenlis ü minor. Dill. Lur. 46. Auf der Höhe bey Binningen, Holee, Bencken, und im Walde gegen Allschweyler wachsen verschiedene frühe Stendelwurzen oder Orcki- öes: als No. 60. 6^. 68. 70. der Muttenzer Merkwürdigkeiten. ro. Die Sommerwurz. No. 124. in dem ersten Stücke. Merkwürdigkeiten. Z8z Stücke. Am Rechne über dem Holee bey den anger. Stendelwurzen. 21. !§o. ;6. der Muttenzerkraüter ist hin und wieder auch an bemeldten Orten zu sehen. 22. Becherleinförmige Schwämmchen, Salzbüchs- ler. k°un^i cgi vciformes, leminiieri. A^en^ei. ku§. 1. VI. k'unZoiäcs inkunäibuli kormg, icmins foctum. Vgili. p. s6. 1 . XI. f. 6. 7. ks^irg cgiscilorm. iemikerg. Dill. Lgt. ^9s. Zwinger auf einem faulen Balken bey Bin» ningen. 2;. Ein gelber Schwamm mit dunkeln Falten. kunZus villolus, aurgnUU8, lumellis oblcurs tcrreis. n. 8r. ü. 54. An den Weidenbaümen bey Binningen. 24. Leibfärbige Schwämmchen mit Stielen und Köpfchen. kunZuIi incgrngri coloris, minuti» mulco inngri. Nenr:. kug. 1?. vi. l^ickenoi- ckes fun§ilorms, crulig ieprolg cgnäiäg, cg- xitulis 6c pecliculis incgrngtis. Oili. Lgt. 2os. Hinder dem Allschweiler Weyer im Walde, im Wein-und Wintermonat. Es ist ein sehr schönes Schwämmchen, so haufenweise unter dem Erdenmoß wachset, und sich sehr lange läßt aufbehalten. 2s. Ei» Z84 Natürliche 25. Ein grosser, gelblicher Jqelschwamm. ^§ari- cu8 aculearus, msgnus, lubAavus. Bey Bott- Mliigen an einer Eiche im Wintermonat. Man kan Visen Schwamm wegen seiner Gestalt weit besser Lringceum oder Lclmigggricum bencn- nen, als diejenigen, so von Oillenio und andern Kraüterlehrern mit disem Namen seyn beleget worden. Ich habe schon vor einigen Jahren dem Herrn Professor Stähelin einen Abriß davon gegeben, den ich, weil denselben noch in keinem Authoren gesehen, gerne allhier mitgeteilet hätte, wenn ich ihn wieder hätte zu Handen bringen können. r6. Ein kleines rotes Schwämmchen ohne Stiele. ?er:lr:g liumiclg, exüis, Irecs rubicunäg. All dem hölzernen Brunnstocke des Spitlahlguts zu Biel-Bencken unter dem Moß im Augst- monat. Es vergehet bald, wenn es trocken wird. 27. Ein Hutschwamm mit einem langen weißlichen Stiele, und grauen Hütlein. psäi- culo longo glbiclo, xileo conico lgmsllig ciiicreis, org crengcs. Zu Ende des Herbst- monats bey den Hägen gegen Binningen. 28. Eine kleinere Art diser Gattung, ^maniese xgr- Merkwürdigkeiten. Z8s VN, co 1 ori 8 cinerej, pilsls coniformlli. liria- tis. Sie seyn Einwohner holer Weidenbaüme gegen Binningen im Augstmonat. 29. Ein eßbarer, grosser, oben aschenfarber oder brauner, unten weißlicher Baumschwamm. ^§3riLU8 intydaceu8. 1 . s62. Dill. L?.r. 192. kun§u8 6c slm8 mteranenrum vituli 6- Mlli 8 , cinereu 8 . ss. 6.8;9- wird gegen dem Herbst unten an den Eichen gefunden. Der Landmann läßt disen Schwamm unter dem Namen der Waldhasen oder Kuttelschwämme etliche malen mit heissem Wasser abfieden, und hernach wie Caldaunen zurichten. Er mag zwar wol sättigen und nähren, aber gleich andern eßbaren Schwammarten doch nicht zum gesundesten seyn. Es gibt auch an gleichen Orten die oben gelblich seyn. ?o. Ein sehr zartes, ein oder zween Zolle hohes, weißliches und gleichsam wie vom Tau glis- send, flüchtig oder in wenig Tagen vergehend Nagel-oder Briegelschwämmchen, so mit über, auskleinen Wurzelfäserchen aus dem mit Vogelmist vermengten Grunde einer Gartenkachel im Weinmonat gewachsen. Wenn es sterben will, so wird es gelblicher und zu Ende ' spitzer, hernach zerfällt es schwarz. O-ivaria Minima 386 Natürliche Merkwürdigkeiten. Minima, albiöa, kuZgx. Llavaria omnmm Minima, soräiäe alba. Nickel. x. 2oz. Tab. 87- k. 9. ?i. Ein Röhrleimnoß mit roten Köpfchen. L.icke- noi6e8 mbulokum, p^xiilatum, tukerculia rimocne coccinei8, proksei-um. Dill. Lar. 2of. Auf gefaulten Baumstämmen bey Binningen. Man findet diser Orten noch viele andere Gat« tungen und Arten Most, deren aber die meisten auch anderwerts bey uns angetroffen werden. Wir haben in dem letzten Stücke von Pratteln an« gemerkel, wie tief das Thermometer bey der stärksten Kälte im Hornung 1749. gefallen. Nun wollen wir auch bemerken, wie hoch dasselbe bey der grösten Hitze des verstrichenen Sommers 1749. in Visen Ge- genden gestiegen. Vom Aprilen bis den 12. Heumonats war es sehr veränderlich, und erhöhete sich nie« malen mehr als 16. Grade über temperiert; den i;. aber bemeldten Monats, als Morgens das Barometer i. Mittags is Linien über 27. Zolle war, sahe man das Thermometer nach des berühmten Hrn. Nick. clu Lrek Manier gemacht, auf 18 . Grade über temperiert, und an einigen Orten, da die Hitze etwas besser zukommen konnte, 20. bis 21. Nach disem ist es niemalen mehr über is. oder 16. Grade gekommen. Von Von den ersteinerungen. der Abhandlung der Versteinerungen -ises vierten Stückes dienen uns die Gedanken des Herrn Abts Fleury, welche in unserer Spra« che also mögen gegeben werden: * „ Eine der nütz. „ lichsten Wissenschaften (sagt er) ist meines Erach. „ tens die Naturkunde. Ich verstehe unter -isem „ Name alle würkliche und auf die Erfahrung ge« „ gründete Kenntnisse der ganzen Welt, und aller „ ihrer Teile, in so weit sie jemand nöhtig, -er „ eben nicht eigentlich der Astronomie, Medici», „ oder der Phystc, sich gewidmet. Man muß (sah. « ret * H?rsits cki Liioix L i!e la Mchoile äes Ltucles. LruxeUes 1729. z88 Natürliche „ ret Er fort) doch nicht gänzlich unwissend seyn, „ aus was der Weltteil bestehe, so wir bewohnen, „ die Pflanzen und Tiere, so uns nähren, und end- „ lich, uns selbst kennen. In dem nemlichen Ka« „ pitel sagt Er weiters: Ich meyne darunter auch „ die Betracht-und Kenntniß der Luftgeschichten, „ nicht eben, daß man deren Ursachen zu nahe un- „ tersuchen dörffe, sondern nur davon etwelche Be- „ griffe habe; dann die Beschreibung der Erde nicht „ nur allein das, was auf deren Oberfläche bestnd- „ lieh, so zur Geographie und Moralhistorie gehö« „ ret, als was auch deren unterirrdische Gründe an „ andern Sachen einschließen. Bey dem ersten An- „ blicke wird man dise Kenntnisse für pure Curiositä« „ ten achten, da doch deren Untersuchungen sehr „ nützlich sind, unsern Geist erhöhen, und durch „ richtige Spuren zu mehrerer Kenntniß der unend« „ liehen Weisheit und Allmacht unsers grosse» Schöpf- „ fers führen, anbey das menschliche Nichts und „ unsere Schwachheit entdecken. Dißmalen holen wir von einer nicht weit entfern« ten Gegend eine versteinerte Austermuschel, und gestatten lhro unter denen hier abgezeichneten den Raum, so uns die Kupfferplatte gewehret, da denen andern Versteinerungen, so viel wir deren zu vorhabender Beschreibung als merkwürdig entdecket, an Platz nichts abgehet. Merkwürdigkeiten. 389 g. Olireum petrseknÄuin iiruälurä lingulnri, lnmellatum » plicacum <8c imkricritum , gculei8 inXguslibus, sirÜ8 cangliculgtis 6iverii8 prrech- tum, cum pites inLiulo. Eine versteinerte Austermuschel, welche nicht nur wegen ihrer besondern Gestalt rar ist, sondern weil diese Art Seemuschel nur in der Ostsee, und auch allda selten, gefunden wird. Die Schaale bestehet aus auf einander fitzenden Lagen, welche tief gefurcht mit ungleich grossen Falten sich in einander fügen, deren Striche lausten lang und quer über; an Farbe ist sie hellbraun, glänzt an verschiedenen Orten wie Pertmuter. Beyde Teile stellet die Kupfferplatte eröfnet neben einander ligend vor; der darinn mit allen Merkma- len versteinert ligende Fisch, oder das Fleisch der Auster erfüllet den Zwischenraum der Hölung -es wol auf einander passenden Zusamenfligs. Beyde Schaalen seyn allhier nach ihrer natürlichen Grösse abgeschildert. kig. b. Olireum lnpiclsum, peüinisorme, blvalvs rügoluln, cui oürese minudL excÜ8 gänacee. Eine zweyschaalichte den Jakobsmuscheln an Form beykommende versteinerte Auster. Die auf einander ligende Schaalen sind in etwas abgewichen, so daß wir dadurch die Kenn« zeichen ihres Ursprungs deutlicher bemerken kön- D d nen. Z90 Natürliche neu. Der erhabenere Teil, so die Kupfferplatte vorweiset, zeiget zwischen dessen rauhen Striemen die Bruet von teils ausgeschlossenen, teils zum Ausschlieffen fertig gewesenen kleinen Austern, in eben der Gestalt, wie wir fie auf den ächten Seemuscheln diser Art finden. Sie ist nach ihrer natürlichen Grösse dem Auge entdecket, und aus der Lettgrube bey Botlmingen genommen worden. c. Olireum lapicleum apertum, minus, ürüs öiliinätis A mareria glutinola in Iapi6sm circa ori6cium converla. Eine kleine versteinerte Austerschaale, woran die Merkmale der Seeauster bey der Mündung oder dem Schlosse, und der auf braungelb zielende und glänzende versteinerte Schleim deutlich zu sehen. Eben daher. kig. 6. Loagulum ollracitarum. Aneinander gewachsene kleine versteinerte Austernschaalen, zwischen welchen keine fremde Materie anzutreffen. kig. e. Oüracites minor, cüi tübuli vel vermiculk mariui inliäem. Eine einzele kleine Austerschaale, worauf versteinerte Seewürmer ligen. Beyde von nemlichem Orte. Merkwürdigkeiten. z 91 ki§. k. 8trombu8 calcingtus, L-iuörrtus L ximnu- IgM8. Diese zwischen den Gewinden mit Änöth- chen versehene Schraubschnecken, trift man in etwelchcn Lagen, in vorerwehnter Lertgrube an, in Gemenge mit andern Muschelarten; sie sind aber mehr c^cinirt als versteinert, und zerfallen an der freyen Luft mit dem Lett, worinn sie ligen, dessen Farbe sie von aussen haben, in« wendig aber wie Silber glänzen. ki§, §. k^rits8 live Igpi8 cornev8, äur>liimu8, iubüsvi coIori8, cum in6clentibu8 coLklituIis terretirilru8 petrNkgÄi8. Ein harter auf gelb an Farbe zielender Feuer-oder Hornstein, worinn verschiedene in Stein verkehrte Erdschnecken feste ligen. Diese nicht allzugemeine Versteinerung trafen wir nahe bey dem Dorfe Bencken, ohnweit dem sogenannten Spittahlhause in der Landstrasse an, suchten deren Herkunft zu erforschen ; fanden aber nichts als einen Sandfelsen über den Reben, worinn viele Erdschnecken fassen, die diesen an Gestalt gleich waren, weß« halben wir auch etliche derselben bey §. abgezeichnet, und zu mehrerer Erklärung eine versteinerte oben auf etwas vergrößert vorstellen. Diser Sandfelsen ist durch harter gewordene Fel- senadern gleichsam ineinander verbunden, als woher wir unsern Hornstein herzuleiten kein Bedenken tragen. 392 Natürliche Ii. Doplru 8 kildl colorib, follg grkorum §c vir^ulr, perrsetÄ. reterens. Ein Topf-Tuf« oder Tugstem, worinn Baumbiälter und anders zu Stein qewordenes Gelände zu sehen. Die Ursach dtftr Versteinerung leiten wir daher/ wo etwan Wasser über oder durch Tmsteine fliesset, spühlel dasselbe von dessen Teilen ab, und führet sie mlt sich; da aber das Wasser aus natürlicher Eigenschaft schwärere Körper, als es selbst ist, leicht wieder fahren läßt, so ereignet es sich, daß, wo dergleichen Wasser, Stein, Holz, Mooß, Gras, Blumen, Baumvlaltcr, Gcstaüd oder anders, antrift, daß sich diese Teile darauf anlegen, welche sich dann täglich mehr und mehr vereinigen. Wann dann endlich solche Körper damit angefüllt, und ihr nalür- licher Saft vertrocknet, so behalten sie, obschon verhärtet, gleich einem Eindruck in Tohn oder Wax, die Gestalt ihres ersten Wesens. Auf denen Wisen zwischen Binningen und St. Margareten findet man sie haüffig. Nahe bey Binningen ist auch der reine Sand, dessen sich die Goldschmide und andere Feuerarbetter zum Abformen bedienen. In dem Jahre 17^4. fanden die Bauern bey Bott- minge», bey Grabung der Wasserleitungen, von einem grossen Ammonshorn ein Bruchstück, welches Merkwürdigkeiten. 39z welches sie, nach ihrem Begriffe, als ein Ri- sengerippe der Oberkeit anzeigten. Es bleibt uns noch übrig, etwas von der Lett- grube bey Bottmingen anzuführen. Die Spuren der Steinkolen haben schon vor etlichen Jahren verschiedenen Personen Anlas gegeben, darauf zu graben, welche auch würklich einige Nesier angetroffen haben. Wir wollen hier nicht untersuchen , warum sie den Bau verlassen, ob etwa» Was. ser zu dem ordentlichen Gang zu kommen, sie abgeschreckt; oder ob die Ausbeut denen Unkosten nicht zulänglich geschienen. Dem sey wie ihm wolle, so halten wir in diser Grube bey denen Steinkolen uns noch etwas auf. Die meiste» Naturforscher kommen darin« überein, daß die Steinkolen aus Stein und Oel zusamengesetzt sind. Dieses Oel, sagen sie, habe mit dem socroleo oder Steinöl eine nahe Verwandtschaft. Die meisten Steinkolen sind splittericht, und lassen sich demnach gerne spalten, so wie der Schiefer. Wir nennen auch Schiefer, blattweis auf einander ligender Let- ten, dergleichen in besagter Grube zu finden. Wenn nun durch die Lange der Zeit dieser Schiefer mit einem bituminösen Saft durchseigert und gleichsam beschwängert worden, wird ein zum Brennen taug- licher Stein daraus, so denen Holzkolen an Gestalt Dd? fast 394 Natürliche fast ähnlich. Die Steinkolen lieben den Kieß; da» rum zehlet sie der gelehrte Schwede, v. I.innseus, in seinem 8 ^ltemz nsrurse, unter die schweflichten Bergarten. Diesen Kieß trift man auch unter denen Steinkolen an, wovon hier die Rede. Ein Merkmal der ölicht und schwestichten Materien, so sich an einem Orte befinden, zeiget das aus denen Gruben fliehende Wasser an, auf welchem eine zähe Haut schwimmet, welche, wann die Sonne darauf scheinet, deutliche Farben des Regenbogens zeiget, wie wir sie hier auch sehen. Es sind die Steinkolen keine geringe Gaabe des Schöpfers. Ein gelehrter Mann * redt davon im ersten Kapitul seines Buchs, da er von Vorsorge Gottes in Betrachtung der Wälder handelt, also: „ Hätten sich manche Ocrter nicht „ des »nterirrdischen Schatzes, der Steinkolen und „ des Tuffes, zu erfreuen, so wurden manche Ein- „ wohner der Länder an Feuerwerk grosse Noht „ leiden; andere aber ihre Metallen und Mineralien „ entweder gar nicht, oder doch mit vielen Unkosten, „ schmelzen können. „ Man erkennet, schreibt Herr v. Krüger, in seinen Gedanken von Steinkolen **, „ den Nutzen „ nirgends besser, als wo man am Holze einen Man- „ gel hat. Es würde gewiß vor Halle schlimm seyn, „ wann * ^sul. Lsrnk. von Rohr Ulk. N3t. arborum. Leipzig, 17)2. ** Halle, verl. C. Herm. Hemmerde, 1741. Merkwürdigkeiten. 395 „ wann wir dieselben entbehren müßten, da zu dem „ Salzfieden so vieles Feuer beständig erfordert wird. „ Wir haben es noch ihrem Rauche zu danken, daß „ man an disem Orte vom 8corbuee oder Scharbock „ weniger oder gar nichts mehr weiß, welcher vor« „ mals, da das Salz bey Holz gesotten wurde/ aus „ denen in der Luft steh häufig befindenden wasserich- „ ten Dünsten / eben so wie bey den Schiffern von „ den Ausdünstungen des salzigen Seewaffers noht« „ wendig entstehet. Wer -tses bedenkt/ der kan da« „ bey auf viele gute Gedanken geratzten / welche ihne „ zu den Begriffen derjenigen allenthalben verborge- „ nen Weisheit leiten/ die uns unbegreiflich ist. " So weit Herr O. Krüger. Daß man auch unterirrdisches Holz antrift, be« sonders in Engelland/ so zum Gebrauch/ wie die Steinkvlen / ausgegraben wird; davon zeuget Wood« ward / und noch viele Schriftsteller, v. Henkel nen» net es versteinkoltes Holz. Hievon haben wir etwa» anderswo zu reden Gelegenheit. Wir treffen in denen fremden Beschreibungen von Steinkolengruben besondere Berichte an/ daß man zwischen denen Schreferfugen verschiedene Abdrücke von Kraütern antreffe. Wir müssen unserer Lett« grübe auch hierinnen das ihrige zukommen lassen, da uns ganz glaubwürdig angezeiget worden, daß eben z§6 Natürliche Merkwürdigkeiten. eben dergleichen Krauler allda / zwischen denen Schie- fersugen, befindlich. Wir haben übrigens bey de. nen, so allda am Taglohne Letten graben, auf die Wiesen zum Düngen abzuführen, uns erkundiget, welche (da wir fie nur von weitem darauf geleitet) versichert, daß fie wie von einem Mahler gezeichnete Gebüsche und Kraüter auf denen Schiefern angetroffen, welche fie zwar betrachtet, aus Unwissenheit aber aufhebenswürdig nicht geachtet. Doch zweifeln wir nicht, künftig deren zur Hand zu bringen, welches uns dann in künftigem davon zu handeln Anlas geben konnte. Mk, WM8 -- LKL s"^M§ U. >l W-V WZTF' M. ?ÄW zLMM -E' » »f. Mi L !NMW < « ^ M i!i L- ^ D A -v v- l ^«KMKMZWSSN: s ^ ^ 7 KftP«; (<^c/r/QL<. . cL- Mo^Ä^ UM MMj MÄM «U ÄM MM- LL-Z s? , r.^ K. /,7 7/. ^>' ^ "s A^H !^r' i. ch -L E SWmWk »M 'WE/-' WN^c MW ^LZ^r//r^/// 2. tZZr/^//? Z//, >3 //'Z L .3 ^ / r ^/'/L . ^^ 5 / /r §. ^//-,' r . 7 . ^Hr< 5 /r . §. ^^,r/Z//c'/ L 7 /, Z/. 7 //. ,/^, ^L . Z^'ZÄZ'/^T'/r^^ZZ?,^ . ^2^7/7^7^77- . L .DsGM^G,. «W» L ZM L T <5 § N G. G G )f, K..WM ÄVM c/>- j-^!/: L-n^ EL ZM WW MM IWW MD ! MS» » «G>SN«WMW A-MZMM« MM ^ ' - —- ^ '- üK Ä 4' W» >», "S- E M M ^ ». M /§/?<;/ Ssrs/ 6eaIogisck>-l>-,IäontA)og>56is ^nstslt ües ^llversität Lsse^. Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher Merkwürdigkeiten der LHschlifk BM. V. Stück. St. Jakob. Sterbt, wenn ihr sterben wolt, doch sterbt vors Vaterland Und will der Frieden euch, dazu nicht Anlas geben, So lebt, und lasset doch auch andre friedlich leben. Röntg. BASEL, Bey Emanuel Thurneisen, 1750. LH li! I.,,-' ^ Historische Merkwürdigkeiten von St. Jakob. 'ftre ausgegebenen vier Stücke der Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel/ enthalten bereits alle Dorfschaften/ welche die Landvogiey Münchenstein ausmachen. Obschon nun die Gegend von St. Jakob nicht unter den Gerichtszwang diser Ee 2 Land- >joo Historische Landvogtey gehöret, so erfordert dennoch gleichsam die Notwendigkeit, daß die Geschichte derselben auch aufgeheitert/ und mit den übrigen verbunden werde. St. Jakob/ und die Gundeldingen / welche in der Stadt Basel Bann; Brüglingen / so zu dem Müncheusteiner Bann/ und dasBirsfeld, so in den Muttenzer Bann gehören / sollen also den Vor- wurf diser fünften Abhandlung ausmachen. St. Jakob ist eine Viertelstunde von Basel entfernet/ ligt an der Birst/ in Ansehung der Stadt/ Mittagwertö; bestehet in den Gebäuden des Sie- chenhausts und Zollhauses, der Kirche, und der obrigkeitlichen Ziegelhütte. Zu welcher Zeit diser Ort angebauet, wird nicht so leichte erwiesen werden. Wenn die römische Land- strasse, welche aus dein Suntgau naher Äugst, oder von dort in das Suntgau geführet, notwendig über den Birsfluß gehen müssen, so ist solches vermutlich an dem Orte geschehen, wo der Ueber- gang an dem bequemsten war. Nun ist solcher zweifelsohn bey dem Einflüsse der Birs in den Rhein, wo die nunmalige Brücke stehet, oder aber bey St. Jakob zu suchen; und solchen falls können dem Platz, wo die Ueberfahrt beschehen, einige Wohnungen, Merkwürdigkeiten. ^01 nungen, zur Bequemlichkeit der Reisenden, zugelegt werden. Wir muhtmassen auch, daß dise Landstrasse ehen- der bey St. Jakob, als bey dem Ausflusse der Birs zu suchen; weilen das Geftad des Rheins zu selbiger Zeit vollkommen mit Waldung bedecket war, welche Waldung sich tief in das Land hinein, bis gleichsam an die Wurzeln der Berge, erstreckt; und die Festung, welche auf dem Wartenberg ge- standen, wie in unserm ersten Stücke dargetahn worden, auch zur Beschützung des dasigen engen Passes, welcher unten durch gegangen, und gegen St. Jakob führet, angeleget ward. Zu dem, so zeigen die Brücken oder Stege, welche zu St. Jakob gestanden, ehe solche anderer Orten über disen Fluß erbauet, und der Zoll, so allhier verlegt war, bevor die untere Brücke aufgestellt worden, daß die älteste Durchfahrt allhier zu suchen sey. Es ist übrigens auch aus den alten Schriften leicht zu erweisen, daß die Landstrasse, so nunmehr durch die Hard gehet, kein so altes Werk ist, weil zu der Zeit, als das Rohtehaus aufgehört ein Kloster zu seyn, dessen Besitzer sich einen Weg darzu, durch das Gebüsche, aushauen müssen. In den christlichen Zeiten hat diser Ort den Na- Ee 3 men ^02 Historische wen St. Jakob empfangen, von dem vornemsten Heiligen, dem die dortige Kapelle zu Ehren erbauet worden; und wir glauben nicht ohne Grund, daß sie sehr alt sey. Aus der Stiftung des Klosters St. Albans, welche in dem Jahre u> 83 . beschehen, und denen übrigen hiezu gehörigen Schriftei;, läßt sich nicht ohne Grund muhtmassen, daß an dem Orte, wo dises Kloster hingesetzt worden, schon ein geistliches, zwar schlechtes, aber dennoch sehr altes Gebäude, gestanden sey. Ja es scheitlet, daß das Christentumm sich allhier in Zeiten gesetzet, und von disem Orte her die christliche Lehre in diser Gegend ausgebreitet worden. Weilen nun St. Jakob von St. Äl- ban nicht weit abgelegen ist, und ehmalen dises Klosters Gerechtigkeit bis hieher sich erstrecket hat, so kau die Kapelle zu St. Jakob, durch Beyhilfe des erstem, erbauet worden seyn. Der Bann der Stadt Basel erstreckte sich im Anfange ihrer Herrschaft von diser Seite bis all die Birst; das Kloster St. Albau behaubtete beyde Gestade dises Flusses inzuhaben. Die ehmaligen Besitzer von Münchenstem hatten auch ihre Ansprüche daran; und die Grafen von Froburg und Honüerg wollen dißorts nichts nachgeben. Wir Merkwürdigkeiten. > ^03 Wir müssen also notwendig, um dises alles aufzuheitern, und zu zeigen, wie endlich die Sradt Basel zu dem Besitze des Ganzen gekommen, nachfolgendes anführen. In einem alten Urbarbuche, des Klosters St. Man, stehet: HeL luntjurs Lcclelie 8t. Albsni, HusereportL- runt illi gui noverint ^ur3 ipllu8 Lcclelle: primo 3 porta Lkunonl8 totu8 vicu8 kupra Kenum U8^ue sä pontem Lirke. Wursteisen lehret uns, daß dises die Birsbrücke sey, so man itzt die Stege nennet; Massen die untere Brücke dazumalen noch nicht gebauet war. In dem Stiftungsbriefe des Klosters stehen folgende Worte: LLcleüsm vero iplsm L locuin cum omnibu8 5ui8 ^ppenäicüs 3 muro civitsti8 uk- c^ue sä kontem. Dise Stiftung endiget sich mit den Worten: sunt bsec Lstilese in presentis LurLbsräi Lpilcopi» c^ui dsnc csrtsm äeäit Inäiüione 10. reZnsnts Imperstore R.omsnorum Henrico §c Kilo eju8 HeNrico 5. Daher auch, kraft obangezogenen Urbars, dis Ee^, Kloster -40-4 Historische Kloster das Recht gehabt/ in der Birst zu fischen/ wie es heißet/ von der Birsbrücke zu St. Jakob bis in Rhein. Dists Recht wurde nun dem Kloster nachwerts von den Herren von Froburg streitig gemacht/ also daß beyderseits ernamste Richter solches entscheiden mußten. Das Instrument ist in lateinischer Sprache; die darbey ligende deutsche Übersetzung enthaltet folgendes : „Heinrich von Gottes Gnade/ Bischof ze Basel/ da zwüschen dem edel Mann Her von Froburg „ an einem/ dan dem Probst und Müllenen ze St. „Alban/ streit entstanden/ wegen dem Wasser der „ Birsem / so Bischof Burckhard zum Clofter vergäbet re. welches der von Froburg us frasigem „ Nid und Jngeben des Tüfels hinderen wollen rc. „Dahero wir disen Handel ermessiget alle Fri- „ heiten des Closters durchgangen und da befunden / „ daß der gemelt Graf und fine Erben und Nachkommen in dem vorgenannten Wasser der Bir- „ sein von der Bruckhen herab bis in den Ryn „ganz kein recht habe/ noch ihnen da gebühren „möge, re. diewil es heiterer den der Tag erschint, „daßdas Eigenthum zu beden Siten des Wassers „der Merkwürdigkeiten. ^06 „ der Birsen von der Brückhen an bis in den Ryn „dem gemeiten Closter, mit allem Erdreich zuge- „höre re. und wer diß unser Erklärung wüssentlich „zum teil oder gar verbreche,.den soll Gott und „ der Heilig Hlbsnus uß dem Buch der lebendigen „vertilgen, und um sme Frevel nit desterminder „1000 Pfund luteren Golds bezahlen. „ Basel in St. Leonhard Kilchen in Gegenwärtig- „keit Heinrich des Bischofs: des Jahrs 1221. Ohngeacht nun beyde Gestade dises Flusses, kraft dises Spruchbriefs, dem Kloster St. Alban zustunden, so hatten dennoch an dem Rechte der Ueber- fahrt die Grafen von Homburg eine gerechte Ansprach, daher die Stadt Basel, welche eine Be- gihrde bezeugte, ihre Gränzen zu erweitern, solches Recht von ihnen erkauft, und dardurch die Freyheit erhalten hat, Brücken über disen Fluß nach Belieben zu bauen. Das Instrument lautet also: Recht Bruggen über die Birse zu buen. Ich Herman Grave von Homberg, tun kunt „allermenglichen, das ich an miner, mines Vat- „ters seligen kinden, Graf Ludwiges seligen stat, „ von Homberg, der Vogt ich bin Hr. Burkarten Ee s „dem -^06 Historische „dem Vitztum, dem Bürgermeister und dem Rate „ von Basel, an der Gemeinde stat von Basel, ver- „kouffet han, recht und redlich alles das recht, so „ich und dieselben kmd hatten, an dem Var an „der Birst, um drissrg marche gutes und lötiges „stlbers, Baseler Gewichte, des ich gar von inen „gewert bin, und das ich in minem und der vor- „ genanten kinden nutz han bekeret, und sollent die- „ selbe burger recht han, iemer mere bruggen ze „machende über die Birst, in unser Herschaft voll „Homburg, schwa sie went und inen füget/ ent- „ zwüschent Münchenstein und den: Rine, doch al- „so, daß es der Herschaft von Homburg , ze keinen „anderen iren recht oder gerichtenem keiir schaden „si, und das weder der Herschaft Hußgesinde von „ Honiberg noch die Burger von Liehstal, die drin- „nen gesessen sint, niemen deheinen Verschätz ge- „ben, ob si noch deheinen uf setzent de gebende; „ wcre ouch daß der vorgenenten mines Vatters sel. „kinden dekeines wider disen kouf uch teti, mit „Worten oder mit werchen, da mitte die burger „von Basel zu keinem schadenkemin, des sol in die „Herrschaft von Homberg gebunden seyn ab ze „ tunde und phande darumb ze finde, ze einem ur- „ künde und sicherheit dis dinges, so gib ich inen „ disen brief mit Minen und mines Vatters Wern- „ Hers Cunnen Ludwiges sel. von Homburgs sin in- „ sigeln besiglet: ich Wernher grave von Homburg der Merkwürdigkeiten. --W 7 „ der vorgenenten verziehe alles des so hie vorgeschri- » ben stat , daß es mit minem und miner geschwü- „stergite willen und gunst beschehen ist; und das „ze einem Urkunde, so herrkt ich min Jnsigel an » disen brief, diere brief wart gegeben ze Basel, »do man zelt von Gottes geburt 12-12. an St. » Martins Abend. Die Guttahten, welche die Stadt bey verschiedenen Anlässen dem Kloster St. Man erwiesen, hat dises Kloster hingegen zur Dankbarkeit bewegt, da dasselbe das weltliche Gericht, welches zwischen der Stadt und ihme viele Streitigkeiten erweckte, ihro geschenkt hat. Folgender Auszug diser Vergabung wird solches mehrers erhellen; deren Anfang ist: »Wir Bruder Stephan Tegenlinvon Fryburg, »von Gottes Verhengnisse Probst re. und Lonvem „dez Closters und Gotzhauß St. Alban by den „ Mnlenen ze Basel, re. thun kund daß Sie der „Stadt Basel, welche ihr Closter beschirmet und mit grossen Kosten dasselbe mit guten Mauren versehen und versichert haben, „ auf ewiglich abtret- „ ten, (wie die fernern Worte lauten) „unser welt- „ lieh Gerichte, so wir und das Closter von Eigen- „ schaft in der Vorstatt St. Alban unz an die Birß- » brugge -408 Historische „ brugge habent rc. welches wir mit unser Cloggen „ als unser Recht ist und Gewohnheit verkündt; in „dem Jahr, da mann zellt von Gottes Geburt „ 1383, an dem nechsten Zinftag vor St. Simons „ und St. Judas der H. zwölf Botten. Es hatte also die Stadt Basel ihre Gränzen bis über die Birst erweitert, daher man die Bannsgerechtigkeit der Stadt selbiger Zeit folgender Massen aufgezeichnet findet: „ Und gehen unser Banmüle hie disseit Rines en- „nct der Birst uf als fi in den Rin gat, unz an „ den holen Weg under dem Reine ob Birst Brug- „ge und dannet über ob Gundeldingen hin unz -,ze Btnningen der Kilchen. rc. rc. In dem Jahre 15^3. wird von dem Bann der Stadt Basel gemeldet, daß er sich erstrecke „der „ Birst nach hinauf bis für die Steg ob St. Ja- „kob under Brüglingen. Dazumal war einige Streitigkeit, wegen den Bannlinien zwischen der Gemeinde Münchenstein und Basel. Als Münchenstein an die Stadt Basel gebracht ward, wurden die beydseitige Grenzsteine ausgeworffen. Und weil in einigen alten Schriften nur schlechthin gemeldet ist, daß der Münchensteiner Bann bis an die Birsbrücke zu St. Ja- Merkwürdigkeiten. -409 St. Jakob sich erstrecke/ so wurden hierüber einige Riß verfertiget, und der eine zeiget: Daß die sogenannten Stege, worüber ein Fußgänger über die Dirs gehen kan, oben an St. Jakob und sehr nahe nidwerts bey Brüglingen gestanden seyn; der andere aber ganz deutlich die Bannslinien bis mitten auf die Brücke über den St. Mans Teuch ziehet; hiermit für die Birsbrücke zu St. Jakob dise Teuchbrücke nimmt, welches einige Aufmerksamkeit verdienet. Und ist damal der Anstand wegen den Bannslinien, welche das einte Teil zwischen der Mühle und dem neuen Gebäude zu Brüglingen dem Wege nach; das andere aber ob sich auf der Anhöhe des Feldes, wolle gezogen haben, auch so viel als entschieden worden. Die Wasserleitung, so der St. Albans Teuch genannt, und wie in dem zweyten Stücke beschrieben, oberhalb der neuen Welt aus der Birst gefastet wird, ist gewiß eines der ältesten Gebäude unserer Stadt. Unser Vorhaben erfordert nicht, auf desselben Anlegung zurücke zu gehen, nur in so weit wollen wir die Umstände anführen, als nöh- tig seyn wird zu entdecken, ob denn durch das Wort Brücke eine solche zu verstehen, die allezeit an einem Orte feftgeschlagen stehet, und darüber man fahren und gehen kan; oder ob nicht die Stege, so, wie sie nunmehr seyn, in den vorigen Zeiten mit dem Name Brücke belegt worden. I»; 310 Historische In dem vorgemeldten Instrument, darinnen das Gottshaus St. Man, in dem Jahre 1383 die weltliche Gericht der Stadt übergibt, wird der Birsbrücke zu St. Jakob, und zugleich der Müh- lenen zu St. Alban gedacht. Also ist ausser Zweifel, daß der St. Albans Teuch, worvon dise Müh- lenen getrieben werden, schon damals in seiner Vollkommenheit gewesen ist. Ueber disen sehr wasserreichen Teuch mußte ebenfalls eine Brücke gemacht werden; denn öfters haltet er so viel Wasser in sich, als die Birs. Und man findet Zeugnisse, daß der Btrsfluß vormal viel naher als nunmehr bey dem Teuche angestoßen ist; müssen die Kapelle zu St. Jakob vor dem Jahre 1320. von dem Gewässer sehr beschädiget worden. Daß aber auch die Brücke über den Teuch, vhngeacht solche in dem vorgemeldten Abriß für die Birsbrücke genommen worden, dennoch nicht so leichtlich für solche anzusehen sey, glauben wir darum, weil aus denen Instrumenten erhellet, daß durch die Birsbrücke diejenige verstanden worden, wovon der Zoll bezahlt wird, das ist, die Stege, so über die Birs gehen. Nun mag diser Zoll, entweders vermög vorstehenden Instruments vorn Jahre 1296. von den Grafen Merkwürdigkeiten. ^ 11 Grafen von Homburg der Stadt zugefallen seyn, oder sie mag solchen schon vorhin besessen haben; so scheinet ferners, daß die in disem Brief angezogene Fahrt allhier zn suchen ist; weil zu St. Jakob die Zollftatt war, und durch die Brücke auch die Stege, so wie sie annoch heut zu Tage stehen, können verstanden werden. Neben dem, daß durch das Wort Brücken diejenige Arbeit bedeutet wird, da über einer; morastigen Ort, oder einen Fluß, Balken geleget werden, darmit man ihne trocken übergehen karr. So wird auch in der alten deutschen Sprache alles das Brücke genannt, es mag in einem oder mehrern Balken bestehen, so zum Uebergang dienlich ist. Und hiemit könnten auf dise Weise die Stege zu St. Jakob, welche gleich einer Brücke an einander hangen, in vorigen Zeiten mit dem Name Brücke benennet worden seyn. Ja wann man die vorangezogene Worte Wursteisens recht überlegen will, so wird man sirr- den, daß er nichts anders saget, als daß man das, was man vor Zeiten die Brücke zu St. Jakob getrennt, nunmehr die Stege nenne. Worzu noch kömmt, daß auf der Seite desjenigen Instruments vom Jahre 1328. kraft dessen die Stadt Basel dem Siechenhause zu St. Jakob der: Zoll von der Birsbrücke gegen derselben Unterhaltung übergibet, und welches nachwerts bey dises ^12 Historische dises Armenhauses Beschreibung vorkommen wird, deutlich stehet: »Der Naht zu Basel hat etwan »die Bruck oder Steg an der Birs sonderen Per- »söhnen verliehen. Der Zoll ist auch keiner Brucke angemessen, welche grosse Unterhaltung erfordert; dennoch ist solcher als eine Gnade den armen Siechen übergebet» worden. Und wer wollte glauben, daß hievon die Unkosten einer Brücke von etwan hundert Schritten lang könnten bestricken werden. Die Muthmassung ist also nicht ohne Grund, wenn man durch die Brücke nichts anders als die Steg verstehet; und das um so viel mehrers, weil von dem Eingänge oder Zerfall der Brücke zu St. Jakob keine gewisse Spuren sich hervortuhn. Doch scheinet diser Muhtmassung, der Umstand in Beschreibung der Schlacht zu St. Jakob zuwider zu seyn, da gesagt wird, daß denen Eidsgenos- sen die Brücke verkitten worden. Hierauf könnte versetzet werden, daß in dem vorgemeldten Abrisse, die Brücke über den St. Alban Teuch, für die Birsbrücke angezeichnet worden; da diser Teuch vollkommen aus Birswasser bestehet, öfters mehr Wasser in sich fasset, als die Birs sechsten, und die Birs zur Zeit der Schlacht disem Teuch näher angestoßen Merkwürdigkeiten. ^Li 3 geflossen ist; auch nirgends gesagt wird, welche Brücke verkitten worden. Doch wollen wir uns hierüber in keinen Entscheid einlassen, und uns begnügen, dasjenige angeführt zu haben, was hierbey anzumerken nicht hat können unterlassen werden. Besonders, da in der, mit dem Hause Oesterreich in dem Jahre 1^6. angefangenen Richtung an verschiedenen Orten der alten Brücke zu St. Jakob gedacht wird; also daß Mich zu muhtmassen, es müsse in disem Jahre schon eine neue an einem andern Orte gestanden seyn. Nun kan durch die neue Brücke keine andere verstanden werden, als die Brücke bey dem Auslauf der Dirs in den Rhein; welche, wenn sie indem Jahre 1^. schon gestanden, notwendiger Weis von dem delphinischen Heer hat müssen verkitten werden, sonsten die Eidsgenossen ohngehindert in die Stadt Basel hätten einziehen können. Von der Kapelle zu St. Jakob. selbige ist, wie schon angeführet worden, ein ^ sehr altes Kirchlein. I. Tonjola gedenket in Lslilea lepults , einer Grabschrift dises Orts vom 1015. Jahre. Dise Kapelle, welche aufeben dem Platz, wo das dißmalige Gottshaus, erbauet war, stehet auf einer kleinen Anhöhe, worunter der St. Albans F f Teuch Historische Teuch vorbey fliestet. Ein sehr alter Abriß von di- ser Gegend/ worinnen noch keine Ziegelhütte angemerket ist / zeiget zwar schon, wie der St. Albans Teuch bey der neuen Welt gefastet, anbey aber von der Birst, um die Gegend von der Brüglinqer Mühle, eine fernere Leitung aus dein Bette dises Flusses in distn Kanal eingeschnitten worden; welche Beschreibung auch mit obangezogener Richtung von r^6. vollkommen übereinkommt, als welche haben will, daß die Müller ihr Wasser zu dem St. Albans Teu- che bey der alten Brücke fasten sollen. Bey dem Zollhause, so ein einzeles Gebäu, ist der erhöchte Platz angezeigt, so wie er itzt ist, samt dem Brunnen, welcher aus dem Teuche gefaßt, und durch ein besonderes darzu verfertigtes Werk getrieben wird. Ueber den Teuch gehet eine kleine Brücke, hart an dem Zollhaus, wie nunzumalen. Unter diser Tmchbrücke ist eine Wafferschleuffe, durch welche das Wasser des Teuchs irr die Birst karr abgelassen werden; und zwischen dem Teuche und der Birst ein langer aber sehr schmaler Strich Lands, so mit Gebüsche bewachsen. Alsobald jenseits dises Striches Lands strömet die Birst in eurem einzelenArme, darüber die Steg gezeichnet, sowie sie heute seyn, und auch an gleichem Orte, nervlich unter St. Jakob. Das übrige Land, welches bey grossem Gewässer überschwemmet wird, ist als eine Merkwürdigkeiten. ^1Z eine dürre Heide bemerket, ausscrt daß zu öberst, gegen der neuen Welt hinüber/ an dem hohen Gestade der Muttenzer Felder, aus dem BirSstrome eine Wasserleitung gehet, welche mit einem grossen Schutzbrett versehen, und an disem hohen Gestade bis an den Ort, wo nun die Jakober Schanz stehet, fortgeführet ist. Vermög diser Beschreibung hat es nun leichte geschehen können, daß ein grösserer Zulauf des Wassers aus der Birse in den St. Albans Teuch, die ' Grundfeste der Kapellen beschädiget; oder so gar, daß die Birse bey grossem Gewässer mit dem Teuch ^ zusammengebrochen ist, und die Anhöhe von dem Kirchlein weggeschwemmet hat. » Es scheinet auch, daß diseS der schon erwehnte Zufall diser Kapelle gewesen, welche um das Jahr Eo. von dem Wasser sehr verderbet worden. Da nun von dem Jahre 1^20. bis 1^. keine lange ! Zeit verflossen, so könnte der Lauf der Birse ohn- gefehr zu der Zeit der gehaltenen Schlacht gewesen seyn, wie wir ihn erst beschrieben haben. 1 Nachwerts aber hat sich selbiger sehr öfters verändert, also daß man die Stege höher hinauf se- . tzen müssen. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts stunden sie hart unten an Brüglingen, nunmehr aber wiederum an dem alten Orte. Ff 2 ES ^16 Historische Es ist vermutlich, weil in dem Jahre 1^20. eine Steur zur Ausbesserung diser Kapelle eingesammelt worden, daß die wörtliche Herstellung derselben noch vor dein 1^^. Jahr beschehen; in disem Jahre aber ist sie, währender Schlacht, abgebrannt, bald aber wiederum hergestellt; in dem Jahre 1001. aufs neue erbauet, und erst in dem 1700. Jahre erweitert, und in den nunmaligen Stand gestellet worden. Die Prediger, welche seit der Reformation diser Kirche abgewartet, sind: Ln. iö 35 . Paulus Haas; ward in das Wür- tembergische beruffen. 1581 . Henrieus Justus. 1588 . N. Peter Schock; ward kr^cepior im 1593 . N. Hans Ulrich Falkner; ward Helf- fer zu St. Peter. 1596. N. Georg Rottmund; ward Prediger zu Langenbruck. 1607. Johannes Gernler; ward Prediger zu groß Hüningen. 1608. Fridrich Koch; ward Prediger zu Münchenstein. 1611. Joh. Grynäus; ward Prediger zu Münchenftein. 1621. Jo- Merkwürdigkeiten. >417 1621. Johannes Ritter; ward Prediger zu Münchenstein. 162L Lucas Justus; ward Prediger zu Bretz- weil. 1627. N. Christian Seehr; ward Prediger zu Oltingen. 1629. iVI. Jakob Straffer; ward Prediger zu Waldenburg. 1630. N. Christian Ottendorf; starb 1631. hat disen Dienst nicht angetretten. 1631. N. Samuel von Brunn; ward Prediger zu Riechen. 163S. IVI. AndreasKarger; kam naher Bu- bendorf. 1638. N. Samuel Fleiter; ward Prediger zu Waldenburg. 16^0. Christof Hofmann. 16^2. Rudolf Parcus; ward Prediger zu Muttenz. 16^8. Conrad Stockmeyer; ward Prediger zu Waldenburg. 1653. Christof Hofmann. 1680. Emanuel Meyer. 1687. Jakob Brandmüller; ward Schloßprediger auf Varnspurg. 1690. AI. Joh. Heinrich Gernler; wardHelf- fer in der kleinen Stadt. Ff3 1693. lVl. ^18 Historische 1693. 51. Joh. Jakob Schrotberger; ward aus dem Braudenburgischen / allwo er eine Stelle hatte/ zwar beruffen/ ist aber nicht allher gekommen. 169L 51. Niklaus Respinger; ward Leutprie- ster zu Lichtstal. 1700. 51. Theoder Gernler; ward gemeiner Helffer. 1701. 51. Hieronimus Burckhardt; ward Helffer in der kleinen Stadt. 1702. 51. Jeremias Gemusäus; ward Prediger zu Lausen. 1703. 51. Joh. Rudolf Brenner; ward Prediger zu Dieckten. 170-ä. 51. Paulus Euler; ward Prediger zu Riechen. 1708. Hr. 5l. Theodor Burckhardt; ward Helffer bey St. Peter. 1716. Hr. Ist. I. Christof Ramspeck; nun- maliger Prediger zu St. Elisabethen. 1716. 51. Daniel Schönauer; ward Prediger zu Kilchberg. 1722. Hx. 5i. Joh. Jakob Fischer; ward Prediger zu Aristorf. 1738. Hr. 51 Joh. Kaspar Werenfels; ward oberster Helffer/ 17^7. 17^7. Hr. 51. Nikolaus Roht. Von Merkwürdigkeiten. >419 Von dem Siechenhause. ( 7 >Je Abhandlung, welche nachwerts bey den ^ nMrlichen Merkwürdigkeiten, von der abscheulichen Krankheit, welche zu Erbauung der S:e- chenhäuser Anlas gegeben, vorkommen wird, setzet zum Grunde, daß dise Spittähle denen Creutzzü- gen in das gelobte Land, ihren Ursprung zu verdanken haben. Die erste diser Creutzfahrten ist in dem Jahre 1096. beschehen. Wie lange es nach disem angestanden, biß dises Siechenhaus erbauet worden, wissen wir nicht zu melden, doch ist es gewiß, daß es durch Vorschub der Stadt Basel zum Stande kommen, welche alldorten ihren Pfleger und Birsmeister gehabt, der in den lateinischen Instrumenten, ?roLui'3tor teu 6ubern-ltor Oomus leprolorum cipuä Lirllrm, genennt worden. Das älteste, so uns zu Gesichte gekommen, ist von dem Jahre 1319. in lateinischer Sprache, und enthaltet, daß Johannes, genannt Jsenli, Bürger der Stadt Basel, Oubernator des Siechenhauses zu St. Jakob an der Birst, mit Einwilligung der Brüder und Schwestern, auch anderer Personen dises Hauses, einem Heinrich von Fürstenstein 30 . Schilling jährlicher Einkünfte, so auf denen in dem Instrumente gemeldten Aeckern, zu beziehen, verkauf- fet habe, mit dem Bedingniß, daß nach des Käuf- Ff >4 fers ^20 Historische fers Tode, dise Zinse dem Siechenhaufe wieder zufallen, der Gubernator denen Siechen, daraus die Schuhe machen, und so fern er solches nicht vollziehen wurde, dise Zinse der Kirchen zu Basel übergeben werden sollen. Das zweyte Instrument, so disem Hause den Zoll von den Stegen zuteilet, verdienet vollkommen angeführt zu werden. Es lautet also: »Wir Chunrat der Münch, den man sprichet der » Schlegel ein Ritter Bürgermeister und der Rat von „Bafil, tun kunt allermenglichen, daß wir einhel- „ leclich in unserm Rate erkennet hant, und überein . »sink kommen, wenne Cbunrat Langalon, der da »jetzent Pfleger ist der Brügge an der Birst, niht „ me ist und erstirbet, oder one das von derselben »Brügge kemi, daß wir st denne sullent lihen, den »armen Siechen da an der Birst, und alle die „ wile, so st die Brügge verschenk und in eren hal- „tent, als notdürftig ist, so sunt st die Brügge „ han und davon nemmen und niesten de Zol und »swas von der Brügge gevallen mag; swenne st » aber zu der Brügge niht sehen noch hielten, als ,, es der Brügge notdürftig weri, und ein Rat der »denni weri, das erkanten, so süllent st da von fin „ und niht me da han ze schaffende; Harumbe ze „einem Urkunde, so han wir nnserer Statte Jn- »gefigel i Merkwürdigkeiten. ^21 „ gesigel schenket an disen Brief, der geben wart „des Jars, da man zalte von Gottes geburte „drüzehen hundert Jar darnach in dem achtoden „ und zweintzigsten Jare, an dem nechsten Zinstage „ vor St. Eraßmen Tage. Ohngeacht auf dife Weise die Einkünften dises Armenhauses täglich zunamen, so ward es dennoch gezwungen zu seiner Erhaltung, eine Steur einzusammeln. Die vielen Ablässe für diejenigen, so sich dißorts freygebig erzeigen wurden, versprachen eine reiche Ernde; daher Claus Arlberg, als ein Einzüger, in die Welt ausgesandt, und mit beygefügtem Vorbittsbriefe versehen worden: „ Wir Cunzman von Ramstein Ritter Burger- „ meister und der Rate ze Basel, thund kunt „menglichen und begerent allen Christen Lüten ze „wissende, daz Claus Arlberg, Zöuger dis Brie- „fts, ein gewisser rechter Botte ist, Verarmen „Siechen, ussetziger Lüten, des Hufes by unser „Statt Basel, an der Birst gelegen, und derCap- „ pellen daby, die gewihet und gestiftet ist, in ere „und ze Lobe, der lieben heiligen St. Jacobs, „St. Wendelins und St. Barbaren; und wan „die vorgenenten armen siechen ussetzigen Lüte, von „allen Lüten die gesund und reyne sind, verschmä- Ffs „het ^22 Historische „het werdent in dere Wette und dehein gut ha- „bent, davon st ir nahrung gehaben oder gewyn- „ nen mögent, denn daz sy des Allmusen geleben „müssent, und inen von Christen geläubigen Litten „ teglich geben wird; sunsten so ist dieselb ir kilch „niderfellig und hat si das Wasser eröset und so „schwerlich geschediget, daß man die von nüwem „ ufbuwen mus; Harumb so bitten Wir flißklichen „in ganzer demut alle Christen Lüte geist-und „weltlich/ Frowen und Mann/ zu den diren „Botte vorgenant kommet/ und inen disen unse- ren Brief zeuget / daz sy denselben Botten rnit „ Demut gütlichen empfahen und in anstat und in „ nannnen der vorgenarrten armen Siechen ussetzi- „gen verschmächten Lüten/ umb Lob lrnd Ere wil- „len der ullgetcitten heiligen Drivaltikeit, der „ hochgelobten Magt/ St. Marien Mutter-und „gebererin unsers Herrn Jesu Christi und aller „heiligen ir Almusen mitteilent und gebent/ wand „sy darumb ewigen Lon verdienen und empfahen „ rverdent in ewiger Fröud. und Seligkeit und such „mengfeltigen Aplos von vil Cardinelen/ Ertzbi- „schoftn und Bischöfen verlihen und geben/ nach „ Wisung der Briefen so den vorgenenten arinen „ Siechen Lüten darüber geben sind / und gezeüget „ werdent. Dez ze Urkunde haben wir unser Statt --Jngesigel getan hencken an disen brief. der geben „wart Merkwürdigkeiten, 423 »wart an dem nechften fritag nach dem heiligen » Wvnacht Tag des Jares do man zalt nah Crists „geburte 1420. Wer diser Steur hatten sich die armen Siechen nicht lange zu erfreuen. In dem Jahre 1444. ward in der so bekannten Jakober Schlacht ihre Wohnung und Kirche abgebrannt, die ligende Güter verderbet, ihr Vieh und Schaafheerde, und das übrige geraubt. Das damal in der Stadt Bafel versammelte Concilium suchte zwar durch seine geistliche Zuspräche und Ablässe die Christenheit zu milden Beysteu- ren und Erbauung der verwüsteten Gebäude wiederum zu bewegen; allein die Umstände der damaligen Zeiten versprachen disem Hause keine weitere Beyhilf, als welche die Stadt Basel ihme zukommen liesse. Die Gebäude wurden also so gut möglich wiederum hergestellt; in den Jahren 157<>. und l57l. das dißmalige neuere Siechenhaus erbauet; in dem Jahre 1674. die darzu gehörigen Stauungen, für die Schäferey und übriges Vieh, aufgeführt; und in dem Jahre 1687. das Zollhaus vergrößert und erhöhet. Auch in dem Verfall geistlicher Wohnungen finden andere Stiftungen öfters ihr Aufkommen. Das Rohte- -42^ Historische Rohtehaus ist, wie in unserm ersten Stücke gemeldet worden, abgebrannt, so daß die darinnen sich befundene Pauliner es verlassen mußten; daher die Stadt Basel Anlas genommen/ die Güter des Rohtenhauses disem Siechenhause einzuverleiben, und solche von der Bezahlung des Zehenden erster Früchte, und anderer Auflagen, frey zu erhalte«, wie solches nachgehende päpstliche Bulle ausweiset: ,, ^u1iu8 LpilcopU8 8ervv8 Lervorum Del, 3ä „ perpetumn rei mcmormm; lolicitucio p3Üor3ll8 „ oKcii, nobis licet inmeritig äilpoütione cüvin3 „ comilli, nollros exLirat coAit3tus. m circ3 „ es ^ue pro commociit3te L utilit3te Iiospit3llum „preiertim I^eprosorum pro5utur3 conspicimu8, operoii8 iiuclil8 L remeäÜ8 intcn63mu8; 83 ns „ pro p3rte äileÄorum kliorum iVl3Aillricivium L „ Lonlulurn 3c Communit3ti8 Livit3N8 L3Ülienli8 ,,nobl8 nuper exlilbjt3 petitio contineb3t, Huoä „cum 3 U 38 Non3llerium 3ä Kubrmn Oomum „nuncup3tum, or6ini8 83NÄ ?3uli primi kere- „mite in5r3 ciiüriälum p3rocbi3li8 Lcclelie in „ 2 lutten 2 i, balilienlis äioceÜ8 iZne combuüum „ luillet L 3ä t3nt3M Inopmm clevenillet ut nul- „ Iu8 in illo K3bit3rer; pref3ti N^icker Livium L „Lonfule8 3c Lommunit38, Non3llerium ipsum „ cum omnibu8 L lln§uli8 illiu8 reclitibu8 kro- .»ventibug L 3lüs kolleüionibm 3c Loni8 mobi- ,, IlbU8 Merkwürdigkeiten. ^25 „ Iibu8 6c immobilibus Hokpitaü I^eprosorum ian- ,, cii ^acobi extra muro8 baliliense8, in c^uo non „ parva I.eprolorurn copia inbabitat 6c czuorunr „ cura 6c iuitenratio aä iplc>8 NaAltirnmeivium 6c Lon5ule8 6c Lommunitatem pertinet, applicari „ canonice obtinuerunt, 6c propterea cupiunr ut „ bospitale I.epro!orum buM8Mocü ae ilbu8 reötor „6c leproü eum ornnibu8 6c ünZuii8 poileliioni- „ bu8 6c boni8 buju8MOÜi ab omni 5o!utione cie- „ cimarum 6c pecuniarum ratione ülonslierii 6c „ iI1iu8 bonorum kuju8Moäi prout snteczuam illuä „ applicatum fuiüet exempta 6c libera erant, 1i- bera 6c exempta iint 6c eile eenkeantur, c^uoci- „<^ue 6i1eÄU8 61iu8 mociernu8 6c pro tempore „ exiüen8 üicte parocbiaIi8 eecleüe keÄor ae czue- „ cun^ue glie pertone eccleüaüice vel keLuIare8, „etiam cuju8cunciue u8vi8 excomlnunicatjoni8, t'u- „ spenüonl8 6c interciiÄi a!Ü8<^ne eccIeliaitiLi8 ien- „ tentii8 Lenüiri8 6c ?osni8 a jure vel ab bomins „ Huavi8 occaüone vei causa 1aÜ8 ü c^uibu8 ciuo- „ mociolibet innoäati exiitant aä etkeÄum presen- „ tium äuntaxat coni'e^uenäuin baruni terie ab- „ solvent 6c ab5o1ut08 iore censente8 buju8nro- „ 6i5uppIiLationibu8 inclinati, c^uoä Hoipicale bu- „ juLwoäi ao üliu8 KeÄor 6c I^eproü inibi pro „ tenrpore 6eZente8, cum oinnibu8 6c 6n§uli8 „ bc>M8 6c polselbonibu8 ab omni Oecimarurn 6c „ ?rimitiarum solutione ratione ülonalterii ae il- „ Iiu8 bonoruin bu)U8Moäi prout ante i11iu8 ap- „ plicationem buiu8inocii exemta erant libera 6c „ exempta iint 6c eile eenseantur, c^uoci^ue mo- „ 6ernu8 ab pro tenipore exilten8 R^ecior äicte ee- „ cleüe ant c^uecunc^ue alie kerlone eccleüaitice „ vel 5ecu1are8 preäicis 6ecima8 5eu primiLla8 ex „ Iustu8nio6i Keciltibu8, kroventibu8, ?oüe6io- „ nibu8 6c boni8 ut prefertur pro lernpore 3L<^ui- „iiti8 exiZere nuI1atenu8 äebeant, autboritate „ apokoliea tenore prelentium perpetuo ltatuimu8 „ 6c or6inamu8. ^on obüantibu8 Lonltitutioni- „ bu8 6c oräinationibu8 apolbo1iLi8 ae 8tatuti8 6c „ Lonfuetuäinibu8 Nonalterü lanäi ?auli 6c or- „ c!ini8 pretiiäorum, juramento, conknnatione „ apottolica vel ^uavi8 ürnritate alia roboratl8 oe- „ teriL^ue LontrarÜ8 c^uibu8cun^ue: i^ulli erZo „ OMNI- Merkwürdigkeiten. ^2 7 „ omnino kominum liesst jisnc psZinsm notire „ sbio1utioni8, üstuti L orälllstionig intrinAeee ,.vel ei suku temersrio contrsire; üc^uis sutern „ Iioc sttentsre prekumplerit inäiZnstionem omni- „ potenti8 Oei sc Lestorum k^tri L ksuli üpo- „ üoloruin eju8 te noverit incurkurum. „ clstum KomX spuä 8sn-^um ketrum anno Incsr- „ nstioni8 Oominice, Älilleiimo c^uin§enteümo „ cluoäecimo (Quarto Iüu8 8eptembri8, kontiücs- „tu8 noitri snno nono. / Julius > V kapa 11. / Es wurden also die in disem Hause sogenannten Siechen, unter der Aufsicht eines Pflegers, besorgt, welcher den Namen, Virsmeister, führte, bis zur Zeit der Reformation, da ihm einige Oberpfleger zugegeben; den 23 . Brachmonats 1677. aber dises Armenhaus dem Gotteshause der Kartäuser, oder dem numnaligen Waisenhause einverleibet, und zum Beweggründe, nebst anderm, angeführt worden, daß die Stiftungen des Siechenhauses auch die Besorgung armer Kinder in sich enthalte. Die in disem Hanse sich befindende Kranke wurden gemeiniglich Feldsiechen genannt. Diejenigen, so nicht ^28 Historische nicht sehr übel aussahen, assen an des Birsmeisters Tische. Aus nachstehender Verordnung vom Jahre 1360 . ist umständlich zu ersehen, was für Krauche in dises Armenhaus aufgenommen worden, und was ein solcher für seine Aufnam bezahlen mußte. „ Wele Siechtagen zu schützende sient, und we- le Lüte die semlich Siechtagen Hand von der Statt „ triben sol. Der erste Siechtag ist, ein durchspitzige Suchte, „ als mit den Bullen loufft. „Der andere Siechtage ist, die kurtze Atem, als die Lüt haben, den die Lunge in die kelen „ gat oder wachset. „Der dritte Siechtag ist, der vallende Siech- ! «tage. ! „ Der vierte Siechtage ist, die stiebende Rüde. , « Der fünfte Siechtage ist, St. Anthonien Rah. „Der sechste Siechtage ist, giftige Geschwere. Der fibende Siechtage ist, Ougen Geschwür. „Der ächteste Stechtage ist, nüselstchtig oder „ Veldstech. „ Und wer der acht Siechtagen einen hat, den , „ sol man kein ästige noch trinkende dinge veil las- „sen haben, und wie wol das si, das die heilige « geschrif- Merkwürdigkeiten. 429 „ geschrifte nit inhat, daß man si alle von der Wel- „ te scheiden sötte, so sind sie doch alle ze schühende. Vor diser Zeit gab ein Bürger, der in das Sie- chenhaus eintrat, für die Pfrund nur 3o. ß, da denn durch die Menge der Leuten das Haus in Armut gekommen; daher ward 1420. erkannt, daß die Pfleger und Meister des Hauses nach den Umständen der Personen erkennen sollen, was ein Eintretender zu geben habe; wäre es aber ein Fremder, der soll vorhin durch das Allmusen 5. Pfund Gelts erwerben. Die Siechen mußten sich, so fern sie aus disem Hause aus, und in die Gesellschaft übriger Menschen eintretten wollten, durch den Stadtarzt, und einige bestellte Wundärzte, besichtigen lassen. Wurden sie rein erfunden, erlangten sie dessen ein öffentliches Gezeugniß, mit der Stadt Jnsigel, folgenden Inhalts: „ Wir Bürgermeister rc. thunt kunth mengklichen „ mit disem Brief, demnach N. N. von mit der .. Krankheit der Malentzey beladen sin, lange Zyt „verlümbdet gewesen und deßhalb für den Hochgelehrten Herren Unsren Statartzet und „der Arznien Doetor, und andere von Schereren „unser darzu verordnete und gemelter kranckheit Gg .. geschworne ^30 Historische „ geschworne Beschauers sich rentieren und besich- „ tigen zu lassen kommen ist, das davorunsdieselbig unsere geschworenen beschauere erscheint und für- „ geben, wie sy inne innhalt Jrer eydspflichten da- mit sy uns bewanth sind, von der Sheitel sines »Haupts herab, biß uf die Soolen siner Füssen, » hinden und allenthalben sines Lybs eigentlich und vlissig beschauet, besichtiget und besechen, ouch „ sin natürlich Geschicklichkeit, so vil möglich gewe- „sM examinirt, tenptiert und ermessen, Und dem allem nach, ihne dldl. der kranckheit der Ma- „lentzie, uf dißmals onschuldig und ledig erfun- „den, und inn ouch bemelter kranckheit halb on- „ schuldig sin, by iren Eiden erkandt; Also das „man mit ime essen, trincken und allen Wandel, „wie mit einem anderen gesunden Menschen ha- ben möge, und das also alle und Jede hievorge- „ schriebene ding, wie obftat gehandlet und war „seyn. re. re. Geben im Jahr isoo. Der Lohn für dise Bemühung war im Jahre 1339. dem Arzt - - - 2 n;. dem Schärer - - s. ß. dem Knaben das Beckin zu waschen 2 . ß. Doch wurden mit den Siechen in disem Hause auch arme Kinder gespeiset, wie solches, teils aus vorerzehltem, teils aus denen Kundschaften, welche Merkwürdigkeiten. ^31 che nach der Jakober Schlacht 1^6. aufgenommen lvorden, erhellet; als darinnen stehet, die armen Kinder zu St. Jakob seyn von den Feilten sehr beschädiget worden. In dem Jahre 1^00. war denen Siechen die Erlaubniß gegeben zu wlliren. In dem 1632 . erkauften die Pfleger dises Gotts- hauses ein Teil derHagenau in der Birst, von den Pflegern zu St. Man. In dem folgenden 1533 . Jahre ward dem Sie- chenhaust der Einzug des Zolls yochobrigkeitlich, mit dem Bedingniß, bestätiget, daß selbiges hingegen die Steg in Ehren und gutem Baue, mit Lähnen und anderer Versorgniß, erhalten solle. Das Allmostu pflegten dise Feldsiechen an hohen Festtagen in der Stadt Basel sechsten einzuziehen; da aber hieraus vile Unordnungen erwuchsen, ist den 22. Brachm. 1662. hierüber folgende Verordnung ergangen: „Unsere Gn. Herren, der Herr Bürgermeister „und die Nähte diser Stadt, haben seit geraumer „Zeit her mit bedauren sechen und vernemmen „müssen, daß der Sonderßechen halb, wandle „ das Allmusen alhier von Hauß zu Hauß einge- Gg 2 „samb- ^32 Historische „ samblet, allerhand unleidenlichen Mißbräuch ein- „ gerissen/ und darumbe solhe ab und etwas besser „Ordnung anzuschaffen heut dato erkant: das „ berneltes Allmusen Hinfür bis uf witeren Bescheid „ nicht rnehr durch sie die Sundersiechen selbsten, „wie biß dahin geschechen/ sondern durch ihren „ Bader zu St. Jakob und jenigen Zimmermann „so mit der Sondersiechen Magd verheurahtet „aber bede nicht aussätzig sind/ auch gerürtes All- „ musen hievor albereit um Lohn eingesamblet ha- „ ben und zwar alle Sontag für die Liechstahler/ „den für die anderen Sondersiechen/ aufgehetzt „ und hernach beyseyns des Birsmeisters ilnder die „ Sundersiechen außgetheilet: an dem neuen Jahrs „tag/ Faßnacht/ Ostern/ Auffahrt/ Pfingsten „ und Wynachten aber gedachter Bader und Zim- „merman/ als weihen svlhes allein zu verrichten „niht müglich wäre/ von dem Birßmeister noch .. ^ andere aus den Sondersiechen so am säuber- „sten und reinsten sind/ zugeordnet/ und denen „ alles ernsts undersagt werden solle / daß sie sich „ alhier nicht beweinnen/ weniger wie si vor di- „ sem gethan / auf dem kornmarck oder andern plä- „ tzen lägeren sonderen alßbalden nach aufgehebtem „ Allmusen nah St. Jacob verfüegen und sonsten „ ussert obbeinelten Jahrziten keine Sondersiechen „ in die Stadt gelassen noch darinnen geduldet wer- den sollen. Den 12 . ^unü 1652. Nun- Merkwürdigkeiten. L33 Nunmehr wird das Allmusm in der Stadt, durch einen besondern Mann, zum Besten dises Armen-und des Siechenhauses zu Liechtstahl ge- sammlet. Von der Ziegclhütte. ^ <^>Er älteste Ziegelofen, welchen die Stadt Ba- > ^ sel, zum Gebrauche ihrer Gebäuden, voraus. ! sert der Stadt angelegt, ist bey Binningen zu su- ! chen. Die dortige Ziegelhütte stehet annoch, ist aber nicht mehr in obrigkeitlichen Händen. Nun fragt sich, wenn denn die Ziegelhütte zu St. Iakvb, worinnen zween grosse Kalchöfen seyn, > angelegt worden? Wir muytmassen, nach der Zeit, als das jenseitige Gestad der Birst, und die Herrschaft Münchenftein, an die Stadt Basel gekommen ^ ist. Denn an solchem Gestade der Birst lagen die Gruben der Bau - der Kalch - und der Gibssteine; und darzu ward eine Brücke oben an der neuen Welt, über die Birst, angelegt, wie solches bey der Abhandlung von Münchenstein zum Teil angeführet worden. Da aber die Kalchfteine nun viel näher bey der Schanze zu St. Jakob gegraben werden, so ist die vorgemeldte Brücke eingegangen. Gg 3 Zwi- ^ 3 ^ Historische Zwischen der Ziegelhütte und Brüglingen ist eure Walke, ( 7 >Je der E. Zurrst der Leirrwettern Eigentumm ^ ist. Ehernalerr stunde sie mehrers gegerr der Birst hinunter/ an einen Kanal, so aus der Birst in den St. Albans Teuch liesse; nun ligt die neuerbaute an einem kleinen Fall des Teuchs, sehr bequem erbauen, da hingegen die alte sehr gering war. Der Grund und Boden/ worauf die nunmalige Gebäude stehen, ist von dem Gottshaus St. Jakob, obgedachter E. Zurrst, verkauft; und in dem Jahre 1572. verschiedene Anstünde, so sich zwischen den Kaüffer-und Verkaüffern hervorgetahn, gehoben worden. Von MWWMW ^ - j Von Brüglingm. sLS zeiget sich aus einem lateinischen Insten- mente des Jahrs 1259. daß vor selbiger Zeit Mr. Urslinus, der Messerschmid, die damalige Mahlmühle ingehabt, und daß in disem Jahre der Dhomprobst einem Mr. Ulrich und seinem Weib, Hedwig genannt, dise Mühle um einige geringe Zinse verlihen habe, mit der Erlaubniß, die Mühle zu vergrößern, und nach Belieben zu bauen; wobey gemeldet wird, daß wegen dem veränderlichen Lauf des Wassers, dise Mühle öfters dem Untergänge unterworffen sey. Sie muß auch würklich bald hernach, durch ein dergleichen Zufall, Vieles erlitten haben; Massen aus einem andern Instrumente vom Jahre 1260, das zur Aufschrift führet : Nolenäino Lrü§Iin§en jgm äellruüo, sich ergibst, daß disem Mr. Ulrich und seinem Weibe Hedwig, und ihren Kindern, dise Mühle und zugehörige Güter aufs neue verlihen, und verspro- Gg -4 chen ^36 Historische chen worden, daß die Becken der Dhomprobstey allda ihre Frucht mahlen, und sofern sie solches unterließen , nicht destominder den Mahlerlvhn bezahlen sollen; wodurch ohne Zweifel die Mühle wiederum zu Kräften kommen; und da auch der Lauf der Birs gegen dem jenseitigen Gestade geleitet ward, ist sie nachwerts in den Stande gestellet worden, wie sie sich nunzumal befindet. Der ob der Mühle gegen der Stadt stehende Rain ist in vorigen Jahrhunderten mit vielen Fischten bewachsen gewesen, welche nach und nach umgehauen , und der Boden teils mit Reben, teils mit andern Gewächsen, bepflanzet; das neue Gebäude ob der Brüglinger Mühle aber in dem Jahre 4712. von dem Vater des nunmaligen Besitzers, Herrn Alexander Löffel, erbauet. ! Von dem Bade, so ehmalen an disem Orte gewesen, wird das nöhtige bey denen natürlichen Merklvürdigkeiten vorkommen. Uebrigens muß man hier von dem St. Albans Teuche melden, daß selbiger nicht allein zu Treibung der Wasserwerkern, in und äußert der Stadt, angeleget worden; sondern daß er vornehmlich auch zu Flössung des Bau. und Brennholzes gedienet, und auf dessen Rücken viele Millionen Schindle», wor- mit die Gebäude der Stadt ehmalen bedecket waren, anher Basel getragen worden. Von Von den Gundeldingen. D Je Lage, wo sie stehen, wird in alten Schriften, teils der Jakobsberg, teils unten an dem Bruderholz, oder unten an der: Laimgru- ben, und die Gebäude sechsten Weyerhäuser Zerrannt. Ohngeacht nicht alle zu gleicher Zeit erbauet, so findet man dennoch schon in dem dreyzehenden Jahrhundert des Namens Gundeldingen Meldung. In dem Jahre r 5^. sind zwey Gundeldingen aufgezeichnet; das grosse gegen der Birs, und das nunmalige mittlere Schlößlein. Ggs Der- ^33 Historische Derselben werden nun drey gezehlet. Dasjenige so gegen der BirS ligt/ wird von Herr Jeremias Ortmann, des Nahts und Dreyerherr; Die zwey mittlern von Herrn Benedickt Socins sel. Herren Erben; Und das Dritte, von Herr Hans Balthasar Burckhardt, des Rahts, besessen. In dem mittlern befände sich vor Zeiten ein Quelle Wassers, die als Sauerwasser gebraucht worden, und deren nachwerts bey den natürlichen Merkwürdigkeiten Meldung beschihet, nunmehr aber zerfallen ist. Nahe bey Gundeldingen, an dem Wege gegen der neuen Welt, stunden drey grosse Lindenbäume, und eine steinerne Säule mit einem Creutz, und dise Säule zum Angedenken, daß Junker Klaus Meyer, Junker Hansen Sohn, und beyder Adelberg und Bernhard Meyers, Bürgermeistern, Anherr, Besitzer der Herrschaft Buren, allda von seinen an- gehörigen Bauren diser Herrschaft, samt seinem Knechte, im Jahre 1^26. erschlagen worden. Von MM Von Klein Rheinfelden. disem Narnen wird dasjenige Gut ge- nannt, so heut unter dem Namen Birsfeld bekannt ist, und denen Herren Gebrüdern Merlan zugehört. Man findet an verschiedenen Orten aufgezeichnet, daß in dem dreyzehenden Jahrhundert, ohngefehr um das Jahr 1220. ein Dörf- lein oder Meyerhof allhier gestanden sey. Niemand wird zweifeln, daß nicht das Gottshaus St. Man, im Anfange seines Ursprunges, fich in den Besitze dises Orts werde gesetzet haben. Beyde Gestade der Birst waren, wie wir schon angemerkt, disem ^0 Historische disem Gottshaus zuständig; und in desselben Schriften/ vom Anfange des vierzehenden Jahrhunderts, wird klein Nheinfelden, als ein Eigentumm von St. Man, folgender Massen beschrieben: »Das Feld zwischen der Hard, Rhein und »Birsse, mit beiden Seiten der Birsse sambt der » Hagenau; Item von der Birs an, da sie in den »Rhein lauft und in den Rhein ein Spies lang. Der Probst zu St. Man liesse dazumal eine Aus- kündung ergehen , daß, wer das Feld bauen wollte, ihme jährlich von der Jucharte drey kleine Sefter Dünkel, oder Hadern, Zins bezahlen solle. Und auf solche Art sind villeicht dise rauhe Aecker bis zu Zeiten der Reformation angehauen worden; da denn demselben Kloster Pfleger, um dessen Einkünften zu besorgen, verordnet worden. Es pflegte aber der angränzende Baursmann um dise Zeit, gleich als mit seinen eigenen Gütern, in dem Birsfelde zu schalten, also daß sich die Obrigkeit genöthiget sahe, den 30. April 1630. folgenden Befehl ergehen zu lassen: »Daß nu fürohin niemandtser sy joh Bürger, „ Hindersäß oder usserhalb zu Motten;, München- » stein oder anderftwo gelassen, unserem Gottshuß »zu St. Man in sm Eigenthum so das Rhinfeld » genant Merkwürdigkeiten» „ genannt nit faren, darin nützit, mer bauen sol- „ le, er hab den zuvor das Feld, so ein Jeder zu „ bauen begehrt von den Pflegeren, um einen Jahr- „ zins zu Lehen empfangen. In dem Jahre 167-4. ward der gröfte Teil diser Gegend verkauft, warauf das dißmalige Gut des Birsfelds und die dazu gehörige Matten angelegt, die Aecker aber hin und wider, teils Bürgern, teils den Untertahnen von Muttenz, käuflichen hingegeben, und ist nachwerts das Gottshaus St. Man zu denen übrigen Gottshäusern in die Verwaltung der geistlichen Gütern gezogen worden. Von der Birsbrücke, bey Auslauf der Birs in Rhein. A?Enn dieselbe erbauet, wissen wir nicht ei- gentlich zu bestimmen. Vorhin ist gemeldet worden, wie man in dem Jahre 1^6. die Brücke zu St. Jakob die alte genennt habe; hiermit kan dise, als die neue, damals schon gewesen seyn. Die erste deutliche Meldung diser neuen Brücke be- schihet in einer Erzehlung einiger Streitigkeiten vorn Jahre 1-L97. darinn angeführet wird, wie der Graf zu Thierftein, Herr zu Pfeffingen, und Vogt der Herrschaft Rheinfelden, über die nidere Birsbrücke geritten sey, und allda samt seinem Diener einige Fisch- 442 Historische Fischgarn vorn Nasenfange weggenommen habe. Der älteste Abris davon, so uns zu Gestchte kommen, ist in dem Jahre 1057. verfertiget, und zeiget eine hölzene Brücke an, so von dem Birshaüslein bis an das ehnere Gestade führet, und dreyzehen Joche hat. Das Gestade war damals noch nicht so viel erhöhet, und erstrecken steh die Joche bis weit in das Land hinein, weilen denenselben kein sogenanntes Widerlager gegeben ward. In dem Jahre 1664 ist ein sehr schöner Abriß von dem Lauf der Birs verfertiget worden, darinnen hat die Birsbrücke zehen Joch ohne Widerlager; und ist das Bett des Flusses durch eingesetzte Kästen , wie ste die dem Abrisse beygesetzte Beschreibung nennet, in ein engern Raume zusamengetrieben. Wir muhtmassen daher, daß das alte Widerlager neben dem Birshaüslein an dem Gestade gegen der Stadt, welches der in dem Jahre 1738. abgebrochenen Brücke zum Widerlager gedient, erst nach dem Jahr 1664 erbauet ward. Die in den Jahren 1738. und 1739. von schönen gehauenen Steinen mit zwey Bögen aufgestellte Brücke, ist durch das in dem Heumonate des Jahrs 1744. angelof- fene sehr grosse Gewässer hinweggenommen worden; und die nunmalige hölzerne Brücke ist auf die Widerlager der zerfallenen, mit zwey Jochen, gesetzet. Vor Merkwürdigkeiten. Vor etwan hundert Jahren ist von der Birs- brücke bis an das St. Albans Thor ein Weg dem Ufer des Rheins nach gewesen. Und sind in noch ältern Zeiten die Felder zwischen der Brücke und denr Thor mit vielem Safran gepflanzt gewesen, wie hiervon nachfolgende Verordnungen, so um das Jahr 1^00. mögen ergangen seyn, genugsam zeugen: Von Pflantzung -es Saffrantz. „Als ir wol sehent, wie setz, hie by uns, ein „ Louff uferstanden ist, der ob Got wil, nutz Wirt „ sin, daß vil Lüten edel und unedel» zu unser „Statt angefangen Hand, Saffrant ze setzende, „ der such gut an im selbs ist, und Wirt; darumb „ so Hand unser Herren Rat und meister Nüw und „Alt erkent, ufgesetzt und geordnet, daß alle die „ so Saffrant setz in unser Statt und davor bu- „ wen! oder himanthin setzent und buwende wer- „dent, mit in selbs und irem Gesinde, besorgen „und bestellen sollent, daß der Saffrallt uß den „Blumen sufer genonnnen werde, und den mit „Bomeley oder andren fachen niemand trencken „noch khein geverde damitte tribensollent, in khein „ wrse, in schwer oder anders zu machende, den „er an im selbs ist, und das in ouch niemand in „ geschmirwete und gesalbet, Velin in trocken dürre „seck tun solle und daß niemand damite betrogen „werde; Historische „werde; und soll ouch menglich die da Saffrant „ gchuwen Hand und den verkouffen wellent, iren „Saffrant den sy denn verkouft Hand, iir unserm „kvufhus wegen, was ein vierling schwär ist, und „darüber, uf den Wagen die Rat und meister „ sunder darzu gemacht Hand; um das kouffiüten „und anderen so in kouffent, darin gescheche das „das göttlich glich und Mich sye, in gegenwertig- „ keit dero so darüber gesetzt sind, den ouch sie ge- „ walt geben Hand jegklichen Saffrant zu wägende „ und zu besehende, ob er an im selbs gerecht seye „ oder nit und welherley Saffrant sy anders denn „recht sindent, in selicher wise, daz er geträngkt, „ vermischelunge oder khein ander geverde, damitte „getriben, si worden, oder wär ußwendig des „kouffhuses eins Vierlings schwäre, und darüber „ wigt, von dern wellent Räte und meister zu ei- ! „ ner pene und befferung nemmen, ein March sil- > „bers, one gnade, welchen Saffrant aber an die „wage kombt und nit gnug und wol gedört ist, „ denselben Saffrant sollent die so den über die Wa- „ ge gesetzt sind nemmen und den zu unsern Hangen bringen. Von des Saffrantz Sammen wegen. „ Unser Herren Rat und Meister Hand erkennt, „usgesetzt und geordenet durch gemeines Nutzens „willen, daz niemand der iren, in welchen Staat, Merkwürdigkeiten. ^5 „ Würden und Eren er sie, die Safrant-Samcn „ habent, de sy von dißhin ußnemmen wellent, ze „ beiden Stetten meren und mimen Basel densel- »ben iren ußgenommenen Saffrant Samen dhei- „ nen frömbden der in anderßwohin füren wil , ze „kouffende geben sol, noch hingeben es sie wenig „ oder vil, in deheinerley wise und wer das nik »haltet und sinen ußgenommenen Saffrantsammen „ Jemanden frömbden ze kouffende oder suft hingst, „wie sich das füget, von dem wellent Rat und »Meister one alle gnad ze besserung nemmen jeg- „ lichem Sester Saffrantsammen der also verkauft „ oder hingegeben wird 5 ß pfenning und des nie- „ manden erlassen. Vielleicht werden einige Leser muhtmassen, dise Verordnungen können auch von dem Safflor verstanden werden; allein wir glauben, daß solche den wahren Saffran betreffen. Von den Merkwürdigen Begebenheiten, so sich in diser Gegend zugetragen haben. HNEr nur ein wellig in denen Geschichten be- wandert ist, der weist, welchen bis in die spätesten Zeiten fortdaurenden Ruhm fich die Schweißer in dem Jahre bey St. Jakob erworben haben. Es ist daher kein Geschichtschreiber, so hiervon zu handeln Anlas gehabt, welcher nicht, so viel ihm möglich gewesen, alle Umstände Merkwürdigkeiten. ^47 Umstände auf das sorgfältigste zusamen getragen, und dardurch seine Leser aufmerksam gemacht hat. Und da auch uns obliget, bey der damaligen Abhandlung, das blutige Treffen einiger wenigen Schweißer, mit dem zahlreichen Heere des Delphins, Karls des VII. Königs in Frankreich Sohn, zu beschreiben; So wollen wir unsern Lesern mit einer weitläuffigen Erzehlung dessen, was schon in denen Schweitzergeschichten enthalten, nicht be- schwärlich fallen, sondern, so viel als immer möglich, nur dasjenige anführen, was wir, aus bis anher nicht bekannt gemachten Urkunden, entdecket haben. Die Kriegsvölker, deren sich der Delphin nach- werts bedienet, und welche mit verschiedenen Namen beleget worden, waren schon in dem Jahre E9. in das Elsas gekommen, näherten sich zu Zeiten der Stadt Basel, bezeugten grosse Luft, derselben beyzukommen; und die Stadt war nicht nur ihrentwegen, sondern auch in Ansehung des umli- genden feindlichen Adels, in grossen Sorgen. Und da sie mit einer grossen Menge Einwohner beladen, hingegen mit wenig Lebensmitteln versehen, zudem alle Zufuhr der Früchte ihr gesperret war, so haüften dise Umstände ihre Kümmerniß nicht wenig; bis endlich das treue Versprechen alles Beystandes von denen Eidsgenossen, und der Abzug Hh 2 der ^8 Historische der Feinde, sie vollkommen beruhigte. Sie fand aber für nöhtig, alle dise Umstände ihrem damaligen Jahrsbuch, unter folgender Aufschrift, einzuverleiben: Schinder und das Concilium. ,, Im Rammen der heiligen unzerteilten Drival- „ tikeit, Amen. Nachdem da schreibet der wise „ Meister Katbo, das ein jegklicher von natürli- „ cher Liebe allez gutes so inr beschicht, angedenckig „ sin sol; So ist ouch daby ein grosse Notdurft nit „ zu vergessen der dingen und fachen die in Wider- „ Wertigkeit zuvallent, nit allein darumbe, daz gu- »tes mit gutem gelonet werde, oder arges mit l „ argem vergolten; denne das Got dem Allmech- »tigen unib das gute Lobe und Dangke gefeit und „ daz arge mit Wißheit versechen werde, künffti- „gen schaden und Gebresten zufürkommende; „ Wann nu die dinge, so in der Zite beschehen mit „ der zite hingangent und von alter vergessen wer- „det, und was der Geschrift empfolhen wird „ewielich ist, werende; darumbe so Hand, Wir „ Meister und Rate der Statt Basel, dez Jares „ als man nach der Geburt Christi zalte E9. do „ Herr Arnolt von Berenfels Ritter Burgermei- „ ster und Hans Sürlin Oberster Zunftmeister „ was, erkennt und geordnet ein Buch ze machen- 7, de? j Merkwürdigkeiten. ^9 „de, darinne geschriben werden sollent/ solich sa- „ chen uff das kürtzeft die Uns zu gilt oder argen» „beschehent/ umb das unser Nachkommen etli- „ chermosse wissen mögen wie sich die fachen by un- „sern Tagen gemacht und gehandlet haben. „ Also ist ze wissende / als irr dem heiliger» Lcm- „ Lilium zu 8enis erkennt ward ein künfftig Lonci- „ lium il» unser Stat Basel ze haltende / dasselbe „Lonciüum anevieng zu anevang dez Meygen, „ dez Jares als man zalt nach Crists Geburt vier- „ tzechenhundert drissig u»»d ein Jare, und hat ge- „ wert untz uf dise zite als vorstät/ nemlich i^9. „Jare: und ouch firrbasser weren mage, so lange „ der allmechtig Gott das anegesechen hat. „ Also in zyte als das heilige Concilium by Uns „gehalten ist,- als vorstat/ hat sich gefüget, das „ der Jaren als man zalt näch Christus geburt E6. „ und darnach in dem Sybenden Jare grosse Thü- „ re zuviele / in Oberlanden in Schwabenden und ,, in Niderlanden/ und aber by Uns der zyte wol- „ feil was/ darumbe sich nu vil Lütes derselben „ Landen, in die Lande umb Uns und ouch in ,, unser Statt fügktent, ein groß Korn uffkoufftent „ und Hinwege fürtent, und nachdem die Lüte der- „ re Landen ir körn lange zite verhalte»»/ das inen „ soliches nit gölten hatte/ rneniglich geneiget was/ Hh 3 sin ^50 Historische „ sin körn zu verpuffende und des abezekommende „ umb das inen etwas daruß gan mochte, dez so „ wart so vil korns von der Statt und dem Lan- „ de gefürt das wenig ützit beleibe; Also darnach l „in dem E8 Inre vil Thüre in dem Lande/ „ umb uns in unser Statt und in Burgundien I „ das desselben Jares nit so vil gewachsen was / „ nach dez Landes Notdurft / das ein Viernzal „ Dingkeln 30. ß pfenning und darnach zwey pfun- „ de wart gelten / gedacht menigklich es solle besser „werde»/ da wart es leider indem E8 und „ Nün Jare untz uf die ernde nach schwerer und „ grosser Clam denn vor je gesin was; inmossen „das ein Viernzal kernen Syben Guldtn wart „ gelten und ein viernzel Roggen 6 Guldin und ein > „ Viernzel dingkeln 3 18 ^ ttz und 5 18. Also und „ in der zite ward uns in der Herrschaft Lande „ umb Uns veiler koufe verfett: denn was wir in „ demselben Herrschaft Lande koufftent, volgete uns „mit kumber und Arbeit und mußten also in „frömbden Landen körn puffen; nemblich zu „Nüremberg/ by Ulm in Schwaben umb und „umb/ zu Spyre/ zu Wurms und nidenwendig „ Straßburg / das wir mit grossen kosten / kumber „ und Arbeit zu uns bringen mußtent und doch „ digk und vil von Heren und Stetten daran ge- „ hinderet wurdent/ inmossen das wir grossen Ver- „ lurst daran nornment» Besonder woltent uns url- ser Merkwürdigkeiten. ^51 „ ser Fründe von Straßburg nit gönnen körn by ,, Inen ze kouffen / wollen uns ouch nit körn li- „ hm, das wir inen mit anderm körn, da; wir ,, in Niderlande hattent kouft widergelten woltent. „ da; mochre uns weder umb Gelt noch umb ander „ Korn volgen; und wie wol Herr Wilhelm von » Dieß der zite Bischöfe ze Straßburg, und die ,, Ritterschaft in dem- Bostum ze Straßburg mit „ sambt den Stellen Straßburg und Shlezstatt „ ein Versprechen gegeneinander gethan hattent, „ niemand dhein körn vom Lande lassen ze folgende, so was uns doch derselbe Bischöfe so gut, „ das er Uns ein erber Summe korns in finem Bistumb und in ßnem Lande zwüschent Straß- bürg und der Munlät vergünstiget ze kouffende, „ lies uns das ouch gütlich volgen; und die von Slezstatt täten uns darinne Sumnusse und „ schlugent unser Wägen mit körn umbe und nam- „ nient die unsern in eide das wider zu inen ze ant- „ wurtende das wir mit bitte und güte und mit „ unserm Coften üdtg schaffen mußtent, deßglichen „ die von Nüwenburg, den unsern by Inen ouch .. tätent, und wurdent also digke und vil gehin- dert, in manigen Wege: und in denselben ziten „ ist der wolgeborn Herr Margrave Wilhelm von Hochberg der Herschaft Landvogt gesin, und „ Petermann von Mörßberg Hubmeister die und .. etlich der Herschaft von Oesterreich Rete me im Hh ^ Lande -652 -Aistorische „ Lande gesessen uns nit so ftüntlich fürnoment „ noch bedachrent, als wir uns dez zu inen verse- hen hattent; Nachdem wir der Herrschaft in ver- „ gangenen zilen gros früntschaft in manigen wege getan hattent; und doch vil korns im Lande was, „ als sich das fand da das Volke die Schinder oder „ die Armiacken darnach darin zugent, und hat- „ tent uns zu verstände geben Sy hettent allen ka- „ sten im Lande lassen besehen und tönten nit ver- „ ftan daz sy selbs untz Erne zu essen hettent, das „ doch nit an im selb; was, den daby zwölftusent „Mannen der Schulderen und so vil Pferden „ by den drin Wochen umb Dammerkilch gelegert „ und von dannen gezugend, dannoch gros körn „da funden, wart; und me verkoufftet, denne „ vor, e daz volcke ins Lande kam, und zu einer „ ewigen gedechtnusse hat malt dis heißen in dis „ Buch setzen, um das wir und unser nachkommen „ unser und der gemeinen Statt Basel nutz, From- „ men und Ere zu künftigen ziten defterbaß fürnem- „ men und bedertcken mögen. „ Und ist ouch daruf unser kornhuse uf dem Platz „ der zite gemeiner Statt zu nuz und tröst anege- fangen worden, zu buwende, und daz man körn darin kouffen und haben solle. „Und also ist ze wissende, das in demselben »Jar, Merkwürdigkeiten. ^53 „ Jar, als man zalt nach Christas geburt i>l 3 g. „ zwüschen dem Sunnentage InvocsvN das ist die « alte Vaßnacht nnd dem Suntag keminilcere . „ darnach dem nechsten ouch in der zite als das „heilig Concilium by Uns gehalten wart/ und „ die thüre davon davor geschriben stat/ noch wer- „ te/ ein gros Volke so man nampte die Armia- „ cken oder die Schinder in das Land zugent und gabent sich uß / daß sy des Küniges von Fran- „ ckenreich Helffer sin soltent wider die Engelschen „ und was desselben Volkes by den 12000. darun- „ der by s oder 6000 warent mit iren kürüssen „ wol und redelich / ertzuget dasselbe Volke von Lu- „ tringen haruß über die Virste by Zabern harüber „ zugent in das Elsaß und für Straßburg/ rantent „ da etlich blos knechte by den vierzigen die haruß „ gelouffen warent und villicht gut zu gewinnende „ meindent niderleiten und vil Mutwillens an Prie- „sterschaft/ Mannen/ JunckfrowM/ Wiben und „ kinden / wo si die in den Landen ankomment und „ergreiffent/ begicngent/ die Lüte die si viengent/ „ schatztent und die nit geltz hattent ze gebende noch „ geben mochtent die kelen aberissen und si an den „ Strassen ligen liessent/ ouch by zehen tagen umb „ Straßburg und ump Epsich legertent/ darnach „ daselbes ufbrachent und schnelles Zuges das Lau- „ de Harns zugent; Jr ein theil in dem Zuge für „ Colmar ranntent und etliche arme knechte daselbes „ vien- Historische „ viengent und mit inen fürtent, und sich gen Dam- nrerkilch und in die Dörffere daselbes uinb Alt- kilch niderschlugent , da lagend unz in die dritte „Wochen, Mülent und Buchent; denne wie wol „ es dennoch thüre was, so fnndent si doch an dem „ ende korns und anderen früchten gmrg, und fast „me, denn ir Herrschaft und ir Amptlüte selb; » gedacht hettent oder wißtent das daselbes gewesen were, oder funden haben svltent, lagend da- „ selbes untz wider Vlittenvasten anhin: Erhubent „ sich da und zugent fürer und lieffent Grandwiler „ das Stettlin abe, begiengend da vil muhrwil- -> len an finden, Wiben rrnd Mannen und zugent „ darnach fürbaß in Burgundten und wider Pa- » ris; aber in der zite als si im Lande lagend kam uns teglichs Warnung deß sie sich für unser Stat ! ,, Basel schlachtn woltent; da gegen wir uns rü- ,, steten mit Bullwercken, Büchsen und Geschütze „ zem besten wir kontent inen manlich widerstände „ze geben, sie beschribent auch vil Herren und „Stetten von Niderlanden haruf und meindent „ dazu ze thunde, doch so getorste ein teil dem an- „ deren vollielichen nit getruwen; Aber wir schri- bent die fachen allen Eidgenossen den von Bern, „ den von Zürich, von Luzern, von Sollotorn, „ von Frybnrg in Oechtelande und Shwitz und „ andern; und verküntent denen soliche grosse mut- „ willen, so daz volck in den Landen begangen hat- tent, Merkwürdigkeiten. ^55 „ tent, und teglichs begiengent; und wie Uns für- „ kommen wäre und täglich fürkemme / daß si für ,.Uns ze ziehende meindent; Batent si daby ein „ stündlich Sehen ze Uns ze habende: und ob sich „ fügte / das das Volke für Uns ziehen und iren „n.uhtwillen mit Uns ouch understan woltent, ze „ tribende, uns hilfflicb und rrostl.ch ze finde, und „ wie wol wir der zite mit inen noch niemanden „ von den Eidgenossen in Bundtnüffe wärmt, so „ entzougent si sich alle doch zu mole tröstlich und » früntlich und seitent uns hülffe zu mit ganzer Macht / rüsteten sich mit iren Sömern und Co- fte und mweren dingen und warent ganz uf der: „ Füssen zu Uns zu ziehende uns tröstlich und hilf- „ felich ze finde nach trem besten vermögen/ das „ wir gegen inen nieiner zu gutem sollent noch wel- ,, lent vergessen; und hant ouch erkent die fachen und geschickten in dis Buch ze setzende zu einer „ ewigen Gedechtnüsse derselben dingen: denne daz .. Volcke die Armiacken den köpf gen Burgundie kertent; und wir daz denselben unsern Fründen .. verkündetent ltnd widerbuttent / sy davon ein Tru- „ ren und keirr Fröude empsiengent, als das ge- -- meiner Russe was irr allen Eidgenossen. Dise Völker/ welche sich für einige Zeit aus Visen Gegenden zurückgezogen hatten, fanden sich in dem Jahre weit zahlreicher wieder ein. Es -iSki Historische Es werden verschiedene Ursachen angeführet, warum sie in diese Lande gekommen. ^e§i r damalige römische König, kricleriLUL 111. und Erzherzog Sigemnnd deßwegen an den König in Frankreich geschrieben haben; da aber drse Ueberichungen den Inhalt der ili lateinischer Sprache abgegebenen Briefe nicht vollkommen ausdrucken, so wollen wir, weil solche bis gnher ohnbekmmt gewesen, selbige hier beysetzen. Der erstere, so auf Pergament geschrieben, lautet also: „ 8erenillimo krincipi Larolo krancorum IleZi -> sratri nollro carilUmo, kriciericeis Oei Zratia „ Komanorum Hex lemper auZulius ^ullriX Lc, Oux: 8erenillimo krincipi Karolo krancorum kleZi fratri nollro carjüimo lalutem L traternae ,> clileÄionib auZmentum; lerenillime princep 8 fr 3 - ,, ter carillime, etli 8uitenllium in)uri38 nobi8 L „ imperio tacro nuper i11at38 non multipenllamu? ,, guiaall compescenclam eorum auclaciamnee ani- mu8 nobl8 nec potentia lleelk, ut kamen intelli- „ Zat frakernit38 velkra, no8 in eallem kclucia, In- „ so1enti38 guibu8 illi utuntur breviter expone- .,mu8, äeincie c^uiä petamus aut c^uill 6eri per « vellrgm Merkwürdigkeiten. ^57 ,» veitram optemu8 ierenitatem , mox 8ubjun§e- „ niu8; eo nami^ue kuror illorum proZrelkua eit, ,, ut non 5o1nm ciomu8 noiirZe /Vuiir3li8 Oominia, rappini8 incenctiisi^ue valiare, 5eä iplarn quo- -> <^ne noüram L imperii sacri ci vitalem ^uriLen- » iem 3rmi8 impetere cruäelique bello vexare non „ erubuerinl, Huamquam äL ^uriLenl'e8 ipb ü Hue „ cauke 3civerku8 eo8 üuicenies kabuillent, coram „ <^uibu8LUn^ue communit3tibu8 A principibu8 iiare ^uri bete oKerrenl, leä illi plu8 virium „ c^uam ^uitieie le babere icientea, in campo po- ,, tiu8 Huam in koro oonlenäere voluerunt, iu- „ menle8^ue ferrum Aravia ci3MN3 tum iubäiti8 ,, auürie lum ipki8 1uriLen6bu8 intulerunt, incen- „ äentea namcjue 3§ro8 vil!38lzue iubvertenteb, nee „ ab ipb8 iaeris Oei tempÜ8 manu8 subciuxerunt, „ teä L veneranäa monacborum oenobia per 3- „ Zros constituta ürcrarumque virZinum monatte- „ ria ineencierunl, multumciue bumani sanZuinis „ cium 5epiu8 noiiro8 acioriuntur, eikuäerunt» „ c^uam^uam L ipÜ8 omnibu8 eruenta §5 luZubrig „ viÄoria kueril, nec enim pslilur piu8 Oeus il- », lorum con3tibu8 lemper prosperum 36elle iuc- „ celium, qui ^uliitie termini8 proter§3ti8 3äver- ,, ü'.8 proprio8 ciomino8 cornu3 eriZunt üouli kui- „ cenlea ipü c^ui re!i-I3 äomo auttrali oujua erant „ iubäiti imperium^ue sub cuM8 nmbra in liber- „ latem ke ven6iL3ver3nt Isoellere non verentur. li ^58 Historische ,, li NUNL yuia non 0MN!3 ex fententiu ei8 lucce- „ 6unt le6 nepli3rÜ8 lepe iruürantur opt3ti8, cir- „ cumvicin38 §ente8 in auxilium aclvocant, c^uas „ 6bi keöeribub colliZarunt, ex c^uibu8 nonnulli ,, iunt, ^ui licet 3clver5u8 5uperiore8 null:8 ie „ iciant polle vinculi8 obliZari libenter tum ei8 in- „ junZuntur ut rapere ali^uicl mne8 prin- ,, cipe8 tanZit 5ur§entibu8 in äomino8 iervi8 L vil- ,, 1am8 in nobiles buperbientibu8, nec 3mbiZimu8 „ c^uin tale8 3usu8 libenter auäire comprello8 äe- ,, 66ereti8 eapropter cum nos intenclamu8 acl su- „ periore8 alamanie parteb ascenclere omnemc^uo „ operam impertiri, ut cum 6clelibu8 imperii prin- „ cipibu8 L communitatibu8 rebellionem 8uicen- „ üum cum auxilio Oei compescamu8. (^uia for- „ talle continZet ut iocietatem illam armeniaco- „ rum in veliria clominÜ8 militantem lud conve- „ nientibu8 x»3Äi8 aä nolira subü6ia 6enotemu8, „ jam L nunc serenitatem veltram eüicimu8 exo- „ ratam ut in tali calu Zratim eji^em 3rmeniaci8 licentiam L liberum tranlltum ll opu8 kuerit im- „ pertiri veliti8. 8icut äe veltra er§3 no8 caritate L „ 3ike6ione conkäimu8. ker bunc enim moclum „nobi8 L Zenero veüro illuüri patrueli noüro „ Ouci Merkwürdigkeiten» ^59 Duci 8iAl8mun6o m3§no prXliäio eritis §c 3ä reliri§en6um incenciium, c^uoä cum ci3mno non mociico omnium reZum exiliere polier, Deliäerium nolirum piurimum ach'uvabitis. Os- tum in nov3 civitate Die viZelnrm kecun63 3u- Aulii, Anno Domini 1^3. lieZni vero noliri 3Nno Quarto; (A6 M3nci3tum Domini noliri Ke§i8, Domino Lakparo L3nceil3rioreKerente.) Lne38 8iiviu8. Des Erzherzogen Brief, so auf Papier geschrieben war: „ 8erenilumo 3c Lbrilimnillimoprincipi L Do- „ mino Domino Xsrolo Dei §r3ti3 k'rancorum re- „ §i p3tri L locero noliro Honor3n6o atc^ue ca- » riliimo 8ereniliimo 3L Liiriliiänillimo principi io8 re- „ bii8 <^uibu8^ue poüpoliti8, 1ub6itl8 noiiri8 su- ,>xi1io eile, rebe11ibu8 rebiiere 3 c puniciouem „ pmebere 36juv3nte Oeo prope6iem iiiten63iiiu,8 „ 8ereiiit3tem veibr3M tum nobiiit3ti8 intuitu tum j „ propter communem utilit3tem tum propter f3u- j „ §uini8 couiunüionem L 3ikeÄum <^uem iu no- „ bi8 Zeritig roZ3t3M obnixe t3cimu8, ut juxta > „ prX6iÄS8 1iter38 ii contiu§3t 3rmeni3c3ruiii no3 ! „fubü6i3 poüul3re libeuti eo8 3uimo Zr3toHus „ vultu aä P3rte8 noür38 sub 6ebito p3Äo uostro „ venire nou toium xermittLtis ie6 „Dclffin nach üwer Begerunge; Also smt die ! „ Rete ob der Sache 'gesessen und viel daruß mit- . 7, einander gerett, Hand zu lest geraten eyn Bot- ! „schafft zu unserm Herren dem Künige und den ! „ Fürsten gen Nüremberg onch eyn Botschafft zenr „ Delffin ze tünde; und der Ritterschaft und Land- „ schafft das vor erzelt und darinn ze hellen umb »das sollich Gelt so man darzu haben muß bester „ das uffbracht und die Bottschaft bester ee gefür- „dert wurde. Also hat die Lanndschafft geant- „ wurtet, Sidmals unser Herre der Künig und die - „ andren Fürsten nach Türings schriben ze Nürem- „berg syent, wollent sy ußfundig lassen werden „ und eyn sunder Botschafft für sich selbs ob ste sich „ des fürer einen zu unserm Herren dem Künig „ und den Fürsten gen Nüremberg thun, Item die „ Ritter- ! Merkwürdigkeiten. ^63 » Ritterschaft het geantwortet inen sye liep die zwo » Botschafften nach der Neten Meynunge also ze „tünde, aber sie habent dhein Gelt die ze verti- „ gen, deßglich die Rete si habent noch wissent vuch « dhein Gelt Erbringen / und ist ein uneynhellig „Dingk umb uns, das mir gantz mißfelt; Gne- » diger Herre wenn nu Herr Burchart Münch und „mich bedunckt das die Sache Hymen von stat »wolle, ouch nit nutze sye etzlich dazu ze ziehende, »so habe ich mit sinem und Heinrich Kappelers „Rate uff Samstag nechst vergangen Herr Wil- „ Helm von Lutzelstein gen Maßmünster beschriben „ouch Herr Hannsen von Münstral und Herr „ Hug kri3t zu lrns dar ze kommende und sint Herr »Burchart Heinrich Kappeler und ich gen Maß- „ münster geritten, also ist Herr Wilhelm von Lu- „ tzelstein und Herr Hug kriat zu uns dar kommen, » Herr Hanns von Münstral ist nit kommen, was „das gewendet hat, ist mir nit wissende und also „ haben wir mit Herr Wilhelm von den Sachen „eygentlich vil und ernstlich gerett, in ouch üwer „ Schriben lassen hören und gebetten uns geben ze „ erkennen ob er des Volkes also eyn Summ har- „uß bringen mochte, hat er uns des ersten gefeit, „ das er einen Brieff vom Künige von Franckrich „an den Delffin sinen Sun, darum er in im gar „getrüwelich bevolhen, ouch das im der Künig von „Mund selbs gefeit habe, das der Delffin haruß Ji 2 in ^ 6 -L Historische „ in das Land wolle und an in begert, dem Delf- „ fin sinem Sun hie ze lande Retelich und bisten- „dig ze finde, wider die Stette, such das derselb „ Krieg gericht sye XVIII. monat; meint ouch er „ getruwe ir wol ein notturfft haruß ze bringende: „ Als wir in im also ernstlich ankommen fint und „ gebetten mit namen üwer Gnaden und unser al- „ler ermant und gefeit Hand, was uns an disen „Sachen gelegen sye ein Summ Lüten also har- ,, uß ze bringende damit den Eydgenossen ir Velt „gebrochen und uns allen geholffen werde; also „ nach vil rede und etlicher Änschlegen die er meynt „ fürzeneniende werent, die uns aber nit nütze fin „bedunckent, ee das Volke zu Lande kompt, am „ besten find wir in überkommen das er zem Kü- „ nige von Franckrich und dem Delffin riten die „ Sachen werben nach deni besten als er meynt uff „10 tusend Pfehrde haruß bringen wil, doch so „ müß man im haben zem mynsten 2000. Gulden „ ze Zerunge, denn er under 8 Werden nit hin „ in Riten könne noch wolle; so denn wil er ha- „ ben einen schadlos Brieff, und die 2000 Gulden „ mögent ihr da mit so erst ir mögent harabe schi- „ cken, ouch schick ich üch hie die gloubs Briefe „an den Künig von Franckrich und den Delffin, „ die wollent schaffen bestgelt und da mit harabe „senden so ist die Sache richtig, denn het ich itel „ filberen Phender so konde noch wist ich hie niden ,, dhein Merkwürdigkeiten. ^65 „ dhein Gelt uffzebringen; ouch gnediger Herre so „ hat Her Wilhelm vor segs Tagen mit Herr Bur- „ chart Münch gerett, wenn er üwern Brieff von „ minein gnedigen Herren Hertzog Sigmunden het- „ te / an den Künig von Franckrich oder der: Delf- „ fin, so versee er sich nach solichem Willen so sy „zu im habent/ das er solich Volk vil bester ee, „ von ftat bringen mochte, uff das schickt Her „ Vurckart ze stunde/ einen ritenden Botten Thü- „ ringen, nach, eynen solichen Briefe zu erwer- „ben/ da er meynt, der hie zwüschent und dis „ Bottschaft von üch harabe komme ouch hie wi- „derumbe ze Lande sye; Ouch Gnediger Herr „ so hat mir Grass Hans von Tierstein uff Mit- „ Wochen nechst vergangen geschriben/ das die Stat „von Basel Minen gnedigen Herren von Basel „Juncher Rudolfs von Ramftein und in ankom- „ men und gebetten habent mit etlicher: den iren in „ das Veld so vor Zürich lyt, ze ritende und zwü- „schent den von Zürich und den Eydgenossen ze „versuchen/ ob sy nüzit Guts finden mögent; „das habent sy inen zugeseit ze tünde/ und syent „in willen sich uff hüt Sunnentag zu erheben. „ Mag üwer Gnade ouch bedencken nach gestalt „ der Sach / was das uff im habe. llatum uff „ Sunnentag 3Nte lVlar§3retbevirZini8, ^nno 1^^. wernher von Stouffen. Ji 3 Thür- ^66 Historische Thünngs von Halwiler des eltern Schreiben an den edeln Herr Wilhelmen von Grüneberg Ritter minen lieben Ohein. ,, Min willig ftüntlich Dienst allezyt vor lieber ,, Herr Wilhelm; mins gnedigen Herren Hertzog „ Sigmunds Diener der Bachlin zeüger dis Brie- „ ses het mir gefeit er wolle von myns Herren » Hertzog Sigmunds wegen mit Pherden und a>r- „ drenr zu minem Herren dem Könige von Franck- „ rich; hat mir daby ze verstand geben das im üwer „ grauwer Hengst gar eben were, ir wollerrt im „aber den nit geben, ich verspreche denn dafür; Nu wissent ir wol, das ir mich darhinder bracht „Hand, das ich mich von miner gnedigen Herr- „ schafft wegen Sachen beladen habe, die mir gel- „ teilt Sele, Lib, Ere und gut, darumbe so kan „ich an einem solichen nicht hinder sich haben, denn „ ich habe ein sunder getruwen zu minem Herren „Hertzog Sigmunden, und begere an üch ir wol- let nn den Hengst geben so versprich ich üch für .. die hundert und viertzig Gulden umb den Hengst, „ das üch die uff fallt Martins Tag werden sollen, „ darumbe so gebent im den Hengst und sint mir „ darinn als gswilygen als ich üch in disen Sachen „ gewesen Merkwürdigkeiten. -467 „ gewesen bin, geben uff den stillen Fritag knno Thürmg von Halwiler der Eiter. Der Delphin, welcher auf dise Weise angetrieben ward, der Schweitz sich zu nähern, käme in dem Jahre i^. mit einer starken Heersmacht, worzu sich der meiste Adel diser Landen schlüge, in dem Suntgau an, und lagerte sich in den: Angst- monat zu Altkirch. Die Stadt Basel, von allen Umständen wohl unterrichtet, welche in dem del- phinischen Lager vorgingen, und wie sehr der widrige Adel sie zu verkleinern suchte, ergriffe daher alle nur ersinnliche Mittel sich zu beschützen. Nicht nur ward die Befestigung der Stadt eilends verbessert, neue Bollwerker aufgeworffen, alle Türme mit Geschoß wohl versehen; aus Versorg, die Wafferteuche möchten von den Feinden abgeleitet werden, einige Wassermühlen auf dem Rhein angelegt , sondern auch die ganze Stadt in 5. Quartier abgetheilet, und jeden: sein Haubtmann und Büchsenmeister gegeben; also daß auf alle Fälle hin ein jeder wußte, wo und wie er sein Vaterland beschützen sollte. Und hiedurch ist die ältere Kriegsordnung von i-äio. wordurch die Stadt in -4. Panner abgetheilet ward, aufgehoben worden. Ii 4 Der ^68 -Historische Der Vortrab difts Kriegsheers ruckte allgemach gegen die Stadt Basel, und näherte sich dero Mauren, so daß sie mit dem Geschütze die annähenden, welche wegen denen vor der Stadt niderge- rissenen Gebäuden von weitem konnten entdecket werden, abtreiben mußte. Und ward der Stadt nachwerts zur Last gelegt, daß sie mit ihren» Geschütze auch die Person des Delphins, welcher die Stadt in Augenschein nehmen wollen, entfernet habe; dessen sie sich aber genugsam entschuldigen konnte. Hierauf zöge die ganze feindliche Macht nahe bey der Stadt vorbey, um die Gegend von Btnningen über den Birsig; erfüllte das Laimeu- und Birsthal mit ihrer Menge, lagerte sich in denen dortigen Schlössern, besonders zu Messingen, und samleten sich meistenteils auf dem Felde bey St. Margreten, Gundeldingen, Münchenstein, und St. Jakob. Den 2L des Augstmonats ruckte der Graf von Dammartin mit einem Teil diser Kriegsvölker über die Birs, in dem Vorsätze, das von denen Eidsge- nossen belagerte Schloß Farnsperg zu entschritten. Die Eidsgenossen vor Farnsperg aber, welche von allen disen Umständen, von der Stadt Basel, berichtet waren, entschlossen sich, derselben hilfreich beyzufpringen, und fertigten über 1200. ihrer Kriegsleute naher Basel ab. Der t Merkwürdigkeiten. ^69 Der Graf von Dammartin, welcher aus Seckin- gen dessen benachrichtiget worden, erwartete also dieselben bey Prattelen und Muttenz, in welche beyde Dörfer er seine unterhabende Völker verteilet hatte, welche indessen die auf denen Strassen bey Muttenz sich befundene Kauffmannsgüter zum teil beraubten, da mittlerweile einige der vornehmsten Haubtleute sich in dem Schlosse zu Prattelen aufhielten. Die von Farnsperg, in der Nacht des 25. Augst- monats, herabziehende Eidsgenossen, stiessen also, ehe noch der Tag anbrach, auf dise delphinische Vortrupps« , und die Haubtleute der Eidsgenossen wollten sich über disen Zufall berahten; allein ihre unterhabende Mannschaft liesse ihnen hiezu keine Weile, griffen den Grafen von Dammartin so beherzt an, daß er sich zu seinem Hinterhalt bey Muttenz zurückziehen, und mit disem, welche sämtlich der eidgnössischen Dapferkeit nicht widerstehen konnten, über die Birs , zu der gesammelten Heersmacht, entfliehen mußte. Hiemit war zugleich mit dem erhaltenen Siege, auch der Tag des 26. Augstmonats angebrochen. Die durch den Herabzug, und dise zwey wiederholte Treffen, ermatteten Eidsgenossen hatten ihre Feinde bis an das Ufer des Birsflusses verfolget, und I i s stuhn- ^70 Historische stuhnden, ohne Vertuest eines einigen Manns, hier mit Ruhm und Beute beladen, in der Berathschlag gung, was weiters vorzunehmen wäre. Mittlerweile empfiengen sie, durch einen aus Basel abgesandten Boten, die Nachricht von der über- grossen Macht der Feinde, wurden ermähnet, aus ihrem Vorteil nicht zu weichen, und jenseits der Birs zu bleiben; welchem Vorschlag auch die Haubtleute alsobald verfielen; die übrigen aber widersetzten sich disem Entschluß auf das heftigste, und beschlossen, der Stadt Basel zu Hilfe, mit augenscheinlicher Gefahr des Lebens, zuzuziehen. Und über disen Entschluß ist sich auch nicht zu verwun- ! dem; nur muß man die Bündnisse selbiger Zeiten I genau einsehen. Wann die Haubtleute ihre Grün- > de gehabt haben, nicht über die Birs zu ziehen; so hatten hingegen die Gemeinen eine gerechte Ur- sach, der Stadt Basel zuzueilen. Sie waren von Farnsverg hinab gesandt, sich in die Stadt zu werfen. Sie sahen auf der Höh; des Geftads, wo sie stuhnden, dieselbe vor Augen; und ohngefehr der halbe Teil ihrer Mannschaft be- ftuhnd aus den Völkern der Städte Bern und Solothurn, wie auch der Stadt Basel selbsten, welche beyde Städte den andern Tag im Monat Merz des Jahrs 1 ^ 1 . einen Bund mit Basel be- schwo- I Merkwürdigkeiten. ^71 schworen hatten, einander zu beschützen, und wie die deutliche Worte desselben lauten, die belagerten Städte zu entschütten. Wer wollte nun zweifeln, daß die Mannschaft ! diser beyden Städte nicht ihre Verbindlich, welche vermuthlich viele derselben persönlich beschworen ! hatten, alsbald vorgeschützet, und also auch die übrigen, welche alle zum Troste und Schutze der Stadt Basel bestimmet waren, auf ihre Meinung , gebracht haben. Vermög dieses eidgenössischen Entschlusses, welcher aus obgedachter Vündniß hergeflossen, und welche das Haus Oesterreich in der vorgemeldten Richtung der Stadt Basel oft und viel vorgeworss fen, zogen sie beherzt von dem jenseitigen hohen Gestade des Birsrains hinab, und mußten, weilen die Brücke von der Reuterey des Feindes verkitten, und das grosse Geschütz von dem disseitigen Gestade gegen sie gepflauzet war, durch das Wasser des Birsflusses und den wasserreichen St. Albans Teuch, unter beständiger Losbrennung der Kanonen, welche vieles Volk zuschanden richtete, wie auch den übrigen Widerstand der Feinde, mit ohnerhörter Dapfferkeit bis zu der Kapelle zu St. Jakob durchgingen, und selbige Anhöhe ersteigen. Es -472 Historische Es wird in verschiedenen Geschichtschreibern angemerkt, daß ohngefehr s oder 600 . Eidsgenossen bey dem Uebergange der Birs, von denen übrigen abgeschnitten, und in einer Aue dises Flusses von den Feinden erschlagen worden. Unser Baslerische Geschichtschreiber, Christian Wursteisen, hat schon angemerkt, daß diser Umstand nicht gegründet sey; er ist, bekannter Massen, aus einem Schreiben gezogen, welches Hr. Thü- ring von Hallweil an den Herrn Marggrafen von Hochberg, den Tag nach der Schlacht, geschrieben, welches in Aegidius Tschudins eidsgenös. Geschichten, II. Theile, an der -429. Blatseite enthalten ist, und des verlogenen Hallweilers Schreiben von Tschu- din betittelt wird. Ohngeacht nun Tsthudin sechsten in der Beschreibung der Schlacht disen Umstand anführet, so will Wursteisen ihn dennoch nicht gelten lassen, sondern sagt: ,, Weil aber davon in allen andern Verzeichnus- „sen keine Meldung beschehen, weis ich nicht, ob „ irgend solches aus stümpflicher Verkündung (als- „ dan in solchen Fahlen oft pfleget zu beschehen,) „ geschrieben, ehe dan die Sach im Grund erkun- diget worden. Es hatten also die löwenmühtigen Eidsgenossen das - Merkwürdigkeiten. -473 das disseitige Gestad der Birst erstiegen, urw sich, so viel möglich, in der Kirche von St. Jakob und deren Umkreis, gesammelt. Der Delphin, von der ausnehmenden Dapfferkeit dists Volks, teils durch die Zuruckkunft der Seinigen von Prattelen und Muttenz, teils aus dem ohnvermuhteten Durchbruch der Eidsgenossen über die Virs, überzeuget, sammelte gleichfalls seine fürchterliche Macht auf einen Haussen, um darmit die Masten Eidsgenossen , welche schon in der Mitte seines Lagers stuhn- den, nicht nur zu bestreiten, sondern wie ein mächtiger Strom mit grossem Wuht umzureißen und zu verschlingen. Die Eidsgenossen, von welchen schon viele sich zu Tode gestritten hatten, verloren noch keinen Muht. Ihre Beschützung aus der Kirche, mit Abtreibung des Feinds, war ihrer Dapfferkeit und Begihrde, der Stadt näher zu kommen, angemessen; Und da sie wegen der von den Feinden in Brand gebrachten Kirche nicht mehr aushalten konnten, drangen sich die noch übergebliebenen in das um einige Schritte der Stadt näher anligende Siechenhaus, und dessen mit einer Mauer umgebenen Garten, so auf der Kupsserblatte mit der ersten Zahl bezeichnet ist, allwo sie den schwächen und letzten Kampf ausstehen mußten. Die ^7^ Historische I Die feindliche Heersmacht, welcher die Dapffer- , keit der Erdsgenossen ohnbegreiflich vorkäme, ver- ! doppelte mich ihre Kräften. Die Eidsgenossen, welche in dem auf allen Seiten in Brand gerahtenen Siechenhause die letzten Proben ihres Heldenmuhts ^ ablegten, wurden durch das grobe Geschütz sehr beschädiget, und von den einfallenden Gebäuden, Rauch und Dampf merklich geschwächet. Zwey Stürme waren dennoch dem Feinde dapffer abgeschlagen, und selbiger durch die Ausfälle abgetrieben. Als aber die Maurer: des Gartens durch das feindliche Geschoß nidergelegt worden, und der Feind auf allen Seiten herein drang, entstuhnde das al- lergreulichste Blutvergießen, welches die Geschichtschreiber nicht lebhaft genug abzumahlen wissen. ! Die noch übrigen wenigen Eidsgenossen, vielmehr , vom Siege ermüdet, als bestget, blieben also sämtlich, etliche wenige ausgenommen, auf dem Kampf- j platze, mit Ruhm und Ehre gekrönet, todt, und überliessen ihren Nachkömmlingen, mit gleicher Treue und Dapferkeit das Vaterland zu beschützen. Man erwartet vielleicht allhier eine umständlichere Beschreibung der delphinischen Macht, ihrer Generalen und Kriegsrüstunq, wie auch verschiedener anderer Umstände, welche so wohl von de- ' um schweitzerischen als elsaffischen Geschichtschreibern i Merkwürdigkeiten. ^75 bem aufgezeichnet worden. Da wir uns aber vorgenommen , dises berühmte Treffen allein durch die Umstände aufzuheitern/ welche bis anher ohn- bekannt waren/ so übergehen wir das überflüssige mit Vorsatz; doch finden wir sehr billich / die der Vergessenheit entrissenen Namen jeniger Eidsgenossen / welche ihr Blut zum Besten unserer Vaterstadt verspritzet, statt einer Gedächtnißsaüle hier aufzustellen. Von der L. Stadt Bern waren bey boo. Mann, von welchen allen uns allein der Name eines Haubt- manns, Halls Matters, aufgezeichnet hinterlassen worden. Von L. Stadt Luzern etwas über 100. Mann. Der Haubtmann war eitler von dem Geschlecht der Hoffstetter. Von L. Orte Ury ^0. Mann, von welchen nach- genamlte 33 . so in disem Treffen umgekommen, bekannt find: Ernt Schick, Haubtmann. Jenni Plöuwer. Heini Im Hoff. Uli Zemmater. Merchi Bacher. Peter Zwyer. Heini Zwyer. Casvar Schriller. Heini von Tägerlouw. Heini Oeyster. Heini am Brust. Heini an -er Oey. Heini Boß. Wältt Günthard. Hans Knütteli. Heini Matts. Martin ^76 Historische Martin Wyß. Peter Knup. Henßli Troger. Heini Schmid. Cunt Hönigg. Oßwald Kempf. Hans am Stein. Cuni Hageli Jenni an der Egk. Toni von Tannen. Mathts von Wallis. Jeörg Graf. Ulrich Wagner. Henßli Cluser. Jäcklt Capler. Jost Gümmer. Heini Metler von Urfe- ren. Vor» L. Orte Schwitz warm so. Mann, von welchen alle, bis an einen, der wieder naher Haus gekommen, ihren Heldengeist aufgegeben. Zehen, so auf den Tod verwundet waren, wurden in die Stadt gebracht, allwo sie an ihren Wunden gestorben sind. Neun und dreissig lagen auf dem Schlachtfelde todt; als: Jost Reding, Haubt- maiill, des Haubt- mann Rudolf Nesta- lers, von Glarus, Schwähervatter. Ulrich Wagner. Hans Gruber. Ulrich Kätzi. Heini Hager. Ulrich von Steinen. Wernt von Steinen. Martin Schorn. Jost uf der Mur, Hans ze Bachi. Hans in Nickis. Heini Schwtter. Emirat am Veld. Hans Schriber. Rudi Fryendach. Uli Geffer. Uli Böul. Wernt Murer. Hans Jützer. Hans Ebing. Hans Schwiter. Ernt Mertz. Hans Wottiner. Hans Wipfli. Heinrich Merkwürdigkeiten. Heinrich am Stein. Erni Schick. Heini Zwyer. Ult Dürrenbach. Ult Zieberig. Heini Ougster. Uli Gupfer. Rudi Büler. Ernt Metler. Hans Für. Cuni Erb. Uli Ftschli. Uli Stalder. Werni Schelbert. Wernt Fröwler. ^i77 Von Lobl. Orte Un-erwal-en waren ^o. Mann, welche alle umgekommen, und derer aller Namen ohnbekannt sind. Von Lobl. Orte Zug so. Mann, derer Haubt- mann einer aus dem Geschlechte der Seiler war. Von Lobl. Orte Glarus waren so. Mann. Wernhard Kilchmatter, genannt Aebli, läge von Siben Wunden zerfleischet, halb erstorben auf dem Schlachtfelde; ward aber nebst denen übrigen, so annoch einiges Leben in sich hatten, in die Stadt Basel gebracht, allda geheilet, und nachwerts, als er naher Haus gekommen, Land-Ammann seines Lobl. Kantons. Uebrige ^9, derer Namen hernach folgen, sind alle in disem Treffen geblieben: Rudolf Netstaler, Haubtmann, so einige Creutz von Perlen trug, des Haubtmanns Jost Redings von Schweitz Tochtermann. K k Hans -478 -Ziftorijche Hans Steger. Heini Fröwler -er Jung. Hans Rubi. Heini Loreti. Cunrat Tschudi -es Ammans Sohn. Herman Halter. Hans Altmann. Dietrich Meilan. Ult Loreti, welcher wegen -em Ueberzug über -ie Birse mit seinem Haubtmann in Streit gerahten. Cuni Schelvret. Pfister Loreti. Rudi Grüninger. Henßlt Mür-t. Rudi Bönninger. Hänßli Mathis ab Erbs- lowi. Albrecht Knuchler. Enderli Walser. Hans Cläsi «ß -em Than. Albrecht Strerbi. Jung Heini Wala. Peter Heintz. Thöni Turff. Heini Tuest. Lienhar- Vogel. Hans Möttler. Uli Elmer -er Jung. Walti Zay. Hans Kündig. Hans Schumacher. Hans Elmer. Cunrat Zay. Hans Lutschi. Heini Hupphan. Fridli Trüber. Jäckli Gallati. Rudi Diethelm. Henßli Schlitter. Rudi Stucki. Andres Weber. Hans zu Linden» Peter Schüler. Welti Blum. Heini Leiß. Peter ab Egk. Rüdi Värtschi. Söldner des Landts. Hans Römer. Hans Kouffi. Clawi Murer. Von Lovl. Orte Solloturn bey 260 . Mann; von welchen auch in den Solloturnischen Geschichten keine Namen aufgezeichnet zu finden. Von Merkwürdigkeiten. ^79 Von Basel waren in der Belagerung Farnsperg, aus den Aemtern Lichtstahl und Waldenburg, bey iso. Mann/ welche vermutlich alle, einige wenige ausgenommen, bey der Schlacht zu St. Jakob gewesen, und allda ihr Leben eingebüßet haben. Johann Hemman Seevogel war ihr Haubt- mann. Ohne Zweifel waren auch noch mehr Bürger von Basel in diser Belagerung, einfolglich auch in dem Treffen zu St. Jakob. Und solches ist erweislich , allervordrist aus dem Grabmal des Andreas Falkners, eines Edelknechts, so zu St. Theodoren gestanden ist, welcher in diser Schlacht umgekommen. Denn aus denen Schriften des Geschlechts der Merian, welche ebenfalls einen Sohn des Theo- baldus Merians zehlen, welcher in Gesellschaft 29. tapfferer Männern von Lichtstahl, zu St. Jakob sein Leben eingebüßet hat. Zudeme befanden sich bey einem jeden kriegerischen Auszuge einige der Nähten, welche als Kriegs- rähte denen Haubtleuten beystehen mußten. Und weilen auch überdis eine der grösten Kanonen, so der Stadt zugehörte, vor Farnspurg gepsianzet stuhnde, welche von bestellten bürgerlichen Büxen- Kk 2 meistern Historische meistern bedienet! war, so lässet sich aus disem allem Messen, daß -loch verschiedene Bürger der Belagerung von Farnsperg, und auch disem Treffen, beygewohnet haben. Aus denen wegen disir Schlacht aufgenommenen und nachwerts stehenden Kundschaften erhellet, daß verschiedene Landsleute bey disem Treffen gewesen, unter welchen Burckhard Ehrenfels von Lichtstahl war, so in der Schlacht gefangen worden. Der Delphin, welcher bey disem Anläse dieDapf- ferkeit der schweitzerischen Völkern zu seinem grösten Schaden empfunden, liesse seine Erschlagene meistenteils auf denen Feldern, an dem Ufer der Birs, begraben, oder verbrennen, und gestattete auch der Stadt Basel, die letzte Ehre denen Eidsgenos- sen zu erweisen: Die Todten wurden also gesammelt , vile darvon bey der Kapellen vor dem Esch- heimer Tohr, die übrigen in der Stadt begraben, und die Verwundten, so gut möglich, verpfleget. Durch dise Schlacht waren die Feinde beschämet, Viele derselben getödet; Burckhard Münch, so solche in das Land geführt, und zu Münchenftein abgewartet, wie die Schlacht ausgehen wurde, bey Besichtigung der Erschlagenen, mit einem Stein zu todt gemorsten; die eidgenössische Dapfferkeit erhoben, Merkwürdigkeiten. ^81 ven , imd unsere Vaterstadt von dem augenscheinli- chen Verderben errettet. Sie bezeugte auch ihre Dankbarkeit gegen die Eidsgenossen auf alle ersinnliche Weise, und half ihnen nachwerts, so wohl durch gütliche Vermittlung, als mit tätlicher Hilfe, ihre Feinde besigen. Es hatten auch die Einwohner der Stadt Basel, währender Schlacht, ihre zu ihrem Trost angekommene Freunde zu entwickeln getrachtet, inde- me sie mit so vieler Macht, als die Beschützung der Stadt ermangeln konnte, ausgezogen. Als aber von den Hochwachten der Bericht erschollen, daß bey 8000. Mann feindlicher Reuterey, die denen Eidsgenossen zu Hilf eilende Basler, von der Stadt abzuschneiden trachtete, und man nicht eigentlich wissen konnte, wie es denen Eidsgenossen ergangen, sind sie auf Befehl des damaligen Bürgermeisters, Hans Roten, -es Ritters, wiederum zurückgezogen. Es ist leicht zu erachten, daß die Geschichte von diser Schlacht vil zu merkwürdig ist, daß ihro nicht ein Platz in denen damaligen Jahrbüchern sollte vergönnet worden seyn. Wir finden sie auch mit folgenden Worten aufgezeichnet: K k 3 Del« ^82 Historische Delphin. » Ze wissende da; sich gefüget hat, als offen krie- »ge ufferstanden wärmt/ zwüschent der Herschaft »von Oesterreich an einem, und der Eydgnoßschaft »an dem anderenteile, ir? derselben zyt von ge- » werbs wegen der Landsherren ouch Ritteren und »knechten, die der Herrschaft Schloß und Empter »in Elsas und Suntgowe in phandes wise inhat- »tent. so vil geworbm war an den großmechtigen » Fürsten Herren Ludwigen von Ryans des Künigs »von Franckrich eltester Sun, der Delphin ge- »nant, da; er harus in tütsche Land zischen wol« »te, die Eydgenoßschaft und unser Statt Basel »zevernütigen und ganz underzebringen; darumb »ouch derselbe Delphin mit grosser Macht die » man schetzt an drisig tusend gereisiger durch Bur- »gund in dise Land zoch und ward im uffgetan » ohne Stich und schlag Mümpelgard Schlos und »Statt, Altkilch, Ensißheim, Louffenberg, Se- » ckingen, dazu erobertent si die Stette zem heili- »gen Crütz, Herlißheim, Marckelshein, Nidem » Ehenhm, Rossen und andere Schloß um Straß- » bürg und im Elsaß gelegen, also daz si das Elsas » und das Suntgauwe mit Gewalt inhattent; und » als derselbe Herr der Delphin erst in das Land »kämme, zugend der sinen hie für unser Stat uff, und ! Merkwürdigkeiten. ^83 „ und legerten sich ze Brattelen und ze Muttentz; „der andre Harst läge überal im Leymtal und „ Birstal: uff zinstag ze nacht nach St. Bartho- „lomeus tag/ ^nno I^ciusrto und als uff die zyt „die Eydgenossen vor Varnsperg lagen/ zugent in „derselben nacht by tusend Mannen herabe und „ understundent die Schinder ze Brattelen ze über- „ fallen, als sy ouch tatent; damit macht sich morg- „ nendes uff Mitwochen frü / als die Eydgenossen „ die schinder ylten untz harabe zu St. Jacob an »der Birse komment, die andern der Schinderen „ Herste umb und umb zu, und ouch der edelen „ Ritteren und knechten vom Lande mit inen und „kämmt die Eydgenossen und sy alle aneynander „ und beschah uff denselben tag Schlacht/ daß uff „bede Si'ten ein mergklich Volk erschlagen wart, „und undergienge; um derselben schweren läuffen „ willen wart menglichen der by Uns ze blitzende „meynt gegunnet vergeben Bürger ze werdet!/ deß. „halb ouch dise nachgeschriebenen ze Bürger uff- „ genommen worden sint: Von den Roufflüten. Michel Wentz von St. Polten. Erhard Surbeck von Mospach. Eberhart Fromolt von Stugkart. Kk 4 Von Historische Von den Hußgenossen. Wernher Kumer von Straßburg. Florenz von Brüssel. Heinrich Heß von Costentz ein Goldschmitt. Von den winlüten. Peter Boler der Junge von Egessin. Michel Alt von Sultzberg. Heinrich Peyer von Dinckenspihl Bremischer knecht. i Hanns Ehinger von Stein. ! Bruder Heinz Ronte von Oetlingen Augusti- ner Orden. Bürcklin Hirßnger der Wächter. Heinrich Schinlein von Colmar. Franz Phefferlin von Urach. Hrrgelin Atz von Brattelen. Johannes Frideriei. > Wintert inger. / Lienhard Meyer von Gebweiler. > Schriber. Nikolaus Riser. x Hugo Böwlin von Segkingen. ^ Johannes Fünffmäß. Meister Metterschön Artzet. Meister Caspar von Döllen. Johannes Rinwil von Schaffhusen. ^! Johan- > Merkwürdigkeiten. -ä86 Johannes Engelftidi von Rotwiler. Hermannus äs Bingen. Von den Cremeren. Hans Vischpach ein Rodler. Cunrad Wagner von Uberlingen. Cunrad Burckart von Bobenberg. Hans von des Hertzogen Buchs. Steffan Rüß von Gengenbach. Engelhart Ower von Schaffhusen/ ein Zapf. fengießer. Hans Bundschuh von Aech. Hemman von Owe ein Gürtler. Heinrich Tetzlin von Nürenberg. Hans von der Schlesie, Heinrich Zscheins knecht. Hans Schwitzer von Muttenz. Hans Thum uß der Richenow. Fridlin Schwitzer von Muttenz. Hans Zschaler von Rinwiler. Hans von dem Büschi. Ulrich Wolgemut von Nürenberg. Grautücher und Reblüte. Hans Müller von Trimbach. Ulrich Ruff uß dem Rintale. Claus Brucker von Tettnange. Kk 6 Hans -486 Historische Hans Erhärt von Almschwiler. Peter Brnn von Hehenheim. Claus von Andelow. Jacob Tenmnger ab dem schwartzwalde. Erhard Rüst von Dornach. Werkln Schröter von Oberwiler. Hans Würt von Binningen. Jecki Müller von Zyfen ein Rebmam Elevin Götti von Nüwenburg. Peter Smepper des Ertzpriesters pedell» Hans Wolf von Slierbach. Claus Lüpolt von Felsberg. Adam Widenler von Uringen. Dietrich Kempf. Heini Simon von Grentzingen. Peter Franck von Sliengen. Schön Ulli von Veltkilch. Hans von Boppfiligen. Hails Kleffer. Wernlin Krentzinger von Nüwiler. Erhard Krentzinger von dar. Erhard Keller von dar. Simon Krentzinger von dar. Ullin Blenner von dar. Steffan von Mümpelgardt. Clans von Salm. Hans Müller von Colmar. Claus Miter von Atnerswiler. Merkwürdigkeiten. ^87 Merlin Greispach von kleinen Basel. Fritzschi Gey von Volkesperg. Hans von Schwinfurt. Jost Satter von Colmar. Peter Korbler von Sultz. Peter Zymers von Sultz. Ulli Lütitschwiler ein Trösche. Hans Christen zu St. Man. Heini Brunman von Louffenberg. Claus Blane von Wiffenburg. Claus Weber von Friesen. Hans Frümis von Arowe. Michel Seiler von Endingen. Rüdin Wirstng von Stetten. Langhans von Merspurg. Hans Fügs von minren Basel. Hans Sher von Minren Basel. Clewin Helbling von Luterbach. Merlin Sendler von Münster. Elevin Engelin von Hagenbach. Hans Gutgeselle von Oberwiler. Fritz Virnkorn in der kleinen Stadt. Hug Schirrt von Bartenheim. Martin Seiler. Von den Brodbecken. Peter Sunts von Basel. Heinrich Hagenstein. Cle- 88 Historische Clewin Erhärt von Membach. Hans Haseman von Memingen. Heinrich vorn Grunde von Winter» Cunrat Licher von Buchorn. Schönhans von Veltkirch. Ludwig Strübe von Memmingen. Cunrad Haue von Pftrllendorf. Bertholt» Weibel von Vrllingen. Peter Büchßmann von Ruespach. Martin Ranung von Ulm. Oberlin von Hymmelkron by Nürenberg. Hans Haseler. Hmls von Wissenburg. Hans Batzcnhart. von den Schmiden. Peter Symelbecker ein Hammerschmid. Jerg Hertzog von Othmersheim. Berthold Kalthammer von Heidelberg. Härtung Messer von Gebwiler. Cunrat Wolsen von Urach. Peter Weidenlich von Burgund ein koler. Jerg Ehinger von Ougspurg. Ulrich Weyermüller von Ehingen. Hans Säger ein Schwertfäger. Cunrad Jeger von Ehingen ein Müller. Hans Vye von Costenz. Diebold Merkwürdigkeiten. Diebold, Müller von Schönenbuch. Hans Hefter Müller von Hegenheim. Hans Senger vorr Hußgowe Müller. Clewin Liep von Rantzwiler. Schumacher und Gerwer. Cunrad Wißpach von Villingen. Claus Hilteprand. Rudolf Grase von Pfirt. Marx Cloker von Mündelheim. Heinrich Kegel von Kempten. Ulrich Peyer von Jngelftatt. Hans Emmelin von Minren Basel. Hans Kegel von Kempten. Heinrich von Ulm, schuhknecht. Heini Lacher an den Spalen. Heinrich Steglin voll Ehingen. Schmder, Nürßner. Herman Martin von kempten. Hans Spengler von Fryburg kürßner. Hans Sarburger ein kürsener. Böpplin der Schmder von Wiler. Cunrat Burer von kempten. Jacob von Torney. Hans Rüber von Offenburg. Ambrosius Unger von Ofen. Hans Götz von Wissenburg. Hans -490 Historische Hans Ringkow von Bellerstein. Hans Rosenfeld ein kürsener. Ulrich Louginger von Bruck. Heinrich Mangolt von Balstal. Cunrad Woderower von Wetzflor. Stoffel Frily von Riehen. Cunrad Schinder von Bengken. Bertholt» Zschach von Alpespach. Gartener. Hans von Spier ein Seiler. Hans vor: Landau ein karrer. Cunrat Schwab vor: Nowe. Clewin köchlin von Minren Basel. Martin Hafener von Liechstahl ein Seiler. Cunrat Nagel, karrer im Spittal. Henßlin Herbst von Bysel ein karrer. Ulrich Erenknecht ein koch. Fridli Strölin eil» karrer. Lienhart Butz von Almschwiler ein karrer. Heinrich Meyger von Villingen. Hans Mathis von Ursen in Schwytz. Hans Herre vorr Leymen. Heintzi Dürre von Nidern Mospach. Hugli Brellenkopf von Almschwiler. Lienhard Brellenkopf sin Bmder. Ulli Rüst, von Minren Bafel. Bester Merkwürdigkeiten. Vefterbart von Almschwiler. Cunrad Bydermans voll Küsis. Hans Brunner von Rinfelden. Lienhart Brattler von Volkisperg. Peter Berner von Hegenheim. Hans von Hoffstetren von dar. Wilhelm künig vor; Botmenigell. Heini Schürch voll Rinach. Claus Erbe uß dem Göwe. Jacob Rissenstein von Münchenstein. Hans Zschotte von Muspach. Clelvin Lifis von Vißlis. Lienhard Weltis von Oltingen« Heini Wiler von Oltingen. Hans Tenger von schaffhusen. Paulus Weidenlich von Ougspurg. Hans Schwitzer von Blotzheim. Heinrich von Hochstät von Hegenheim. Cuntzlin Stöcklin voll Leymen. Jacob Studer von Wallis. Heinrich Helßzy von Rinach. Heini Valkener von Zürich. Heinrich Stöcklin von Arlisheim. Metziger. Heini, Metziger von Benetzwiler. Erhard Urenhaubt von Hessen. ^92 Historische Ierge von Geißspitzen. Hans Bergrnan von Costantz. Lienhard Rinower von Schletstat. Ulrich Scherer von München. Clewi Heilt von Mornach. Mathys Studlin von St. Gallen. Michel Küti von Walse. Peter Metziger von Straßburg. Merlin Gerber von Oltingen. Zymberlüte und Murer. Richard von Saghs. Hans Huser von St. Gallen. Henrrich Wennenmacher. Peter Hundelt von Zelle am Undersee. Ulli Loser ein schindler. Ottman keller ein Zymbemmn. Peter Huber von Wissenburg. Claus von Hemmelspach. Fridlin Hartliep von Werr. Hans Boltzer von Altkilch. Heini von Aesch, Wagner. Hans Romer von Riechen. Peter Blyer von Gebwiler. Hans Ochsenbach von Rufach. Peter Slatter von Statten. Heintzman Musselin von Blenn. Merkwürdigkeiten. -493 Hans Glasperger von der Hermstatt. Christen Warhofer von Füssen. Elevin Diebold von Steinebrun. Cunrat Keller von Mutteny. Hans Bynniger von Ravespurg. Andres von Ulm, ein küffer. Heintzy Göbel von Pfullendorf. Hans Mettenberger von Blenn ein Armbro- ster. Peter Mettenberg sin Bruder. Symon Phlümlin der Wirt von Helffritzkilch. Merlin am Stein von Muspach. Cuntzlin, Zimmerman von Riechen. Scherer, Moler, Sattler. Hans Taler von Sennheim. Bernhart, Moler von Wesel. Jacob von Wicker. Gerhart Brunnet von Burgundi. Hans Rüllissen von Brüchsel. Albrecht Frisse von Rotemburg. Peter Luntschenbey von Mentz. Benedict von Spire. Arnolt von Triele ein scherer. Rudolf Holler von Friedberg. Hans von Freidenberg. Burckhard von Rulissingen. Ll Claus 494 Historische Claus Urhan von Bingen. Peter von Halle der schererknecht. Bürcklin Wirtenberger von Wangen. Heinrich Tann von Mentz. Hans von St. Lamprecht. Peter Leippach ein Spvrer. Ulrich Unfriede von Landsperg. Claus Sorge von Ulm. Anthonie Ntünch von Riechen. wäber. Lienhard Saxenhuser. Hans Saxenhuser sin Vatter. Hans Hochgemut von Friburg uß Oechtland. Stoffel Lutrer von Münderschüngen. Wilhelm von Richenstein. Thoman Pfister von München. Heinrich Lutenschlager von Mellingen. Cuny Merlins von Oberwiler. Peter Liechsperg von dar. Clewin Schwach von dar. Peter von Louffen. Steffan Bütehusern von Burghuß. Hans Tößlin von Bartenheim. Clewin Pfirters von Betlach. Merlin Schirmer von Sieretz. Vischer I Merkwürdigkeiten. Vischer und Schifflüte. Franz Blowen ein Vischer. Claus von Eppfich ein schiffknecht. Clewin Zulli von Hüningm. Hans Zulli sin Sun. Peter koler von dar. Berchtolt Schoubenkorn von dar. Peter Schönhare von dar. Merlin zer Bach von dar. Clewin klepf von dar. Lienhart Röwlin von Bellikon. Hans Haberkorn von Hüningen. Martin Gottfrid von Straßburg. Kleinhenny Frünt von Hüningen. Von -er kleinen Statt enet Rins zem Griffen. Joft Wassergrafe Stubenknecht. Hanns krecher von Wympfen. Heini Nagel von Helffritzkilch. Zer Herren. Hans Rützschmann von Betlach. Zem Rebhuse. Hans Grelliger von Riechen. .lobslinir Lspt. Ao. ^^6. Ll 2 ^l-5 Reisige ^96 Historische Reisige Gesellen, Goldener. Friderich Nageler von Costenz. Peter Hußwirtsknecht. Friderich Scherli Söldner. Hans Regel von Bodmen, Hans Cunrad Sürlins knecht. Michel Lüdin, ouch desselben knecht. Cunrat Metziger von Bartenheim. Heinrich Roß von Louffenberg. Ulrich von Münsingen. Hans Gesseler von Rufach, des zem houpt knecht. Ulrich Bolgant von kempten. Ierge Sigrist von Basel. Gilge Fudaxe von Rinwiler. Hans Silberwiß, Waltenh: knecht. Clewin Pfiffer von Oberwiler. Peter Winmann, Schillings knecht. Claus Sidenmann von Muttenz. Sigemund Röwel von Ravespurg. Hartman klober von kulitz. Hans Buheler von Gebwiler. Cuny vom kloster. Uli Hochmatter von Bartenheim. Ruman Scherbach, von dar. Kuni Hochmatter von dar. Lienhard Hochmatter von dar. Wetzel Merkwürdigkeiten. Wetze! Billing. Sifrit Struß von Muttenz. Clewin Höplin von Stetten. Henßlin kopp von Diepfliken. Heintzy Grülich von Dornach. Heintzlnan Schriber der karrer» Hans Schwab von Stetten. Peter Jungher von Vißlis. Von Nüwiler Landenberg. Lienhard Reiner Fridli krenzacher von Nüwiler. Friheit. Hans von OschoffenHnrg genannt Helblings manrr. Diese alle nun waren, nach dem Gebrauche der dainaligen Zerteil, als neu angenommene Bürger verbunden, bey den nächsten stch ereignenden Anlässen, wider den Feind auszuziehen. Und weil um dise Zeit bald täglich ein Feldzug beschuhe, so kan man für feste setzen, daß, nach der damals beliebter Einteilung, alle dise, denen zur selbigen Zeit beschehenen Auszügen und Belagerungen, bey- gewohnet haben. Ll 3 Nach- ^98 Historische Nachdem der Delphin etliche Tage auf dem Schlachtfelde ausgeruhet/ zog er sich wiederum in sein altes Lager, naher Altkirch, zurücke, und be- ^ gäbe sich naher Ensisheim, wohin so wohl das Con- ! eilium, als die Stadt, eine Gesandtschaft abgefertiget, mit welcher des Delphins Abgeordnete den 6 . Herbftmonats zurücke in die Stadt gekommen, um einen Frieden zu errichten; da denn die Gesandten von Bern und Solloturn, als welche, wie vorhin schon angezogen, mit der Stadt besonders verbündet waren, sich alsobald auch anher begeben, und denn bey der Ankunft der übrigen eidgenössischen Gesandten, den zum teil schon in der Stadt Basel behandelnden Frieden den 28. Weinmonats zu Ensißheim vollkommen beendiget haben: Worinn der Delphin nicht nur denen Eidgenossen und der Stadt Basel alle Freundschaft, sondern auch ihre Feinde zu besänftigen, und so fern dise sich nicht zum Ziele legen wollen, seine Hilf und Beystand verspricht; zu welchem Ende ihme eine Verzeichniß derselben sollte vorgeleget werden: Die Gesandten von Seiten der Stadt Basel waren, Andreas Ospernel, Zunftmeister; Friedrich Schilling und Heinrich Albetsen. Das Friedensinstrument fängt an: „ I^uäo- Merkwürdigkeiten. „ I^uciovicus primo§enitU8 Ke§i8 krgncorum „Oeipkinu8 Viennenki8, univerÜ8 prXients8 lit- „ ter38 inspeüuri8 salutem: 8icuti pro appunÄua- ,, tione IenÜ 8 Oätobris, „ ANNO Ward unterschrieben: I. o v ^ 8 . „ ?er Oominum Oeipkinum in 5uo Loniilio in „ ^uo ersnt Oornini 6 e Lueil, 6 e Ldatillon, „ä'LKiikgi- äsNalicorne, 6 ekont 3 ine 8 , 6 u Loi 8 - „ rou§es L pluribu 8 aliis prsetentibus. koiüier 8 . Ohngeacht dises errichteten Friedens, hatte die Stadt Basel die gröfte Ursach auf ihrer beständigen Hute zu seyn. Die delphinischen Völker genossen einen freyen Eingang in die Stadt, und hingegen die von Basel konnten ohngehindert derselben Ll ^ mit 6 oo Historische mit einem Stadtfahnlein versehen, hinziehen, wo sie wollten, und die benöhtigten Lebensmittel zuführen. Allein dise Völker waren der Beute gewohnt , beschädigten von Zeit zu Zeit einige Basier, so daß von Seiten Basel hingegen bey 20. Arminiacken gefangen, und so lang behalten wurden , bis die entstandene Anstünde gehoben worden. Indessen waren dise Gäste denen am ohnkom- lichsten, welche solche zu der Eidsgenossen Unter- ! gange in das Land gelocket hatten. Verschiedene Reichstäge warden angesetzt, sich zu beruhten, wie diß Volk aus dem Lande zu vertreiben wäre; ja so gar ward die Stadt Basel ersuchet, hierzu Hilfe zu leisten. Die Stadt aber, ohne sich über dises Begehren weiters herauszulassen, gäbe eine abschlägige Antwort, und sagte, wie sie genug mit Beschützung ihrer sechsten zu thun hätte. Es waren auch kaum die delphinische Völker abgezogen, so mußte die Stadt von der Herrschaft Oesterreich, und ihren Anhängern, gleiche Feindschaft erdulden, wie vorher; der Krieg gienge von neuem an, und die Schlösser der feindlichen Edelleuten wurden eingenommen, worinnen man verschiedene, denen Eidsgenossen, welche zu St. Jakob Merkwürdigkeiten. soi kob todt geblieben, abgenommene Waaffen fand. Mittlerweil waren alle diejenigen, welche Lehen von dem Hause Oesterreich trugen, in dem Nahte abzutretten genöhtiget, und die Untersuchung vorgenommen, wer die Armtniacken ins Land gesüh- ret hätte? und als solche entdecket, ward in dem Jahre 1^45. der ernstliche Entschluß gefastet, daß alle dise Fürsten, Grafen und Edle, nicht zu Bürgern sollen angenommen, noch ihnen einige hauShäbliche Wohnung in der Stadt gestattet werden solle; welche Verordnung (sonoch auf einigen E. Zünften allhier, mit dem grossen Jnsigel besigelt, zu finden ist) Wursteisen von Worte zu Worte, samt den Namen derer, welche es betroffen hat, anführet. Die Feindseligkeiten wurden also beyderseits aufs höchste getrieben, bis in das 1 ^ 6 . Jahr; da war man endlich beyderseits müde; und > als Haus und Hof zerstöret lagen, suchte man den vorhin verhaßten Frieden. Es wurden also die gütlichen Unterhandlungen, zwischen dem Hause Oesterreich und der Stadt, noch in gleichem Jahre, zu Costanz angefangen; beydseitige Klägden schriftlich und sehr weitlaüffig, mit Antwort und Gegenantwort, abgefaßt. Als man aber in der besten Berahtschlagung begriffen, > und einige Sprüche der Schiedsrichtern schon ab- gefasset waren, so zündeten einige Absagungsbriefe, ver- 502 Historische verschiedener vorn Adel / die Kriegsflamme in dem Jahre 1^8. wiederum an, welche bis in das folgende Jahr gewütet, da endlich der Friede mit dem Hause Oesterreich, der Stadt Basel, und denen übrigen Eidsgenossen, hergestellet, und auf dem Kornmarkte öffentlich ausgeruffen ward. Aegidius Tschudin erzehlet alle dise Umstände auf das deutlichste, und denenselben ist, in Ansehung diser Richtungen, in einer so kurtz gefaßten Abhandlung, als die unserige ist, nichts weiters beyzufügen; Als die sehr merkwürdige wegen der zu St. Jakob vorgegangenen Schlacht aufgenommene Kundschaften, welche folgende sind: Kundschafft antreffend die Beschicht -er Schlacht zu Saut Jacob. ,, Wir der OKcisl des Bischofflichen Hoffs ze »Basel tunt kunt menglichen mit disem Brieff „ das in dem Jare da man zalt noch unsers Hei- „ land Christi Geburt Tusent vierhundert viertzig » und sechs Jare uff Zinftag nechst vor Sant Mi- „chels Tag des heiligen Ertzengels ze Vesper Zyt, „sint vor uns als einer offenen bewerten Person „in Gericht und Gerichtswis offenlich gestanden „und liplich gewesen, Der ersam und bescheiden »Hanns Merkwürdigkeiten. .60.3 „Hanns Zschäggabürlin Bürger und des Rates »ze Basel, anstatt und in «amen auch mit gan- »tzem vollem Gewalt der fürstchtigen und Wisen des Bürgermeisters und der Retten ze Basel von „sembtlichem Gewalt wir obgenannt oKcial ey- „ gentlich underwißr sind an einem und die bescheidenen Burckard Erenfels von Liestal, Clewi „Schenck, Heinrich Grendlis, Peter Brüdcrli, „Hanns Kopffer, Jeqkli Brüglin von Muttentz, „Cuni Surlin der Vogt, Cunrat Wittich, Cle- „win Zessinger, alle von Münchenftein, und Lien- „ hart Heber von Müllchenstein als Zügen in diser „ nachgeschribnen Sache, die ouch alle Zügnisse ze „gebent für uns in geschafft geladen und berufft „ warend zu dem anderen teilen, und bat derselb „ Hanns Zschaggabürlin uns den obgenanten OK- 5- cial an statt und in Rammen der vorgemclten „sinen Herren der Retten, das wir die vorge- „ schribnen Personen in Zügen wiß geswornen nem- » men und si anhören, und jr Sag und kuntschafft „ eygentlich usschriben lassen wollen, durch einen „unsers Gerichts Notarien, umb solichs als hie „nachgeschriben statt, besunder, als das gut zwü- „ scheut Brattelen und Muttenz durch die Schin- „ der genommen ward, wer davon den Lantzlüten „daby und mit gewesen sige und ouch an der „ Schlacht ze sant Jacob und was jnen davon ze „ wissen sige und In namen als vor, samlichs ir ,> sage so^ Historische „ sage und Kuntschafft unser offen Brieff mit des obgenanten Hoffs Ingesigel besigelt geben wol- » tent, also haben wir der obgenant oLeia! von solicher ernstlicher bitte und such des rechten we- gen dieselben obgeschriben Personen in Zügen miß geschworn genommen, die ouch also vor uns ge- » schworn Hand ze Got und den heiligen mit ge- » lerten und uffgehepten henden ein Warheit har- » umb ze sagend niemand ze lieb noch ze leid we- » der durch Früntschafft noch vientschafft nriet noch » durch Mietwon, durch Borgt, durch Gewalt „ noch durch dheinen argen List on alle Gnade, „ und Hand sie ouch und jeglichen besunder uff sem- » lichs als vor statt lassen verhören, und sie Hand „ gefeit in die wiß als nachgeschriben statt; des er- » sten Burckart Erenfels von Liestal hat geschworn ein Warheit ze sagen in diser Sach, ist gefragt » uff semlichs als vor statt und was jm begegnet „ sige, als die Schinder in das Land gezogen wa- „ rent; hat gefeit, wie er uff Mittwochen nechst ,, nach sant Bartholomeus Tag als die Schinder » in das Land kommen warent, und als die Eyd-- « genossen von Varnspurg herabe zugent bis uff „ die Birß, da zuge er mit inen und wurde da- ,, selbs gefangen als es inen leider da bund gienge, „ und warent daselbs an der Geschlacht uff der „ Birß von den Landßherren Edel und unedel eyn michel schar besundrer achtzig Pferd die all tütz- schen, -2 Merkwürdigkeiten. so 5 „ scheu waren, die mit disem Zügen von der Birß „ gen Seckingen und rittend nämlich der von Rech- ,, berg die zwen von Valkenstein, Jungherr Hug ,, von Landenberg und Heinrich Schriberlin zem Hasen, Martin, war vor Zyten Jungherr Pe- „ ters von Ramsteins Knecht, Hanns Margkstel- „ ler, einer genant Paulin des von Valkenstein » Knecht, der alt Sopense von Seckingen, Con- „ rat von Brugk, des von Valkenstein Knecht und „ sust vil edler und unedler die er jetzund nit ge- „ genennen kan, Ouch hat er gefeit, als er an der Birß gescheht wart und Jnn der von Valkenstein „ kouffte, da spräche des von Valkenstein Knecht „ Paulin ze einem daselbs, dann diser Züge jetzund „ nit nennen kan, Jungher wo soll ich ihn führen „ sol ich in führen da wir hüt ze morgen össen, da „ sprach derselbe Jungher, schwig das dich Bocks- „ Hut schende, er wisse aber nit wer der Juncher „ were, dis und nit anders hat er gesät nieman ze „ Lieb noch ze Leid denn durch der lütern War- „ heit willen. Clewi Schenck von Muttenz hat „ geschworn in diser Sach ein Warheit ze sagen, ist by drissig Jaren alt, und ist gefragt uff sern- „ lichs als vorstatt besunder von des Nommens we- „ gen der da beschach by Brattelen, were daby „ und mit von den Landßlüten gewesen sind, hat „ gefeit, als die Schlacht beschach ze saut Jacob, ,, da hörte er wol sagen von etlichen die er jetzund . nit 506 historische „ nit genenrretr kan, daß Jungherr Jerg Knörin-« „ ger Spechbach Herr Burckart Münch und „ Speckesser und vil edler und unedler die er nit „ genennen kan, das die ze Münchenstein in der „ Vorburg legen-, dis und nit anders hat er ge- „ seit niemand ze Lieb noch ze Leid, denn durch „ der lutern warheit willen; Heinrich Grendlins ? „ von Muttentz hat geschworn in diser Sach ein ! 7, Warheit ze sagende ist by drisstg Jaren alt, und „ ist gefragt uff semlichs als vorstat von des No- „ mens wegen der da beschach by Brattelen, hat gefeit das er davon nit vil wisse denn allein als ! „ die wägen zwüschent Brattelen und Muttentz beroubet wurdent, und die Schinder im Dorff „ ze Muttentz lagent da wurde sin Wib und En- „ nelin Grünenwaldin gefangen, da spräche En- ! „ nelin Grünenwaldin ze sinem Wib, ich habe „ Arbogast Zinrmermann hie gesechen under den ! ,, Schindern, konden wir zno Im kommen das „ er uns hünnen hülffe, aber er floch alsbald er „ mich gesach, Ouch hat er gefeit das Clewi Zes- „ singer von Münchenstein im gefeit habe wie das „ Hanns Gutzlwiler voll obren steinen Brunnen 7, im ftite das er ouch da by gewesen sige, als das „ Gut by Brattelen durch die Schinder genom- „ men wart und wurde im ouch des Guts ein ^ „ Teils, Er hett im ouch gefeit das er und sin : 7, Herr von Stouffen an der Geschlacht gewesen - -- sigend Merkwürdigkeiten. 507 „ sigeud ze sant Jacob, seit ouch das Wernlj » Margkstein von Muttentz im gefeit habe, das „ Hermann Speckesser ouch daselbs ze München- ,, stein gewesen sige und hat ouch gehört sagen das „ Spechbach, Jerg von Anbringen, Herr Burckart » Münch und andere ze Münchenstein in der Vor- „ bürg gelegen werent, als die Geschlacht wart. „ Dis und nit anders hat er gefeit, niemand ze „ Lieb noch ze Leid denn durch der Lütern War- „ heit willen: Peter Brüderlin von Muttentz hat „ geschworn in diser Sach ein Warheit ze sagen „ und ist gefragt uff semltches als da obenen ge- „ schriben statt, besunder von des Nomen wegen der by Brattelen genommen wart und hat ge- seit, das er davon nit anders wisse denn das er „ semmlichs gehört habe, daß Arbogaft Zymmer- „ man in dem Dorff ze Muttentz were mit den „ Schinder in dem Leger; hat ouch gehört sagen, „ wie das Jungher Knöringcr Spechbach, Herr „ Burckart Münch selig, Speckesser und andere „ vil ze Münchenstein lagent irr der Verbürg, als „ die Geschlacht beschach, er wisse aber nit von » wem er es gehört habe, dis und nit anders hat „ er gefeit niemand ze Lieb noch ze leid denn durch „ der lutern Warheit willen: Hanns Kepffer Vogt „ ze Muttentz hat geschworn in diser Sach ein ,, Warheit ze sagen; Ist by fünfftzig Jaren alt „ und me und ist gefragt uff semmlichs als vor- „ statt so 8 Historische „ statt und hat gefeit das er davon wenig wisse „ wannd er war in der Star Basel, doch habe er „ gehört sagen von Ennelin Kepffers die da im „ Dorfs ze Muttentz gefangen war, das die Im „ feite, das si Argobast Zymmermann ze Muttentz „ gesechen hette hinder sins Natter Hust im Gart- „ ten, da ruffte fie ihn an um Hilff, da sprach er „ Gott helff dir, ich mag dir nit helffen, Item „ darnoch so feite er ouch, als die Geschlacht ze „ sant Jacob beschach, da hörte er wol sagen, in „ dennen Räten er könne aber jetzund nit wisset, „ von wem er es gehört habe, das Juncher Jerg ->, Knöringer Spechbach Herr Burckard Münch „ ulld Speckesser und vil ander Edler und unedler „ die er nit genennen karr, das die ze Münchenstein „ in der Vorburg lagend, dis und nit anders hat er gefeit niemand ze Lieb und noch ze Leid, den „ durch der Lütern Warheit willen. Item Jeck- „ lin Bruglin von Muttentz hat geschworn in di- „ ser Sach ein Warheit ze sagende, ist by fünff- ,, zig Jaren alt und ist gefragt uff semmlichs als „ vorstatt und hat gefeit, das er uff den Tag als » die Geschlacht beschehen zu Sant Jacob, dagien- „ ge er mit den Oberlendern biß an die Birß und „ als es inen da übel gienge da fioch er en weg und „ sach da vil Bappirß und anderen Kouffmanschatz „ ligen uff dem Velde und da fürte Heitzi Pentelin „ von Muttentz die Wegen daselbs zem Teile in ,, die Merkwürdigkeiten. sos die Statt gen Basel, der mochte me davo müssen, und spricht das er keinen nie Sekante der mit den schindern daselbs wer und gesechen such nie dheinen Landsherren oder Knecht; wol habe er sidher gehört sagen von Heinrich Seilern von Waltbach das die von Valkenftein und Herr Burckart Münch ze Münchenstein legent, als die schinder in das Land kament: Er hat ouch gefeit das Im Clewi Margstein von Muttentz gefeit habe, das er Herr Burckard Münch sechs under den Schindern, als das Gut ze Bratte- len genommen wart, da were derselb Herr Burckart by und mit ze Brattelen im Dorff, wand derselbe Clevi Margstein war dazemale gefangen durch die Schindern, dis und nit anders hat er gefeit niemant ze Lieb noch ze Leid, denn durch der lutern Wahrheit willen: Cuni Scherli, Vogt von Münchenstein hat geschworn in diser Sach ein Warheit ze sagen, ist viertzig Jaren alt und me und ist gefragt uff semlichs als vorstatt uff den Nommen der da zwüschent Brattelen und Muttentz beschach, hat gefeit das er davon wenig wisse, aber als die Landßlüt uff dieselben Nacht als die Schinder in das Land kament, das war uff Sunnentag ze Nacht nechst vor sant Bartholomeus Tag gen Münchenstein in die Vov- burg kament, da war er und ander von Münchenstein by irem Jnnchern Conrat von Löwen- M m „ berg 5) 610 Historische ,» berg uff dem Hus, unddaselbs in -er Vorburg -> warent von den Landßlüten Herr Harms von „ Münstral, der vonRechberg, Juncher Thoman ,, von Valkenftetn, einer von Stouffen, und einer » von Hallwiler, der Junger Jerg von Knorin- » gen, Herr Burckart Münch, ein von Geroltzeck; ,, als im -an Juncher Conrat von Lowenberg die „ nampte, wand er bekante sie nit; Item er hat ,, such gefeit, das Soppense von Seckingen da „ war, Ulrich Schutz Speckesser, Martin Ritzlis „ sun von Terwiler und suft ander edel und unedel ,, vil die er nit bekannt, er hat ouch gefeit, das ,, dieselben Landßlüt ein risen Bappirß daselbs ge- ,, beut Herr Hannsen dem Lütpriester ze München- stein da by man wol verstan mag das si ouch by „ dem Nome der da beschach zrr Brattelen gewesen warent, dis und nit anders hat er gefeit niemand „ ze lieb noch ze leid denn durch der lütern War- ,, heit willen; Conrat Wittich von Münchenstein „ hat geschworn in diser Sach ein Warheit ze sa- ,, gen, ist by drissig Jaren alt, und ist gefragt uff ,, den Nommen der da zwüfchent Brattelen und „ Münchenstein genommen wart, hat gefeit, was „ er von den Sachen gewitzt hat, und nach dem „ sin sagen verhört und verschriben worden ist, hat „ er in allen Sachen gehelin mit Cüni Sürlin dem Vogt der da vor gefeit hat wand er ouch uff die- „ selben Zyt by sinem Juncheren Eonraten von Löwen- Merkwürdigkeiten. 611 » Lowenberg uff Münchenstein gewesen stge, dis „ und nit anders hat er gefeit niemand ze lieb noch » ze leid denn durch der lütern Warheit willen; „ Clewi Zesstnger von Münchenstein hat geschworn „ in diser Sach ein Warheit ze sagen, ist by sechs „ und zwentzig Jaren alt, und ist gefragt uff sem. „ lichs als vorstatt und hat gefeit das er sidhar „ nach der Richtung ze obern Steinenbrunnen uff „ einen sunentag vor sant Bartholomeus Tag von » Hans von Gutzwiler Juncher Wernhers von „ Stouffen Knecht gehört habe, das er steh des be- „ rümbte wie er by dem Nommen als das Gut „ zwüschent Brattelen und Muttentz durch die „ schinder genonlmen wart gegenwärtig war und „ wurde da me denn hundert Gulden wert bap. „ pirß zerrissen und neme er ouch daselbs vil stick „ und anders das im eben was und im werden „ möcht, sät im ouch daselbs das er und Jungherr „ Wernli von Stouffen by der Geschlacht ze sant ,, Jacob warent und lege er und ander reisig Ge- „ selten uff dem Velde uff den Bächen, also käme ,, sin Jungher Wernlin und spreche zu inen wol „ uff wem ligent ir hie geschouwet dis abentür was „ wir hie machent, also rittent sie da mit sinem „ Junchren zu sant Jacob zu dem Garten, da „ wurffe ein Schwitzer sinen Junchren mit einem „ Stein in ein Siten das er sich über den Sattel ußbog, da spreche derselbe Hanns Gutzwiler wol Mm 2 „uff 612 Historische „ uff hynnen hie ist nit gut Kurtzwil, er feite im „ such derselbe Hanns Gutzwiler das die Walchen „ die schwitzer alle gefangen uff woltent han ge- nommen da viele Herr Peter von Mörßperg dem „ obresten Hauptmann under den Schindern ze „ Fuß und batte den und ermannte in des Eydes „ so er sinen Herren von Oesterreich geschworen „ hette, das si der Schwitzern keinen gefangen ue- „ ment sundren das sie dieselben Schwitzer alle er- » stächen, dis hat er alles gehört von dem obge- „ nannten Hanns Gutzwiler der es im ungebetten ,, und eigens Willens in rümes wiß feite, dis und ,, nit anders häte er gefeit niemand ze lieb noch ze „ leid, den durch der lütern Warheit willen. Lien- „ hart Heber von Münchenftein hat geschworn in „ diser Sach ein Warheit ze sagend, ist by vier- » tzig Jaren alt, und ist gefragt uff semlichs als „ vorstatt, hat gefeit das er uff Sunnetag ze Nacht „ als die Schinder in das Land kament und in die „ Vorburg gen Münchenstein da war er uff der „ Burg by Juncher Conraten von Lowenberg und » werent vil Landslüt in der Vorburg ze Mün- „ chenstein die er nit bekannte, doch bekante er „ den von Valkenstein, Juncher Thomann, Herr „ BurckartMünch, Jerg von Knöringen, Speck- „ esser und Martin Ritzlin von Terwiler, sust be- kannt er niemand; er hat aber wol gehört von Speckesser ze Münchenstein, das er selber feite „ das Merkwürdigkeiten. 513 „ das er mit einem Herolt ein Warnung Brieff » vvrr Seckingen brechte den Schindern gen Brat- » telen das si gewarnet solten sin, wann die Schwi- » Her die keminet abenen herab und woltent sie be- „ sechen in dem Lager, suft weiß er nit anders, „ dis und nit anders hat er gefeit nieman ze lieb noch ze leid, denn durch der lutern Wahrheit wil- „ len. Und ward also dise vorgeschobene Kunt- » schaft und Zügsam vor uns dem obgenanten ok- „ bcial und durch die vorgemeldeten Zügen besche- „ hen und zugangen sind in der Maß als vorge- » schriben stand. Darumh so Hand wir ze Urkun- » de und merer Kuntschafft derselben Dingen des „ obgenanten Hosts Jngesigel von bette und An- » ruffunge wegen als vorstatt geheissen hencken an » Visen Brieff, der geben ist in dem Jar und des » Tags als vorgeschoben statt. Uebrigens erhellet ferners aus denen vor den Schiedrichtern im Jahre 1^6. eingelegten Schriften, wie und welche Güter, ausser der Stadt Basel gelegen, zur Zeit der Schlacht beschädiget worden; Wie die Stadt mit Schanzen hat sollen umgeben, eingenommen und verbrannt werden; Wie der Adel, ohngeacht man mit dem Hause Oesterreich in keiner öffentlichen Feindschaft gestan- Mm 3 den, Sl^i Historische den, sich alle Mühe gegeben, die Stadt aus dem Grunde zu vertilgen; Wie einige Knechte erkauft worden, welchen die reichen Haüser in der Stadt bekannt waren, damit sie zu Zeit der Plünderung gute Beute machen möchten; Wie Hans von Rechberg, als er währender Schlacht für die kleine Stadt gerennt, den Knecht zum Silberberg gefangen habe; Wie diser von Rechberg, mit denen so bey ihm ! waren, sodenn durch Rheinfelden geeilet, und die I noch etwann übergebliebenen und hinaufziehenden Eidsgenoffen getödet; da er den armen Leuten, so ^ an der Schlacht darvonkommen und obsich gewichen waren, mit seinen Knechten zugeruffen und gesprochen, sie wären Freunde; und als sie, auf dise Wort hin, zu ihnen kommen, und Trost und ! Sicherheit gesuchet, solche erstochen habe; Wie damals einige von Rheinfelden eine Frau von Basel ertränket, solche in ein Weidling mit einem Brief gelegt, darinnen vermeldet wurde: Sie senden hierbey denen Basiern das ihrige zurücke; und auf solche Weise dises todte Weib auf dem , Rheinfluffe hinab treiben lassen; Aus Merkwürdigkeiten. s i s Aus welchen Umständen die Rachbegihrde, so man damals ausgeübet, genugsam erhellet. Bey disem allem, ist durch dises Treffen der Ruhm der Eidsgenossen auf das höchste gestiegen, und die Feinde sechsten erftauneten über die erzeigte Dapf- ferkeit. Also daß auch der Geschichtschreiber des sogenann- ten Ehrenspiegels des Hauses Oesterreichs, dise Schlacht mit derjenigen, da ^soo. Griechen der Peruanischen Macht des Königs Xerxes, so zwey Millionen Menschen ausgemacht, widerstanden , zu vergleichen keinen Anstand genommen, wenn er schreibet: Leciite, Tbermopylae! Lalileam pugns celebrat Nrirtig: 6ermLnis ceclite, 6raju§enLe! Uic msjor virtU8, minor ut 6t cslLulus: 60618 O3IIU8 atrox 3rmi8, kerls ibi mo1Ü8 erst. Schweiget von Thermopylen, 0 ihr Griechen! weicht den Deutschen: sie sind Männer, deren Faust, auch kan auf die Feinde peitschen; Hier obschon die Anzahl kleiner, doch die Tugend grösser war; Scharf hie föchte der Franzosen, dorten blöd der Perser Gchaar. Mm 4 Als S16 Historische Als nachwerts in dem Jahre 1^6. bey iso. feindlicher Reuter von Gundeldingen gegen das EscheheimerTohr zugeritten, haben sie Hans Schlat- ter, einen Rahtsfreund, angetroffen, und erstochen. Und so lang als gegen Pfeffmgen etwas feindliches von Seiten Basel unternommen ward, hat sich der Feind hingegen öfters bey Gundeldingen, und dasiger Anhöhe, aufgehalten, um von dorten aus, denen aus der Stadt kommenden, Schaden zu tuhn. Und als nach der Auffahrt, gedachten Jahrs, der Feind, den aus dem Pfirterammt mit Beute beladenen Baslern, nachfolgte, ward Gundeldingen von ihm verbrannt. In dem Jahre E 6 . hat Graf Oßwald von Thterstein bey dem Walenweg, bey grossen Gundeldingen, eine Zollshütte, denen von Basel zum Verdruß, aufrichten lassen; und als er solche, ohn- geacht des Befehls von der Herrschaft Oesterreich, und dem Zuspruchs der Eidsgenossen, nicht hinweg tuhn wollte, so schickten die von Basel ihre Söldner hinaus, den Zöllner zu fangen, und die Zollshütte zu verbrennen. Nun wenden wir uns zu deme, was bey der Gegend der damaligen Birsbrücke vorgegangen, und wir in diftr Abhandlung anzuführen für nöh- tig erachten. So Merkwürdigkeiten. Si 7 So ernsthaft die Heerszüge bey St. Jakob auf einander geflossen / so scherzhaft waren hingegen die Unternehmungen bey der niedern Birsbrücke. Als in dem Eingänge des Jahrs 1503 . etliche Rahtspersonen, Edelleute, und andere von vornehmen Geschlechtern, von L- Vororte Zürich, mit verschiedenen Mummereyen, oderVerkappungen, welche der Zwölf eidgenössischen Orte Wapenzeichen vorstellten, auf eine Faßnachts Kurzweile naher Basel gereißt, wurden sie bey der Birsbrücke höflich empfangen, und nachwerts wiederum eine ganze Meile Wegs begleitet. Noch viel scherzreicher war eine gleiche Faßnachts Lustbarkeit, welche in dem folgenden 1507. Jahre beschach, und in denen Büchern des Stands folgendermaßen aufgezeichnet stehet: „ Zu ewiger Gedechtniß wollen alle unsere Nachkommen müssen und ingedenck fin, das in dem jar, do man zalt iso 7 . etlich Bürger der Statt Basel, unseren getreuen lieben Eydgenossen von Luzern iren elteften burger genant bruder Fatz- schin, heimlich in guter Geselschaft entwent und denselben Bruder har in ein Statt Basel gefürt, der stch biß uf dlLtivit3ti8 iVIsriX in dem achtenden Jar, daselbs by Uns enthalten, das aber unsere Eydtgenossen von Luzern uit witer haben Mm 5 „ wollen 2 ) St 8 Historische -- wollen gestatten, sonder fürgevaßter meynung „ worden, denselben iren burger widerumb zu iren „ Handen zu bringen, und daruf, Jr und unser lieb Eydtgenossen von Ury, Schwitz, Underwal- „ den und Zug ihnen hülflich zu syn und zuzuzie- „ chen gewandt, und uns demselben nach, disen .. nachgeschribenen Brief, uf Sontag nach „ vitatis rvl-rriL har gen Basel zugesandt haben, derselb brief tutet also: Schultheis und Rat », der Stadt Luczern; Den frommen, fürsich- „ ten, wysen, Bürgermeister und Naht zu Ba- „ sel, unseren besonderen guten Freunden und ge- „ treuen lieben Eydgenossen; Unser stündlich wil- lig dienst und was wir ehren, liebs und guts ver- mögen, alle zit zuvor, bereit; Fromme, Für- „ sichtige, Wise, sonder gute Freund und getreue „ liebe Eydgnossen; Uns zweifvelt nit, ihr seind bericht, der grossen beschwürt» und Anligens, so j „ Uns vergangenen Iars, begegnet, mit unserm ^ lieben alten burger Bruder Fatzschin, als der si- ! nes alters halb in die Aberwitz kommen, sich ^ „ hat lassen bereden und bewegen, in solchem si- nem alter, das doch sorgveltig zu wandten, und „ dardurch er von uns, an sinem Fürnemmen, „ nit geirt, hat er sich by nacht und nebel us un- serer Stadt und gepieten, so heimlich getan, „ das wir in zit nit haben mögen müssen, was fin ! .. fümemmen gewesen, dann wo er nit so alt, het- ! ten Merkwürdigkeiten. sis „ ten wir vermeint/ er wolte sich/ als er vormal „ mehr getan, mit einem Gemahl versechen, dem- „ nach getreue Liebe Eydtgnossen, haben wir ver- „ nommen, wie er zu sich kommen, da im so „ stündlich beschechen, und euer erlich Wesen so wol gevallen, das er sich, als die alten gern sind, da man inen gütlich thut, by üch zu enthalten „ unverstanden, und wie wol er vil bas by üch „ versorgt, so hat sin Fründschaft mit sambt sinen „ zunftprüdern, so grossen Rüwen an im, das möglicher were den Rhin ob sich zekerren, dann „ sin abwesen lenger zu gedulden, haben dieselben uns also gebetten, Inen zu dem Iren wider zu „ verhelften, und alles das zu gebrochen, das wir .. einem burger, dero er der eltest ist, pflichtig sind, „ uns dermas ermant, das wir darwider nit sin „ kennen, noch mögen, und wann aber us solchem „ groß Win vergießen entspringen möcht, wil uns geziemen, unbewart unserer Ehren sollichs nit „ fürzunemmen, sonders vor zewarnen: darumb „ haben wir euer Lieb, sollichs nit wollen verhal- „ ten, und verkünden dero, das wir in den» Nam- „ men Gottes uff Frytag nach des heiligen Crützes ,, tag, zu Roß, Schis und Fus, mit anderthalp hundert mann ungevorlich us und zu üch ziechen, den nechsten morndes am Sambstag zu frügen» „ «achtmal üch anzugriffen und understann den obgemelten unsren Bürgern zu eroberen und unseren 620 Historische ftren Handen zu Prinzen; und alsdan derselb un- „ ser burger, hievor by unseren Lieben Eydgenos- „ sen, den dryen Lenderen gewybet, da er noch ein ! gros Fründschaft hat / wollen wir Uns versechen, „ dieselben unser lieb eydgnossen/ mit sambt unse- » reu lieben Eydtgnossen von Zug die wir um „ Hüls gemannt haben, werden ouch uns, byften- dig sin; darnach wüsse sich euer Lieb zu richten, und uns zu begegnen, dermaß das vil lere Faß werden, wollen wir in glicher wiß beschulden, „ datum uf N3tivitatl8 Narie. 1508. Daruf ha- -- ben Wir inen wider geschriben, uff Meynung „ wie hernach volgt. Peter Offenburg Burger- „ meister und der Rat der Statt Basel; Den ' „Frommen, Fürsichtigen, Wysen, Schultheis und Ret zu Luezern, unseren sonderen guten „ Fründen und getreuwen lieben Eydtgnossen Un- ser früntlich willig dienst und was wir eren, lieps und guts vermögen zuvor; Frommen, Für- sichtigen, Wysen, sonderen guten Fründ und ge- treuen Lieben Eydtgenossen: Wir haben euer treulich schriben und Warnung uns by disem .. Bringer zugeschickt mit anzug wie ir mit sambt „ andern bewandten eueren eltesten burger bruder Fatschin, der sich by uns, enthalten hab, wider wollen behanden, wol verstanden und sollen da- „ ruf glauben, daß wir darab ganz kein Erschre- cken, sonder hertzlich wolgefallen empfangen haben ; Merkwürdigkeiten. 621 ben, wir wollen ouch euer also mit standhaften „ Begirden erwarten, und uns mit unserem be- ften Gezüg/ so tief ingraben, und in grossen und kleinen Stucken ligent ist, dermaß in die gegen- wehre richten, das villicht noch menger das gnug möcht empfahen, deßhalb so wollet kecklich har- fahren, so werden wir üch ohnverzaklich begeg- „ nen, und damit wir merken mögen, das wir „ unerschrocken syen, so haben wir yewelteu von ,, unseren Altvorderen gehört, ye mer Vygent, Je „ mer eren; der ursach ist unser höchste Begehrd, das ir unser Brüder von Ury, Schwvtz, Un- „ derwalden und Zug, ouch wer üch surrst geliept „ und geliehen wollen in üwer sterk uff höchst Ver- „ manung üwer verwandtlichen Pflicht zu disem Feldstryt beruffen und laden, dan wir nit minder „ begirlichs willens sind, mit unserem guten Ge- „ züg, Sy mit üch zu bestricken, Gang recht, „ ein Winvergiessen und Sthalschlachen mit sampt dem Halßabwürgen und Hünerstechen darnach was da welle. Wir sind aber in der Hoffnung, „ so wir also zusammen kommen, es werde durch „ Mitlung Bruder Fatschins, ein Vermehlung ei- „ ner ewigen Fründschaft dermas gemacht, ob „ glichwol derselb from Bruder bewegt würd, per- stnlich von Uns zu keren, daß er dennoch sin „ getrüw Hertz, daruf wir tröstlich setzen, von „ Uns, nit abwenden wird, verglichen sich derselb bruder 622 Historische „ bruder und sin ftündschaft zu uns euch hat zu ,, vertrösten; ästum Sontags nach d-lsuvitÄtis Na- ! „ ris 1608. ^ „ Demselben nach sind die gedachten unser lieb .. Eydgnossen von Luczern mit anderhalb hundert ,, hübscher knechten, darunder ir bed Nüw und Alt Schuldheis irnd by ihnen achtzehen der Rä- „ ten und sunst vil Ersammer Menner ouch dero von Ury und Schwitz treffentlich Botschaft, dann ir kilchwyhe halb, dieselben unser Eydgnossen by Uns die zyt nit haben mögen kommen, uf Samb- stag nach des heiligen Crützes Tag siner Erhö- „ chung zu Schiff bis an die Pirs kommen, und daselbs ußgestanden, da wir sy im Veld unser „ treffentlich Ratsfründ nemblich Herr Peter Ost fenburg Bürgermeister zu Roß, Friderrch Hard- „ mann und Mathisen Jselin zu Fuß früntlich zu „ empfachen, verordnet, als das im Veld und j „ dannethin uf dem kornmarckt gebührend gestalt, „ beschechen ist. Es sind ouch von allen Zünften I „ die hübschten und bas gerüsten mit Cleideren und ! „ geweren ußgeschoffen, mit sambt unseren Jungen i „ ktndtsknaben entgegen gezogen, bis uf die Pirs und daselbs das erst empfahen bescheen; und als „ sy har in einer Ordnung ncmlich vor den unse- „ ren gezogen, ist Bruder Fatzschin uff dem Richt- „ hus in dm Laden zwüschen Herrn Lienharden „ Gruoben Merkwürdigkeiten. 623 .. Gruoben Oberstem Zunfftmeister und Herren Wilhelm Ziegler alten Bürgermeister gelegen, „ fin lieb Fründ mit stündlichem Nuten empfahen- de, darab sy gros gevallen gehebt und als das .. Redlin an dem kornmarckt gemacht, sind die ob- gemelten Höupter und die verordneten Rat zu -- dem nüwen Heren Bürgermeister an den korn- „ marckt kommen mit Bruder Fatschin und hat der Bürgermeister dieselben unser lieb brüderlich ,, Eydgnossen wie vorerlütert mit gepürender er- .. bietung empfahen; daruf Jederman an sin Her- berg gezogen, und ist von einem ersamen Rat vormals geordnet und angesehen gemessen, wo -- Ieglich Partheyen und persohnen zu Herberg li- gen sollen; Nemlich in den offenen Würtshüs- ,, seren Jeklichem Wärt uffgelegt, so vil er hat mögen halten. Dagegen haben ouch vil Bur- „ ger die besten und ir gut fründ heimgeführt und » beherberget; und ist geordnet gemessen, daß die- selben unser Lieb Eydgnossen uf dryen Stuben ,, alle Jmbis so lang st by uns hie gewesen sind, morgens und nachts geessen haben, nemblich zu -- dem Brunnen, zu dem Saffran und uf der ,, Schmidhus, da innen ere nach vermögen mit " Visch, Fleisch, Hüner und Wiltpret be- wysen; es ist euch der Herr Bischof und „ etlich ander Prelaten und Thumherren inen zu „ eren geladen; und ist denselben unsern Lieben .. Eydt-- 52 -L Historische Eydtgenossen, ein erlicher Tantz, der sich von vile der Lüten in dry Täntz hat müssen teilen, ' „ uf Sontag uf St. Peters Platz gehalten, dahin „ ein Vaß mit Win gefürt, und den Frowen ein Abentbrod mit Confect geben ward; Item es „ sind ouch von Jeder Zunft und von Jeder Ge- sellschaft Über Rin zwen redlich Mann mit „ Brüglen verordnet gemessen, die Bruder Fatz- „ schins, des Tantzes und sunst alle Jmbis gewar- tet haben; Item es sind ouch uff yeklicher Stu- „ ben da unser eydgnossen geeffen haben, einer von der hohen Stuben, zwen der Räten und sunst Rahtsheren, Meister und etliche Sechs, derselben , „ Zunft verordnet, die Gewalt gehebt haben, Es- „ sen anzeschlahen, Hüner, Fleisch, Visch und an- ,, ders zu bestellen, nach den Malen Danck ze sa- gen und widerumb zu laden, und uff jeklicher Stuben zwen brecht bestell, mit sambt knechten „ und Junkfrouen wie die Notdurft ervorderet hat; ! „ Item an dem Montag geben nun Herren zu „ verschießen mit der Büchsen; Nemlich dry Gut- „ den für das best, zwen und ein ußgeben, das „ übrig ist durch den Toppel angelegt und darumb geschossen und Jeklicher Abentür ein Fehnlin ge- „ macht, ein halb Futter Wins hinaus an die Zillstatt gefürt und Jedermann getrunken, was > da verzert, von einem Rat bezalt; Item Fu- ^ der Wins sind erkouft, zu dem Hennlin gelegt, uf Merkwürdigkeiten. 525 » uf die stuben tragen und dazu zwen der Räten „ verordnet gemessen; Item der Herr Bischof „ von Basel und der Herr Wychbischof haben et- ,, lich kannen mit Malvasier geschenckt, und der „ Apt von Lützel ein halb Fuder Wins, ist alles „ ufgangen; Item unser Eydtgnossen sind von dem Samstag bis Mitwochen hiebeliben, und an der „ Mitwochen früg hinweg gezogen, da Wir sy er- „ lich bis an die Pirs begleitet ui:d haben wir in- „ nen 80. karpfen gen Liestal füren und schencken „ lassen uf den ymbis und ein treffentlich Botschaft „ by sechs der Räten zuverordnet sy zu bekleyten, „ und hat ein Rat, in den Herbergen wo sy gele- „ gen sind, alle Morgenbrod, Aben Irten, Schlaff- „ tranck und allen uncoften ganz und gänzlich be- zalt und sy deßhalb enthept; unser Eydtgnossen „ sind ouch mit grosser dancksagung und früntlichem „ begnaden abgeschieden, mit einer erlichen Letzt, „ die ußgeteilt worden ist, inhalt eines zedels, so ,, der Stattschribcr von Luezern mit dem Lötzgelt „ verbrand hat; Item ein Bannknecht hat Bru. „ dern Fatzschin getragen, der ist von Lib ftarck aber » nit vaft witzig gewesen, dem hat ein Rat ein Rock, „ und ein par Hoffen gemacht, darzu sind 10 Eln ,, Lundtsch Tuch kommen, und ist derselb Fatzschi » mit unsern Eydgenossen hinuf geritten, dem ha- „ ben sie ouch ein rock geschenckt, und haben unser » Lieb Eydgnossen von Luezern darnach Jrn Schuld- N n » heissen L26 Historische Merkwürdigkeiten. heiffen Hern Jacoben Bromberg mit irem un- „ derschriber hergeschickt und uns der grossen Er und ! „ fründschaft/ die niemermer zu gutem vergessen ,, werden , und mit Hüls des Allmechtigen noch mer » Liebi und fründschaft gepären sol, mit hochem Vlies gedankt. Als in dem Jahre 16 7 L die Grassschaft Burgund von der Krone Frankreich eingenonimen ward, samlete Graf Maximilian von Starrenberg einige Völker zu Rheinfelden, um darmit in dise Grafschaft einzudringen, setzte selbige in 6 . Schiffe, welche bey Nacht Herabfahrten, bey dem Auslaufe der Birs ausftiegen, und so stille durchzukommen wußten, daß fie von keiner Schildtwache entdecket worden. Von einer andern dergleichen Begebenheit, kau man die Geschichte in der Abhandlung von Prat- telen all der 26S. Blatseite nachsehen. Da in dem Baurenkriege des Jahrs 1653 . die Stadt Basel eine Compagnie Reuter von 200. Mann, so meistenteils Bürger waren, angeworben, war derselben zu einem Sammelplätze das Birsfeld und Birsbrücke angewiesen; wie denn auch, so oft die Stadt Basel durch den eydsgenöffischen Zuzuge Hilfs- truppen empfahet, nebst andern Posten, auch dise Brücke von eydsgenöffischen Völkern bezogen und bewachet, und die Musterungen der Landmilitz öfters auf disem Felde vorgenommen worden. Natür- S27 Merkwürdigkeiten. Von dem Aussatze. fürnemste Bewegursach zu Erbauung der Siechenhaüser, war, die mit dem Aussatze, oder der wahren Malzey, be- hafte Personen, von der menschlichen Gesellschaft abzusondern, und darinnen zu besorgen. Dise Krankheit war eine von dm unangenehmen Früchten, so die Kreutzzüger, die das heilige Land Nn 2 erobern 228 Natürliche erobern und beybehalten sollten, davon trugen. Sie wird von den Aerzten Lleph3ntisü8 oder l-e- prs Lrabum genennet, und kan von dem jüdischen Anssatze, wie diser in der Heil. Schrift vorkommet, vermög nachfolgender Beschreibung, leicht unterschieden werden. Es ist aber wohl zu merken, daß oft dise oder jene Hautunreinigkeiten mit dem Namen des Aussatzes belegt wurden, welche aber nichts weniger als ein wahrer Aussatz waren. Ja es dienete diser Name so gar dazu, daß bvßhafte Leute ihre eigennützige Absichten, in Absonderung derer mit diser Krankheit nicht behalten Leuten zu erhalten fuchtelt. Derowegen erfahrne Aerzte die untrüglichen Kennzeichen diser Krankheit bestimmen mußten. Ein solcher wäre unser hochverdiente Felix Platter, welcher bey dreyßig Jahren, als bestellter Arzt, die Kranken des Siechenhauses besorget, auch gegen die 600. Personen, die des Aussatzes verdächtig warm, erforschen müssen, welche alsdann für aussätzige oder von allen andern Menschen auszusetzende Leute gehalten wurden, wann folgende Kennzeichen sich an ihren Leibern hervortahten. i. Knotichte Erhabenheiten, die in dem Angesicht, Stirne und Backen auffuhren, und einen gräßlichen Anblick verursachten, dergleichen auch an den» Merkwürdigkeiten. 529 dem aüsserstm der Händen und Ellenbogen zum Vorschein kamen. Dise Knoten liessen sich ohne allen Schmerzen durch das Drucken hin und her schieben/ und hatten insonderheit in dem Angesichts eine röht- liche Bleyfarbe. Sie waren das allergewissefte Kennzeichen diser abscheulichen Krankheit; dann wo dise sich nicht erzeigeten, wäre noch nichts eigentliches zu Messen/ es wären dann die noch übrige Merkmale / die sich in einem mehr / in dem andern weinger / blicken liessen, in zimlicher Menge vorhanden. Zu disen aüsserlichen Knoten zehlte man auch diejenige»/ die gelblicht oder bleyfarbicht/ auf den Seiten der nidergedruckten Zunge/ entdecket wurden. 2 . Geschwüre/ die aber nicht tief in die Haute drangen / und ganz ohnempsindlich waren, harte und geschwollene Rände hatten / und leichte bluteten; auch wann sie an einem Orte heil wäre» / an einem andern wieder Herfür brachen/ waren auch eines mit voll denen gewissem Zeichen diseS Uebels. Wegen gedachter Unempfindlichkeit/ scheinet es auch/ daß man gemeiniglich denen Aussätzigen eine völlige Unempfindlichkeit aller aüsserlichen Teilen des Leibes zuschriebe / welches aber falsch befunden worden; es wären dann etwan die Füsse/ oder andere leidende Teile / von Länge der Krankheit schier ganz erstorben. Solche Geschwüre fände man auch öf- Nn 3 ters 530 Natürliche ters in den Nasenhölen, so daß die schwammichte Beiner derselben, wie auch des Gaumens, angefressen und zerstöret wurden; welches Uebel das Zapflein, ja gar zuweilen die Knorpel der Luftröhre ergriffe, und endlich disen Armseligen das Lebenslicht ausbliesse. 3. Eine Verdickung unterschiedlicher Teilen des Kopfes und des Angefichtes, insonderheit der Ohren ; daher der Name Llepkzntiaüg, oder Elephantenseuche, wegen Vergrößerung derselben, mag entstanden seyn. Eben dise Vergrößerung traffe oft die Flügel der Nasenknorpel, deren Mitte hinauf- gestülpet, und zwischen den ausgewachsenen Nasenflügeln gleichsam in einer Furche läge, dahero fie Löwengesichtern verglichen wurden. Nicht selten wurde auch die in dem Menschen sehr kleine halb- mondförmichte Haut des gröffern Augenwinkels vergrößert, so daß sie, wie bey den schlaffenden Katzen, bis über den Augapffel fortschliche, und sie des Lichtes beraubete. Wie scheußlich müssen sie ausgesehen haben, wann über dises alles, die Augenlider sich überwarffen, und das rohte herauskeh- reten! L Eine schrundichte rauhe Haut, so wohl an den Füssen, Händen, Angesichts und Ohren, als auch in den Augenbrauen, und haarechten Teilen des Merkwürdigkeiten. S3i des Hauptes, von welchen weisse, blcyfarbichte, oder auch schwärzliche Schuppen hemnterstieben, mit sehr wenigem oder keinem Jucken und Beissen. Die Haut kleckte, insonderheit an den Händen, von einander, und wurde hart und hornicht. Die Nä- gel zerspalteten, wurden dicke, und krümmeten sich wie die Adlersklauen. s. Die Haare sielen ihnen von der« Haubte, davon die kahlen Plätze hin und wieder zeugen konnten; nicht minder wurden sie des Bartes, der Haaren der Augenlider und Brauen, beraubet. 6. Die Farbe der ganzen Haut ward geändert, und anstatt der natürlichen, zu weisse, gelb, oder dunckel. Dise Unglückselige klagten sonsten, wann dise Krankheit noch nicht lange gedauret, über keine Beschwärlichkeit, konnten essen, trinken, schlaffen, Kinder zeugen, wie andere Leute, so gar, daß ihnen insgemein grössere Geilheit zugeleget wurde, als andern Menschen; welches aber, in Betrach-- tung, daß sie abgeändert waren, keine außerordentliche Ursach in sich enthält. Es wäre auch, nach fleissigem Nachforschen, in ihrem Geblüte nichts dergleichen zu bemerken, wie doch insgemein ausgegeben wurde, daß selbiges sandicht wäre, sich auch mit keinem Salz und Essig vermischete; der Puls und c. v. Urin hatte auch nichts besonderes an sich. Nn ^ Nun 632 Natürliche Nun wird aber niemand aufweiten, der innert- ! halb 5o. und mehr Jahren, die rechten Merkmale dises wahren Aussatzes, weder an denen Personen, die in gedachtem Siecher,Hause verpfleget worden, noch an immer einigen andern, zu Stadt oder zu Lande, beobachtet zu haben behaubten könnte; und hat also dise Art der Hautkrankheit bey uns ihr von GOtt bestimmtes Ende erreichet. (3) Dero- wegen sie mit andern Arten der Hautkrankheiten im geringsten nicht kan und solle vermischet werden; als zum Exempel, mit derjenigen, die sich heut zu Tage in etlichen wenigen, unter der Gestalte weisser Schuppen, so entweders an dem gan- ! zen Leibe, oder disern oder jenem Teile desselben, ! hervorquellen, und täglich in grösserer oder weniger Menge darvon abstürzen, bemerket wird; davon der aüffcrliche Anblick und das Jucken das beschwär- lichste ist, sonften aber von keiner ansteckenden Art zu seyn erfunden wird. Die Ursache davon ist noch zimlich verborgen. Was aber am nächsten, dieselbe zu erklären, dienlich ist, davon alle Gründe anzubringen, dise Blätter nicht erlauben, bestehet für- nemlich darinn, daß die ölichten Hautdrüßlein den Sitz (3) Vor shngefehr 90 Jahren hat sich eine Art Aussatz in j der Insel Java erstmals erzeiget, welche mit obbemeldten in vielem, aber nicht durchaus, übereinkommet. Viä. Lxliem. dl. 6 . Oeoui-. II. Lnn. II. p. 7 . Merkwürdigkeiten. S33 Sitz dazu dargeben, deren fette Säfte/ welche son- sterr die Haut schmeidig und biegsam zu machen gewidmet sind/ auf eine eigene Art/ davon ein sonderbarer Geruch zeuget/ verdorben und vertrocknet werden / und unter der Gestalt der Schuppen hervordringen. (b) (b) Weilen dise Beschwerlichkeit nicht ohne sonderbare heimliche Betrübniß von denen, die damit heimgesuchet werden, erduldet wird, als hat ein wohlmeynender Arzt, welcher obige Beschreibungen Visen Blättern hat einrücken wollen, nützlich zu seyn erachtet, des berühmten Dr. BoerhaavenS Naht, wie in diser letztbesagten Hautkrankheit z« verfahren seye, allhier beyzufügen: i. Solle man die leidenden Teile des Morgens und Abends mit groben wollenen warmen und truckenen Tüchern, welche von dem Dampfe, des auf Kolen angezündeten Schwefels , wohl durchgerungen sind, fieissig reiben. 2 . Innerlich folgende Arzneyen gebrauchen: Man neme Schwefelblumen drey Quintlein. Myrrhen, anderthalb Quintl. Rhabarbar, ein Quintl. Terpentin, ein Quintl. daraus Pillen zu machen drey Gran schwär; darvon fünf Stück eine Stunde vor dem Morgen - Mittag - und Abendessen zu nemen, und allezeit gleich darauf fünf Unzen folgenden Tranks, so alle Tag frisch bereitet wird, trinken: Man neme Sauerampfer, die auf den Wiesen wächst, samt allem ein Hand voll. QueckengraS samt allem, anderthalb Hand voll. Weycrampferwurzel mit spitzichten Blättern, zwey Quintl. Dise Gattungen werden zerschnitten, in Schotten eine halbe Stunde gekocht, und dann durch ein leinen Tuch gesechtet, so daß man 15. Unzen bekommet , von welchen der dritte Teil auf die Pillen zu nemen ist. Nn 6 Vorn Natürliche WM AMI Von dem Nasenfange. ^^A jährlich zu Frühlingszeit, gemeiniglich in dem Aprillmonate, bey dem Ausflusse der Birst in Rheine, ein bey uns berühmter Fischfang zu beschehen pfleget, so müssen wir bey Abhandlung der zu St. Jakob gehörigen natürlichen Merkwürdigkeiten, auch einige Nachricht hiervon erteilen. Es werden bist Fische, welche allhier in grosser Menge gefangen werden, und derer Abriß Hiebey stehet, wie männiglich bekannt, Nasen genennet. Zu welchem Name Anlas gegeben die sonderbare Gestalt ihres Kopfs, da nemlich der obere und vorderste D'ii desselben auf eine besondere Weife über sich gebogen, und einer aufgeworffenen Nase sich vergleichet , so daß, dem Bericht nach der Naturkün- diger, nicht leicht eine andere Gattung Fisch zu finden, von welcher sich hiermnen unsere Nasen nicht unter- Merkwürdigkeiten. 535 unterscheiden. Ueber das ist auch das Maul in seinem Umkreise mit einem zimlich dicken Bord, gleich als mit dicken Lippe«/ versehen. Die Länge einer Nase ist ohngefehr 9. bis 10 . Zoll; die Breite aber / wo selbige nemlich am breitesten, macht 2 . bis 3. Zoll aus. Die Ohren dises Fisches seyn klein, die Schüppen aber zim- lich breit. An dem inwendigen der Nase ist zu merken, daß das keritonXum oder die Haut, damit der Bauch innerlich überzogen, darum etwas besonders hat, daß selbige ganz schwarz ist. Den Geschmack oder die Annemlichkeit dises Fisches anbelangend, so verhaltet es sich damit, wie mit andern Dingen, welche denen Menschen zur Speise dienen; Massen einige, darunter auch der berühmte (-elnerus, nicht dafür halten, daß viel Rühmens davon zu machen, und disem Fische ein luckes und ungeschmacktes Fleisch zueignen; andere aber denselben, wann er gebraten, zimlich schmackhaft finden. Durchgehends aber werden die viele kleine Kräte, damit derselbe, sonderlich gegen dem Schwanz, angefüllet, für unangenehm und mühsam im Essen gehalten. In vorigen Zeiten wurden viele derselben, gleich den Häringen, eingesal- zen. Sonsten ö3ü Natürliche Sonsten werden die Nasen, was deren Güte an- trift, auch unterschieden, in Ansehung der Zeit so wohl, als in Ansehung des Orts, da selbige gefangen werden; da nemlich die , so man Winterszeit fanget, und Eißnasen genennet werden, denen Früh- I lingsnasen vorgezogen; und die, so aus dem Rhein kommen, für besser gehalten werden, als dieBirs- und Wiesennasen. Es wird von 6elnero noch eine andere Gattung Nase beschrieben, welche die unserige an Schmack- hastigkeit weit übertreffen soll, und Elbnase, zu latein Lspito Hnaöromus genennet wird. Dise soll, seiner Beschreibung nach, der unserigen zimlich gleich seyn, ausser daß sie mehr weißlicht, auch über > das darinn von der unserigen unterschieden, daß sie > sich nicht allzeit in Flüssen aufhaltet, sondern nur ! zu gewissen Zeiten aus dem Meer in die Elbe kommt, da hingegen die unserige nur in Flüssen sich befindet, und die Eigenschaft hat, aus denselben in kleinere und schnell flieffende Wasser hinaufzusteigen; wie denn bey uns dieselbe, im Frühjahre, aus dem Rheine in die Birs kommt, und zu selbiger Zeit darinnen ihren Rogen von sich gibt, allwo sie denn in dem Aprtllmonate in grosser Menge gefangen wird, da vorhin zu disem Fange, oberhalb und nider- halb der Birsbrücke, nachdem das Wasser groß oder klein ist, von allhiesigen Fischern die Anstalt und ! Einrich- Merkwürdigkeiten. 537 Einrichtung gemacht worden. Bisweilen ist diser Nasenfang so glücklich, daß während dem Nasen- strich, so eine Zeit von etwan vier Wochen ausmacht , bey hundert tausend, bisweilen auch merklich weniger, gefangen werden; doch, wann viele Jahre zusamen gerechnet werden, so findet fich, daß die Ausbeute, ein Jahr in das andere, zu vierzig oder fünfzig tausend sich belauffet. Zu der Zeit, wenn die Nase in den Birsflusse eintrittet, suchet sie alsobald ihren Rogen, mitde- me sie haüffig angefüllet ist, abzulegen, über welchen das Männlein seine Milch ausspritzet, daß die Rogen von der Milch wie eingeschlossen und dar- mit überzogen werden; welche Materi, als ein dünnes Geplafter, alle Steine, Kieß und Sand, überziehen, und deme sehr fest sich anzuhenken pfleget; also daß vast auf allem Gesteine die angeba- chene Rogen zu finden und deutlich zu sehen sind, samt denen schwarzen Pünktlein und Merkmalen des Fisches; welcher bey schönem Wetter, nach dem Verlaufe iL Tagen, ausgeschlossen und lebendig ist. Bey kleinem Gewässer kau man bemerken, daß der ganze Grund des Wassers von diser Laich, gleich als mit einer dünnen Haute, bedecket ist, welche sich bisweilen zu dreyßig bis mehrere Schritte weit ausdehnet. Die S 38 Natürliche Die Nase aber, durch dise Arbeit ermüdet, kehret in den Rhein zurücke, und suchet in dem tief- fen und stillen Gewässer, durch frisches Waiden, die Verlorne Kräften sich wiederum anzuschaffen. Wir haben droben der Elbnase gedacht, welche Seßner Opito Anaäromus nennet. Seine Beschreibung ist nicht vollkommen der Natur dises Fisches gemäß; daher wir hie beyzufügen für nöhtig erachtet: daß difer Fisch bey uns als ein Vorlaüf- fer des Salmens, und von gleicher wilder Art, angesehen wird. Die Fischer nennen ihne Eltzer, oder Eltzelen; er ist von mehr als dreyfacher Grösse der Nasen, und hat, in Ansehung seines Leibs, einen grossen Kopf. In dem Nheine pfleget er sich öfters in denen Stollen, so die Krümmungen des Wassers sind, welche bey denen Klippen, wo das Wasser schnell darüber lauffet, zur Seite entstehen, und stilles und tieffcs Wasser haben, aufzuhalten; wenn er aber in die Birse eintrittst, so geschiehet es gemeiniglich in Gesellschaft verschiedener Fische seines Geschlechts, welche in dein Hinaufsteigen so ein grosses Geraüsch machen, als kein anderer Fisch zu erwecken pfleget. Wenn er in disen Fluß kommt ist sein Geblüt durch den strengen Lauf sehr erhitzet, dick und zähe, und hat so ein starken unangenemen Geruch, daß jenige, so ihne fangen, ihme gemeiniglich . Merkwürdigkeiten. 639 niglich bey dem Schwänze einzuhauen, und dadurch das Blut abzuzäpffen pflegen. Sonsten finden fich in dem Birsflusse, über diejenige Fische, welche wir, so wohl in disem, als in dem zweyten Stücke, beschrieben, noch verschiedene andere: als die Barbe, der Alet, der Hasel, und andere geringere Arten mehr. Von Natürliche NLM Von den Pflanzen. Lasset uns mit Freuden treten In das schöne Pflanzenreich, Um darin« den anzubeten, Der die Kreatur zugleich Sammt den Himmeln mit der Erde, Durch sein schaffend Wort: ES werde! Aus des Chaos dunkler Nacht Wunderschön anö Licht gebracht. Brock. D Je verschiedenen Begebenheiten und Umstände, welche bey den historischen Merkwürdigkeiten angebracht worden; die Abhandlung von dem Aussähe und dem Nasenfische, welche dises Merkwürdigkeiten. 5-41 dieses Stück vergrössert haben, bewegen uns ohne weiters zu denen Pflanzen zu schreiten. Und weil uns diese Gegenden auß dem Reiche der Gewächse und der Steine eine sehr reiche Ernde mancherley Feld - Wiesen - Wald - und Wasserkräuter , wie auch vieler und verschiedener sehr schönen Versteinerungen verschaffen, so können wir villeicht auch darinn den Liebhabern natürlicher Dinge mit einem und anderm aufwartet!, das denenselben eben nicht unangenehm seyn wird. Es seyn zwar schon manche Gelehrte und nicht Gelehrte auf St. Jakob gekommen, und werden villeicht noch manche dahin wandeln, die sich um alles dies nicht bekümmert!, und dies Büchlein nicht einmahl eines Anblickes würdigen werden; wir kranken uns aber auch darüber nicht, sondert! lassen denenselben ihren Trunk Scherrkessel oder Schweitzerblut, (i) alldorten, oder was sie wollen , gut schmücken; und kommen jtzo zu dem Ver- zeichniß der in diesen Bezirken wachsenden Kraüter. 1. Kalmus, ^corub verüb, üve OInmu8 aroma- ticu8 oüiL. L. L. ?. 3-4. Lnlam. nrom. vulgär^, O 0 Mu1t18 (i) Unter diesem Namen wird allhier derjenige köstliche rote Wein verstanden, der in dem ummauerten Rebacker zu St. Jakob wächst, allwo ehmahlS die Schwerer so tapfer gefochten, davon auch der einte Name gekommen. 6^2 Natürliche multis ^corum. L. 2 . 7.3^. ist indem Weyer des mittlern Gundeldingen zu sehen. Die wärmende und stärkende Wirkung dieses Gewächses ist jederman bekannt. 2. Klein Sinau. ülLkimilla montsna, minims. I'. 208. LliLropli^llo nonnidü 1imili8. L. k. 152. kerckepier ^nZlorum c^uibusäam.^. L. 3. 2 . 7L Dill. Lar. 60 . Im Mayen auf dem Felde gegen St. Jakob. 3. Eine Art Xnsvvel Dill. 87. dl. 13. in dem vierten Stücke. Auf dein Felde bey Gundeldingen. 4. Berghünerdarm / Vogelskraut mit Haarblätt- chen. ülline montgns, cgpillgLeo lolio. L. k. ?. 251. 1 . 2^3. Im Mayen und Brachmon. auf den Felsen bey Gundeldingen. 5. No. 12 . der Bmniger Gegend: Um St. Jakob, Brüglingen, die Birs, im Merzen und Aprille. 6. Ammykraut, Ammeypeterlein. Lr^nZium ar- vente, folÜ8 serrse limilibus. L. L. ?. 306. mi peranne. 1 . 30^. Auf dem Felde gegen St. Jakob, und Gundeldingen im Heumon. In Ln. 8t. n. seyn die 8xnon. I.inn. in u Llilk. und Koyen. in kr. k. L.. bey diesem Kraut außgelassm; bey andern aber dazu gesetzet. 7. Deut- Merkwürdigkeiten. 543 7. Deutscher Ingwer, Aronwurz, Zehrwurz. rum vulgäre, nou mgculstum. L. 8. ?. 195. 1. 158. und ^rum m^culgt. mseulis nigris. Lor. loL. cit. Bey St. Jakob und der Birs inr Mayen. Die Wurzel wird in der Arzney- kunst wider kalte Flüsse und Verstopfungen der Brust und and. als eröfnend, verzehrend, und treibend gebraucht. 8. Schmalblättichter Hünerdarm, Vogelskraut. Alüne tenuifolis. 8. 3. 364. 1.243. AufdM Feldern bey der Dirs im Mayen und Brach- mon. 9. Steiuwicke, wild Bockshorn, wild Fenugreck. 6I)^rrlurn s^lveürib, üoribus luteo-pallelcen- tibu8. L. 8. k. 352. kosuum §rXLvm l^lv. f. 6l^Lirrli^a l^lv. cjuibu8cl3M. ^s. 8. 2. 330. 1tr3gir1u8 luteus, perenni8, procumben8, vul- Z3N8 s. s/lveliri8.1. 416. Am Steinebrücklein- Wasser im Brachmon. Die Wurtzel und Blätter seyn süßlichen, doch mit etwas bitter gemischten Geschmackes, und können wegen er- öfnender, reinigender, harntreibender Wirkung in der Heilkunst gebraucht werden. S. Theod. Zwingers Kraüterb. 64o. i o. Birke, Birkenbaum. Letuls vel Letulls. L. 8. k. 427. 8. 1 . 148. 1. 588. Hinder Gundel- Oo 2 dingen Natürliche dingen im Aprillen. Die Rinde und Blätter haben eine auflösende, zerteilende und eröfnen- de Eigenschaft. Der Saft auß diesem Baume wird, ehe die Blätter erscheinen, zu Reinigung des Geblütes, der Nieren und in andern Krankheiten getrunken. S- Theod. Zw. Kraüterb. 199. 11. Gemein Hasenörlein. No. 117. der Mttttenzer Kraüter. Um St. Jakob im Mayen. 12. Herzstärke, Herzgespahn. Larämca. 7. L. 3. 320. 1.186. Bey den Hecken um St. Jakob im Heumon. Es stärket, treibet, verdinnert. Man findet in den Apothecken das Kraut und destill. Wasser. 13. Wilde Nelke mit enge eingeschnittenen Blümchen. OryopliMus üore tenuillimö clllleölo. c. L.k. 209.1. 331. In der Hard im Brach- ! mon. 1L Fieberkraut, blauer Weiderich, Fieberweiderich. 1-^timacbia Losrulea, ZslericulLta, vel LrÄtiola cosrulea. L. L. k. 2^6. 1?erti3N3riL sliig j ZaleriLul. 7- L. 3. ^35. In sumpfichten Orten an der Birs, im Heumon. und Augftm. Dieß Kraut soll sehr dienlich seyn wieder die kal- ten Fieber, daher es auch den Namen bekommen. 15. Wilde Merkwürdigkeiten. 5^5 15. Wilde Salbey, Waldsalbey. 8coräium slte- rum s. 83lvis 1)slveliri8. L. 8. 8. 2^7. LksmL- clris krutiLosg , l^lveür. iVlelyss-e kolio. 1. 205. In der Hard und Gebüschen an der Birs im Heumon. und Augftm. Es halten einige diese Salbey für ein eröfnend und stärkend Wundkr. 16 . Breitblätterichtes Weiderichrößlein. I.yüma- ckis CkamXnerion cjjüs latitolia. L. 8. 8. 22l5. LliamXN. latikol. vuIZsre. 1?. 302. Im GebÜ- sche bey Gundeldingen, im Heumon. 17. Erdpin. No. 15. des Binninger Stückes. Auf dem Felde zwischen Brüglingen und Gundeldingen. 18 . Nieder Chondrillenkraut. LKonärillÄ vilcokg, liumilis. L. 8. 8. 130. 8r. 168 . Auf den Feldern um die Birsbrücke im Herbstm. 19. Gulden Milzkraut, Steinbrech. 8sxikr3ZL rotunäikoIlL, surea. L. 8. 8. 309. Ldr^lolple- nium koliis 3mplioribu8 Luriculsti8.1. 1^6. Auf der feuchten Wiesen bey dem Steinbrückleinwas- ser im Mayen. 20. Das Hexenkraut, wo. iL 2. unter den Binninger Kraütern, in der Hard. 2i-. Kleine 5^6 Natürliche 21 . Kleine Eberwurz mit roten und weissen Blümchen. LarlinÄ scauIo8, minore purpur. üore. L. L. k. 380. Lirüum ac:3ul. 6or purp. ^ ^8. Bey dem Eintritt der Birs in Rhein; im Heu- mvn. und Augftm. 22. Eine Akt Gras. 6rgmen L^peroläe8 3NAUÜ1- lolium, Ipica ipaäiceo-viricü, minu8. L. 8. ?. 6. ?r. 13. 8. 2. ^95. An sattdichten Orten bey der Birs. 23. Eine andere Art. Orsm. pslulire aculestuni, Oermanicuin vel minu8. L. 8. k. 7. An gleichem Orte. 2 ^. Eine Art Katzenwadel. L^msetum psluitre li- nariX scopariX kolio. L. 8. k. 15. kr. 2 ^. Im Wasser gegen St. Jakob. 25. Schäfchen. Lyuiletum fo1Ü8 nuäum, non ramolum, 6ve junceum ^^<5 L. 8. k. 16. und LHM8. kol. nuä. rsmot. ^or. 1. c. Bey der Birs. 26 . Wilder Rauckensenf, Wasserraucke. Lruca 1>1- veür. minor, luteo psrvo^ue üore. L. 8. k. 98. Im Brach - und Heum» an der Birs, wie auch 27. Blaue Wasserraucke. Lruca coerulea in are- noüs LresLen8. L. 8. k. I. c. im HöUM. 28. d7o. Merkwürdigkeiten. 5^7 Z8. dlo. 26 . in dem Stücke von Muttenz, auf der Höhe an der Birs. Man haltets für ein Wundkraut. 2 s. d^o. 6. der Muttenzer Krauter/ bey Gundel- dingen. 30. Efckenbaum. 8r3Xlnu8 excellior. L. 8. k. -äl6. 1. 577. An der Birs im Mayen. Die Rinde und Früchte haben eine eröfnende Kraft/ dienen mithin in kalten Fiebern und dergl. 31. Gelbe/ todte Waldneffel mit gelben Blumen. 63leopli8 5. IlrtÜLÄ rners, üore luteo. 8. 3. 3131?. 185. Minium kolio oblongo, luteum. e. 6. ?. 231. Im Mayen und Brachm. bey dem mittlern Gundeldingen. Dies Kraut wird von einigen als anhaltend in dem weissen Fluß gebrauchet. 32. Dreyeckichte Pfrieme / niedrige Pfrieme. 6e- niüellÄ lierbsces 8 LbamXspgrtium. I. 8. 1. 393. 1. 67/6. LlismXZenilia 1gZitt3ll8. L. 8. k. 395. Bey St. Jakob im Brachmonate. 33. ^lo. 3L und 35. erst. Stückes. Etliche Arten Herbstenzian auf der Höhe hinder Gundeldingen/ qllwo auch die Leberblümchen km-nalliL xslultr. §c vul§. 1. 2 ^i 6 . 79. in dem ersten ' Oo ^ Stücke 5^8 Natürliche Stücke von Muttenz auf einigen Stellen so häuffig stehen, daß fie von ferne wie eine weisst Decke und Wiestnzierde lieblich anzusehen seyn. Ich habe neben verschiedenen Kraüterk. sehr viele dieser Blümchen etwas näher betrachtet, und ihre Teilchen mit dem Vergrösserungsglase wiederholter Weist erkundiget, und dabey wahrgenommen, daß diejenigen gegrümmten und ungleich hohen Fäserlein, welche auß den Xe- «llgriis emporsteigen und an den Enden gelbliche Kügelchen haben, in verschiedenen Blümchen der Zahle nach veränderlich, bald mehr, bald weniger seyn. Der grundgelehrte IunnXU8 st, tzet in 6en. ?1. letst. Ausi. Bls. 130. XIII. Herr Pros. Halter aber in Lnum. 8r. llelv.Bls. 316. XV. Da ich null nebe»l vielen andern Kraüterk. in 3», und mehr dieser Blümchen meistens ich in einigen 16 , und auch noch mehr gezehlet, so folget von sechsten, daß man in einer genauen Beschreibung dieser Teilchen keine gewisse und allzeit gleiche Zahle von 13. oder i s. bestimmen könne, sondern eine veränderliche und ungleiche anzugeben habe. Man kan in Ansehen dieser zahlreichen Fäserchen, welche die innern Blumenteilchen gleichsam wie Trabanten in schönster Ordnung umgeben und bewachen, wol sagen, daß die Leberblümchen, obschon fie an vielen Orten haüffig wachsen, dennoch Merkwürdigkeiten. dennoch etwas besonderes und vornehmes haben. Hin und wider in den Gärten sihet man dieselben auch mit gefüllten Blümchen. Derselben Nutzen in der Heilkunst haben wir schon kürzlich in dem ersten Stücke berühret, der aber außführlicher in 2uin§eri IbeZtro kotanic. Lcl. ult. 1026 . zu finden ist. Hingegen wird in dem XXVlII. §. Oilk cle Virib. klsnt. I.innXi ^mos- nit. ^Lgllemic. dies Kraut unter die schädlichen und giftigen gezehlet. Mein seel. Vater hat folgende Verschiedenheit der Blumen-und fruchtbringenden Teilchen beobachtet: nemlich in uno exempl. reper. keriantliium sex lacinüs inllruci. Corollsm. VI. pet3ll8 Lonll3nt. intrs VI. ^uoigue ltsminL cum Iui8 antk. totiäem ne 38. Eine Art Habichskraut. Uieracium Venti8-Ieo- NI8 lolio monoclonon, lubalperum. L. 8. k. 127. Ausser dem Hochgericht gegen St. Jakob. 39. Pfennigskraut. Aummularia Major, lutea. L. 8. k 309. im Brachm. in der Hard und an- j derwerts niehr. Es ist ein heilsam Wundkraut innerlich und äusserlich zu gebrauchen. -40. Eine Merkwürdigkeiten. 55 t ^o. Eine Art Katzenwadel. Lgmletnm kosiicium, kub JHU3 repens. 0. L. ?. 16. ,j. L. 3. 731. Ulp- puris fosriäs. Dill. L. 105. Jenseits der Airsbrücke. -ii. St. Johannskraut mit viereckichten Stengeln. ki^psricum ^sc^ruin cliüum, caule c^uuärgn- §ulo. I. L. 3. 3^2. 1. 255. Am Steinenbrück- leinwasser zwischen der Bleiche und St. Jakob im Heumon. Man kan von diesem Kraut? so wol als von vielen andern, fragen, ob esdienem- liche Kraft und Wirkung habe, wie die Species oKcinaiis, oder die in der Arzneykunst gebräuchliche Art gleicher Gattung? Man hat es in diesem Teile der Kraüterwissenschaft btßher meistens bey dem alten bewenden lassen, und sich nicht sehr bekümmert zu wissen, welche und wie viel andere Arten neben der biß dahin gebraüch- lichen von gleichen Kräften seyn; Es würd aber nicht ohne Nutzen geschehen, wenn man in dieser Absicht weiter gehen und hinlängliche Versuche machen wollte. Man könnte dadurch nicht nur in verschiedenen Gegenden den Mangel dieser oder jener Speclsr.oKcinsl. mit andern gleich wirksamen und allda wachsenden ersetzen; sondern vil- leicht auch auf Regeln und Merkmahle kommen, die Arten von gleichen Kräften einer jeden Gattung zu erkennen und zu bestimmen. In der kki- üoria 552 Natürliche Kon'g klgntar. HorLi I.u§cluno-83t3V. Und M den Vjrib. klantsr. der oben angeregten ^m«- nit. ilcgäemic. seyn zwar schon nützliche Beobachtungen von dieser Materi zu finden; bey verschiedenen darum enthaltenen Sätzen aber liessen fich auch verschiedene Eimvürffe und Gegensätze anbringen. --§ 2 . Eine Art Dinzengraß. ^uncus lXvis, pgnicu- la fpsrss M3)'or. L. k. k. 12 . ^ 246. Im Vrachm. an der Birs. 45. Eine andere Akt. 6ramen junceum, loüo ar- ticulsto, sgusticum. L. L. ?. 5. kr. 12. Un gleichem Orte im Brachm. mit folgenden. 44. 6mm. ^unceum, lolio articul. cum utriculis. Lj. I. c. 45. Oraru. junc. kol. srtic. l^lvsticum. kj. I. c. 46. Grosse und kleine todte Nessel mit den Stengel umfassenden Blättern. Osmium loliis csulem ambientibus, msj. minus. 6. L. k. 231.1'. 18 L An den Feldern gegen St. Jakob im Mayen und Brachm. 47. Ampfer, Mengelwurz, Grindwurz mit minder spitzen Blätter». I.appatkum lolio minus acuto. Merkwürdigkeiten. 553 scuto. 8. k. ii5. 1. 50-j. Auf der Wiesen um Brüglmgen im Brachmon. -48. Wilde gelbe Erve, Vogelswicke. I.3tkxru8 syl- veür. Iutev8, toIÜ8 viciL. L. 8. k. 3-4^.1. Z95. An feuchten Orten bey Brüglmgen. -49. Weisse Nachtviole mit Hilfen, oder türkische Kresse, dio. - 4 o. unter den Münchensteinerkraü- tern, bey dem Brücklein zu St. Jakob , und auch besser unten am Wasser, auf einer steinich- ten Höhe, im Mayen. Und nicht weit davon VirZa paüori8. 8. 3. 75. 50 . No. 16 . Vierten Stückes, gleich oberhalb Brüg- lingen, und auch neben dem Schänzlein über der Birs. 51. Kleiner breitblättichter Steinsamen, Meerhirse. I.itliokpermum minu8, repsn8, latikolium. L. 8. k. 258.1.137. Im Gestraüche an der Birs im Mayen und Brachm. 52. Gemein Streichkraut. I.uteol3 Kerb3 lklicig folio. e. 8. ?. 100. 1. -423. Im Brachm. auf sandichter Erden an der Birs. Die Färber bedienen sich hin und wider dieses Krauts, gelb zu färben. 53. No. der Binninger Merkwürdigkeiten, über dem 554 Natürliche dem Birsfelde an der Hard im Herbstmonate. 54. No. 10 . der nemlichen Merkwürdigkeiten, an einigen Orten der Birs. 55. Grosser gelber Weiderich. I.yümuckia lutsa. mgjor, c^uX OiosLoriäis. L. 8.8. 245. 1. 141. Gegen der Birs im Heumon. Obschon 8ode- 1iu8 dies Kraut in den Halsentzündungen dienlich angegeben, so wird es doch bey uns nicht gebrauchet. Man muß von diesem unterscheiden einen andern gelben Weidrich. 8ylim3cti. lut. cormLulat. L. 8. k. 245. der auch in dieser Gegend am Teiche zu finden ist. Z6. Gelblicher Wasserfenchel. Mlleiolium Zqua- ticum, lentibulstum. L. 8. ?. 141. Im Wasser zwischen Brüglingen und der neuen Welt, im Heumon. 57. No. 5. jm vierten Stücke, unter den Häcken bey St. Jakob. 58. Wilder schmalblättichter Kressich. d^alturtiurn s^lveüre Os^ricÜ8 folio. L. 8. ?. 105. Aus sandichtem Boden bey St. Jakob. 59. Schmalblättichte Hüuermrlch, Feldzwiebel mit weissm BlUMN. OrnitdoZglum snAuiiilolrum M2jv8 - Merkwürdigkeiten. 555 majus, llorib. ex albo-virelcentibug. L. 6. ?. 70. 1.378. Gegen St. Jakob und der Birs, am Felde im Mayen. bo. Die Feldzwiebel mit gelben Blumen. Orni- tkoZalum luteum. (?. L. ?. 71.1. l. L. Im Felde gegen St. Jakob und Gundeldingen. In Schweden soll diese Zwiebel zur Zeit einer Theu- rung für Brot verkauft werden. Sihe I.mn. ümoen. HcrM. pa§. 518. Die Anhöhen von Gundeldingen prangen in dem Frühjahre mit verschiedenen schönen Arten der in den vorhergehenden Stücken schon benennten Stendelwurzen oder OrLllicl. allwo auch die blaue, rote und weißliche Creutzblume oder Ramsel: kolyZala vulAsris. L. L. k. 315. 1. 17L zu sehen. 61 . Kleine weiße wohlriechende Herbfthelleborine. Orck. lpirsl. alb. oclorat. L. 2. 796.1. ^33. Zwinger anf der Höhe des mittlern Gundeldingen ; noch mehr und haüffiger aber an dem Gestade des Rheins nicht fern von dem Birsfelde. Sie blühet im Herbstmon. Man findet um diese Zeit schwerlich in den Garten eine Pflanze oder Blume von so feinem und lieblichen Geruch , als diese hat. 62 . No. 113. ersten Stückes. Sehr haüM hinder Gundeldingen. 63. Pe- 556 Natürliche 63. Pestilenzwurzel, grosser Huflattich, ketMeg insior, §c vulZaris. L. L. ?. 197. 1. 2>51. L mi nor. Lor. 1. c. Auf der Wiesen bey St. Jakob an der Birs. Die Wurzel wird in den Apotbecken als eröfnend, schweißtreibend, dem Gift widerstehend, aufbehalten. Sie wird unter den Theriack und andere Gift treibende Lom- poütionen genommen. 6^. No. 89. der Muttenzerkraüt. Bey Brüglin- gen. Um diese Gegend sieht man auch im Brach- ' mon. d7o. 3. ersten Stückes. 65. Polium mit Lavendelblättchen. ?o!ium Isven- llulX lolio. L. L. k. 220 . 1. 206 . Im Heumo- ! nat auf sandichter Wiesen an der Birs. Es halten einige dies Kraütlein für treibend und der Faulniß widerstehend. Es wird aber bey uns nicht gebraucht. 66. Der Aspenbaum ist schon im zweyten Stücke No. 3. angezeigt worden. 67. Adonißblume, Feldrößlein, Adonißrößlein. ü- j äom8 s 5 lvettrl 8 , üore pkoeniceo, eju8Hue soll^ Io»Zioribu8. L. L. k. 178. K3liunculu8 sr- venl. io1ii8 LkamXmeli, üore pbosniL. 1.291. Unter der Saat gegen St. Jakob, und auch über der Birs gegen Muttenz, im Sommer. 68. Wil- < Merkwürdigkeiten. 567 68. Wilder Senf mit Wichten geehrten Blättern. Al^agro iimllis, 1iIigU3 rotunäs. L. L. k. 109. Kgpiltrum arvens. lolio 3urieul. seuto. 1. 211. Im Maycn auf den Gundeldinger Feldern, und beym Hochger. 69. Rapunzel mit weißen Blumen. K3punculu8 1piL3w8, 3lbu8. L. L k. 92 . 1. 113. Blühet im Mayen und Brachm. in der Hard und an andern Orten mehr. 70. Gemeine Neseden. Keleäg vu1§ari8. L. L. k. loo. 1. ^23. Im Sommer an der Dirs. 71. Wilde Rofe mit wolriechenden Blättern. Kola l^lv. foIli8 ociorgtis. L. L. k. 2,83. 1. 638. Am Wäldlein des Gundeldinger Hügels im Brachm. 72. Der Weiderich mit roten Blümchen. IW- rnackia spicZtÄ, purpure^, körte kimii. L. L. k. 2 ^ 6 . Wächset im Sommer an der Birs so wol als andern sumpfichten Orten zimlich haüf- fig- 73. Feldgamänderlein mit eingeschnittenen Blättern. Lotr^8 clmmXär^oiäes. L. L. k 138. Auf dem Rauchfelde und anderwerts haüffig, im Augstm. und Herbftm. Pp 72i. Neben 5.68 Natürliche 7L Neben denenjenigen Weiden, die schon in dem zweyten Stücke vorgekommen, sieht man um St. Jakob und an der Birs annoch folgende: 76. 8alix vuIZaris, alba, arborescens. L. L. k. ^73. 1. 590. 76. 8slix vulZ. ni§rican8, kolio nonserrato. Lor. loc. cit. 77. 8sl. vul§. ruben8. Lor. 1. c. 78. 83I1X toi. lon§illim. ÄNZuüits. utrinc^ue slbiclo. L. L. k. ^7^. 1. 591. 79. 8s1. sät. lut. sol. crenst. L. L. k. ^73.1. 590. 80. 8s1. tot. am^Ailal. utrin^ue virente surito. L. L. k. I. c. 1. 591. Weil aber hin und wider zuweilen einige abgehen, so findet man selbige auch nicht allzeit wieder an gleichen Orten. 81. Holder mit grünen Früchten. 8umbucu8 tru> Äu in umbella viricli. L. L. k. ^56. ^ 606. Im Brachn». gegen Gundeldingen. 82 . l^o. ^3. ersten Stückes auf der Höhe zwischen Gundeldingen und St. Margarehten. 83. Eine Merkwürdigkeiten. 66s 83. Eine Art Wassergraß. 8cirpu8 L^uiseti ca- pitulo majori. 1. 528. ^uncu8 caplw1l8 küquif. Major. 0. L. k. In stehendem Wasser bey der Birs. 8^. Nadelkörssel/ Hechelkam. 8can6ix temine ro- ttrato, vuIZsri8. L. L. ?. 152. 326. Wter der Saat zwischen Gundeldingen und St. Margareten , wie auch um das Hochger. gegen St. Jakob/ aber nicht haüffig/ im Brachm. und auch zu Ende Meyens. Dies Kraut soll eröffnen/ und auch in Wunden dienen. 85. Quendel mit Blättchen von Citronengeruche. 8erpi1Ium loIÜ8 Litri oäore. L. L. k. 220. 197. Zwischen dem Hochger. und St. Jakob im Heumon. 85. Gelbe breitblättichte Rauche. Lruca lutea, ls- tikolia, live Larbarea. L. L. k. 98. An sandich- ten Orten der Birs. 87. Wafferretich / Wassersenf mit tief eingeschnitte- nen Blättern. Kaplianu8 ac^uatic. loIÜ8 in pro- lunlio. craüior. 5. 6er- manic. 6 . L. k. ^ 85 . An (andichten Orten der Birs. Die Rinde eröfnet und dienet in Verstopfungen und kalten Fiebern. Die Färber brauchen die Frucht zum Schwarzfärben. 90. Leindotter mit langen Hilfen. NyZZrum M- HUL Ion§ 3 . 6 . L. ?. 109 . Von St. Jakob gegen Muttenz im Felde. 91. Wilder Kohl mit Wegwartblättern bey der Wurzel. LrMca l^lveür. loliib circa raäicern cickoraceis. L. L. k. 112 . Auf dem SteinhÜ- gel am Teiche gegen St. Jakob. 92. Gemeine Roßhufe. 1ullila§o vulZarig. 6 . 8 . k. 197. ^ ^87. Im Aprille an der Birs. Die in Brustkrankheiten heilsamen Blümchen und Wurzeln seyn jedermann bekannt. ^ Von reger Zeiten Lauf vermischt mit Lust und Plagen Kan uns ein jedes Land besondre Wunder sagen. Setzt gleich der rauhe Mertz mit zähen Flüssen zu, So kau ein Kranker bald Nosthuben und Violen, ' Maßlieben / Schlüsselgen aus frischer Erde holen. Wie? KömmtS von ungefehr ? O Mensch / was denkest du? Gott Merkwürdigkeiten. S7t GOtt sorget: Jeder Mond bringt seine Frucht und Kraüter, Bey Frühlings-dünsten Luft von Blühten balsamirt, Zur Sommerhitze Saft vom Himmel deftillirt, Im Winter Hol; zum Fxur. Mensch werde warm und heiter. 93. Eine Art Ehrenpreiß. LdnmXcirisspuris, min. nnZultifolin. L. L. ?. 2^9. kr. 117. Veronicn min. anZultikol. rnmoüor L procumben8. 1. i^. Bey Brüglingen und anderwerts im Mayeri und Brachmon. 9L Bachbungen, Wasserlunge, grössere und kleinere , mit runden und ablängen Blättern, üns- Zallis aguntic. mns. L min. 5oI. lubrotuinZ. L. L. ?. 252. LeccnbunAL oKcin. 9ö. ^nngnll. ac^untic. mns. L min. kol. ob1on§. L. L. k. I. c. In den Nebenwassern der Birs. Die Bachbungen hat gleiche Kräfte und Wirkungen mit dem gemeinen Brunnkressich. M- liurt. ngunt. mnj. §L min. L. L. k. 10^. der üll- hier auch haüffig wächset, kan deßwegen in der Küche und Apotheck auf gleiche Art zugerichtet und gebraucht werden. 96 . Eine Art wilde Wiche. Vicin l^Ivelt. spicntn. e. L. k. 32 i 5 . Am Teuche gegen St. Jakob im Heunwn. Np 3 S72 Natürliche 97. Weiße Veilken. Viola mattia, albs. 0 . 8 . ?. 199. ?. ^19. In der Hard im Aprille. Ob- schon diese zuweilen auch riechen, so seyn sie doch nicht so kräftig, als die gemeinen blauen, und werden deßhalben auch nicht gesammelt. 98. No. 6. vierten Stückes, wächset auch an der Birs. Wir übergehen nun verschiedene gemeine Arten Klee, Fischmünze, Pabbeln, Wullblumen, Baldrian, Betonten, Frauenhaar, Disteln, Hanen- füsse, und viele andere mehr, welche um St. Jakob , die Birs, in der Hard, und übriger Gegend gesehen werden. 99. Ein weißliches Hutschwämmchen ohne Stiele. Amanita arborea, parva, lamelläta, albican8, line peäiculo. Im Christmynat in einem Wei- denbaume an der Birs, Hr. Pros. Joh. Rudolf Zwinger. 100. kun§oiäe8 parvurn, comprellurn, äigitatum, apicibu8 albiäig. ün kunZ. ramos. ni§r. oom- prelf. apic. albiä. Dill. Lat. 190. Hr. Pros. Zwinger an gleichem Orte. cum fec^. oblerv. keüunculug niZer; extremit38 rarnola, cinerea; ungue8 extremi palliüi. In unopeäunculo 6uo cliZiti; in alio guinque tui8 un§uibu8 äistinÄi; in alio nonniü unv8 cli§üu8 L un§ui8. 101. Ein Merkwürdigkeiten. 573 101 . Ein fleischfärbig, oder bläulich Cvrallenschwäm- chen mit gehörnten Enden, ^oraiioiäes ramo- 5um, ex ruko-csrneum, plsticeron, s. lLtis Lornubu8, gpicibus brevioribu8. lVlicliel. In dem Gundeldinger Wäldlein. 102. kHZoiäe8 tunZikorme, crispum, Iscinistum, §c vürie compliLStum, peäiculo crsllo, üris- to, rsmoko - L iiüulolo. Hju8ä. 20-i. I'. 86. i. 7. Hr. Pros. Stähelin in der Hard und bey Gundeldingen. 103. kol^poru8 a1pinu8, cinereu8, xileo luperiiL psrtelscero, §c veluti tetlellsto, inkerne inlisr ikvi ample perkorsto. L)U8. 130. 1. 71. k. 2. Hr. Pros. Stähelin in dem Wäldlein hinter Gundeldingen. 10 L Ein grosser weißlicher Schwamm/ wie ein Trichter. kunZU8 eiLulentu8 3LN8, slbus, xi- leo turbinsto, sä or38 sn§uIgto L lubtU8 re- psnäo. Meli. 1^3. 8. 8t. 8. 3^i. Bey Gundeldingen und im Bruderholzwäldlein Hr. Pros. Stähelin. 105. Ein anderer Schwamm. kun§v8 pileo cam- psnulato ruio, IsmeI1i8 3lbiäi8, tenerior. 6.8t. Pp ^ 8. 38. l 67-4 Natürliche H. 38. Hr. Pros. Stähelin auf dem Bruderholze. 106 . Ein gelber, glebichter Hutschwamm. ÜM3- nitL co»i'ormi8, visLiäa- 1ute3. Dill. L3t. 186. kun§. ÜLvelc viseiä. oris üristis H. 8t. H. ^47. Bey Gundeldingen. 107. Ein anderer Glebschwamm. I'mi<^u8 pgrvus, totus viriäi8, §? sä aureum nonnidil tenäens, limacino Zlutine oblitus, pileolo exüinIori8. n. 8t. n.-49. Hr. Pros. Stähelin im Bruderholze. (^uXri pollet- an liic eolor 6t sati8 üeümtus? i io. Ein harzichter, gelber Baumschwamm. ÜZ3- ricv8 cruÜ3ceu8- re6noüi8 , Ü3VU8. li. 8t. kl. 6i. Hr. Pros. Stähelin an gleichem Orte. 111. kun- Merkwürdigkeiten. 575 111. kun§u8 pileo bemilpliXrico obscuro- ürüs ma§nl8 rubeIÜ8 piÄo , lgmelli8 obsolete ruben- tibu8. H. 8t. bl. 5i. Hr. Pros. Stähelin bey Gundeldingen samt folgenden. 112. k'unZus pileo conico, leonini colori8. 6. 8t. 5 ^. 113. kunM8 pileo latillinie conico, !NLrinu8. L- ju89. 1 . 87. 5. 13. Hr. Pros. Stähelin auf den Wiesen bey Gundeldingen und St. Jakob. 119 . Ein gelber Löchleinschwamm. kolems luteus. Dill. Lst. 188 . In der Hard im Äugst-und Herbstm. neben andern mehr. 120 . No. 138. 139. ersten Stückes, undanderedie- ser Gattung mehr an den Baümen sonderlich Eichen der Hard. Neben deü I^iLlienoick i^i. 1^2. der Mut- tenzer Kraütcr seyn annoch sehr viele andere dieser Gattung so wol, als auch verschiedene und viele H/pna , Lrys, lUienÄÜra , 8 pka§n 3 und kol^tri- ckg. in der Hard, Gegend von St. Jakob, Birs und Gundeldingen zu sehen, die aber allhier durch die Verzeichniß unsere Arbeit zu sehr vergrößern, und uns von dem gesetzten Ziele zu weit ablenken wurden. Man findet in der Hard auch an einigen Orten in dem Boden die lubers terr. oder Trüffeln. Von Feld-Baum-und Gartenfrüchten dieser Gegenden ist nichts besonderes anzumerken. Es seyn Merkwürdigkeiten. 577 seyn ungefehr allda die gleichen Gattungen und Arten mit denen in vorhergehenden Stücken schon angezeigten zu finden. In dem Reich der Thiere fand man vor Zeiten der Birs nach noch zimlich wilde Endtlein/ Was- ferhünlein, Riedschnepflein und dergleichen, auf den Wiesen bey Gundeldingen, und in der Hard, Amseln, Tröstlen, Reckholdervögel, Mistler neben den kleinern Vögeln; itzo aber kan man weit und breit umhergehen, ehe ein Federlein zu sehen; denn wenn einmahl in gewissen Gegenden die Wildvögel zu sehr gefangen und ausgeschossen werden, so kommen fie nicht so leicht wieder, wie die Nasen; mit denen also bey gegenw. Striche, wer Lust hat, fürliebnehmen und steh sättigen kan. Es seyn auch wol zuweilen an der Birs Fischotter und Dachsen geschossen worden. ^3Zner meldet in Mll. nat. Helv. p. 173. daß der Biber (Lallor) auch an der Birs seine Hölen habe. Run wollen wir auch, ehe wir zu den Steinen greiffen, ein wenig nach dem Thermometer sehen, und die abwechselnde Kälte betrachten. Vorn Anfange des Wintermon. 17^9. bis den 22ten hatte man an den meisten Orten die Abänderungen von 5. biß di. Grade unter temperiert, und villeicht, wo der kalte Wind besser zugekommen, i o. oder ioz. Die übrigen Tage bemeldten Monats aber biß V 578 Natürliche biß zu Ende die abwechselden Grade von 10. hiß 13. und i^. beobachtet. Im Christmon. sahe man 2». Tage nicht mehr als 9, io, biß ioz. und ii. Grade unter temperiert, ausgenommen den iiten hatte man 15 z. oder 16. und den i2ten 18z. bis 19. und 20. nach verschied. Orten, da das Thermometer war. Die übrigen Tage änderte sichs von i i. biß 13. und i^. Grade. Im Jäner dieses 1750. Jahres fiel es niemahls unter E. biß 15. und villeicht an einigen Orten 15z. oder 16. Grade unter temperirt, sondern wechselte von diesem biß zu 9. und io. Den iften Hornung zählte man 15z. biß 16. Den 2ten 13. und 13z. Den 3ten > 15z. biß 16. Den ^ten gleich. Den 5ten i^. u. i^i. Den 6ten ioz. biß ii. Den 7ten gleich. ^ Den 8ten ii. Den 9ten uz. unter temper. Worauf der Frost allmählig abgenommen, so daß man den 2o, 21 und 22ten um den Mittag schon etliche Grade über temperiert beobachtet. Von Mineralwässern. S neral-oder Thierreich gehören? Deme wollen wir ! aber j (1) 6arc>N t.ianssi ^moenitstss avsäsmiess. Holms L Nips. ^ 1749. llissert. 4. -le OovsII. L«It. 74. L so,;. Merkwürdigkeiten. Z73 aber keinm Gewalt antuhn, als wozu uns die Kräfte mangeln , und dene nur in etwas zu entwickeln suchen. Es werden denen Korallen, nach deren verschiedenen Arten , auch verschiedene Namen beygelegt. OioscoriZes nennet IKopd^ton, IKoäenäron» wenn er steinerne Pflanzen oder versteinertes Holz andeuten will. Die I^itoclencirs haben die Gestalt einer Pflanze, so gemeiniglich mit Stein oder vielmehr eurem lopiio von allerhand Farben überzogen find, welche Steinkruste, wenn das innere Holz vertrocknet, gerne davon abfällt. Hie- her gehören die LntiMes OorMoiäes, mit starken ausgebreiteten Aesten von kohlschwarzen oder auch braun-oder dunkelrohtem Holze, so mit einer weiften Steinkruste überzogen. Denn ()uerLN8 MLrins Ooraüoläes l'deoplirEi , so aus braunem Holze bestehet, deren Kruste rechtlich ist. Diese Arten werden noch von andern klLuäocoral- Imrn- Lorsllium jwperkeÄum, unächte oder Utl- reiffe Korallen genennet. Von diesen Seegewächsen ist ein mehrers in Lach. Laub. kw. zu finden. So werdm die stemartigen Gattungen auch be- Q mit sternförmigen Löchern versehen/ Alaörepora» ^ kun§U8 Lora11oiäe8, Ac. ^ LoerliALve betittelt solche: I.itlioptiytÄ, steinerne ! Pflanzen/ die von einem sonderbaren Wachstumm/ welche / wie schon erwehnet / wenn daran geschlagen wird/ klingen/ im Feuer zu Kalk brennen/ und in sauren Sachen mit Brausen aufwallen. Lon- Merkwürdigkeiten. 575 Lonraäus 6elneru8 raümet denen Korallen einen Platz in dem Pflanzenreich ein. beschreibt die Korallen als steinharte Pflanzen; und nach kerrsnt. Impersto-ksb. Lolumns, 6eokro^, Hen- ckel und andern, haben sie die genauste Verwandtschaft mit denselben. Der Graf Nsrliiii hat dise steinartigen Gewächse fleissig untersuchet/ und für solche erkennet. Er schreibt denen Korallen Eigenschaften zu/ die ihnen/ wie andern Pflanze»!/ zur Vermehrung dienen. Mit ihrne kommen noch andere Schriftsteller überein; doch sind die Meinungen, wie sie sich besaameri/ ungleich; dises wollen wir aber auf folgenden Sechsten Versuch, um mit mehrerm davon zu reden, aufschieben. 6uilonXU8 aber in Lpiit. sä Loccon. glaubet, es sey keine Art der Korallen unter die Pflanzen zu rechnen, sie seyen ein pures iVlinersle oder Erzart. Seiner Meinung nach bestehen sie aus vielem mit Erden vermischtem Salze; Er führet den bekannten Baum der visns. welcher aus feinem in Scheidwasser aufgelößtem Silber und Quecksilber bestehet, so hernach in frischem Wasser mit vereinigten Teilen, einem Baümlein gleich, in Aeste aufschiesset, zu feinern Erlaüterungssatze an. Qa 2 ^ooä- 576 Natürliche ^ooclvvarcl gehet nicht weit von ihm ab. Die Korallenstauden/ sagt er, wären eine Zusamenge- rinnung des Meers, und wurden aus einer kal- chichten Erde, welche in dem salzichten Seewasser befindlich, und in etwas krystallisch sey, gezeuget. Seine Meinung zu erheitern, hat er das in denen j Bergwerken zuweilen vorkommende gewachsene so- genannte Baümleinfilber, zum Begriffszwecke er- wehlet. Wir müssen aber billichmässige Erwehnung thun, wie daß ^ooäv/arä in seinen neuern Schriften ( 2 ) selbst gestehe, er habe die Korallen und ihr Wachstumm, teils weilen solche zu tieffe unter dem Wasser, und an denen englischen Küsten eben sparsam vorkamen, zu untersuchen keine Gelegenheit gehabt, so daß er auch kein sattsames Urteil darüber fällen konnte noch wollte; darum schriebe er, mehrere Erlaüterung einzuholen, an Herrn U. Neuton. damaligen Bottschafter des Großbrit- tannischen Hofes an dem Toseanischen, da die Korallen an dasigen Küsten reichlicher anzutreffen find, mit dem Ansuchen, ihme über Zehen vorgeschriebene Punkten Erläuterungsbericht zu geben. Da wir aber hierüber bey ihme weiters nichts finden, so schreiten wir zu denen noch übrigen Meinungen ; In v. C. Warlizens Beschreibung des Ni- colai- (2) QevZ^spIüe kli^si^ue. ^rnsierä. 173L. prix. 476. Merkwürdigkeiten. 577 colaischen Kabinets in (3) Wittenberg, finden wir folgende Berichte: „ Daß die Korallen kein Ve§e- „ tsbile seyen, welches daher zu erweisen / weilen „ sie weder Wurzel/ Kraut noch Saamen haben; „ dahero sie vielmehr zu Nmeralibus, und zwarn « insonderheit zu Steinen gehören, dann sie wür- den §enerirt aus einem §ULL0 vildoso minersli „ sulxllureo, welcher vermöge des Erdfeuers von „ dem Meersgrund hervorkommt, und von dem „ Meersülze LoaZulirt und concrechirt wird ; daß » sie aber die Gestalt eines Baümleins annehmen, „ beschehe aus einem Spiel der Natur. " Mehrere Nachricht von Korallen einzuholen, weiset er seine Leser auf die Beschreibung des caleeolÄnschen Kabinets, allwo er mit seiner Meinung abgewiesen wird. Noch sagt er, LZelaipinl Meinung seye falsch, daß die Korallen unter dem Wasser weich, aussert demselben aber bald hart wurden. Bey LXiaipmo sechsten aber finden wir nicht, daß er diser Meinung völlig zugethan, sondern er ziehet sie nur im Vorbeygehen , als von andern angeführt, an. v. Warlizens Anweisung auf das LÄceolansche Kabinet kommt uns eben so seltsam vor, als ob- angezogene seine Meinung, allwo sie verworffen, und hingegen, was er widerleget, allda behauptet Q q 3 wird, (3) ^Iii8Ruir» Ourio8um Oottk. XiLoI-ü. VV ittenk. 1702. (4) Lriloelllarii ^un. Veronens. Veron. 1622. 578 Natürliche wird, daß nemltch die Korallen, so lange sie unter dem Wasser sich befinden, weich wären, und denn erst an der Lust erhärten. Einige selbst der neuern Schriftsteller (5) stimmen mit klinio, Oiolcoriäe diser Meinung bey. Uzrbolleus (6) ein Poet alter Zeiten, kommt darin« mit Oviclio (7) übereitt; es scheinet aber, er habe seiner: Vortrag aus dessen Verwandlungen entlehnet , da er nur mit etwas versetzten Worten das nehmliche andeuten will, daß die Korallen, so lange sie noch unter dem Wasser, biegsame Reiser waren, und erst an der Luft erhärten. So sagt Ovicliu8 noch all einem andern Orte. (8) 8ic A Lornllium, c^uo primum corlli'Zll arm lempore fturelcll, mollis füll llerbn tub unftll. ES ist der Korallen Art, die noch weich in Meeresgründen, Da sie erst an freyer Luft sich den Steinen gleich befinden. Bey ^oft. 6eor§. kellkovero finden wir einen Widerlegungsbericht, so er von Herrn Nicole, einem Ritter von Marseille, und damaligen königlich - französischen Oberaufseher und Vorsteher der Korallenfischerey des Königreichs IKu- nll, erhalten; wie, da derselbe im Heumonate des 158^. Jahrs solcher sechsten beywohnete, und das eigent- (.;) >V»IIonan. 8 Hes>i> 8 nktsr. M 98 . 1720. ( 6 ) Os 6 sinm. pi'l't. koimis, natura L vil-iku 8 . 6 olon. 1239. (7) O- viä. Mb. 4. ( 8 ) läem I.ll>. 12 . Merkwürdigkeiten. 579 eigentliche die Korallen betreffende untersuchen, auch wie dises Gewächs noch in dem Grunde der See sich verhalte, erforschen wollte, erwehlete er dazu einen jungen Taucher/ der ihme Korallenzweige aus der Liesse der See hervorholen / und wie er sie allda antreffen wurde/ wohl bemerken sollte: Diser ward denn mit einem Gewichte von 25. Pfunden jederseits belästiget/ um daß er vermittelst dessen die Liesse der See vor: etwann hundert Ruten erreichen könnte / an einem hinlänglichen Seil heruntergelassen. Er brachte darauf in beyden Handen abgebrochene Korallenzweige an das Trockene / mit dem Versichern / daß er solche/ wie er sie / als schon erhärtet/ darreichte/ also auch in der Tiefe befun- der: habe. Er fügte noch bey / daß als er noch 7. oder 8. Ruten biß auf den Grund der See zu sinken hatte/ habe er verfpühret/ daß das Wasser in difer Liesse sehr kalt wäre. Erwehnter Herr Nicole benügte sich mit disem Berichte noch nicht/ sondern / als man die zur Korallenfischerey gewidmeten Garne zöge/ liesse er/ da sie noch etwann einer Ruten tief unter dem Wasser waren/ sich sechsten so weit hinunter/ lösete Korallenzinken ab, die ih- ne der Wahrheit obigen Berichts überführeten. kel8boveru8 sagt weiters/ wie daß er über dises noch von Herrn la ?oitiere , einem Edelmanne von Lyon, der im Jahre 1613. von dem Korallen- zuge aus der Barbarey zurück käme, eines gleichen zuverlässig seye benachrichtiget worden. Die S8o Natürliche Die letztere Meinung, da man die Korallen aus dem Pflanzen-in das Thierreiche versetzen will, findet Macht bey vielen mehrern Eingang, als bey uns. (9- „Der Herr ke^ssonel hat am ersten be- „ obachtet und erkennt, daß die Korallen, dieM»- „ llreporen, re. ihren Ursprung von Thieren ha- „ ben, und keine Pflanzen wären, so wie man da- „ für hielte, und ihre Figur und Anwuchs schein- „ barlich glauben machte. Man hat das Vorgeben > „ des Herrn ?eylloneK lange in Zweifel gezogen. I „ Ja das Vorurtheil eigener Meinurig machte, daß ^ „ solches bey einigen Naturforschern gleich Anfangs „ in etwas verächtlich verworffen wurde; doch müs- „ sen fie durch die Entdeckungen des Herrn „ sonels überwiesen, nun mit aller Welt gestehen, „ daß die vermeinten Meerpflanzen anders nichts, „ als der Aufenthalt und die Wohnungen kleiner l „ Thiere seyen, welche denen Muschelfischen zu ver- „ gleichen wären, die eine Menge steinartige Ent- „ Haltnüssen hervorbrächten, worinnen fie wohne- „ ten, eben wie die Muschelfische in ihren Schaa- „ len, So ist denen Korallen, die erstlich unter „ denen Mineralien, nachwerts unter denen Pflan- ! „ zen Platz fanden, endlich für immer das Thier- » reich angewiesen worden." Ob es aber bey di- sem (D Nistoire ^«turelle L?»rticuliere. ksris. Iinp. Uox- 1749- Hieorie c!e Is Isrre psx. 289. 581 MerÄvürdiMLten. ftm Ausspmch VMM Werde, ist eine FMe, weiche sich durch femMDeitere UlüersMhe erheitern könnte. Daß die Versteinerungen vieles Dunkele aus Der See erläutern; daß die versteinerten Korallen, so in der Erde gefunden werden, ihre Herkunft aus der See haben, ist angenommen; dise könnten denn wider obiges zeugen; wir verfpahren es aber für das künftige» Die lubulsns xurpures » und andere Illduli ver- micuiare8, die Bienenstöcken gleich formieret seyn, o- der sonstm in-und durcheinander verwickelte Gewinder haben, die inwendig hohl, haben etwann zu obiger Meinung Anlas gegeben. Die fteinschaalichten Thiere, fo wir Muscheln nennen, findet man in grosser Anzahl; doch sollen sie ein geringer Teil gegen die MroNen L Us- ^reporen rc. ausmachen, so ihren Ursprung von Seeinfeckten zu haben vorgegeben werden» Nach Hm. O. 8cllAxv (i o) Bericht bringet das rohte Meer, vor allen andern, die Seepflanzen, als Korallen und Nsllreporen, im Ueberstusse hervor. Nirgends findet man aber mehr Verschiedenheiten , als um den Hafen bey lor; bey stiller See werden sie dem Auge entdeckt, und siehet der Grund derselben einem Walde gleich, darinnen finden sich Naäreporen mit Aesten, so 8. biß 10 . Schuh hoch Qq 5 seyen. (10) Voxiixes >ie Mr. lom. 2. Ä Iri Nsz-e. 1743. 582 Natürliche seyen. Wie sollten dise vor; nur kleinen Würmern herftammen? Der berühmte Ritter cie Laillou verspricht eine Herausgabe seines Kabinets/ wobey er die Naturseltenheiten beschreiben wird. Wir setzen aus gesammelten Schriften/ (11) was er vorlaüf- sig von denen Korallen gedenket/ hieher: „Nurei- „ ne Probe zu geben/ so erkläret er etwas für ei- „ rren Jrrtumm/ was jetzo von denen Naturfor- „ schern für eine neue Entdeckung ausgegeben wird/ „ nemlich/ daß die sogenannten Korallengewächse, Gebäude und Wohnungen von Jnseckten wären / „ da er keine Spur vor: einem einzigen solcher Jn- „ seckten gefunden hat/ kan er sich nicht berede»/ ,, daß es ganze Haussen von ihnen in einem solchen „ Gewächse gegeben habe; er hatte alle mögliche Untersuche der Korallen im Meere/ und ausser demselben angestellt/ und alle Sorgfalt gebraucht/ „ die angeblichen Armeen dtser Jnseckten / die Mir- „ 6 li soll für Blumen angesehen haben/ zu eutde- „ ckell / aber nichts sehen können; und er halt selbst „ die Blumen für einen Augenbetrug; er erkennt „ die Korallen für Meerpflanzen. Nun wenden wir uns zur Erklärung der Kupft ferblatte: 3 . Nnärepora llmplex turbinata, llella concava, cujus äinmeter llisei kuperat lonZiwäinem ip- ÜU8 (ii) HamburgischeS Magazin / 4. Band/ 4. Stück. Hamburg und Leipzig / 1749. x. 39Z. Merkwürdigkeiten. 583 ÜU8 corsllli. Eine einfache Alallrepora, welcher auch der Name eines versteinerten Koral- lenschwamms beyzulegen wäre; ist an Farbe weißlicht, dem Kiesel an Härte gleich. Aus dem vertieften Mittelpunkte derselben lausten zarte Striemen über eine sich nach und nach wieder verlierende Erhöhung, so sich bey dem Umkreise enden, allwo die Versteinerung im Durchschnitte um den dritten Teil breiter, als hoch, sich erweiset; ist unten mit Dupfen oder kleinen Punkten versehen. I.MNXU8 weiset Arten auf, dergleichen wir auch versteinert besitzen, welche trichterförmig sind. Man darf sich deßhalben auch wegen nachfolgenden, ohne Scheu, auf die Bawierische Sammlung beruffen, da der Be- schretber die Urbilder, sonder Mühe seinem Din- tenfasse benachbarn kan. b. Älaärepors llmplex turbinsta, ürmta, ürÜ8csn- ce11ati8, cum ldsLÜ8 per ambitum äecurrenti- bu8, ltella concava. Eine einfache ülaärepo- ra, welche topfförmig ist, deren Streiffen lauf- fen von unten her oben in dem Mittelpunkte zusammen, allwo sich eine Vertieffung zeiget; die querüber lauffende Bande kan man mit einer unordentlichen Ueberwicklung vergleichen. c. Nciärepora compolits Üriclt3 lle1Il8 kln§uloli8 concavib. Dise von verschiedenen Teilen zusa- menge- S84 Natürliche mengefügte iVIg^repora hat von unten auflauft sende zarte Striemen/ die gegen der obern Fläche in ungleich eckicht etwas vertieften kleinen Sternen sich enden. «l. N-iärepors ramola llriatÄ, llellis conkulis. Unten aus dein Mittelpunkte diser astförmigen ü'la- ürepora lausten zarte Striemen aufwerts/ all- wo sie sich in zerstreut ausgebreiteten ästen-stern- förmigen Gestalten wieder zusamenfügen. e. Nsärepora limplex turbinata lLvi8 vere coniLA e centro 6jlc:i prolifers, copiolis vermiculib M3rim8 obcluÄÄ. Dise einfache ülÄiirepora ist kegelförmig/ aus deren Oberfläche raget eitle andere hervor/ deren Umkreis ist mit vielen kleinen Seewürmern besetzt. k. Ug^repora compolitA 6iZit9ta, ru§i8 tran8verli8 üelli8 concavi8 üri3ti8. Die zusamengefügten Teile diser lviaclrepora ragen wie in etwas ausgesperrte Finger von einander; die quer über- lauffende Striemen gleicher: überschlagenen Falten. Andere Striemen gehen als unter disen hervorschleichend der Oberfläche gerade zu/ all- wo sie die Figur verschiedener vertieften Sternen darstellen. Naclrepors compollta lXVl8 lleIÜ8 criniti8. Ei-» S85 Merkwürdigkeiten. ne zusarnengesetzte NaäreporÄ, deren glatte O- berflache Sternen ausweiset, so statterenden Haaren gleichen. n. iVlsllrepora limplex orbiLularis pl-MÄ, üellz con- cavL, in meäio leviter clepsella. Eine runde stäche einfache Ug^repora > einer l^ux VOMIL3 , oder Krähenauge gleichend. Die Striemen machen eine Sternform, dessen Mitte in etwas verliesset ist; auf der verkehrten Seite aber gehen dichtere Striemen zirkelweise in abgeteilten Umkreisen über dieselbe. i. Nsärepora compolits ex cilin 6 ri 8 «Mgntibus re- 6t08 refereri8. Aufdisem Gesteine,, wie die Kupfferblatte ausweiset, sihet man Bruchstücke von Muscheln, bevor Teile derer Seeapfeln, oder Leimten. Die ÜI-wreporÄ, so wir darauf S86 Natürliche darauf anzumerken haben, stellet eine Figur vor, wie in einander gesteckte Becherlein. conk. I.in. täb. 6§. 11. l. Alsärepora compollta llrüs tmnsverlls crsllig un- 6u1ati8- 1le1Ii8prc>funcliu8 exc3V3ti8. Dise üla- öreporg sihet einer Wurzel gleich, mit neben und auf einander ligenden fingerdicken runzlich- ten Zerteilungen, die querüber und aufwerts lauffende dichte Striemen hat, mit vertieften am Ausschweife sich zeigenden Sternen. m. AlÄilrepora repLN8 rami8 cll'cllotoinl8 lubtiliter llriclta. Dise Korallenart ist bey I.m. rsb. 6§. 25. beschrieben; DieAeste sind gabelförmig, und die Striemen sind zart aufwerts lauf- fend. n. IVIaärepora compoüts Üriat3,1leUl8 pro5unäiu8 impreüi8, roluIa8 Lmu1antibu8. EineZUsaMM- ^ gesetzte ülsärepora; die Striemen lausten ungleich , und die vertieften Sternlein sind auf der Oberfläche rosenförmig zu sehen. o. Alaärepora compolNa, Kellis in Lspituls exlian- tibu8. Dise Korallenart ist, statt vertieft, ausrasend sternförmig. ! Wir Merkwürdigkeiten. 587 Wir haben in unsern vorigen Versuchen jeweilen die an jedem Orte sich befindende Arten von Versteinerungen angemerkt; der Birsfluß ist aber daran zu reich, als daß wir es hier einrücken könnten, verjähren es also auf folgende Abhandlungen. ENDE. " - -H-X . ,E' MMLLML- WMK tm.öüc^r^L/ c!^^ro'^7r..s/'M.'^ ^ c/cv^ La«n,'7cicIr. >»! °i;.M Ivtthse vo/r ^ . 2.H 6a/öe!/^. .öa^/. c/a^ ii' c/ic' 7--6/'üt//m> ^ -^-''' »2^ ^M/ >K^chsA, WM8 Z» ' 52 . L't^ar-^L^e^cr. 5 7 /.LN> ?lSZ MM » L L, MWMW « «r. L^L ^L-L, -ViM" » ._Ä a^/. 2.2 uö e?' 4- «l/re . 6^. /eie/r ? 8 ,/) o^il?,?^ ^ ^ !o ^^^,,7 ^62, H c/ic t?un,. 22 , 2^2,6^«. 4 (>'ape// itzKME ;>WW K««W 8 E MWK i ^ ! ' 7'-.7 LGM ickA ^r» Ä^-'^ ' -,>^^^7^"-"- -/7, WW§^ S2LÄ M,MH MU !>LW MWW Mr KK?»-«"'-! "-7 Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher Diß alles glauben wir-, und mehr ist Überfluß, Nichts wissen macht uns Nimm, viel forschen nur Verdruß. Halter. Uerkwürdigkettm VI. Stück AUL üningen. BASEL, Bey Emanuel Thmrieysm, 1751. WT ÄZWZ^M Je Landschaft Basel wird in Sieben Vogtcyen eingeteilet: Die mehrcrn und grasten derselben, alsLicchtstahl, Farn- spurq, Waldenburg, Hvnu- burg und Münchensteiu, ligen disseits des Rheins auf der Gallischen; Riehen und Klein-Hüningen hingegen , jenseit des Rheins auf der Germanischen Seite. Die Vier erster« Vogteyen, werden in Ansehung ihrer Lage mit der Stadt Basel, die obern, die übrigen aber, die untern genannt. Mit den Fünf erster« Stücken unserer Abhand- Rr 2 lungen UDL 592 Historische Merkwürdigkeiten. lungen ist die Vogtey Münchenstein zu Ende gebracht; also daß wir in diesem Stücke die Vogtey Klein Hüningen, welche aus dem einzeln Dorfe -ises Namens besteht/ zu beschreiben gedencken. Ohngeacht in disen gesitteten Zeiten die Anwohner des Rheinflusses unserer Gegend in der Art zu leben, nicht so starck, wie vormalen von einander abgehen, sondern wenige Gewohnheiten ausgenommen, einander vaft gänzlich gleich sind; So wird dennoch nicht undieulich seyn, weil dise Gegend von der Rauracher Landschaft durch den Rheinfluß vollkommen abgeschnitten, auf der Germanischen Seite sich befindet, etwas weniges von den Sitten und Gewohnheiten diser Völker zu vermelden. Von Von den Mm Teutschen. >Ie Germanier laiteten ihren Ursprung, wie es andere Völker auch gethan haben, von den Göttern her; sangen die Heldentah- ten ihrer Altvordern in Liedern ab, ermunterten sich dadurch zur Dapferkeit, und wußten bey An- stimmung ihrer Kriegsgesänge so fürchtbarlich in ihre Schilde zu schreyen, daß die Feinde zum öfter» nicht wellig von solchem Getöhne erschracken. Mars, Merkurius und Herkules waren vvr- nemlich die falschen Gottheiten, für welche sie die Rr z meiste 594 Historische meiste Ehrfurcht hatten, und die sie in den finstern Wäldern zu verehren pflegten. Ihre Priester wußten besonders aus der Vogel Fluge und dem Fall abgeschnittener hölzerner Rüht- gen, künftige Dinge zu weissagen; Es wurden auch geweihete Pferde in den geheiligten Wäldern um terhalten, welche durch ihr Wiehernl der Gottheiten Willen entdecken sotten. Man schreibet von den Germaniern, daß sie, um den Umgang einer Feldschlacht zu wissen, einen ihrer Feinde, mit ihren Wafen bekleideten, und solchen mit einem der Ihrigen zu einem Zweykampfe anhielten, auch hernach aus ' dem Siege des Kämpfers auf den Sieg des Heers, zu welchem er gehörete, zu urteilen pflegten. Hiebey hielten sie auch des Frauenzimmers Anrichten sehr hoch, und verehrten das weibliche Geschlechte ins besondere, also, daß sie bisweilen ihre Weiber als ihr edelstes Kleinod zu Geiseln gaben. Den Germanischen Weibern dienet zum Nachrühme , daß sie ihre Kinder mit eigener Milche ge- säuget, und keinen entlehnten Brüsten anvertrauet haben. Die Jugend, welche in den Flutten des Rheins gebadet ward, erdaurte die härteste Auferziehung und gienge nackend einher, bis das reiffere Alter die Blosse zu bedecken befahl. In Merkwürdigkeiten. 595 In Friedenszeiten führten die Germanier das wollüstigste Leben: Essen, Trinken, Spielen und Schlafen machete die ganze Bemühung aus. Ihre Zeitvertreibe bestunden in der Jagd, und daher ward durch die beständige Leibesübung in dem mannbaren Alter gleichsam ein jeder Germanier im Kriege ein Held. Die Weibsbilder werden uns arbeitsam und unverzagt beschrieben, als welche denen Männern die Speise in das Feldlager trugen, und sie zum Siege anfrischeten. Ausser dem Adel gab sich niemand die Freyheit, mehr als eine Weibsperson zu heurah- ten. Die Ehestem bestünde in Kleinodien, Kleidern, Pftldten, Ochsen, Wafen, re. Die Weiber besassen die ihrem Geschlechte so sehr angepriesene Tugend der Keuschheit, und die sehr wenigen, so sich in dem Genuß der Liebe verfehlten , warben verflossen, und halb nackend durch die Flecken und Wohnungen mit Ruhten fortgejaget. Die Künste konntet! sich keines grossen Vorrechtens rühmen, indem sehr wenige Germanier weder zu lesen noch zu schreiben wußten. Sonften bedienten sie sich der griechischen Buchstaben. Rt'4 Eini- 596 -Historische Einige Geschichtschreiber stehen in -en Gedanken, ob hätten stch die Germanier mit keinen fremden Völkern verheurahtet; andere aber behaub- ten mit vieler Wahrscheinlichkeit, daß die Germanier und Gallier an dem Meine durch einander sich vermählet, und daher auch die Memannier von den Galliern den Namen Germanier oder Verbrüderte bekommen haben. Übrigens bedeutet das Wort Germanier so viel als Kriegsmänner. * So sehr dises Volk zu dem Kriege und dem Raube geneigt war, so sehr hastete es den Frieden und den Akerbau, daher bey ihnen wenig Feldfrüchte gepsianzet wurden; weil auch die Germanier sich nicht allezeit an gleichem Orte aufhielten, so wurden die ligenden Güter nicht umzäunet; doch pflegten die Anverwandten gemeiniglich nahe bey einander zu wohnen. Sie hatten keine Städte, sondern hielten sich hier und dort, nach Gelegenheit des Landes auf, welches meistenteils aus Waldung bestände. Die Häuser in denen Dörfern oder Flecken waren nicht aneinander gebauet, sondern entfernet, mit einem weiten Platze, darauf sie verschiedene Gewächse pflanzten, umgeben; die Wohnung war schlecht von Holz erbauen, öfters auch unter der Erde angelegt. Ihre * Uemoires xour lervir » 1'diüoire cle Lnockebourz. 1. s. Merkwürdigkeiten. 597 Die Gestalt der Alemannier war ansehnlich. In denen grossen und starken Missen Leibern wohnte eine dapfere und redliche Seele; das lange gelbrohteHaar bedeckte das Angesicht/ aus welchem die blauen Au- gen heraus funkelten. Sie konnten die Kälte besser als die Hitze ertragen. Der Reichtumm bestünde mehrenteils in Wafen und Vieh, welches letztere . sehr klein und ungestaltet / doch stark und von grosser Dauer war. Gold und Silber konnte erst in denen spätern Zeiten/ als die Benachbarten ihnen dessen Wehrt beyzubringen wußte»/ einigen Eindruck auf sie machen. Ihre Belustigungen waren verschiedener Art. Die junge Mannschaft wußte sehr künstliche Kriegstänze zu halten / und ganz nackend / ohne sich zu verletzen/ durch und über blosse Schwerter und Spieße zu springen. Die Aeltern hingegen waren denen Würfeln und verschiedenen Glücksspielen der- gesialten ergeben, daß einige derselben so gar dar- mit ihre Freyheit verspieltsten und in die Knechtschaft genetzten. Die Zeiten wurden nach den Nächten und nicht nach den Tagen gerechnet. Die Germanicr schliefen in den hellen Tag hinein / und wann sie von dem Lager aufgestanden/ ihre Andacht verrichtet, sichgewa- Rr s sehen, 598 Historische scheu, und etwas gekostet hatten, legten sie einige Wafen an, besorgten einen Teil ihrer Geschäfts und giengen zmn Trunke. Alle Geschichtschreiber kommen darum überein, daß es dabey selten ohne Zank und Rauffen abgelösten; die Trinkstuben waren so angenehm, daß öfters wichtige Geschäfte darinnen verhandelt, von Krieg und Frieden veranschlaget, und viele Händel darinnen geschlichtet wurden; wor- bey ein jeder seine Meinung so aufrichtig und redlich entdecket, als noch etwan heute beym Trunke zu geschehen pflegt. Doch war der Wein damalen bey den Germa- niern ein seltenes Getränke, hingegen Bier oder ein demselben nahe bekommendes aus Gersten oder Waitzen mit Wasser zubereitetes Naß, der gewöhnliche Trank. Ihre Speise wäre gemeinlich Milch, Butter, Käß, Zieger, wildes Obst, Fleisch und Wild- pret; sie waren sehr gastfrey, und erwiesen denen Fremden, so zu ihnen kamen, alles Gute, liessen dem Gast keine Schmach wiederfahren, beherbergten ihn nach Vermögen, und wenn der Vorraht in einem Hause aufgezehret worden, so ward der Gast zu dem Nachbarn geführt, welcher ihn mit gleicher Freundlichkeit bewirthete; empfieng der Ger- manier Merkwürdigkeiten. 599 manier hingegen einige Geschenke, so nahm er sie mit Freuden an, glaubte aber deßwegen dem Fremden gar nicht verpflichtet zu seyn. Ihre Kleidung war schlecht, von Häuten der Thiere, oder geringen Zeugen, zubereitet. Die Mäntel, wormit fle sich bekleideten, bedeckten kaum den halben Leib, der übrige war nackend. Die Weibsbilder waren in der Kleidung von den Männern nicht viel unterschieden, ausser daß sie leinene und gefärbte Unterkleider oder Herüber trugen ohne Ermel, also daß die Brust und die Arme blos stunden. Geringe Streitigkeiten wurden bey ihnen durch die Vornemsten entschieden; wichtige Sachen aber in den Versammlungen des Volks berahtschlaget, in welchen die Priester das Volk zum Stillseyn und Aufmerksamkeit anmahneten, ehe der Fürst den Vortrug taht; war die Sache gefällig, so würd sie durch das Gerassel der Wafen gutgeheißen, wo nicht, durch Zischen und Stillschweigen verworfen. In diesen Versammlungen ward auch über Leben und Tod gerichtet, geringe Missetahten mit einer Büß, welche in Abführung einer gewissen Anzahl 6so Historische Anzahl Vieh bestünde, belegt, die Todschlager vermittelst einiger Geschenke, so des Erschlagenen Anverwandten gegeben warden, ausgesöhnt, die Verrahter und die so in der Schlacht entflohen, an die Baume gehenkt, die Verleumder aber in denen Morästen ersäuffet oder ersticket. In den Kriegszeiten ftuude die oberste Gewalt bey dem Fürsten, welcher Heerführer war. Die Priester zogen mit in den Krieg, und trugen einige Bildnisse und geweihete Fähnlein, zum Zeichen der Gegenwart ihrer Götter mit. Wer aufErfordern nicht mitzöge, ward für unehrlich gehalten; die so von einem Geschlechte waren, wurden in der Schlachte zusamen gestellt, damit man die Dapferkeit der Geschlechter besser bemerken könnte. Schilde, so bisweilen sehr schön gemahlet waren, Schwerte, Wurfpfeile und Spieße, waren die gewöhnlichen Wafen,besonders ein kleiner Spieß, so sehr bequem zu gebrauchen, und vornen mit einem sehr spitzigen Eisen versehen war. Doch hatten einige auch eiserne Panzer und Hauben. Die Reuterey stritte zu Pferd und zu Fusse; Massen die Germanier sehr oft ihre Pferde, welche nicht gesattelt waren, verliessen, zu Fusse kämpften, und denn Merkwürdigkeiten. 6or denn mit ausnehmender Geschwindigkeit sich wiederum auf ihre Pferde, welche nicht von der Stelle wichen, erhuben. Wenn einer mannbar erkannt wurde, bekäme er einen Schild und Spieß zum Geschenke. Bey etlichen Völkern dorfte ein solcher junger Krieger seinen Bart nicht schären, bis er einen Feind erlegt , und so einer aus der Schlacht seine Wafen nicht zurück brachte, dorfte er nicht mehr bey dem öffentlichen Gottesdienste erscheinen. Die Fürsten des Volks waren allezeit durch ihre Nähte und junge Mannschaft begleitet, welche letztere die Benachbarten ausser den Germanischen Landen fast immer beunruhigten, und sich also Beute und Nahrung erwarben. Unter denen Germaniern warden die Schwaben, derer Herrschaft sich sehr weit ausbreitete, auf eine sehr lange Zeit für die Mächtigsten und Dapfersten gehalten, daher sie, wie alle Germanier, alle angränzende Länder zu verderben pflegten, damit die Wohnungen ihrer Nachbarn von ihnen entfernet, sie aber in grössere Ruhe und Sicherheit gesetzet würden. Die 6o2 Historische Merkwürdigkeiten. Die Todten pflegte man ohne Gepränge, die Reichen meistens mit ihren Wafen zu verbrennen , welche dann von ihren artverwandten Weibsbildern , Massen den Männern die Traurigkeit zur Schande gehalten ward, bewahret wurden. U Historische Merkwürdigkeiten Je Geschichte, in welchen -ie Tahten des Tartaristhen Attila aufgezeichnet zu finden, melden, wie diser König der Hunnen, als eine Geisel GOttes, nebst Vielen andern Ländern, auch die Städte 6O4 Historische Städte am Rheinstrome verwüstet, und die Burgundischen Könige, Sigmund und Gundarich, in der Gegend von Basel oder Groß Hüningen um das Jahr 45 ^ geschlagen habe. Sie gedenken ferners der fürchterlichen Hunnischen Kriegsheere, so nachwerts in unser Vaterlande gekommen ; und wie in dem Jahre 9Z8. als Hirminger, vermuhtlich ein dapferer Raura- cher, einen Teil ihrer Heersmacht, als solche bey Seckingen über den Rhein in das Fricktahl gesetzet, und auf Beiite losgcgangen, geschlagen und die übrigen dardurch bewogen habe, den Rhein hinunter zu ziehen; da sie denn ab der Germanischen Seite um die Gegend, wo nunmalen Klein Hü- ningen steht, über den Rhein gegangen, und auf der Gallischen Seite, wo nachwerts das Dorf Groß Hüningen angebauen ward, ihr Lager geschlagen haben. Daher vermeinet man, sey der Name Hünin- gen entstanden, obwol eben nicht gewiß ist, ob in disem oder einem andern Zuge, von denen Hunnen hier ihre Lagerstätte aufgeschlagen, ohnstreitig aber, daß in diser Gegend viele Verwüstung von ihnen angerichtet worden. Unsere dißmalige Abhandlung betrift das Dorf Klein Hüningen, welches, weil das Dorf Groß Hunt»- Merkwürdigkeiten. 605 Hüningen, so deme gegen über, auf der andern Seite des Rheins , hart unten an dem Maüß- turhme, und also oberhalb dem Platz gestanden, wo nunmalen eine der Krön Frankreich zugehörige Festung gleichen Namens angelegt ist, ehmalen grösser und mehr bevölkert gewesen, als dises, den Namen Klein Hüningen empfangen hat. In den ältesten Schriften, so von diser Gegend Meldung thun, wird einer Rhemßchrt an disem Orte gedacht, also, daß zweifelsohn einige geringe Fischerhütten die erste Gebaüde gewesen, welche all- hier aufgerichtet worden. Das mmmalige Dorf Klein Hüningen ligt auf einer kleinen Anhöhe des Rbeimifers, von der Stadt Basel eine kleine Stunde weit, Nordwerts entfernet. Jeder Kenner unserer vaterländischen Geschichte weiß, daß von disem Orte in ^unsern gedruckten Chronickcn nichts aufgezeichnet zu finden ist; es ist daher nichtig gewesen, die Urkunden hierüber genauer einzusehen. Aus discn ergibet sich , daß das edle Geschlecht der Vorgaben ehmalen, und vermuhtlich nur einen gewissen Anteil dises Dorfs ingehabt habe, von welchen es an die Edeln von Mörsperg und die edelir Renken erbsweife gekommen ist. Ss In 6o§ Historische In -em Jahre iz 8 s. haben Walther und Wetzet von Mörsperg, die Edelknechte und Gevetter, ^ ihre Rechte und Güter, welche sie von Frau Clara ^ Vorgasscn, weiland ihrer Mumme, und Diebold von Mörsperg, des Walthers Bruder/ indem Dorfe und Banne Hüningen, im Biftumm Costanz gelegen, ererbet und von ihren Voreltern hergebracht hatten, der mindern Stadt Basel verkauft. Als: ihren Anteil an dem Kirchensatze und de- j nen kleinen Gerichten, Zinsen, Zwing, Banne, Allment, Wunne, Waide, Aeckern, Matten, Wasser, Wasserrunzen, Fischenzen, Hölzern und Felde, samt den Rechten zwischen dem alten Kar- renwege bis an Oettlicken. Der Kaufbrief ist auf nächsten Freytage vor Mittelfasten gedachten Jahrs, vor dem Gerichte der mindern Stadt gefertiget, als Johannes von Sennheim Schuldheiß war. Es wird in demselben ferners gemeldet, wie di- ! ser Ort an der Allment der Stadt Basel, und wo j er sonsten angranzte; was die Fischer zu bezahlen haben; und welche Güter von den Verkaüfern als > ein besonders Eigentumm besessen worden. I Darinnen wird auch ferners der edeln Renken, als Besitzern von dem übrigen Teil, gedacht. Ul- Merkwürdigkeiten. 607 man Renk hat über seinen Anteil an Klein Hüningen mit denen von Mörsperg, als Miterben der Fran Clara Vorgaffen, eine Abteilung getroffen; von dessen Sohn Hcinzmann Renken, die Fischer zu Klein Hüningen nachwerts das Recht zu fischen zu Lehen getragen haben. Wir wissen nicht zu bestimmen, in was für Hände der Anteil diser Renken gekommen ist, und auf welche Weise sieetwan dem Haus Hochberg möchten zügecahn gewesen seyn; auch ist von denenselben weiter nichts aufgezeichnet, als daß den 8 . Märzen 1547. Marggraf Bernhard von Baden unter dem St. Blasien Tohr allhier mit Thommen Renken und andern, in solchem Streit gekommen, welcher der Stadt Basel viele Verdrießlichkeit verursachet hat. In dem Jahre 141?. finden wir die erste Meldung des Fürstl. Hauses Hochberg, in Ansehung seiner Rechte an Klein Hüningen; und das aus Anläse des Fischens bey dem alten Klübinwuhr; welche eines teils von den, Herrn Marggrafen Rudolf für seine Augehörige zu Kleür Hümngm, anderseits vor: denen Einwohnern der kleinen Stadt Basel, als ein von Uimann Renk ihnen zugekommenes Recht, angesprochen worden; der Streit erwuchs vor die beiderseits erwehlte Schiedsrichter, welche den nächsten Freytag vor St. Galten Tag Ss 2 des 608 Historische des Jahrs 141 z. ihr Urteil dahin erteilet, daß dise i Fjschwaide gemeinsamlich solle genutzet werden. Zu diser Zeit hatte also das Fürstl. Haus Hoch-- berg und die Stadt Basel gewisse Rechte zu Klein > Hüningen, und die edelu Renken besassen annoch in dem Jahre 1404. den halben Kirchensatz, und einen Teil dessen, st) von den Vorgassen herkommen, und noch nicht verkauffet war. Solches erhellet zum teil aus nachfolgendem: Ulmann Renk geriethe mit denen aus der mindern Stadt wegen der Bannslinie in Streit, und solchen zu entschieden wurden Schiedsrichter erwehret , welche nach abgelegtem Eide den Streit schlich- ten mußten. Das hierüber errichtete Instrument ; ist folgenden Juhalts: „ Wir Cunrat zer Sunnen, Bürgermeister, „ Johannes von Tagstern, Ammeister, und der ! » Nahte der Statt Basel, thun kund, menglichen ^ „ mit diesem Briefe, von der Stösse, Mißhellung „ und Zusprächen wegen, so sint zwüschent dem ,, Schultheißen und Rate der Statt minren Ba- „ sell, einleite und dem Ulman Rencken edelknech- „ te anderseite, von den Zwingen und Bennen we- « gen, der von minren Basel und der von enrent « Hülnngen, da die vorgenanten der Schuldheis und 23 Merkwürdigkeiten. 609 ,, und Rate ze minren Basel meinent, daß ihr „ Zwinge und Benne gangen sient, von alter hav -- ganget und gan sollent, bitz gen Hüningen, als „ die alte Wise gienge und iren Fürte hatte und ouch ihr Vihe dahin gan solle; und ouch deral- ,, so lange Zytcn in Gewehre rüwelich gewessen „ sint; darwider aber der egenant Ulmann Rengk „ nreinet daß Zwinge und Benne ze Hüningen gan- „ gen und gan sollent Harm, unz an der von Ba- „ sel Crützstein irnd dazu als vere die Wyse iren „ Furt gewunne, gegen der minren Statt Basel re.re. „ Daß der von minren Basel Kundschaft besser „ sye; da die Basel Banwarten vorhin an denen „ alten Orten gepfändet haben und gezehndet re. „ Daher sie daby bliben sollen. „ Geber, an dem nechften Mitwuchen nach uß- » gonder Osterwuchen, des Jahrs iz88. Wie nachwerts diser edeln Renken Güter verteilet worden, können wir aussert dem schon vorhin angemerktem, weiter nicht beschreiben. In denen Urkunden von Klein Hüningen beschihet derselben keine Meldung mehr; und die Streitigkeiten, so nachwerts aufkamen, betrafen allein das Fürstliche Haus Hochberg. Ss z Die 6io Historische Die erste Richtung, so mit Herrn Marggrafei' Rudolf getroffen, und durch den Bischöfen Hart- maun Münch lind die Gesandten der L. Städten Bern und Sollothurn vermittelt worden, ist gegeben auf nächsten Montag nach St. Valentins des H. Märtercrs Tag, des Jahrs 1422. und betriff die hohen Gerichte zu Klein Hüningen, das Fischen in der Wiesen, das Wurm darinnen von den Müllern und Schlciffern, dem Geleite durch die Landgrafschaft Sausenberg und Herrschaft Röteten; dein Wartmann, so die Basier zu Eimmadingen unterhielstn, darmitdie, so dem Berg, das Horn genant, zufahren wollen , der Stadt ihren Zoll nicht entziehen könnten. Der Brücke, so die Stadt Basel über die Wiesen erbauen wolle. Der Stemgruben am Horn, und dem Zoll zu Kembs, so die Stadt in Befitze hatte. In den Jahren -468. bis 1470. waltete einiger Streit zwischen dem Müller zu Klein Hüningen lind den Müllern und Schleiffern der kleiuen Stadt, welcher aber bald geschlichtet worden. Der Verlauf nachfolgender Zeiten erweckte auch neue Auslande, Marggraf Philipp begehrte verschiedene Rechte zu Klein Hüningen, welche die Stadt nicht zugestehen wolle, und käme in dem'Jahre 1486. Merkwürdigkeiten. 6 n 1486. Mit einigen Aechtern oder verwiesenen Personen in die Stadt Basel; welches neue Verdrießlichkeit verursachte. Als aber der hochgedachte Herr Marggraf zu derselben Gunsten sein Vorwort eingelegt, ward vor Naht erkannt, daß diser Fürst solle geehret und ihme willfährig entsprochen werden , in Ansehung derer so Wundtahteu begangen haben. Uebrigens ward der Herr Marggraf, nach der Gewohnheit der damaligen Zeiten , auf eine Stube geladen, mit Acht Säck Hadern und Zehen Kanten Wein beschenkt, und die gute Nachbarschaft befestiget: in dem Jahre 1488. auf Donstag nach St. Johannes des Täufers Tag, zu Sonnenwenden , mit ihme ein Verglich verabredet, welcher den Bann und Kirchensatz zu Klein Hüningen hochgedachten Herrn Marggrasen und der Stadt zum halben; Die Hochgerichte, so aus Blut gehen, dem Herrn Marggrasen allein, übrige Rechte aber wiederum beyden Parteyen zum halben zuteilet; welche durch von ihnen gesetzte Richter alle Streitigkeiten entschieden lassen sollen; worauf das für etliche Zeit lang unterlassene Gericht zu Klein Hüningen wiederum gehalten worden; und fassen zu Gerichte der Vogt zu Weil, der Schuldheiß der mindern Stadt; vier Bürger derselben, als Hans Junger- mann, Heinrich Falkner, Hans Röil und Leufel- Ss 4 singer 6i2 Historische finger der Gerber; samt Vier Bauer« aus der Herrschaft Rötteln. Die einmalen mit dem Herrn Marggraf Philipp von Hochberq, Graf zu Neuenburg, Herr zu Röt- tcln und Sausenberg rc. angefangene Freundschaft wurde immer mehrers befestiget, also daß wegen ihren beyderseits angehörigenUntertahnen, welche sehr oft vor das geistliche Gericht zu Coftanz erfordert wurden, ein Vertrag errichtet, und darinnen zu Bezeugung des Wohlwollens für die ihme von der Stadt geleistete Dienste versprochen worden , jemand Gewalt zu geben, auf die Seinige, so von Baslern angeklagt wurden, in seinem Hof zu Basel Recht zu halten. Solcher ist gegeben, ufFry- tag vor dem Suntag als man zu dem Amt der H. Meß pflegt zu singen, I^Xtsre mehrere Zweytracht und Uneinigkeit zwüschen ,, Uns und ermelter Stadt Basel erwachsen und herfürfliessen möchten. „ Derowegen allen besorgenden Irrungen vor- ,, zukommen, Wir, für Uns, unsere Erben, Nach- ,, kom^ 6l8 Historische „ kommen und Regierende Fürsten re. eines auf- „ rechten, redlichen, ewigen, stctten, vesten, im- „ merwehrenden, und unwiderrufflichen Kauffs, re. „ Denen Fürstchtigen, Ersammen und Weisen „ unsern Lieben besondern und Nachbahren Bur- „ germeister und Naht ernanter Statt Basel, un- „ seren gebührenden Antheil so wir haben an gc- „ dachten: unsrem eigenthumblichen Dorf kleinen „ Hüningen irr unserer Herrschaft Rotteten gelegen, „ samt dem dazu gehörigen Neuen Haust genant, „ mit dem vollkommenen Bezwing und Bann, Feld, Wald, Alimenten, Wuhr und Weid, „ Steur, Schätzungen, Umgelren, Ackerig, Fron- „ diensten, der Wildfuhr, auch mit allen Waffe- „ ren und Wasserruntzen, der Wiesen, Otterbach „ und anderen, der Visch und Lachsweiden, ein Wehre im Rhein, ingleichem Kirchen und Kir- „ chensah, aller geistlicher Gerechtigkeit, jambtho- „ her, nidercr und Landsfürstl. Obrigkeit, gebvt- „ ten und Verbotten, mit der Mann und Leibei- „ genschaft und allen Dienftbarkeiten, Zinsse- Zehn- „ den auch allen andern dazugehörigen Gefallen, „ Nutzungen und Einkonnnen und in gemein allem „ demjenigen, wie das immer nammen haben möch- te, nichts davon außgerwinmen noch vorbehal- „ ten: so wir bist dahin ruhiglich besessen, genutzt „ und genossen haben: zusagen und versprechen auch «hiemit Merkwürdigkeiten. 619 „ hiemit diejenigen geift - und weltlichen Persohnen „ die Beambten und Gemeinden in angezogener unserer Herrschaft so wegen Pfarrsbesoldung, „ Bodenzinssen, Zeheden, Lehen schafften, Bischen- „ tzen, Weidgängen, oder andren Ansprachen an „ difes Dorff klein Hüningen, Gefäll, Einkommen „ und Zugehörungen einiche Gerechtsamme oder „ Forderungen haben, oder suchen möchten, aus anderwertigen unß zustehenden Mitten zu befri- „ digen und zu versechen; Jnmassen Wir den „ Kaüfferen solh Dorf klein Hüningen mit dem gan- „ tzen vollkommenen Bahn und allen Zngehördten „ unbekümmeret und ohnbeschwert für frey ledig „ und eigen übergeben, einräumen und überlassen rc. „ Geben zu Basel den 2 z. Wintermonats ^ 640. Vermög difes Kaufs ward in dem Hornung des folgenden Jahrs ein neue Steinsatzung difes Dorfs vorgenommen, den 25. May, von Herrn Oberst Bertram von Herrspach, Landvogt zu Notelen, die Undertahnen zu Klein Hüningen ihrer Pflichten gegen hochgedacht Herrn Marggrafen erlassen, von den Abgeordneten des Stands Basel darauf in Eid genommen, und die dortigen Beambteten mit Kleidungen von der Farbe der Stadt beleget. Auf 622 Historische Alls dise Weise ist hiemit auch das Dorf Klein Hüningen vollkommen unter die Bottmässigkeit des Stands Basel gebracht und dero übriger Landschaft einverleibet worden. So lang dises Dörflein mit denen Herren Marg- grasen ins gemein besessen ward, zahlte ein jeder Einwohner jährlich wegen derLeibeigenschaft i .Pfund Gelts und von seinem übrigen Vermögen nach der Grösse desselbens eine gewisse Iahrstenr. Indem damaligen 1640. Jahre zahlte der reichste Undertahn, so ein Gisel war, Sieben Gulden, das ganze Dörflein aber, so aus Eilf Familien be- stuhnde, worunter Zehen von dem Geschlecht der Gisel, zusammen Z8.fl. 6. Batzen, und das zu einer Zeit, da der Landmann hart mitgenommen ward, und das Land verwüstet läge; nunmehr sind die Einwohner dises Orts von dergleichen Auflagen aus Gnaden befreyet, und ohngeacht die Fisch-und Lachswaid samt dem Waidgang, jeweilen als ein lieZale der Obrigkeit vorbehalten worden, nutzen sie dennoch dieselbe mit grossem Vorteile. Disem Dörflein, ward als einem an denen Gränzen sehr ausgesetztem Orte, ein besonderer Obervogt, so aus E. E. Kleinen Naht gezogen wird, gegeben. Die Namen derselben sind folgende: 1641. Merkwürdigkeiten. 62 r 1641. Bernhard Brand, des Rahts; erwehlt den 7. Augstmvnats. 1644. Niclans Bischof, des Rahts. Zu diser Zeit ertrüge der Zehend der Früchte nur iz. Stück. i6so. Hans Heinrich Falkner, des Rahts, ward Oberster Zunftmeister. i6ss. Benedickt Sociu, des Rahts, wardO- berster Zunftmeister. 1665. Andreas Burckhard, des Rahts, ward Oberster Zunftmeister. 1667. Hans Jacob Burckhard, des Rahts, ward Oberster Zunftmeister. 1692. Christoph Burckhard, des Rahts, ward Oberster Zunftmeister. 1691. Heinrich Muntzinger, des Rahts. 1714. Hans Cunrad Wielaud, des geheimen Rahts. 1725. Herr Samuel Merian, des Rahts, uuumaliger hochverdienter Bürgermeister. i7Zo. Herr Dietrich Foreard, des Rahts, ward Oberster Zunftmeister. i 7 Zr. Herr Jacob Christoph Frey, s. O. O des geheimen Rahts und Deputat. 1744. Herr Joh. Lucas Jseliu, des geheimen Rahts. Lt Von Von dem und der darüber erbauten Brücke. Fluß entspringt in dem sogenannten Schwarzwalde, und ziehet dem Tahle, wordurch er fließet, den Namen Wiesen- tahl. Nachdem er den Flecken Lörach vorbey geflossen, benetzet er bey Rieben die Landschaft Basel, in deren Bottmgssigkeit er so denn fortlauft, und bey Klein Hüningen in den Rhein einfällt. In den ältern Zeiten waren die Landstrassen und die Brücken über die Ströme nicht so bequem und zahlreich, als nunmalen. Vor dem Jahre 1430. war Merkwürdigkeiten. 62 z war der Wiesenfluß noch mit keiner Brücke bedeckt, wol aber ohngefehr an dem Orte, wo die nunma- lige Brücke stehet, oder etwas näher am Rhein, eine Fahrt zur Bequemlichkeit der Reisenden angelegt. Wir findet!, daß die Stadt allhier ihre Reckte schon voriängstens ausgeübet hat; Denn nach der zn St. Jakob bcschehenen Schlacht ist in dem Jahre 1449. in der mit dem Hause Oesterreich gemachten Richtung für gut befunden worden, daß der Herrschaft Leute auf der Wiesen Holzstoffen, und biß in Rhein fahren mögen, doch denen von Basel bezahlen sollen, was vor altem üblich gewesen sey. Um bist Zeit aber hatte das Kloster Klingen- tahl in der mindern Stadt Basel gelegen, an di- ser Fahrt noch den Vierten Teil,von welchem Gotts- hause das Geschlecht der Roren nachwerts disen Anteil an fich gebracht hat. Die Stadt Basel, welche wegen denen verschiedenen Unglücksfällen, so bey grossem Gewässer ge- memlich entftahnden, bedacht war, zur Bequemlichkeit disen so strengen Durchpaß mit einer guten Brücke zu versehen, trachtete also das vollkommene Recht der Fahrt an fich zu bringen, und hat in folgendem 1434. Jahre denen Roten daffelbige überlauft. Tt - Das 624 Historische Das Instrument ist vor dem Gerichte der Stadt Basel gefertiget, als Engelfrid Scherer Schuldheiß war, an St. Mattheus des H. Apostels und Evangelisten Abend, und enthaltet: wie Herr Peter von Hegenheim, Oberster Zunftmeister, und Herr Johannes von Bingen, Stadtschreiber, Namens der Stadt Basel, von Junker Friedrich und Hans Rot, den Gevettern, erkaufet haben. „ Den vierten Theil des Bares zu Hüningen an „der Wiesen, mit allen ihren Zinssen, Nutzen, „ Vargelten und anderen sinen Freyheiten, Rech- „ ten und Zugehörnngen, wie sie solches von den „ ehrsamen Geistlichen der Priorin und dem Con- „ vente des Clofters Clingenthale herbracht haben. Und solle die Stadt, als welche eine Brücke über die Wiesen machen wolle, auch in die Zinse, so die Roten deßwegen jährlich disem Kloster zahlen müssen, eintretten. Es bemühete sich also auch die Stadt Basel wegen disem jährlichen Erbzinse die Nonnen zu befriedigen ; und solches ist beschehen nächsten Donnerstag nach St. Franciseen Tag gemelkten Jahrs. In welcher Urkunde gesagt wird, daß dise Fahrt dem Kloster Clingentahl als eine Eigenschaft zuge- höre, und von den Roten jährlich, als von dem Erbrechten ein Zins zu erstatten sey. Man Merkwürdigkeiten. 62 s Man muß zwar gestehen, daß schon vorhin, teils zur Bequemlichkeit derer, so auf das Concilium naher Costanz reiseten, als zu leichterer Hülft- leiftung einiger Städte in dem Breißgaue, mit welchen man in Bündnisse getreten, die Stadt eine Gattung Brücke über Visen Fluß gebauet. Es widersetzte sich aber damals Herr Marggraf Rudolf von Hochberg disem Brückebaue, und ließ seine Klagen, bey der vorhin angezogenen Richtung vom Jahre 1449. folgender Massen eröffnet:: Hat sich der Herr Marggraf beklagt, wie die „ von Basel zu Hüningen by dem Galgen ein Bruck « gemacht haben, die doch in sine Grafschafft und «Herrlichkeitgelegen sy; und hatte wohl getruwet, „ sy soltent das von Wichen und rechtswegen nicht ,, getahn haben; Darwider aber die von Basel « antworten, die Brück were eine Nothdurft den « Sinen und auch der Iren so von seinem Lande in „ die Stadt Basel und Herwider uß, von der Stadt «in sin Lande faren wöltent; darumbe so getruwe- «tent si wohl, Er solte si auch die Brugk also da- «selbs machen lassen, besunder darumber und von «solichen Sache wegen, das die Güter da die Brück war, bederhalb der Brucke, innen und den Iren „ zugehöreud. Worüber die Schiedrichter erkannt: Wil der T t z Herr 626 Historische Herr Margraf daselbst kein Bruck machen, so mag die Stadt eine machen, doch des Herrn Margra- fen Herrlichkeiten ohnscbädlich; Hierauf ward von Seiten der Stadt Basel das fürstliche Hans Hochberg freundnachbarlich ersuchet/ da es doch sechsten keine Brücke anlegen wolte / der Stadt die Bewilligung zu erteilen/ eine solche ohne fernern Anstand erbauen zu können ; welche Einwilligung auch erfolget; Sie hst Samstags nach St. Dorothea Tag des Jahrs 1442. gegeben, und enthalt, daß Herr Ätarggraf Wilhelm von Hochberg, Herr zu Rotteten und Sausenberg, der Stadt Basel gestatte, zwischen Weil und Hüningen, wo es sich am besten Dicken werde, eine Brücke in ihren Kosten, wegen dem unstätcn Lauf des Flusses, darinnen viel Gut untergehe, zu bauen; Doch sotten die von Basel dise Brücke allein in Ehren erhalten, ohne Beytrag von dem hochgedachten Herrn Marggra- fen, es wäre dann, daß man von Bitte wegen Holz und anders zuführen wolte. Das übrige betrift den Zoll; Da denn die Stadt Basel alsobald einen Revers erteilet, daß dise Bewilligung Jhme an seinen Herrlichkeiten und Rechten unschädlich seyn solle. Worauf die Stadt im Jahr 14z z. wie die Worte der damaligen Zeitbücher lauten , „ dem all- „ mächtigen GOtt zu Lob lind Ehren und -er Wett ,, zu ! > i r i i > i Merkwürdigkeiten. 627 ,, zu Nutze und Trost, künffcigem Verderben vor- » zukommen, die Brücke gebuen und der Zoll nach „ Inhalt Kayser Sigismunds Freyheits Brief an- » gelegt hat. Als aber die Artickel wegen disem Brückenzoll in folgendem Jahre für nicht deutlich genug angesehen wurden, ward hierüber ein neuer Vergleich mit obgenannten Herrn Marggrafen errichtet: Darinnen erstlich die erteilte Bewilligung eine Brücke zu bauen bestätiget, und denn wegen dem Fahrgeld zu Hüningen und dem Brückengeld an der Wiesen alle Fälle erlaütert, auch wie die Fußpfade an der Wiesen und die andere Strasse zu Hüningen von Fürstl. Seite zu vermachen seyen, daß dortdurch keine Weg mehr gehen, vest gestellet wird. Denn wird ferner gesagt, „ und nachdem die „ von Basel sich gegen uns und den Unseren freund- „ lich haltent und bewissend, ist billich daß Wir und „ die Unseren ihnen desglichen wiederum ergötzen; „ Darumb so wollent wir auch schaffen, daß die „ Unseren den Weg und den Graben von dem Ot- „ tenbache gegen der Wiesenbruggeu hinein untz au „ die Stein da uns bedersite Gerichte hinziechent, „ nu und zu künfftigen Ziten wen des Nothdurft „ ist oder wird, sollen machen, ohne Widerspre- » chen. Tt4 Hierauf 628 Historische Hierauf werden beyderseits die habenden Rechte und Herrlichkeiten vorbehalten. Diser Vergleich ist errichtet worden, nächsten Dienstag vor dem H. Palmentag des Jahrs 1434. Auf der ersten Kupferblate ist dise Brücke über die Wiesen, welche von Holz erbauen, mit der s Zahl bezeichnet, worbey zugleich das Zollhaus, und ein Wachthaus, so mit einem Graben umgeben ist, und in Kriegszeiten besetzet wird, stehen. Nunmalen sind beyde Gestade des Wiesenflusses, um dise Gegend, da das Dorf Klein Hüningen, wie vorhin angeführt ist, vollkommen an die Stadt erkauft worden, unter deren Herrlichkeiten. Zur Zeit der Jakober Schlacht und nachwerts, ward der Zoller diser Brücke öfters beraubet; dennoch aber in der mit dem Hause Oesterreich 1449. gemachten Richtung, wie vorhin gemeldet, der Stadt Bafel das Zollrecht auf disem Flusse bestä- ? tiget. Diser Fluß trittet sehr oft aus seinem Bette, verursachet grossen Schaden, und überschwemmet die anligende Gegend; wie er denn auch in dem Marzmonate des 1749. Jahrs und seither^ öfters sehr angelassen ist, und die Strasse, so daran ligt, weggespület hat. In Merkwürdigkeiten. 629 In -em Jahre 1696. ward der Gemeinde Klein Hüniugen bewilliget, daraus eine Wasserleitung zu Wässerung des Mattlands zu machen, welche aber von keiner Dauer gewesen ist. Das Wasser der Wiesen betrefend, so ist bekannt, -aß solches zu dem Waschen sehr tauglich ist, und die Unsauberkeit von allem Leinwände wegnimmt. Von der Beschaffenheit seiner Teile läßt ßch nicht so leichtlich urteilen ; -och lehret die Erfahrung, -äß es ßch sehr geschwinde mit der Saiffe vermischet , und solche in einen starken Schaum auflöset, darzu zweifelsohn seine leichte und subtile Eigenschaft vieles beyträgt, also daß es zum Waschen, Reinigen und Färben sehr bequem ist. Das Rheinwasser hat vast eine gleiche Würkung, löset aber die Saiffe nicht so geschwind auf; und Das Birswasser ist noch weniger hierzu bequem als das Rheinwasser. Sonsten wird angemerket, daß in denen Wassern , welche sich nicht leicht mit Saiffen vermischen, die Erbsen nicht weich gekochet werden. Der Sand der Wiesen, so rechtlich, ist auch -er allerbeste zu einem festen Mauerwerke, weilen er von vielen schlammichten Teilen geremiget ist, durch Tt 5 das 6z6 Historische das Vergrösserungsglas als durchsichtige Körperlein anzusehen. Da hingegen der weisigelbe Sand der Birst, so viel kleiner, noch vielen Schlamm mit sich führet , und kein gutes Mauerwerk abgiebet. Der Rheinsand bey uns ist noch kleiner als der Birsstnd, und wird zu dem Bauen gar nicht oder gar mit wenigem Nutzen gebrauchet. Vor Zeiten fanden sich in unserer Landschaft einige Leute, welche das Gold aus dem Rheinsande heraus waschten, da aber die Ausbeute selten die Arbeit belohnte, so ist das Goldwäschen aus dem Sande bey uns abkommen. Der Wiesenfluß, welcher, wie aus dem vorhergehenden zu ersehen, seinen Lauf bald auf die Seite der kleinen Stadt, bald auf die Seite gegen Klein Hüningen genommen, hat öfters, wie die Birst / einen ohugcsthr gleich schnellen und wilden Anlauf. Er nähret übrigens sehr viele Fische, und findet man darinnen alle die, welche bey dem Birsflusse gmennet worden. Man hält die Forellen und Ae- schen, welche in distm Flusse gefangen werden, viel besser als jenige, welche in dem Rhein und Birst sich aufhalten; wie entfernter aber dise Fische und Merkwürdigkeiten. 6Zi alle andere von dem Ausfluß der Wiesen gefangen werden / so viel schmackhafter find sie. Die Nase pflegt in dem Frühjahr in die Wiesen einzulaufen, wie in die Birst, doch bey weitem nicht so zahlreich. Man hält darfür, weil um gleiche Zeit viel tannen Holz auf disem Fluß geflötzet wird / so ziehe sich der Geruch desselben in das Wasser/ welches disem Fisch zuwider feye; wenn sich aber die Nase einige Zeit darinnen aufgehalten, wird sie für schmackhafter als die Birsnafe angesehen. Einige halten darfür / daß das Wasser solches verursache; andere aber vermeyne»/ daß die Nase durch den Lauf abgemattet werde/ und weil die Birst eine Stunde höher ligt/ diser Fisch auch in disem kurzen Laufe noch etwas weniges zu den schon abgematteten Kräften verlieren könne. Übrigens pflegen zu Zeiten die jungen Nasen aus dem Rhein in die Wiesen zu steigen / da sie dann an bequeme Orte zusamen getrieben / und in sehr reicher Anzahl gefangen werden. Vorn »ZU Von dem E^^Efonders aber ist hier merkwürdig der Fang des Lachsfisches, welcher an dem Tage al- ler Heiligen anfangt, und Vier Wochen lange dauret. Solcher Fang beschießet bey dem Ausflusse der Wiesen in Rhein, und wird des Tags Drey mal, als um den Mittag, z. und 6. Uhr, von den Fischern des Dorfs Klein Hüningen, ein grosses Garn, so der Wolf genannt wird, bey disen Ausflusse herum gezogen, ausgedehnet, und denn mit reicher Beute an das Land gebracht, da öfters Dreyßig und mehr der grossen Lachsfische in einem Zuge gefangen werden. Die übrige Zeit wird disem Fische der freye Lauf gelassen, und solcher auf keine Weise verhindert; Merkwürdigkeiten. 6zz dert; zu dem Ende von Anfange dises Fangs mit L. Oberammt Röteten an einem bestimmten Tage eine Zusamenknnft gehalten / und der nichtige Augenschein eingenommen, welches die Wuhröfnung genannt wird. Diser Fisch steigt aus dem Rhein in die Wiesen, allwo er zu laichen, oder seine Rogen abzulegen pfleget, da man beobachtet, daß allezeit ein oder mehr Männlein bey einem Weiblein sich befinden , welche in dem Wasser tiefe Gruben auswählen, und wenn das Weiblein seine Rogen abgelegt, solchen mit ihrer Milch zu bespritzen pflegen, auf die Art, wie solches von den Nasen in unserer Abhandlung von St. Jakob angemerkt worden ist. Der Lachs pflegt auch in dem Mein, allwo das Wasser etwan nur einen Schuh tief ist, zu laichen. Und wenn bey dergleichen Umständen verschiedene Männlein zusamen kommen, so pflegen sie sich öfters wacker herum zu beissen. Uebrigens ist bekannt, daß in dem Rheinflusse mit den grossen Garnen sehr viele Lachse gefangen, auch viele sogenannte Lachsstühle aufgestellet werden, an welche ein Locksisch, um die vorbeystreichenden herbey zu bringen, angebunden ist. Der Lachs und der Salmen wird für den gleichen Fisch 6Z4 Historische Fisch gehalten. Salinen wird er genannt, so lang der Tag zunimmt, Lachs, so bald der Tag abnimmt. Der Salmen aber ist, wie bekannt, weit satter am Fleisch, schmackhafter und fetter. Das Männlcin, dessen wahre Abschildernng hierbei) gehet, wird besonders, wenn discr Fisch ein Lachs ist, wegen dem unten an dem Kiesel hervorgehenden Hacken, ein Hackenfisch, das Weiblein hingegen Luderen genannt ; welches aber im Sommer, da dise Fische fett und Salmen sind, nicht so wohl beobachtet wird. Die Grösse eines Salmens oder Lachs ist bey z. 4. z. bis 6. Schuhe lang, und bey einem Schuhe breit. Geßner beschreibet denselben umständlich mit vielen Anmerkungen, welche verschiedene damalen lebende Baslcrische Gelehrte jhrne mitgeteilet haben. Da man aber seither die Umstände von di- sem Fische noch mchrcrs eingesehen, so wollen wir, was wir so wohl von dergleichen Naturkündigern als vielen Fischern hierüber gelehrnet, in folgende kurze Erzchlung bringen. Man vermeynt, daß der Salmen, welcher aus einem natürlichen Triebe das süsse Wasser liebet, zu Anfange des Frühjahrs die See verlasse, und in verschiedene Flüsse einlaufe. In dem April findet er sich in unserer Gegend ein, und je höher er den Rhein- Merkwürdigkeiten. 6z 5 Rheinfluß hinauf steiget/ um so viel schmackhafter wird sein Fleisch / wie oben bey den Fischet! in der Wiesen ebenfalls angemerkt worden; viele schreiben solches der Kälte des Wassers zu, weil keine Nah- rungsübcrbleibftl in dessen Magen gefunden werden, andere aber der Süsse des Schlamms, so in dem obern Rhein steh befindet. Der Salmen, dessen Fleisch röhtlich ist, wird gefangen bis Tag und Nacht gleich werden; hierauf nimmt er täglich ab, wird mager, das Fleisch weiß, und von der bevorstehenden Laiche vermuht- lich Lachs genannt. In dein Herbstmonate fängt er an sich zu besamten, und laichet, wie schon oben angemerkt worden. Die, so in denen Nebenflüssen ihre Rogen und Milch abgelegt, ziehen sich sehr entkräftet so denn in den Rhein wieder zurücke, allwo sie sich in den stillen Liessen und an denen Felsen aufhalten. Man vermeint, daß wenig oder keine dergleichen grosse Fische wieder in die See zurückkehren, sondern in den süssen Flüssen bleiben, bis sie entweders gefangen, von denen vielen Blutsaugern, so in dem Sommer an ihnen kleben, ge- tödet, oder sonsten umgebracht werden. Doch fängt man auch zur Seltne in der Winterzeit einen Salmen im Rhein, welcher seine Kräften erhalten hat. Aus dem Saamen diser Fische, welcher, wie einige darfür halten, in etlichen Monaten belebt wird, 6z6 Historische wird, kommen sodenn die kleinen Sälmlinge, so in dem Märzmonate anfänglich gefangen werden, ein Fisch von solcher Zarte un d angenehmen Geschmacke, dergleichen wenig oder keine zu finden find. Er wird, wie alle junge Fische, an dem Bord des Rheins, oder in denen Nebenflüssen, wo es nicht gar tiefe ist, gefangen, und ist höchstens z. bis s. Zoll lang und einen dick. In dem Brachmonate samlet sich difes Fischlein, welches in etwas erstarket, aus denen Nebenflüssen in den Rhein, und wird entweders von dem Lauf des Wassers, oder aus einem natürlichen Triebe, ins Meer gebracht, allwo es zum Salmen wird, und künftige Jahre wiederum herauf in den Rhein steiget, seine Geburtsstädte zu besuchen. Doch bleiben deren allezeit auch einige in den Flüssen unserer Lande zurücke, welche aber, wie man vermeint, darum nicht grösser werden, Weiler: die Natur ihnen die See zürn Wachstum«: bestimmet habe. Man merket noch mehrere Umstände von disem Fische au, da aber die meisten derselben allein in Muhtmassungen bestehen, so wollen wir selbige lieber übergehen, als unsern Lesern einen nicht genugsam erwiesener: Begrif erwecken. Von Von der Kirche zu Klein Hüningen. wenigen Einwohner/ welche vor den Zei- HA- ten der Reformation allhier gewohnt ha- ben/ hatten eine ganz kleine Kapelle zu Verrichtung ihres Gottesdiensts, welche vermuht- lich der H. Margaretha gewidmet war/ als deren Namen man in denen Berainsschriften aufgezeichnet findet. Nachwerts wurde der Gottesdienst bißweilen teils zuHiltalingen, teils zu Klein Hüningen gehalten/ und die Einwohner gierigen so lange, als das Dorf Groß Hüningen in der Stadt Bafel Handen war/ öfters dorthin in die Kirche. Uu Nach- 6Z8 Historische Nachdem aber in dem Jahre 162 z. Groß Hü- Hingen, welches über Ein hundert Jahr lang von der Stadt Basel besessen worden, dem Hause Oesterreich wiederum abgetretten ward, so besuchten die von Klein Hüningen die benachbarten Kirchen, bis ihnen, nachdeme sie vollkommen an die Stadt Basel gekommen, die Kirche zu St. Theodoren, jn der Kleinen Stadt, kraft einer Rahtserkanntniß vom 7. Augstmonats 1641. sowohl zu Anhörung des göttlichen Worts, als zu Bestattung ihrer Todten angewiesen worden, mußten aber öfters an dem Stadt Tohre warten, und bey unguter Witterung vieles ausstehen. Und weil sie also eine Zeitlang zu der St. Theodors Kirche sich hielten, so ward auch in dem Jahre 1644. dem damaligen Pfarrer allda N. Joh. Rudolf Dietrich die geistliche Aufsicht über die von Klein Hüningen anvertrauet. Erst in denen Jahren 1709. und 1 7 1 o. ist die nunmalige Kirche neu erbauet, der Grund dar- zu mit vielen Feyrlichkeiten gelegt, eine mössingene Tafel unter den Eckstein des Gebaüdes eingesenkt, den 25. Wintcrmonats 1712. von weiland Herrn Hicronymus Burckhardt, Obersten Pfarrer unserer Vaterstadt, in Gegenwart des geheimen Rahts eingeweihet, und also ein beständiger Gottesdienst an disem Orte angerichtet worden. Der erste Prediger ist Al. Jakob Meyer gewesen, Merkwürdigkeiten. szy sen, welcher in dem Jahre 1709. wahrendem Kir- chenbaue in einer Scheune geprediget hat. 17 iO. Herr AI. Johann Ludwig Frey, nun- maliger Professor der H. Schrift; hat 8. Tag nach der Einweihung seine Antrittspredigt gehalten. Herr AI. Joh. Jakob Bruckner, nunma- liger Helfer in der Kirche zu St. Peter. 1777. AI. Emanuel Marckt. 1719. Herr AI. Friedrich Merian, ward Prediger zu Muttenz, nunmehr zu Rümltngen, und Dekan des Wal- denburger und Hamburger Cavitels. 7727. AI. Johannes Burckhardt, ward Prediger zu Oltingen. 7732. AI. I. I. Braun; welchem ein Pfarrhaus an der Klübin angewiesen, und unter ihme eine ordentliche Schule, zu Unterweisung der Jugend, errichtet worden. 1742. Herr AI. Hieronymus Burckhardt, nnn- maliger Prediger zu Waldenburg. *74-6. Herr Joh. Jakob Bruckner, des obigen Sohn, welcher seine vielen Anfällen unterworfene Gemeinde bestens und mit vielem Fleiße besorget. Uu s 64» Historische .Wie stark dise Gemeind zur Zeit, als dises Dorf vollkommen an die Stadt Basel gekommen, gewesen, ist vorhin angezeigt worden. Seit der Er- kaufungfind bey zo.neue Bürger angenommen worden, und nunmehr befinden fich in derselben ss. bürgerliche und -s. fremde Haushaltungen. Da in discr Gegend alle Feldfrüchten mit Nutzen ge- pflarrzet werden, der Bann dises Dorfs aberzim- lich klein ist, so kan der Bauersmann seine Aecker selten brach ligcn lassen, sondern bauet selbige ge- meinlich alle Jahr an. Das Tabackkraut, so all- hier etliche Felder anfüllet, ist erstmals in dem Jahre i686. allhier gepflanzt worden. Die Waldungen hierum find sehr klein. Der Klingentahler Wald, worvon das Holz der Stadt Basel zugehört, steht in dery Banne des Dorfs Weil. Das sogenannte Augustinerhölzlein ist auch zum Teil in dem Weiler Bann. Das Herberighölzlein, so gleich allen vorhergeuannten Eichwald ist, steht zwischen dem Dorf und dem Neuenhause, und ist in dem Jahre -739. von der Armen Oerberg zu Basel, mit Obrigkeitlicher Bewilligung, diser Gemeind verkauft worden. Hierum stehet das Hohgericht. Der Mühle zu Klein Hüningen wird schon in dem Jahre gedacht. Das Merkwürdigkeiten. 64 r Das sogenannte Neue Haus MSt auf der ersten Kupferblatte mit -er 2 Zahl ^ bezeichnet. So bald in denen Urkunden eint« ge Meldung von Klein Hüningen beschihet, so wird zugleich des Neuen Hauses gedacht. In dem Jahre 1470. hat es Hans von Flachsland, Landvogt zu Rötelen, dem Erhard Brand alS ein Erblehen gegeben. Ehe Klein Hüningen vollkommen an Basel gekommen ist, so ward allhier das Dorfgericht gehalten , als aber diser Ort der Stadt Bottmäffig- keit einverleibet worden, wurden die Rechtshänder von Klein Hüningen dem E. Stadtgericht d§r mindern Stadt, vermög obangezogener Rahtserkannt- niß vom 7. Augstmonats 1641. zu entscheiden übergeben; den 17. Augstmonats 1751. aber, diser Rechtszwang vor E. E. Grossen Ratzt dahin erläutert, daß noch ferners, nach Anleitung obgemeld- ter Erkanntniß, die Proceßsachen zu Klein Hüningen dem Gerichtsstab der mindern Stadt unterwürfig seyn, hiermit auch die wegen Schuldsachen begehrte Arreste von dem Schuldheiß oder Gericht jenseits; in obrigkeitlichen und criminalsachen aber die Arreste von dem dortigen Obervogt angelegt werden sollen. Uu z 642 Historische Als in vorigem Jahrhundert die Stadt Basel mit der lardigen Pestilenz geplagct ward , ist der Markt von verschiedenen Eßwaaren, welche die Baueriame feil tragt, allhier gehalten und mit Schranken umgeben worden, von dem Käufer dem Verkäufer das Geld, nach beschlossenem Kauf, vorgewiesen, denn ihme in ein Geschirr, so mit Wasser angefüllet, und der Verkaüfer neben sich stehen hatte, geworfen worden. Wenn auch in fremden Landen eine Seuche wütet, nndKaufmannsgüterauf diser Seite des Rheins der Stadt zugeführet werden, so ist dises der Ort, wo solche ihre vierzigtägige Lagerung aushalten müssen. Dists Haus hält eine Wirthschaft, welche in Kriegszeiten schon Anlas zu Verdrießlichkeiten gegeben, daher dise Wirthschaft, wenn es der Stand nichtig erachtet, wie in dem Jahre 1744. beschehen, aufgehoben und für einige Zeit eingestellt wird. Bey disem Hause hatte in dem Jahre 1707. der bekannte Ritter Hans Kilchmann, einen Namens Hans Spengler, erschlagen, und sich darauf in die Freyheit zu St. Clara in der mindern Stadt geflüchtet; als er aber aufVorbitte der Eidsgenos- sen, Fünf Jahre lang vor den Creutzen zu leisten, verurteilt worden, hat er die Hauptmannsstell über jenige ( Merkwürdigkeiten. 64z jenige sOO. Mann Basier angenommen, welche Zwey Jahre hernach in Italien gezogen, und die Stadt Genua der Krone Frankreich erobern helfen. Im Jahre iszz.den 2s.Jäners haben die Schweden das Neu Haus ausgeplündert und denn verbrannt. Der Otterbach HMJrd dasjenige Gut genannt, welches auf der zweyten Kupferblatte mit der 4. Zahl bemerket ist. Es wäre zu Ende des vorigen Jahrhunderts , als die Klostergüter mit gewissen Bedingnüs- sen verkauft worden, angelegt, und ist daher an- noch der Verwaltung der geistlichen Güter ziiHM. Sein damaliger Besitzer ist Herr Daniel Meyer. Seinen Namen hat es von dem daran vorbeyflief- senden Bach, worinnen ehmals viele Fischotter sich aufhielten. Weilen aber auch in disem Wasser viele Krebse gezeugt werden, so wird er auch öfters in denen Instrumenten der Krebsbach genannt. Uu 4 Von Von der WLÄ ME Obern Klübin. AA^Jses Landgut ist auf der Zweyten Kupfer- blatte deutlich abgezeichnet, und hat vor- zeiten sehr oft seine Besitzer verändert. Die nunmaligen Mahl-und Kornmühlen sind erst, als die Holzsäge, PapeirmühlenundLaustämpfe, welche anfänglich hier gestanden, in Verfall gerahren, erhallet worden. Es ward in dem Jahre 1504. unter dein Bur- germeistertumme Herrn Adelberg Meyers, von der Stadt Basel an Herrn Doctor Berthold Barter verkauft, welcher es nachwerts an Moritz Altenbach kaüfflich überlassen hat. Die Merkwürdigkeiten. 64s Die Beschwärden und Freyheiten dises Guts wurden bestimmet, der alte Weg dabin abgetahn, und der neue umsteinet, anbey, weil das Dorf Klein Hüningen noch nicht vollkommen in der Stadt Handen war, erkannt, ,, Daß der Weg, so hinab gegen Klein Hünin- „ gen geht, uf dem Brücklin vergatteret werden „ solle, und die so Cliben besitzen, mit einem Gat- „ teren in ihren Kosten vermachen und den beschlies- » sen, auch zwey Schlüssel dazu machen sollen, „ den einen selbs behalten, und den andern unter „ St. Blasin Tohr hencken sollen, daß so wir den- „ selben Weg zu unseren: Gebruch üben und be- « dörffen, daß Wir solches uns hiermit luter vor- „ behalten haben. Seither ist es in verschiedene Hände gekommen, bis in dem Jahre 17z8. als die Stadt Basel, zum besten der Gemeind Klein Hüningen, solches Gut wiederum an sich erhandelt, das Schkößlein samt etwas Gelände, dem jeweiligen Herrn Landvogt zu Klein Hüningen, und eine Wohnung samt etwas Gelände einem jeweiligen Pfarrer übergeben, nach- werts aber übrige Güter, vermög des Zugrechtens, dem nunmaligen Besitzer, Hr.Joh.Ritter, überlassen hat; welcher, da das grosse Gewässer der Wiesen sein Mühlewuhr im vorigenJahr zerrissen,mitHochobrig- keitl. Bewilligung, einen neuen Mühleteuch, welcher Uu 5 auf 646 Historische auf der Anhöhe hieher der Wiefenbrücke die Strasse und Felder durchschneidet, angelegt und zum Stande gebracht hat. Die Untere Klübin HHHJ'rd dasjenige Gut genannt, darüber auf der ersten Kupferblatte die sechste Zahl stehet. Es ist zu Anfange discs Jahrhunderts an einem Orte angelegt worden, worauf vormalen viele Er- lenbaüme, Pappelen, Weiden, und vieles Buschwerk ftuhnden. Es gehöret nunmehr Herrn Hans Rudolf Häuser, Gastgeb zur Krone. «W Von dem Mhemflusse. entspringt, wie aus der Beschrei- düng des vortreflichen Naturkundigers Ioh. Jakob Scheuchzers zn ersehen, auf denen Graubündnerischen Alpgebürgen aus verschiedenen Quellen. Bey Angst benetzet er die Landschaft Basel Mittagwerts bis unter den Berg das Horn genannt, unterhalb Gränzach; da denn die Gegend der beyderseitigen Gestaden bis niderwerts der Stadt Basel unter derselben Bottmässigkeit sich befinden, und sich bey Klein Hüningen ausscheiden, wie die auf der ersten Kupferblatte punctirte Bannslinien deutlich ausweisen. Den 648 Historische Den Namen pflegen viele von dessen Reinlichkeit besonders daher zu leiten, weilen die Anwohner desselben die neugeborne Kinder darein zu legen, und also ihre eheliche Geburt zu prüfen pflegten; Massen die, so auf dem Wasser geblieben, für ehelich, die so hingegen niedergesunken, für unehelich gehalten worden. Der Rhein hat verschiedene jähe Fälle, besonders zu Laufen und Laufenburg. In unserer Gegend strömet er bey nicht gar grossem Gewässer ohne Wellen fort, ist aller Orten schifbar, und sehr breit; doch können wegen dem geschwinden Lauf grosse Schiffe nicht ohne viele Mühe den Strom hinauf gebracht werden. In denen Gränzen der Bottmässigkeit Basel werden seine Fluten durch den Zufluß von Vier Flüssen vergrößert: bey Äugst, als seinem Eintrit- te in unsere Landschaft, durch die Ergeltz; denn durch die Birs, oberhalb der Stadt; in Mitte derselben durch den Birstg: und bey seinem Austritte bey Klein Hüningen durch die Wiesen. Die Fische, so in selbigem gefangen werden, sind die: Amelen, ?Koxmu8, so bey dem Ueberlaufe der Seen in der Schweiß bis in Rhein getrieben werden, Aesche, Merkwürdigkeiten. 64 S Aesche, Alet, Aal, Aelzelen, Bräsenen, Barbe, Bersich, Balchen, Forellen, Grundelin, Greßlmg, Gropp, Hässel, Hecht, Krebs, Karpfe, Kutzen, Lauelen, Lachs, Lamperinen, Pricke, Meergrundelen, Nasen, Neunaugen, Plüencken, Riemling, Rottelen, Lapito L 8yu3lu8. ^nZuills. Cgpito ^naäromus. Lrams s. L^prinus latus. Lsrbus. kercs. I-avaretuk l'rutts. Lobitis üuvistilis bsrbstuls. Qobius üuvisülk. Oobius cspitstus. Lsxito mwor, llu- vistilis. l.UL>U8. Mgcus lluvistilli. L^prinus. kercs msjor. I.eucil'cus. 83 IM 0 . I.3 m preis. 6obio msrinur. Nalo. l.3mpetrs, üluttels. L3lleru8. Venäolis. Lpelsnus, Hutiiu8 live Ku- bellus üuviLtiiib. Stich- 6s0 Stichling, Historische kliLlLuIu8 3LuIeatU8, kun- Teuschen, Wettling, Weißfisch. Salmen, Schleyen, Sälmling, Stör, Zitiu8. Älmo. 8ä!gr, 8almerinu8. 8turio. Nultela 6uvi3tili8. ktioxinu8. glburnu8. Auf disem Flusse ist bey Klein Hüningen schon bey undenklicher, Jahren eine Fahrt angelegt worden, welche noch bestehet, und von denen dortigen Fischern besorget wird. Schon in denen ältesten Zeiten ward die Verordnung gemacht, daß Vermittelst diser Fahre keine leichten Weiber noch ander Gesmd über den Rhein geführet werden sollen. Das Kupferblatt zeiget auf Baslerischer Bott- massigkeit eine Insel oder Werth, so«im Rhein an der Klübin ligt; denn eine gegen die Festung Groß Hüningen hinüber, welche halb in Basler, halb in Fürst!. Marggr. Bottmässigkeit, auf welchem letzter, Teile „unmalen einige Festungswerke stehen. Man findet in den alten Schriften aufgezeichnet, daß „m dise Gegend der Lauf des Wassers sehr geändert ist, Massen nun Land, wo vorhin tieffes Wasser Merkwürdigkeiten. 6 s r Wasser war/ und Wasser/ wo man vormalen mit Lastwagen gefahreir ist. Daher weil nunmehr die Mitte des grossen Rheinflusses für die Gränzschei- dung genommen wird/ so wohl in dem vorigen Jahrhundert als in dem 1709. und 17so. Jahre dem sogenannten alten Rhein / welcher zwischen der Insel und der Seite von Klein Hüningen fließet, mit Wegschafung des gehaüften Sandes der alte Lauf gegeben worden. Es werden auch die Namen verschiedener Inseln angemerket/ welche vormalen in diser Gegend gewesen, und durch den Lauf der Zeiten und des Gewässers weggenommen worden. Als des Stelzenwerths, so um die Gegend von Groß Hüningen gewesen, welches mit Fasanen angefüllet war, und zwey sogenannte Kalberwerth, davon das untere bey EinhundertJuchartenchas obere aber, sowohl dienunmalige Insel, worauf die Festungswerke stehen, seyn möchte, halb so groß gewesen, und worauf viele Nebhüner sich aufhielten. Beyde waren mit Eichen und andern Baümen angefüllt, zum Teil mit Früchten angebauen, also daß es oft wegen dem Waidgang und Beholzung darauf, Streitigkeiten unter denen Anwohnern beyder Gestade abgesetzet hat. Merk- so sich in diser Gegend zugetragen Merkwürdige Gegebenheiten haben. ^)^On denen kriegerischen Auszügen in die feinde liehen Lande / welche durch oder bey Klein Hüningen vorbey gezogen, sind verschiedene aufgezeichnet. Unser Baslerische Geschichtschreiber meldet uns, wie in dem Jahre izss. die Stadt Freyburg im Breißgau von Graf Eggen sehr gedränget worden, daher ihre Bundsgenossen um Hilf angerufen habe. Bekannt ist, daß dise Stadt und ihre Mithelfer bey Endingen eine starke Niderlag erlitten, und kaum der Zehende Mann voll den Völkern -er Stadt Basel zurücke gekommen ist. Unsere schuft- Merkwürdigkeiten. 6s z schriftliche Urkunden zeigen uns deutlich, daß diier Krieg nicht in einem Jahre, wie Würstchen andeutet, geendet worden, sondern, daß die Stadt Basel in dem Jahre i zss. ihre Völker naher Breisach , und das Jahr hernach näher Endingen zu Hilfe gesandt habe. Und da wir beobachtet, daß unsere Leser mit vieler Begihrde die Register derjenigen, so in disen Auszügen, wegen ihrer Tapferkeit zu Bürgern angenommen worden, durchgehen , so wollen wir auch dißmalen die Namen, so wie sie ausgezeichnet worden, hier beysetzen: Anno Domini iz66. lud Domino Ottenman- no Lcalgrii iVlilite, iVIzZilil-o civium ; da Verdientem die so hie nachgeschriben staut, ir Burgrecht, als unser Eitgeuvssen von Friburg uns gemant hattenr, gen Brisach uffe Grase Egen von Friburg und sin Helffer. Peterman von Hetwiler, der Goldsthlaher. Stulniger, der Zimbernum. Heintzmann Sendeler der Zirnberman. Hanneman der Schindelet. Widli, Schindeler. Hüti, Schindelet. Claus, Scbindeler von Basel. Wernlin der Murer. Stöffeli der Tecke. Rudi Huttinger, von Bartenheim. Xx Eberli 6s4 Historische Eberli von Sültzmatt, der Metzger. Hanneman Wilde der Metzger. Cuntzmann Narrenberger, der Goldschmid. Claus der Körber. Cuntz von Stein, der Zimbermann. Heinrich Otwanger. Peterman Zschönis von Witz Johans Pfiffer, der Zimberman. Heinrich Treier, -er Zimberman. Rudi Getzler. Erni Murer. Cuntz von Bue -er Murer. Abent Krankfeld der Zimberman. Heintzi Graf der Zimberman. Heintzi Bischof. Cuntz Ottranger, der Zimbermarm. Heintzmann Hörner, der Zimbermann. Johannes von Hirsingen, der Hafeuer. Cuntz Fintzler vor» Berentzwil. Uli Kühcler, der Kornmesser. Heinrich Züricher der Winlader. Bcrtzschi Türster der Pfister. Johanns Winfticher von Rufach. Brenner, der Winrüffer. Heinrich von Zürich der Murer. Widli von Möwe der Pfister. Peter von Ungnen der Cremer. Cuntz von Straßburg der Cremer, von Rufach. Nüme- Merkwürdigkeiten. §55 Nümegot der Seckeler. Zofirt der Crem er von Bruntrut. Ulrich von Werd, der schnider. Ottemanvon MülnhnseN/ der schnider. Heintzmcm kündig von Knoringen. Heini Walchers von Grentzingen/ der schnider. Bürchli von Oberdorf. Henneman von Riechen, der schnider. Hencki von Koblentz, der schnider. Heini von Lnter, der Schnider. Berner von Weltenheim, der schnider. Heintzi von Rafenspurg, der schnider. Peter Leffer, der schnider. Egli Säger von Zürich. Heintzmcm Storibe, der schnider. Claus von Mkirch, der schnider. Hans von Feimen, der schnider. Sunnentag, der schnider. Hanneman Klimeli, der Metzier. Claus Seger, der schifman. Hanneman Shelhase, der schifman. Wilhelm von Burnendrut, der kirßner. Wetzel Benner von Hagenthal, der Gärtner. Claus Blansinger, der schnider. Hanneman von Esche, der schnider. Rudolf Engen, der Hubschmid. Burchi Hierli, der Müller. Hanneman Blumeli, der schnider. Xx 2 Cuntz- 6s 6 Historische Cuntzman Klügelt, der schlösset. Claus Besseli, der schulder. Merckli der Schlosser, von Friburg. Hans Hencheler von Rinfelden. Hcrtli von Mentze, der Alesserschmid. Mi Heger der Messerbereiter. Walthcr von Hehenstadt, der schnider. Mr. JohanS Kupfernagel. Hans Birliden von Telfperg. Hügli von Altdorf, der Vaßbinder. Hans von Zsthachtelen, der Gartener. Henneman Landauer, der Gartener. Cnntz Klingnauer, der Gartener. Ulrich Meyer von Rentmandorf, der Gartener. Hans Waltpach von Waltenheim. Hanneman Amman von Hüningen, der Fischer. Batzschi Wetze! der Schiffman, von Brisach. Heintzi Barer. Cuntzman von Füssen, der Koch. Rudi Schlatter. Cuntz Buman von Rinach. Hans Bume von Bartenhcim. Ioni Höschi, der Rebknecht. Eberli Sal, der Rebknecht. Cuntz Bischof, der Rebknecht. Heinrich von Arouwe, der Weber. Hug Margraf, der Gartener. Haltneman Thust, der Gartener. Welche l Merkwürdigkeiten. 657 Welche von Rotbach , der Gartener. Heintzman von Viliugen , der schuemacher. Cuntze von Ulme, der schuemacher. Claus Scherer, der Schuemachcr. Heini von Friburg, der Germer. Heini Wacker, der Bischer. Peter Dietrich. Cuntz von Paßwe, der Steinmetze. Peterman Jsenli, der Dlchscherer. Henneman Schedel von Buschwiler. Henseli von Rhinfelden, der scherer. Heintzman Sporer von Schaffhauftn. Heintzi Wigcrich der Sateler. Domi'ni 1367. lud Domino OttmrinNo 8ca- Igrii Nilite IVlaZiltro Civium ; da verdicntent, die so hienach geschriben staut, ihr Bürgerrecht, als unser Eidsgenossen von Fryburg uns gemaut haben, gen Endingen uf Grave Egen von Friburg und stne Heister. Nicolaus Netzbart. von Hagenowe. Hanneman von Hagenouwe. Bürgki Schunde von Muspach. Nicolaus Clugli. Hanneman Hasenöurg. Hannenian Gaßman der Gerber von Ußheim. Hans von Basel. Heinrich von Leymen. Xkr Hans Historische 6s 8 Hans Regle. Hanncman von Menschwiler. Burckhans von Roggenberg. Peter von Roggenberg. Heinrich Schindely. Cuntz Rüly f schuefter. Cuntz Gneßgcne, schuefter. Heinrich Horns/ schuefter. Hans Zeiser von Spyre. Hans Freche von Friburg. Hartman Schnider von Kempten. Henßli Langbrise von Henßlingm. Claus von Gasse von Pfirt. Hugli von Blangkenberg. Hans Hadensack von Vermeng. Johannes von Rütlingen. Jenni Sunnetage. Wcrnli Pfaffe. Peter Blaser. Heinrich Schönenberger. Rützschi Many. Hanneman Meyer von Arouwe. Rüdiger Psister von Spyre. Hans Schwartzwald von Costentz. Fritzschi Gartener von Straßburg. Johans Tfthorpe von Ravenspurg. Bechtolt Wefterman von Zürich. Hanneman Nunninger von Hegenheim. Merkwürdigkeiten. Lss Cuntz Wilhelm von Telsperg. Jacob Atze der Spengler. Ernt von Krentzach. Hanneman Heintzelman von Menschwiler. Hans Gyesser von Wintertur. Fritzschi Rigkenbach von Ueberlingm. Hanneman Schurche von Lutzern. Vtartin von Saltzburg. Heinrich von Nüwenbnrg. Eberli Wollebe von Rinvelden. Ernt von Psirt. Cuntz Züricher von Wiene auf. Rützschman von Louffen der Winschengk. Behtolt Ougi von Spire der Wineschengk. Heinrich Zschetty von Zinennen. UUi Wilde von Byedlan. Walther Shotte von Muspach. Hanneman Zschan von Burnendrut. Hanneman Legelder von Riptzwiler.! Cuntz von Obrendorf. Heinrich Moser von Muspach. Heinrich von Friburg. Geringer von Valgkensperg. Betzschi Küffer von Friburg. Hans von Surft der Murer. Heinrich Brodbeck der Murer. Burgkart Mpffel. Peter Zmgge der Wagener. X r 4 bruch 66o Historische Cuntz Mangle der Zimberman. Heinri Reffe der Zimberman. Heinrich Treyer von Ulme. Claus Schnetzer von Straßbnrg. Heinggi von Segkingen. Ioharines Cantzeller. Rudi von Brügge. Hanncman Hechly. Cunrat von Segkingen. Welti von Lütoltzdorf. Johanns Bottenstein der Steinmetze. Bentze von Wiffenhorne, der Zimberman. Iohaüs Sürbeler von Münchenstein. Albrecht Murer von Renchen. Heinrich Nodelly von Lörrach der Murer. Johans Stogker von Zovingen. Nycolaus Byschoff von Huntzbach. Nyeolaus Müller von Oltingen. Johans Tschoppe von Wert. Hanneman Steckst von Ravenspurg. Peter Nyeß der schnider. In dem Jahre izss. da die Unruhe und Zwey- tracht wegen einer Thumherrnpfrund, in der Stadt Basel, auf die höchste Stuffen gestiegen war, sind einige Basler, aus was für einer Ursache ist nicht gewiß zu bestimmen, naher Binzheim gezogen, haben dis Dorf ausgeplündert und zum Teile verbrannt ; Merkwürdigkeiten. 66i verbrannt; bald aber darauf sich wieder mit Herrn Grümine von Grünenberg / Edelknechte, Herrn Grymine von Grünenberg des Ritters Sohn, Besitzern dises Orts, ausgesöhnt, und den mit 40O. fl. Rheinisch befriediget. Der Verglich ist gegeben , an dem nächsten Dienstage nach St. Valentins des H. Martyrs Tag, des obgemeldten Jahrs. Das Haus Oesterreich, welches mit vielen Edeln des Lands der Stadt Basel in dem Jahre 1429. feindlich abgesagt, nöhtigte dieselbe, denen Feinden aller Orten Abbruch zu thun. Daher sie auch mit ohngefehr Fünftausend Mann naher Jstein gezogen, dortige Schlösser eingenommen, nachwerts zerstöret, und die brauchbaren Steine zu Bevesti- gung des Riehemer Tohrs in der mindern Stadt, naher Basel geführt hat. Wer in disem Zuge Bürger worden, zeiget folgende Verzeichnis Allno Oomini 1429. lpül clie beati iVlartini L- pilcopi , wurdend beyde Vestinen Jstein, die unter und die obere gewonnen, und dift nachgeschriebene Personen vor denselben Vestinen Bürger gemacht. Xk s j Rouff- 66r Historische AouffLüte. Andres Mercklin von Bencken, ein Tuchfcherer. Peterhans an der Matten/ von Jtingen. Husgenossen. Hans Bonstett/ von Zürich/ der Goldfchmid. Ludwig Henckin, von Friburg / der Goldfchmid. Conrad Rußwiler von Lucern / der Goldfchmid. Hans Getteling von Ettelingen. Henßlin genant Lang Walther von Ulm. Ulrich Buller von Lienhcim. Rudin Scdalor von Esselingen. Hauers Sohn von Louffen/ der Goldfchmid. Ammer. Hans Wildman von Ravenspurg. Nikolaus Trüb / Notarius. Heinrich Gerunq / der Schriber. ' Hans Franckenfurt/ der Seckler. Peter Nodler. Hans Ulrich Recher/ der Schriber. Jost von Waldkilch. Hans Nüengalt/ der Tescher. Dietrich Köllner/ der Gürtler. Conrad Guggen. Heinrich von Ow. Simund Merkwürdigkeiten. s6z Simund Tolde von Hußgow. Stephan von Wighusse. Hans Reitzman von Offenburg. Rützschman von Büttikon, der Lermeister. Hans Volman, von Costentz. Conrad von Baden. Claus Löffeler, der Tescher. Hans Varnouwer, des Stadtschribers Sühn zu Friburg. Heinrich Hoffstetter von Ellikgow. Steffan Offenburger von Rütlingen. Heini Lutteringers Schuknecht. Peter Schellenberger. Clewin Weydelich, als Koch. Minlüte. Enderlin Zwiglin, der Ratzknecht. Elevin Frentzlin. Hans Esel von Spir. Peter Henner von Louffen. Heini Mercklin von Kleinen Bencken. Jecklin Kutzer. Cleryin Scherer von Schlierbach genant Kopp. Heinrich Regißheim von Mühlhausen. Wernlin Ritter von Vißlis. Hans Haderer. Reb- / 664 -Historische Reblüte und Grautücher. Clewin Hugs von Brutpach, der Rebman. Hans von Bmi, der Rebman. Hans Fürbach, von Badenwiler. Peter von Rütin, der Grautücher. Heintz Blümelin von Sewen. Hanselin Heynig von Mülhussen. Henßlin Hug, von Muttenz. Hans Gengolf. Ere und Gut. Spitz Gebellin. Conrad Graf von Muttenz. Elevin Vettich. Hans Zender von Frick. Heini Mertz. Ulrich Verwer. Hans Koch. Heiru Schwab von Terwiler. Cunz Hader. Hug und Elevin Stepffan von Binningen. Clewin Missen. Pirrin Müller. Peter Lupstnger. Hans von Brutpach. Clewin Besserer. Jccklin Lamperter. Clewin Wilhelm von Rufach. Merkwürdigkeiten. Hemmen Trayer von Zuiuersheim. Wemlin Backlin. Halls Trutlin. Clewin Schultheis von Solottcn. Heini Elein, der karrer. Heintzman Äörber. Halis Schutz von Veldkilch. Leonhard Riffenstein. Heini Mälin von Bintzheim. Werulin Schivägler von Normadingen. Hans Eberlin von Arlisheim/ Claus Besser. Cuntzlin Pfluger. Clewin Ieger. Brotbeckem ^ Conrad Tanngraf. Hemman Landoß. Conrad von Gruttingen der Jung. Peter Weibel. Clewin Burd von Atingen. Jeklin Frowler von Mentz. Hans Holtzman. Hemman Münch von Mühlenbach. Conrad Esch. Hemman von Gntzwiler. Hernlnan Schönlin von Altkilch. Historische 666 Ulliri Gersperg. Rudi Buman von Brüsk. Smyde. Martin Bumeifter von Nüwenburg. Eberhard von Wimphen. Heintz Frye. Cuntz Kupfferschmid/ der Kesseler. Hans Wirtz. Peter Schnewelin. Conrad von Ravensperg. Clewin von Bisentz. Hans Crütz von Nüwenmerckt. Clewin Schütz. Hyis Walch. Mathis von Hagenow. Bnrckhart Thorer. Martin Sporer von Biberach. Hans Eichenlaub -er Nagler von Costantz Hans Tüfel Besse von Bruck. Burckhard Müllers von Altkilch. Clewin Fud erbarm/ der Phiffer. Bnrckhart Keller. Jacob Behenn. Hans von Uberlingen. Heinrich Holtzschuemacher von Bolde. Siffrid Hubenschmid von Heidelberg. Merkwürdigkeiten. 667 Gilge Schönman der Sarwürcker. Hans Plarer voll Costentz. Conrad RichJsen von Wissenberg. Hans Bircher von Bern/ den man nent Ja- celinan. Cüntzlin voll Zabern. Mathis Herchinger der Müller. Lienhart von Hagenow. Christen von Berne ein Messerschmid. Heinrich Krem von Oberkilch ein Büchsenmeister. Hans von Wirtzburg, ein Messerschmid. Hans Böscher von Lindow der Hubschmid. Hemman Gotfrid, ein Harnascher. Claus Empfinger ein Harllascher von Straßbnrg. Schumacher und Gerwer. Heintz Schatz von Gemünde. Peter Platener von Dicssenhoffen. Stepfen Bart von Erdingen. Heintzin Derger von Oltingell. Peter Müntzenberger. Hans Brllnner von Friburg. Peter von Steinsaltz. Hans Einkorn von Nürenberg. Rudin von St. Gallen. Heinrich Suter von Lampenberg. Peter von Arberg. Richlin Sigrift von Blotzheim. 668 Historische Ullin von Waldenburg. Philips von Brubach. ClairS Breitschädel von Otendorf. Beut) Lippach von Rotwiler. Heinrich Löw, von Liechstahl. Heinrich Iockelman von Seckingen. Hemman Nunninger. Tyel Schickin von Cöln. Franz von Biberach. Burckhart Sürlin. Schinder und Rürsener. Hans Leman von Mellmgen. Iecklin Störckiin. Bürcklin von Münster. HanS Nesselbach von Nüwiler. HanS Keffeler von Sitzenkilch. Conrad von Wyden von St. Gallen. Fridlin von Heltprunnen. HanS von Nördlingen. HanS von Assen. Peter Sturm von Straßburg. Heman Fritag von Arnwrhuß.' Ülli Schinder von Sempach. HanS Willin von Putzern. Ludwig von Rütlingerr. Henßlin von Veltpach. Hans Kug von Veltheim. Merkwürdigkeiten. 669 Heinrich Guntfrid von Basel. Oberlin Schaffer von Rotenburg. Heinrich Meisenhirn von Bollingen. Peter Dürre von Ulm. Hans Schnabel von G eppingen. Zschan Bürcklin/ Küffers Sohn von Telsperg. Jörge von Ettelingen. Wernlin Volrat von Basel. Hans Bürger von Clingnow. Gartener. Cuni Rame. Hails Ernst. Clrwin Hagens. Heintzman Blawenstein der Ziegler. Claus von Terwiler. Cuntz Risen von Rairdoltzwiler. Hans von Zeglingen. Cuntzlin Reinhard. Heintzman Grieb der Oeliger. Peter Butz von Almschwiler/ der elter. Spotihans der Offlater. Heinrich Phunglin von Srrltzmatt. Joft Paulus von Ruffach. Heini Büler. Bürcklin Goltschin von Sept. Henny von Vißlis. Ny Henny -Historische 672 Heini Scheffer. Cuntz Köchlin von Hägenheim. Hemman Kuttelin. Heini Sparen. Elevin Hertenberger von Vißlis. Iecklin von Borghuß. Oberlin Hesse von Friburg. Hans Blitzman von Lore. Heinrich Fischinger. Ierge Wildervar. Rutzschelin Büß von Richental. Bürqlin von Telsperg genant Roppoltzwiler. Ulrich Bennemach von Grenchm. Drubem der Pfiffer. Hanns Miß. Metziger. Ulrich Baßler. Heintznian Frölich genant Stnntzm. Lauremins zer Matten. Hans Schinder. Wertn, von Rotwiler. Wilhelm Hirßnger. Conrad Fogisheim. Heinrich Bamnach. Heinrich Ratte von Altkirch. Merkwürdigkeiten. 671 Zimberlüte und Murer. Hans von Bürlistorf der Tecker. Oblin von Amberg der Wagner. Heinrich von Lougingen der Wagner. Peter Lengenstein der Murer. Hemman Zimmerman von Riechen. Hans von Hale, der Vaßbmder. Clewm Köhler/ der Vaßbmder. Heinrich von Mutzwiler / der kübler. Hans Schnürler von Rygentzwiler. Simund von Marschelo der Murer. Rudin von Anwiler/ der Vaßbinder. Conrad von Solloten der Wagner. Conrad von der Widen/ der Zimberman. Heini Veldinger von Hägenheim der Zimberman. HansVelwer von Nördlingen/ Zimberman. Eglin zem Hoffe von St. Gallen/ Zimberman. Conrad Behem von Nördlingen / Zimberman. Hans Tugi von Wolsiswiler / Zimberman. Hans Zifmer von Tirmenach, Zimberman. Hans Schwartzenbach/ Zimberman. Wernlin Reitnau von Zofingen, Zimberman. Hans Barnischer. Hans. Böms der Teck. Conrad Schilling der Haftner. Claus Harder von Lützcl/ der küffer. Wernlin Köllffer. By r Hans 672 Historische Hanß Süß der kieffer. Zschan von Telsperg der Träger. Ulkich Lütpolt von Urbach. Peter Franck. Wernlin Franck. Hans Winthalder. Oberlin von der Widen. Ha ns Besserer von Ulm, der Wagner. Heinrich von Sewen. Schwer, Maler und Satteler. Rudin Phaw von Lutzern. Heinrich Wegner von Lutzern, der Scherer. Weltin Schneberg von Ensißheim, der Scherer. Eberhart Wiß der Scherer, von Herren Alp. Stopffel der Scherer von Rappoltzwiler. Wentz von Oppenheim. Conrad Wittich der Scherer. Christen Mieters von Buren. Entz Spengler von Rine. Wolf von Rülingen, der Satler. Heintzman von Zabern der Bader. Heintzman von Rynow der Bader.' Jaeob Glent von Zürich, der Satteler. Hans Ludwig Sporer von Augspurg. Bertzsche Hertzog, ein Bader. ! Hans Scherer von Rotwiler. Weber. Merkwürdigkeiten. Weber. Peter Winman, der Weber. Wernlin Erni, Weber. Hemman Zschan. Wilmin Heidelin von Maßmünster. Heintzin Franck. Conrad Lübler. Hemman Offenberger. Hans Mynner. Claus Störe. Cuntzlm Schetwin von Sollothen. Clewin Stroman von Nüwiler. Hans Bontz von Bern. Cuntzlm Lantringer von Zürich. Uli Meltinger von Winterthur. Hans Hemman von Landshuth. Hans Vogel von Telsperg. Ulrich Oeschlabing von Ulm. Stepffan Steinbach von Passaw. Heintz Bitte! von Biberach. Hans Berkilchen von Ougspurg. Hans Schneydes von Franken. Caspar Briem von Hechingen. Hans Rhinfelder von Maßmünster. Conrad Riff. Hans Ziegler von Louffen. Ulrich Karter von Ulm. Ulrich Spuler von Ulm. ZY Z s?r . vischer 674 Historische - Vischer und Schifflüte. Heini Schurman von Hüningen. Stepffan Rogkiin von Hüningen. Hemman Pflug. Cuntz Rögkltn von Hüningen. Ullin KiUwart von Hüningen. Henny Besserer der Bischer. Peter Biberlin / ein Schiffknecht. Dessen Sühn gleichen. Nammens. Lawelin Louffer ein Vogler, von Straßburg. Schollhenselin von Straßburg. Heini Schnepperlin. Steynman Hanseman. Lienhard von Jsenach. Cuntz Krieg. Cuntz Kötzinger. Von der Cleinen Statt des Ersten der Gesellschaft zem Boum. Cuny Hagenower, ein Haberwelwer. Henßlin Buem , der Waber. Oßwald Falckenstein, der Schumacher. Heintzman Väsch, ein Ziegler. Heini Tuntelman, ein Schiffmacher. Götz Armloder. Hans Merkwürdigkeiten. 67s Hans Mangolt. Heintz von Nordlingen / ein Schnitzer. Conratz Schuland, ein Zimberman. Durckhart Väsch, ein Ziegler. Heini und ClcwiN/ Rurberg/ Bischer. Henßlin Creps/ ein Rebman. Rutzin Plaghor, ein Schiffmacher. Ieqklin Lendin von Clingnow, pllior. Oblin Mllyg / ein Müller. Ullin Varnower/ ein pfister. Henßlin Peter / ein Müller. Heini Meg, ein Müller. Heini Wurtzel, ein Müller. Henßlin von Möriken ein Brotbeck. Clewin Buman von Schlinbach, ein Schurna^ cher. Ullin Phister, von Münster. Hans Ieger von Ravensperg. Heini Gürtler/ ein Brotbeck.. Hans Steynner von Horwe/ ein Schribevr Diebold von Bruntrut/ ein Zimmerman. von der Gesellschaft zur Harren. Nikolaus Frävel/ von Costaritz , procurstor Lurise Lonltat. Wcrnlin Metzger / von Bartenheim. Claus Phollerrd der Phister. Z)y4 Hans §76 Historische Hans Satter von Zürich. Ierge von Eichtzette der Schmidknecht. Henßlin Meiger der Zieglerknecht. Lhoman Greffer von Rütltngen. Ullin von Erlispach der kupperschmid. Wernlin von Arau der Brodbek. Wernlin Weydtzas, der karrer. Dise nachgeschriben hat der Schultheisse über Rin geheißen anschriben. Hetzel Snell von Landser. Ernt Trus. Heini von Rurberg. Hans Wild von Costenz. Oertlin Müller, von Riechen. Heinni Tüllicker von Stetten. Hans Muliman. Rudin Züricher. Heinrich Ingber. Wernlin Bontin von Bettikon. Ulli von Berne. Hans Zuber. Johannes Porter. Hübsch Heintzlin. Heinni von Brisach. Hans Hafner. Cuny Gerispach von Winterfingen. Peter » 7 - Merkwürdigkeiten. Peter Ris von Telsperg. Bürcklin Reber. Hans Mützenmacher von Friburg. Geyser. Henßlin Bontin. Wernlin Tumlin. Hans Meder. Clewin Jten. Anthoni Bürger. Der Alt Brysacher. Cuntz Wölfflin an der Birst. Peter Gouch der karrer. Clewin Zschörpplin. Jecklin Guter. Cuni Holstein. Rudi der Bruckknecht. Was für ein Heerszug die Basler wider die Marggrafschaft Baden in dem Jahre 1424. vorgenommen, und wie sie in Acht grossen Schiffen auf dem Rhein ihren Bundsgenossen zugefahren seyn, ist in des Wursteisen Kronick zu ersehen. In der Richtung mit Frau Catharina von Burgund , Herzogin zu Oesterreich re. sind dise Bergschlösser denen von Basel eigentummlich überlassen worden. Der Artieul dises Vertrags lautet also: » Wan aber die von Basel die Vesti Jstein mit Z)y 5 »kum- 678 Historische „ kumber und kosten gewannen Hand. Darumb „ sol dieselbe Vesti daz ober und da; nider Hauß „ und der Stein und Fels daruff und daran sy „ geöuwen sink, mit Steg und Wege, uns den „ Von Basel nu und hienach bliben , und sol ouch » da; Burckart Münchs von Landskron edel- ,, knechts und Hern Burkart Manch Ritters smes ,, Sunes Wille sin, dawider nit ze tunde, also daz ,, es inen an der Losrmge der si der Herschaft von „ Oestrich versprochen baut, stat ze tunden und iren „ Satzbriefcn keinen schaden bringen in dhein wiß, » nach ZSisung dez briefts so dieselben Burkart „ Müuch und stn Sun den von Bastl darüber » geben Hand re. » Geben dez nehsten Mondags nah allerheiligen „ tage da man zalte nach Crists Geburt 1410. Die Einwilligung obgenannter edler München enthaltet/ daß sie bekennen und ihren Willen geben, daß die Haüser zu Jstein denen von Basel zu eigen übergeben werden, und daß sie deßwegen wider die von Basel noch die Ihrigen keine Ansprach machen noch solche bekümmern wollen in keine Weise. Dises Instrument ist an gleichem Tage und Jahre geben, wie obiges. Es hatte auch die Stadt, kraft eines von dem grossen Merkwürdigkeiten. 67- grossen Nahte, welcher sich dazumal in dem Augustiner Kloster versammlet hatte, genommenen Endschlusses sich vorgenommen, dise Schlösser zu behalten, hat aber selbige nachwerts durch Vermittlung der Eidsgenossen, zerstöret, wiederum abgetreten. Aus unserm Fünften Stücke über St. Jakob ist zu ersehen, wie zur Zeit der St. Jakober Schlacht die Feinde auch von Seiten diser Gegend die Stadt anzufallen bedacht waren, lind wie in dem folgenden Jahre die Feindseligkeiten wiederum hin und wieder angefangen haben. Es giengen also in dem Jahre 1445. die Basler mit ihrem Panner über die Wiesen, verderbten viele Orte im Breißgau, und kamen mit reicher Beute zurücke; aber etliche Monate hernach, da sie etwas ohnbedachtfam 400. feindlichen Reutern, welche vor die kleine Stadt gekommen waren, nacheilen wollten, wurden sie der- gestalten empfangen, daß viele derselben durch den Wiesenfluß, welcher damals zimlich angewachsen war, sich retten müssen; und hierauf ward auch das Weyerhaus Klübin von den Feinden mit Feuer angesteckt und verbrannt, auch zu Neuenburg am Rhein Zoo. Oefterreichtsche Reuter unterhalte», welche beständig die Basier beunruhigen mußten. In dem folgenden Jahre setzte es eben dergleichen Scharmützel ab , und da die Basler in einem Zuge 6 Zo Historische ge auf den Schwarzwald sehr viele Feinde erschlagen, und eine nicht geringe Beute gemacht hatten, rächte sich der Feind mit Ableitung des Wassers aus der Wiesen, also daß kein Mahl-noch ander Werk mehr in der Mindern Stadt konnte gebraucht werden. In dem Jahre 1469. hat Friedrich Kilchmann mit seinen Hclffcrn einm spannischen Abgesandten, der zu dem König von Engelland abgefertMwar, auf dein Rheine nicht fern von Hüningeü, mit geladenen Armbrusten genohtdrängt, daß die Schif- leute zu Klein Hümngen anländen lind den dortigen Vogt um Hülfe anrufen mußten; allein Kilchmann kehrte sich nicht daran, setzte disen Gesandten in einen sogenannten Weidling oder kleines Schifflein, führte ihn über den Rhein und Wetters naher Pfeffrngen zu dem Grafen Oswald von Thierstein, worauf die Stadt Basel, als welche über dise Taht ein grosses Mißfallen bezeuget, Hans Jrmy zu dem Grafen gesandt, welcher den Gesandten los bitten müssen. Unser Baselische Geschichtschreiber erzchlet uns, ! wie in dem Jahre 147z. Kaiser Friedrich der Drit- ! te, oder nach etlicher Rechnung der Fünfte, naher Basel gekommen, empfangen und bewirthet worden sey. Wir haben diser Beschreibung weiter nichts beyzufügen, als daß derselbe bey der Wie- senbrucke Merkwürdigkeiten. 68 r ^ senbrücke nicht allem von dem Bischöfe, sondern auch Namens der Stadt Basel, von Hans von Bärenfels, Ritter, Bürgermeister, und etlichen Rahtsherrn, bewillkomm!, anbey zu Belustigung des Kaisers ein Tanz auf der Mucken angestellt worden, über welchen Thomas Sürlin und Heinrich von Brunnen die Aufsicht hatten; anbey zu Huthe der Stadt 400. Mann Landmilitz hereingezogen worden. Als Graf Rudolf von Werdenberg, des Johan- niter Ordens Meister zu Heitersheim, in dem Jahre >490. die Hochzeirgäste der Tochter, Hans von Bärenfels, Ritters und Bürgermeisters zu Basel, welche sich mit einem Edeln von Landsberg verheu- rahtet hatte, als solche aus dem Breißgaue zurück naher Basel geritten, beschimpfet und beschädiget, sind die Basler mit 3022. Mann über die Wiesen- brücke gezogen, dise Schwache zu rächen, zu Schlierigen aber durch verschiedene ihnen entgegen gesandte Abgeordnete besänftiget worden. Wir finden ferners in unserm Baselischen Geschichtschreiber aufgezeichnet, daß in dem Jahre -49Z. Samstags den 6. April, der Römische König Maximilian allher gekommen, und mit dem Heiligtumme eingeführt worden. Wir wollen die übrigen Umstände, da er derselben keine Meldung thut, so wie sie in damaligen Zeiten aufgezeichnet worden, hie beysetzen; Mit 682 Historische Mit seiner Römischen Königs Meyst. ist eingeritten der Hertzog von Brunschweig und andere S. K. M. Nähte und Hoffgesind bey 400. Pferden; S. K. M. ward ehnethalb dem neuen Hausse in dem Felde durch Herr Hartman von Andlo, Ritter, Bürgermeister, Jakob Jselin, der Zeit Zunftmeister, Heinrich Rieher, Altzunftmeifter, und Ulrich Meltinger, von einem Naht darzu geordnet, empfangen, darnach durch die Mindere Stadt, in die grosse Stadt, über die Eisen Gassen und Freye Stras hinauf in die Haubtkirche des Münsters, und aus selbiger in den Bifcho'ffl. Hoff begleitet, da die Priesterschafft, und die Geistlichen, welche mit dem Heiligtumme Jhme biß an die Wiesen- brücke entgegen gegangen war, immer nachgefol- get ist. In dem Vifchoffl. Hoffe ward er von Seiten der Stadt abermahl bewillkommt, Jhme ein Silber vergulter Schouwer oder Trinckgeschier, wo- rinnen 402. Gulden in Gold waren, 4. Ochsen, 4. Faß mit Wein und zo. Vierzel Hadern verehrt ; mgleichem Doctor Sturtzel sein Cantzler, übrige Cantzelschreiber und sambtliche seine Bediente beschencket. Dem Hertzog von Brunschweig wurden 8. kand- ten mit Wein zugesandt. In Merkwürdigkeiten. 68z In dem - Einzüge sind neben seiner K. M. zur Seite gegangen: Herr Hartman von Andlo, Ritter/ Bürgermeister , und Thoman Sürlin; Vor und um den R. König, sind einherr getreten , das Volck auszuhärten; Friedrich Hartmann, Hans Bär, Heinrich Riecher der Jung, Walther Harnesch. Des Röm. Königs zuwarten, waren geordnet, Herr Hartman von Andlo, Ritter, Bürgermeister , Herr Hans von Berenfels, Alt Bürgermeister, Jacob Jselin, Zunftmeister, Thoman Sürlin, Heinrich Riecher der Aelter, Alt Zunftmeister, Der Stadtschreiber. Denen waren zugeordnet, auf allen Nohtfall: Jörg Schönkind, Leonhard Grieb, Ulrich Meltinger, Hans Hiltprand, Heinrich von Senheim. Der 184 Historische Der K. Mayt. Hoff zuzurichten: Michel Meyer, Hans Hiltyrand, Heinrich Riecher, Jünger, Hans Klarer. Stallung, Höw, Stroh, zu bestellen: Michel Meyer, Heinrich Riecher Jünger. Hans Klarer. Ferners ward angeordnet, daß under Jedem Stadt Thore, so bey der Ankunfte, S. K. R.M. offen seyn wurde, 8 . Mann zur Huthe und ein Tagwächter auf dem Thurme seyn solle. Under dem Stadtthor, durch welches S.K.R. M. einreitet; sollen von Jeder Zunft 4. Mann seyn, zu dem besten ausgerüstet, die so denn neben dem König einhergehen, und die Straffen offen halten sollen. Von Jeder Zunft sollen 4. Mann zu der Zurwacht gegeben werden, von welchen 2. auf die Stadt Thürme gehen, die anderen aber zur Wache auf das Richthause sich begeben sollen, alwo ihnen ein Haubtmann von Nähten vorgestanden ist. Ferners Merkwürdigkeiten. 68 s Ferners soll jede Zunft 2. Mann auf den ihrer Zunft angewiesenen Stadt Thurm am Stadtgra- ! den absenden; Die Thorwächter sollen auf ihren Posten bleiben und die Nachtwacht fleißig gehalten, daher zu dem Patrouillen von jeder Vorftatt 4. Mann hergegeben werden; > Sollen die Kettenen und Lichter behörigen Orten arigelegt und aufgestelt; Die Stücke gewöhnlicher müssen aufgepflanzt, und keine frembde Fußknechte in die Stadt gelassen werden. In dem Jahre i s z?. finden wir des Edeln von Arsent türkische Handlung aufgezeichnet. Weil nun der Schuldheiß von Bellicken an der Entführung der französischen Edelleuten, so allhier denen Wissenschaften oblagen, Teil hatte, so zogen in einer finstern und nassen Nachte ZOO. Bürger von Basel in aller Stille über die Wiesenbrücke, und holten denselben gesanglich ein. Zu Ende des Jahrs 1562. hat Kaiser Ferdinand seinen Sohn Maximilian zum Römischen König auf dem Reichstage zu Frankfurt erwehlen lassen, und ist des folgenden Jahrs irr die Stadt Basel gekommen, da er denn, gleich dem Kaiser Friederich , bey der Wiesenbrücke, als an denen damali- Z z gen 686 Historische gen Gränzen der Landschaft Basel, auf das feyc^ liebste empfangen, in die Stadt geführet, bewirthet , und etliche Tage hernach wiederum bis naher Äugst begleitet worden. Die Umstände, welche Hiebey vorgegangen, sind in unserer Baselkro- nick sehr ordenlich beschrieben. Hie aber können wir die nach dem Geschmacke selbiger Zeiten beschehene Anrede an den Kaiser beyfügen. Als nun S. K. M. über die Wiesenbrücke gekommen, und die Baselische Gesandtschaft samt derer Gelait in dem Felde erblicket, hielt Er stille, und würd von Deroselben Trompetern und Pau- ckern ein freudiges Getöhn erwecket; Unter welchem die Abgesandten abgestiegen, zu Fusse zu S. K. M. sich verfüget, und nachdem Selbige Ihnen die Hand dargereichet, und alles stille worden, ist S.M. von dem Bürgermeister Krug mit folgenden Worten bewillkommt worden. „ Aller Durchleuchtigfter, Großmächtigster, Un- „ überwindlichster Römischer Keyser, Allergnädig- „ ster Herr; Nachdem Ew. K. M. auf der Rä- „ then und Bürgeren der Stadt, unseren lieben „ Freunder! rrnderthänigftes Bitten, allergnädigft „ bewilliget, in dieser Ewer K. M. vorhabenden „Reiß, Merkwürdigkeiten. 687 „ Reiß, ein Stadt Basel zu besuchen, dessen und „ das E. K. M. in frölichcr guter Gesundheit je- ,, tzundcr hie ankommen ist, sagen die Naht und ,, Bürger der Stadt Basel, dem Allmächtigen ,, GOtt dehmüthigen Danck, hicmit E. K. M. un- » derthänigft bittende/ sie wollen Iren Zurrt, frö- „ lich und mit Gnaden ncmmen, und sich jeder- „ zeit gegen einer Stadt Basel auch deroBnrger- » schafft und Gemeinde als ein Gnädiger Herr und ,> Keyser erzeigen, Ihr» auch dieselbe allezeit in „ Gnaden lassen befohlen seyn; was den Rath „ und Gemeinde Ihrer Keyserl. Mayft. zu Dienst „ thun können, oder mögen, das werden sie mit „ underthänigsten geneigten Willen, mrd Gern thun. „ Er solle hiermit GOtt dem Allmächtigen, und „ Gemeiner Stadt Bafel, irr Freuden willkom seyn. Worauf der Kaiser!. Marstbalck, so von seinem Pferde abgestiegen, neben Ihro K. M. zur rech- terr Hände stehend, geantwortet: hat: „ Es hätte » die R. K. M. der Stadt Basel Bernffen und „ Frolocken mrd Anbieten, allergnädigft angehört. „ Darauf sie wissen, daß I. K. M. ein Stadt Ba- „ sel uß gantz gnädigem rvillen zu bcsucherr nir un- „ verlassen wollen, Sie wäre auch bedacht, sich „ gegen eine Stadt Basel allezeit als ein Gnädiger „ Herr und Keyser zu erzeigen. Zz 2 In 68 8 Historische In dem Jahre i6vo. war das Dorf Groß Hü- Hingen in Handen der Stadt Basel, als daher selbige Einwohner denen von Klein Hüningen/ wegen dem Lachsfang Eintrag tuhn wollen, ward ihnen, solche Fische bey der Wiesen zu fangen, obrigkeitlich verholten. Zu der Zeit, als die Krön Frankreich, mit Beystände der Schweden, unter dem Herzoge Bernhard von Sachsen Weimar, in dem Elsas, Briß- gau und denen Waldstücken, denen Kayserlichen und Spannischen Wafen Abbruch tahten, suchten sich die Kaiserlichen bey dem Maüßturme und der dortigen Schanze vest zu setzen; sie hatten auch eine Wache auf der Seite von Klein Hüningen, bey dem Ausßusse der Wiesen, dergestalten, daß nichts mehr den Rhein hinab fahren konnte. Worauf in dem Ianer des 1654.Jahrs der Commendant von der Groß Hüninger Schanze sich sehr unfreundlich gegen Basel bezeugte, und die Viehherde vor dem St. Johann Tohr wegnehmen liesse, anbey denen von Klein Hüningen nicht geschonet, also daß die Stadt sich gezwungen sahe, dise Schauze ab dein St. Johann Bollwerke zu beschießen, und eine Compagnie Reuter samt Zwoen Compagnien Fußvolk vor dieselbe anrucken zu lassen; worauf das geraubte Vieh wieder herausgegeben worden. Nach der auf dem Ochsenfelde beschehenen Schlacht Merkwürdigkeiten. 689 Schlacht namen die siegreichen Schweden dise Schanze ein / und setzte sodenn der Rheingraf Otto - Ludwig bey Hüningen mit zoOO. Mann über den Rhein, Neuenburg zu erobern. Als aber dise Völker dise Gegend nachwerts verlassen, so haben die Kaiserlichen in dem Jahre 1636. und 1637. also bevor die Oberherrlichkeit an die Stadt Basel vollkommen gekommen ist, sich hierum wiederum vest gesetzt, und da der Herzog von Sachsen Weimar aus dem Burguud siegend zurückcgekommen, in dem Bistumm Basel eingefallen und dem Rheine sich genähert, unter dem Herrn General Feldzeugmei- ster von Reinach, obersten Befehlshaber der Vier Waldstätten bey dem Ausflusse der Wiesen in Rhein eine Schanz auswerfen, und mit Zwey Stücken und Neunzig Mann, unter dem Commendanten Hans Georg Kempf von Augerich besetzen lassen. Dise Schanze solle mit halben Monden bis an die Wiesen erweitert, eine neue Batterey zu Bestreichung des Rheins angelegt, alles Gebüsche an dem Ufer dises Flusses abgehauen, auch eine Zweyte Schanze angelegt werden. Da aber indem folgenden ;6z8. Jahre den r8. ! Hornungs, Herzog Bernhard mit der Kaiserlichen Armee bey dem deutschen Rittershause zu Bücken i mit abwechseldem Glücke sich herumgeschlagen, ! Drey Tage hernach aber in einem Zweyten Treffen Z z z zwischen 690 Historische zwischen Wihlen und Erentzach selbige vollkommen § besieget; so hat der schwedische General Major 2 Tupadel nachwerts die Schanze zu Hüiimgen /als l die Kaiserlichen sich daraus gezogen, und solche leer « stehen lassen, besetzet; als aber Breisach gleichfalls j erobert worden/ die auf der Seiten von Klein Hü- ningen geschleiftt. l Zu Visen Zeiten war die Hungersnoht unter dem , Landsmann so groß, daß sich derselbe in diser Ge- , gend um das vereckte Vieh erzankte. ^ In dem Jahre 167z. ward die Gegend von Hü- ningen vollkommerr unter Wasser gesetzt.' Zwey Jahre hernach hat der Herr Marggraf von Baden Durlach 1 s. Mann Basier zu Beschützung ^ des Dörfleins Friedlingen angeworben. ^ Der Herzog von Sachsen Eisenach hatte sich in dem Jahre 1677. mit der Kaiser!. Armee in das . Elsas gezogen / und allda den alten Turm, der Maüßturm genannt / bey dem Dorfe Groß Hü- ! ^ ningen, samt einer Schanze, welche die Franzosen ' allda/ um den Rhein zu beschützen, «Hatten, ein- genommen. , c Als er nun um sein Lager eine Linie gezogen, i schlug er darauf eine Brücke über den Rhein, und , trachtete disen Ort zu behaubten. Als aber der ftan- Merkwürdigkeiten. 691 französische General Marquis de Montclar die Wichtigkeit dises Postens wol einsähe, rückte er darauf an, und zwang den Herzog über seine Schifbrücke auf der Seite von Klein Hüningen und denn weiter hinabwerts zu ziehen. In dem folgenden Jahre im Hornung ward Hiltelingen von den Franzosen verheert; und den 18. Brachmonats lagerte sich die ftanzösische Armee unter dem Marsthall de Crequi in zooso. Mann stark, zu Haltingen auf der Höhe; worauf er den Marsch naher Rheinfelden genommen hat. Hierauf sahe man allgemach dise Schanze zu Groß Hüningen vergröffern und zu einem regelmässigen Fünfeck anwachsen, welches mit seinen übrigen Werkern nunmehr eine vollkommene Ve- stuttg ausmachet. Alle Vorstellungen konnten disen Bau nicht hindern , und hatten weiter keine Würkung, als daß derselbe etwas weiters hinabwerts von den schwei- tzerischen Gränzen entfernet, gesetzet worden. An dem St. Ludwigs Fest des Jahrs i6Zi. machte der fürchterliche Knall der Stucken denen Benachbarten die feyerliche Einweihung dises Orts bekannt. Und da die Vestuug Luxenburg in dem Jahre. 1684. von den Franzosen erobert worden, Zz 4 würd 692 Historische würd die Freude hierüber durch die Müudung vieler Canonen zum ersten male dem Lande verkündet. Es ward auch von der Vestung eine Brücke über den Rheinfluß geschlagen, bis auf die Insel, hinter welcher der sogenannte alte Rhein durchgehet, ein Teil discr Jnsul mit einem Hornwerke bevesti- get, sodenn der alte Rhein gleichfalls überbrücket, und mit einer Vvrstbanze bedecket; welche Brücke und Schanzen aber in dem Jahre 1699. kraft des Ryßwickischen Friedens, als auf deutschen Boden stehende Werker, geschleifet worden. In dem Jahre 168?. befand die Stadt Basel den damaligen Zeiten angemessen, eine Verordnung ergehen zu lassen, daß zu Klein Hüningen keine neuen Haüfer sollen erbauet werden. In folgendem 1688. Jahre hat ein sehr starker Wirbelwind eine sehr grosse Anzahl Baüme zu Klein Hüningen darnider gelegt. Der aus Anlas der Nachfolge zu der Krone Spaniens entstandene Krieg hatte stch in dem Jahre 1722. besonders auch an dem Rheinstrsme ausgebreitet. Die Vestung Landau war hon dem Römischen König eingenommen, Ulm hingessemwu de n Churfürst von Bayern; also bekamen die bey Straß- Merkwürdigkeiten. 69 z Straßburg gestandenen französischen Generalen wiederum Luft; der Marquis de Billard schlug bey Groß Hüningen ein Lager von ungefehr I2QOO. Mann, und machte eine Brücke über den Rhein, bis auf das deutsche Gebiete. Die deutsche Generalität, welche nicht ohne Ursache muhtmaßte, daß die Franzosen hiedurch einen Weg, sich mit Bayern zu vereinigen, suchen wollten, trachtete solches zu verhindern. Und weil dieselben die sogenannte lew cle ?om verfertigten, griffen die Deutschen unter -dem Generalen von Fürstenberg die Franzosen an, trieben die Arbeiter zurücke, konnten aber dennoch dise Verschanzung nicht verhindern. Den 14. Weinmonats ruckte die französische um ein merkliches verstärkte Armee über den Rhein, und zöge sich oberhalb Haltingen an das Kä- ferhölzlein, gegen welchem hinüber die kaiserliche Armee in Schlachtordnung stunde, welche durch ein starkes Corpo, so den Tag vor der Schlacht von Prinz Ludwig von Baden Baden naher Neucn- burg hinab gezogen worden, geschwächet ward; allhier kam es gegen Mittagszeit zum Treffen, der linke Flügel der Deutschen, welcher von dem General Zeugmeister Grafen von Fürstenberg angeführet worden, würd verschiedene mal vom Fein- Zz s de 694 Historische de zurücke getrieben, hingegen warf die deutsche Reuterey die erste Linie der Franzosen über ein Haufen; also Daß endlich, ohngeacht die Deutschen lange Zeit auf der Wahlstatt geblieben, denen Franzosen dennoch der Sieg zugeschrieben war. Den folgenden Tag namen die Franzosen die Sternenschanze ein. Und der französische General de Villars erlangte hiedurch den Marschallstab. Disem hitzigen Treffen hat auch der damalige Erbprinz und nachherige regierende Marggraf Karl der III. zu Baden Durlach, ohnerachtet er an einer bey der Belagerung von Landn« an, rechten Schenkel durch eine Musquctenkugel erhaltenen Wunden noch nicht völlig geheilet war, als General Fcldwachtmeistcr beygewohnet, und ausnehmende Proben eines unerschrockenen Muhts abgeleget. Denn als der Graf von Fürfteuberg, welcher das Fußvolk commandirte, bey dem erstell Angriffe erschossen worden war, so ist höchstgedachter Durchleuchtigfter Erbprinz in dessen Stelle getreten , und hat das feindliche Fußvolk, welches eine Anhöhe bey dem Dorfe Dillingen zu gewinnen suchte, etliche mal glücklich abgetrieben, auch demselben Merkwürdigkeiten. 69 s selben etliche Feldstücke abgenommen, mit seinem Fußvolke die Wahlstatt brhaubtet, und ist die Nacht über darauf stehen geblieben. So lange die Armeen in allhiesiger Nachbarschaft sich aufhielten, haben d.ie eidgenössische Zuzugsvölker allhiesige Stadt uud Landschaft bewachet, und ist durch Vermittlu'ng der damaligen Hohansehnlichen Herren Repräsentanten vieles Ungemach abgelehnet worden. Als im Jahre «7ZZ. König Augustns in Poh- len gestorben, und das Kriegsfe uer sich anbliese, war in der Nacht zwischen dem 16. und 17. Win- tcrmonats eine Schifbrücke bey Hstningen über den Rhein geschlagen, und ein französisches Läger von 4000. Mann auf dem Fridlinger Felde aufgestellt. Das 17Z6. Jahr ist der merkwürdige Zeitpunkt, da aus Mas der Streitigkeiten, welche die Fischer deS NeudorfS, mit denen Fischern von Basel und Klein Hüningen, wegen dem Fang der Lachsfischen, bey dem Ausflusse der Wiesen in Rhein, auf Ba- selischer Bottmässigkeit gehabt haben, der Stadt Basel so viel Unruhe erwecket worden; da aber die Stadt ihre Rechte und Unschuld zu erweisen Gelegenheit fand, ist das von Seiten der Krone Frankreich gehemmte Commercium wieder herge- 696 Historische stellt, und diser Fischfang ohnzerstört auszuüben, kein fernerer Anstand gemacht worden. Als in dem Jahre 1742. Se. Kaiser!. Majestät Karl der VI. Todes verblichen, hat sich die Krone Frankreich wieder zu dem Kriege gerüstet, in dem Augftmonat des 1741. Jahrs abermal eine Brücke aus Groß Hüningen über den Rhein geschlagen, auf der Insel und dem anderseitigen Gestade einige Festungswerker aufgeworffcn, welche zu Ende des 1751. Jahrs wieder nidergerissen worden sind. Natur- Natürliche Ihr schattenreichen Wälder, Ihr blumenvollcn Felder, Ihr Kraüter weit und breit, Laßt sehn, wie schön ihr seyd! Andner. Je Gegend von Klein Hünin- gen und dem Wiesenflusse ist sehr kraüterreich, hat aber in Ansehung der Jagd, der Feld- Baum - und Gartenfrüchte vor der vorhergehenden St. Jakob 698 Natürliche Jakob und Gundeldingen nichts ansnemmendes und besonderes. Von der Fischwaide haben wir bereits oben schon das Merkwürdige verhandelt. Wir wenden uns itzo zu den Krautern, die wir von Zeit /^ll Zeit dies Orts gefunden haben. 1. Wilder Knoblauch, üllium montrmum, bi- corl-,e, aiiZutlitolium, köre purpuralLente. e. ll. ?. 74. 1 . Z 8 Z- Im Brachmvuat unter deu.i Gestraüche bey der Klibe. 2. Ao. iZ. im 4ten Stücke mit seinen Verschied. I m Brachm. an der Wiesen haüffig. z. Gauchheil mit blauen und roten Blümchen. 1. ) ÜD-iA»IIi8 coeruleo 6ore. L.ö.k.2si.1.142. 2. ) üligA. pIi8 3speri8. L. 8. 8. 7. Im Gestraüche bey Klein Hüningen, ubi laüori tolio; slibi anZuttiori obs. 40. Eine andere Art. 6r3M. cvper. MINU8, P3N- Nlcul3 sparlk niAricante. L. 8. 8. 6. Im Augstm. an der Wiesen mit folg. haüffig. 41. 6ram. c^p. minu8, prmiculL spgrsg subüavel- cente. L. 8. 8. 6. 42. I^lo. 18. von Binningen; bey dem Schlosse Friedlingen. 4Z. Wilde grosse gelbe Raucke. Lruca sylvettrig, M3M, lutea, caule gspero. L. 8. 8. 98. 1. 227. Im Heumon. an der Wiesen. 44. Farnkraut mit sehr zarten und reingezackten Blättern. 8i!ix non rzmoig - petioIl8 tenuik- ümi8, A eenuiillmö cler>t 3 t! 8 . L. 8. 8. Zs8- 1. s Z7. Im Maym bey der Wiesen. 45. Erd- Merkwürdigkeiten. 72 s 4 t. Erdrauch mit ungehalten Zwiebeln, kumari» bulbolk, m6ice non cavZ, major. 6. L. k. 144. 1. 422. Im Gesträuche um das Neu Haus im Aprile. Die übrigen Arten hin und wider au den Hecken. 46. Die Lqmlet. 24. 2s. jm sten Stücke; werden auch an der Wiesen gesehen. 47 . Todte Wasserneffel mit gesprickelten Blumen. kleu6oligclii8 pgluckr. ioetiöz. 6. L. k. 2Z6. Im Heuinon. bey Friedlingen. 48. No. zi. im sten Stücke. Bey der Wiesen. 49 . No. ersten Stückes, im Kl.Hüningerwäld- lein. so. Eine Art Graß. 6mmen pmtenle, pani'culz- tum, majus, anAulliore folio. 6. L. k. 2 . ?r. s. Am Wiesenflusse mit folg. s i. l>lo. 2 o. im 2ten Stücke. s2. 6mm. 5e§etum gltillimum, panicula sparlä. 6. L. ?. z. Unter der Saat und Gebüschen bey der Klibe. s Z« 6mm. aguatic. panicul. lstilolmm. 6. L. ?. z. 1 .52z. Am Gestade der Wiesen. Aaa z ; 4.6mm. "los Natürliche 54. 6wm. spics crilt-ag, lubdirsutum. Lf I. c. ?r.8. 'I. s^s. Um die Klibe, und bey der Wiesen- brücke. ss. 6ramen s^Ivaticum, anZuKifol. spica slba. e. L. ?. 4. ?!-. 8. An feuchten Orten des Hü- ninger Wäldleins. 56. No. 21. von Münchenstein; und ^0.43. im St. Jakobs Stücke, an der Wiesen. 57. 6ram. spicg Lri^X mZMS. 0. L. k. 9. kr. 19- In, Brachm. bey der Klibe. 58. 6ram. loliaceum latikoHum, spic3 snZulliore. Ls I. c. 1.516. Um die Klibe. 59. No. IO4. im ersten Stücke; und 34. im 5ten Stücke; wird auch um die Wiesen gefunden. 60. No. z6. von Münchenst. und 37. von St. Jakob; wird auch auf den Aeckern um die Klibe angetroffen. 6 1. Bruchkraut, Harnkraut, kleiner Wegtrit. Uermaria oKic. L kirluta. ,s. L. Z. Z78. 1.507. Um das Neu Hans, insonderheit aber an der Wiesen, nicht fern der Brücke im Brachm. haüffig. Es hat eine scharfliche zusammenziehende Kraft, und wird daher in Brü- Merkwürdigkeiten. 727 Brüchen, und einigen Fällen den Harn zu treiben sehr gebrauchet. 62. Kleines glattes St. Johannskraut. Hypen- num minus tupinum, vel supinum Ziabrum. 0. L. ?. 279. 1.2ss. Im Brachmon. auf den Feldern um das Neu Haus. 6z. Eine Art St. Jakobskraut. .sacobTakanno- nica i. Lluüi. 1.496. 8 enecio incanus pin- Zuis. L. L. ?. IZI. Um die Klibe und Wiesen im Heumon.^ 64. No. ios. soll seyn m. im ersten Stücke. An der Wiesen im Aprile. 6s. Waldkohl. 8oncllo Mm8 lamplana s^Ivatica. e. L. k. 124. Im kl. Hüninger Walde, im Brachmon. 64. Wilde Erve, Vogelswicke, latllyrus major, hllveür. aller. L. L. k. 344- Im Gebüsche bey der Klibe. 6s. No. io. von Binningen; bey der Wiesen. 66. l>lo. 114. soll seyn i2Q. von Muttenz. Im Erlenwäldlein an der Wiesen. 67. Das wilde kleinste Frauenrößlein. llycli. Aaa 4 E ?o8 Natürliche ms s^Iveüri8, Minima, exi§uo Kare? 0.8. k. 2O6. ?r. IOZ. ini Heumon. an der Wiesen. 68. Kleiner wcisser Reinfarn oder Schafgarben mit Kampfergeruche, lanacetum minu8, aibum, oäore campllorB 6ve ^cllillXa Diosc. 0. 8. ?. iZ2. Alilletoiium nobiie. 1 . 496. Bey der Wiefcnbrücke im Heumon. Diese Art soll kräftiger und stärkender seyn als die gemeine Schafgarben. 69. No. 5. von Binningen. Unter den Hecken gegen der Klibe, allwo auch Llemati8 Oaplmoi- cie8 minor, llore cosrul. 0.8. 8. zoi.- ?er- '.'inca olllc. vu1§. angullifolia, llore cosrul. l. 119. Inngrün/ Sinngrün, ist ein anhaltend/ zusammenziehend Wundkraut/ und wird an einigen Orten unter den Schweitzer- Thee genommen. 70. Maüsschwanz. AIyo 5 uro 8 . .s. 8. z. n. 512. lvay. I I. 2.1zZ2. Im Aprile gegen der Wiesen. Wenn ich nicht irre/ so ist es m Lnum. 8r. U. nicht zu finden. 7'. Steinkressich mit Täschleinkrautblättchen. ^la- Iturttum petr-eum, toliib 8ursX pallori8. L. 8. ?. 104. 1. 214. Auf den Feldern um das Neu Haus. 72. Gros- Merkwürdigkeiten. 7°9 72. Grosse weiße Seeblume. NympliLa okk. alba, M3)0r. L. L. ?. I9Z. 1.260. Blühet in den Friedlinger Weyern im Brachmon. Das von diesen Blumen bettill. Wasser, und der Sy- rup werden sonderlich als eine kühlende, Schmerzen lindernde und Ruhe schaffende Arzney gebrauchet. Diese Wirkung aber haben sie nicht nur, wie einige sagen, ob rekorbtam sguam, sondern auch von den damit vermischten Salpeterteilchen. 7z. No. sz. im sten Stücke, ist auch gegen kl. Hüningen zu finden. 74. Wilde blaue Hyazinte. Hyacintliu8 stellar^, bjsollU8, 6ermanicu8. L. L. ?. 4s. Lolor llor. var. not. Loci. Im Wäldlein beym Neuen Hause. Sie wächset auch sehr haüffig in der Hard gegen dem Rhein neben der Waldane- mone, ist also in dem vorhergehenden Stücke vergessen worden; im Apr. und Mayen, zuweilen schon zu Ende des Merzens. Verlu8 extrem, caul. üosculi plure8 numero vario, Quorum petala orclinarie iex cum toticlem itamimbus. Inter cluoäecim plantul. lemel reperi 6olculo8 6uo8 uniu8 plant. v. tantum Üaminibu8 prN6it08. ketala, ilaminum lila- menta L pikül. pericarp. cum tub. ümt esu8cl. color. palliäe coerulei. ü.ntlisrss vero Aaa s colo- 712 Natürliche colorem niZric-mtem babent. In varietats üore albo petala, lllamenta Kam. 9 . An den Feldern unter kl. Hüningen. Das grössere gemeine Flöhkraut ist bey uns aller Orten zu finden. 82. Wasserpfefferkraut, Saamkraut mit Weiden-- blättern. 8otamoZeton salici8 tolio. L. 8. 8 . 19 z . In den Wassern bey Hiltelingen unter kl. Hüningen. 8i. Merkwürdigkeiten. 711 81. ^lo. 6z. im sten Stücke; um die Klibe, an der Wiesen. 82. Kleiner Wegtrit mit weißlichen Blümchen, ko- l)'§onum linoreum minus, üolLuIis spaäiceo- albicantibus. 0 . L. k. 28i. iZi. JmHerb- sie an der Wiesen. 8Z. Eine andere Art. kol^gonum Minimum, 5 eu Aliliegrana Minima. L. L. ?. 282. Alls dem Felde zwischen der Klibe und der Wiesenbrü- cke. Hr. Pros. Battier. 84. ^0. 64. von St. Jakob; auch an der Wiesen. 8 s. No. Z.von Münchenftein; auch an der Wiesen. 86. Kleiner Wasserhünerdarm mit Quendelblätt- chen. ^I 6 ne paluliris, minor, serpilliiolia. L. L. k. 2si. kortula. OiU. Lat. 120. Im Er- lenwäldlein gegen der Wiesen im Heumon. 87. Bleichgelbliche Schlüsselblümchen ohne Gerüche. Verbaiculum prstens. vel s^Ivatic. 6ore inocioro. L. ö. k. 241. Um das Neu Haus, die Wiesen, und Klein Hüningen, im Aprile. Die gebraüchlichen mit Gerüche wüchsen aller Orten auf der Wiesen. 88. Wilder Bertram, ktarmical vuIZaris, tolio lonZo 712 Natürliche lon^o lcrrato , llorealbo. s. L. Z. 147, Am Teiche gegen der Wiesen im Heumon. Es ist ein hitzend Kraut, so gekanet viel Speichel ziehet. 89. Lnnqenkraut mit'Ochsenzungenblättern. ?ul- monaria anAullifolia rukente , ccxruleo llore. L. L. k. 260. kulm. 5o1Ü8 Lcllii. 1. i z6. Im Aprile ain Büchlein beym Neuen Hause und an andern Orten mehr. Im vorhergehenden Stücke ist es vergessen worden in der Hard anzugeben. Es soll mit der gebräuchlichen Art gleiche Würkung haben. 92. Gelber Waldhanenfuß. Ranunculus nemo, rolus, luteus. L. L. k. 178.1.28s. Im A- prtle um das Neu Haus und die Wiesen. 91. Waldanemone mit meisten oder rötlichen Blumen. ünemone nemorola, llore Majore. L. L. k. 176. Ivammculu8 pllraAmites, albus, ver,m8. ss L. z. 412.1.28 s. An gleichen Orten im Apr.haüffig. Die Zahle der Blumen- blättchen ist rmgleich. Wir haben in sehr vielen 6, und 7. oft auch io, und in wenigen 8. und 9. oder auch n. gefunden. 92. Rundblättichter Waldhanenfuß. Kanunculus nemoros. vel h'Ivaric. lolio rotunöo. L. L. ?. 178-1. l. c. An eben denselben Orten im Mayen. 9 z. Brei- Merkwürdigkeiten. 71 z 9z. Breiter und schmaler Wasserwegerich. ?l 3 nta- AO gcjULt. latikoliu. L. L. k. 190. Ultd klant. aczuat. JNAuliikol. 8j. 1 . c. Im Wasser ander Wiest» und kl. Hüningen im Heumonat. 94. Wilder Senpf mit einzel. Samen, kapiltrum monolpermon. L. ö. ?. 9 s. ?r. Z7. s. 8. 2. 84s. 1'. 211. Bey kl. Hüningen in den Feldern. 9 s. Skabiosen mit dunkelblauen zusammengegrürn- ten Blumen. 8,3pnnculu8 LcabiolX c^pltulo coeruleo. L. 8. 8.92. 1.11z. A» dem Wie- senflusse im Sommer. 96. Wegdorn, Kreutzbeeren mitWeidenblattern und gelber Frucht. 8li2mnus 821105 kolio, 62vekcente. L. 8. ?. 478. An feuchten Orten bey kl. Hüningen. 97. Mllelolium ac^uatic. cornutum, majus. L. 8. 8. 141. 8r. 7Z. ,s. 8. z. 784. guond. Icon. In den Wassern bey Friedlingen. Man sihet an dem Wiesenflusse und bey Kleinen Hüningen auch viele derjenigen Weidenbaüme, so im sten Stücke aufgezeichnet seyn. 98. Scabiosen, Abbißkraut, mit ganzen und har- richten Blättern. Lcabiotil kolio inte^ro bir- luto. 466. 8uccil2 Niriuta. O 8. 8. 269. Bey Friedlingen im Augftm. 9 9 - 7'4 Natürliche 99 . Grosse Braunwurz, Feigwarzeukraut. 8cro- p!iul3riL s^ustica m.ss - r. L. 8.8. 2Z s.1. 166. An feuchten Orten bey kl. Hüningen und Fried- lingen im Sommer. Dies Kraut soll seiner Wirkung nach unter die Wundkraüter gehören. 100. Hundsraute. 8 cropkul3rm 8uta canina cil- cla vuIZLris. L. 8. 8. 2Z6. 1.167. An der Wiesen im Heumon. iQi. Kleine gelbe Haußwurz mit spitzigen Blatt- chen. 8ellum minus. tuten m, ioüo acuto. L. 8. 8. 28Z. 1 . 26Z. und auch 8eck min. te- retit'ol. gib. 8j. Beym Neuen Hause und an der Wiesen im Frühjahre. 102. Kleineres Grundkraut mit breitem Blattern. 8enecio minor, latiori tolio, live montane. e. 6. 8. lzI. Bey der Klibe in den Wiesen. iOz. Gemein Zeißkraut mit stark gezackten Blättern. 8 icieritl8 tolirs kirbutis, protunlle crena- tis. 0.8. ?. rzz. "8. i9r. Am Gestade der Wiesen gegen Klein Hüningen. 104. Giftiger Schierling. 8ium 8mcee tolio. L. 8. 8 . 154 . Licutg Z^Ucitlca. (ieine 51 . >Vepf. s. 8. z. 17s- J>n Wasser bey Friedlingen. Im Heumon. Die giftigen Eigenschaften dieses Krauts hat der weiland berühmte Wepfer in einem Merkwürdigkeiten. 715 eurem besondern Tractat weitlaüffig beschrieben. los. dUo. 8 s. und 86 . von St. Jakob. An sandich- ten Orten bey dem Wiesenflnsse. 106. Jgelsknospen, mit und ohne Aeste. 8 p 3 r§». nium rsmokum. L. L. k. I s. 1. sZ i. und 107. 8pgr§. non mmos Lor. 1 . c. Im HettMVN. um das Neu Hauß und die Wiesen. ro8. Sternförmichter Wasserfenchel oder gestürnte Wasserlinse. 8te1l3rig 3HU3ÜLg. L.L. ?. 141. Dill. Lst. i2o. und 109. Ltelial-ia minor L repens. Dill. I. L. In den Wassern und feuchten Gräben an der Wiesen und anderw. im Mayen, allwo auch 8te!- 13 N 3 3 cjU 3 tiL 3 kolüs IonZi >8 tenuiliimis. K34 Lst. ^nZI. 8 teIIar. tc> 1 u 8 omnibus anZuttis, apice reseÄo. I^u. 8t. kl. 198. und verschiedene iVIillelolia sguatica. HO. Gemein Reinfahrn, Wurmsamen. lanace- tum oüic. vulgäre, luteum. L. L. ?. IZ2. 461. Im Augstm. gegen der Wiesen. Es ist ein erwärmend, eröfnend bitter Kraut, so wider die Bleichsucht, Würmer und dergleichen gebraucht wird. / m. ?i6 Natürliche m. Wassernuß/ Stachelnuß. Inbulus gquati- cus. 0. L. k. 194. ,s. L Z. 77s. Im Wasser bey Hiltelingen. Sie soll kühlen und eröfnen. n2. No. 96. von Muttenz; beym Neuen Hause auf den steinichten Aeckern. uz. No. 92. von St. Jakob. An -er Wiesen. n4. l^so. 91. im gleichen Stücke; auch an der Wiesen. n s. Wullkraut, Königskerze mit kleinen weissen Blumen. Verdaten m I.)'cbnici. göre albo parvo. L. L. k. 240.1.147. Im Heumon. gegen der Wiesen, allwo auch hier und da die gemeinen Arten des Wullkrauts zu sehen. 116. dlo. 9Z. und 94. ittl 5ten Stücke seyn auch haüffig allhier an der Wiesen und andern Orten zu finden. 117. Eine Art Ehrenpreiß. ^!6ne tripKMos coe- rulea. L. L. k. 2so. Veronica verna trikclo vel quinqueggo kolio. 1. 14s. Im Aprile auf den Feldern beym Neuen Hause. Eine andere Art. Veronioa ereüa acini kolio ^la- bro, goribus coeruleis, leZnWnto inferiore sibicio L anZullo. Oill. Zpp. Z9. Hr. Pros. Halter, gegen Friedlingen im Mayen. de- Lmeut. Merkwürdigkeiten. 717 Zment. petal. üor. inkeriub non tLntum in bac, secl L in nounul!. al. speL. 3NZuttiu8 ob- kervatur. 118. Kleiner wilder Kartendiftel. VirZa pattoris. k. z. ?s. Im Mayen bey dem Otterbach. 119. dlo. 6. der Binninger Kr. allhier an der Wiesen und andern Orten. 120. Eine Art Graß. Oramen tritici spica muti- cL ttmile cinZuttikolium. L. L. kr. dso. s6. Itieatr. IZ2. ö. 2.477. bey der Klibe. 121. Ein weisser löchlichter Eichschwamm. ^§3- ricu8 4uerciriu8, 3 >bica» 8 , vittosu8 L poro_ ÜI8. Zwinger auf einer gefällten Eichen beider Klibe. i i22. obscure Larnea, pileo umbilicato. ! Im Angstm. um die Wiesenbrücke Zwinger samt fvlg. i 2 Z. ^manita palbiia, pilei ori8 leviter6mbiistis. 124. Kleinerer Ehrenpreiß mit langen Blumenäe- ren. VeroniLÄ spiLZlÄ minor. L. L. k. 247. 1. 144. Zwinger im Wäldlein bey dem Neuen Hause gegen kl. Hüningen im Augstm. Bbb i 2 s. 7i8 Natürliche I 2 s. Kukucksblume. L3ryopkMu8 prstentis, Kare IsciniJto kmplici, 6ve Klos Luculi. L. L. k. 2 io. Im ^sunio auf den Wiesen bey kl. Hümngen, und dem Neuen Hause, klujus caul. L calic. ex viriki rukent, K 08 vero ru- bicunüv8. 8eä ibiöem accurrit spec. vel V3- rietg8, cuju8 caul. L calic. penitus viriäes, kos incarnatus A l3tioribu8 lacinlis prsekitus. 126 . Die blaue Ramsel, Creutzblirme. kaly§ 3 i 3 vu!§3N8. e. L. k. ZIs. 1. 174 - Im 5umo, gleich beym Neuen Hause im Wäldlein. 127. Amanita majar, peclicula L pileo sup !3 in- tr 3 gue niveo. ^UZUÜO zwischen der Klibin und kl. Hümngen, da auch Lentaur. minus. L. ö. und kinum prat. üor. exi§. L. L. 128 . Num. z. im loten Stücke. Im Acker am Neuenhaußwäldlein. Im Augstm. 129 . On 3 Zr 3 latikolis 1 . zo 2 . I.^ 6 m 3 ckiA lutea corniaulata. L. L. k. 24 s. Bey kl. HÜNMgkN an der Wiesen im Augstm. und Herbstm. 1 ZO. Eine Art Mooß. Nulcus s 3 X 3 tiÜ 8 , ericoi- cles. L. L. ?. Z 62 . 7 . in kroclr. super kaxa 36 »^ielsm in klart. sicc. not3t. izr. Eine Art Corallenmyoß. kickLnoiöes tubu- lvürm, Merkwürdigkeiten. 719 lolum, rsmoülluuum, üuticuli specie csu- äicsns. Dill. Lst. 202. ^lulcus corslloiäes. L. m. 764. In srenolis sä ^Meism. iZ2. Kleiner Wasserhanenfuß. R.anunculu8 lonZi- foliu8, psluüns, minor. L. L. k. «82. ^292. Im Sommer und Herbst an sumpfichten Orten der Wiesen. rzz. Nontis länn. klor. H.spp. dl'o. zo. 8uec. ^0. io8. ko^en. 199. Dsil. 8t. D. 628. ülüne ps- luliris, minor, kolio oblouAO. D. L. kr. nZ. In Lnumerstione 8trrp. Ilelvet. loc. cit. 8/- non. ^liin. sc^usttL. subreÄior. L. III. 786. sä^ebium eli; iäem vero occurritquo^uesub Zenere 8tel!sriD ps§. 199. ubi 8tel!snX foliis omnibus subrorunäis, iunZitut. Es ist dies Wasserkraütlein in der Herbstzeit an dem Wie- senflusse blühend gefunden worden. Nun haben wir das Bündchen Blumen und Kraüter dieser Gegend zusammengetragen ; Wir wollen itzo nur noch einige von letsterer Gegend entlehnte Versteinerungen beyfügen, und damit dieses Stück vollenden. Bbb s Von Von den Werstemerungm. Auch auf Trocknem ist zu finden, was dort in des Meeres Gründen des allweisen Schöpfers Macht wunderbar hervorgebracht, viele Arten der Korallen, die teils glänzen wie Crystallcn, Muscheln, Schwame mancher Art, die den Steinen gleich sehr hart. ^Je Gellenden um Klein Hüningen, als ^ der Vorwurf dises Sechsten Stückes, liefern uns an Versteinerungen nicht viel Merkwürdiges, indem nur einige Orypkiten, LellemnitM und Am- moushörner, so viel wir haben entdecken können, dahernm, und zwarnsehrunganz, anzutrefen sind. Wir fahren also mit der Beschreibung der versteinerten Korallen in disein Stücke, wo wir es in dem Merkwürdigkeiten. 721 dem vorhergelMden gelassen, weitcrsfort, und gestehen , daß unsere Feder sich zu weit hinaus in das Meer gewaget/ wol wissend, daß dieselbe zu leicht, um die Tiefe der See, als den Wohnplatz der Korallen zu ergründen. Ob wir zwarn in vorigem Teile versprochen, von der Besaamung der Korallengewächse künftighin etwas vollständiger zu handeln, so sehen wir doch viele Schwürigkeiten vor uns. Die Felsen aber des Anstosses, so viel möglich, auszuweichen, um nicht daran zu stranden, eilen wir dem festen Lande zn, und bedienen uns, disc Seegewächse belangend, fremder Nachrichten. 0) Dises wird man uns um so viel mehr zu gute halten, da unsere Umstände nicht erlauben, andern Naturforschern zufolge, persönliche Versuche neuer Entdeckungen an der See sechsten anzustellen. Und da wir die versteinerten Korallen behandeln, lassen wir die vorkommende Anmerkungen, ihre Verwandtschaftsarten betretend, mit einstießen. Man könnte uns vorrücken, daß wir in Erforschung der Herkunft der Korallen zu weit gehen, und die in unserm vorigen Stücke angeführte Berichte, daß sie von Würmern herstammen, ü- Bbb Z berzeu- (1) Wir haben die Lntretiens ä'un??kilolc>pke lochen, betitelt, lelliamsä, War gelesen, von ihme aber nichts entlehnet, ob man uns schon den Spruch, womit er seine 4te Abhandlung pag. 189. ( .je me lsuve L la nsgs L j'sboräe oü je xuis) endet, zumessen wollte. 722 Natürliche -erzeugend genug seyn sollten. Auf dise Weise aber wurde unser Vorsatz zernichtet, als lassen wir es auf einen Versuch ankommen, geratzte er auch wie er wolle, wenn wir nur unsere versteinerten Korallen zu Schiedsrichtern auswerfen dörfen. Man bemerket an vielen Verthädigern selbst aufgesetzter Schriften, die zu Erforschung der Wahrheit dienen sollen, sehr oft, daß wenn etwan dir von ihnen selbst erwehlte Gegner ihnen einen zu verthädigen vorgeschriebenen Grundsatz streitig machen wollen, selbige anders nichts bedürfen, als die bloss Anführung des Namens eines Schriftstellers, der wider sie zeuge, und dessen Werke ihren Lehrern vormals zum Stuf deren von ihnen angehörten Vorlesungen dienten, um ihnen den Mund zu stopfen. Di- ses nennen wir, einen Satz mit dem Widersprüche eines andern widerlegen, oder aufdringende Ueberzeugungsgründe anführen. Wer glaubet wol, daß O^iiiXus, der vom Papst llrbsno dem VIII, seine Meinung, deren er überführet wäre, wie daß die Erde sich um ihre Achse von Abend gegen Morgen drehe, und nicht die Sonne ihren Lauf in Zeit von 24. Stunden um dieselbe herum vollbringe, als ketzerisch zu widerrufen gezwungen wurde? nachwerts änderst dachte, als vorhin? Disss aber glauben wir, daß wenn in öffentlichem Behaub- tungsfalle QalilLus zum Feuer verdammt worden wäre, es zu damaliger: Zeiten an Holzträgern nicht wurde i Merkwürdigkeiten. 72 z ^ wurde ermangelt haben. Allein bey itzigen mehr erleuchten Zeiten stehet die Naturlehre unter keinem so strengen Glaubenszwange mehr. Daher geschi- hetes auch, daß die Naturforscher ihre Gedanken, wie unsere Erdbälle von Zeit zu Zeit sich mag, oder wahrscheinlicher müssen, muß verändert haben, frey an Tage legen, wozu ihnen die verschiedenen Felsen, und die an Gattung und Arten so vielfältig abwechselnde, als bald dichte und schwärere, bald aber lockerne und leichtere stufenweise sich' verändernde über und durch einander laufende Erdlagen, nicht weniger die in denenselben anzutrefende anitzo versteinerte vormalige Enthaltnüsse der See, so wohl aus dem Tier - als Pflanzenreiche, unterirr- dische neuentdeckte Wälder, ehmalige aneinander haltende, nunmehro von einem Zwischenraume der See abgesonderte feste Länder, auch so gar neu entstandene Jnsilln und Berge, Aulas geben. (2) ! Wieder auf unsere Korallen zu kommen, so gibt ! uns (2) Worüber beliebig nachzuschlagen de Muvellists 8uisss mois äs 8 eptembrs I?;i. PLZ. 298. ivoro äs Lroitscer MLrini cke li tru 8 vano tu monti Venetia 1740. Dises Buch ist indessen deutsch übersetzt ausgangen: I/lWoire Naturells Zenersls pi zwar an Gestalt verschieden, dennoch aber daruntur solche, wie Herr cle sulfieu in Kupfer gestochen, vorweiset, ganz ähnlich find, angetroffen werden. Wir weisen deßhalbeu unsere Leser an Herrn kEor Lessers (4) Schriften, wodurch er bey denen Naturforschern vielen Dank erworben. Er tuht allda nicht allein derer kollpis und anderer iMecten Meldung , die verschiedentlich einzunisten pflegen. Cr erwehnet auch einige Arten von Krebsen, worunter sonderlich der sogenannte Bernhard der Einsid- ler, die, wie er sagt, keine Eigentumsherren derstein- schalichteu Gebaüdm sind, sondern als Mietleute sich der Gehäuse der Schnecken, als fremder Wohnungen, bedienen. Je nachdeme sie grösser werden, so verlassen sie auch ihre alte Wohnung, und suchen bequemere: Da kommt es ihnen auf die Bauart nicht an, weilen sie verschiedene Gattungen der Muschelgehaüsen wehlen, wenn sie nur die Welch) F- C. Lessers leÜAceotkieoloM §. 268. ;;y. ;6o. ;6l. anbey auch des Herrn Abbt klucks 6e In tnre, tom.entrer. 22. xsg. 226. nachzuschlagen. Merkwürdigkeiten. 727 Behausung leer und ohnftreitig finden, so aber nicht immer beschihet, iudeme mau angemerkt, daß ^ Zwey um eine streiten, da dann der Stärkere einziehet, Wollte man, da dises kein Gedicht, denn behaubten, ein gleiches Tier erbaue so verschiedene Gehaüse, darum, weil man es darin» angetrofen. lavernier, um wieder auf die Korallen zu kommen (s), gibt folgenden Bericht: Wann die Ko- ^ rallen an denen Netzen oder dem Hanf, worein sich > dises staudenartige Gewächs wickelt, mit Gewalt aus der See gezogen, oder von ihrem Anwuchs den Felsen entrissen werden, fallet so viel in das Meer, als heraufgezogen wird. Und weilen der Grund gemeiniglich voller Sand ist, nagt sich der Korall von Tag zu Tag ab, wie unsere Früchten auf der Erden von den Würmern zernaget werden, solchergrstalten, daß je eher er aus dem Wasser gezogen , je weniger er verderbet wird. Ich will dessentwegen (fahret er fort) sagen, daß ich zu Marseille etwas Verwunderungswürdiges in einem Laden, wo man Korallen verarbeitet, gesehen habe; es ist ein Stück, groß wie ein Daumen; und weil es ein wenig wurmstichig wäre, hat man es entzwey geschnitten, und es hat sich darin» ein Wurm befunden, den ich habe wimmeln sehen, und welcher noch etliche Monat lang gelebt, als man ihn wieder in sein Nest getahn. Dann man muß merken, daß zwischen etlichen Korallevzinken wie ein kleiner Schwamm (.5) lLvermcrOrient.Reisbeschr.Genf,l 68 l.Buch 2. p.144. 728 Natürliche Schwamm wächset, unsern Bienenstöcken gleich, wo kleine Würmer gleich denen Bienen nisten. So viel gefällt der Natur ihr Geschöpfe zu unterscheiden. Etliche haben geglaubct/ daß der Korall in dem Meer etwas weich seye, obschon er in der Taht hart ist; aber es ist wohl wahr, daß in gewissen Monaten im Jahr man aus dem Gipfel des Zinkens/ wenn man ihn drucket, eine Gattung Milch / als wre aus der Brust einer Frauen hervorkommt / und das konnte wohl wie Saamen seyn/ welcher/ auf was es seye/ so im Meer ist/ fallet/ zeuget er einen andern Korallenzinken, also daß man in der Taht auf einem todten Köpft/ einer Klingen und einer Granaten / welche in das Meer gefallen/ allwo unten geflochtene Korallen- zweige in der Höhe eines halben Schuhes gefunden worden; und ich habe dise Feuerkugel in meinen Handen gehabt. So weit lavermer. Der in unserm vorhergehenden Stücke schon er- wehnter Herr dliwle tuht von denen Korallen Wetters noch folgende Meldung: Wie daß er bemerket habe / daß sich an deren Zweigen ein milchar- tiger Saft aüssere/ welcher/ wann er auf Stein/ Holz, Eise»/ oder andere Materien treuste/ Korallen aus diser Saamenart aufwachsen. Er habe einen grossen Kvrailenzweig in dem Cabinet des Großherzogen zu Pisa gesehen/ so auf einem Hirnschädel eilies verstorbenen Menschen angewachsen wäre; Merkwürdigkeiten. 729 wäre; auch verschiedene Korallenzweige auf eiuem aus der See gezogenen Anker, die aus disem Saft, wie er muhtmasset, entsprossen. Der berühmte Dournefol t meldet, daß bey Jamaica eine gläserne Flasche, worauf viele Korallenzweige fest gesessen, seye gefunden worden; noch sagt er, daß er, die Korallen betrefeud, bey Marseille Gelegenheit hatte, oben mehr crwehnrcn Saft zu untersuchen, und habe gefunden, daß obschon solcher sehr flüssig, er sich dennoch mit dem Meerwasser nicht leicht vermenge; doch habe er darinnen nichts i wahrgenommen, was Sammn Echte; da wir aber mit unsern Sinnen solchen nicht bemerken können, sene es eben keine Folge, daß keiner darinnen enthalten: Ais glaubt er so wahrscheinlich, als der Vernunft gemäß, daß die Natur einen subtilen Saamen eben darum in Visen Saft eingewi- ! ekelt habe, daß er vermittelst dessen zu Fortpflanzung derer Korallen in die Tiefe der See sich seilte, und hier und da an denen Felsen, oder was jhme vorkomme, sich ansetze, und also nicht auf der Oberfläche der See verderbe. Wir sollen nun auch unsere Meinung, was wir von der Fortpflanzung der Korallen glauben, an Tag legen; wir müssen aber forderst unsere versteinerte Korallen mit glaubwürdigen HerkunftsMei- rim versehen, wozu sie uns das Siegel gleichsam sechsten 7Z2 Natürliche sechsten darreichen. Der von uns schon belobte Herr Dr. Schaw in denen Anmerkungen seiner Reisen über Syrien und Egypten sagt: ( 6 ) Das Vernügcn, so man hat, die Meerpflanzen zu untersuchen , wird um ein merkliches vermehret, da man mit und unter denselben verschiedene Arten der Seeigeln, Seefternen und Muscheln findet, auch von der ersten Gattung die schönsten und rareften, deren Straalen seyen zuweilen grösser dann eine Schwanenfeder, etwelche glatt, andere rauch mit ausrasenden kleinen Dupftn, so wie derlei« flu- üaicus. Mit und unter unsern versteinerten Korallen sind auch dise Seeigel, meist aber in Bruchstücken, nebst vielen andern versteinerten Muscheln anzutreffen; besonders aber die Spilles ^ullaici, Idcläioll Lcbimtarum, so nichts anders als die Straalen oder Stacheln der Seeigeln find; selten aber find sie ganz. Doch kau der Beschreiber diser Versteinerungen, Joh. Jakob Bawier in seiner Sammlung unter andern ganzen eine vorweisen, so völlig ganz 2. und ein Viertels Zoll in der Länge, und bey einem halben Zollim Durchschnitte hat; und einen andern, der ebenfalls ganz, nicht aber gar so groß, und auf einer versteinerten Naclrepom sehr kenntlich aber fest angewachsen liget. Der Herr AM kiuclls weiset eine durch das Ver- (6) lom. 2. Lsx. 4- ?S3- 8d- Merkwürdigkeiten. ?zi Vergrößerungsglas gezeichnete Figur (7) auf, wie die Korallenblüte aussehen, wann nach des Herrn Grafen Marsilli Meinung, die Blumen sich zurückgezogen; oder wie der Herr lle Mieu will, ^ die kolipi sich wieder verschlossen: alle unsere vor- angezogene Schriftsteller kommen darin überein, ^ daß die warzensörmichte Erhöhungen, die der Herr cke ^ullieu ?,IameIon 8 nennet, sternförmicht seyen. Wo unsere versteinerte Korallen gefunden werden, trrst man grosse Stücke an, die einige Pfunde wiegen , und aus anders nichts als klumpenweis durch einander gemengten versteinerten Seewürmern be- ! stehen, von verschiedener Fröste und Form. An deren Ende siehet man viele Höhlungen, als aus kleinen Röhriein bestehenden Enthaltnüssen der Seewürmern. Das auch selbst mit dem Vergröfserungs- glase bcwafncte Auge eindecket nichts Sternförmich- tes an denselben, welches man doch an denen Ko- rallenarten kenntlich bemerken kan. Der Buchstabe k. unsers Knpferabdruckes stellet eine versteinerte Korallen vor, an deren Aesten Zwey Knocken oder Warzen gegen einander über stehend fast gleich und beneben sternförmig sich zeigen. Bey dem Buchstabe i. erscheinet ein vervielfältigter Korallenab- bruch, der oben zwar versteinerte koro 8 hat, oder so köchericht ist, daß sich die mehrerwehnte kolipi wohl darin- (7) Lxeckscle 8 iparÜ8, puriüi5 vaZis. liuXi LorZl. Lalt. lab. 4. 6§. I2. Eine in Aeste sich ausbreitende I^laclrepora , subtil gedttpft, worauf Seewürmer. e. kucua 6aIIop3Voni8 perm-i8 reierem. ^sob. Lau- bini, ubil. e. petreiacllum ee. iptam plgntam marinem exprimit. Dife sthwammartige Versteinerung gleichet an Gestalt dem ausgebrei- ten Schweif eines welschen Hanens, da wir das Seegewächs sechsten in Handen haben, ist bey ee. solches vorgestellt. k. Lorallium kollile ramoibm kubliantiX keleniti- cX entroeborum cum kun§itX coralloiöee ra- mo uwmgue allnato. Ein versteinertes in Aeste sich ausbreitendes Korallengewächs/ le- lenitisch oder spatsteinartig, woraus auch die versteinerten Lmrocbi und meiste Korallenstei- ne bestehen, worauf gegen einander über die oben angezogenen Korallenschwäme angewachsen sitzen. §. Illem kun§ite8, l. f. Olirscit-e a§§lutin3tus. Eec Ein 7Z4 Natürliche Ein dergleichen Korallenschwam auf einer versteinerten Auster fest sitzend, wo anbey die darauf angewachsene Seewürmer die Herkunft aus der See erweisen. k. kunZites capite pilekto convexo lleprello sul- cis ex centro pilei racliati8 acl M3r§inem ex- porreÄis. Ein rundförmichter Korallenschwam obenauf etwas ins platte fallend, dessen Furchen von der grösten Vertiefung an, als aus der Mitte seitwerts ausschweifend, sich verringern und verlieren. j. kun§ite8 coralloicles lliverll8 capitibus in ürm- mo convexitate llelluli8 ornatub- Ein versteinerter Korallenschwam, mit vervielfältigten Erhöhungen, welche alle von oben aus, wle vorbeschriebene gestaltet. k. Illem 5oIit3NU8 pertu5u8. Ein in etwas gekrümmeter Korallenschwam, so kegelförmig, lind obenauf eine runde weit hineingehend doch sich nicht zuspitzende Vertiefung hat. l- M- Merkwürdigkeiten. 7Z> I. Alinor. Eine kleinere Art, so aber denen grösserer gleichen, unten am Abbrüche ist ganz deutlich zu sehen, daß sie müssen einen An- wachs gehabt haben. Wir schließen also dises Sechste Stücke mit aus dem i s.Buch des Oviclii Verwandlungen, von einer guten Feder ins Deutsche übersetzten reinen Versen, ob sie sich hictzer schicken, überlassen wir dein Urteil unserer Lesern. Wo vor ein vesres Land, da sah' ich was vom Meer. Wo vormals Wasser war, da sah' ich trockne Höhen. Weit von der liessen See, da lag ein Muschelhcer, Die die Natur allein erzeugt in grossen'Scen. Auf hohen Bergen traf man alte Ausser an. Wo vor ein ebnes Feld, da machten siele Flüge Ein'n ausgeholten Thal. Die Berge sehe man Ins trockne abgespühlt durch starcke Wassergüsse. Die Pfützen dcckete ein trockner Heister Sand. Was vormals lechzete, da sah' ich feuchte Pfützen. Dort, wo kein Tröpjlein einst die kleinste Oeffnung fand. Springt Helles Wasser aus Hier fchliessen sich die Ritzen. Man sieht, wie hie und dort ein jäher Fluß ausbricht Aus dem erschütterten Gebäude dieser Erden, Offt bieibt er, wo er war, und kommet nicht ans Liecht; Offt aber muß er doch auch wieder sichtbar werden. Noch weit davon, wo man den aufgesperrten Schlund Der dürren Erde sieht den Lycus-Strohm verschlingen, Wird selbiger erzeugt, und läufst auf feinen Grund, Bis man ihn noch einst sieht am andern End entspringen. Der grosse Erasin wird eben so verschluckt Und ins Argol'sche Feld doch wieder ausgelassen. Caicus 7Z6 Natürliche Merkwürdigkeiten. Caicus alte Bahn / ist/ wie man sagt/ verrückt. Und Mysussoll nunmehr den alten Alisfluß hassen. Antissa muste vor in stoltzen Wellen seyn. So wurde Pharus auch vom Wasser eingeschlossen / Und Tyrns ebenfalls. Sind sie nln» Inseln? nein, Es ist von Zeit ;u Zeit das Wasser abgeflossen. Die Insel Lucas hat das veste Land berührt / Doch endlich hat das Meer dieselbe abgeschnitten. Nachdem die wilde Fluth die Gränzen weggeführt. Und eben dieses hat Sicilicn gelitten. Du fragst, wo Hclice, und wo nun Buris sey? Geh / suche nur im Meer. Das See - Volck pflegt zu zeigen Von dem verfallnen Bau noch jczund mancherley / Als / daß man Mauren steht sichauf die Seite neigen. Beh Pilhcan hebt steh ein Hügel hoch empor / Die steile Fläche prangt mit keinen grünen Bäumen. Hier war einst ebnes Feld, jetzt ragt ein Berg hervor. Wem hat dis alles wohl vor Zeiten können träumen ? Der wilden Winde Wuth, (ein Schauer kommt mich an) Die aus der engen Grnffk dir Erden zu entwischen / In eine freye Lnfft den Weg nicht finden kau / - Um sich mit selbiger auf einmal zu vermischen / Die blaßt die Erde auf / und macht die Ebne hoch, S o wie der Odem pflegt die Blasen aufzublasen. . Der Hügel bleibet steh»/ die Zeit verhärtet noch Den Bau, und will ihn auch die Nachwelt sehen lasstth / 5 /^. ^ ^?2 . W MWAM -ATT Ä«8 »-«Lch. KM M-F 7^«-- LüLcru^^t, LWL 77. 75. A . ^7/. 2 2V^5// . _7>. ^7. c/LL°, ^^ ,^/77^r - -W. K'-L»-:!M-^M.ir » gj^M. Mv-W -ÄLE? I»M» A-E .! >««KL«W Z M. . AM 4 - KLNZ IÄW' LMK»sr«Pp ? -L- WWW: !^»«!! AMÄ! TEL MMW MC j ^ XleLn/rünln^en- 2 ^lu^Luf !Ue^n l^/r A/reur . 3 .^ä-Z/Ll^^. 4.0^^^. §.KuL)e?'a^LMn^Llr. 6^ Wei^ 7D l/ün^en. § .//cbümae/r ^(Mkr^err. ^ !NEW ir?E "ruI i7/ror^/c MW M-Ä «MWW 7 7 -. '< »»» W« ^ ü>./i^/. ()c/. ^ 77t. ^/rsc, /c Vs-»«A ».«>»' ,«»-»K «» « » »»»? US^.1 »»-»». . . 1 Er / "" ' ' ' ' !, ' ,; '-/> ^ LM / ' 7. ÄK4 M1 , U, ' ^ ^ÄN>MV- Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher erkmMgkeiteit VLI. Stück LMF- UM Die gantze Gegend hier, ist voller grünen Auen, Der Boden überall gut. Fett und wasserreich , Voll Bäume, voller Frucht, und einem Garten gleich. Neükirch.' BASEL, Bey Emanuel Thmneysen, 1752. Historische As Dorf Richtn ligt auf der Germanischen Seite des Rheins, von der Stadt Bafel eine Stunde weit Nord-Ostwerts entfernet. Wurfreisen, welcher in seinem Geschichts-Buche von unserer Ddd 2 Vater- 40 Historische Vaterstadt, auch des Lreinu8lielvetiorum Meldung ruht, setzet dasselbe m den Iraclmn Lieini lielveriLi i chensiLM, und schreibt wie das Bistum Basel um bist Gegend vor Zeiten etliche Herrschaften besessen habe; unter solchen sey gewesen Riehen, ein grosser Flecken, im Eingänge des Wiesenthals, in einer sehr lustigen Gegend: er mercket an, daß di- ses Do'rf vorhin Mittheiln genennt worden, und daß in einem Instrumente vom Jahre niz, gemeldet worden, daß in Grafen Friedrichs Grafschaft Ober und MerTülliken, Rinheim,Ober Basel, re. gelegen sey. Er sagt uns ferners daß ein Edelmann in di- sem Dorfe seinen Sitz gehabt; an demjenigen Orte, da nachwerts Herr Jakob Rüdin, Oberster- Mustmeifler der Stadt Basel sein Lusthaus erbauen; Daß das Clofter Wettingen den Zehnden und die besten Zinse alhier von Herrn Heinrich vonWaffer- steltz von Mühlhausen in dem Jahre 1239. erhandlet habe; Der Stadt Basel aber, im Jahre i s 2O. nachdem durch einen Vergleich dem Bischof von Basel, das mit den Wafen eingenommene Schloß Messingen wider abgetretten ward, dar-- gegen dises Dorf Riehen in kauffsweise übergeben, und in dem Jahre 1542. auch obge- meldte Einkünffte von dem Closter Wettingen eingekauft worden. Es Merkwürdigkeiten. 74 > Es ligt uns also obdasjenige anzuführen, was etwan mehrere von disem Dorffe in denen Urkun den zu entdecken gewesen. Das Wappen der Edlen von Riehen, ist in des I. Stumpffen und in der Wursteisischen Chronik gleich gezeichnet, und kömmt mit denen alten Abschilderungen vollkommen überein. Diser Edelmanns-Sitz, wird malten Scbrkss- ten die Burg genannt und weiter nichts hinzugesetzt, als daß selbige schon im Jahre i s zo. zerbrochen und zu einem Baurenhause eingerichtet ward- Vorhin ist schon angemercket worden, daß das Dorf Riehen, dem Bistum Basel zugehört habe: welches aber dasselbe zu Ende des Vierzehenden, oder Anfange des Fünfzehenden Jahrhunderts dem Hauß Oestereich versetzet hat; denn es findet sich eine Urkunde von dem Jahre 1420. darinnen enthalten ist, daß Frau Anna von Braunschwcik Hernogin zu Oestereich, anstat und in Namen Hcrtzogv Friedrichs zu Oesterreich, ihres Herrn und Gemahls, das Dorf Riehen, so diser Herrschaft von dem Gottshause zu Basel verpfändet war, dem Juncker Kuntzmann und Hemmann von Ram- stein Gebrüdern, um Fünfhundert Gulden Rheinischverkauft habe; doch mit dem Bedingniße, daß Ddd z dift 742 Historische dise Handlung dem Gottshause zu Basel an seinen Rechten und Widerlösung ohnschädlich, und auch die Herrschaft Oesterreich berechtiget seyn solle, zu allen Zeiten von denen von Ramstein dis Dorf wider an sich zu bringen. Es hat auch der Bischofs von Basel nachwerts getrachtet, solches seinem Bistum ohne fernern Aufschub aufs neue einzuverleiben, und da die von Ramstein es aufschieben wollen, so hat Hertzog Friedrich von Oesterreich, in dem Jahre 1434. den gemessenen Befehl an die Gebrüder Hemmen, Heinrich und Hans von Ramstein ergehen lasen, dises Dorf ohne fernern Anstand dem Bischofs Johannes von Fleckenstein abzuwetten, welches auch beschehen. Als nachwerts in dem Jahre 1491. Mischendem Bischoffen von Basel und dem Fürstl. Hause Hochberg , wegen dem Bann zu Riehen, Weil und Tüllrken einige Streitigkeiten entstanden, sind selbige durch einen schiedrichterlichen Spruch gehoben worden: der oberste Schiedrichter war, Herr Heinrich Rieher oberster Zunftmeister der Stadt Basel. Zu diser Zeit hatte die Stadt Basel noch kein ^ Eigentum zu Riehen, und war Theodor Häßler der Wicht alda, einer der ersten, welcher um das Jahr Merkwürdigkeiten. 74 Z Jahr 1422. sich gegen die Stadt verschrieben hat, seine Güter niemand anders als Jhro zu verkauften ; nachwcrts aber, ist Sie zu dem Besitze des gantzen Dorfs gekommen, wie solches folgende Er- zehlung aufheitern wird. In unserer Abhandlung von Bielbencken, kan das nöthige über den Tod des leisten Grafen von Thierftein nachgesehen werden; weil nun difer Graf auch Herr zu Pfeffingen war, und die Stadt Basel verschiedene Ansprachen auf das Schloß Pfeffingen hatte, so nähme sie solches durch die Waken ein, und setzte sich in dessen Besitze: Da aber der Bffchoff und sein Capitel, ihre Rechte an dises Schloß nicht zurücke lassen wollen, so ward beiderseits die Vermittlung der fürtreflichen Bott- schafter von Hochlvbl. Ständen, Zürich, Lueern, Ury, Schweitz, Underwalden Nid dem Wald und Schaffhaufen angenommen; welche in verschiedenen Zusammenkünfften, den Streit wegen Pfeffingen und anderm zur Richtigkeit gebracht haben, also daß dises Schloß dem Bistum wider abge- tretten, von ihme aber der Stadt Basel das Dorf Riehen zu einer Entschädigung zu verkauffen versprochen worden. Die Worte des Instruments, Riehen betreffend seyn folgende. Ddd 4 744 Historische . ,, So dan so haben Wir Bischof Christof mit „ unsers Cappituls Bewilligung, in Ergötzlichst „ Wise, Pfeffingen halb, der Stadt Basel, das ,, Dorf Riechen im Wysenthal gelegen, mit aller ,, seiner Zugehörd, Lüten, Güttcrn, Hohen und „ Nideren Gerichten und Gerechtigkeiten, wie wir » Bischof Christof dasselb gehept haben, eins uf- „ rechten ewigen Kaufs zu kouffen geben, undfol- -- len dieselben von Basel solichs Kouffs wären, » und mit gnugsammen lantlouffige Verschreib»»- „ gen versicheren. Dis Instrument, welches mit des Bischofs Christof von Utenheim des Capitels und der Stad, Basel Jnsiglen behenckt worden, ward auch denen Schieds-Richteren vorgelegt, und sie geziemend ersuchet, solches zu bestätigen, welches sie mit folgenden Worten gethan haben. » Uf solich Bitt und Beger, haben Wir ge- „ meiner Eydsgenossen Botten, jetz in der Stadt „ Bern by einander versamblet, Uns des Abschieds ,, Zürich ußgangen, erinneret und demselben nach, „ den obgenanten Vertrag, in allem seinem Jn- „ halt, bekräftiget und conürmirt haben wollen, „ bitten und bevelchen ouch, damit solicher Be- „ trag stät und vest gehalten und vollnzogen wer- » de, darby wir sy ouch schützen, schirmen und ,« Hand- Merkwürdigkeiten. 74 s - „ handhaben, wollen/ nach unserem Vermögen „ ungevorlich; deß zu noch witerem Urkund / so ist „ diser Brief nlit unserer getreuen lieben Eydsge- „ noffen von Bern Jnsigel, von unserer aller we- „ gen/ besiglet, welcher Brieffen zwey, gleicher „ Lut gemacht sind und ietwcderem Theil einer ge- „ ben: beschchen, Mitwuchen vor St. Jacobs „ Tag, des H. zwölf Botten, Als man zahlt nach „ Christi unsers Herrn Geburt 1^22. Vermög dises Vertrags ist also das Dorf Riehen an die Stadt Basel gekommen, und man war hierauf bedacht, darüber einen besondern Kauff- brief zu verfertigen, welcher aber under disem Bischof, deme wegen einem hohen Alter ein Losä- juwr gegeben worden, wegen der Religions Abänderung und anderen Ursachen nicht mehr zum Stande gekommen, müssen erst Sechs Jahre hernach ein förmliches besonderes Kam's-Jnstrument unter Bischof Philip von Gundclsheim errichtet, und darinnen der Kauffschilling um etwas erhöhet worden. Dessen Anfangs-Worte sind folgenden Inhalts. ,, Wir Philips von Gottes Gnaden Bisthoffe „ zu Basel, bekennen und thunt kund, menkli- „ chen mit disem Brief, alsdan wyland der er- „ würdig in Gott Vatter, Her Christof Bischoffe ,, zu Basel, unser nechster Vorfar stliger Gedecht- Ddd s misse, 746 Historische „ misse, mit guter Vorbetrachtung, zitigem Rah- ,, te, auch einhelliger Gunst, Müssen und Wil- „ len, unser lieben Brüder, Thumprobfts, De- „ chan, und Capitel, obgeinelten unsers Stifts „ Basel, auch durch derselbtgen schinbahreu Nutz „ und Notdurft willen, mereren seiner Liebs und „ gedachten Stifts schaden zefürkommen undlgrös- „ fern Nutz zu fürdcren, für sich und alle seine „ Nachtominen eines redlichen, rechten, ewigen „ und unwyderrufflichen Kouffs verkoufft, auch „ wüssentlich und wohlbedächtlich zu kvuffen geben „ hat, den, Fürsichtigen, Wystn, Bürgermeister „ und Rhat der Statt Basel, das Dorf Riechen, „ so da gelegen ist in dem Bistumb Costantz im „ Wisenthal, zwischen den Dörfferm Wyl und „ Beticken, mit allen Rechten, Eren und Zuge- „ hördten, Lüten, Güteren, Zinsen, Gülten, „ Diensten, Sturen, Gewerffen, hochcn und ni- „ deren Gerichten, Bussen, Besserungen, grossen „ und kleinen Välen, Ackeren, Matten, Holtz, „ Vcld, Wunn und Welchen, gebuwcns und un- „ gebuwens, ob und nnder Erd, Vischentzen, Was- „ streu, Wassernüssen, ouch Wegen, Stegen „ mld allen anderen Gerechtigkeiten und Zugehö- „ rrmgen, wie die genant sind, gar und genzlich, „ nitzit ußgenonuncn, rc. Welches Instrument auf das förmlichste von dem Capi- Merkwürdigkeiten. 747 Capitel bestätiget und mit den nöthigen Sigillen bekräftiget worden. „ Geben uf den 23. Tag des Monats Apri- „ lis, als man zalt von der Geburt Christi un- „ fers Seligmachers Fünfzehenhundert, zweynzig „ und acht Jar. Hierauf wurden die Einwohner von Riehen ihrer Pflichten gegen den Bifchoffen entlassen, und von der Stadt Basel in Eyd genommen. Wursteyfen setzet difen Kauf in das Jahre i s2o. doch sind die Zeyten bey uns angeführet, wie sie in den Urkunden enthalten; es kan aber sehr wohl seyn, daß nach der llebergab von Pfeffmgen, von der Stadt Bafel Juncker Heinrich Meltingcr, der nachwerts zum Burgermciftcrtum erhoben ward, zum ersten Obervogt naher Riehen alfobald er- namft worden: Nach ihme kamen. 1522. Hans Häußler des Rahts. isZs. RudolfSüpperu. 1542. Beat Sommer. isss. Sebastian Doppenstein, ward Oberster Zunftmeister l s6o. 15 69. Hans Ulrich Merlan, des Rahts. 1589. Hans Rudolf Huber des Rahts, wardO- berster Zunfttncister. ^92. 748 Historische rs92. Christman Fürfelder, des Rahts. i6i8. Beat Hagenbach, des Rahrs. i6zi. Hans RudolfWettsteiN/ des RahtS, ward Bürgermeister. '6Z5. Melchior Gugger, des Rahts. *6>o. Onoffrio Merlan, des Rahts. 1665. LucaS Hagenbach, des Rahts. 1676. Friedrich Weitstem, des Rahts. 1691. Joh. Jakob Mcrian, des Rahts, ward Bürgermeister. 1726. HanS Heinrich Beck, des Rahts. 1710. Joseph Soein, des RahtS. -7Z6. Herr Felix Battier, des Rahts, nunmah- liger Hochverdienter Oberster Zunftmeister.. 1740. Herr Hans Jakob Huber, des Rahts. 1752. Herr Joh. Ulrich Schnell, des Rahts. Merkwürdigkeiten. 749 KAM Von der Kirche zu Riehen. Ei! Riehen seit vielen Jahrhunderten ein wohlbevölkerter Flecken war / so ist ohne Zweifel die dortiae, dem H. Martin geweihte Kirche in Zeiten dahin gehauen worden; die Maur und Graben welche selbige umgeben, zeigen daß sie nicht allein zur Befchliessung des Gotts- Ackers, sondern auch bey KriegSzeiten in geschwinden Anfallen zur Beschützung und Verwahrung derjenigen gedienet, welche sich dahin begeben haben. Das Kloster Wettingen hatte vormahls an di- sem Orte viele Gerechtigkeiten und Guter; Wurst- eisen 7 so Historische eisen schreibt andern Zweyund Sechzigsten Blat, dis Kloster habe in dem Jahre 1259. zu Mühl- hausen von Heinrich von Wassersteltz den Zehnden, die besten Zinse und Gefalle alda erkauft; folgende Erzehluug wird es rnehrers erläutern. Wir finden, daß schon den 14. April des Jahrs 12z i.die Kloster-Herrenvorr Wettingen, disemvon Wassersteltz sein Guth zu Riehen bestehend in Behausung, Acker, Matten, Waldungen, um 4stt Marck Silbers aberkanft haben. Wegen LeS KirchensatzeS ist mit dem Kloster St. Blasien, zu selbiger Zeit ein Streit gewesen. Verschiedene Schreiben von den Jahren 1244. und nacbwerts zeigen, daß Bisthoff Heinrich zu Co- stantz, kraft einiger Bullen Pabsts Innocenttu8 des IV. dem Kloster Wettingen die Eigenschaft diser Kirche, den Kirchensatz und was darzu gehörig war, zugedacht habe, mit dem Bcdingniß, daß dis Gotts- haus einen Viceuttun zu derselben Kirche unterhalten solle: Andere Bullen bestättigen dem Gotts- hause dises Recht, befehlen der sämmtlichen Christenheit, deßwegen das Kloster nicht anzufechten, noch zu bekümmern. In besondern Brieffen wird ein solches dem Abt äe tiumili nionte Losaner Bistums und dem krXpobco LccleliL InteilLLenüs anbefohlen. Nach- Merkwürdigkeiten. 7 5 r Nachwerts ward von dem gleichen Pabfte diser Kirche dieFreyheit ertheilet, daß sie an ihren gewöhnlichen Gebrauchen, nicht solle angefochten werden. Worauf den leisten May-Monats des Jahrs 1248. das Kloster St. Blasien, seinen Antheil an disem Kirchenjahr gegen andern Kirchensatzen vertauscht, und vollkomen dem Gottshause Wcrtingen übergeben hat. Dises Gottshaus brachte auch in folgenden Jahren die Güter der Herren von Usinberg ^ und Corr- rad Nollingers an sich, und in dem Jahre 1251. haben die edlen von Tegcnfelden, sich der an dise Güter gehabter: Ansprache begeben. Mitwochs nach Mathias des izsz. Jahrs, hat Heinrich Kaltwasser der Caplan zu Riehen, sich und seinen nachfolgenden Caplanen ab den Gütern Günthers Marschalcks eitrige jährliche Zinse erkauft. Hans Bletzi von Rheinfelden, verkaufte diser Kirche im Jahre 1254. Drey Mannwerck Reben im Kilchberg. Vier Jahre darnach, scheuchte der Vinius Welcher alle seine Güter der Kirche zu Riehen; welche durch einen Pfarrer und den Caplan, welcher den vornemsten Altar, so der Mutter Gottes geweyhet war, versehen werden solte. Arnold und Percr- 7s 2 Historische Peterman von Grünenbcrg Vater und Sohn übergaben im Jahre 1329, diser Kirche einige Zinse zu Fischingen. Im Jahre 1389. war Hans Frücker, Leüt- priester zu Riehen. Im Jahre 142 s. tauschte diese Kirche einige Gefalle, mit den armen Leuten zu St. Jakob. Im Jahre 1440. war ein Herr Johannes, der Lourtiüm der Kirche zu Riehen (3). Indem Jahre 14^2. haben He-ni Schwer und sein Halisfrau eine Frühemeß gestiftet. In dem 1488. Jahre aber, vergabst die Ge- lneind das Einkommen zu Verrichtung des Gottes- dieusts auf dem neuen Altar St. Christofel zu Ehren erbauet, sie behielt sich aber das kawoim- w 8 in Erwehlung eines Caplanen aus; welcher allezeit zu Riehen wohnen, und dem dortigen Leüt- priester an die Hand gehen solte. Auf dise Weise waren verschiedene Rechte und Güt- (s) Mit disem Namen wurde» alle diejenigen belegt, welche ohne Einwilligung der ordentlichen Geistlichen O- bngkcit, allein von dem Stuhle zu Rom zu Pfründen ernamset worden. Merkwürdigkeiten. 75 z Güter an obgemeldtes Gottshaus gekommen; einige derselben wurden der Kirche zu Riehen ein- verleibet/ andere aber weggegeben. Es findet fich in dem Jahre 1267. den 6. Christ- monats eine Kaufshandlung aufgezeichnet zwischen dem Herrn Abt und Convent zu Wettingen / und Herrn Dietrich Schnewel genannt in dem Hoff, seßhaft zu Freyburg, über den Hof zu Rieheu, uud alle des Klosters Höfe, und Besitzungen mit sambt denen Dorfflinien, dem Banne zu Riehen, mit den Leüthcu, Reben, Matten, Fischentzen, Waldungen, Mühlenen und Zugehörden, mit Vorbehalt des Kirchenjahrs alda, der Kirchen Gemeinde, dem Berg am Horn, Vier Menschen, des Buch- walds uud der Gerechtigkeit auf i z. Jucharten in der Ernde vorzuschneiden, sammt anderem mehr, mir Bcdingnisse, daß der Käuffer an den Leüthen und Besitzungen zu St. Martins Kirche zu Riehen gehörig, allein was Raub, Diebstahl und den Frevel anbetrift, sonsten aber keine Gewalt noch Recht haben solle. Diser Kauf aber muß feine Richtigkeit nicht erreicht haben, weil disesKloster indem Besitze vor- erzehlten Gütern und Rechten geblieben ist, und solche uachwerts der Stadt Basel übergeben hat. In Eee 754 Historische In dem Jahre iziz. hat Johannes Keller der Vogt zu Riehen den Hof und die Gewidem Güter, so er von dem Kloster Wertingen empfangen hatte, demselben gegen einer Enschädigung wieder abgetretten. Worauf dise Güter anderwerts verlihen worden; Hans Datt war in dem Jahre iszs. Meyer derselben, und als er seinen Pflichten kein Genügen leisten wolte, hat die Stadt Basel, den zwüschen ihme und obgemeldten Kloster waltenden Streit, durch einen Spruch entschieden; weil nun dise Schrift, verschiedene Umstände aufheiteret, welche dises Dorff angehen, so wollen wir selbige hier beysetzen; Sie lautet also. „ Wir Adelberg Meyger Bürgermeister und der „ Rhat der Statt Basel, thund kund allermenck- „ liehen mit disem Brief; Demnach zwischen den „ Erwürdigen Herren, dem Abt und Convent des „ Klosters Wettingen, unsern guten Freunden an „ einem, und Hans Datt unserm Underthanen zu „ Riehen als Besitzern und Jnnhaberen des Meyer- „ Hofs inn unserem Dorf Riehen gelegen, rc. von we- „ gen das Heinrich Darer der Wettinger Schaffner „ in nammen gesagter Herren vonWettingen, sich ab „ Hansen Datten dem Meyer, daß derselbig (wie „ er aber zu thunt schuldig) unser Gemeinde zu Rie- „ chen Merkwürdigkeiten. 755 „ chen mit Stier und Aeber nottürfftiglich nit ver- „ sehe / darzn sinen Herren die Winfur und ander „ Dienstbahrkeit, wie er solle, zeleisten widerte, er- „ elagt Spenn, Irrung und Mißverstand, uffer- „ standen, derrenhalb wir sy in gesessenein Naht, „ zu mermalen gegeneinander gehört, und zu letst „ die frommen, fürsichtigen, twisen Herren Theo- „ dor Branden ulfferen Oberisten Zunftrneister, „ RudolfSüppern Obervogt zu Riechen, Conra- „ ten Schnitten und Fridli Riffen, unsre Rechts- „ freund, gedachte Partheyen verner für sich zu „ beruffen und sy wer mißverstand gütlich zu ver- „ einbahren verordnet; das uf solichs erstgefagter „ unser Zmymerster und Ntitrat uns fürbrach, „ wie sy Heinrich Darer den Schaffner innainmen „ der Herren Von Wettingen ouch Hans Datt „ den Meyger anhüt dato für sich beruft, die den „ zu beyden siten gehorsirmlich und in eigenen per- „ söhnen, vor inen erschinen und als sy die ires „ Anligens gettngsamlich verhört, darzu die vor „ ufgerichteten Vertreg und alten Rödel ersehen/ „ mit beyder Teilen guter Gunst Wissen und Ver- „ willigen davor und hienacb gemelter irer Spen- „ nen gütlich geeint, und betragen haben, imnas- „ sen hienachgelüteret stet; Dem ist also, das für „ das erst der Vertrag den wir uf Zinstag nach „ St. Martins Tag im hingeflossenen 1726. Ja- „ re, zwischen den Herrn Thumbprobft, Dechan Eee 2 und 7 s 6 Historische „ und Cappitul der hochen Gestifft Basel, Herrn „ Apt und Convent zu Wettmgen, dem Rüme- „ lin von Rinfelden und Kilcheupflegern zu Rie- „ chen an einem, und HansDattcn, am anderen » Teil, durch unsere damals verordnete Botten, „ abrede»! und vertigen lassen, by sinen Crefften „ Eren und Würden bestan und bliben solle, und „ dernnach in selbigem Vertrag im Vierten Arti- „ ckel, neben den Zinsen, so Hans Datt und si- „ ne erben, Jerlich von bedachtem Meygerhofe ze- „ richten schuldig, eigentlich vmneldet, das Hans „ Datt, sine erben und Nachkommen, Inhabern „ vilbesagten Meygerhofs Herr Abt und Convent „ zu Wettmgen, die Winfur und andere Dienft- „ barkeiten wie die vornacher getragen, ouch der ,, Schaffner mit des' Klosters Wettmgen alten ,, Brieffen, Urbaren und Rodlen wol anzeigen „ möchte, erstatten sollend; Darauf denn Heinrich „ Darer das Hans Datt der Meyger an der Win- „ für ouch Dienstbarst, so er von wegen Herrn „ Abts und Conventz zu Wettingen, der Gemei- „ ne zu Riechen, mit Erhaltuug Stier und Eber „ Meisten schuldig, sämig gewesen, sicherklagt, » dass istauffbesichtigung der alten rödlen, ab- „ geret, betädiget und durch beide Teil also zube- „ halten, für sich, ihre erben und nachkommenn, an- „ genomrnen, Nämlich von rvegen der Wtnstir, » das Hans Datt der Meyger ufdem grossen Hoff » zu Merkwürdigkeiten. 757 „ zu Riechen oder seine nachkommen, Besitzen, » solichen Meygerhoffs den Herren von Wettin- gen, nun hinfüro Jerlich zu Herbstzeiten, al- „ len den Wein, so inen in zwing und Bann mr- » sers Dorfs Riechen, es sye von Zehenden Zins schuld oder Teilwein fallet und in Trotten geant- „ wurtet wirdet, zu ziten, wan es die Herren von „ Wettirlgen oder ein Schaffner von irentwegen „ begehrt one geverlichs verziehen, von und uß der „ Wettinger Trotten zu Riechen, allster in unser „ mindere Statt Basel für ir der Wettinger Hoff „ gegen St. Clären übergelesen, füren solle, dar- „ gegen die Herren von Wettingen vermeltem Han- „ sen Datten oder sinen Nachkommen durch je zum „ Ziten iren Schaffner alhie im Wettinger Hofe, „ den Win so er wie obstat, zefüren verbunden, „ inn irein kosten und one des Meygers engelten „ zu Riechen ufdie Wägen und alhie ab den Wä- „ gen laden lassen, und ouch dem Meyger von je- „ dem Furfaß wie die bißher geführt worden drey „ schilling ftebler zu Lone, und wan er den Win „ gehn Basel bringt, ime und sinen knechten essen „ und trincken, und den rossen höw zu geben schul- „ dig, doch Nachtherberg oder den rossen Haberen „ mitzutheilen, unverbunden sin, und sollen beyd „ teil einanderen hieran fürderen, damit der Win jedes Jahrs zu rechter Zit hereingefürt euch der » Meyger mit dem Laden und entladen nit gebe e z » sumpt 758 Historische „ sumpt werde; Fürer sol Hans Datt und sine » nachkommen , bescher des Meygerhofs zu Nie-- » chen, hiufüro wie das von alten herkommen und » ouch vor Ziten in Verlichung dises Hoffs also am -» gedingt ist, die Farrenstier und Eberschwin halten, » so viel ein Gemeinde zu Rieche» deren jeder zit „ nach gelegensten irs Vehs bedarf und nothürfftig „ ist, und sy damit versehen zum redlichsten damit ,, einer Gemeinde ze klagen nit not sye, onegeverde. ,, Und ob er Hans Datt oder sine Nachkommen „ einiche Zeit, ein Gemeinde zu Riechen, mit Stier „ und Aeber, nicht nach Nothdurft versechen, son- der daran hinderläffig oder Sömig sin, inmassen » ein Gemeinde des billich zir elag und die Herren „ von Wettingen (Als die sy mit Stier und Aeber „ zu besorgen schllldig) hierob zu kosten oder scha- „ den bringen thäte, da soll Hanns Datt der » Meyger oder sine Nachkommen den Herren von „ Wcttmgen solichen kosten und schaden one Jnred „ bekehren, hierin Wandel thun und ein Gemeinde ,, zu Riechen nit dester weniger mit Farrftieren und Aebcrschwinen, inmassen davorgemeldt versehen; » Und damit aber vilersagter Meyger ein Gemeind „ zu Riechen mit Stier und Aeber dest stattlicher „ besorgen möge, so ist hieby heiter abgeret, daß „ die Herren von Wettingen, gesagtem Hans Dat- ,, ten und sinen nachkommenden Meygeren jerlich » und Merkwürdigkeiten. 759 „ und eines jeden Jars besonders geben sollend, „ alles das Strow so da komt von 222. Korngarben » und von 222 Habergarben so in den grossen Ze- ,, henden gefallen; welich Strow der Meyger Jer- „ lich von der Zehenden schüren, da ime dieHer- » ren von Wettingen solichs Jerlichs zegeben ver- „ schaffen, empfachen; es sollen auch die Herren „ von Wettingen Hansen Datten dem Meyger und „ allen sinen nachkommen zu underhaltung der „ Stieren Jerlich gevolgen lan, alles das Höw » das zu zehenden fält, an dem orte das man bis- „ her genempt hat, das Ochsen futer, welichs „ der Meyger Jerlichs innemmen und an demsel- „ ben Ochsenfuter von den Herren von Wettingen „ nit gehindert werden soll; Wer zu Stür der „ Aeberschwin damit ein Meyger unser Gemeinde, „ daran besorgen möge, da sollen die Herren Apt „ und Convent zu Wettingen Hansen Datten und „ allen sinen Nachkommet! Meygeren des grossen » Hofs zu Riechen, jerlich und eines jeden Jars „ besonders uf St. Martins tag Sechs Vierzel Ha- » bern des Mässes wie er der Hofe verzinset, ge- „ ben one allen Jntrag; und dieweil Heinrich Da- „ rer der Schaffner als sich dise Irrung zugetra- „ gen, die unseren zu Riechen biß Ußtrag diser „ Sachen mit Farren Stieren zeversechen von Uns „ bescheiden worden, daruf er den etlich Stier er- „ kaust die Gemeinde obstat damit gerüwiger hat; Eee 4 ^ da 7§o Historische „ da ist abgeret, daß Hans Datt der Meyger die- „ selbigen Stier/ nunme zu sinen Handen und Ge- „ walt nemmen / die wie er dessen Trnwt ze genies- „ sen, besorgen und darby dem Schaffner bedach- „ te Stier in dem werte / wie er die ertönst und „ nit höher bezalen und hiemit die obgenanten par- „ thyen diser irer spennen in vorgelüterter wise ,, gericht / geeint, und betragen sin, und blitzen ^ und was Costens jedertheil diser Sachen halb „ erlitten, wie sich das gefügt oder begeben / den „ sol jede parlhie an iro selbs haben/ wie den der „ vilgesagt Heinrich Darer Schaffner/ innamen » vorgedachter Herren Abt und Convent zu Wet- „ tingen / von denen er das zu thunt / wie er sagt/ „ sondern Befehl und Gewalt hat/ und Hans „ Datt der Meyger unsern verordneten solichs al- „ les/ für sich, ire Principal derselben Nachkom- „ men und erben, war, stet, und vest zu halten „ darwider nit zu thllnt, mit noch ohne recht by „ Hand gegebener Trüwe, an rechter eydsstatt, ». glopt versprochen und sich daby aller Gnaden, » Friheiten/Jnreden, Ußzügen, Listen und Gever- „ den, so jemantz hierwider erdencken oder gebru- „ chen möchte, zusampt dem rechten, gemeiner „ Verzichung ohne Vorgang einer sonderung wider- „ sprechende, müssend und wolbedacht, verzigen „ und begeben und disen Vertrag inen versiglet „ mitzuteilen gebetten, daß wir den parthien, uf Merkwürdigkeiten. 76 r „ jr begehren gewilfart nnd gegenwertigen Vertrag » mit unserStett anhangendem SeeretJnsigel, doch » Uns, unsern Nachkommen und gemeinen unser „ Statt one schaden verwart geben haben lassen. „ UfMontag den 6 . Tag des Monats Decembers » als man zalt von der Geburt Christi unsers ei- „ nigen Heilands isZs. Jar. Die verschiedene Anstünde welche von Zeit zu Zeit, wegen denen Rechten des Klosters Wettingen entstanden , haben nachwerts die Stadt Basel anfdie Gedancken gebracht, durch Erkauffung derselben, alle Verdrießlichkeit vorkommen zu heben, deßwegen sie den nöthigen Antrag seiner Behörde gethan, und in dem 1540. Jahre disen Kauf zu seiner Richtigkeit gebracht. Die Worte des Instruments sind folgende. » Wir Johannes Nöllich der Appte und Oon- „ vem gemeinlich des Gottshaus Wettingen des » Ordens von Eitel, nechst bey der Statt Baden, „ und indem Costanzer Bistumb gelegen, beken- „ neu für uns und mit Einwilligung der Acht al- ,, ten Orten Hochlöbl. Eydsgenoßschaft, als des „ Gottshauses Kastenvögten und Schirmherren, „ daß Wir derStadt Basel und ihren ewigen Nach- „ kommen? verkauft haben, den Wettinger Hof, „ sammt darzu gehörigen Güteren und Zinssen, in Eee s »der 762 Historische „ der mindern Stadt Basel gelegen, den ftrners. „ Unsere Gerechtigkeit in dem Dorfe Riehen, es » seye an Leuten, Zwing und Bahnen, sammt „ dem Kirchensatze, Heü, Korn und Weinzehn- „ den, auch Zinssen, Renten, Matten und an- „ deren ligenden Güttern, dem Zehnden Hause, „ Trotten, Trottgeschirr sammt den Scheüren, « Haüseren im Kirchhofe, sammt etlich noch ander- „ Werts habenden Rechten. Dises Instrument ist „ bestglet mit des Abts und Convents Sigillen; „ und namens der acht alten Orten, von Jost Mey- „ gen von Lutzern, Landvogt zu Baden im Ergöw: „ welche Hochlöbl. Orte geloben und versprechen „ ihre Eydsgenossen von Basel by disem Kauffe „ ewiglich zu schützen und zu schirmen: Geben zu „ Baden im Ergöw auf den i s. Tag Heümonats „ nach der Geburt Christi unsers Erlösers gezehlt „ N4o. Jahr. Und hiermit waren auch die Rechte des Kirchen- satzes, des Meyerhofs und der Zehnden, an die Stadt Basel gebracht. Die Güter des Meyerhofes, wurden eine lange Weile auf die alte Weise unter Aufficht der Stift auf Burg zu Basel der (TuotiLan und?rXlen2 Schaffney, welchen solche einverleibt waren, verwaltet Merkwürdigkeiten. 76 z waltet, biß in dem Jahre i6ss. denen Pflegern diser Schaffneyen mit Zuziehung des damahligen Obervogts, bewilliget worden, dise Güter und Hof zu verkauffen, von welchen Herr Bürgermeister Weitstem, der um die ganze Hochlöbl. Eyds- genoßschaft besonders aber um seine Vaterstadt auf der Münsterischen Friedens-Versamlung sich sehr verdient gemacht, einige den 18. Herbstmonats des i6s8. Jahrs erhalten hat. Der Kirchensatz wird nunznmahlen wie andere auf gewöhnliche weise, von der Hohen Obrigkeit, als dem Obersten Bischoffe des Staats besorgt, und der Zehnden zu Dero Handen eingezogen. Die Kirche und die Uhr zu Riehen, ward zu End des isn. Jahrs, vollkommen ausgebessert; in dem Jahre 16z;, aber, den z. Augstmonats als alles Bley vondemKirchthurme weggestohicn worden, selbiger nachwerts mit Kupffer bedeckt; im Jahre ^6§z. die Kirche erweitert, von Herrn Abraham I^eZiLnä darzu eine beträchtliche Summe Gelts beygetragen, und ihmedargegen etwas Brurinwas- ser in seinen Hof ertheilet. Der Bezirck der Kirche wird Kilchstuhl genannt, und ist so weit, als die Steine aussert dem Kirche graben stehen. Die 764 Historische Die Schule ward in dem Jahre 1584, nach gehaltenem 8ynoäo errichtet. Diser Kirche sind folgende Prediger vorgesetzt worden. 1528. Ambrosius Sauracker. 15-- Johannes Löw. 1546. Johannes Vech, von Lörach. iss8. Chriftof Schilling. Is62. 1^1. Heinrich ?Läionceu 8 oder Knäbler. is8z. Hieronymns Gysin. is9l. Johannes Müller. i6Z2. Hans Jakob Ottendorf. !6gs. N. Samuel von Brun. 1684. N. Lonif^ciu« Burckhard. 1728. N. Paulus Euler. 1745. Herr N. Joh Heinrich Schönauer, vorhin Prediger zu Maria Kirch, im Waisen- hause zu Basel/ und den zu Lausen. Weil zu Riehen sich viele Einwohner aufhielten, die fremden Herrschaften annoch mit Leibeigenschaft zugetahn waren; als bemühte sich die Stadt Basel, auch dise, als ein Eigenthum zu erwerben: und solches iü folgendermaßen beschehen. Es hatte die Stadt Basel in der Grafschaft des Steins Merkwürdigkeiten. 76s Steins Rheinfelden verschiedene Rechte und eigener Leuten ohngefehr 470. Versöhnen, hingegen der Stein Rheinfelden oder das Haus Oesterreich zu Riehen und anderer Orten der Landschaft Basel ohngefehr 72. also daß dise sammt noch andern Rechten gegen einander ausgetauschet worden. Das Instrument ist mit dem Landvogt, Regenten und Naht des oberen Elsasses errichtet und Donnerstags den 27. Augftmonats des 1534. Jahrs besiglet worden. Mit dem Herrn Margrafen zu Baden und Hochberg ward den 12. Mertzen 1645. eine gleiche Tanschhandlung zum Stande gebracht, kraft deren die Margräffische Leibeigene welche zu Riehen und Bettingen seßhaft gewesen, gegen denen Bayerischen Leibeigenen welche in der Herrschaft Rötelen sich aufhielten, abgetauscht worden. Die abgeordnete, welche dise Handlung zu Stande gebracht, waren von Seite des Hochfürft- lichen Hauses, Herr Philip Adam Faber Fürstl. Raht und Ober-Amtmatt der Herrschaft Badenweiler, von Seite der Stadt Basel, Niclans Bischof, Joh. Jakob Huber und Melchior Gugger Overvogt zu Riehen, sämtlich geheimte Nähte. Die 766 Hrftoristhe Die Unterthanen des Gottshauses Seggingen zu Riehen, wurden den 26. Hornungs 154s. unter dein Bürgerrneistertunie Theodor Branden gegen Ienigen hingegeben, welche die Stadt zu Stetten und Hilteiingcn sitzen hatte. Und endlich auch den 12. May 1546. mit dem Gottshause St. Blasicn durch Herrn Bernhard Meyer Pannerherrn und Beat Soinmer des RahtS ein Vertrag vermittelt, kraft dessen sich di- seS Gottshaus aller Rechten an ihre eigene zu Riehen sich gesetzte Leute begeben hat, welcher Zwey Jahre hernach bestätiget, und hiemit alle Einwohner zu Riehen der Baölerischen Bvttmässigkeit unter- würffig gemacht worden. Von Merkwürdigkeiten. 767 7--WW Von dem Dünckhofe S hatte das nunmahl Fürstl. Kloster St. Blasien auch einen Dünckhofin disem Dorf- fe, dessen Gericht aber / da nur Drey darzu gehörige Haüser waren, sehr selten besessen worden. Es wird schon in dem Jahre 1548. anqemerckt, daß kein Dünckgerichte gehalten werde, dennoch hat die Stadt Basel hundert Jahr hernach, als in dem Jahre 1648. zugegeben, daß ein solches möge besässen, vordrist aber dessen Haltung der Obrigkeit zu Basel kund getahn werden. Auch so Frevel zu berechtigen vorkommen, so solle derAnmnan des Gottshau- fts 768 Historische ses dein Obervogt zu Riehen der neben Jhme sitzet, den Stock oder Stab übergeben, und Jhne darum richten lassen. Dise DinckhofS-Zinse, werden nunmahlen kraft eitles Berains eingezogen, welches letzhin in dem Jahre 1728. erneueret worden ist. Das Dorf Riehen, ist ein sehr grosser und wol- angebaucner Ort; seine angenemme Lage und die Fruchtbarkeit des Erdreichs, erfreuet seine Einwohner mit Wonne und Nutzen; die Felder, Raben und Wiesen erzeugen einen reichen Ueberfluß, und die Menge aller Gattung der schönsten Baumfrüchten , gleihet einer zweyten Erndte. Daher sind an disem Orte schon von altersher sehr viele Landgüter angelegt, und mit zierlichen Gebäuden versehen worden. In dein Dorfe sechsten, ist keine Strohhutte nicht; und die von Steine erbaute Haüscr, sind Zeichen des Wohlstands ihrer Einwohner. Die sogenanten Höft welches ansehnliche Wohnungen sind, die Bürgeren von Basel zugehören, haben alle laüffende Brünnen. Merkwürdigkeiten. 76- Besonders aber ist der Springbrunn merkwür- dig, den unser Hochverdienter Herr Bürgermeister Emanuel Falckner, in seinem Garten hat anlegen lassen, und welcher das ausspülende Wasser sehr hoch treibet. In dem Dorfe sechsten sind Zehen öffentliche lauf- fende Brünne. Bey der Wohnung des Herrn Obervogts befindet sich die obrigkeitliche Weintrotte. Das Pfarrhaus ist in dem Jahre 1729, und das Schulhaus in dem Jahre 1729. erbauet worden. Difes Dorf gräntzet gegen Morgen an Bettin- gen, das Horn und Creutzach, gegen Mittag an den Bann der mindern Stadt Basel, gegen Abend an ^ den Wiesen-Fluß, Wihl, Dillingen, und gegen ! Mitternacht an Stetten. ! Die Mahlmühle so vorauffert dem Dorfe ist, wird durch ein Kanal so aus dem Wiesen-Flusse geleitet ist, getrieben, und der Ort, alwo sie stehet in denen Instrumenten des Jahrs 1436. in Fröschen- sand genannt. Seine Waldungen sind, gegen Morgen am Fff Rein 7?o Historisch: Rein genant, das Horn, worvon schon in einem Instrumente vom 2. Christmonats 1262. Meldung ge- schthet, daß solches von dem Kloster Wettingen der Stadt Basel übergeben worden; die Worte sind folgende. Roverint univerli , guoll nos moMem 6vs Oollem, gui äicitur cla 2 Horn, viäelicet acumen tantummoäo nronris infra lolläta xrope Zerium in Lanno äe Kicken lituin, aä nos pertinentem, viriz 6i5creti8 L univerlitÄti Laiikenk concessunus: Über welchen Steinbruch nachwerts einigen Streit entstanden, da der Herr Margraf Rudolf solchen angesprochen, in einer freündlichen Richtung aber vom Jahre 1422. gutbefunden worden, daß die Stadt Basel darbey bleiben solle, nach Inhalt ihrer Brieffen. Es findet sich auch, daß in dem Jahre 1428. unter dem Bürgermeistertume Herrn Bmckhard ze Rhins des Ritters, die Stadt Basel eine Gibs Grube zu Crcntzach am Horn gehabt, die sie vorwählen von Elfen Schadlin erkauft hatte, welche sie einem Bürger von Basel mit dem Bedinge verglichen, daß er einem Basler im ersten Jahre eine Viertzel Gibs um 8 . Schilling, nachwerts aber nur um 7. Schilling dargeben und kaüfflichen überlassen solle. Merkwürdigkeiten. 771 In diser Waldung des Horns wachsen; Eichen, Flechten und Buchen; gleiches Holtz befindet sich auch in denen übrigen Waldungen, als dem Mittelberge gegen Chrischona, dem Eichen-Büchel, dem Heiden und andern. So bald das Dorf Riehen, unter die Bottmäs- figkeit der Stadt Basel gekommen, so sind aus verschiedenen Anlässen nachfolgende Erkantnüsse ergangen. Vorhin aber schon, als in dem Jahre 1496. den 24. Heümonats weil zu Riehen sehr unzüchtige Kirchweyhen gehalten worden, denen Bürgeren von Basel auf denen Zünften gebotten, nicht mehr auf solche dahin zu lausten. In dem Jahre isZ7. ward gutbefunden, daß die von Riehen die Bürger von Basel, so bey ihnen Güter haben, mit Steüren nicht belegen sollen. Den 9. Heümonats 1 548. ward disem Dorfe ein Gesätz gegeben, das Eherecht genannt, darin enthalten ist, wie es »lach Absterben, des einten oder andern Ehegemächts, die ohne besondere Bedingnüße oder Eheabredung sterben, solle gehalten werden. Wie auch eine Gerichts oder Gescheids-Ordnug so folgenden Inhalts sind. Fff 2 Des 772 Historische Des Dorfs Riehen Eherechte. HA Jr Theodor Brand Bürgermeister und der Raht der Stadt Basel, thun kund und beken- „ nen hiemit, das wir auf Ansuchen und bitliches „ Begehren unserer Unterthanen zu Riehen beson- „ derS such vil Spenn, Irrung und Rechtferti- „ gung, die sich volgender fachen halben bizherzwü- „ schenJnm vielfältig zugetragen, künftig zu fürkom- „ men, denselben unseren Unterthanen, volgende ,, Satzungen und Ordnungen in denen Jr Eherecht „ wie das nach Absterben des einen oder andern „ EhegemechtS die ohne besondere Geding und Ehe- beredung, allein nach Pruch uud Herkommen des Dorfs Riehen in den Stand der Ehe zusam- „ men kommen wereu, mit ir beder Gut gehal- „ ten, wie auch um gichtige Schuld fürderlich ge- „ richtet und mit anderen Dingen geübt werden „ solle, erlüteret, gegeben und zugestelt; wollenS „ ouch daß diser Satzungen hinefür stiff gelebt, de- „ nen Nachkommen und so oft es die nothurft er- „ hoüschet, mit recht nach inhalt deren geurtheilt „ und durch niemanden darwider erkant werden „ solle, by Vermidung unserer hoher Straf und „ Ungnad und lutent die Satzungen wie nachvolgt. „ Erstlich, diewil Mann und Wyb, die ligen- „ de Gütter so sy inn den Stand der Ehe zusam- „ men Merkwürdigkeiten. 77 Z men bringend, einanderen müssen helffen in E- ren han, Ereferen und erbuen, wan sich dann zutragen, daß der Mann vor seiner Eheftouen mit Tod abgan und die Schuld der Natur be- zalen und eheliche linder hinder ime verlassen wurde, daß alsdan und in solchem Fall zu vor- drift des abverstorbenen Ehemans ehlichen linder sie des Manns verlossene kleider wehr und Harnisch, deßglichen der Frouen ire kleider und kley- noten werden, dennoch sol die Frow, uß den übrigen beden theilen ligenden und varenden gut, ire Morgengab vergnügt und abgericht und da- nethin soll beder parthyen ligend und varend gut, in dry gliche teil geteilt werden, davon des abverstorbenen Manns ehelichen lindern, die zwey teil, und der Frowen der drit theil verfolgen, und soll in solicher Theilung die Frow under den glich gemachten dryen teilen, einen theil für iren dritel ze nemen, die Wal han; Gleicher gestalt sol es auch gehalten werden, wan die Frow vor dem Mann mit Tod abgeht und eeliche linder verlat, daß denselben lindern irer mutter kleider und Kleynot, darzu uß gemeinem Gut, der Mutter Morgengab und dan demMann seine kleiderWehr und Harnisch volgen und das übrig ligend und farrend gut, in drey glich teil zertheilt, darvon dem Mann die zwen und der Frowen linder der drittheil volgen, die ouch in dem zenemmen di? Fffz Wal 774 Historische ,, Wal haben sollen/ und glich wie die zwen und „ drittheil geerbt/ also sollend auch die schulden so die Ehegemecht verlassen/ abgerichtet, als namb- „ lich der Mann oder sine kind die zwen theil und „ die Frow oder ire kind den dritten theil der schul- den bezahlen. „ Ob sich auch gefüge, daß der kinderen, so den zwey oder drittheil erben, me dan eins wä- „ ren, und also ir ererbten zwey oder drittheil ver- ner mit einander vertheilen wollen, dan soll der » eltist die Heilung machen und der Jüngst ze nem- ,, men die wähl haben. „ Man aber ein ehegemecht vor dem anderen mit tod abget, also daß es kein kind noch kinds -- kind, hinder im verlassen wurde, den sol es mit „ des abgegangenen Ehegemechts nechsten erben und -- dem lebendigen ehegemecht aber geerbt, geteilt „ und schulden bezalt werden, wie obstat und sol- „ lend aber in solichem Fall, da kein kind vorhan- „ den, des abgestorbenen Ehegemechts kleider such in Theilung eingelegt und wie ander gut dem „ Mann oder sinen erben, die zwen theil, und der „ Frowen oder iren erben der drittheil verteilt „ werden und verfolgen. ,, Hieby wollend wir beden ehegemechten vorbe- „ halten Merkwürdigkeiten. 777 „ halten und vergont haben, ob sich gefüge, -aß » zwyEhegemecht zusammenkommen, und ein teil „ dem andern me ligender Gütrer dan der ander „ teil ime zubrechte und deßhalben von demselben „ Ein Zwy, Drü oder mer Stuck vorzubehalten » bedacht were; daß si sollichs vor beziehung der Ehe „ mit offener Eheberedung wol thun mögend, und „ wan das also geschiht, daß es dan by kreftcn be- „ stau und wider solliche Vorbehaltung nit geur- teilt noch gethan werden solle. 1548. Gerichts und Gescheides - Ordnung. Mu dem Andern, damit gut Gericht und Recht ^ gehalten, Ein yeder des sinen, so man Ime zu- . thun-, förderlich bekommen mege, So haben Wir geordnet, das ye zun Ziten Ein Amptman zu Riehen, Gewalt Habensolle gichtig Schuld . In Acht tagen abzerichten, zu gebieten by Fünf , Schillig. Und so der Schuldner ungehorsam were, die gichtige Schuld inn denn Acht Tagen Wie Im gebotten ward, nit Entrichten de- the, und das dem Amptman klagt; und ver- ner gegen dem Schuldner, mit Pfändung für- zufaren begert wurde, dann soll der Amptman dem Schuldner Pfand nemmen, die den driten theil besser syennd, dann die Schuld, unnd die Jff 4 »Acht 2 ) 776 Historische „ Acht tag unvertriben still ligen lan, und wann „ st) der Zit von, Schuldner nit gelöst, Alsdann „ soll der Amptmann nach Verschinung der Acht „ tagen, die Pfand verkouffen und verganten, „ da sollend dann dem Schuldner, sollichePfannd ,, nach in Acht tagen zelösen behallten sin, Löset » er die, Jn sollichen Acht tagen, mit sambtdem ,, Costen, sollend Im die geuolgen, wo nit, dann » sollend die Pfender verkoufft unnd verstanden sin, ,, ohne Widersprechen. » Und was Güter ligend oder farend, offent- „ lich vergaritet, und an der Gant koufft wer- „ den, da soll dem Koüffer, gebotten werden, by „ Fünff Pfunden, derrn Kouffschilling Inner Vier- „ zechen tagen zu erlegen; wer daran sumig, ver- » bessert Füllff Pfund und muß dennoch den » Kouff leisten. ,, Walln ouch ein Amptman, mit denn Recht- „ sprechern zu Riehen, zu Gericht sitzet, dann „ soll der Weybel des Gerichts warten, und das » Urtel gelt Jnziehen: Ob aber ein Weibel zun » Ziten den Stab füren müßte, dann soll Er Ei- „ neu Anderen, des Gerichts zu warten und das „ Urtel-Gelt Jnzuziechen, beuelchen, und wen er „ darzu verordnet, der soll Im, so lang er den Stab fürt, darin» gehorsiun sin. » Die Merkwürdigkeiten. 777 „ Die Winkouff sollend hinofur vor Gericht und „ Recht gefertiget, und vomHus und Hoff Acht ,, Schilling, von Einer gantzen Tschuppis Acht » Schilling, und von Einem Einzigen Stück, ,, groß oder clein, Sechtzechen Rappen genommen » werden. „ Die Marchlüt sollend yedes Jars hallten zwen » gemein Marchtag, wie von altem Harkommen, » doch im Brachfeld, und nit im Samen, Aber „ sonst wann yemands des Gescheids begert, und „ um ein March anrufst, und Fünff Schilling er- » legt, Alsdann so das Gelt litt, und nit c, soll „ die Marchtag ansetzen, und mit dem begeren- „ den gan und scheiden, „ Wan das Gescheid ein Urtel gibt, sollend die „ Parthien das Urtelgelt bar legen, wer das nit „ dethe, dem soll by Fünff Schilling gebottenwer- „ den, sin Urtell Gelt inn Acht tagen zelegen, „ Wer yemannds sürer sumig, dem soll die Straff » abgenommen werden. „ Es soll such niemannds by einem Schuh breit, „ inn alle weg, zu keinem Stein faren, by Peen „ Fünff Schilling der Marck zubezalen, und soll ,, aber uns der Oberkeit, hiemit unser Straff, Fff 5 » ob 778 Historische „ ob yemands einiche geforlich verwürckte, unbe- „ nomrnen sonder ftyg vorbehalten sin, „ Es soll onch Ein yeder inn Ackern lltld Re- „ ben, die Vorfelle recht fallen lan, by Peen » Fünff Schilling, Pfenning: „ Und das dem allen, wie vorstat gelebt, unnd „ nachkommen werde, haben Wir der Dingen zu „ Urkunt, und Warheit, vorgenanten Unsern „ Underthanen zu Riehen disen Brieff, mit unser „ Statt anhangendem Secret Innsigel, verwart, „ zrr hannden gegeben, Montag den Nündten tag „ .stiiv nach der Geburt Christi unsers lieben Her- » ren gczellt, Tusent, FünffHundert Viertzig und « Acht J'are. Nachwerts aber fvlgerldermassen abgeändert. „ vonllni issz. uf Sambstag den 4. Tag „ Febenrary handt nun gnedtg Herren bed Räht „ die Gerichts-Ordnung so Jr St. E. W. ver- „ gangenen i s48. jars uf den 9. Tag .sulv iren „ Underthaten zu Riechen, gegeben, für Ougen » genommen, und diewyl, wie eins jeden Testa- » rnent und letstcr will irr derselbigen verfertiget „ werden soll, mit begriffen und aber hierobLü- ,, ternng zeheben vonnötteu sin will, hebend nun glie- 2 ) Merkwürdigkeiten. 779 „ gnedig Herren, der Testament halben inen „ volgende Ordnung sich deren hinofür gemeS zu » halten müssen, gegeben; nemblich, Daß ein jede Manns oder Wybspersohn die „ weder Vatter, Mutter, Großvatter, nvch Groß- „ Mutter ouch nit eheliche kinder noch kinds kiuder „ hat, gut fug, macht und gwalt haben solle, ir „ Gut gesund oder siech, doch by guter Vernuft „ und zu rechter Tag Zyt ann Wercktagen, auch „ wo es nit beytt haben, an Fürtagen und so es „ ein Frowen Vildt zuvor wie recht bcvögtiget „ vor ordentlichem Gerichte und rechte, wie recht „ ze vermachen und ze vertestieren, den all and- „ ren errben, wie nach jvch die besründt sin möch- „ ten davon unverhinderet; ist also ertaubt und „ zerück uf disen Brief zuschryben bevolhenn, uf „ Jar und Tag obstat. Zu Anfange des 1600. Jahrs, ward diser Gemeinde bewilliget, das sogenante Unterholtz auSzu- reüten, welches anfangs zu einer Waide, den zu Ackerfelde gemacht worden. In dem Jahre 16Z9. hat die Obrigkeit von Basel an das erkaufte Wachthause etwas beygetragen, erst in dem 1694. Jahre aber, ward daß dißmah- lige erbauen. Zu errichtung des SchützenhausseS, wel- 78« Historische welches im Jahre issi. beschehen, ward eben, falls eine Summe Gelts von der Obrigkeit dar geschossen. In gleichem Jahre, ward die allzuvielen Bäume auf den Matten und Aeckern wegzuthun, gutbefunden. In dem Jahre 1697. aber, wider erlaubt auf den Zelgen anstat der abgehenden Obsbaüme andere zu setzen; indem Jahre 1700. den 24. Jen- ners hingegen erkannt, daß keine Kirschenbaüme ohne Obrigkeitliche Erlaubnüsse sollen gepflantzet werden. In dem 1661. Jahre, ward auch der Entschluß gefaßt, die Weyer gegen Basel wider in Ehre zu legen, daher ohngefehr 10. Jucharten nasses Feld darzu erkauft, und solche soden in guten Stande gesetzt worden sind. Von den adelichen Geschlechtern , welche eh- mahlen hier einige Güter gehabt, waren, über die schon vorhin gemeldte, noch verschiedene, darunter die Freüler zu Rosen. Über den Wiesenfluß ward im Jahre 1739. ein Steg verfertiget; und im Jahre 1741. ein zimliches Stück daran ligendes Gelände zu Matten gemacht. Durch Merkwürdigkeiten. 78 l Durch das Dorf stressen das Immen Büchlein und die Bechtelen / über welches letstere im Jahre 1748. eine kleine steinerne Brücke gcbauen worden; von dem Immen Büchlein wird das nöthige bey denen natürlichen Merckwürdigkeiten angebracht werden. Klein Historische MKW -MW Klein Riehen. Jses schöne Landguth ligt zum Theile annoch m dem Riehemer Banne, die hier bey- gehende Abschilderung weiset, stine Lage und Gestalt; der prächtigen Garte so mit vielen Zieraten angefüllet ist, ward von seinem nunmah- ligen Besitzer Herrn Samuel Burckhard des grossen Rahts und Rechenraht unserer Vaterstadt angelegt. Alle die denselben sehen, bewundern dessen Gestalt, da Natur und Kunst liebreich untereinander vermischet und alles vortreflich eingerichtet ist. Als vor einem Jahre die Strasse hierum verbessert war, hat man die Uoerbleibsel von einem Römischen Gemaüre so achter mag gestanden seyn, entdecket. Von Merkwürdigkeiten. 78Z Von den so sich in diser Gegend zugetragen haben. A in denen vorigen Zeiten die Strassen nicht so sicher bewandlet wurden, als nunzu- ^2) mahlen; besonders die Karlssmanns-Güter sehr öfters weggenommen worden; So liessen die Besitzer diser Gütern, durch die, welche aus Kay- serlicher Freyheit, oder aus eigener Macht, Ge- walts genug hatten, gegen empfang einer gewissen 784 Historische Summe Geldts solche begleiten, und sie von einen Orte zum andern führen: Dessen ohngeacht wurden dergleichen Güter sammt dem Geleite öfters angegriffen und hinweg- genommen; wie solches einem Theile Baßler-Güte- ren, welche von Lyon unter des Grafen von Ni- dau Geleite, hieher wollen geführt werden, in dem iZ7Z. Jahre begegnet ist; Welche von Grafen Hans von Thierstein, Hemman von Bechburg Herr zu Falckenstein, und andern auf offener Strasse mit Gewalt der Wafen weggeraubet worden, woraus nachwerts ein offener Krieg entstanden, und das Schloß Falckenstein eroberet worden ist. Die Stadt Basel war also bedacht, so wohl ihre eigene angehörige Leute und Güter, als auch fremde mit einem genügsamen Geleite zu beschirmen, und erwarbe sich darzu bekommende kayser- liche Freyheit. „ Wir Carl von Gottes Gnaden, Römischer „ Kayser, zu allen Ziten Mehrer des Reichs, und „ König zu Böhen; Bekhennen und thun kund „ öffentlichen mit disem Brieff, allen dehnen die „ Ihn sechen oder hören lesen, daß Wir durch „ gemeins Frieds und Gemachs Willen der » Strassen und der Landen unser und des Reichs, ,, den M erkwürdigkeiten. 785 „ den Burgermeisteren, den Nähten und den Bur- „ geren gemeinlich der Statt Basel, die nun sind „ oder in Ziten werdend, mit wohlbedachtem Mueth „ und rechtem Wüssen gönnen und erlaubt haben, „ gunnen und erlaubenJhneu mit kraft discs Briefs, „ von kayserlicher Macht, Vollkommenheit, biß „ an unser Mderruef, daß sie alle Gäste und durch- „ fahrende Lcüth von der Statt zu Basel und dar- „ zu, die Gelaite förderen und müeten, geleiten soU „ len und nwgen, biß an die Stetre, da sie sicher „ seyn mögen: lind gebieten darumb allen Für- ,, sten, Geistlichen und weltlichen, Grafen, Freyen „ Herren, Dienstleütheu, Rittern, Knechten, Vurg- „ graffen, Richtern, Gemeinschaften der Städten, „ Markt und Dörftren und allen andern unseren „ Anrbtleüthen, Unterthanen und Getreuen, die nun „ sind oder in Ziten werbend; daß sie alle, noch „ ihrer kheiuen die ehgenanten von Basel umb solch „ Geleiten und von des Geleits wegen, nicht mögen » bekümmeren, noch beschädigen sollen, in rheine „ weiß, sondern ihnen darzu beholffen seyn, wan » und wo dickhn sie deß bedörffcn, Als lieb ihne » sey unser schwäre Uuguad zu vermeyden: mit „ Ürkund dieses Briefs versiglet mit unserer Kayserl. » Maycstet Jugsigel; der geben ist zu Eltuil nach « Christs Geburt, Dreyzehcnhundert Jahre, dar- „ nach in dem zwy und Sibentzigsten Jahre, am „ nechsten Frytag vor St. Margrethen Tag, unse- Ggg rer 786 Historische „ rer Reichen in dem Sechs und zwantzigsten und « des Kaiserthumbs in dem achtzehenden Jahre. p. OXÜuem K. ^odannes 83x0s. Hiermit beschützten die Geleitsreüter oder auch das Geleite zu Fusse alle diejenigen Persohnen, welche zu beyden Seiten des Rheins von oder zu der Stadt fahrten. Da aber nicht alle Reisenden konten beschützet werden, so ward bald diser bald jener Bürger oder dessen Waare von dem Feinde weggenommen. Es ist bekant, wie Bischoff Johannes von Wien gegen die Stadt öfters feindlich sich erzeigte; er na- rne deren Angehörige auf offener Strasse weg, und legte sie gefangen in seine Schlösser; solche Feindseligkeiten vermöchten die Stadt Basel sich in verschiedene Bündnüsse einzulassen, worunter die Gesellschaft des Löwen war : worvon in dem Zweyten Stücke etwas Meldung beschießet; Die Verträge hierüber sind folgende. Ge- 8 Merkwürdigkeiten. 787 Gesellschaft des Löwen. Ir Grast Heinrich von NontoreHerr ze Tet- neng, Ulrich Grast ze Wütenberg, Formund „ von Ettindorf, Herr zu Hohenstls und Mar- „ tin Walter, Ritter, Hoptlüt der Geselschaft mit „ dem Lewen ze Schwaben, ze Lutringen, ze Elst » sazz, ze Francken rc. re. bekennen öffentlich mit „ disem Brief, für Uns und für die, die hernach „ zu Hoptlüthen der Gesellschaft mit dem Lewen „ erwelt werdent, als die erbarn wisen Lüt und » unser besonder gut ftünd, der Bürgermeister, „ der Rat und gemeinlich Rich und Arm, der „ Stat ze Basel in unser Gesellschaft mit dem Le- -- wen kommen sint, daß Wir und die Geselschaft „ gemeinlich mit dem Lewen in helffen sotten als „ Herrn, Rittern und Knechten und alz unser hopt- „ brief seit; und des ze Urkund so geben wir in « disem Brief beßglct mit unser Geselschaft anham ,> gendem Jnstgel; der geben ist ze Rihemvile an „ Donstag vor St. Johans Tag ze Sunwenden: „ do man zalt von Gottes Geburt izoc>. Jarund „ darnach irr dem Achtzigsten Jar. Das Sigil ist ein stehender Löwe auf rothem Wachs, mit der Umschrift Sig. Des Löwen Gesellschaft. Gggr „ Wir 788 Historische „ Wir Lütolt von Berenfels Ritter Burger- „ meister und der Rat ze Basel/ tunt kunt allen „ den, die Visen Brief ansehent oder hörent lesen, ,, daß Wir Uns für Uns und alle die unsren, Ri- „ che und Arme ze Basel verbunden und verpflicht „ habent: zu den Herren Ritter und Knechten, die „ da halterrt die Gesellschaft mit dem Löwen; doch „ so behaben wir in dem Bunde vor, den Stul „ von Rome, unsern Herrn den Römischen Kü- nig, das heilig Römisch Riche, die Herschaft „ von Oesterrich und den Herren Bischof von Ba- „ sel, darzu unser Stette Fryheit, Recht, und gut „ Gewonheit, als wir die har habent bracht, und „ als unser Briefe Wisent, es ist such ze wissende, „ daß wir zu der kleinen Summe, dienen und war- „ ten sullent, mit sechse Glefen; jedlich Glen be- « stand aus s. Pferden, wenn wir nach des Bun- , des sage darumb gemant werdent, aber zu ei- „ nem gemeinen Zöge und zu der grossen Su- ,, me sullent wir nit me gebunden sm ze dyenen- « de, denne mit zwenzig Glefen; lind mit der „ egenenten kleinen oder grosser Sume, sink wir „ also gebunden ze dyenende, so es zu schulden „ kumet, als Vorbescheiden ist, in den Bistumen „ zu Straßburg und Basel und ouch in der Her- „ schaft von Wirtenberg, so vern lind wite die „ drye Herschaften begriffen haben, und aussert- halb nit, wir tunt es denn gerne, doch sol Uns die Merkwürdigkeiten. 789 „ die egenante unser Gesellschaft gebunden sin ze „ helffende so verne urrd wite der Bunde derselben „ unser Gesellsaft mit dem Löwen/ begriffen hat, „ ohne alle gevehrde, wir sullent onch zu den ,> zweyn Capiteln, die unser Gesellschaft jerlichs » hat und haben sol, als die Bündnüsse wiset, ze „ jedem Capitel senden, Fünfzehen Gnldin: wür- „ dent wir ouch deheine Zuge der egenanten un- ser Gesellschaft lihen, den sol man uns one un- ,, ser Schaden widergeben; ob ouch der Herr -- Byschof von Basel und Wir in der Ver- „ büntniße Zit, Stösse und Mißhelle wider ein- „ ander wurdent habende, des wir nit getrouent, „ des sol sich die obgenante unser Gesellschaft nit „ annemmen, Sider doch der egenante Herr „ der Byschof und wir beidersit einander, in der „ verbüntnüssen ussen habent behebt; wir sullent „ und wellent ouch disen Bunde und alle andere „ Puncten und Artickeln die nüt in disem geaen- „ wertigen Brief, ußgenommen, und gelütert sind, „ stete und veste haben ungefarlich, als der Houpt- „ brief wiset, unser Gesellschaft mit dem Löwen „ bi den Eyden, die Wir herumb geschworen ha' „ bent, mit ufgehebten Handen, und gelerten Wor-> „ ten und binden ouch herzu unser Nachkommen, die „ Bürgermeister und Rate ze Basel also daß Uns die „ obgenanten unser Gesellschaft ouch beraten und be- » holffen sin, als der Houptbrief derselben linser Gggr „ Ge- 7§o Historische „ Gesellschaft wiset, one alle geverde, als wir „ euch vormals der obgenenten Herrschaft von „ Oesterreich und dem Herrn Bischof von Ba- ,, sel/ mit unsern eyden und Brieffen verbun- „ den und verpflichtet sint, da soll uns noch un- „ scr Statt/ die vorgeschriebeneVerbüntnüssenmit » dem Löwen daran nüt irrer, / noch letzen in khei- » ne weg / ungevorlich: und des ze Urkunde und „ sicherheit/ so ist dirre Brief mit unser Stelle von „ Basel Jnsigel beflglet. Datum viZiUa t'elti 8au- „ ctoium ketri L kauli apoltolorum anno Do- „ mini i ZZo. Ohngeacht nun aller diser Bündnisse/ der beständigen Kriegsverfassung/ worinnendie Stadtsich befand, und der öfftern Vortheilen / so sie erhalte»/ war sie dennoch fast täglich belaidiget. Die Herren Margrafen von Hochberg hatten einige Ansprache an etliche Juden/ so des Bürger- recktens zu Basel genossen / fiengen dieselbe und legten sie ins Gefängnisse/ woraus Streit und Feindschaft entstanden ist / welche durch nachfolgende Ver- komnüs gehaben worden. „ Wir Margraf Ott/ Margraf Hans/ und „ Margraf Hesse von Hochberg/ Gebrüder/ tund » kunt menglichen und verjehent öffentlich mit die- » sem Merkwürdigkeiten. 79 r ,> sem Brief, von der Stössen und Missehelung „ wegen, so zwüschent uns ein sit und den Für- „sichtigen Wisen, dem Bürgermeister, den Reten und Bürgeren gemeinlich der Stadt Ba- „ sel, ander Sit gewesen sint, darumb wir et- „ lich Juden ir Bürger gedungen und umb etwas „ Guts geschähet hatten, dazselb Gut si Uns mit „ gewüssen Bürgen und Briefen versichertent und „ ouch anderen iren Bürgeren ir gut ufgehebt und „ genommen haben, daz wir mit den egenanten „ von Basel, von denselben Stössen und Mißhel- „ lung wegen, lieplich und früntlich gericht und „ geschlicht sien, und sagent si, alle die iren und „ nachkommen, alle ir Helffer und Diener für uns „ alle, unser erben und nachkommen, die wir ouch „ harzu bindent, alle unser Diener und Helffer, „ aller vordrung und Ansprach so wir wider sie „ untz uf Visen hüttigen Tag, als dirre Brief ge- „ ben ist, gezehlt harrt und gehoberr möchten, in „ kheinen weg von der obgenanten Missehellung „ und Stössen wegen, lidig und quit gentzlich, „ mit dirre Geschrist urrd verzichent urrs aller „ der Briefen, so uns die egenanten Juden „ von derselben Sach und Gevengnusse wegerr ge- „ ben hant und macheut sie kraftlos und vernich- „ tent si mit disem gegenwertigen Brief, ob joch „ dehein semlich Brief hienach funden wurdent, „ Sunderlich wir Margraf Hans verjehent rins Ggg 4 »mit 792 Historische „ mit disem Brief, aller der Ansprach, Rechnung „ und Forderung so wir wider die egenauten Juden ,, haben möchten oder sotten, als st uns den Gi- „ gennagel von Wittenheim mit einem Brief in „ Bürgschaft wis, von der egcnanten stich und „ Gevengnusse wegen, versetzet hant, nach tut „ und strg dezselben Briefs, so den darüber geben „ ist, also daz wir hinnenthin an dieselben Juden, die von Basel noch die iren, uiememe deheill » Ansprach gewinnen noch haben sollent, und bin- » deiit ouch harzu alle unsere erben und nachkom- „ men, und daz zu Urknnd, so haben wir die vor- ^ genanten Margrafen unser eigen Jnsigel gehcugü „ an disen Brief, der geben ist, all dem uechsten Sun- „ nentage nach St. Jacobs Tag dez heiligen Zwölf „ Butten, in dem Jar, do man zalt, von Gots » Geburt, Tusent Dryhundert Achzig undFünfJar. Aus denen Geschichten ist betaut, wie nach der Schlacht zu St. Jakob der Krieg mit der Herrschaft Oesterreich und Dero anhangendem Adel, aufs eyfrigste betrieben worden. Herr Margraf Wilhelm von Hochberg Landgraf zu Sausenberg und Herr zu Rötelen, war dazumahl Oesterreichischer Landvogt im Elsaß; und kraft der offenen Schrifft; worinnen alle diejenige benamset stnd, welche des Delphins Völker in -ise Merkwürdigkeiten. 79; dise Lande gezogen; der erste angesetzt, welcher hierzu gerathen habe. Es geschahe also in dem Jahre 144s. mit Hülffe der Eydsgcnosscn von Bern und Sollothurn mit sOOv. Mann ein Streif ins Breißgan, auf welchem einige Dörffer obgemeldter Herrschaften beschädiget worden. Den 27. Tag Augstmonats, kamen die Oester- reichifche Partheyen biß an die kleine Stadt, trieben die dortige Viehheerde hinweg und zogen sich nach Riehen zurücke. Hertzog Albrecht käme hierauf selbst irr dise Gegend um die Stadt Rheinftlden zu bestrafen, welche Baßlerifche Hülfsvölcker aufgenommen hatte, stunde mit einiger seiner Neüterey den i z. Herbst- monats vor der mindern Stadt Basel, auf dem Rheinfelde gegen brentzach, und verbrandte dortiges Lvcyerhauß, Peter von Hegenheim einem edlen Bürger von Basel zuständig. Als auch nachwerts der Stein Rheinftlden mit Hülfe der Eydsgenossen eingenommen war, so liessen die Oesterreichische Partheyen zu verschiedenen mahlen, sich in diser Gegend sehen, und verbrand- ten in dem Jahre 1448. das Dorf Riehen. Ggg 5 Ohn- 794 Historische Ohngeackt der zu Beendigung dises landverderb- lichm Kriegs zu Coftanz gepflogener Richtung, überfiele dennoch in eben disem 1448. Jahre, Herr Willhelmvon Grünenberg die Stadt Rheinfelden, welche unter dem Schutze der Städte Bern, Basel und Sollothurn war, weßwegen die Basler in dem folgenden Jahre dem von Grünenberg das Schloß Bintzheim verbrandt, er hingegen das Dorf Riehen beraubt, worauf die Baßler Wih- len abgebrandt haben. Zu Anfange des 1602. Jahrs im Jenner, geschahe zu Riehen eine lächerliche Begebenheit; ein benachbarter vom Adel käme auf einem Schlitten, da es Schnee war, in das Dorf, die Pferde waren mit Kühe-Schellen behenckt, und der Schweinhirt, welcher auch darauf fasse, blaßte auf: der- gestalten daß die Riehemer fleh sehr belaidiget fanden, und diser Handel hochobrigkeitlich mußte vertragen werden. In der Abhandlung von Kleinhüningen, wird der Schwedischen Wafen gedacht, welche von dem Jahre 16Z2. biß isz8, in diser Gegend viele Verwüstung angerichtet haben. Die kaiserliche Partheyen, tahten auch das ihrige, und als den i. Weinmonats 1634. des Oberst Mer- Merkwürdigkeiten. 79 > Merci Compagnie zu Pferde samt etlichem Fußvolck auf der Riehemcr Strafe etliche Bauren erschossen / deren Pferde außgespannt, nnd auch etliche Bürger weggenommen; so ward der Baslerifche Major Gräser mit etlichen Hundert Mann und ohn- gefehr Fünfzig Reütern, solche zu verfolgen hinaus gesandt/ welcher den kühnen Anschlag gefasset/ seine Feinde / welche sich naher Rheinfelden begeben mitten in diser Stadt wegzunemmen, deßwegen an folgendem Morgen bey Oessmmg der Thoren der Stadt Rheinfelden sich derselben bemächtige:, des Obersten ÄleiLi Capital« Lieutenant samt andern Officiern gefangen genommen/ viele der Feinden erlegt oder in Rhein gespregt / die gefangenen Basier , erlediget / gute Beute gemacht / und also seine Freunde und Feinde sigprangend mit Trompetenschale in die Stadt eingeführt. Mitler diser Zeit/ ward zu Riehen immer gute Wacht gehalten, und derselben einige Officier und Mannschaft zugesant, nichts desto minder ist von denen kriegerischen Partheyen absonderlich den Schweden, zu Riehen, Bettingen und St. Chri- schona eines und das andere öfters weggeraubt wordru. Im Brachmonat des Jahrs 164z. lag der Frantzö- sisch-WemmarischeGmeralFeldmarschal äe mit 796 Historische mit feiner Armee nahe bey Riehen. Er nam nach- werts seinen Marsch nach Rothweil. In den Jahre 1674. ward die freye Grafschaft Burgund von Franckreich überfalle«/ der Mar- schal äe lurerme , kommt in unserer Gegend des folgenden Jahrs an. Im Jahre 1675. den i z. Mertzen/ wird Cren- tzach von den Frantzosen;nm Teile abgebrant / Riehen aber zu nahe getretten. Im Jahre 1677. wurden die wegen den kriegszei- ten naher Riehen gestelte ioo. Mann Soldaten wieder zurücke in die Stadt beruffen. Im Jahre 1688. hat Franckreich zum Behufe des Steinbruchs am Horn, von welchen Steinen die Festung Hüningen meistenteils gebauen worden , auch eine Schanze bey Crentzach anlegen lassen, welche aber noch in gleichem Jahre ,als sich die Eyds- genossen sehr darwider gesetzet / abgerissen worden. Im Brachmonat des 1697. Jahrs geschahe in dem Rebbergdes Schlipfs/ einGerütsch, da ir.Juchar- ten Lands ihren Platz verlasse»/ teils gesuncken/ teils übereinander gefallen sind / die Ursach ward von O- brigkeits wegen untersucht/ und befunden, daß solches Merkwürdigkeiten. 797 von den Wasserquellen welcher, ihr rechter Ablauf nicht gegeben worden, beschehen seye. Übrigens ist bekant, daß so oft die Frantzösische Kriegs - Völker anf dise Seite des Rheins gekommen , und die Kaiserliche Truppen sich diser Gegend genähert haben, dises auf denen Gräntzen lj- gende Dorf vielen Anstössen unterworffen ist, daher Meilen mit einem Officier aus der Stadt, versehen und vor allen Anfällen bewahret wird. Von 798 Natürliche M Natürliche von den Uraütem. Es spielen Luft und Laub; es spielen Wind und Bäche; Dort duften Blum und Gras; hier grünen Berg und Fläche: H. ^Je Gegend um Riehen ist in Ansehung «.H S der schönen und guten Wiesen, Felder, Reben, bergichten Waldung gegen Crentzach, nicht nur eine der angenehmsten, sondern auch eine der ftuchtbarsteu, so Merkwürdigkeiten. 799 so wol wegen allerhand Feld-und Garten-Früchte / niedlichen Obs , und trefflichen Weinwachs , als auch wegen vieler Kräuter; Weil aber eine beträchtliche Anzahl derselben schon in vorhergehenden Stücken vorgekommen, so haben wir desto weniger diser Gegend eygen aufzuzeichnen gefunden, wie aus folgendem nun zu sehen ist: 1. Sigmarswurzel, Fellriß mit rosenroten Blumen. ü,lLea vu1§äris m^or, Üoie ex ru- bro-roleo. L. L. k. Z i6. 'I. 97. ImHeÜ- monat an der Stasse nach Riehen. Sie hat, wie man sagt, einerley Würkung mit der Pappel. 2. No. 5. im sten Stücke ist viel zu sehen bey den Hecken nach Riehen. z. Ochsenzunge mit rauhen Blättern. Lu§lo5 lum svlvelire, minus alterum L aspsrius. e. L. ?. 2s 6 . An den Feldern und Gebüschen der Strasse auf Riehen, im Aprillen und Mayen. 4. No. 20. Von kleinen Hüningen, an der Strasse und Hecken nach Riehen. 5. No. Zo. jn gleichem Stücke, um Riehen. 6. Ei- 820 Natürliche 6 . Eine Art Cypergraß. Ordnen c^peroiäes, spi- ci8 minoridus nrinus^ue compuÄis. L. 8. 8. 6. 8r. 2Z. 8. 2. 497. Nicht weit von Riehen bey den Hecken im Brachmonat. 7. !§o. 21. 2ten Stückes/ an den Hecken bey Riehen : raäice wuchs Aeniculutu odlervutur. 8. -Gelbe Wasser Gilge. Iris xuluilris Imeu. 1 . z6o. ^.eorus uäulterinus. L. 8. ?. Z4. Im Brachmonat gegen Riehen im Wasser. Die Würzen, und das Lxtr. purgieren sehr stark. §. No.9. Von St. Jakob/ Habe auch gegen Riehen gesehen. ra. Ü.O. 1746. Nens. sunio eum kortuluno Dom. Kinäer viäimus OriZunum vulAur. IpoMun. I. 8. Z. 2Z6. ioliis ex uureo-uIbo-L vrriüi eleZunt. vurieZutüs, in monte Lren^ueko versus Kieken. n. l>lo. 9s. im 6 ten Stücke bey Riehen. i2. Blauer Weiderich mit breiten Hysopblättern. Lulicuriu Dylsopitolio lutiore. I'. 2s z. IH'l- lopiloliu mchor, lutiorid. loliis. L. 8. ?. 2l8. In den feuchten Gräben der Wiesen an dem Wege nach Riehen. IZ. 5eir- Merkwürdigkeiten. 8vr l z. 8cirpu8 paluttrig, -i1titsinrn8.1. s28. ^snncus niLximus, live 8eirpn8 m^or. L. L. ?. 12. In den Pfitzen bey Riehen. 14. Emmern, Emmernkorn. ^enAm^lXLvel^eo- x^ruin LUN^IXUIN. L. L. k. 2Z. Bey Riehen, 1s. kun§u8 eieulentu8, pileo superne e criteo xlunrdeo, velnti tguamoto, liuneilis ti- inul Luin breviori L linbitiori pcöioulo al- bis. Alioii.2s s.il. 8t. n. 41. Herr Pros. Stähelin zwischen Riehen und Crenzach, wie auch 16. 8ui11u5 ininiLM8, interne octiro1eucu8. n. 1. c. und 17. 8u111u8 3ibiäu8, interne violaceu8. II. 8t. ii. z I. 18. Kleiner Erdrauch mit ungehölten Zwiebeln. kutnaris ractiee non LLVU minor. L. L. l?. 144. 1 .422. Blühet im Gebüsche bey Nie« hen im Aprillen. 19. Luplitlialrnuin Itungceti minor-8 to1Ü8. L. ö. ?. IZ4.1 49s. Lttüte bey Riehen. 20. Kleiner Sumpftvegrich. klLntLPneilA pzin- tlris. 0. L. k. 190. H. Aletir. 112. Herr Pros. Stähelin irgendwo bey Nie- Hhh 822 Natürliche hett. In Nen^elii kuZill. rar. pl. 1. 7. ist eine Figur davon, noch eine bessere aber in R.UPÜ klor. ^enens. eäit. ult. 21. I§0. 8Z. des sten Stückes: im kleinen Graben bey klein Riehen. 22. Zittergraß: 6ramen treinulum majv8. 0 . ö. k. 2. an gleichem Orte. 2z. Eine Art des Werdenbaums. No. 82. Von St. Jakob. Lalix tolio am/Zäalino utrinaue vi- rente, aurito. L. L. k. 47z. 1. 591. Bey dem Stege über den Wiesenfluß. 24. Eine Art Eypergraß: Oramen c^peroiäea, iniliaceum. 0 . L. ?. 6 . Ilt. 92. Hin Mrd wider bey den Büchlein und wässerichten Wiesen, im Brachmonat. 2 s. Wasser Aeppich mit ablängen Blättern: 8iuni live l^pium palniire . tolüs obIon§i 8 . L. L. k. 154.1. Z28. In den Wassern, beydem Wege nach Jnzlingen haüffig. 26. No. 82. im 6 terr Stücke, ist auch in den Weyern bey klein Riehen zu sehen. 27. No. rar Gleichen Stückes wird auch bey Riehen gefunden. 28 . Merkwürdigkeiten. 8oz 28. No. 94. In eben dem Stücke/ wächset auch bey dem Stege über den Wiesenfluß gegen Weyl. 29. kotamogeton ko1Ü8, lp1en6entibu8. L. L. ?. I9Z. 1 . 2ZZ. In den Weyern und Wassern bey Riehen, wie auch ZO, kotLMOget. ko1ii8 crispl 81 s. läckuLÄ ranarum. Lj. 1. L. 1. 1. c' z i. ?otamoget. Minimum, capilkceo kolio. L. ö. ?. 19z. ?r. iOi.. Im Büchlein bey der Mühle am Fahrwege nach Weyl, Herr O. I. Rudolf Stähelin. Z2. I 4 o. 129. im Stücke von kleinen Hüttingen. Auf der Seiten Riehen an der Wiesel:. zz. Wilder Kohl mit Wegwisen-Blättern bey der Wurzel. ^0. 91. im >ten Stücke. LrMcL li1ve1tri8 ko1Ü8 circri raäiLem LicliorAceis. L. L.?. 112. Bey Wenken eben derselbe. 34 . Ackerpeterlein mit kleinen Blumen und Früchten. dlo. i z. ersten Stückes: Bey Riehen. zs. Eine Art wilder Knoblauch. Mium monta- num bicorne, latikolium, üore clilute pur. Hhh 2 pu- -roq. Natürliche xuralcente. L. L. k. 74. d^o. r. 6ten Stl. ckes. In den Riehemer Reben. ^un. L^sA 36. Wicke mit besondern glatten Hilfen. Vicia le- §etum, 5m§u1aribu8 Mc^uis Z1abri8. L. L. k. I'. Z97. In den Fruchtfeldern, allwo auch I-en8 vulMri8 L. 8. k. und I- 7 cli- N 18 legetum rubra, toIÜL kerloliatL. L. L. r. zu sehen. z?. Unten an dem Wiesenfluß bey Riehen findet man auch ein und ander Kraut, so in vorhergehendem Stücke schon an disem Fluß gegen kleinen Hüningen, oder auch in dem Stücke von St. Jakob vorgekommen: Als 8.3- mmcu1u8 palullris, lerratU8. L. L. k. I^atliy- ru8 major , ülv. L. L. k. I^llmacliia lutea major. L. L. ?. MUelolium aguaticum, pennatum, spioatum. L. L. k. 6rsmen ^un- ceum, tolio articulato, sguaticum. L. L. ?. und dergleichen mehr. Aus dem Reiche der Thiere in Ansehung der Jagt finden wir allhier nichts ausnemmendes vor andern vorhin beschriebenen Gegenden. Ehe wir also zu den Versteinerungen kommen, müssen wir nur noch mit kurzem des Jmmenbächlein Wassers Eygenscbaft, und Tugend gedenken. Difes Quellwässerlein steüßt in dem Dorf aus einem offenen Kä- Merkwürdigkeiten. 805 nel in die Straße. Es hat am Geruch und Geschmacke von anderm Brunnwaffer wenig sonder- bahres. 1. z. Maaß ior Unzen dises Wassers haben nach gelinder Abrauchung 24. Gran eines pulve- ri8 lriabili8, grilei, alkalini zurückgelassen, davon man auf der Zunge etwas salzichtes verspühret. 2. Einige Tropfen Olei Vitriol. auf ein wenig dises Pulvers getreüffelt, erwecken eine starke eKer- velcen^. z. Etwas weniges von disem Pulver mit 2. Unzen gleichen Wassers in einem steinernen Mörser kalt ausgelauget, xlültrieret, und mit etwas Violensyrup vermischet, machet die Mixtur grün. 4. Das Wasser aber ohne zugemischtes Pulver wird mit dem bemeldten Syrup nur schwach grünlich. s. Einige Tropfen 8o1utioni8 Vitriol. Alart. cum 3 qu.äclM. parat, mit kalt ausgelaugtem Wasser nach No. z.gemischet, machet die Mixtur ins gelbe fallen. 6. Ein gleiches tuht auch die 8o1uüo Nercur. kublimat. cuin ac^u. äeltill. parat. 7 . Hingegen bringen einige Tropfen 8piritu8 8a- ^8 aminoniLL. urin 08 . mit angeregtem Wasser ver- nenget keine Veränderung. Hhh z 8 . 8o6 Natürliche 8. Olewn 8u1pkuri8 p. L3MP3N. zeiget ebenfalls niö)ts als eine imm-e Mischung. 9 . Hingegen erreget etwas 01ei Vitriol, mit dem gelaugten Wasser eine schwache eKervelcenrr. I O. Etliche Tropfen 8olutioni8 8kLcbkr. 8aturn. unter 2. Unzen des Immenbächlein Wassers, machen die Mixtur sehr milchicht. n. Der in unser Wasser getreüffelte 8piritus 83Ü8, wie auch der 8piritu8 Mri verschaffet keine Veränderung. Wir Messen aus disem zwar wenigen aber doch einiges Licht gebenden Versuchen, daß in dem Im- menbächlcin-Waffer ein iUcklisch und 8klinisch x>rin- oipiuin mit einer leichten Erden gemischet, enthalten sey, kraft dessen diß Wasser äusserlich und innerlich gebrauchet, erweiche», auflösen, reinigen, und heilen, folglich in allerhand Krankheiten sonderlich einigen, die eine sauere Scharffe zum Grund haben, wol dienen kan. Wollte jemand mehr Lxperimentk damit machen, von desselben Gebrauch und Wirkung Oblervktionen sammelt! und aufzeichnen, auch diß Wasser andern Mnerkl-Bad- wassern in unserer Nachbarschaft entgegenhalten, so würd derselbe ohne Zweifel auch eiue vollstän- digereBeschreibung davon an den Tag geben können. Von Merkwürdigkeiten. 827 VSW», WKH Von den Werstmrenmgm. Des Meeres innrer Zustand ist zwar unsern Augen unent- decket; Mein, wir können, wenn wir wollen , aus manhcrlen Erfahrung sehen, Wie es in seinen tiefen Gründen doch ohngcfahr wohl müsse stehen, Und wie die hohle Schoos der See voll ungcmcincr Wunder stecket. Brocks. findet fich selten eine Gegend wo nicht etwas von Versteinerungen anzutreffen, deren Ursprung aus der See herzuleiten ist; der Bezirk, so dem Banne des Dorfs Riehen einverleibet "ist, lüfert unter anderm auf Hhh 4 dort!- 828 Natürliche dortigem Rebberge der Schlipf genannt auch versteinerte Erdschnecken, welche in einem Kalksteine ligen, der leicht zerfällt; wir haben für ohnnötig erachtet solche auf unserm Kupferabdrucke vorzustellen, weil es eben die Gattungen sind so in einem harten Feuersteine bey Bielbenken gefunden werden, und die Kupferplatte unsers Vierten Stückes unter dem Buchstaben §. abgeschildert zeiget; bey denen Gränzscheidungen von Riehen, so ein nahe dabey stehendes Kreuz bemerket, trifft man viele durch - und übcrcinanderligende kleine und grössere Stücke von LmroLkis an, welche in nächst folgender Abhandlung vorkommen werden; wie denn der Sibende und Achte Kupferabdruck von einander abhängen; nach Anleitung der Beschreibung stellet dises Sibende Stücke vor. ü, IVIacli epors lunAi form», cujus iuperbciez K. omni8 extremitW LÜeriscis vel lte11i8 conca- vi8 sölnoüuin iormoii8 elk ornstL, co1ori8 aldiZj. Eine schwammförmichte Nüürepora oder ein zu Steine gewordener gestirnter Schwamm, dessen Oberfläche im Umkreise mit vielen vertiefften Sternlcin Sezieret ist, dein Fusse zn, zeigen sich alle Spuren einer Schwammart, ist weiß an Farbe, dergleichen gleichsam ohnversehrte Stücke finden sich selten, doch können wir diser Gattuug mehrere Merkwürdigkeiten. 809 rere ausweisen; unter andern eine fast kugel- förniicht, rings herum mit Sternen besetzte Korallenart, deren Durchschnitt hat Sechs Französische Zolle, und vom Fusse au zeh- let man biß oben aus senkelrecht eben so viel. L. MUepora l'roclimn reterens ejusciem Lo1ori8, tte1Ü8 Loncavi8 ininub 6iiiinÄi8, in cuju8 d>L- L üriX e centro aä extreinitatem per chver- ss>8 liinc inäe inüciente8 Liieri 8 L 08 excurrunt. Ein Mllepora so Dopfförmig ist, auf disem versteinten Korallenschwamiue sind die vertieft ten Sternlein nicht so deutlich als in obig beschriebenem, doch zeigen sich auf der untern Fläche so die Kupferplatte aufwerts vorstellet aus dem Mittelpunkt durch Sternen gegen dem Rande zu, auslaufende Striemen als merkliche Kennzeichen eines Schwammes, ist an Farbe weiß. 0. Nsärepora rslnoia LlbiöillimL, Üe11i8 concL- vis minoribu8, intu8 LriüMlLtir, rami8 in»- miHarum inllar 6bi invicem ssinciis. Dise vervielfältigte Naärepora bestehet aus rund förmichten mit Sternen besetzt und vereinten Erhöhungen ungleicher Grösse, die Sternen sind gleich obigen in etwas verliesst, an dem untern Teile so wir ohne Bedencken für Hhh s den 812 Natürliche den Anwachs halten, aüssern sich auch Merkmale eines Korallenschwammes. O. Alacirepora luperllcie llra plms alleriscig concL- vis L vernilLuIo orirkta, cllbiäi Loloris, s cujug peäiLulo cju-rü ru»T par^UelX aä fuperÜLiem exLurrunt, llriis minutillimi8 lublecLNtibug. Alls der Oberfläche diser versteinten Naärepo- ra so auch unter die Korallenschwamme zu zehlen, erscheinen die vertieften Sterne deüt- licher und grösser, von dem Fuße an biß oben aus lauffen quer über, runzlicht oder wellenförmige dicht übereinander ligende Striemen dem Umfange zu, mit der Birnenförmichten Ausdehnung des Steinschwammes in einer Rundung, welche von dem Fuße an biß oben aus mit zarten Striemen durchschnidten werden ; difes Stück, welches mit gutem Fuge unter die raren Versteinerungen zu zehlen, ist wol zweymahl grösser als die Vorstellung. Der Raum unserer Kupferplatte gestattet nicht mehrere an Gestalt in etwas abwechselnde Stücke vor Augen zu legen, wie wir denn deren mit merklich grösser« Sternen besitzen. L. AlaärcporL, albiäa, luperllcie plana, llrüs un- äu1ati8 lubüIWmi8 formale notcMi. Eine weißliche Märepom aus der Birß, welche durch Merkwürdigkeiten. 8 l i durch die Wälzung des Wassers, die sonst habende Schärfe der wellenförmichten Striemen verlohren, wir können aber noch andere weit grössere Stücke ausweisen, so solche noch haben, dises ist eine Art von Korallenschwäm- men, so in der See schon gleich andern Korallen die Steinhärte an sich hat; der berühmte und gelehrte Herr Oualtiero, ülellicu8 in Florenz, stellet eine in Kupfer vor, und benamset solche in seinem InäiLe tellaruln §5 LOncl^'liorum gUX Lälervrmtur in muwo Kicollü (iu-ütieii klorentinss 1742. ülX3n6rite8 coiiis IcM8 linuoli8 L WlLÄti8 unter Z6. und noch eine andere die er betittelt ülXMchite8 colri8 tenuilillimi8, -rcuti8, M3FI8 un6oÜ8, Mta§on-lLncrwi vell-üü Igpiäeiin me- äio itellam reterens. Es wird dift Versteinerung für den Fuß oder die Wurzel einer grossem Meerlilien gehalten, ist Fünfeckicht und spatartiger Materie, in der Mitte auf einer' erhabenen Rundung sitzet ein artiges Röslein oder Sternlein, an Gestalt wie solche auf denen Lntroclü 8 befindlich, und folgende Kuyftrplatte vorstellet, ward im Birß- flusse gefunden. Noch haben wir zum Beschluße bey Rieben zu bemerken das daherum hin und wider fette Bolus oder Seiffenartige Erde anzutreffen, die entweder ganz roht oder auch mit weißer untermänget ist, im Avrillmonat des 1628. Iabrs trug es sich zu, daß einem Ackersmann als er auf dem Felde gegen Basel gepflüget, seine Pflugschare ihme ein Stück der- alei- r;8 Natürliche Merkwürdigkeiten. gleichen fetter Erde vor die Augen wehte, welches er für ein natürliches Stück Fleisch ansähe, wie es den einem solchen, nach der noch vorhandenen Ab- schilderung zimlich ähnlich ist, zweifelsohne hat er solches zu reinigen auch gewaschen, weil er es statt Fleisch würklich kochte, allein sein vermeintes Stück Fleisch wurde wieder zur Erde woraus es bestanden; wer aber dise Erdarten kennet, wird zugestehen, daß die auf dem Wasser schwimmende fette Haut den guten Mann vor Auslehrung des Topfes in seinem Glauben ans Fleisch in etwas wird gestärket haben. z An. ?>,,'^">.>'ÜV'^ WM '-.<- ?« ^4EW-d^ -D>MK^»L2M -SÄL^S MA- -MLZL /^6/rrc/r, ^. 'M" >'»' ^ ^.7 - " :- D'- ^ / K,^... M k-^T-.^r_ 7^' 77 -t' /M..,.. ' -7 '' ^ '^7 'W ^ EW, .ML. E' ^8 M §>^ . ' "7, ^ '7->7 ^ '77" 7/7^7 -"'"^7F<777 ^ ^'77;^ , - ,, „ t ^ - MMMT '-/- '-»"8 ^ - < ^ -L >E^WW» '' r.'! ^ ..^7 ,, ^ ^7- - ' _ ->. ^ ^ ^ ' . 7 ^ 777 '?^?^-' 4 ,« 7 ' 4 ? >5 MM MW MM KW -.»v ^KK - ^ - 'M A.' NAWE-^^- ^7^. -EHMK WÄW^ >>»< GWMMM MNMW ////// > /////> EM ML Ä iikZ'.- 'W_M..WrKO:'« i«u.!iu? MZM'W DU»» EZ'-'W MttiA M 'GOMä L '.^Wr.^-^ MMMM MKWKM^ UMMD c7m A-/ UM WW^ 8M« ;!!!^^ SÄLs 'VW '^. -Mi^ MMM U.K::MEW sKM^MrL ^ M'<-< MDM» WNS «^» 16 -MWS WKßEA^ L'LV'r WW 'fÄ.M WWLT 'E«ikl »e,v^ «/ .. > K o'ö/' i//?/>s/'S/?8/' 6sss/ Leologiscn-pgläontologisckie ^nstslt cts/ ^üiversität Lsset. Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher Jeder Vogel auf dem Baume, zwitschert dir im Hüpfen zu-. Bauer! Höre was ich singe: wer ist so beglückt als du? walther. VNI. Stück BASEL, Bey Emanuel Thmneysen, 175z. 8rr Historische Merkwürdigkeiten von Weticken. , N Ansehung der Lage des Dorfs Riehen, ligt das Dorf Be- tickeri eine halbe Stunde von solchem gegen Morgen, an dem Berge bey St. Chrischona. Kkk « Um irr Historische Unser vaterländischer Geschichtschreiber ruht keine Meldung/ wie solches an die Stadt Basel gekommen ist/ daher eine sehr genaue Untersuchung deßwegen hat müssen vorgenommen werden; Die Urkunden zeigen / daß die edeln Turcksässen von Wolhusen dises Dorf von den ältesten Zeiten her/besessen haben; Die Stadt Basel/ welche vielleicht schon einige Hoffnung hatte / das Dorf Riehen mit der Zeit an sich zu bringen / fand in dem Jahre isiz. die Gelegenheit das Dorf Beticken zu kauffen/ und dardurch ihre Gränzen auf der Germanischen Sekte des Rheins zu erweitern. Der Kaufbrief verdienet vollkommen hier ein- gerükt zu werden/ und ist folgenden Inhalts; „ Wir nachgenanten Cristoffel und Hans die „ Truckseffen von Wolhusen Gebrüdere bekennen „ und thunt kund allermencklichen mit disem Brief „ das wir umb mehrers unsers Nutzes und anli- „ gender Notdurft willen grössern unsern Scha- „ den damit zefürkommen/ mit rechter Müssen „ und guter zitlicher Vorbetrachtung eines Stäten „ Besten/ und .in allen Gerichten und Rechten/ „ geistlichen oder weltlichen- bestentlichen, ewigen « und Merkwürdigkeiten zrz ,, und immerwärenden Kouffs, uffrecht und red- „ lich verkouft und ze kouffen geben haben, Ge- „ ben ouch wüssentlich und wolbedächtlich für Uns „ und unsere Erben, gemeinlich und unverschei- ,, denlich ze kouffen, den Edlen, Strengen, From- „ men, Besten, Fürsichtigen, Wysen, Burgermei- « ster, und Rhat der Stadt Basel, unsern gnedigen ,, lieben Herren die ouch zu Handen gemeiner irStatt „ Basel und allen iren Nachkommen voll Uns ,, recht und redlich koufft haben, das Dorff Beti- „ cken, ensit Rhins oberhalb Crenzach und un- „ den an St. Chrischonaberg im Costantzer Bt- » stumb gelegen, mit allen und jeden sinen Nu- „ tzen und Herrlichkeiten, Holtz, Wald, Wunn, „ Weyd, Wasser, Wasserunsen, Reben, Ackern, „ Matten, Zinsen, Zehenden, Renten, Gülten, „ Stürm , Tagwan, Frondiensten, Ungelten, „ Bussen, Frevele«, hochen und mdern Gerich- „ ten und Herlichkeiten mit sampt den eigenen Lü- „ ten und Hindersässen daselbs hin gehörende, auch „ den Schulden, so Uns die armen Lsst schuldig „ pttben, wie die darrürent find; die Ansprach, „ deß Todschlags so neülich alda beschechen, und „ Uns als der Oberkeit noch nit gebessert ist, und „ mit Rammen alles das so inn und zu dem ge- „ nanten Dorff Beticken gehört, und gehören mag, „ nützit vorbehalten, noch ußbedingt, wie dan al- „ les durch den edlen besten Hans Heinrichen Truck- Kkk z sessen 824 Historische „ festen von Wolhustn unsern lieben J,tnkher und » Vatter seligen/ seine Vorderen und uns har- » bracht, gnutzt und gnossen: ist alles biß an die „ Hochherlichkeit unser frig ledig, eigen, niemanz » ziußhaft, verpflicht, beladen noch verbunden, re- » den lind sagen Wir by unsern guten Trüwen „ an geschwornen Eyden statt: Aber die Hochher- „ lichkeit ist Lehen von unserm gnedigen Herr»; » dem Bisthoff und dern würdigen Stift zu Ba- „ sel, alda wir unsern getreüwen möglichen Vliß „ damit inen dieselb Hoche Herlichkeit gcli- „ chen werde, fürkeren, wollen ouch solich Li- „ chung durch uns selbs oder andere Mittel Per- „ sonen nit verhindern noch Jemanz zeverhin- „ dern gestatten, nach unserm besten Vermögen; „ und ist diserKouff zugangen und beschehen „ umb die bestimbte Sume re., guter Rinischer „ genger und geber an Gold und wol schwär an „ Gewichte, die uns die genanten unser gnedig „ lieb Herren, also bar ußgericht und bezalt, ha- „ ben ouch die in unsern Nutz und frommen, „ bcwennt und bekent, und damit merklichen un- „ fern Schaden fürkommen, daß wir uns offent- „ lich erkennen, und die genanten unsere Herren „ die Kouffere, ir gemein Statt und all ir Nach- „ kommen, in eraft diß Briefs quitt ledig und loß „ sagen: Ufdas so gereden geloben und versprechen « wir die obgenanten Verkouffer für Uns und unsere » Er- Merkwürdigkeiten. 82s „ Erben gemeinlich und unverscheidenlich by dm „ vorgenanten unsern giltenTrüwen an geschwore- „ ner Eyden statt, diß Kouffs und Verkouffs des ob- „ genanten Dorffs Beticken mit aller finer Recht- „ samme und Zugekörd davorbestimpt besonder das „ solichs alles biß an die Hochherlichkeit ledig und „ eigen und nit Lehen, und mit sampt der Hoch- „ herlichkeit niemanz beladen, zinßhaft, verpflicht „ noch verbunden fie, den obgenanten unsern Her- „ ren den Kouffern, ir gemeinen Statt und al- „ len iren Nachkommen, gut nützlich und redlich „ Wärschaft zu thunt, an allen Stätten und En- ^ den, vor allen Lüten, Richtern und Gerichten, „ geistlichen und weltlichen, wo wan uns so dick „ sy daß notdürfftig sin, und wan wir darumb „ von inen ervordert werden, in unserm eigenen ,, Costen und ohne iren Schaden, alsdenn Stett „ und Lantzbruch ist: Wir haben ouch in kraft „ dis Briefs für Uns und alle unsere Erben die „ obgemelten unser Herren die Koüffere obgcmeldts „ Dorffs Beticken mit aller finer Nutzung, Rechte „ samme und Zugehörd davorgemeldt, in Gwalt „ und Gwer, rüwig Besitzung und-Posseffion ge- „ setzt, inen das alles als ir eigentlich Gut, inn- „ und übergeben, die eigenen Lüt und Hinder- » sässen irer Pflichten, damit sy uns daher ver- „ wannt gewesen sindt, erlassen n.nd sy den ge- » nanten unsern Herren anderwerts thu»! schwe- Kkk4 »reu, 826 Historische » ren, und uns damit für uns und unsere Nach- ,, kommen und Erben aller und jeder Anforderung « Ansprach, Recht und Gerechtigkeit, so wir an „ das bemelt Dorf Bcticken mit sampt seiner Nu- „ tzung, Rechtsamme und Zugchörd davorgelütert, Iemer haben sotten, kontenoder möchten, wüs- „ sentlich und wolbcdachtlich entzigen und begeben; „ also daß nun hinfüro, die genanten unser gne- „ dig lieb Herren und all ir Nachkommen das „ vorgemelt Dorfs Beticken mit Lüt urid Gut, „ und allen sinen Nutzungen, Rechtsamme und „ Zugehörde davorbegriffen, sollen und mögen, „ innhaben, bruchen, nutzen, messen, besetzen „ entsetzen, versetzen, verkouffen, damit handle«, » wandle«, schalten, walten, thun und lassen, „ wie mit andern iren und der Statt frig ei- „ gnen Gut, one Irrung und Jntrag unser, un- -> ser Erben und sunst allermeniglichs; Haruff so » geloben und versprechen wir ouch by den vor- „ geschriebenen unsern waren und guten Trüwen, „ an geschworener Eyden statt, für uns und un- « ser Erben, gemeinlich und unvcrscheidcnlich, di- „ sem Kouff und Vcrkouff und alles das, so vor ,, und nach disem Briefs geschrieben stat, war, stät „ vest und unzerbrochenlich zehaltcn darwider nie- „ merze reden, zekommen, nochzethunt, weder „ durch uns noch Iemanz anderen, schaffen, ver- „ hengen, oder gestatten gethan werden, weder " mit Merkwürdigkeiten, 827 „ mit noch ohne recht, gemeinlich noch öffentlich » in keine wise noch Wege; Mit rechter Verzichung „ aller und jeder Bäpstlichen, Kaiserlichen undKö- „ niglichen Privilegia, Fryheiten und Gnaden, „ rechten und Gerichten geistlicher und weltlicher, » geschriebener und ungeschriebener Burckrechten, ,, Stettrechtm und Lantzrechten, such aller an, „ deren Ußzügen, Funden, Listen, und Geverden, „ so hiewider jemer fürgewennt und erdacht wer- „ den oder das Jemanz sprechen möchte, gemei- „ ner Verzig one Vorgang eines sondrigen were „ unverfenklich, Geverd und Arglist harinnen » genzlich vermitten: und aller vorgeschriebener » Dingen, zu warem stätem, vesten Urkhund, „ so haben wir Stoffel und Hans die Trucksessen „ von Wolhusen Gebrüdere obgemelt unser Jeden „ stn eigen Jnsigel für sich und sin Erben offent- „ lich lassen hencken an disen Brief, der geben ist ,> ufMitwuchen vor dem Sontag Htare als man „ zalt von der Geburt Christi unsers lieben Herrn „ isiz. Jar. Welches Instrument Mitwuchs nach ^ssump- lionis desgleichen Jahrs, durch die Einstimmung des edlen Anthonius von Kippenheim und Frauen Maria Trucksessin der Verkaüffer Schwester bestätiget worden. Kkk 5 Es 828 -Historische Es war also noch um das hoche HerrlichkeitsRecht zu tuhn, welches die Stadt von dem Bischöfe aus verschiedenen Gründen begehrte, und vermeint solche Gunfts-Bezeügung, wieIhro Hoffnung gemacht worden, wohl verdient zu haben; als aber nach einem langen Aufschub, eine abschlägige Antwort erfolget, so glaubte die Stadt Basel bey damaligen Zeiten berechtiget zu seyn, auf Samstags nach XseivitZtis NsriX 1714. folgenden Endschluß zu fassen. „ Daß sie das Dorff Beticken, und die Mann- » schüft daselbst , auch die Dvrbestimmte hohe „ Herrlichkeit, als ihr Wüssenhaft erkauftes Ei- „ gentum bey ihren Handen und Gewalt behal- „ ten, sich Dero, nach ihrem Gefallen und ihrer „ Notdurft gebruchen, nutzen und messen, und „ ob sich begeben, daß im künfftigen ein Ubelthä- » ter daselbst ergriffen, denselben wollen sie an „ der End, um sein Übel und Missethat richten ,, lassen, und dadurch sich selbs bey solcher ho- » chen Herrlichkeit Hand haben. Wir finden aber nicht, daß eine solche Rechts- Ubung vorgegangen sey: und da nach Einnam des Schlosses Pfiffigen, wegen einigen Anstünden mit dem Herrn Bischöfe und dessen Kapitel durch die Herren Gesandten verschiedener Orte Merkwürdigkeiten. 829 te Löbl. Eydsgenoßenschaft der bey Riehen schon angezogene Verglich vom Jahre 1522. errichtet ward, so ist auch in demselben diser Anstand gehoben, und der Stadt Basel die hohe Herrlichkeit über Beticken vollkommen abgetreten und übergeben worden. Die Worte des Instruments sind folgende. ,, Bettickens der hochen Herrlichkeit halb, so „ vil uns und unser Stift des berührt, auch be- „ williget, und sy der Lechenschaft so wir daran „ gehept haben, vollkommen erlassen: Dises schlechte aus lauter Strohhütten damals bestehende kleine Dörflein, hatte sehr wenige und arme Einwohner: nunmehr ist seine Gestalt vollkommen verändert, wol angebauen , und fruchtbar ; es ligt unten an dem Fuße des Chrischona- bergs, hat einen lauffenden Brunnen mit zweyen Röhren: und sehr viele Waldungen als: Leißberg, ein Eichwald, am Steinen Weg. im Keiser. im Pfaffenholz. im Chrischona Boden, auf der hohen Stras. bey Tröstlers Brunnen, an Niden Rütin. im Lauben, in der langen Eichen. an 8z-> Historische Alles Eichen und Buchen-Wälder; darinnen anch einige Tannen und Forren wachsen. Korn und andere Frucht wird allhier gepflantzet, so viel der Landsmann benöhtiget ist; von dem Weingewachse und dem Obs aber, verkauft er seinen Überfluß mit Nutzen. Dises Dorfgchört unter die Vogtey, Pfarrkirche und Gerichtsstab zu Riehen; Die Gerichtsstube zu Riehen ist zugleich die Wacht- stube; das Gericht wird so oft gehalten, als es nöh-- tig ist, bestehet aus Zwölf Urteilsprechern, davon Zehen zu Riehen und Zwen zu Beticken seß, haft sind; den Stab führt der Untervogt von Riehen , und das Gericht wird durch Zwen Vorfprecher bedienet. Merkwürdigkeiten. 8 z r WWW Von Mucken. ^A^Ises schöne Landgut/ ligt zwischen Rie- hen und Beticken; es wird in den Schrift ten von Anfange des 14. Jahrhunderts Meldung getahn, daß Ulrich Fischer von Bruck/ dem Kloster Wettingen seinen Hof zu Rencken verkauft habe; Da nun dises Kloster / wie aus der Abhandlung von Riehen zu ersehen/ nebst dem Kirchensatz, und dem Meyerhof zu Riehen noch andere Güter mehr / um dise Gegend besessen; so ist warscheinlich daß das Wort Rencken sich nach- werts in wencken abgeändert habe: Die Rencken aber waren Edle/ welche vor Zeiten Gükr her- 8zr Historische herum besessen/ und die auch einen Miteil an Kleinhüningen gehabt haben, daher es gar leicht kan geschehen seyn, daß dises Gut von Ihnen als den alten Besitzern den Namen kan behalten haben. In folgenden Zeiten ist es unter verschiedene Besitzer kommen; Herr Ioh. Heinrich cle Ioh. Jakob Zäßlein sel. hat es vor wenig Jahren mit Anlegung neuer Gebaüde/ Gärten und Wasserwer, cke auf eine ausnemende Weise verschönert/ wie beygehende Abschilderung zeiget; seine dißmalige Besitzer sind die Herren Samuel und Ioh. Jakob Merian/ Gebrüder. «AM -H': Merkwürdigkeiten. 8zz Ach dem Bericht unserer Baselkronick ge-> höret distr Ort in die Herrschaft Riehen, nunmehr wird derselbe in den Beticker Bann gezehlet. Die Worte Wursteisens sind folgende. -- St. Christiana ist eine Capell auf des Bergs „ höchstem Grat gelegen, vor Abstellung des Bap- „ stumbs, ist fürgegeben und geglaubt worden, „ es sey diese Heilige Jungfrau, eine von den Eilf- „ tausend Mägden, Sr. Urseln Gespielschaft, „ durch ein sonderlich Wunderzeichen alda begra- „ ben worden; dan als sie in ihrer Widersart von ,, Rom zu Basel tödlich verblichen, hat man ih- „ re Leiche nirgent ab statt verrücken mögen, biß „ zwen junge Stier, so zuvor nie eingewecket ge- » Wesen, darfür gespannen worden; da hat es » GOtt gefügt, daß dieselbigen die todte Leiche an 8Z4 Historische ,, an disesOrt, welches ihren zur Begräbniß ge- „ liebet, gezogen, und ihnen an solchem Werck, „ alle Baüm und Felsen weichen müssen. Wir lassen dise Erzehlung mit unserm Geschichtschreiber an seinen Ort gcstellet seyn. Die Gegend wo dise Kirche stehet, ist nicht unangenehm , man übersthet von derselben beide Gestade des Rheins. Die Kirche ist in dem Jahre isis. neu erbauen oder vergrößert worden. Beygehende Abschilde- rung zeiget deren Gestalt an. Nunmehr wird alle Psingst- oder Ostermontag darinnen von dem Pfarrer zu Riehen eine Predigt gehalten; Der Kirchhof dienet den Einwohnern von Beticken zum Begräbnüsse; und vermuhtlich haben fie vor Zeiten ihren Gottesdienst allhier verrichtet. Bey diser Kirche findet fich eine Wohnung, und verschiedene Güter, welche 'Löbl. Deputatcn-Amt zuständig find, und von einem Lehenmann besorget werden. Den l s. Mertzen 16Z4. raubten die Schweden unter demGeneralenRheingrafen Otto Ludwig alles Vieh allhier; auch der Kirche ward nicht ge'schonet. Die Fenster wurden aller Orten von denen Solda- ten nur darum eingeschmissen, damit fie die Fügungen von Bley davon nemen und Schieß-Kugeln daraus gießen könnten. Von Merkwürdigkeiten. 8?S Von den merkwürdigen Gegebenheiten so sich in diser Gegend zugetragen haben. S ist leicht zu begreiffen, daß in dem Umkreise eines solchen kleinen und in etwas abgelegenen Dorfs / nicht viel besonders werde vorgefallen seyn; Doch können nachfolgende Begebenheiten so mit denen bey Riehen angefügten, eine Verbindniß ha- ben , Visen Abgang ersetzen: In dem Siebenden Stücke ist erzehlet worden ,? wie die Stadt-um M vor verschiedenen' von aus, Lll smher 8Z6 Historische sicher ereignenden Anfällen zu bewahren in dem Jahre 1372. die kayserliche Freyheit auf denen öffentlichen Strassen ein Geleite zu haben, erworben habe; hierdurch ward in etwas die Ruhe auf denen Landstraßen vorauffert der Stadt hergestelt, allein die in unsern vaterländischen Geschichten so bekannte böse Faßnacht, darin sich viele Fürsten und adeliche Persohnen von der Bürgerschaft belaidiget fanden, hat in dem Jahre iz?6. innert deren Mauern die allergröfte Unruhe erwecket: es schiene zwar der Adel durch die Abstraffung der Fehlbaren besänftiget zu seyn, allein, da die meisten Lehenträger des Hausses Oesterreich waren, brannte noch allezeit ein Widerwillen gegen die Stadt, welche ihre Rahtsstellen schon mit vielen bürgerlichen Geschlechtern besetzet hatte; man suchte zwar andere Ursachen darzugeben, die zwar auch das ihrige beytrugen, allein die vornemste war sicherlich daß man die Aufnam der Stadt, worinnen der Adel täglich weniger zu gebieten hatte, nicht wohl vertragen konnte; Die der Stadt aber zugetahne adeliche Geschlechter suchten die Feindseligkeiten zu verhüten, und ist darauf in dem Jahre 1377. die in unsern Geschichten'so merkwürdige Vereinigung mit dem Adel beschehen; Wursteisen gibt uns hiervon einige Nachricht, das Instrument aber ist von einem solchen Inhalt, daß es gar wohl verdienet vollkommen angeführt zu werden. Es lautet allso. In - .. A- Merkwürdigkeiten. 8z? ^ In Gottes Namen; Amen: Wir Johannes Pu- „ liant von Eptingen Ritter, Bürgermeister und der „ Naht ze Basel, für uns und alle unsere Nachkom- ,, men, die Bürgermeister, Nähte und Bürger ge- „ meinlich ze Basel, ze einem teil; Darnach Wir „ Werner Schaler, Ertzpriester, Lütold Münch „ Thumherr der Stift ze Basel, der.egenant Johans „ Puliant von Eptingen, Götzman Münch, Conrad „ Münch von Münchenftein, Werner und Lütolt „ von Berenfels, Gebrüder, Lütold Schaler, He-- „ man von Rotberg, Heinrich Ryche, Lütold von „ Frick und Rudolf Vitztum, Ritter; Burckhard „ Münch von Landscron der elter, Götzman Münch, „ Günther von Eptingen; Arnold und Adelberg „ vonBerenfels Gebrüder, Ulrich von Ramstein, „ Frischheman und Heinrich ze Rhin, Gebrüder, » Cuntzman, Heman und Hugli von Ramstein, Ge- » Vetter, Peterman Puliant von Eptingen des ob- » genanten Herrn Johans Puliants von Eptingen „ Sohn; Peterman und Rüschman von Bieder- „ tan, Gebrüder, Cuntzman ze Rhin, Hans von ,, Frick, Franz Vorgaffen und Heman von Lö-- „ räch, der elter, Edelknecht ze dem andern „ theil; verjehent und tun kund, allen den die dise Brief ansehent oder hörent lessen; wand „ der vorgenenten Statt und den Bürgern gemein- „ lich ze Basel von Römischen Kayseren, und Köni- gen manigleyeFreyheit und Gnade geben und verli, Lll 2 „ chen 8z 8 Historische „ chen sint, die aber an denselben von Basel und ,, ouch an Uns den egenanten edelen Lüten die zu „ der Statt von Basel, als ouch sy und wir je- „ Welten zu ander gehört haben, Dick und ma- » nigfaltiglich daher übervaren sint; sunderlich von ,, Bresten wegen als wir die vorgenanten zwen „ teil, in etwas Zweyung und Mißhellung mit- „ einander daher etwaz zits gewesen sint, davon „ wir die vorgenenten Friheite und Gnade desto » minre behüben und behöten möchtent; so haben wir „ ze beden teilen den Presten, der uns davon kommen „ ist, angesehen, und habent uns lüterlich und einbar- „ lich mit einander vereinbart und sint freüntlich » übereinkommen, wie daz wir und unsere Nach- „ kommen by solchen ziten, Frieheiten und Gna- „ den, so uns und sonderlich den von Basel, ge- „ ben und verlichen sint, als vorgeschrieben stat, „ destobas und kräftiglich bliben mögent, und über „ dieselbe Friheite und Gnade als vorlich und wi- „ derrecht nit unbetrieben noch umgezogen werden, » und habent uns darumb zu beiden teilm cinbar- „ lich zu einander vereinbart und versicheret, als „ hienach bescheiden ist, daz ist also, ze merkende, „ wer daz jemande wer, der wer uns die egenan- „ ten von Basel, oder dehein die zu uns gehörten „ wider unser Friheit und Gnade, so uns von Rö- „ mischen Keyseren und Äörngen geben und ver- ^ lichen sint, als Vorbescheiden ist, wolte beküm- » meren Merkwürdigkeiten. 8;s „ meren und umbziehen wider recht; sb sollent „ und wollent wir die vorgeschrieben zwen teile, einander getrüwelich und fteüntlich berahten, „ und beholffen syn, mit Lib und mit Gute, by den Eyden, so wir zu den Heiligen darumbgr- schworen haben, wie wir by den vorgeschrieben nen Friheiten und Gnaden bltben nach erkant- nüsse der Eins und zwantzig gemeinen Mannen, „ die denne darüber erlösen und erwelt sint, und „ von den hienach volklich verschriben stat; und be- „ schehe es deheinest daz wir die vorgenanten von Basel, oder dcheiner der unseren wider dehein „ der vorgeschriebenen Friheite und Gnade von je- „ wanden also wider recht bekümbert und ange- „ griffen würden; so mag der, der also bekümeret „ und angegriffen ist, den Bresten und Schaden bringen, für den gemeinen Mann, von dem „ hie nah geschriben ist, und soll der deme die Rich- „ tj und unverzogenlich die Zehen von den Räten von Basel, urrd die Zehen von den edeln Lüten, „ zu im befinden gehn Basel, in die Statt und „ füllend die den Bresten vorhören und für sich „ nemmen und by iren Eyden darum erkennen „ und ertheilen, wie und in welche wifi man „ den Bresten fürkomme und wende, und waz die „ Zwenzig und der gemeine Mann gemeinlich und „ einhelklich oder der mer teil under ihnen sich er- ,, kennent und ze rate werdent, wie man dem Bre- Lll Z sten L4v Historische „ sten fürkommen und sich im widerlegge, daz sol „ einen Fürgang haben, und sol man darzu nach „ derselben Ein und zwanzig Mannen oder des „ meren teils unter ihnen erkantnusse förderlich thun, „ eS si mit kriegen oder in ander weg, als si de- „ ne das ordenent, und bestellent und sol sich dar- „ wider unser keiner von dem Vorbescheiden ist, setzen in deheinen weg; und in was Kriege und Vientschafte wir von solcher Sache wegen also „ gegen jemanden kommen, darumb sol niemand „ so zu uns den zwen Teilen gehört, deheine Sü- „ ne, Richtunge, Anrechte noch Fryden ufhcben „ oder nemmen, ez sie denn daz ez die obgenen- „ ten Einer und zwanzig Manne oder der mere „ teil under inen erkennent und ez si nutz und gut „ duncket und was ouch die in solichen fachen tunt „ und erkennent, es si mit Kriegen ze bestellende „ und anzutragende Richtunge, Süne und Friden „ ze mähende dez sollen wir zu beiden Teilen, ge- „ horsimr und gevolgig sin; bi den Eiden, so wir „ darumb geschworen habent, one alle Widerrede; „ die Einer und zwenyig Mamlr^on den da vor- „ geschrieben statt, sullent also erwm und erkosm „ werden; wir der Bürgermeister und der Rat ze Basel, die denne sint, sullent darzu setzen und „ kiesen Zehen, si syeut von unserr; nüwen oder „ alten Rcten, die uns' denne aller nützliches! und ,, vervangenlichest dungkent und Wir die vorge- „ schri- Merkwürdigkeiten. 84» „ fchriben edelen Löte sullent von uns und mist, „ rer Gesellschaft ouch Zehen dazu setzen und kiesen „ und sol ein Bürgermeister von Basel, der je „ zu ziten ist/ ein gemein Mann stn und sol zu „ den zwanzigen sitzen, als ein gemein Mann, ein halb Jar one underlasse, wenne aber das halb Jar ußkomet so sol darnach daz ander halb Jar „ ein Oberster Zunftmeister, der je ze ziten ze Basel ,, Oberst Zunftmeister ist, ze glicher Wise, ein „ gemein Mann zu den zwenzigen sin, in disen „ vor und nachgeschriben fachen: und was Bresten „ Schaden und Unlustes von uns den obgenenten „ zwen Teilen oder von jemanden der zu uns gehört, „ für dieselben Ein und zwanzig Manne bracht „ wirt, von solichen fachen wegen?, als vor- „ bescheiden ist, so sol derselb gemein Mann, „ es si denne ein Bürgermeister oder ein Oberst, „ Zunftmeister förderlich und unverzogenlich die „ zwanzig die zu ihne gehören für sich besendcn und „ inen Tag zu einander machen, in der Statt ze „ Basel und sollent den Breiten und die Sach „ eigentlich verhören, und für sich nemmen und „ by iren Eiden so si darumb zu den Heiligen ge- „ tan und geschworen haben, umb die Sache er-- „ kennen, waß si das beste und das nutzest duw- „ ke syn, wie daz dem teil so also un wider die „ vorgeschrieben Frihette und Gnade geschediget und „ angegriffen ist, dan der Breste und schade ab- Lll4 „gethan 842 Historische „ gethan und Hingeleit werde ohne alle Geverde: ,, Bescheche such deheinest, daz der egenanten Ei- „ ner und zwanzig Manne deheiner stürbe und ab- » gieng oder von dem Lande füre oder suste von „ ehehaftiger Note wegen zu den fachen nit kom- „ wen möchte / so sol und mag der teil der in ge- „ sezt hat, einen anderen an dessen stat nemmen „ der sich mit stnemEide darzu verbinde, maller der masse, als sich der verbunden hatte, an dez ,, stat er denne gesetzet wird, one alle gevehrde; » Beschehe es aber deheinest, daß die Einer und ,, zwanzig umb deheine der vor oder nahgeschrie- „ denen Sach also iemer zu einander wurdent kommende und daz die zehen von den edelen Lü- „ ten genzlich daby nüt werent und ir eins oder ->, zwey oder meBreste: und man dero so also daBre- ften nit wolgebeiten möchte: so sollent von der ,, Stette wegen von Basel nit me zu der sach und ,, zu den gemeinen Mannen sitzen denne als me- nig die edelen Lüte denne ze molen da ha- -- bent, und was auch denne die oder der mere ,, Teilen under inen tunt und erkennet, daz sol ein ,, fürgang haben, als ob die Einer und zwanzig „ genzlich da werent, one alle Gevehrde; wen- „ de nu die edeln Lüte so verschriben stand, sich ,, zu uns den egenenten von Basel umverwug- lieh, fryelich und unbetungenlich von besunderen „ früntschaft und gunst wegen, so si zu uns habent „ ver- Merkwürdigkeiten. 84z verpflicht haben und versinkt, durch daz wir und „ si bi der vorgeschobenen unseren Fryeheiten und „ Gnaden desto bas bliben mögen, so haben wir „ inen verheißen und versprochen, verheissent und „ versprechent, inen mit disem gegenwertigen Brief, „ daz wir si und ir Nachkommen nit twengen noch trengen sollent dehein umgelt ze gebende, daß wir oder unser Nachkommen in unser Statt ze ,, Basel uflegende wurdent; es were denne, daz „ wir eins gemeines Umgeltes übereinkomment, „ mit willen und Gunst unsers Herren des Bi- „ schofs von Basel und des Capitels, und der ,, Gottshus Dienstlüten, als es von alter herkom- „ men ist, und wenne das Umgelt also angetragen „ wurde, so solent es die edlen Lüte mit uns helf- „ fen liden und tragen, die denne unser Bürger „ oder by uns in unserer Statt seßhaft werent „ und anders nit, si tetent ez denne irs eigen fryen ,, Willen. Als such vil Jaren daher etwas ,, zweyung und Missehele zwüschent den edelenLü- „ ten und uns, den egenanten von Basel gewe- „ sen ist; von der Lüten wegen, die in unser Statt „ ziechent, und die die edelen Lüte für die iren „ anrechnent, darumb haben! wir zu beiden teilen » ein Lüterung gemacht, durch daz wir desto frünt- „ licher mit einander bliben mögent, und zu allen „ Sachen einander beste williger sient ze dienende, „ und ist daz also beschehen, wo daz der vorgeschrie- 844 Historische „ denen edelen Löten deheiner jemanden in unserer „ Statt anspreche für den stnen, ez wer für ey- ,, gen, oder datz er, in sin Lehen gehörte; Be- „ sesse er dui für den stnen, ez were Frow oder „ Mann, mit dricn stnen nechften Lidmegen von „ der Mutter, der sol im volgen; wen aber der „ hinder uns, in unserer Statt seßhaft gewesen, „ und wär unser Bürger gesinn, Iar und Tag, „ oder me «»versprochen, und unangerichtet, der „ sol uns, den von Basel bliben und volgen, und „ sol in stn Bürgerrecht daran schirmen; hette aber „ der dem Herren der in also anreicht, gedient und gestüret, untz uf den Tag, als er in an- „ reichte, und daz kuntlich wurde, oder hette Brief „ über sich geben, die in binden soltent; so sol in „ stn Burgrecht noch sin versitzen nit helffen, noch „ schirmen; reichte ouch der egenanten edelen Lü- „ ten deheiner jemanden, an der bi uns seßhaft » were, soliche die in gehuldet hätten, die doch „ weder sin eigen noch sin Lehen werent, als die „ sint, die man spricht harkommen Lüte, ver- „ spricht den der Herre in der Iarfrist, als der zu „ uns gezogen ist, und machet kuntlich daz er in „ untz uf die Zit gehuldet und gestüret hat, so sol „ er dem Herren volgen und in sinen Diensten bli- » ben, wer aber daz derselben harkommenen Lü- „ ten dehein Bürgerrecht bi uns empfienge oder in ,, Reysen gewunne und Iar und Tag also in Burg- » rechts- Merkwürdigkeiten 84; „ rechtswiß »«versprochen hinderunssesse, die chl- ,, lentirs Burgrechts und versitzendes gemessen; „ und uns den von Basel volgen und bliben; Ses- se such solich Lüten als Vorbescheiden ist/ jemand 2 hinder uns in unser Stat ze Basel, si werent » eigen Lüte / Lehen Lüte oder harkommen Lüte und Burgrecht nit empfangen noch verdienet het- „ tent/ der hinenfur dry Iare syn eigen Brote -- und Müsse esse unangereicht und »«versprochen, » der sol und mag sich, in den dryen Iaren ver- „ sitzen, und sol darnach unser Statt von Basel „ volgen und bliben, ez were denne daz in der » Herr in denselben dryen Jahren für den sinen „ verspreche, und in darnach befaßte als vor be- „ scheiden ist; hette aber der den Mann also an- „ reichte Briefe über sich selber geben, die in bil- lich binden soltent, oder sinen Herren, dasselb „ Zil gedienet und gestüret und daz kuntlichen wur- » de, so sol er sinem Herren volgen, und bliben, >, hette such der vorgenenten edeler Lüten dehein „ jemanden bi uns daher angereicht, für den si- „ nen und daz in Stössen were gewesen, untz uf „ disen hütigen Tag, als dirre Brief geben ist, „ da sol dem Herren sine Recht, gegen den behal- „ ten sin, ze gliher wis, als von den anderen Lü- „ ten wegen vorgeschriben stat, welchen man ouch „ also deheinest besetzen wil, daz sol man tun, vor » dem Rat, der denne je ze Baselist; ez sint ouch 846 Historische „ in Visen gedingen usse gelassen, und vorbehebt, „ alle die Lüte, die da Mit sint und die daher „ einen Zog mit der Statt von Basel habent qe- « macht, si sient Manne oder Frowen, wie si ge- . ^ nant sint; wir sollent und wollent ouch dievvr- „ geschriben edelcu Lüte by allen iren Fryheiten, „ Rechten und Gewohnheiten lassen bliben, als „ si und ir Vorderen und wir und unser Vorderen „ miteinander von Alter har kommen sint, one alle „ Gevehrde: waz ouch edeler Lüten, die in der „ Gegenj umb Basel seßhaft sint, oder zu der Statt „ Basel gehcrtent disen Brief mit versigeltend und „ dievorgeschriben Artikel nu ze mal mit halteut „ woltent, und sich zu disen dingen und fachen ! „ vereinbarn und verpflichtet!, als die edele Lüte ! » jetz getan habent, so vorgeschriben stand, keme „ der dcheinen hie nach und wolle solicher Frye- „ heit geniessen und zu dem Gedinge kommen und „ sich darzu verpflichten als von den egenanten edeln „ Lüten vorgeschrieben stat, so sollen die Einer und „ zwanzig Manne zu einander gan und sullent ze „ Rat werden, ob der in dise Gedinge zu nem- „ mende sie oder nüt und was er darumb tun und „ liden solle, und was die Einer und zwenzig oder „ der mcre Teile undcr inen erkenncnt, daby sol „ es auch bliben, ungevarlich: Wir die obgeuem „ te»l Bürger von Basel für uns und alle unser „ Nachkommen, die Bürger und Rete ze Basel „ und Merkwürdigkeiten. 847 „ und wir die Edel Lüte so vorgeschoben stant, „ habent globent und verheißen disen Brief und „ alles daz, so daran geschriben stat, stete und „ veste ze Hände und dawider nimmer ze tunde, „ noch ze kommende mit Gericht noch one Gericht, „ und verzichent Uns in dirre Sach alle Helffe » geistlichs und weltlichs Gerichts, geschribens und » ungefchrebens und daz uns harwider nützit schir- „ men noch fristen sol, weder Landrecht, Stelle- recht noch Burgrecht, noch dehein Landfride, -- Verbündnüsse, Gesetze noch Gewohnheit der Her- » ren noch der Stetten, weder Bebsten, Keysern noch „ Künigen, Rechten, dehein Lantgericht, Funde » oder Geverde die nu erdacht sint oder hienach er- » dacht möchtent werden, da mit wir alle oder „ deheiner in sunder uns wider dehein Ding, so „ da vorgeschoben stant, kundent oder möchtent gehelffen, in deheinen weg junderlich dez rech- ,, ten, daz da sprichet gemeine Verzihung vervahe „ nit one alle Geverde: Wenne such je ein alt „ Rat under Uns den egenenten von Basel uß gat, „ so sollent si dem nüwen Rat in den Eyd geben „ disen Brief stete ze habende, one alle Widerrede „ und one alle Geverde; wen ouch daz under den „ edelen Lüten so vorgeschriben stant, deheiner den „ Brief nit verstgelte noch in schwüre ze halten- „ de, den sol man unberahten und unbeholffen sin, „ waz in von der fach wegen kumbers oder Ar- -- beit 848 Historische „ beit anget und sol diser gegenwertig Brkef dar- „ umb nützit bester minrer in sinen kreften bliben, „ und gehalten werden, von allen den andern, die „ in versiglet und verschworen habent, und von „ den Vorbescheiden ist, one alle Widerrede und one ' „ alle Geverde: Wir die obgenanten edeln Lüte „ bindent ouch zu allen den vorgeschoben Dingen, „ alle unsere Erben und Nachkommen, wolle aber „ deheiner unser Erben und Nachkommen sich ge- „ gen der Stat von Basel nit verpflichten noch „ vereinbaren, in der masse als wir getan haben, „ der sol ouch der Fryheit und rechtung von den „ Vorbescheiden sint, nit gemessen, in deheinen weg; lvolte aber der hiernach zu den Gedingen „ und Sachen kommen, daz sol an den Ein und „ Menzig stan, in der masse als davon ouch beschei- „ den ist, one alle Geverde; und zu einer vesten „ Zügnüsse und Urkunde aller vorgeschriben Din- „ gen, ist dirre Brief mit der Statt von Basel „ und unser den obgenenten edeler Lüten Jngesig- „ len besiglet; der geben wart, an dem nechsten » Montag nach St. Martins Tag dez heiligen By- „ schofs in dem Winter; dez Iares da man zalt „ von Gottes Geburt 1377. Iare. ^ Welche vorangezogene Verbindung dennoch so ^ viel genntzet, daß die Stadt weniger Feinde hatte und sich gegen andere besser beschützen konte. Nach Merkwürdigkeiten. 849 Nach der in dem Jahre iz8§. beschehenen Schlacht bey Sempach, darinnen der Oesterreichs Adel sehr gelitten hat, war man bedacht/ die Vorstädte der Stadt Basel mit Gräben und Mauern zu umgeben, wormit Zwey Jahre hernach der Anfang gemacht worden; Die mindere Stadt ward auch drey Jahre hernach an die grosse Stadt erkauft und unbegreifflich grosse Außgaben zu einer Zeit bestritten, da man doch noch keine Landschaft hatte; Zu Ende dises Jahrhunderts tahte stch nach dem Gebrauch damaliger Zeiten, eine Gesellschaft hervor, davon unsere Geschichtschreiber keine Meldung tuhn die Rote und Gchwarye genannt, welche dise Landes-Gegend sehr beunruhigten, mit wol bewaffneter fertiger Mannschaft bald disen bald jenen Ort anfielen und beraubten; Sie wuchs so stark an, daß Fürsten und Stände stch miteinander verbanden , nicht allein selbiger in ihrer Bottmäs- sigkeit keinen Aufenthalt zu gestatten sondern so gar zu vertilgen; Die Stadt Basel fand nöhtig in disen Bund einzutretten, welcher also lautet. „ Wir Fridrich von Gottes Gnaden Bischofzu „ Straßburg, Rudolf von denselben Gnaden Apt » ze Murbach, und Lantvogt des Heiligen Römi- . >„ sthen 8 so Historische ,, sehen Reichs in Elsaß, Walther von Mülichen „ Probst ze Rynow Vogt ze Richenwile und Lant- „ Vogt miner Herschaft von Oesterich im Briß- „ gou, von derselben Herschaft und miner Herschaft „ von Wirtenberg wegen; Claus von Hust Rit- » ter, miner Herschaft von Oefterrich, Lantvogt in » Elsaß und in Suntgow; Cuneman Ludewige „ Schaffener zu Richenwile den zu Lon. Die ,, Bürgermeister Rete und die Gemeine dirre nach-» „ geschriben Stetten, Basel, Colmar, Mühlhu- „ sen, Münster in St. Gregoriental, Keysersterg, „ und Thürenkem kündent all den, so Visen Brief „ ansehent, oder hörent lesen nu und hernach daz „ wir einhelliklich niiteinander übereinkommen sint, » und in gltter getreüer Früntschafte uns ze einan- „ der verbunden hant von Bresten wegen so sich' „ lange Zit im Lande gefüget hat, mit böser Ge- „ sellschaft, den man spricht Rot und Schwach „ davon groß schade und Breste uferstanden ist, „ und noch fürbaß üferstanden möchte sin: daz Gott „ wende, semlichen Gebresten ze vorsehen und meh- „ rcren Schade ze wende, darumb so sint wir die „ obgenante Herren und Stette miteinander ein- „'helliklich übereinkommen, daß Wir dieselben von „ beiden Teilen in unseren Stetten und Gebieten „ weder Hufen, halten noch Hosen und si offent- „ lichen verrussen sollent, also daz si von denselben „ Parten und Gesellschaften lassent, weler das nit ,> antete Merkwürdigkeiten. 8sr „ antete oder da sich fünde der Misseton hette, » daz er bußwirdig wer, wo der oder die in den „ obgenenten Herschaften und Stetten vonjemande „ angevallen yder ergriffen wurdent, von dem oder „ den sol man förderlichen richten, als von ver- „ zalten Löten, fürbasser dene, ob sie an den Stetten „ gefangen weren da si die Missethat begangen hät- „ tent und en sol si dehein Friheit dawider schirm » men und wer sich hiewider setzen wokte in welen „ weg daz wer, da sollen wir die obgenenten „ Herren und Stette einander getrüwelich be- „ raten und beholffen sin, uns des ze erweren- „ de, und dise Stücke heftigklichen und vestick- „ lichen ze haltende, als wir ouch daz gelvpt und „ uns ze einander verbunden hant; Wir Fridrich „ Bischof ze Straßburg und Rudolf AptzeMur- „ bach bi unseren Eren und fürstlichen Trüwen „ und die anderen so vorbenempt sint, bi den Ei- » den so wir alle und unser Mich Theil besunder „ harumb Liplich ze GOtte und den Heiligen ge- » than und geschworen han, mit aufgehepten Haw „ den und gelertm Worten, ungefärlichen, one „ alle Argliste: wer auch daz under uns den vor- „ genenten Herren und Stetten dehetner den an- „ deren dörften zu disen fachen und des ermanet » wurden, so sollent wir die denne also genant sint, „ zu den fachen förderlich riten und unser gute Bot- » ten von unsren wegen schicken, einander ze ra- Mmm „ ten- 8sr Historische », tende, wie die fache ußgetragen werde, nachdem als es sich Höusche und wir oder die unseren dene „ ze rate werdet, und was Breste oder Kostet)^ „ rin fiele, oder uferstunde, den sollen wir alle „ gemeine ußtragen, by denselben unsern Eren ^ und Eiden nach zimlichen Dingen, one Gever- „ de; und zu einem wahren Urkunde und Best«- „ tigunge dirre Büntnusse und aller vorgenentcn „ Dingen, haben wir die obgenenten Herren und Stctte alle und Ieglich Teil besunder unser Jn- ,, gesigele getan hencken an dirre Brief: wer aber „ daz dirre Brief nit völliklich besiglet wurde, nach „ dene solte er in sinen kraften bliben, gegen den „ so in besiglet hattet, glicher wise als ob dehetn > „ Jngesigel hattenBreste dirreBrief: wart geben des ^ „ nächsten Montags nach unser lieben Frauen Ta- ,, ge als si ze Himmel für, da ma zalt nach der „ Geburt Christi izsl. i Allch durch Visen Bund, war der Stadt Basel einige Sicherheit verschaffet; und da die Geistlich- - keit aus verschiedenen Anlässen sich in folgenden Jahren mit einander erzanket, so trachtete die Stadt ihre weltliche Herrschaft zu vergrößern, erwarbe ' sich im Jahre 1420. die Graf- und Herrschaften l Homberg, Waldenburg und Licstahl: s Aus denen Geschichten ist bekant, wie verwirk alles Merkwürdigkeiten. 8 sz alles zu den Zeiten des zu Costanz gehaltenen Concil» in Visen Landen zugegangen ist; und wie alle Gegenden mit einer unbeschreiblichen Menge Bettler-Gesindes angefüllet waren: In dem Jahre 1422. kam der sich nennende Her- tzog Michael von Egypten ein Oberster einer Zy- genier Truppe mit Fünfzig Pferden und einem zal- reichen Diebsgefolge in Bafel an, nachdem er das Wiesental und auch Beticken nicht wenig beraubet hatte; Ohngeacht er bald fortgewiefen ward, hin- ! Verliesse er dennoch einige seiner Gesellen und dise ! samt den andern Bettlern überschwemmten das Land: man getraute sich nicht solche mit Gewalt alsobalden abzutreiben, sondern entdeckte nur alle Arten des Betrugs, wormit dise das Allmosen zu erwerben trachteten; Die Stadt Basel ließe daher denen Ihrigen folgendes kund machen, darmit weniger Allmosen möchte gegeben und dardurch dises Gesiud von de- ! nen Gränzen abgehalten werden. „ Diß ist die Betrüanijse, damrtte » die Gilen und die Lamen knnbe gand und bcsun- -- der von alLerr Nahrungen, wi! si die nennent, » damite sie sich begant. Mmm 2 Grau- 154 Historische Grautener. » Zu dem ersten dieGrautener die mit demSprung „ umbegant, wenne die scheut, das man den Segen „ in der Kirchen gibt, es sye Abends oder Morgens, „ so man gesungen hat, so nemmen sie Seyffen in „ den Mund und stechent sich mit eim Halm in die „ Naßlöcher das sy bluten, undschumitwerdentund » vallent den vor den Lüten Glider, als ob si den » Siechtagen haben. „ So sint ein teil, die mit der Letschen und mit „ der Schwinen umbegand, die «eminent ein blu- „ tig Tuch und bindent das umbe die Stirnen, als „ ob si gcvallen wären, darnach so walgerent si sich > „ in dem Bache glich als werent si von den Siech- „ tagen wegen also gevallen. „ So nemment ein teil Salb, die machent sy uß „ nieigewurine und bestrichent sich under dem Anlitz „ danütte, so werden si geschaffen, als werent si in „ eil» Füre gefallen und daz heisset under inen ein » scheffin Anlitz. „ Item es sint etlich die heiffent die Schweiger, „ die nemment Pferd Mist und mengent den niit ? „ Wasser und bestrichent, Bein, Arm und Hende ,, damit, so werden si geschaffen, als ob si die Eis „ we oder ander -rosse Siechtagen hettent. - Vab- Merkwürdigkeiten. Sss Valkentreiger. „ Item es sink such ein teil, hie nement Salb » die st selber machen können, und streichent st an „ einen Arm gleich dornen an der Hände/ so wird „ es geschaffen, als ob einer gefangen in Ringen « were gelegen / und hengkent den den Arm in ei- p nen Schleyer; dis sprechent si ufklant geheischen. Braffeln. „ Item/ es sint etlich machent inenselbs Bras- „ seln an den Beinen/ als ob si in Stöcken wä- « ren gelegen; rc. Klant. „ Es sint auch etlich/ die tragend wächsin Stöcke/ „ mit ihnen und sprechent si sient in Gefengnüffe ge- „ legen und habe inen St. Nielaus ußgeholffent, und heischent zu einem Opfer. Sumewerger. „ Es sint auch etlich starck gerad Knecht / gond mit „ langen Messern in den Landen / und sprechent si „ haben einen Libloß geton / und sient aber damit ,, irsLeibsNotwere gewesen/ und nennent den ein » Summe Gelz, daß si uf ein Zil haben müssen, Mmmz »und 8s6 Historische „ und mögend si das Gelt uf das Zile nit ufbringen^ „ so wolle man inen das Houpt abschlahen, dazu „ so Hand dieselben etlicher under in ein Knecht mit inengon, mit isenen Kettenen beschlossen und mit „ Ringen, der strichet er sie Bürg für in worden „ umbe die Summe Geltes, die er den nennet und habe er das Gelt nit uf das Zil, so müssen sie be- „ de verderben; re. Sumewergerm. „ Die vorgenanten Knecht Hand ouch ire elichen » Wiber oder ein teil uneliche, die da offter Lande louffent, und strechent, si sient in dem offenen Le- „ ben gewesen nnd wolle»,t sich bekehren von Sünden „ und bittent dasAllmussen durch St.Marien Mag- „ dalenen willen und öetriegent die Lüte damite. Bille. „ Es sint ouch etliche Frowen, die bindent alte „ Wammetsch und Bletz über die Lst under die „ Cleider, das man wennen solle sy gangen mit „ Kinde» und das heißet mit der Villen gegangen. Jlmgfrowe. » Es sint ouch ein teil die kleffeleten tragent, als „ ob siussatzig wären, daß doch nit ist, unddasheis- „ set mit der Iungfrowen gangen. -- Mu- Merkwürdigkeiten 8 s? Mimische. „ Es sind ouch etlich die in dem Schine der Beg-- » hart gent/ das doch nit ist, und dieselben Hand ire „ Wiber an heimlichen Enden sitzende, die mit Kauff- „ Mannschaft und anderen Dingen umbe gond und » das heissent si in der Mimische gegangen. Kusche Narunge. „ Es sind ouch etlich die sprechent, sy stent edel „ und sient Krieges, Brandes und Gefängnisse der- triben und verherigt, und ziehent sich gar süfferlich „ damitte, als ob si edel werent, wie wol es nit ist, -- und heissen si die kusche Narunge. Badune. „ Es sint ouch ein teil die tund sich uß, wie sy „ Koufflüte sient gewesen und überkomment Briefe „ mit Beschiß, oder wiesy inen werden möget, daß » sy beraubet sin sollent, und doch nit ist, daz heissent ,, sy die Badune. Vermerin. „ Es sint ollch ein teil besunder allermeist Frowen, „ die sprechent sy sient getoffet Juden und sient Chri- „ sten worden und sagent den Lüten ob ir Vatter oder „ Mutter in der iHelle sient oder nit, gelte ihnen Mmm 4 » glich 8s8 Historische „ glich, und gilent den Lüten Stücke und cleider da- » mitte abe und anderDinge,daz heissentsiVermerin. Theweser. „ Es sint ouch etlich die kuntschaft habent, zuet- » liehen Bitteren, und die lichem inen ire Briefe und » Monstrantzen mit dem Heiltum und die farend af- » rer Lande, da si ir kundschaft wissent, und tund „ sich us, wie daz si Priester sient, und tund inen „ ein Blatten scheren, wiewol si ungewihet und un- „ gelert sind, und geben den, den Bitteren den drit- « ten Pfennig davon und heissent den Theweser und ,, vint man ir ouch allermeist unter andern Giieren. Kammerierer. Es sint ouch etlich die da Zeichen an irrn Hü- » ten und Kugelhüten tragend, bcsunder römische » Fronecken, Muschelen und ander Zeichen und gibt » je ein dem anderen Zeichen ze kouffende das man ,, wenen solle, sie sient an den Stctten gemessen, „ davon si die Zeichen tragend, wie wol sie doch nie „ dar kommen, und betrügen die Lüte damitte und ,» das heiffet Kammerierer. Gutzbeterin.. SS Es sint ouch Frowen, die in dem Lande sich um- » be Merkwürdigkeiten. 8ss „ be und umbe für die Kilchcn niderlegeri, undsprei- „ tent ein Lilachen über sich und setzent Wachs und „ Eiger für sich, als ob si kindbetteren weren, und „ sprechent ir etlich, ihn sien in 14. Tagen cin Kint „ gestorben, wie wol ir etlich in zehen Jaren nie Kind gemacht; und das heiffet Gutzbettcrin. Sefer. „ Es sint onch etlich die strichent Salb an, heis- » set Abend, und legent sich für die Kilchen; so wer- „ dent si geschaffen als ob si lange Zit Siech oder in „ einem Spittal werent gelegen und wer inen das „ Antlitz und der Munt nßgebrochen, und wen si „ nach dryen Tagen in die Badstuben gond, so ist „ es wider abe. Blochard. u ES sint onch etlich Blinde, die von Gottes Gell walte blint sint, die heiffent si Blochard, das sint „ die so da uf den Getzfehrten gahnd, wie die in ein „ Statt kommt, so verbergent si ire Kigelyüt und „ sprechen zu den Lüten sie sien in verstolen worden, „ oder habent fi verloren in den Schüren da si gele- „ gen sint, und samlen etlich damitte zehen oder zwen- ,> tzig Kugelhüth und verkouffent si den. Hand- Mmm s 86o Historische Handelnden. „ Es sink euch etlich blinden, die geblendet sind „ von ir Missethat oder Voßheit wegen, die in den » Landen wandelent, und die gemclten Tafele« vor „ den Kilchen zeigcnt, urid thun sich us wie si ze » Rome ze St. Jacob und andern verncn Stetten » gewesen stellt, und sagen von grossen Zeichen die „ da beschehen, daß das alles ein Betrügnüsse und „ ein Beschiß ist. Die mit dem Bruch wandelent. „ Es stnt ouch der etlicher, so vor zchen Jaren „ erblendet ist oder me; der nimt Blrwollen und „ machet die blutig und nimt ein Tüchlein und bin- „ dct das über die Ougen und sprichet, er st eil, Kouf- „ man oder ein Kremer gewesen rnid fic in einem „ Walde erblendet worden, von bösen Listen und ,, wurde an ein Baum gebunden, und sie daran drey „ Tag oder vier gebunden gestanden, uird went nit „ ungefehr Lüte dazu kommen, er müßte daran ver- „ dorben stn; und das heißet man den Bruch ge- „ wandelt. Spanfelder. „ Es silit ouch etlich, wo die in Stette kommt, „ so lond si die Clcider an den Herbergen, und si- tzent Merkwürdigkeiten. 86i „ tzent für die Kilchemby nackent, und zitterent je- „ merlich vor den Lüten, daß man solle wenen sy „ liden grosse Frost; so Hand si sich vor beftrichen, „ mit Nesseln Somen und mit anderen Dingen , daz „ si schmückten werden und nit früret, und daz tun „ si darumbe daß man Klabet gebe, daz heissent si „ Cleider. Vopper. „ Es sint ouch etlich Fronen und ouch Man die » lassen sich an ysern Ketten füren als ob si unsinnig „ waren und zerzerrent die Cleider und Schleyer von „ ircm Leibe, umbe daz si die Lüte betricgent. Vopper die über sitzent. „ Es sint ouch etlich der über sinWib oder über ein „ anderen Menschen statt/ und dem heischet und spri- „ chet er sie besessen/ mit dem bösen Geist/ das doch „ nit ist, und er habe in gelobet zu eim Heiligen den „ er den nempt und müsse haben zwölffPfundWach- „ ses oder ander Dinge, durch das der Mensche er- „ löset werde/ von dem bösen Geist und das heißet „ Vopper die da sitzent. Die Glatten. „ Es sint ouch etlich ein wenig gelert und doch „ nit gewichet sint, urrd sprechent si sierrt Priester und tlM 862 Historische „ tun inen ein Blatten scheren als ein Priester, und „ wandelenk umbe und umbe, in den Landen und „ sprechent st habentverneheym, zu iren Landen, ,, und sient von Rome oder änderst woher kommen, „ und stent beraubet, und nement ein Buch in die „ Hand als ob st ire Zyt betent, und wer inen das „ Allmosen gibt, so sprechent sy, wollent inen St. „ Iohans Evangelimn oder ander Gebett fürderlich ,, sprechen und bctriegent die Lüte damite und das „ heisset die Glatten. Krachere. » Es sink auch etlich die Hengker sint gemessen und „ dan ein Jare oder zwey davon gand und sprechen, si „ wollen von den Sünden kehren, und wollen Büß „ und Gottsferte für ir Sünde thun, und ergilent „ den etwie viel Guts, damitte, und wan st das ein Wile getribeu, uud die Lüte betriegent, so « werdent st widerumbe Hengker. „ ES stnt ouch etlich Frowen, die tund fich uS, „ wie das inen an den Brüsten wee fie, und die „ nemment ein Miltze und schellent das ze einer Si- » ten und legeut das über die Brüste und kerent „ das gesichelte Ende uß, und bestrtchent das mit » Blut, daz man wenen solle, es stent die Brüste. „ ES stnt ouch etlich Blinde und Krüppel die ire » Kint Merkwürdigkeiten. 8§z „ Kint desto härter haltent mit Frost und mit an- „ dern Dingen, so st junge stnt daz st ouch lamme „ und blind werden, daß man ihnen desto eh das „ Allmosen gebe. „ Es ist ouch etlicher die stoßet fin Hand in ein Handschn und henckent die an den Hals und spri- „ chet, er habe St. Antvni.'n Büß; „ Und dise die da andeigent, das ist gegangen uf dem Terich, das ist ufdemLande mit dem Klant „ und mit dem Lume, daß ist mit Eisenhaltungen, als ob ste gefangen weren gemessen; und wen die M „ sammen kommen in die Pose daz ist die Herberg, „ so wollentst haben ein Breitfus, das ist ein Gans „ und Flughart das stnt Hüner und Johanns gnug, „ das ist der Wein; wen st den verschecherit werdent, „ daß ist so st truncken werdent, so hebet fich ein „ Innen daß ist ein Sollen mit den Rüblingen daß „ stnt Würffel, wen den etliche verinnet, daß ist ver- „ spielet, daß er nit me hat, so wil er ein Narun- „ ge anfachen, damitte so wird er wercken daß ist, „ veretscht, daß es die schuder fichent gewar werdent, „ das stnt die Ambttüte daselbs, so wird er gebrukt in der Gabel, daz ist gefangen, in der Statt, ist „ es daz es umtich narung ist, daß ist bös, so Wirt er geflösselt oder gemögen daz ist ertrenckt, ist es aber „ klein gefügemarunge dienitvastbösseist, soschin- ,, det man ime die Lüselünge ab, daß find die Oren. 8§4 Historische Diß ist ir Rottwelsche. „ Lem ist Brott. Johann, Wem. „ Doßhart, Fleisch. „ Laberte, Eyer. „ Ein Ruheling, ein Verbun, ein Breitfus, ist ein Gans. ,, Ein Flughart, ein Hirn. » Fldffeling, Vische. „ Wenderich, Käß. „ Senstcrich, Bettwerck. ^ „ Ruschant, Strohsack. „ Klabet, Kleider. „ Flux der andeiget nach dein Johann; ist ein Knabe so der Wein holet. Die Abhandlung von Riehen zeiget was in folgenden Zeiten, bey Riehen hiemit auch in der Gegend von Betticken sich zugetragen hat. Und in dem Stücke voll Kleinhüningen, werden die Umstände erzehlet, welche in der Stadt Basel vorgegangen sind, wan ein Römischer König oder Kayser durch dise Gegend gezogen ist. Der Ertzhcrtzog Mathias, welcher in dem Jahre 1^96. auf der Gallischen Seite des Rheins naher Basel gekommen, hat so denn seinen Weg auf der M erkwürdigkerten. 86s der Germanischen Seite nacher Rheinfelden genommen: Es wird also nicht ohnangencm seyn, wenn wir auch dise Ceremonie beschreiben: Sie ist folgendermassen aufgezeichnet. Als der Durchläuchtigfte Fürst Mathias Ertzher- Hog zu Oesterreich , Hertz og zu Burgund rc. nacher Coftanz um die Erbhuidigung einzunemmen, reisen wollen; hat er die Stadt Basel undrem 22 . Herbstmonat iss6. durch ein Schreiben ersuchet , so wohl zu Basel als in Dero Landschaft urr- beschwärt die Verfügung zuthun, daß er und fein Hofgesind mit dem nöthigen sich versehen tönte; worauf dem Ertzhertzog alsobald von derStadt willfährig entsprochen, deme der Rechburgerische Hof, dessen Hofleüten und Bedienten aber die Höfe derer von Rotberg, Hochenfürst und andere Häuser zum Aufenthalte angewiesen, zu Anordnung der nöthigen Anstalten Vier Herren des Rahts, als Herr Jakob Götz, Herr Hans Jakob Hofman, Herr Melchior Hornlocher und Herr Sebastian Beck verordnet, anbey nacher Liestal und Mönchenstein geschrieben worden, daß die Untertahnen aller Gattung Geflügel zum Verkauf allher bringen sollen. Worauf diser Fürst, deme zwen Söldner in der Farbe entgegen geschickt worden, etlicheiTage hernach um 866 Historische um 4. Uhr Abends, mit einem nicht gar grossen Gefolge durch das Spahlen Thor in die Stadt gekommen , und obgemelten Hof bezogen hat; Bey der Ankunft wurden viele Canouen-Schüffe getahn und er Zwo Stunde hernach in der obern Stube dises Hofs durch die Herren Haübter, Stadt und Ratschreiber, mit folgender Rede bewillkomet. „ Durchleüchtigster, Hochgeborner Fürst, gnedig- ster Herr, nachdem ein ehrsamer Naht diser Stadt .. Basel meine gnädigen Herren E. F. D. vorhaben- ,, de Reiß und Durchzug allste durch Deren Schrei- „ ben berichtet urw verstendiget worden, haben zwar „ sie selbiges mit sonderen Freuden, herzlichengern „ angehört und vernommen, sonderlichen aber der „ Ursachen und von deßwegen, daß bißher je und „ allwegen zwüschcn demHochleblichen HaußOester- „ reich und einer Stadt Basel gucte Correspondenz „ und Nachbarschaft gepflantzt und gehalten worden, „ die erinelte meine guedige Herren zu continuiren, „ begirig und geneigt: daß nun E.F.D. alhier in „ guter Gesundheit glücklichen und wol ankommen » sind, sagen sie dessen dem Allmächtigen GOtt Lob und Danck, wünschend und begehrend auch von „ Ihme dem getreüen Gott, daß Er E. F. D. ganze „ Reiß mit fernerenr Glück und Gnaden segnen wol- „ le: und damit dan vorgedacht meineGnädigenHer- „ ren E.E.Raht diser Statt Basel, iren dienstge- neigten Merkwürdigkeiten. 867 „ neigten guten Willen, gegen E. F. D. nicht al- „ lein mit blosen Worten vermelden, sondern auch „ etlicher Massen, ein Merck, erweisen und erzeigm „ thäten; Als haben harumben zu E. F. D. Sie „ meine Gnädigen ehrenden Herren die Herren „ Haübter sarnbt etlichen iren lieben getreuen Mit- „ rähten hiezugegen abgefertiget, und inen auferlegt „ E. F. D. in irem Rammen underdienstlichen ze em- » pfachen, GOtt dem Allmächtigen heissen in Freü- „ den willkom seyn, ünd demnach Jhro 24. Omen „ wissen und roten Weins, 40. Säckh Haberen und » Vier Lachsfisch zu verehren und zur Scheuche zu „ preseutiren, und zu überantworten; wie dan „ beide der Wein und Haber daniden in dem Hoff „ die Lachsfisch aber hie in drserem Gemach vor- » Handen find; mit underdienstlicher flüssiger Bitt, „ E. F. D. wolleut solliches zue gnedigstem Gesät- ,, len auf- und annemmen und herunder eines Ehr- » samen Rahts der Statt Basel, dienstgeneigten gu- „ ten Willen vilmehr in Gnaden erkennen dan aber » die Verehr, Schenke und Gaben an inen sechsten „ ze schetzerr und zeachten sein möchten. » Woriunen den hieneben und in ander weg E. » F. D. ste underdienstliches und angenemmen Ge- » fallen erweysen und erzeigen köndten, daß erbietend -- sie sich Jederzeiten ze thund, ganz geneigt und »gutwillig. Nnn Wvr- 8 SA Historische Worauf der Ertzhertzog selbsten sehr freundlich sich bedanckt und auerbothen die gute Nachbahr- schaft fortzuführen. Folgenden Mittwoche, würd Er durch einige Rahtsherren in der Stadt herum auch in Sci- denhoff sonsten Leüwenburst genant, um dieBild- nüß Keysers Rudolfs zu besehen, geführet. Bey der Mittags Mahlzeit wurden auf der Pfaltz einige Schütze getahn; und den bey dessen Abreiße über die Rheinbrücke nacher Rheinfelden übermahlen die Canonen auf der Pfaltz und den Stadthoren der kleiner; Stadt loß gebrandt; Im Vorbeyfahren hat der Ertzhertzog die Car- thaus in Augenschein genvrnmen. Es ward anbey dessen Bedienten einige Geschen- cke gegeben und wegen einigen mit dem Ertzhertzoge in die Stadt hereingekommenen in der Acht gewes- ftneir Persohnen verschiedenes gehandlet. Das Sechste und Sibende Stücke von Klein- ! hüningen und Riehen, zeiget ferners zu welcher > Zeit die Schwedischen Waffen in diser Gegend sich hören lassen; die Kayserliche und Schwedische Partheyen marschierten vast beständig auf diser Seite . Merkwürdigkeiten. 869 te des Rheins auf und nider, daher die auf dem Marsch ligende Dörffer übel mit genommen/ und Brücken von dem Jahre iszr. biß in das Jahr -6Z8. etliche Mahl beraubt worden. Seither geniesset es einer stoltzen Ruhe; und da zu Kriegszeiten / wan Völker auf diser Seite des Rheins einquartiert ligen das E. Wapen des Stands zu einer Schutzsaüle bey disem abgelegenen Dorfe aufgestecket / und dadurch das Schweizerische Gebiet angemerket wird; so ziehen sich je- weil die kriegerischen Partheyen bey Wahrne- mung desselben/ zurücke / ohne den geringsten Schaden zuzufügen. 8?o Natürliche .-W.'d Natürliche SrkwMMeiLil von den Uraütem. Was Wunder, was Anmuht, was Nutzen, was Kraft, Unzählbarer Krauter, und Bäumen, und Straüchen, Die Kommlichkeit, Nahrung, Genesung versthaft! Anon. 'Twa eine halbe Stunde von dem Dorf- fe Riehen, zwischen bergichten Waldungen, kan man in der Gegend des Dörfleins Beticken, neben unzählbaren gemeinen Feld-Wiesen-Wald-Garten-Erden- Merkwürdigkeiten. 87» den-und Wasserkraütern, auch verschiedene Berg- pflanzen, und andere, die eben nicht aller Orten zu finden, besehen, sonderlich, wenn man sich durch die Waldungen gegen Crenzach ziehet, und etwa auch die Kraüter des Crenzacher Bergs, so Marggräfisch ist, betrachten will. 1. Vermeinter Bergaspodill. kleuäoLlplloäe- 1u8 >a1pinu8. e. 8. ?. 29 . cpllbu8ärm. I. 8 . 2 . 6 Z 4 . klialanZlum alpin, paluttre. iriöis lollo. 1. z§8. Blühet im Mayen auf den Bergen gegm Brücken, wie auch 2 . Der ästige weisse Widerthon, so in dem ersten Stücke von Muttenz ^o. 8o. vorgekommen. z. Gelber Waldgrundheil. ^nagaUi8 imes ne. inorum. L. 8. k. 2s z. so dlo. 114. im ersten Stücke. Im Walde gegen Beticken. 4. Bergbux mit rundlichen Blättern. 8 uxu8 ko. 1Ü8 rotunäioridu8. L. 8. k. 4?r. s79. Auf dem Crenzacherberge. 5 . Die Glockenblume No. 12 . des Muttenzerstü- ckes. Zieret auch den Crenzacher Berg samt folgender. 6. Campanula nemorola, anZultiiolia magna NNN Z köre 872 Natürliche 6ore, mLjor. 1. m. Beide blühen im Mayen und 5un. 7. Blaue Küchenschelle, kulünills folio crMore L Majore üore. L. L. 177 . 1. 284. Blühet im Merzen, auf dem Crenzacherhor- ne. Ein Garten darf sich unter dem Frühlingsflor diser Blume nicht schämen. 8 . No. 48. und 49. Von Muttenz blühen im Frühlinge auch im Walde bey Beticken. 9 . l§o. 9 . Z-2. Z 4 . Zs. Z6.'Z7. 40. 4^: Ersten Stückes befinden sich auch auf dem Cren zacherberge und gegen Beticken. 1 c>. Bas Bergruhrkraut mit seinen Farbverschieden- heiten. 6n3p1is1ium montcmum, bore rotun cbore subpurpureo. L. L. k. 26 z. Lliclir^sun montM. kor. rotunäior. tudpurputeo. 1 45 z. kescati oKo. Blühet im Mayen au' dem Berge gegen Beticken und Crenzach. 1 r. Eine Art Graß : 6rÄnen rnontanum, PW 1 - culs spactice» äelicstiore. L. L. ?. z. ?r. 6. I. L. 2. 476. Auf dem Crenzacherberge mit folgenden. 12 . Lrlmi. pslutlre, paniculstum, mmu8. Lor. loc. cit. . iz. 6ram. Merkwürdigkeiten. 87 Z > iz. 6ram. loliolis Mnceis brevibus, minus. 0. ö. ?. s. Am Ufer des Rheins gegen Crenzach. 14. 6mm. arunäirmc. xaniculL nlolli, kpräice» M3M8. e. L. k. 7- Auf dem Crenzacherber- ^ ge samt folgenden. i s. 6mm. Lrunäin. exocie, majus, montänum Lj. 1. L. ^ 16. 101. IO4.10s. IO6. 127. Von Muttenz. 17. Oram. iunceum, koliis L kpics junci minus. ,! 6. L. k. 6. An schattichten und feüchten Orten des Crenzacherberges. 18. Von Stendelwurzen: Oretiiä. findet man auf dem Crenzacherberge und gegen Beticken ne- ' den andern sondert. No. 66. 67. 68. und 69. ' des ersten Stückes. s r 9. Grosse und kleine Goldwurz / mit dunkelgrauen ^ Hangenden Blumen. lülium Lore numnre terruZineo, MLjus §L minus, I. L. 2. 692. Im Mayen auf dem Crenzacherberge mit u- seinen Verschiedenheiten. ^ 22. ^lo. 48. und 49. paZ. 64. befindm sich auch ii! ! auf bemeltem Berge. 21. Eine Art Graß. 6mm. wmenwlum, pm- ^ renke, pÄnicula sparka. L. L. k. 4. Gegen Beticken im Mayen. L Nun 4 II. d^o. 874 Natürliche n. No. 79. p3§. 68. Im Herbste auf den Wiesen des Berges. LZ. ^0. 51. PLA. 64. auch auf dem Berge. 24. Vogelnest Blats. ^.wächset auch auf dem Cren- zacherberge. 2 s. Schwarzer Bergappich. ^x>ium montan um niZrum. L. L. ?. 25 z. an gleichem Orte. 26 . Breitblätterichte weisse Volgelsmilch. Orni- tdoKalum umbellatum, album, meäium latikolium. 0. L. k. 70. ^ Z78. Bey Be- ticken im Mayen. 27. Wilde Erven Blats. 78. im Mayen auf dem Crenzacherberge. 28. Härichtes Bergfünfblatt, mit gelben Blumen. (^umHuelolium montanum. ereÄum, l>ir. lutum, luteum. L. L, k. zrs. 1. 297. Blühet im Mayen auf gleichem Berge. 29. Seidenblast, Zyland bey uns. l-aureola to- lio öeciciuo, 6ore purpureo, 0 KclNl 81 .SU- reola loemina. L. L. k. 462. Blühet im Hornung oder Merzen auf dem Crenza- cherberge. zo. Grosser, weisser Pimpernell. kimpinella sa- xikraZa, msjor umbella canäiäa. L. L. ?. 1 s y. Blühet im Heümonat auf dein Cren- zachcherberge. Man achtet diß Kraut scharf und Merkwürdigkeiten. 87 5 und hitzig/ glaubet hiemit, -aß es eröfnen und treiben könne. zi. Eine Art Bergeypergraß. Oyperoiäe8 montan, liumile, anAultifolinm, culmo veluti so- 1 io 5 o, ipicia obseüo. 8cbeucti2. ^§r. 407. Auf dem Berge. Allerhand Arten des niedlichsten Obses hat Be- ticken mit Riehen gemein. 876 Natürliche Von den Versteinerungen O welch ein Glück! in allen Gründen Auf jeder Fläch, auf allen Höhn, In dem Geschöpf den Schöpfer sehn, Die Gottheit allenthalben finden! Brocks. S ist uns Herrn v. Büttners Lornl- ioZrLpkm sukterranea worauf steh viele Steinbeschreiber (besonders Helvin- §iu 8 in seilrer I.lto§rupblL ^NAerbur- MLA in Königsberg 1717. gedruckt,) beziehet, biß dahin noch nicht zu Handen kommen, welche uns zweifelsohn vieles Licht hätte geben können, doch soll Merkwürdigkeiten. 877 soll sie zum Eingänge dises Achten Stückes der Vor- Wurf seyn. ^ooävvarä will seinem Vortrug keinen Glauben zustellen, sondern macht darwidcr Einwürfe; dise wollen wir so gut möglich beantworten , nicht als hätte Herr I). Büttner unserer Verthätigung nötig, sondern wir wollen nur so viel sagen, daß wir seinen Grundsatz, worauf der unsere beruhet für wol gegründet erkennen, ^ooä- >vsrä widerspricht ihme, daß man in der Erde versteinerte Korallen finde: Weitlaüfftigkeit zu vermeiden gehen wir von dem ab, was nur auf Mut- massungen beruhet, und schreiten zu dem, wie man es in der Taht findet und erweißlich ist. Wir gestehen, daß es nicht genug wäre, wen Herr O. Büttner nur allein sagte, die versteinerte Korallen li- gen mit und unter den andern versteinerten Meer- muscheln , obschon diser Satz nicht zu verwerssen, so wird er doch erweißlicher, da man unter disen auch solche versteinerte Korallen findet, die denen ächten Seekorallen an Figur (wir sagen nicht in der 8ubikmi2) gleich sind; mir was Fuge dan führet ^ooä^varä an und sagt, wan man Korallen in der Erde antreffen solte, würd man der roten Farbe einiger Korallen sonderlich der tuduisria pur- purea auch ansichtig werden, diser Einwurff ist nicht zum besten ausgesonnen, ^ooädrä als einem Angränzer der See mußte nicht unbewußt seyn, daß noch an dem Ufer der See die Meermuscheln 878 Natürliche Muscheln, wan dasTier darin stirbt ihre bundtenFar- ben verlieren: er gibt zu daß die in der Erde gefundene versteinerte Muscheln ihr Herkommen aus der See haben, warum sotten disen nicht auch Merkmale der Farbe, die er von den Korallen erheischet, geblieben seyn; doch findet man zuweilen in der Erde Koralleu die noch etwas von ihrer natürlichen Farbe haben: weiters sagt ^ooännä viele Korallenarten die etwa» in der Grösse eines Rinds- kopfcs filld, als der.ütt''ojte8 maritünu«, LOkLUoi- äez, unciulLtu8, mgjor.dise wurde man sonder Zweifel ill der Erde mit anderen Korallen auch antreffen ; Es hat vielleicht Herr O. Büttner davon nichts in seinem gedacht, oder deren nicht angetroffen: so können wir derselben nicht so große anbey aber wan es auf die Grösse ankommt Nrr- äreporiwn und kun§ite8 (^oralloiäes aufweisttl, die seinem Masse nahe beykommen. Mail könnte meinen ob wären wir abgesagte Feinde des Herrn ^ ooävvarä8, der doch eil! zugesagter Freund des berühmten Herrn Scheüchzers war, indeme wir nur seine Schafften angreiffen, in welchen er doch den Beyfal unseres schweitzerischen dieselbi- gen betreffend anführet, und sich damit zu rechtfertigen trachtet; so sagen wir daß Scheuchzer in der I.itKolo§iL den Weg gebahnet, doch begehret er nicht, wie Herr daß man ihm blindlings nachfolgen soll, obschon seine Mutmas- sungen Merkwürdigkeiten. 879 jungen meistens besser eintreffen, als vieles was ^/ooäxvarä erwiesen zu haben behaubtet: wenn Scheüchzer in seiner OrvctiioArax>Ina Helvetica die Märexoren behandlet, sagt er PLK. 224. Es „ haben die Gewächse denen ich den Titel ^lc/o- „ nia zulege, noch viel unkentliches und zweifel- „ hastiges an sich, denen man indessen muß einen ,, Namen geben biß die Erfahrung ein besseres und „ mehreres zeiget, und xaZ. 321. bey Beschreibung der Lntrockiten. „ Unter gegenwärtige Claß » kommen gewisse chimärische oder vieleckicht xrhs- „ maische, sonderlich aber fünfeckichteSteinlein oder „ Sternlein von gleicher Gestalt,gleich als aus vielen „ Gelenken bestehende KZuricrre Stein, welche biß „ dahin noch nicht an ihr gewisses Ort unter die „ Meertiere habe bringen können, ersuche deßwe- » gen insonderheit die Liebhabere der natürlichen » curiolitXten des Meers und insonders die, wel- „ che an Visen oder jenen Meeren wohnen je mehr „ und mehr genaue Acht zu habm auf alles was „ etwan an die Ufer ausgewoffm, oder aus dem v Grund des Meers durch Anker oder in andere „ Weg aufgehoben wird, damit endlich das was „ in der Hiftory der Sündflut-Uberbleibseln noch unlauter ist, an Tag gelegt werde, ich habe biß- ,) dahin die Lntroclio8, McnLL in niutmaßliche „ Vergleichung gesetzt mit dem Laxire lVleäulX » oder 8tella marina Quinta, live Lcylopenäroiäe. 880 Natürliche Da wir Herr O. Scheüchzer weiters anzuführen haben, lassen wir discs mit crnflieffen, pa§. Z29. gibt er einer seiner Abteilungen disen Titel, Nilu- viana L tiZurata varia, «gnarum unälooi^ uäbuL eck inc^uirencla : 6§. 159. Und 160 halten Wir für Spiele der Natur. So wie die Crenz und Waaren so man etwan auf Kisclstcinen antrifft 6§. 161. und wieder 161. so er Oauäa cuju86um aniinalis tok- Mi8 lr?.§mentuni nennet, in dem Deutschen Tert aber deutlicher sagt es scheinet ein Stück zu seyn, nicht es sey ein Stück eines Schwanzes oder Rückgrats von einer ckaja Meerroch oder anderem Fisch; sind erweißlieh nichts anders als Bruchstüker von -er Ockrea imbriLat-r wovon uns die ganzen so wir besitzen, überzeugen: 6Z. i6z. und gehören ohnwidersprcchlich zu denen Ammonshörnern: HZ. 164. l6s. k66. 167. hetittelter liloäioli ckella- ti §:c. welche allch unser Kllpferabdrucke lab. 7.1.it. 3. und n. 8. l-it. i, so mit den seinigen überein- konmien,worüber er pa§. z zo. allso schliesset an?lcm- tX Lujusäam inarinL col-allinL ckos ? wir glauben daß wir wol dörffen dise Frage dem Zweifel entrissen, weiters gehend wollen wir mit Oviäio die vapckne nicht in einen Lorbeerbaum rnetamor- ptiolieren, oder die Lutroclii fabelhaffter Weise aus dem animalische» in das Pflanzenreich versetzen: oben angezogene Schrifftfteller erweisen daß wir nicht die ersten sind, welche die LnwoLckcken unccr die 88l Merkwürdigkeiten. die Korallenarten zehlen, auch wie wir die unseri- ge mit und unter denselben angetroffen zu haben beglauben; wan aber keine Entdeckungen aus der See, biß dahin als uns bewußt, zu zulänglicher Erläuterung dessen so in der Erde anzutreffen, und ganz wahrscheinlich aus der See herftammet, sind gemacht worden, so geben uns die Versteinerungen selbst ein mehreres Liecht, dises ruhn gewiß unsere LmroLkiteu: daß sie ein Spiel der Natur sind, ist nicht zu glauben, daß und mit was für Gründen aber sie einige zu dem -mimischen Reiche zehlen, davon haben wir oben zur Genüge gehandelt. Die angeführte Beschreibung auf der 8-6. und folgenden Blatseite, wie wir uns den auf den H ciat sechsten beruffen, meldet, daß die Pflanze woraus die LntroLki herstammen sollen, gemeiniglich Fünfblättcricht seyn, zuweilen auch Zwanzig oder mehr der Breite nach in die Länge auslauffende Blätter oder Aeste haben: nun besitzen wir Stücke die teils in der Dicke eines Armes sind, welche aus Zusammenfügen bestehen die blätterwciße über einander ligen, zwischen jeder Fuge oder Abteilung di- ser Blätter wo sie abgesondert sind, sihet man die gezähmte rund umlauffende Striemen, und auf der Oberfläche die Strahlen wie sie bey denen Ln- trockitcn aus dem Mittelpunkte gegen dem Rande zulauffen, mit einem Worte, einen deutlich ken- baren Lmi ocluten : an einem andern Bruchstücke 882 Natürliche so bey Drey Zolle im durchmessen und darüber in die Länge hat, ist ein Teil etwa» eines Zolles lang abgesprungen, so daß man die innere Hölung si- het, welche durch die ganze Versteinerung, wie ein Schraubengewinde anzusehen, aussert daß hier keine Abweichung, sondern in gleich aufeinander li- gende areiLulLtionen abgeteilet sind: deren Durchmesser eine Linie, die Fugen aber etwan eine halbe Linie, so daß man auf einen Zoll über Zwanzig ür- riculstionen zehlen karr: dise Höhlung halten wir für den Sitz des Markes, obschon Herr krot'. Lour- §uet in seinem l^ttres klülosopllic^L in Amsterdam 1724. gedruckt, oben angezogenem Herrn üel- dises nicht zugestehen will, wan er auf der Fünf und zwanzigsten Blattscite schreibet, man treffe gar keine fteinartige Seepsianzen an, worin sich einiges Mark befinde; es ist wahr daß man an denen roten Korallen solches nicht so deutlich bemerket, wie an andern, doch sagt er, daß man dergleichen Pflanze», gelöcheret finde, oder andere Hölun- gcn,so die Pflanzen durchstreichen: ist also wol zu vermuten, daß dises der Ort sey, wo sich der Nahrungssaft aufhalte, wie wir dan eine Mallre- porain aus der See ausweisen können, woran die Hölungen, wo sie von dem Anwachse, abgebrochen dem Auswachse der Pflanzen an Figur entsprechen: so gar an einer versteinten Mllrepor-z, die uns der Länge nach, ihre innerliche entdeckt, scher marr Merkwürdigkeiten. 88; man wie diser Narungssaft sich gegen denen Aesten ziehe, wir wollen nun den Abdruck unserer Achten Kupferblatte erläutern. liunLus Loralloiäes peäiculo adlcillo, in c^uo Lirculi beut in liZno crescenti viäentur, ex. Lurrentibus rainis äiverlL inzZnituäims cui inäe xartes Lntrocllitarmn L kunZitarurn in- üäent. Stellet eilten Korallenast vor, und zwar nur den Teil der Versteinerung, welcher! wir zu unserm Vorhaben hinlänglich zu seyn erachten, zumalen die Abschilderung des ganzen Klumpens, welcher aus verschiedenen Korallenarten und ülaärXporiten die mit 1u- bullten Seewürmern und kleinen Korallen- schwämmen untermenget sind, bestehet, den Raum unserer Kupferblatte erfüllen wurde: von diser Art Versteinerungen besitzen wir eine andere so eben wie bist, vom Fusse an in die Breite auskauft, deren Aeste aber dicker sind; auf der Oberfläche erscheinen die schönsten Korallenzweige, welche den ächten Seekorallen die Farbe ausgenommen ganz ähnlich sind, haben bey Zehen Pfunde an Gewicht, unten bey dem Buchstaben a. wird der Fuß, welcher abgebrochen zu seyn scheinet, vorgestellet, alwo Zirkelstriche wie man an Holz bemerket, aus dem Mittelpunkte gegen denr Ende lauffen, zielet auf Aschfarbe. O 0 0 L. 1rui> 884 Natürliche L. Iruncus Lorralloiäes oblonZior , m^'ori- bu8 r 2 Mi 8 , äiverÜ8 vermicuÜ8 ornatU8. Ein anderer Korallenast oder Gewächs, so aus vielen Zweigen bestehet, da die kleinen aus den grösser« ausgewachsen stnd; der Kupferabdruck stellet dise Versteinerung nach ihrer wahren Grösse vor, ist auf der andern Seite eben so deutlich und schön , daran hassten viele Seewürmer, unten beym Fusse aüssern sich die ^rticulstionen oder auf einander passende Fugen wie man solche bey denen LmroLiuren bemerket. 0. Lorrrlloiäeg 8uKrutiLi8 kacie, r3mi8 ex ball YUL- ü soliaceii; excurrentidu8 udi absciÜL exrre- init3te8 kltulobL, punüi8 noratL ünit. Di- ser Abschilderung so die Grösse der Versteinerung vorstellet und rings herum deütlich und schön ist, glauben wir füglich den Namen einer Korallenstaude beylegen zu können, die grossen Aeste sind mit blätterichten Ausschweifungen bezieret, wie man solche bey I^ir. X. der Sibenden lab. ersthet, die staudenartig auslauffende sich mehr und mehr verkleinernde durch und über einander geschlungene Aest- lein, sind bey dem Abbruch mit schwarzen Punkten bezeichnet, so deütliche Merkmale, daß dise Versteinerung aus dem Pflanzenreiche herstammet. D. Merkwürdigkeiten. 885 O. ?3ks Trunci Loralloläes in cuju8 Ldsciills ra- nÜ8, Lntrockitse ärltinäle obkervantur. Dl- ser Teil eines Korallenftrauches ligt nach seiner wesentlichen Grösse und zwar ohne einiges verkünftlen vor Augen, wie wir dan unserm Herrn Zeichner den ohnabgedrungenen Ruhm beylegen können, daß er so viel als je die Kunst zugibet, von dem Urbilde nicht abweichet, da denn auch in denen Kupferstichen die Natur so viel möglich nachgeahmet wird: auf der andern Seite fihet man auch viele kleinen Risern gleichende Zweige, die Merkmale der LmroLluten sind deüt- lich genug, und die Aeste haben sich nicht zufälliger Weise an dieselben angesetzt, sondern sind aus denselben ausgewachsen, und hat auch jeder Abbruch in der Mitte ein schwarzes Pünklein. Z. OoÄZulum LmroclütLium äiversse MLMituä!-. M8. Ein Klump der aus vielen abgesönder- ten Teilen der LmroLtüeen bestehet, die so wohl an Mehrheit der ^rüculLtiomn als auch an Grösse unterschieden sind, man könnte hier eine Frage aufwerffen, woher es komme daß die Lntrockiten oder deren Teile so verwirk auch groß und klein durch einander ligen, so Ooo s körn- Natürliche können wir nur so viel darauf antworten, daß man groß und kleine Lmroclnten findet, deren ^rti^ulÄtionen noch an einander sitzen, I dennoch aber in etwas abgewichen oder solchen ihre natürliche Zusammenfügung verlassen ha- > den: noch andere findet man, die flach ver- ! drückt, und dennoch ihre Figur behalten, l ausser daß die Gelenke nicht mehr in einem ebenen Durchmesser, sondern schief gehen, es ist aber auch die Frage noch nicht erörtert daß fieinschalichte Muscheln und Schnecken, einen so harten Zusah!, wie man dan deren gar viele verdruckt antrifft, die doch noch kenntlich und ausser der Unform ganz find, ohne ! Zersplitterung haben außstehen können, welches nicht leicht zu entscheiden: bey denen Lritto- § einten aber, welche aus Gelenken oder Fugen E bestehen, besser zu begreiffen ist, zumalen nach j! Inebkneclitn Bericht in seiner 8ub- ,! reriAnes. Giessen und Erfurt I7ZO, die Ge- n lenke der Lmroebiten so man auf dem Span- ^ genberg findet, sich mit einem Messer absön- !' dem lassen. i k. Lntrocbites xer5or2w8,^ULtuoräeciln junüurir, , äiveigs vernnculis. Ein Lntrocliir , oder i! Lutroclius Oolninnari8 aus Vierzehew^rticu- ktionen bestehend: die Höhlung so dise Merkwürdigkeiten 887 steinerugen meistens haben, ist dabey angemerkt , als auch die darauf sitzende Seewürmer. 6. Lntroclütes Lcliinatus L incurvatus. Ein ge- krümter Lnrroclüt besten ^rticulationen haben gleichförmige in etwas erhöchte Ründungen, und jede Abteilung ist auf denselben rings herum mit stachelichten Zaken besetzet, dise seltene Art der LncroLkicen trifft man nur etwan in letichtem Boden an, auch finden wir bey denen Steinbeschreibern wenig Meldung davon , und unter denen, deren Werke wir in Handen haben keine in Kupftr gestochen: nachdenke die Achte lab. schon fertig wäre, ist uns erst ein Stück zu Handen kommen, so bauchicht ist, wie die Sibende lab. unter I.it. vorstellet, die einen Zoll in der Länge hat und mit spitzen Zaken wie erst beschribene besetzet ist. 8. Latrockltcs Namellatus. Oeleb. 8clieucb- 2eru8 nennet dene Lntrocbub cinZulis ver- rucoüs , er ist rings herum auf einer jeden ürüLulation mit kleinen Warzen besezt, die mehr oder weniger Erhöhung haben, und gläublich Überbleibsel der vorhin beschriebenen spitzzackichten sind. Ooo z I. Ln- 888 Natürliche I. Lntrockiteg funZitX säliTrens. Ein LMrocllit ^ der an einem Korallenschwamme festsitzet, man !» trifft solche auch kleiner auf grösser» Lmro- > i cliiten an. ! X. Lntrockiteg Oariop^IIi koriN3. Wir benennen dife Versteinerung nach ihrer Figur, sie werden selten angetroffen, glauben aber daß ^ solche füglich für einen Teil der in vorherge- ' hendem Versuche unter dem Buchstaben 0 . ^ beschriebenen Versteinerung zu halten seye. ! ^ X. iVl. o. ?. LntrocllitX ülores ro 5 Lce 38 , llel- Isres 65 crucilorines rekerentes. Die mit X. ! und N. bezeichnete Lmroellieen stellen eine ! ^ Gestalt eines erhabenen Röschens vor, auf ^ dem eitlen sitzet man wie der Abdruck zeiget, j eitles oben auf, die andern alle aber vertieft, auf jeder in Fünf gleiche Seiten abgeteilter Ab- stümpfung: die mit und 0. bezeichnete sind erhaben und vertiefst, so wie ein mit Fleiße gestochenes Pittschafft, lassen sich auch füglich dafür gebrauchen; der Buchstaben ?. stellet ein viereckichtes Steinlein vor, worauf beiderseits ein Creütz zu sehen, wird vermittelst ^ des Vergrösserungglases deütlicher vorgestelt, ? konlnlet aussert dem Fünfeck denen so wir schon im Zweyten Versuche beschriben, an Art und 8ub- ! Merkwürdigkeiten 88s 8udlkLN2 bey; unter so vielen Hunderten haben wir nur dises alleine Creützförmicht angetroffen, ist so deutlich daß nur das Aug^ ohne einige Einbildungs- krafft erfordert wird : bey einigen Steinbeschreibern als Liebknecht findet man deren in Kupfer gestochen, so etwan einen Türkenbund, einen Hahnen, einen doppelten Adler vorstellen sollen, welcher let- stere auf dem Kupferstiche sechsten nicht deütlicher vorkommt, als man solcher: an einer voneinander geschnitenen Wurzel oder auch in dem Stengel des Fahrenkrauts fich vorstellen kan. Sonsten findet man auch in dem Banne des Dorfs Beticken, verschiedene Greiffmuschel und Luchs-oder Strahlsteine, in demRebberge gegen Krentzach Anronshörner; Bey St. Chrischona Rogensteine und auf dortigen Feldern viele Feuersteine von blaulichter Farbe. i -W Register über die Historische Merkwürdigkeiten der Acht ersten Stücke. Abschilderungen aller Dörffer, Landgüter, Flüsse auch anderer anligenden Orten, kommen je- weilen in demjenigen Stücke vor, allwo solche beschrieben werden. A. vivSv ein Landgut. i;6. Versenkung allda. 185. Äugst, Hochgericht allda. 209. Adlerberg. 2; 6. Altringen und Hertzogs von keris Durchzug. r;;. Allschweilcr Weyer. ;6;. Alban St. Klosters Anfang. 402. schenckt der Stadt seine Rechte. 407. - Teuch. 409. 4;6. Aussirtz, dessen Beschreibung. 527. Auß- Historischer Merkwürdigkeiten. 89r Luils Verwüstungen in diser Gegend. 604. - - - schlägt die Burgundifche Könige Sigmund und Gun- darich. 604. Adel, dessen Vcrkomnüß mit der Stadt. 8 ;?. B. ^Ischöffe von Basel, deren in disen Stücken gedacht wird. ;o. 42. 208. 2;y. ;;4- ^64. 40;. 404. 742. 744. 745 - 786 . Burgundischen Königs Rudolfs Zusammenkunft mit dem Kay. ser Conrad. 40. Bürgerrecht im Kriege erworben. 41. Bavst Felix des 5. Tochter Ankunft. 44. Birßfluß. 107. 141. 297. dessen Sand. 14;. dienet zur Lust. 154. Überlauft. i?6. Briglingen. n;. -21. 4? 4 . Bad. 57?. Brucken ander, oder Landgut bey Münchenstein. i; 6 . Brnckreben ein Landgut. i; 8 . Boluserde. 14;. Basel belagert. 146. ;64. Bruderholtz. 149. Z 4 t. Z69. Schlacht allda. Bürgern Harnisch. 15°. Bielbencken. 29^. erkauft.; i2. Weyerhauß. N4- Spittalhauß. ,22. Kirche. ^2;. Kapelle. za;. Pfarrhauß. ,25. Schulhauß. ;2§. das Dorf wird verbrannt. ;6;. ,69. beschädiget. ;?i. Birsigfluß. 296. Brodtmeisterthum. Bretzeller ein Hauß. ;2o. Blume ein Hauß. ?2v. Bvttmingen. an Basel verpfändet. ;; 4 . vollkommen überlassen. Schloß allda. z;?. verbrannt. ;6;. 169. Schützenhauß. ; 7 . Schlacht alda. 6-;. Falkenstein zerstört. 784. . Fische im Birsig. in der Birsse. 142. ;; 4 . m der Wiese. 6;2. in dem Rhein. 64;. G. Eruht, ein Landgut. r; 6 . Gibsgrube bey Münchenstein. 144. Gesellschaft des Löwen. 147. darein trittet Basel. 787. 894 Register Gesellschaft die Rote und Schwarze genannt. 849- Bund dar- wider. 85». Gundcldingcn. 4;?. verbrannt. 516. Zollshüte alda. 516. Mineralwasser. 579. Geleite durch die Herrschaft Rotteten. 6i». Goldwäschen. 6;o. Geleite, öffentliches vom Kavscr erhalten. 784. anßgeübt 786. Grosser Ma>or, nimt der Stadt Basel Feinde in Rheinfelden hinweg. 79«. Oedrisrw Fcldmarschal kommt nach Riehen. 796. >^Ardt ein Wald. 20. 2^;. 254. Hunnen zerstören die Wohnplatze. 146. 604. Hoche Ram. 247. Habsheim, Dünckhof alda. ?c>4. Holee. ;??- ein Römische Vestung. ;e8. Römische Alter- thümmer alda. ;«2. merkwürdige Wasserquelle. ;6;. Hagenau an der Birst. 4; i- Hüningen, Groß und Klein. 604. Rhcinfart alda. 60;. das Dorf Klein Hüningm an Basel erkauft. 607. Herrn Margrafen Anteil an discm Dorf. 607. Streit mit Jhme. 610. 61,. Streit des Müllers zu Kleinblumigen mit den Schleiffern und Müllern der kleinen Stadt. 610.640. Gericht alda. 611. Wert im Rhein. 4-4. Herr Margraf verkauft der Stadt seinen Anteil an discm Dorf. 616. Kirche. 6; 8. gehören unter den Gerichtsstab der kleinen Stadt. 641. Schantz alda.. 689. Horn, Steingrube alda. 6n. 770. Schantz alda. 796. Hiltclingcn. 61;. Haltingcn. 61;. Haust - neü; Markt alda. 61;. Umgelt. 619. Markt in Pestilenz Zeiten. 642. Wirtschaft. 642. Hünin- Historischer Merkwürdigkeiten. 8s s Hüningen, das grosse Dorf in der Stadt Handen. 688. Schantz alda. 688. wird von Bafel ans beschossen. 688. dise Schantz wird zu einer Vesiung. 691. Brücke darbey. 69;. 696. Hungersnoth. 790. Hochberg die Herrm Margraftn von, nemmen Baßler Juden weg. 79;. <- 2 . ^Huragebürgc, in der Landschaft Basel. 105. 106. -99. Jnfulanifch Gut. i;;. Jakobcr Schlacht. 149. Jakobsberg. 4)7- Jstein eingenommen und zerstört. LLi. <77. Jmmenbachlein zu Riehen. 8°4. R. ^losterpflegern Ordnung. 2;. Kirchweyhen, Außzug darauf. r zr. Krieg mit Oesterreich. ;z6. Kornhauß wird gebauen. 452. Klibinwuhr, Fischen alda. 608. Obere Klibin. 645. die Andere. 646. dis Weyerhauß wird verbrannt. L79. Kayfer Friedrich kommt naher Basel. «s». » - Maximilian. 685. 637. Kembs, Zoll alda. Lio. §Osungs - Stücke. 157- Landtäge, und die darbey vorgegangene Gebrauche zu Brat- teln. 214. zu Sissach. 2rK. Leimenthal. 295. Lehen » 896 Register. Lehen der Stadt Basel so vom Haust Thierstein erkauft wor. den. ;n. Landschaft Basel wird in Siben Vogteyen eingeteilt. 5yr. Lachsstrich. 6l4. Lachsfang. ü,;. Beschreibung disch Fischs. üz4. Lachsfangsstrcit. 69;. M. Ä^uitcnz des Dorfs Beschreibung. 7. - - - die Kirche alda. 21. - - - Brüderschaft. 2z. Kapelle. ;s. Hschgericht. ,r. Dünckhof. Weyer. Waldungen. Kirchwcne. ;y. geplindect. 4;. Unruh alda. 45. Schützenhauß. 4;. Münchenstein dessen Ursprung. 109. Lehrn von Psirt und Habspurg. nc>. Dessen Umkreist, n;. an Basel verpfändet. 114. Streit mit Solothurn deßwegen. dessen Verkauf und vollkommene Übergab. i2o. zu einer Landvogtey gemacht. 122. Huldigung. i2z. Grciner alda. 129. Wcinpresse. izo. Kirche r;o. alhier werden viele Körbe verfertiget. 1;;. Zollhauß alda. 142. Schloß wird belagert. i;i. Auffahrtszug. izz. Unruh. alda. i;6. Gericht. 157. Mühlhauser-Krieg. i;i. 2,-2. Madien, die Burg. 19;. 201. 2;6. Mcycnfcls. 247. Mnntzach eine Klocke von hier kommt naher Bielbenken. ;r4. Milchraum zu Bielbenken verfertiget. ;2ü. Uoscbel»pkus.;28. Margrethen St. 24Y. ein Beginnen Wohnung. Margraf Herrn, Streit mit Thomas Rcnck. 607. - - Herr Philip kommt in die Stadt. 6n. Maüßthurm. 688. 689. lilaaceliir kommt nach Hüninge-n. 69!. Mathias Historischer Merkwürdigkeiten. 897 Mathias, Ertzhertzog kommt naher Basel. 86;. N. d?Eüe Welt. i;8. Nasenfang. In der Birß. ;;;. - - - in der Wiesen. 6; i. Mühauß. 6iz. O. Ox^L-sI des Hofs zu Basel. ;°2. Octtlicken. 614. Otterbach. 614. 64;. Ochsenfeld, Schlacht darauf, 689. P. ?Ie7re pertuis. 107. Petrinisch Lehcngut. i;?. Prattelen. 187. vou den Edlen von Eptingen erkauft. 191.22;. Zehenden alda. 192. Markmänner. 19;. Weyer. 19;. 228. Schloß. 197. 2;o. 2;6. Hochgericht. 20;. Siehenhauß. 20;. 208. 228. Prattcler zoll- frey auf der Birß. 208. von Solothurn bekriegt 2,0. Fahrt am Rhein. 219. Jahrmärkt. 219. Kapelle. 228. Mcyerhof. 228. Dünkhof. 228. Linde. 229. Kirche.?;;. Unruh. 2;;. Pfaffenholz. ;-?. Papageyen Gefclfchaft. ;64. Pfeffingen wird von Basel eingenommen. 74;. R. Ä^auracher von den Römern geschlagen. 8. kobur VLlentmiaiü. io.. Rochauß / 898 Register Rothauß, dessen Insigel. 12s. - - Stiftung. 2;.-4. Besitzer. 2?. 28. Ursprung. 2;-. Zufälle. 424. Ryhincrisil) Gut. i;;. Rütinhardt. i;7. Rolbcrgcrholtz. 147. Rcüter, schwarze- 157. Nollenbatzcn. 22;. Räubcrsrottc. 2;i. Rümmelinbach. 446. Römische Strasse durch das-.Baselgebieth. 400. Rhcinfcldcn, klein. 4Zy Rheinfluß, dessen Beschreibung. 647. Fische darin. 643. Richemerthor. S6i. Riehen das Dorf. 7; 9. Wappen. 7;?. 741. Bahnstrcit mit Weil und Tnllicken. 742. kommt an Basel. 74;. Kirche alda. 749. tauscht einige Gefalle mit St. Jakob. 752. Gewidem Güter alda. 754. kommen an Basel. 761. ingleichcm der Kirchensatz, Zinß und Zehcnden. 762. Schul alda. 764. Leibeigene alda werde» ausgetauscht. 76;. Dünkhof. 767. Wein, trotte. 7S9. Kirchweyhe. 771. Eherecht, Gcrichts- und Gescheidsordnung. 772. Weycr. 780. Steg über die Wiesen. 780. Riehen wird abgebrannt. 79;. beraubt. 794. 79?. Schliktenfart alda. 794. Schlipf. 796. Jmmenbachlein alda. 804. Gericht. 8;o. Riehen, klein. 784. S. (§ImmelinS Thürmlein. 17. St. 2 okob. 26. Schwitze zu St. Jakob. 47. wird zur Lust belägert. 48. Süßgöw. m. 191. 200, 2i 6. Schantz 899 Historischer Merkwürdigkeiten^ Schantze bey der Neuen Welt. i;s> ! Steinkohle. 144. !> Steingrube. 14;. ? Schaucnburg das Schloß. 2;?. - - - das neüe Bad. 2; 8 . Beschaffenheit des Wassers. 2-8. Schwedische Völker. 2;?. ;7i. 688 . Schaler, deren Wappen zu Jerusalem. ;i 6 . soll stehen an- stat 1629. das Jahr 1269. deren Wohnung. ;i8. Schilde. ;2i. ziy. Svittalsteqe. 118. St. Brandolfs Kapelle. ;2v. Schutz beym Birstg. 146. Steinmbach. ^46. Sleinwklvstermühle. ;46. St. Margaretha. ;zo. ;. Kirche vergrössert. ;;4> St. Elisabeths Sl. Ulrich. Sternengestllschaft. ;S4. St. Jakob, z 99. Brücke alda. 400, Wer Brückenzoll frey. 406. Zoll. 410. 420. Kapelle. 41;- Ziegelhütte. 4,4. 4;;. Zollhaus. 4l4. 42;. Sichenhaus. 4-9. der Carthans einverleibt. 427. Walcke. 4; 4. Schlacht mit dem Dauphin. 446. umständlich beschrieben; Ursach warum die Eydsgenossen über die Birß gezogen. 47--. St. Leonhard. 40;. ^ Siehen-Feld. 427. Siechtage. 428. Scherkeffel. 541- Sand der Birffe, des Rheins und Wiesen. 629, T. ^Ahl, im, 246. Tabackkrauts Wantzung. 640. Ppp ^ lureane Zoo Register Historischer Merkwürdigkeiten. lurenne Marschal kommt in bist Gegenden. 796. Thiere/ vierfüffige so in diser Beschreibung vorkommen. r>. ^ 3 ögck/ fremde. i;6. Vordruck/ ein Hauß. 119. Ml-nä, Marschall schlägt bey Fridlingen. 69;. Vogel so in Visen Beschreibungen vorkommen. w. Ä^Artenberg und darauf stehende Schlösser, n. 114- - . - - von / ein Freyheerrliches Geschlecht. 19. Wildenstein / Auszug dahin. 40. Wuhr bey der neuen Welt. 140. Waldenser. 2; 6. Wannenboden/ Schantz alda. 257. Wildeck am Birstg. 298. " Wasser/ merkwürdiges im Hole. ;6z. Wiesenfluß / Fischen darin. Sio. si;. Art des Wassers. «29 Sand. 629. Wuhren darin von Müller und Schlcif- ftrn. 610. Fahrt. 624. Brücke darüber. 6,0.61;. Ursprung. 622. Brücke Bau. 625. Zoll. 627. Zoll-und Wachthauß. 628. Waldung im Margräfischen. üi;. 614. Wettinger Hof/ Zinß und Gefalle kommen an Basel. 761. Wencken. 8;i- z. §Eügnüsse/ wie solche vor Zeiten geleistet worden. 20,. Züginer plündern. 2<;z. Zuzüge/ Eydsgenössischc. 2^6. 257. Zügcrn zu Biclbencken verfertiget- z'26. END E. egifter aller meist Bürgerlicher Geschlechtern, so in den Acht ersten Stücken vorkommen. ^ A- lEGricola. ;;6. Alt. 484 . Altmann. 478. Altenbach. 644. Am Veld. 476. Ammann. 6; 6. Andlau. i;?. ;or. 486. 682. 68;. Anoni. ;4. Arlberg. 421. Armloder. 674. Arstnt. 68;. PAtzenhart. 488. Baltzer. 492. B. Ppp 2 Bach, 902 Register Bach/ zer, 49;. Baigent. 496. Bäplin. 489. Barter. 644. Bäree. 6; 6. BackliN/ 66 ;. Bart. 667. Baßler. 670. Bammach. 670. Bärnischcr. 671. Bärmftls / von/ 6Zl. 68;. 788 . 8Z7. Bär. 68;. Bauhin. 17. ; 4 - Baßler. ;4. Baltmann. i;r. Baltier. i;;. 747. Bartenschlag. ;;6. Bayeren/ Hertzogenvon/ ; 6 ?. Bacher. 479 - Bärtschi. 478. Beck. ;4. -r6. i;;. ;24. ;;6. 747. Berhcm. ;4;. Berncr. 491. 6;;. Bechburg, von> 784. Bergmann. 492. Bernhardt. 49;. Bertram. 619. Besserer. 664. 66;. 672. 674. Behem. 666. 671. Bcrger. 667. Bennemach. 670. Berkilchen. 67;. Benner. 6;;. aller meist bürgerlicher Geschlechtern. 92z Besseli. 6 ? 6 . Bischof. 124. 621. 654. 656. 662. 76;. Bielisser. 216. Bingcn, von, 48?. 624. Bidermann. 491. Binninger. 49;. Billing. 497. Bircher. 667. Biberlin. 674. Birliden. 6 ? 6 . Bitte!. 67;. ^ Bleyenstein. i; 4 . ' ! Blenner. 486. Bletzi. Blanck. 487. 660. Blyer. 492. Blowen. 49?. Blum. 478. Blaser. 6 ? 8 . Blüemelin. 6 ? 4. 664. Blitzmann. 670. Blansinger. 6 ;?. Blaueniiein. 669. Boß. 47?. Böul. 476. Boler. 484. Böwlin. 484. Bvttenstein. 66i. Bonstett. 662. Böscher. 667. Böms. 671. Bontz. 67). Bontin. 676^ Ü77. Ppp; Bönin« 9O4 Register. Böningcr. 478. Brand. 12;. 621. 641. 766. Brcnner. 126. 41z. 6;4. Brcm. i;2. Bratpfanne. i;r. Bromdach. r;;. Brunfchwiler. ;ss. Brun, von, 417. 764. BrandmüUer. 417. Brust, am, 47;. Drucker. 48?. Brun. 48;. * Braunfchweig, Herzoge von, 741. Brunmann. 487. Brcllcnkopf. 490. Brodtbcck. 6^9. Brunncr. 491. 667. Bratlcr. 491- Brunnet. 49;. Brüderlin. 50;. Brüglin. 50;. Bruck, von, 50;. Brnckner. 6; 9. Braun. 6; 9. Breitschädcl. 668. Briem. 67;. Büdingcr. 125. Burckhard. 126. 227. 413. 4)8. 48s. 49;. 621. 6;z. 6,9. 764. 8;2. Burgund, Herzogen von, 210. 21;. Buxtorf. 2;;. Bückst. 476. Büler. 477. 669. Bund- aller «reist bürgerlicher Geschlechtern. 925 Bundschuh. 48?. Büschi. 48?. Büechli. 6; 5. Bürglin. 668. 669. 670. Buchsmann. 488. Burer. 489. Butz. 490. Bütehüftren. 494. Bücheler. 496. Bümann. 6;6. 666. 67?. Bume. 6; 6. Burghans. 6? 8. Buller. 662. Burd. 66;. Bürger. 669. 677. Butz. 669. Bus. 670. Buem. 674. Bue, von, 654. L. §Any, von, ;r;. Capler. 476. Canzeller. 660. Christen. 487- Cluser. 476. Cläsi. 478 . Clocker. 489. Clugli. 6; 7. Crevs. 67;. Creütz. 666. Cuntz. 6;-,. Cuntzlin. 49« 667. Cuntzmann. 6; 6. Darer. 9v6 Register D. ^Arer. 754. Datt. 754. vsmmsrtin. 468. Deücher. ;; 8 . Diethclm. 478. Dietrich, i;;. 2;;. ;;6. 6;8. 6;?. Dtcbold. 4 y;- Doppenstein. 747. Dräß, von, 246. Drubern. 670. Dürre. 490. 669. Dürrenbach. 477 - E. EBlingcr. 124. Ebing. 476. Eberli». 6 ; 4. 66 ;. Eberhard. 666 . Eck, an der, 476. Efringen, von, zor. Eglin. 671. Egk, ab, 478. Ehinger. ;; 4 - 484. 488. Ehrcnftls. 48--. ;o;. Einkorn. 667. Eichenlaub. 666 . Ebner. 478. Eli». 66 ;. Emmelin. 489. Einpsinger. 667. aller nreist bürgerlicher Geschlechtern. 927 Enderlin. ;;6. Engelfridi. 48;. t Engeli. 487- ! Engen. 6;;. H Eptingm, Edle von, 22. 40^ 42. 191. 192. rc. ;o, - ;- 2 . 8 ;?. Erb. 476. 4 y 1. Ere und Guth. 664. > Erni. 6;y. 67;. Ernst. 6S9. Erhard. 124. 436. 433. Erenknecht. 49«. Esel. 66;. / Elch. 66;. Euler. 418. 764. 8 . HAlckeisen. ,4. Falckner. 41. 12;. 126. ;i;. Z2;. ;;6. 416. 479, 6n, 621. 7S9. i Falckenstein, von, 44. 204. ;o;. 674. 784. Fäsch. 126. 127. 247. Faber. 76;. Fischer. 4-7. Fischst. 477 - Fintzler. 644. Fischinger. 670. Fleiter. 417. Flachsland. 64 k. ! Forcard. 621. Fogisheim. 670. Freister. 477 - 473. 780. Frvwler. 66;. O. aq Fritschin. Register 908 Fritschin. 124. Frey. 12Ü. 227. ;;6. 621. 6;y. Frye. 666.. Fries. >;2. Froburg, Grafen von, 299. 402. 4°4- Fryenbach. 476. Fromont. 48;. Friderici- 484. Franck. 486. Fruy. 490. Frcünt. 49^. Frümis. 487. Frist. 49;. Freche. 6? 8. Frenzlin. 66 ;. Fritag. 668 . Frölich. 670. Franck. 672. 67;. Frävel. 67;. Franckcnfurt. 672. Fricker. 7,2. Frick. 8)7. Fürstenstein, von, 419. Für. 477 - Fünfmäß. 484. Fugs. 487. Fudaxe. 496. Fuderbarm. 666 . Fürfelder. 748. G. Oäutschin. ;24. Gallati. 478. Gaßmann. 6;?. aller meist bürgerlicher Geschlechtern. 929 l Gasse, von, 6;8. - Geiler. i;r. Gernler. i;;. ;;6. 416. 417. 4 i 8 . > Gey. 487. Geer. ;-4. Gemuseus. ;;6. 418. Gesser. 476. Getzler. 654. Getteling. 66r. Genung. 66r. Gerber. 492. Gesseler. 496. > Geroltzeck, von, Geringer. 6 ;-. Gengolf. 664. Gebellin. 6S4. Gersperg. 666. Gepser. 677. Gerispach. 676. Gisel. 620. Giesser. 676. Glaßberger. 49 ?. Glent. 672. Gneßgene. 658. Göbel. 49;. Götti. 486. ! Götz. 489. Goltfrid. 499. 667. Goltschin. 669. Gouch. 677. Groll. Gros. 124. 2 ) 4 . ;?6. Grineus. i;i. i;;. 416. Qqq - Grcbli Register 9lo Grebli. 227. Gricb. ;4». 669. 68;. Grüncnberg, von, 466. 66i. 7;r. 794. Graf. 47;. 489. 654. 664. Grübln. 476. Grüninger. 478. Grcifpach. 487. Grunde, vorn, 488. Grißfpitzcn. 4sr. Grcndli. 50;. Gruben. ?2;. Grclliger. 49;. Grülich. 497. Grünenwald. ;«6. Gugler. 29. Güntz. i;2. Günthard. 47;. Glimmer. 47;. Gupfer. 475. Gutgcfclle. 487. Guggen. 662. 748. 76;. Gutzwiler. ; 06. Gürtler. 67;. Gystn. 764. Gyesier. 659. H. ^)Abfpurg, Grafen von, 16. no. 112. n;. 146.299. ; 64 . Habcrkorn. 49;. Häußler. 747. Hagcnbach. 2;;. ;;6. 748. Haßiohn. 2i 4. Hadtstatt, aller meist bürgerlicher Geschlechtern, sn Hadtstatt, von, Z4;. Haß. 41 y. Hallwiler. 466. 470. Hager. 476. Hagelt. 476. Halter. 478. Hagcnstein. 487. Hascmann. 48L. Haue. 488. Hasseler. 488. Hafener. 490. Hartliep. 492. Halbeisen. 498. Häuser. 646. Hartmann. 68;. Harnesch. 68;. Harnescher. Hasenburg. 657. Hadersack. 6; 8. Hader. 664. Hagens. 669. Harder. 671. Hagenauwer. 674. Hafner. 676. Haderer. 66;. Haner. 662. Hesse. 670. , Heber. 90;. Hegenheim, von, 624. 79;. Hertcnstein. 17. ;;6. Herr. 118. 490. Heidelin. 129. 672. Hermann. 12;. Qgq; Heintz §12 Register Hcilltz. 47 «. 484 - Hcß. 484- Helbling. 487 - Hclblingsmann. 497 . Hertzog. 488. 672. Hefter. 488. Herbst. 49->. Helßzy. 49 l. Heini. 491. Heilt. 492. Hencki. 6;?. 662. Heüchcler. 646. Hertli. 656. Heger. 656. Heintzelmann. 65-. Hcchly. 6öo. Henner. 66;. Hcynig. 664. Herchinger. 6S7. Hemmann. 672. Hcintzlin. 677. Heniggi. 660. Hcrtenbergcr. 670. Heintz. 67;. Heüßler. 742. Hildenbrand. 124. r;z. 489. 68 ;. Hirsinger. 484. 670. Himmclkron. 488. ,Hierli. 6;;. Hombcrg, Grafen von, i?. r6. m. 402. 40;. 441. Hospinianus. Holtzinger. ; 4 . Hofmann. Z 4 . 417. aller meijr bürgerlicher Geschlechtern. 91z Hochberg, Herren Marggrafcn von, 210. 367. 461. 46;. 790. 792. Höltzlin. 2,4. Hofstctter. 47?. 66 ;, Honig. 476. Holler. 492. Hochgemut. 494. Höplin. 497- Hochmatter. 496. Höchste», von, 491. Hörner. 6; 4. Höchi. 6^6. Horuf. 6; 8. Holtzschucmachcr. 666. Holstein. 677. Holtzmann. 66;. Hoff, im, 475. Hübscher. 29. Hug. 12;. Hummel. i;2. Hupphan. 478. Huber. 492. 747. 748 . 765. Huser. 492. Hudelt. 492. Hußwirt. 496. Hutinger. 6;;. Hügli. 6; 6. Hug. 664. Hubenschinid. 66«. Hugli. 6; 8. HÜti. 6;;. Jerge 914 Register. ). ^Erge. 492. Jegcr. 488. 66;. 67;. Iccklin. 670. Jcörq, David 44;. Im Hoff. 471- Jmmclin. i;r. 2;4. Jngber. 676. Jockelmann. 668. Ienci. ;44- Isclin. 124. i;r. 419. 621. 682. 68;. 6;7 Iren. 677. Iungherr. 497. Ilmgemaun. 6 ii. Iustns. 4'6. 4,7. Jützcr. 471- R. AArqee. 417. Kappclcr. 46;. Kätzi. 476. Kallhammcr. 488. Kattwasscr. ?;i. Keßler. ; 4 . Keller. ;4. 12;. 486. 492. 49;. 666. 7;4. Kcmpf. ;°8. 476. 486. Kegel. 489. Kcssler. 668. Kilcbinattcr. >77. Kllchmann. 642. 6Zo. Killwarl. 674. aller meist bürgerlicher Geschlechtern. 915 Kippenheim. 827. Klcffer. 486. Klepf. 499. Klober. 496. Klimeli. 6>?;. Klugeli. 6; 6. Klingnauer. 6 ; 6 . Klüpftl. 659. Knütteli. 479. Knup. 476. Knuchler. 478. Knöringer. ;c> 6 . Knäbler. 769. Koch. i;r. 664. Kouffi. 478. Korbler. 487. Köchlin. 490. 670. Koler. 499. Kopf. 497 «. Kopfer. ;o;. Körber. 654. 66;. 67;. Köllner. 662. Köhler. 671. Kölücker. 671. Kötzmger. 674. Krentzingcr. 486. Krecher. 499. Krug. 686 . , . Kranckenfeld. 6 ; 4. Krieg. 674. Krem. 667. Küehn. i;2. ;;;. Kübler. i;;. ;; 6 . Rrr Küm 916 Register. Kündig. ;r;. 478. 654. Kumer. 484. Künig. 491. Küti. 492. Küheler. 654. Küffer. 659. Kutzcr. 66 ;. Kupferschmid. 666 . Kuttclin. 670. Kug. 668 . Kupfernagel. 6 ;«. L. ^Aussen, von, ;oi. ;os. ;;o. 494. Landeck, von, ;oi. Langelon. 420. Lacher. 489. Langhans. 487 - Landenberg. 497. 505. ^Li. Landauer. 6; 6. Langbrise. 6 ; 8 . Langwalter. 662. Lamperter. 664. Lantringcr. 67;. Landes. 66;. * Leopadius. i;2. Leüchl. i;2. ;2;. ;;S. Leimen, von, zv2. Leiß. 478 . Leippach. 494 . Leüffclfinger. 6n, Leffer. 6 ;;. , aller meist bürgerlicher Geschlechtern. 917 , Legelder. 659. Leman. 668. Lmgenstein. 671. Lendin. 67;. ! Legrand. 76;. ^ ! Lindenmeyer. 1;;. ^ Linden, zu, 478. Licher. 488. Liep. 489. Lifis. 491. Liechfperg. 494. Litischwiler. 487. Lippach. 6S8. ^ Lörach. 8;?. ! Locher. ;i4. Löffel. 4)6. Löffeler. 66;. . Loretti. 478. ! Louyinger. 490. ! Löser. 492. Löwenbcrg. ;io. Löw. 668. 764. Louffer. 674. ! Luft, zum, sr. Lutenburger. ;;6. Lupfen, Grafen von, ;6;. Lützelstein. 46;. Luntfchenbey. 49;. Lutrer. 494. Lutenfchlager. 494. ! Lüdin. 496. Lutscht. 478. Lutheringer. 66;. Lupsinger. 664. Rrr 2 Lübler. Register 9l8 Lübler. 67;. Lüpvlt. 672. M. MZlrschal. 17. Marschalck. 751. Marschaw. 671. Mangold. 1;;. 490. 67;. Matter. 47?. Matts. 475. 478 - 49 ->. Martin. 489. Marcksteller. ;o;. Margstcin. ;°9- Märckt. 6 ;y. Margraf. 6; 6. Matten, ander, 662. Mälin. 66 ;. Matten, zcr, 670. Matzcnmacher. 677. Meyer. 26. -z. zz. 47. ;r;. 417. 4,8. 484. 490. 64;. 644. 684 . 6;6. 6;8. 754. 766. Mcrian. Z 4 . 127. 4 ) 9 . 479. 621. 6)9. 747. 748 . Mcrtz. 477 . 664. Meilen. 478. Mettcrschein. 484. Mesicr. 488. Mcttler. 476. 477. 478. Mctzigcr. 492. 496. Mettenberger. 49;. Meltinger. 682. 68;. 67;. 747. Merckli. 6;6. 662. 66z. Mcisenhirn. 669. Meg. aller meist bürgerlicher Geschlechtern. 919 Meg. 6,;. Metzger. 67;. Meiger. 67;. Meter. 677. Missen. 664. Möschlin. i;2. ^ Mörsperg, von, 220. 169. 451. 60;. 606. 607. Moftr. 659. München, edle, r6. 20. 22. 24. 28. ;o. n->. 148. 2^9. 2;i. ;47- ;;o. ;67. 402. 420. 46;. 48c>. 506 678. 8;?. Muspach. ;;6. Münstral. 46;. ;io. Mur, ufder, 476. Murer. 477. 478. 6;;. 654. 660. Mürdi. 478. Müller. 48;. 486. 660. 664. 666. 676. 764. Münch. 494. 66 ;. ! Muntzinger. 621. Müntzenbcrger. 667. Münner. 67;. Muyg. 67;. ! Mülimann. 676. N. d?Agel. 490. 49;. Narrenberger. 654. Nesteler. 476. 477. ? Negeler. 496. Netzbart. 6;?. Nesselbach. 668. Nidau, Graffen von, 784. Nobler. 662.. Rrr s "Möllich. 920 Rötlich. 761. Nölligcr. 751. Nuningcr. 6;8. 668. Nüengelt. 66;. Nübling. i;r. NÜmegvl. 6;;. Nyeß. 660. Register ^Berried. 12;. Obün. 671. Oberlin. 672. Ochscnbach. 492. Ocw, von, 219. Ocy, an der, 47 ;. Oeyster. 47?. Ocschlabing. 67;. Offenburg. 224. ir;. 227. 24;. ;44. 6iz. Offenburger. 66;. Offenbcrger. 67;. Ortmann. 4; 8 . Oesterreich, Haus, 16. 20. 21. 22. n». 147. 191.219. ;6>. 4,6. 467. 740. Osvcrnel. 498. Ottendorf. 417. 764. Otwangcr. 694. Ottemann. 6;;. Ougstcr. 477 . Ougi. 6 ; 9. Ow, von, 66s. Ower. 485 . Parcus 'ler meist bürgerlicher Geschlechtern. 921 ,4. ;r;. 41?. Paulus. 669. Pädioneus. 764. Petri. i;c>. i;?. Peyer. 484. 48 s- Peter. 6; 8. 667. 67;. Pfird. nc>. Pfasto. ;iy. Pfaff. ;47- 6? 8. Pfeiffer. ;;6. 496. 654. Pfefferlin. 484. Psirter. 494. Pfister. 6; 8. 67;. Pfluger. 665. Pflug. 674. Phlümlin. 49;. Phister. 494. Phunglin. 669. Wollend. 67;. Phau. 672. Pieterthal. n 6 . Plöuwer. 47;. Plarer. 667. 68;. Platener. 667. Plaghor. 67;. Porter. 676. R. MAmstein, edle von Ratzenhusser. zu. ;«>l. 4Ll. 467. 74l. 742. 8)7. Ranp Register 922 Ramspcck. 4 l 8 . Ramnng. 488. Ranee. 669. Rcspingcr. 4-8. Reding. 4 ?s. Reiner. 497 . Rechberg, von, rc. ;i;. Renck. 6°;. 607. 8)'. Regte. 658. Reffe. 660. Rcchcr. 662. Reitzmann. 66;. Regifihcim. 66;. Reinhard. 669. Reitnau. 671. Reber. 677. Rhmfeldcr. 67;. Ritter. 12;. i;;. Richenstcin, von, i;6. i;?. ;-2. 494. 8;?. Rischard. 2; 4. Ritter. 2;4. 416. 64;. 66;. Rihiner. 2;;. Rihishcim, von, 2;9. Nickis. 476. Riser. 484. Rinwil. 484. Ringkow. 490. Riffenstcin. 491. Rinower. 492. Riehcr. 682. 68 ;. 684. 74 ». Riffenstcin. 66;. Richiscn. 667. Risen. 669. aller meist bürgerlicher Geschlechtern. Ris. 677. Ritzlin. ;i2. Rohner. 126. Rolderg. i;7. 8 ;?. Ror. 207. 418. 48 r. 624. Rottmund. 416. Römer. 478. 492. Ronte. 484. Rosenfeld. 490. Röwlin. 49 ;> Roß. 496. Röwel. 496. Roil. 611. i Rodelly. 660, ^ Rotte. 670. i Rögklin. S74. ! Rüß. 484. ! Rüst. 486. 490. ! Ruder. 489. ! Rulttsen. 49;. ^ Rützschmann. 49;. 659. i Ruttn. ü;z. ! Rütin. 6 6 4. ! Rüdin. 74-r. ^ Rudi. 478. ^ Ruff. 48;. ; Russelin. 492- ! Rußwiler. 66 r. Rudin. 667. Rnrberg. 67;. Ryf. i26. i;;. ;;6. 67;, Register S. 924 ^Alis, von, Sauracker. 764. Satlcr. 487. 676. Säger. 488. 6 ;;. Sarbnrger. 489. Sachs, von, 492. Saxenhuser. 494. Sal. 656. Seevogel. 17. 479 » Scrin. zr;. Seche. 417. 487 - Seiler. 477 - 4L7. Sendlcr. 487. ü;z. Senger. 488. Scnhcim, von, 68 z. Scgcr. 6 ;;. Schlicrbach. 26. Schaler, edle, 114. -zc. zoo. zoi. ;«r. zvz. rc. ;i 6 ;ü4, 6;7. 8;?. Schön. Schönkind. 124. 68;. Schwach, IZZ. Echmid. 21;. 216. ;i;. 476. Schilling. 2i6. 498. 671. 764. Schwab. 222. Schenauer. Z2;. 14;..417. 764. Schock. 416. Cchrotbcrgcr. 417. Schick. 475 . 477. Schriller. 47;. Schor». 476. Schwi aller meist bürgerlicher Geschlechtern, srs Schwiter. 476. Schribcr. 476. 497 . Schick. 477 - Schelbert. 477. Scheerer. 752. Schnewel. 7;;. Schadlin. 770. Schurche. 6; 9. Schotte. 6; 9. Schnezer. 660. Schalor. 662. Schellenberger. 66;. Schwab. 490. 497. 664. Schultheiß. 66;. Schutz. 66;. Schwägler. 66;. Schörrlin. 66;. Schnewlin. 666. Schütz. 666. Schönmann. 667. Schatz. 667. Schickin. 668. Schinder. 490. 6;8. 668. 670. 67;. Schaffet. 669. Scheffer. 670. Schnürler. 671. Schwartzenbach. 671. Schneeberg. 672. Schetwin. 672. Schürmann. 494. 674. Scholhenselin. 674. Schnepperlin. 674. Sss 2 Schu- Register 926 Schuland. 67;. Schnell. 676. 748. Schwach. 494 . Schcubcnkorn. 49;. Schönhcrr. 49;. Schcrli. 496. Schcrbach. 496. Schcnck. 50;. Schrillcelin. 509. Sclilatter. 5 >6. 6; 6. Schercr. 492. 024. 6;?. 66;. 672. Schclhaß. 6;;. Schedel. 657. Schmide. 657. Schindcly. 658. Schönenbergcr. 6 ; 8 . Schwartzwald. 6 ; 8 . Schelbart. 478. Schumacher. 478. Schütter. 478. » Schüler. 478. Schinlin. 484. Schwitzer. 48?. 491. Schrctcr. 486. Schirrt. 487. Schönhans. 488. Schüach. 491. Sigrist. ;;o. 496. 667. Simon. 486. Silbcrwiß. 496. Sidcnmann. 496. Eimmelbeker. 488. aller meist bürgerlicher Geschlechtern. 927 Slatter. 492. Schmepper. 486. Sonnen, zur, 16. ;2o. 608. Sommer. 747. 766. Socin. ;4. 12;. 4;8. 621. 748. Sorger. 494. Sopensec. ;o;. Spier, von, 49°. 49;. Spengler. 124. 489. 672. Spotthalls. 669. Sporer. 6;?. 666. 672. Svuler. 672. Spörlin. 12;. Spechbach. ;°6. Spcckcsscr. ;c>6. Steiger, ir;. ;i;. Steheli». 1;;. 227. Stcinlin. ;i9- Stör. ;24. Straffer. 417« Stockmeycr. 417. Stouffen, von, 461. Stein, am, 476. 477- 49t> Steinen, von, 476. Stalder. 477. Slogker. 660. Stecklin. 660. Störcklin. 668. Sturm. 668. Störe. 672. Stcinmann. 674. Steinner. 67;. Ste Sss; -28 Register Stcgcr. 478. Slcrbi. 478. Stucki. 478. Sm'ibc. 488. Sreglin. 489. Stöcklin. 49 r. Strölin. 490. Studer. 49 r. Studlin. 492. Struß. 497 - Slulmgcr. 6 ;;. Storibc. 6 ;;. Schnitz, Grossen von, ;6;. Snrbeler. 660. Snter. 667. 677. Sürlin. 668 . 68 >. 68 ;. Süß. 67-. Eüvper. 747. Surbcck. 48;. Sunts. 487. Sunnenlag. 6 ;;. 6 ; 8 . T. ^Aratz. ;i9. Tägcrlow. 47;. Tannen, von, 476. Taler. 49;. Tann. 494. Tagstcrn. 608. Tangraf. 66;. Tätzlin. 48;. aller meist bürgerlicher Geschlechtern. 929 Tengelin. 407. Tenninger. 486. Tengcr. 491. Tegenfeldcn, von, 7^1. Thierstein, Grafen von, 221. 299. ;o2. tc. zoy. 441.465. 5 - 6 . 784. - - Abteilung derselben, ; io. Thurneisen. ;4. Theodoricus. ;; 6 . Thum. 48;. Tbusi. 6; 6. Thorer. 666 . Tonjola. 41;. Tößlin. 494. Tolde. 66 ;. Troger. 476. Trüber. 478. 662. Treyer. 654. 660. Trucksässen. 822. 827. Trutlin. 66;. Trus. 676. Tsthudi. 478. Tfthopve. 662. Tschorpe. 6; 8. Turst. 478 - Türster. 6; 4. Tüffelbesser. 666. Tugi. 671. Tundelmann. 674. Tüllicker. 676. Tumlin. 676. Aegijler v. 9ZQ ^Arnower. 66;. 67;. Väsch. 674. 67;. Ubelin. i2s. Nctlcrlin. ;4> Vesicrbart. 49'. Vetlich. 664. Verwe. 664. Veldingcr. 671. Velwer. 671. Vech. 764 . Vitzthnm. 406. 8 ) 7 ' Vischbach. 48 ;. Virnkorn. 487. Ull. ; 4 - ltlli. 486. Ulm. 4-;- Vogt. ;ro. Vogel. 478. 67 ;. Volmami. 66;. Vorgaffe». 60;. 606. 8;?. Volcnt. 669. UrlM. 494 . Urenhanbt. 491. Usinbcrg, von, 751. w. WAlch. 24 . 666. Waldcck, von, 200. Waldpurg. 226. Watwiler. r-o. Wallis. aller meist bürgerlicher Geschlechtern. 9 z i Wallis. 476. Wagner. 476. 48;. Walser. 478. Wala. 478. Wanneiimacher. 491. Wasscrsteltz. 7^6. ^ Wassergraft. 491. Walcher. 6 ;;. Waltpach. 6; 6. Waldkilch. Lö2. Warienberg, Freyherr» von, Werlcnberg, Grafen, von, üzr. Weggery. 29. Weliery. 29. Weidmann. 2; 4. Wettsiein. 2 ; 4 . 748. 761. 76;. Wcttingen, Kloster, 749. Wcscncr. ^24. Wetze!. ;;6. ü;6. Wercnfels. ;;6. 417. Weder. 478. 4Z7. Wentz. 48;. 672. Weibel. 48ü. 65 ;. Weidenlich. 488. 491. 6 ü;. Wcyermüller. 488. Weites. 491. Werbofer. 491- Wernlin. 494. 670. Wecker. 657. Westermann. 6; 8. Wegner. S72. Weydhoaß. 676. Wiß. 672. 476. 670. Ttk Wick. Register 9 Z 2 Wick. ;24. Wwfli. 476. Witcr. 486. Wirsing. 486. Wißpach. 489. Wiler. 491. Widcmer. 486. Wittich. 672. Wieland. 621. Widli. 65;. 694. Wilde. 654. 6? y. 676. Winstichcr. 644. Wigcrich. 657. Wildmann. 662. Wirtz. 666. Wilden, von, 67s. Winckhalder. 672. Winmann. 67,. Witcrs. 672. Wottiner. 476. Wolgcmut. 48;. Wolf. 486. 672. Wölsiin. 677. Wolftn. 488. Woderower. 49s. Wollebe. 659. Wnrt. 486. Wurtzel. 67;. Wyden. 668. Z. ^äßlin. 8;r. zcRhin. rc,;. 77 ^. 8 Z 7 - X aller meist bürgerlicher Geschlechtern, sz Zellarius. r;;. Zemmatter. 47;. Zey. 478 . Zeffinger. ;o;. Zeiser. 6; 8. Zender. 664. Zimmermann. >;r. 671. Zieberg. 477. Ziegler. 92;. 67;. Zingge. 699. Ziffmer. 671. Zvfirt. 6 ;;. Zschech. 490. Zschäggebürlin. Zschönis. 654. Zschetti. 659. Zschan. 659. 672. 67;. Zschöpperlin. 677. Züricher. 124. 654. 659. 676. Zuber. 676. Zulli. 499. Zur Kandten. 47. Zwinger. 27. 94 - Zwyer. 475 . 477 . Zwinglin. 66;. Zybold. 16. Zymer. 487. Regi- Ttt r Register aller Gewächse und Kraüter, so in den Acht ersten Stücken vorkommen. In Lateinischer Sprache. ^Lies. 16;. tlcsr. 54 . 168 . ltcanitum. 1:4. ^lcorus. 541, tläonis. 5; 6. tl^ricus. 78. 172. 271. ;84- 572. 7-7- 7-8- tllce». 700. 799. ^llckimills. 542. Hlkekenx;'. 55. 556. llUmm. 55. 698- 8c;. AInus. 74. 547. tvline- aller Gewachst u. Rraüter/ in Lat.Sprache. 9 z s All-ns. 542. ;4;. 698. 699. 700. 711. 716. 719. 799. Lm-mics. 59. 17;. 272. 27;. 27;. ;84- 572. 574- 717- 7-8- AngMlIib. 7;. ;7i. 698. 716. 871. Anemone. 712. Amkoeeros. 174. Apium. 874. Ayuilegm. 699. Arum. ^4;. 700. Alsrum. Alelepiss. ;6. 872. Ase^rum. Alperuls. ^5. AKsr. ;6. ättrsgslu8. 77. 54;. 800. L. ^Alssmins. 168. 700. kellis. 61. 5;o. 872. Letuls. 54;. Llitum. 70;. 799. Roletus. 272. 576. Locrvb. 567. 702. LoviKg. 61. LrsMes. ;?o. 716. 80;. krunells. 701. Lr^um. 79. 27;, LuZIoüum. 799. Luplsurum. 76. Lupkcslmum. 801. Lursg psiioris. ;6. LllXU8. 871- Lülsmus Register c. 9Z6 srvmsticus. 541. Lsmpsnuls. ;6. l68> 8?l- Lsrmsbins. 701. Laräiscg. ?44- Lsrcluus. 702. 70;. (Ärlins. 546. Lsrvikolis. 168. Lsr^opk^Ilus. 77. 544. 71?. LsKsnes. 164. Lsucslib. 57. Lentsurium. ;88- 704. Leralus. 74- Lk3ML6rys. 571. 716. OkLMXgsniÜA. 547- LksmTpytis. ;8i- LksmLlpsrcium. 547. Lksmpkorsw. 701. Lksr^opIiMstg. 702. ckonärills. 57. ;4?- 7«--' LkriüopkoriLNg. 57. cickorium. 62. ;8;. 70;. Licuts. 70;. Lirlium. ^46. LlijVLrig. 576. LIematis. 708- Llinopoäium. 70z. Lolutes. 58- Lonkervs. 27;. arbores. 8»- Loikilloiöes. 57;. OoroiA» tolis. Z79- ^oro- aller Gewachsen. Rraüter, in Lat. Sprache, sz? Loronills. 979. Lorvlub. 16;. Lrscsegus. 57. 171. Luscuts. 977. L^notorckis. 66. 166. 70;. L>'xeroiäLL. 879- v. D^ueus. 68 - 171- Oentsris. 58- OiZitslis. 99. Nrabs. 170. L. ^I-gtine. 977. Llickrilum. 872. Lquisetum. 98. 946 . 991. 709. LrmsLsus. 27;. krucg. 946. 969. 704. 719. Üryngium. 942. Lr^llmum. 98. 72. 716. kuplirsüs. 270. ;8l. 710. k. IHrrum eizuinum. 99. 947. xettucs. 7;. 990. Mipsnäuls. 99. Mix. 709. Vcsnum Zrxecum. 94;. krsxinus. 947. kumsris. 709. 80 l. kunZus. 99. i?;- 271. 27;. ;8Z. 972 . 979- 974- 979 -8--l- Lzleoxür. Register O. VZ8 Oäleoplis. 547. 70;. 6Mum. 704. 6eniiiÄ. 6c>. 872. dentirm». 171. 872. LlycvrrkiTZ. 54;. 800. 6nsplir>lium. 8,72. 6ramen. 7;. 16;. 166. ^46. ^8- 704. 70;. 706. 717. 8c>o. 8°2. 804. 8?r. 87;. Orsmen psmslli. 68- 874- 6l3Nc>>3. 844- " I^kliotropium. 169. Helieborine. üi. 872. IlermUri. 706. Hesperis. 170. Ilierscium. 68- 77. 170. ^0. 872. Horminum. 71. 711. Il^acinrkus. 709. II>pericum. 62. 270. ;;i. 707. 872. Helium. 78. I. I/Icobe 3 . 707. Hex. 269. Iris. 167. 800. ^unLvs. 7;. 166. 552. Iv 54 ». l-smium. aller Gewachsen. Rraüter, in Lat. Sprache, szs I.. I^/lmium. 547. I^gppstkum. 552. I^c^rus. 6;. 558- 707. Ureols. 16;. 874 - I.ens. 804. I-eucojum. 6;. I.ibsnocis. 6;. I.ickenoiäes. 80. 87. r?4- ;L6. 718- I.i1ium. 6;. 64. 8?2. 87 !- I^insiis. 16;. I^ingus cervinu. 6;. I.ir>um. ;8l- I.icliolpermum. I^onckicis. 171. Licknis. ü;. ;?7. ;§ 4 - 7 °?. 7 ° 9 - 8 ° 4 - 874 « l.)copus. ;8c>- 707. I-iümsekia. 544. ;4;. ;;4. ^67. 70s. 70;. 8«4' I-uteols. 709. i - ^lärkles. 27;. Alsrubium. ;Zo. Alelsmpxrum. 6;. Alel^lls. ,6;. Alercurislis. 6;. I MMekolium. ;;4. 708. 71;. 804. Alontis. 719. Aluteksceltins. 277. ^4. Aluleus. 80. 718- Al^Zrum. 76. Z8o- 54«. ;?o. 699. 716. Alyolur,?. 708- Uu» Asliur- Register 94 <> ^Murdium. 77. 554. 569. 702. 708- I^iäus svis. 67. Ü74. 700. Nummulsria. 550. ^7Mpk«3. 709. o. O^sZra. 718- 80;. OpkioZIollum. 68- Oxkris. 6;. Orckis. 66. 555. 87;. OrnitkoZslum. 874- Orobancke. 77. ?. ?LrnLlIlS. 547- ksüinscs. 740. keäiculsris. 270. ;8l- kerdiepier. 542. kerkolists. 7;. ?ers>caris. 710. kecssites. 556. 711- kerira. 171. 274. ;84' 57?» kkskngium. 6y. 87 l- kimpinLllg. 874- ?inu8. 74. kinsüer. 74. 162. piliscm. 75. k^rolu. 70- klants aller Gewächse u. Rraütev/ in Lat.Sprache. 941 klsntgZo. 76. 712. klsntsginellg. 801. ?o!ium. 5; 6. kolypoäium. 69. kol^Zonamm. 69. 167. koIyZorium. ;8c>. 698. 698- 7"- kol^ZsIs. ;82. 7 >8- kolyxorus. 57;. kolytrickum. 79. kopulus. 69. i6l. 162. ?H- kortuls. 711. kotsmoZetor». 610. 802. 80;. rteuäosspkoäeluZ slxinus. 8?l- kseuäokLckis. 70;. krarmics. 711. kuImonsnL. 712. I'ullstills. 872. ( 2 - (^/ercus. 74. 16;. (^uinciuekolwm. 874- ll. ^.änunculus. 69. i6Z. ;?7- ^6. 567. 71s. 71;. 719. 8°4 K.2pKsNU8. 569. KsMrum. 567. 71;. 80; l'x. 70. r6r. ;68> 8->r. 8smbucu». 66. 16;. ;68- 8sniculs. ?l. Lsxikkstzg. ;?6. 54^. 8csbio5s. 6;. 568. 71;. 8c3k>6lx. 569. 8cirpus. 569. 8»!. 802. 8cor6ivm. 545. 8cropku!sris. 71;. 8ecuri«jscs. 71. ^79. 8e6um. 714. 802. 8enecio. 707. 714. 8erpillum. 569. 715. 8eleli. 76. 710. 8iäentis. 701. 714. 8ium. 714. 8»2. 8olsnvm. ;?8- 8oncko Mnis Ismpfrns. 707, 8orbus. 71. 8pLrMnium. 719. 8tscky8. 77. 8teIIsrls. 71;. Lvillvs. 78. 27;. 83. 544. I'ksliürum. iS8- 27k. lilis. i6i. litk^mslus. 72. Iribulus. 716. IrikoUum.' 7;. Iriorckis. 167. lubsm terrekris. ;7§. 1uMs§o. 570. iWkL. , 78 - V. V^Ierians. 170. Verbslcum. 711. 716. Veronics. 76. 270. 571. Vicis. 804. Viols. 572. VirZs surea. 72. Z 78 - ??2, 717, Virgkl pLÜoris. ; lZ. 717. Vitis. 165. Drtics. 547. 2. ^eox^rum. 8°l- 944 Register MM MM Register aller Gewächse und Kraüter, so in den Acht ersten Stücken vorkommen. Irr Deutscher Sprache. A. S^Bbißkraut. 71;. Av Ackcrkletten. 57. Ackerpeterlcin. ?7. 80;. Ackerst,mu. ;8->. Adonißblume. 556. - - Rößlei». ;;6. Aeppich. 802. Ahorn. 168. Alberbaum. 161. ;;6. Ammey- allerGewächse u.Rraüter, inDeutsSprache.945 Ammeykraut. 542. Ammeypeterlein. 542. Ampfer. 5; 2. Andorn. ;8". Annemone. 712. Apfelbaum. 164. Aronwurtz. ;4;. Afpcnbanm. iSi. Augentrost. 27a. L. ^Achbungen. 276. 571. Baldrian. 170. 44;- Balsamapfel, Balfaminc. iüx. Bärenknoblauch. Basilien. 64. Baumfahrn. 69. Baümlelnkraut. 6;. Baumnuß. 78. 79. Bellen. 161. Benedicktcnwurz. 702. Vergafpodil. 871. Berganhorn. 54. Bergcyspergraß. 87;. Bergfünfblat. 874. Berghabichkraut. 62. Berghünerdarm. 942. Berghancnfuß. 69. Bergklebkraut. Bergmegcrkrant. 60. Bcrgmelyssen. 6;. Bergfcabiofen. 6;. Bergsternkraut, ü;. 1 946 Register Bergtäschelkraut. ;6. Bergruhrkraut. 872. Bertram. 711. Bekomm. 572. Bingelkraut. 6;. Binzen. 166. Birkenbaum. 54;. Bisamhanenfuß. ;? 7 - Bisamkraut. ;? 7 - Bockshorn. 54;. Braunwurz. 7' 4 . Bruchkraut. 706. Bruchwurz. 7-4. Brunelle. 276. 701. > Brunnkrcssich. 702. Buchbaum. 16;. Bnx. 87 ». C. §Manien. 16;. Chondrillcnkraut. 54;. 7 °r. Christoffclskraut. 57. Converfe. 275. Coriander. 700. Creutzblume. ;8». 7 » 8 . Cynvsorchis. 66. D, ^Istel. 57». 7°>». 7»^ Donnerkraut. ;sr. Doste». r?6. Dbtter. allerGewächse u.RraüteymDeuts Sprache. 947 Dotter. ;8o. 699. Durchwachskraut. 79. Dürwurz. ;78. E. EBerwlirz. 146. Ehrenpreis. 7S. 270. 971. 716. 717. Eichbaum. 74. 16;. Eichschwamm. 717. Einbcer. 6i, 167. Einblat. 64. Emmerkorn. 801 . Engelsüß. 69. Enzian. 60. 170. 947. Erdapfel. z?8. Erdpin. ;8i. Erdrauch. 705. 8«r. Erdfpinnenkraut. 69. Erlenbaum. 74. 16;. Erve. 6;. 68. 77- 5?;. 874. Eschenbaum. ; 47 - 8 . ^Arnkraut. 704. Faulbaum. Feigwarzenkraul. 714 . Feldandorn. 77. Feldcypreß. ;8-. Feldgamänderlein. 567 . Feldrößlein. ??6. . Feldwirbeldost. 70;. Lxx Feld- Register 948 Feldzirbei. 5t4. Fellriß. 799. Fenchel. 715. Fenugreck. 54;- Fichtenbaum. 74. 162, Ficberkraut. 544. Fieberwciderich. ; 44 . Fingerhutblume. 58. Fischmünze. 572. Flachs. ;8r. Flachsdotter. 76. Flach ssciden. ;??. Flockenblume. 276. Flöhkraut. 276. Frauenhaar. 572. Frauenrößlcin. 707. G. OAuchheil. 7;. Ü98. Gebirgerdephey. 58. Gebirglatlich. ;6. Geniste. So. Gerinsel. 5;. Gilgen, üy. 167. 8°o. Gliedkraut. 701. Globose. 60. 170. Glockenblume. ; 6 . 87^ Goldwurz. 6;. 57;. Graß. 72. 7;. 74- 16;. » 65 . 546. ;;o. 704. 70;. 706 717. 800. 80». 872. 87;. Grieblingbaum. 178. Grindkraut. 276. 714. Grind allerGewächse u.Rraüter/ inDeutsGprache.949 Grindwurz. 992. Gundelrebe. 98. 276. Gundermann. 58. ^)Abbichskraut. 62. 77. 170. 990. Hanenfuß. 69. 27s. 972. 712. Harnkraut. 706. Haselstaude. 16;. 276. Haselwurz. 99. 169. Hasenklee. 276. Hasenöhrlein. 76. 944. Haußwurz. 169. 714. 802. Hechelkam. 969. Hederich. 98. 170. Heidnischwundkraut. 72. Helleborinkraut. 167. 999. Herbstenzian. 60. 276. 947. Herzfreund. 76. Herzgespahn. 944. Herzsterke. 944. Hexenkraut. 94?. Himbeerstrauch. 70. Hirschenzunge. 64. Hirschwurz. 67. Hirtentasche. 96. Holderstaude. 16;. 968. Hufflattich. 9; 6. Hunzrute. 714. Hünerdarm. 698. 699. 700. Hünermilch. 999- Hyazinthe. 70?. Xxx s Igels- Register I. 9sc> ^Kelsknosven. 715. Ingucr. 54,. Jolianniskraut. 62. Judenkirsche». 5;. Jungfernhaar. 79. R. ^Almuß. 54k. Kampfcrkraut. 70 r. Kartendistel. 7'6. Katzenwadel. 546. Kirschbaum. 74. 164. Klee. 572. Klettenpetcrlein. 57. Knabenkraut, üü. 67. Knoblauch. 5;. 698. L->;. Kohl, wilder, 57 ". 8°;. Königskerze. 716. Kresse, türkische, 17°. 554 - 469. 702. Krcutzbeere. 55. 70. 7 °;- Krcutzkraut. 60. Küchenschelle. 872. Kuckucksblume. 718. Kümmel. 171. 700. L. §Abkraut. So. Lattich. 57. Laurel. 165. Leber atterGewächse u. Rraütev,inDeuts.SprDAfran Pflanzung. 44z. Salbey. 71. 54;. Samkraut. 711. Sanickel. 71. St. Christoffelskraut. St. Jakobskraut. 707. St. Johannskraut. 62. 270. ;;i. 707. Sarbaum. 69. iüi. Sauerklee. 7;. Scabiose. 6;. 267. 71z. Schabab. 700. Schafgarben. 708. Schaflinse. 58. Schafthey. 58. 546. Scharlachkraut. 71. Schlagkraütlein. ;kr. Schlau- Register 954 Schlangenzünglein. 68. Schierling. 714. Echlüsselblümchen. 7 ". Schneebällen. 66. Schwalbenwurz. <;6. Schwamm. ?s. 78. 79> 171. 172. r?;- 271. 272. 27;. 274. 27;. ;8;. ;84. ;8;. ^72. 974. ^76. 717. 718. Schwarze Hirschwurz. 67. Schwarzer Kümmel. 700. Sehwelkcnbaum. 66. Schwerte!. 167. Scorbionkraut. 169. Seckelkraut. 56. Secblumc. 709. Scidenkraut. ?77- Senf. 546. ^67. 7-z. 80;. Sinau. ^42. Sigmarswurzel. 700. 799. Sommerwurzel. ;82. Sperbanm. 56. Eperbcrbaum. 7>. Stachelnuß. 716. Stechbaum, Stecheiche, Stechpalmen. 269. Steinbrech. 49. 64. ;7ü. ;4;. Steinkrclse. 708. Steinsamen. Steinwicke. ;4Z- Stcndclwurz. 66. 167. ;82. 7°;- 87;. Stcrnlcberkraut. 276. Stickwurz. 71. 16;. Storckcnschnabcl. 276. Strcichkraut. z;;. Süßwurzel. 69. Tama- allerGewächse u.Rraüter/inDeuts Sprache. 9 ss T. ^Amarisken. ^70. Tartüffeln. ;?8. Tausendgüldenkraut. ;8r. Thannenbaum. 16;. Tobinambour. ,78. Triffcln. i;S. Tropftnwurz. S9. v. ^Eronica. 76. Deyelwurz. 167. Veylken. ?7-. Vogelsfuß. 710. Vogelskraut. 542. 54;. Vogelsuest. 67. Vogelswicke. 6;. Z7§. 707. w. Ä^Aldanemone. 712. Waldcypergraß. 704. Waldglöcklein. ;8. Waldgnoblauch. 55, Waldgrundhcil. 871. Waldkohl. 707. Waldnessel. 547. Waldpeltsche. ;?y. Waldrauch. 177. Waldsalbey. 54;. Waldvogelskraut. 7;. Wanzenkraut, s;. Wasserandorn. z8o. Vyy Was- 9^6 Register Wasserbenedictenwurz. 702. Wasserdistel. 70;. Wasserdrost. 701. Wasserfenchel. 5^4. 715. Wasscrgilge. 8oo.l Wassergraß. ;6y. 802. Wasserhanenfuß. 7'?. ' Wasserhünerdarm. 711. Wasscrlunge. 571. Wassermegerkraut. 704. Wassernessel. 70;. Wassernuß. 71?. Wasserpfeffcrkraut. 710. zor. Wasserraucke. 546. Wasserrettich. Wassersenf. ,69. Wegdorn. 70. 712. Wegerich. 76. 276. 71;. Weggraß. 276. Wegtrit. ;8o. 706. 711. Wegwifen. 276. Weide. 70. 162. ;68. 802. Weiderich. 544. 54 ?. 584. ; 6 ?. 800. Lvr. Weiderichrößlein. 702. Weißwurz. 69. 167. Weyrauchkraut. 6;. Wicke. 971. zo;. Widerthon. S9. 87 r. Wiefenfchaflhey. ;8. Wilde Erve. 707. Wilde Raucke. 704. Wilder Epcrberbaum. 77. Wintergrün. 68. 70. Wiefenkresse. 77. Wiestw allerGewächse u. RraüteyrnDeuts.Sprache. 9 s Wicfenmelten. 276. Wiestnraucke. 168. 271. Wifenrötel. ;8i. Wiscnfesel. 76. Wirbeldost. 276. Wolfsbeer. 61. Wolfsmilch. 72. Wolfswurz. ;4- Wulldlume. 572. Wullkraut. 71;. Wundkraut Heidnisch. 72. Svannisch. iöz. ;8r. Wurmsamen. 7 > 5 . Z. bAhnkraut. ;8- Zahnwurz. 54;. Zapfenholz. 55. Zeißkraut. 701. 714. Zwctfchkenbaum. 164. Zweyblat. 6 ;. 9s8 Register Versteinerungen/ so in den Acht ersten Stücken vorkommen. In Lateinischer Sprache. ^.Stroites. iZi. L. L)I1ccsr6ite8. 96. Lelemnites. 96. ig;. 72s. e. Onrrmites. 91. Lonckitss pectiniformis. 91. rkomboiäiiiis. 92. . - Lrslsus. 290. LorMtÄkum Miss. 180. iKr. 8i;. 8 >4- Lorsl der Versteinerungen, in Lat. Sprache. 9 s 9 LorMtss. 7)2. 7;;. 812. 81;. 814. 88;. 884. Lornus Lmonls. 96. 178- 180. 289. Z9Z. 720. LosZuIs I'urbinitsrum. 92. 8trombimrum. 92. 288- - - Irockitsrum, ksäiunculicgrum Lc. 9;. ! 84 - - - Olirscitsrum 809. 810. Nillexorites. 7; 2. 7;;. 809. Okra 96oNeglsterdeMevsteii,enmgenMLat.Sprache. 0 . O^tracites. ;8y. ;yo. 179. keciinites. 184. keöiunculires. 90. 91. kirites. ;9l. V ^teporiter. 7;;. 8rr. k. k. 8. 8lraml>itsr. ;9i. l'krsbrLtulX. 96. lopkus. Z 92 . Lurbinltss. 94. Register aller Versteinerungen, to in den Acht ersten Stücken vorkommen. In Deutscher Sprache. A. ^lußermuschelstein. 9;. Z89. Ammonshornstein. 96. 88s. deren Beschreibung. 177. rc. 180. 289. C. §Orallenstein. i8r. 182. ;8;. 584. ;8;. ;86. ?;2.7;; 7)4. 7)5- 812. 81;. 814. 88;. 884. - - - deren Beschreibung. ;82. 721. 876. 877-rc. D. AJckmuschelstein. 29s. ^Eürstein. ;si- 889. Fleisch vermeintes. 817. G. ^)ähmuschelstein. 92. Greiffmuschelstein. 96. 291. 889. Gretffsklauenmuschelstein. ,8;. ^Erzmuschelstein. 9^. Hornstein. zs-. H. Jakobs- 962 Register der DersteinerungM/in Deuts Gpr. I. ^Akobsmuschelstein. 90. 91. 184. ;89. R. ^Ammuschelstein. 90. 9,. 184. L. ^Uchsstein. 96. 889. Letlgrnbe zu Bottmingcn. ;9;. Lilienstcin. 81;. 817. M. §^Icßmuschelstcin. 90. n. ^Egelinstein. 814. P. 4 )Yramiden egyptische, woraus solche erbauen. 97. R. d^Ogenstein. 94. 9;. 889. G. i§A»d für die Goldschmiede. Z9Z. Eceigelstcin. r8;. Steinkohle. ' Steinmuschel. 91. ' Sternlcinstcm. izi. 812. Strahlstcin. 96. >8?. Schraiibhörncr, Schraubschneckcnstein. 91. 94. Schwämme versteinerte. 7;;. 7)4. 8»8. 809. 8»°. T. Augstcin. 19;. v. ^Ersteinernngen, deren Ursprung. 84. 8;. 86. 87. 88. 89. ENDE. i. - :--^ 7 ' . 4 ^d? 4 - - .-- /. !, --7^ . ° HW'-^-7 > - ' / ^A-'- ^ ^ u ^ M. 1 Ps^MLWÄMW ^ i -t-/, ^>- ^7/. - '-2 -^ " M- iet-- -. - dDLsE ' ^ -.1 ' MkU?M^H^MG.: "^! ^ ^ ^WWz.,»«äÄ^ätrM >/ . - ! 7 »r-H "7 -- «>' 7 Ä-. ! 7 > " ' - , -E« 8^2^ I ^--kE'G§M MMZM ^.-V ^WW 73GW- UM« A/i/ur, 4 7 ^ ^/a nö^w/r-^^ SMd ASM 8M8 MM K?-M lWWWMW WMMKW NL«. MV MW ^8-M 44.W «V W-M MVÄN^ KKW e» -^L- WM > -, L2N KE «UM k - .- <^/wr^./r-/cu/^ -5m. <Äu5/rs/3^ WUEMP '..B ' >'KM -5 '-M - ; ^ ._ -s « ' .-';/ -. .L- '' tz ir> Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher IX. Stück. MX KAM Kein Reitz sty stark genug, der deine Pflicht verhindert, Kein Nutzen groß genug, der den, des Staates mindert. _ Halter. BASEL, Bey Emamiel Chumeysen, 175). 9§5 von istorische Merkwürdigkeiten kME.! MMW UM iestal. Iestal ist eine kleine Stadt/ so DreyStunden vonBasel, Ost- Sudwerts ligt. Diejenigen, welche beschäftiget sind, die Ursachen zu untersuchen, warum diser Ort allso genennt werde, haben dessen Bedeutung teils von einer Zzz 2 Licht- 9§6 Historische Lichtstelle oder einem hohen Turme, welcher allhier zu einiger Beleuchtung möchte gestanden seyn; teils von einem Stall, Wohnung oder Aufenthalt eines mit Namen Lucius, der Visen Ort angehauen habe, hergeleitet. Der gelehrte Herr Bochat, welcher auf eine geschickte Weise viele Namen der helvetischen Städte und Dörfer, aus der keltischen Sprache abzuleiten weiß, zeigt allervordrist, mit welchen Buchstaben in den ältesten Urkunden Liestal geschrieben werde, und daß dises Wort, ein beständiger Aufenthalt, oder eine Wohnung so nahe oder am Wasser lige, ! bedeute. ! Er vermuhtet anbey, daß diser Ort einer derse- ! nigen gewesen, welchen die Rauricher, als sie mit denen Helvetiern dem fruchtbaren Gallien zugezogen, abgebrannt; nachwerts aber, nachdem sie von den Römern überwunden waren, aufs neue angebauet haben. Daher er Liestal seiner über das alte Helvetien verfertigten Landkarte einverleibet. Der vortrefliche königliche Geschichtschreiber des Elsasses hingegen vermeint, daß Liestal nicht von den alten Raurichern, sondern erst nachwerts gebauel worden : Auch die Einwohner von Liestal haben ihre besondere und nicht ohnwahrscheinliche Meinung, wenn sie vorgeben, daß ihr Wohnplatz darum Merkwürdigkeiten. 9S7 > darum allso genennet werde, weil das enge Tahl ! allhier sich öffne, die Gegend licht und hält werde, hiemit weil das Tahl allhier breiter wird, das Städt- lein eigentlich Liechtstahl genennet worden seye. Dises Städtlein war der vornemste Wohnplatz, ! die Hauptstadt oder der merkwürdigste Flecken der Landgrafschaft Sißgöw. Die Gegend, worinnen der Fluß Ergetz und jenige kleine Flüßlein, so sich darein ergießen, fließet, ward Ergitztahl oder Ar- ragow genannt; welches Stumpf durch ein altes Instrument vom Jahre 891. so König Arnolphus dem Abt Salomon zu St. Gallen erteilet hat, erweiset, darinnen die Worte stehen: „ In pa- „ §0 ^rraAouue in Lomitatu L^Ää^lociii tenio- „ ris in viila " Allst» lag dazumal Äugst in der Grafschaft Chadalochs des ältern. Im Jahre 1041. schenkte Kaiser Heinrich der Dritte, dem Bischof Theodorich zu Basel den Lominnunr OuZeüZouv/e und 8 i 58 Aouve, welche Schenkung er Siben Jahre hernach bestätiget. Und in diser Bestätigung werden die Worte angeführt: „ In „ kaZo 8)^8Zovve, in Viliis Melin L Lurbulin „ in Lomitatu Kuäolpki Lonntis. " Wie weit der Grafen von HabSspurg Bottmässig- keit sich erstrecket habe, und auf welche Weise andere vorneme Geschlechter diser unserer Landsgegend mit Zzz z denerr- 968 Historische ! denenselbeu verwandt gewesen oder davon abgespros- > sen, ist aus verschiedenen Schriften zu ersehen. Der sich um das Haus Oesterreich so sehr verdient gemach- ! te Geschichtschreiber Pater Marq. Hergott, erweiset solches unter andern besonders aus vielen Nr- ' künden, und führet ein Geschlechtregistcr der Grafen von Honberg oder Homburg', als der Oberherren von Liestal, an; welches Würstchen dennoch um einige Jahre höher hinaufgebracht hat. So bald unsere Beschreibung der Landschaft Basel bis zu dem Ammt Homburg kommen wird, solle hiervon ein mehrers gesagt werden; dißmalen aber mag zu einiger Erlaüterung dienen: daß die Her- j ren von Froburg vor denen Grafen von Homberg allhier geherrschet haben. Denn man findet ausgezeichnet , daß Graf Here oder Herman von Fro- bürg, welcher im Jahre 1184. gelebt, dessen Sohn ^ Ludwig, welcher im Jahre 1228. lebte, und der Sohn dises Ludwigs, Herman, dem Kloster St. Urban die Zvllsfreyheit zu Liestal gestattet, der Bruder dises Hermanns, GrafHartinann von Fro- ! bürg, von welchem vermuhtlich das Städtlein Lie- stal an die Grafen von Homberg abgetreten worden , behielte sich das Recht vor, dem Kloster von ^ St. Urban dise Freyheit zu bestätigen, und hat auch wirklich im Jahre l 266. da die von Homberg solches schon in Besitze hatten, solche Bestätigung durch ein förmliches Instrument bekräftiget. Die Merkwürdigkeiten. 969 Die Grafen von Froburg behielten auch noch verschiedene eigene Güter zu Liestal; Massen Graf Ludwig, welcher von der Stift Basel die Herrschaft Waldenburg und Ölten zu Lehen trug, in dem Jahre 1267. zu Waldenburg die Erlaubniß erteilet hat, daß Conrad von Liestal einige derselben erkaufen können. Graf Ludwig von Homburg und Rapperswil, der Dapfere genannt, welcher im Jahre 1289. vor Bern erschlagen worden, hatte eine gleiche Gewogenheit, wie die Grafen von Froburg gegen das Kloster St. Urban; denn als disem Kloster ein zu Liestal habendes Haus abgebrannt, und an dessen Stelle ein neues erbauet worden, hat er so wol für sich, und auch als Vormünder seines Bruders Werners Söhne, Graf Ludwigs und Werners von Homburg im Jahre 1288. nicht allein dessen Besitzer von allen Auflagen und Wachten befreyet, sondern auch dem Kloster obgemeldte Zollsfreyheit erneuert. Es könnten hierüber die Instrumenten sechsten beygefügt werden; da aber solche schon in dem vor- treflichen Werke des Pater Hergotts angeführt sind, und wir unsere Abhandlung nur mit solchen aus- zieren wollen, welche bis dahin nicht zum Drucke gekommen, so wird es genug seyn das oberzehlte mit Zzz4 noch 970 Historische noch mehrern Umständen, als in obgemeldten Instrumenten enthalten sind, angebracht zu haben. In dem Jahre iZOs. besaß diß Städtlein Graf Friedrich von Toggenburg, Namens seiner Gemahlin der Gräfin Jta von Homberg, und da die Grafen von Homberg Advokaten oder Schirmvögte der hohen Stift Basel und diser Stift geneigt waren, so ist vermuhtlich, daß dise Gräfin lieber an dise Stift, als an Jemand anders, ihre Landschaften diser Gegend habe verkaufen wollen. Wie denn ihr Gemahl wirklich in obgemeldtem Jahre der Kirche zu Basel, als Peter von Asphelt , Bischof war, das Städtlein Liestal, die Beste neue z Homburg, und denHofEllenwiler im Elsas, verkaufet hat, wie solches die Abschrift des Instru- , ments, so weit es einige Erläuterung geben kan, ^ deutlich zeiget. Es lalltet allso: 2, Xtern-mr rei Zelle memoiÄm: dlos OK- „ cialis cuiiX L^lilienllb notuin llrcimus univerÜ8 » L llnZulis, aä huoruni notitisin presentes 1i- „ tere pervenerint; i^uoällib -rnno clomini i zos. „ keria lexta xroxima snte fellum deati Iliome spolloli comxarentibu8 coriun nobi8 in kormL „ jnri8, reverenäo in Lllrillo xatre ac öomino » per Merkwürdigkeiten. 971 „ per Oei ZrAtiam Laülienü epikcopo ac reZni „ Loemiei caneellÄrio ex una; 6 c nobili viro D. „ kriäerico comite cie 1 o§§enbnr§ ex parte 3I- „ tera: läein Oominu 8 kriäericu 8 come 8 nomi- „ ne äornine Ite äe HornderZ, uxori 8 kuX leZi- „ time, julie 6 c leZaliter venäiäit 6 c trLäiäit ac „ ie venäiäiile 6 c trLciiäiüe publice reco§novit „ preäiÄo äoinino Lpiicopo ernenti nomine ec- „ cleüse LMienlis : Opiäuni I^ietial, caltrum „ äicium ciu nüvve üönber§ 6 c curiam in Lllen- „ wiler, univeria^ue bona 6 c poüeiüone 8 ubi- ^ Lunl^ue iita vel exiKentia, live conükant in „ vi 1 Ü 8 , curÜ 8 , äonnbu 8 , Iionnnibu 8 , univerüta- „ tibu 8 6 c äiüriÄibu 8 villsruin vuIZo clas 1 >vin§ „ unä Lan, ^uri 8 ciiÄionibu 8 , vinei 8 , agris, pra- „ ti 8 , pascui 8 , korti 8 , poin 3 rÜ 8 , viv 3 rÜ 8 ieu pi- „ 1 c 3 rÜ 8 , 3 gui 8 , agnarurn äecurübu 8 , üve ac^ue- „ äuätibu 8 , Ü 1 vi 8 , neinoribu 8 , 6 c Ms <^uibu 8 - „ übet poüeülonibn 8 , cu 1 Ü 8 6 c incultis, vÜ 8 6 c „ invÜ 8 , cum eoruin 3 cceilibn 8 6 c e§reilibu 8 , „ live in reäciitibu 8 6 c cenübus Vini, Llaäi 6 c Oe- „ narioruin äecimi 8 , proventibus, obventioni- „ du 8 3L csnibnsLun^ue jnridu 8 L pertinentÜ 8 ,^ue „ 3ä preäieiam äoininrrin Ituin ex succellione „ progenitorum luorum 6 c nobiÜ 8 viri pie ine- „ niorie äoinini Hernianni c^nonäsin Loiniti 8 äe ,> klönberZ fratri 8 preäiÄe Doinine Ite pervene- >, runt, liieloneo 6 c ierrikoäini 8 in kri§§oxve ZzZ 5 „äunts- 972 Historische „ äuntLX3t excepti8, pro äuobu8 lnilibus inar- „ c^ruin L centum marci8 puri 6c 1e§3Ü8 arZen- „ ti, poncieri8 bLlilienlis; c^u3in Huiäem tuiu- „ M3M arKenti, äuorum viäelicet milium 6c cen- „ tum m^rcarum äiui üZilla babemu8, liZilla no- „ üra duximus appendenda. ^ „ Datum LaüleX, anno 61ien- „ Ü8, lrLbenrium rlä live Plenum L ipeeisle „ inanäatum nomine äiÄe LMienÜ8 Lcclelie li- „ bere L üdiolute reÜZnuns Ac. Le. „ kromitten8 prelentibus pro me §c meis !ie- „ reäidus 6ve kuccelloribub per Mramentum „ meum corporaliter L iollempmter per me pre- „ üitum äiÄum contr^Äum rÄum liabere per- „ petuo Ati^ue tirmum Lc. „ lelkes gui premillis scciti L roZLti inter- „ kuerunt, üint !ri viäellLLt; NaZiäer IIIricu8 „ ^'olsleibeicli, Lonmäu8 ^1bu8, ^laZIäer „ Heinricu8 äe Lclioene^veräe, ^icoIau8 l>iots- „ riu8, Lsnonici eccleüe Ururieenüs; Oominus „ kI1ricu8 ineur3tu8 eccleüe 8ancii ketri liiuri- „ cenÜ8, Oominu8 Lonrsäu8 äiüu8 Oiäolr: pre8- „ biter, tociu8 ejusäem incurati, Kecior eccle- „ üe in Uroebelnäork, Heinricus Neäicu8, cs- » nonicu8 Lccleiie ^.bbscle Ilrurieenüs, kllricus „ äe dciioenexvert, Illrieus äictu8 6ie1 äe I.ie- „ benberZ, I.utlro1äu8 Lroeliunt, milites; ^ 0 - „ Irgnnes ^oIfleib8, ^olranne8 äiÄU8 LilZrin ke- ,, nior, KuäolpIru8 61iu8 iuu8 (äiÄU8 Oiel armi- „ §er) äiciu8 ^ille, ^olmnne8 Dietil, Heinri- » cu8 äe Llarus, II1ricu8 äe Oietkon clericu8, » Vo1msru8 äicku8 Luräiner Lc c^usmplurez alü „ 6äe 978 Historische „ 6äe 6iZni: in cuju8 rei perpetuam nienaoriain „ L teüimoniuin omniuin proinissoium, liAil- „ luin ineuin äuxi x>ressntibu8 appenäenäuin L „ cuin inlkantia ro§avi preäissum Oominuin ru- „ äolpliuin äe IIal>8pui§ Lomitein L äominum „ kriäericuin inarituin meuin ut in sseKiinonimn „ A eviäentiam oinniuin preinissoruin 6§iI1a lua „ pre5entibu8 coappenöant, L no8 ssuöo1pbu8 » Loine8 6e Hab8bur§ I.ant§raviu8 ^üricIigo§vie „ L kriäericu8 Lome8 cle ssoZAenburA preöissi, „ reco^no5Lente8 pressntibn8 premissa oinnia L » iinZuk ita esse t'acia plout üipei ius eil exprek- „ ünn aä ?eticionem xreclisse äomine Ite sä ina- „ joreni robori8 tirinitatein L in telliinoniuin „ rei §eite, ügilla nollra buie appenäenäa änxi- „ MU8 inikruinento: äatuin 1ure§i anno äomi- „ ni i zos. teria Quarta proxima ante ciremrici- „ üonein eju8äeln. König Albrecht Graf zuHabsfpurg, welcher sich beurühet hatte, dise Herrschaften au sich zu erkaufen , war hierüber sehr erbittert/ und hat nachwerts mit Freuden zugesehen/ als Bischof Peter/ um geringer Urjachen willen/ von einem Grafen von Moutfort gefangen worden / und sich mit vielein Gelt auslösen müssen; auch den: folgenden Bischof Othv/ Freyherr» von Grandfee. die Bestätigung ^er bischöflichen Regalien nicht erteilen wollen; daher- Merkwürdigkeiten. 979 her auch der grosse Unwillen , als nachwerts -iser König nach Basel gekommen, zwischen ihm und dem Bischof entstanden ist. Die Stadt Basel, welche in denen vielen kriegerischen Auszügen eine zimliche Anzahl der Ihrigen verlohr, suchte sich jeweilen durch Annemung neuer Bürger oder Einwohner zu verstärken, und gab es allezeit sehr Viele der Benachbarten, welche dises Bürgerrecht mit Gelt erkauften, oder in einigen Kriegszügen erwarben. Der Bischof, als welcher die Kriegsgefahr mit König Albrecht vorsähe, suchte ebenfalls seine Leute zu behalten, und wollte deßwegen nicht zugeben, daß Einige aus disen neu - erkauften Herrschaften sich in der Stadt Bürgerrecht, ohne sein Vor- wissen, begeben sollten, worein auch die Stadt, als welche dißmalen nichts besonders mit dem Bischöfe zu schlichten hatte, folgendermaßen einwilligte. „ Xos Lonraäus cle Lenken LcalLrius miles, „ iVl^Ziller Livinin, Lonlules, Oonrallus lle 80- „ 1e NciAitter ^rtiiicmn L iVIsZill. artiuin Livi- „ LMienlis, Ikteinur L reLo§no 5 ciinu 8 per „ pre 5 ente 8 pro nobis L 8uccelloribus notiri8 in „ cüciL Livitäte Laülienü, c^uoä ullos tioinines cive8 vel 1 niguiIino 8 3ut opplä^nos vel alios » ^uo8Übet ^uocunigue nomine cenleantur all Aaaa oppi- 980 Historische „ oppiäum I^ieKcll ten, und diser Letftere hielte in folgendem Jahre, 1 wie auch sein Bruder Lüpold, in Basel ihr hoch- ^ zeitliches Bcylager. Dises und der unter den Kaisern entstandene Krieg/ worein der Bischof auch verwickelt ward, ^ verursachte der Stift fast ohnerträgliche Kosten, all-- so daß Bischof Gerhard genöhtiget worden, dem n edeln Ulrich von Ramftein das Städtlein Liestal, mit Vorbehalt des Wiederkaufs, zu verkaufen, wie die Worte des folgenden Instruments zeigen: „ 1^08 6erbclräu8 Oei Zratia Lpikcopus Laü- IienÜ8, notum ktLiMU8 univerli8, guoä nc>8 conücierata neceilitLte L ntiliwte notlra L ec- eleÜX nockre La6IienÜ8 eviäenti; lr^bito non loluin lemel, lec! plurie8 , eum capitu- 1o noliro Läülienü in liLL pMte, L consenlu ipliu8 exprello acceäente; «L epÜLOpali per no8 interpolitci gucloritate: oppiäum noürmn I^ie- üal, cum 1w8 3teinentÜ3 L perciiienrüz univer- li8, venäiciimu8 L trclcliciimu8 nomine notiro eccleüe Lg6Iienli8 §c tenore prekentium, 1108 Aaaa 2 „ eoäem 982 Historische ! „ eoäem nomine venäiäille L traäiäille, reeo- „ Znoseimu8 in In8 1cripti8, llrenuo viro Illrieo , „ 6e Kumüein militi, 66e1i nollro äilecio, no- „ Mine luo liereäum luorum ementi §L reci- „ pienti, pro centum §5 vi^liiti NELi8 puri „ omnibu8 1ui8 Iiominibu8, cen1ibu8, stiriku8, ! ! „ juri8ciictionibu8, 6it1rie1u, lervitutibus pre6i2- ^ n iidu8 rulticis L urbunis, 111 vi8, nemoribus, 60- „ niibu8, liorreis, ZZri8, arei8, orti8, prati8, cinn- > „ pi8, pLl'cui8, acjuis L vivLi'Ü8 poüeüionemc;ue ! eorunäem autoritate propria ludint-rsnäi; tiiie „ Kimen lalva con6itione, c^uocl cie i11i8 viZinti 1 „ Minei8 arZenti PI28 Live8 pre6i<61 oppiöi 6e „ I^ietisl anno auolibet 6iire eonsueverunt §c te- „ nentur octo IVl^rce nobi8 ceäent, certituäinL- ^ „ liter, nobis MZnan6e; int'uperper äictum ein- „ ptorem elt tiujuimoäi §r3tiu nobi8 luÄL ör 61- „ clo venärrionis contmclul exprctle rippolits L ! „ u6jec1it, vläelleet ^uo6 iäeni emptor vel sui I „ 5ucce5- j Merkwürdigkeiten. 98z „ tuccelloreg ipliU8 oppiäi pollellore8 ex parts „ nollra vel luccelloruin nollrorum, am ecLle- „ lle Laülienli8 rez. Jahre zu erteilen, welcher auch von dem folgenden Bischöfe erneuert worden. Diser Bischof, GrafHumbrecht von Neuenburg am See, ward im Jahre iz95. erwchlet; und sein Herr Vater, Graf Diebold voll Neuenburg, Herr zu Blamont und Landgraf zun Polme, na- me die Pflege des Bistumms über sich; daher das Kapitel die süsse Hoffnung geschöpfet, er würde die verpfändeten Herrschaften wieder einlösen; allein da der Bischof eine kostbare Hofstatt unterhielte, " wurden täglich noch mehrere versetzet. Auf Merkwürdigkeiten. ssz Aufdie Schlösser Liestal, Waldenburg und Honr- bürg, waren schon verschiedene Summen aufgenommen, und da dise noch nicht genugsam, der Stift Ausgaben zu bestreiten, hat diser Bischof, mit Einwilligung des Kapitels, der Stadt Basel Waldenburg Stadt und Burg, die Veftin Hom- berg und die Stadt Liestal mit aller Zugehörde und Gerechtigkeit verkauft ; allso daß die Stadt sobald davon Besitz nemen, alle daraufstehende Pfandlehen ablösen, und eine gewisse Summe Gelts an den Bau der Schlösser verwenden können, wie das Instrument des mehren, zeiget: „ Wir Humbrecht von Nüwenburg von Gottes „ und des H. Stules Gnaden Bysthoff ze Basel, „ verjechent und tund kunt menglichen mit disem „ Brief, die in sechent, lesent oder hörent lessen; „ als daz egenant unstr Bystumme und Stifte nü- » welingen von unserem H. Vatter Vapst LoniL- „ Lio dem munden, mit unser persone versechen ist, „ und wir dasselbe unser Bystume in grossen kund- „ lichen Schulden ze geltent, und vil jerlichen ziu- „ sei, und gülten ze gebent, schwerlichen funden Hand „ beladen und bekümbert, und das grosser Schade „ und kost es sye mit giselmalen, angriffen, krie- „ gen und in ander weg, nf dasselbe unser Bv- „ stume und Stifte gewachsen sint und gevallen, „ teglichs wachsent und vallent, die wir noch un- „ftr 994 Historische „ ser Stifte ze dirre zite nit versechen kömient/ noch „ mögcnt, denne niit dirre nochgeschriben verkouf- „ ftmg ze tmrd, wand wir noch unser Bistume und „ Stifte uf dis zite so vil varendcs gutes nit haben „ noch haben mögent, imt dein wir soliche schul- „ den, zinsse, kosten und schaden abgetragen mö- „ gent noch bezalen, re. das alles Amtlichen ist re. „ rnrd ist ze wissent, daz wir mit wolbedachtem „ Mute und guter zitlicher vorbctrachtung und nüt „ einhelligem Rate, wissent, willen und verhenk- „ nüsse der erwürdigen unser lieben Brudern des „ thnmprobstes, des dcchans und des Cappittels „ unserer egenanter Stifte Bafel mercn gepresten „ und schaden re. ze verkommt re. rc. verkouft und „ ze kouffen geben und vcrkouffent mit distm gegen- „ würtigen Brieff, recht und redlichen in alle we- „ ge, wise und forme, so dis von recht oder ge- „ wohrrheit kreftig ist, sin soll mrd bestan mag rc. dem Bürgermeister, dem Rate, den Bürgern „ und der Gemeinde genreindlichen der Statt Ba- » sel re. rc. für uns, unser Bystmmne und Stifte „ und unser nachkommen dasselbs, die wir ouch „ mit willen der egencnten unser Brüdern zu allen ,, vor und nachgeschribenen dingen und verglichen 7 . insunders bindent veftenklichen ze haltent.waldcir- ,, bürg, Statt und Burg, die Vestirr Hoinberg „ rnrd die Statt Liestal, die uns, unsrenr Bistum- , be, mrd Stifte zugehörenr, mit allen rechten, » Eren Merkwürdigkeiten. 99s „ Eren und zugehörden, Lüten, Gütteren, Zin- » sm, Gülten, Diensten, Stürm, Gewerffen, „ Dörfferen, Landen, Gerichten, grossen und klei- -- nen Besserung und Bussen, grossen und kleinen „ Geleiten, Zöllen, Bellen, Agker, Matten, Holtz, » Beide, Wonne und Weiden, gebuwens und „ ungebuwens, Wiger, Vischentzen, Wasser, „ Wasserrunsen, Wildbennen, Wegen, Stegen, „ und allen anderen rechten und zugehörden, wie „ die genant sint, nützit ußgenommen; als si da- „ her zu uns, unseren Vorfahren und unserem „ Bistumme gehöret Hand; vnd ist diere kouff ge- „ den und beschehen rc. rc. und die obgenenten un- sere Schlvs und Vestinnen mit allen rechten, nu- „ tzen und Zugehörden als vorstat rc. rc. geben wir „ uff, in Verkouffung wise für uns und alle unsere „ nachkommen rc. rc. in gewalt, gewcer und in „ Hand der vorgcschriben des Bürgermeisters, des „ Rates, der Bürgere und der Gemeinde rc. der „ Stadt Basel, und setzent dieselben in «amen ir „ selbs und ir riachkommen derselben vorgenenten „ Schlossen mrd Vcstinen und aller rechten, nu- „ tzen und zugehörden, in ruweklich und nutzelich „ gewerre und gewalt für uns und unser nachkom- „ men unser Bystumme und unser Capitel egenent „ hinnethin ze habent, ze niessent, ze besetzent, rrnd » ze entsetzent, re. ouch haben wir inen mit Wil- » len unsers Capitels vollen gewalt geben und ge- Bbbb bmd 996 Historische „ bend mit diser geschrist die Phandlehen, so zu. „ den egenanten Schlossen und Vestinen gehören^ „ -ze iren Handen in unsrem und unser Stift ««am-- „ men ze ziehent und ze lösent, und die haben und niessen ohne geverde: Wir habent onch gelopt „ by unsren fürstliche«! eren an eydes statt, die ege-- „ nenten kouffung und verkouffung den vorgcschrie- ' ^ be««en Bürgermeister, Räten und der gemeinde rc. „ ze weren, und recht were zu syn gegen mcngli-- » chen re. rc. und geben willen Eintusend Guldin » an notdürftigen B«nv der Vestin Waldenburg » und Homberg ze legen rc. » Und dis alles ze urkund so haben wir unser „ bischofflich ingesigel gehenkt an discn brieff, zu „ der erwürdigen unsers Capitels ingesigcl: und ! » wir Cunrad Münch von Lanzkron thumprobst, „ Johannes von Hochenstein Techan, Johans » Thüring Münch von Münchenstcin Ertzpriester, » Johans Münch von Lanzkron Custos, Johan- » nes Frowler schnlherr und das gemein Capitel der Stifte Basel, vcrjechent mit diere geschriste » öffentlichen rc. und bestätigen rc. u««d das alles „ onch ze urkund, so haben wir oncb unsers Ca- » pitels ingesigel zu des egenanten unsers Herrn -- Ingesigel gehenckyt ar« discn Brief, der Zwe ge- l! lieh geinacht und besiglet sind, u««d jetwedern tei- ^' „ le einer gegeben: »Diere Merkwürdigkeiten. 997 „ Dlere Brteff ist geben und dise Sach beschehen » Ze Basel, ^.nno Oomini milleliino LLLL. „ teriä iecunä-L polt ^cobi beati appolloli. Zu gleicher Zeit ward annoch ein ander Instrument ausgefertiget/ des Inhalts: Daß dise verkaufte Ort von allen denen, welchen sie schon verhaft waren, sollen ausgelöst und der Stadt Basel frey und ohnbelästiget übergeben werden; Allso daß jenige Schulden, so von Bischoffen und Kapitel darauf gemacht worden, bestehen sollen ; was aber ohne des Kapitels Willen besche- hen, die solle der Bischof und seine Nachfahren ledigen nach bestem Vermögen rc. Die Stadt Basel soll zur Sicherheit von dem Kaufschilling eine gewisse Summ inbehaltcn. Diejenigen Schuldem welche die von Liessest,Wal- denburg und Homburg auf das Land aufgenommen haben, solle das Land bezahlen. Als nun hierauf in Zeit etlicher Jahre alle An- stände richtig gemacht worden, so erhielte die Stadt auf nächsten Mittwoch nach St. Hilarius Tag des Jahrs >4OZ. eine vollständige Quittung über alles dasjenige, was sie ausbezahlet hatte. B b b b 2 Es 998 Historische Es name aber die Stadt Basel allsobald nach - beschchenem Kauft/ ohne einigen Auffchub/ von ; disen ihre»! nerielr Landen den ftyrlichen Besitz; die Untertahnen wurden in Eid genommen; die fallenden Einkünften bezogen; alle Aemter besetzet/ und die Einwohner diser Graf- und Herrschaften unter den Fahnen der Stadt im Kriege zu dienen/ ohngesaumt mitgenommen. Indessen unterliessen diejenigen Edlen / so in disen Herrschaften noch verschiedene Gerechtigkeiten befassen/ und als Pfandleihen inhatten, auch nicht selbige auszuüben; Massen die Stadt / ohngeacht sie/ , Kraft des vorerwehnten Kauffbriefs/ das Recht >! hatte/ selbige einzulösen/ dennoch nicht Vermögens j genug besaß, alles auf einmal an sich zu bringen. ! i Thüring von Ramftein / Freyherr zu Zwingen i und zu Gilgenbera / dessen Gemahlin Adelheid Grä- > fin von Neuenburg lvar/ hat auf nächsten Montag ! nach ausgehender Ofterwoch e des Jahrs 1407. mit Einwilligung des Bischöfen/ seines Schwagers/ und des Kapitels, denen Einwohnern von Liestah - und denen / so zu ihnen gehörten / bewilliget/ Waldungen auszureuten und Kornäcker dararrs zu § inachen/ nrit dem Bedinge, daß von einer solchen Jucharte neu angelegter Aecker/ anstatt der gewöhnlichen Landgarben/ ein Sefter Dünkel ihme/ seinen Merkwürdigkeiten. 99s seinen Erben, oder dem, welcher alsdenn dises Pfandlehen inhaben würde, solle abgeführt werden: Güter oder Aecker aber, sonachwerts öde ligen, und nicht gebauet wurden, sollen von diser Auflage befteyet, als Allment geachtet, und keine Landgarben darvon bezahlet werden, sie würden denn verliehen. Diejenigen, welche aus denen Gütern, so Land- garben geben, Reben anlegen, sollen jährlich für ein Rebzins Zween Schilling bezahlen. Und es mit denen Gütern, so Landgarben vor Errichtung dises Briefs abgestattet, bey dem alten Gebrauche gelassen werden. Welches Recht nachwerts auch an Basel gekommen ist. Unsere Geschichte, welche wir dißorts in vorhergehenden Stücken zimlich erlaütert haben, tuhn aller Orten Meldung des schweren Kriegs, so die Stadt im Jahre 1409. mit dem Hause Oesterreich geführet. In dem Wintermonat dises Jahrs streiften die aus Rheinfelden in die Aemter Homberg, Waldenburg und Liestal; warden aber im Heimzuge bey Mägden von der: Baslern erreichet, an- Bbbb z gesät- IOQO Historische fallen und übel beschädiget. Obschon nun der Raub dem Feinde wieder abgenommen ward, so rauchten dennoch die von ihnen abgebrannte Wohnungen der neuen Landschaft Basel. Die Stadt, welche vorhin noch kein Land hatte, als was in dero Bann begriffen war, zöge nun mit Fünftausend Mann zu Felde, und wußte sich nicht nur wider ihre Feinde zu beschützen, sondern auch derselben Land und Schlösser zu erobern. Wir können hier nicht ohne Grund anmerken, daß dise Umstände einen Anlas zu der RegimentS- abänderung gegeben; da die Stadt sich beschwärct, daß die AmtSleute des Bischofs ihnen iu den, Kriege mit Oesterreich beschwärlich gewesen, und daher einen Ammeister erwehlet haben. Sie war allst bedacht, nicht nur neue Rechte zu erwerben, sondern die erworbene mehrerS zu bekräftigen ; daher st oft die Stadt Basel mit dem i Bischöfe und dem Dornkapitel sich nachwerts in eine Unterhandllmg eingelassen, ward ihro zugleich die Bestätigung der vorigen Kaüffe und Pfand- schaften erteilet. Als von Bischof Hartmattn Mönch, aufDon- nerstagS nach St. MatthiS des H. Zwelf Botten Tag, des Jahrs 1419. Der lOOI Merkwürdigkeiten. Der folgende Bischof, Herr Johannes von Fleckenstein, hat auf den nächsten Samstag nach dem H. Pfingsttag des Jahrs 142z. eine der vorhergehenden ganz gleiche Bestätigung von sich gegeben, welche von dem Kapitel unterzeichnet und besigelt ist. Und da in folgenden Jahren, so wol wegen denen vielen Unkosten, welche der Bischof und die Stift währenden Concilium oder allgemeiner Versammlung der Kirchenväter, als wegen der mit dem Herrn Diebold von Neuenburg entstandenen Zwiftigkeit, zu besteckten hatten, noch mehrere Geltsummen mußten aufgenommen werden, so hat die Stadt Basel, auf Ersuchen, das verlangte Gelt, so wol auf neue Einsatzungen, als auf die alten Pfandschaften, dargeschossen. Dises Instrument ist geben des nächsten Diensttag nach St. Barnabas Tag, des Jahres als man zehlt nach der Geburt Christi 14z i. und wird darinnen besonders die Liebe und Eifer der Stadt Basel angepriesen, welche in disem Falle so trostreich dem Bistumm beygestanden ist. Dise Geltleihung hat den Bischof allso erfreuet, daß er der Stadt Basel einen besondern Brief erteilet, darinnen er dieselbe, so wol wegen Ellineourt, als sonften, auch aller vorgegangenenSachen undAn- sprachen wegen, in Ansehung diser geleisteten Diensten B b b b 4 und ioO2 Historische und Liebe, für sich und seine Nachkommen fürj inv mer losspricht, quitt und ledig zehlet re. Geben an dem nächsten Dienfttag nach St. Jo- hannis Tag, zu Sunwenden, 14z i. Um dise Zeit hatte die Stadt Basel zu Liestal rso. wehrhäfte Knechte und 12. Schützen. Nach dem Tode obgemeldten Bischofs kam, nach einiger Streitigkeit, Friedrich ze Rhein, Custos der Stift Basel, zur bischöflichen Würde, welcher all- sobald nach seiner Erweh luug der Stadt Basel ihre vorgemeldte Kaüffe bestätiget hat. Der Anfang und das Ende diser Bestätigung sind folgenden Inhalts: ,, Wir Friderich von Gottes Gnaden Bischof ! ,, ze Basel, tun kund mit disem brieve, das wir ! » für uns und unser nachkomen rc. - - - - ! » die Verkouffung rc. der Statt Liestal, der ! „ Schloffen Waldenburg, Homburg, und der „ Aembteren die darzu gehörent re. mit allen pune- „ teil und Articklen rc. bestätigen re. - - - - „ und Wir Gerie von Andelo tlimprobst, Johaus Wiler Techen und das Capitel verjechent rc. Geben im 14z?. Jare uf den nechstcu donstag » vor St. Johaus Tag zu Sunwenden. Cum 6Zi11l8. 3 m Merkwürdigkeiten. rooz Im Jahre 1439. hat die Stadt Basel dem Bischof Friedrich das Dörflein Fülisdorf, wie an seinem Orte umständlich wird angezeigt werden, ab- erkauft, und zugleich den vierten Teil des Zehen- dens zu Liestal; die Landgarben auf den Rütinen; die Weingülten und Pfenninggelt samt dem Pfen- uingzins ab den Haüsern zu Liestal, welches bis anher noch in bischöflichen Handen geblieben, änlich gebracht. Auch verschiedene nachfolgende Bischöfe, und besonders Bischof Caspar ze Rhin, haben vorer- meldte Kaüffe, und letztmals im Jahre 1481. bestätiget. Weil aber die Bischöfe der Landschaft Liestal, Waldenburg und Homburg, fich gar nichts mehr annamen, ftmdern derselben Benützung mit vielem Kosten allein der Stadt Basel überliessen: so spräche die Stadt, da der Kaufschilling und die Beschützungskösten den Werth diser Herrschaften weit übertraffeu, selbige, ohngeacht einigen Widerspruchs, für ihr vollkommen Eigentumm an. Aller Orten glaubte man, daß sie berechtiget seye, solches zu tuhn. Papst Sirius der Vierte erteilte auch im Jahre Bbbb 5 * 482 . 1024 Historische 1482. der Stadt eine Bulle, darin« umständlich gemeldet wird, wie er aus eigenem Triebe und Apostolischer Gewalt, und nicht auf ohngeziemen- des Nachwerben, alle der Stadt Basel Kaüffe und Pfandsthaften, worinncn sie im Besitzesey, bestätige und gutheiße. Besonders wird in diser Bulle der Städten und Orten Licftal, Waldenburg und Homburg gedacht, und der Stadt deßwegen von dem Papste zu Expedieren oder Ausfertigern der aller hierüber verlangenden Instrumenten, auch zu Beschirmern wider des Bischofs und des Kapitels Allfälle und Irrungen, der Abt zu Lützel, der Probst zu Oelberg, und den Probst zu St. Peter, gegeben. Papst Julius der Zweyte beschenkte die Stadt im Jahre 1512. ohngesehr mit einer gleichen Bulle, darinnen aber, wie in den folgenden, keine Ort mehr besonders ausgedruckt, sondern die Land und Rechte der Stadt überhaubt benamset sind. Papst Leo der Zehende taht ein gleiches im Jahre ^20. und Papst Hadrianus der Sechste hat seine Bestätigung im i s2z. Jahre folgendermassen erteilet: „ VI. „ Ilniverlls §5 lmZulis inetropolitgrum, §5 „ aliarum catlieträlium ecclellAium LanoniciL ac Merkwürdigkeiten. 1005 ,, nniversorurn L lingnlormn Krclriepisooporuin „ L Lpisooporuin VioarÜ8 in spiritua1ibu8, ge- nera1ibn8 sen oKoi3liku8 ubilibet coniiituti8, „ saiutein L apoüolicanr beneäictionem. I)n- „ äum, pottc^nain Kater reverenäu8 ^uliu8 ka- » x>3 II. xreciecellor notier, Oilecloruin üiiornin „ inagillri oiviunr L oonsulnnr oivitati8 Latilien- „ Ü8 , tam iri3jori8 c^uain ininorK con^uellionein peroeperat, c^uoä non nulli Krckiepisoopi, L- „ piscopi, alüc^ue eooleüaruin krelati, L eccle- „ üe pertone, tain religiöse, etiain nrenäicante8 z, L exenrpte, c^uanr secu1are8, nec non Dnce8 rVIarc!rione8, Lomite8, Larone8 , nobi1e8, ini- „ 1ite8, L laiei, Lonrrnunia Livitatunr, univer- „ sitate8 oppiäorum, caüroruin, villarmn, L „ aliormn looorrun, L alie smgn1are8 p ertöne „ Livitatis L I)ioceÜ8, 30 aliaruin partium äi- „ vertarunr oceupaverant, L oocupari seoerant, „ oaitra, viÜ38, L 3Ü3 I 003 , lerraa, O 01 NO 8 , „ poüeIsione8, jura, L juri8äiolione8, nee non „ Iructu8 reciäitU8 §cproventu8, rnagiliri Liviuin „ oonsulnnr, ac coinnrunitatig Livitati8 lruju8- „ rnoäi, neo non etianr consnlum, §r univerü- „ tatum Oxpiäorunr, Laürorunr, villarum, vil- lagiorunr L looorunr Klagillro oiviuin L oon- „ su1ibu8 LivitatK IrujULnroäi subjeKorurn, 30 „ utriu8gue sexu8 pertonarunr in Livitate, oppi- „ äis, L3tlri8, vi1l3ZÜ8 6c 1ooi8 subjeclK irujus- „ moäi iov6 Historische 22 22 22 22 22 22 22 2) 22 22 22 22 22 22 22 22 22 22 22 22 22 22 22 12 22 22 22 22 moäi tunc n 8 prelia- bant auxilium, conülium, veliavorem, non- nulli etiam Livit3tnm L OioceÜ8 3 c partium preälÄarum, cpü nomen Domini in V3num re- cipere non i'ormiöLverant, ei8äem m3Ziilro ci- vium, coniu1ibu8 §5 3 IÜ 8 Mriu8<^ue lexu8 per- foni8 supr3 preäiclis callriz, v11Ii8, L 3 IÜ 8 1o- ci8, terri8, äomibu8, potleüionibus, suribub, truÄidu8, cenübu8, reäitibu8 L proventibu8 eorunäem 3c 3 IÜ 8 boni8 mobilibn8 immodi- 1ibn8 redu8^ue 3 IÜ 8 3ä maZiürum Livium, con- 1u1e8, §c utriu8^ue lexu8 per5on38 prek3t38 ü- militer pro tempore communiter vel ciivitun lpeÄ3Nte8, multiplices moleliias L iisturi38 in- kered3nt u>ii- „ ti, äe preäiüi8 L alÜ8 personi8 c^uibusliket su- „ per rellitutione lru)U8inoäi, caltroruin, villg- „ rurn, lerrarunr, aliorunr locoruin )uri8äi- „ tiioni8 juriunr L bonoruin inobiliunr L inrmo- „ biliuin, reääituurn cjuo^ue 8 historische „ Pioslidet Lrebelles, cujuscunHue 6i§nituti8, „ ssutus, gr^u8, oräinis vel conäitioni8 exiüe- „ rent, ManäocunPie L ^uotiescunc^ue expe- „ äiret, uussoritute upossolicu per ceniurum ec- „ cieiiuilicuin uppeliutione posspoütu compelcen- „ äo, invocuto etiam uä iä, ü opu8 toret, uu- „ xssio brucliü seculuris. sst nilriloininus leZiti- „ mis super Iris Irakenciis servutis processbus, „ contra i1Io8 cpi 08 oenluras L penus per eo8 pro „ tempore latas incurrisse coniiitisset, illas c^uo- „ tien8 Opus iöret, iterutis vicibus uAgravare eu- „ rurent. sst iusupcr ii per lummuriam iniormu- „ tionem super iiis per eo8 Iradenäum etiam eis „ conssuret, ^uociuäiocu, in c^uibus occuputo- „ res, äetentores, presumptores, moiessutores, „ L injuriatores Iruju8mocii ac alios Pios eiisse „ Issere concernebunr, pro tempore morari con- „ rinderet, pro monitionibu8 ip6s citutioni- „ bus cie eis sucienüis, Lutus non pateret acces- „ sus, ipse Julius preäecessor eisäem i^dduti L -iiÜ8 eecleüaruln ?reiati8, ac perkoni8 in äi. „ Znitate eccleüaüica LonÜituti8, per alia8 1uü8 „ in korina brevis äeinper Lonkecta8 1itera8 enin- „ rniiit §c inanäavit, ^uatenu8 ipü L c^uilibet eo- „ rinn per ke vel aliunr keu a1io8, etirun ii eüent „ extra loea in Huibus äeputati korent, eonker- „ vatores L ju6ice8: eifern nraZitiro eiviuin „ conku1ibu8 L perkoni3 in premitli.8 eineaei8 cie- „ keniioni8 preüäio aiiiiierent, A ^ulri preeleeek- » kori81itera8 exec^uerentur, ae jnxta iilarum con- D tinentiam L tenorenr proceäeret, in oinnibu8 „ L per omnia perinäe ac ii ^ulii preciecetiori8 „ litere irnjULinoäi etiam eieäein ^rclnepikcopis, » LpikL0pi8, ?re1ati8 L in äi§nitate coniiituti8 » perkoni8, L eorurn cuilibet äirecie kniüenr, » prout in jingulis iiteriL preäictis p1eniu8 cieb.ec loio Historische „ contineri. Lunr autem pro parte prefatorum „ maZitiri civium L confuluin nobi8 iuit bumi- „ liter supplicatum, ut iinZulas literas pre6iüa8 „ etiam aci V08 extenäere äiZnareinur: 1^08 eo- „ runäem maZiliri Livium, confuluin L perto. „ narum commoäitatibu8 uberiu8 confulere cu- „ pientes, §c ipforum in liac parte fupplicatio- „ nibus inclinati, Dil'cretioni veüre tenorem pre- „ fentium connnittiinus L manciainus , yuotie8 „ etiam V08 6c ^uilibet velirum per vo8 vel per „ ulium feu aÜ 08 , etiam ü Üti8 extra loca in c^ui- „ bu8 äeputati elli8 stiäice8 L conlervatore8, eis- „ clem maoiltro Liviuin, confulibu8 perfoni8 „ in premillis etbcacis Zefenlioni8 preliäio alli- „ stentes, ünZulas literas preciicks ac omnia L „ linZuIa in ei8 contenta exe<^uamini, ac juxta „ illaruin continentia8 L tenore8 proceäatis: in „ omnibus L per omnia, perinäe ac 6 eeäem „ litere etiam vobis ue „ ipiis literis oriZinaiibus acibiberetur, ii korent „ exbibite vei oitenke. Datum Konre apuä kan- „ etuin ?etrum, iub annuio kiicatoris, Die „ VI^'- kebruarii ÜIDXXIII. kontilicatus noüri „ anno priino. Dise Bulle ist auf Pergament geschrieben / und sind denn zuanserst am Rande Zwey Riemlein ein- Ccce geschnit- IQI2 -Historische geschrntten, welche übereinander gewickelt eine gedrehte weisse Schnur gestalten, so durch ein Loch das zusamengelegte Pergament in Form eines Briefs durchschneidet, gezogen, den sogenannten hie- beygehendcn ^nuu1um?itd-nori8,so auf rohk Wachs gedruckt, umgeben, und zugleich die Bulle beschlies- sen. Bald hierauf, da die Abänderung in Glaubcns- sacheu viele Feindschaften erwecket, hat die Stadt Basel mit dein Bisthofe und dessen Kapitel auch über verschiedenes zu streiten vielen Anlas gehabt. Der Bischof suchte unteranderm wegen denen verkauften Herrschaften nur immer hervor, was möglich war; die Stadt hingegen wollte sich von demjenigen, was sie erkauft, Pfandsweise ingehabt, theur bezahlt, und noch mit weit grössern Kosten beschützet, auch nichts nemen lassen. Daher man endlich gutbefunden, durch Vcr- , mittlnng verschiedener Orte hochlöbl. Eidsgenossen- > schaft, alle Streitpunkten behandeln zu lassen, wor- ! mit etliche Jahre zugebracht worden; bis endlich , jn dem Jahre i s 8 s. an dem Donnerstage vor Palm- ! tag, zu Baden im Acrgöw, der sogenannte grosse i Vertrag zu Stande gebracht, der Stadt Basel, ! nebst Liestal, Wälder,bürg und -Homburg, auch j alle übrige Pfandschaftm auf ewig abgetreten, dem Herrn Merkwürdigkeiten. roiz Herrn Bischof aber annoch zu einer Entschädigung von der Stadt grosse Summen Gelts bezahlet worden. Die Anfangsworte lauten allfo: „ Wir nachgenannten, Johann Keller, Ob- „ man unddesRahts der Stadt Zürich; Johann „ von Wattemveil, Altschllltheis der Statt Bern; „ Ludwig Pfeiffer, Ritter, Schultheis und Pari-- „ nerherr der Stadt Lucern; Johann zum Bron- „ neu , Ritter, Alt LandAmen zu Urj; Johann „ von Landten genant Herd, Ritter, Schultheis „ der Statt Fribnrg; und Johanrr Conrat Meyer, „ der rechten dvctor und Alt Bürgermeister der „ Statt Schaffhausen, thun kund menglichen und „ bekennen öffentlich mit disem Brief, nachdem „ zwüschen dein Hochwürdigen Fürsten und Her- ren, Herren Jacob Christoffen, Bischöfen ze „ Bastl, unsrem g. Herren an einem; so da» „ den edlen, gestrengen, Ehrenvesten, Frommen, „ Fürsichtigen und Weifen, Herr Bürgermeister „ und Rat der Stadt Basel, unsren lieben Her- „ ren, besondren guten Fründen und getrüen lie- » ben Eydtgenossen zum anderen theil; allerley „ Spenn rrnd Mißverstand entstanden, so nach-- „ mahlen zu merklichen Unwillen, Weiterung, un- » ruh, Empörung, Krieg, Blutvergießen, Eo- Ccees sten ioi4 historische „ sien und schaden, leichtlich gereichen mögen; „ disem vorzuscyn, auch die alte Freund und nach- „ barschaft, so zwüschen Hoch und wolermelten „ theilen, anerdenckliche zeit löblich herbracht und „ geübt worden, zu erhalten; So haben unsere „ Oberen anch lieben Herren, besondren gute » Freund und getreuen lieben Eydgnossen, der „ dreyen Stetten, Zürich, Bern und Schaffhau- „ sen, auch andere gnthertzige, friedliebende per- „ söhnen (denen wie auch uns, solche zweytracbt „ in trcuwen, und von hertzen leid waren) durch „ außgangen schreiben und freundlich ersuchen bei- „ de theil bewegt, daß sie sich auf eine gütliche un- „ verbindliche underhandlung begeben, und ver- „ anlaßt; und derwegen uns von ansang genante „ Persohnen mit nammen jedes theil drey zusähen „ und Schiedleuten von unser aller Herren und „ Oberen erbetten und die Malftatt diser Under- „ handlcmg gehn Baden im Ergöw bestimpt ha- „ bcn; Als nun wir obgeinelte Satz und Schied- „ lüt, auf unseren Herren Befehl auch hoch und „ wolermelten partheyen zu underdienstlichcm und „ freundlichen Gefalle und Verschaffung Fried und „ Einigkeit zu Baden den i6. Tag vecembris iin „ i^8Z. Jare ankommen, so ist hochermelter Fürst, „ Herr Jacob Christof Bischof selbs eigner Per- „ söhn neben dero F. Gn. Thumbcapitels abgeordneten, benantlichen den ehrwürdig, edlen und hoch- S) Merkwürdigkeiten. ioi; „ hochgelehrten Herren Franz von AponexThumb- » dechan; Marx, Bischoffen zuLydda, Suffra- „ ganeen nnd Sholasten; Renwart Göldlin von „ Tiefcnaw, Thumbheren hoher Stift Basel re. „ und dan anstat und in Rammen eines ehrsam- „ men Rahts der Statt Basel, als derselben eh- » rengesandte, die edlen, Hochgeehrten, From- » men, ehrenveften, Fürsichtig, weisen Heren Bonaventura von Brunn, Bürgermeister; Lux » Gebhart, Obrtster Zunftmeister; BasiliusAmer- » bach, der rechten doctor; Remigius Fäsch und „ Wolfgang Satler, des Rats ze Basel rc. rc. Die Behandlung dises Vertrags hat Zwey Jahre gedauret, bis endlich von dem Schiedsrichter gutbefunden, und beiderseits angenommen worden, daß weil die Stadt Basel die Pfandschaften über Anderthalbhundert Jahre ruhig ingehabt, dise Land allein, ohne einige bischöfliche Beyhülfe, in Fried- und Kriegszeiten ohne Widerspruch besorget und beschützet, sehr grossen Kosten an die Schlösser und Strassen verwendet, auch darinnen überallemassm viele Rechte und Einkünften kaüflich an sich gebracht, dise Land auch in eydsgenössischen Bund ausgenommen , und darinnen die Religion abgeändert worden : daß die Stadt in dem ruhigen Besitze diser Landschaft auf ewig verbleiben, dennoch aber, so Cece z wol IOI6 Historische wol wegen disen als anderm, dem Herrn Bischöfe eine grosse Summe Gelts bezahlen solle. Also käme die Stadt Basel zu dem ruhigen Besitze des Städtleins Liestal und darzn gehörigen Dorfschaften, welche sie nach und nach von allen ftemderr Ansprachen zu befreyen / und die darinnen von andern besessene Rechte an sich zu bringen gewußt hat. j Bis außer haben unsere Geschichtschreiber für ! die ältesten Besitzer des Städtleins Liestal, die ! Grafen von Homberg angeführt. Vorgemeldte Nr- ! künden erweisen, daß vor denselben die Grafen von Froburg dise Gegend beherrschet. Und wir wollen . einen kleinen Versuch wagen, wer etwann vor de- ^ nen voil Froburg Liestal ingehabt. ^ In dein Bestätigungsbriefe vom Jahre 1048, welcher hiervorn angezogen worden, und darinne ! Kaiser Heinrich der Dritte der Stift Basel die ^ Landgrafschaft Sißgau zugedacht hat, wird eines j, Grafen Rudolfs gedacht, welchem dise Gegend da- z nials zugehört hat. Sehen wir rinn disen Grafen ^ Rudolf für denjenigen Grafen von Habsspurg an, ^ welcher Gertrud, eine Tochter Adelberts Grafen ^ von Froburg zur Gemahlin hatte, so findet die ^ Mllhtmassung statt, daß da die Grafen voll Fro- ^ bürg durch Henrahteu iil das Hans Habspurg hier- x um IOI7 Merkwürdigkeiten. um einige Landschaften erworben, sie Lardurch auch Liestal möchten bekommen haben. Unsere Instrumente lassen nicht mehrere Muht- massungen hierinnen zu ; doch findet sich in dem Pater Herrgott eine Urkunde, so vorerwehntes zum ' Teile bekräftiget. In einer Vergebung vorn Jahre 1008. darinne einige Güter im Breißgau dem Kloster Sulzberg geschenket, der Kirche von Basel aber hierüber die Obsorge übergeben wird, ist des Grafen Rudolfs als Zeugen gedacht. Dtser Graf Rudolf ist ohnstreitig ein Graf von Habspurg. Er wird auch für denjenigen angesehen , welcher eine von Froburg zur Ehe hatte; und bestehet der Anstand nur darinn, daß man vermeinet, daß er vordem 1048. Jahre gestorben, welches aber noch nicht erwiesen ist. Vorhin ist schon gemeldet worden, wie das Amt Liestal in denr Sißgöuw gelegen seye. Nun ist einigermassen bekannt, wie vor Zeiten bist Gegend ihre besondere Grafen gehabt; wie diser Grafen Rechte an die Bischöfe von Bafel gekommen, von ihnen anderwerts vergeben, endlich an die Stadt Basel gebracht, und nunmalen nebst obgemeldtem die Stadt Basel einige Herrlichkeiten von Liestal, als Landgrafen desSißgaus, besitze; welches ganz deutlich bey der Abhandlung des Sißgöws solle erläutert werden. Nach- IOI8 Historische Nachdem die Stadt Basel von Liestal und dazugehörigen Dorsschaftcn Besitz genommen, hat selbige an der Art und Weise, wie dises Städtlein von seinem eigenen Naht regieret worden, nichts abgeändert, bis der Geist des Ungehorsams, welcher in gewissen Zeiten unter den Untcrtahnen der Schweitz, und angränzenden Landschaften, auch die Liestaler betöhret hat. Dennoch kan aus diser ganzen Abhandlung deutlich wahrgenommen werden, daß die Vorteile, so sie nunmehr gemessen, weit grösser und ersprießlicher sind, als diejenigen, so sie zu Zeiten der Bischöfe gehabt haben. Die Schultheissen, welche in obrigkeitlichem Namen diser Stadt und Beamtung vorgestanden, sind folgende: ZZchultheissen zu Uiestal. 1289. N. Hvlzach. i Z68. Conrad Ecklin. 14)0. Leonhard zer Blumen. Hans Schrriuacher. 1462. Hans Oltinger. 1470. Ulrich Müller. 1472. Hans Oltinger. 1477. Martin Seiler. 1488. Heini Erni. !49s. IOI9 Merkwürdigkeiten. 149 s. Heinrich Grünenftls. 1496. Heinrich Strübin, starb 1517. ward in in der Schlacht bey Naney Zengmeister. Panthaleon Singeisen. isi8. Niclaus Brödlin. 1522. Burckhard Hng. i sZ4. Panthaleon Singeisen, starb 1549. i sso. Tobias Singeisen. t N. Grünenftls. Jacob Seiler. iss6. Michael Strübin, starb 1582. i s?s. Jacob Seiler, des obigen Sohn, genannt Murer. 1 s?7. Michel Murer. 1582. Valentin Hoch. 1585. Adam Seiler. 1591. Pantaleon Singeisen, starb >623. des obigen Großsohn. 1602. Crispinus Strübin, starb 1622. hat ein Gewidum gestiftet. 1622. Michel Strübin, starb 1650. 1624. Heinrich Gisin, der Schneider, entsetzt, weil er an der im Jahre 165z. bescheidenen Aufruhr Teil gehabt. 1650. Joh. Christoff Jmhof; ward, als ein B-schützer der oberkeitlichen Rechte bestäftget, und mit dem Bürgerrecht zu B-aftl beschenkt, starb 1658. Eecc 5 Nüch IO2O Historische Nach seinem Absterben fände man gnt, einigen Rahtsherren von Basel das Schultheissentum zu übergeben, so des Rahts verblieben. i6s8. Hans Jacob Zörnlin, Oberst Lieutenant und des Rahts zu Basel, starb 1659. 16^9. Daniel Burckhard, des Rahts zu Basch reliZnirt. 1667. Hicronymus Menzinger, des Rahts zu Basel, starb 1672. Im Jahre 167z. ward aus besondern Gnaden, mit Vorbehaltung des obrigkeitlichen Wohlgefallens , nebst einem Bürger von Basel, auch wieder ein Schultheis von Liestal zu erwehren gutbesun- den. 167z. Samuel Imhof, obigen Christoffs Sohn; war auch Salz - und Kornmeister, starb 1686. 1674. Bernhard Strübin, Kornmeister. In disem Jahre ward gutbefunden, daß hin- künftig zu Liestal Zween, ein neuer und ein alter Schultheiß seyn, und selbige jährlich im Anunt abwechseln sollen, allso daß alle Jahr, nach be- schehener Rcgimentsabänderung zu Basel, der einte Schultheiß seinen Stab niderleget, der andere aber für bevorstehende Jahrszeit regierend erklärt wird. 1686. IO2I Merkwürdigkeiten. 1686. Daniel Mürri, genannt Glaser, von Liestal, starb 777z. 1712. Bernhard Strübin, obigen Sohn, Bürger von Basel, starb 174?. Ward noch bey Lebzeiten seines Vaters zu dessen Nachfolger erklärt. 171z. Samuel Gystn, LNir. starb 7725. 172s. Michael Strübin, zuvor Svittahlpfleger, starb 7747. 1744. Herr Johann David Hebdenstreit, genannt , ch II. I.. Bürger von Basel. r747. Joh. Jacob Singcisen, von Liestal, zuvor Verwalter des Stubenguts daselbst. Der Herr Schultheiß, welcher Bürger von Basel ist, bewohnet eine obrigkeitliche Behausung, welche erst im Jahre 1744. erkauft, und für den Sitz eines jeweiligen Schultheiffen, so Bürger von Basel ist, gewidmet worden. Alle Jahre, 14. Tage nach St. Johannis des Taüffers Tage, an einem Sonntage, wird der Schultheis, welcher für das Jahr, von diser Zeit an bis wieder dahin übers Jahr, neu oder in seinem Amte regierend wird, durch einen Rahtsherrn von Basel in der Kirche zu Liestal, denen sämtlichen io22 Historische Merkwürdigkeiten. chen Untertahnen des Amts Liestal / vorgestellt; da denn dieselben, nach gehalrencr Predigt, den Eid der Treue öffentlich abschwören. Der Rahtsherr von Basel, welcher dise Vorstellung und Huldigung einnimmt, ist allezeit derjenige, welcher das Jahr vorher die Stelle eines Gesandten über das Gedürg, auf dem Italiänischen Syndieat bekleidet hat. Des Morgens frühe fährt ein solcher in einer obrigkeitlichen Kutsche, und in Gefolge vieler andern, mit einigen Stadtbedienten in der Farbe, von Basel ab, wird nahe bey Lieftal von dem jeweiligen Schultheißen und Stadtschreiber auf dein Felde empfangen, und 'denn naher Liestal begleitet , allwo der Gottesdienst verrichtet, der Schultheiß vorgestellt, der Huldigungseid abgeschworen, die gewöhnliche Mahlzeit genossen, und an gleichem Tage die Rückreise naher Basel genommen wird. So oft aber ein neuerwchlter Schultheiß zum ersten male vorgestellet wird, so wird die Huldigung von den, ncuregicrenden Herrn Obersten Zuuft- meifter cingcnom men. Natür- 'F-AL- Natürliche Von denen Kräutern der Die Chloris, die der Frühling führet, Hat ihre Schätze angewandt, Und schon mit blumcnvoller Hand Die Wiesen für uns ausgczicret. L. Jt dieser Gegend Lieftal, als unserm gegenwärtigem Vorwürfe, kommen wir allmählig etwas höher und zwischen die Berge; da es aber wegen der schönen Wiesen, guten Felder, Weinberge, aller- IO24 Natürliche allerley Obstbaüme nicht weniger fruchtbar ist/ als in vvrherbeschriebmen Gegenden; Zumalm hier die Einwohner an köstlichem Korn und andern Feldfrüchten, Obst und Gartengewächsen, an Flitter für das Viehe; und sonderlich sehr gutem Weine keinen Mangel haben. Wir haben von Krautern im Frühlinge wenig gefunden, so nicht in vorhergehenden Stücken, sonderlich dein ersten, schon berühret worden. In denTählern, so dises Städt- lein umgeben, siehet man sehr viel der 1. Breitblättrichten weissen Vogelsnrilch, 874. welche allda auf denen Wiesen, bev Bctticken und anderwerts aber in denen Weinbergen, oder auch in denen Feldern wächset. Diese schöne weisse Blume gibt denen Arten, so in Gärten gepflanzet werden, wenig nach. Der hoherfahrne öoerk^ve meinet, in Ililtor. Hort. I.. PZA. 614. dies Kraut und Wurzel komme an Kraft und Tugend denen Zwiebeln und dem Knoblauch bey, nur daß sie einen geringern Grad haben. Ob, und wie dies voll allen Arten dieser Gattung zu verstehen, wurden angestellte genügsame Versuche und Beobachtungen von jeder Art ins- besvnder, zeigen und bestimmen. 2. In diesem Tahle siehet man auch auf denen Wiesen 1O2s Merkwürdigkeiten. Wiesen hin und wider die grosse Wall-oder Schwarzwurz. H-mp'ovwm; Loniolicka Major; toemioa; lloreulbo, vel palliäö luteo. L. L. ?. 259. 1 . l Z 8 . Man gebrauchet bey uns in denen Apothccken meistens die gedörrten Wurzeln und den Syrup nach kerimlii Weis zubereitet. Dieselben haben wegen ihrer schleimigen/ balsamischen Teile die Kraft und Tugend zu stopfen, zu dickern; werden allss in Rührn / dünnen Flüssen und dergleichen Beschwärlichkeicen innerlich und aüserlich gut befunden / daher sie sammt den Blättern und Blumen unter allerhand zusammenziehende Pflaster und Ueberschläge gezogen werden. z. Hier wächst überaus viel Bärenknvblanch oder Rangern s s. an denen Hecken der Wiesen und bey denen Waldungen. 4 . Hier und da sindet man auch berrum eguimmr 6ermamcum, iiliciui8 m summiMte. 0. L. ?. Z 49 - pag. 59. Es schreiben einige diesem Kraut zusammenziehende und blutsteilende Kraft und Wirkung zu. Siehe Loerll. Hick. kl. II. 1 . 48 z. Welches man leichte erfahren kau, wenn man es gebrauchen will. Die 1026 Natürliche s. Die wilde Bergmelyssen x>a°. 6s. so itzo an vielen Orten zur Arzney gezogen wird. Z. E. lourmitort lind andere rühmen sle wider den versteckten Harn; daher auch der andere Namen Grießkraut entstanden. Man kan das ckcckMi'te Wasser, oder von dem gedörrten Kraut wie Thee trinken, so in verschleimten Nieren und dem Grieß trefflich seyn soll. Solisten gebrauchet man dies Kraut auch in Brustkrankheiten. Siehe IM. Mm. üllbn. p. 192. Wie auch 82m. killller I. 0. L. ?. lo. welches svnsten auch auf dem Muttenzcr Berge angetroffen wird, und im ersten Stücke vergessen worden; doch ist dabey merkwürdig, daß es bey Lieftal auf denen Tahlwiesen, bey Muttenz aber auf dem Berge seine Stelle hat. Andere Arten Gras, so entweder in vorhergehenden Stücken schon zu finden, oder Merkwürdigkeiten. 1027 fast auf allen Wiesen bey uns hervorkommen: als tpiOcit. to1Ü8 Ijuieis blllutlL mol- libus. L. L. Oram. spicclt. tolio Lbpero. L. L. Orunr. pratens. spicL b^velLente. L. L. 6ram. criltatum. L. L. 6rsm. pr^t. p^ni- culat. mch. meä. §: inin. L. L. Or^im. tre- inul. irbri. L. L. lebucaLvensc. berb. ela- tior L bumiiior. L. L, und viele andere, wollen wir nicht widerholen, oder besonders hier aufzeichnen. Wir übergehn hier ebenfalls sehr viele andere ordinäre Wiesenkraüter: als z. E. Kcmunculo8, Irboibt L 1oto8, Lebiä. 1u- xbrabsm, ?impine11. täiiZuib ^.cetol. Irirax- 3L. 1rsAopo§. LranL. urbn. krinrul. ver. Dauc. Lruciat. brrlur. ^Icbiinbl. Oerania nonnulla. 1vcbnibe8. L^r^opbM. kervino. Luscut. O'ärvopbvbüi. berübt. und 1ubbħ. an der Ergeltz; wilder Buchs im Walde; allerley Gattungen und Arten Mooß, und Schwämme. Oolcllic. Kltprmcul. und andere. 8. Die Zwo Arten des Wintergrüns paZ. 70. findet man hier auf dem Scheurhaldenberge. 9. Edelleberkraut. HepÄtiLL iribolia, coeruleo bore. Llull Mb. 247. Iriiol. bepaticum, bore simpliei, coeruleo. L. L. k. z zo. Kanuuculu8 triäelitLtu8, vernus, bor. bmpl. eoerul. 1-286. IlexLtica irobbis. Obre. Wächset ohnweit dem Dddd Burg- iO28 Natürliche Merkwürdigkeiten. Bnrghaldenberge und blühet im Frühjahre. Ich weiß nicht, ob es sonst irgendSwo in unserer Landschaft zu finden. In denen Gärten stehet man viele Verschiedenheiten / auch mit gefüllten Blümchen dieses schönen Krauts, welches wegen seiner milden ölichtcn und salz- ichten Teile» reiniget, heilet, und als ein sehr gelinde zusammenziehend Wundkraut gebrauchet wird. In denen Apothecken findet man das gedörrte Kraut mit denen Blümchen. ES wird allso nicht unrecht von Einigen unter die Species zürn Schweitzerthee geschnitten. Die Jagd, so zn diser Gegend gehöret, wird in folgendem leisten Stücke des LiestalerammtS berühret werden; itzo aber wollen wir noch die hichcr gehörigen Versteinerungen betrachten. Von den Derstemmmgen. Vergebens sind wir hier , Erforscher der Natur! Wir sehen weiter nichts, als ihre Wirkung nur; Sie ruft uns immer zu: Lernt euren Meister ehren,' Liebt, lobt, bewundert ihn, und folget seinen Lehren. Racine. (ÄAO bald ein Schauplatz geöfnet wird, auf welchem eine merkwürdige Begebenheit sol- le vorgestellet werden, so finden sich die Dddd 2 Zuschauer lozo Natürliche Zuschauer sehr begihrig, alle darauf sich darbietende Vorstellungen genau zu betrachten, und auch das Kleinere, so fern es wol angeordnet ist, zu bewundern. Auf gleiche und eine noch weit nützlichere Weise belustigen sich die Menschen auf dem grossen Schauplatze der Erden, an denen unzehli- gen Geschöpfen, welche die alles vermögende Hand des grossen Schöpfers darinnen auf eine so prächtige Art aufgestellet hat. Allhicr braucht es keine brennende Fackeln, den falschen Schimmer der Vorstellungen zu erheben; solcher« das Geschöpfe sechsten , so gering es auch ist, heitert die Sinnen seines Bewunderers auf, so fern er seine Gedanken auf dessen Urheber richtet, der es nicht ohne Absicht so schön gestaltet hat. Der Vorwurf unserer Arbeit sind zwar nur Schilecken, verächtliche Tiere, welche sich ganz änderst und geringer eingekleidet befinden, als sie vormals waren, sich und ihre glänzende Schalen zum grösten Teile uns versteinert vorstellen. Aber eben deßwegen sotten sie uns merkwürdiger vorkommen. Unser Land ist ursprünglich nicht ihr eigentlicher Wohnplatz und Vaterland. Sie kommen aus den entlegensten Gegenden her; sie sind auch nicht mehr Einwohner der See; sondern ausgeworffene todte Körper, welche gleichsam zur Schaue nunmehr auf der Erde ligen, damit sie rüstende Zeugen seyn derre- Merkwürdigkeiten. rozi derjenigen grossen Veränderung, welche, nach vieler Gelehrten Meinung, die Sündflut auf der Fläche unsers Erdbodens verursachet hat. Wir haben uns auch nicht daran zu kehren, daß wenige Menschen an dergleichen Dingen ihre Belustigung finden. Nicht alle werden sogleich in der Auferziehung an die Werke des Schöpfers gewiesen. Wir sehen nicht allezeit den Nutzen der Geschöpfen ein. Wir bewundern selten etwas, wenn es nicht aus fremden Landen kommet. Wir haben ehender den Gebrauch der Sinnen, als die Vernunft; und unsere Umstände erlauben öfters auch nicht, die Untersuchung der Natur vielen andern Geschäften an die Seite zu setzen , welche unsere ganze Achtsamkeit erfordern. Dennoch erweiset die Betrachtung der Natur, auch in kleinen Geschöpfen, eine edle Seele, welche dieselbe zu Ehren dessen, der sie allst» gemachet hat, zu bewundern weiß. Aller diser Gründe ohngeacht wollen doch erhabene Geister denenjenigen keine Verdienste eingeste- hen, welche ihre ganze Lebenszeit sich allein mit solchen verächtlichen Jnfeckten aufhalten, und sich gleichsam unter denen Versteinerungen verkriechen. Allein Dddd z IOZ2 Natürliche Allein diser Ungrund ist in den gelehrtesten Schriften schon sattsam widerlegt nnd dargetahn worden: daß da die genaue Untersuchung dergleichen Dinge die ganze Lebenszeit eines Menschen erfordere, die gelehrte Welt denen, so sich dißorts bemühen, etwas Neues zu entdecken / und etwas Ungewisses niehrers aufzuheitern/ vieles zu verdanken habe. Es mögen sich nun unsere Leser eine diser Meinungen auswehlen/ welche sie wolle»/ so beruhet das Schicksal unserer Abhandlungen auf dero Urteil. Indessen wird unsere Bemühung allein dahin gehen / solche Versteinerungen vorzulegen / welche in der Basel Landschaft/ und besonders an dem Orte / welches der Vorwurf der Abhandlung ist / gefunden werden. Beschreibung der Utemblatte. 3. Lornu ^.inmonis lpinatmn inaximum, ex Parte loliaeeuni, cchu8 Ipina inter sulco8 emi- net, llriL vero ümplice8 Lvrorum reela aä inargiiienr exeurrunt; ponäeri8 26. libra- rum. Die Ammonshörner / deren es sehr viele Arten gibt / werden in verschiedene Haubt - und dise in Ne- benelas- Merkwürdigkeiten. iszz venclassen abgeteilet. Eine derselben ist/ wenn di- ses Schnecken Rücken nicht erhaben ist: non lpi- i^tum; wenn er aber in etwas erhaben / wird er spinatmn genannt; beide Gattungen diser Schnecken aber werden auch in lXvi3, glatte/ oder ltriL- m, gestreifte / abgeteilt. Dises abgesthilderte Ammonshorn hat nun einen erhabenen Rückgrad / welcher um den ganzen Schmeck henrmlaüft / und gleich den Wendungen des Schnecks zu - oder abnimmt, allst) daß bey der Mündung des Schnecks der Rückgrad groß und stark ist, in der innersten Krümmung aber klein und schwach. Die Furchen, so sich an demselben befinden, sind nicht tief; die Gelenke aber hin und widerst) an- muhtig ineinander geflochten, daß selbige eine schöne Blätterzierraht vorstellen. Der Schneck ist nicht mehr ganz, sondern an einigen Orten zerbrochen , an andern aber können die Gelenke bequem auseinander genommen und wider zusammengefüget werden. Er stellet sich um so viel merkwürdiger vor, da die scheinende Blätterzeichnung sich an einigen Orten verlieret; welches auch in den Ammonshörnern, welche zu Neuenburg am See gefunden werden, beobachtet wird; und vermuht- lich daher kömmt, weil der Ort, wo er gelegen, nicht IOZ4 Natürliche nicht gleiche Feuchte und Schärffe gehabt/ hiemit -essen Fügungen nicht aller Orten zugleich abge- schwämmet llnd aufgelöset worden. Er läge in einem gelbblatten Felsen/ worinnen er/ als solcher vor Jahren gesprenget worden / um dar- von die neue Landstrasse bey Liestal zu besetzen / entdecket worden; da aber der Felsenstein sehr hart war / so geschahe es, daß, vhngeacht aller Vorsorge, er nicht ganz herauskommen, und noch ein Stück darzu verloren gienge. Dises Ammonshorn hat 14. Französ. Zoll im Durchschnitt, und wigt 26. Baslcrpfund. Der gelehrte Scheuchzer hat über dise Art Schne- ckerr schon angemerket, daß wenn die Schweitzer alle dieselben, so bey ihnen gefunden werden, zu- samenbringen, und wie ehmals in Lybien dem Jupiter Ammon zlt Ehren beschehcn, welchem die Hörner der geopferte» Widdern aufgestecket worden, auch ein Gebäude daraus aufrichten wollten, dises dem Mischen Tempel an Grösse und Pracht der Hörner weit vorgehen wurde. d. Interior Lonllruetio vel LONLamemtio Eornn i^minonis toca criliallilutL, in lspiäe ulbe- fLente. Dises Merkwürdigkeiten. iozs DiftS an dern Gebürge der Ergelz gefundenes weisseS Gesteine ist sehr schön; es zeiget die innere Gestalt und Bildung eines AmmonShvrnS auf die gleiche Weift/ als wenn es mittendurch zerschnitten worden wäre. Die Kammern sind durchaus mit hellen kleinen cristallenen Erhöhungen dicht ineinander angefüllt. c. Lornu chmmow8 iubttantiL leleniticZ, innumeris crittütti1ütionibu8 reierto in- Lttens. Difts AmmonShvrn ist in feiner natürlichen Grösse abgeschildert; von einer weissen glänzenden Materie/ und ligt auf einem durchaus mit artigen Cristalliftrtionen angefüllten Steine. So es an die Sonne gesellet wird, muß es allfo einen zierlichen Schein von sich geben. Es ist daher von besonderer Merkwürdigkeit; und melden die Steingelehrten, daß eines dergleichen zu Maylaud in einem Cabinet gesehen, werde. 6. e. Lornua chlninonis, Loloie kerruZinco, ttrÜ8 unäulcitis, igUcmäoHue bitürc^tlr. Dise Zwey Ammonshörner sind in ihrer natürlichen Grösse abgezeichnet, und eifenfärbig; die Streiffen kommen von beiden Seiten her auf dem Dddd.s Rück- ioz6 Natürliche Rückgrade sehr genau zusamen, allso daß über dasselbe ein Strich, gleich einem sehr kleinen Bande, gezogen ist. All dem grossem werden die Fugen, gleich Blättern, artig vorgestellt. f. Lornu /Vmmonis non ssincNum , Kriatmn, to- liaceum, äiverÜ8 tuberculis oiNcitum, co- lore luteo. Dises einem türkischen Bund sehr ähnliche Am- monshorn ist ebenfalls in stiller wahren Grösse vorgestellt. Die darauf erhöhten Warzen verschönern dasselbe merklich. §. Ist ein gleiches AmmonShörnlein, ohne Knöpf- lein oder Erhöhung; wie das vorhergehende, von einem gelbweissen Steine. h. Al^trix Lornu ü^mmonis; lupis cinereus clu- riilimu8. Ein Stein, worinnen ein AminonShorn gelegen , und daher seine Gestalt demselben eingepräget hat. i. Lornu Ü.mmoni8 exiZuum, albuin, ab UNÄ tw'Ü8 in mochun iuniculi oruutum , ab uIwiÄ vero äiverÜ8 in1icientibu8 vermiculi8 (-Onss)iLUUM. Dises Merkwürdigkeiten. iaz7 Dises kleine einem Huluen gleichende Ammons- horn hat nock seine Schale / vollkommen und glänzend. Auf der einen Seite sind die Zierde der Streifen gewunden, wie vor Zeiten das Frauenzimmer die Haare aufgebunden; auf der andern Seite aber sitzen versteinerte Seewürmlein. ll. Hnutilire8 leptenlleciin cuin ll- pllunLulo, colons 1'ubllnvi. Die Schifkuttel rnag wol vor die Königinn der Schnecken, fo aus Ostindien kommen, gezehlt werden. Das mehrere darvon wird in künftigen Abhandlungen vorkommen. Dife versteinerte Schnecke stehet auf einem besondern Fußgestelle, welches vermuhtlich ein Zufall ihme gegeben hat. Es können an demselben noch 17. Schuppen gezehlet, und dasjenige Loch, welches durch alle Schlippen, Blätter, oder Kammern des ganzen Schnecks gehet , beobachtet werden; und daß er derselben noch mehrere gehabt, zeiget die Aushöhlung des Fußgestells, worinnen dife Schuppen gelegen, deutlich. Hin und wider erzeigen sich einige Cristallisatio- nen, und das Merkwürdigste ist oben ein kleines Stücklein der glänzenden Silberschale von dem Schneck sechsten; welches etwas sehr Rares: da diser Schneck, ohngeacht seiner Grösse, dennoch eine 1OZ8 Natürliche Merkwürdigkeiten. ne sehr zerbrüchliche Schale hat, so daß selbige sM ten an denen versteinerten Schiffkutteln zu finden ist. Diser und die Versteinerungen 6. und e. sind aus Herrn Annoni, Pfarrers zn Muttenz; die übrigen aber aus der Zwingeristhen und Bruckner- ischen Sammlung. In dem Bann des StädtleinS Licstal findet man fernerS Lelemnitcn; wie solches schon der schwcitzerische Naturkündiger Scheuchzer angemerket. 6rMten, Iroc^iten, Nul'culnen, Rogensteine, Allerhand Loncüieen; denn auch Gibssteine, Eisenerz; verschiedene daurhafte Maursteine, und nach obigen Scheuchzers Anmerkungen, weiß und rote Erde zum Kochgeschirr. >s- ^..>E^-^>.- >53ot-att d^rürLLN. ?o!Ä-ÄäÄ '- /!! ' '§SM^ '^L' : - . rE- »1« ^ ' '- ' -- ^ Rl ) ^ ^i/- ^^^ tttt. MMME7 L 'E^ur^c)rou7^LN. ^LlckLo^^l-d' / ,7'^ e1^>9»nia.^on. -V c-Ill^eÄ^ >Äa 0/v M-iHrlc ^ >d-^ iL.'V> : >53cL.a.^ cÄ^ruriLN '' ' ^7 77^.> ^ÄKs.M- N'Ä^M MKLKW «v. '.AM- -^.M^M -Ä, ^ L .... Ir.. ^ ' M --.( <1 / ,..' 0/ '.' .'lElMM VML- ^ -S-SM q t is ^cu^^?>o3eir - , >/; ^o^te»' Ä^TU^ ?K -I ^ ^ ^ —s ^o eriie i>re L^E^UN^ auMmcrcnen^—s (2a^e! dL§Au.Aei ^kror':->-^cu/,r ^-.> (^8^9. ?MD? KUÄrME UM- WsM -ME WMW»sM! -U - - » - --^'W ^ .^4-4^-44 -. '-^ ^ MWK 7''' -'4 ,. 1 . 1 1 X - 6^ ^/M^uLEl du/^7 7. L^/ZMc/iLlrr^6?rb- W8a9, 8 ^oc/r-re-L^/n4), ^ MEM '" " s ' ^ - ^ / 7 / ^ >- - ' , k ''' - WS-MO! WW WKWM WM EL» W8 « .---X GM ZMU »>MM WHWM » / MM»'. 1 ^ma.^3 UM. UM M4 UM MM !^, > Ä UWW MW NMA LKM« 8L-Lr>> KAM 8» OKWUO -MM Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher X. Stück . BASEL, Bey Emanuel Thmneysen, 1754. jistorische ürdtakeitm von Folge dem, waS jener Weise schreibt: Wol dem, der weit entfernt, von fremden Handeln bleibt! Der nach dem alten Brauch, mit seinen eignen Zügen Das väterliche Feld bemüht ist, zu bcpflügcn. Ranitz. A'A in dem Neunten Stück unserer Beschreibung der Landschaft Basel umständlich von den alten Besitzern diser LandSgegend, und wie solche an dir Stadt Basel gekommen, gehandelt worden, so ist dißmalen von deme, was zu Liestal merkwürdig ist, die fernere Nachricht zu erteilen. Eeee 2 Von 1042 Historische Von dem Uchloffe oder der Durg zu Aiestal. MS ist aus denen vorhin angeführten Urkunden ^ zu ersehen, daß ohngeacht zum öftern in denselben das ganze Städtlein Liestal unter dem Name der Burg vorkommt, dennoch in dessen Mauren eine besondere Burg oder Schloß war. Dise Burg hat bey dem, in dem Jahre i z;6. geweßten grossein Erdbeben das gleiche Schicksal, wie andere, gehabt, ist zum Teile zerfallen, nachwerts wieder erbauen, und besonders als sie in der Stadt Basel Handen gekommen, wohl unterhalten worden. Die Schriften, so davon Meldung tuhn, zeigen, daß sie gegen denen Weyern, und vermnhtlich auf dem Platze, worauf die nunmalige Stadtschreiberey ist, gestanden habe. Es finden sich übrigens um Liestal herum einige Oerter annoch heut zu Tage auf Burg genannt; allein solches erweiset noch keineswegs , daß alldorten die Haubtburg Liestal gestanden; sondern gibt die Muhtmassung, daß et- waim andere Burgen vormalen an Visen Orten möchten gewesen seyn. Die Burg Liestal war- zu allen Zeiten wohl bewachet; Merkwürdigkeiten. 104z bewachet; und ohngeacht um das Jahr 1452. von einiger Unruh in unserer Landschaft nichts bekannt ist, so können wir dennoch aus folgender Verordnung abnemen, daß des Städtleins und desselben Burg Bewahrung niemalen äußert Acht gesetzet worden. Sie lautet also: „ Daß alle Nacht in der Stadt Basel Schlos „ zu Liestal einer von den Räten alda wachen sol „ mit der rechten Wache, und sollen des Tags „ ouch zwene von den Nähten under den Thoren „ hüthen, under jeglichem Thor einer, und ver- „ sorgen, daß recht und wol gehütet werde, und „ sollen besonders den Kirchthurn besorgen mit ei- „ nem redlichen Knechte, der wol warte, um sich „ seche und luge, und wen er sieht zem Schloß „ zu, hinkommen, daß er den melde, als gewohn- » lich ist. Es ist noch etwas zweifelhaft, ob zu der Zeit, da die Grafen von Homberg dem Bischof zu Basel dieses Städtlein übergeben, die Burg, ohne einigen Ausbeding, zugleich abgetreten; oder ob derselben Wohnung und darzu gehörige Güter, als Lehen, einigen Edeln überlassen worden; Gewiß ist, daß zu Liestal verschiedene adeliche Geschlechter Güter gehabt, welche dorten gewohnt haben: Als die Pfirter, Edelknechte; Die Marschalken, des Eeee s Bischofs ic>44 -Historische Bischofs Dienstleute. Es finden fich auch verschiedene deutliche Spuren, daß die Bescher des Frcy- hofes, welcher statt der Bürge oder Schlosses aufgekommen ist, fich bisweilen erzanket haben, ob die darzu gehörige Güter nicht zum Teile Lehen- Güter seyen. Vor dem Jahre 1599. ward diser Hof lange Zeit nicht bewohnet; allein noch in disem Jahre war er von Hans Philipp von Offenburg wieder wohnbar gemacht. Dises Geschlecht rühmte fich im Jahre 1605. schon 140. Jahr im Besitze dises Freyhofes zu seyn. Und vor ihnen waren es die Edle ze Rhin eine gleiche Zeit, welches bis in das Jahr iz2s. also nahe zu Zeiten der Grafen von Homburg hinauskommt. In dem Merzmonate des 1626. Jahrs hat die edle Frau Jacobea von Lütcrnau, Erlach und Offenburg, eine geborne von Müllcneu, Offenbur- gifche Wittib zu Licstal, der cdeln Frauen Margret von Müllencn, geborncrWaldnerin von Freund- stein , des cdeln Junker Hans Friedrich von Mül- lenen, Herrn zu Casteln, eheliche Gemahlin, Visen bey dein nidern Tohr zu Liestal ligenden Frey- hof verkauft; darwider fich aber die Einwohner von Liestal wegen einigen Rechten, so die Besitzer desselben ansprachen, gesetzet, und begehrt, daß sie gleich Merkwürdigkeiten. 1045 gleich andern Einwohnern von Liestal sollen gehalten iverden. Dargegen die Verkaüferin erwidert, wie ihre Vorfahren schon im Jahre 146s. unter Bischof Johannes, das Freyheitsrecht, und seither ohnzerstört, ausgeübet haben. Weßwegen denen Kaüf-und Verkäufern auferlegt worden, die Rechte des Hofs einem E.Raht der Stadt Basel vorzulegen, welche es auch den 7. Merzens des Jahrs 1627. getahn, und an gleichem Tage folgende Bestätigung erhalten haben: „ Wir Remigius Fäfch Bürgermeister, und „ der Rhat der Statt Basel, thun khundt nie- „ niglichen hiemit, demnach des verkaufftcn Frey^ „ Hoffes zu Liestatt Freyheit und Gerechtigkeiten „ halben, zwischen den unsern zu bemeltem Liech- „ stall, an einem, und dan der Frauwen ver- „ kheufferin, Wittiben von Offenburg, anderen -- Theils; sich mißverständt und fpennige Streitig- „ keithen erhaben, und uns hierauf die Parteien, „ ihr anligende notturfft, zu underschiedlichen mah- „ len, schrifftlich vorgetragen, daß wir endtlich „ nach gehabtem bedanckh, diese volgender Gestal- » ten gefchlicht, und abfündig gemacht haben. „ Als namblichen und fürs Erst, daß in bemel- „ tem Hoffe, jeder so einen unfürsechenen thod- Eeee 4 „ schlag 1246 Historische » schlag begangen, wie von altem harr, emgan- » tzes Jahr, und sechs Wochen darin befreyet: und dahero der Besitzer pflichtig seye, die äussere Hoff- » thüreu jederweilen, so tags so nachts in der Fal- » len stehendt verbleiben zu lassen. Am anderen „ soll uns, und unserm Gerichtsstab, gesagter >, Hoffseinwohner, gleichsam andern Baßlischen » Bürgern, in gebotten und verbotten ohne Mit- „ tel, underwürffigstyn, deßhalb ein Ambtmann, » Weibcl, oder Banwarth, zu Liestal, so decke » was anzuzeigen, seinen Stab in genierten Hoff » nicht eintragen, sondren alter Gewohnheit nach, ,, vor der Hoffthüren anstellen. „ Fürs dritte, soll er HoffsJnhaber, mit hüet- „ ten und wachen, wie bißharo, also auch ins „ khünfftig, güetlich fürübergangen. „ Item zum Viertten, von dem an jetzt haven- ,, den Garten, Reben, erbauwenen Wein, so der » verwürtet, oder sonst verkhaufft: deßgleichen von 7- dem Dinckhel, nnd ander Frucht, welche in die „ Haußhaltung verbraucht Wirt, Icke kheinUmb- gelt aberfordert werden. ,, Belangendt am Fünfften die Steuwr, sollen » geriierter Freyhoff, sampt von Alters haro dar- » zu gehörigen Güettcren, dero gefreyet, die scheur- -- rcn aber, so neuwlich darzu erkhaufft, undgüet- tere, Merkwürdigkeiten. 1S47 „ tere, welche von Jeweils besitzen: ins khünfftig » erkhaufft werden, mit der Stewr behafft und >, beladen seyn. » In gleichem und für das Sechste, sollen „ erstbemeinten Hoffsbewohner, mit den Fron- „ tauwen, und gemeinen Werckhen, ebenmäs-- „ sig verschont: doch der hingegen schuldig seyn, „ die Wuhr, oder Wässerungen, mit und neben „ andern machen helffen, oder aller hiervon flies- » senden nutzbarkheiten auf seinen Wetteren ent- » rhaten, und in Mangel stehen. „ Und zum Siebenden des Weidtgangs, Ackhe- „ riks, Bren- und Banwholtzes halb, wie an- „ dere Liechstallische einwohner gehalten werden. „ Darnmben mag er so viel Rindvieh erziechen, „ als mit seinem selbs erwachsenden Fuetter zu „ windteren; Item zur Zeit der Ackherit nach „ Ordnung und dero gestaltsamme, damit selbige ,, nicht übersetzt, Schwein lauffen lassen. Deß- „ gleich so Jhme Brenholtz, zu notwendigen Brauch „ gegeben, den Einigsmeistcren gebeürendcn Willen „ schaffen. Aber wann er einen Meyer, der sich „ eigens Feuwr, und Liechts gebrauchte, haben „ wurde, solle selbiger was die Liestallischcn Ein- ,, wohner fürs Brennholtz bezahlen, auch er dar-- „ für abzustatten verbunden seyn. » Letstlich in dein Weidtwerckh, Reißcosten und Eeee s allem iO48 Historische „ allem anderem, sich Unseren» gegebenen, oder „ noch gebenden nnnäruen gemäs verhalten. » Wann nl,n hierüber angeregte Verkhaüfferin « mnb vielgedachts Freihoffes, und zugehörten „ Verkauffs r^igcation und bestättigung, noch-- „ mahlen in Gebeür ansuchen lassen. So thun „ wir selbigen hiemit bestetigen und guthcissen, al- „ so und dcrgestalten, das gegenwertigcr Hoffs- „ besitzer, oder die so khunfftiger Zeit, doch mit „ unftrein Vorwissen den Jnnhaben werden, sich „ vorgeleüterten Freyheiten, Gerechtigkeiten oder „ Gewohnheiten woll gebrauchen mögen. In „ brasst diö Brieffs, den wir mit unser Stadt » Insigel bewahren, und an gemelten Khaufbrieff, „ rnit einem Durchzllg anhenckhen lassen, den 7. „ Mvrii 1607. Die Frau Margreth von Müllenen aber bliebe nicht lange im Besitze diseS FreyhofS, sondern starb im Jahre 1612. da Junker Hans Jakob Wald- ner von Freundstcin; Melchior Antoni von Hagen- bach; Elisabeth von Ulm, Wittwe, geborne Wald- ncr von Freundstem; und Knnignnda von Uln,, auch eine Wittwe, und geborne Waldncr von Freundstcin, als Erben intelt^to mit Junker Hans Hartmann vor: Flaxland über Visen Freyhof gestritten , welchem leisten er geblieben ist. Nach- werts kam er an Jakob von Flaxland, welcher ih- ne Merkwürdigkeiten. 104s ne dem Herrn Beneblet Socin, des Rahts, nach- werts Oberster Zunftmeister, verkauftet; diseraber solchen im Jahre 1654. L. Deputatenammt kaüf- lichen überlassen hat, welches solchen durch den Verwalter der geistlichen Gütern bewohnen lassen; im Jahre i66s. aber dem Herrn Christof Hagen- bach, Pfarrern zu Pratteln, wieder verkauft; von welchem diser Hof, deine indessen seine Rechte und verschiedene Güter abgegangen, wieder an Lobl. Deputatenammt gekommen. Im Jahre 1739. aber selbiger dem Stand vollkommen abgetreten worden. Er dienet seit vielen Jahren zu einer, beständigen Wohnung eines jeweiligen Stadtschreibers, und wird die Stadtschreibercy genannt. Nachdem Liestal und die übrige sogenannte obere Landschaft in der Stadt Basel Handen gekommen, ist eine Landschreiberey errichtet worden, woriunen alle Handlungen der Untertahncn, welche uöhtig sind in Schriften zu verfassen, ausgefertiget werden. Und weil derjenige Landschreiber, so dises Ammt bekleidete, zu Liestal wohnhaft war, ist er Stadtschreiber zu Liestal betitelt worden. Im Jahre 17Z9. hat man für gut befunden, dise Landschreiberey zu teilen; also daß der mmmalige Herr Stadtschreiber die Aemter Liestal und Waldcuburg; hingegen der Herr Landschreiber, welcher zu Sis-- sach wohnet, die Aemter Farusburg und Homburg besorget. Als lvsO Historische Als Stadtschreibcr findet man folgende aufgezeichnet : An. 1477. Gilg Wächter. 11Z1. Johann Battmann. 1119. Wernhard Battmann, dessen Sohn. 1564. Heinrich Steinacker. 1566. Hennimann Langbronnen. 1172. Johannes Straffer; ward Spittahl- meister. 1579. Hans Rudolf Herzog; ward Raht- schreiber zu Basel. 119z. Adam Hämmerlin. ri 9 i. Peter Nippel. 16OZ. Hans Jacob Keller; ward Rahtsherr zum Schlüssel. i 6 zs. Paulus Spörlin, gewesener Stadtschreiber in dem mindern Basel. 1649. Hans Jakob Bischof, gewesener Vogt auf Ramstein; ward Rahtsherr zum Bären. i 66 z. Claudius Krämer, gewesener Stadtschreiber in dem mindern Basel. i68z. Hr.HansRudolfWettstein, gewesener Weinschreiber; ward 1705. Rahtsherr zu Spinwettern; 1717. O- brist-Zunstmeister; und 1724. Bürgermeister. An. 1701. Merkwürdigkeiten. iozi An. ryos. Hr. Johann Rudolf Huber, des grossen Rahts; zuvor Thunrprobstey- schaffner. i?Z9. Hr. Johann Heinrich Fäsch, des grossen Rahts. Von dem )olle zu Lieftal. MJe Menschen, Vieh und Güter, welche über ^ die verschiedenen Oeffnungen und Wege des Hauensteins und der Schafsmatten, in die Landschaft Basel eintreten, oder aus selbiger durch gleiche Strassen ausgeführet werden, müssen alle durch Lieftal, also daß der Zoll allda zu allen Zeiten eine zimlich namhafte Summ abgeworfen hat. Vor alten Zeiten war auch eine Srraß bey Regotzweil, und über den Bennweiler Berg, durch welche einige Güter naher Lieftal gekommen. Die Grafen von Homburg besassen von den Grafen von Froburg her, dises Herrlichkeitsrecht. Graf Ludwig von Homberg hatte eine Grüßn von Rappersweil geheurahtet, und nannte sich daher Graf von Homberg und Rappersweil, war zugleich Vogt seines Bruders Werners sei. 2. Söhne, Werners und Ludwigs; und besreyte im Jahre lass Historisthe Jahre 1288. von allen 'Auflagen das dem Closter St. Urban zustehende Haus zu Liestal, welches unten im Stadtlein gelegen, und abgebrannt wäre; gab auch disem Hanse das Stadtrecht. Unter Graf Hermann von Homberg war diß Haus, Cle- welius Haus genannt, dem Grafen Heimgefallen; er verliehe daher selbiges Herrn Matthis dein Riehen, Cammern, seinen Söhnen und Töchtern, samt andern Gütern. Im Jahre i zoo. erteilte er ihme auch die Erlaubniß, daß er aus disem Hause eine Tühr gegen den Stadtgraben brechen möge, welche aber zuzumaurcn der Graf steh vorbehalten hat. Der gleiche Graf Hermann hat nachwerts den vollkommenen Zoll, im Jahre rzo2. mit Graf Vollmar von Froburg, dem Herrn Matthis Richtn und Hugo zur Sonnen, Bürgern von Basel, gegen Empfang 80. Mark löthigen Silbers, Lchens- weis übergeben. Welche Lehmmg nach GrasHermanns von Horn- berg Tod, Graf Vollmar von Froburg folgendermaßen bestätiget hat. „ Wir Grave Volmar vor: Froburg, tuut kurrt „ allen den, die Visen Brief sehent oder hörent le- „ sen, daß wir Herr Mathise dem Riehen einem „ Ritter und Huge zer Sunnerr einem Bürger „ von Bastle, lihent und hant vcrlichen, ze rech- Merkwürdigkeiten. iosz „ tem Lihene den Zol ze Liestal, den in ouch un- „ scr Vetter selige grave Herman von Honberg ver- lichen hatte mit unserm willen und wissende und „ ouch in allem dem rechte als in unser Vetter sel- „ lieh und ouch verlichen hatte Hr. Mathise und „ Hrrge den vorgenenten. und harumbe zem gan- » zen vrkunde/ so hau wir disen briefe mit unserm „ Jngesigele besiglet; diS dinges sint gezügen die ,r edlen Herren Grave Fridrich von Dockenburg „ der junge, Herr Otte von Rötelin, Her Peter „ der Schaler, Hr. Mathis der alte von Eptingen, ,, Her Jacob von kienberg, Hr. Peter von Gu- „ tenfels, Herr Mathis von Eptingen der junge, -- Hr. Heinrich sin Bruder, Hr. Burckhart von ,, Eptingen, Hr. Brun Phirter, Herr Ulrich von „ Eptingen,Herr Ulrich von Eiftatt, Chuni zer Sun- » nen; Nicholaus Bungelin, Peter sin Bruder, „ Heinrich Tiri, Cunrad sin Bruder und arider „ erbar Lüte genüge: DiS geschahe des IarcS do „ man zalte von Gottes Geburte izoz. Jar an „ den nechsten fritagevor S. katharinen tage. Über disen und andere Zölle ist auch noch eine Urkunde vom izsz. Jahre vorhanden, darinnen die Grafen Rudolf von Habsburg, Johannes von Jroburg und Sigmund von Thierstein, eine Abteilung getroffen haben. iOs4 Historische Im Jahre iZ9s. haben Conrad, Hermann und Johann Schaler, dem Petcrmann Seevogel seinen Anteil an disem Zoll abcrkanft; Drey Jahre hernach haben bist einen Teil davon Andreas Schuldheissen übergeben/ nachwerts aber wieder eingelöst. Die Rechte dises Zolles aber sind in folgenden Zeiten von disen Edeln auf die Edeln Werner, Hermann und Cunrad Schaler zum halben Teile gefalle»/ welche ihre Ansprache daran im Jahre 1422. der Stadt Bafel verkauft; da der übrige halbe Teil von dem L. Spitahl zu Bafel/ welcher solchen noch besitzet/ um das Jahr 1411. von Frauen Adelheit von Ratzenhausen erhandelt worden. Diser Zoll wird noch auf den heutigen Tage der Sonnenzoll betitelt, vielleicht weil einige diser E-- deln einmalen in der Behausung zur Sonnen gewohnt, und öfters sich, zu Unterscheidung der Personen von gleichem Geschlechte, nach dem Namen des Hauses benennen lassen. Vom Aehnden. djEr Fruchtzehnden wird in Vier Teile abgeteilt: ^ Drey Quart davon beziehet die Thumprob- Aey der Stadt Basel, und den übrigen Quart der Korn- Merkwürdigkeiten. ivss Aornmeister zll Lieftal. Diser letzte Quart ist von denen von Wildenstein erkauft worden. Diser Zehnden wird der grosse Zehnden genannt, zumUnterschiede desMunzacher Zehndens, welcher der kleine Zehnden betitelt wird. In disen grossen Stadtzehnden gehöret auch der Zehnden von Lausen. Dise und übrige Fruchtzehnden des LiestaleramtS werden alljährlich in disem Städtlein in Beyseyn Löbl. Dreyerammts aufgeruffen und verlihen. Der Weinzehnden wird in den Trauben bey den Reben genommen, alsdenn zur Trotte naher Lie- stal geführt, gepreßt, und zu gleichen Teilen wie der Fruchtzehnden, von der Thumprobstey und Kornmeister zu Handen der hohen Obrigkeit bezogen. Der Heuzehnden wird in dem Bezirke dises grossen Zehndens in Gelt, der Stube zu Liestal bezahlt, welche jährlich davon der Thumprobstey für Drey Quart 9. Pfund Gelts, und dem Kvrnmeister für ein Quart z. Pfund bezahlt, das übrige aber für sich behaltet. In dem Städtlein Lieftal befinden sich verschiedene obrigkeitliche Gebaüde: Ffff Als iOs6 Historische Als erstlich, -es Herrn Schuldheissen Behausung, so Bürger von Basel ist. Schon im Jahre 16^4. und so lange Rahtsglieder von Basel Schuldheissen zu Liestal waren, haben solche in -iser Behausung gewohnt. In dem Jahre 1674. aber ist selbige an das Gottshaus Olsperg verkauft, und erst im Jahre 1744. wieder an den Stand Basel gebracht, und dem dißmaligen Herrn Schuldheissen zu einer bequemen Wohnung eingerichtet worden. ' Demnach die Stadtschreiberey, so der Freyhof war. Vorhin wohnte der Stadtschreiber in einem Eckhause, welches im Jahre isi z. von einem, Namens Brun, welcher zum Bürger angenommen ward, erhandelt worden. Des Leutpriesters Wohnhaus an der sogenannten Rosengaffe. Die Wohnung -es Predigers zu Münzach und ! des Predigers zu Lausen, in welcher leisten die Schule gehalten wird, und die erst im Jahre 174s. aus dem Grunde neu erbauen worden. Der Prediger zu Lausen ist zugleich Schulmeister zu Liestal, und hat einen Provisor oder Unterschulmeister. Verschiedene Kornhaüser; davon das einte vor- ! malen zu einem Zeughause gedienet, und worzu einige Gebaüde im Jahre 147s. von der Stadt Basel erkauft worden. Das Merkwürdigkeiten. 1257 Das neue Kernhaus, worunter ein schöner Keller, ist unter der Verwaltung des Schuldheissen, als Kornmeisters; Das dritte Kornhans aber, so Löbl. Deputaten- ammt zugehört, stehet unter -er Verwaltung des Spittahlpflegers. lZas Mahthaus Stehet mitten in dem Städtlein, darunter befindet sich die Mezig, so 18. Bänke hat, welche jeweilen denen ältesten Mezgern, deren 40. an der Zahl sind, lebenslänglich zufallen. Jeder Bank zahlt der Stube jährlich z. Pfund Gelt Bankzins. Die Verwaltung des Stubengutes aber ist nichts anders, als die Verwaltung des gemeinen Guts zu Liestal. Dise Gemeinde hat aber weit mehrere Einkünften als andere Gemeinden der Landschaft Basel. Als da ist die Steur von denen Bürgern zu Liestal und denen Bauren der ganzen Beammtung Liestal. Das Heugelt aus dem Liestaler und Lau- semer Bahn. Die Stammlöse von allem Holz, so von der hohen Obrigkeit im Ammte zu fällen bewilliget wird; darfür sie aber jährlich dem neu- regierenden Schuldheissen zu Handen der Stadt Basel eine gewisse Summ Gelts bezahlen müssen. Ferners beziehet die Stube unterschiedliche Bodenzinse, davon die von M-Schauenburg und Rösern Ffffr die ios 8 Historische die beträchtlichsten sind; einige Rütinzehnden, Bür- gerrechtsgebühren, und anders. Es sind also die Stubenmeister zu Liestal dasjenige, was in denen Dörfern die Gemeindschafner sind. Die Stube zu Liestal hat die Unterhaltung des Rahthauses, die Stadttohre, Fallbrücken, Schützenhaus, die Ziegelhütte, des Provisors Haus, und andere mehr, zu unterhalten. Die Drey Stubenmeister geben alljährlich auf Martinstage dem ganzen Gerichte Rechnung über ihre geführte Verwaltung. «Zie Diegelhütte. HHOn dieser findet man aufgezeichnet, daß die ^ Stadt Basel im Jahre 1439. ihr Ban und Ziegelhaus zu Liestal Mr. Joß, dem Ziegler von Seckingen verliehen habe; anbey einiges Gelt vorgestreckt, um neue Oefen zu erbauen, und dieGe- baüde in rechten Stand zu stellen. Der Preis 1000. Tachziegeln war auf z. Pfund, Ein Vierzel Kalk auf 4. ß. und 100. Esterig-und Mauerziegel auf z. ß. gesetzt. Nunmehr gehört di- fe Hütte der gemeinen Stube, von welcher siever- lihen wird. Vor dem obern Tohr des Städtleins zu Liestal ist der Gottsacker, allwo alle Liestaler begraben werden; ausser den Schuldheissen, Stadtschreibern , Merkwürdigkeiten. ras- dem, Pfarrern, und etwelchen Pflegern, welche in der Kirche ihre Grabsteine haben. Nr Mpittahl FATehet unter der Verwaltung des L. Deputa- ^ tenainmts; darinnen werden nicht allein die Durchreisender! besorgt, sondern auch armsälige Landskinder unterhalten. Im Heumonate des Jahrs i6o2. hat Hr. Ryf, Deputat der Kirchen und Schulen zu Basel, die obrigkeitliche Erlaubniß erhalten, dises Gebaüde, welches sehr schlecht war, als eine GOttesgabe zu bauen, worzu die Obrigkeit das Holz dargegeben. Es hat seinen Spittahlpfleger, und für Oberpfleger einen der Herren Schuldheissen. Diser Spittahl hatte ehmalen das Recht, alle Verlassenschast deren, so darinnen stürben, zu beziehen. Als daher im Jahre r 586. Jacob Breidi von Basel darinnen sein Leben geendet, und ein Haus in der Steinen Vorstadt hinterlassen hatte , sprach es der Spittahl von Liestal an. Eine gleiche Ansprach aber machten auch die Ladenherren von Basel, welche zu Handen der Standsladen die Ver- lassenschaften der ohne Erben absterbenden Bürger bezogen. FfffZ Die 1260 Historische Die Zehndentwtte oder Deinpresse, Z^Tehet samt einem darzu gehörigen Hanse an ^ der Hintern Gaffe, ist unter der Verwaltung der Thumprobstey von Basel. Das Städtlein Liestal hat Sechs öffentliche schöne lausende Brünnen; ist mit Steinen wohl bepflastert; hat eine Mahlmühle in seinen Stadtmau- ren, welche in dem Jahre izi6. der Schuldheiß Heinrich Gansfeder von Bischof Gebhard, als ein Erblehen, empfangen; und ist ein Ort, da der Handwerks-und Landsmann seine Nahrung reichlich findet. Darinnen seyn auch eine Walke, Zwo Schleiffen und Zwey Färbereyen. Laufende Brünnen finden fich auch in des Herrn Schuldheissen Behausung, in der Stadtschrciberey, nud in denen Wirthshaüsern zum Schlüssel und zum Kopf. Die dortige Kirche, so -er H. Cathariua vor Zeiten geweyhet war, ist vor etlichen Jahren aufs neue verbessert und verschönert worden. Der Prediger, so ihro abwartet, wird Leutprie- ster genannt. Der Merkwürdigkeiten. 1061 Der Prediger von Frenkendorf wird als dessen Helfer angesehen; muß alle Donnerstag zu Liestal predigen, und seine Wohnung wird in alten Schriften die Helferey genannt. Allhier gehen auch die Untertahneu Won Sel- bisperg zur Kirche. Man findet folgende Leutpriester aufgezeichnet: An. »28s. Cunrad Witze, Reetor der Kirche zu Liestal. Damal hatte der grössere der Mutter GOttes gewidmeter Altar, einen besorldern Caplan. Hr. Johannes, der Caplan, hat im Jahre izsz. eine Matten in dem Mutable verliehen. 1422. Johannes Schüler. Wolf Frieß, Helfer , und Johannes Trüffel, Caplan zu gleicher Zeit. Hans Bäer, Decan des Capitels im Siß- göw, hat im 1477. Jahre für St. Erharden Altar zu Liestal ein Merze! Korn jährlichen Zinses erkauft. 1524. Stephan Stör, von Diessenhofen, ist als ein Ungehorsamer entwichen. 1527. Johannes Beyweiler, der erste Deea- nus auf der Landschaft. Zuvor Diaconus zu St. Leonhard in Basel. Ffff 4 * 542 . r«62 Historische ' An. 1542. Michael Lapidarius. r; 64. Joh. Rudolf Mühleisen; vorher Pfar- ! rer zu Dickten. is7O. AI. Jacob Ritter; vorher Pfarrer W Laüffelfingen. Emanuel Jfelin ; vorher Pfarrer zu Bretzweil. i6Z4. N. Hieronymus Gemuseus: vorher " Pfarrer zu Rohteuflue. 1657. AI. Joh. Reinhard Ryff; vorher Pfarrer zu Sissach. 4669. AI. Heinrich Brandmüller; vorher Pfarrer zu Aristorf. r 690. AI. Joh. Rudolf Zwinger; ward An- ^ tilles. ^ 1720. AI. Nieolaus Refpinger; kam nach j Laüfelfingen. 1726. Hr. AI. Nieolaus Nippel; zuvor Lom- mun. Oiscon. ward Pfarrer zu Laüfelfingen, und hernach Oberster Helfer; dann wieder Pfarrer allhier. 171z. AI. Joh. Rudolf Thurneyscn, Pfarrer der deutschen Gemeinde zu Genf; nahm aber dise Stelle nicht an. 171z. Herr Joh. Rudolf Merlan; ward Pfarrer zu St. Elisabeth /72z. nunmaliger hochverdienter Oberster Pfarrer zu Bafel. An. Merkwürdigkeiten. iv6z An. r?2Z. Herr Joh. Heinrich Drucker; zuvor Prediger bey dem Holländischen Gesandten zu Wien; nachwerts oberster Helfer zu Basel; nunmehr Pfarrer zu St. Peter. i7Z6. Herr Niclaus Nippel, dermalen der al- testePrediger zuStadt und LandBa- sel, welcher eben disem Dienste schon von i7o6.bis 171 Z.auch vorgestanden, das zu Basel aber gegen bist Leutpriefterstclle, mit Hochobrigkeitl. Bewilligung, Herrn Leutpriester Drucker abgetreten; hiemit disen Pfarrdienst zum zweyten male erlanget hat. Von der Stadt Liestal wir- das erste derjenigen Drey Capitul , in welche die ganze Geistlichkeit der Landschaft Basel eingeteilet ist, hergenennet, und Segreiffet folgende Pfarreyen in sich: Liestal. Münchenstein. Munzach. Denken. Lausen. Binningen. Pratteln. Riehen. Muttenz. Ffffs Von iO64 Historische Von dem Uchützenhause zu Uestal. MAsselbe ligt ausser Liestal, zwischen den Weyern ^ und der Strasse gegen Basel, worbey ein l missender Brunn. Es findet sich in den alten Urktmden aufgezeichnet , daß die Edeln München und Schaler von denen Grafen von Froburg das Zill zu Liestal zu Lehen getragen haben. Das Recht des Zills bestünde haubtsächlich darinnen : Grosse Schiessen anzuordnen; Preise aufzustellen ; dem Schiessen vorzustehen, und die darauf entstandenen Streitigkeiten zu entscheiden. Sobald Liestal an die Stadt Basel gekommen, hat dise ihre neue Untertahnen nicht wenig zum Zielschiessen, als einer kriegerischen Übung, ange- frischet. Denn weil zu damaligen Zeiten des Jahrs mehr als einmal wider die Feinde mußte ausgezogen werden, so hatte man geschickte Kriegsleute nöhtig. Als im Jahre 141s. die Stadt Basel folgende Verordnung ergehen lassen, wie man im Reisen das Bürgerrecht zu Basel verdienen könnte, „ Hant Rat und meister crkent, wer burgrecht - »verdie- Merkwürdigkeiten. 1065 „ verdienen will/ so die Statt ußziehet ze reysen- „ de/ es sie von ir selbs oder jemand anders we- „ gen/ der sol das tun/ in sinem eigenen kosten, „ und init finem eigenen Harnesch, und sol des „ Harneschs zem myndesten sin/ ein pantzer, ein ,, bckhube oder dafür ein kesselhut und zwen Blech- handschuch; und sol den Harnesch nit verkouffm „ noch des abkommen / er kouffe den einen ande- „ ren Harnesch an des ftat, der also gut oder bes- „ ser sie ongevorlich / und sol sich auch derselb, der » Burgrecht verdienet hat/ lassen in der Statt „ Buch setzen und schriben in 14. tagen, darnach so man harheym gezogen ist, der das nit thut, „ der soll dannenthin nit angeschrieben noch von des „ gezuges wegen zli Bürger genommen werden. Haben sich sehr viele Benachbarte angelegen seyn lassen, sich dißorts mit dem nichtigen Gerähte zu versehen, um auf den sich ergebenden Falle hin disi Bürgerrecht zu erlangen. Die Liestaler waren zum Streiten allezeit gerüstet, und haben sich um dise Zeit besonders mit dem Zieleschiessen geübet; also daß auch einige im Kriege sich vor andern dapfer erwiesen, und das Bürgerrecht zu Basel davon getragen haben. Die geschwinde Unruh, welche einige Untertah- nen -er Landschaft Basel in dem Jahre izrz. erreget 1066 Historifthe reget hatten, war zwar in wenigen Tagen geftillet, allein die von -er Obrigkeit abgedrungene Briefe erst im Jahre 1532. wieder herausgegeben. Das Zielschiessen, unter obrigkeitlichem Aufsehen, ist daher dise Zeit über in Abgänge gekommen, und erst da die vollkommene Ruhe hergestellt ward, wieder in Übung gebracht. Daher auf Dienstag den 26. Augstmonats 1539. die neuen und alten Nähte der Stadt Basel für gut befunden, daß wenn die von Liestal, samt ihren Nachbarn von Sissach und andern aus der Stadt Basel Aemtern, zu Liestal mit stählernen Bogen oder Armbrusten von Horn schießen, und ihrer eine dapfere Anzahl seyn wurde, daß man ihnen jährlich einen weißen und einen schwarzen Schürletz in Gesellschaft miteinander zu verschießen geben wolle. Und weil sie mit denen von Sissach Visen Sommer allein mit Üben, und nicht aus Stachel oder Horn geschossen, solle ihnen ein weis- ser und ein schwarzer Barchettuch gegeben, auch die Jugend, so unter 18. Jahren alt, mit Bögen von Ibenholz zu schießen verursachet werden. Nunmehr ist fast in federn Dorf ein besonderer Schützenplatz, auf welchen mit Feuerrohrengeschossen wird. Jeder Gemeind wird jährlich einiges Tuch von roht und blauer Farbe zu verschicssen gegeben. Merkwürdigkeiten. 1067 gegeben. Der Schützenplatz zu Liestal hat allezeit geschickte Feuerschützen gehabt; mid werden allda von Zeit zu Zeit, unter hochobrigkeitlicher Bewilligung, auch einige Freyschiessen gehalten. Von den Meyern bey Miestal. da vor Ziten ein Hus inne ist gestan- „ mit allen, Begrifnnd zugehörd, als derselbWi- „ gcr gart gelegen ist, ze Lieftal vor -er Statt; „ stoßt uf die Landftras, by dem nideren Thor da- „ selbs, mit dem Rein was gegen demselben Wi- „ ger haldet, als vorn das die Marchstem daselbs „ uttderscheidcnt, für lidig, eigen; und istl diser „ kouf gegeben und beschchen um 90. und nüne „ guter und schwerer von Florenz, die der ege- „ dacht von Eptingen bar in bezaltem Gold von » Minen gn. Hercn von Basel darum genommen „ und empfangen hat rc. rc. rc. » Diser dingen sint gezügen und warcnt hie bym „ Gericht, die urteil sprehcnd, Emu Stroh, Hans „ Schuemacher, Hans Shckko, Heintzman Na- » munt, Großhans, Cuntz Suter, Claus Kro- „ mer, und Cuntzman Ultingcr, und andere er- «bar Merkwürdigkeiten. 1069. „ bar lüten genug: und des ze einem steten, wa- „ ren urkurld aller vorgeschribenen dingen, so Hand „ ich Henßli Schercr, Schulthes obgenant, min „ Ingefigel vor: des gerichts weger, ofentlich ge- „ henkt an disen brief, und zu merer sicheryeit so „ hat der vorgenent Jungher Hans Günter von „ Eptingen sin Jnstgel ouch gehenkt an Visen brief, „ der geben ist ze Liestal an den, nehsten montag „ nah ußgonder Ostcrwuchen 141 >. Diser Weyern sind nun Zween, darvon der 0- bere schon in der, alten Schriften, der See zu Liestal , genannt worden. Nachdem die Stadt solche an sich gebracht, hat sie selbige »meinen jährlichen Zins von >2.fl. ver-, lihen. Wie denn in, Jahre 14-0. Leonhard zer Blumen und Hans Schuhmacher, die Schuldheis- se, im Jahre 14Z2. aber Fridrich Schilling und Hentzman Romd, solche bestandsweis ingehabt und genutzet haben. Nunmehr sind dieselbe unter Aufsicht des Schuld- hcissen, so ein Bürger von Basel ist, und werden zum obrigkeitlichen Gebrauche mit verschiedenen Fischen , besonders mit Karpfen, besetzet. Von loya Historische Von dem Mmmt oder ^Zogtey Westal. MN dasselbe gehört das Stadtlein gleiches Na- ^ mens; Die Dörfer Laufen, Gibcnach, Selbenspcrg, Fülistorf und Frenkendorf; wie auch Munzach, Rösern, alt Schauenburg, das nider Schöntahl, Oris/ Furien, von welchen allen besonders wird gehandelt werden. Man rechnet den Umkreis des Liestaler Ammts, so man von einem Grenzstein zu dem andern gehet , bey nahem Zehen Stunden; die Stunde für 8oo. Basclruhten genommen. Das Hochgerichte solle ausser Liestal, bey der steinernen Brücke, oben an dem Krebshölzlein, auf den Gütern stehen / welche Henkerslehen genannt und von dem Waibel zu Liestal gcnutzet werden. Kraft obrigkeitl. Befehls von i?4Z. soll es neu erbauet werden. Die Merkwürdigkeiten. 1271 Die Waldungen, so zu Liestal gehören, sind folgende : Archestel, Burghalden, allwo ein Schloß gestanden, welches, nach Wursteisens Meinung, so alt als Angst solle gewesen seyn. Man sihet noch die Vertiefungen der Gräben darum, und sind bisweilen einige bischöfliche Blechmünzen allda gefunden worden. Den Weg darzu nennt man, wie schier bey allen alten Burgen, Eselsweg; weil dise Lastthiere das Wasser dahin zugetragen haben. Ein gleiches Schloß solle auch auf Elbisberg sich gefunden haben. Metzgerhau, Scheurhalden, Winterhalden, Stechpalmen Häuwlin, Glänetzen, Sigmund, Kilchberg ob der Lausen Kirche, Groß und kleiner Grandmont. Oedleten, Hasenacker, Vestlin Rüttin, Kilchhöflein, woselbst schöne Fohren zu Teu- cheln wachsen, dafür die Stube zu Liestal der hohen Obrigkeit jährlich so. Pfund Gelts zu liefern hat. Gggg Hier ic>72 Historische Hier wäre vorzeiten eine Waldbrudershütte und eine Capelle, -arvon noch die Überbleibsel zn sehen, Bruder Clausen Capelle genannt. Gegen Furlen: Der Galms, Betteten, Furlenköpflein, Landschachen, Wasserschöpfe, Dnchhalden, Finsterhalden, Heinis Boden, Auf dem alterr Hof, wo vorhin eine Baurenhütte gewesen, Furlenhof, und Stockhalden. Gegen Gelbensperg: Das Gestöcke, Glattenräinlein, Der Berg, Schmutzberg, Röttelerschweine bey Selbensperg. Sonnhalden, Auf Stocken, Der Stelle Hübe! bey OriS. Gegen Nuglar: Der Laubin. Süch- Merkwürdigkeiten. Süchteren, Thiergarten, Sornmerhalden, Walddistel, Gappisperg, Oftenberg, Reebhalden, Mumien, Garbutsch, Grundhalden gegen Röseren, Binnenberg. Hiervon sind Tannenwälder, Galms, Mumien, übrige Eich-und Buchwälder. Von dem Nestade, M'Aö Städtlein Liestal ligt in AnsehllNg der so- ^ genannten Gestadig auf einer Anhöhe. Dieser Platz ist eigentlich das Gestade zwischen der Ersetz und dem Städtlein, und schon seit etlich Hundert Jahren mit Haüsern angebauet; und sthet einem kleinen Dorfe gleich. Die Bewohner desselben haben einen laufenden Brunn allda zu ihrer Bequemlichkeit. Allhier gehet eine hölzerne Brücke über die Ergetz, nahe an der Mahlmühle, welche Herrn Haubtmann Foreard zugehört. Hier Gggg -» findet iO74 Historische findet sich auch eine Laustampfe, und eine Färberey. Von den ältesten Zeiten her, ist diser Ort der Sammelplatz der Jugend, allwo sie ihre Tänze hielten und andere Kurzwelle trieben. Er ist auch zugleich der Wafenplatz der Landmilitz diser Beamm- tung; allwo steh alljährlich an dein Auffahrtstage derjenige kriegerische Haufe sammelt, welcher sodenn mit nachfolgender Feyrlichkeit in das Stadt- lein ziehet. Umzug oder Mbraüche an dem H. Uuffahrlötage. dein Montage vor dem Auffahrtstage gehen alle Mannsbilder um den Bann von Lrestal, und besehen die Bann-und Gerechtigkeitssteine. An dem Tage der Auffahrt sechsten, wird des Morgens, nach geendigtem Gottesdienst und eingenommenem Morgenessen, von den Stuben - und Einigsmeistern allda jedem Bürger ein Maas Wein und ein pfundiges Laiblein Brot; sodenn nach Mittag jedem Knaben ein Wecklein Brot, so Drey Vierling schwär, ausgeteilt: welche Kosten die Stube bestreitet. Nach der Kinderlehre versammeln sich die Bürger Merkwürdigkeiten. 1075 ger von Liestal, mit Unter - und Obergewehr wol versehen, auf den: untern Gestadig; werden sodenn von einem Lieutenant hinauf in das Städtlein geführt/ vor dem Rahthaus in Ordnung gestellt, und in Zwo Compagnien, die rohte und blaue abgeteilet; da denn die Haubtleute und übrige Offi- ciers sich zu jeder Compagnie begeben, und in einem ordentlichen Zuge wieder auf das Gestade ziehen, von einem sogenannten Wildenmann und einem Rölleleinmann begleitet. Die einte Compagnie führet den weiß-und schwarzen Fahnen, worauf die Worte stehen: Fürchte GVtt und ehre die Obrigkeit. Die andere, den sogenannten Lie- staler roht-und Missen Stadtfahnen, mit der Inschrift : ?ro Oeo allwo der Tahlackcr Brunm so durch das Bünktahl i stießt/ unterhalb diser Kirche die Brunnquelle ob ! dem Kirchhofe / und weiter hinunter den Dietrichs- ! brunu zu sich nimmt, und das Wässerlein ausmacht, worüber beym Siechenhause eine neue Brück erbauet worden, und denn in Ergetz laüft. Das letztere Büchlein, so in die Ergetz fließt, entspringt im Lochacker gegen Schauenburg, dar- zu kommt ein Brunnquell vom Adler - oder Ma- dlenberg, Madien Brunn genannt, laüft da durch Frenkendorf hinab bis in Keibgraben, und unter der Hülsten Brücke in die Ergetz. Welcher Ergetzfluß denn von allen Visen Zuflüssen und noch andern Quellen, welche wir eine jede an ihrem Ort anzeigen werden, vergrössert, bey Äugst in den Rhein fallt. Er zeuget wie alle die kleinere Wasser, so darein sich ergiessen, besonders viele Forellen. Es ist schon bey Prattcln angemerkt worden, daß der Liestaler Bann bis in den Rhein gehe, so weit als ein Reisiger mit seinem Pferde darein reuten und mit Merkwürdigkeiten. roßt mit dem Spiesse darein langen möge. Dises Flüß- lein, wie alle andere des Liestalerammts, werdet von dem Schuldheiß/ so Bürger von Basel ist, verbannet und gefischct. Doch ist den Gemeinden Liestal und Füliftorf gestattet, von dem Drahtziehersteg bis in Rhein bescheidenlich sich etliche Fische zu fangen. Die obere Brücke, so über die Frenke gegen Bnbendorf gehet, ist ein schönes hohes Gewölbe, dienet nur für Reuter und Fußgänger. Die untere auf der Haubtstrasse ausser Liestal gegen dem Hauenstein, ward im Jahre 1692. erneuert; im Jahre 1731. aber von Steinen auf das schönste erbauen. A Von dem Wen Markte. ^Berhalb Liestal, allwo sich die Strassen gegen W dem grossen und kleinen Hauenstein scheiden, ist ein grosser Platz, welcher der alte Markt getrennt wird. Er solle in Pestzeiten zu einem Viehmarkte dienen. Zu verschiedenen Zeiten sind auch verschiedeneLandsgemeinden darauf gehalten worden. Und ward diser Ort auch in dem Jahre i sz z. zu der 1082 Historische so schändlichen Bundesbeschwörung der ungehorsamen Untertahnen erwehlet. Sie beruften dazumal den damaligen Herrn Leutpriefter Gemuseus hinaus, um ihnen allda zu predigen; als er aber solches nicht tuhn wollte, zogen sie mit brennendem Lunten naher Liestal in die Kirche. .EU Merk- Merkwürdigkeiten Merkwürdige Gegebenheiten, so sich in diser Gegend zugetragen haben- >A die alten Einwohner von Liestal mit Recht zu den Raurichern gezehlet werden, so sind sie ohne Zweifel allen denen Schicksalen unterwürfig worden, welche dise betroffen haben. Zu der Römer Zeiten io?4 Historische ten war diser Ort in krovinciL Maxim« ^cc^UÄNO. ruin gelegen. Nachwerts haben die Allcmanier sich allhier eingenistelt. Und wenn wahr ist/ daß At- lila im Jahre 4si. Angst zerstöret hat, so wich auch Liestal nicht verschont geblieben ftyn. Und ohngefehr um dise Zeit nun, da die alten Wecken der Orten erloschen, mag der Name des Sißgöw aufgekommen seyn. Im Jahre 917. da die Ungarn Basel zerstört, und durch das Land hinaufgezogen, ist es Liestal nicht besser ergangen. Graf Theobald von Pfird hielte sich im Jahre 1284. zu Liestal auf, und gab allda dem Kloster Olsperg das Reckt, verschiedene Vergabungen und Güter von den Seinigen zu erwerben. Um das Jahr 1Z22. starb Ulrich Marschalg, ein Ritter von Liestal. Im Jahre iz?s. kam Herr von Couzin mit einem zahlreichen Heere von Britannien», Warben, und andern, in dis Land, zöge Basel vorbey , Liestal hindurch über den Hauenstcin, und raubte alles sowol im Hinauf-als im Hinabzie- hen; ward aber von den Völkern der Stadt Bern beyFrauenbrunn geschlagen. Es Merkwürdigkeiten. io8s Es ist in unsern vorigen Abhandlungen schon vieles angemerkt worden von denjenigen Kriegen, welche die Stadt Basel im Jahre 1409. mit dem Hause Oesterreich geführet hat. Die Oesterreichs trachteten, sich, nachdemedie Basler Mein eingenommen hatten, an selbigen zu rächen. Zogen daher den 20. Wintermonats, gedachten Jahrs, aus Rheinfelden heimlich aus, plünderten und beraubten dasLiestal-undVarnspurgerAmmt, und führten das meiste Vieh hinweg; deßwegen sich dise, so gut möglich, bejammelt, den Feinden nachgeeilt, - solche bey Mägden angegriffen, Achtzig Mann derselben erschlagen, und ihnen den Raub wieder abgenommen haben. Zwey Jahre hernach ward denen Lieftalern folgende Verordnung vorgeschrieben: ,, Des Mres nach Christs geburte 14". Iare, „ des nehsten Dönstags vor aller heiligen Tag, „ Hand Rate und Meister ze Basel bekennet und „ wollent, daß der Schultheis ze Liestal und sin „ Nachkommen Schultheissen daselbs dise nachge- » schriben Stucke, halten by iren eiden. „ Wer den anderen umbe eigen und umbe erbe zusprichet, und derselbe, der angesprochen wird, » Lehen Iare und me in Lande geweftn ist, unan- ! » gesprochen, darnmbe sol der zusprechende teil ! »Z. Pst ro86 -Historische „ z. Pf. ze Besserung verfallen fili; doch so mag „ er mit dem Schultheißen umbe i.Pf. überkom- „ men und nit mehre. „ Item wer sine Gezügnisse noh Bewisunge nit „ vollefüren kau, der ist 9 . ß. dn. ze besserung ver- „ fallen; doch so mag der Schuldheiß Z. ß. dn. „ von Inen nenimen. „ Item wer einer fachen, darumbe ime zuge- „ sprochen wird, strichet rinschuldig sin, lind sine ,, eide dafür bietet ze tunde; und aber des bewisen „ Wirt, der ist Lib und gut verfallen, und gut der „ nit gute sicherheit ze stunde, st stl in unser „ Schultheis in die Kefien legen, und darin lassen „ ligen, untz uf die zite, daz er mit im überkom- „ met. „ Item ze glicher wise, welcher ein sölicher un- „ schulde, dafür er sinen eide erbotten hatt, nit „ bewisen kan, und doch der Bewisung vermessen » hat, der stl ouch Lib und gut verfallen sin, und » darumbe gehalten werden, als vorstellt. „ Item wer dem andern zustrichet, umb fache, » die vormals ouch vor geeichte gewesen und da- „ rumbe geurteilt worden ist, und das Amtlich ,, wird, der stl ouch z. iv. dn. ze Besserung ver- » fallen sin, und ouch nit minder von im genom- Merkwürdigkeiten. 1287 » men werden/ den i. w. dn; er übertribe es den / so sol vole Besserung von im genommen „ werden/ one gnade. „ Item wer unser Herren von Basel oder ires „ Schultheißen gebotte ze Liestal von iren wegen/ „ nit gehorsam ist/ darumbe sol der Schultheis „ gewalte haben / denselben ze gebietende by einer „ Sum Gelts oder by Lip und gut, nach dem und „ die fache gros oder klein an ir selben ist/ welcher „ das Gebotte ouch übersitzet/ und ungehorsam ist/ „ den sol er ze Stunk in die kefien legen und in „ darinne lassen ligen / untz daz unsren Herren umbe „ die Besserung gnug beschicht. „ Item welcher ouch unsren Heren ytzit clagt „ von dem Schultheissen oder von Jemand anders/ „ derl wellent sy nit verhören noch im glouben, „ sy Habens den den Schultheissen oder den von „ dem er clagt ouch verhört/ wie es umbe die sa- » ehe sie. „ Item der Schultheis soll vier Eynungmeister „ setzen / und was schaden jemand von dem ande-- „ renbeschicht/ ansinenGütteren/ Ackeren/ Mat-- „ teil/ Garten/ an Zünen/ Obse oder anderen „ Früchten/ wie das allen genempt ist/ der sol das „ für die vier Einungmeister bringen/ die ouch dem „ von dem der den schaden getan hatt/ oder von Hhhh »sinen io 88 Historische „ sinen kinden, gcsinde, beschechen ist, die Besse- „ runge ltemmen, die darumbe bekent wird, nah- „ dem der schade, gros oder klein gewesen ist, nnd „ damite thun; als man das anderstwa haltet, „ und gewonlich ist, und sollent die Besserung „ niemand faren lassen, schenken noh heimlich über- „ tragen in dehein weiffe rc. thut aber Viehe, Je- „ mand einen schaden, davon soll die Besserung „ genommen werden, als davon begriffet, ist. „ Jteni welcher Mattn wibet und sin ungettvssen „ nympt; oder welhe Frowe manet und iren un- „ genossen nympt, der oder die ist verfallet,, der „ Statt Basel Lip und Gut, und wan ouch die „ versöhn, Fraue oder Mann, der oder die zu „ solicher ungenoschaft gegriffen hat, abstirbet, soll „ der Schuldheis zu der Statt Handen nemmen „ alles sin gut, ligend und farend. „ Diese Straf ward hernach auf 120. w. ge- * setzet. „ Item der Schultheis sol ouch hinnathin jer- „ lichs ufdie Zite vor Vasenacht, als man gewöhn- „ liehen zu der heiliget. Ehe griffet, bestehen, wel- „ che knaben und töchceren zu dem Alter sint, daß „ si billichen Wibe und Mann nemmen sollen, daß „ er dan Wibe und Mai, gebe jegklichem sinen ge- » nossen. „Item Merkwürdigkeiten. 1089 Item wen ouch Jemand ze Liestal oder der „ dahingehört, stirbet, und kinder lasset, die nit „ zu iren tagen komm noch Vogtbar sink, so sol „ der Schultheis derselben kinden gut eigentlich „ verschriben, und die kinder, ir sie eins oder me, „ bevögten, unz daß es zu sinen tagen komt; stir- „ bet aber der binderen eins, e es zu sinen tagen „ kombt, so soll der Schultheis desselben ktndes „ gut, zu der Statt Handen ziehen und nemmen, ,) nutz daß man besieht, wem daz gut zugehören solle. „ Item der Schultheiß ze Lieftal, sol einem jeg- „ liehen, der da gesessen ist, oder dahin gehört, „ wo der gesessen ist, by einer Summen Gelts „ alle Tagwerk gebieten ze tundc, der man uot- „ dürftig ist, und man gcwonlich tun sol, und „ welcher des ungehorsam ist, von dem sol er daz „ Gelt nemmen, als er im gebotten hat, oder in „ die besten legen, ob er sich darwider setzen wil. „ Item welche uß dem Ampt und Vogtie zu „ Waldenburg gen Liestal gezogen sind, oder hin- „ anthin dahin ziehen werdent, die sollen ze be- „ den siten stüren ze Liestal und ouch ze Walden- „ bürg; ze glicher Wise harwideruinbe, welche von „ Liestal in das Ampt und Vogtie gen Waldenburg „ gezogen sind, oder hinanthin dahin ziehen wer- . - Hhhh 2 „den rosa -Historische „ deut, die sollent such ze beden siten stüren ze Wal- „ denburg und ze Liestal. „ Item welche uß dem Ampt und Vogtie zu „ Homburg, gen Liestal oder in ire gerichte die „ gen Liestal gehörent, gezogen sint, vderhinnant- „ hin ziehen werdent, die sollen ze Liestal stüren „ und nit gen Homburg; ze glicher wise harwi- ^ „ derunrbe, welche von Liestal in das Ambt und > „ Vogtie gehn Homberg oder Gerichte gezogen sint, „ oder hinnanthin dahin ziehen werdent, diesol- -- lent ze Homberg stüren und nit gen Liestal; „ wand erfaren ist, daß si zu beden siten also har- „ kommen sint, und gegen einander gehalten Hand. „ Wand wir kuntlich vernommen Hand, daß „ die rulsren in unsrem schlösse ze Liestal und der: „ dörfferen, so darzu gehörent, einander lif dem „ Velde nf iren gütteren nit ftident, noch ihr Vihe „ behütent und besorgent, als si billichen soltent, „ da; ein; von dem anderen an Wein, säten und „ fruchten kein schaden zugefüget werde, daß aber „ untzher grosser gebresten bracht hat, in solicher „ maffe daz denen so den semlichen schade zugefüget „ war, us demselben schaden nützit gan, noh des „ zukonnnen mochten als billich und möglich wer -- gesin; solichen gebresten ze versehende und umbe „ daz si einander fürbas me stündlichen halten und „ solichen Merkwürdigkeiten. 1091 „ solichen schaden einander nit zufügent, so Hand wir rate und meister ze Basel geordnet und wel- „ lent, wer hinnanthin dem andern mit solicher „ Atzung,anSäten und Früchten ungeverlich schaden „ zufüget, und das schittbar und kuntlich Wirt, daß „ der Uns und unsrem Schultheißen in unsrem „ Nammen s. ß. dn. ze besserung verfallen sol sin, des ouch von Im ohne gnad genommen sol wer- „ den; deßglichen ob es mit gefehrden bescheche » iO. ß. dn. und ob es nachts bescheche z. ttz. oder „ me als den erkent wird, doch also, daß den per- „ söhnen, so den semlicher schaden zugefügt ist wor- „ den, derselb ir schade vorab gekert und abgelei- „ tet werde, nach bescheidenheit. „ Ouch haben wir geordnet, und wellent, wel- „ che versöhnen es seyen, Frouwen oder Mann, „ ftevenlich miteinander zu der heilige» E griffen^ „ und aber eines under ihnen vorhin zer E gegrif- 7- fen und sich das vor dem OKicmi mit rechte er- „ funden hätte, die versöhn, so die andere betro- 77 gen hat, sol unsrem Schultheißen von unseret „ wegen 10. N. dn. one gnade besseren, doch uns 7, an unsren rechten ohnschedelich; deßglichen so 7, Jemand in unsrem Schlosse, fin Süpblut oder „ Gevatter ze E nemme, der sol dieselbe besser»^ „ verfallen sin; Lüde aber Jemand den anderen ,7 einfaltiglich umbe die E, darinne kein Gefehrde Hhhh z »ge- iS 92 Historische „ getrieben wurde, den ein Lüterung darumben „ begehrte, der sol darüber nützit besseren. » Wand etlich die unseren in demselben schlösse „ ze Liestal ir fachen untzhar unglimpflich vcrhan- „ drlt und die an unsren Schultheißen daselbs ttit „ bracht Hand, daz er dazu getan möchte haben, „ als billich wer gesin, davon dicke und vil Stösse „ und Svenn under inen ufcrstanden sint, und sich „ vuch ein Gewohnheit Hand angenommen in soll- „ cher Wise, wen sich sölich zweitrachten under ih- „ nen erhept haben, daz dan etlich under inen wi- „ chende waren, in ander Gegenen und Gerichte, „ umbe daß st unsrem Schulrheis nit gehorsam wä- ! „ ren; dieselben zweitracht nidcrzelegeride und ze ! „ stillende und ouch nit widerkeren noch stch in das > „ Schlosse widerumbe fügen woltent vne Tröstung; ! „ Harumb so haben wir ouch erkent und geord- „ net, wer hinnanthin stn fachen, davon stoße und ! „ zweitrachten wachsen mögent, an unsren Schult- „ heißen der je ze ziten ist, nit bringt, sonder die „ verhandelt, das unrat davon ufferstat, dannach p usser dem Schlosse wichende ist, und one Tröstung „ nit widerkert, noh gehorsam stn will, Friden und „ Stallung ohne Fürworte ze gebende, daß der » lo.rb. dn. one gnade ze Besserung verfallen sol » stn, und sol ouch ein jeglicher unser SchultheiS » daselbs in unsrem Rammen uf des oder derselben „Gut, Merkwürdigkeiten. 129 z „ Gut, ob er in demselben schlösse so vil hatt ze „ stund fahren, daz an sich ziehen und vertriben, „ so lange untz uf die zit, daß uns umbe Mich „ besserunge genug beschehen sie. „ So den von frevel wegen, so in demselben „ unsrem schlösse und den dörfferen so darzu gehö- „ rent, beschehent, und wen sie davon richten sol- „ lent, die besserung so klein erkennent, daz es von „ Billichem nit ze gestattende ist; oder e sy wel- „ lent, daz uns Besserungen oder Bussen von fre- „ veln vallent, si nit von einander elagen wellent, » und davon standent. Wellen wir ouch und Hand ,, geordnet, wen zwen oder me frevel gegen einan- „ der tund und der dem beschechen ist und billig „ clagerr sol, sich sumet und nit clagen will, oder „ die fache lichter klaget den si an sich selbs ist, „ oder sich verhandelt Hand, daß derselb ro.ttz. du. » ze Busse verfallen sol sin, und die ouch one gna- „ de von ime genommen werden, und sollent die » Besserungen und Buessen in der Wise als her- „ nach begriffen ist, erkent werden, wand das also „ ze haltende in den Dinghöfen ze Bübendorf und » in anderen Dinghöfen, so demselben Dinghof ge- „ want sint, erfaren ist; von Alter har, also ze erkennende kommen sin. » Des ersten, das ein Mörder, ein ketzer, ein HHHH4 --Nacht- r<-94 Historische ,, Nachtbrenner, ein Straßronber und ein der den » anderen ze tode schlacht und im das stn nimpt, » an keinen enden friden haben sollcnt, sunder wo si ergriffen werden, solle man von in richten nah iren getätten. „ Item wer den anderen ze tode schlacht, oder „ siichet; da gat Bar gegen Bar / wie loch der „ tode geliget; und clagt der Herre , so Wirt im „ Libe und gut bekennt, clagent aber die Fründe, » so werde dem Herren das gut und den Fründen „ der Lip bekennet. „ Item wer den andereii verwundet, in solicher „ masse, daß man den verwandten meisselen oder „ heften muß, der besseret einen hclbling nnd io. „ w. dn. ob ers wol verschuldet hat, und sol je- „ uem dazil den Sherer abevertigen und sich mit „ dem richten und süenen ; hat er aber glimpff, „ daz sol im in der Besserung ze statten kommen, „ nach gelegenheit der Sach. „ Item wer Messer zucket, und den anderen „ schlacht mit truckenen streichen, der besseret z. w. „ und i. helbling. „ Da mag man ein pfund nemmen ohne Gnade. „ Item wer den anderen überlauft mit gewasserter Merkwürdigkeiten. 1095 „ neter Hand / der besseret euch z. ttz. und i. Helb- „ ling; ob ers wol beschuldet; ist des nit, so soll » rnan den dritel rammen. „ Item wer einen stein zuckt und gegen dem » anderen wirffet, und in wisset, also daß der so » gcworffen wird, mt davon stirbet, der besseret » z.tv. i.Helbling; stirbet aber der so geworfen » wird, oder vellet jenen so den wurf tut; weders » under den zwei« beschicht, so besseret er einen » todten Mann. Doch ob er trift und unschade- „ lich ist, der besseret den dritteil, also daß er „ sich richte nnt den gewirfeten. „ Item schlacht einer den anderen, daz er zcr „ erden vallet, und mus man dein so gefallen ist, „ verhelffen, der so das tut, besseret 12. w. und „ i.Helbling, statt er aberselbs uf, so besseret er „ z.W. und i. helbling, und ist es ze beden siten „ on blutruns oder merklichen gebresten des clegers, „ so sol man den dritte! nemmen one gnade, also „ daß er sich richte mit dem Widerteil. „ Item wer dem anderen uf das Sin gaht „ nachtes, und ihn heißet uß sinem Hasse oder an- „ der des sinen; der besseret 21. tv. i. helbling; „ geschicht es aber tags in solher wisse, der besseret „ z.w. i.Helbling; geschicht es aber aufderfreyen Hhhh 5 »Straf- 1096 Historische ,, Strassen, und nit uf dem sinen, so besseret er „ nüßit, er gange den me nach. „ Item sucht einer den anderen »achtes nah der » Bettglocken in sinem Hust oder Zinse; und „ schlacht oder sticht in darinue ze tode, daz ist ein » Mort; sticht oder schlacht aber der, derzeHus- „ st gesucht wird, den ze tode, der in suchet, er » besseret nützit: erwert er sich aber sunst, daß » Jener der in gesucht hat, wichen und dannen „ gan muß, ungeschaft; clagt der, der gesucht ist » worden, sinem Hcren den frevel, und sucht der „ Herr recht darumbe, so mag der, der in sinem » Hust gesucht ist worden, als vorstatt und sin » Hußgesinde, ob er deheines hat, sines Heren » gezüge sin, in düere sache; hat er aber nit Hust- „ gesindes und hat er uf die Zite eine Hunde in si-> » nem Huse qehept, als er gesucht wart, den mag „ er nemmeu an ein Seil, und drie Halme von » sinem tache und für gerichte kommen und schwe- „ reu, daz des Heren klage also ergangen sie, er » erzüget in damitte; hat er aber uf die Zite kest „ neu Hund, sunder ein katzen hinder der Herdstatt, „ oder einen Hanen uf dem Sedel, er nimbt eins „ under den zweu, welches er wil an den Arme „ und auch drie Halme von dem tache und schwerst „ als vorstat, damit hat der Herre in aber erzü- „ get, und wird die getatt auch für einen Mort „ erkent. »Item Merkwürdigkeiten. 1097 „ Item schuldiget einer den anderen eines Mor- „ des, Diebstahls, ketzcrye, Roubes, Brandes „ oder derglichen untatten, und »nag er das nit ! „ wisen, »nit Den unversprochenen versöhnen, „ frömbden oder Heimschen, der bessert in sine Fußstaffei», u»»d umbrisset man im die Füsse oder „ crloupt inen den kampff, ob »narr die Gezügen ^ „ als vorstat nit »nag gehaben. ^ „ Itein ist einer dem anderen schulde gichtig, „ und wird darumbe gepfendet, mit einen» Ambt- ! „ man, u»»d werdcnt die Pfand darüber von den z „ schulden gewert, der besseret z. W. ». Heller. ,, Item fürte einer Pfand , die um gichtige schul- ,, de genommen sint, uß den gcrichten one erlau- ^ „ bung, der bessert ouch z. i. helbling. „ Item wen U»»zuchte oder frevel in den Ge- „ richten beschehcnt, wie oder vornvem die zugan-- gen, der an dem st begangen sint, wolle elagen „ oder nit elagen, kompt es für den Ambtman „ oder den richter, er mag darumb richten in smes „ Heren nammen, und sol der Weibel klagen, in „ sines Heren uarnmen. „ Item by was pöne ouch des Heren Meiger „ oder Ambtman etwas ze tunde gebötet, über- .. fahrt solich gebot jema»»d, der Here mag die „ pörre 1098 Historische „ pöne darum nemmen, die daraufgesetzt ist wor- „ den, und sol ein jegklich Schuldheis, die so si- „ neu gebotten in unsrem nammen ungehorsam „ sind, in ein kefien legen uf unser erkantnusse. „ Item wer ouch oder etwie vil, einen cide mit „ einander schwören solten, und einer oder me „ under denen went, die dem so inen den eide ge- „ be, die Worte so er denen nachsprechen solle, nit nachspreche um was fachen das beschehe, und .. meinte darumbe nit geschworen haben, derwer- de Meineide erkent, und besseret darumbe dem „ Heren Lip und gut, und sye darnah ewiglich „ für einen verworffenen Mann ze haltende. „ Item wer dem andren sin urtel nmbe eine „ fache, wie den die an ir selbs wer, folgete und „ die Hand ufhube, sin urtel ze merende, werde „ der von dem richter der den ist, gefraget, was „ die fache sie, darumbe den das recht ist gespro- „ chen, oder was Jener gesprochen habe, dem er „ habe gevolget, und könne das nit gesagcn oder wisse sm nit, ze sagende, ungeverlich, der besse- „ ret ouch dem Heren Lip und Gut. In dem Jahre 1425. entstund einige Zwistigkcit wegen Holz und Feld, zwischen dem Abt zu Ben- wiler und denen von Liestal; welche zu entscheiden die Stadt Basel ihre Rahtsgesandte, als Hr. Hug zur Merkwürdigkeiten. 1299 zur Sonne, alten Obersten Zunftmeistern, und Johann Wiler, abgeordnet hat; welche bod Partheyen dahin verglichen/ daß eine jede bey ihrem Holz, Wasser und Felde verbleiben solle. Ohngefchr um die Jahre 1430. bis 1440. waren zu Liestal 120. bewehrte Kriegskuechte / darunter 12. Schützen/ so sich allezeit zum obrigkeitlichen Dienste bereit hielten. Die Besoldung des Schuldheissen war damals jährlich io. itz. Gelts. Des Stadtschreibers/ 22.w. Des Weibels/ so den Weyern hütete / i. K. 18. ß. Im Jahre 1432. hat Bischof Johannes dem Hemman von Offenbare! die Quart des Zehendens zu Liestal/ Munzach/ Frenkendorf und Fülinstorf versetzt. Die zu St. Jakob im Jahre 1444. mit dem Dclphinischen Heere beschehene Schlacht ist in unserm V. Stücke umständlich beschrieben worden. Wir wollen hiervon weiters nichts anführen / als daß in disem Treffen verschiedene von Liestal ihr Blut / gleich übrigeri, theuer verkauft haben. Die Einwohner von Liestal waren sehr erbittert/ daß die Oesterreichische auf dem Schlosse Farnsperg gelegene Besatzung einem armen Landsmann beide Hände abgehauen/ solche dessen Weib ineinKörb- lein gegeben / und sie darmit naher Liestal geschickt; und noo -Zlstovische rmd haben daher in folgendem Jahre, da Rhein- felde» mit Hülfe der Buudsgenossen eingenommen ward, dapfer auf den Feind geftrcisset, und sich bey der Belägcrung sehr wohl verhalten. Nachdeme aber der gröste Teil der Festung geschlissen worden, und die Oesterreichs nachwerts von Rhcinfelden sich wiederum Meister gemacht, sind daraus die Dörfer des Liestalerammts nicht wenig beschädiget worden. Den 27. Christmonats des Jahrs 1449. hat die in Rheinsclden gelegene Oester. Reuterey einen Anschlag gemacht, die Liestaler mit zoo. Mann zu überfallen. Die Oesterreicher teilten sich in Vier Haufen, stellten gute Hinterhalt, und liessen durch Einige das auf der Waide zu Liestal sich befundene Vieh wegtreiben; welches die Liestaler veranlasset, einen Ausfall zu tuhn um ihr Vieh zu erretten. Als sie aber den Oefterreichischen Hinterhalt wahr- ! genommen, sind sie wieder ohnverrichter Dingen zurückgewichen, und haben mit dem groben Geschütze , so viel möglich, den Feind beschädiget, welcher denn im Heimzuge Lupsingen und Frenkendorf abgebrannt. Die Liestaler suchten sich auf alle Weise zu rächen. Und als bald hernach eine starke Parthey aus Seckingen das Schloß Farnsperg mit Proviant versehen wollte, griffen die Liestaler solche an, eroberten Merkwürdigkeiten. noi oberten 52. Pferde/ so mit Mehl und Hader beladen, tödeten einige Feinde, und nahmen andere gefangen. Welches zu vergelten die Oefterreicher bald hernach zu Roß und Fuß, soo. Mann stark, naher Liestal gezogen, da es zu einem scharfen Scharmützel gekommen, worinnen die Liestaler s. Mann verloren; die Feinde aber mit Schaden abziehen müssen. Es waren damals die Liestaler nicht alle bey Haufe, sondern so. Mann stark an gleichem Tage naher Rheinfelden gezogen, um dem so bekannten von Grünenberg, einem abgesagten Feinde der Eids- genossen, seinen Weycr zu fischen, welches sie auch glücklich verrichtet, und die Fische, samt dem unterwegs mitgenommenen Vieh, naher Haus gebracht haben. Im Jahre 1460. hatte die Stadt Basel zu Pflegern des Ammts Liestal verordnet, Heinrich Jselin, und Ulmann Fischer. In denen Burgnndischen Kriegen sind verschiedene Liestaler, auch andere diserBeammtung, unter dem Panner der Stadt Bafel gestanden, und haben dapfer und herzhaft mitgestrttten. Die nor Historische Die Eidgenossen, welche im Jahre 1499. dem Schlosse Dorneck zu Hüls geeilt, sind meistenteils durch Liestal gezogen, konnten sich aber nicht aufhalten, noch einige Erfrischung annemmen, weil die Umstände keinen Aufschub lidten. Es ist bekannt, wie in dem Jahre i eoi. die Stadt Basel in den eidsgenössischenBnnd aufgenomen worden. Die Herren Ehrengesandten sämtlicher Ldbl. Orte der Eidgenossenschaft kamen alle nach Basel, und wurden aller Orten auf der Landschaft Basel, besonders zu Liestal, mit grossen Freuden cm- , pfangen. Und als Zwey Jahre hernach die Eids- genosscn naher Lugarus gezogen, worzn die Basier 6 oo. Mann, unter den Haubtleuten I. Hem- mann Ossenbnrg und Fridrich Hartmann, darge- geben, sind die Liestaler zum ersten male unter eidgenössischem Basclfahncn ausgezogen. Die Basler waren bald nach ihrem Eintritt in den eidgenössischen Blind, nach dem Gebrauch damaliger Zeiten, an verschiedene Ort L. Eidgenossenschaft eingeladen ; da denn jcweilen eine gute Anzahl junger Mannschaft wolgerüstet dahingezogen T Dagegen kamen auch die L. Orte nach Basel. Im Jahre 1524. ist ein schöner Zug von L. Orten, Lucern, Uri, und Schweitz, durch Liestal naher Merkwürdigkeiten. i roz naher Basel hiiinbkommcn, und zu St. Jakob von 8oo. bewafueten Bürgern empfangen worden. Es ist in unsern vorherigen Abhandlungen schon erzehlet worden, auf welche Art die Kirchweyhen gehalten worden. Im Jahre i s zo. zogen auf gleiche Werfe 700. Bürger von Basel naher Liestal; und da sie wieder naher Hause kehrten, sind sie von i ZOO. gerüsteten Knaben und 500. Männern zu St. Jakob eingeholt worden. Zehen Jahre hernach beschuhe noch ein merkwürdiger Zug dahin, und denn naher Basel zurück, aUwo bey 6020. Mann auf den Zünften bewirthet worden. Das Jahr 1525. ist wegen dem Ausstände der Bamiame merkwürdig. Selbige empörte sich fast aller Orten in Deutschland, und die im Baselgebiete wurden dadurch auch angesteckt. Der Ratzt von Basel, welcher in den vorigen Zeiten mehr als väterlich, besonders mit Dar- leihung Gclts und Früchten, ihren Untertahnen, beygestanden war, versähe sich einiger Dankbarkeit, ernennte Gesandte naher Liestal, derselben Beschwerden zu verneinen. ^ Die Baursame der Vogteyen Farnspurg, Wal- denburg und Homburg hatte sich zu Liestal versammelt, gäbe denen Rahtsboten keine Antwort, . Jiii suchte HO4 Historische suchte sich von allen Beschwärden zu befreyen, liesse die Trommel rühren, schwuren einander einen Eid/ und zogen nachwerts mit Stephan Stör von Diessenhofen/ Leutpriester zu Liestal / naher Basel, der Hoffnung / nicht wenig auszurichten; da sie unterwegs die Klöster Schauwenburg, Ro-thans, und Engentahl geplündert und teils zerstöret hatten. Allein die wolbewafnete Bürgerschaft der Stadt, das Geschütze auf den Wällen und Stadtmanren, auch die eidsgenösslschen Gesandten,verhinderten allen Angrif, allso daß der Baursame ihr Verbrechen verzihen wurde. Sie erhielte hierüber besigeite Briefe, welche sie nicht lange Zeit behielten; denn sie erkennte ihren Fehler, kam im 1532. Jahre aus eigenem Triebe für ihre Obrigkeit, und gab die empfangenen Schriften freywillig zurücke. Doch findet man annoch die Namen derjenigen zur Schande aufgezeichnet, welche in der Unruhe vor andern sich hervorgetahn haben. Die Gehorsamsten waren dermalen diejenigen eigenen Leute der Stadt Basel, welche zu Mägden und Kaiseraugft in grosser Anzahl sich aufhielten; sie konnten durch keine Versprechungen beredt werden, der Stadt einigen Schaden zu tuhn; und haben auch keinen Anteil genommen an denen Plünderungen zu Bücken und Oll- sperg, ohngeacht sie von denen Fricktahlern darzu öfters angetrieben, und nachwerts doch, ohne genügsamen Grund, dessen angeklagt worden. ES Merkwürdigkeiten. i ros Es ist aus unserer gedruckten Vastlehrouick bekannt , welche Streitigkeiten zwischen der Stadt Basel und Lobt. Stand Sollothurn, wegen denen Märchen oder Gränzen des Sißgöws, im iszi. Jahre entstanden sind/ da die Stadt Basel/ kraft der Briefe, behaubtet, daß Dorneck und Gem- pen rc. in disem Bezirke begriffen styn, nnd aus solchem Grunde die hohe Herrlichkeit darinnen begehrt. Hingegen weil -L. Stand Sollothurn dise Ort mit den, Schwert eingenommen, kein fremdes Recht darinnen leiden wollen , daher bey Kempen ein Hochgericht aufgerichtet, welches aber die Stadt Basel den 25. BracbmonatS gedachten Jahrs, durch die von Liestal umhauen lassen; woraus man sich beiderseits zum Kriege gerüstet, der ganze Streit aber, durch geschwinde und fleißige Vermittlung der eidsgenöffisthen Gesandten, beendiget und geschlichtet worden. Die KriegSunruhe zwischen dem Hrn. Herzogen von Savoyen und der Stadt Genf waren im Jahre M89. aufs höchste gekommen. Der Herr von Sanci warb zu diser Zeit die eidsgenöffifchen Völker mit eidgenössischem Gelte, und führte solche König Heinrich den. Dritten zu, welcher von denen Ligisten sehr gedranget wurde. Und da Er den 1. AngstmonatS ruchloser Weist ermordet worden, wurden die königlichen Völker von ihren Fein- Jtn 2 den ria6 Historische -en hart verfolget. Dreyhundert Französische Reuter zogen sich also in das Liestalcrammt, um von den Lothringischen Völkern gesichert zu seyn; da aber dise Reuter ihre Nahrung nicht bezahlen konnten, und in das Farnspurger Ammt einrücken wol- ten, haben die Landslcute diser Beammtung 200. Büchsenschützen ausgcschosscn, und dise Reuter zurücke aus dem Lande getrieben. Der Stand Basel hatte, wie schon vorhin angemerkt worden, von allen bischöfflichen Anforderungen sich losgekauft, wegen verschiedenen Kriegsrüstungen und sonsten viele Ausgaben gehabt, und suchte daher auch seine Einkünfte zu vermehren. Er fand also nöhtig, im Jahre nsi. dasWcin- und Metzgerumgelt auf der Landschaft Basel zu erhöhen; welcher Verordnung aber die obern Aemter, als Liestal, Farnspurg, Waldcnburg, Ram- stein und Homburg, Vier Jahre lang sich widersetzten. Alle Vermahnungen, sowol von Seiten der Herren Gesandten von Hochlöbl. Orten der Eidsgenossenschast, als des Stands sechsten, vermochten nicht den unruhigen Landsmann zürn Gehorsam zu bringen. Und ohngeacht einmalen, durch Vermittlung der Herren Gesandten, dise Aemmter mit Darreichung der Hand zugesagt, in verschiedenen Jahren eine Steur von Z2000. Vaselpfunden zu erlegen, haben sie dennoch ihr Versprechen nicht mehr Merkwürdigkeiten. i - 07 mehr halten/ und das neuauferlegte Umgelt nicht abführen/ zudeme die redlich Gesinnten übel beschädigen wollen. Daher die Stadt Basel in dem 1594. Jahre sich entschlossen, einmalen der Sache ein Ende zugeben ; Zu disem Ende hat man Herrn Andreas Ryff, des Rahts, als Haubtmann, in Liestal mit einer Baselbürger Compagnie einrücken lassen, welcher sich mit anderer Mannschaft verstärcket, und sodenn im Maymonate dises Jahrs bey dem Schloß Wildenstein, in offenem Felde, mit dem Rädlinsführcr, Hans Sigrist von Niderdorf, sich in eine Unterredung eingelassen, und den Frieden wieder hergestellet hat; wie wir solches vielleicht in einer unserer künftigen Abhandlungen umständlichen eröffnen werden. In dem Jahre isiz. ward einem, Namens Brun, samt seiner Familie, das Bürgerrecht zu Basel erteilet, welcher denn sein Haüslein zu Lie- ftal, so gegen dem Freyhof hinüber lag, zur Stadtschreiberey gegeben hat. Des folgenden Jahrs hat man zu Liestal die hölzerne Brunntröge weggctahn, und steinerne aufgestellt. Als in dem zo. jährigen Kriege die Stadt lind Landschaft Basel nicht wenig beunruhiget worden, ward denen Liestalern befohlen, 2 z 6. Mann allezeit zu dem Auszuge bereit zu halten. Jiii z Die IIO 8 Historische Die Austeilung beschuhe im iszy. Jahre fol- geuderinasseu: Zum ersten Fähnlein: Musqucten- schützcn - - - 22. Mann. In Rüstungen mit Spießen i o. Zweytes' Fähnlein: Musqucten - 22. Rüstungen - 10. Pannerbaubtmann, der Schuld- heiß. Feudrich, einer der Nähten. Musqucten - s 4 . in Rüstungen - Z 8 . Ferners auf den Rechtfall - 80. 2Z6. Mann. Nunmehr ist dise Einrichtung aufgehoben, und das ganze Landvolk in Regimenter und Compagnien abgeteilt, deren Oberste, Haubtleute, und übrige Oberofficiers Bürger von Basel find. In disem Kriege ward auch ein Geleit errichtet , welches die Rastenden beschützte. Das Städtlein Liestal war ehmalen, nach dem Gebrauche der alten Zeiten, befestiget. Zur Seite des Schlosses stunden Zwey Türme, und um die Stadtmaure noch verschiedene andere, worvon man Merkwürdigkeiten. i io- man, wie ab den Stadttohren, den Feind beschädigen konnte. Die Letze / so ein Gärig um die Stadtmauern war, diente ebenfalls zur Bescbü- tzung, und die Stadtgräben wurden in vormaligen Zeiten wol unterhalten. Das Zeughaus ist seit dem Jahre i6;z. abgetahn worden. In dem Jahre 1509. waren'die Türme, Stadtmauren und Gräben, welche letztere seither eingegangen , und zu Kohlgärten gemacht worden, vollkommen ausgebessert; und um dise Zeit mußte der Nachtwächter, so die Stunden rüste, zugleich allezeit die Runde auf der Letze machen. Er cm- pfienge daher in Winterszeit einen Pelz, um sich vor der Kälte zu verwahren. Indem Jahre 1718. aber ward bewilliget, die alte hölzerne Letze vollkommen wegzutuhn. Als die Einwohner von Liestal sich vermehrten, ward im 1648. Jahre das an der Ergelz mit Ge- staüde angefüllte Feld ausgereutet und angebauen. Im Jahre 1672. wuchsen an den Weinbergen zu Liestal kaum 20. Saum Weins, ward daher kein Zehnden genommen. Als in dem Jahre iszz. zu Anfang des Mär- Jiii 4 Ms tno Historische zens einberichtet worden, daß die Untertahnen des Baselgebiets, nach dem schliminen Exempel anderer schweitzerischen Untertahnen, nnter allerhand Vor- wande sich empörten, und besonders die von Liestal sich hervvrtähten, liesse die Stadt Basel, nachdem vorhin aller freundlicher Zuspruch nichts verhelfen ^ mögen, 402. Ma^n, unter Hrn. Oberst Lieutenant Zörnlein, anmarschiren, schickte zugleich ihre Gesandten in das Land, und taht alle Vorsorg, das Feuer zu dämpfen. Die Liestaler schössen auf die Mannschaft, so dorten einrückte; und ein rebellischer Baur, welcher einem redlich Gesinnten seinen Bart ausgezogen, trüge solchen zum Schimpfe und Aufruhr aller Orten herum. Das meiste Landvolk wurde von disem Geiste der Unruh eingenommen; deßwegen die hohe Obrigkeit zu den schärfsten Mitteln greiffen mußte. Man sahe sich um fremde Hilfe um; man vermehrte die Mannschaft der Bürger und Fremden, zu Pferd und zu Fusse, und gierige in dem Brachmonate mit Ernst auf die Ungehorsamen los. Einige wenige Canonenschüsse zerschlugen den Liestalern den Muht; die Truppen des Standes zogen in das Städtlein ein; die Haubt- ursächer wurden hin und wider gefangen, und teils mit dem Tode, teils auf andere Weise gestra- fet. Die Stadttohre, Fallbrücken, und die Schutzgattern zu Liestal wurden weggetahn, das Kriegs- gerähte und Silbergeschirr naher Basel geführt, denn Merkwürdigkeiten. denn alles wieder beruhiget/ und das folgende Jahr eine neue Huldigung vorgenommen. Weil aber die hohe Obrigkeit als ein Vater zu straffen pfleget / welcher nur das Laster des Ungehorsams hasset, und die Seinigen übrigens bestens besorget / so ward auch in folgenden Jahren denen Liestalern das Gewehr wieder gegeben; erlaubet au dem AuffahrtStage den Umzug wieder zu halten / und nach dem Zihl zu schießen ; die Tohre wieder hergestellt/ und eine neue Fahne erteilt/ worinnen die Worte stehen: Fürchte GOtt und ehre die Obrigkeit. Die Regimentsverfassung aber ist vollkommen abgeändert worden. Die Nähte waren aufgehoben und in Beysitzer verwandelt. Das alte Sigel, worvon eine Abschildmmg beygehet/ weggenommen und zerschlagen, also daß die Schreiben an die hohe Obrigkeit nunmehr mit dem Pettschaft des regierenden Schuldheisseu versigelt werden. Jni f Wor- mr Historische I Worvon aber die mehrern Unrstände in einem ^ andern Stücke zu verhandeln stehen. j Das Wappen des Städtleins Liestal stehet auf dem Dtulblatt des Neunten Stücks, so ein rohter Baselstab «nit goldenen Knöpfen in einem weiften Felde ist. Schon vorhin ist angeführet worden, wie die Herren Schuldhcissen, gleich denen Herren Landvögten in den Vogtepen, discr Beammtung, Namens der hohen Obrigkeit, vorstehen. Nichts desto weniger finden stch zu Liestal «loch verschiedene Bedienstnngen, welche die ihnen angewiesenen Geschäfte besorgen. Als Die Beysitzer, deren Acht an der Zahl, welchen die Obsorg des Stadtwcsens obligct. Der nenre- gierende Schuldhcis hat, so oft einer abgehet, Sechs ehrliche Männer vorzuschlagen, woraus die hohe Obrigkeit einer« erwehlct. Sie ««rächen das Verhör aus, so irr Schuldsachcn unter ltz. io. spricht. ! Die Gerichtslente, deren Zehen an der Zahl^ ^ werden aus dem Verhör, das ist, obigen Bcnfi- tzern, ergänzet. Unter den Gcrichtsftab von Liestal gehören auch die Dörfer Lausen und Selbcnsperg, Furten, Oris, Rötern und Alt Schauwenburg. Stu- Merkwürdigkeiten. mZ Stubenmeister sind Drey; Zween werden aus den Beysitzern oder den Gerichtsleuten erwehlet, welche es beständig bleiben. Der dritte wird alle Jahr von der Gemeinde genommen. Er hat zum Zeichen seiner Würde einen Federhut in Verwahrung, welchen er, nach der, dem Gerichte abgelegter» Rechnung, dem neuerwehlten übergibet. Einigsmeister sind Vier, werden von dem Schuld- heissen erwehlet, haben die Aussicht über die Hochwälder , und bezeichnen das von der Obrigkeit bewilligte Holz mit einem Baselstab, der auf einem Beyel eingehanen. Daher wird dise Verrichtung Anschlachen genannt, weil der Einigsmeister mit dem bezeichneten Beyel, uachdcme die Ründe ein wenig weggehauen worden, den Baum anschlägt. Den Zollsverwalter setzet L. Dreyerammt. Vor seinem Hanse stehet der Zollsstock. Die Tohrwartm Ufern ihme die Zollsbüchsen alle Samstags ein; er aber den sämtlichen Zoll alle Magst - und Wcyh- nachtftonfasten naher Basel. Umgeltcr oder Weinsticher sind die beiden Schuld- heissen, Stadtschreiber, Zween von den Beysitzern, und der Waibel, welche die Fässer, woraus der Wein ausgezäpfet wird, Versigeln, und die Rechnungen über das Umgelt verfertigen. Die n-4 Historische Die Feucrschau bestehet aus Drey Gerichtsmän- nern, welche abwechseln. Der erste wird Oberst, -er andere Haubliiianii, und der dritte Leutcnant genannt; wie auch aus Drey Stubenmeistern, den Vier Einigsineistern, und aus jeder Rott ein Bürger. Alle Zwey Jahr werden Maurer oder Hafner, statt der Bürger, darzu genommen. Das Bauammt bestehet aus beiden Schuldhcis- sen, dem Stadtschreiber, Drey Beysitzern, und dem Waibel. Fleischschätzer und Faßsinner sind Zwey Stubeu- meister vom Gericht, und einer von der Gemeind. Gauthmeistcr ist der Waibel, so dem Schnld- heissen abzuwarten und an das Gericht zu bieten hat. Er besorget alle Ganthen des Licftalerammts, wohnt auf dem Rahthause, und trägt die obrigkeitliche weiß-und schwarze Farbe. Bannwarten sind Zween, so denen Parteyen vor das Recht bieten, die Gebote und Verbote anlegen , auch auf die Früchte in dem Felde Acht haben. Sie beziehen, wie auch der Waibel, von jedem Bürger zn Liestal, Selbensperg und Lausen, die sogenannte Bannwartsgarbe, und tragen die obrigkeitliche Farbe. Die Merkwürdigkeiten. ms Die Tohrwarten sind diejenigen, so neben der Bürgerwache die Tohre besorgen. Sie tragen gleichfalls die obrigkeitliche Farbe. Der bey dem nidern Stadttohr ist zugleich Weyervogt. Der Stadtbott trägt einen weiß - und schwarzen Mantel. Vor Zeiten war auch ein geistlicher Verwalter über sämtliche Kirchengüter auf der Landschaft zu Liestal. Schon vor der Reformation hatte fast eine jed- wedere Kirche ihre Pfleger, welche deren Einkünfte besorgen mußten. Nach der Reformation ist dise Art der Verwaltung beybehalten worden, bis in das Jahr i6^z. Denn da man beobachtet, daß die Kirchengüter nicht in der erforderlichen Richtigkeit erhalten worden, ward Hr. Hans Heinrich Ubelin, Sechser zu Weinleuten, erwehlt, welcher die ganze Verwaltung aller Gottshaüsern übernommen, und zu Liestal im Freyhofe gewöhnet hat.. Nachdeme aber in Zeit von Zehen Jahren die Sachen sich so eingerichtet befanden, daß einem jeden Gottshause wieder das Seinige hat können zugestellet werden, so ward dise geistliche Verwaltung im Jahre 1664. wieder aufgehoben, und werden nunmehr die Kir- chengü- i r l6 Historische chengüter, wie vorhin, von eines jeden Gottshau- ses Prediger, und Zwey Kirchmeyern, verwaltet, und darüber jährlich ^övi. Deputatenammt Rechnung erteilet. Die geistlichen Güter des Licsta- lerammts aber stehen unter der Verwaltung des jeweiligen Stadtschreibers. Indem Jahre e668. regierce die Pest zu Licstal, gleichwie in der Stadt Basel. Seit diser Zeit ist eben nichts Merkwürdiges vorgegangen, welches Visen Ort insbesondere angehet. In eidgenössischen Zuzügen wird eine gute Anzahl Mannschaft allhier einquartiret. Wenn grosse Herren hier durchraisen, geschaht es oft, daß selbige aus hochobrigkeitlichem Befehl durch den Hrn. Schuldheiß, jo ein Bürger von Baselist, und den Hrn. Stadtschreiber, begrüßt und bewirthet werden. Übrigens ist dises Städtlein ein starker Paß und sehr nahrhafter Ort, allwo die Handwerks - und Feldgeschäfte grossen Nutzen bringen. Es werden auch alljährlich Drey verschiedene öffentliche Marktötäge gehalten. Als auf den Mittwoch nach H. Drey Königen Tag. Auf Mittwoch nach Medar- Merkwürdigkeiten. 1117 Medardus Tag. Und auf Mittwoch nach St. Michels Tag. Die Stube bezicht das Standgclt und den Pfundzoll von dem verkauften Vieh und Waaren. Die Bürgerschaft zehlet seit 220. Jahren unter ihnen bey izo. neue Bürger, welchen allen das Land genug Brot und Obsfrüchten, an Wein aber mehrers als sie benöhtigct sind, reichlich zuteilet. . Von dem Gefechte. d.Je Weinsticher oder Umgeltcr sinnen, nebst noch d Mein von der Gemeinde, die Faß und Geschirr. Es findet sich aufgezeichnet, daß die Un- tcrtahnen des Baselgebiets, fo ihre Faß, Bückten, Kannen, Viertel, Sester, oder anders fechten oder sinnen lassen, solches zu Liestal tnhn sollen; doch hat gleichstem ein jedes Ammt ein ander Maaß, so von den alten verschiedenen Herrschaften herrühret. Betreffend das Ammt Liestal, so wird Wirthen und Bürgern mit der neuen Maaß gefochten; in- gleichem denen darzu gehörigen Dörfern. Pratteln lässet auch zu Liestal fechten; Jngleichem die Sol- lothurnische Dörfer, Nuglen, Dürren und Gempen. Das ni8 Historische Das Geschirr, so gefochten wird, ist der Züber, davon zahlt man Fechterlvhn - ß. is. Der Sinnkübel - - - ß. 8. Die ganze und halbe Maas - ß. 2. Die Quart - - - 5 i. dil.6. Die ganze und halbe Viertel - ß. 8. Der ganze oder halbe Scher - ß. 6. Ein Vierling - - - ß. Z. Der ganze oder halbe Becher - ß. 2 / Ein Iirilein - « - ß. I. dn. 6. Merkwürdigkeiten. KL-S MOK ME MKk7ji ? l ein feines Dorf, in den alten Jnstru- menten Langfon genannt,ligt in dem Ammte Liestal, eine kleine Stunde oberhalb dem Städtlein, in dem Sißgöw, an der Ergelz, und der Landstrasse, welche naher Sissach und von dort über das Gebürge gehet; hat ein Wirthshaus und Huffchmidte, zur Bequemlichkeit der Nässenden, eine Papeir-uud eine Mahlmühle. Dises Dorf ist mit Drey laufenden Brünnen gczieret, und hat zur Bequemlichkeit Zwo kleine hölzerne Brücken über die Ergelz. Kkkk Der ii 20 Historische Der Frucht-und Heuzehnden gehört, wie schon vorhin angemerkt worden, unter den Stadtzehn- den von Liestal. Den Weinzehnden hat die Obrigkeit dem dasigcn Prediger zu gemessen überlassen. Der erste Vorgesetzte allhier wird Meyer genannt, und ist eben dasjenige, was an andern Orten der Untervogt. Allhier ist auch ein Gestheidsmann, welcher mit dem Gcschcid von Liestal in dem Lause- mer Bezirk zu richten hat. ^ Die Kirche ligt, wie auf der Kupferblatte zu sehen, jenseits der Ergelz, eine Viertelstunde weit hinab gegen Liestal. Bey diser Kirche, wo Zwey laufende Brünnen stehen, wohnt der Sigrist, so zu Lausen im Dorf, in einem der Gemeinde zuständigen Hause,die Schule hält. Die Kirche ward vor Zeiten dem H. Nicolaus geweyhet, daran steht die Jahrzahl von 1486. Etwas weitcrs hinunter sind die verschiedenenOeff- mmgen in den so prächtigen und zierlichen römischen welcher bis naher Äugst von oben herab geleitet ist, worvon an einem andern Orte das mehrere vorkommen wird. Des Predigers Behausung steht zu Liestal, wie schon in nächst vorgegangenem Stücke bemerket worden. Folgende Merkwürdigkeiten. n 2 r Folgende haben dise geistliche Stelle bekleidet: - Drediger zu Mausen. Im Jahre 1524. Felix und Leonhard zum Stahl genannt/ Bruder; der einte war Prediger, und der andere Schulmeister. is26. Johannes Ruckenmacher. 15Z7. Wolfgang Frieß. isZ9. Jacob Rohtweiler. 1541. Philipp Mnrter. 1542. Matthias Seidenfticker. 1549. Erhard Battmann. 1551. Johannes Petry. 1552. Joh. Matthias Zimmer. 1554. Abraham Alondius. 1556. Joh. Rudolf Wildeisen. 1557. Jacob Leiderer. 1558. Georg Schärer. 1559. Valentinus Martes, genannt Hungnoth. 1562. Gabriel Hummel. 1561. Johannes Oberlin. 1582. Jacob Marfperger. 158z. Johannes Merder. 1585. Heinrich Sontgauer. 1595. Ulrich Meyer. Kkkk 2 1597 . II22 Historische Im Jahre 1597. ^-MaternusHeyder; wardvomAmmte weggetahn. 1602. ivi. Martin Ritter. i6io. N. Conradus Cellarius. isn. Johannes Bürgin. 1624. Johannes Salathe. i6zo. Franz von Speyr. i6zs. N. Friedrich Agrieola. 1640. iVl. Emanuel Schickler. 1651. IVI. Joseph Merian. 1652. Martin Jakob Stöcklin. 1660. Johannes Rapp; starb des jähen Tods, ehe er aufgezogen. 166z. Jeremias Braun; kam naher Tennicken. .1667. N. Heinrich Bruckner; kam naher Dieg- ten. 1671. Samuel Ryff. 1676. N. Nikolaus Bischof; gewesener Prediger zu Marienkirck. 1682. N. Ich. Rudolf Pareus. 1690. iVl. Joh. Jacob Freuler. 1703. ^1. Jeremias Gemusens; kam naher Benuweil. 1720. N. Daniel Meyer. i?z6. Hr. Daniel Merian; dißmalen Pfarrer zu Dienten. 1737. Hr. J.Heinrich Heußler; kam auch naher Bennweil. 174». > Merkwürdigkeiten. H2Z Im Jahre 1741. Hr. Jakob Heinrich Schönauer; diß- inalen Pfarrer zu Riehen. 174s. I. Jakob Nörbel; vorhin Prediger im Waisenhause zu Basel. Das Gelände dises Orts ist fruchtbar/ daher der Landsmann seine Nahrung reichlich erwirket. Frucht und Wein wächst allhier sehr gut; und die bequeme Viehzucht schaft auch ihren Nutzen. Seit 200. Jahren zehlen sie nicht mehr/ als etwann 20. neuangenommene Bürger. Von merkwürdigen Begebenheiten, welche sich allhier zugetragen / wissen wir keine besondere/ welche nicht mit dem Schicksale des ganzen Landes gemein wären. Nur einen einzeln Zufall ausgenomen, so im Jahre i s?9.beschehen ist: Da nemlich etlicheKühe an allzu- vielemKraut vonRuben sich überfresse»/ also daß dero Besitzer/ um sich vor grösserm Schaden zu seyn, sich entschlossen/ selbige zu töden und zu nutzen; welches denWasenmeistervonTennicken also erbittert/ daß er jedem Bauren/ so seine Kühe geschlachtet, ein Messer in die Thüre gestecket, und durch dise Beschimpfung verursachet hat, daß ihre Nachbarn solche verachtet, und allen Umgang mit ihnen ausge- wichen haben. Daraus denn ein solcher Unwillen entstanden, daß die Obrigkeit sich gemüffiget gcse- Kkkk z hen, H24 Historische hm, nicht nur die Beschimpfungen aufzuheben, sondern auch ernstliche Vorsorge zu tuhn, daß Mord und Todtschlag vermidten geblieben sind. Unten an dem Berge Grandmont, welcher auf der Carte »rber das A»nn»t Liestal bemerket ist, und welchen die von Lausen Grammelberg nennen, haben dieselben ein sehr gutes Rebgelände, worvon in dem Hornung des 1749. Jahrs ein zimlicher Teil verderbet worden; »nassen ein Stück Reben 19. Ruten in die Breite, und z?. Ruten in die Länge, »nit dein Grund und Rebstöcken teils gesunken, gröstenteils aber mit denen darauf gestandenen Obs- baümen und einem Stücke der Fahrstraße, die mit Zween grossen Hägen »angebe»» war, und die Grammel von den Thiergartenreben, so unter diser Straß ligen, unterschieden, auf dises Thiergarten Reblande herabgerutschet; da denn der Grund der hcrabge- fallenen Reben die darunter ligmde vollkommen zerschlagen. Auch sahe man einen Teil obgemeldter Strasse mit den Hägen Eilf Ruten weit von ihrer vorigen Stelle ligen. Zudeme zerspaltete sich die Erde in disern Gerütsche, und noch Neun Ruten breit darneben, daß also der erbärmlichste Anblick erwecket wurde. Niemand wußte das Seinige mehr zu unterscheiden, und fände sich also Sechs Iuchar- tcn Rebgelände verderbet, welches, aller Mühe ohn- gcacht, dennoch schwärlich wieder kan hergestellet werden. Diser Merkwürdigkeiten. 1127 Diser Zufall ward mit vieler Wahrscheinlichkeit demjenigen Brunnwasser, welches von dem Grand- mont herabquellet zugeschrieben; Massen die Aeden, oder unter dem Boden gemachte Ableitungen, sich durch die Länge der Zeit verstopfet, dem Wasser seinen Lauf gehindert, welches svdenn dises Land unterftessen, und da in obgemeldtem Frühjahre eine sehr nasse Witterung darzu gekommen, dises Gerütsch verursachet hat. l Die Waldungen bey disem Dorfe sind schon, in vorhergegangener Abhandlung beschrieben, worin- nen auch angemerket worden, daß der Zehnden von Lausen unter den Zchnden von Lieftal gehöre. In disem Bann verdienen auch Drey starke Brunnwässerlein angezeigt zu werden, welche alle, wie auf der Carte zu sehen, in die Ergelz fallen. Als dasjenige, so oben auf der Roßhalden entspringet, und in diser Halden, neben dem Landschachen vorbey, in des Papeirers Teuche fällt. Dasjenige, so in Furlenboden herausquillt. Und endlich die Brunnquellen aus dem Knoeffentahle.. Dises Tahl ligt jenseits der Ergelz, neben einem kleinern, so Edeltahl genannt wird, und beide in ! eine Mündung sich öffnen. Jedes hat seine besvn- ! dere Wasserquelle; Als der Brunnen in Edleten, und der Kuoeffen. Von Kttk 4 1126 -Historische ^ Von der Würkung des Edelbrunnens'weiß man nichts besonders. Das Wasser des Kuoeffenbrun- nens hingegen wird für ein sehr gutes Badwasser > seit ohndcnklichen Jahren gehalten; wie denn auch s der Landsmann von Zeit zu Zeit allda einige Hüt- i ten aufzuschlagen und darinnen zu baden pfleget. I Bey denen natürlichen Merkwürdigkeiten wird das mehrere von disem Wasser, worinnen wir aber nichts besonders gefunden, vorkommen. Wir finden, daß vor Zeiten Edle gewesen, die den Namen Cuoftal getragen haben. Und vielleicht kommt es auch daher, daß ein Teil desselben nunmehr Edeltahl genennt wird. Der Auszug fol- genden Instruments erweiset unsern Vortrag: ! „ fluclice 8 Lalilieuse 8 univerüs Le. eum Ü 8 in- ! „ ter venerabile 8 L reli§iosa 8 ^bbatissam Lou- „ vcntum ^louatlerii 6 e Ollsperclr ex uua par- „ te Lc. A klolricum 6 e Loeauüeiu l^Iilitem L „ ^ernei um äe Iseutal ex altem purte „ super polleslioue 8 iu sltinAeu ^uo 8 1 ). ^li- „ 1 e 8 iu Luoltal Aloualterio coutulit Lc. anno „ i2ss. seria seeuuäa polt seltum beati ^oau- Nicht weit von dem Eingänge in das Kuoffen- tahl, auf dem Felde, hat man um das Jahr 1724. Merkwürdigkeiten. 1127 ein römisches Gcmaür entdecket, worvon dazumal eine Abzeichnung gemacht worden, die uns ein sehr , geschickter Kenner der Altertümmer zugestellet hat. ! Unsere Neubegihrde noch mehrers zu erfahren, hat uns nun veranlasset, den Ort zu suchen, und solchen wiederum zu verschiedenen malen abdecken zu lassen; da wir denn in Stande gestellt worden, beygehende Abschilderung darvon zu verfertigen. Die Zierraht des Bodens ist von der Zeichnung, so in: Jahre 1724. gemacht worden. Das übrige stunde annoch also, wie es angemerket ist., Die eigentliche Grösse können wir nicht bemerken. Der hohle Boden; die um das ganze Ge- vier herumgehende kleine erdene Canäle, Rohr und Oeffnungen, zeigen vermutlich, daß es ein oder mehrere Gemächer gewesen, so die Römer I.LLO- nica, oder Schweißbäder, genannt. Wiewol durch dise Caminrohr die Wärme auch anderwertshin hat geleitet werden können. Das kaviinentum tellelliUmn , oder Musaische Boden, wäre von einer Art kleiner Steine, wie Würfel, worvon wir noch verschiedene, von l gelber, rohter, blauer und wcisser Farbe gefun- I den. Die Dicke -er Maur ist 8. Zoll. Innen an der- Kkkk s selben 1128 Historische selben kleben die hohlen viereckigen Rohre oder Ca- min, welche durch zur Seite angebrachte Oeffnungen die Wärme der ganzen Wand mitteilen. Ein solches Rohr, so von rohter Erde gebrannt, ist i z. Französ. Zoll lang, zz. Zoll an den einten Zwo Seiten breit, an den andern aber si. Zoll. Die Oeffnungen, so zur Seite aneinander gestos- sen werden, haben 4. Zoll in die Höhe, und i. in die Breite, woraus der Durchschnitt der ganzen Höhlung leicht abzunemen ist. Die Pfeiler, worauf der Wrsaische hohle Boden stehet, sind kleine gebrannte Blättlein, so 8 . Zoll ins Gevierre haben. Der Boden unter Visen Säulen, so ohne Zweifel, zum Einbrennen gcdienet, Massen er auch ganz schwarz und verbrannt, ist ebenfalls von Zie- gelblättlein, darunter aber ein Guß von römischem rohtweissem Pflaster, und unter disem, so etliche Zolle tief, gearbeitetes und geschlagenes Lett; wie denn auch um das ganze Gebaü herum eine Art Abfallblatten, so das Wasser ableiten, auf gleichem Pflaster und Lettgrunde ligen, also daß gar keine Feuchtigkeit zu disem Gebaüde dringen konnte. Die Merkwürdigkeiten. 1 1 29 Die hierbey gezeichnete Zahl 1. bemerket die Canäle oder Rohre, wie solche aneinander stehen. 2. Eines diser Camin besonders. z. Ein Pfeiler oder Saüle, worauf das kavi- inentunr gestanden. 4. Eine Art Ziegel, woraus die Maur zum Teile bestanden. nzo Historische Wirkn ZHJnd einige Baurenhöfe, auf der Knpferblatte ^ mit der Zahl 2. bezeichnet. Jeder hat sein laufendes Brünnlein. Discr Ort gehöret in das Ammt Lieftal; dessen Einwohner gehen nach Lausen zur Kirche. Vor etwann zoo. Jahren waren nur Zwo oder Drey Baurenhütten, allhier, und Fürstenhöf genannt; ganz wahrscheinlich darum, weil der Fürst dise Gegend, gegen Erstattung eines Bodenzinses, anzubauen bewilliget hatte. Dise Zinse bestehen annoch, haben die Hand oft verändert, und werden nunmalen von einer Privatperson belogen. Doch Merkwürdigkeiten. nzr Doch wird in einem Instrumente vom Jahre 124s. eines Otto von Fnrlon gedacht, welcher dem Graf Hermann von Froburg nicht günstig war, daher auch Heinrich von Kienberg und seine Söhne, welche, mit anderer Edelleute Beytzilfe, den Grafen feindlich angegriffen hatten, in dem Söh- mmgsbriefe versprechen mußten, das Lehen, so stevon Otto von Fnrlon empfangen, wieder aufzugeben. Der Zehnden gehört in den grossen Lieftaler Stadtzehnden. Die Einwohner allhier stnd Bürger zu Lausen und gehören zu difer Gemeinde. ZU nzr Historische Von iIses Dorf stehet auf einem hohen Berge, eine kleine Stunde oberhalb Liestal zur Seite. Weaen seiner hohen Lage hat es im Dorfe keine laufende sondern gegrabene Sodbrün- nen. Merkwürdigkeiten. nzz nen. Die Anhöhe von Liestal hinauf wird auf Burg genannt; und desselben Vorgesetzter ist ein Meyer. In disem Dorfe ist auch ein Gescheids- mann, welcher mit dem Gescheid zu Liestal in dem Bezirke dises Dorfs zu richten hat. Es ligt in dem Ammt Liestal/ und gehöret unter dessen Gerichtsstabe. Difes Dorf und Laufen sind diejenigen / derer als der ältesten Dörfer / so unter Liestal gehörten, gedacht wird. Die Stadt Basel glaubte auch, durch Erkauffung des Liesta- lerammts alle Oberherrlichkeitsrechte in disem Dorfe erlangt zu haben; Dessen ohrrgeacht machte das Gottshaus Beinwell an die hohe und rudere Gerichte allhier einige Ansprache / welche beyde Parteyen freundnachbarlich zu erörtern suchten. Es ward daher eine Zusamenkunft vermittelt, darauf der Hr. Abbt Nicolaus und das Convent des Gottshauses St. Vineenzen zu Beinweiler, Basier Bistumms, seine Beschwärden angebracht. Löbl. Stand Sollothurn, welcher fernere Weit- läustigkeiten zu vermitteln suchte, ließ durch seine Abgesandten vorschlagen, den Streit durch Schied- richter zu entscheiden; welcher Vorschlag angenonr- men, und von Seiten der Stadt Basel darzu er- wehlt worden: Hr. Leonhard Grieb, Oberster Zunftmeister, und Heinrich von Sennheim, des Rahts- HZ4 Historische Rahts. Der Herr AM erwehlte sich auf seiner Seite, Hrn. Daniel Bubenberg, Alt-Schuldheiß von Sollothurn, und Benedict Hügin, den ältern, und Seckelmeister. Welche, auf erhaltene Vollmacht von beidseiti- gen Löbl. Ständen, die Parteyen in ihren Gründ- und Gegengründell vernommen haben. Vor disen Schiedrichtern erschienen also von L. Stand Basel: Hr. Peter von Offenburg, alter Bürgermeister; Hr. Johannes Truttman, Oberster Zunftmeister; Hr. Stadtschreiber Johannes Gerster, und die Schuldheissen von Liestal. Von Seite des Klosters waren zugegen : Der Hr. Abbt Niclaus, und einige Brüder. Namens der Grafen von Thierstein der Herren Gebrüder Heinrichs und Oßwalds, als Castenvögte des Clofters; Hr. Johannes von Falkenstein, Vogt zu Hohenküntgssperg. Die Schiedrichter wollen, so fern es möglich, den Rechtsspruch ausweichen, und suchten daher die Parteyen in Freundlichkeit, mit beidscitigem Wohlgefallen, zu vergleichen, welches auch besche- hen. Und ward also in disem Vertrage der Stadt Basel Das Merkwürdigkeiten. nZs das Dorf Selbisberg mit Zwing und Bann, Wunn und Waiden, Höltzern, Feldern, hohen und nidern Herrlichkeiten, Rechten und Gerechtig- ^ keiten, vollkommen überlassen. Die Zinse lind Rechte auf die Orismühle dem Gottshause vorbehalten. Wie auch die Landgarben zu Selbisberg. Der Waidgang derer von Nuglen freundnachbarlich bestimmt. Auf Fürbitte Löbl. Stands Sollothurn, aus guter, freundlicher und bittlicher Ankehr willen, dem Gottshause gestattet, in dem Orisbache, von der Mühle bis zum Lupstnger Steg, zu fischen. Die Marchscheidung bey Rösern, auf Mumien, bis in Oris, vorgenommen. Denen Liestalern, daß sie den AM und einige ! Conventnalen, als sie m Oris gefischet, angehalten, verziehen, und zu Bezahlung der Kösten von 8. ff. ! verfällt. ! ^ Welchen Vertrag, so auf Dienstag an St. Leon- hards Tag des H. Beichtigers, des 1509. Jahrs, beschlossen worden, die Stadt Basel, die Stadt > Sollothurn, die Grafen von Thierftcin, und der ^ Llll AM nzs -Historische AM und Convent zu Beinwell, besigelt und bestätiget haben. Es wird erlaubt seyn, allhier anzumerken, daß der Herr Abbt von Beinwell, in Ansehung der Rechten zu Selbisberg, zu viel gefordert; die Stadt Basel auch nicht nichtig gehabt hätte sich hierüber einzulassen; und das aus folgendemGrunde: Weil Graf Sigmund von Thierstein, als er sich von Bischof Johannes, im Jahre i z82. mit der Landgrafschaft Sißgäu belehnen lassen, ausdrücklich, durch ein besonderes Instrument, so auf Samstag nach Mariä Himmelfahrt discs Jahrs gegeben , versprechen müssen, des Rechtens zu Sel- bisbcrg, und anderer Orten des Liestalerammts, sich zu begeben, und in allen disen Gegenden und Dörfern, den Bischof und seine Ammtleute, in deren Rechte die Stadt Basel eingetreten ist, richten zu lassen. Unser Baselischer Geschichtschreiber meldet, daß zu seinen Zeiten bey Selbisberg gemanrte Gräber von gehauenen Steinen gefunden worden, und in dem einen derselben, neben grossen Menschen- gebeinen, das Geschmeide eines versilberten Gürtels. Zu unsern Zeiten hat man ebenfalls einige dergleichen an dem Rebberge gegen Morgen entdecket , darinnen verschiedene Dolchen gelegen. Vor Merkwürdigkeiten. nz 7 Vor etwann 200. Jahren hat Löbl. Stand Sol- lothurn einige Leibeigene in disem Dorfe sitzen gehabt, welche gegen andern, so der Stand Basel im Sollothurnischen hatte, ausgetauschet worden. Das Dorf hat eine Zwingtrotte, so einen» Landsmann zugehört. Drey Vierteil des Frucht - und Weinzehndens beziehet das Gottshaus Beinweil, den übrigenQuart der edle Herr von Löwenburg. Es findet sich, daß in den ältesten Zeiten ein Heinrich von Eptingen diese Zehnden von den Gebrüdern Thoman und Hans von Falkenstcin, Landgrafen im Sißgöw, zu Lehen getragen hat. Dises Dorf, in welchem seit etlich Hundert Jahren nicht Acht neue Bürger angenommen worden, hat einen guten Weinwachs, Ackerbau und Viehzucht. Die ältesten Geschlechter darinnen find die Salatin und die Schäfer. Nun vermeinte das Kloster Beinwell, weil einige der Salatinischen Güter demselben zinsbar waren, daß die Besitzer diser Güter ehrschätzig seyen, brachte dise Forderung im Jahre 164z. auf die Bahn, also daß die Stadt Basel ihre Rahtsgesand- Llll r ten, HZ8 Historische ten, Hrn. Nielaus Bischof, und Hrn. Bernhard Brand, naher Liestal sandte, welche mit dem Hrn. Abbt Fintanus, und dem Prior Pater Sebastiauus, dise Sache behandelten. Als nun erwiesen wurde, daß über Menschengedenken nichts dergleichen bezahlt worden, dennoch das Wort fällig und ehr- schätzig in einem Klosterberain war; so verglich man sich, daß dise Worte sotten abgetahn, in künftigen Berainigungen nicht mehr eingeschrieben, und dargegen der Bodenzins um etwas weniges erhöhet werden. MW UM Oris. Merkwürdigkeiten. nz 9 M« MM MW Je Lage des Oristahlkan auf der Landkarte nachgesehen werden. Der Bach, so durch dasselbe laüft, wird der Orisbach genennh und scheidet an einigen Orten die Gränzen mit Löbl. Stande Sollothurn. In Mitte dises Tahls ligt die Orismühle, mit darzu gehörigen Gebäuden und Gütern. Sie sind das Eigentnnnn Hrn. I. Rud. Zwingers/ iZleä. OoÄ. und ?role!l. wie auch Hrn. Daniel Mitzen sel. des Gerichts/ Frau Wittib. Wegen dem Recht des Fischens in disem Bach hat es schon in dem Jahre 1436. mit dem Abbte Llll z von ii4» Historische von Beinweil Streitigkeiten abgesetzt. Der Ossi- eialdes bischöfl. Hofs zu Basel, hat deßwegen die nichtigen Kundschaften aufgenommen, welche alle zu Gunsten derer von Liestal, ausgefallen sind.^ Ihr Inhalt ist folgender: „ Kundschaften, welche der Official des bischoffl. „ Hofs zu Basel aufgenommen hat 1436. ,, In fachen Hentzmaun Ranung, Scbnltheis „ zu Liestahl, nammens der Räthen und qemcind » alda, und dem Abt zu Beinwiler und den von „ Nugal, wegen der Vischentz des Wassers in der „ Orus. „ Bertschi Crammer von Lausen, sagt, Hans ,, von Magten seye ennet dein wasser erschlagen, „ war er über das wasser kommen wider Selbis- „ berg , so hetten die von Liestal darüber gericbt, » als in Irem Bann; sonst richten (uemlich Jen- „ sits) die Grafen von Thierstein. » Elevin Thomen von Selbisberg, Bürger ze „ Liestal, hat geschworen in diere fach, ist by » so. Iar alt rc. er sye by zs. Iaren gesessen „ gewesen zu Selbisberg und ze Liestal, und wisse -- wol, daß die von Liehstal all sin tag des Wassers, ,, genant die Orus, in gewalt und gewcr syent ,, gesin, Merkwürdigkeiten. n 4 r > gesin, und das verbannen haben , daß nieman e „ darin dorst gefischen ohne urloub eitles Schult- » „ heissen und eitles Rats ze Liestal, und darüber -- sv er Züg Bannwart gsm, und geben ihm sine „ Heren von Basel ß. dn. ze behütend, und „ hab ouch nie gehört noh gestehen, daß Jemand „ den von Liehftal das Holtz angesprochen habe, ' „ die Halden wider Selbisberg mit einander biß „ an Steinen Weg; ouch müsse er wol, daß vor , „ ziten, Claus Lentzschli sel. von Nuglen dick in . „ demselben Holtz begriffen war, und darumb ge- „ besseret von den von Liestal: Item so hat er „ ouch wol gehört saget:, besonders von Cunt Ber * ^ „ von Selbisberg und Peter Agnestn von Selbis- „ berg, der wer dis Zügen Mutter Bruder, und ^ , „ weren bede by 80 . Jahren alt re. re. .! „Daß der von Liestal bann gange von dem Sper- ^ „ bvum und das Hagenbüchlein hinder dem Thal- , „ acker und von dem Hagenbüchlin in Walterstal- ^ „ brunnen, und das alles als vorstat, habent die „ von Liestal, als lang er gedenk, in gewalt und . , „ gewer gehebt und genutzt re. ! ^ „ Hans Durst von Liestal, by 66. Jahre,: alt, § „ wisse ultd all sin tag nie anders gehört sagen, „ den das die Orus bis in den Buchbrunnen un- E ,, den am Lupsinger steg, den vor: Liestal sie gesin , ! Llll4 ,, nnd 1142 Historische „ und habent ouch die den in gewer gchebt on „ Jntrag menglichs, und wisse ouch wol, daß „ der von Liestal Bahn , der von Buren, von „ Nuglcn und von Lupsingen Bann, alle 4. gan- „ gent in den vorgenanten Brunnen under dem „ Steg, und gange da, der von Liestal Ban, „ von demselben Brunnen den steinen weg uf, und „ were er dazemal ze Lupstngen by sinen Elteren, „ und varchte nieman in demselben holtz, den die „ von Liestal, und heisse dasselbe holtz das Bann- „ holtz, und Habens die von Liestahl das allwe- „ gen, als er gedenke, in nützlicher gewer gehabt; „ ouh hab er sernlichs von allen sinen vorderen „ und den ältesten dicke und viel gehört, auh hat „ er gehört von sinen großelteren, daß ein Bischof „ von Basel erloube einem Abt von Beinwiler „ einsmals ze Bischend in der Orns, und was das „ an einer kilchwihe, zu St. Panthaleon, daß er „ dem pricstcr ein Mal gebe, und habe noh hüt „ by tage, dasselbe wasser da er Vischete, dennam- „ men des Apts weide. v Dise Kundschaft ist aus der schon in vorigen Stücken angezogenen Oesterreichischen Richtung gezogen. Das mehrere von der Orismühle und Bach ist in den, bey Selbisberg angeführten mit den, Kloster Merkwürdigkeiten. H4Z ster Beinwell getroffenen Verglich enthalten, woraus zu ersehen, daß dise Gegend unter die Herrlichkeit von Liestal gehöret. Der Zehnden fällt in den Selbisberger Zehnden. In dem Jahre 165 z. war dise Mühle noch in Handen eines Untertahnen. Weil nun die Urheber der Baurenaulruhr abgelegene Oerter suchten, worinnen sie ihre Zusamenknnften halten, und ihre Rahtschläge abfassen konnten, so haben sie auch hierzu Visen Ort erwehlet; allwo sie hinter dem Tische solche mörderische Waffen geschmidet, mit welchen sie sich und die Ihrigen verwundet und geödet haben. Es ward daher in ein Fenster ein Gemählde eingesetzt, worinnen dise Zusamenkunft abgeschildert, so noch ««heute dorten zu sehen ist. Im Jahre 1694. sind mit obrigkeitlicher Bewilligung, von Hrn. Joh. Jacob Frey, Pfarrern zu St. Levnhard, die in Oris gewetzte Brunn- quellen gefaßt, und daraus die dorten nunmehr sich befindende laufende Brunnen geleitet worden. In disem Oristahle ligt auch eine Uulvermühle, Welche auf der Kupferblatte von Liestal mit der Llll 5 ersten "44 Historische Merkwürdigkeiten. ersten Zahl bezeichnet. Sie ist erst im Jahre 17 z 8 . mit gewissen Bedingnissen, auf 20. Jahr lang/ bewilliget und erbauet worden / und wird allda ausnemend vortrefliches Büchsenpulver verfertiget. MM Natür- Natürliche Merkwürdigkeiten Von Uraütem der Gegenden Lausen, Oriö, und Selbisberg. Was angenehme läßt sichs gehen, Wo buntbeblümte Wiesen stehen, Wo Zephyr durch das Blumenbeet Gelind und lieblich - riechend weht! Trill. . denen Gegenden und Gefilden um Lie- ÄÄ? stal, so oben bcnammset find, haben wir voll eben nicht allzugemeinen und aller Orten wachsenden Krautern und Blumen ferner gefunden: -.Weis- 1146 Natürliche 1. Weisser Widertohn mit und ohne Aestlein oder Nebenzweiglein; parvo bore, rainokum. L. L. k. 29. davon pgg. 69. schon Meldung geschehen: und kb^lanA. parvo üo- re, HON ,'3moiüm. Ljusä. 1. c. blüet im Heil- mon. auf den bergichten Wiesen und Weiden. Es sind Zwey schöne Bergkraüter. In Schweden sindet man nach 1 .innXiklor. 8ueclc. Nlir die erste Art. Und auf unsern Gebürgen siehet man selten bode Arten zugleich; deren die ohne Aestlein auch etwas seltener ist. 2. Steinwicke 44z. und 820. wird auch bey Oris gesehen; ist übrigens bey uns nicht haüs- fig zu finden. z. Blaue Maßlieben 61. zwischen Oris und Lupsingen, auch Selbisberg. Obschoil dies Kraut hin und wider auch in der Ebene angetroffen wird, so ist es doch fürnemlich ein Bergkraut, weil es öfter und mehr auf denen Hügeln und Bergweideu stehet. 4. Grosser Steinsamen/ Meerhirs. I.ickolper- 1NUM 1 N 3 >U 8 , ereÄum. OL. ?. 218. 1 . IZ7- Milium solig. OttlL. Blüet im ^unio am Walde bey Oris. Man gebrauchet den Samen in der Heilkunst, als ein harntreibendes Mitte! wider Grieß und Schleim der Nieren. s. Auf Merkwürdigkeiten. r r 47 s. Auf denen Wiesen bey Oris haben wir, im Mayen, neben andern vorhin schon angeführten Omminibus, auch gefunden: OritM. cv- peroiäes, spiLÜ penäulü breviore. L. L. ?. 6 . 6. Auf denen Bergweiden wächset hin und Wider zimlich viel ästige grosse Eberwurz, Eru-Imu cau1elLen8, m^lio tiore slbicanie. L. L. x. Z8o. blüet sonderlich i,n Augstmon. Die Wurzel hällt man für erbittend, schweißtreibend, dem Gift widerstehend. Die Käslein der Blumentöpfe seyn sehr niedlich zur Speise ; Es gibt aber dabey nicht so wol aus, wie bey denen Artischocken; auch lassen sie steh wegen der ftachelichten und klcbichten Schuppen nicht so leichte und geschwinde zurüsten, wie dieselben. 7. Das Bergwolfsmilchkraut xnZ. 72. wird auch bey Liestal angetroffen. 8. Das gelbe Ackerbesemkraut. Ibigchi Mellon cüÄum, csmpeüre, M^U8 L minus. L. L. k. 107. ^Vlvsson incäuuiu, luteum, lerpilli tolio. m^us L minus. 1. 217. Blüet im Mayen und Brachm. auf denen Feldern um Liestal, Lausen, und der Orten. 9. Wiesenangelika pag.ys. auf denen Wiesen hin und H 48 Natürliche und wider. Es halten einige die Wurzel und den Samen für harntreibend. iO. Hauhechel mit und ohne Dornen. ^now8 lpinot'3, tiore pu,'p>u,'eo. L. ö. k. Z89. 1 *. 408. Und ^nonib lpini8 c3ren8, purpurea. Lorunü. loc. cit. Blüct auf denen Feldern im Heninon. Die Wirrzel ist unter der Zahle der fünf eröfnenden Wurzeln; sie wird in Verstopfungen gebrauchet, kömmt alfo auch in den 8vrux>. v. 136. 3 per. n. Gemeine Narrenkappe p 3 §. 699. hin und wider an denen Wäldern. 12. Brunelle. krunella tolio l3Lil,l3to. L. L. ?. 261. 1. ,8z. Wird, neben der haüffigen gemeinen M 3 j. toi. „Oll ciillech Lor. loc. Lid. an kraüterreichen Orten hin und wider im Heumon. blücnd gesehen. Ob diese mit der oKcingli gleiche Wirkung, leichte zn- sammcnznziehen, und zu heilen habe, können die Lxperimenta zeigen? iz. Das gemeine Tausendgüldenkraut. p3§. Z82. und 704. stehet auch in diesen Gegenden auf denen Anhöhen. 14 . Gemein Gamänderlein. Ll,3,nXclri8 minor re- pe„8. Merkwürdigkeiten. 11 49 pens. L. L. ?. 248.1- 204. LkamXäri8 ot- 6c. Blüet im Sommer auf denen Hügeln, unten an denen Waldungen. Es ist ein bitter Kraütlein, gut für den Magen, wider kalte Fieber, kalte Gliederschmerzen und dergleichen. 15. Farnkraut Weiblein mit Zweigen, kilix ra- mola, major, pimmlis obtuüs, non äenta- ür. L. ö. k. z>7- 1 . '»zs. Im Mayen in den Wäldern, neben einigen der übrigen Arten. Viele andere Kraüter aus vorhergehenden Stücken wollen wir jetzo nicht widerholen. Von den Grunnen im Muoffcntahle. i^8)Ir haben zu einer Zeit, da die Luft i ß.Gra- he über temperirt war, das Ibermometrum Oucretianum in ein Brlinnwaffer, so in dem Kuof- fentahle quillet, gesetzet, und beobachtet, daß selbiges bis 2. Grade unter lemperirt gefallen, folglich einen Unterschied von 20. Graden der Luft und des Wassers angezeiget. In dem Edelbrnnnen neben dem Kuoffentahle halte Hso Natürliche hatte das Ikermometrmn 4. Gr. über lempcrirt; und in der Lust 18. zeigte also nur 14. Gr. Unterschied; folglich ist dieses Wasser 6 . Gr. wärmer/ als ersteres, welches wir Haber; «brauchen lassen; aber aus z. ü 4. Mästn nicht so viel eines reliäui erhalten können, das der Mühe gelohnet, zu pro- biren. Merkwürdigkeiten. Vom alpeter. auf mrstrer Landschaft Basel eine zahlreiche Viehzuchtsich befindet/ hiemit ohnzehli- che Ställe vorhanden sind, worinnen bey Hundert und mehr Jahren Vieh gestanden, an denen Ställen aber wenig verändert, noch der Boden ausgenommen worden; so haben sich zu verschiedenen Zeiten Fremde und Einheimische hervor- getahn, welche sich vorgenommen, das Gemenge des salzartigen Grunds oder Erden, in denen Ställen auszugraben, daraus Salpeter zu sieden, und daher, darzu die hochobrigkeitliche Erlaubniß, mit gewissen Bedingnissen, erhalten. Wenn man nun erweget, daß die Erde, worein vieler Urin fället, und da Stroh und allerhand Blätter und Kraüter, welche dem Vieh unterge- Mmmm streuet nsr Natürliche streuet werden, zur Faülung kömmt, die allerve- quemste ift, daraus den Salpeter zu ziehen, und eine reiche Ausbeute abwirft; so sollte man glauben , daß bey dem Salpetersieden in dem Bafelgebiete, die Mühe nicht nnbelohnt, sondern ein guter Nutzen zu hoffen seyn würde. Wenn man aber betrachtet, daß derjenige, welcher die Erlaubniß erlanget, die mit Salpeter angefüllte Erde in den Ställen auszugraben, sich wegen des verursachten Schadens mit dem Banren abzufinden, den durchwühlten Stall wieder herzustellen, und das Holz zum Absieden zu erkauften hat; so ist leicht abzunemen, daß, es mag auch die Ausbeute so gut seyn, als sie will, darbey nicht vieles zu erobern sey. Daher auch das Salpetersieden, ohngeacht der guten Ausbeute, sowol in dem Liestaler als andern Beammtungen, niemalen von langer Dauer gewesen ist. Merkwürdigkeiten. n 5 z !- I- - >V ^N MEZ! S Von den Versteinerungen. Genug, es ist ein GOtt; es ruft es die Natur, Der ganze Bau der Welt, zeigt seiner Händen Spur. Halter. ^Ie Liebe zn dem Vaterlande, dise eingeprägte Leidenschaft, ist die wahre Ursach, warum schon viele Menschen, teils zu Beschü- tzung und Aufnam desselben, teils auf andere Weise sich besonders bemühet und hervorgetahn haben; zwar dienen nicht alle demselben auf gleiche Weise, die Anlässe sind auch sehr verschieden. Und wenn einer im Kriege seine Hand zum Siegen ausstrecket, so bearbeitet sich ein anderer im Frieden die Ruhe zu befestigen, die bürgerliche Liebe aufzumuntern, die Nahrung zu vermehren, und auch die Geschickte Mmmm 2 seines ns4 Natürliche seines Vaterlandes seinen Mitbürgern und denen Fremden bekannt zu machen. Unser allgemeines Vaterland, die Schweitz, ist in vielen Umständen besonders merkwürdig. Die Lage und Eigenschaft des Lands verdienet alle Auf- merksaiiikeit, und dessen Einwohner haben sich vor vielen Völkern der Güte und sichern Obhut des obersten Beherrschers aller Länder zu rühmen. Dise sämtliche Vorteile sind es nun, durch welche verschiedene Einwohner aufgemuntert worden, nicht nur die Geschichte des Vaterlandes aufzuzeichnen , und der Nachwelt zum Beyspiele zu hinterlassen ; sondern es haben sich auch einige bemühet, die Merkwürdigkeiten der Natur auszusuchen, und zur Ehre dessen, der solche würket, denen Menschen vorzustellen. I. Jakob Scheuchzer von Zürich ist besonders derjenige, welchen unser Schweitzerland, als einen grossen und auch von Fremden hochgepriesenen Mann und Naturkündiger, dargeben kan. Nachdem er sich ein Verzeichniß aller derjenigen Männer, welche von natürlichen Wissenschaften, an allen Orten der Erden, einige Schriften herausgegeben, gesammelt; so hat er auch zu Anfange dises Jahrhunderts, seine eigene Arbeit in dem Druck Merkwürdigkeiten. ns; Druck erscheinen lasse»/ darunter sich auch das Verzeichnis allerGelehrten befindet,welche die natürlichen Merkwürdigkeiten aller Lander beschrieben haben. Es befinden sich also unter denselben auch alle Schweißer, welche in diser Wissenschaftsich her- vorgetahn haben; und kan man darinnen die Namen deren, so von den Luftgeschichten, Thieren, Kraütern, Brünnen, oder anderm, geschrieben haben, ersehen. Unsere dißmalige Bemühung gehet allein auf die Versteinerungen, welche vielleicht in natürlichen Sachen, in Entgegenhaltung anderer, nicht mehr ausmachet, als der Tropfen Wasser, so am Eimer hängen bleibet. Von disen nun haben geschriben eben diser Herr Scheuchzer, weiland Doctor der Arzneykunst, Professor der Naturlehre und Mathematik, und Ca- nonicus zu Zürich, Mitglied der Kaiserl. Königlich- Englischen und Preussischen Gesellschaften der Gelehrten. Seine Werke sind im Jahre 1746. mit vielen gelehrten Beysatzen, von dem in der gelehrten Welt sehr bekannten Hrn. Joh. Georg Sul- zern, aufs neue herausgegeben worden. Hr. Conradus von Sonnenberg, von Lucern, über Stein mit Bildnissen, im Jahre 1661. Mmmm z Hr. ii 56 Natürliche Hr. Conrad Geßner von Zürich, ein wahrer Plinius seines Vaterlands. Sein Werk ist im Jahre 1566. herauskommen. Hr. Joh. Jakob Wagner, der Arzneykunst Dock. von Zürich, in seiner Beschreibung der Naturgeschichte des Schweitzerlands, vorn Jahre 1680. Hr. Johannes Muralt, ehmaligcr Stadtarzt und Canonicus zu Zürich. Hr. Johannes Stumpf von Zürich, hat in seinen Geschichten auch verschiedenes von Versteinerungen. Hr. Johannes Geßner von Zürich, Neä. v. ?b^s. L Natb. ?rok. orä. ^c^ä. Impcrial. ^ aturse Lurio5or. L 8 occ. KeZiar. öei ol. itemc;ue 8 ueciL Ilpürl. ut 65 kbvüco LotänicX klorentinX iVlemb. 1752. in einer über die Versteinerungen gehaltenen visserr. Besonders aber Hr. Carl Nikolaus Lang, Alecl. OoÄ. ?bv5. Lrit. 8 enenüs ; einen ganz besondern Traetat von den Versteinerungen des Schweitzerlands. Merkwürdigkeiten. ns 7 Hr. Ludwig LourZuet von Welschneuenburg, in seinem Irsite äes ketribcations, 1742. welcher zugleich, wie Hr.Scheuchzer, nicht nur die Namen aller Gelehrten, so hiervon geschrieben, sondern auch die Ort, wo Versteinerungen in allen Vier Teilen -er Erde gefunden werden, mit vieler Bemühung verzeichnet hat. Disen allen nun folget der schwache Versuch -er Versteinerungen, so in unserer Landschaft Basel gefunden werden. Beschreibung der Meinblatten. ki§. a. ^mmonites, vel Lornu ^mmoni 8 petrlk- catuln non fxirmum, toliaceuin plurlum circumvolutionmn, Z^ris aä centrum äe- prellis. Es ist schon verschiedenes von diser Art Versteinerungen in unsern Merkwürdigkeiten vorkommen. Man gibt ihme disen Namen, weil der Jupiter Hammon, so in Libien verehret worden, auch unter der Gestalt eines Widders vorgestellet wird, und viele dieser Steine allda gefunden werden. Den in vorigen Stücken hiervon angebrachten Umständen ist noch beyzufügen, daß, als Bachus einsmals durch Mmmm 4 dise ns5 Natürliche dise trockene Gegend reißte, und an dem Wein ausgekommen, er sehr nach Wasser geseufzet habe. Als er nun, durch Anleitung eines Widders, eine Quelle entdecket, hat er dem Jupiter, zur Dankbarkeit, Visen so berühmten Tempel erbauet. Das Bild des Götzens Jupiter Hammons ward mit gekrausten Haaren und Bart, und biß- weilen, anstatt der Ohren, mit Widderhörnern vorgestellet, so wie ein Nabel gestaltet, von Smaragd und andern Edelgefteinen zierlich ausgearbeitet. Die bey disem Tempel gefundene Versteinerungen waren, wie in den vorhergehenden Abhandlungen gemeldet ist, glänzend wie Gold; daher sind sie auch, auf Angebe» der Priester, als geheiligte Edelgesteine angesehen worden. Und man glaubte sich göttliche Traume zu erwecken, wenn man von demselben etliche auf seine Lagerstätte zu sich name. Es habm sich viele Gelehrte in dise Versteinerungen nicht zu schicken gewußt, weil ihnen keine dergleichen Schnecken aus der See bekannt waren. Die Entdeckung derselben hat man Merkwürdigkeiten. 1 1 s9 man dem Hrn. Janns Planeo von Rimini zu verdanken, welcher solche vor ohngefehr i s. Jahren in dem Italiänischen Meere gesehen hat. In dem Sande fand er ohnzehlich viele Ammonsschnecken, aber so klein daß Hundert derselben kaum das Gewicht eines Gerstenkorns ausmachten. Allein so klein sie sind, gleichen sie dennoch an der aüserlichen und innerlichen Gestalt den grossen, wie viele Gelehrte behaubten. Dißorts in einen Streit sich einzulassen, ist ohn- nöhtig. Die kleinen Ammonsschnecken sind nun entdecket, vermutlich werden die grossem auch nachkommen. Und wer weiß, wenn einmalen dise an das Taglicht kommen, und solche bey der Mündung ans Ohr gehalten werden, ob nicht dardurch das lärmende Geschrey des Bachus und seiner Gesellschaft, da sie so sehr gedürstet, nicht einigermassen wird vorgestellt werden. Die Versteinerung 3. ist etwas kleiner vorgestellt, als sie wirklich ist. Ein blaulichter Stein, so in der Ergelz bey Lieftal gefunden worden. Er hat Sechs Wendungen; die Zwo inner- Mnimm 5 sten n6o Natürliche sten sitzen erhöchter, als die dritte; so daß man meinen sollte, es wäre von ohngefthr ein kleines besonderes Schnecklein, in die Mitte des grossen zu ligen kommen. Die Furchen sind nicht tief, und befinden sich zwischen jeder derselben Zween kleine Striemen. Die blätterartige Zeichnung kommet voll dem Gelenke her. 6§. d. Loncameratio crittMiata ü.inmomtL un- üulclti. Dise innere Gestalt von einem Ammonshorn, welches wellengleichende Furchen hatte; ist gleich einer» durchsichtigen Criftallfluß, welcher vermuhtlich aus dem Fleisch des Thiers entstanden ist. Die daran sich befindende Schale des Schnecks ist röhtlicht; der Stein aber, worinn solche ligt, grau und sehr hart; darauf sitzen Zwey kleine Schnecklein. c. LoaZulum ümmonitarum, L variorum Lon- cbitLruin; 1api8 cinereus 6uri11unu8. ^ Das Gemenge der Versteinerungen, so auf di- sem Steine znsamenkommenstellet allcrvor- drift verschiedene Ammonshörner vor. Das grössere ist die Höhlung oder innere Gestalt von einem Ammonshorn, welcher keine Gelenke Merkwürdigkeiten. n 61 lenke hat, und ist mit Criftallen angefüllt. Ein Teil der sehr glatten Schale davon ist noch deutlich zu sehen. Das am Rande Klebende ist mit Straffen, die wie Wasserwellen aussehen. Die ohnvollkommenen Stücke sind teils von Ammonshörnern, so einen Rückgrad und Gelenke; andere aber, so keines von beiden haben. Ein kleines Schnecklein, gleicher Art, so abgebrochen. Einige leredrÄulX, und andere kleine Muscheln, zieren die Versteinerung vollkommen aus. Der Stein ist blau- licht, sehr hart. ä. OosZulum ^luIculilArmn. Diser ablauge zweyschalichte Muschelftein gehet an beiden Enden in eine Ründung aus, dar- von dennoch die obere etwas spitzer ist. Kleine runde Streifen umlaufen die sehr zarte Schale, und der ganze Schneck gleichet einer langen Spitzmuschel. Scheuchzer hatte einen disen nicht ungleichen Muschelftein, in seiner Sammlung aus dem Baselgcbiete, welchen er Hlulcuium loriAum nennet. Das Gesteine, worinnen dise Versteinerungen Wen, ist lettartig, zerfällt sehr gern. Die übriger: auf disem Steine Wenden ohnganzen Stücke sind entweders vor: dergleichen, oder mehrers n6r Natürliche mehrere' rundartigcn Logiken. Dise Art Versteinerung findet fich auf der Höhe von Selbisberg. f. e. Loiicliitarum iXvium, subrotunclorum Los- §ulum cineieum. Diser Schneck hat Zwo Schalen, die einander vollkommen gleich find. Unten ist er rund, da er hingegen oben an der Mündung sich ausspitzet; ihre Schale ist ini Anrühren ganz glatt, und hat sehr zarte Streifen, daß man sie wol sehen / aber nicht fühlen kan. Einer davon hat ein Ohr, und wird daher Burnus, genannt. Sie mögen zu den kleinen Kamm- muscheln gerechnet werden. Der Steill, worinnen solche sitzen, ist äfchfarb, ungcmein hart; hingegen die Schnecken noch so vollkommen schön, glänzend und glatt, als wenn sie aus der See kämen; doch haben sie die Farbe des Steins angenommen. f. ?eÄunculit68 1tlÜ8 termillimi8 äenticul^tis. Dise sehr zarte Art einer Iakobsmnschcl, ohne Ohren, welche auf ihren Streifen kleine!Er- höhungen, wie Zähne hat, ligt auf einem gelben Steine. Ward gegen Lausen gefunden. Merkwürdigkeiten. n 6z §. keüunLulitLL 1trÜ8 crenul2ti8 uä utrami^ne orsm oblique äeLurrentidu8. Auch dises ist ein sehr zartes Jakobsmuschelstein- lein, dessen gczähnlcte Streifen rund nm den Schneck herum gehen. Er ligt in einem gelben harten Steine / bey Lausen gefunden. k. LosZulum LmrocditÄrum materiX leleniticX. Dises Gemenge von Lntioclliten ist vollkommen glänzend , wie Frauenciß. Man hält darfür, daß der 8elenite8 oder dises Fraueneiß/ von einem Wasser/ welches mit vielem Salz vermischet ist/ entspringe. Solches kan nun bey disen glänzenden LmroSl8 wol angebracht werden. Sie waren, als ein Meergewächs, ehemalen mit vielem Salz angefüllt; nun aber stellen sie sich, da dises Salz in eine andere Materie verwandelt, in dem Steine ganz glänzend vor. Werden bey Selbisberg gefunden. f. i. LoLAulum IllTconitArum luiMvelaenL. Dise Rogcnsteine sind etwas groß, gleichen denen kilolitl8 oder Erbsensteinen, und kommen vollkommen mit jenigen überein, welche in Schweden gefunden werden, ligen auf einen, harten H64 Natürliche harten gelben Steine, und Werder: zu Lausen und Furlen gefunden. In dem Bann des Dorfs Lausen sind folgende Versteinerungen'gefunden worden: Oltr^ites. AlXLOMtes. Terebratul^. OoilZula vlirioium Loncliit^rum. Eisenerz; Und kluore8 Lriltallini, im Kuoffentahle. Bey der Kirche zu Lausen, am Berge, sind eine kleine Art Erdschnecken in solcher Menge, daß sie bey vieler: Tausenden in einem kleinen Bezirke könnten aufgelesen werden. Zu Furlen: . Lornua Hmmoni*. Ückioire 8 . ^ Ein wcisser Nogenftein. ^ TerebrLtulse. L Orvpbxter. r Und Eisenerz. Zu Merkwürdigkeiten. n 6 s Zu Selbisberg: Lornua ^liroites. OonciiitX Vcirii. LniroLkitc8. AlXconites. Musculites. Lrvpkvtes. Lelemniteg. kluoreb criüallini. Im Oristahle: AlXconites. ^mmouites. Le1eniniLe8. lerebrÄulZL. ... ^ ' 7K/ ^ L- ^5 V?WW W ^ .i' - - 'E^S -^K v'Ä^-" >! MM-L. ^ -A.?- ^ÄöWWM 7 / ..- ->MchFK-ch -)^e3. nac'/re^(ZL/e/ cs-rc^öci. Q/ c_> ^ cv . ck-E./'cu/v. MMmMz-M MiU- WM MAMAM '-MD L- 0^-dIli.^le 3- On>-i2 ' . ^ -VM ^>5 <. - >- >r -L? 'j. > '.^- ' ^ i ^ ^ -»VV.2. , -' I -1 E ch^Eti - MKE ! DK.MLM^MWMM-r L ' ^>Ä- 4E NttL 2LLLL ^ttr..t^üc!rc!-. öc/ 'LMM M.! BUG? 5 MLi. MH ^_ ^ZK KMW !«d' SWM c5<Ällo^e/. -?c-5. W WÄ tt-7. "., MrM MWA WM Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher XI. Stück. Von chaumburg, Wuntzach, 's/ Uöserm, Uülinsdors/ Mchöntchl und ibenach. Basel, bey Emanuel Thmneysm, 1754. -M. - ^ von Mchauenburg. istorLsche Nicht wahr! der Lämmer Rock ist weiß und wolkigt weich, Kurz, unsre Baurenwelt ist auch im Niedern reich; Ihr Hcerd kocht Kohl und Speck/ und fette Schusseln zeige»/ Daß auch Vernnglichkeit dem armen Landmann eigen. Freyherr von Spilker. dem neunten Stücke vorgesetzte Land- karte über das Ammt Liestal zeiget, auf welchem Berge die Überbleibseln des Schlosses Schattenburg ligen, und in dem Kupferstiche von der Lage des Städtlems Liestal ist dises zerfallene Schloß mit der sechsten Zahl bemerket. Nnnn s Die ii7s -Historische Die Edlen von Schauenburg, welche vor vielen Hundert Jahren aufdisem Schlosse, als ihrem Stammhause, gewöhnet, besassen dazumal, nach Wnrsteisens Bericht, eine Herrschaft, worein die Dörfer Frenkendorf, Munzach und Fültnsdorf gehörten. In denen über Schauenburg vorhandenen Lehenschriften wird Zwoer Burgen, der alten und der neuen, gedacht. Wie denn gar gemein ist, daß wenn eine alte Burg zerfallen, und man ei, ne neue gebauen, dennoch beider in den Lehenbrie- fen Meldung beschihet. Das Wappen diser Edeln ist in denen Schwei- tzerchronicken abgezeichnet, und darbey gemeldet, daß auch die Schöwli von Schauenburg, Edelknechte, von disem Schlosse ihren Namen haben. Im Jahre n8s. lebte Heinrich Schöwli von Schauenburg; nnd die Gebrüder Hug und Hem- mann von Schauenburg lebten um das 126L. Jahr. Heinrich von Schauenburg war ein Gezeugt im Jahre 1265. als Ludwig Graf von Froburg mit dem Herrn Bischoffen von Basel wegen Wal- denburg eitlen Kauf behandelte. Johan- Merkwürdigkeiten. n 7 r Johannes von Schauenburg und seine Gemahlin Catharina von Eptingen besassen in dem Jahre izzo. die Herrschaft Schauenburg, Fü- linsdorf, Frenkendorf und Munzach. Als diser Ritter seine Gemahlin geheurahtet, versprach er ihro zu einer Morgengabe Zwanzig Mark lödigen Silbers, Basier Gewichts; und zu Versicherung dises Ehegeschenks verpfändete er derselben alle seine leibeigene Leute, welche zu Fülinsdorf, Frenkendorf und zu Munzach seßhaft waren. Nach dessen Tode bezöge Adelheit von Schauenburg, des Hans Ulrichs von Büttinkon, eines Edelknechts, Ehefrau, so des Johannes von Schauenburg Schwester war, einen Teil von desselben Erbschaft, und vermuhtlich aus Versehen, auch die der hinterlassenen Wittib wegen ihrer Morgengabe verpfändete eigene Leute an obgemeldten Orten; und weil solche ihro nicht dienlich waren, so verkaufte sie dieselben dem Herrn Bifthoffen von Basel. Die Wittib aber, Frau Catharina von Eptingen, welcher indessen dise Umstände bekanntworden, beschwärte sich hierüber, und erhielte durch ein förmliches Instrument, welches an dem nächsten Mittwoch vor St. Georgen Tag des i zz§>. Jahrs gegeben ist, von dem Bifthoffen ein jährliches Leibgeding von Fünf Baselpfunden, welches die Pfleger der Kirche zu Basel, so zu Liestal wohnha/t waren, alljährlich auf Martinstag, von der Steuer zu Liestal, Nnun z diser II72 -Historische diser Wittib bezahlen mußten. Es war anbey an-- bednngen, daß, nach Inhalt der Verschreibung über die Mvrgengab, dises Leibgcding und die ei- > genen Lenke mit Zwanzig Mark Silbers sollen können gelöset werden; welches anch naehwerts von Rudolf Vttztum und dem Zibold beschehen , von welchen endlich die Stadt Basel dise leibeigenen Leute ! mit gleicher Summe eingelöset und gekaufet hat. Die Herrschaft Schauenburg solle naehwerts ^ von disen Edeln an die Grafen von Froburg verkauft worden seyn. Unser Baslerischer Geschichtschreiber sagt uns, daß obgcmeldter Johannes voll Schauenburg und seine Ehefrau, die Catharina von Eptingen, disen Verkauf mit Grafen Hermann von Froburg im Jahren z s s. getroffen haben; allein diß ist unmöglich, weil kraft vorhergehenden angeführten Instruments, Johannes von Schalr- enburg in dem Jahre i z zs. schon gestorben war. Es muß also diser Verkauf ehender beschehen seyn. In dem izss. Jahre lebten Heinrich von Schauenburg und stille beiden Söhne Hug und Hem« mann. Und dise haben an dem nächsten Dienstag ! nach dem Palmentagc dem Graf Johannes, Herr zu Froburg, das Lehen, so sie von eben disem Grafen trugen, nämlich Zwing und Bann zu Fü- linsdorf, und alles was darzu gehört, Acker, Holz, Feld, Merkwürdigkeiten. n?z Feld, Weid und die Gerichte, samt den jährlichen Zinsen von so. Vierzel Früchten, Rittermäß, und zz.Hüner, um 680. st. von Florenz verkauft. Das Jahr hernach zerfiele die Burg Schauen- bürg von dem grossen Erdbeben, welcher unsere Stadt und Landschaft erbärmlich zugerichtet hat. Diser Zufall hat auch seinen Einfluß in die Geschichte diser Zeit. Ohngeacht die Geschichtschreiber die Grafen von Froburg in die Herrschaft derer von Schauenburg eintreten lassen, so findet doch solches einen Anstand, und kan nicht von der ganzen Herrschaft verstanden werden. Graf Hans von Froburg und seine Gemahlin Adelheit von Ramstein verkauften im Jahre iz;s. dem Herrn Bischoffen vou Basel nur Fülinsdorf. O Die Edeln vonRamstein, welche mit vorgemeld- ten Besttzern in Verwandtschaft stuhnden, erwarben stch in diser Gegend auch einige Rechte und Zinse, welche nachwerts an die von Falkenstein gekommen find. Bey disem allem aber ist zum Unterschiede der HerrlichkeitsRechte zu beobachten, daß die Gegend in der Landgrafschaft Sißgöw gelegen war, welche Kaiser Heinrich der Dritte, samt Äugst, in Nnnn4 dem H 74 - Historische dem Jahre 1041. dem Bischoffe zu Basel, Theo- derich, und seiner. Kirche, geschencket. Dlses Recht haben nun die Bischöffe verschiedenen hohen Haüsern zu Lehen gegeben, bis es endlich an die Stadt Basel im Jahre 1416. gekommen ist. Nun trugen auch von dem Bischoffe die Landgraf- schaft Sißgöw zn Lehen die Grafen von Thierstein, und nach disen die Freyherren von Falkenstein, als Herren zu Farnsperg. Dise gaben auch, wie wir bald anmerken werden, als Landgrafen, die Burg Schauenburg zu Lehen. Dise Burg war, wie wir schon vorhin bedeutet, im Jahre ^ 5 6. verfallen, solche und deren Zuge- ! Horde nachwerts, wie man vermeinet, an die Gra- j fen von Froburg, und von disen an der: Hrn. Bi- - schoff gebracht, welcher denn die von Falkenstein, als seine Lehenträger, darüber schalten ließ. Die Edeln von Schauenburg, welche ihre diß- örtige Herrschaft schon verkaufet, gaben auch Jahr r für Jahre ihre übrigen Güter und Einkünfte dahin, '! also daß nach dem Jahre 1409. derselben daher kei- - ne Meldung mehr beschiht, und in Ansehung ^ Schau- ^ Merkwürdigkeiten. n 75 Schauenburgs und Munzach die Edel» von Offeri- bllrg in dero Fußstapfcn getreten sind. Es geschahe zum öfter»/ daß verschiedene Edle zu verschiedenen Zeiten auf die Stadt Bafel böse waren ; und da sie selbige nicht beschädigen konnten / dero Bürger belaidigten. Unter dero Zahl war im Jahre 140z. Bernhard von Schauen- burg, welcher aber noch in gleichem Jahre / da die Stadt Basel mit der Stadt Straßburg / wegen solchen kleinen schädlichen Feindseligkeiten/ einander zu rächen/ eine Vereinigung getroffen/ sich versöhnte. Im Jahre 1428. hat der Edle Thüringer von Aarburg, als Vormünder Thomann und Hans von Falkenstein, die Grafschaft Sißgöw von dem Hrn. Bischoffe zu Lehen empfangen. Und dise haben die Burgen Schauenburg den Edeln von Offenburg verlihen. Der älteste Lehenbrief, so uns hierüber zu Gesichte kommen / ist gegeben am nächsten Donnerstag nach unserer Lieben Frauen Tag, zu Herbst des 1428. Jahrs. Darinnen Hans von Falkenstein / Landgraf im «Sißgöw, für sich, seines Sohns sel. Kinder und Nnnn 5 Erben, 1176 Historische „ ben, dem Hemmarm von Offenburg zu einem „Mannslehen verleiht: des ersten, die Gerichte, „ grosse und kleine, hohe und nidere, mit derHerr- „ lichkeit und Wildbännen, der boden Vestin und „Burgstallalt und neu Schauwenburg, bis an „ nachgeschriebene Städte und Dörfer, mit Namen „Licstal, Munzach, Muttenz, Bratteln, Frenken- „ dorf, Nuglar und Gcmpen rc. rc. als die in der „Landgrafschaft Sißgöw gelegen sind; die Reben, „ die da ist bey Vierthalb Jucharten, in dem Bann „und Berg zu Munzach, im Jffcntahle gelegen, „ die vormals sein eigen gewesen, und aber uns die „ lediglich zu unsern Handen gegeben hat; auch die „ Leut, so in den Dörfern Muttenz und Terwiler, „ und darum gesessen, und die zu ihnen gehören, „ nach Laut und Inhalt der alten Briefen darüber „ lautend rc. wie auch die hohe Gerichte zu Böck- „ tcn re. Die Bestätigung des Bischofs hierüber ist folgende : » Wir Johannes von GOttes Gnaden, Bi-> „ schof ze Basel, bekennen re. als der Edel von „ Falkenstein Fry, Ritter, unsrem Diener und „ lieben getrüen Hemman Offenburg von Basel, „ zu Lechen gelichen re. obgeuandtes in der Land- „ grafschaft Sißgow gelegen; und der vorgenannt vorr Merkwürdigkeiten. 1177 „ von Falkenstein, die von uns und unserer Stift ,, ze Lehen, und Thüring von Arberg Fry, die „ als Träger des vorgenanten von Falkenstein und ,, fines Suus Kinder vor: Uns ze Lehen empfan- „ gen hat; Als hat der von Offenburg uns de- „ hemütiglich gebetteu, zu solicher Lichunge unser „ Gunst, Willen und Bestettigunge ze geben re. re. „ Wir hiemit dise Lichunge bestens bestättiget. „ Geber, Frirag nach St. Ulrichs Tag des H. Bischofs 1429. Und da zu diser Zeit die von Ramstein Inhaber diser Gegend waren, so ist wegen diser Leihung folgendes Instrument von ihnen vorhanden: Ich Rudolfvon Ramstein, Frye Herr ze Gil- „ genberg, thu kund allermeniglich mit disem Brief, „ als der edel Her, Hans von Falkenstein Fry, „ Ritter, dem veften Heman Offenburg, die Ge- „ richte, hoch und nider, mit der Herrlichkeit und „ Wildbennen der beiden Vestin und Burgstall „ alt und nüwe Schowenburg re. verlichen hat re. „ zu solicher Lichung der Hochwürdig in GOtt „ Vatter, Herr Johannes Bischof ze Basel, min „ gnediger Herr re. sin Gunst und Willen geben „ hat; und wan ich nun zu disen Ziten, das Pfand „ Füllistorf mit der Vestin Birsegk mit den Löten,- » mit den Gerichten, hoch und nideren, und aller Herr- n?8 Historische „ Herrlichkeit von minem gn. Heren von Basel ,, vorgenant und sinem Stifte pfandswise inne ha- „ be; und aber solch kreis als vorstat, etwas in „ und an die vorgeschobene Pfandschaft villicht lan- „ gen möchte, harumb ward der obgenant nun „ gn. Herr von Basel onch sine Gunst und Wil- „ km zu diser Lihung gegeben hat, so hat" mich „ der vorgenant Offcnburg ouch flissentlich gebet- » ten, Minen gunst und Willen zu solicher Lichung „ ze gebende, das ich onch also um siner bitte wil- „ lcn getan hab, und gib ihme Minen willen zu „ der vbgeschribenen Lihung; in kraft dises briefs; „ der geben und versigelt ist mit minem anhangen- „ den ingesigel,! am Montag nach St. Michels tag des Jahrs nach Christi geburt 1429. Im Jahre 1425. hat eben diser Hemmann von Offenburgvon dem Kaiserden Offenburger Hof, in der Stadt Basel gelegen, welchen ehemals die Pfaffen, auch die Edcln von Frick, zu Lehen getragen, ebenfalls zu Lehen empfangen. Diser Hemmann, welcher ein Ritter betittelt wird, legte im Jahre 14Z9. alle seine Urkunden, demCon- rad Herr von Weinsperg, des H. Röm. Reichs Erzkammerer, Beschirmer des H- Concilium zu Basel, und Stadthalter daselbs im Namen des Röm. Königs, vor, welcher die nöhtigen Abschriften davon genommen, und solche bestätiget hat. Im Merkwürdigkeiten. n 79 Im Jahre 1462. hat Herr Thoman vor, Fal- kenstein/ Freyherr, als Vogt seiner Tochter Els- beth, an welche die Mannschaft, so weiland Rudolf von Ramstein, Freyherr zu Gilgenberg re. sein Schwätzer hatte, als rechte nächste Erbin gefallen war, dem Peter Offenburger, des obigen Ritters Sohn, verschiedene Zinse verlihen. Nach Wursteisens Bericht, hat diser Peter, Clara von Erzingen, und Anthonia von Mdorf, zur Ehe gehabt. In diser Verleihung nun wird der Burg Schauenburg nicht mehr gedacht; denn sie kam nach und nach in des Wild Vitzthumm, Hans Freülcrs, Conrad Sinzen, Peter Truchsessen, und auch in die Offenburgische Hände, als ein Privatgut. Man findet noch einen Kaufbrief vom Jahre 146z. darinnen die Stadt Basel sich Zehen Gulden Zins in dem Ammte Frick von Conrad von Bärenfels erworben, welche Zinse diser von Mar- quart von Schauenburg erkauft hatte. Im übrigen ergibt sich aus verschiedenen das Of- fenburgtsche Geschlecht angehenden Schriften, daß dieselben die Güter, welche ehmalen zu der alten Burg gehöret, vielfältig zerteilet haben, und beide n8o Historische derlei) Geschlecht dises Stannnens einige derselben ingehabt, und als mit ihrem Eigentumm gehan- ! delt haben. j Wir wollen daher einen Versuch wagen, etwas hiervon aufzuheitern. Vorhin haben wir angemerkt, daß in den Of- fenburgischen Lchenbricfen vvm Jahre 1462. der Burgen Schaucnburg nicht mehr gedacht werde. Aus unserer Abhandlung von Mitteln sihet man, , wie Hans Bernhard von Eptingen, Herr zu Mitteln , denen Ordensbrudern Sr. Bcnedicten Regel, das Klösterlein zu Schauenburg, in dein Jahre 1466. die Vergabung seiner Vorfahren bestätiget, und wie die Beginnen vom Rothen Hause, welche sich nach Abgang diser Bruder in dis Klöfter- lein eingenistet, von dem Burgstell Besitz hatten. Alle Güter nun, welche zu disem Beginnenklö- sterlein gehört, waren teils von den Offenburgern und Eptingern erkauft, oder zur Gabe gegeben. Also kan man nicht ohne Grund muhtmassen, daß bald nach dem Jahre 1429. die Güter der Burg Schauenburg, oder etwelche derselben, nachwerls auch die Burg sechsten, unter die Edeln von Offenburg und Eptingen verteilet, und denn einige derselben von denen Eptingern an dises Klö- sterlcin Merkwürdigkeiten. n8i sterlein gekommen sind; hiemit nicht ohne Ursach solcher in denen Lehensbriefen nicht mehr gedacht worden. Und dise Muhtmassung wird sich durch folgende Umstände noch mehrers bekräftigen: Ohngeacht nun, daß im Jahre 135s. dise Burg übel zerfallen war, so ist dennoch in nachfolgenden Zeiten, weil viele Güter darzu gehörten, die nicht öde konnten gelassen werden, solche in so weit verbessert worden, daß man einigermassen darinnen wohnen können; wie denn auch eitrige schlechte Wohnungen darneben errichtet worden sind. In einem Vertrage, ohne datum, stehet, daß die Mutter Agnes Stinglerin, und die Schwestern , solche besessen. Damal stunden ZweyHaü- ser zu Schauenburg, davon das einte abgebrochen und naher Frenkendorf geführt, das andere aber i;88. noch bewohnt gewesen. Peter von Offenburg, der Bürgermeister, welcher Iuliana von Schönenberg zur Gemahlin hatte, hat denen Beginnen, unter der Mntter Su- sanna Wunderin, um das Jahr 1504. das Burg- stell, Sennhof, und dazugehörige Güter, verkauft. Um dise Zeit kauften auch Junker Jakob Hiltbrand und Franz Offenburg einige Schauen- burgische Güter. Es ri82 Historische Es hat im Jabre 152z. Eglin von Offenburg dise Burg und Güter disen Schwestern wieder ab- erkauft, und solche bis 1527. besessen, da er den 14. Herbstmonat dises Jahrs die obrigkeitliche Erlaubniß erhalten, diseu seinen Sitz Wolfgang Harnasch, des Nahts, und Hans Bockenftecher, Zween Schwagern zu verkauffen; doch einer Stadt Basel an ihren Gerechtigkeiten ohnschadlich. Hierauf ist dises Gut uochmal verkauft und ver- . teilet worden. Im Jahre 1 sz 2. besassen die Bau- ren von Frenkendorf dises Burgstal und zugehörige Güter, und haben der Stadt einen Revers geben müssen, daß sie solches, ohne Vorwissen des Rahtö, nicht verkauffen, und dem E. Naht den Vorzug geben wollen. Noch im Jahre 1554. besässe dises Gut Junker Jakob Hiltbrand, Vogt auf Waldenbnrg, welcher solches nachwerts öffentlich vergantet hat. Es ist aber wahrscheinlich, daß dise Güter um dise Zeit nochmalen geteilt worden; und waren die Besitzer derselben, die Junkern auf Schanenburg, genannt. , Die Gemeind Frenkendorf hatte wiederum bey obiger Vergantung Einen dritten Teil dises Guts an sich gebracht; und die Liestaler Zwey dritte Teile. Unter Merkwürdigkeiten. ii8r Unter dem dritten Teile der Frenkendörfern war das Burgftell, mit Häusern, Scheuren, Ackern, Matte»/ Reben und Holz. Da sie es aber nicht wohl behalten konnten, ist es an die Hiltbranden, welche noch einen Teil des Kaufschillings darauf stehen hatten, zurückgefallen. Die Zwey Anteile derer von Liestal, darinnen das alte Schauenburger Bad ligt, hatte dortige Stuben im Jahre 1612. einem Hans Sägenmarm von Zunzgen überlassen. Im Jahre 1649. war ein Hr. Rahtsherr Keller der Besitzer davon, unter welchem Samuel Hodel als der erste Bader aufgezeichnet ist. Nach, Werts wurden dise Güter Widermalen verteilet. In dem Jahre 1672. befasse Drey Teile davon eine Zangerin, welche solche auch nicht bestaubten könn- te, daher sie selbige teils einem Hrn. Menzinger, teils einem Frenkendörfer Bauersmann verkauft hat. Ein anderer Teil war in den Handen eines Hrn. Roschet; bis endlich Hr. Oberst-Lieutenant Platter alle Güter, so nunmehr das alte Schauenburger Bad ausmachen, wieder zusamen gebracht hat. Nach ihme besaß solche Hr.Steinbrüchel; nunmehr aber Hr. Rudolf Beck. Von Ooos "84 Historische Von dem Wasser dises Bades wird das Nöhtige bey denen natürlichen Merkwürdigkeiten vorkommen. ! Die Burg aber samt ihren Gütern ist wieder an die von Offenburg gefallen. Indem Jahre 1602. bey der Offenburger Güter Teilung war Hans Philipp derBesitzer vonSchauen- burg. Nachwerts als im Jahre 1642. Ester von Offenburg, unter welcher die Güter des Klösterleins und der Burg, ausser deme, was die Lie- staler erkauft hatten, wiederum zusameugebracht worden sind. Aus diser Erzehlung erhellet, daß aus denen ! ^ Gütern der alten Burg Schauenburg dermalige beide Bäder Schauenburg mit ihrem zugehörigen Gelände entstanden sind. Da eine hohe Obrigkeit sich allezeit ihre Rechte und Herrlichkeiten vorbehalten hat. Bey beiden Badgütern waren vorzeiten Weyer. Bey Pratteln ist auch verschiedenes wegen der Burg, oder dem alten Schloß Schauenburg, angeführt worden. Hier ist annoch zu wissen nöhtig, daß Susanna Mußlerin, die Mutter, und die Schwester Elisabet Sigrift, Namens der Schauenburger Beginen, mit Beystande ihres Visitators, des Pater Merkwürdigkeiten. n 8 5 Pater Wendelin, Quardian der Paarfüsser zu Basel, der Stadt Basel, das Burggestell samt Zugehörde abgetreten, um entweders solche zu erneuern oder zu schleiffen. Da wegen denen Gränzstheidungen sehr öfters unter denen Benachbarten Streitigkeiten entstehen, so hat sich auch zwischen dem Stande Basel und L. Stande Sollothurn, wegen denen Landmarchen bey Alt Schauenburg und auf der Rappen-oder Jmenflue, ein Anstand erhoben, welcher aber durch ein förmliches Instrument, so geben ist den 27. Tag Heumonats des rezi. Jahrs, freundlich entscheiden worden. Die erwehlten Mittler und Rechtsprecher waren: Hr. Conrad Willading, Alt-Venner. Hr. Chrispinns Bischer; und Hans Pastor; alle des Rahts zu Bern. Hans Gysin, von Höllstein; Heinrich Würz, von Gclterkinden; Burkhard von Rhor, Untervogt zu Bechburg, säßhaft im Kastenholz; und Hans Vischturj, des Rahts zu Ölten. Dises Instrument aber war nicht genugsam, den vollkommenen Entschied zu geben, weil es ungleich verstanden worden; daher die Herren Schiedrich- ter, als Hr. Hans Pastor, Venner; Crispinus Bischer, beide des Rahts; und Niklaus zur Minden, Bürger von Bern, solches den 26. Winter- O 0 0 0 s monats 1186 Historische rnonatSdes isz8. Jahres schriftlich erlaütert, und allen Streit vollkommen gehoben haben. Als in dem Jahre 1642. die Gemeinden Liestal, Pratteln, und die Besitzer des KlöfterleinS zu Schanenburg, wegen verschiedenen Ursachen in Streit geratzten, hat die Stadt Basel die Anstünde durch besonders hierzu Verordnete genau untersuchen und unterm 19. WirrtermonatS dises Jahrs entscheiden lassen. Das nunmalige sogenannte Alt Schauenburger Badgut gehört seit der Zeit, als das Gericht zu Munzach abgegangen, unter den GcrichtSzwang ! von Liestal. ES ligt in dem Liestaler Bann, und gibt anstatt des ZehndenS in den Zehndcn zu Mun- , zach jährlich Vier Vierzel Korn, und Zwo Vicrzel I Haber. Der Besitzer kan seine Güter nach Be- lieben zu Matten ligen lassen, oder mit Früchten ansäen. Bey disem Alt Schauenburger Bade ligt noch ein Baurengut, so aus den Gütern von der alten Burg entstanden ist. Merkwürdigkeiten. H87 ^ Von der ^ Uchauenburger Wlue. ^ MJse hier abgeschilderte Flue ist ein sehr erhöhter n ^ Felsen, ob dem Dorfe Pratteln; von felbi- " gem kan ein grosser Teil der Stadt Basel und dero ^ Gebiets übersehen werden. Deßwegen findet sich auf derselben ein Wachthaüslein erbauet, worein in Kriegszeiten eine Wache verlegt, und das söge- ^ nannte Lermenszeichen aufgestellet wird. ^ ! Solches bestehet in einem grossen Hausse Holj, mit Stroh untermischet, welcher unten breit und oben spitz zugehet. Auf den Nohtfall wird er angezündet, und zugleich ein eiserner Böler oder Morset losgebrannt, Qooo z um H88 Historische um darniit dem Landvolks das Zeichen -er obham denen Gefahr zu geben. Da nun von diser Füre auf andere dergleichen hohe Berge, allwo gleiche Wachten und gleiche Zeichen stehen, gar leicht kan gesehen werden, so kan durch dises Mittel die Gefahr nicht nur der Landschaft Basel, sondern der ganzen Schweitz, allwo aller Orten dergleichen Hochwachten aufgepflanzet sind, bekannt gemacht werden; wovon das Mehrere bey einer andern Hochwache vorkommen könnte. Dise Hochwache, welche an dem Orte, wo man zukommen kan, mit Pallisaden umgeben, zeigt einerseits auf Basel, anderseits auf die Hochwache zu Sissach; wird auch sonsten in den benachbarten Orten gesehen. Auf diser Höhe sind schon verschiedene römische Münzen gefunden worden. Merkwürdigkeiten. n8- ftUßW VMM ^MJt disem Namen wird dasjenige Tahl belegt, welches unten an dem alten Schauenburger Bade ligt. Es wird desselben in den ältesten Instrumenten gedacht. Nunmehr sind zu oberft in demselben etliche Haüser, welche im Röseren genannt werden. In disem 1754. Jahre wird noch Eines darbey angehauen ; allein die Lage ist bey weitem »richt so für- treflich, als bey Munzach. Die Einwohner gehen zu Frenkendorf in die Oooo 4 Kirche, "9v Historische Kirche/ und gehören unter den Gerichtsstabe von Liestal/ allwo deren Güter gefertiget werden. Unten an denen Röierifchen Wohnungen entspringen einige Quellen, welche das Büchlein tränken , so durch dtses Tahl laüft. Der Zehnden gehöret unter Munzach, und haben vor Zeiten dise Güter der Stuben zu Liestal zugehört, welche nachwerts denen Besitzern, gegen Erstattung gewisser Bvdenzinsen, überlassen worden. Merkwürdigkeiten. H9l MW Von Wunzach. MJses Dörflern siurrd im Eingänge des Röseren- ^ tahls. Die Landkarte und die Kupferblatte des Anunts Lieftal, so den vorhergehenden Stücken beygefüget sind, zeigen dessen Lage auf verschiedene Weise an. Darinnen war die Pfarrkirche der Edeln von Schauenvurg und ihrer zugehörigen Herrschaftsleute von Frenkendorf und Fülinsdorf. Munzach kame, wie bey Schauenburg zu sehen/ nach den Besitzern diser alten Burg/ andre Edeln von Offenburg. Der Oooo 5 H92 Historische Der Baßlerische Geschichtschreiber, Christian Wursteisen, legt uns einiges Geschlechtregister und , eine Abschilderung dero Wappen in seiner Chromck ! vor. Nachfolgende Beschreibung aber wird die ermangelnde zu der Gefchichtsurkunde sehr nichtige Umstände um ein merkliches aufheitern: . ^ Ritter Hemmann von Offenburg erlangte, wegen seiner getreuen und angenemen Diensten, welche er denen Grafen von 6rüiere8 geleistet hatte, nicht nur dero Gewogenheit, sondern sie belehnten ihne auch mit dem jährlichen Gefälle Zweyer fetten und so guter Mast-oder Schlachtochsen, als sie gewöhnet waren in ihrer Küche zu gebrauchen. Welches Mannslehen auch auf seinen Sohn Peter gekom men ist, wie nachgehender Lehenbrief zeiget: „ I §08 kr3liLilcu8 Lomcs L Domiirub Oruerie ! „ noliro L ^oii3nni8 6e LrueriL ciilecti lratris ! „ noKri nolninibu8 prelenlium serie notiücZinu; „ univerÜ8, c^uoä no8 penüuis M3tl8 lervieüs L „ urd3nitLÜbu8 per c^uonäani lkrenuum militem » Helniinannum OKemburZ bone memorie pre- cieLeüoribu8 noltri8 atcpre nobis nrultrpliciter „ impenÜ8 nee non eciain lmcera 6äe L bono ^ „ atkeclu, c^uibug äi1eÄu3 nobi8 ketru8 OKem- „ bur§ 8cuti5er LMienüs eju8äein iuiliti8 ti1iu8 » NLturLll8 äc 1e§itünu8 nobi8 ettLin üäeliter ob- lequen- Merkwürdigkeiten. nsZ „ lec^uenäc» aKcitur ex sinZularl etlarn noüro In „ Iplum propenso kavore L rnera, noüra liberL- „ 1 It 3 te leuäurn Illuä äuorum bouin auuul cen- „ bis c^uoä äiclus Heinein3nnu8 Olkembur§ ejus „ Zenltor 3 nobis pro lb ve LonÜÄncienbs äIoceli8 Zenuüexo „ §c bunnll cum Inllantia iä petentl atcpie po- „ llulanti pro le L lucceüoribus mein eigen Jnsigel öffentlich gehenckht an diesen ,, Brieff, Der Gebenn ist auffDonnstag der Hey- „ ligen Drey König Abent, Nach Christi gebnrth „ Thaussenndt Vier Hundert Siebentzig vnndt >. Fünff Jahr. Es wird in disem Briefe angezeigt, daß dem Hem- mann von Offenburg, diser angeführten Großvater , die gleichen Güter zu Lehen gegeben worden. Solche Löhnung beschuhe, wie bey Schauenburg zu sehen, im Jahre 1428. und wird in selbigem Lehenbriefe nur der Burgen Schauenburg, und nichts von Munzach gedacht. Da hingegen in Visen, Lehenbriefe nur von Munzach, und hingegen von Schauenburg, keine Meldung beschihet. >1 >1 6 >e- iß Woher solches kommen möge, ist bey Schauenburg zu lesen. Hans von Falkenstein, Landgraf des Sißgöws, hat im Jahre ,428. dem Hemmann von Offenburg, neben der Herrlichkeit über Schauenburg, noch ferners zu Lehen gegeben, die hohen Gerichte und Herrlichkeit zu Betten, oder Bockten, doch mit Vorbehalt der Rechten, so die Truchsässen von Rheinfelden an dieselben haben möchten. Pppp Darr» I2oo -Historische Darzu alle die Leute/ so auf dem Hofe Betten fitzen, und die zu ihnen gehören, und welche vor- ! mals deren von Thierftein gewesen waren, un- von Visen Grafen an des Hans von Falkenstein Sohn gekommen. Doch mit dem Bedingnisse, so lange sie zu Bockten seßhaft bleiben würden; denn in so fernste wieder in die Herrschaft Falkenstein ziehen, so sollen sie unter Falkenftein gehören. Zogen sie aber in eine andere Herrschaft, so mögen die von Offenburg ihnen nachjagen. Sollten hingegen Fremde zu Bockten sich setzen, so sollen sie denen Edeln von Offenburg schwören. Ferners warben denen Edeln von Offenburg zu Lehen gegeben: Die Leute und Güter zu Böckten, so die Grafen von Thierstein denen - Edeln Zielem- pen versetzet, daß sie solche lösen können, und denn zu Lehen empfangen sollen. Im Jahre 148 r. verlihe Erzherzog Sigmund dem Peter von Offenburg und seinem Vetter Hem- mann, seines Bruders Hans Philipp sel. Sohn, den Zoll zu Angst, und verschiedene auser dem Baselgcbiete fallende Zinse. Dem Peter von Offenburg, Bürgermeister, ward I2Ol Merkwürdigkeiten. ward in dem Jahre no8. Namens seiner Gemahlin/ Inliana von Schönenberg, nebst miderm, von dem Hrn. Bischoffe zu Lehen gegeben. Der Quart des Zehndens zu Lampenberg, welcher kraft eines Briefs vom Jahre 147s. von Scheüenberg herkömmt; denn einige Zinse zu Wal- denburg. Im Jahre 1521. wurden Hans Jakob von Oft fenburg/ Hemmann und Hans Heinrich/Gebrüder; Werner, Philipp/ HansChristof, Franz Chriftof, und Sigmund / von Hrn. Ernst Margrafen zu Baden mit einigen zu Crenzach fallenden Zinsen belehnet / welche vorhin Vollmann von Waldeck, ! Vitzthumb genannt / zu Laimen genossen hatte. So zahlreich dises Geschlecht war / so geschwinde name es wieder ab. Es wäre etwas ohnnöh- tiges, die Stunde ihres Todes zu melden. Wurst- > eisen hat es zum Teile schon getahn. Doch starb der Hemmann nicht im Jahre 1557. sondern, kraft des Teilbuchs, am Ostertage des folgenden Jahrs. Da nun die Erbsthaften sich sehr verteilten, so ! juchten die Erben zu den eigentummlichen Gütern einen Kaüffer. Hierzu war niemand bequemer, als die Stadt Basel, welche alle in dero BottmDgkeit gelegene Pppp s Zmse 1202 Historische Zinse und Zehnden, vermög bekommenden Briefs, im Jahre i s 6o. erkaufet hat. » Wir nachgenanten Egolf Offenburg dzit seß- ,, haft zit Büren, für mich selbs, Mathis Jacob ! „ von der Breitenlandenberg, und Niclaus von » Wendelstorf, Vogt zu Pfeffingen, anstat und in „ Rammen und als rechte Gewalthabere Fr. Ca- „ tharina von Landenberg, gebohrnen Offenbur- „ gin, unsrer lieben Frau Mutter und Schwiger; „ Hans Philips Offenburg, Vogt zu Farnsperg, ,, und Küngold Hiltprandin, Ehegemächt; Theo- „ dor Merian, der Goldschmid, Bürger zu Ba- ,> sel, als Vogt Jacoben, Daviden und Hester Of- „ feuburg, weiland des vesten Juncker Sebastian ,, Offenburg seligen, nach tod gelassener ehelicher „ Linderen; und dan Bath Ertzberg, auch Bur- ,, ger zu Basel, als ein rechtlicher Vogt der tu- „ gendreichen Jungfrau Ursula Offenburg, wei- „ land des ftommen, vesten Junker Hemman Off „ fenburg sel. nach tod gelassenen ehelichen kinds, „ thun kund und bekennen hiemit öffentlich, daß ,, wir gemeinlichen undunderscheidenlich, besonders „ aber, wir die obgesagte Gewalthabere, anstat „ und in nammen unserer Principalin und Gewalt- „ geberin, deßglichen wir die vorgemelten ehe und „ rechtliche Vogt, von wegen unserer Ehewürthin, » Vogtsöhnen und töchteren, all unser und dersel- »ben Merkwürdigkeiten. 122z „ den Erben und Nachkommen, die wir zu Stät- „ Haltung, fürnemblichen aber ich Küngold Hilt- « prandin, mit Hand und Mund und gewaltsame „ obgenenten meines lieben Junkhern, gemahls ,, und rechten Vogts Hanß Philipßen Offenburg, » dem ich der Vogtye Anred und bekantlich bin, ,, mit gutem zitigen Naht und Vorbetrachtung um unseren, unserer Principalin, auch unserer Vogts- » söhnen und töchteren schinbahren Nutzens und „ ftommens willen, so wir damit gefürderet, für „ Uns, unsere Gewalthaberin, Vogtjohne und ,, töchteren, all unsere und derselben erben und „ nachkommen, die wir zu Stäthaltung hierin „ geschriebene dingen vestiglich verbindend in der „ allerbesten formb, Maaß und Gestalt, wie das „ Ordnung geschriebener Rechten, Landgerichten ,, und Gewohnheiten am allerbestendigsten, siche- „ risten und kräftigsten zugonn und beschechen soll, », !an oder mag, eines aufrechten, stäten, vesren „ ewigen und unwiderruflichen kanfs verkauft und. „ zu kauffen geben haben, als wir auch ze kauf- ,, fen gebend, inn und mit kraft dis Briefs, den ,, edlen, gestrengen, frommen, vesten, fürstchti- „ gen, wisen Herr Bürgermeister und Naht der » Statt Basel, unsren günstigen lieben Herren, » die auch ihnen selbs, gemeiner ihrer Stadt Ba- » sel, und allen ihren Nachkommen, ufrecht und » redlich von Uns erkauft haben; des Erstell das Pppp r Holtz Historische 1224 ,, Holtz, genant der Küenberg, sambt dem Burg- ^ » stahl Blschofsstein ob Sissach gelegen, stoßt ge- „ gen deren von Sissach Bann, ist gegen dem „ Dorf Sissach umsteinet, stoßt hinab gegen deren ,> von Wintersmgen Bann und hinauf gegen Ri- „ ckenbach und BekteBann, sambt der Gerechtig-- „ keit des Waidgangs darin, darvon jedes Haust ,, zu Bekten Jährlichs ein Erndgarben und ein „ Fastnacht Huen gibt; sodan Einsts ViernzelDün- ,, khel, Siben Viernzel Hadern, 22. Hanen, ! „ 210. Eyer, 5 id 1 ^ st gelts; alles rechter, ewi- „ ger und unwiderkäuffiger Jährlichen Zinssen und „ Gülten, so wir us und ab der Eigenschaft der „ ligenden ohnbeweglichen Gütteren, darvon sie „ kraft der Berainen gendt und in Zwingen, Bän- „ nen und Dörfferen Wytersperg, Sissach, Ar- „ ristorf, Rümlickhen und Kanerchüngen gelegen „ sind, bißher gehebt und dise nachbenante persoh- „ nen jährlichen und eines jeden Jahrs besunders » auf St. Martins des H. Bischofs Tag zu ver- » Zinsen, auch solche Korn, Haber, Hanen, Hüe* » «er, Eyer und Geltgülten gehn Liestal zu wäh- „ ren und ze antworten: Zu Wttisperg gibt rc. rc. „ rc. rc. ,, Mehr so haben Wir den Herren Käuffern ob- „ stohnd zu kanffen geben, unser Theil der hernach », bestimbten Zehnden, in Zwing und Bännen der » her- Merkwürdigkeiten. 1225 „ hernach gemelten Dörfferen mit Rammen die „ Quart in dem gemeinen Zehenden, deßglichen » in den Hoffgütteren zn Sissach, thut zu gemei- „ nen Jahren 24. Vrtzl. Korn und Hadern und ,, i s. Saum Wein, sambt dem Heu und Ehrschatz; „ Item die Quart-des Zchndens zu Diektech auch „ von allen Früchten, thut zu gemeinen Jahren Zs. Vrtzl. körn und Haber»,- sainbt dem Heu » und Ehrschatz; Item die Quart des Zehndens » zu Zuntzgen, auch von allen Früchten, thut zu gemeinen Jahren 18. Vrtzl. körn und Hadern, » sambt dem Heu und Ehrschatz; Item die Quart des Zehendens zu Bukren und Häfelfingen, und „ den Ächtesten theil des Zehndens zu Wytersperg, „ thut zu gemeinen Jahren 20. Vrtzl. körn und „ HaberU;' Item den Quart des Zeyenden in dey » Z. Dötfferen Bettigken oder Bekten, Dürneü » und Diepfliken, thut zu gemeinen Jahren is. » Vrtzl. körn und Hadern, je und allwegen in ch » nem Zehnden 2. theil körn und den drittel Ha- „ bern, sambt dem Heuw; so dan und zum let- „ sten den Zehnden zu Büß, genant den Som- „ mer Zehnden, ist allein Hadern; das ein Iaht „ nimbt in, der von Löwenberg, das ander Jahr „ hat er sich Uns inzunemmen gebührt, thut zü ,, gemeinen Jahren ir.Viertzel Hadern; wie wir ,, das alles von weiland dem obgenanten HemmaN von Offenburg unsrem Lieben Junckher Vattet Pppp 4 * und i2ss Historische „ und Großvatter sel. verschienener Zeit ererbt ha- » ben: re. „ Als ftey eigen Guth und nicht Lehen; re. ! » re. re. Mit Verzichung aller rechten, mit alle » Briefe und Berainen Heraußgebung re. re. ^ Geben uf Mittwoch den 24. sssnuarü i » cum siZillis. Welche sämtliche Gefalle nachwerts dem Korn- meister zu Lieftal, so der Schuldheiß, und Bürger von Basel ist, einzuziehen, und dem Stande zu verrechnen, übergeben worden. Dasjenige nun, so die Hffenburger noch ferners in der Stadt Basel Herrschaft hatten, waren der Kirchensatz zu Munzach, die dortigen Zehnden und Gefalle. Da aber dises ein Lehen war, so von den Landgrafen des Sißgöws herrührte, der Stand Bafel aber schon längstens dise Landgrafschaft sich erworben, hiemit sechsten Lehenherr war, so hatte er deßwegen nichts zu erkauffen. Er liesse also die Offenburger, so Beammtete und seine Bürger waren, in dem ruhigen Genuß dises Mannslchens, so lange dises Geschlecht fortgedauret; welches aber ohngefehr um das Jahr i6z6. vollkommen ausge- storben; da denn dem Stande diser Kirchensatz, Zehnden Merkwürdigkeiten. »207 Zchn-err und Zinse zu Munzach heimgefalleu find. Es suchten zwar einige Anverwandte, von weiblicher Seite her, fich darvon etwas auszubitten; allein da niemand einig gegründetes Recht hatte, so ward auch niemand nichts gegeben, als der Frauen Cunigunda Brand ein jährliches Leibgeding von 52. fl. darum weil sie alle hinter fich gehabte Briefe ausgeliefert. Der in der Stadt Basel auf dem St. Peters Berg gelegene Offenburgische Hof ist, nach Abgang dises Geschlechts, nach vielen beygelegten Streitigkeiten, mit Erlaubniß des Lehmherrn verpfändet , und denn auch an Bürger von Basel verlaustet worden. Von der Kirche zu Wunzach. MJses Klrchlein, darinnen nunmehr alle Oster- ^ Montag geprediget wird, ist in vollkommenem Abgänge und Zerfalle. So lange die Herren von Schauenburg ihre Herrschaft, wie sie vorhin beschrieben worden, besassen, war dises die Pfarrkirche aller ihrer angehörigen Dorfschaften. Äach dem Jahre i z;o.aber, als dises Dörflein je mehr Pppp s und rrc>8 Historische und mehr abgenommen, so daß nunzumalen ausser der Kirche kein einiges Gebaü mehr übrig ist, haben auch die Zuhörer sich vermindert, und ist der 'Gottesdienst, für die ehmaligen Angehörigen der Herrschaft Schanenburg, naher Frenkendvrf verlegt wokden. Dise Kirche war dem St.Lvrenzen gewidmet, und in Ansehung der Wallfahrten vor Zeiten sehr berühmt. In dem mit einer Mauer umgebenen Kirchhofe ! entspringet ein schönes und gutes Brunnwasser, ! darvon ein lauffender Brunn ausser dem Kirchhofe stehet, das übrige aber zum Siechenhause geleitet wird. Von disem Brunnen nun ist die alte Erzehlung: Daß einmal die Mutter GOttes sich bey diser Kirche sichtbarlich gezeiget, und an dem ! Orte, wo sie den Boden betreten, dise vortrestiche Quelle entsprungen fty. Auf disem Kirchhofe werden diejenigen, so im Siechenhause sterben, begraben. Als die Kirche zu Denken in dem Jahre 1621. ' neu erbauet ward, brachte man eine Glocke von Munzach dahin, 'um das dasige Gelaüte vollstimmiger zu machen. Gleichwie die Kirche und das Dorf zu Grunde gegangen, so haben sich auch die Rechte von Munzach verloren, oder sind anderwertshin verlegt worderr. Das Merkwürdigkeiten. 1209 Das allhier unter -er alten Herrschaft Scbauen- burg stehende Gericht ward naher Liestal, und der Gottesdienst naher Frenkendorf verlegt. Dock ist schon in Pestzeiten , und bey entstandenem Viehpresten, da man nicht gut erachtet, die von FülinSdorf naher Frenkendorf in die Kirche gehen zu lassen, denen FülinSdörfern in der Kirche zu Munzach sonderbar geprediget worden; daher von FülinSdorf naher Munzach noch ein Kirchweg gehet. Es ist schwer zu bestimmen, wenn Munzach aufgehört habe ein Dorfzu seyn; doch glauben wir nicht ohne Grund, daß solches zwischen den Jahren 1440. bis 1450. als der Oesterreichische feindliche Adel dise Gegend oft mit Feuer und Schwerdt angegriffen, beschehen sey. Massen in der österreichischen Richtung deutlich stehet, daß dises Dorf im Jahre 1444. von einer aus Rheinfelden ausgegangenen Partey angezündet und verbrannt worden. Die Offenburger haben, so lange sie den Kirchen- satz und Zehnden allhier besorget und genutzet, per üibleuäLtionem , oder als eine Afteradmodiation, einige Güter verlihen; darvon die Zinse teils ihnen, teils dem Prediger allda, zu bezahlen waren. Hemmann von Offenburg, Obervogt auf Farnsburg, war der letzte, der etwas dergleichen vorgenommen. Ohngeacht nun der Stand Basel, als Landgraf des Sißgöws, und Lehenherr, solches niema- len 12 !» Historische len gutgeheissen, so sind dennoch dise Verleihnngen über die nunmaligen Gewidemsgüter zu Munzach und Frenkendorf geblieben, und werden teils derselben von Lobl. Dcputatenammt vergeben. Der Munzacher Fruchtenden, so zu Liestal von L. Dreyerammte, mit andern Zehnden, verlihen wird, nennt man gemeinlich den kleinen Zehnden. Drey Teile desselben beziehet der Kornmeifter, Namens der Obrigkeit. Der vierte Teil ist dem Hrn. Pfarrer zu seinem Einkommen zu Nutzen gegeben. Der Heuzehnden, welcher aufgestellet wird, beziehet der Kornmeister Drey Quart, und der Prediger ein Quart. Vor Zeiten bezog der Oberherr des Liestaler Amts Ein Viertel, oder die sogenannte Quart; und die Edeln übrige Drey Viertel, von welchen aber Ein Viertel entweders von denen von Offenburg oder denen von Schauenburg, als Collatoren, dem Prediger zur Pfrund gegeben worden. Der Hochwaldzehnden gehört, wie aller Orten, der Obrigkeit, und wird in Habern abgestattet. Die Waldungen sind bey Liestal beschrieben. Die Prediger voll Munzach wohnen nunmehr, wie Merkwürdigkeiten. i2n wie schon angemerkt, zu Liestal. Und ohngeacht des Jahrs nur einmal in der Kirche zu Munzach, und sonsten allezeit zu Frenkendorf geprediget wird, so behalt der Prediger von Frenkendorf dennoch den Namen eines Seelsorgers von Munzach, weil nemlich die seiner Huth anvertraute Gemeinden vermalen Pfarrangehörige von Munzach gewesen. Dises ist also das einige Dorf, welches in dem bis anher beschriebenen Bezirke der Landschaft Basel abgegangen; da hingegen andere Gemeinden sehr zugenommen haben. Prediger zu Munzach finden wir folgende aufgezeichnet : Im Jahre is. Heinrich Schelling; vor der Reformation. 1524. Johannes Jlfelder, genant Gelthauser. iszs. Wolfgang Fries. 1567. Johannes Zimmermann. 1581. Philipp Lautenburger; ward kraft dessen Grabschrift Leutpriester zu Munzach, und Diaconus zu Liestal. r 6 i 8 . Hieronymus Parcus. 1624. Joh. Jacob Werenfels. r627. ^eonhard Litzelmann; starb aufderCanzel. rtsL. Johannes Grynaus. 1212 Historische Im Jahre 1688. Theodor Burkhard. 1694. Jacob Maximilian Meyer. 1714. Herr Adel Seiler; zuvor Pfarrer in Roscmvyler. Voll denen Kirchenpflegern von Mnnzach findet man aufgezeichnet, daß selbige im Jahre 1471. vor dem Gerichte zu Liestal sich beschwürt, daß ein Zinsmann Zwölf Maas Ocl, so er von einem zu Mnnzach ligenden Gut, der dortigen Kirche zu ihrem Gebrauche jährlich zu geben schuldig war, nicht mehr bezahlen wollte. Daher diß Zinsgut, weil niemand ein mehrers darauf geboten, denen Kirchenpflegern zuerkannt worden. Woraus zu ersitzen, Laß nach 14^0. wie wir eben angemerkt, Munzach im Zerfalle und kein Gerichtstatt mehr gewesen. Aus einer alten Kundschaft ist zu ersehen, wie Schauenburg und Munzach mit Zwing und Bann naher Liestal gehöre, und das Gescheit» zu Mlm- zach von Liestal aus besetzt werde; deßwegen auch die von Liestal, anstatt Siben, Neun Geschcids- männer haben. Man findet auch aufgezeichnet, daß Fünf benachbarte adeliche Geschlechter miteinander allhicr zur Kirche gegangen; welches aber nach den Umständen der Geschichte schier nicht glaüblich ist. Merkwürdigkeiten. rriz Von MJe Anhöhe, worauf dises Dorf stehet, gibt ^ demselben eine sehr anmuhtige Aussicht. Es ist auf unserer Kupferblatte mit der vierten Zahl bemerket. Aus der Abhandlung von Schauenburg ist zu ersehen, wie dises Dorf unter der Herrschaft Schauenburg gelegen; wie dise Herrschaft, hiemit auch Frenkendorf, Johannes von Schauenburg und seine Gemahlin, Catharina von Eptingen, ohngefehr in dem Jahre izz;. Graf Hermamr von Froburg v erkauft. Dise Grafen behielten aber dift »214 Historische I dise Herrschaft nicht lange, sondern übergaben solche käuflichen im Jahre iz66. an den Bischoffen von Basel. Nun haben wir in dem neunten Stücke umständlich erzehlet, wie die Herren Bischöffe von Basel das ganze Ammt Liestal / worinnen Fren- j kendorf zum Teile läge / der Stadt Basel verkauft ! und auf ewig überlassen haben. Allein an dises Dorf halten auch die Edeln von Eptingen und i Bärenftls ihre Ansprachen. j Die Edeln von Eptingen wäre»! / wie aus vorhergehendem zu ersehen , mit denen von Schauen- ^ bürg verwandt. Und der letzte Schauenburger, - so das alte Schloß und Herrschaft verkauft, hatte 1 eine von Eptingen zur Ehe. Hieraus ist zu schlies- sen, daß die Eptingischen Gemahlinnen in der al- , terr Herrschaft Schauenburg auch einige eigene Gü- I ter werden gehabt haben; wie solches aus der, der Catharina von Eptingen bestimmten vorgemeldten Morgengabe, zu ersehen ist. ! Zudeme so gränzten die Eptinger von Pratteln an Frenkendorf und an die alte Herrschaft Schattenburg. Aus dem Dritten Stücke unserer Abhandlung , sthet man, wie Werner von Eptingen zu Pratteln I einige Güter und Rebgeländ zu Frenkendorf erkauft habe. ' ' In Merkwürdigkeiten. 1215 In dem Jahre 1449. war- Frenkendorf von denen Oesterreichischen Parteyen, wie schon bey Liestal angemerkt worden, verbrannt. Im Jahr 1456. besaß Hartmann von Eptingen, «reben den; Schloß zn Prattcln, die vollkommenen Eptingischen Güter zu Frenkendorf. Bernhard von Eptingen hatte mit der Stadt Basel einige Streitigkeit wegen der Bannschiede zwischen Frenkendorf und Fülinsdorf, welche im Jahre 1467. entschieden warben. Als sich diser Bernhard mit seiner letzten und Dritten Gemahlin, Lütgarde von Oew, im Jahre 747s. verheurahtete, verschrieb er ihr» Fünfhundert Gülden Rheinisch auf Frenkendorf. In dem Jahre 1481. ward mit ihme wegen dem Waidgang, der Jagd, und der Bannlinien zwi- i scheu Frenkendorf und Pratteln, gestritten; der Zank aber sobald beygelegt, und diser Verglich im > Jahre 148 s. mit Ludwig von Eptingen bestätiget. Im Jahre rsiy. hat Nielaus von Eptingen, ! gegen Empfang zoo. fl. Gelts, der Stadt Basel versprochen, bey Verkauffung des Schlosses zu Prat- ! teln, und übrigen Gütern, ihro der, Vorzug zu lassen. Als im Jahre 1517. Junker Friedrich von Ep- Qgqq tingers i2i§ Historische tirigeri das sogenannte Cleuwis Gilt einem Bauersmann von Aristorf verkauft, war diser Friedrich von Eptingen, und Junker Adelberg von Bärenfels , Gcrichtsherren zu Frenkcudorf. Die Besitzung dises Dorfs ist vermuhtlich von Seiten dcrStadtBasel fvlgendermassen erhaltenworden: Daß da dise, nicht nur als Oberherren des Lieftaler Amts, sondern als Landgrafen des Sißgöws,verschiedene Rechte, besonders aber die Oberherrlichkeit übcr Frenkcndorf erlanget hatte, sie auch getrachtet, die übrige Gerechtsame zu erkauften. Wie denn zu verschiedenen Zeiten denen Edeln von Eptingen, und auch andern, ihre Rechte allda aberkauft, und also dises Dorf vollkommen an Basel gebracht worden. Im Jahre 142s. hatte die Stadt schon verschiedene Rechte, besonders die Oberherrlichkeit all- hier, welches daraus zu ersehen, weil sie sich wegen der Bannsgerechtigkeit und der Jagd mit denen Besitzern von Pratteln erstrittet,. Die nidern s Gerichte mögen ctwann um das Jahr 1525. an j die Stadt erkauft worden seyn. ^ Die Kirche zu Frenkendorf ist der H. Margreta gcweyhet. Im Jahre 1616. ward der Turm daran neu gebauen; und im Jahre 1731. die Kirche sechsten vergrössert. Sie wird von dein Prediger von Merkwürdigkeiten. irr? von Mimzach besorgt. Das Nöhtige hiervon ist schon an seiner Behörde gemeldet worden. Also gehören nunmehr in distPfarr die Angehörigen di- scs Dorfs, alt Schauenhurg, Röseren, derDrat- zug luid Füliusdorf. Dem Dorfe stehet ein Untervogt vor, welcher den Gerichtsstab führet. Unter disen Stab gehören auch die Einwohner zu Gibenach und Fülinsdorf. Unter Hans Oltinger, Schuldheiß zu Liestal, entstund im Jahre 1462. zwischen dem Gerichts- ftab von Liestal und Frenkendorf, einiger Stab- rechtsstreit aus folgendem Anlast: Junker Peter Truchsäß von Rheinfelden wohnte dazumal auf der Beste Schauenburg, und hatte zu einem Taglöhner Hans Schirmer den Schnei- i der von Liestal. Als nun distr seinen Lohn gefo- r dert, so wortleten, das ist, sie zankten sich mit i einander, also daß der Junker durch den Zwiugel- s Hof bis an das Tohr dem Schneider nachgelösten, - doch nicht weiter hinaus wollte, weil Schirmer sich - zu Wehr stellte. Der Schneider glaubte sich belediget, und legte daher den Junker, als er naher Liestal kam, mit seinem Pferde und Diener ins Verbot. Qqqq 2 Der i2l 8 Historische Der Junker aber wollte nicht dem Liestaler, son* dern dem Frenkendörfer Gericht Red und Antwort geben. Dessen ohngeacht höbe der Schuldheiß das Verbot auf, ließ den Junker verreisen/ und foderte denselben nachwerts durch den Gerichtsboten naher Liestal. Der Botenlohn war ein Schilling. Da aber niemand erschiene / so ward durch den Offieial des Hofs zu Basel die Kundschaft / unter ! welche«! Rechtsstab Schauenburg gehöre/ aufge- , nornmen. Da denn einer der Gezeugen eidlich ausgesagt, ! daß er vor zo. Jahren, hiemit im Jahre 1432. im 1 Dorfe Munzach gedient, allwo ein Todschlag be- ! gangen, und auch darüber zu Munzach gerichtet ! worden. ! Weil nun gemeldtermassen Munzach unter den i Gerichtsstab von Liestal kommen, so mußte der Besitzer von Schauenburg zu Liestal sich vcrant- j Worten. Doch ward von dem Gerichte zu Liestal denen i Edeln von Offenburg ihr Recht vorbehalten. Im Merkwürdigkeiten. 1219 Im Jahre 1539. war denen Freukendörfern bewilliget, einiges Holz in kleinen Madlen auszurenken. Im I'chxe 1655. ward ein Wirthshaus, und 14. Iahre hernach eine Hufschmidte gehauen. Nun sind Zwey Wirthshaüser allda. Seit i so. Jahren sind i 8 . oder 20. neue Bürger eingesessen. Im Jahre 162 z. hat die Stadt Basel dem Leonhard Martin von Frenkendorfein Stück Grien in der Ergelz verkauft, woraus gute Matten gemacht worden. In dem Jahre hernach ward denen Frenkendör- fern bewilliget neue Reben anzulegen. Zur Zeit des dreissigjährigen Kriegs setzte es im Jahre 1634. bey Frenkendorf einen kleinen Scharmützel ab. Das Gelaite von Basel zu Pferd begleitete den Herrn Georg Christas von Haßlang; weil aber eine sehr zahlreiche schwedische Partey an ihm etwas zu erbeuten wußte, so hat solche nach scharfem Widerstand, da die Basler an der Zahl sehr gering waren, denselben weggenommen. Qqqq Z Als i22o Historische Als die Bauren im Jahre 1525. naher Basel gezogen, haben sie vorhin einige Landsgemeinden auf dem Felde bey Frenkendorf gehalten; und damit die dem Stande getreuen Untertahuen von ihrem Vorhaben nichts erfahren könnte«^ aus Einhundert Schritte weit selbige mit Wachten umstellet. Die bey Frenkendorf sich befindende Waldungen find Der Adler und Frenkendörfer Asp, worvon sie keine Stammlöse zahlen. Der Liestaler Asp. Der Attenberg. Die Bruderhalden. Auf Alt Schauenburg. In Flüelinhau. In Wolffeuried. Unter denen Flüen. Der Christen. Unter der Lankenflue. In Mieschhalden, und Im Haulein. Alles Eich - und Buchwälder. Der Zehnden von Frucht und Wein wird folgendermaßen bezogen: Ein Merkwürdigkeiten. 1221 'tl Ein Quart für den obrigkeitlichen Kornmeister N zu Liestal. Ein Quart nutzet der Prediger von Munzach, ^ so die Obrigkeit, als Patronus der Kirche, ihme , zugeteilt; und die übrigen Zween Quart beziehet ^ die Thumpropstey zu Basel. Und auf gleichen Fuß wird das Heugelt statt des Heuzehndens genommen. Lobl. Deputatenammt beziehet allhier denjenigen M Zehnden, so Clevis Zehnden genennet wird. Die Einwohner dises Dorfs haben eine gute Viehzucht, machen genug Früchten zurNohtdurst; Wein und Obst aber zum Überflüsse. Die Renne- tenäpfel, so allhier wachsen, sind fürtreflich. Und man hat ausgerechnet, daß in guten Jahren die Einwohner aus Obstfrüchten zooo. iv. Gelts gelö- stt haben. ! Die Schule ist von der Gemeinde ftlbsten errich- ! tet, weil es ihnen ohnkommlich war ihre Kinder ^ naher Liestal zu schicken. Für die armen Schulkinder bezahlet Lobl. Deputatenammt den Schullohn. Das Schulhaus wird von der Gemeinde unterhalten. Obenauf hat der Herr Pfarrer ein Stüblein. Qqgq 4 Die' I2rr Historische Die Frenkendörfer besitzen eine schöne Gemeind- matterr gegen Schauenburg. Eine im Jahre 1466. aufgenommene Kundschaft zeiget, daß dazumal die hohe Straß den Fülins- dörfer und Frenkendörfer Bann, bis an die Hülf- tenbrücke; der Bechelgraben aber von der hohen Strasse an hinauf bis zu der Kilchstuden, den Lie- staler und Frenkendörfer Bann unterschieden habe. Als aber disc Gemeinden in folgenden Jahren sich noch immer crzanket, so haben sie endlich im Jahre 1487. Schiedrichter erwehlt, welche den Streit, nach Jnnhalt vorgemeldter Kundschaft, geschlichtet. Das Gericht zu Frenkendorf bestehet aus dem Untervogte daselbst, welcher den Stab führet, und Fünf Männern von dar; dem Untervogte und Vier Männern von Fülinsdorf; dem Untervogte und Eiliem Manne von Gibenach; hiemit zusamen aus Dreyzehn Personen. Die Schuldsachen unter ro. A gehöret» naher Liestal. DasGescheid bestehet aus FünfPersonen von Feen- krudorf, Vier von Fülinsdorf, und Zwoen von Gu benach, welche über Feldhändel, so in dem Banne diser Drey Dörfer vorgehen, zu richten haben. Dises I22Z Merkwürdigkeiten. Dises Dorf hat auch Zwey Umgelter oder Wein- sticher, so zugleich Fleischschätzer sind. Jeder Bürger gibt dein regierenden Schuldheiß zu Liestal jährlich 2. ß. Thauengelt. In dem Jahre 15-4. hat die Stadt Basel verschiedene Anstände/ welche sich zwischen Liestal und disem Dorfe/ Holz/ Feld und Waid betreffend/ erhoben/ durch ein förmliches Instrument entschieden. ER Von den MJse Gegend ist auf dem Knpferstücke mit der ^ Dritten Zahle bezeichnet, und wird vcrmuht- lich Schöntahl gcnennt, weil die Gegend sehr an- genenl und das Tahl schön ist. Ligt im Fülins- dörfcr Banne. Vor etlich Hundert Jahren nennte man dises Tahl in Lnbsingcrs und in Reinlins Boden, weil ein Mann von solchem Namen die erste Mahlmühle darein gesetzt hat. Dise Mühle war die einzcle unter der Bottmäs- sigkeit Merkwürdigkeiten. 1225 Weit und Herrschaft der alten Herren von Schan- enburg, welchen sie auch zinsbar gewesen. Nunmehr ist dise Gegend wahrhaftig verschönert. Es befinden sich darinnyi schöne Gebäude/ verschiedene Hammerschmidten und Dratzüge, zu welchen/ und der Mühle/ das Wasser durch einen Kanal aus der Ergelz geleitet wird. Alle dise Ge- baüde sind von denen Herren Zäslein, und der Hammer und Dratzüge schon in vorigem Jahrhundert erbauen worden. Der wegen seinen gelehrten Schriften so sehr bekannte Hr.von Bochat muhtmasset, das Wort Ergetz könne von einem Celtischen Wort hergeleitet werden/ welches einen Pfeil bedeute, weilen die plötzlich anlauffenden Waldwasser gleich einem Pfeile schnelle fortftrömen. Noch wahrscheinlicher aber, daß Ergetz ein zusamengesetztes Celtisches Wort seye, welches ein Wasser bedeute, so in Wäldern sich gesammelt, und denn in einen Fluß zufamenlauffe. Welches auch mit dem Ursprünge der Ergetz sehr wohl übereinkömmt. Von der ülften Mchanze. ^WIUI»l MUs denen vorhergehenden Ab- ^ Handlungen kan man beobachten, daß eine hochlöbli- che Eidsgenosser,schüft bey widrigen Zufällen, da fremde Kriegsheere an denen Gränzen sich gelagert, ihre Lande jeweilenvor fremden Einfällen bewahret haben. Das der Gefahr am meisten ausgesetzte Ort pfleget die andern zur Beyhülfe zu mahnen, welche denn mit der nichtigen Mannschaft zuziehen und die Gränzen besetzen. Der Merkwürdigkeiten. 1227 Der Stand Basel ist bekanntermaßen eines derjenigen Orte, an dessen Gränzen fremde Armeen ^ sich öfters sehen lassen. Er hat deßwegen schon mehrmalen sich genöhliget gesehen, den eidsgenössi- schen Zuzug zu begehren, und solchen auch tröstlich erhalten. Wenn nnn solche Hülfsvölker in dem Lande sich befinden, so werden sie an diejenigen Oerter verlegt, welche die hochangesehenen Herren Repräsentanten und Kriegsrähte bestimmen; besonders aber auch an die Pässe, und einige derselben auf die Hülsten- Schanze. Das diser Abhandlung beygefügte erste Kuyferstück stellet die Lage diser Schanze deutlich vor. Sie stehet auf einer Anhöhe, ab welcher man das Tahl und umligende Gegend sehr wol übersihet. In dem vorigen Jahrhundert ward das hölzerne Wachthaus, so darinnen gestanden, abgebrochen, und im Jahre 1689. kraft eines auf der eidgenössischen Tagleistung zu Obern Baden genommenen Entschlusses, unter Aufsicht der schweitzerischen Herren Kriegsrähte, Heidegger und Meyer, auch Herrn Oberst Fäschen von Basel, eines von Stein erbauen, und die Schanze auf die Weise, wie sie noch ist, verbessert. Das 1228 Historische ^ Das abgebrochene hölzerne Wachchans ward bey Äugst gegen dem Bürch aufgeschlagen; ein anders an den Violensteg; und einige auf den Platz zu Allen Winden genannt; in Galletzen; in den Matten bey Angst am Rhein, und in dem Ergelzhölz- lein gesetzet. Merkwürdigkeiten. 1229 WW> Von ^MEnn man das Kupferstück über dise Gegend znr Hände nimmt, so wird man die Lage -arvon deutlich absehen können. Bey verschiedenen alten Zeichnungen findet man bey disem Dorfe nicht das Schancnburgische Wappen , sondern ein springendes junges Pferd. Man muhtmasset daher nicht ohne Grund, es möchten vor Zeiten die alten Besitzer diser Gegend allhier eine Stutterey gehalten, und nachwerts, das nach und nach entstandene Dorf, von der Pferdzucht her, den Namen Füllensdorf, oder Fülinsdorf, erlanget haben. Denn obschon ein adeliehes Geschlecht ist, welches i2zo Historische welches sich von Fülmsdorf nennet, so hat selbiges dennoch mit disem Orte gar keine Verbindung. Bey Schauenburg ist schon verschiedenes verhandelt worden, welches dises Dorf berühret. Nach denen von uns eingesehenen Instrumenten waren die ältesten Besitzer desselben die Grafen von Froburg, und darinnen wird es Vülisdorf genannt. Als aber die Edeln von Schauenburg sich bey ! denenselben verdient gemacht, haben die Grafen ^ Visen Rittern Zwing und Bann zu Fülmsdorf, samt Zngehörde und vielen Bodenzinsen, zu Lehen gegeben. Dessen ohngeacht hatten auch die Edeln von Eptin- gen in disem Dorfe verschiedene Rechte und Einkünfte. ^ Der Ritter Johannes von Eptingen, seine Gemahlin Agnes, und seine Drey Töchtern, Elisabeth, Anna und Catharina, verkauften im Jahre i276. einige derselben dem Kloster Ollsperg. ! Das Instrument ist gegeben zu Altkirch, unter Thcobald Grafen zu Pfirdt. Heinrich Cellariuö in Oltingen, Werner von Schauenburg, und andere, waren Gezeugen. Bey Merkwürdigkeiten. i2zr Bey Schauenburg ist umständlich beschrieben, wie der Ritter Johannes von Schauenburg um das Jahr izzo. seiner Gemahlin, Catharina von Eptingcn, ihre Morgengabe zum Teile auf Fülins- dorf angewiesen, wie nach dessen Tode seine Schweb ster Adelheit von Schauenburg, welche Hans M rich von Bockten zur Ehe hatte, diser Morgengav Versatzung in der Schauenburgischen Erbschaft bezogen; die Wittib aber im Jahre izzs. dargegen ein Leibgeding erhalten ; wie Rudolf Vitztum und Jakob Zibold dises Leibgeding an sich gebracht und endlich die Einlösung diser eigenen Leute von ^ der Stadt Basel beschehcn sey. Graf Johannes von Froburg aber trachtete di- ^ se Lehengüter , welche seine Voreltern vergeben, ! wieder einzulösen, und behandelte im Jahre izzs. ! mit Heinrich von Schauenburg, Hemmann und z Hug, dessen Söhnen, einen Kauf über Fülinsdorf, > welcher in gleichem Jahre zu Stande gekommen, und aufden nächsten Dienstag nach dem Palmentag , besigelt worden. Darinnen bekennen sich die Edeln von Schauenburg, das Dorf Fülinsdorf, so sie und ihre Voreltern von dem Hause Froburg zu Lehen trugen, dem Grafen, gegen Empfang von 680. ff. von Florenz, als frey eigen Gut für das Haus Froburg abzutreten, samt den Gerichtet! und den Zinsen von ;o. Merzet Korn, Roggen, Dün- Rrrr tzl 12Z2 Historische kel und Hadern, in Mtermäß, samt zz. Häuern.' Der Graf behielte aber dises Dorf nicht für sich, sondern verkaufte solches, vermutlich im Jahre j i z66. mit Einwilligung seiner Gemahlin Adelheit j von Ramstein, dem Hrn. Bischoffe von Basel um szo.fl. von Florenz. ! Im Jahre 1362. haben Hemmann und Hug von Schanenbnrg nach ihres Vaters Tode noch ei- ^ uige Zinse zu Fülinsdorf, und einige Mannschaft r zn Liestal, dem Hrn. Bischoffe verkauft.. Die Jnstrnmenten sind gegeben in curis LüMien. L, Scheurhof genannt. Graf Sigmund von Thierstein mußte sich im Jahre 1364. erklären, daß zu Fülinsdorf zu richten , des Bischofs Ammtlcnten überlassen seyn solle. Die Herren Bischoffe vergaben hierauf einige Rechte allhier hin und wieder. Die Freyherrell Hemmann und Ulrich von Ram- stein erhielten im Jahre iz?Z. Pfandsweise das Schloß Birseck, Arlcsheim, Reinach, Oberweiler re. re. Fülinsdorf, die Quarten zu Liestal, Mun- zach, Frenkendorf, Muttenz, und die Zehnden zu Fü- ! linsdorf re. um z 120. fi. von Florenz, und besäst sen - It il II li« lß ! lk. >Sk ' ^ s !i- ! »V Merkwürdigkeiten. rrzz sen solches , wie bey den Offenburgischen Lehen zu sehen, noch im Jahre 1429. Also daß dasjenige, so Wursteisen meldet, daß Ulrich Vitztum in dem 1400. Jahre Fülinsdvrf besessen, vermuhtlich nur von den: Lcibgedinge und eigenen Leuten zu verstehen ist, welche er mit 20. Mark Silber, wie bey Schauenburg zu sehen, erhandelt hatte. In dem Jahre 1423. wird auch eines Jakob Zi- bolds gedacht, welcher vermuhtlich in die Rechte der Vitztum eingetreten, einen Knecht von Fülins- dorf gefangen, darum weil er naher Liestal gezogen ; und gemeldet, daß in dem Nahte der Stadt Basel erkannt worden: » Diser Edle solle distn „ Knecht darum wieder ledig lassen, weil die Fr'r- „ linsdörfer mit denen von Liestal freyzügig seyn, „ und solle er die Stadt lassen bliben, by deme so „ sie bey Hrn. Thüring von Ramstein und sinen „ Vorfahren blieben ist, und er sechsten gegen Hrn» Thüring von Ramstein verantwortet hat. Bischof Johannes von Fleckenftein löste Fülln-- dorf, samt den Quarten und Zehnden, wiederum von denen von Ramstein ein, und übergab solche im Jahre 1432. an Hemmann von Offenburg yfandsweis um 1620. fi. Als aber wegen diser Einlösung zwischen denen von Ramstein und Offenburg viele Streitigkeit Rrrr s entstan- I2Z4 Historische entstanden, so hat ^s endlich die Stadt Basel dahin gebracht, daß ihro das Dorf Fülinsdorf kaüflichen überlassen worden. In dem Instrumente hierüber, welches auf nächsten Dienstag nach unser Lieben Frauen Tag, der Liechtmeß des i4Z9. Jahrs gegeben, ist des meh- rern enthalten: Wie der damalige Herr Bischof Friedrich das Dorf Fülinsdorf, welches sein nächster Vorfahr, Bischof Johannes, dem Ritter Hemmann von Of- fenburg, auf die Weise, wie solches vorhin Hr. Thüring von Ramstein sel. und sein Sohn Rudolf, besessen, nunmehr der Stadt Basel übergebe, mit Leuten und Gütern, mit der Quart zu Licstal. Den Landgarbcn auf den Rütenen daselbs. Der Weingült, Pfenninggclt re. rc. zu Licstal. Sodenn, der Pfenningzinsen auf der Eigenschaft der Haüfer zu Licstal. Ferners wird der Stadt übergeben, zu Murr- zach, Frenkendorfund Fülinsdorf, Gerichte, Zwing und Bann, Holz, Feld, Wunne und Waide, mit Gütern, Wassernüssen und Vischcntzen. Sodenn die Quarten zu Munzach und zu Freu- kendorf; Der Zehndcn zu Fülinsdorf; Weiters allda fallend 37. Vierzel und y. Sester-Dünkel; 29. Vierzel Haber, Hüner mid Eyer. Zwey I2Z? Merkwürdigkeiten. Zwey Merze! von der Mühlin zu Fülinsdorf, einen Kernen, den andern Mühlekorn; das Wein- gelt zn Liestal und zu Fülinsdorf, zu Büeren und zu Frenkendorf; samt noch 7. Vierzel Dünkel und Hadern. Dargegen die Stadt Basel sich verpflichtet, den Quart des Zehndens zu Muttenz, welcher in diser Pfandschaft begriffen wäre, frey zu lassen, und solchen dem Hrn. Bischofs als ein freyes Gut zu übergeben. Welchen Quart Zehnden, kraft dises Vertrags, die Herren Bischoffen auch auf den heutigen Tag inhaben und nutzen. In der Abhandlung von Liestal ist gezeigt worden, wie der Hr. Bischof im Jahre i^ 8 s. sich alles Rechtens auf ewig an alles das begeben, so er der Stadt verpfändet oder verkauft hatte. Es findet sich ein Ausspruch vom Jahre 1397. daß die von Fülinsdorf angehalten worden, denen von Liestal jährlich 6 . K. Gelts an die Steur zu zahlen. Dises Dorf hat einen Untervogt, so bey seinen Ammtsverrichtungen einen gefalteten Rock von weiß und schwarzer Farbe trägt. Dessen Einwohner gehen zu Frenkendorf in die Kirche. Rrrr z Die I2Z6 Historische Die Kinder giengen auch vormalen allda zur Schule. Durch die Vergabung aber Frauen Anna Maria Zäßlein, Hrn. Doct. und Pros. Becken sel. Wittib / haben sie seit einigen Jahren eine eigene Schule errichtet. Die Fülinsdörfer haben die Schuldsachen, so über iQ.it;. sich belauffen, vor dem Gerichte zu Frenkendorfzu entscheiden. Was unter io. jtz. ist, gehört für den Schuldheiß zu Liestal. Sie stehen, wie die ganze Herrschaft Schauenburg, unter Liestal. Der Zehnden allda wird in Vier Teile abgeteilt: Den halben Teil beziehet Löbl. Deputatenammt, als Oberinspektoren des Sißgauers Capitels; den einten Quart der Kornmeister zu Liestal, Namens der Obrigkeit; Und der Prediger zu Munzach nutzet einen Quart zu seiner Pfründe. Die Waldungen zu Fülinsdorf sind: Der Augster Bürch. Der Fülinsdörfer Bürch. Das Oberholz gegen Gibenach. Der Büchlein Hau. Der Alte Berg, worauf das Gemaür von der alten Burg annoch stehet. Der Merkwürdigkeiten. 1237 Der ElbiSberg, woraus die FülinSdörfer das Holz, die Liestaleraber den Hochreiß haben. Alle dise Waldungen sind Eichen und Buche» Holz. Um das Jahr 1400. war-, anstatt Bürch, Birg geschrieben. Rudolf Vitztum wollte, daß die Fülinsdörfer ih- me den Wartbüel und Holz Birg anbauen sotten. Thäring von Ramstein verlihe dise Gegend, und hierauf trachteten die Gibenacher solche zu nutzen. Dise Holzungen stehen unter der Aufsicht des Untervogts von FülinSdors der zugleich Holzbann- wart ist. Er genießet deßwegen einen Acker, und jährlich Zwo Vierzel Korn von dem Kornmeister zu Liestal, wegen der Aufsicht über die Quart Zehn- den des Kornammts. Vorzeiten waren dises Zween Dienste,' welche nun in einer Person vereiniget sind. Daher er einen Rock als Untervogt, und einen andern als Holz- bannwart beziehet. Der Untervogt von hier und von Gibenach li- fern die Stammlöse dem regierenden Schuldheiß zu Rrrr 4 Liestal r-z8 Historische Liestal zu obrigkeitlichen Handen; da hingegen die Stammlöse, so im Liestaler, Lausemer, Selben- fperger und Frenkendörfer Banne, ausser dem Fren- kendörfer Alp , darin» kein Stammlöse gegeben wird, der Stube zu Liestal, wie schon angemerkt ist, zukömnit. In disem Dorfe war vor Zeiten eine Kapelle, dem St. Gallus geweyhct. Doch Uferten dessen Einwohner alljährlich verschiedene sogenannte Gottesgaben dem St. Lorenz naher Mnnzach. An disem Orte findet man von Zeit zu Zeit verschiedene römische Münzen, auch Aschenkrüge oder Urnen. Zu unterst im Dorfe gehet unter einer Scheune noch diejenige römische Wasserleitung, welche von obenherab bis naher Äugst gcführet ist, und in einem prächtigen nicht gar mannshohen gemauerten Gang oder Gewölbe bestehet. Das Gelände dises Dorfs, ohngeacht es an einem Berge ligt, ist dennoch sehr fruchtbar. Das jährlich allda wachsende Getraide mag seine Einwohner mit genügsamem Brot versorgen. Wein wächst in» Überflüsse; und die allhier gesammelte sehr schmackhafte Baumftüchten, besonders die Re- mtenäpfel, werden von dem Landsmanne, der Merkwürdigkeiten. 1239 auch eine zahlreiche Viehzucht hat, mit gutem Nutzen verkauftet. Doch ist dise Gegend, wie auch Frenkendorf, dem Gewitter und Hagel sehr unterworfen. Seit ohngefehr 200. Jahren werden allhier et- lich und Zwanzig neue Bürger gezehlet. Merkwürdig ist, daß in disem Dorfe kein einig Fenster der Haüscr gegen der hohen Landstraße sihet. Indem Jahre 74z 8 . da wegen dem Bannbezirke eine grosse Streitigkeit entstanden, ward auf Ansuchen Hemmanns von Offenbnrg eine rechtliche Kundschaft aufgenommen. Um das Jahr iszs. ward der erste Brunn durch Teuchel in das Dorf geleitet. Die Roppel oder Martin sind wol die ältesten Geschlechter allhier. Von den Herren von Schauenburg her, sitzet allhier noch ein alter Zoll, als: Von einem Juden, der von der Stadt herkömmt^, und ein Pferd hat, i.ß. Rrrr 5 Sodenn 1240 Historische Sodenn wird von jedem Saume Wein, so in di- sem Dorfe geladen oder durchgeführt wird, i. ß. bezahlt. Welchen Zoll der Untervogt zu Handen Löbl. Dreyerammts einziehet. Jeder Bürger zu Fülinsdorf hat dem regierenden Schuldheiß zu Liestal jährlich für Thauen- gelt i. ß. 8 . dn. zu bezahlen. Von denen Quarten des Liestaler Ammts wird hin und wieder viel gemeldet. Der berühmte Geörg Friedrich Meyer, welcher eine Landkarte über di- ses Ammt verfertiget hat, nennt den ganzen Fülins- dörfer Bann, die Quart; und wird, wie er sagt, darum die Quart genennt, weil die Fülinsdörfer, und namentlich derVvgt allda, ein besonderes Recht, wegen den Hochwälden, so in disem Quart begriffen, sodenn auch wegen des Waidgangs haben, indeme die Umligenden mit ihrem Viehe nicht darinnen Waiden dörfen. Der Vogt fragt also wegen des Holzfällens nicht die Einigsmeister von Liestal, sondern den Schuldheiß, welcher von der O- brigkeit die Erlaubniß erhält. Allein Merkwürdigkeiten. 1241 Allein solches kau nicht also verstanden werden; Denn wenn nur Vier Dörfer zu Liestal gehörten, so wäre. ein jedes Dorf, auf eine gewisse Weise, ein Quart des Ammts. Die Quarten aber haben einen ganz andern Begrif, und wird ge- meinlich von dem Zehnden hergenommen. Alle Bischöffe sprachen in ihrer Diöces den Vierten Teil vom Zehnden an, und hatten auch selbigen , als ein geistliches zu ihren Tafelgütern gehöriges Recht, zu beziehen. Dises Recht des Quart- zehndens wurde nun, gleich andern Einkünften, auf verschiedene Weise vergeben; wie wir denn hiervon in dem vorhergehenden einige Exempel angeführt. Doch haben auch die Landsherren dergleichen Quarten besessen. Die Edeln von Offenburg haben der Stadt Basel viele Quart Zehnden verkauft, welche sie mit dem Freyhofe zu Liestal bekommen hatten, und welche Quartzehnden von disem Freyhofe abhiengen. Diser Freyhof war ursprünglich die Burg der Grafen von Homburg; denn kam er an die Edeln ze Rhein; von diien an die Truchsässen von Rhein- felden, und denn an einen Peter von Offenburg. Von 1242 Historische Wibenach. MJses Dorfligt an einem Ende des Liestaler Amts, ^ an den Oesterreichischen Gränzen. Die hie- beygehende Abschilderung davon weiset dessen Lage und Gestalt. Im Jahre 1254. war ein Streit zwischen Hrn. Gerhard von Gözchon und dem Kloster Ollsperg, wegen Zwo Scupus, welche Gerhard anspräche, und solche dem Graf Rudolf und Gottfrid von Habsburg abzutreten versprochen hatte. - Zur Zeit, als das Ammt Liestal von den Herren Bischöffcn an die Stadt Basel gekommen, lagen Merkwürdigkeiten. 124z gen Vier Daurerihöfe allhier, welche alle dem nahe dabey ligenden Kloster Ollspurg zinsbar waren. Im Jahre 1 -r z?. ist deren Zahl auf 8. Wohnungen angewachsen. Sie leiteten daher einen Brunn in das Dorf, auf dessen Stock ein Fähnlein mit dem Bafelstabe gepstanzet worden. Nun ist es ein feines Dorf. Seither sind bey 22. neue Bürger eingesessen. Auf der Thumertsmatt, welche zu den zerfallenen Schlössern naher Äugst gehörte/ stunde eine Wohnung / welche naher Gibenach versetzt worden. Sie war/ so lang sie in obrigkeitl. Handen/ und verlihen war/ zehndenfrey. Nachwerts ward sie an Untertahnen verkauft. Eine Kundschaft / so Blast Schenckli in dem Jahre 1582. vor dem Gerichte der mindern Stadt Ba- ! sel abgelegt / zeiget / daß die Gibenacher in dem sogenannten Zankholz / so des Gottshauses Ollsperg Eigentum/ mit den Ollspergern den Waidgang und Ackerung oder Eichelwaid gemeinsamlich nutzen können. Die Gibenacher hatten auch mit denen von Fü- linsdorf einen Waidgangsstreit/ welcher den 17. Heumonats des 16; 8. Jahrs beygelegt worden. Die Landkarte über Liestal zeiget/ w-'e etliche Wohnun- 1244 Historische Wohnungen zu Gibenach jenseits des Violenbäch- leins stehen. Das Violen - oder Fiehletenbächlein hat seinen Ursprung oberhalb den Dörfern Ollspurg, fließt bey dem Kloster vorbey, und nimmt in dem Dorfe den Bach, so von Artstorf aus den Weyern herabkömt, samt einem Büchlein, so durch den Zettelgrabcn fließt, zu sich, da es denn bey Angst in die Ergelz sich ergießet. Discr Violenbach hat schöne Forellen und viele Krebse. Zwischen dem Gibenachcr und Augster Bürch entspringet der Stallbrunn, aus welchem das Rütschbächlein herkömmt. Nun behaubtete in vorigem Jahrhundert das Haus Oesterreich, daß discr Violenbach die Gränz- scheidung ausmache, hiemit der Bezirk jenseits di- ses Bachleins, so sie in Ansehung des Fricktahls, disseits, in dem Instrumente nennen, dem Hause Oesterreich zugehöre. Die Stadt Basel wollte auch nicht viel darwider einwenden; und hat im Jahre i s Z4- da sie mit Jhro Röm. Kayserl. Majestät, durch dero Regenten im obern Elsaß einen Vertrag, wegen den eigenen Leuten des Steins Nheinfelden, denen zu Riehen, der Oberherrlichkeit zu Rohtenflue, Anweil und Oltingen, dem Spittahle zu Frick, und wegen Angst, getroffen, Visen Merkwürdigkeiten. 1245 disen streitigen Strich Lands sich ausbedungen, welchen das Haus Oesterreich der Stadt Basel auch willig abgetreten und übergeben hat. Die Worte des Vertrags, Gibenach betreffend, lauten allso: „ Und zu letst, so übergeben wir der Statt Ba- - „ sel alle hoche und nidere Gericht, Lüth und alle „ Gerechtigkeit, so die römische köuigl. Mayestät „ zu Gibenach hiediset der Fielaten in des Steins „ Rinfelden Oberkeit gehcpt hat, wie dann der „ Etter oder Zirck daselbs luter und cigennlich un- » dersteinet ist, gat und gan sol dem Büchlein nach, „ so da heißt die Fielctten, und man gemcinlich „ nempt den Closterbach obwendig den Hüsseren zu » Gibennach uf, biß inn die Clostermatten, zu „ dem Stein, der bym grossen Nußbaum gesetzt ist, und dannen hinuf uf Tachshalden, zu dem „ Stein der ob den Reben gesetzt ist, von demsel- „ ben Stein dem Rhein nach hinaus zum Bösen „ saltz, do auch ein Stein gesetzt ist, und von „ demselbigen Stein gstracks den Rhein ab durch » die Matten im Bürgler genant, do auch ein „ Stein gesetzt ist, der scheidet biß wider in den „ Bach, die Fielatten genant, rc. Wir haben „ auch die Lüte, so zu Gibenach gesessen, dereyds- „ Pflicht, damit sie der hvchgemelten königl. Maye- „ stet, und in irem nammen Hans Fridrjchen von „ Landeck verhaftet gsin, entschlagen, nachgeben, sy deren ledig gezelt, und einer Stadt Basel hul- „ den und schwören lassen. Aber Historische 1246 „ Aber tiieby haben Wir zu beiden siten uns „ heiter vereinbart , das die obgenante Steinsa- „ tznng unsern underthanen zu beiden Siten an „ irem Feldfar, Wunn, Weide und Einigung so- „ lichs fürcr wie von alter her gebruchcn mögen, unschädlich, und one allen abbruch sin solle. „ Donstag den 27. 1534. Das Dorf hat einen Untcrvoat, welcher die obrigkeitliche Färb trägt, und zugleich Holzbann- wart ist. Gehört unter das Gericht zu Frenken- dorf, und geht zu Arristorf in die Kirche und Schule. Die Holzungen, so allher gehören, sind: Das Gibenacher Bürch; ist ein Eichwald, darüber der Untcrvogt Holzbannwart ist. Das Basel Holz; Das Basel Köpflein, und Das Zankholz, sind Waldungen, so auf Oesterreichischem Boden stehen. Der Untervogt ziehet darvon die Stammlöse ein, und lifert solche, wie der Vogt zu Fülinsdorf, dem regierenden Schuldheisscn zu Liestal. Allein das Holz wird von dem Stabhalter zu Kaiser Angst und von dem Ollspurgischen Klofterbannwart den Gibenacher« gezeigt. Das Merkwürdigkeiten. 1247 Das Baselköpflein ist von seinem alten Besitzer, so in dem Spittahle zn Basel verstorben, der Stadt Heimgefallen. Die übrigen sind erkaufte Waldungen. Das Baselholz wird in das alte und neue abgeteilt. Das neue gehörte denen Holzapfel, von ihnen kam es an die Stadt Rheinfelden, und von diser im Jahre i§z8. an die Stadt Basel, mit vollkommener Gerechtigkeit darinnen zu holzen, und Eichen nach Belieben zu fällen. Da wegen dem Holzen im Zankholze denen Gi- benachern einiger Anstand gemacht worden, so ward ihnen dennoch im Jahre 1687. dienst! kollellio zugestanden. Dises Dorf ist, wie gemeldt, auf denen Gränzen , und in Kriegszeiten verschiedenen Zufällen unterworfen. Daher in solchen die sogenannten 8 LUV 68 Lsräes, oder Schutzsaülen, mit dem Wappen des Standes aufgestellet werden. Der Landsmann findet allhier in der Viehzucht, ! Acker - und Wiesenbaus genngsame Nahrung. Von Wein und Baumfrüchten kan er den Überfluß verlausten. Ssss Die Z248 Historische Die Juden, so hier mit Wehe durchgiengm, hatten vor Zeiten einen ß. Zoll abzustatten. Jeder Bürger zu Gibenach hat alljährlich dem neuregierenden Schuldheiß zu Liestal 2. ß. Thauen- gelt zu bezahlen. Diß Dorf gehört unter den nidern Gerichtsftabe von Frenkendorf. Es hat Drey laufende Brünnen. Der Zehnden gehöret unter den Zehnden des Dorfs Basel-Augst. Unter denen Urkunden der Grafen von Hom- berg findet fich eine vom z. Maymonats des Jahrs 1277. darinnen Graf Ludwig seinen Leibeigenen, den» Erpheid Milieus zu Angst Johannes und seinen Kindern, Cunrad genannt Chrieg und Richenze seiner Schwester rc. re. bewilliget, ihre Güter, neben dem Hof Gibennach, ze Fronloe genannt, dem Kloster Öllfperg zu verkauffen. Merkwürdigkeiten. 1249 Von dem durch den Richter erlaubten Mampfe. unsern vorigen Abhandlungen sind verschle- ^ dene alte Gewohnheiten angeführet worden, welche die Einwohner diser Landschaft in den alten Zeiten beobachtet haben/ und welche alle Aufmerksamkeit verdienen. Die Tänze, welche in einem in der dicksten Waldung ausgehauenen runden Kraisplatze gehalten worden; die Züge auf die Kirchweyhen; die Kriegstänze; die Haltung der Landgerichte; und die Weise, seine Aussag mit einem Hahnen, Katze, Hunde, und den Strohhalmen ab dem Dache, zu erweisen, sind in unsern vaterländischen Geschichten nicht nur für sich sechsten merkwürdig, weil eS Gebrauche des Volks waren; sondern auch, weil von solchen bisanher niemand nichts gemeldet hat. SssS s In 1250 Historische In dem Jahre 14H. hat die Stadt Basel ihren Untertahnen von Liestal eine Verordnung erteilet , worinnen vieles zu Aufheiterung der Gewohnheiten damaliger Zeiten enthalten ist. Von dem Kampfe stehet auf der 1097. Blatseite unserer vorhergehenden Abhandlung: » Schuldiget einer den anderen, eines Mords, Diebstals, Ketzery, Roubs, Brands oder der- „ glichen Unthaten, und mag er das nit wisen mit „ Siben unversprochenen Versöhnen, ftömbden „ oder Heimfchen, der besseret in fine Fußstapfen, „ und umrisset man im die Füsse, oder erloupt „ inen den Kampf, ob man die Gezügen, als vor- „ stat, nit mag geheben. In disem Gesätze wird also eines Zwevkampfs gedacht, welcher durch den Richter bewilliget oder geboten worden. Der Ordalien oder GotteSurtheln waren in den alten Zeiten verschiedene, wordurch man vermeinte, die Unschuld zu prüfen. Der Zweykampf; die Feuer-und Wasscrprobe; das Kreutzgericht; das Gericht des H. Abendmahls; und das Barrecht, sind davon überzeugende Proben. Vielleicht findet man in unsern Geschichten noch Spu, Merkwürdigkeiten. 1251 Spuren und Merkmale von allen disen sogenannten Ordalien. Der bewilligte Zweykampf in der denen Liestalern vorgeschriebenen Gesätzen ist hiervon ein genügsames Zeugniß. Was nun über disen Kampf anzumerken, und nicht durchaus aus den vaterländischen Geschichten kau erheitert werden, muß man durch die Gewohnheit der Deutschen, welche alle dise Gerichte sehr heilig gehalten, beleuchten. So sehr zu verschiedenen Zeiten die Ausübung der Gerechtigkeit zurückbleibet, so kan doch die Liebe zu diser so edeln und zu Erhaltung der gesellschaftlichen Ruhe so unentbärlichen Lugend, niemals vollkommen verschwinden. Daher ist es kommen, daß man auch in den wildesten Zeiten, da der Angeklagte nicht konnte der beschuldigten Taht überwiesen werden, auf dise Gottsurteil gefallen, weil man geglaubt, daß die Vorsehung den unschuldigen Kämpfer, den so ein glüend Eisen berühren, oder seinen Arm in einen Kessel siedenden Wassers eintauchen würde, nicht untenligen noch beschädigen lassen werde. Dise auf Aberglauben und Vorurteil gegründete' Gerichte sind bey den alten Deutschen besonders sehr gemein, und wie wir nun sehen , auch in di- Ssss z ftr irsr Historische ser Landschaft üblich gewesen. Unsere Voreltern mögen etwas davon aus dem Heidentume abgebor- get haben. Da sie Christen worden, fanden stein dem Jüdischen Wasser der Eifersucht etwas gleiches. Und als die Geistlichkeit den Exorcifmum darzu taht, so mußte aller Orten die Unschuld fast durchge- hends durch Schwert, glüende Eisen, kalt und warmes Wasser gcprobet werden. Dißmal wollen wir bey dem Zweykampfe bleiben , so von dem Richter zu Liestal konnte auferlegt oder gestattet werden. Ein solcher Zweykampf aber beschahe mit folgenden Umständen : Wollte einer vor dem Gerichte sein Recht oder seine Unschuld erweisen, und seinen Ankläger käm- pflichen begrüßen, so mußte solches durch den Richter bewilliget werden, welche Erlaubniß bald auf Begehren des Klägers, bald auf Bitten des Beklagten , gestattet wurde. Doch gab es auch verschiedene Fälle, worinnen man den Kampf ausschlagen konnte. Besonders tahten solches nahe Allverwandte, Fürneme gegen Geringere, und auch alle Presthafte; oder aber sie konnten andere an ihre Statt den Sand betreten und sich schlagen lassen. Ward Merkwürdigkeiten. 125z Ward aber der Kampf bewilliget, so zupfte der, so den Kampf angeboten, den andern bey dem Kleide, und ward sodenn die bestimmte Zeit abgewartet. Wenn nun der Kampstag erschienen, so besahen die bestellte Männer, oder hierzu ernamste Gerichtsboten, der Kämpfenden Waffen, welche durchaus gleich seyn mußten, wie auch die Kleidung. Die Waffen bestunden aus einem Harnisch, 0- der einem ledernen Göllert oder Oberkleide, bald aus Blech, bald aus ledernen Handschuhen, aus Schwertern, Schilden, Streitkolpen, oder auch. grossen Prügeln, nach dem Gutbesinden des Richters. ! Doch mußte mehrenteils der Kopf, der Hals, i die Aerme und Füsse ohnbewafnet seyn. Hierauf traten die Kämpfer in den Kampfplatz, welcher mit einem Geländer oder hölzernen Schranken umgeben war. ^ Beide schwuren über ihre Unschuld, und baten GOtt um Beystand. Denn traten die Beystände herbey, welche Baü- ^ me in den Händen trugen; und sobald der einte Ssss 4 Käm- 1254 Historische Kämpfer verwundet worden oder fiel, auf Befehl des Richters die Kämpfer voneinanderscheideten. Der Kampf mußte des Morgens beschehen, und der Überwindet wurde jeweilen als ohnschuldig angesehen. Der Überwundene hingegen, so fern er nicht todt bliebe, nach den Gesätzen gesiraffet. Alles beschahe in Gegenwart des Richters und des Volks. In dergleichen von einem Richter gutbefundencn Kampfe gieng es selten auf Tod und Leben. Besonders in dem Jahre 14 ". da dise Kämpfe schon sehr eingeschränkt, und ihr Absehen allein dahin gerichtet war, den Schuldigen, vermögdises göttlichen Gerichts, wie man vermeinte, zu entdecken. Grosse Herren, so einander des Lebens berauben wollten, liessen die Todtenbaare in den Kampfplatz hereinbringen, versprachen einander ehrlich zu bestatten, und der Sieger legte sich öfters, nach ftölichem Überwinden, in seinen Sarg, liesse sich in die nächste Kirche tragen, und dankte GOtt strr stine Erlösung. Mit difem Kämpfen der Mannspersonen hat es seine Richtigkeit. Wie es aber mit dem Kämpfen zwischen Merkwürdigkeiten. 1255 zwischen einem Manns-und einem Weibsbilde zugegangen , darüber ist man in etwas verlegen. Gemeinlich mußte der Mann in einer Grube stehen bis an den halben Leib; denn so tief wurde ein kleiner Bezirk Erde auf dem Kampfplätze ausgeworfen. Dists gab man dem weiblichen Geschlechte zum Vorteile, um dadurch seiner Schwäche ohngefehr gegen die Kräfte des Manns das Gleichgewicht zu erteilen. Die Waffen waren ent- weders beiderseits Stecken oder Stäbe von gleicher Grösse und Länge, öfters vorn mit Stein oder Bley versehen. Und wenn es ernstlicher zugieng, so hatte der Mann einen Streitkolben, die Frau hingegen einen langen Schleyer oder Garn, worinnen ein Stein lag. Da denn das Weib um die Grube herumlief, und trachtete dem Manne Eines beyzubringen. Geschahe es, daß der Schleyer dem Manne um den Hals oder an den Kopf kam, so war es gemeinlich um ihne geschehen; denn also konnte das Weib dem Manne den Kopf verrenken oder an dieM'ube stossen. Lehnte aber der Mann den Schleyer durch seinen Kolben, oder durch den andern Arm ab, und wickelte sich der Schleyer um das Streitgewehr oder den Arm, so Ssss s zog i2s6 Historische zog er das Weib in die Grube; und nachdeme die Gesätze des Gerichts waren, schlug er sie zu tode/ oder lieferte sie dem Richter zur Bestraffung in die Hände. Natür- Merkwürdigkeiten. 1257 Natürliche UWM Kerkwürdtgkeiten der Gegenden M Schauenburg, der Me, Rösern, Munzach, Frenkendorf, Dratzug, Fülinsdorf, und Gibenach. O / Thirsis komm, 0 komm auf unsre Hügel! Bewundre hier des Welterschaffers Pracht! Ein Gräsgen ist der grossen Allmacht Spiegel, Und zeigt dir GOtt so weis, als groß an Macht. Hr. v. Lr. Ist Gegenden bestehen in Bergen, Hügeln, und verschiedenen Tählern, allwo, gleiche wie in vorhergehenden, schöne Wiesen, Felder, Historische I2s8 der, Weinberge und Waldungen zu seyen, folglich auch überhaubt gleiche Früchte, Kraüter und Blumen zu finden seyn. Was von solchen in jedem Monat die Land-und Hauswürtschaft für Nutzbarkeit in der Küche zur Sveise, Getränke, Gewürze, in der Heilkunst wider mancherley Gebrechen der Menschen und Thiere, oder auch in andern Bedürftigkeiten ziehen kann, beliebe ein jeder, wer Lust hat, aus des hochgelehrten Herrn Dr. Erharts unvergleichlicher ökonomischer Pflan- zenhiftorie zu Ulm und Memmingen Z. in 8vo. getruckt zu lernen. Ich habe wenig so nützliche Bücher gesehen, und es wird schwerlich jemand gereuen selbige gekauffet zu haben. noch weniger aber nach derselben Anleitung zum Lobe des allmächtigen Schöpfers das Pflanzenreich sich zu Nutzen zu machen. Es würd ja z. E. sehr nützlich seyn, wenn unsere Landleute die Brunnkresse, Nachdüngen, jungen Maßliebenblättlein, den Ackersalat, den guten Heinrich oder wilden Spinat, die Rapunzeln, Wegwisen - und Pfaffenröhrleinwurzen besser kennen, pflanzen und gebrauchen lchrnetcn; Siekönn- ten sich zu ihrer Zeit ein manches Gemüßlein zum Brot schaffen; oder auch von selbigen, gleichwie von vielen andern wilden Kraütern überauß dienliche Arzneyen haben. In Betrachtung des Holzes könnte man hin und wider auch besser lehrnen haußhalten. Als wir in dem Monat Mayen zu Anfange 1259 Merkwürdigkeiten. 'Anfange uns in disen Gefilden ein wenig umgesehen, so bemerkten wir unter den gemeinern Wald- Feld-und Wiesenkraütern folgende: r. Eine Art Wiescngraß mit breiten Blättern. Oramen pratenle, pamLuIatum, rriajus, 1a- riore lolio, Ns« Itieoptir. L. k. k. 2. kas- üni etiani meclium L minus reperiuntur. 2. Das grössere und kleinere Waldgraß, mithä- richten Blättern. Lramen kirlutuin, 3N§U- Ikilol. M3)U8, L MINU8. L. L. ?. 7. R.. lo. Am Walde gegen Olsperg mit folgend. 3. Ein Waldgraß mit rötlichen weichen Aeren. Orain. nenror. spica rukekLente, inolli. L. ö. k- 7- 4. Ein Waldgraß mit kleinen, rauchen Aeren. Oram. nenior. spicis parvir, asxeris. L. ö. k- 7- 5 1 ^. 54. ?a§. 726. auf denm Wiesen hin und wider. 6. ^uncus acumine reüexo, masor. L. L. ?. 12. I. L. 2.528. An sumpfichten Orten. 7. 6ram. junceum, kolio articulato, l^lvaticum. c. L. ?. 5. An feuchten waldichten Orten. 8 . i26o Historische 8 . 2. und z. im steil Stücke. Auf dem Felde gegen Olsperg. 9 . Eine Art des Storkenschnabels. Oeraumm ro- bertmnum, primum viriäe L rubrum. 0. k. k. ziz. Blühet im Mayen in denen Stammlöchern der Baüme. Es ist ein treflich zerteilend und äeter§irend Wundkraut. 10. Eine andere Art des Storkenschnabels. Oe- ran. diNrÄLlüoiäes, Lraria I)ei Oerinanorum. e. L. ?. ZI8- 1 . 266. Auf den Bergwiesen, wie auch n. 6enm. bruraclüoiäeg, Lollum 6ruis 6erina- norum. Lor. loc. cit. 12. z z. P 3 A. 6 Q. Bey Gibenach auf der Höhe. IZ. s4- 6 s. Am Walde nach Olsperg. 14. n. Z8. Z9. 40. und 4 l. 61. Im Walde ob Gibenach. r s. Die breitblätterichte Stendelwurz, mit aufgesperrtem Blinnenhelme. Lsmolorctüs iLtito- 1iL, biantL cucullo major. L. ö. ?. 8o. so bey Mntteilz und Gundeldinqcn schon vorgekommen. Nahe bey Gibenach. i6.Die Merkwürdigkeiten. 1261 i§. Die Wicke mit kleinen Windenkrautsblättem und gelben Blümchen. Vicia lutea, iolüs Lonvolvuli minoris. L. L. k. Z4s. Im Felde gegen Olsperg. 17. Das Ackerbesemkraut mit breiten Täschlein. Iblaspi oKc. arvenle, üli^uis latis. L. ö. k. ios. 1 . 2i2. In denen Feldern gegen Olsperg. Man hält es für schweißtreibend, harntreibend, und also Wender Wirkung. 1 8 . In denen Waldungen gegen Aristorf und Fü- linsdorf stehet man den Kamme. montan, e- reel. L.L. blerb. karis. Lc. so andMV. schon aufgezeichnet worden. i 8 . In denen Wassergräben der Wiesen, bey dem Dorfe Gibenach haben wir die Ltellariam, koliis omnibus lubrotunäis. Ha 1 I. 8 t.HeIv. 199. den 8cirpum Lc^uiseti capitulo majorem. 528. und andere dergl. Sumpfkraüter gefunden. Auf denen Wiesen klor. Luculi; ^Icliimillam. krim. ver. Vslerian. tern, und dergleichen, vorstelleteu. Ich habe sie ! in Schränket» und Schachteln aufgehoben, und mich bemühet, ihnen Namen auszufiuden. Diogenes: Wußtest du nicht, daß du auf Erden nur ein Durchreisender wärest? Oder warum saümtest du Tttt z dich , 1268 Natürliche -ich, alle scheckigten und seltenen Steine aufzuheben, die du auf der Strasse ligen sahest? Gehe in den Spitzbergeu des Tartarus zu suchen, viel- leich mögtest du einen versteinerten Fledermaußflü- gel entdecken, dein Kabinet damit zu bereichern. Elende Menschen! Sie beklagen steh, daß ihre Lebenszeit zu kurz sey, und wissen sich doch derselben nicht besser zu gebrauchen, sie lassen die edle Zeit im Müssiggange verlauffen, oder sie brauchen sie die »»nützlichsten Geschäfte zu verrichten. M. d. S. Dise uns eingekommene kurze Stachelschrift haben wir nicht zurückhalten können. In derselben hat Diogenes gerichtet, wenn Minos selbst richten wird, so kömmt gewiß ein günstiger Urteil heraus. eschreibung der Uupferblatte. ki§. a, ?srx mteriorem efti8 üruÄu- ram ükens; in laxiläe äurilluno cinereo. Diejenigen, welche die Benennung diser Versteinerung von dem Bilde hernemen, welches in der Gestalt eines Widders verehret worden, haben es zum Teile darum getahn, weil dise Schnecke runde irr einem Wirbel zusamengewickelte Wendungen Merkwürdigkeiten. 1269 düngen hat, gleich einem gewundenen Widderhorn. Und so werden viele Sachen, welche neu entdecket' und benamset werden, mit einem Name belegt, der von einer bekannten Sache hergenommen wird, darmit übereinkömmt oder einige Gleichheit hat. Die neuern Gelehrten, welche über den Geschichtschreiber des grossen Alexanders, den Curtius, ihre Anmerkungen gemacht, halten sich an der Abseht!- derung dises Bildes auf. In dem Geschichtschreiber stehet, das Bild habe nicht diejenige Gestalt gehabt , wie die Künstler ge- meinlich die Götter zu bilden pflegen; sondern sey einem Nabel ähnlich gewesen. Nun weiß man zwar wol, daß einige Araber auch die Gottheit in der Gestalt der Steine angebeten; allein denen Auslegern gefiele dise Meinung nicht, sie erklärten es bald änderst. Die vorgestellte Gottheit ward in einen Widder verwandelt, welcher krumme Hörner hatte. Die neuern aber, welchen das lateinische Wort vmdilicus nicht gefiel, machten daraus I^mbriculus , welches eine wilde Bastartart Schafe seyn soll, welche von einem Schafe und einer Gattung Geiße gezeuget werden, so anstatt der Wolle Geißhaare und Hörner haben , welche sich vorwerts krümmen. Tttt 4 Wie 127 » Natürliche Wie weit solches mit den römischen Münzen übereinkomme, kan ein jeder untersuchen. Nach der Beschreibung sollten unsere Versteinerungen bey weitem nicht mit solchen schönen Krümmungen gezieret seyn. Da aber der einmal einer Sache gegebene Name nicht so leicht abzuändern, so werden dise Schnecken dennoch allzeit Ammonshörner heissen, die in Libien mögen nun ausgesehen haben, wie ste wollen. In unserer vorigen Abhandlung wird gemeldet, wie dise Art Seeschnecken, ausser denen sehr kleinen , welche in denen Italiänischen Gewässern entdecket worden, nicht in der See gefunden werden. Dessen ohngeacht setzen einige Beschreibet: der See- schnecken die Ammonshörner unter die eßbaren Seethiere; welches vermuhtlich daher kömmt, weil sie einer Art Lockles orbiLMgri8 , welche dem Am- monshorn gleichet, den gleichen Namen geben. Die Versteinerung, welche 6§. 3. vorgestellt wird, zeiget auf das zierlichste die innere Höle oder Abteilung des Schneckengehaüses. Die Vertieffungen der Kammern senken sich alle dem Mittelpunkte der Schnecke zu, sind etwas ablang, von besonderer Krümmung, da an denen Wänden verschiedene Höhen und Liessen, gleich den Korallenasten seyn. Es scheinet, oh hätte sich bißweilen zur Seite, bißweilen in Merkwürdigkeiten. 1271 in der Treffe einer jeden Kammer eine Oeffnungm die nächsranligende Kammer befunden; und stunden hiemit alle Kammern oder Abteilungen miteinander in genauer Verbindung. Als wir aber Wasser hineingeschüttet, ist es stehen geblieben, ohne in eine andere Kammer zu fliesten. Welches dennoch der Muhtmassung nichts benimmt, weil alle Kammern mit einer gelben, ohne Zweifel von dem Salze der versteinerten Schnecke entstandener.! Cristallijation, durchaus angefüllet und recht schön anzusehen sind; hiemit diser kristallische Ansatz gar leicht die kleinen Oeffnungm verstopfen können. Der Stein ist etwas grösser, als er auf der Kupferblatte gezeichnet ist. Wir besitzen beide Stücke, so sehr gut auf einander passen. Er ward zu Fülinsdorf gefunden. Unsere Leser werden an der Abzeichnung bemerken, daß zwischen der ersten und andern Wendung der Versteinerung eine zirkelrunde Linie durchgehet, so wie ein kleiner Wurm um die Kammern herum- laüft. In der Schiffkuttel gehet, wie bekannt, das Röhrlein, so ^pkuuculus genennt wird, durch die Mitte der Schnecke. Hier ligt ein gleiches Röhrlein, so wie ein Vermiculsris aussihet zwischen den Kammern. Wie die Wendungen der Schnecke sind» ir-r Natürliche sind, so krümmet sich auch diß Röhrlein, hiermit laüft es vermuhtlich bey der äussersten Krümmung oder in die Mündung der Schnecke hinaus. Niemand hat sich bisanher bemühet, dises Röhrlein, welches wie der ^plmnculus dem d^autiliten dienet , dises der Ammonsschnecke zu gleichem Gebräuche seyn kau, genau einzusehen. Es ist also, als etwas besonders, einiger Aufmerksamkeit würdig. Und wo es in der Versteinerung nicht mehr ganz ist, so ist dennoch seine gehabte Lage deutlich zu sehen. Es finden sich zwar einige wenige Gelehrte, welche an der sehr kleinen Ammonsschnecke, so zu Nimmt gefunden worden, durch das Vergrößerungsglas eine Oeffnung eines Röhrleins oder 8ipdun- culus, vermeinen gefunden zuhaben. Und daher wagten es andere zu sagen, daß ein Röhrlein am Rande der Ammonshörner durchgehe. Hier nun sihet man den ganzen Lauf dises 87- pliunculu8 , welcher die Bauart diser Schnecke um ein merkliches beleuchtet, und denen Liebhabern einen bequemen Anlaß gibet, nähere Untersuchungen zu machen. , Hr. Lang, der fürtrefliche Naturkündiger von Lucern,' Merkwürdigkeiten. 127z Lucern, konnte zu seiner Zeit die bewunderungswürdige innere Bauart der Ammonshörner nicht genugsam bewundern, und wünschet, daß seine Nachkömmlinge solche näher betrachten möchten. Hr. Scheuchzer sagt schon mehrers, und meldet mit wenig Worten, daß durch die Scheidwände ein zartes holes Röhrlein gehe. Wir fügen hinzu, daß dises Röhrlein einem Vermiculsck von weisser Farbe gleiche; an denen Orten, wo sich der darin» befundene Saft versteinert, von dunkelblauer Farbe; und daß allen Muhtmassungen nach, dtser 8y- xbunculus von dein innersten Teile des Ammons- horns durch alle Schiedwände der Wendungen bey oder in der Mündung der Schnecke herauslauffe. Ob aber alle Arten Ammonshörner dises Röhrlein haben, oder ob durch eine allzustarke Versteinerung solches ohnsichtbar und vollkommen ohn- kenntlich werden könne, ist ebenfalls einer Aufmerksamkeit würdig; Massen ohngeacht verschiedene di- ser Steine von uns zerschlagen, abgeschliffen, und auf alle Weise durchsuchet worden, dennoch keine Merkmale eines ^xliunculus anzutreffen gewesen sind. b. ^mmomtes llrüs ex tuberculis mferioribus sä tuberculs ürperiors curreutibm, colore ksvonitente. i Dift ,274 Natürliche Dise einem türkischen Bunde gleichende Versteinerung, wird nicht gar öfters gefunden. Der Stein ist von doppelter Grösse der Abftbilderung, von einer schönen gelben glänzenden Farbe. Wo er abgebrochen, sihet man die Verteil, oder Gelenke, Geleiche, welche wie die Rückgratswirbel in andern Thieren aussehen. Die Oeffnung zeiget die Bauart diser Schnecke in einem Gesichtspunkte, welcher der 6§. 3. beschriebenen conL3Mlner3tioii vollkommen entgegen ist, weil K§.. s. die Schnecke von einer Seite zur andern, oder in die quere, in distr aber von der Höhe abwerts geösnet ist. Diser ist zu Fülinsdorf gefunden worden. c. Oo3§ulum lapicleum, ex Loncliit. Veneriz. pec^unLulit. erNroelüt:. alüs^ue compol! Dises sehr schöne Gesteine, worinn alle obge- meldten Arten der Versteinerungen und noch mehrere sitzen, ward zu Fülinsdorf auf dem Felde ausschaben. Es ist gelblich. cl. HMoites ludllavus, llelli8 Lchnoäuni lormo- Ü8. Diser Sterngenstein ward zu Röseren bey Alt- Schauenburg gefunden, Die Gestalt des Sterri- gens ist zur Seite vergrößert vorgestellt. e. Lo- Merkwürdigkeiten. 1275 e. LolumnellX entrockikirum mimmorum. Dise kleine Saülgen von sogenannten Sternsteingen kigen auf einem harten Steine nicht ferne von Alt Schauenburg. Eine Saüle derselben ist zur Seite vergrößert abgezeichnet. f. Lolumnella entrocdit3rum per microtcopiurn 3UÄA. Eine solche kleine Sternsteingensaüle durch das Vergrößerungsglas vorgestellt. i>Ieconite8 slbus, terebr3tuli8 iXvibus §c ltriatir 0rU3tU8. Eilt weisser Rogenstein / so Körnlein wie Mond- saame hat, mit glatten und gestreiften Daüblein- steinen geziert. Zu Gibenach gefunden. k. Alu1euliee8 lXvi8, ventroluL ÜLvelcens seu oclirsLei colorib. Ein glatter bauchichter Seemuschelstein von gelber Farbe. Von Gibenach. Hr. Scheuchzer hatte einen gleichen aus der Landschaft Basel. Sihe seine Beschreibung diser Versteinerung. i. Eonckiree turdiuLwi lpiris Pmciue, aldicanti« coloris. Diser I i2?6 Natürliche Difer nnt Fünf Gewinden versehene Schnecken- stein fällt aus dem äschfarben ins weisst. K. Ein gleicher von Vier Gewinden. Sind beide von Givenach. Zu Alt Scbauenburg haben wir folgende Versteinerungen gefunden: ümmonit. ^ntroclüt. Ksclioli ^Lliinit. Leiemnit. ' Or^plüt. ^leconit. leredlcUuI. üllroit. Zu Munzach: lerebratul. Lr^pbit. üleLOnit. Ein schöner Jakobsmuschelstein, aus einer Lettgrube. Zu Frctlkendorf: Mutilit. Lelenmic. Oltrs- Merkwürdigkeiten. 1.277 Oiiiacir. ru§ok. Nuidulit. ^minonit. 1 "erebr 3 tul. Lr^pliit. Zu Röseren: Lo-iZuIa variorum OonLiiilAr. I^leconit. Lntrocliit. Lelewmt. Or^pkir. lerebr^tul. Zu Fülinödorf: Lo3§u1ii variorum OonLkitsr, Nutculit. Lelemnit. ^s^cliit. crsi^ Alecdnik- I'erebrstul. Im ui-eru Schöntahle: ^mmonit. Qry. r278 Natürliche Merkwürdigkeiten. Orvpkk. * Lo^ulu vanorum OonclritJr. Zu Gibenach: l^rocliit. Loncliit. ^mnronit. Lelemnit. Lr^pkit. Register über die Historischen Merkwürdigkeiten des Westaler Umts Die Abschildernngen der Dörfer, Landgüter, Flüsse, und anderer anligenden Oerter, kommen jewei- lerr in demjenigen Stücke vor, darin» sie beschrieben werden. A. «^Mmeister zu Basel. ivoo. Ankunft grosser Herren zu Basel: Kaiser Heinrich der Vlk, 980. Herzog Lüpold von Oesterreich. ?8i. 987. - - Friedrich - « ? 8 r- ännulus kilcutoris. 1011. Anweil. 1244. Aristorf, Offenburgische Gesälle allda, 1204« Arlesheim. rrzr« Uuun Mag«», I 28 o Register Arragow. 967- Äugst, Augestgow, 967. Zoll allda. 1200. 1244. "46. Ausreutung der Wälder zu Liestal bewilliget. 998. B. AAsel die Stadt wird von Herzog Lüvold belagert. 987. Basier »einen bischöfliche Städte ein. 987. Ziehen mit 5000. Mann aus. 1000. Baurcnrcbellion. noz. no6. mo. Beinwell Kloster. ,1;;. Bennweil, Stras dadurch. io;r. Birscck. 12,2. Bischof spricht Basel aller Ansprach los. 1002. Bischöffe von Basel, deren in Visen Stücken gedacht wird. Theodorichs. 967. Peter von Aßphelt. 970. Otho von Grandsce. 978. Gerhard von Wippingen. 98-. Johannes von Mnnsingcn. 984. Johannes von Vienne. 98;. Johannes von Bncheck. 988. Werner Schaler- 988. Immer von Ramstcin. 988. Conrad Münch von Lantskron. 992. Humbrecht von Neuenburg 99;. Hartmann Münch. 1000. Johannes von Fleckenstcin. iooi. 1176. ir;z. Friedrich;eRhin. roo;. Jakob Christof. i°iz. Theodorich. 1174. Bischvfsstein erkauft. 1202. Bubendorf, Dünkhof allda. 109;. Bückten, Offenburgische Zchnden allda. 1204. Buren. 12,4. Burg. nzz. Burqhaldcn, allwo ei» Schloß gestanden. 1071. Büß, Offenburgische Gcfällc allda. 12c-;. Büttinkon, Ulrich von, Erb derer von Schauenburg. n?r. » » oder Bockten, hohe Gerichte allda, r» 76.1199.1200. Zinse allda. »204. >2«;. Historischer Merkwürdigkeiten. rrgr C. §Apelle des Bruders Claus. 1272. Capitel auf der Landschaft. 10S;. Cuoffentahl und Brunnen. urS. Luris Lslillenst». 12; 2. D. ^Ieckten, Offenburgifcher Zehnden allda, 120s. Diepflicken, Offenburgische Zinse allda. 120;. Dratzüge im Schöntahle. 1224. Dünkgericht zu Bubendorf. 109;. Dürncn, Offenburgische Zinse allda. iro;. E. (§Deltahl. 1127. Brunnen allda. 1149. Eigene Leute des Steins Rheinfelden. >2-14. Elbisberg, worauf ein Schloß gestanden. -077. Engentahl das Klösterlein wird geplündert, 1 > 04. Ergetz ein Fluß. 967.1078. dessen Namens Ursprung. 122;. Ergetztahl. 967. 8 . §Arnsperger Besatzung Grausamkeit. 1099. wird der Proviant weggenommen. ii 02. Frenke ein Flnßlein. 107?» Frenkendorf, Quartzehnden allda, versetzt. 1099. verbrannt. 1100. dessen vormalige Besitzer. 121;. Clevis Gut allda. 1216. i22i. Kirche allda. 1216. Gerichte» ir;4» Quarten. 12,4. Weingelt. 12; 4. Freyhvf zu Licstal. 1241. Frick. Uuuu i2Z2 Negisier Frick, allda werden Zinse verkauft. 1179. Spitrahi allda. >244- FwNWc. l2q«. Fülinsdorf wird von Basel erkauft. 100,. Quartzehnden allda. 1099. Ableitung des Namens. 1229. AlteBc- sitzer. i2;o. Die Grafen von Froburg. 12;,. die Herren Bischvffc von Basel. 12;-. Quartzehnden allda. I2Z2. l2;4. Das Dorf kömmt an Basel. 12)4. Land- garben allda. i2Z4. Mühle. 12;;. Zoll. 1240. Furlen. n;c>. Fürstenhöfe. n;o. G. ^Eistliche auf der Landschaft find in Drey Kapitel eingeteilt. ro6z. Geleit in der Landschaft Basel. 1109. Gempen, Hochgericht allda, gibt Anlas zum Streit, no;. Gibcnach das Dorf. , 242. Oesterreich übergibt seine Rechte allhicr der Siadt Basel. 1244. Holzungen allda. 1246. Zoll. 1248. Gränzstrcir bey Alt Schauenburg. nZ;. Ä. »^äfelfingen, Offenburgische Zchndcn allda. 1204. Hochwache auf der Schaucnburacr Flue. uz?. Homburg die alte Burg im Fricktahle. 974. Homburg die neue wird von Herzog Lüpold in Besitz genommen. 987. von Basel erkauft. 99;. der Kauf von Päbsten bestätiget. roo4. von bischöfl. Seite sich aller Ansprache begeben.im;. Hülsten Schanze. 1226. «^Agd in dem Liestaler Ammt. 1264. Jtingcn, alte Gefälle allda. H26. R.Kai- Historischer Merkwürdigkeiten. 128 z R. -^Aiser Heinrich der VIs. kömmt naher Baftl. 980. Kaiserliche Würde, darumbeu streiten Herzog Ludwig aus Bayern und Herzog Friedrich von Oesterreich. 98'. Kampf, richterlicher, so in alten Zeilen üblich war. 1249. Känerkinden, Offenburgischc Gefalle allda. 1204. Kirche zu Basel hat die Obsorg über das Kloster Sulzberg. 1017. Kirchcngütcrn Verwaltung auf der Landschaft, m;. Küenberger Waldung erkauft. 1204. Kuoffentahl. n r;. Altertümer allda. 1126. Brunnen. 1149. i2ür. L. ^Anwenders, Zehnden allda. 1201. Landgarben, wie solche abznführen. 99-. Landschreiberey zu Sissach. 1049. Lausen, i i 19. Zehnden, Kirche allda. 1120. Gerütsch allda. 1124. Liestal, dessen Lage. 96;. Ursprung des Namens. 966. ist der Haubtorl des Sißgöw. 967. wird von der Gräfin von Homburg an den Bischoffen von Basel verkauft. 970. Liestaler sollen das Bürgerrecht zu Basel nicht annemen. 979. 98?. Liestal kömmt an die Edle von Ramstein. 98-. Landgarben allda. 984. Steur und Gcwerf allda. 985. Liestal zerfällt vom Erdbeben. 989. Von Lie- stal nimmt Herzog Lüpold Besitz. 987. nimmt es mit Gewalt ein. 987. Liestaler Freyheiten von Bischoffen erteilt. 989. Liestal kömmt an Basel kaüflich. 99;. wird vvm Feinde beschädiget. iooc>. Es wird mehr Gelt auf Liestal gelihen. 1001. dessen Verkauf an Basel wird von den Päbsten bestätiget. -004. und hierüber mit dem Hrn. Bischoffen eine vollkommene Richtig- Uuuu; keit 1284 Register kcit getroffen. io>;. Alke Besitzer von Liestal. ic>r6. ' Schuldhciisn allda. io>8. Huldigung allda, 1022. Burg oder Schloß allda. -042. Freyhof. 1044. dessen Rechte. 104,;. Stadtschrciberev allda. >049: Zoll. 10;i. Zchnden allda. ic>;4. Obrigkeitliche Gebäude. io;6. Rahthaus. io;». Ziegelhütte. io;8. Spittahl. io;y. Zehndentrotte. 1060. Kirche. >000. Schützenhaus. >064. Meyer allda. 10S7. Dörfer, so zu dem Ammte Liestal gehören. 1070. Umkreis disesAmmts. 1070. Hochgericht. 1070. Waldungen. 1071. Gestad. 107;. Auffahrttags Gebrauche. 1074. Feldmühle. 1076. Siechen- haus. 1077. Alter Markt. io8r. Verordnung- 108;. Stadtmauren. nc>8. Unruh allda bestraft, mo. Wappen, m 2. Bcdienstungen. 1112. m; . Pest. 1116. Märkte, ms. Gefecht, ms. Stenr. 1171. Offen- burgische Gefalle allda. 1204. Quart allda. 12;2. Weingelt. irzg. irz?. Pfennigzins. 12,4. Liestal, Kriegsknechte allda. 1099. Quartzehndcn allda versetzt. 1099. Pfleger allda. 1101. >171. Kriegsleutc. noF- Liestaler Ammt ligt in der Rauricher Landschaft. i°8;. wird von den Ungarn zerstört. 1084. von der Armee des Hrn. von Couzin geplündert. 1--84. Liestaler angegriffen und beschützt. 1089. no°. iioi. haben Streit mit dem Abt zu Beinwell. 1098. Lotharingische Reuter ziehen sich ins Baselgebict. no?- Lupsingcn verbrannt. nc>c>. m. M, tUmien, Marchscheidung allda. nzr. Munzach, Quartzehndcn allda versetzt. 1099. «st ein Dorf in der alten Schauenburger Herrschaft. 119«. kömmt an die von Offenburg, und denn an die Stadt Basel. 1192. Kirche allda. 1207. Quartzehndcn allda. 12)2. 12,4. Muttenz Historischer Merkwürdigkeiten. 1285 Mutten,?/ eigene Leute allda. 1-76. Offenburgische Lehenzinse. 1198. Quarrzehnden allda. 12,2. 12;;. ^Bcrwiler. -2;r. Offenburger Hof in der Stadt Basel. 1178. - - Besitzer von Munzach, Schauenbnrg.n8i.nyl. - - Gefalle von der Stadt Bafel erkauft. 1202. Olsperg das Kloster. 1126. 1242.-248. Oltingen. 1244. Oris. -i;?. Fischen im Orisbach. n;;. n;y. Bauren kommen mit schlimmen Anschlägen hier zusamen. 114;. P. ^)äbstl. Bestätigungsbullen über die erkaufte Landschaft. 1004. Pfandlehen, in dem Liestaler / Waldenburger und Hombur- ger Ammt kan die Stadt einlösen. yy8. Pulvermühle im Oristahle. 114;. 9 ?EgotzschwilStraß allda. io;i. i Reinach. i-;2. Rheinftlden eingenommen. 1 -oo. l Riehen, eigene Leute allda. 1244. Rohtenflue. 1244. Rohthaus das Klösterlein wird geplündert. 1104. Römisches Gebaüde. 112s. Rösern, Marchschcidung allda. -i;;. Wohnungen undTahl. i'8y. Rümlicken, Offenburgische Erfülle allda. 1204. G.Sal- 1286 Register ^Alpctergrabeu. nii. Schanze an der Hülsten Brücke. 1226. Schanenburg das Klösterlcin wird geplündert. H44. dessen Klosterfrauen. l>8>. n84> Schanenburg das alte Schloß, i > 69. Der Edel» Sitz , und dero Herrschaft zu Fülinsdorf, Frcnkendorf und Mun- zach. l>7l- - - Bad. 118z. l'84. 1262. - - Gränzstreit auf Rappen - oder Immcnssuc. uz - - Flne und Hochwache, n87. .Schcnrhof zu Bafel. >2;2. Schlacht bey St. Jakob, darinnen kommen Liestalcr um. Verübte Grausamkeit, lc-99. Schöucnbcrgifch Lehen. i^o,. Schöntahl, Dratzügc darinnen. 1224. Schulden, fo daS Land unter den Vifchöffen gemacht, soll auch das Land bezahlen. 997. Sclbisbcrg. 1 ,zr. Streit wegen der Oberhcrrlichkeit init dem Kloster Beinwcil. > ,zz. Landgarbcn. -;- Quart. 1241. Zeugen und Bewcistum in alten Zeiten, rohs« Züge, kriegerische, zur Freude. 1102. Zunzgen, Offenburgischer Zehnden allda. iro;. 8 Xttk RegW Register allermeist bürgerlicher Geschlechte, welche in den Dreyen Stücken welche in den Dreyen Stücken des Liestaler Amts vorkommen. §^Gricola. nrr. Alondius. liri. Animerbach. roi;. Andclo, von. 1002. Aponex. roi;. Argucl, von. 97 !. ^ösippenste, von. B. 98«. Bären I 28 S Geschlechtregister. Barcnfels, Edle von. 984. "7-. 1216. Bärr. >061. Battmann. io;o. nrr. Beck. 118;. Bcinweiler. 1061. Bilgrim. 977 . Bischof. >o;o. n; 8. Bocastein. 1126. Bochat. 966. Bockenstecher. nZr. Bockten, von. iri r. Brand. n; 8 . 1207 . Brandmüller. 10Ü2. Braun. 1122. Breiten Landenberg. rror. Brödlin. ioi8. Broehund. 977. Trucker. 1062. Bruckner. 1122. Brun, von. iois. Brun. 1107. Bnbenberg. n;4. Bungelin. Burdiner. 977 . Bürgin. 1122. Burkhard. 1020. irir. , C. §Ellarius. nrr. Chrieg. ,248. Cudrify. 1194 . Cuoftal, von. ns6. Xxxx - D. 1290 Geschlechtregister. D. ^cklin. 986. ioi8. Eistatt, von. io?;. Eptingen, von. 105;. "i;. 1214. isi;. ir;o. ir;i. Erlach, von. 1044. Erni. 1018. Erzberg. 1202. Erringen. 119s. IMenstein, Grafen vvn. n;4. n;?-"?s. "79. ,1196. 1199. Fäsch. ior;> io;o. io; 4 - »227. Flaxland. 1048. Frey. 114;. Frick, von. ii78. Frieß. 1061. 1121. irn. Frobnrg, Grafen von. 968. 969. 1016. io;r. 10;;. 1170. 1172.117;. i2;i. Fröwler. 996. iirr. 1179. Fuchs. 97;. Furlon, von. ii;i. G. . 1019. Gemufeus. 106». »irr. Gerster. n;;. Giel. 977. Gifin. ioi 8 . rori. ii 8 s. Gold- 129» Geschlechtregister. Göldlin. ivis. Götzchon, von. 1242. Grieb. n;;. Grineus. 1211. Grüieres, Grafen. 1192. Grünenberg, von. rioi. Grünenfels. 1018. Güre, zem. 97;. Gutenfels, von. ic>;;. H. , Grafen von. 967.978. roi6. io;z. 1242. Hagenbach. 1048. 1049. Hämmerlin. io;o. Hardmann. H02. Harnesch. n8r. Haßlang. 1219. Hebdenstreit, genannt I-aroclie. 1021. Held. 101;. Heidegger. 1227. Herzog. io;o. Heüßler. 1122. Heyder. 1122. Hildbrand. n8i. 1202. Hoch. ioi8. Hochenfrein, von. 996. Hodel. 118;. Holzach. 1018. Holzapfel. 1247. Homberg, Grafen von. 968. 970. 97 ?. i°;r. »48. Hubcr. io;o. Hugen. ioi8. io;r. io;;. Hügin. »zz. Hummel. 1292 .Geschlechtregister. Hummel, uri. HUNglwth. H2l. I- ^)Fcntahl. n 26. Ilfclder. 1211. Im Hof. 1019. ioro. Iselin. 2062. R. ^VEllcr. loi;. Iv;o. H8;. Kicnberg, von. ic>;;. Kraft. 97;. Krämer. io;o. L. LAndtcn, von. roi;. Langbrou. io;o. Lapidarius. 1062. v Lausten, von. 119;. Lautenburger. 121 l. Leiderer. 1121. Lobgassen, Edle. 98;. Löwenburg, von. n;?. Lütcnau. 1044. Lützclmann. 1211. , von. 97;. 984. 1048. 1084. Markes. 1121. Mentzmger. ivso. n8;. Geschlechtregister.. I29Z Merder. 1121. Merlan. 1062. 1122. 1202. Mersperger. 1121. Meyer. -,7;. 101;. uri. 1122. 1212. 1227. 1240. Mitz. n;y. Montfort. 978. Mühlcisen. 1062. Mülienen. 1044. 1048. Müller. ioi8. München, Edle. 97;. 984- 996. Murer. ioi8> Mürri, genannt Glaser, 1021. Mutter, nrr. 1t. nr;. O. 9?örbel. ^Berlin. 1121. Oesterreich, Erzherzogen von. 1200. Offenburg, von. 1044. 1102. 1154.1176.1179. »181. ngr. 1184. 1192. 119;. 1196. 1199.1200. IZ0I. 1202. 120;. ,209. 12;;. 12)9, 1241. Oltinger. 1018. 1217. Oltmgen, von. i2;o. P. ^Arcus. 1122. ,2ii. Pastor. ,18?. Pctri. uri. Pfaffen. 1178. Pfeiffer, von. ror;. Pfird. 1294 Geschlechrregister. Psird, Grafen von. ic>84. »2,0. Wrdter, Edle. 984. ">48- io;;. Platter. n8;. R. d^Amstein/ Edle von. 981. yy8. »177. "79.1,9». 12 ) 2 . 12 )). 12 ) 7 . Rapp. l!22. Rappersweil, Grafen von. 969. Ratzcnhufcn, von. 1054. Rehelin. 97;. Rcfpliiger. 1062. Richen, Edle. 97;. 1052. Nippel. lv;o. 1062. Iv6). Ritter, ivür. n22. Rohr, von. n8;. Rofchet. i>8). Rochcrg, Edle. 987. Röttelin, von. -o;). Rotweiler. 1121. Ruckcnmacher. 1121. Ryff. I0Ü2. »107. H22. S. ^äqemann. n8r. Salathc. 1122. Sattler. >014. Schaler oder bcslsrii. 97;. 974. 97?- io;z. io;4- Schankon, Edle. 98;. Schärer. >121. Schelling. 1211. Scheuenberg. 120». Schickler. nas. Schliew Geschlechtregister. 1295 Schließen / von. 97;. Schönauer. 112;. Schönenberg. 1195. Schönkind. 97;. , Schöpflein. 966. Schcwlin, Edle von Schanenburg. 1170. 1171.117,. 1175. 1179. i2Zo- 12,I. i2Z2. Schucler. -c-üi. Schuemacher. 1013. Schuldhcissen. 1054. Ccevogcl. 10^4. Seiler, roiz. 121?. Sennheim. n;i. Singeisen. 1018- 1021. Sinze. 97;. 1179. Svcin. 1049. Sonnen/ ;m. 97z. iv;2. ion;. 1099. Sontgauer. 1121. Sveir/ von. 1122. Spörlin. io;o. Stahl, ii 21. Steidensticker. 1121. Stcinacker. io;v. Steinbrüche!, n«;. Stekken. 97 Stengeler. 984. Stöcklin. H22. Stoer. ro6i. Straffer. 1050. Strübin. ioi8. 1020. io2i, T. ^Hierstein, Grafen von. 987. ro;;, ri;4.ri;6.12;-. Thurm/ zum rothen. 97;. 2)YYY Thurn- 1296 Geschlechtregifter. Thüringer, n?e. Thurneisen. 1062. Tiri. 105,. Toggenburg, Grafen von. 97«. 974 .10;,. Truchsässen. > - 79 . >217. 1241. Trntmann. Turing. 1194. u. I^Velin. mf. Viceäum. 97;. Bischer. n8<;. Vischturi. > >8e. Vitzdum. n?r. n?9. iror. l2;i. rr;;. ir;?. Ulm, von. 1048. w. Ä)ächter. 1050. Wagener. 9 ?r. Waldeck. 2oi. Waldner, von. 1044. »04s. Wartenfels, von. 97;. Wattenweil, von. roi;. Weinfperg, von. 1178. Wendelin. n 8 ;. Wendelstorf, 1202. Werenfels. irn. Wettstein. io;o. Wildeisen. 1121. Wiler. 1002. 1099- Willading. ir?;. Wirz. i> 8 ;. Wisse. 977. Witze. Geschlechtregifter. 1297 Witze. 1061. Wolfleibs. 977. Wolsleibesch. 977. z. §Anger. n8;. Zäßlin. 122;. 12; 6. zer Glommen. 10,3. zc Rhin 1044. »241. zer Khinden. n«;. Zibolo. n?r. 12; i. ir;;. Zimmer. 1121. Zlmmermann. 12,1. Zvrulem. 1020. zum Bronnen. ioi;. Zwinger. K-62. 1194» i2oo» 4 Byyy 2 Register 1298 Register !E- egister über die Uraüter Lateinisch. ^I-cblmIII. 1027. 1261. ^Iviton. 1147. LnZelics. 1147. Lnonir. 1148- L. öklliäes. 1027. Lrsnca urünL. 1027. (^Lrlins. H47. Lsrxoxkillub. 1027. e. 1299 derRraüter, Lateinisch. LKZm-rclriZ. 1148- Lolckic. 1027. Lonloliäs msjor. is2;. Luculus. 12Ü1. L^nolorckis. 1260. v. Däucus. 1027. L. II->()uisetum. ir6i. Lupkrslis. 1027. k. Zrrum ei;uinum Zermanicum. ior;, kiiix. 1147. 6 . ^_lLrsrlium. 1027. 1260, Orgmen moritsnum svenscsum. 1026. 1259. tpicstum. 1027. - - xrst. 1027. > - cyperoiäes. 1147. L 71 c.pgtics. 1027. Nierscium. 1026. I. llncus. 1259. I.. I->It>»c>spermum> l. 1146. ZYYY ; izoo Register IH. 1027. I-^ckniä». 1027. 0 . Okckis. ,261. ?. ?Hpgvsr. 126 I'etslit. 1027. kervinLS. 1027. kkslsngium. 1146. kimpinslls. 1027. I'rimul» Veris. 1027. krunells. 1148- k. 1^,/inuncuIi. 1027. 1261. Iigpuncu1u8. 1027. 8 . 8le!lsris. 1261. L^mpk^cum. 102;. L ^rsxacum. 1027. IKIaspi. 1147. rrüi. Irifolis. 1027. IrgZopog. 1027. luMsgo. 1027. V. Register über die Deutsch. ^^ckcrbesen A. emkraut. 1147. 1261. Angelica. 1147. B. ^ärenknoblauch. ic>r^. Berghabergras. 1026. Bergmelissen. 1026. Bergwolfsmilch. 1147,. Brunelle. 1,48. Buchs, wilder, ror?. E. ^Berwurz. 1147. Edrlleberkraut. 1027. IZ02 §Ar>,kraut. 1149. Register F. G. O'Amänderlein. 1148. Gras. 1026. 1027. 1147. 1259. Grießkraut. 102s. ^Abichkraut. 1026. Hauhechel. H46. §Ederkraut, edel. 1027. Nt. Ä?Aßlieben. 1146. Mccrhirs. 1146. Mooß. 1027. n. d?Arrenkappc. 1148. R. dVAmftren. 102;. S. (ACHwämme. 1027. Schwarzwurz. 1025. über die Rraüter, Deutsch. izoz StcinMmen. 1146. Steinwicke. 1146. Srendelwur;. 1260. Storckenschnabel. 1260. T. ^Ausendgrildenkraut. 1148. v. ÄOgelsmilch. 1024. w. Ä6'Allwurz. 102;. Wicke. 114Ü. 1261. Widertohn. 1146. Wintergrün. 1027. Register über die Versteinerungen. Lateinisch. 1164. n6;. 1268- 127;. 127^. 1277, 1278- /iüroice8. 1164. 1165. 1274. 1276. äutkores Über die Versteinerungen des SchwcitzerlandS. n;;. 8 . öLIemmtes. ro;F. 1164. 116;. 1276. c. Oosgula. 1274. 1277. toncsmemtio Lornu ämmonis- 10Z4. II60. Loactiites. io;8- nür. Loncbi- Register über die Versteinerungen, Lat. izos Lonckites rurbinstus. 1275. Lornu Lmmonis. lo;;. 10)4. io;ü. n;7.116». x. ^Lkiniteb. 1276. knlrockitsrum Loggulum. n6;. ll6;. Lmrockites. 127s. 1276. k. I^Luores LNÜMni. H64. n6s. Okxxkit«. lv;8- H64. n6;. 1276. 1277. 1278. iVI. Lornu Lmmonis. io;6. Nsoonites. io;8-n6;. 1164. n6;. 127;. 1276.1277. Llusculttes, ic>;8- nüi. 127;. 1277. N. ^äurilites. 10)7. 1276. O. 0 §tMide 8 . Il6;. 1277. ?. ?LÄuncuIit«. 1162. ri6;> 7'. I^LrebrstuIse. 1164. 1276. 1277. Irockitss. io;8- 1278- Zzzz 2 Regi- izv6 Register Megister über die Versteinerungen. Deutsch. A. F^Mmonshorn. lo;2. lv;;.lo;4. lo;;. io;6. n;7> nöo. 1164. iiü;. 1268. 127;. 1276. C. -ENistallfluß. 1164. 116;. E. EIstnerz. io;8. 1164. Erbscnsteine. n6;. Erde zum Kochgeschirr, lv; 8. Erdschnecken. 1164. G. ^Ibsstcine. 10; 8. Greifmnschclsteine. io;8.-164. n 6;. 1276. 2 . ^Akobsmuschelstein. nsr. n6;. 1276. R. 9^Ogcnsteine. io;8. i>6;. 1164. 127;. >276. G. ECHiffkuttelsiein. 1276. Sccigelstcin. 1276. Spitzwuschelstein. 1161. Stcrnleinftein. 1274. >275. Strcihistcin. io;8. 1164. 127s. ' T. TOpfsteine. r->;8. ENDE. ^2^ L<^/^ L722. -- cV?/^?2./L ^ 5 » , » -zT'r-D: :°WW^ AM k-Ec'M» ^/.^.(?. sct^: ^ , - - . . . ^ -.:> .'-'-- .'-»4 xM t M».!j s-'c-. .1 r.^Hk>r. ^ 7^ >r; _ ..ch -5-^Dr c» ' . ^k!?'- - -'^ r-RM- c.i.,.AL< ! « voir. AööN<2L^^5> 'L,..?7 ÄsM MKM 8MK KZM 'E^8 LE 2 , L, L. ^-/( - ^?- scu/^ ^53r^e7rc/. L> ^n/^/r^ac/r—2 tzLZSM :E-' >«KL ÄWW MM «SS KM LM « -! 7 > ^ r» > >E DM-M ."-L «' E --t ^ S' ^ ir- ^ M Mi SKL üÄM» MÄ M L.A7M . . '.^4 MMK d-, <- »SW MK. UM . 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Dise Grafen, welche Schirmvögte der Stift Basel waren, erbauten das nunmaligc an dem untern Hauenstein stehende Schloß, zu einer Zeit, als das alte indem Fricktahle noch bewohnbar war, und nennten es also die neue Hönberg. Ohne Zweifel haben sie dise Burg darum erbauet, damit sie zu einer Zeit, da ihrer verschiedene waren, unter einander" eine bequemlichere Abteilung treffen, daraus das Land beschützen, und auch darinnen sich aufhalten könnten. Dise Gegend lind Zugehörde aber ist, so viel aus denen Urkunden bekannt, allzeit diser Grafen eigen und niemalen Lehen gewesen; wie sie denn auch von der Gräsin Ita dem Herrn Bischöfe von Basel verkaufet worden. Folgende Grafen von Homberg finden wir meistenteils in unsern Geschichten aufgezeichnet: Graf Rudolf von Homberg, Schirmvogt des Klosters St. Alban über dessen zur linken Seite des Rheins ligende Güter, im Jahre io8z. Graf Merkwürdigkeiten. izn Graf Werners, LccleÜX Laülieniig ü.6vocgtU8, wird in Zweyen Instrumenten vvm Jahre II2s. gedacht, und letztmals in einem vom Jahre H41. Er maßte sich einiger Rechten über das Kloster St. Alban an, welche ihme aber nicht wollten zugestanden werden. Graf Rudolf, Schirmvogt der Stift Basel; Seiner wird auch in einem Instrumente vom rnz. Jahre, als des Grafens zu Frick, gedacht; weilen allda die zur alten Homberg gehörigen Güter lagen. Er hat annoch im Jahre i144. gelebt. In einem Stiftungsbriefe der Grafen von Lenz- burg, vom Jahre 117z. wird der Grafen Werners und Friedrichs gedacht, welche Brüder, kraft eines andern Instruments, noch im Jahre n8s. gelebt haben. In gleichem Jahre lebte auch GrafBnrckhard; Nach difen kamen die Grafen Werner und Ludwig. Des Werners geschiht Meldung im 1221. Jahre, daß er sich einiger Rechte über das Kloster St. Alban angemasset. In einem Instrumente der Grafen von Kiburg wird er im Jahre 122z. als Gezeug angeführt. Graf Ludwig lebte zu gleicher Zeit; Unter ihme findet man in den Schriften des Klosters zu Aaaaa z St. ! izrr Historische St. Man aufgezeichnet, daß die Grafen von Hom- berg nicht mehr desselben Kastenvögte seyn sollen; die Ursach aber ist nicht beygefügt. Hierauf findet sich in denen Urkunden noch ein Graf Ludwig, welcher in einem Instrumente vom Jahre 1268. angezogen wird. Discr stiftete im Jahre 127z. denen Brudern St. Johannes in Lurtgern, eine Seelenruhe für feinen Bruder Werner scl. Sein Wappenschild wäre gestaltet, wie es auf dem Titelblatts diser Abhandlung siehet. Doch hatte er auch ein Sigill, darinnen er ganz geharnischt stund, und den Schild mit seinem Wappen vor sich hielte. In dem Jahre 1284. den 15. Wintermonats verkauften GrafLudwig, des obigen Sohn, und seine Gemahlin Elisirb et, weiland Graf Rudolfs von Rappcrswcil tochter, welche nachwerts Graf Rudolf von Habsburg gehenrabtet, einige Güter dem Kloster Klingnau, worein Graf Hermann und seine Schwester, die Kinder Graf Friedrichs sel. eingewilliget haben; Darbey war Gezeuge Hermann 1)omicellu8 von Homberg. Diser GrafLudwig, derDapfere genannt, bestätigte im Jahre 1288. für sich und seines Bruders Werners sel. Kinder, dem Kloster St. Ur- ban die Rechte einer Wohnung zu Liestal« ^ Das Merkwürdigkeiten. iziz Das Jahr hernach ward er vor Bern erschlagen. GrafHermann gab im 1 .1289. zn Gunstendes KlostersOllsperg, für sich und seines Vaters Bruders Graf Ludwigs Kinder , die jungen Grafen Werner und Rudolf, die Einwilligung einige Lehenzinse, so von Zwo Tschuppussen zu Äugst fielen, gegen andern, so zu Langson zinsbar waren, zu vertauschen. Dise Tschuppus hatte Hermann Marschalk von Wartenberg, miie8 tuus, als einen Afterlehen von denen von Wartenfels genutzet. In disem Instrumente werden angezogen, Holzach, Schuldheis zu Liestal, und Heinrich von Waldenburg. Im i29s. Jahre verkaufte obiger Graf Hermann gleichfalls für sich und dise seine junge Vettern, der Stadt Basel das Recht, mehrere Brücken über die Birs zu bauen. Difer Graf war mit Bischof Peter von Aspekt gar nicht zufrieden, er beschädigte selbigen aller Orten; Endlich mußte er sich im Jahre 1296. mit ihme vergleichen, und deme für den verursachten Schaden 220. Mark Silbers versprechen. Er gab deßwegen dem Herrn Bischof zu Bürgen verschiedene vorneme Herren, darunter Hug von Wellenberg, Cusios zu Basel, Aaaaa 4 Herr IZI4 historische Herr Thüring von Ramstcin , Herr Peter vonEv- tingen, den nian spricht von Wartenberg, Hermann der Marschalk, von Wartenberg, Heinrich Zilempe. Allein diser Streit wäre kaum einige Monate beygelegt, so wollte der Bischof bezahlt seyn. Noch in gleichem Jahre versprach der Graf bis nächste Ostern zu bezahlen , und so fern solches nicht geschehen würde, so sollen Herr Peter von Eptingen und Herr Rudolf von Schlierbach, Ritter, Visen Streit entscheiden. Worbcy abgeredt worden, daß so fern der Graf sich entschließen wollte, die Burg Homberg dem Bischöfe zu überlassen , nicht nur die 200. Mark Silber als bezahlt sollen angesehen, sondern der Bischof verbunden seyn, ihme Grafen und seinen Erben dise Burgall- sobald zu Lehen zu geben. Woraus zu ersehen, daß wir mit Recht vorhin angeführt, daß die Burg Homberg niemalen Lehen gewesen. Hierauf starb Graf Hermann vor dem Jahre 1ZO4. und seine Schwester, die Gräfin Jta, welche an Graf Friedrich von Toggenburg verheurah- tet war, erbte von ihme Liestal und Homburg. Und ist also mit disem Grafen die gräflich Hombcr- gische Linie, so neu Homburg besaß, ausgestorben. Die andere Linie von alt Homburg bestund also, wie Merkwürdigkeiten. izis wie aus vorhergehendem zu ersehen, aus den Grafen Werner und Rudolf. Ein Instrument aber vom Jahre i zo4.nennet noch den dritten,NamcnsLüdolf. Als GrafRudolfvon Habsburg im Jahre i zio. des Herrn Ulrich von Regensperg Wittib einige Versicherungen gäbe, waren dessen Bürgen dife Grafen Werner und Ludwig von Homberg. Graf Werners Sigill ist grad hinab geteilt; Auf der einen Seite ist das Hombergische, auf der andern Drey Rosen, als das Rapperschwilische Wappen. Er verliehe in dem Jahre izoi.Zwo Burgen auf dem Wartenberge denen Edeln zur Sonnen, wie in der Abhandlung von Muttenz zu sehen ist. Des Graf Ludwigs wird nachwerts nicht mehr gedacht. Der Graf Werner aber war ein sehr geschickter und dapferer Herr; Kaiser Heinrich nam ihn mit sich in Italien, nennte ihn nobiliorem virtute L ckrerucktAte arinornm, Hui oKicium Zeckck Lc. Er war auch dem Kaiser so angenehm, daß er ihme viele Mark Silbers jährlicher Einkünfte lehenweis auf den Zolle zu Flulon Übergabe. Die Lehenseeremonie geschahe mit dem kaiserlichen Scepter, virZL nockra, m moris eck, sollempni- ter inveckimu8 , sagt der Brief , so geben lipuä montem Ilnperialeln, in c^ckris ckipra klorenti-un xii. Xa1enä38 kedruarii, anno Domiui iziz. In- äiciione unäecima, reZni noltri 3Mio c^uinto, Imperii vero xrimo. Aaaaa 5 Der izr6 Historische Der folgende Kaiser Friedrich hat ihme im Jahre izls. diß Lehen bestätiget, und nennt den Grafen dlobilitstem tuam. Nun war dem Grafen Johannes von Habsburg sehr daran gelegen, den Kaiser dahin zu vermögen, nicht nur die Erbverbrüderung unter difen beiden Häusern, sowohl über die eigenthümliche, als auch über die Lehengüter zu erhalten. Welche Bestätigung der gleiche Kaiser im Brachmo- nate des gleichen Jahrs zu Costanz ihnen erteilet, und hiemit die Habsburg - Lanfenbergische Linie zu den Hombergischen Lehen zugelassen hat. Zur Zeit diser Bestätigung war Graf Werner noch nicht ge- heurahtet, doch muß es bald hernach beschehen seyn, weil er einen Sohn gleiches Namens hinterlassen, der wegen seiner Jugend Graf Wcrnlin von Hom- berg genennt worden: Der Vater starbi vor dem Jahre 1320. und der Sohn und mit ihme das gräfliche Hombergische Geschlecht, denen die Frick- lahlische Güter übergeblieben, Neun Jahre hernach. Difes jungen Grafen Wernlins Vogt war Graf Johannes von Habsburg: Von Visen beiden ist ein Instrument vom 26. Märzens 1320. vorhanden, welches von ihnen den zo. Märzens 132z. bestätiget worden, welches einige Güter in dem Lobl. tzauton Schweitz berührt. Im Merkwürdigkeiten. rzr 7 Im Jahre iz2i. den 2r. Hornunas, als König Friedrich dem Graf Rudolf von Habsburg die Erbsvcreinigung mit disem jungen Grafen Werner, der zu seinen Tagen noch nicht kommen war, bestätigte, nennt er thue seinen lieben Oheim. In gleichem Jahre findet man Drey verschiedene Instrumente, darinnen Graf Rudolf von Habsburg und sein Vogtssohn GrafWernW von Hom- berg, sich als Lehenleute des Klosters Einfidlen bekennen: In einem diser Briefe wird gesagt, daß Wernlin noch kein eigenes Sigill habe. Dife alt Hombergische Erbschaft fiel also an die Grafen von Hahsburg, weil die obangezogene Gräfin Elisabet von Rappersweil nach ihres Herrn, Graf Ludwigs des Dapfern Tod, GrafRudolf von Habs- burg, Laufenbergischer Linie, geheurahtet, auchdi- se beide Haüser eine Erbverbrüderung unter einander errichtet hatten. Unter denen Urkunden von Kaiser Carl dem Vierten finden sich Zwo, welche die Grafen von Homburg angehen. Die einte, darinnen diser Kaiser, nach Anleitung vorgemeldter Bestätigungen, den Grafen von Habsburg eine gleiche Gnade, wie die vorherigen Kaiser den Hornberger» gegeben, erteilet. Die rziZ Historische Die andere betrift 6oo. fl. welche Graf Rudolf von Homberg ab der jährlichen Steur zu Rütlin- gen zu fordern hatte: Und vermeynen die Überschriften der Sammlung diser Freyheitsbrieft, daß die Homberger Grafen noch im Jahre i zso. gelebt haben; welches aber nicht ist, und dise Briefe also zu verstehen sind: Daß Kaiser Carl im Jahre l Z6O. denen Grafen von Habsburg Freyheiten erteilet, welcher vorhin die Hombergischen Grafen genossen, und nunmehr, kraft der Erbbrüderschaft, an sie gefallen waren; besonders aber den Genuß der Reichslehen, kraft des Königs Fridrichs Bewilligung von IZ2I. Dise unsere vorgemeldte Erzählung gehet zwar von den alten und neuen Geschichtschreibern in Verschiedenem ab; Allein unser Vertrag gründet sich auf die Urkunden, und die Kenner werde»» zu urteile»» wissen, ob jemalen etwas so Vollständiges angebracht worden. Man sollte vermeynen, daß bey dein Tode des Grafen Wernlins von Homburg die Grafen von Habsburg von dessenVerlassenschaft den ruhigenBe- sitz haben nemen können. Allein ohnvermuhtet sprachen die Herzogen von Oesterreich selbige auch an: Die Grase»» wichen den stärker»» Herzoge,», und empfiengen von selbigen viele Hombergische Güter z» Merkwürdigkeiten. izis zu Lehen; andere geringere aber behielten sie als ihr Eigentumm. Den i s.Hcrbftm. des Jahrs i Z ZO. hat Hans von Habsburg sich mit den Herzogen Otto und Albert, wegen denen alten Hombcrgischen Gütern, so von Graf Wernli sel. Herkommen, in einem weitlaüftigen Instrumente; verglichen, und darinnen denen Herzogen die Drey Burgen Wartenberg oberhalb Basel abgetreten. In der Güterabteilung der Gebrüder Johannes, Rudolf und Gottfrids von Habsburg, vom Jahre i zs4. haben sie die Feste alt Homburg ohngeteilt unter einander behalten. Nachwerts, als im Jahre 1364. hatGrafRu- dolfvon Habsburg dem Herzogen Rudolf, Albrecht und Lüpold alle übrige Rechte an die alte Graf- schaft Homburg vollkommen abgetreten. Und im Jahre iz?7. in der Güterabteilnng zwischen Graf Hermann von Kyburg, Landgraf zu Burgund; Simon Graf von Thierstein, und den Grasen von Habsburg Johannes dem jüngern und ältern, über die Erbschaft Graf Rudolfs sel. von Nydau, weiland Grafen zu Froburg, ward dem jüngern Grafen Johannes von Habsburg die Herrschaft alt Homberg, welche dem Grafen von Nydau rz22 Historische -au von seiner Mutter, einer Gräfin von Habs- bürg, zugefallen war, übergeben. Graf Hans von Habsburg gab das Sennhaus der alten Homberg den Edelknechten Hans und Werner von Frick, welche solches im Jahre 1406. dem edeln Hcinzmann von Evtingen, und diser im Jahre 1464. der Stadt Basel verkaufet; die aber rrachwerts solches mit dem Hause Oesterreich zum Teile ausgetauschet hat. Die Güter der Grafen von Homberg lagen also, wie aus vorerzehltem zu ersehen, zum Teile in dem Fricktahle, zum Teile in althiesiger Landschaft, und andern Orten. Sie wurden zu verschiedenen malen unter disen Grafen verteilet, und in die Güter der alten und neuen Homberg unterschieden. Die neue Homberg und zugchörende Güter fiele nach dem Tode des Grafen Hermann an seine Schwester Jta, welche Graf Friedrich von Tog- genburg zur Ehe hatte. Dise Eheleute verkauften im Jahre rzos. wie bey der Abhandlung von Licstal des mehrern ru lesen, der Kirche zu Basel, als Peter von Atphelt Bischof war, dise Burg; Der Bischof behielte solche Merkwürdigkeiten. izri solche eigentummlich, bis um das Jahr iz?Z. da er Homberg dem Herzog Lüpold von Oesterreich versetzte, für so lang, bis die Verpfändung wegen der kleinen Stadt Basel wurde zu Richtigkeit gebracht worden seyn, welches aber eine sehr kurze Zeit gewähret. Die beständigen Kriege, welche die Bisthöffe geführt, veranlaßten selbige, grosse Geldsummen auf ihre Landschaften zu entlehnen. Und da im 1420. Jahre Bischof Humbrecht von Neuenburg noch mehrere Summen von der Stadt begehrte, hat solche ihme und der Stift das verlangte Geld zukommen lassen, welche dargegen der Stadt Basel, nebst anderm, auch das Schloß und Amt Homburg verkaufet, zu Nutzen übergeben und abgetreten haben. Allsobald name die Stadt Bafel mit grosser Feyrlichkeit ihre neue Landschaft in Besitz. Die Abgeordneten empfiengen von dem Landvolk den Eid der Treue, und stellten den erwählten Obervogt selbigem vor. So oft, wie in -er Abhandlung über Liestal zn ersehen, die Stadt Basel sich mit den Herren Bi- schoffen in einen neuen Vertrag eingelassen hak, jd ward ihro -er Besitz und Kauf über die neue Hom- iz22 Historische Honrberg re. bestätiget, im Jahre 158s. aber bischöflicher Seits aller fernerer Ansprachen auf ewig begeben. Bevor wir zu deme überschreiten, was in diser Grafschaft unter der Herrschaft der Stadt Basel vorgefallen , so können nicht Vorbeygehen anzumerken, daß Graf Werner, welcher in -dem Jahre izrz. gestorben, nicht nur im Kriege, sondern auch unter denen Gelehrten sich hervorgetahn habe. Er war ein geschickter Poet, und findet man von seinen Gedichten in der Manessischen Sammlung. Aus folgendem Liede kan man seine Denkungsart und die Sprache selbigen Jahrhunderts abnemen. Icb §erne iin §evan§en, Dos NviiiMH micli ir munr, ir >van§en, Ir icbmn, ir Zuere, ir vciplieb 2uebc, binä ir brovrelieb §eberäe. 60c 6er wa8 in bobcm >ver6e, Do er ^eletiuol 6ie reinen truebr, ime -wa8 §ur v, oI re inuucs Alir ir §uece 6n vil §uoce Vienxs micb Viüenk Merkwürdigkeiten. izrz ^ilsenr äas 6 mielr §ak re ürencliliclrsn liak, Iclr muos ei§en lin, 8^ie 8i >vil än srouv^e min. ^.elr ricirer Oorr, liat 6 minne äsn Loubsr ^eieret, ^loeelit iclr äsn Lerbreelren min -v/urcie §uot rat. 81 sclreLet miclr unäe leit mir L6 lrollliclrs itnre Oarruo muos ielr 6n§en >vie lieplielr si si, 8i ili minnelclielr unä ASliellet Le seclrenne Lelrnrs 8v^em si miile vellec, äer ill ouZen vri, In Zesaclr ni >vip lian, so ^srncle §srnäen lip 8i sciiL^ec siclr miclrels riclreran Avore nocli Inirs ^.Isus clielcs vaelrient ir tuZenäe bi. ^ol miclr link unä iemsk ms Iclr ürcli ein ^id cie ir munt von roste lrraN, 8am ein kür in Lunäer, Ir °vol rruteleeirter minnelclielrer lix Her mieir in äsn Xumlaer laraLlrc Von äer minne ein V^unäer "Wunäer an ir 8clloene lrat 6ott nir Verteilen, Ili es reell t als ielr es Iran ^emelsen, 8o Irak si einen losen roten gellem 8o iil äer eine äer äes nir v^ere ^ert^ Das er Ie§ us einem 8rro, Der trat ir viplicll liüäe- 8o ill äek anäsr äer äes tüäes äuk si ßsNk Dnä Luorr Lallen Marsen verc. Dem muos Si ^/esen vs'iläe - De^a- üocr , v/is teilst so. uNAslielie, BbSbb IZ24 Historische Ili er belsöliLb, 80 iü si minnenblicbe. loi 6 e rüvel u 5 äas bimilriobe. lierre 6 ot un 6 ber icb von 6 ir 6 en §ewalr, d Oas iob mmcbr verzollen in von 6er grollen wuöe, 80 moeobr iclr in ^gnxen froei6en weräen alc lielient alle bitten mir 6ot 6ris ers mir ^unne. Das äerlelbe tuvel wert ^eieret, IIn6 icb wert rin sine Ibn xeleret 80 bin ieb mis leiäes wol ur^ecret. Es geschiht bisweilen in den alten Instrumenten Meldung einiger Edeln von Homberg, welche vielleicht von denen Grafen mögen entsprossen seyn. . Als im Jahre 12Z6. Friedrichs von Homberg. Und in den Sühn - oder Friedensinstrumenten/ welche die Stadt Basel in dem Jahre 148 s. mit verschiedenen Edeln getroffen, wird des edeln Wendels von Homberg gedacht. In Sigillen findet man im Jahre 118s. HanS Wolf von Homburg Ritter; und i4iZ.Burkhard von Homburg. Sie führten Zwey schwarze Hirsch- gewichte in gelbem Felde. Die Steffeln von Homburg hatten zwischen denen Gewichten eine Spindel. Zu der Zeit, als das Schloß Homburg an die Stadt Merkwürdigkeiten. 1325 Stadt Basel verkauft worden, war nur ein kleiner Vorhof, mit einer sogenannten Letze oder hölzernen Gange, welcher selbigem znr Beschützung diente. Die Stadt war also bedacht, solches, nach der Weise damaliger Zeiten, zu befestigen, und liesse es daher im Jahre 1426. auf der Seite gegen Laüfeifingen mit einem Graben und einer Fallbrücke versehen, welche Arbeit Hans Cuni von Cander besorget hat. In folgenden Zeiten ward auch derjenige grosse Vorhof gebauen, so gegen Bückten sthet, worin- nen die Stallung und Kornböden stehen. Die Wohnung im Schlosse sechsten, ist, wo nicht weitläufig , doch angenem. Und ohngeacht es sehr hoch ligt, so laust dennoch ein Brunn bis in die Küche. Auf dem Landkärtlein über das Homburgeramt ist die Abschilderung diser Burg zu sehen. Die Grafschaft Homburg läge in demjenigen Bezirke , worinnen die Grafen des Sißgöws die Oberherrlichkeitsrechte auszuüben hatten. Dise sogenannte Landgrafschaft ward von den Herren Lischoffen von Basel zu Lehen gegeben, und die Landgrafen vom Sißgöw waren also seine Lchenlente. Bbbbh A Da izrs Historische Da Graf Johannes von Habsburg und Graf Sigmund von Thierstein solche Landgrafschaft vo»; Bischof Johannes im Jahre izsz. zn Lehm em- pfieugen, steht in dem Lehenbriefe, daß die Amtleute des Bischofs innert dem Etter des Amts neuen Homberg und darzu gehörigen Dörfern Laüfelfin- gen, Bückten / Rümliken, Wintersperg, Rechin- gen und Düren wohl richten mögen. Hierüber kan in folgenden Abhandlungen von» Sißgöw eitrige Erklärlmg kommen. Als nun um das Jahr 1Z82. Graf Johannes von Froburg und Graf Rudolf von Habsburg das Lehen der Landgrafschaft Sißgöw dem Bischof Johannes wieder zurückgegeben, der Bischof aber selbige und Graf Sigmund von Thierstein alfo- bald sämtlich darmit aufs neue belehnet; dife Grafen aber durch einander, wegen verschiedenen Rechten und Einkünften, eine Abteilung getroffen; so hat der Graf von Thierstein sich bey dem Empfange dises Lehens verpflichten müssen, den Biscboffen und seine Amtsleute nicht nur ohne Hinderniß in dein ganzen Amte Liestal, sondern aucb zu Laüfel- fingen, Bückten, Känerkinden, Witisperg, Rüm- licken, Häfelsingen und Dürnen richten zu lassen. Dises Instrument ist gegeben Samstags nach Maria Himmelfahrt des obgemeldten Jahrs. Weil Merkwürdigkeiten. 1327 Weil nun die Stadt Basel alle Rechte van Homburg erkauft, und noch darzu in die Rechte der Landgrafen des Sißgöws eingetreten, so ist dero Besitz über dife Beamtung vielfältig gegründet. Wie hoch die Jahrssteuren, welche um dife Zeiten in diser Beamtung gefallen, sich beloffen, ist nicht wohl zu bestimmen. So viel wissen wir aus denen Urkunden, daß in dem Jahre i zzs. Einhundert Mark löthigen Silbers darauf aufgenommen, und die Untertahneu diser Beamtung deme, so das Geld dem Herrn Bifchoffen dargeschossen, jährlich Vier Mark Silber abführen müssen. Welche Schuld die Stadt zu ihrer Richtigkeit bringen, anbey die verschiedene Einwohner diser Beamtung, welche noch fremden Herren mit Leibeigenschaft zu- getahn waren, einlösen müssen. Es wird gemuhtmasset, daß die Knecht-und Leibeigenschaft der Untertahnen des Hamburger Amts so groß gewesen, daß sie gar nichts Eigenes besessen haben. Es kan in so weit wahr seyn, als man wohl weißt, wie sehr die Angehörigen fürnem- mer Landsherren in den alten Zeiten unterwürfig waren. So viel ist gewiß, daß da ein grosser Teil des gehauen - und ungebauenen Lands den Grafen von Homburg eigen war, sie selbiges ihren Unter- Bb bbb z tahnen 2Z28 Historische tabuen unr einen jährlichen Zins verlihen und zu Mannslehen gegeben haben. Dise Rechte nun sind hiermit auch auf die Stadt Basel, als Besitzer der Grafschaft Homburg, gekommen. Und die Stadt beziehet annoch auf den heutigen Tage alle Zinfe, welche von verliehenen Gütern, öden Lande oder ausgereuteten Waldungen herrühren. Solche sind nun in ein Bcrain zusammengezogen, welches letztmalcn in denen Jahren 1569. und 1682. erneuert worden. Di- ses Bcrain wird das Schloßberain von Homburg genannt; darinnen die Zinse, welche in diser ganzen Vogtey, wie auch auf dem Hauenstein, zu Wiesen, zu Dieslicken und TenniEen fallen, und zu Homburg gehören, begriffen sind. Darinnen wird deutlich gesagt, daß dise Güter als Lchengü- ter verliehen seyen, welche die Besitzer in gutem Bau und Ehren halten, dieselben lehenweise von dem Mannsstammen her, inhaben, besitzen, und solche, so lang es der hohen Obrigkeit gefallen und gelegen seyn wird, und so lang bis solche wieder zu Holz und Wellen, das ist, zu Waldung werden gemacht werden, nutzen können. Und daß auf disen begebenden Falle hin, kein Leheutrager einiges Wort darwider reden solle; sie auch die Gü- - ter, bey Pön dieselbe zu verlieren, nicht verkau- ^ ftn,. vertauschen, versitzen, verpfänden, noch der- ! ehesten- Merkwürdigkeiten. rz 29 eh? stellten; sondern so ein Lehenmann mit Tod ab- gienge, und keine eheliche Leibserben männlichen Stammens hinterliesse, so sollen dise Güter der hohen Obrigkeit Heimfallen. Im Falle aber ein Lehenträger Söhne Haber, würde, so sollen dise Söhne nach des Vaters Tod die Lehengüter von einem jeweiligen Obervogte aufs neue zn Lehen empfangen. An welchen Rechten aber ein L. Magistrat aus besondern Gnaden seither vieles nachgelassen hat. Die Herren Landvögte, welche in dem Namen des Standes Basel diser Vogtcy vorgesetzet worden, sind folgende: Im Jahre 1421. Claus Hurni. 1422. Haus Fürnau. Er mußte allezeit Drey bewafnete Knechte unterhalten. 142z. Hans zur Sonnen. 1426. Heinrich von Jtingen. Ward Vogt auf Waldenburg. 1429. Wernlin Matt. 14Z6. Balthasar Schilling. 1442. Claus Stör. 1442. Hans Eschlin. 14s 8. Lhüring Ehrenmann. 146z. Hans von Gilgenberg. 1464. Claus von Biedertahl. 1468. Cunrad Freuler. Bbbbb 4 1472. rzzv Historische Im Jahre 1472. Leonhard Jselin. 1486. Heinrich von Arx. 1496. Wcrnlin Hochherr. 1499. Hans Heitz. isis. Theobald von Arx. 1522. Gregorins Sohem. 1527. Bartbolome Schönenberg. 1529. Barcholome Zink. isZ 7 . LuxDirsum. Isz8. Geörg Wildeisen. i s4l. Sebastian Krug. 1542. Martin Hagenbach. N49. Jacob Ottendorf. Iss4. Bernhard Brand. 1^7. Conrad Schlücklin. es67. Hans Jakob Keller. Ward es79.wieder Rahtsherr. rs?8. Leonhard Gebhard. is8o. Hans Ludwig Jselin. i s9s. Modor Brand. rsoz. Nielauö Werenfels, gewesener Rahtschrw ber. i6i r. Oßwald Wachter, Hanbtmann. i6i8. Jcremias Fäsch. Ward e6z 1. wieder des Rahts. Adelbrrg von Kilch» Merkwürdigkeiten. izzr Im Jahre -szz. Hans Jacob Zörnlein , Oberst - Liente- tenant , ward Vogt auf Waldenburg. i6z6. Hans Caspar Fäsch. -647. Bernhard Brand, vorhin Präsenzschaff- ncr. i6ss. Hans Rudolf Battier, Stadthalter. i6;6. Daniel Burkhard; bevor er aufgezogen, ward er zu einem Vogt aufMünchenstein erwehlt. 1656. Philipp Ramfpeck, Rittmeister. 1661. Friedrich Gugger. 1671. Georg Senn. 16^2. Ulrich Weitnauer. Vorgemeldte waren des Kleinen Rahts; im Jahre -691. aber ward die Verordnung gemacht, daß künftigshin die Vogteyen Homburg und Münchenstcin aus der Gemeinde, das ist, der E. Bürgerschaft, so nicht des Kleinen Rahts sind, solle bestellet werden. -692. Hans Jacob Müller. 1699. Benediet Socin, gewesener Thumprob- steyschaffner; ward nachwerts Deputat. 1727. Johann Jacob Thurneysen; ward nachwerts Rahtsherr und Obervogt zuWal- denburg. Bbbbb 5 Im rzzr Historische Im Jahre r?n. Herr Jakob ChristofFrey, nachwerts des Geheimen Rahts und Deputat. 1722. Herr Emanuel Nippel; vorher Jngrof- sist auf der Canzley. 1729. Herr Johann Robert Ritter, des Grossen Rahts. i7Z7. Herr JohannBalthasarBnrkhard,M.I.. 1745. Herr Joseph Burkhard, uachw.des Ger. 17sZ- Herr Joh. Heinrich Beck, vorhin Ban- schreiber. Die Grafschaft Homburg ligt, wie auf der Landkarten zu sehen, mitten in der Landgrafschaft Siß- göw, anssert der Gegend vom Hanenstein, allwo sie an Lobl. Stand Sollothurn gränzet. In diser Vogtey oder Beamtung ligen die Dörfer Laü- felsingen, Blickten, Rümlingen, Hefelfingen, Kä- nerkinden, Witispnrg und Thürnen, samt verschiedenen Alpen oder Gütern, worvon an seinem Ort das mehrere. Doch scheinet es, als wenn vor etlichen Jahrhunderten mehrere Dörfer zu diser Graf- schaft gehöret hätten; Massen als im Jahre 1542. durch starke Frohnungen die Strassen diser Beamtung verbessert worden, dieselbe vorgestellet, daß jenige eigene Leute und Dörfer, welche vor Zeiten zu Hombnrg gehöret, und zur Vogtey Farnspurg gezogen worden, auch zu einiger Beyhülfe möchten allgehalten werden. Aus Merkwürdigkeiten. izzz Aus vorangczogenem Instrumente vom Jahre iZ6z. da Graf Hans von Habsburg und Graf Sigmund von Thierstein die Landgraffchaft Sißgöw zu Lehen empfangen, sitzt man, daß auch Win- terfperg zum Amte Homburg damaleu gehöret; Und aus einem andern Instrumente vom Jahre iz66. so ein Urtheilsvruch ist zwischen disem Grafen und dem Herrn Bischöfe, erhellet klar, daß durch Win- terfperg Wintersingen zu verstehen seye; welches ! Dorf also nachwerts dem Amte Farnfpurg muß ! einverleibt worden seyn. Zu dem Schlosse gehöret eine Sennerey, die Schloßalp genannt, und andere Güter / welche der jeweilige Landvogt nutzet. Sowohl auf disen als vielen andern Gütern diser Beamtung wurden vor Zeiten wegen den hohen Bergen und jähen Anhöhen eine grosse Anzahl Geißen gehalten; Da aber nunmehr das Land viel besser angebauen, so ersetzet das Rindvieh deren Stelle. Dennoch hat der jeweilige Herr Laudvogt von jeder Haushaltung, so eine Melchgeiß haltet, jährlich ein Gitze oder junge Geiß zu beziehen. IZZ4 Historische Von dem Zomburger Dach. ^Nfdem Haucnsteine, bey denen Aloen Rassen nnd Mnr, und sonsten in denen dortigen Bergen, entspringen verschiedene Brunn- quellen, welche in dem Dorfe Laüffelfingen zusam- menfliessen, dann der Katzenbach genennt werden, und durch das Tahl hinab naher Bückten lauten, da sie unterwegs noch andere kleine Brunnwässer- lein zu sich nemen. In dem Dorfe Butten kommen ferners zwey kleine Büchlein voll beiden Seiten den Bergen hinab; und flicsset also discr Bach auf Rümlingen, da unterwegs eil, kleines Wässerlein aus dem Metzgertahle darein fällt. In dem Dorfe Mm- w W W ! 8t« ! Ll>l t Ä ik! j!I Merkwürdigkeiten. rzzs ! Rümlingen fließt ein ander Büchlein harzn, welches ! von Ramsen, Hefelsingen und Mättenberg herab, ^ und ein anders so von Witispurg kommt. Der ! Bach, so auf dise Weise durch verschiedene Zuflüsse vergrößert ist, strömt also durch das Rümlinger Tahl naher Diepflingen, und empfangt unterwegs ein Büchlein, so aus dem Oestergöwtahle, demGrün- ünd Schöffeltahle, auf der andern Seite der Berge aber eine Quelle, so von der Parmenflue her- abquillet. In dem Banne der Dörfer Diepflingen und Thürnen entspringen auch verschiedene Brunnwasser, so 'in den Homburgcr Bach fallen, welcher oberhalb Sissach in die Ergeltz sich ergießet, und in deren Fluchen seinen Namen versenket. Diser Bach wächst zu Zeiten sehr an, und hat, ehe sein Ufer wohl verwahrt gewesen, durch seine Überschwemmungen vielen Schaden verursachet; daraus wird der meiste Theil des Mattgeländes des Hamburger Tahls gewässert ; Er zeuget sehr gute Forellen. Von izz6 Historiftche Von der Z^andstraffe. M^Or Zeiten waren die Landstrassen durch die Landschaft Basel eben nicht die bequemsten besonders über das Gebürge. Der Iuraberg, von welchem schon etwas in unfern vorhergehenden Abhandlungen gesagt worden/ wird in der Grafschaft Homburg der rüdere Hauen- stein vermuhtlich darum genannt, weil der Weg darüber durch Sprengung der Felsen gleichsam hat müssen eingehauen werden. Die Strasse/ so durch das Hamburger Amt/ durch die Dörfer Thürnen/ Rümlicken, Bückten/ und Laüfelfingen über Visen Hauenstein gehet/ führet naher Lucern und in Italien, und wird über alle Massen streng und viel gebrauchet. Die alte Landstraß gimge fast aller Orten in dem Bette der Bache, Merkwürdigkeiten. izz? Bäche, welche dises Tahl herab laufen, also in vielen Vertiefungen, allwo das Gewässer noch täglich mehrers wegfraß; Es wurden daher an vielen Orten sogenannte Bratschen oder Brücken in das Wasser, und wo das Erdreich sonsten sumpficht oder auch jäh war, angelegt, welche den Fuhrleuten einigermassen bequemlich waren; da aber das grosse Gewässer fast alle Jahre einige diser Brücken, welche nichts anders waren als eine Reihe hart an einander gelegter grosser rauher Hölzern und Baume, wegspülte, zudeme durch die schwäre Last- wägen dise Hölzer auch in wenig Jahren zerdrücket wurden; So hatte man fast allezeit au diser Strasse zu arbeiten, und mußten die Fuhren öfters still ligen; daher ein Löbl. Magistrat der Stadt Basel zu allen Zeiten viele Unkosten mit diser Strasse gehabt, und im Jahre i s§8. wie es heisset, die bodenlose Strassen am Hauenstein mit grossen Unkosten erhöhet; Da aber dises alles nicht genugsam wäre, und alle Jahre solche mußten verbessert werden, so ward in disen neuern Zeiten der Entschluß gefaßt, dise Haubt - und Landstrasse auf das bequemste einzurichten; Es ward daher eine neue Strasse angelegt, welche nicht mehr durch die Bäche, sondern auf Anhöhen, und bis über den Hauenstein gehet. Aller Orten können zween Lastwägm einander ausweichen; Und weil dieselbe mit grossen Steinen belegt, und sodann mit grobem rZ38 Historische bem Sande oder Grün überführt, so ist sie nicht nur von einer guten Dauer, sondern allezeit bequem zu gebrauchen. In den alten Urkunden finden wir ein edles Geschlecht von Howenstein. In einer Urkunde des Klosters St. Blasien vom Jahre 1215. waren Gezeugen Eberhard von Hor- we, Capellan, und Lütbold von Howenstein. Durch Horwe wird die Höhe des Hauensteins, wo die Wohnungen stehen, verstanden. In dem Jahre 1240. wird auch des Lütoldsvon Hauenstein gedacht. Ulrich von Howenstein, Mle8, war Gezeuge in einem Instrumente des Klosters Clingentahls, vom Jahre 1256. Graf Rudolfvon Habsburg, Landgrafim Elsaß, nennt in dem Jahre 1260. Ulrich von Howenstein, seinen lieben Franken. Sechs Jahre hernach gab der Graf disem Ulrich und seinem Bruder zu Laufenberg einige Güter. In dem Jahre 1267. empfieng diser Ulrich von Hauenstein einige Fruchtzinse zu Rotenburg fallend von Johannes und Jakob Gebrüdern von Wellenberg zu Lehen. Eben dise Zinse trugen dise Gebrüder vor» den Grafen von Habsburg zu Lehen. In Merkwürdigkeiten. rzzZ In gleichem Jahre verkaufte difer Ulrich von Hauenstein / Mies, mit Bewilligung seines Bruders Conrads / klebam m , der obigen Grafen und derer von Wellenberg, dife Güter. In einem Kaufbriefe von Graf Hartmami von Froburg vom i. May des folgenden 1268- Jahrs/ dem Kloster St. Urbatt gegeben, werden zu Zeugen angeführt Burkhard und Rudolf von Hauenstein, Gebrüder, Alonaclii prseälctE Oomüs. Hans Von Hauenstein in dem Lehenrevers Graf Werners von Homberg, gegen den Bischoffen,im Jahre 1275. Von denen Edeln von Wellenberg, welche denen Edeln von Hauenstein obgemeldte Zinse als ein Afterlehen übergeben, wird nachwerts beydem Wiesenberg etwas vorkommen. Das Wappen derer von Hauenstein findet man fchon in andern Schriften abgezeichnet. Lcccc IZ4« Historische aüfelfingm. Dises Dorf ligt an dem Fusse des kleinern Hauensteins, wie auf der Karte über dises Amt zu sehen. Es hat eine zahlreiche Bürgerschaft, und einen guten aber zimlich be- schwärlichen Ackerbau, weil die Fruchtfelder auf verschiedenen AnhölM li- gen. Ihre Heerden aller Gattliug Viehs sind sehr zahlreich, wegen der grossen Waiden, worauf in dem Sommer das Vieh getrieben wird. Im Dorfe ist ein Wirthshaus und einige Schmid- ten, wie auch Wagner und Sattler, besonders zum Behufe der Reisenden. Voraus- Merkwürdigkeiten. iZ4i Auferhalb demselben ist eine Sägmühle, eine Oehltrotte; gegen den Hauenstein, eine Hanfreibe , eine Färbercy, eine Blaiche und eine Gibs- stampfe. Unterhalb dem Dorfe gegen Bückten ligt in dem Tahle die andere Mahlmühle. Das Dorf hat Fünf laufende Brunnen. Die Kirche zu Laüfelfingen ist dem H. Apostel Peter geweyhet , sie ligt zu oberst im Dorfe auf einer starken Anhöhe. Allster geht der jeweilige Landvogt zu HomvA'g und dessen Angehörige, die Laüfelfinger, die Sennen ab der Schloßalp, von Ramsen, Reisen und Maur, zum Gottesdienste. Der Lentpriester Rudolf Brödlin hat sich besonders um dife Kirche verdient gemacht. Unter ihms ward die Verordnung errichtet, wie die Kirche und das Kirchengut sollte verwaltet werden. Sie fangt allst) an: „ In GOttes Rammen, Amen! » Als man zalt von Christi gebart 1478. Jak, ist ein Ordnung angesehen und gemacht/ ze Lob Eeecc 2 Gott IZ4-2 -Historische „ Gott und silier wirdigen Mutter der Itlngfto- „ wen Marie, ouch dem Himmelsfürsteu St. Pe- „ tro und Paulo, Patronen in dem Gotshuß zu „ Leifelsingen; wie die Nutze desselb Gotöhuß, „ Zehcndcn, Zinß, Jarzit und andere Zufcll, in- „ gezogen, gehalten und gebrucht sollen werden, „ dadurch es möge zunemmen in Geziers und iu „ Buwe, in Licht und in Tach und Gemach, wol „ gehalten, also daß es Gott löblich sye und allen „ nützlich und ehrlich und der Seelen Heil, die ir „ Sture und Hüls oder Gottsgoben daran gebet, „ oder geben haben, sy syend tod oder lebendig, „ und ouch insonderheit, die in künftigen Ziten, „ dainit »lmgoll und müg ulld Arbeit haben wer- „ de»r. Nach disem wird bestimmet, wie der jeweilige Obcrvogt auf Homburg, der Kilchherr und die ganze Gemeinde einen tüchtigen Kastenvogt wählen, welcher alle Gefalle des Gottshauses richtig einziehe , solche in das Gehalt des Gottshauses liefere, und auf St. Martins Tag darum ehrbare Rechnung gebe. Difer Kastcnvogt solle die Verwaltung sein Lebtag, so fern er wohl thut, behalten. „ Der Lohn wärt im von Gott und den Heiligen „ Hußherren des Gottshuß. Alle Jahr solle ein neuer Kirchmeyer erwehlt werden. Merkwürdigkeiten. iz 4Z werden, welcher die Geltzinse einziehen, dem Kastenvogt zustellen, und was er versaümt, aus dem Seimgen bezahlen solle. Der Kastenvogt solle die Kirche mit Wachs und Oele versehen; und weder er noch der Kirchmeyer, ohne Vorwissen des Kirchherrn und des Obervogts, nichts ausleihen. Der Kilchherr solle über des Kastenvogts und Kirchmeyers Verwaltung die Rechnung führen. Der Kastenvogt solle die Briefe der Kirche, wie auch die Briefe, so die Stadt Basel, als die gnädige Oberherren des Gottshauses, der Kirche gegeben , wie auch die Briefe des Herrn Bischofs, m einem besondern Gehalte wohl verwahren. Dises alles zu halten, solle der Kastenvogt und der Kirchmeyer geloben und beschwören: „ Dadurch si Gots Huld überkommen mögen „ und das Fürbitten und Verdienen der Mutter „ Gots und aller Patronen der Kirch, das Inen „ das ouch möge dienen zu einem guten end und zu „ ewigen Freuden, Amen. Ferners ward verordnet, daß der Kilchherr ein treues Aufsehen haben, alle Jahr die Rechnung von den Kirchmeyer«, in Beyseyn -er ganzen Ge- Ccecc z meinde IZ44 Historische meinde abnemen, die Ordnung ab der Kanzel verlesen, und sofern ein Gemeindsgenoß nicht erscheinen wurde, er ein Pfund Wachs der Kirche zur Busse geben solle. Dise Verordnung ward beschlossen, als Junker Leonhard Jselin Vogt auf Homburg, gedachter , Rudolf Brödlin Kirchherr, Hans Gisin Kasten- Vogt, und Hans Müller Kirchmeyer war. Worbey angemerkt ist, daß Drey Teile des Zchn- dens dem Gottshause, und ein Quart der Pfrund gehöre. Daß der Kirchherr von wegen des Edeln von Seevogels Zehnden jährlich der Kirche ein Pfund Wachs an das Licht geben solle. Es gibt auch der Kirchmeyer zu den Vier Hochzeiten eine Mahlzeit. Und solle er besonders darauf seyen, daß keine Manns-und Weibspersonen, welche nicht verehelicht find, bey einander wohnen. Denn wer solche behauset, der soll dem Gottshause verfallen seyn, Fünf Pfund Wachs, und der Obrigkeit zu Basel, Fünf Pfund Gelds. In deck Bezirke des Zehndens von Laüfelfingm hatten Merkwürdigkeiten. iZ45 hatten die Edeln Seevogel von Basel noch einen besondern Zehnden, und an disem letstern Zehnden die Herrschaft Falkenstein den vierten Anteil. Weil nun die Einkünfte der Kirche durch die Kriegszeiten, da fast alles im Brande aufgegangen, sehr abgenommen hatten, und ein Priester kaum mehr bestehen konnte, so hat diser eiferige Brödlein von Bernhard Seevogel Visen Zehnden, und von Löbl. Stande Sollothurn, als Herren von Falkenstein, die Quart erkauft, und darüber die Bestätigung erhalten. Wenn er aber nicht genug Gelds hatte, den Kaufschilling zu bezahlen, so hat Hemmann Würz- ler chme die Summ abführen helfen; und ward allst) von disen Beiden diser Zehnden einem jeweiligen Kirchherrn mit der Bedingnisse gestiftet, daß er zu Laüfelfingen haushäblich wohnen, beyder Stifter Brödlins und Würzlers , ihrer Vorder» und Geschwisterten, und derer so ihme empfohlen werden,Jahrzeit jährlich in der Woche vorSt. Martins Tage mit Fünf Priestern, die alle auf disen Tag Meß lesen sollen, in der Kirche zu Laüfelfingen feyren, eine Vigilie, eine Seelmeß und eine Meß vor Unserer Lieben Frauen Altar fingen, und Beyder Begräbnisse besuchen und besprengen soll. Die Instrumente hierüber sind gegeben unter dem Ecccc4 Bürger- i Z46 Historische Bürgermeisterthumme Hans von Bärenfels, im Jahre 1475. >--> Dise Kirche hat noch ihr altes Zeit-oder Kirchenbuch behalten, darum die Gebete, so ehemals für Kaiser und Bischöffe beschehen, geschrieben stehen. Der Kirche Verordnungen in Ansehung der Festige und des Gottesdiensts , die Verordnung für die Kirchmeycr, und die Jahrszeiten, so wegen denen Gottshausgaben denen Mitthätern gehalten worden, find auch umständlich daraus zu ersehen. Das Pfarrhaus ist nahe an der Kirche, neu erbauen, und sehr angenehm. Vormals stuhnd es im Dorfe. Als aber die Stadt Basel in dem Jahre nach der St. Jakober Schlacht den Stein Rhein- felden, mit Hülfe ihrer Eydsgenossen, eingenommen, ward das DorfLaüfelfingen von dero Feinden vollkommen verbrannt. - RudolfBrödlin, dessen in dem Jahre 14-0. als des Kirchherrn und Rektors zrr Laüfelstngen aunoch gedacht wird, trachtete daher im Jahre 1491. ein neues Pfarrhaus bey der Kirche, so vorn Dorfe einigermassen abgesondert, zu erbauen, und hat auch Visen Ban würklich vollbracht. Aus verschiedenen Umständen läßt sich muhtmaf- sen. Merkwürdigkeiten. 1347 sen, daß unten an dem Hauenstein, im Dorfe Laü- felfingen , in den ältesten Zeiten eine Kapelle gewesen / allwo die Reisende ihre Andacht verrichtet/ welche vielleicht von einem besondern Geistlichen bedienet worden. Ohngcacht die Schule zu Bückten eigentlich die Schule für das ganze Amt Homburg ist; so hat dennoch dises Dorf/ damit die Kinder nicht weit gehen dörfen/ einen Schulmeister/ welcher zugleich Sigrist ist. Die Prediger/ welche der Kirche zu Laüffelsin- gen vorgestanden/ sind: Im Jahre I2Z6. Heinrich, Plebanus zu Homberg. 1474. Rudolf Brödlin, Kirchherr und Rector. 1524. Burkhard Rotbletz. 1526. Bernhard Rohner. 1540. Johannes Entftlder. 1544. Egidius Oberster. 1558. Vincenz Dachsperger. 1 5 59. Roman Weid - oder Weinmann; ward Pfarrer zu Pratteln. 1566. Jakob Ritter; ward Leutpriester zuLie- stal. 1570. Israel Ritter; ward Pfarrer zu St. Leonhard in Basel. Cecee s rs8Z. Historische -Z4-8 Im Jahre rs8Z. Jakob Gugger. 1624. Mareus Zellarius; ward Pfarrer zu Muttenz. 1657. AI. Joh. Rudolf Parcus. 1699. AI- Samuel Gryneus, Dekarrus. 1726. N. Nielaus Refpiuger. 1728. AI. Johannes Wild. 171z. Herr AI. Nielaus Ripyel; vorhin gemeiner, dann oberster Helfer zu Basel, nunmehr Leutpriester zu Liestal. 1717. Herr AI. Joh. Rudolf Weitstem. 1742. Herr AI. Joh. Christof Ramspeck; vorhin gemeiner Helfer zu Basel, nunmehr Pfarrer zu St. Elisabethen. 1747. Herr AI. Franz Bleyenstein; vorhin Prediger zu Friedrichstahl. Der Uruchtzehttden zu Uaüffelfitigm, sMEHörte in den ältern Zeiteni denen Edeln Mar- dschalkcnvonBasel. Im J.i479.besaß solchenFr. MargrethMarschalk, Hrn.PeterSeevogels Ehefrarr, welche von Hemmann von Jffentahl daran wollte gekränkt werden ; allein er mußte feyrlich versprechen, Merkwürdigkeiten. iZ49 sprechen, daß er dise Marschalkin in dem Besitze des Ihrigen künftigs nicht mehr kränken wollte. Von disen Edeln ist diser Zehnden an L. Stand Basel gekommen, welcher solchen vollkommen dem Prediger zu Laüffelfingen zu Nutzen übergeben ; doch muß er davon dem Schulmeister zu Bückten den zehenden Teil zukommen lassen. Den Heuzehnden nutzet der Prediger allein. Die Waldungen von Laüffelfingen sind: Ein Teil des Wiesenburgs/ so Buchen/ Fohren und Rvtthannen hat. Der sogenannte Berg/ der Stollen und Bru- nisweil tragen Thannen. Der Bnlsten/ Rappensiue/ Oftr - und Krayen- Rüthin sind Buchwälder. In Steinhalden und Kalberwaid Eichen und Buchen. Im Jahre 159z. ward Laüffelfingen durch einen Brand sehr beschädiget. Die Einwohner find seit Einhundert Jahren mit etwann Zwölf neuen Bürgern vermehret worden. ^ Haben iZso Historische Haben hingegen auch ihre Güter durch sehr viele bewilligte Einschläge verbessert. Die Wirthe, und jeniqe so Pferde haben, verdienen vieles mit dem Miethen oder Vorspann. Als in dem Jahre i s? 6 . zwischen diser Gemeinde und der Gemeinde Häfelfingen, und denen von Wiesen, wegen dem Bann und Waidgang ein Streit entstanden, ist solcher durch die hierzu verordnete Obmann und Zugebene, wie auch beyderseits O- berbeanitete gütlich entschieden worden. Im Jahre 1612. hat die Obrigkeit gut befunden, die Ahornen Baüme indem Hamburger Amt, so schadhaft, umhauen und naher Basel zum Gebrauche der Stadt führen zu lassen. Den i s. Ienner 1707. ward eine Mietordnung in diser Beamtung errichtet. Übrigens ist in dem ganzen Laüfelfinger Bann kein Weinwachs anzutreffen. i, § g Ram- Merkwürdigkeiten. izsi WW Mamsen Uad. (^Jgt unten an dem Wiesenberg gegen der Schloß- ^ Alp, wie auf der Karte über das Hamburger Amt zu sehen. Als difer Ort anfänglich angebauen, das Holz auSgereutet und zu Wiesen oder Waide zugerü- ! stet worden, ward er Ramsa genannt, viel- ! leicht von einer Art Blume, Llliun, urimum, zu > Deutsch Ramseren genannt, welche in difer Gegend haüsig wächst. Die Herren Landvögte der Vogtey Homburg ! hatten vorzeiten mit den Besitzern desselben wegen dem Waidrecht verschiedene Anstände. Einige Herren Landvögte bemühten sich, die hohe Obrigkeit iZsr -Historische keit dahin zn bewegen, daß dises Guth zn den, Schlosse möchte erkauft werden. Allein es behielt seine besondere Besitzer, ward auch ein Bad darben angelegt, von dessen Wasser das mehrere bey den natürlichen Merkwürdigkeiten vorkamen wird. Durch Lange der Zeit ist es durch die darzu ncu- erkaufte Güter merklich vergrössert worden. Sein mmmaliger Besitzer ist Herr Franz Legrand/ der Handelsmann. W MM8 r i Merkwürdigkeiten. IZ5Z MJe Grafschaft Homburg gränzet an die Bott- ^ mässigkeit des Löbl. Standes Sollothurn. Da es nun aller Orten wegen denen Gränzen ! Anstände gibt, so haben dise Löbl. Stände zu verschiedenen Zeiten die etwann allhier sich erregten Zwistigkeiten gütlich beygelegt. Im Jahre i sa6. ward eine merkwürdige Un- ! termarchnng vorgenommen, und das darüber errichtete Instrument Samstags vor des H. Creutz- tag, Lx-üt3tioni8, zu Herbst, besigelt. ^ Die Abgeordneten oder Sendboten zu disem Ge-> ! schäfte waren, von Seite der Stadt Basel, Herr Peter Offenburger, Bürgermeister; Herr Ludwig Strub, des Rahts; Herr Thomas Gerster, Stadtschreiber; Herr Franz von Leimen, Obervogt zu Waldenburg. Von Seite der Löbl» Stadt Sollothurn , Herr Nico- IZ54 Historische Nicolaus Conrad, Schuldheiß; Herr Urs Byß; Herr Daniel Babenberg, beyde Alt - Schuldheis- sttt/ und Herr Hans Stellt/ Venner. Betreffend nun die Gränzen auf dem niedern oder Homberger Hanenstein / so wollte die Stadt Basel die Oberherrlichkeit der Landgrafschaft Siß- göw erstrecken bis an das Haus/ jenseits des Bach- leins zu Horw/ (das ist dem Dorf Hanenstein) als worinnen vorzeiten gerichtet worden / und dessen Bescher an das Landgericht naher Siffach sich verfüget hatten; da aber Löbl. Stand Sollothurn eingewendet/ daß auf Ansuchen auch fremde Un- tertahnen auf den Landgerichten erscheinen, und nur bey Regenwetter/ gleichsam aus Noht/ zu Harwe im Hause gerichtet worden. lw, D kl"! zch, »>!>! So ist man übereingekommen/ daß die Landgrafschaft Sißgöw an den Enden zu Harwe oder Horwe ! nicht weiter gehen solle/ denn bis an die obere Stupfe K bey dem Bildstöcklein / also daß hinsüro der Bezirk a»i jenseits den Schneeschmelzen/ nahezu der Stadt A Sollothurn gehören solle. hal Doch der Herrschaft Homburg an ihren Behol- zungen/ Waidgang und alten Herkommen, Zehn- ^ den und Zinsen ohnschädlich. h Also -aß die von Laüffelsingcn hinsüro / wie vor- ! hin/ Merkwürdigkeiten. izs 5 hin, die Bannhäg machen, solche auf-und Muhn, > scheiden, und Einung nemm sollen, bis an das ! Malesitz und Blut, so Löbl. Stadt Sollothurn gebühret. So aber einiger Schaden diser Ldrten denen von Laüffelsingen begegnen und sie deßwegen Pfand ne- men wurden, so sollen sie die Pfänder gen Horw in obgemeldtes Haus treiben, und alsdann die Vier Emigsmeister von Laüffelsingen hinauf naher Horw > gehen; und so fern die Sache nicht gütlich kan vermieten werden, über den Schaden nach Billich- keit erkennen. ! Jngleichem soll es gehalten werden, so deren von ^ Laüffelsingen Vieh denen von Hamnstein Schaden ! zufügen sollte. Als nun in folgenden Jahren sich etliche Auffände wegen der hohen Herrlichkeit zu Barenweil, und auf disem niedern Hamnstein auch wegen dem > Waidgang, Geschcid und Einruigcn allda, erhoben, ^ haben dise L. Stände durch dero Rahtsgesandtschast > allsobald das Streitige durch einen Vergleich, wel-- ^ cher auf Samstags den H. breutztag zu Herbst des i sos. Jahrs beschehen, in Richtigkeit bringen > lassen. ! Allervordrist wurden zu Bestimmung der Land- Dd-dd marchen iZs6 Historische marchen die nöhtigen Steine gesetzt. An dise Land- marche stösset Froburg, dahin beider Teile hohe Herrlichkeit der Landgrafschaft Sißgöws und des Bußgöws ftossen, und denn dem Gebürgt und Grad / auch den Schneeschmelzenen nachgehen. Zweytens warben auch einige Steine gefetzt in Landtahl bey St. Catharina Weg, dem Fridhag und dort herum, welche besonders der Laüffelfin- gcr und deren von Hauenstein Waidgang berühren. Der dritte Punct betrift die zu Bärenweil gesetzte Steine. Ohngefehr zo. Jahre hernach haben sich dise Zwo Gemeinde» wegen dem Waidgang in disen Wiesen schon wieder aufs neue erzankct; allso ward von L. Stand Basel Hr. Niklaus Bischofs des Rahts, und Hr. I. Jacob Zörnlein, Obervogt auf Homburg ; von L. Stand Sollothnrn aber Hr. Johann Schwaller, Benedict Hugi, Bürgermeister, und Hr. Urs Rudolf, Obervogt zu Gößgen, auf den Augenschein gesandt, welche denn dise Gemeinden folgendermaßen verglichen haben. Erstlich ward vorhergehender Traktat von 1506. bekräftiget, denn gut befunden, daß alle diejenigen Wiesen, so anfdem Hauensteine jenseits gegen Sol- lothurn Merkwürdigkeiten. izs7 lothurn der Laridmarchen gelegen, und vor langen Jahren eingeschlagen worden, so wohl als die in dem Laüffelfinger Banne eingeschlagen verbleiben sollen, und von beyderseits Beschern, ohne man- niglichs Eintrag, wie bis daher bcschehen, genutzet und genossen, auch hieran von niemand, unter was Schein und Vorwand es gleich seyn möchte, verhindert werden. Für^das andere so mögen dise bode Gemeinden in den gemeinen Wiesen zwar nach ihrem Belieben und Gefallen aufbrechen und bauen, jedoch mit dem Nnbedinge, daß nachdeme sie mit dem Heu abgefahren, des Waidgangs sich enthalten sollen, bis die Früchte von den aufgebrochenen Wiesen zur Scheune gebracht; alsdenn und nicht ehender sollen bod Gemeinden mit und durch einander dieselbe zu nutzen haben, auch jedem frey stehen, daß, so er obangeregtermaffen aufgebrochen Und gehauen, so lang die Garben im Felde sind, einzuhagen; z jedoch auf keine Weise innert diser Zeit darinnen weder zn Waiden noch zu grasen. Drittens, was die gemeine wettende Waide oder Feldfahrt, wie auch Weg und Steg betrift, so sollen dise Gemeinden dieselbe zu Holz lind Felde ge^ gen einander brauchen, wie es von Altem her üblich ^ gewesen/ und nichts Neues vornemen. DddddÄ Vier-, izs8 Historische Viertens ward abgercdt, daß, uin alle»» Anlas des Streits zwischen den Gemeinden Laüffelsingen, Wiesen und Hauenstcin zu verhüten / und dargegen eine gute vertrauliche Nachbarschaft zu pflanzen, in Beyseyn einiger hierzu Abgeordneten, Vier Steine sollten gesetzt werden, mit der Aufschrift: Einigstein , und sonst mit keinen andern Worten; welcher Vergleich den r. Heumonats des i6zs. Jahrs, von beiden Löbl. Orten bestätiget worden. Als aber dessen ohngeacht einige Jahre hernach die Hauenstriucr wegen den. Andern und Dritten Punct einen neuen Anstand erwecket, sind Löbl. Stände veranlasset worden, nochmalen einige Abgeordnete auf den Ort sechsten zu schicken, allwo denn von Seite Basel Hr. Hans Jakob Keller, und Hr. Niclaus Bischofs, des Rahts, und Hr. Hans Jakob Zörnlein, Obervvgt auf Waldenburg; von Seite L. Stands Sollothurn, Hr. Johann Schwaller, und Hr. Haubtmann BenedictHugi, wie auch Hr. Hans Caspar Fäsch, Obervogt auf Homburg, und Hr. Moritz Gobelin, Schuldheiß zu Ölten, sich eingefunden, und vorigem Vergleich folgende Erläuterung gegeben: Erstens, daß dieHanensteinerhiedisseitsderLand- marchen, auf Baßlischem Grund und Boden, zwar wohl mit und neben den Laüffelsingern mit ihrem Rindvieh Merkwürdigkeiten. rzs 9 Rindvieh , wie etwaim mithin beschehen, doch nur an nachbeschriebenen Orten, und mit triebencr Rute behütet, zur Waide fahren mögen, aber ge- ringstens nicht holzen sollen; als nämlich, im Buo- chen Zelgli dem Hübet nach, bis an Mattis Su- ters fel. Matten, so denn bis an die Mettelmatt; Item in Brunisweil dem Holz nach ufhin biß uf Stollen an Heini Kreyers Hag und hinderen bis ans Brünnlein, so weit der Laüffelfinger Bann gehet, und auf der andern Seite ehnct der Landstraße, neben des im Reisten Hag aufhin in Bruck- ! thal Matten bis an deren von Wisen Einig: Was ! aber für das , Andere, die Matten im Brucktahl und Attis- ries belanget, soll und mag ein jeder daselbsten das Seinige, wie bisher, nach stinem Belieben initzen und messen, jedoch einer dem andern ohne Schaden, bis daß die leiste Früchte aus dem Felde sind. Wie denn anch abgeredt, daß auf Stalten auch niemand nichts Waiden solle, bis man mit Rechen und Gabeln abgefahren, alsdenn soll es an einem und dem andern Ort insgemein genutzt lind ausgemachet werden. Übrigens soll es vollkommen bey dem vorigen Vertrag verbleiben. Ddddd z Besche-- ;z6o Historische Beschehen den 28. Wintermonats des iszy. Jahrs. Und ward diser Vergleich von beiden Herren Stadtschreibern L. Ständen, als von Hrn. Ioh. Rudolf Harder, und Hrn. Mauritius Wagner unterschrieben. Als in dem Jahre 1682. beide Löbl. Stände Basel und Sollothurn abermals gutbefunden, durch etliche Abgeordnete einige Gränzstreitigkeitcn auf der Schafsmatte, bey Oltingen und sonstcu, beyzulegen, ward unter ihnen den 2. Weimnonats dises Jahrsein Vergleich errichtet, welcher iu Ansehung der Gegend auf dem niedern Hauenstein, wegen des Bezirks innert den Einigsteinen, enthält. Daß es bey dem Vertrage von 1506. gänzlich bestehen, und die Stadt Sollothurn der Enden, in kraft dises Vertrags, die hohen und niedern Gericht, nicht weniger die Stadt Bastl wegen der Herrschaft Homburg ihre Ncchtsarne des Bchol- zens, Waidgangs, Zinsen und Zchndcn ohnge- kränkt behalten; sodenn ferners in solchem Bezirke die Bannhäge machen, auf-und Muhn, auch Scheiden und Einigung der Stadt Basel durch ihre Nachgesetzte, nach Sag und auf die Weise, auch gn dem -Orte/ wie der angezogene Vertrag von Merkwürdigkeiten. izsr 1726. ausweiset, zu äeLicliren, ohndisputirlich zuständig und gehörig seyn solle. Auch die folgenden Zeiten sind nicht vollkommen frey von verschiedenen Anstünden gewesen; und als beiderseits Untertahnen in disem Bezirke einige Kaufe errichten wollen, dises aber alles wider die Rechte des Standes Basel war, so waren in den Jahren 1745. und 1746. alle dise der Untertahnen Handlungen aufgehoben und zernichtet. Rey- Ddddd 4 ZZ62 Historische MSt ein Alpgut oberhalb Laüffelfingen gegen ^ Wiesen, vorzeiten auch Gteckhof genannt; gehört Hrn. Lconhard Ryhincv , 8, 8, N. L-mäiäa- tU5. Mu Merkwürdigkeiten. izsz MMU'i M!»,W iSKMl MJnAlpgut, so auf der andern Seite des Hauen- ^ stcins ligt; dessen Besitzer sind Herr Johann Rudolf Weitstem, Oberst-Leutenant, und Herr Heinrich Weitstem, Haubtmann, Gebrüder, in Holländischen Diensten. Hierum entspringet eine Quelle, welche bis an die Hauenstemer Straß hinabfließt, und die im Jahre 1568. zu einem andern Bachlein geleitet worden. Ddddd; Von iz §4 Historische WM MSN« Von dem lZorfe Duckten. MJses Dorf wird in verschiedenen neuern Schrif- ^ ten der Flecken Bückten genannt; in den ältesten Urkunden aber Büttkon, ligt an der Landstrasse, und hat nebst Zwey Wirthshäusern alle diejenigen Handwerker, welche von den Fuhrleuten besonders gebraucht werden. Als im Jahre 1255. das Kloster Schöntahl und Ulrich, Seultetus zu Waldenburg, genannt von Arnoldsdorf, dem Kloster Ollsperg einige Güter zu Hersberg verkauft, war Ulrich von Butikkon Gezeugt. Vorzeiten war auch eine Badstube allhier zur Bequemlichkeit der Reisenden. Die Merkwürdigkeiten. 1365 Die Schule für die Kinder diser Beammtung ward in disem Dorfe angelegt, und wird von einem Bürger von Basel versehen; doch hat schier ein jedes Dorf, besonders zu Winterszeit, eine sogenannte Nebenschule. Zwey schöne laufende Brunnen zieren dises Dorf. Allhier steht auch ein Halseisen, woran der jeweilige Obervogt von Zeit zu Zeit einige Fehlbare stellen läßt. Die Bürgerschaft in disem Dorfe ist zahlreich. Man kan rechnen, daß etwann alle Zehn Jahre ein neuer Bürger angenommen wird. Der Bach, so weit er zwischen Laüffelfingen und disem Dorfe laüft, wird Katzenbach genannt. Ohngeacht wegen denen jähen Anhöhen die Felder sehr mühsam anzubauen, so wächst dennoch allhier sehr schöne ja die beste Frucht. Das Rebgelände ist sehr klein, die Viehzucht hingegen desto besser. Hat keine Waldungen. Bückten gehört unter das Kirchspiel von Rüm- lingen. Ein iZ66 Historische Ein Quart des Zehudens allhier hat die Stadt Basel von den Ossenbnrgern erkauft. In den alten Zeiten, da der Aberglaube und die verdorbene Einbildung seltsame Gestalten hervorbrachte, so gab es nebst auderm auch viele Hexen in dem Baselgebiete; besonders wäre in dem 142z. Jahre allhier eine verrühmte Unholdin, welche allezeit auf einem Wolfe herumritte, des Wolfs Schwanz anstatt des Zaums in der Hand hielte, und besonders den guten Laudmann, wenn er vom Trunk naher Hause gieng, übel erschreckte; sie ward daher der Obrigkeit verzeigt, zur Haft gezogen; und da der Bauer eidlich behanbtete, sie seye eine Hex, zum Tode verurteilt. Von Merkwürdigkeiten. IZ 67 Von Mnerkinden. MIses kleine Dorf ligt auf der Höhe zwischen ^ dem Bucktemer und Dieckten Tahle. Ein kleines Wässerlein, welches an dem kleinern Wie- senberg entspringet, hiesset durch dasselbige, und ! fällt denn den Berg hinab in das Dorfe Bückten ^ und denn in den dortigen Bach. Difer Ort wird in den alten Schriften Ken-er- ! chingen genannt. Der Quartzehnden, mit andern Gefallen, ward von denen Offenburgern erkauft. Diß izsz Historische Die Einwohner ernähren sich vom Ackerbau und Viehzucht. Allhier hat es allezeit gute Tischler gehabt. Seit Einhundert Jahren sind etwann Vier neue Bürger angenommen worden. In diser Zeit ist dero Viehzucht, vermittelst einiger Einschläge oder Anlegung Wiesenwerks, verbessert worden. Sie gehören unter den Gerichtsftab von Bückten , und in das Kirchspiel Rümlingen. Auf dem Felde zu Kanerkinden, gegen Witisperg, ist ein Platz, von welchem die Schlösser Farnspurg, Waldenburg, Ramstein und Homburg können gesehen werden. Der Ort ist arif der Landkarte mit einem Auge bemerket. Diß Dorf hat einen einzeln laufenden Brunnen, und eine Bergwaldung, so mit Buchen bewachsen ist. Merkwürdigkeiten. M« WZI Von Mümlingen. ENdifem Dorfe ist die Kirche, wohin die Ein- d wohner dises und der Dörfer Bückten, Ka- nerkinden, Häftlfingen, Witifpurg, und die ab dem Mettenberg zu dem Gottesdienste kommen. Das IZ7S Historische Das Dorf ligt an der Landstrasse, und darbey befinden sich Zwo Mahlmühlen. Die Einwohner ernähren sich von dem Ackerbau und Viehzucht. In denen alten Instrumenten wird dises Dorf Rümlikon genannt, und haben die Edelu zc Rhein und von Frick in dem dreyzchnden Jahrhundert einige Rechte, wegen des Kirchenjahrs und sonstcn, allhier gehabt. In dem 14z2. Jahre haben die Herren Thomas und Johannes von Falkeustein, als Landgrafen des Sißgöws, dem Edeln Heinrich von Eptingen, nebst andern, zu Lehen gegeben, den Quartzchndcn, die Hochwald, und die Gerichte zu Rümlingen, zu Häftlsingen, Bückten, Käuerkinden und Witispurg. Indem Jahre izss. besaß Heunemann von Eptingen, genannt von Wildenstein, diseQuart- zehnden zu Rümlicken, Bückten, Witisperg, Ka- ncrkinden, Häfelfingen, Diepstingcn, Dürsten und Bockten; von disem sielen sie auf Heinrich Ma- kart; diser verkaufte solche an Jost Hüglin von Sulz, Bürger von Basel; und endlich kamen sie an die Stadt Basel sechsten. Die Landgrafen des Sißgöws besassen einen andern Merkwürdigkeiten. iz 7 r dern Teil des Zehndens an allen disen Orten, samt denen Hochwälden und Gerichten zu Rümlingen, und haben solchen noch im Jahre 1432. zu Lehen geben. I Die Edeln von Offenburg hatten eine andere Quart, welche zudem Freyhoft zu Liestal gehörte, j und von den alten Grafen von Homberg herkam. Die letzte Quart war derer von Hertenstem i Lehen. In dem Jahre 1 zos. ward durch einige Abge- ordnete von Basel unter disen Zehndenherren, wegen dises Zehndens, ein Verglich getroffen. ! Damals besaß die Stadt Basel von wegen der i Herrschaft Homburg ein Quart; Jakob von Her- ! tenstein ein Quart; Hemmaun von Offenburg ! ein Quart, und Heinrich Schärer, der Leutpriester, ein Quart. Als aber König Maximilian im Jahre 1527. dem Jakob von Hertenstem dist Lehenquart zu ver- kauffen erlaubt, ist selbige auch an die Stadt Basel gekommen. Der sämtlichen Frrichtzehnden nun, von allen zu dem Kirchspiele Rümlingen gehörigen Dörfern wird Eeeee alljähr- IZ72 Historische alljährlich in dem Dorfe Bückten aufgeruffen und den Meistbietenden überlassen. Darvon beziehet nunmehr der jeweilige Landvogt , zu Handen der Obrigkeit, ein Quart; Lobl. Dcputatenamt Zween Quart, und der jeweilige Prediger zu Rümlingen Ein Quart. Diß Dorf hat einen schönen laufenden Brunn mit Zwey Röhren. Die Waldung besteht in einem Berge, darauf Buchenholz, und auf dessen Höhe, da es eben ist, Fohren und Tannen wachsen. Es ist aus der Landkarte difer Beammtung zur Seite gegen Farnsburg eine Gegend bemerket, welche ehmalen das Oestergöw genannt worden; darein gehörten vielleicht einige Bezirke der Dörfer Rüneberg, Kilchberg, Rümlicken und anderer, und sämtliche hatten einen ihnen vorgesetzten Meyer. In den neuern Zeiten hat die Benennung dises Göws, und alles, was ihme etwann besonders zugekommen, aufgehört. Die Kirche zu Rümlingen ist dem St. Geörg gewidmet; derselben haben folgende Geistliche abgewartet : Merkwürdigkeiten. iZ7Z Im Jahre iz6z. Erhard von Frick/ Kirchherr. Es scheinet , diser seye vielmehr kgtronus LcLle- ÜX, als aber Priester gewesen. Kraft einer päpstlichen Bulle vom Jahre i soo. solle der Pfarrer zu Rümlingen der hohen Schule zu Basel jährlich 12. Gulden von seinem Einkommen bezahlen. 1507. Heinrich Schärer. 1526. Johannes Wick, kam naher Benken. 1 s49. Georg Gmnblatt. Hieronymus Gunz, vorhin Prediger zu Münchenstein. 1555. Vicenz Dachsberger, ward Prediger zn Laüffelfingcn. iss8. Jakob Agrieola. 1^62. Adam Schick. 1566. Georg Geiler. 1577. Matthias Rettenmund. isi2. Georg Rettenmund. isi8. N. Aielaus Brombach, vorhin Prediger zu Pratteln. 1662. N. Johann Jakob Wetzet, vorhin Prediger zu St. Margreten, und Schloß- prediger auf Farnspurg. Eeeees Im iZ74 Historische 1689. AI. Daniel Schönauer, ward DekanuL des Homberger Capitels. 1728. AI. Samuel Wettstein, vorhin Prediger zn Langenbruck, ward Prediger bey den Barfüßern und in dem Spittal zu Basel. 1726. Herr AI. Friedrich Merian, vorhin Prediger zu Muttenz, nunmaliger Dekanus des Hvmberger Capitels. In einem Schuldbriefe der Stadt Lauffenburg von, Jahre i z 86 . wird eines Edeln Heinrichs von Rümlang gedacht. Mät- Merkwürdigkeiten. IZ75 'MUNIN- H^Erden einige Häuser genannt, welche ober- halb Rümlingen auf einer Anhöhe gegen Hä- felfingen ligen. Diß Gut gehört nunuia! Herrn Ioh. Rudolf Preißwerk / dem Handelsmann. Historische IZ 76 Mäfelfingen. Rümlingen gehet bey der Kirche hinauf ein ^ Tahl, worinnen dists Dorf ligt, dessen Einwohner sich von dem Ackerbaue und Viehzucht erhalten. Zur Zeit des dreyssigjährigen Kriegs, als die Armee des Herzogs von Feria und des Kayscrl. Generals Altringen, von Schafhansen in dise Gegend kamen, sind eine Mänge Soldaten in die Basle- rischen Dörfer, Hemmicken, Ormelingen, Winter» singen, Bus, Meisprach, Nußhof, und besonders zuHafelfingen eingefallen, und haben dises Dorf ausplündern wollen; die Bauren aber stellten sich zur Gegenwehr, ergriffen Drey Spanier, banden sie an einen Baum, und schössen selbige zu todt; welche Taht aber von der Obrigkeit mißbilliget, und die Fehlbaren empfindlich abgestrafet worden. Der Vergleich, welcher zwischen diser, der Gemeinde Laüffelfingen und denen von Wiesen, wegen dem j Bann Merkwürdigkeiten. i Z77 Bann und Waidgang getroffen worden, ist im Jahre 1576. beschehen. Dises Dorf hat Drey laufende Brunnen, so von einer Quelle herkommen. Es nutzet von Waldungen einen Teil des Wiesenbergs; einen Teil des Homburger Bergs, und einen Teil im Stollen, auf welchen Buchen, Fohren, weiß und rohte Tannen wachsen. Im Jahre 1682. waren noch alle Haüfer allhier mit Strohe bedeckt, ohne Kamin, allein mit Ranch- löchern , welches aber seither vieles abgeändert worden ; »nassen, kraft eines obrigkeitlichen Befehls, kein neu Gebäude mit Strohe darf gedeckt werden. S-E >'-l> e Von Eeeee 4 Hhrorische lMöher hinauf gegen den Wiesenberg ist ein Alp- ^ gut, darzu die Güter von Hrn. N. Stock- lein, Pfarrer in der mindern Stadt Basel, zu der Zeit, als er noch Prediger zu Kilchbcrg war, zu- saniengekauft, und hiermit dises Gut angelegt, und mit den nichtigen Gebäuden versehen worden. Sie wird nunmehr die Zäßlische Alp genannt, weil HerrJoh.Hcinrich äe Jakob Zäßlein sel. solche vor wenig Jahren mit gewissen Bedingnjssen di- em Geschlechte zu besorgen überlassen hat. Der Verwalter derselben ist der-älteste dises Geschlechts, und nunmehr Herr Lneas Zäßlein. Schon Merkwürdigkeiten. 1379 Schon um das Jahr 1660. sind in diser Gegend, welche in Apperich bey dem Kochbrunn » genennt worden, die Waiden von dem Gestrüpfe gesäubert, und zu Matten eingeschlagen worden, worüber in den Jahren 1685. und 1710. verschiedene Erkanlltnussen ergangen sind. Eeeee 5 Der Historische Der Wcsenberg WSt einer der höchsten Berge des Baselgebiets, d darauf stehet eine Hochwache. Der ganze Umkreist desselben gehöret in die O- berherrlichkeit der Landschaft Basel, weil die Basle- rischen Landmarchen der Landgrafschaft Sistgöw um das Dorf Wiesen herumgehen, wie auf der Landkarte zu sehen. Bey einer andern Abhandlung wird das mehrere von dem Dorfe Wiesen gesagt werden. In den ältesten Zeiten ward gestritten, ob die Civil-und Criminalhändcl, welche anf difem Berge beschehen, den Landgrafen des Sißgöws oder den Merkwürdigkeiten. iz8i den Grafen von Homberg zugchören sollten; und waren die Gründe derer von Homburg sehr bündig , weil der gröste Teil des Bergs in ihrer Graf- schaft läge; hingegen ist zu beobachten/ daß die ganze Grafschaft Homburg in der Landgrafschaft Sißgöw begriffen war. Eine Urkunde, so Montags vor St. Bartholo- mcns des 145z. Jahrs gegeben ist/ belehret uns/ daß der in Visen boden Land-und Grafschaften li- gende Wicsenberg der Stadt Basel zugehöre, und wie weit dißorts der Herren von Basel Gericht gehe. Aus disem Instrumente sihet man ferners, wie die Hasel-und Laüffelsinger auf disem Berge ihren Waidgang haben. Und wie, als ohngefehr im Jahre 12 bey soo. Mannaufdisem Berge zusamenge- kommen / üüd die Zeglinger und Kilchberger auch Ansprach an den Waidgang gemacht / die Schuldheissen von Lieftal das Waidrecht also verglichen / daß die Gemeinden Laüffel - und Hä- felfingen für die Nutzung desselben dem Obervogt auf Farnspnrg jährlich ein Vierzel Habern und Zwo Vierzel Korn bezahlen / re. rc. Es wird in denen alten Urkunden des Schwei- tzerlands öfters der Edeln von Wessenberg gedacht/ welche viele Güter hin und wider besessen haben. Viel- izrr Historische Vielleicht stuhnde auch eines ihrer Schlösser auf dem Wiesenberge; lind die Bekanntschaft mit denen Edeln von dem Hauenstein wäre vermnhtiich eilie Bewegnrsach, warum sie denensclben einige Zinse geliehen. In dem Jahre 1207. wird Arnolds von Wellenberg gedacht. 12^6. in einem Clingmtahlischen Instrumente Johannes äe Wellenberg. In dem Jahre 1259. Hugs von Wessenberch. In dem Jahre 1261. Johannes und Hugs Gebrüdern. Vorhin ist schon angemerkt worden, daß in dem Jahre 1267. Ulrich von Hauenstein einige Fruchtzinse zu Rotenburg von Johannes und Jakob Gebrüdern von Wellenberg zu Lehen empfangen. Eben dise Zinse trugen dise von den Grafen von Habsbnrg zu Lehen. Nach etwas Zeit kamen dise Früchte an Heinrich Gerwiler von Lauffenburg. In dem Jahre 1292. Hermann von Wellenberg, Ritter, dessen Bruder war Jakob, LeUa- rius und krster in Clingenan. Als Merkwürdigkeiten. iZ8) Als Graf Hermann von Homberg mit Bischoff Peter von Asphclt, wegen dem der Kirche zu Basel zugefügten Schaden, einen Vergleich getroffen, und dem Bischoffe zur Entschädigung 200. Marks Silbers versprochen, war Hug vonWes- senberg Custos zu Basel, des Grafen Bürg, nebst andern, rc. an dem Freytage nach der alten Faßnacht 1296. In dem Jahre 1Z84. lebte Hugo von Wessetk- berg, MiMeriaiis der Grafen von Habsburg. In dem Jahre 1428. Hans von Wellenberg. Historische 1Z84 Von dem !orfe Witisburg. ^ Elbtzes gehört in das Kirchspiel von Rümlingen. Von dem Zehnden ist das nichtige bey Rümlingen gesagt worden. Die Ebene hierum ist an Korn sehr fruchtbar, und die Viehzucht denen Einwohnern sehr erträglich. In disem Jahrhundert sind allhier Sechs neue Bürger eingesessen. Zn dem Jahre r 68 s. versuchten einige Einwohner Merkwürdigkeiten. iz 8 z «er allhier Taback zu pflanzen, allem er wollte nicht gelbe werden noch zur Zeitigung kommen. Ein junger Knab zündete aus Unvorsichtigkeit im Jahre 1704. durch eine sogenannte Schiüffelbüchse ein Strohdach an, durch welchen Brand 44. Hansel' verzehrt worden. Diß Dorf hat Zwey laufende Brunnen, so von einer Quelle herflieffen. Die Waldungen dises Dorfs werden genannt r. Im sogenannten Holz, Hohenrain, Hölsteingra- ben, Camber-und Gißgenrain, in welchen Eichen, Fohren, und Buchen wachsen. Es ist bekanntermaßen in dem Dieckter Tahle ein altes zerfallenes Schloß, Weitenwald oder Weitenheim genannt. Vielleicht waren in den ältesten Zeiten Edle dises Namens, welche auch allhier eine Burg gehabt haben. Auf der andern Seite des Tahls gegen Diepflin- gen hinab ist eine kleine Alp, die Sommerau genannt, so Herrn N. Gisendörfer, Prediger zu Kilchberg zuständig ist. Von Historische rZ86 ZU^'- KWV MS Von hürnen. ^ErBanndises Dorfs hänget nur an einer Ecke ^ des Witisburger Banns, und ist sonsten vollkommen von der Farnspurger Beammtung umsehen. Merkwürdigkeiten. iz 8 ? In dem Skiftmrgsbriefe des' Klosters St. Al- bau, und andern Urkunden, wird Ournum und Ourno im Sißgöw geschrieben. Vor Zeiten wurden die Meltähter aufden LaildS- tagen verurteilt, und denn hingerichtet. Jnr Jahre 1577. ward ein dergleichen Landstag zu Thür- neu gehalten. Dises Dorf ligt an der Landstrasse, hat Zwey laufende Brunr:rn, ein Wirthshaus, und die Handwerker, so zu dem Fuhrwesen erfordert werden. Seme Lage ist sehr fruchtbar. Es bauet Weilt und Korn nach Nohtdurft, und hat Obst zum I Überflüsse. I Die Viehzucht ist durch neuangelegte Wieselt > seit Einhundert Jahren fthr vermehret worden. I In solcher Zeit sind etwann Zehn neue Bürger ! angenommen worden. Seine Waldungen sind: die Rcbhalden, der Bliter-und Brandhau, worinncn meistens Buchen wachsen. > Vor Zeiten mußten die allhiesigen Einwohner ! naher Bückten gehen, um alldvrten nach dem Zie- ^ le mit den Feuerrohren zu schießen; da aber bey > unguter Witterung solches zu linbequem war, und Fffff dises ^iz88 Historische dises Dorf auch einigermassen an junger Mannschaft zugenommen, so ward auf dcro untertahni- ges Bitten ihnen den z. Heumonats i?Z7. ausser dem Dorfe einen eigenen Schießplatz anzurichten, bewilliget. Dem Homburger Amt sind keine besondere Zufälle begegnet, welche es nicht mit der übrigen Landschaft gemein habe. ^ Dasjenige aber, was etwann einem jeden Ort besonders zukommt, ist schon an seiner Behörde angeführet worden. In dem Jahre 1440. waren in diser Beamtung 120. wehrhafte Knechte ausgelegt, worunter Zwölf Schützen, welche auf alle Fälle hin sich fertig halten mußten. Es scheinet, daß etwann in den ältesten Zeiten die Landmarchen diser Grafschaft änderst, als sie jetzund sind, bestimmet gewesen seyn. Der Stand Basel liesse im Jahre 15 n. die Bannstreitigkeiten zwischen dem Farnspurger und Homburger Amte entscheiden. Im Jahre i ^ 6. ward in diser Vogtey eine Feuer- ordnung, wie eine Dorfschaft der andern beysprin- gen solle, errichtet. Das Merkwürdigkeiten. i z 89 Das ganze Amt Homburg hat zu Unterbeamteten, einen Untervogt, welcher gemeinlich von Laüffelsingen oder Bückten genommen wird. Denn sind Drey Amtspfleger; anbey hat jedes DorfZweenGeschworne, Zween Bannbrüder, einen Gemeind - und einen Armenschaffner; allwo aber Gottshaüser sich befinden, als zu Bückten und Laüffelsingen, da sind Zween Kirchmeycr, welche dem Prediger das Kirchengut besorgen helfen. Zu Bückten sitzet der Salzmeister und der Zoll- einnemer. All dem Auffahrtstage besichtiget eine jede Gemeind ihre Bannsteine. Alle Dörfer, ausser Thürnen, haben ihren Schießplatz zu Bückten. Das Gericht besteht aus dem Untervogt, welcher den Stab führet, und Achtzehn Richtern, welche aus den Dörfern gezogen werden. Alle Jahre im Maynronate wird das Gericht durch den Landvogt eingeführt, und so einige Richter abgegangen, von ihme mit ner,erwählten Richtern ergänzet. Fffffr Das izso Historische , DasGescheid, so über Feldstreitigkeiten richtet/ hat ebenfalls den Untcrvogt zum Vorsteher , nebst Sechs Männern, welche gleichfalls aus verschiedenen Dörfern dises Amtes gebürtig find. Natüv Merkwürdigkeiten. tzsr , ^Von den Schaut wie in dem bunten Kleide Flora aus der Erden steigt, Wie sie gegen uns aus Freude Ihrer Blumen Scepter neigt, Wie sie glänzet, wie sie blitzt, Wie sie in dem Purpur sitzt. Lhr.V. rmdIrrd. Flor. Je Ordnung, nach deren wir unsere historischen und natürlichen Merkwürdigkeiten fortzusetzen Ffffsz uns IZ92 Natürliche uns vorgenommen haben, hat uns aus den Lieft«- ler Gefilden und Fluren in diejenigen geleitet, welche die Vogtey Homberg ausmachen. In disen sehet es schon wen raucher und bergichter/ hin und wider auch enger und geschlossener aus/ als in vorhergehenden. Hier sind weniger Weinberge. Hier kostet der Pflug schon Fünf oder Sechs Stücke Viehes/ da man in vorigen mit Zweyen oder Dreyen noch fortkömmt. Hier findet man nicht mehr bey allen Dörfern so viele und verschiedene Arten Obstes und Gartengewächse; ich zweifle aber nicht, daß eine und die andere derselben hin und wider wachsen würde, wen» man aller Orten genug Wissenschaft und Erfahrung hätte, oder den nöhtigen Fleiß und die erforderte Mühe anwendete / dieselben nach ihrer Art und Natur zu pflanzen und zu erhalten; denn es seyn in diesen Gegenden neben fruchtbarenFeldern/ und nützlichen Waldungen/ auch schöne Wiesen, die man an vielen Orten durch die Wässerung sehr futterreich machen und erhalten kam Auf den Bergen aber seyn hier und da gute Wayden, wie denn auf denen Alphöfen diser Gegend, so wol als anderer in unsern Gebieten, die Butter, Milch, und was davon abkömmt, trefflich befunden werden. Nicht weit von dem Schlosse Homberg ist der Wesenberg, einer der höchsten unserer Landschaft; denn so man in heisscn Som- nmtagen an dessen Fusse von Hitze fast schmelzet, kan Merkwürdigkeiten. izZz kan man hingegen au/ seiner Spitze zimlich ftie^ ren. Man siehet auf seibigein bey Hellem Wetter eine sehr grosse Fette der Helvetischen Schneeberge. Es ist ctwaschesonders, daß man auf disem Berge fast keine Krauter findet, da doch auf andern in der Nähe viele und schöne Bergkraüter und Blumen zu sehen, deren zwar die meisten schon bey Mutter,; und anderwerts angebracht worden. Ob daher zu schliesset,, daß der Boden desselben zu erz- artig, oder was sonsten dessen Ursache seyn möge, wollen wir nicht bestimmen. Wir wenden uns aber zu einigen Kraütern dieser Orte sechsten: 1. Eine Art Movß: I-iclren alpinu8, cornuL Ler- vi referen8, lubtus Intiminus, cleluperei- nereus, receptaculis üorum amplioridus, intus fuiLis. Llicbel. p. 76. 1. Z8- k. I- dicken arboreu8 , leuconrelanos, ramulis altera parte sntkracinis. Luxb. Lent. 11. 1 . VII. HZU. 8t. Ilelv. 71. Auf denen Bergen im Homberger Amt. 2. Eine andere Art: I.icbenoicle8tubulosum, ci^ nereum, liumile, clamL cornua rekerens. Dill. Ost. 2oz. Lorglloiäes ä'-unse eorn. reter. 1.565. Hier und da an bergichten Orten. z. Eine auf Steinen wachsende Art. lüclrenoiäes cruÜÄLeuni, tenuillunurn, leZmentis W3- F sssf 4 äratis. r?94 Natürlrche Zr3tl8, 6svo L nigro colore eleganter varic- A3Ü8. Dill. Lst. 2O6. in 8 copu 1 is. und sl) könnten wir noch mehr Arten oder auch Va- rietates aufzeichnen; denn es ist noch nicht erwiesen, daß unter denen von den Lotanici8 aufgezeichneten speciell inuscorum nicht hin und wider species vorkommen, die doch nur Variet3te8 seyn. In Lei. D-^lleri Ln. 8t. II. p3Z. 6s. Liclien tubul3tu8, p)'xiäurn8, pro- liker, dlo. r s. variet 38 1evi8 nsta clicitnr ex IHaene tubuloso,p^xic!3to, einereo. P3Z.64. I^o. 9. dlonne Xglue Licnen ps'xiäatus, pro- liker , Jcenchylormn oris coacineib §c tumen- tibu8 Lju8ä. 1. c, dlo-17. 6ici potell N3w ex Licliene pvxiä. Lcetadulor. oris coeein. L tument. Lju83§. 717. der kleine wilde Kartendi- stel, bey Laüffelsingen. 7. dlo. ZZ. Z4. und zs. x>3§. 6o. Drey Arten En- tians seyn auch in dieser bergichten Gegend hin und wider zu sehen. Wir haben im Frühjahre dieser Orte alle die Frühlingskraüter gefunden, wie in vorhergehenden Gegenden, nur etwas spähter: als 1uM. Lell. min. krimul. Ver. Viol. in?.rt. ^ 16 n. beäer. toi. I.eucojnni buibos. vulMr. istv 3 Lmtiiu 8 tteiigr. ,bi- tol. 6 ermsn. ?etr>lit. und andere. In einem Steile gel des letftern Krauts, neust. ketallt. welcher hohl ist, zeigte fich, als wir ihn der Lange nach aufgeschnitten , ein von der innwendigen Missen, wolligsten 8udtt3nz ordentlich zusammengedrungenes Blümlein - fast wie ein Mayenblümlein. 8ubttM- iig stve menrbrLNÄ iiL0 IZnuZinoscl, inttclr tioscuii LÜLujus gibt, in V lI. fegmentL inXljualici clivistr, L pestnnLuii ope per variX W 3 Fnitnciini 8 gc 6 - Zurse Iäme!l38 ejntlleni subliantiX, internT caulis tstperticiei aZglutinzw erst, licc^ue lepiäum ista- turZe iuüun exliibebst. Fffff ? Die rZ9§ Natürliche Die im Sommer und gegen den Herbst gefundenen Pflanzen, als Wegweisen, Wollblumen, Nelken, Ramsern, Enzian, Sonnenwirbel, verschiedene frühe Orcinäe8 , wilde Birnen, Aepfel, kleine Pflaumenbaüme, rohte und schwarze Kirschen, Vogelsbeern, Heidelbeeru, Erbscln, Wackholdcr, Stechpalmen, Hollder, wilder Bux, Pimpernüs- se oder 8t3xll)'Ioclenäron, allerhand Master Wald- und Wiesen - Ranunkeln, km-nMa und sehr viele andere mehr, die alle schon in vorhergehenden Stücken vorgekommen, achten wir desiwcgen nicht nichtig, aufzuwärmen. In denen Waldungen siht man von grossen Baümen sonderlich Füchten, Tannen, Eichen und Buchen. Von Gewilde machen die Füchse und Haasen das meiste aus. Von dem Maffer bey Wamsen. WNgefehr eine kleine halbe Stunde von dem ^ Schlosse Homburg, oder von Laüffelsingen, sehr nahe an dem grossen Wiesenberge, auf einer Waide, ligt das Baad Ramsen, dessen steh in dem Sommer die benachbarte Bauerjame mit Nutzen bedienet. Mit disem kaitentspringendcn Badwasser wurden folgende Experimente gemacht: i. Von nl.W. dieses Badwassers blieben nach einer gelinden Äbrauchung sZ. Schrupel eines weis- sen Merkwürdigkeiten. i z 97 seu Pulvers, welches auf der Zunge dem Geschmacke nach, so wenig salzicht war, daß man es fast nicht merkte. Mit fort. eKerveicirte es stark, hat sich aber dennoch bis auf etwas weniges nicht gänzlich folvlret. 2. Mit Oleo Vitriol, war die Mervelcenz und die 8olutiorr weniger stark. z. Hingegen mit 8piritu l^litri, wie mit dem fort. 4. Mit 8xiritu 8rilis zeigten sich selbige wieder geringer. s. Mit Oleo 8ulpliur. per campen, wie Mit 8viritu 8-»Ii8. 6. Das Pulver mit einer clettill. kalt eli- xiviret, plriltriret, und Mit 8^rup. Violar. gemi- schet, färbet nach langem Stehen das Wasser etwas grünlich. 7. Das Pulver mit 8>rupo Violar. in einem steinernen Morset gerieben, mit Ramsenwasser äi- luiret und hernach xlriltriret, erscheinet grün. 8. 6allX turcio. mit dem Ranistubadwasser m- funäiret, ziehen die Farbe gelbbraun aus. 9. klültrirte 8o1utio 8äl. lart-lr. ü.mmomac. iZ98 Natürliche üell. parat. unter dies Badwasser vermischet, machet selbiges milchtrüb, und pr^cipitiret sich nach etwelchem stehen ein weisser Schleirnsatz. Mit 8ale 6emmX aber ward nichts verspüdret. 10 . 8olutio Vitriol. Narti« öellill. parat, unter Ramsenbadwaffer gemischet, machet es sehr gelb. 11. 8olutio Vitriol albitl^. üctlill. parat. unter diesem Badwasser, machet solches oranZegelb und setzet einen glcichfärbichten Schleim zu Boden. 12. Das einige Wochen über an einem etwas feuchten Ort verwahrte Pulver zöge wenig, oder fast keine Humiclität an sich, also daß es scheinet sehr wenig von einem 8ale allealino zu participiren. Wenn wir nun betrachten, daß nicht vollkommen z.Maaß dieses Badwaffers fast 2 .0.nintl. einer, wie aus angeregten Experimenten und Proben sich schließen und folgern laßt, terr^ alcalimr: enthalten, so kan man wol sagen, daß dies Wasser gegen andere Badwaffer gehalten, die in grösserer Quantität abgedämpfet, weniger zurücklassen, merklich mineralischer, und c^teri--: paribus, also auch kräfftiger oder wirkender sey. Diese Ver- ra alcalina aber mag doch wol auch etwas weniges von einem Mittelsalz, wie nach vieler gelehrter Aerzte Merkwürdigkeiten. izss ! Aerzte Erfahrung die meisten kalten MneiMad- Wasser, bey sich haben; daß aber in dem Pulver, l womit die Experimente gemachet worden, sich desselben so wenig geäußert hat, war ohne Zweifel die ! geringe Quantität dessen Ursache. Es scheinet also, dieses Badwasser innerlich und äusserlich gebrauchet, dienlich und nützlich zu seyn, zu stärken, zu reinigen, zu verteilen, auszulösen, die Glieder zu erleichtern, und was dergl. mehr, welches aber fernere Experimente, wie auch die Erfahrung und Oblervetionen von desselben innerlichen und äußerlichen Gebrauche in verschiedenen Beschwärden noch besser bestimmen können. Es ist Schade, daß man selbiges nicht besser beobachtet und gebrauchet. 1400 Natürliche Von den Versteinerungen. Kein Stein bcdeckt die Erde, Wo GOtlcs Weisheit nicht in Wundern tähtig werde. Halter. HÄlEr unsere Berge besteiget, und von den Spi- KV tzxn derselben die herumligende Landschaft besitzet, wird mit Entzückung das Schöne und Wunderwürdige der Schöpfung in stillen, Nachdenken erwägen. In der Nähe reihende Tätzlcr, in der Ferne, wo sich das Auge verlieret, mit immerwährendem Eise bedeckte Gebürge. Man über» denket alle Vorstellungen, und die Seele von der anbättungswürdigen Hoheit des Schöpfers angefüllet, frolocket und singt Jhine brünstig zu: O 1421 Merkwürdigkeiten. O Ursprung dessen was da stehet, Wie groß / wie gnadenreich bist Du! O Grösse/ da ich mich versenke/ Je länger ich sie überdenke! ^ Noch mehr gerühret findet sich das Gemähte, wenn es sich die ausnemende Pracht der Schöpfung in denen unschuldigen Tagen vorstellet / da der Ungehorsam noch nichts verdorben hatte. Aber welch eine Abwechslung der Gedanken! vorhin stolz / daß der Mensch ein so schönes Gefilde bewohnet / nun gebeugt siht man auf dem Berge / da man ist / Überbleibseln der Sündflut/ deut- ! liche Merkmale des Zorns des Schöpfers über seine Geschöpft. Bey dem Anblicke der versteinerten Meersschne- ! cken/ welche wir auf denen hohen Bergen finden, muß sich unsere Einbildungskraffc das entsetzliche Gewässer vorstellen, welches auch dise Gegend durchwühlet hat. Fluten, so mit Ungestüm daher rauschten, und wenigstens einen guten Theil der Oberfläche des Erdbodens zerbrachen, und was darauf war, hinrissen. Erbärmlich trauriger Anblick! da nach gesenktem Wasser die Erde in ihrem Schütte wie in Trauer verhüllet, und der Glanz der vorigen Schönheit nicht mehr da war. Ge- 1422 . Natürliche Gelehrte Naturforscher, doch auch Kühnheit und Hochmuht haben schon viele Lehrgebäude von den Gewässern der Sündfint und der Veränderung, welche der Erdboden hierdurch erlitten, aufgestellt; dieselbe mag nun allgemein gewesen, oder nur so weit gegangen seyn, als Menschen gewöhnet; die Erde mag sich durch das Gewässer gleichsam gänzlich, oder nur der aüscre Teil derselben aufgelöst haben; so nimmt man dennoch für gewiß an, daß wo so viele Mecrsschneckcn auf den Gebürgen und sonsten sich befinden, die Gewässer der Sündstut müssen gestanden seyn. Man beobachtet fast aller Orten, wo man in die Erde gräbt, daß die Lager der Materie genau nach denen Gesätzcn der Schwäre eingeteilet, und das leichtere ob dem schwärcrn sich befindet; doch wo es nicht nach diser natürlichen Lage ist, so stelle man sich nur vor, daß das ungestüme diser grossen Fluten bisweilen eine Abänderung habe verursachen können. Verschiedene Naturkündiger, welche ungeheure Dessen in die Erde gegraben, um daraus die Lage des Sandes und Gesteines gleichsam in dem Eingeweide derselben zu bestimmen, und welche der Meynung sind, daß nur die Oberfläche in der Sündflut verändert worden sey, stehen in denen Gedanken/ daß man annoch auf unserm Erdboden die Merkwürdigkeiten. , 140z die ersten Lagen der Schöpfung von den Lagen, welche in der Sündstut entstanden sind, unterscheiden könne. Sie vermeinerr, und zwar mit aller Wahrscheinlichkeit, daß in Visen leisten Lagen allein die Gebeine der ertrunkenen Körper, die Schnecken, Krauter und anders anzutreffen, hingegen in denen ersten Lagen von der Schöpfung nichts dergleichen zu finden sey, welches aber eine mehrere Nachforschung verdienet. Nachfolgende Versteinerungen sind sämtlich auf den hohen Bergen des Homburger Mts gefunden worden. ki§. 3. LogZulum IZpiäeum äiverüg concliitis, ollracitis, entroLlliti^ue repletum. Dises ist ein weisser und harter Stein, so durch und durch mit allerhand Versteinerungen angefüllet ist. Solche mit Schnecken gezierte Steinklum- pen werden sonsten I^spictes iVleMiici, Megarische Steine genannt, weil dergleichen OoLZulL zuerst bey Megara, einer Stadt, so in der Türkey ligt, gefunden worden. Die abgeschilderte Versteinerungist eines halben französischen Schuheslang und breit, und halb so dick, zu allen Seiten mit Muscheln oder denen Lagen, worinnen svlche ruhetm, Ggggg Wie- i4O4 Natürliche gezieret; besonders sind die Lmwcliiten, so aller Orten hervorragen, merkwürdig. Ein solches Stcingcmische zeiget einigermassen an, das unbeschreibliche Gewühle, so sich in dem Gewässer der Sündsiut befunden, wie alles unter einander getrieben und geworfen worden, und bey dem Ablaufe derselben die ohngefehr gleich schwäre Körper unter einander sich gesenkct und gesetzet haben ; doch können auch LouZula noch täglich durch verschiedene Zufälle entstehen. Ist ab dem Wiesenberge bey Homburg, beynahe dem höchsten Berge des Baselgebiets. d. LoaZulum LonclMarum curvirollrorum, leu Dise versteinerte Musthel, von welcher man keine bekannten Original»» weder in der See noch auf der Erde findet, wird von Einigen Greifmuschel genannt, weil dcro Krümmung dem Schnabel des Grcyfen gleich sehen solle. So waren besonders die alten Naturlchrer geartet, welche lieber ein Gleichnis; von einem Hirngespinste als einem wirkliche» Thiere entlehnet haben. Weil man nun keine Greyfmuschel in der See findet, welche diser vollkommen gleiche, so gehöret ! dise Merkwürdigkeiten. 142s ^ diseSchnecke unter die sogenaimterikelIZi^d.i. unter -! diejenigen Thiere, weiche sich so tiefe an den Klippen ^ der See in dem Meersgrunde aufhalten, daß ^ selbige niemalen an das-Taglicht kommen. ! Man kan mit vielem Grunde glauben, daß alle Arten der Geschöpfe, sie mögen auch so gering seyn, als sie wollen, dennoch in der Sündsiut erhalten worden, und der grosse Schöpfer keine Gattung derselben vollkommen habe abgehen lassen; und also muhtmassct man nicht unbillich, daß verschiedene Schnecken, welche in den Wasserwirbeln di- ; seS grossen Gewässers heraufgezogen und auf die l Erde gelegt worden, in dem Abgrunde dises unermeßlichen Meerbehalters sich annoch befinden. Diejenigen, welche der durch die Gewalt eines unterirrdischen Feuers neuentftandenen Jnsuln Meldung tuhn, erzählen, daß dise neuen Länder in dem ersten Augenblicke ihres Daseyns, mit vielen, teils ^ in disen Gewässern gewöhnlichen, teils mit fremden und in andern weitentfernten Meeren nur an- ^ zutreffenden, ja gar auch mit ganz unbekannten Secmuscheln angefüllet gewesen seyn, welche all- zngleich mit der Erde und dem Sande aus dem Abgrund des Meers hervorgebrudelt wären. Seyn nun dise Nachrichten gegründet, so kan man als ein sicheres Gezeugniß annemen, daß noch viele Arten Ggggg s bisher I42§ Natürliche bisher unbekannter Seegeschöpfe in dem Grunde des Meers sich aufhalten, welche nicht leichtlich zum Vorscheine kommen. Die meisten Gelehrten zchlen bist Schnecke unter die zweyschalichten, da man doch in eigentlichem Verstände nicht sagen kam daß der Deckel die zweyte Schale desselben ausmache.Eswird abergemuhtmas- set, daß der Deckel an der Schnecke fest stehe und von ihr auf-und zugeschlossen werde, solchesfalls sie auch Mich in die Zahl der zweyschalichten ge. höret. Dise versteinerte Loncba curvüollrL kehret den Schnabel in sich; so sie leer, ist sie gleich einem Nachen ausgeholt; ist aber ein Deckel oder luber- culum darüber, so ist sie ausser dem gekrümmten Schnabel gleich einer gemeinen Erdschnecke, wie sie im Winter sind, vornen bey der runden weiten Mündung geschlossen. Es ist bekannt, wie der Urheber der Natur für die Erhaltung aller Creaturen gesvrget. Die Erdschnecke , welche bey offenem Gehaüse die Kälte des Winters nicht wol ausdauren könnte, jpeyet bey annähenden rauhen Lüften denjenigen zähen Saft von sich, welcher allgemach' sich verhärtet und zu eiliem Deckel wird, welcher ihro zur Erhaltung dienet. ^ Denen § u >>r H § c r k ! sl !i j r ! Denen Merkwürdigkeiten. 1407 Au denen Greyfmnschelsteinen, welche lang an der Luft gelegen, oder in der Erde angefressen worden , sitzet man gar deutlich die auf einander li- gendeBlättlein, woraus die Muschel bestehet. Eine gleiche Beschaffenheit hat es mit dem Deckel. Hieraus zehlendieNaturverständigen die Jahre der Schnecke, so wie man aus den Zirkeln der abgehauenen Baumstämmen ihr Alter berechnet/ und mutztmassen daher, weil der Decke! gleich auf einander ligende Blätter wie die Schnecke sechsten hat, daß beide aneinander hangen, und auf die Art der zweyschalichten Schnecken sich öffnen. Die 6r7pcheen werden gemeinlich in Iseves, glatte, und rutzolo8, runzligste, abgeteilet. Scheuch- zer bemerket an denselben viele weisse Punkten, so über den ganzen Stein gehen, ohne weiters darüber zu reden. Bey denen Oüniwü, so er ro- stratos nennet, muhtmasset er, dise kleine runde Zirklein könnten von denen Meerröhrlein herkommen, welche ehmalen der Schnecke angeklebet. Andere beschreiben die innere Gestalt der Schnecken als ein Gewebe von unzählichen kleinen Mhrlein. Vielleicht ist die Muhtmaffung zu kühn, wenn man durch die ganze Schnecke die allerzärtcsten Liptzun- cul08 zur ffr-mspimtion sich vorwählen wollte. Dise Orvpliiml sind sehr groß und haben eine Ggggg Z glatte i4c>8 Natürliche glatte Schale / welche dennoch wie Fischschuppen sich abteilet, dabey ligen ein cherebratula, ein Lelemwt , und andere Bruchstücke. Ward auf der Spitze des Hanensteins im sogenannten Einig gefunden. c. Ol^pliitcs ruZockis, rockro aämoclum göunco, latere cknuato, cum operculo. Diser runzlichte mit einem wohlgckrünuuteu und spitzigen Schnabel versehene Greyfninschelstein hat seinen Deckel, an welchem man die verschiedenen Dlättlein oder Lagen, woraus dessen Alter, wie vorhin angeführt worden, will gczehlet werden, sehr deutlich sitzet. Auf der einten Seite diser Schnecke befindet sich eine gewölbte Erhöhung, welche durch die ganze Schnecke hinanslaüft. cl. tii'vpdkex, teredicitula L imprelckone coinu ^.mmonis orn-Nu8. ß x t' cic i Ein Greyfmnschelstein, welcher mit einem andern und mit der vertieften Empragung eines Ammons- horns und einem kleinen Schnecklcin gczicret ist. e. Lrvpdites , cuju8 5uper6cie8 innumeris pun- . Bückten. i;64. Bmgundischer Landgraf Hermann, Graf zu Kyburg. Bus. IZ76. D. 1414 Register D. DJepflingen, Zehnden allda. i;7->. G. TRüntahl. i;;;. H. ^)äfelfingen. i;;o. i;?6. Hauenstein ein Gebürg. i;;6. Gränzstreit und Waidgang darauf. i;;8. l?;s. r;6c>.i;6l. Einig allda. iz;8. Hemmicken. i;76. Herrspcrg, Schöntahls Güter allda, i; 64. Hochwache auf dem Wicsenberge. i;8c>. Homburg, alt und neue Burg. i;,o. ,;2c>. Wappen. izi2. 1; > 5.1; 24. Grafschaft kommt an Basel. 1; 21. Das Schloß. 1)25. Zehnden des Amts. 1)70. Leibeigenschaft der Einfassen dzser Bcamtung. > ;27. Dörfer, so in bist Bcamtung gehören. i;;2. Bäche in distrBe- amtung. i;;4- Landstrasse, Gränzstreit allda mit L. Stande Svllothurn. 1;;;. der Grafschaft Märchen. i;88. Horwe oder Harwe. i;;4- R. Ränerkinden. izs?. Katzenbach. r;;;. L. §Andstäge. i;8?> Laüffelfingen. 114°. Kirche allda. 1)41. Zehnden. i; 44 . ,;48. Waidgang. i;;o. Lausen, Zinse allda. iz-;. Historische Merkwürdigkeiten. 141s M. Mdlpperach. 1^78. Mättenberg. i;?;. Maur, ein Alphof. i;4i. i;6z. Meisprach. i;?6. n. Nußhof. IZ?6. O. OEstergöwtahle. i;;;. i;?2. Ollfpergs des Klosters Güter zu Herrsperg. iz§4. Ormelingen. i;?6. R. RAmstn Bad. iz4i. dessen Wasser. 1,96. Reisen, ein Aiphof. i;4i. l;6r. Rümlicken. i;ö9. Zehnden allda. Kirche, S. SCHöffeltahle. i;;;. Schöntahls Güter zu Herrsperg. 1)64/ Sissach, Landgericht. i;54. Sißgöw. iziy. Gränzen desselben. r;;4. bey Froburg.r;;«. Sommerau. i;8;. T. ^Hürnen. i;86. w. WAldenburg, 8cultews allda Ulrich von Arnolsdorf. 1,64. Warten. 14*6 Negisrer. Wartenbcrg/ edle Marschalkcn. izr;. i;i4. - - edle Eptingcii allda. 1,14. - - zur Sonnen. i;i;. Wcitenwald, Weilenhcim. i;s;. Wiesen. i;??. Wicstnberg. i;8s. Wildenstein, Eptinger allda. i;?». Winterlingen, 1)76. Witisburg. i;84> Register der Geschlechter/ so in disem Zwölften Stücke vorkommend WWMW>, W«I», A. dkGricola. IZ7;.' Altringen. -;7ü. Arnolsdorf. 1Z64. Arx. i;;o. Aßphalt, von. r;z;. B. ÄAbenberg. i;;g. Bärcnfels. 1^46. Baltier. i;;i. ^ Beck. i;;2. Bicdertahl. i;ry. Bischof. i;;S. i;;8. Bleyen- Register 1418 Bleyenstein. i;4?. Brand. i;;o. i;;i. Brödlin. i;4i. 1)47. Vrombach. i;?;. Burkhard. i;;i. i;?2. Büllikon, edle von. i;ü4. Byß. r;? 4 . C. ^LOnrad. iz;4. D. DAchssperger. i; 47 - il 7 ;> Dirsmn. i;;o. E.Hrenmann. N29. Entfeldcr. 1,47. Eptingen von Wartcnberg. E. i;r4. von Wildensteiir. IZ70. Eptingen. izro. i;7o. Eschlin. i;2y. FMcnstein, von. i;?». Fäfch. r;;o. r;;«. i;;8. Fcria, von. 1)76. Freüler. 1329. Frey. i;;2. 8. Frick/ von. i;2o. i;7o. 1)7;. Froburg, Grafen von. r;i9.1^26. Fürnau. rz29. G. (^Ebhard. i;;o. Geiler, iz?;. Gerwi. der Geschlechter. 1419 Gersrer. 1;;;. Gerwiler. i;82. Gilgenberg, von. i;2y. Gisendörfer. i;85> Gobelin. i;;8. Grüenölatt. i;?;. Gryneus. i;48. Gngger. i;;r. i;4L. Guntz. i;7Z. H. -§)Ertenstcin. 1171. Hugi. i;;6. i;;8. Hüglin von Sulz. i Z7«. 3 . ^Selin. i,;o. r;44. Jtingen, von. i;2y. R. ÄEller. i;;o. i;;8. Kilch, von. i;;o. Krug. i;;o. L §Egrand. i;;r. Leimen, von. r;;;. M. MAkart. IZ 7 ». Marschalk von Wartenberg. l;r;. IZI 4 . IZ 48 . Matt. i;ry. Merian. 1)74 Müller. iz;i. K. Hhhhh 1422 » Register N. 9 ? 3 dau, Grafen von. i;iy. O. ^Berster. 1,47. Offenburg. i;?;. 1)66.1,67. l;?r. Oltendorf. iz,o. P. ' P'Arcus. 1,48. Preißwerk. i;?;. R. I^Amfpeck. i;;i. 1,48. Ramstcin, Freyherren von. 1,14.' Refpinger. 1,48. Rettenmund. 1,7;. Rihiner. 1,62. Rivpel. i;;r. 1,43. Ritter. i;;r. 1,47. Rohner. 1,47. Rotbletz. 1,47. Rudolf. -,s6. Rümlang, von. i, 74 . S. iVCHärcr. 1,71. 1,7;. Schick. 1,7;. Schilling, izry. Schlierbach, von. 1,14. Schlücklin. i;,i. Schönauer. i;? 4 . Schönenberg. i,;o. ^ Schwallcr. i,; 6 . Seevo- der Geschlechter, 142: Seevogel. i;44. r;4;. i;48. Senn. r;;i. Socin. i;;i. Sohem. i;;o. zur Sonnen. i;2y. Stelle. i;;4. Stöcklin. i; 78 - Stör. iz2y. Strub. >;;4. Sulz, von. l;?o. T. §^Hierstein, Grafen von. i;i9. i;s6. Thurneifen. i;;i. To^genburg, Grafen von. i;i4. w. Äb'Achter. i;;c. Waldenburg. 1; i;. Weidmann. 1)47. Weinmann. i;4?. Weitnaucr. i;;o. WerenfelS. i;;o. Wessenbcrg, von. rz,;. i;;y. r;8l. iz8r. i;8;. Wettftein. i;48. i;62. i;?4. Wetzet. i;7Z. Wild. i; 48 . Wildeifen. i;;o. Zäßlein. i;? 8 . Zellarius. i;48. Ze Rhein. i;7c>. Zink. i;;o. Zdrnlrm. i;;i. i;;6. iz-;8. Hhhhh 2 Negi- 1422 Register SW» Wegister - aller Gewächse und Kraüter, so in disem Zwölften Stücke vorkommen. In Lateinischer Sprache. ^I-6ne. r;y;. 8 . I^LIIis min. c. O^ucslix. 1^94. LkonärillZ. i;9;. HVscintku!. i aller Gewächse u. Rraütcrchi Lat.Sprache.142Z I^Lucojum. izy;. I.ic:keri slplnus. IZ9Z. 4iLkenoiäes. i;y;. O^ckir. i;y6. i;y6. ?etalites. izy;. krimuls Veri8. izy?. 8'IaxkxIoäMäror!. l Z 96. llIWsM. i;9?. V lola Alsit. 1Z9;. I.. 0 . k. 8 . l. V. «SÄ MAN Register. aller Gewächse und Kraüter, so in distm zwölften Stücke vorkommen. Irr Deutscher Sprache. A. ?sCkerpl'tn'lein. > Apftlbaum. i;y6. D. 2)Ucheii. r;y6. Bux. i;9S. E. EJchbaum. 1Z96. Enzian 1)9;. 1)96. Erbftlen. 1196. 8 allerGewächse und Rraüter, in Deuts Spr. r 42 >- FIechtenbaum. i;?6. ^)Eidelbeeren. i;y6. Holder. izZs. ÄArtendistel. Kirschbaum. i;y6. Klettenkörfel. 1Z94. MAuerlattich. 1)9;. 9sElken. i; 96 . dFlaumenbaum. 1^96, Pimpernüsse. i;9S. ^Amstren. 1)96. Ranunkeln. 1)96. (AOnnenwtrbcl. 1,96. Stechpalmen. 1Z9S. THannen. 1)96. Vogelbeeren. 1^96. 2 bAldlattich. i;9;, Weckholder. 1,96. Wegweiser. 1)96. Wullblume. iZ9S. 8 . R. M. N. P. R. S. T. v. w. Regi- Register der Versteinerungen Deutsch u. Lat. L. I^LIemnitcs. 1410. 1411. 1412. e. (^OilAulA. 140;. 1412. t^onckx curviroliiT. 1404. Loncliit. 1411.1412. LcirnuL ämmon. 14H. x. ^dltroLli. 14°;- 1412. o. O^vpliit. 1404.140;. 1406.1407.1408-1409-1410.1411.1412. I.. I>Apiäes lÄeMrici. 140;. AI. l^lLcanit. 1411. Mulculit. 1412. ^Lurilic. 1411. 1412. 0. 0§trscit. 1411. 1 . Ikrebrat. i 4 >o. 1412. 'riocliid. 1411. FEnersteine. 1411. GJbssteine. 1411. Goldsand. 1412. SAnd. 1412. 8 . G. G. 'E N D E. > . ! W» M ^ ' 2r.^.'_^? i v^Fn/rLu/ ^ >..^ /)/ ^)»r °4 :"' -!T iv^Mi?»V'- ri.,'''./V. «X cks^n , ^L. A> M ' A L -- L ' .- ^ ^ .-V »' X ^DM^AAW'^" ^iL^» WMxW^- dM«-^' > X »»> )2>r4r^^?^Ä V /^> , -/» . V»v " S/1SI!««I KMMÄW MWKWWM !/ //X/^ -. — ^ '^r ««M .1 ^r^TT^LL/^. L > » M»« , » > . 4»- ^m-MM,—«- . > W -i-^. M Hx. AMZ ^Mss »'A . »t> z» <»k ,MA 'M'' A-/4 i' - ' i >MI j K. ^/?r . ^QLrc/re^ . . «Mi Ä». Mr, H"' -' ^ A MKs ML-^ i^Di . Ä-/ '/.'./5/..< WM RckM rsM WsW HR';;Ar -»ML- !'K'N Versuch einer Beschreibung' historischer und natürlicher XIH. Stück. aldenburg Legt doch, ihr Sterblichen, das Fernglas aus der Hand! Macht euch die Gegenden, die ihr bewohnt, bekannt. _I F. C- Fabricius . Basch bey Emanuel Thurneysen, 1755. " 'S' istorische aldenburg. Je kurze Beschreibung, welche in denen gedruckten Schriften von Waldenburg enthalten ist, bestehet, mit wenigen Worten, darin«, daß dise Herrschaft ein, der Grafen von Froburg von dem Bistum Basel getragenes Lehen gewesen, Jini s welches -4ZO Historische welches nach Absterben diftr Grafen der Stadt Basel verkaufet worden. Wir müssen also in die ältern Zeiten zurücke gehen, und uns erinnern, was auch schon auder- werts in unsern vorigen Abhandlungen gemeldet worden; daß in dem Jahre 1041. Kaiser Heinrich der Dritte dem Bischoff von Basel, Theodorich, die Landgrafschaft Sißgöw vergäbet und geschenket habe. Nun ist die Herrschaft Waldenburg in den Gränzen des alten Stßgöws gelegen; und da der vbgemeldte Kaiser solche der Kirche zu Basel übergeben , so folget, daß er der damalige Besitzer discr Landesgegend war. Vorhin sind es die Burgundischen Könige gewesen. Schon Kaiser Conrad, des Kaisers Heinrichs Vater, zöge ohngefehr um das Jahr 1025. die Stadt Basel und einen grossen Theil der darum ligenden Landschaft in seine Gewalt ; Der Burgundische König Rudolf mußte solches leiden, und der damalige Bischof Ulrich war genöhtiget seine Bestätigung von dem Kaiser Conrad, oder vielmehr von feiner Gemahlin, mit einer grossen Summe Gelts zu erhalten; Doch es gereuete nach- werts den Kaiser sehr, daß er von denen Geistlichen einige BestätigungSgelter genommen, und das mag vielleicht auch die Ursache gewesen seyn, daß dessen Sohn und Nachfolger, Kaiser Heinrich der Dritte, der Kirche zu Basel solche ansehnliche Landschaft, als das Sißgöw war, verehret hat. Merkwürdigkeiten. i4Zr Wann man den Anfang des letzter« Königreichs Burgund nach dem Tode Kaiser Carls des Dicken setzet, so gehet solches ohngefehr bis in das Jahr 888. zurück; Und von disem Jahre an, bis in das Jahr 1225. wäre vermuhtlich unser Baselgebiet unter königl. Burgundischer Gewalt. Vor dem 888. Jahre kan man König Carl den Grossen, und seine Nachfolger im Römischen Reiche, für die Oberherren erkennen, und vor ihnen die heidnischen römischen Kaiser. Da wir nun die Beherrscher des Sißgöws von dem Heidenthum her bis auf das Jahr 1041. in so weit angeführt, als dise Abhandlung solches leiden mag, so wollen wir nun, so viel aus denen Urkunden herauszuklauben möglich ist, umständlich beschreiben , wer seit diser Zeit die Herrschaft Walden- burg besessen habe. Die Herren Bischöffe von Basel, welche sich beflissen, alle nahe augränzende Herren sich gewogen zu machen, haben einige derselben zu verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Lehen belehnet. Die alte Grafschaft Froburg läge jenseits dem Hauenstein, und die Burg Froburg, innunmali- ger Bottmässigkeit des L. Standes Solothurn, nicht fern von dem Dörflein Wiesen, über welches Dorf die Stadt Basel die Oberherrlichkeit besitzet. Jiiii z ES ' i4Zr -Historische Es waren also die Grafen von Froburg Nachbarn von der, der Kirche zn Basel neugeschenkten Herrschaft Walde nburg; welche Grafen ein gelehrter Schriftsteller I.iberlimo8 LurgunäiX kro- ceres nennet, welche hohe Bedicnste und Aemter darum in Allcmannien angenommei,, damit sie gleich andern Memamüschen Grossen, derselben Vorrechte gemessen möchten; und waren dife Grafen vielfältig mit dem Hause Habsburg verbunden. Es ist sehr schwär zu bestimmen, auf welche Weise die Herren Bischöfe von Basel die Herrschaft Waldenburg vom Jahre 1041. bis 1220. verwaltet haben , ob sie die Grafen von Froburg bald anfangs damit belehnet, oder ob andere Lehenträger oder Beamtete vorhin in dem Namen der Bi- schöffe auf dortiger Burg gesessen Haber,. Die Lehenbricfe sind um 220. Jahre neuer als die Vergabung; doch kan es wohl seyn, daß die Grafen von Froburg, welche der Kirche zu Basel wohl gewogen waren, ehender als unsere Lehen- briefe zeigen, in den Besitz diser Herrschaft eingetreten find. Wir wollen also dife Grafen, von welchen etwas aufgezeichnet, in ihrer Folge nachsetzen. No- Merkwürdigkeiten. r 43 Z Xotlrerus , welcher in dem Jahre ro 8 s. g/le- bet, soll einer der Stifter des Gottshauses Beinwell seyn. Graf Adelberg schenkte dem Kloster St. Man zu Basel die Kirche und Zugehörde in Appenwei- ler. Das Instrument ist gegeben anno ab incar- nLtione 1096. mälclione IV. c^olo lo- lari XIIII. lunL^i vero XI. Darin« wird gesagt, dise Stiftung sey pro am x^olüaäi in claultro clellmÄi. Und wahrscheinlich war diser Wolfrad ein Graf von Froburg. Albert 1104. aus einem Sigill. Als Kaiser Heinrich der Fünfte dem Kloster Mury einige Freyheiten bestätigte, war unter den Erzeugen /läalberus Lomes äe krobur§. In einem andern Briefe von gleichem m 4 . Jahre/ betreffend die Zelle des H.Mcynrads/ Olncus und ^Iberus äe VroburZ; und in einer Schrift, betreffend die Kirche zu Basel, wird annoch eines Volmsrs gedacht. In dem Jahre urs. lebte Graf Adelbert; als Kaiser Heinrich der Fünfte dem Kloster St. Blasten das liderse sävocatiX bestätigte, Ware er gegenwärtig , und wird Lomes von kkroburo genannt. In einem Instrumente von gleichem Jahre, betreffend das Kloster Engelberg, trübere Jini 4 Lo- -4Z4 Historische Lome-; äe kroburc , auch svnstm äe Vroburz. Er stiftete mit seiner Gemahlin und seinen Söhnen Vollmar und Ludwig im Jahre nzo. das Kloster Schöntahl. In dem Jalire nzo. ward ein anderer Graf Adelbert zum Bischof von Bafel erwehlt; Er ist der Stifter des St. Leonhard Klosters; und nach seinem Tode im Jahre 1140. Thumprobst Graf Ortlicb, welcher Fünf Jahre hernach die Stiftung des Klosters im Schöntahle bestätiget hat: Er wird in einem lateinischen Instrumente von dem Jahre 1141. ^örübo genannt, und war beydem Römischen König Conrad dem Dritten sehr in Gunsten. Graf kolLmar 6e Vroburoli war Gezeugt in einem Briefe, da obiger König in dem Jahre 1144. einige Streitigkeiten zwischen dem L. Canton Schweitz und Einsideln entschiede. Wursteisen setzet eine andere Jahrzahl bey obigem Bischöfen, und nennet annoch in dem Jahre n so. einen Graf Adelbert, welcher -Gertrud von Habsburg zur Ehe hatte, es kan obiger ^.äelbo seyn: Deren Streit mit dem Kloster St. Man kan man in der Abhandlung von St. Jakob nachsehen. Im Jahre, 184. lebte Graf Hermann; In einem Briefe des Klosters St.Urban vom Jahre 1201. wird desselben auch gedacht; Diser Hermann Graf von Merkwürdigkeiten. r 4Zs von Vroburg, und Ludwig und Hemmann seine Söhne erteilten in dem Jahre 1206. disem Kloster aller Orten ihrer Bottmässigkeit die Zollsfreyheit/ wie solches des mehrern in der Abhandlung von Liestal zu sehen. In einer Urkunde -er Kirche zu Basel von 12z z. wird Hermann der jünger Graf von Froburg angezogen. Ein Graf Hermann war in dem Jahre 1241. mit Peter von Oltingen in öffentlichem Kriege gestanden. In dem 1246. Jahre sind Graf Ludwig der älter und Graf Ludwig der jünger bekannt; wie auch Johannes Mnittralis des von Habsburg, welche gleichfalls einige Güter dem Kloster St. Ur- ban geschenkt. Graf Ludwig hatte dem Bischof Lütold beyde Schlösser Bürseck weggenommen, er versöhnte sich aber wieder mit ihm, und gab solche zurück. Sein Sohn Graf Rudolf, Probst zu Zoffingen, willigte hierzu ein; Das Instrument ist gegeben 12. Olünä. Kovem. 124s. Unter andern Bezeugen waren: Thüring von Ramstein der Vater; Thüring sein Sohn; Berchtold von Ramstein; Eonrad von Ramstein re. Er Verbote im Jahre Jiiii 5 1255. i4Z6 Historische i2s->. dem Kloster St. Urban, die Güter/ so er und sein Bruder Hermann sel. vergäbet / nicht zu verändern. In dem i2süil zck sst Nl spr Z-! V Li n> S Der Krieg, welchen Kaiser Rudolf wider den Bischof von Basel geführt, hatte den Adel diser Landen getcilet. Und es scheinet, als ob die Grafen von Froburg die Herrschaft Waldenburg und Ölte« als eigen angesprochen, oder nicht mehr zu Lehen frischerdingen empfahen wollten; doch ward diser Umstand vermittelt, und Graf Ludwig von Froburg bekannte durch ein öffentliches Instrument, daß L Li fc> bk «- Merkwürdigkeiten. I 4 Z 9 daß er bod Burgen zu Waldenburg/ das Städt- lein allda/ und das Stadtkern Ölten/ mit Leuten und Gütern / und allen Zugehörden; den vierten Theil des Zehndens zu Siffach und zu Honolz« ' wiler zu Lehen empfangen habe; deßwegen auch gelobe / dem Bischof treu / hold und behrWch zu ^ seyn / und in dise Lehen / Burgen und Städte in Nohtfällen des Bischofs Völker aufzunemen; verspricht anbey/ nach Verfliessung Zwölf Jahren dise ! Zehnden und einige Gefälle im Frickowe gegen Empfang 202. Mark Silbers abzutreten / und begibt sich übrigens aller Ansprach an das Gottshaus zu Basel. In disem Briefe / welcher lello beati ! OreZorü des Jahrs 1277. gegeben ist / waren auf künftige streitige Fälle hin zu Schiedrichtern angenommen; von Seite des Bischofs: Burk- hard von Straßburg und Viceton , Ritter. Auf Seite des Grafens: Die Edeln Matthis von Ep- i tingen/ und Heinrich Münch. Von welchem Briefe ein anderer edler Münch Burkhard von Landskron; durch den Notarium von Dieffenho- fen gültige Abschriften verfertigen und solche aufbehalten lassen. Den i c>. May 1279. übergibt Graf Hermann, Probst zu Zoffingen / Arnold einem Froburgischen 1 Beamteten und seinem Weibe, ein Haus zu Zof- i fingen. Und l44o Historische Und m gleichem Jahre den rBrachmonats bestätiget Graf Ludwig und sein Sohn Hermann einige Schenkungen dein Kloster St. Urban. Zum Gezeuge in diicm Contract war auch Johannes, Dapifer von Froburg. Graf Hermann schenkte indem Jahre 1282. di- sem Kloster einen Platz zu Zoffingen um darauf zu bauen. Aus einem Briefe von dem Jahre 1288. erhellet, daß Markwart von Jffentahl einige Güter der Stift Zoffingen übergeben habe, welche er unter Graf Hartmann von Froburg stillem Sohne Ludwig und seiner Wirthin Jta von Wohlhusen erkaufet. In dem Jahre 129 z. ist Ludwig vomicellus Graf von Froburg in den Instrumenten von Zof- filigen, zu finden. Es ist leicht zu erachten, daß so bald grosse Begebenheiten unter mächtigen Fürsten fiel) zugetragen , der Adel bald dise bald jene Parthey ergriffen, wo ein jeder den besten Nutzen zu finden vermeinte. Nach Absterben Königs Rudolfs, so im Jahre 1291. beschehen, Wagte fich dessen Sohn Albrecht mit dem Grafen Adolf von Nassau um die kaiserliche Merkwürdigkeiten. » 1441 liche Krone: Graf Vollmar von Froburg wollte die bischöflichen Völker nicht beherbergen; der Bischof aber behaubtete, daß er solches zu tuhn schul- ! dig seye: Der Anstand ward durch den Dekan der ! Stift Basel, Heymo von Hasenburg und Gottfrid von Eptingen vermittelt; und Graf Vollmar versprach, kraft seines, Mittwochs nach Lichtmeß des Jahrs 1295. ausgestellten Instruments, daß er des Bischofs Freund seyn wolle, zu Kriegszeiten und in allen Nöthen sich verbunden erkenne, den Bischof und seine Völker zu Ölten über die Brücke durchgehen zu lassen, und solche zu Ölten und Waldenburg aufzunemen; nach Vermessung Zwölf Jahren den Quart des Zehndens zu Siffach wie- ! der abzutreten; dem Gottshause Basel nichts zu eintragen, und falls er anders tähte, die Lehen der Kirche zu Basel wieder zurückfallen sollen. Schon im Jahre 1290. hatte sich ein gleicher Anstand mit disem Graf Vollmar ereignet; und etliche Jahre hernach hat Ulrich von Bechburg, als Vogt seiner Schwester Sohn, des jungen Voll- mars von Froburg, dem Kloster Ollsperg einen A- cker bey der Pfaffenhalden, gegen Aristorf gelegen, verkauft. Diser junge Grafhatte noch kein Sigill. Graf Hermann von Homberg hatte den Herrn Bischof von Basel beschädiget, er verglich sich daher 1442 Historische her im Jahre 1296. mit selbigem, und waren des Grafen Bürgen: Graf Vollmar von Frobnrg; Hug von Wellenberg, Luiios von Basel; Peter von Eptingen, den man spricht von Wartrnberg; Hermann Marschalk von Wartcnberg, und Heinrich Zielempe, nebst andern. GrafVollmar gab indem Jahre izoz. den edeln Richen und Schülern den Zoll zuLieftal zu Lehen, wie solches in dem Stücke von Liestal beschrieben ist. Im Jahre 1315. war Graf Hermann Abt zu St. Man. Die L. Stadt Bern wäre im Jahre izzi.mit dem Grafen von Kiburg in einen Krieg verwickelt. Der Herr Bischof von Basel, die Stadt Basel, und die Stadt Solothurn waren der Bcrnern Bunds- genossen. Der Bischof und die Stadt Basel eilte, jedes Teil der Stadt Bern mit 60. Helmen zu Hülfe, welches anzeigt, daß zu solcher Zeit die Kraft und Vermögen der Stadt mit der bischöflichen ohngefehr gleich war. Es scheinet, der Bischof habe, nach damaliger Gewohnheit, seine Lehenträger aufgeboten, und Graf Johannes von Froburg, Lehenträger der Herrschaft Waldenburg, den edeln Günther von Eptingen veranlasset, mit zuzuziehen. Einmalen verlor diser von Eptingen Merkwürdigkeiten. 144z in des Grafen Diensten verschiedene Pferde, daher mußte sich der Graf, Montags vor Martini des ^ i z Z4. Jahrs, gegen denselben für ein Capital von ^ zo. Mark löthigen Silbers, wovon alljährlich z. ! Mark Zins abzustatten waren, anfden Zoll zu Wal- denburg verschreiben. Drser Graf Johannes schlich- j tete im Jahre i zs 8 . einen Streit zwischen Herman von Froburg, Abt zri St. Urban, und Gerhard von Uzingen wegen dem Wasser : im gleichen Jahre stiftete diser Abt zu St. Urban disem Kloster ! ioo. Gvldgulden aä oKcium Velti^ril. Graf Johannes von Froburg, des obigen Sohn, von welchem auch wegen des Zolles zu Liestal eines j und das andere in der Abhandlung von Liestal gemeldet worden, und zu dessen Zeiten nicht mehr als einer einzeln Burg zu Waldenburg gedacht wird, glaubte sich eben nicht sonderlich an seine Lchens- z pflichten gebunden zu seyn, er handelte daher mit ! beiden Grafen Johann und Jakob von Man, um solchen, Waldenburg und Ölten zu übergeben; Allein der Bischof widersetzte sich mit Recht disem Vor- j haben, und der Graf mußte dise Uebergab durch ein feyerliches Instrument, so Donftags vor Bartholo- mäus des i Z47- Jahrs gegeben ist, widerrufen und ! den Bischoffen als seinen Lehenherrn erkennen. Dise Begebenheit machte die Stift Basel aufmerksam und vorsichtig eine so schöne Herrschaft bey- Kkkkk zu- 1444 Historische zubehalten und deren nicht verlustig zu werden. Es mußte daher der Graf das Lehen ftischerdingen empfangen , und in dem Lehenbrief, so Samstag vor Martini des izso. Jahrs gegeben ist, deutlich erklären , daß die Burgen und Städte Waldenburg und Ölten mit allen Dörfern, Leuthen, Gerichten und Rechten dem Herrn Bischof von Basel und seiner Kirche eigenthümlich zugehören, er solche als ein Manns-Lehen von der Stift besitze, und dise Burgen und Städte widerfällig seyen. DerHerr Bischof von Basel trachtete auf alleWei- se den Grafen von Froburg ohngeacht dessen Abweichen sich verbindlich zu machen, er gienge sehr liebreich mit ihm um, und erlaubte ihm schon im Jahre i Z4s. seiner Gemahlin Adelheit von Ramstein und ihren Erben, seiner des Bischofs Muhme und einer Tochter des verstorbenen Herrn Thürings von Ramstein, von einer Widerlegung wegen i 6 o. Mark lötigen Basel-Gewägs ab denen nachgemeld- ten Lehengüttern zu verschreiben, welche Summ auf Absterben des Grafen die Stift bezahlen solle: Die Güter sind zu Onezwiler, der Zehnten zu Jtigen, so 6 . Vierzel Korn und Habern abwarf; und denn das Dorf Rigetzwiler, samt Leuthen , Gütern, Zwing, Bann, Wasser, Wasserrunzen, Vischenz, Wunn, Waide, Holz, Acker, Feld, Mühlenen und allem Rechten. Zwey Merkwürdigkeiten. 144s Zwey Jahr hernach belehnte er ihn und Graf Rudolf von Neuenburg mit denen Bechburgischen Lehen, und an dem nächsten Zinstag nach St. Georgen Tag iZ47. bewilligte er ihm ferners, diser seiner Gemahlin und ihren Erben noch roo. Mark Silber auf denen Lehenzinsen zu verschreiben, als: zu Rigotzwiler 7. Vierzel Korn. zu Lupsingen z. Vierzel. die Landgarben zu Lampenberge, Arbotzwiler, Titterten, Rechtenberg, Onoßwiler, zu Waiden- bürg und Langenbruck, samt dem Zehnten zu Ben- wiler, so 8 . Vierzel ertrug. > ^ Nach dem Tod diser Gemahlin nähme Graf Johannes von Froburg die Elisabet von Bechburg zur Ehe. Wursteisen setzet den Tod dises Grafens in ! das i z66. Jahr, allein er lebte länger, und weil er keine Kinder hatte, die Stift aber dennoch besorgte er möchte nochmalen einige Lehengütter verändern , so mußte er sich übermalen schriftlich erklären , daß er von allem nichts entfremden, verleihen, noch seine Burgen mit Jemand besetzen wolle, der der Stift nicht anständig , und so er hiemit ohne Söhne sterbe, seine Lehengütter ohne weiters als Eigenthum der Stift Basel Heimfallen sotten. Das Instrument ist vom Jahre 1370. und der Graflegte darüber einen gelehrten Eyd ab. Kkkkk » Her- i44§ Historische Hernach starb er, die Herrschaft Waldenburg käme also wieder an die Kirche zu Basel, welche solche nachwerts der Stadt Basel verkauft hat. Ölten ward anfänglich den Grafen von Neuenburg nachwerts denen von Thierstein zu Lehen gegeben , daher ist es gekommen, daß einige diser Grafen gleich denen von Nidau, so an diser Erbschaft Teil gehabt, sich auch von Froburg genennt haben. Als die Stadt Ölten irr folgenden Zeiten widerum an die Stift Basel gekomen, und darauf einige Geld- Summen aufgenommen worden , hat die Stadt Basel sich von BischofHumbrecht i z8>. das Recht erworben dise Pfandschaft zu lösen und selbige joden« zu beziehen, daher sie dem GrafHerman von Sulz Herzogs Friedrichs von Oesterreich Landvogt 2OOo. Gulden Gelds bezahlt, das Schloß Ölten und Zugehörde in Besitz genommen, und irr dem Jahre 1407. unter dem Burgermeisterthum Arnolds von Rotberg, denen Bürgern von Ölten ihre bis dahin genossene Freyheiten bestätiget. Graf Otto von Thierstein, Herr zu Farnsberg, hatte dazumal die Landgrafschaft Bußgöw, worin Ölten läge, von der Stift zu Lehen und das Recht zu Ölten über das Blut zu richten; welches Recht er der Stadt Basel in dem Jahre 1488. abgetreten, und Merkwürdigkeiten. 1447 und Sie hingegen sich verpflichtet hat / den Grafen bey seinen Zöllen und Geleiten zu schützen. Weil aber zu Ölten üblich war, daß, so oft Standrecht gehalten wurde, ein Graf demselben vorstehen mußte, diser Umstand aber der Stadt Basel beschwärlich fiele; so hat der Römische König Ruprecht der Stadt im Jahre 14,2. bewilliget, durch einen Ritter öder andern Edelmann über das Blut richten zu lassen. Als die Stadt Basel das Städtlein Ölten in Besitz genommen, war das Schloß oder sogenannte Froburgische Hofstell verbronnen, weswegen solches einigermassen ausgebessert, lind dein Wernlin Furier , Baumeister der Stadt Basel, zu Ölten, zu bewohnen übergeben worden. Und >411. warben die dortigen Mahlmühlen und Fischwaiden verlihen. Nunmal stehet es unter der Bottmässigkeit des Lobl. Standes Solothvrn. In dem Jahre i z?7. hat Graf Härtn,an von Kiburt, Landgraf in Burgund, und Anna von Ni- dau seine Gemahlin; Graf Simon von Thierstei» und Verena von Mau seine Gemahlin samt deren Kindern, mit Graf Johannes von Habsburg und Graf Johans von Habsburg des Alten Sohn, vor- gemelter Frauen Bruder von wegen der Erbschaft, so der Edel Graf Rudolf von Mau sel. weiland Kkkkkz Graf -448 Historische Graf zu Froburg verlassen, sich unter einander verglichen , worbey der jüngere Graf von Habsburg die alten Homburgifchen Güter bekam. Das Wappenschild der Grafen von Froburg ist auf dem Titelblat diser Abhandlung zu sehen; Graf Ludwigs Pettschaft vom Jahre 1254. unterscheidet sich damit, daß in dessen innerm Umkreise annoch stuhnde: 8. A koc elk certuin. Heinrichs vapiteri von Froburg Wappen von dem Jahre 128z. unterscheidet sich auch von den andern. Die Rechte diser Grafen über Liestal, Schauen- burg , FülinSdorf und andre Ort sind schon in denen Abhandlungen über dise Agenden beschrieben worden. ES starb also der letzte Graf von Froburg nach dem Jahre i z?o. und der Herr Bischoff und die Stift Basel fanden sich nunmehr in dem eigenthümlichen und ruhigen Besitze der Herrschaft Walden- burg. Als nun in dem Jahre 1 z?Z. der damalige Herr Bischof mit Hülfe Herzogs Lupolds die Stadt Basel ohne Würkung belagert, hat er dem Herzogen wegen der Kriegskosten, Waldenburg für einige Zeit in Besitz gegeben, nachwertS aber solches wider bezogen, und scheinet es, daß die von Ramftein darzu einige Summen Gelds dargeschossen haben. Die Merkwürdigkeiten. 144s Die Stift kam also wider in den vollkommenen Besitz diser Herrschaft. Hingegen erforderte die Ausweisung derjenigen, so mit Bewilligung der Stift sich an die Einkünfte diser Herrschaft ein Recht erworben, baares Geld; die Kriegs - und andere Ausgaben des Herrn Bi- schoffen vermehrten sich täglich; es ward also hin und wider Geld auf Waldenburg aufgenommen; die Herren Bischöffe gaben von ihrem Eigenthume her, besonders fanden sich das Gräfliche Haus Thierstein und die edlen München hierzu willig. Die Stift Basel entschlösse sich also unter ihrem Vorsteher, Bischof Humbrecht von Nüwenburg, der Stadt Basel die Herrschaft Waldenburg und Liestal samt der Grafschaft Homburg zu versetzen und denn vollkommen abzutreten und zu übergeben; die Verschreibung hierüber ward in dem 1420. Jahre errichtet, nachwerts von der Stadt noch mehrere Summen dargegeben, so oft ein neuer Bischof erwählet worden, von ihme diser Kauf bestätiget, von den Päbsten selbsten dise Uebergaben durch verschiedene Bullen bekräftiget, und endlich im Jahre 158s. unter Vermittlung Hochlöbl. Eydsgenvffen- schaft, da noch andere Streitpunkten mit dem Herrn Bischof und seinem Kapitel beygelegt worden, von ihnen aller Ansprach an dise Herrschaft auf ewig sich Kkkkk 4 bege- I4so Historische begeben: wie solches alles sehr umständlich in dem IX. Stücke von Lieftal zu ersehen ist. Die Stadt Basel nähme also schon im 1400. Jahre von diser Herrschaft den fcyrlichsten Besitz; sie besorgte, daß alle darauf stehende Schulden kraft der Verkommnißabgelößt wurden, und stellte das baufällige Schloß wider in einen guten Wehrstand. Die Gräfin Catharina von Thierstein hatte sich im Jahre izs§. auf die Herrschaft Waldenburg auch einen jährlichen Zins von 125. Gulden erkauft, welchen die Stadt noch im Jahre 1416. von Graf Otto von Thierstein eingelöset hat. Aus dem vorher angebrachten hat man gesehen, wie die Herrschaft Waldenburg in den Gränzen der Landgrafschaft Sißgäu gelegen ist: Im Jahre 1275. ward nun diese Landgrafschaft von dem Bischöfe dem Graf Rudolf von Habspurg, GrafJohannes von Froburg und Graf Stgmund von Thierstein zu Lehen gegeben; und da diseGrafen, wie aus den vorgehenden Stücken zu ersehen ist, in disem Bezirke zum theil Lehen und andere Güter hatten, so haben sie bisweilen ihre Lehenrechte mit ihren eigenthümlichen Herrschaftsrechten vermischet, und den Herren Bischöffen Anlas zu verschiedenen Kläg- den gegeben. Die Merkwürdigkeiten. 1451 Die Grafen Rudolf von Habsburg und Sigmund von Thicrfteitt/ welche im Jahre i z6§. die Landgrafschaft Sißgöu von dem Bischof zu Lehen trugen, sprachen die hohen Gerichte, Stock und Galgen in dem Amt Waldeuburg an, wie auch das Geleit und den Zoll zu Onetzwiler. Der Herr Bischof behauptete aber, daß dise Herrschaft Waldenburg schon längstens hiervon ausgenommen, hiemit in Leibung der Hochgerichten des Sißgöus, die Hochgerichte deSWaldenburger-AmtS nicht mehr begriffen seyen. Die Grafen gestunden, daß die Rechtung in der Stadt Liestal, zu FülinSdorf, Munzach, Selben- sperg und Lausen; denn in dem Amte Neu-Hom- berg zu Bückten, Rümicken, Heffelstngcn, Winterlingen, Kenchyngen, das ist Känerkinden, und Dürnen, dem Bischoffen zugehöre und kraft der Lehensbrieffe er sich solches ausbedungen habe. Die hierinnen ernamsete Schiedrichter, Graf Eberhard von Kiburg', Portner und Thumherr der hohen Stift zu Strasburg, Graf Walraf von Thierstein der älter, und Burkhard Sporer von Eptingen, Ritter, nahmen deswegen die nöhtigen Kundschafteti auf; fanden, daß einmal die Herrschaft Waldenburg unter die Oberherrlichkeit des Kkkkk 5 Siß- 1452 Historische Sißgöus gehörte, und sprachen hiemit das Urteil zu Gunsten diser Grafen. Welches Instrument gebet! ist zu Basel an St. Augustinus Tag, des vor- gemeldten Jahrs. Graf Johannes von Froburg, der letzte seines Stammes, so mit obigen zween Grafen im Jahre i zsz. mit der Landgrafschaft Sißgöu belehnet worden , hielte sich bey disem Handel ganz stille. Ohngeacht des Vertrags wegen Stock und Galgen in der Herrschaft Waldenburg und des Zolls und Geleits zu Onetzwiler, setzte es im Jahre i zso. neue Verdrießlichkeit ab. Burkhard Münch von Landskron hatte der Stift eine Summe Gelds auf Waldenburg vorgeliehen, und wachte also auf die Rechte diser Herrschaft; der Graf von Thierstein hingegen wolte selbige streitig machen, und daher geriethen dise zween Herren in öffentliche Feindschaft, welche Reinhard von Wechingen, Oe- sterreichischer Landvogt, vermittelte. Die Zeit, in welcher die Herrschaft Waldenburg der Stadt Basel übergeben worden, ist also das 1400. Jahr; 16 Jahr hernach bekente sich der Herr Bischof, daß er auch darzu alle Gerechtigkeit der Landgrafen des Sißgöus abgetreten, welches aber in einigen Vorfällen etwas Anstand gefunden, bis in dem folgenden Jahrhundert die Stadt sechsten dise Landgrafschaft erhalten hat. Unter Merkwürdigkeiten. i 4 sr Unter Junker Heinrich von Regesheini, Vogt zu Waldenbnrg, ward der erste Land-und Rechtstag zu Waldenbnrg Namens der Stadt Basel gehalten, über Wcrlin Regennaß von Rigetzwiler, welcher den ! KleinhanS von SumiSwald in disem Städtlein zu tod geschlagen hatte. Und seither haben nachfol- ! gende Obervögte dise in eine sogenannte Landvogtey ' verwandelte Herrschaft Namens des Standes Basel verwaltet: Heinrich von RegeSheim. Bernhard Seevogel soll auch Landvogt gewesen seyn und Ansprach an einen Eichwald beym Schloß herum gemacht ha- ! ben. ! ,42s. Heinrich von Mngen, gewesener Vogt auf Homburg. 1452. Caspar von RegiSheim. ! 1469. Peter Sürlin, Ritter. 1482. Junker Franz Schaler von Leimen, hat den Waldenburqern den sogenanntenSchieß- graben zu einem Schießplatz angewiesen. isil.-— Heinrich Meltinger. 1514.-Caspar von Wegenstetten. isis.-Balthasiw Hildbrand. ! isi9.-Thomas Schalerv. Leimen. > is22.-Lorenz Sürlin. 1 ^ 24.-Thüring Hug von Sulz. 1527. Marx Wertenberg. 1454 -Historische iszr. Sebastian Doppenstcin. issz. Hans Rudolf Fäsch, des Ratzte. 1564. Hans Rudolf Fäsch, Stadthalter, i s6s. Junker Hans Jakob Hildbrand. i Carl Glaser. 1586. Hieronymus Wst. 1597. Erasmus Wursteifen. i6o6. Matthias Nippel. i 6 iz. CtzristofBurkhard. 1625. Bernhard Brand , ward Oberster Zunftmeister. i6z6. Hans Jakob Zörnlein, gewesener Vogt auf Homburg, Oberst - I-ieuceuant des dermalen unterhaltenen Kricgsvolks, ward Landvogt zu Lauis und des Rahts. 1649. Hans Heinrich Pfannenschmied. 1659. Rudolf Göbclin. In dem Jahre 1664. lief kein Schloßbrunn, er mußte das Wasser im Städtlein holen. 1671. Geörg Schatzmann. 1678. Hans Conrad Wieland. 1694. Daniel Burkhard. 1722. Johannes Buxtorf. 1710. Emanuel Brandlnüller. 1716. Hans Jakob Thurneisen. 172z. Joh. Jakob Handmanu. i?Z r. Nikolaus Geymüller. Merkwürdigkeiten. »4s s i?Z9. Hrr. Ioh. Ulrich Wagner. 1747. Hrr. Emanuel Schmied. i?;6. Hrr. Hans Jakob Landis, äeüZn. Die Gränzen diser Vogtey find aus der Veyge- henden Landkarte zu ersehen. Dise Beamtung bestehet vornemlich in 2. grossen Thälern und dem darzwischen ligenden Gelände, als dem Waldenburger Zhal, welches von der Höhe des Hauensteins hinab, und das Megotzweiler ^hal, welches von der Wasserfallen ebenfals das Land hinab gegen Liestal sich ziehet. Das Städtlein, die Flecken, Dörfer und Alpgüter, so in diser Beamtung sich befinden, können so wol aus der obgemelten Karte als nachfolgender Beschreibung vernommen werden. Historische WdLZE MWG Von dem chloffe Waldenburg. MJses auf einem hohen Berge Wende Schloß ^ hat nach einiger Muhtmassung seinen Namen entweders von dem Lateinischen Wort Vallum oder wall, weil es zur Beschützung des Thals dienen konte; oder von den Wäldern, so darum lagen, Massen es in der Taht, ohngeacht es auf eiuem steilen Felsen ligt, dennoch eine Burg im Walde war. Disen Muhtmassungen kan man beyfügen, daß in den Instrumenten sehr oft walenburg geschrieben wird, und dises Wort hiemit auch eine Burg der Walen, das ist der Burgunder, ausdrücken könne, Merkwürdigkeiten. 1457 ne / weil die Burgunder in den alten Schriften gar ! öfters schlechthinweg mit dem Namen der Walen benennet werden. ^ Wer aber noch mehrers Gefallen trägt / in Visen Nachsuchungen sich zu vertiefen, der gehe nur bis auf den Ursprung des Worts Wallfahrten zurücke, i so wird er finden, daß solches Wallen oder Wald- ! fahrten gehen, von dem Gottesdienste der Gallier oder Deutschen herkomme, welcher in denen Wäldern, bey etwan einem merkwürdigen grossen Baume verrichtet wurde. Also finden wir auch in den ^ ältesten Schriften dises Amts, daß des Königs Eiche und des Königs Brunns gedacht wird. Dises Schloß ligt auf der linken Seite, auf dem Berge, wenn man von der Stadt Basel das Land hinauf geht; Auf der rechten Seite oberhalb des i Städtleins läge auf einem viel niderern Berge das ältere Schloß, von welchem man, ausser dem Boden, keine Merkmale mehr sitzet. Es vermeinen einige Gelehrte, der Schwärm je- niger Englischen Völker, welche unter dero Anführer, Herrn von Cauzin, im Jahre i dise Landesgegend verwüstet, haben dises gebrochen und zerstöret; solches kan zum Teile gegründet seyn, weil dise Burg sehr nahe auf einem nidern Hügel an der Land- 1458 Historische Landstrasse läge; Doch muß sie zu diser Zeit schon in ei!i-.'M merklichen Abgang gewesen seyn, weil derselben in den, Lehenbricf von dem Jahre i z 6 o. nicht mehr gedacht wird. Die nunmalige Burg hat in dem Erdbeben vom Jahre iz> 6 . keinen besondern Schaden, wie andere Schlösser diser Gegend, erlitten, und ist vermuhtlich, daß, weil dazumal die Burg Froburg vollkommen zerfallen wäre, es werden die Grafen dises Namens alsdenn ihren beständigen Sitz zu Waldenbnrg, al- wo sie sich ohne dem öfters aufhielten, bezogen haben. ES ist nicht zu vermuhten, daß die Engelländer 19. Jahr hernach zu diser Burg hinauf gestigen und an derselben einigen Schaden verursachet: denn dife Volker, welche sehr eilends das Land durchstreiften, hielten sich nirgendswo lange Zerr aus: Einige edle, welche ihre Burgen fest genug achteten, sahen dero Marsch ruhig zu, und rechneten dero Zahl über Fünfzig Tausend. Gleichwie die Herren Bsschöffe in denen Lehenbriefen denen Grafen von Froburg anbedungen, daß das Schloß Waldcuburg allezeit ihr offen Haus seyn solle; so haben sie auch begehrt, daß solche Auf- nam auch aufihre Verbündete solle ausgedehnet werden ; Als die Grafen von Froburg abgestorben, setzten sich die Herren Bifchöffe sechsten wider in den eigen- Merkwürdigkeiten. i4ss eigenthümlichen Besitz diser Burg, Bischof Johannes von Vienne verschriebe im Jahre rz 8 i. also ein Jahr vor seinem Tode, dem Herzogen Lü- pold von Oesterreich die Burgen Waldenburg und Homburg zu seinen offenen Häusern, worein der Herzog im Fall der Nvht mit seinen Völkern solte eittgenommen werden. So bald die Stadt Basel in den Besitz dises Schlosses gekommen, hat sie solches ausgebessert. Im Jahre 1447. ward selbiges noch in bessern Wchrstand gesetzet, der Maurermeister, so die Arbeit besorgte, war von Dellsperg. Das hindere Gebäude wird das Alte Schloß getrennt ; in dem 1588. Jahre siele ein sehr grosses Stück von diser Schloßmauer ein; das vordere, ! worinnen die Wohnungen sind, ist um ein merkliches erhöhet und vermuhtlich daher das Neue gemimt worden; in disem sind unter dem dißmahli- gcn Htm. Obervogt, Fünf schöne neue Zimmer verfertiget worden. Es hat 2. sogenannte Vorhöfe, und in Jedem eitlen Brunnen; der bessere und stärkere Brunn in ! dem untern Hofe ward im Jahre 1718. dahin geleitet ; der andere obere aber, als im Jahre issz. alle dißörtige nahegelegene Quellen versiget, mit 350. Teucheln von weitem hergeführt. Lllll In 1462 Historische In dem Jahre 1664. war ein solcher Wassermangel auf dem Schloßberge, -aß man das Wasser im Städtlein holen müssen. Das Schloß und Städtlein hatten vor Zeiten ihre besondere Mauer- und Zimmerwerkmeister, welche die obrigkeitl. Färb trugen. Diser Schloßberg ist meistentheils zu Matten und Waiden angebauet worden; die untersten Matten werden Burgmaten genennet, und sind nicht mehr in obrigkeitl. Handen. Auf den oberen stehet die Schloß-sennerey mit den nöhtigen Gebäuden, welche ein jeweiliger Landvogt zu benutzen hat. M.M Merkwürdigkeiten. r46i Von dem Mädtlein Waldenburg. ^Olches ligt in dem Thale zwischen dem Gi- ^ bürge, wie die Abzeichnung deutlich zeiget; es ist mit zwey Thoren versehen und mit Mauren biß an die nahe daran stoßenden Felsen umgeben: die Haubtstrasse und zwo Nebengassen erfüllen dessen Znbegrif, und die Frenke fiiesset dardurch. Dieweil es ein starker Durchpaß, so hat es einige Wirthshäuser, so die Reisenden mit den Lllllr Uor- r4§2 Historische Vorspannpferden/ um damit den Hauenstein bequemer besteigen zu können, versehen. Die nöhtigen Handwerksleuthe finden sich aihier in genügsamer Anzahl. Das Städtlein hat keine Kirche, sondern dessen Einwohner verrichten ihren Gottesdienst in der Kirche zu Oberdorf. Vor Zeiten stuhnde eine Kapelle dem H. Georg gcweyhet alhier; die Gemeinde Waldenburg stiftete im Jahre 1447. eine Frühmeß, und begabte dise ! Kapelle mit einigen Gütern; da aber deren Einkünfte nickt genugsam waren/ einen Priester zu erhalten / so ward ihm das Nichtige/ als eine Zugab gereichet; als aber der Geistliche auf solche Weise nicht bestehen kon- k/ so ernannten sie im Jahre 146z. zu Steurmeistern Hermann Brodbeck und Cunzli Genser / und ersuchten die Einsidler zum rothen Hause eine Steuer zu Aufname ihrer Kapelle einzusammeln, welche es auch gethan haben. Nach der Reformation ist dise Kapelle eingegangen und zu einer Behausung verändert worden. Bevor wir die Prediger diser Gemeind benamsen / wollen wir allervordrist die Dekan des Wal- denburger- und Homburgrr Kapitels anzeigen; solche Oecaiü sind: Im I46Z Merkwürdigkeiten. ^ Im Jahre 15 zo. Marx Heiland, Pfarrer zu Bubendorf. 1562. Leonhard Strübli. 1^84. Johannes ?srcu8, Pfarrer zu Waldenburg. > is88. Matthias Rettemund, Pfarrer zu Rüm- lingen. i 5 89. Martin Pfirdter, Pfarrer zu Langenbruck. 1594. Gregorius Brandmüller, Pfarrer zu Waldenburg. -598. Hans Jakob Gugger, Pfarrer zu Läuffel- fingen. i62f. Nieolaus Brombach, Pf. zu Rümlingen. i66z. Conrad Richard, Pfarrer zu Benweil. 1690. Hans Rudolf ksrcub , Pfarrer zu Läuffel- fingen. 170z. Samuel Grvnäus, Pfarrer zu Läuffelfingen. 1729. Wilhelm Strübin, Pfarrer zu Bubendorf. 1726. Jeremias Gemusäus, Pfarrer zu Benweil. 1742. Hrr. Friedrich Merian, Pfarrer zu Rümlingen. Prediger zu waldenburg, welche ihr Pfarrhaus in dem Städtlein haben: Im Jahre -496. war Hrr. Moritz geistlicher Vater zu Waldenburg. > »524. Peter Widmer. Lttll r -szs. Historische isZ 6 . Johannes Zimmer. 154'. Wilhelm Hiltocher. 1556. Johan Matthis. i s 66 . Jakob Sturm. 1573. AI. Johannes Dreyfus. 15^3. Johannes Parcus, Dekanus, kam nach Denken. 1588. AI. Gregorius Brandmüller, Dekanus. 1579. AI. Ulrich Meyer. 1629. As. Joh. Jakob Straffer. I6Z9. As. Samuel Fleittcr, ward Schulmeister zu Denken. 165z. N. Conrad Stegmeyer. 1682. AI. Nikolaus Bischof, vorhin Prediger zu Lausen. 1726. A-s. Ernst Ludwig Blech. 1722. As. Nikolaus Gürtler, unter welchem im Jahre 1729. die Schule in dem Städt- lcin errichtet, und 1732. das Schulhaus erkauft worden. 1739. Hrr. Al.Hieronymus Annom,nunmehr Pfarrer zu Muttenz. 1746. Hrr. AI. Hieronymus Burkhard, nunmehr Pfarrer zu Berikelr. r?53. Hrr. AI. Heinrich Wieland, vorhin Prediger zu Rosenweiler und Helfer der reformir- ten Gemeinde zu Straßburg. Alhier Merkwürdigkeiten. 146; Alhier gehen zur Kirche die Einwohner desSchlos- ses, die aus dem Städtlein Waldenblwg, ab einigen ' Alpen, von Oberdorf, Niderdorf, Liedertschweil und Titterten. , Um das Jahr 1450. waren in disem Städtlein 59. Schindellagen, das ist, hölzerne Dächer, nunmehr sind alle Häuser von Mauerwerk und mit Ziegeln bedeckt. ^ Jährlich werden z. Märkte alhier gehalten, welche im Jahre 1626 bewilliget worden. Der L. Spittahl von Basel hat alhier ein schönes Kornhaus, und befindet sich in disem Städtlein auch eine Mahlmühle. Es hat z. öffentliche Brünnen, ohne diejenigen so in dem Pfarr-und andern Häusern sich befinden. Vor dem untern Thor ist eine Holzsäge und Hanf- ! reibe, welche i66c>. gebauet worden; vor d?m obern eine Ziegelhütte und eine Papiermühle: da man um das Jahr 1660. alhier Erzt gegraben, war es eine Hammerschmidte. Die Hafner alhier verfertigen viel Erdengeschirr. Ob diser Papiermühle ligt eine, einem Landmacki gehörige Waide, Blümleins Alp genannt. Lllll 4 Wegen -466 Historische Wegen der sehr überhaud genommenen Wider- täufferey ward 1598. allster ein Halseisen errichtet. Da in dem Städtlein nicht genug Raum zu Stal- lungen sich befindet, und das Rindsvieh den ganzen Sommer über auf den Waiden sich aufhaltet, so haben die bemittelte Landsmänner fast auf allen grossen Matten Stücken ein Gebäude, in einer kleinen Scheuer und einem Stalle bestehend, wvrinnen die Kühe den Winter über gefüttert werden; bey jedem diser Gebäuden ist ein laufender Brunn. Diß Städtlein hat zu Unterbeamteten einen Weide!, soGanthmeisterist, ».Geschworne und 4.Ge- scheidsmänner. Das Gericht besteht aus 2 s. Männern, welche von den Gemeinden Berenweil, Langenbruck, Wal- denburg, Oberdorf, Niderdorf, Benweil, Höll- stein, Lampenberg, Arbotschweil, Titterten und Liedersschweil genommen werden; es versamlet sich gemeinlich alle 8 . Wochen. Seit roo. Jahren sind etwan 27. neue Bürger alhicr eingesessen, auch die alten haben sich vermehret, daher viele Häuser vor denen Stadttohren erbauet worden. Die zu disem Städtlein gehörigen Bergwaldun- gen find: Der Merkwürdigkeiten. 1467 Der sogenannte Wald. Der Dürrenberg. Der Lammet, der Richti und ein Theil des Re- Hags, in welchen Buchen und Tannen wach- sen. Von dem Fruchtzehnden bezieht der L. Stand einen Quart, und der Spittahl zu Basel drey Quart. Wein wächst alhier keiner. 1468 Historische Von dem 1/ W W^W M- Dolle zu Waldenburg. MIstn Zoll nutzten die Grafen von Froburg gleich ^ den übrigen Einkünften der Herrschaft Wal- denburg. Als der edle Günther von Eptingen im Jahre IZZ4. verschiedene Pferde in den Kriegsdiensten des Grafen verlohren, entschädigte ihn der Graf dar- für mit z. Mark Silber, so er Jährlich ab disem Zoll entheben konte, bis der Graf ihme zo. Mark bezahlen wurde. Doch Merkwürdigkeiten. 1469 ! Doch scheinet es, daß die Rechte dises Zolls von i der Landgrafschaft Sißgau herrührten. In dem Jahre r z6z. warden dieselben von dem Herrn Bischöfen von Basel dem Graf Sigmund von Thierstein und Graf Hans von Froburg zum halben Theile; dem Graf Rudolf von Habsburg aber zu dem andern halben Theile zu Lehen gegeben ; dise Grafen kamen hierauf zu Waldenburg zusammen und verglichen sich Donnerstags nach St. Michaels Tag gedachten Jahrs über die ver- ! schiedenen Einkünften diser Belehnung; Wegen den Zöllen, heißt es in disem Instrumente, daß die Zölle, so über den obern Hauenstein für Walden- ! bürg hinauf gehen, und bis dahin zu Waldenburg i in dem Städtlein aufgenommen worden / fürohin ! in dem Dorf zu Onetzwil sollen aufgehoben werden; und die Zölle so über den nidern Hauenstein unter der neuen Homberg durchgehen/ und bald zuDrym- bach bald zu Horwer aufgenommen worden / sollen fürohin zu Diepfficken bezahlet werden und denen Grafen ins Gemeine angedeyen / doch anbey haben ! sie abgeredt / nach Gutbefinden die Zollftätte an andere Ort der Landgrafschaft zu verlegen. Die Grafen von Froburg und Thierstein errichteten noch an gleichem Tage eine andere Verkomm- nis, kraft deren dem Grafen von Thierstein der dritte »472 -Historische te Pfenning von Visen Zöllen und dem Geleite zukommen/ sofern aber der Graf von Froburg stürbe, dessen Antheil dem von Thierstein vollkommen gebühren solle. Da aber in folgenden Zeiten die Stadt Bafel die ganze Landgrafschaft des Sißgöuö allein erhalten hat, so ist ihro dises alles zugefallen. Merkwürdigkeiten. i47 r MM" Von den Werkwürdigm Wegebenheitm, so dise iWeamtimg angchcn und sich in Distr Gegend zugetragen. MIe Zufälle, welche die ganze Landschaft betrof- ^ fen, sind ohngefehr die gleichen, welche in einer jeden Beamtung begegnet sind. Besonders gehen dise Beamtung folgende an: Im Jahr 1406. legte Hartman Rol sein Ge- zeugniß ab, daß die kleinen und grossen Gerichte zu Höllstein unter die Herrschaft Waldenburg gehören. Zu 1472 Historische Zu diser Zeit hatte die Stadt Basel 120. wehrhafte Knechte in diser Herrschaft, darunter 12. Schützen , ihr Haubtmann war Hans Strübelin. Der bischöfliche Hof-0Kci3l von Basel ertheilte im Jahre 1416. eine Kundschaft, wie vorzeiten zwischen der Herrschaft Waldenburg und den Grafen von Nidau eine Verkommniß getroffen worden, daß diejenigen Lenthe, welche in bcidseiiige Herrschaften gehören und sich hin und wider gesetzet, an denen Orten, wo sie seßhaft sind, bleiben sollen; bis an einige ansbednngene Personen. Den 25. Heumonats des 14,8. Jahrs, liesse die Stadt Basel durch den bischöflichen Hof-Notarius eine Kundschaft von i6. Gezeugen aufnemen, kraft deren der Herrschaft Waldenburg hohe Gerichte und Fischenzen bestimmet werden und anfangen bey der steinern Brücke oberhalb Licstal und gehen bis in den Nunninger Bach. Eine andere Kundschaft vom i. Hornung des 1422 Jahrs bestimmet die Gränzen von einer andern Seite her. In disen Kundschaften wird gesirgt, daß dise Herrschaft gehe bis Onolzwiler und durch Höllstein hinab an die steinerne Brücke ob Liestal. Es Merkwürdigkeiten. 147z Es scheinet, daß die Stadt Basel, wegen denen ! Oberherrlichkeitsrechten difer Herrschaft sich auf das vollkommenste versichern wollen, denn man findet ^ noch z. verschiedene rechtsbestandige Instrumenten ! von disem Jahre, darum enthalten ist: „ Daß, als Wernlin Regennaß den Kleinhansen ! » zu Waldenburg in dem Städtlein todt geschlagen, „ und sich geflüchtet, das Standrecht über ihne so- „ denn zu Waldenburg, zu Höllstein und zu Nun- ! „ ningen gehalten worden; » Daß sehr oft und viel über verschiedene Misse- ! thäter übers Blut zu Waldenburg Gericht ge- ! „ Wesen. » Daß jeweil zu Waldenburg Stock und Gal- „ gen gestanden, und daß einmal die edle Jungfrau „ Verena von Nidau, des Grafen von Froburg und „ damaligen Besitzers von Waldenburg Mume, „ einem in dem Stock zu Waldenburg gefangenen „ saubern Knecht, den Stock mit einer 2lxe aufge- „ macht und deme davon geholfen habe. „ Daß Fische unter Höllstein seyen gefangen und ,, Dienstsweise naher Waldenburg getragen wor- ,, den.,, Die Landsordnung, welche um dise Zeit die Stadt Basel ihrer Herrschaft Waldenburg vorgeschrieben, ist 1474 Historische ist ohngefehr die gleiche, welche dem Amte Liestat gegeben worden, aussert daß der Artickel von dem Friedenbieten mehrers ausgeführet ist; kraft diser Verordnung fallet alle Habschaft der Uebelthäter nunmehr der Stadt Bafel , wie vorhin denen von Frobnrg, anheim. Ferners- daß der Vogt von allen Einlassen/ so noch fremden Herren verpflichtet sind, nicht nur das Faßnacht-Hun, sondern auch den Vogt-Habern und so fern sie Wiesen haben,auch einWasser-Hun Jährlich abnemcn solle. Im Jahre 1432. haben die jungen Grafen Tho- man und Johannes von Falkcnstein , Landgrafen des Sißgöus, dem edlen Heinrich von Evtingen zu Lehen gegeben, Die Zölle und Zehnden zuWaldenbnrg, den Zchn- den zu Onctzweil, Zyfen, Lnpsingen, Sekbisbcrg, die Zehnden, Hochwälder und Gerichte zu Atingen, Sissach, Rümlicken, Heffelstngen, Bückten, Kä- nerkinden, Witisfperg, Eptirrgeri, Liestal und Dteck- ten; welche Afterbelehnung aber rneistentheils unnütz war, weil die Herren Bischöffe, bevor sie die von Falkenstein mit der Landgrafschaft des Sißgöus belehnet, verschiedene diser Rechten und Einkünften schon anderwerts vergeben hatten. Als der edle Heinrich von Atingen, Namens der Stadt, Obervogt aufWaldenburg war, wolle Elsin Wecklin, Merkwürdigkeiten. *475 Wecklin, Hans Hunzigers zu Rheinfelden Ehefrau, sich der Leibeigenschaft entziehen; allein er gab sich nicht ehender zur Ruhe, bis die Stadt Rheinfelden durch ein förmliches Instrument im Jahre 144Z. bekäme, daß dise Weibsperson unter die Leibeigenschaft von Waldenburg gehöre. Es ist aus denen Kirchengeschichten bekant, wie Amadeus, Herzog von Savoyen, in dem Jahre 1439. von dem Baslerischen Loncilio zum Pabft erwehlet wordcri; er käme daher in dem folgenden Jahre mit vielem Gefolge in der Stadt Bafel an, und hielt seinen Einritt an Johannes des Täufers Tage mit sehr grosser Feyerlichkeit, wie unser Bas- lerische Geschichtschreiber solches sehr umständlich und schön erzrhlet. Wir wollen daher nur diejenigen Umstände hier anführen, welche nicht bemerket worden sind. Diser Fürst, welcher den Namen Felix der Fünfte angenommen, ward allervordrist von denen Gesandten der Stadt gegen Balstahl oberhalb Lau» genbruck, darnach durch eine fernere Gesandtschaft zu Lieftal, von den Conciliums-Vatern aber bey der Kapelle vor dem Eschemer Thor empfangen. Den folgenden Tag sandte man zu deme Zwölf Rahtsglieder, welche ihme noch einen besondern Mmmmm Glück- r4?6 Historische Glückwunsch ablegen und denselben bewillkommen mußten. Das Pferd, worauf der Pabst den Einzug gehalten, bezöge damaliger Gewohnheit nach, die Stadt für ihr Eigenthum, gab es aber nachwerts demselben wider zum Geschenke, welcher dagegen an Wernlin, den Bedienten des damaligen Bürgermeisters Arnolds von Bärenfels Acht Gulden Gelds verehret hat. Bey dem Einzüge trug der einte Bürgermeister einen kleinen Fahnen von silber Zeuge an einer vergoldeten Stange, woran die Wappen des Pavsts gezeichnet waren, welcher nach geendeten Feyerlich- keiten dem Pabste zum Geschenk gegeben worden; Wie auch nach dem Gebrauch der Stadt, demselben ferners 16. halbe Fuder Weins und so. Vierzel Habern; Dem Sohn seiner Heiligkeit, Philippus, Grafen zu Genf, würden 4. halbe Fuder Wein und zo. Vierzel Habern geschenket. Endlich ward auch dem Pabst die so genannte Staubhülle, worunter er eingeritten, von der Stadt Basel verehret; diser Traghimmel bestünde aus goldenem Zeuge, welcher zur Seite hinab hieng und mit Fransen sezieret war; an dem Kranze des- selben Merkwürdigkeiten. 1477 selben war das Päbstliche, das Savoyische und der Stadt Basel Wappen zierlich gemahlet. In dem Jahre 144s. ward desselben Tochter, die Prinzeßin Margaretha von Savoyen, Wittwe König Ludwigs in Sieilien und verlobte Braut des danialigen Churfürsten von der Pfalz, zu Lanqen- bruck mit grossem Pracht eingeholt und in die Stadt Bafel geführt; und als etliche Jahr hernach die Vä- ter des Conciliums naher verreißt, waren sie ebenfals bis nach Langenbruck begleitet. Es ist von, Jahre 1449. eine Schrift vorhanden, welche die Gränzen der Herrschaft Waldenburg vom Mußbach bis auf die Eptinger Flüe bestimmet. Einer Namens Peter Rohr ein Schmied beraubte in dem Jahre 1452. alle Reisenden aufdemHauen- stein, er ward daher angehalten und ins Gefängniß gesetzt. In dem Jahre 1456. kaufte der edle Junker Caspar von Regennaß für sich und seine Erben eine Rü, tin am Burgweg zu Waldenburg, welcher Kauf vor dem Gericht alda gefertiget worden, welches zeiget, daß dise Edlen alhier auch Güter müssen besessen haben. Eine Weibsperson, des Hans mit der Nasen Witwe genant, vermuhtlich eine Kaufmännin, reiste im Jahre 1461. auf einem Wagen durch dise Be- amtung; ihro ward auf der Strasse ein Säckel mit Mmmmm 2 Geld -478 Historische Geld darin» izo fl. lagen und z. Stück Zeug weggenommen; dises Weib beklagte sich allerorten und wolte vor, der Stadt den Ersatz des auf ihrer Bvtt- mäßigkeit an ihro beschehenen Raubs, also daß endlich die Stadt Basel den Ausspruch der Stadt Straßburg anname, welcher darinn bestund, daß die Stadt Basel genugsam erweisen solle/ daß sie zwischen Liestal und Waldenbnrg kein Geleitgeld/ sondern nur Bruck- und Weggeld fordere / hiemit Life Person nicht schuldig gewesen/ begleiten zu lassen. Als die Eydsgenossen in dem Jahre 1475. die Waffen des Burgundischen Herzogs Carls des kühnen besigten/ und dazumal Dietrich von IMier. Rltter / das Schloß Froberg von Herzog Sigmund zu Lehn trüge/ so mußte sich diser Herr verschreiben, daß die Burg Froburg der Baßlern offen Hau- seyn solle. In dem Jahre 1492. überwältigte Hans Bach- mann in der Herrschaft Waldcnburg den Ormäo kiorioi von Morrmco, und brachte den abgenommenen Raub in die Bottmäßigkeit des Löbl. Standes Solothurn, diser Stand aber verwiese ihne zu Erwartung seines Rechtens naher Waldenburg. Die Löbl. Stände Basel und Solothurn waren im Jahre 1506. bedacht, die Gränzstheidung der aneinander stoßenden Landschaft zu bestimmen und ' noch Merkwürdigkeiten. 1479 noch andere Anstünde freundeydsgenößisch beyzulegen, daher, wie schon bey Homburg angeführt ist, friedliebende Schiedrichter erwehlet worden, welche unter anderm auch die Gränzen von dem Stein bey dem Brücklein zu Loch über Bärenwetl bestimmet haben. Franz Schaler Obervogt auf Waldenburg lieferte im Jahre 1508. dem L. Stand Solothurn einen Dieben ohne obrigkeitliche Bewilligung aus; deßwegen diier Stand die Stadt Basel schriftlich versicheret, daß durch dise Handlung denen Rechten von Waldenburg kein Einbruch soll befchehen seyn, mit freundeydsgenößischem Ersuchen den Obervogt dessen nicht entgelten zu lassen. Unter denen verschiedenen Bewilligungen, welche die Stadt Basel aus verschiedenen Anlässen ertheilet, findet sich ein Lehnbrief vom Jahre 1512. worinnen enthalten ist, daß die Stadt dem Georg Spengler von Kauffbeuern dem Erzknappen, ihr Waldenbur- gisch Bergwerk und Erztgruben auf Zehen Jahr lang dergestalt verleihe, daß er Jährlich von Zwanzig Centner Eisen, ein Centner; von Zehen Mark Gold oder Silber, ein Mark; von Zehen Centner Kupfer, Zinn oder Bley, auch ein Centner, alles wohl ausgebrennt und gearbeitete Waar, zu Zinse geben und anbey der Stadt Basel das Mark Gold oder Silber i s. Kreuzer wohlfeiler, als der gewöhu- Mmmmm z liche i48c> Historische liche Preiß seyn werde, verkaufen solle; dessen Bürg war Jakob Sauracker des Rahts. Alles gefundene Metall mußte denen Wardinern der Münz zu Basel eingeliefert werden. Im Jahre rsis. ward ein abermaliger Vertrag mit L. Stand Solothurn/ betreffend die Herrlichkeit von Waldenburg und auderm, errichtet. Der Stand Basel hatte/ um vielen »»beliebigen Vorfällen vorzukommen, sich zu einer Staatsregel gesetzt, alle Rechte und Einkünften, welche noch in fremden Händen waren, einzukaufen oder auf andere Weise sich zu erwerben. Weil nun der edlen Frauen Anna von Hallweil, der Gemahlin Herrn Jakob Herteusteins Schultheißen zu Lucern, von ihrem Vater sel. Dietrich von Hallweil verschiedene Gefalle in der Waldenburger und Farnsburger Herrschaft erblich zugefallen waren , so ward Herr Ulrich Falkner, Oberster Zunftmeister , naher Lneern gesandt, um den Einkauf di- ser Gefälle zu behandeln, welcher denn im Jahre 1520. dises Geschäfte zu dem erwünschten Zweck und dife Einkünften gegen Dargebung einer gewissen Summe Gelds und eines dicken Plapperts an den L. Stand Basel gebracht. Der Kaufbrief war Samstags auf Jakobstag gedachten Jahrs errichtet. Die Merkwürdigkeiten. r 48 r Die erhandelte ewige Korn-, Haber-, Hünerund Eyer-Zinse auch Zehnden, fallen zu Benweil, Lampenberg, Höllstein, Titterten, Nidcrdorf, Diekten, Zunzgen, Evtingen undThür- nen; und kommen vielleicht von einer Falkensteini- fthen Lehen- und Erbschaft her. In dem Jahre 1523. als einsmal alle so aufdem Schloß wohnten nicht bey Hause waren, kam ein Junker Loren; und sein Schwager Nagel von Röteln dahin, und suchten sich darin» vest zu setzen , traueten sich aber nicht solches zu erhalten, daher des morndrigen Tages, als man, da der Senn hinaus gieng, mit Gewalt hinein gedrungen, selbige schon entronnen waren. Es waren verschiedene Leibeigene beyder Löbl. Stände Basel und Solothurn aus einer Herrschaft in die andere gezogen, ohne sich loszukaufen, deswegen man im Jahre 1527. die Anzahl diser Leu- the berechnet, und als sich befunden daß mehrere Solothnrnische ins Baselgebiet gezogen, so hat die Stadt Basel solche mit der übereingekommenen Summe Gelds losgekauft. In unseren vorhergehenden Abhandlungen ist schon angeführt worden, wie ohnverhoft einige schwäre Anstünde sich wegen dem Hochgerichte zu Gempen ereignet haben. Einige mitverbündete Mmmmm 4 Eyds- >482 Historische Endsgenossen vermittelten alsobald den Frieden und fanden für gut, daß die Städte Basel und Solo- thnrn die Anstünde der Gränzen und anderes durch deydseitige Schiedrichter entscheiden lassen sotten. Beyde Stände erwehlten also solche ohne Anstand ; wer ße gewesen, ist schon bey Schauenbnrg aus Anlas der Rappenflue angeführt worden. Die Friedensmänner hielten also einen Umgang um alle Landmarchen, und entschieden im Jahre i i. durch ein förmliches Instrument, so der Un- tergangs-Brief genennet wird, sehr viele Anstände. In disem Briefe werden denn die Landmarchen der Waldenburger Herrschaft ausgeschieden und der Stadt Basel durch die neue Marchung die begehrten hohen Gerichte zu Büren und Seven abgesprochen. Hingegen zu Ronningen, alwohin der Herrschaft Waldenburg Gränzen bis in Bach gienge und wo die Stadt ihren Meyerhof hatte um über den Todschlag zu richten, ihr Recht beybehalten, welches aber die Stadt Basel der Stadt Solothurn in dem Jahre i 68 s. gegen den Gerichten zuOltingen abgetreten hat. Das Uebrige wird an seinem Ort angeführet werden. Und endlich ward noch im Jahre 1538. einesund das andere wegen Altschauenburg, Gempen, Waiden- Merkwürdigkeiten. 148 z denburg und Nonningen wie auch wegen Berenweil erlälttert. In dem Jahre iszz. hat der damalige Landvogt wegen einem beschehenen Todschlag im Namen der Stadt Basel einen Landstag und Standrecht über den Todschläger in dem Städtlein zu Waldenburg vor St. Geörgen Kapelle gehalten. Aus denen neuern Geschichten ist bekant, was sich in dem Jahre -632. für eine widrige Begebenheit zwischen 75. Mann Bernerischen Zuzugs - Völkern naher Mühlhausen und einigen Solothurnischen in der sogenanten Clus nicht weit von Langenbruck auf L. Stands Solothurn Bottmäßigkeit zugetragen hat; die Stadt Basel wäre sehr bemühet, nebst übrigen Orten Hochlöbl. Eydsgenossenschaft, durch aufgenommene Kundschaften und auf alle immer mögliche Weise disen so sehr verworrenen Handel gütlich beyzulegen, welches auch durch die gnädige Vorsorge des Himmels glücklich geschehen ist. Um dise Zeit des zojährigen Krieges mußte dises Amt allezeit 160. bewehrte Mann bereit halten, 120. naher Basel, und 42. naher Äugst, wie iszz. be- schehen. An. 1655. mußte dise Beamtung 40. Reuter unterhalten. Mmmmm s In 1484 Historische In dem Jahre i668. als die Schanzarbeit an dem St. Johann Thor zn Basel betrieben wurde, unterhielte diese Beamtung io. Mann darzu. W-iW Von Merkwürdigkeiten. -48s Von dem auenstem Komm, Leser! laß uns unsre Höhen, Die Thronen der Natur, besehen, Der majestätischen Natur; Betrachte sie mit stillen Lippen, Dort überm Wald auf wüsten Klippen, Und hier hinunter auf der Flur. Fab. MJe Stadt Basel ligt in Ansehung der» obern ^ Landschaft gleichsam an deni nidrigsten Ort ihrer Bottmäßigkeit auf der Gallischen Seite; allgemach erhöhet sich das Erdreich, man besteiget ohir- ver- 1486 Historische vermerkt die Wurzelt! des Gebürgs, bis man endlich auf die höchsten Berge kömmt: Vor dem obern Thore des Stadtleins Waldenburg, fangt der so genannte obere Hauensteiu an , ein Arm des so berühmten Juragebürgs; Wir wissen, daß vor etwa» dreyhundert Jahren die Felsen haben müssen ausgehauen werden um die Durchfuhr grosser Wagen zuwegen zu bringen / daher ward in etwelchen alten Schriften diser Berg Gehowenften genannt; solches wäre noch nicht genug, sondern es waren an ! den Westen Orten starke Haspel vest gemacht und durch Seiler die Fuhren mit Auf- und Abfahren erleichtert , indeme die Lastwagen an dise Seiler gebunden - bald hinaufgezogen bald hinabgelassen worden. Die von den Felsen und Höhen herabfliessende kleine Brunliquelleu liefen in die Strasse, hatten keinen Abzug, und vertieften also selbige so sehr, daß malt nach dem Gebrauch damaliger Zeiten solche mit grossen Stämmen Holz hart an einander belegen und überbrücket, mußte. Ohngeacht nun dise Straffe fast täglich gebessert wurde, so bliebe es dennoch eine schlimme Strasse bis in das Jahr 1740. da eine Hohe Obrigkeit den Entschluß genommen, selbige auf das bequemste und dauerhafteste verfertiget, zu lassen, welches auch mit vielem Kosten und Arbeit beschehen, da die Strasse erwei- Merkwürdigkeiten. 1487 erweitert, mit Steinen belegt, die Felsen wegge- sprengt, und also bequem eingerichtet ist, daß eine jede Fuhr kommlich darüber fahren kan. In dem Jahre 1748. hat das grosse Gewässer die Strassen durch die ganze Beamtung sehr verderbet, allein sie wurden alsobald wider ausgebessert. 1488 Historische Z4LK, D^Uf disem Gebürge und auch auf andern Bergen der Landschaft Basel ligen verschiedene Sen- nereyen oder Alpen; unter disem Namen versteht man das Gelände von Bergmatten, woraufgemein- lich eine Behausung, Ställe, Milchkeller undZu- gehörde stehen, darauf Kühe, auch ander Hornvieh gezogen, genutzet und gemästet werden; ohngeacht es an Visen Orten auch sehr schöne Wiesen gibt, welche gemäyet werden, so besteht doch der grössere Bezirk au» den sogenannten Sommerwaiden, welche nicht abgemäyet, sondern allein vom Vieh abgefressen oder abgeätzet werden. Gemeinlich leitet man das Wort Alp aus der keltischen Sprache her, welches einen hohen Berg bedeuten solle. Auch die Schottländer nennen ihre Gebürge Merkwürdigkeiten. 1489 Gebürge Alpin; andere behelfen sich schlechthinweg mit dem lateinischen Wort albus, weil die Spitze der Berge meiftentheils mit Schnee bedeckt und weiß sind. Alif der linken Seite der Straß, ausser Wal- denburg, und in disem Bann ligt das Alp-Gut, der Urestenberg genannt; es gehört Hrrn. Alt-Gerichtschreiber Ich. Balthasar Burkhard. Hierum ist ein Felsen, welcher St. Ruelins Flue genennt wird; höher befindet sich der Hummel oder vordere Holznach, welcher Hrrn. AI. Simon Battier, Pfarrer zu Teurungen, zustehet. Allster gräbt man eine sehr zarte fette Erde, welche zu Geschirr und andern» Nützlichen könte gebraucht werden. Nicht weit davon ist der Holznach, in alten Instrumenten auch der Neehhag genannt, das Eigenthum Herrn Oberstmeister Andreas Burkhards; Auf i49« Historisch- Auf der andern Seite des Hauensteins ligt der vordere oder obere U e un b r innl, welcher E. E. Zunft zum Schlüssel gehöret: Die übrigen werden in den Langenbrücker Bann gerechnet und alda vorkommen. Zu oberst dises Guts sind sehr hohe Felsen und unter einer steilen und gächstotzigen Felsenwarid, wovon die Abschilderung hier beygebet, befindet sich eine von Natur gemachte Höhle, worinnen das Vieh bey schwüllen Tagen zu ruhen pfleget, aus welcher Fel- sendccke und Wänden hin und wider Neun kleine Wafferqmllen herabfliessen, welche denen darunter ligenden Alpen den Namen geben. Merkwürdigkeiten. »491 angenbriick MJses Dorf ligt auf der Höhe des Hauensteius, ^ und hat seinen Namen von der ehmaligen mit Hölzern belegten Strasse, so wie eine lange Brücke aussähe. So gering es vor Zeiten war, so sehr nimmt es nunmehr an Einwohnern zu, welche sich schöne Häuser von Stein erbauen. Da der Ort ein sehr strenger Paß in die obere Schweiß ist, so findet man alhier zwey Wirthshäuser und alle Handwerksleuthe, welche zum Fuhrwesen gehören. Nnnnn Dises -492 Historische Dises Dorf hat i o. öffentliche laufende Brünnen, ohne die so in den Wohnhäusern sich befinden; zu Unterbeamteten, einen Meyer, 2. Geschworne, 2. Gefcheidsmänner, 2. Bahnbrüder, gehören unter das Gericht und Gescheide zu Wal- denburg, worbey z. Langenbrücker Gerichtsmänner sitzen. In dem ganzen Dorfe sind nur noch s. StroP dächer. Wein wächst keiner alhier. Von dem Fruchtzehnden bezieht der L. Svittahl zu Basel wegen dem Schönthal z. Viertetheile, und den übrigen Quart das Schloß Falkenstein. Da der Waidgang sehr groß ist, so findet sich in disem Dorfe eine über alle müssen reiche Viehzucht, welche dessen Einwohnern einen grossen Nutzen schaffet. Die zu disem Dorfe gehörige Bergwaldungen sind: ein Theil der Wannen-Flue, der Dürstelberg, der Krayeck, der Helfenberg, dcr Bachtelnberg, der Schwengiberg, so Tannen- und Buchwälder sind. Die Merkwürdigkeiten. - 49 - Die Kirche zu Langenbruck stehet auf einer kleinen Anhöhe. Vorhin war in difem Dorfe eine Kirche oder Kapelle/ welche um das Jahr 1540. mag verbrormen seyn; sie war dem H. Johannes geweyhet und lag an dem Wege nach Bärenweil; die nunmalige ist in dem Jahre 1589. mit Beyhülfe der übrigen Gotts- hällser zu erbauen angefangen und in dem Sommer des 1590. Jahrs vollkommen geendiget worden. Bevor difeKirche erbauet war/ giengen die Lan- genbrucker ins Schönthal zum Gottesdienste. Peter Prem war der erste / welcher den reformir- ten Gottesdienst im Schönthal besorget/ er kam naher Oltingen. 1534. Vincent Tachsperger, kam naher Rümlin- gen. > - Johannes Hägelin. 1564. Heinrich Nager. N. Jederstetter aus Frießland. r s 6 8 . Johan Rudolf Müller. >574. kl- Oswald Bruckner. 1576. Conrad Holzinger/ kam naher Muttenz. l s so. Martin Pfister; er predigte das leiste mal den r s. Weinmonat dises Jahrs in der Nnnnn» Kirche »494 Historische Kirche^im Schönthal, denn wurde die neuerbaute Kirche zu Langenbruck eingewendet, der Gottesdienst dahin verlegt , und den z. Jenner des folgenden Jahrs das erste mal darin getauffet. 1607. N. Ezechiel Falkeisen, kam naher Muttenz. 1628. N. Georg Rottenmund, kam naher Rüm- lingen. 1612. N. Jakob Süeß von Winterthur. i6is. N. Johannes Brandmüller, kam naher Mühlhausen. 1620. Friedrich Schwarz, kam naher Rotenflue. 16Z4. öl. Friedrich Weiß. 1647. N. Joh. Jakob Stöcklein, kam naher Ol- tingen. 1653. Lorenz Richard; durch seine Vorsorge ist eine Schul zu Langenbruck errichtet worden. i68r. N. Hans Rudolf Hofmann , kam naher Muttenz. 1689. N. Samuel Grynäus, kam naher Läuffel- stngen. 1699. M. Samuel Wettstein, kam naher Rümlin- gen, denn ward er Prediger in dem Spitthal zu Basel und Pfarrer zu den Baarfüffern. 1708. N. Jakob Freyburger, kam naher Buuß. 1714. N. Bernhard Falkner, ward Pfarrer zu Denken Merkwürdigkeiten. - 49 s t i» r I. i. r / > F ' !I Denken nnd Dekanus des Liestalerund Münchenfteiner Kapitels. 1722. Al. Friedrich Weitstem. 1754. Hrr.N. Joh.Jakob Thurneisen, vorhin Prediger zu Ludweiler. Alhier gehen zur Kirche die Einwohner von Lan- genbruck, Bärenweil, Schönthal und anligendm Alpen. In disem Dorfe werden des Jahrs 2. starke Jahr» märkte, einer in dem Früh- der andere in dem Spat- Jahre gehalten. Der Schulmeister wird wegen dem Schönthal von Löbl. Svitthal, laut einer Rahtserkantnüß, mit etwas Korn besoldet. Das Dorf Langenbruck hat allezeit zu dem Stein oder Schlosse Waldenburg gehöret, und ist unter dem Kauf voll Waldellburg Schloß und Stabilem begriffen. Dessen ohngeacht entstuhnd in dem Jahre 146z. mit Löbl. Stande Solothurn ein Streit, wer über das Blut alhier zu richten haben solle; derselbe wurde beyderseits dem damaligen Herrn Bischoffen als dem erwählten Schiedrichter übergeben, und von disem noch in gleichem Jahre der Stadt Basel, welche mit Waldenburg auch alle hohe und nidere Ge- Nnnnn z richte r4§6 Historische kichte zu Langenbruck erkaufet , solche aufs neue bestätiget und zuerkannt. Wir finden auch in unsern Schriften einen Immer genannt IVillmin von Langenbruck, welcher das Haus zu Waldenburg, in der Stadt Basel gelegen, in dem Jahre 1359. dem edlen Conrad von Bärenfels Bürgermeister zu Handen unserer Vaterstadt verkauft, welches nachwerts abgebrochen und das nunmalige Rahthaus an dessen Stelle erbauet worden. Merkwürdigkeiten. 1497 'UM Von denen in dem Wangenbrücker Dann ligenden Mlpgütern. Von dem pittahl. A-Hngefehr in der Mitte des Bayerischen Hauen- ^ fteins, an einem Orte, da der Berg sich in eine kleine Ebene vertieffet, stehen einige Häuser, welche der Svittahl genennet werden. Will man auf den Ursprung dises Aufenthalts zurücke gehen, so ist zu vermuthen, daß anfänglich alhier eine Kapelle gestanden, alwo die Reisenden Nnnnn4 ihre 1498 Historische ihre Andacht verrichtet haben; der Bruder, so dabey gewohnt, oder so derer mehrere gewesen, haben denen, welche dises vor Zeiten fürchterliche Gebürge bestiegen, in vielen Vorfallenheiten behülflich seyn können. Nach dem Bericht unsers Bayerischen Geschichtschreibers haben auch Nonnen allster gesessen, welche nachwcrts sich in das Schönthal gezogen ; so bald nun die Ordensleute in dem Spittahl mit denen von dem Schönthal in eine Verbindung gekommen, oder von selbigen abgehangen, so bald ist vermuthlich in dem Spittahl den dürftigen Durchreisenden Handreichung beschehen, selbige gespeisct und bewirthet worden, daher der Name Spittahl entstanden. Nach der Reformation, -a die Besorgung der Armen besser eingerichtet worden , da auch die Strasse des Hauensteins sich immer gebessert, so ward die Verordnung gemacht, daß in dem Spit- thal zu Liestal nicht nur kranke Landskinder aufgenommen, sondern auch die armen Durchreisenden getröstet werden sollen. Weil nun der Spitthal zu Liestal unter die Verwaltung des Löbl. Deputaten-Amts gehört, und in disem Spitthal auf dem Hauenstein vor Zeiten wol auch kranke Landsleuthe besorgt worden, welche Merkwürdigkeiten. 1499 che nun alle naher Liestal kommen, so hat L. De- putaten-Amt die Wohmmg und Güter dises alten Spitthals bezogen und solche zum Besten ihrer Verwaltung verlihen. Zur rechten Seite der Straß/ wenn man von Waldenburg naher Langenbruck reiset / ob dem Spitthal sind Drey Alpgüter / die Ueunbrunnen, der unterste diser Alpen gehört Hrrn. Jsaae Hagen- bach des Rahts. Ingleichem der gerad oben daran stoßende / sie werden die vorder» Neunbrunn genannt. Des obersten oder Hintern / so E. E. Zunft zum Scblüssel gehört und im Waldenblirger Bann ligt/ ist schon vorhin gedacht worden. Oberhalb dem Spitthal bey den Weyern, auf gleicher Seite/ siud die Alpgüter, so man die drey Dürrenberg nennet; sie gehören einigen Unterthanen; vor Zeiten besaß einen derselben der L. Spitthal zu Basel. In dem Aprrllmonat des 1689. Jahrs hat das beständige nasse Wetter den Erdboden allster dermas- sen erweicht, daß ein Stück von der Waide mit Nnnnn 5 ftl- rsoQ Historische solchem Gewalt hinab gerutschet, -aß das darunten stehende Wohnhaus vollkommen umgeworfen und verschüttet worden; weil nun der einmal locker gewordene Grund allezeit weiter hinab irr den Bach gefallen, und mau sehr beförchtete solcher möchte den Auslauf des Weyers vollkommen verstopfen, so ward mit grosser Mühe der Schutt weggeschaffet und dem Weyerwasser sein Lauf hergestellt. Ob Visen Neunbrünnen und den Dürrenbergen ist noch eine höhere Waide Munis Müthin genant, ein Bauren-Gut: und ob disem ligen die drey Sennereyen die Dillstein genannt. Der einte gehört Hrrn. Joh. Heinrich Fürsten- berger des Raths. Die zwo andern'stnd einigen Landsleuthen. Unter denen alter, edlen Geschlechtern findet sich auch eines von Bilstein; also wird in einen, Instrumente von dem Jahre 125 z. darin Graf Gottfried von Habsburg dem Kloster Wettingen einige Schenkungen thut, Lrluviu genannt von Bilstein als Gezeug angeführt, welcher auch verschiedene Jahre hernach Merkwürdigkeiten. isoi hernach in dem Testament Frauen Gertrud der Gemahlin des von Tuiffen sel. steh als ein Gezeug unterschrieben hat; wir glauben eben nicht, daß diser Erluvin dise Billstein besessen, doch ist gewiß, daß die Edlen vor Zeiten ihre Güter sehr zerstreuet gehabt nnd selbige, ohngeacht fie in verschiedenen Ländern lagen, dennoch öfters mit gleichem Namen belegt worden. Die vorgemelten Dürrenberg, des Cunis Rüthin und die Billstein ligen an dem grossen Berge, Hel- fenberg genannt. Denn befindet fich auch auf diser Höhe, so mit dem Gebürge, die Wasserfallen genannt, angränzend ist die Alp Möllenberg, so dem Spitthal L. Stadt Basel zugehöret. Vor Zeiten nennte man sie auch Ruftlins- und die Bapstswaid , weil ein Bauer Namens Bapft solche genutzet; Hrr. Pannerherr Oberried hat sie in dem Jahre 1590. von der Stadt Basel bestands- weise ingehabt. Um das Jahr 1580. hatte man mit L. Stand Sollothurn verschiedenes diser angränzenden Alpen halber zu entscheiden. Auf iso2 Historische Auf der Waide ist ein Brunnen von sehr kaltem Wasser. Hierum wird in Kriegszeiten eine Hochwache aufgestellt. Zur rechten Seite der Landstrasse von Walden- burg nahe gegen Langenbruck ligen zween Weyer, die Langenbrücker Weyer genannt, in welchen Fische zum obrigkeitlichen Gebrauche gezogen werden; in dem Jahre 1672. wurden dise Weyer vergrößert, um darinnen so viel Wasser sammlen zu können als zu Forttreibung eines Holzstoßes wurde nöhtig seyn. Die Strasse gehet denn durch die sogenannte Aus, ein Paß so zwischen den Bergen ligt lind davon ein Theil der Felsen weggehauen und die Durchfuhr zum bequemsten eingerichtet worden. Vormals liefe dise Strasse oben zur linken Seite durch, und eben dises war der Ort, alwo denen Fuhren mit Haspeln und Seilern mußte geholfen werden; daher stuhnd in vorigen Zeiten auf diser Höhe ein hölzernes Häuslein, worinnen das nöhtige Zuggerähte aufbehalten ward. Der Ort hat auch noch hiervon seinen Namen, ^ als die Haspelstraß, behalten. So oft vor Zeiten ein neuer Bürger zu Langenbruck angenonnneu wurde, mußte er ß. an das grosse sogenannte Beerenseil zum Haspel bezahlen. In ^ Merkwürdigkeiten. isoz In dem Langentzrücker Bann ligt ferners das sogenannte Mchönthal. MJses auf dem Hauenstein ligende kleine Mal hat ^ seinen Namen von -er anmuhtigen und schönen Lage bekommen; Wir können nicht gewiß sagen, ob in dem n zo. Jahre die Grafen von Froburg schon Lehenträger der Herrschaft Waldenburg gewesen , und aus dem Schlosse Waldenburg oder Froburg in dise Gegend auf die Jagd gegangen; einmal die wunderwürdigen Geschichte damaliger Zeiten erzehlen uns, daß Graf AdelbertS Bediente in diser Wildnisse die Mutter GOttes das Kind iso4 Historische Kind JEsum in den Armen haltend, und auf einem von einem Löwen und einem Schafe gczogenenWa- gen fahrend, bey einer Wafferqnelle erblicket habe. Welches Gesichte den Grafen Adelberg, seine Gemahlin Sophia , ihre Söhne Graf Volmar und Graf Ludwig veranlasset, die Gegend von dem Gesträuche zu säubern und den Grund zu einer geistlichen Wohnung zu legen; der Bau nahm behende zu, die Bruder, so dem Gottesdienst abwarten sollen , waren von St. Benedictus Regel und mußten in der daselbst der Mutter GOttes geweyhten Kapelle mit vieler Alldacht den Gottesdienst verrichten. Man sihet noch an der alten Kirche im Schönthal den Löwen, das Schaf nebst andern Bildern in Stein ausgehalten. Das Instrument enthaltet, „ Wie Graf Adel- „ bert mit zeitlichem Gut die ewige Seligkeit erlan- „ gen wolle; wie er, seine Gemahlin, sein Sohn „ Graf Volmar von Frvburg und dessen Bruder ,, Ludwig „ Das Gut und Huben , so sie in der Gegend „ Schönthal besessen, » Unserer L. Frauen Gottgebährerin zu Gabe gege- » ben mit dem Bedinge: Daß Merkwürdigkeiten. 1505 „ Daß in der Zelle, so sie daselbst gebauet, die ,, Bruder, unter der Regel St. Benedicten des -- Abts, GOtt ewiglich dienen sollen. „ Das Gut sy mit folgenden Gemerken unter- „ scheiden: von der Marg Onoltschwiler und Mim- ,, liswiler, so hebt sich das Gemerk an hinderHel- „ ftnberg bis zu der Mark Mimliswiler und da den- „ nen bis zu dem Huwenberg, von Hauwenberg „ bis uf Matterrrüty, von der Rüty bis uf die Höhe „ des Bergs der herabe gaht bis zu dem Stein ge- „ nant Bilstein, von Bilstein bis uf die Straß by „ dem Künigsbrunnen und da dennen den Fluß uf, „ der da lauft durch den Kolchosen bis zu Wipen- „ matten und da dennen bis an den Steynberg der „ ganz dazu gehört und da dennen hinder Holenflue » bis uf die Eptinger Marg und den Belchen, und „ da dennen bis gen Salnneke und dennen herabe „ bis in den Bach by der Matten und den Bach „ hinnf bis ufCroneneka und den Hauwenstein, der- „ selb Berg ganz dargehört, und da dennen bis uf die Strasse und von der Strasse in den Bach ge- „ nant die Frenkina und da dennen widerumbe uf „ den obgemelten Berg Helfenberg: Inwendig disem Kreise solle kein Bischof zu Basel noch obgemelte Grafen ein neu Schloß bauen; Sie auch dise Zelle und Zugehörd mit keinerley Diensten noch Steuern beschwören; Auch isos -Historische Auch an -isem Ort kein Vogtsrecht ausüben; So fern der geistliche Vater und Bruder vom Schönthal einen Castenvogt wählen wollen, sollen sie einen von disen Grafen wählen. Zeugen waren: Bischof Ortlieb. Dicthelm, Schuldheiß zu Bafel. Conrad und Ulrich, Caplene. Adelberg von Rudeswiler. Wels und Ulrich, Gebrüder, von Valkenstein. Reymbott von Onoltschwilcr. Burkhard und Ulrich von Rifenstein. Wernher von Jffental. Graf Volmar u»rd Ludwig sein Bruder. Sophia die Gräfin ihr Mutter. Geben im Jare 114s. den Segsten des Merzens, in dem 9. Jare Dung Conrads. Dem Briefe ist einverleibet: Daß allen denen, die dises halten und Christum darin ansehen , denen wünschen wir die göttliche Barmherzigkeit; ob aber Jemand dawider zu thun unterstehen wurde, der müsse fich in Pabst Eugenien und unserm Bann, die Geistlichen ihrer Gottsga- ben, und die Leyen der Christl. Gemeinde beraubet zu seyn, bis zu einer billichen Genugthuung und Besserung. Nach Merkwürdigkeiten. 1527 Nach disem haben die Froburgischen Grafen dt- sem Kloster auch die Gerichte / Leuthe und Kirchen- sätze zu Titterten und Benweil vergäbet / worüber das Kloster die bischöfliche Bestätigung in dem Jahre H89. und i215. erhalten hat. In dem gleichen n 89. Jahre gestattete auch der damahlige Bischof Heinrich , daß dem Kloster der Zehndcn von denen Früchten, welche auf des Schön- thals ausgerenketen Waldungen wurden gebauet werden, zukommen folte. Graf Ludwig von Froburg und sein Sohn Her- man vergabten disem Kloster, in dem Jahre 12z?. den Zehnderi zu Oenetzwiler und zu Langenbruck, welche Schenkungen von dem Pabste bestätiget, darauf von dem Kloster in dem Jahre 1244. das grosse steinerne Haus zu Waldenburg erkaufet und das Kloster ferners noch in gleichem Jahre von der edlen Frauen von Lampenberg mit einigen Bodenzinfen, so zu Lampenberg und Arbotschweil fielen, begäbet worden. Zwey Jahre hernach schenkte GrafLudwig von Froburg dem Gottshause einige Tschuppus zu Tit- terten. In dem i2s->. Jahre erwehlte fich Graf Ludwig von Froburg sein Begräbnis in dem Kloster Schön- thal, und bestätigte alles dasjenige was seine Vorfahren in Ansehung des Kirchensatzes zu "Oenetzwei- O 0 0 0 0 ler *Genetzwrter, wird auch in den allen Urkunden bald Onolj weiler, i sv8 Historische ler vergäbet hatten, worüber auch die päbstliche Bestätigung erfolget, und solche von den Grafen Herman und Volmar in dem Jahre 1232. frischer- dingen bekräftiget worden. Dises Kloster läge nun nicht allein in dem Bistum Basel, sondern auch in der, der Kirche zu Basel eigenthümlichen Herrschaft Waldenburg; es war also die bischöfliche Bestätigung sehr nöhtig: worzu sich auch die Herren Bischöffe allzeit sehr geneigt finden lassen. Indem schon obgemelten 1255. Jahre hat Graf Ludwig der Jünger, als Schirmvogt, ein Instrument von sich gegeben,daßBerchtold krXpolllus und das Convent zu , auch Ulrich 8Lu1tetur zu ! Waldenburch, von Lrnolllork genant, mit Willen ! seiner Frau und Kinder seine Güter in Herisperch, ! in terris gguis verkauft habe. Hievornen ist das Sigil des Probsts Berchtolds zu sehen. Gezeugen waren: Ulrich von Lutlncllon, Heinrich von IsenäLl, Heinrich von Schauwenberg. Auch haben verschiedene Edle diser Gegend selbiges reichlich beschenket, worunter Heinrich und Hug weiler, und Oenolzweiler geschrieben; einige suchen Visen Ort ausser der Landschaft Basel, andere aber vermeinen, das alte Onolzweiler sey das heutige Ober- und Niderdorf, noch andere das Dorf Anweil. Merkwürdigkeiten. rsv- Hug von RigoltSwiler, Wernhard von Kilchberg und Gerhard von Jtingen gewesen, wordurch bist Ordensbruder reich worden und sich alle dise Schenkungen von dem damahligen Herrn Bischöfe bestätigen lassen. Burkhard von Jtingen und Agnes seine Hausfrau vergaben 1277. dem Gottshause ihre Güter zu Jtingen und Mutrenz für ihre Seelenruhe. Um das Jahr r zQo. mag dem Probst zu Lelle- lai die Regierung über diß Kloster übergeben worden seyn. In dem Jahre 1 320. übergaben die Grafen Hans und Herman von Froburg dem Kloster den Kir- chmsatz zu Baweil, nunmehr Benweil, und etliche Tschupplls; Und in dem Jahre 1327. kaufte dasselbe von Adel- heit zu Kühnberg die Mühle und einige Güter zu Siffach. iZz6. bestätigten vorgemelte Grafen zu ihres Vaters sel. Heil und Seelenruhe alle ihre Gerechtigkeiten und Kirchensatz zu Baweil und traten solche dem Kloster ab. Hierauf müssen dise Brüder das Kloster verlassen haben; warum und wenn sie weggezogen, finden wir in unsern L-christen nicht aufgezeichnet. Die Nonnen, welche sich in den Spittahl auf dem Hauenftein eingeschlichen, kamen von dorten in das Ooooo 2 Schön- Isio Historische Schönthal; die Aebtißin dises Klosters mit denen darin sich befindenden Benedictiner-Nonnen, suchte vor dem Bischof Immer in dem Jahre 1387. die Bestätigung, welche BischofOrtlieb im Jahre 1145. dem Kloster ertheilet hatte, und erhielt auch solche auf Samstags vor Liechtmcß gedachten Jahrs. Im Jahre 14". war Anna von Soppensee Meisterin, und Dorothea von Bükingen eine Convent- frau von der Regel St. Benedicten, welche aber übel haushielten, auch des Klosters Bau nicht besorgten , daher für gut befunden ward, daß ein Mannenkloster daraus gemacht würde. In dem Jahre 1416. waren wieder Augustiner- Brüder anstatt der Schwestern hier eingesessen; Bruder Stephan von Burgo Meister der Heil. Schrift, oberster Prior der Brüder unser L. Frauen Knechten St. Augustinus Ordens bekannte sich für ihne und das Lonvem zu Schöntal, daß weil die Stadt Basel sie zu Bürgern und in Schirm genommen, sie sonst, so lang man ihnen nicht auflündete, kein ander Bürgerrecht annemmen werden; Die Stadt Basel und der Vogt zu Waldenburg hiermit ihre Schirm- und Castenvögte seyn sollen, und ihrer» Gottesdienst befördern; Das Kloster keine Angehörige der Stadt aus der Herr- Merkwürdigkeiten. i; n Herrschaft Waldenburg noch Homburg zu Prüdem ohne dero Wissen annemmen; Und der Stadt Angehörige vor einem ftemden Gericht nicht suchen; Die Stadt sie hingegen schirmen und mit Bott- schaften und svnsten doch auf des Klosters Kosten vertreten sollen; Sie die Klosterleuthe auch der Stadt auf alle Fälle hin, ihre Wägen und Pferde hergeben sollen. Basel, auf nechsten Zinstag vor St. Martins Tag des Bischof. 1416. In gleichem Jahre begäbe sich Graf Otto von Tbierstein für sich und alle feine Anverwandte aller Lehenschaft auf dises Kloster, Dise Brüder bemüheten sich sehr, das Kloster und dessen Einkünfte wider herzustellen; Pabst Martin half nicht wenig darzu, als er indem Jahre 1421. denselben eine Bulle ertheilet, daß alle Ablas ihrer Sünden haben sollen, welche dasselbe besuchen wurden , und da in dem Jahre 1454. noch eine Bulle darzu kam, daß alle vom Fegfeuer befreyet seyn sotten , welche dem Kloster einige Schenkungen thut» wurden, so käme dasselbe widerum in guten Stand. Ooo 00 z 1456. isir Historische 1456. wird des Bruders und ViLarms Ludwig Magd, 1484. Caspar Christen ViLÄrius gedacht. 1498. waren desselben Pfleger, Peter Offenbur- ger und Niclaus Rüsch Zunftmeister. In dem Jahre iso8. verfielen dise Brüder in die gleiche liederliche Haushaltung, wie vorhin dieNon- neu, daher eine Stadt Basel denenselben eine ernstliche Verordnung vorgeschrieben , und wegen dem Zehnden in dem esn. Jahre eine Einrichtung zu Gunsten des Klosters gemacht. Woraus zu ersehen, daß dazumahlen die Langen- brucker den: Kloster auch den Zehnden von allem Vieh bezahlt haben; Da aber dises alles die München nicht bessern kon- te, so wurden selbige abgeschast und an deren statt wider Nonnen eingenommen, welche alliier geblieben bis in das ihnen so unglückliche -525. Jahr, da der tobende und wütende Baur, alle Weiberklöster auf der Landschaft angefallen , beraubet und verwüstet hat; einige diser Schwestern sollen ihren Aufenthalt in der Nachbarschaft gefunden haben ; die vormahligen Bruder aber naher St. Peter auf den Schwarzwald gekommen seyn. In dem i s 12. Jahre ward von dem Pabst I.eo dem Kloster befohlen, Jährlich den Philippum für ihren Heiligen besonders zu feyren. Man findet unter denen alhicfigen Urkunden ein Schrei- Merkwürdigkeiten. is > z Schreiben von ^N§elu8 6e ^.retio krior Zenerslis Orc)ini8 8. ^.uZuttini von dem 27. Maymonat des 1^18. Jahrs / darum er dem Lonvem 8Liontllal bey Strafe der excommumcmion verbietet einige Schulden zu machen; der Briefist gegeben zu Weiland , und unterschrieben cum nottra loliäL lub- lcriptione: Oosnnv8 lVlkL. Dis Kloster war an dem Zolle zu Liestal frey, gab aber dem Zoller alda Jährlich einen Käß. DieKirchweyhe fiele auf den i. May/ und weil alle/ fo sich alsdenn in dem Kloster einfanden/ für z. Jahr Ablaß erlangten, so war die Anzahl der Kirchweyhgäste allzeit sehr groß; der hierüber von Pabst Martin ertheilte Ablaßbrief ward allzeit öffentlich an der Kirche anfgehenkt. Als denen von Langenbruck ihre Kapelle um das i s?o. Jahr verbrannt,ward ihnen bis zur Erbauung der damahligen Kirche dife Kapelle zu Haltung der Predigten und des Gvttesdiensts angewiesen. Die Stadt Basel wäre gewohnt, wie wir schon anderwerts angeführt, den Klöstern zu Stadt und Lande Pfleger zu geben, welche, so lange das Kloster bestund, solches besorgen halfen; wenn aber eines durch einen widrigen Zufall zu Grunde gegangen, dennoch die Ueberbleibsel retten mußten. In solchem F alle verkaufte man die ligenden Güter. In dem Jahre iszs. haben die Pfleger dises O 0 0 0 0 4 Gotts- -Historische Gottshauses die zu Crenzach fallende Gefälle und Güter dem damahligen Hrrn. Bürgermeister Adel- hert Meyer verkalift. Die Pfleger Haus Rudolf Frey und Friedrich Rid Verkaufteil in dem Jahre 1541. dem Cunrad Schnitt, Altpfleger dises Klosters, das Recht einiges Vieh auf dem Ktlchzimmer zu füttern; als aber eben um dise Zeit der Spittahl der Armen dürftigen in dem Begriffe war die schon angefangene Kaufhandlung dises Klosters und Zugehörde zu beendigen und difes ihrem Nutzen entgegen war, so haben beyde Nähte L. Stadt Basel den s. Ienner obaemelteu Jahrs des Schnitten Viehkauf aufgehoben und erkannt, weil die Eigenschaft, Grund und Boden des Kilchzimmers zu dem Schönthal gehöre , solches hiennt auch ohne Beschwerden dem L. Spittahl als Känffern des Schönthals zugestellt und übergeben werden solle. In disem Schönthal ligt noch eine sogenannte Holzsäge. Die Mahlmühle ward vor ohngefehr zo. Jahren , weil nicht genug Wassers vorhanden war, abgebrochen. Die Gebäude in dem Schönthale waren anfänglich sehr gering und schlecht, und bestunden mei- -entheils von Holz; unter der Verwaltung des L. Spittahls sind sie in guten und schönen Stande gekommen. Hans Merkwürdigkeiten. 1515 Hans Jacob Theyr, unter welchem in dem Jahre 1597. eines und das andere gebauet worden/ war der letzte Schaffner; nach ihme wurden die Güter sogenannten Alp-Mez?eren übergeben : deren sind zween, davon der einte die Alp Rehr in Bestand hat und wider verleihet. Dises Kloster hat vor Zeiten viele Früchten als Almosen oder andere Gottsgaaben/ so wohl denen Geistlichen als sonften / vergeben / daher nach den Zeiten der Reformation gutbefunden worden, daß selbiges künftighin als eine milde Gabe ferners Jährlichen abführen solle, dem Prediger zu Langen- brnck 14. Vierzel Korn, dem Schulmeister alda Vicr Vierzel, dem Pfarrer zu Oltingen 8 . Vierzel, und dem Pfarrer zu Leuffclsingen 4. Vierzel, welches L. Spittal auch noch Jährlich an obgemelte Orte verabfolgen läßt. Zu Ooooo 5 Isl6 Historische -E- W-»"' MWU Zu den Gütern des Schönthals gehören auch das Milchzimmer, welche Alp vermuhtlich die älteste ist, und der Kirche im Schönthal den ersten Unterhalt gegeben hat. das Möhr, dessen oben gedacht worden. der Uchattenberg gehört gleichfalls dem L. Spittahl. Die Wohnung, so die drey Würstel genennt werden,sind einigen Bauersleuten zuständig. Der Merkwürdigkeiten. 1517 Der eymalige Besitzer Anthoni Rudi« imd seine Ehefrau Christian« Böcklein haben in dem Jahre 1524. der Stadt Basel solche mit allen Zugehördm verkauft, worauf die Stadt eben disen Alphof an gleichem Tage disen Eheleuthen gegen einem jährlichen Erblehenzins wider übergeben. Nach ihnen besaß dises Gut Anthonius Rübin von Langenbruck, welcher solches im Jahre 15 z6. Hans Stampach und diser nachwerts andern verkauft hat. Bey disem Gut ligt der sogenannte Erzberg, worinnen vor Zeiten Eisenerzt gegraben worden. Die Alp im Wald, welche L. Spittahl zugehört, ist in zwey Lehen abgetheilt und hat zwo Wohnungen. In der Gegend des Kilchzimmers und des Walds entspringen verschiedene Brunnquellen, welche in dem Schönthal zusammen fliesten, von dem Dürstet unterwegs mit einer andern Quelle vergröffert werden und denn den Bach ausmachen, welcher durch Langenbruck läuft und der Langenbrucker Bach genant wird, in welchen an denen Gränzen das Brunnwaffer, welches von der Wannenflüe zu Loch herab kommt, fallt, der Bach anbey noch das Wässerlein, so von Bärenweil den Berg abfliesset, zu sich isi8 Historische sich nimmt, denn die Bottmäßigkeit von Basel verläßt und endlich in die Aare sich versenket. Die höchsten Theile der Berge, worauf der Schnee am längsten ligen bleibet, werden die Graat oder Schneeschmelzen genant, da denn auf der einen Seite die Quellen gegen der Seite der Bottmäßigkeit eines Löbl. Stands Solothurn, auf der andern Seite aber in die Landschaft Basel herab- fliessen. Es wird in den alten Schriften eines Felsens in diser Gegend gedacht, welcher wie ein runder Thurm aussehe»! solle, und nicht anders als mit einer Leiter zu ersteigen sey, auf weichern noch altes Gemäuer zu finden, welches man für die Ueberbleisel einer Wart oder Wachthanses ansihet, daraus man die Strasse des Hauensteins gegen Solothurn und Basel übersehen konnte. Noch ein arideres Gemäuer, welches bishero niemand beobachtet, findet man nahe bey Bärenweil, auf L. Stands Solothurn Bottmäßigkeit, in einer Waldung unter oder niederm Wald genant; die Bruchstücke der Ziegeln sind von Römischer Arbeit, und geben Anlaß zu glauben, daß die Römer auf disem Gebürge auch einige Wachthänser und Kriegs- hesatzung mögen gehabt Haber», Irr Merkwürdigkeiten. 1519 In dem Langenbrücker Bann befinden fich ferner verschiedene Alpgüter: auf der Seite von Bären- weil die Mchwenge, so Herrn Andreas Wertemann des Grossen Rahts zugehört. die Manne, so aufBaslerischer Bvttmäßigkeit ligt/ gehört Herrn Ioh. Lucas Jselin des Geheimen Rahts und Obervogt zu Klein-Hünigen. Dise Sennerey hat den Namen von dem grossen Felsen , so wie eine Fruchtwanne geformt und die Gränzen L. Stände Basel und Solothurn scheidet. Nahe an der Strasse, so man von Waldenburg naher Langenbruck geht, ligen drey kleine Höfe oder Sennereyen, die drey Urautven-Müttenen genannt, deren die einte obgemeltem Hrrn. Jselin des Geheimen Rahts gehört, Die andern zwo aber einigen Bauersleuthen. An !s2o Historische An der Straß ist die sogenante Dräuejm, so Hrrn. Johannes Scherben sei. Fr. Wittib zuständig ist. Weiter in die Berge hinein stehet die Sennerey Bachtelen, Herrn Johannes Fürstenberger dem Handelsmann und des Grossen Rahts zuständig. Das Wort L-rcdtalun kömmt auch in den Instrumenten vor ; kan aber nicht von diser Gegend verstanden werden; so hatte Johannes von Baden im Jahre 12s 8 . seine Güter ze llorZun und ze Bacbta- lun in Nider Siggingen dem Kloster St. Linien übergeben. Vor Zeiten war ein Weyer auf diser Alp. Gegen dem Sennhause von der Bachtalcn hinüber unten an Helffenberg entspringt die Frenkc, welche einiges Brunnwasser, so disseits dem Dorfe Langenbruck hervorquillt, zu sich nimmt, denn dem ausgehauenen Felsen nach, durch die sogenannte alte Haspel - Clus in die dortigen zween Langenbrücker Weyer lauft und selbige erfrischet; diß Wasser stießt aus den» untern Weyer fort, nimmt unterwegs verschiedenes Brunnwasser zu sich und fällt sodenn, wie schon in dem roten Stücke gemeldet worden, durch diß Thal hinab, bis es in die Ergötz kommt, alwo es sich mit selbiger vermischet. Merkwürdigkeiten. Is2l armrveil HSt ein kleines Dorf, so an den äussersten Gren- ^ zen des Baselgebiets auf einer Höhe ligt. In dem Vertragsbriefe vom Jahre l sos. welchen Löbl. Stände Basel und Solothurn mit einander errichtet, ward festgesetzt, daß dises Dörflein in der Herrschaft Waldenburg lige, und das Baselfähnlein, so die Solothurnische Unterthanen ab dem Brunnen weggenommen hatten, wider aufgestellt werden solle. In dem Vertrage von i sz i.rvard dervorgemel- te bestätiget, Und durch den Vertrag von isZ8. für immer ausgemacht, daß das Dorf Bärenweil mit hoch- und nidern Gerichten und aller Herrlichkeit zu der Herrschaft Waldenburg gehören, Und Is2L Historische Und daß die von Bärenweil bey aller ihrer Recht- samnie, Beholzens und Waidgangs und sonst bey ihren Gerechtigkeiten/ wie von Alters herkommen ist und sie gehabt haben, ungehindert und ohne Eintrag bleiben; doch Der Stadt Solothurn an ihren Gütern, Zinsen, Zehnden re. so ste bisher zu Bärenweil gehabt, ohn- schädlich. Dises Dörflein hat einen laufenden Brunnen, geht zu Langenbruck zur Kirche und Schule, und ist der Gemeinde Langenbruck einverleibet, da auch dessen Arme aus dem Armen-Seckel von dar besorget werden. Alle Häuser sind hier mit Schindeln bedeckt. Dem Dorfe ist ein Geschworner vorgesetzt; es gehört unter den Gcrichtsstab des Waldenburgcr Gerichts , worinnen es einen Gerichtsmann aus seinem Dorfe sitzen hat. Alyier wächst kein Wein. Der halbe Fruchtzehnden wird von dem Schlosse Waldenburg, der andere halbe von dem Schlosse Falkenftein bezogen. Ihr Schießplatz ist zu Langenbruck. Das Büchlein, so nahe bey Bärenweil entspringet und die Gränzscheidung dortiger Enden ausmacht, wird Miß-oder Mußbächlein genant. rs2Z der Gegenden Wangenbruck. Hier im anmuhtreichen Walde, und in dem beblümtcn Feld, Wo Natur mit tausend Schönheit, tausend Lust uns unterhält, Können wir das Taustndschön, und die Himmelsschlüssel sehen, In gemachtem hellen Weiß oder güldner Nöthe stehen, Die mit Grün geziem Aufsicht, die so voller Lieblichkeit, Hüllt das Aug mit stiller Wonne, und mit »»vermischter Freud- N. Jse Gegenden Waldenburg und Langenbruck sind sehr bergicht, auf den Bergen aber sind Ppppp sehr Is24 Natürliche sehr schöne Wayden, und deßwegen auch vile trefli- che Alphöfe. Man findet auch auf denen Bergen diser Orten, sonderlich auf der Wasserfalle und dem Vogelsberge verschiedene rare Alpenkräuter, die auf unsern nähern Bergen nicht zu sehen. Wir wollen also die, so uns bekannt seyn, in disem und einigen folgenden Stücken kürzlich mitteilen. 1. Papenschön, Ankenballen, Frauenschühlein, belieb orme iiore rotunclo, live Lälceolus. L. L. k. 187. L^pripeciium lo 1 u 8 ovato-lilNLeola- r> 8 . k/. blühet im lVläjo oder flu- nio auf dem Rehhage. Dis schöne Alpen-Ge- wächs wohnet also in dem kalten Lappland so wol als auf unfern Alpen. Unsere Monisten prangen auch bey einigen Jahren damit unter ihrem Gartenflor. Es ist auch auf dem Rehhage die ventmia zu sehen, deren bey Muttenz schon gedacht worden; hier aber seyn sehr viele mit weissen Blumen. 2. Diejenigen Arten und Verschiedenheiten des Hel- leborinkrauts, deren Verzeichnis schon in dein ersten und andern vorhergehender Stücke enthalten ist, haben wir in der Waldung bey dem Schönthal gefunden und dabey beobachtet, daß nicht nur die Blätter in Ansehung der Grösse und Breite; die Blumen aber der Farbe nach, wie vor längsten schon die Kräuterlehrer angemerket, sondern auch die Blätter und Stengel gleich- Merkwürdigkeiten. 1525 gleichwie die Blumen an Farbe merkliche va- rietgtes oder Verschiedenheiten an sich haben: z. E. in emi. sxeL. nonnullis LSulig L lolia vi- riäüi; alü8 ex viricü atrorubentiä; Iterum in -UÜ8 ex viriäi pällicie rubentirr ergnt. Z. Die Orcdis oclorÄa moiebatÄ, so hin Und Wider in vorhergehenden Stücken bemerket worden, war auch auf denen Wayden um das Schön- thal und zwar, wie obige klelleborlne , annoch im Augstnionat blühend zu sehen, da selbige doch bey Muttenz und andern nahen Orten schon im ^umo oder zu Ende Alaji blühen. 4. Das Horininmn luteum , Zlutmolum. L. 8. 8. xa§. 71. und 556. ander Landstraße zwischen Waldcnburg und Langenbruck. Es ist merkwürdig , daß dis Kraut allster an der Mauer des innern Stadtgrabens gegen St. Man wächset, und auch auf unsern hohen Bergen zu finden. 5. Die Wilbe Salbey, pa§. 545. auch um das Schönthal. 6 . Die gelbe Wolfswurz, in der Waldung beym Schönthal. Der berühmte 8ixxL08 hat in seiner klor. 83 pp. Bl. 179. eine merkwürdige Oblervätion von der giftigen Wolfswurz: Er sahe uemlich auf einer Reife durch lVleäel- Ppppp 2 xääiam. is26 Natürliche paäiam, daß eine Frau die Blätter dises Gewächses zerschnitten, ur etwas Butter geröstet, hernach zu einer Suppen gekocht mit ihrem Mann, 2. Kindern und einem alten Weibe ohne Schaden genossen. Ich möchte aber dennoch bey einer solchen Suppen nicht Gast seyn. 7. Das kbalLnZium parvo tiore, ramolum. L. L. k. 69. 87 r. H46. 8. Die Larlina caulesc. maZno üore alb. L purpur. e. L. k. P3A. 1147. UM das Schönthal und diser Orte auf denen Wayden häufig. 9. Heidnisch Wundkraut mit gekerbten und unge- kerbtcn Blättern P3Z. 72. hin und wider gegen Bachteln, aliwo auch verschiedene Storken- schnäbel, einige Orcliiäes, Steinbrech, Hir- zenzunge, braune Betonien und viel andere irr vorhergehendenStücken schon enthaltene Pflanzen zu finden seyn. Es wird an disem Orte auch sehr schöner Flachs gepflanzet. Allster wächst auch der wilde Wayd. Ilattb t)stveliri8, vel gnZuttifolia. L. L. k. HZ. 1. 211. so aber zum Färben nicht, wie die hieLies üuiva, gebraucht wird. 10. Um Billftein seyn Goldwurz, kil-ol3, Ehrenpreis Sü'.'ikel, widerum Orcliiäes und andere hin und wider schon bemerkte Kräuter zu sehen. ii. Um Merkwürdigkeiten. rs 27 n. Um Langenbruck: Weisse Narrenkappen, kleine Weißwurz, Sinngrün, ?o1^Za1a, Lacalia, t.amiunr niontünuin iUel^ÜX tolio. L. L. und andere schon beschriebene mehr. 12. LliLMXbuxus, üore coluteX üavetcente. L. L. k. 47 l. ?olv»ala kruticota, Lnxitolio, 6ore luteo. 1. 66s. Lirca t.an§enbruck. TnLoo. p. M. ILZit. I Z. Eine Variete kol/goni drevi an§ultogue tolio. 1'. s io. in arce ^aläenburA. 14. 8a1ix alpina, punrila, rotunäitolia, repen8, interne luboinereJ. S L. k. 474. 1. ^91. circa ^aläenburZ. Aliwo auch weisse und schwarze Hirschwurz, wilder Mop, kleiner wilder Rosmarin, EngelsÜß, Oentiana, VirZa aurea, Len- taur. nrin. Vulneraria rultica, Lonctnis lacinia- tus, ^Zrinronia, ke8 Lati, oKc. Lc. Von Bäumen: neben Eichen, Tannen, Fachten, Buchen, Hagenbuchen, auch Linden, Weiden, Birkenbaum, Eibenbaum, Taxu8, Haselstauden, Schlechenstauden, Himbeerstrauch, Erb- selnftauden und andere anderwerts oben schon angebrachte mehr. I s. Ein gelb Steinmooß: Inclren vulmonarius, ta- xatiÜ8 , tarinaceu8 , co1ori8 aurantii, toliig M 3 Z 18 appreüi8, recepraculi8 üoruin conco- Ppppp Z 1 oribu 8 . Is28 Natürliche loribus. 8t. n. 81. Bey dem Alphof Kalken. r6. Bergfteinbrech oder Hanßwurz mit schmalen ge- krönleten Blättern , 8eäum l'erratum, I. L. z. 689. Lot^Ieäon meäia, kolüs oblonM, ler- ratis. G,L. k. 28 s. Im ^unio, um Walden- burg und der Wasserfall auf den Felsen. Es ist ein artig Gewächs , dessen sich die Gärten nicht schämen dörfen. 17. Wilder Birnbaum, ?^ru 8 l^lveitri 8 . L. L. k. 4 Z 9 - 1 . 6 z 2. und auch s^'Iv. üuclu Majore. Lju8ä. 1 . c. In denen Waldungen und auf den Bergen hin und wider im Maycn. r8- Gramen noäolum avenaoea panieula. L. L. k. 2. ?r. z. 1 . s2s. auf bergichten Wiesen. 19. Gramen tremulum, minu8 , panicula parva. G. L. ?. 2. ?r. 4. auf bergichten Orten. 20. Gram. car^opbMat. montan, ipica varia. G. k. k. 4. kr. 9. auf den Bergen hin und wider. 21. Gram. junceum, Minimum, alterum. L. L. k. 6. kr. iz. aä laxamont. ^ulio. 22. jVlusou8 fe 1 icinu 8 , minor, 6ori6u8. G. 8. k. Z60. kr. i s i. In 8 )> 1 va acl arbor. ttipite8. 2Z. iVlulcu8 vul§ari8, pennatu8, major. Ljusci. 1. c. aci kaxa in l'^Ivis. 24. Il^pnum Is 29 Merkwürdigkeiten. 24. Hvpnum repens, klicinum, trieboäes, mon- tanunr, ramulis teretibus, lutesoentibus, non üiviüs. Dill. Lat. 2l8- inseopulis. 2s. H^pnum rep. ardor. capitulis retiexi8, brevl- bu8 pc6lcuÜ8 inbäentibus. Dill. Lat. 220. aä srkor. in ivlvis. 26. locken terreüris, minimus, viriäi's, capitulis 1 on§ioribu 8 , vernus. Dill. Lat. 2 r i. i'ub <^uer- cubus. 27.1.icüen pulmonarius, saxatilis, cliZitatus, Major , cinereus. V. s49. L rukeseens. Lj. 1. c. Vere patbm rep. 28- I^icbenoiäes arbor. plats^b^Hum , cinereo- canäiLLN8, seZmentis anZuilioribus. Dill. Ot. 208 . aä c^uerous. kebruar. 29. 8icbenoiä. tudulos. pvxiäat. m?.r«imdus serra- ti8. Dill. Lat. 204. In 1^1 vi 8 pallim. zo. Loralloiües, cornieulis eanäiäilH s6s. ibiä. zi. Irisoüum pratense, purpureum, minus, soiii» coräatis. Hxx. 8)m. m. p. Z 28 - Um Langen- brück. Viä. ÜLI.I.. Ln. 8t. n. p. s8s. Z2. I^LureoIa semper viren8, bore viricll, c^uibus- clam I^aureola M 38 . L. 8. k. auf denen Bergen zwischen der Wasserfall und Gempen oder Hobel. z z. IKIaspi alpinum, maju8 L minus, oapitulo ro- tunäo. L. L. k-106.107. kr. 48. 49. Versus ^VasserM. ^ulio. Ppppp 4 Z4.Hei- isZo .Natürliche Z4- Heidelbeern, Viti8 i6X3, ko1Ü8 obIon§l8 crena- tix, lruclu niZric3nte. L. L. k. 470. 1. 608. Alvrtillug, oüiLin. Um und auf der Wasser" falle. Die Beern oder Frucht haben eine zusammenziehende Kraft und Wirkung, können also in einem Muße oder unter einer andern Form in allerhand Durchbrüchen und Rühren gebraucht werden. As. Vitl8 iäX3, to1Ü8 L3rnoli8 L veluti x>unÄ3ti8, live IäX3 r3äix Oiolcoriäi. L. L. ?. 470. Uva urli. 1 . 599. Die Wurzel, Blätter und Frucht ziehen zusammen, doch wird bey uns gewöhnlich nichts davon gebraucht. Gegen den Bergen um die Wasserfalle. Was in dem Reiche der Thiere etwan merkwürdig , wollen wir in einem andern Stücke difcr Be- arntung anzeigen. Nur beobachten wir, daß auf disen hohen Bergen auch Mahnen und Urhennen angetroffen werden. Merkwürdigkeiten IsZI Kbhandlung von der Möhe der in vorstehendem Mücke beschriebenen Orte, welche der in den hohem Wissenschaften so sehr berühmte und in der gelehrten Welt bekannte Herr vo- üor und krotellor Daniel LLR.- N0VHI uns gütig mitteilen wollen. Ls ich den iz.May dises laufenden i?ss. Jahrs eine kleine Reise über Waldenburg und Lan- genbruck auf die sogenante Wannenflue vornahm, erinnerte ich mich der vielen barometrischen Versuchen , welche unser weltberühmte Landsmann, Hrr. Johan Jakob Scheuchzer, in seinen Reisen über Ppppp 5 die iszr Natürliche die Schweitzerische Gcbürge angestellt harre. Ich entschlösse mich also / eben dergleichen Versuche auf diser meiner kleinen Reise vorzunemmen; ich war begierig zu wissen, wie sich das Erdreich von Basel an gegen der Schweitz nach und nach erhebe und eben dises konte ich durch meine vorhabende ba- rdmstrische Betrachtungen zimlich genau bestimmen. Ich bemerkte also bey meiner Abreise die Höhe des Quecksilbers in Basel und befand solche von 27. Pariser Zollen. Von Basel bis auf Waldcn- burg, welches ein Weg ist von ungefehr 6. französischen Meilen oder 90000 Pariser Schue, ist die An- fteigung des Erdreichs noch nicht sonderlich merklich; inzwischen befand ich doch, daß dasQuecksilber in dem Barometer mWaldenburg nicht höher als 2 s Zoll 8 Linien war, und also schon 16 Linien tieffer als in Basel. Diser Ort Waldenburg ligt an dem Fusse eines felsigten Berges, Höllenstein genant, über welchen der Weg in die innere Schweitz gehet; oben auf dem Berge ligt das DorfLangenbruck, welches von Walderlburg ungefehr roooo. Schue entfernet seyn mag. Als ich in Langeubruck angelangt war, bemerkte ich, daß das Quecksilber dort 2s Zollhoch stund; ich übernachtete in Langeubruck, und den folgenden Morgen stund dasQuecksilber noch in gleicher Höhe, so daß sich das Barometer nicht verändert hatte; ich verfügte mich darnach auf die sogenante Wannenflue, welche nicht weit von Langenbruck ent- Merkwürdigkeiten. iszz lernet ist; auf diser Flue war das Quecksilber an- noch um 12z Linien gefallen und erreichte also nicht vollkommen die Höhe von 24 Zollen. Aus disen Beobachtungen ist es leicht die Höhen der erst benamsten Orte zimlich genau zu bestimmen; da aber verschiedene Naturkündiger verschiedene Regle« hierüber geben, gedenke ich nicht übel zu thun, wenn ich alhier einige Anmerkungen über dift Materie beyfüge/ ehe und bevor ich solche Höhen anzeige. Das Quecksilber in dem Barometer wird in seiner Höhe erhalten durch die Schwäre der Luft, welche auf die Fläche des in der untern Kapsel befindlichen -Quecksilbers drücket; wie höher man also mit dem Barometer steiget / wie mehr nimmt die darauf li- gende Luft ab und muß das Quecksilber in dem Barometer fallen. So bald man dise Eigenschaft beobachtet hatte/ wolte man sich derselben bedienen um die Höhen der Bergen dadurch berechnen zu können. Die ersten Anfänge waren sehr unvollkommen; man erhöbe sich auf Thürme, deren Höhe betaut war; man bemerkte den Fall des Quecksilbers / und man wollte daraus abnemmen / wie viel Schue hoch man steigen müsse, damit das Quecksilber in dem Barometer um eine Linie falle. Einige bestimmten dise Höhe von 6o, andere von 6s ,70/80 bis 90 Schue. Der Unterschied ist sehr groß und doch tonte eines jeden Beobachtung beynahe richtig gewesen seyn; wir wollen demnach die veränderlichen Umstände anzeigen, >sZ4 Natürliche gen, von welchen dise Höhe abhänget. Allervorderst betrachte ich, daß wenn man z. E. 80 Schue steigen muß, damit das Quecksilber um eine Linie sinke, solches anzeige, daß eine Luftsäule 80 Schue hoch so schwär sey als ein niedriges Quecksilbersäulgen einer Linie hoch. Da aber die Schwäre des Quecksilbers an allen Orten und zu allen Zeiten beynahe die nem- lichc ist, hingegen die Schwäre der Luft sehr veränderlich , so folget hieraus daß auch die erforderliche Steigung, von deren wir reden, sehr veränderlich seyn muss.'. Wäre es möglich, daß an einem andern Orte die Luft noch so schwär wäre (wie denn solches nahe bey den beyden Polen oder Erd - Äxten wol seyn kan) so würd man an selbigem Orte nur 40 Schue hoch steigen müssen um das Quecksilber eine Linie fallen zu machen, da man hingegen 162 Schue hoch steigen müßte solches zu erhalten an einem Orte da die Luft nur halb so schwär wäre. Die eigentliche Ursache also, die wir anzeigen wollen, bestehet in der Veränderlichkeit der Schwäre der Luft und dise muß vornemlich von drey besondern Quellen hergeleitet werden. Erstlich ist die Luft bald mehr bald weniger mit Ausdünstungen beladen; dise Veränderung aber ist sehr klein; Zweytens ist die Luft bald wärmer bald kälter; die Kälte macht die Luft dicker und schwärer; die Wärme machet sie dünner und leichter; dise Ursache kan an dem nemlichenOrte die erforderliche Höhe um das Quecksilber in dem ö^o- Merkwürdigkeiten. iszs Barometer eine Linie fallen zu machen um den 8ten oder sten Teil vermehren oder vermindern, so daß wenn man in dem kältesten Winter 82 Schue hoch steigen müßte / in dem wärmsten Sommer wol 90 Schue würden erfordert werden. Noch viel grösser kan der Unterschied werden von einem Qima zu dem andern. Drittens ist die Luft um so viel dicker oder dünner, als sie mehr oder weniger Luft auf sich liegen hat: Je höher man also steiget, je dünner muß die Luft werden und je höher muß man steigen um das Quecksilber noch eine Linie fallen zu machen; wäre das Quecksilber in dem Barometer nahe bey dem Meer 28 Zoll hoch und fünde man daß man dorten müßte 92 Schue hoch steigen um einen Fall von einer Linien in dem Barometer zu erhalten: wäre es ferners daß man so hoch gestiegen wäre, daß das Quecksilber in demBarometer nur noch !4Zolle hoch stunde, so würd man von disem Orte an, noch ferners i8o Schue hoch steigen müssen um das Quecksilber noch eine Linie weiters sinken zu machen; solches alles hat auch würklich der berühmte Hrr. Lou- xuer bey Besteigung der hohen LorcZelieres in America erfahren; wie höher also ein Ort lieget, wie mehr muß man an selbemOrte steigen um dasQueck- silber eine Linie fallen zu machen. Bey solcher Gestalt der Sachen ist wol das sicherste Mittel dise erforderliche Steigung zu erfahren, wenn man die eigentliche Schwäre der Luft aus unmittelbaren Versuchen lsZ6 Natürliche suchen oder Abwägungen herzuleiten trachtet. Aus vielen Versuchen, welche in Basel sind gen,acht worden, erhellet, daß bey der gröstcn Winterskalte, da die Luft anr schwächen ist und das Quecksilber in dem Barometer sich auf 27 Zoll hoch haltet, alsdenn das Wasser 8oomal schwärer sey als die Lust und hingegen soomal schwärer bey der gröstcn Sommerhitze lind bey der nemlichcn Höhe von 27 Zollen des Barometern Nun aber war bey meiner Abreise von Basel das Barometer auch 27 Zoll hoch und das Iliermometer war allzeit ungefehr in der Mitte zwischen der gröstcn Kälte und der gröstcn Hitze; also können wir ohne Bedenken annehmen, daß die Lust 8somal leichter gewesen sey als das Wasser, und weil das Wässerig mal leichter ist als das Quecksilber, so können wir ferncrs schlichen die Luft sey 11617 mal leichter gewesen als das Quecksilber. Hieraus folget daß man dazumal in Basel habe müssen 11617 Linien oder ungefehr 8o Pariser Schrie hoch steigen um einen Fall vori einer Linie das Quecksilber in dem Barometer fallen zu machen. Weil aber die Luft beständig verdünnert wird, wie höher man steiget, so folget daraus daß für die 2te Linie schon ein klein wenig mehr als 80 Schue, noch mehr für die dritte Linie wurde erfordert werden: Wir wollen aber die gefundene Höhe von 80 Sehnen gelten lassen für den ganzen Weg von Basel bis auf Waldenbnrg, und auf dise Weise wird Waldenbnrg ^280 i;z7 Merkwürdigkeiten. 1280 Schue höher ligen als Basel. Weil aber in Waldenburg das Barometer nur noch 25 Zolle 8 Linien hoch stund, so kau man rechnen daß man dorten nunmehr 84 Schue hoch steigen müsse um das Quecksilber weiters um eine Linie fallen zu machen; deswegen muß man die Höhe von Waldenburg bis aufLangenbruck annehmen von 672 Schrien; auf die nemliche Weise findet fich daß man bey Langen- bruck 86z Schue hoch und auf der Wannenflue schon 90 Schue hoch steigen müsse um das Barometer eine Linie fallen zu machen. Wenn wir eine Mittelzahl annehmen von 88 Schrien und betrachten daß das Barometer 12z Linien gefallen sey von Langenbruck bis auf die Wannenflue, so folget daraus daß dise Flue - 078 Pariser Schue höher ligt als Langenbruck. Bey diser kleinen Abhandlung wollen wir noch erinnern , daß die Mittelhöhe des Barometers in Basel sey 27 Zoll, in Straßburg27Zoll6Linien, und in Amsterdam 28 Zoll. Hieraus folget, daß wenn man nunmehr eine Höhe von 77 Schue annimmt um das Barometer eiue Linie fallen zu machen, so sey Basel höher als Straßburg 462 Schue und Straßburg höher als Amsterdam ungefehr eben so viel. Wenn wir ferners Hiebey die Entfernungen von Amsterdam bis Straßburg, von Straßburg bis Basel und von Basel bis Waldenburg, alwo eigentlich das.bergichte Schweitzerland anfängt, in Be- Natürliche rsZ8 Betrachtung ziehen/und dabey ausrechne»/ wie groß die mitlere Ansteigung des Wegs sey von einem Orte auf den andern / so findet man für jede 1000 Schue Wegs von Amsterdam bis Straßburg ungefehr z Zolle / von Straßburg auf Basel , Sehne 2 Zolle, und von Basel aufWaldcnburg ungefehr i4Schue, woraus man fchet, wie die Natur das Erdreich von dem Meer bis an den Ort wo die Schweitzer-Ge- bürge ihren Anfang nehmen, nach und nach fich meh- rerS erhebet. ZumBeschlusse will ich alhier noch eineMerkwür- digkeit beyfügen, betreffend die Abweichung der Magnetnadel. Meine Reißgefehrten waren beschäftiget eine gewisse gerade Marchlinie auf dem Erdreiche zu ziehen; dise Linie gieng beynahe von Nord-West gegen Sud-Ost (die Abweichung der Magnetnadel von Nord gegen West in Basel ist dermalen , s Grad zo Minuten) und solte mit der Magnetnadel aller- orte einen gleichen Winkel ausmachen. Bey der ersten 8 tation würd diser Winkel befunden von 22 Graden zo Minuten,und wir vermuhtetcn bey allen Kationen den nemlichen Winkel zu finden; allein bey der zweyten Ltarion, welche 40 Ruhten von der ersten entfernt war, hatte difcr Winkel abgenommen bis auf i? Grade zo Minuten; von der zweyten Litton bis zu der dritten, deren Entfernung nur i s Ruhten war, ist der Winkel wieder gewachsen bis auf rz Grade; von der dritten bis zu der vierten Merkwürdigkeiten. 1539 Ltarion und in einer Entfernung von i§ Ruhten ist der Winkel noch ferners gewachsen bis auf zo Grad, von hier aber hat er wieder plötzlich abgenommen. Hieraus läßt sich richtig Messen, daß das ganze Erdreich mit Eisen oder vielleicht auch mit Magnetminen angefüllt seye. is4o Natürliche Versteinerungen. Von den Wie? schweigt ihr Weisen, ihr! wie müßt ihr euch voll Schrecken Für meines Schöpfers Kunst und Wissenschaft verstecken? So lobt Ihn, weil Ihn auch das Reich der Steine preist, Und unermeßlich schon in seinen Thaten weist; Er ist der höchste GOtt, wer wird sein Alles finden Und was Er schaffen kan, in diser Nacht ergründen ? P.E.R. MIe Welt ist ausser allem Zweifel die vollkom- ^ menste Kunstkammer, worinnen die Merkwür- ! -Weiten so verschieden sind / daß nohtwendiger Weise ein jeder Mensch vieles darinnen zu seinem Ver- , gnügen finden muß; GOttcs Allmacht und Weisheit hat dise Mannigfaltigkeit der geschaffenen Körper Merkwürdigkeiten. per teils zu seiner Verherrlichung und teils zu der Menschen Nutzen hervorgebracht, und wenn der Mensch die Zeit, welche er bisweilen nur zu verschwenden pfleget, in Betrachtung der Geschöpfe zrr- bringen wolte, so würd er seinen Schöpfer mehr verehren, hiemit ein gebessertes Geschöpfe werden: die fürtreflichsten Natnrkündiger haben von sich sechsten eingestanden, daß sie die edlen Empfindungen ihres Gemühts, die Aufrichtigkeit des Wandels und die süsse friedliche Ruhe ihrer Seelen, grossen Teils denen Begriffen schuldig seyn, welche sie in Erforschung der Natur von der anbetenswürdigen Grösse des Schöpfers bekommen haben. So schwingen sich tiefnachdenkende Geister in den Raum des Himmels und zeigen uns, daß wenn schon aus diser unermeßlichen Weite, unsere Erde, worauf wir wohnen, samt Sonne und Mond, welche uns bescheinen, weggenommen, vergehen und nicht mehr da seyn sotten , diser unbegreifliche Bezirk dennoch nicht so viel verlohr, als wenn einem grossen Berge eine Handvoll Sandes abgienge. So weit aber muß nicht ein Jeder fliegen wollen : die menschliche Vernunft ist unter den Menschen in Ansehung körperlicher Eigenschaften so verschieden , als die Verschiedenheit der Thiere, da einige auf -er Erde kriechen, andere geflügelt sind. Qqqqqr Man is42 Natürliche Man muß seine eigenen Kräfte abmessen können, und wo eben nicht allezeit nach dem Maas derselben doch wenigstens nach der Lust, zu einem oder dem andern kleinen Teile der Schöpfung und der Wissenschaften sich wenden und darinnen das Merkwürdige und Wundersame der Natur untersuchen. Bewundern wir auch hierinnen etwas besonderes der göttlichen Vorsicht, ein Jeder legt sich nur auf das was ih- me gefallt, und obschon er eben nicht zürn besten gewähret, so macht doch seine Begierde daß ihme nur ein Teil der Natur und der Wissenschaften anständig ist, das andere siht er nicht einmal oder will es nicht sehen, und dadurch wird die Erkäntnis befördert. So sihet der Kaufmann die ganze Erde allein, für einen Markt; der Soldat aber als ein Schlachtfeld an; Der so die Geschichte liebet,durchsuchet denSchim- mel alter Schriftbehältuisse; Der Botanieus das weite Feld und Wälder, und noch ein anderer das Gesteine. Die Menschen unserer Zeit glauben in aufgeklärteren Umständen zu leben als ihre Altvordern, weil die Grausamkeit und das rohe wilde Wesen einigermassen aus der Gesellschaft verbannet ist, hingegen die Wissenschaften besonders in der Naturlehre sehr zugenommen haben; ohngeacht die menschliche Neu- begierde Merkwürdigkeiten. begierde noch allezeit das Seltsame und Wunderbare liebet, so in fremden Landen sich befindet, so ist dennoch die Ueberlegung so weit gekommen, daß man es für eine Schande hält, nicht zn wissen, was die vaterländischen Gränzen für natürliche Merkwürdigkeiten besitzen. Unsere Abhandlungen geben schon einige Nachricht von denen vierfüßigen Thieren, Vögeln und Fischen , von der Beschaffenheit des Erdreichs und des Wassers, besonders ziehet die Beschreibung der Pflanzen, die Aufmerksamkeit der Liebhaber nach sich; und ohngeacht die Steine vielleicht das allergeringste der Schöpfung seyn, so geben dennoch unsere Versteinerungen Anlas zu vielen andern Beobachtungen: Zu deme so muß ein Naturforscher die sehr eingeschränkten Gränzen, welche die Geschöpfe unterscheiden , bemerken und von den, geringsten, stuffeuweift zu den fürtreflicheren hinauf steigern Die leblosen Dinge, Erde und Steine, sind von unzählicher Art und Beschaffenheit, aber einige sind auch vollkommener als die andern ; das Salz und einige Steinarten , so wachsen, sind den geringsten Pflanzen so nahe verwandt, daß viele Gelehrte sich nicht getrauet haben zu bestimmen in welchen Gattungen das Steinreich aufhöre und das Pflanzenreich anfange; und da dises Reich auf eine vollkommenere Art als das vorige hinauswächst, so finden wir Qqqqq z die 1544 Natürliche -ie vollkommenste Pflanze, solche etwan so sich von dem Anrühren beweget und zusammenziehet, dem geringsten und tummsten Thiere gleich; Es gibt also Pflanzen, welche eine Empfindung zu haben scheinen, hingegen Thiere, welche derselben wie beraubet sind; Bey den Thieren steiget dero Vollkommenheit übermahl durch verschiedene Grade bis zu dem Menschen ; und welche enge Schranken zwischen Steinen und Pflanzen, den Pflanzen und den Thieren, disen und dem Menschen I Steigen nun die Geschöpfe also zur Vollkommenheit, wie elend sind nicht diejenigen Menschen, welche rückwerts in das Thierreiche gehen und sich nicht auf die bessere Art in ihrem Reiche hervorthun, hiemit den Endzweck ihres Daseyns ausser Acht lassen. Merkwürdigkeiten. !s4s ^Hngeacht die Berge der Landschaft Basel nicht ^ mit denen höchsten Gebürgen , welche ander- werts in der L. Eydsgenossenschaft sich befinden, in Ansehung ihrer Höhe, Grösse, der darauf befindlichen Thiere, Kräuter, der Brunnquellen, auch der darinnen fich befindenden Erzarten durchaus gleich zu achten find; so hat dennoch die Natur denenselben fast in allem ein gleichkommendes Geschenke gegeben. Dise Abhandlung begreifet die Versteinerungen , und daher wollen wir etwas allster von denen Crystall-Ansätzen oder denen unvollkommenen Cry- stallen, welche wir auf dem obern Hauenstein gefunden, anmerken: obschon uns schon einige kleine ganz helle Crystallstücke, welche in denen Flüssen der Berge sollen gefunden worden seyn, zugestellet wor- Qqqq IssO Natürliche !-i. kunZite; orbiculzri8, supr-l color? luLeo, iiiüci cXiuIeo. Dise Versteinerung ist obendurch weißgelb, auf der andern Seite bläuliche. Die Streiffen , welche auf dem untern Teile, welches plat ist, durchlaufen, zeigen ein Schwam- gewächfe an; Oben ist es etwas erhaben, und die Krümmnn« gen, so wie ein gewundener Wurm aussehen, seyn jeweil eine erhabener als die andere; ES sitzet darauf etwas von Inseeten, wie auf der Greif-Muschel, welche wir bey Homburg beschrieben haben. i. LcbinitX cinerei conZIobati in 6uro lapiüe ejusäem coloris. Diser Zusammenhang verschiedener See-Igeln oder See - Apfel, ligt in einem aschfarben harten Gesteine; jeder Seeapfelstein ist mit 5. verschiedenen gedoppelten Linien bezeichnet, welche oben aus einer kleinen Rundung auSlauftn und einen Stern gestalten; die Zerbrochenen sind inwendig mit einer lelenitjschen Crystallisation ungelösten. von waldenbnrg. Ir. Loncliites leüuäiiüs Lrullsm re- lerens. Dise versteinerte Schneckenschale hat die kleinen Erhöhungen des Deckels einer Schildkrotte und gestaltet Merkwürdigkeiten. is> i staltet also viele erhabene Flecken; sie ist, so viel wir wissen, noch nirgends beschrieben; entweder sind dise kleine Schildlein von Natur dem Schnecke also ungebildet , oder kommen von einem scharfbeissenden See-Unziefer her, welches die Schale also benaget ; doch ist aus genauer Betrachtung des Steins das erstere viel glänblicher. Die Decke des Steins ist blau , auf der innern Seite aber gelb und löchericht. Wenn zur Seite die Schale und dero auftinan- derligende Lagen nicht deutlich könten bemerket werden, könte Jemand wohl auf die Gedanken fallen, daß dises ein Stück von denjenigen Seegewächsen, welches zu den oder kl-mr-Miwülibus, das ist denen Gewächsen, so eine Empfindlichkeit haben , könne gezehlet werden. Die Perlenmuschel und dises seltene Stück hat Herr Pfarrer cknnone zu Muttenz, als er noch der Kirche zu Waldenburg vorstuhnde, gefunden. Neben obgemelten sind von uns auch folgende Versteinerungen bemerket worden. Zu waldenburg: Lucarch Lcbmit. Lornuu ^mmoiÜ8. Vermicuk. Ne- l > 2 Natürliche Merkwürdigkeiten. Neconit. Or^pbit. Nutculit. Lcites. 1.3L I.UNL. Lolug. Zu Langenbruck nebst obigen: Lelemmt. Urebrat. Fraueneiß. Zu Barenweil annoch ferners: LoLZuIa Necouit. cum Lntrocbi8. karte8 LouciiX Vcucrib. Nacirepor. Kaäioli ecliinitgr. cum cl/peie. Hm und wider in den Machen der Berge, Eisenerz. - V UM E-L? .^-L- ÜLLWM -.-rWDLL ?4WMMWxM dW -s'.KM 1 ? c' MGiWx ' 'ME I M» 7^Ä^? S" AM ÄMWÄ»«- ^ de^)^^ÄÄ^' .'AB ^ ,,E^O MMWE-"'"' ' - AD ^ "MGM ^ . Ä __ 4^-- DÄn. ^ÄrA^/r^s?^ A^/7. -c/LL^ <' i . - -V--- > HAW^-r/"' ' .-i; ,. .> 7 '^ M-LW-E 6MÄL Ä^S^S L^^Sr^L F>. Im /4^'^c»/. I/s.As<2^. , 2 rHv^ . ML ML- »W ^.1 WWW W» 2)re 0> AW« MiMD ^'--4rch-Ä: - '1'W^ 2 . ^ r.E7 PO ^ /Tr,. ^Ai^^/.. Ze/ Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher XIV. Stück. Von Merdorf, Wderdorf, Keders- weil, Oitterten, Uampenberg, Henweil, Mbllstein und Mmlisberg. MAO 8«r Basel, bey Emanuel Thumeysen,i755. rsss ^)On jedem Berg, fällt ein Getümmel, Der Landmanu, unterm nahen Himmel, Schreyt arbeitsam hcrunterwerts, Gesund an Körper und Gemüht« Genießt er seines Himmels Mte, Ein frisches Blut, ein redlich Herz. IF.D.Z.F. Von Wische»! dem Städtlein Waiden- bürg und dein Dorfe Höllstem ligen die Dörfer Ober-und Ni- derdorf; beyde gehören zu dem KirchspieleWaldenburg, und haben vermuhtlich ihre Namen von Rrrrrs der Historische -er Lage in Ansehung der in der Mitte zwischen bey» den Dörfern stehenden Kirche erhalten. Von alten Geschlechtern, so alhier einige Güter möchten gehabt haben / findet man allein die Edlen von Eptingen aufgezeichnet; dise Güter aber müssen sehr gering gewesen seyn; es wird zwar in alten Schriften der Burggüter gedacht/ allein durch solche muß man die Güter / so zu der Burg Waiden- bürg gehören / verstehen. Wenn aber die Muhtmassung gegründet ist/ daß dise Dörfer vormalen den Namen Onoltschwiler geführet / so finden wir unter denen Gezeugen der Stiftung Schdnthal im Jahre n45. derselben Besitzer in dem Reymbold von Onoltschwiler. Dis Dorfist, in den Landmarchen derBeamtung Waldenburg / also eines der Dörfer / so zu diser Burg gehöret und darmit erkauft worden. Es ligt ander Landstrasse und an dem Flüßlel» Frenke. Vorzeiten hatten dessen Bewohuer eine Kapelle dem H. Johannes geweyhet, alwo sie den Gottesdienst verrichteten / sie gehörten aber / wie auch noch anhent/ unter die Pfarr St. Peter/ worvon die Kirche zwischen Ober- und Niderdorf stehet und alwo sie nuttmalen zum Gottesdienste gehen. Dis Dorf ist ein feines grosses Dorf/ so gute Nahrung von dem Ackerbaue und Viehzucht hat; Wein- wachs Merkwürdigkeiten. iss? wachs hat es keinen; die verschiedenen Anlegungen neuer Wiesen oder Waiden, welche öfters zum Nutzen des Landmanns bewilliget werden, dienen demselben sehr, seine Viehzucht zu vermehren. In demselben wohnet der Schulmeister des St. Peter Kirchspiels, welcher zugleich die Sigrists-und Vorsingers-Stelle versihet; er ist jeweilen ein Bürger von Basel und wird von Löbl. Oepmaten-Amt erwehlet. Das Dorf hat zu seiner Komlichkeit eine Mahlmühle , eine Holzsäge, eine Hanf-Reibe und eine Oeltrotte, wie auch 7. öffentliche laufende Brunnen. Von dem Fruchtzehnden bezieht die Stadt Bafel ein Quart, und der Spittahl drey Quart. Graf Ludwig von Froburg hat dem Kloster Schöntahl im Jahre 1237. den Zehnden zu Onolz- oder Onoltschweiler gescheuket. Das Dorf hat zu Unterbeamtetcn: einen Amtspfleger und 2. Geschworne; gibt an das Walden- burger Gericht 4. Männer und etwa» so viel an das Gescheide. Seine Waldungen sind: der Dihlenberg, der Winterbera, derWilberg, dasKay, der Leisiberg, die lange Rütin, und der Oetisperg, worinnen Tannen, Fohren, Eichen und Buchen wachsen. Rrc rr z Zwischen Historische L«LL Zwischen Oberdorf und dem Stabilem Waldenburg steht ein Bad- und Wirthshaus, das ZIberdörfer Dad genant. MEr Landsmann, welcher in vorigen Zeiten sehr ^ gewohnt war, nach vollbrachter Arbeit sich zu waschen und aufs neue zu erfrischen, suchte sich fast aller Orten eine Quelle aus, welche er wegen einer oder der andern Eigenschaft hierzu erwählte, und da dise Wasser auch wider verschiedene Gebrechen dienen sotten, so entstunden also verschiedene Bäder. Vor dem is. Jahrhundert ward dise Quelle schon bekant, sie kam aber wider in einige» Abgang bis in das Jahr 1590. da selbige wider hervorgesucht und gebraucht wurde; In Merkwürdigkeiten. iss- In folgenden Jahren betraf sie das gleiche Schicksal, bis zu der Zeit als Hrr. Rudolf Gobelin Land- vogt aufWaldenburg erwählt worden; diser Mann liesse alsobald die Quelle wider reinigen und nach der Gewohnheit damaliger Zeiten, bey selbiger einen Dadkessel samt verschiedenen Laubhütten aufrichten, wvrinnen die Leute in hölzernen Bütten zu baden pflegten; weil nun das Baden wohl von statten gien- ge, so begehrte er im Jahre 1664. die obrigkeitliche Erlaubnüs ein förmliches Badhaus aufzurichten, welche er nachwerts auch erhielte, also daß nach und nach dises Bad und Zugehörde in denjenigen guten Stand gebracht worden, worjnnen es nunzu- malen sich befindet; von dessen Eigenschaft wird das Nichtige bey denen natürlichen Merkwürdigkeiten vorkommen. Nahe bey disem Bade ist das sogenante Schützenhaus, welches in dem Jahre i6z6. neu erbauet worden , alwo die Gemeinden Waldenbnrg, Ober- und Niderdorf und Liedersweil mit Feuerrohren in die Scheibe zu schiessen pflegen. So oft ein neuer Obervogt aufziehet, wird er von dem Herrn Obersten Zunftmeister der Stadt Basel, wie wir solches schon bey Münchenftein angeführt , dem Landvolk seiner anvertrauten Beamtung vorgestellt, und die Huldigung von deni Baursmann abgenommen, welche Feyerlichkeit bey disem Schützenhause zu beschehen pfleget. Rrr rr 4 Wenn Is6O Historische Wenn -er Landmann huldiget, hält er den Degen in der Hände, die Beamteten aber tragen Kleider mit der Stadtfarbe. Zwischen Ober- und Niderdorf ligt eine feine Kirche dem H. Apostel Petrus geweyhet, welche samt dem Todtenacker mit einer Mauer umgeben ist. In dem Thurme befindet steh eine Schlaguhr, welche man in beyden Dörfern hören kan; Bey derselben ward im Jahre 1716. ein kleines Gebäude aufgeführt, worinnen eine Stube zur Bequemlichkeit des Predigers fich befindet. Alhier besuchen den Gottesdienst die Gemeinden Waldenburg, Ober-und Niderdorf, Liedersweil sonst Tschoppenhöfe genant, Arxhof und Titterten, wie auch einige Alpen-Meyer; besonders aber der jeweilige Landvogt und seine Familie. Dises Gottshaus St. Peter zu Oberdorf beziehet seit der Reformation die Zinse der Kapelle St.Geör- gen zu Waldenburg, der Kapelle zu Niderdorf, des Gottshauses St. Martin zu Titterten und einige Zinst St. Bereuen Kapelle zu Lampenberg. Die Namen der Prediger find bey Waldenburg angezeigt worden. Zur Seite ligt das sogcnante Gerütsch, eine kleine Sennerey, Hrrn. Johannes Wertemann zuständig. Merkwürdigkeiten. ' 156! Sie hat vermuhtlich ihrer, Namen von dem Abfall oder Rutschen der Erden, da in dem Aprillmonat des 1689. Jahrs durch den vielen gefallenen Regen die Erde also erweichet und locker gemacht worden, daß ein Bezirk von 65. Jucharten seinen Platz verlassen und den Berg hinab in die Tiefe gefallen oder gerucketist. In dem Jahre 1295. soll eine grosse Wasserfluth einen grosser, Felsen weggerissen und dadurch den Lauf des Wassers bey diser St. Peters Kirche also aufgeschwellet habe«, daß solche grossen Teils bedecket worden. LAN. Is 62 Historische gegen Hellstem und Liestal ligt MwertS HWW! ^WElchesmit dem Schlosse Waldenburq an die Stadt Basel gekomen. Es ligt wie Oberdorf an der Landstrasse; das Frenke-Flüßlein, welches von verschiedenen Zuflüssen/ so von den Gebürgen hinab fallen / vergrößert wird/ flicsset dadurch. In den alten Zeiten waren die Wohnungen meistenteils sehr klein von Holz und mit Stroh bedeckt/ daher um das Jahr 1500. alhier einige Einwohner weggezogen, ihre HänSleiu abgebrochen und mit weggeführet haben; auch sind in dem Jahre 1628. durch einen unglücklichen Zufall 29. Häuser auf einmal verbrannt. In Merkwürdigkeiten. is 6 z In disem Dorfe befindet fich eine Mahlmühle, worbey eine Sage und eineOeltrotte. Der Landsmann alhier nähret sich meistenteils vom Ackerbau und Viehzucht. Des Rebgeläuds ist sehr wenig. Die Einwohner gehen zu St. Peter in die Kirche, und die Jugend zu Oberdorf in die Schule. In dem Dorfe befinden sich s. öffentliche laufende Brunnen. Die Unterbeamteten sind 2. Geschworne; Gehöret unter den Gerichtsstab von Waldenburg, wohin es 2. Gerichtsmänner gibet, wie auch ^Männer ans Gescheide. Vom Zehuden bezichtt die Stadt Basel i. Quart, und dero Spittahl z. Quart. Die Fruchtzinse, welche die von Hallweil alhier besassen, hat die Stadt in dem Jahre 1520. an sich erkauft. Die zu disemDorfe gehörigenBergwaldungen sind -erDiehlenberg, der Glind, derBrunnensteig: haben Eiche«, Fohren, Tannen und Buchen. rs64 Historische Wedersweil oder die schvppenhöse - ^^Achen ein kleines Dorf aus, dessen Wohnun- (iner Anhöhe zwischen dem Walden- burger- und Regotschweiler-Tahl zerstreuet ligcn. Es finden fich zwar unter den alten Allemanni- schen, Fränkischen und Burgundischen Namen keine lueöer, wol aber I^ieperc und andere gleichlautende, also daß, wer zu dergleichen Ableitungen Lust hat, muhtmassen kan, es habe in den ältesten Zeilen ein Mann alhier seine Wohnung aufgeschlagen, welcher I.ieäM geheißen, daher still Gut I.ieäer8vi1l3 oder Liedersweil geuennt worden. Der Merkwürdigkeiten. 156s Der andere Namen, so dises Dorf trägt, ist neuer und will so viel sagen/ daß allster Männer/ so Tsthop- pen genennt worden / ihre Höfe und Baurengewer- be gehabt / hiemit haushäblich gewohnt haben. Dises Dörflein / worinnen nunmehr wohl 120. Mengen sich befinden / hat einen guten Ackerbau und Viehzucht / aber keinen Weinwachs. Es gehört zum Amte Waldenburg in die Kirchge- meinde von St. Peter zu Oberdorf/ und zu dortigem Schießplätze. Ueber demselben entspringet ein Wässerlein/wei- gisch Bachlein genant / so zu Oberdorf in die Freute fällt. Es hat z. öffentliche laufende Brunnen; im Jahre i s 9 8. ward der erste Stockbrunn aufgestellt. Zu eiliem Unterbeamteten einen Geschwornen; Gibt einen Gerichtsmann naher Waldenburg, und einen naher Regotschweil; Hat auch 2. Gescheidsmänner. Von dem Zehnden bezieht die Obrigkeit i.Quart, und der grosse Spittahl z. Quart. Die zu disem Dörflein gehörigen Waldungen sind die Berge Oersen / Steinenberg, Studenflue/ Weil- eck/ Studenholz/ Geißrain und Dumlenberg,wor- aufTannen/ Fohren und Buchen wachsen. Da< Historische 1^66 daS Dorf itterten ''/M? LZEMM SGM s^Ränzet, wie auf der Landkarte über die Vogtey ^ Waldenburg zu sehen, an die Dörfer Lieders- weil,Ober-lind Niderdorf, Arbot- und Regotschweil. Dessen alte Besitzer waren die Grafen von Fro- bürg , welche in dem Jahre i>89. und 1215. die Gerichte, Leute und Kirchensatz alhier dem Kloster Schöntahl geschcnket haben. Graf Ludwig schenkte demselben An. 124s. einige Tschuppus alhier. Graf Johannes von Frvburg, Lehenträger von Waldenburg, hat in dem Jahre 1345. mit Bewilligung des Herrn Bischofs, seiner Gemahlin Adel- heit von Ramstein die Landgarben alhier verschrieben. Merkwürdigkeiten. ^67 Es hat einen sehr guten Ackerbau und Viehzucht, aber keinen Weinwachs. Ohngeacht es in das Kirchspiel St. Peter zu Oberdorf gehöret, so hat es doch seine eigene Kirche, welche erst vor 2. Jahren wider erneueret worden; sie ist dem H. Martin gcweyhet, worinn der Prediger von Waldenburg alle Dienstag nach Pfingsten prediget ; wie auch wann eine Leiche allster begraben wird; in dem Jahre 1715. ward in der Nackt die kleinere Glocke, so einen Centner wog, weggestohlen. Nahe an dem Dorfe gegen das Waldenburger- Tahl aufdem sogenanten Kilchberg ligt ein schöner Hügel Mattwerk, welches die Alten auf Pelzen Kappelein oder zur Heiden-Kirche gencnnt, wo öfters Gräber und Todten-Gerippe gefunden worden; von Mauerwerk wird keines mehr gesehen. Dis Dorf hat einen einzeln laufenden Brunnen, und isrSodbrünnen. Dessen Unterbeamtete sind: ein Amtspfleger, ».Geschworne; Es hat 6 . Gescheidsmänner, und gibt einen Gerichtsmann naher Waldenburg und 2. naher Regotschweil, gehören unter den Gerichtsstab von Waldenburg und senden die 2. Gerichtsmänner nach Regotschweil vornemlich wegen der Güter Schätzung. Die Jugend hat einen besondern Schulmeister. Den ^68 Historische Den Zehnden beziehet der grosse Spittahl vollkommen, aussert 6. VierzelKorn, so aussen obrigkeitlichen Kasten geliefert werden. Vorzeiten war der vierte Teil des Zehndens ein Erblehen, so die Hägler von der L. Stadt Basel genossen. Der Schießplatz wird Wechselsweise ein Jahr allster, das andere zuArbotschweil, gehalten. Die Waldungen sind: der Schauffelberg, so zum Gebrauch des Schlosses genutzet wird; das Rank- Holz; die Eck; das Horn; die Haugen-Matt; die Gemein Rütti; der Fohreu-Acker und der Steincn- berg; meistens Tannen- Fohren- und Buchwälder. In den alten Schriften wird allster des Schön- tahls-Guts, des Burgwegs und deren von Rani- stein Gut, der Hof- und Kirchenmatten gedacht. In dem Jahre 1612. ist ein grosser Brau^ allster beschehen, es ward daher zum Troste der Beschädigte»» eine Steuer in der Stadt Basel aufgehoben. AufFöhren-Acker befindet fich die sogenante Hochwache. Die Fruchtzinse, welche die edle Frau von Hall- weil alhier besaß, hat die Stadt Basel in dem Iah- re »520. an fich erkauft. Marn- Merkwürdigkeiten. is§- M» rampmberg MsMi W<8^ MUfder Höhe des Gebürgs, nicht sonderlich ferne von dem Schlosse Wildenstein, ligt das Dorf Lampcnberg, dessen Lage anf der Karte überdise Beamtung kan abgenommen werden; Es gehöret unter die Herrschaft Waldenburg und ist also mit selbiger erkauft worden; Dessen Einwohner nähren sich von der Viehzucht und dem Ackerbau; der Wemwachs allster ist von keiner Erheblichkeit. Dem Dorfe stehen 2. Geschworne vor; es gehöret unter den Gerichtsftab von Waldenburg, an welches Gericht es 2. Männer gibst; Sssss Das -570 Historische Das Gescheid oder Feldgericht haltet es mit denen Gemeinden Benweil und Höllstein und hat aus seinem Dorfe 4. Gescheidsmänner darbey. In dem Dorfe sind 4. laufende Brünnen. Zum Unterricht der Jugend ist alhier eine eigene Schule. Drey Teile des Fruchtzehndens bezieht der Löbl. Spittahl (vermuhtlich wegen des Schöntahls,) den übrigen Quart das Brandmüllerische Geschlecht von Basel; Ueber Visen Quart ist der Lehenherr, der Herr Bischof von Basel. ^ In den ältesten Zeiten nutzten solchen die Edeln > von Scheuenberg, nachwerts die Herren von Ram- Hein und Falkenstein; die Tochter Thomas von Fal- Ernstem erbte solchen von ihrem Großvater Rudolf von Ramstem Freyherr« zu Gilgenberg; nach ihrem Tode bekam ihn obgemelter ihr Vater Thomas von Falkenstein, wormit er im Jahre 1475. Hans Philip und Peter von Offenburg belehnet, also daß die Offenburgische Familie disen Quartzehnden genu- tzet, bis nach Absterben des Bürgermeisters Peter von Offenburg, von welchem er auf seine Gemahlin Julian« von Schönenberg und von diser auf die Brandmüllerischen gefallen. Den Merkwürdigkeiten. 1571 Den Weinzehnden bezicht der L. Spittahl vollkommen , äußert dem Ort in der Rütin, welcher dem Obervogt gehört. In den Urkunden des Klosters Schöntatst wird in dem 1244. Jahre angemerkt, daß die edle Frau von Lampenberg disem Kloster einige Bodenzinse alhier geschenket habe. Für den Heuzehnden bezieht der L. Spittahl etwas in Früchten, und.die Brandmüllerischen etwas weniges in Gelt. Graf Johannes von Frovurg verschrieb 1347. feiner Gemahlin Adelheit von Ramstein, mit Bewilligung des Herrn Bischöfen, die Landgarbeu allster. Es scheinet ob hätten die edlen Zielempen von Farnsburg indem Jahre 1412. an disemZehnde» auch einen geringen Anteil gehabt. Die Einwohner dises Dorfs gehören unter die Pfarrey Benweil, gehen aber mehrerer Komlichkeit wegen meistenteils zu Oberdorf zur Kirche. Ihr Schießplatz ist zu Höllstein, alwo auch die Benweiler sich einfinden. Allster befände sich vorzeiten eine Kapelle der H. Verena geweyhet; Ssssss Als r;72 -Historische Als in dem Jahre isZ2. der L. Magistrat von Basel Deputirte ernamset, welche die alten Kapellen auf der Landschaft verkaufen selten, so hatte auch dise ein gleiches Schicksal; deren Ueberblribsel können annoch in der Scheune eines Hauses zu oberft im Dorfe, so an der Strasse gegen Höllstein ligt, wahrgenommen werden; fie hatte verschiedene Zinse zu Höllstein, welche nunmehr die Kirche zu Benweil beziehet. In den alten Schriften werden folgender Zinsgüter zu Lampenberg gedacht: Der von Escheuz, der Zielempen, Der von Truthofen, Der Seevogel-Hof, Der Herren von Basel, Des Schöntahls, St. Peters zu Oberdorf, und St. Verenen. Die Gefällt, welche die edle Frau von Hallweil in dem 1520. Jahre alhier besaß, und vermuhtlich von denen Herren von Falkenstein herkamen, hat die Stadt Basel obgemelten Jahrs an sich erkauft. Die Waldungen sind: der Hindercck, so Fohren, der Jnsperg und die Allment, so Fohren, Tannen, Buchen und Eichen haben; Der Tahlrain, worinnen Eichen, Buchen und Fohren; im Sicher, im krummen Weg, im Tan- nerr- Merkwürdigkeiten. 157? nenbödemlein und in der Pfifferathen, darin gleiches Holz wächst. Man hat schon zu verschiedenen malen und erst vor wenig Jahren alhier anf einer Anhöhe gegen dem Höllsteiner Tahl, Gräber entdecket, welche wo nicht gemauert/ dennoch aus grossen Steinen orden- lich gestaltet waren; in keinem war mehrers als das Gebeine von einem einzeln Körper / dessen Haupt gegen der Sonnen Aufgang läge; Von denen Dolchen und Waffen , so in Visen Gräbern gefunden worden, ist nichts mehr vorhanden; wohl aber noch verschiedene sogenante Coral- len oder ziemlich »»geformte kleine Stücke von Bärnstein. Sssss I 1574 Historische MSt eiu Dorf in der Herrschaft Waldenburg, ^ welches mit selbiger erkauft worden; seine Lage ist aufder Landkarte über dise Beamtung deutlich zu ersehen. Wenn der Name Ben soviel alsBenediet sagen will, so ist die Bedeutung des Worts Benweil, Benedictshof, weil gleichsam ausgemacht ist, daß alle Oerter, welche auf weil enden, ihre Worten- digung von Villa herhaben. In den Instrumenten wird es auch Baweil genant. Die alten Besitzer diser Gegend waren ohnftrei- tig die Grafen von Froburg: aus denen Urkunden, welche wir bey Beschreibung des Klosters Schöntahl ange- Merkwürdigkeiten. Angeführt, sihetman,wieweit die Craise oderBe- zirk des Lands, welches durch die Schenkung diser Grafen dem Kloster eigen worden, sich erstrecket; worzu Wursteisen den Kirchensatz irr disem Dorfe deutlich benamset. Also ist selbiges schon in dem nzo. Jahre gewesen und hat seine Pfarr gehabt. In dem Jahre n8s. und 1215. schenkten dise Grafen dem Kloster Schöntahl die Gerichte, Leute und Kirchensätze alhier, welche Schenkung die Grafen Hans und Herman 1320. bestätiget. Graf Johannes von Froburg, Lehenträger der Herrschaft Waldenburg, hat in dem Jahre i Z4t. seiner Gemahlin Adelheit von Ramstein mit Bewilligung des damaligen Herrn Bischofs den Zehnden alhier, so AchtVierzel ertrug, verschrieben. In dein Jahre 1522. kaufte die Stadt Basel von der edlen Frauen von Hallweil einige Zinse alhier, wie bey der Abhandlung von Waldenburg des mehrere zu sehen ist. Das Kirchlein war sehr schlecht und mit Schindeln bedeckt; weil es nun in dem Jahre 1621. einzufallen drohete , so ward es bestens ausgebessert und die Tachung mit Ziegeln belegt; als aber durch Verwahrlosung des Feuers in dem Maymonat des Sss s s 4 Jahrs r576 Historische Jahrs 1617. Acht Wohnhäuser, Zwo Scheunen, dises Kirchlein und der Kornspeicher eingeäschert worden, ward die nunmalige Kirche erbauet und den Brandbeschädigten mit einer in denen Vier Hauptkirchen der Stadt Basel gesannnleten Steuer mildiglich beygesprungen. In dem Jahre 1670. ward eine neueGlocke darinnen aufgehenkt, so 75 5. Pfund wigt. Die Prediger haben ihre Behausung in dem Dorfe gegen die Kirche hinüber; wir finden folgende aufgezeichnet: Georg N. 1558. Jakob Leyderer. 1587. iVI. Lconhard HotpimLnus. 1595. Heinrich Sontgauer. i 6 io. Jakob Graffer, ward Helfer in der Mindern Stadt; als fich derselbe in dem Jahre 1627. in Italien befand, ward er zu kaciua von dem Kaiserlichen LommilUrio zu einem Lomite 8. kalatii L Lonllltorii Impe- rialis, L^uite aurato L Live Aomano erkläret , er mußte aber kraft der vaterländischen Verordnungen dise Ehrenstellen niderle- gen, bevor er die Pfrund antreten konte; der König in Schweden Guftaph Adolph soll ih- ne zu seinem Geschichtschreiber ansersehen haben; 1577 Merkwürdigkeiten. ben; Grasser aber starb bevor er dise wichtigste Geschichte beschreiben konte; ist aber durch andere Schriften bekant. i6i2. Al. Baltharf liget, vor vielen Jahrhunderten möchte ausgesehen haben, so wird man sich einerseits einen hoher» rauchen Berg, an dessen Fuße ein wildes Waldwasser in dem Gebüsche fortranschte, an der andern Seite aber zwischen einem kleinen engen Tah- le, dicke Waldungen vorstellen , durch welche der Paß diser Landschaft gienge und worinnen discs Dorf läge; es mag die Gestalt einer Höhle gehabt haben, so zwischen Felsen und Waldung war und vielleicht hat es daher seinen Namen bekommen. Nunmehr da alles fruchtbare Land angebauen, hat es eine ganz andere Aussicht; bevor aber die Strasse «eben dem Gebürge angeleget ward , erstreckte sich das Gebüsche der Waldungen bis in den Frenkenbach, indessen Bette im Jahre 1400. und sonsten keine andere Strasse war. Dis Merkwürdigkeiten. 1581 Dis Dorfligt zwischen Liestal und Waldenburg , nnd die Landkarte über dise letztere Beamtung zeiget dessen Lage deutlich an; es ist ohnstreitig in den alten Landmarchen des Amts Waldenburg begriffen , und hiemit kraft des Kaufs difer Herrschaft an die Stadt Basel mit allen Rechten gekommen, doch hat es wegen einiger besondern Rechte verschiedene Anstünde gegeben. In dem zehenden Jahrhundert soll ein Wallonischer oder Burgundischer Edelmann willie al- hier gewohnt haben , dessen Nachfahren Wilhelm willie und seine Ehefrau, wie auch Humta und Nacheta, vermuhtlich des Willie Schwestern, ihre Rechte dem Kloster Peterlingen sollen übergeben haben; einmalen wußte der Prior dises Klosters dem Römischen König Friedrich in dem Jahre n sz. solchen Vortrag zu thun, daher diser Fürst demselben ohne weiterS die Gerechtsame des Hofs zu Höllstein bestätigte; Der Römische König Otto I. bestätigte dem Prioren dise Hofsgerechtigkeit; doch scheinet aus diser Bestätigung, als wenn der König sechsten Besitzer von dem HofHöllftein gewesen und ihm solches Gut von einem Herzogen Rudolf zugefallen wäre. Die Zinse und Gerechtsame des Hofes zu Höllstein wußten sich dise Geistlichen wohl zu Nutze zn machen, Is82 Historische vcrmuhtlich liessen sie dise Güter durch einen Meyer bauen; da aber die Wohnungen sich vermehrten und die Herren von Froburg eben kein besonderes Augenmerk auf Visen Ort warfen, so suchten sie allezeit mehrere Gerechtsame zu erwerben und gaben in folgenden Zeiten verschiedenen Edelleuten Visen Hof zu Lehen, mit solchen Rechten, welche das Kloster nie- malen mit Recht besessen, wol aber in unruhigen Zeiten, da niemand darauf Acht hatte, sich eigenmächtig angemaßet; welches denn den Anlas zu allen folgenden Streitigkeiten gegeben hat. Die Edlen von Eptingen, welche in unserer Landschaft viele Güter hatten, suchten nebst andern Edlen auch die Güter und Zinse zu Höllstein an sich zu bringen. Also erlangten einige diser Güter die Eptin- ger, andere die Roten, und besassen solche eine Zeitlang, vermuhtlich nur um einen jährlichen Zins, ohne einige Lchens-Verpflichtung; als aber deren Nachkömlinge Herman zuWildenstein voll Eptingen und Günther von Eptingen mit Hartman Rot dises Dorfes wegen in Streit Miethen, so erwählten sie sich zu Schiedrichtern Werner von Eptingen Comen- thur St. Johanniter Ordens zu Basel, Burkhard vou Eptingen, Lütold von Frick, Ritter, Cnnzman von Hertenberg und Johan Pulliant von Eptingen als Obmann, welche im Jahre i z?o. obgemelten Eptingcrn das Dorf Höllstein mit aller Zugehörde zuer- Merkwürdigkeiten. ^ 8; zuerkanten, aussert denen Gütern welche Alot ererbet und eigentümlich besessen; Also daß wenn Rot mit diser Urteil nicht zufrieden , er mehrers Recht zu Peterlingen suchen solle. Er glaubte aber nicht schuldig zu seyn sein Recht bey disem Kloster zu suchen, schub also seine Klage auf, nnd da indessen die Eptinger bey dem Kloster sich beliebt machten, so faßten sie den Entschluß, um ihrer Sache sicherer zu seyn, Hellstem zu Lehen zu begehren. Dem krior LrLli3näu8 ^lbsngcli war solches zu Bestätigung seiner eigenen Ansprache sehr angenehm, also daß er ohne Anstand den 14. Aprill des 137z. Jahrs Hemman von Wildenstein, Edelknecht, und Günther von Eptingen des vorigen Oheim das Dörf- lein Höllstein zu einem Mannslehen gab „ mit Lü- „ then, Einlassen,Zinsen, Häuseren, Hofstätten, Gär- „ ten, Ackeren, Matten, gebauen und ungebauen, „ Holz, Feld, Bäume, Oefen, Mülin, Wasser, „ Wasserunssen, mit dem Bedingnüffe: „daß die » von Höllstein nach altem Herkommen dem Klo- , ster die Karrenfahrt halten und so selbiges Wein „ von Colmar hinaufführen, die von Höllstein die >, Karrenfahrt thun sollen bis auf Chreters, so viel- » leicht Kriehstätten ist. Im ?s84 Historisshe Im Jahre 1392. besaß dises Dorf Günther von Eptingen allein. Dessen Tochter Jaquelina von Eptingen aber wol- tc es nicht mehr behalten und begäbe sich aller Ansprache daran. Die Roten, welche wie vorgcmclt viele eigentümliche Güter in disem Dorfe hatten und Ansprache an selbiges und an die Eptiugischen machten, wolle» ihre Forderungen nicht fahren lassen, viel- wenigcr etwas von Höllstcin als Lehen erkennen. Hartman Rot Ritter erklärte sich im Jahre 1426. durch ein förmliches Instrument/ daß Hellstem kein Recht zu den hohen Gerichten habe und begäbe sich gegen die Stadt Basel für sich lind seine Nachkommen aller Ansprach / deßwegen kehrte er das Jahr hernach vor das Gericht des OKc^Is des Hofs zu Basel / liesse über seine Rechte die nöhtigen Kundschaften aufnemmen, und der OKcirü gab ihme ein Gezcugniß, daß Heinrich Hägler der reichste Jnsäß von Höllstcin sein Leibeigener seye und 500. Gulden Büß erlegen wolle/ so fern er sich heimlicher Weise der Leibeigenschaft entziehen wurde. Hierauf kehrte der Ritter Rot im Jahre 1411. vor seine Obrigkeit zu Basel / konte aber unter dem Bürgermeistertum des Ritters Günther Markschalk nichts Merkwürdigkeiten. 1587 nichts wider den schiedrichterlichen Spruch von iz?o. erhalten. Indessen unterliesse auch das Geschlecht der Ep- tinger nicht, sich wegen der Lehen zu Peterlingen anzumelden und erwählten sich mit den Roten die Stadt Freyburg zum Richter, welche den Leitenden Partheyen auferlegt, ihren Vertrag durchKund- schalten zu erweisen. Heman Rot erwiese also in dem Jahre 141z. durch Zeugen, daß er das Dorf Höllstein von denen Zyffnern , so auch Edle von Eptingen waren, ererbet habe: Unter andern sagte Heinrich Im Hof, «so. Jahr alt, Priester zu Waldenbnrg und Dekan der Landgrafschaft Sißgäu, in Beyseyn Ulrich und Hans Günthers von Eptingen aus, daß er nichts anders gewust noch gehört habe, als daß die Zyssner von Eptingen das Dorf Höllstem mit allem Recht besessen haben, wisse aber nicht ob es Eigentum oder Lehen sey; Heinrich Zyssner habe Höllstein in dem Jahre 1420., und nach ihme eine Waldneriu umgehabt. In den Jahren 1426.1417. und 1422. warden die Gezeugnüsse aufgenommen, daß die kleinen und Ttt tt grossen 1^86 Historische grossen Gerichte zu Hellstem unter die Herrschaft Waldenburg gehören; Auch eine Grästn von Nidau einen gefangenen Knecht zu Waldenburg aus der Gefängniß befreyet habe/ Und ein Lands- oder Gerichtstag über einen Tod- Wäger gehalten worden. Hieraus kan man zimlich deutlich abnemmen, Laß die Rechte des Roten eben nicht ungegründet waren, die Eptinger hingegen nebst denen ererbten eigentümlichen Gütern noch etwas mehrers suchten. Und weil sie sich um das Lehen aufs neue bewarben , so erhielten sie auch solches samt denen Ober- Herrlichkeits-Rechten, welche dem Kloster niemalen gehörten. Ulrich von Eptingen wolte dise Rechte ausüben, welches ihme aber die Stadt Basel zu thun untersagte , weil solche Rechte dem Stein oder Burg Waldenburg zukamen; der von Eptingen suchte sich die L. Stadt Bern günstig zu machen und brachte aldorten seine Beschwärden vor; die Stadt Basel nähme Visen Richter freywillig an, sandte Götzman Rot, Hemman von Offenburg, Ritter, undUll- man Im Hof dahin um zu erweisen, daß die hohen Gerichte zu Höllstein naher Waldenburg gehören; hinge. Merkwürdigkeiten. i s 87 hingegen behauptete Ulrich von Eptingen, daß dis Dorf von undenklichen Jahren her seinem Vater Günther und ihme zuständig gewesen und die Stadt Basel nicht mit Recht sondern mit Gewalt alda gerichtet habe; Worauf die L. Stadt Bern auf Vieenzen Tag des 1422. Jahrs crkant/ daß Hans Ulrich von Ep- tingen in dem Besitze der hohen Gerichte verbleiben solle, bis die Stadt das Gegenteil wurde erwiesen haben, worzu ihro i8. Wochen Zeit gegeben worden. Da nun das Dorf Höllftein ohnstreitig zu dem Schloße Waldenburg gehörte, so kame dises Urteil der Stadt Basel alzu beschwärlich nnd empfindlich vor, dennoch wolte sie nicht unterlassen ihr Recht öffentlich kund zu thun. Sie ernante also einige Rahtsglieder, welche so wohl aus den Schriften des Standes, als von benachbarten Orten die nöhtigen Beweistümer aufsuchen, als auch die Kundschaften vor dem OKcml des Hofs zu Basel oder vor einem andern fremden Richter aufnemmen und in rechtsbeständige Instrumente bringen lassen sollen; Da denn so wohl aus den bischöflichen Froburgi- schen zu Ölten sich befundenen Schriften und son- sten klar gemacht worden: Tttttr Daß Historische N88 Daß der Grafen von Froburg hohe Herrlichkeit das ganze Höllfteiner Tahl hinauf bis in Muß- bach ob Langenbruck sich erstrecket; Daß zu der Zeit, als der Hrr. Bischof dem Hrrn. Marggrafen von Rötelen die'Burg Waldenburg zu besetzen übergeben und Hans Ulrich Böhmer Namens des Hrrn. Marggrafen darauf gesessen, das Gericht samt denen Fischcnzen bis unter Höllstein zürn Stein Waldenburg gehört haben; Daß man zu Waldenburg allezeit über das Blut gerichtet und zu Höllstein kein Stock noch Galgen gewesen; Die meisten Einwohner leibeigen der Stadt Basel seyen; Das Dorf sechsten als ein Eigentum derer von Zysten angesehen worden; Hingegen die Tanugrafen den Hof zu Höllstein besessen haben; Also alle hohe Gerichte, Fischenzen, Wasser und Hochgebürge zu dem Schloß Waldenburg gehörten. Wvraufdic vorgerückte Gesandten abermal naher Bern sich begaben und alda vortrugen, wie das Kloster Peterlingen allein einen Hof und einige Hofsgüter zu Höllstein ansprechen könne; wie die hohe Merkwürdigkeiten. i s 89 hohen Gerichte zu Waldenburg gehören; diejenigen Güter und geringen Rechte, so die Eptinger von Zyf- ftn gehabt, als ein Eigentum diser Edlen vonZyffen angesehen worden, nach deren Absterben aber unter denen Roten und Eptingern von Wildenftein und andern als ein Eigentum verteilt, denen Eptingern aber von dem Kloster Pcterlingen sehr vieles zu Lehen gegeben worden, welches dem Kloster niemals zuständig war. Worbey die von Eptingen ihre Gegengründe einzubringen nicht vergaffen; Als aber die Stadt noch ferners dargethan, daß ihr Vogt zu Waldenburg in eben dem Jahre als diser Streit erstmals rege worden, über einen Todschläger von Höllstein drey öffentliche Rechtslage gehalten, den ersten zu Waldenburg, den andern zu Höllsteinmnd den dritten zu Nunningcu, alwo erden einten Friß in dem Jbach gehabt; so erkante die L. Stadt Bern noch in gleichem Jahre die Rechte der Stadt Basel und erteilte ihren Spruch dahin, „ daß derer von Basel Kundschaft die fürnemmere, „ das ist, die bessere sey, hiemit denen von Eptingen „ ihr Gewerb genommen seyn, und sie eine Stadt , Basel an dero hohen Gerichten ungekümmert lassen sollen. Hierdurch war die Stadt Basel zwar in Anse- Ttttt z hung isvo Historische huttg der Oberherrlichkeit beruhiget, allein die ^Ep- tinger blieben in dem Besitze ihres Lehens; Heinrich von Eptingen des obigen Ulrichs Sohn, erneuerte im Jahre 1432. nach seines Vaters Tod seine Lehenspflicht, worauf Ludwig von kuluäe Bischof zu I^utimne Namens Jahanncs ?.üuäe Priors zu Peterlingen ihn aufs neue mit Höllstein belehnet; er starb bald hernach, und das Dorf hatte keine andere Hülf als den Vogt zu Waldenburg, welcher dessen Einwohner bey damaligen unruhigen Zeiten beschützte. In dem Jahre 1445. ward bekautermassen Ama- deus Herzog von Savoyen auf dem allster gehaltenen Lonolio zum Pabst erwählet, er schenkte also- bald das Kloster Peterlingen der päbstlichen Kammer ; die Edlen von Rotberg und von Offenburg wußten sich bey dem päbstlichen Legaten Johannes, (KröinÄl 8 . 8 ixti beliebt zu machen und zu eröffnen, wie das Kloster Peterlingen einige Rechte zu Hellstem habe, daher der Cardinal ohne weitcrs dises Dorf dem Arnold von Rotberg Clara seiner Hausfrauen, Engelitt und Grcdelin seinen Töchtern, Denn Johan von Offenburg, Peter und Brigitten dessen Sohn und Tochter, Und allen so vor, obigen Personell Mannsstames erboren wurdet«, zu Lehen gegeben. Dise Merkwürdigkeiten. issr Dise glaubten nun gleich den Eptingern vollkommene Herren von Höllstein zu seyn, allein die Stadt schrenkte die Ansprüche des Lehenhofs und darzn erworbenen geringen Rechten und Gütern in die gebührenden Schranken ein. Sie suchten zwar im Jahre 1451. durch Kundschaften den alten Streit wider aufzuwecken, allein die Zeugen sagten nichts neues und bestätigten wie der alte von Regesheim Vogt zu Waldenburg, Namens der Stadt Basel die hohen Gerichte ausgeübt habe. In dem Jahre 1452. besassen Visen LehenhofHe- man von Offenburg , Ritter, Peter von Andlau und Peter Rych als Erben Hrm. Arnolds ftl. von Rotberg, sie suchten ebenfals durch Kundschaften mehrere Rechte zu erlangen, und zu ihnen schlüge sich noch das Jahr hernach Ulrich von Maßmünster ein Edelknecht, als Vogt und Großvater Hans Heinrich von Eptingen sel. Kindern ; die Zeugen sagten aber nicht viel zu ihren Gunsten und dabey noch dises aus, daß die Straffer, ohngeacht sie zu Höllstein gesessen, dennoch naher Sissach und Magen steu- ren müssen. Da nun etliche diser Edlen Bürger zu Basel waren , so trachtete man sich zu vergleichen und erkoß- te den wohlgelehrten Meister Heinrich von Ben- Ltttt 4 heim i s§2 Historifthe heim Lehrer in den geschriebenen Rechten zu einem Schicdrichter; Er untersuchte also Visen Streit und nähme zu Gehülfen von Seite der Stadt den damaligen Stadtschrciber Conrad Kümlin , von Seite der Edlen Hans Knitel, da er denn an St. Elisabethen Tag des 14tZ. Jahrs für gut befunden, daß dise Edle erweisen sollen, was für Rechte Heinrich Von Eptingen zu Höllstcin besessen habe: Worauf sie das folgende Jahr ihre Kundschaften abhören lassen. Herr Clans Christian Gehorsamer und Profeß des Klosters Schöntahls, Lenhtpriester zu Omtzwi- lcr sagt bey dem Eyde aus : Er habe hören sagen, die Höllsreiner vermeinen der Gerichtszwang gehöre ihnen, welchen die Waldenburger haben. Als Peter von Offenburg Namens seines Vaters Herrn Hermans und Arnold von Rotberg sel. naher Höllstein gekommen und denen Einwohnern zuge- niuhtct kraft des Lehens ihnen zu huldigen, haben sie solches nicht thun wollen. Hans Laubercr von Onctzwilcr sagte aus, daß Junker Ulrich, Hans Günther und Hans von Eptingen ihre Meyer zu Höllstein gehabt, welche ge- meinlich am Sonntage gerichtet; welcher Meyer ih- is9Z Merkwürdigkeiten. neu die Taugwon,,Faßnachthüner und dasErny- korn gegeben; nichts destowcrriger haben die Höll- steiner ailczeit dem Stein Waldenburg gesteuret, dahin gedient und seyn dahin gehorsam gewesen; also daß man geachtet Zwing und Bann gehöre zum Dorfe, die hohen Gerichte, das Gebürg und die Wasserrnnssen naher Waldenburg; alle aber, so sich zu Höllstein niderliessen, müssen zu Waiden-- bürg schwören; Er hätte gehört, daß zur Zeit des Conciliums nach Hans Heinrich Rych von Eptingen Tod die Höllsteiner kernen Zwinghcrrn mehr gehabt und die dortige Gerichte abgegangen seyen. Hans Guter von Lampenberg am Stein Waldenburg sagte aus, daß die Eptinger einen Meyer zu Höllstein gehabt, derer er Vier gekaut, die über Atzung und Geltschulden gerichtet; aus denen Dünk- schriften von Bubendorf ersehe man, daß die Eptinger zu Höllstein nicht über drey Schilling zu richten haben, was darüber seye gehöre dem Waibel und dem Vogt zu Waldenburg; Denn die hohen Gerichte des Steins gehen von der steinernen Brücke ob Liestal für Höllstein hinauf bis in Mußbach und Nunningen; weil nun nach dem Tode des Heinrichs von Eptingen niemand gewußt wem Höllstein von Eigenschafts wegen zuge- Ttttts höre, rs94 Historische höre, so sey erGezeng sechsten in Namen des Vogts zu Waldenburg über Höllstcin zu Waldenburg im Rechten gesessen; Conrad von Eallmar, sagte Varembo Abt zu Pe- terlingen, welcher auf dem OonLilio zu Basel war, habe den armen Leuten, die keinen Herrn nach Absterben Heinrichs von Eptingcn hatten, welcher ohne Erben abgestorben, einen Amtmann gegeben. Als nun der Nechtsgelehrte Heinrich von Ben- heim seinen Spruch erteilen solte, so war er sehr verlegen, doch spräche er in dem Jahre 1456. denen vorgemclten Edlen alle hohe Herrlichkeit ab, hingegen die Rechte zu, welche Heinrich von Eptingen genntzet habe; Nur war es eben schwär dise Rechte eigentlich zu bestimmen, müssen kraft denen Zeugen das Kloster nicht mehrers als einen Dünkhof mag gehabt haben. Die Stadt gestattete auch disen Edlen nicht viel mehrers, daher bald hernach diser Streit vollkommen verschwunden, die Stadt Basel in dem ruhigen Besitze gelassen und die Dünkgüter von denen Edlen von Eptingen gleich ihren andern eigentümlichen Gütern genutzet und unter ihnen verteilet worden. Löbl. Stand Bern, welcher nachwerts als in dem Jahre Merkwürdigkeiten. 1595 Jahre 1570. die Schriften des Klosters Peterlingen aus andern Bewegungsgründen durchgehen lassen, fand unter denenselben etwas von disem Lehenhof und Streit zu Höllstein , schriebe deswegen an die Lobl. Stadt Basel und begehrte den nähern Bericht , welchen man deroselben zu dero Vergnügen erteilet und angemerket hat, daß schon unter Hrm. Ioh. Rudolf Hofmeister Schultheiß des Hochlöbl. Cantons Bern, die Rechte der Stadt Basel erwiesen worden. Es hatte in vorigen Jahrhunderten die Stadt Basel im Gebrauche die Missethäter, welche auf der Landschaft ihre Schandthaten begangen , an dem Orte oder wenigstens in der gleichen Beamtung bestrafen zu lassen; und solches beschuhe auf den soge- nanten öffentlichen Landsgerichten. Ein gleiches Gericht ward den 26. Weinmonats des i6Qs. Jahrs zu Höllstein unterm freyen Himmel gehalten; Der Uebelthäter ward des Morgens in die hierzu errichtete Schranken ab dem Schlosse Waldenburg geführet; Alda fasse ein Baursmann von Waldenburg und verschiedene Unterbeamtetc als Richter, worauf der Obervogt, so Namens der hohen Obrigkeit auf dem Schlosse rs 96 Historische Schlosse sitzet, in den Schranken samt seinem Gefolge eingetreten, dem Baursmann von Wagenburg , welchen er in diftr peinlichen Handlung zu dem sogenanten Landrichter ersehen hatte, den Stab überlieferet und deine anbefohlen nach dem Rechten in dem Namen der hohen Obrigkeit zu urteilen; Worauf er das Gericht verbannen lassen; nach disem ward der Uebelthäter angeklagt, welcher sich aus dem Volke einen Fürsprech erwählet, welcher selbigen bestens entschuldiget und die Strafe zu mildern getrachtet; nach Bckäntnüs seines Fehlers, ward der arme Sünder zum Tode verurteilt, also- bald dem Scharfrichter übergeben, von verschiedenen anwesenden Geistlichen mit heilsamem Zuspruche zum Tode zubereitet und denn enthauptet; Währender Handlung wurden die Schranken von der nichtigen Mannschaft mit Hellebarden und Svieffen vermachet. In dem kunöLtions-Briefe des Klosters St. Al- ban vom Jahre i ioz. findet man unter denen, welche dises Kloster begäbet, Ouno Uorpun, welcher eilf f.unLtiones, 40 80I1608 solvente Lpuä Ilülüem demselben geschenket hat. In dem Jahre 1520. hat die Stadt Basel die Zinse, welche Frau Anna von Hallweil alhier besaß, Merkwürdigkeiten. 1597 saß, an sich erhandelt, wie bey Waldenburg des mehreren angeführt ist. Die Kirche zu Höllstein ist der H. Margrets) ge- weyhet; sie ward in dem Jahre 1591. neu gedankt und 1726. wieder erneuert. Sie bezieht nunmehr auch die Zinse, welche in disem Dorfe ehemalen der Kapelle St. Verenen in Lampenberg zuständig waren. Der Prediger zu Benweil besorget solche / und wird mit dem Gottesdienste alle Sontag abgewechselt , an einem Orte die Morgenpredigt gehalten und an dem andern die Kinderlehre. In den alten Schriften wird alhier des St. Peters Gut, der H. Margrethen Gut, des Schöntahls und der Seevogel auch der Herren von Basel Gut gedacht. Der rauche Berg ob dem Bache war vor zoo. Jahren ein Rebberg. Die Strasse gieng in alten Zeiten durch den Bach, denn ward ein Fuß- und Reitweg dem Berge nach gemacht, solcher aber im Jahre 1599. erweiteret und endlich vor wenig Jahren in vollkommenen Stand geftellet. Das i;98 Historische Dis Dorf hat einen guten Frucht- und Wein- wachs , auch eine reiche Viehzucht. Da e 6 au der Landstrasse ligt, so befindet sich alda ein Wirthshaus und alle Handwerker derer sich die Reisenden gebrauchen. Der öffentlichen laufenden Brunnen sind z. Die Uuterbeamteten bestehen in 2. Geschwornen; das Dorf gehört unter den Gerichtsstab von Wal- denburg, au welches Gerichte auch 2. Mann aus di- sem Dorfe zu Gerichtsmannern oder Richtern genommen werden. Die Feldstreitigkeiten werden durch das Gescheide entschieden, welches die z. Dörfer, Höllstein, Ben- weil und Lampenbcrg, gemeinsamlich besetzen und worzu Höllstein 4. Gescheidsmäuncr gibt. In disem Dorfe ist auch eine Mahlmühle. Es hat seine besondere Schul; der Schulmeister ist zugleich Sigrist. Von dem Fruchtzchndeu bezieht ein Lobl. Magistrat i. Quart, der Spittahl zu Basel z. Quart; von dem Weinzehnden bezieht der L. Spittahl z. Quart, der Landvogt i. Quart; den Heuzchnden beziehet der Spittahl in Frucht. Die N99 Merkwürdigkeiten. Die Waldungen dises Dorfs sind: der Schorcnberg, die Amsleu Halden, der Galgen-Rain / im Pfyffenrath, der Spinner-Rain, in Spitzenberg, die Gngen, der Mment und der Stutzrain; welches -amtlich Buchwälder sind. In dem Bann des Dorfs Höllstein befindet sich ein Hof, ründen genant, welcher zum mehrern Teile L. Spittahl, zum Teile einigen Landsleuten zuständig ist. Unterhalb Höllstein, gegen Ramlisberg, ist eine kleine Sennerey, die Zoltenwaide genant, so in bäurlichen Handen; Hierum ist in dem Jahre 1754. eine metallene Münze von Vefpaßan gefunden worden, auf deren Revers war ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln. Von i6oo Historische MM MMM. ONM F7A»^ F-^' '^M-' MW. MMW! Von MIscs Dorf ligt, wenn man von Liestal naher ^ Höllstein geht, zur linken Seite auf einem kleinen Berge/ und kan von der Strasse her nicht wohl gesehen werden: Die Landkarte über die Herrschaft Waldenburg stellet dessen Lage deutlich vor. In den Bergmatten des obern Hofs gegen der Höllsteiner Straß stuhndc chmalen das Burggcstell Spitzburg genant/ von welchem man annoch einige Ueberbleibsel sehen kan; wem discs Schloß zugehö- re ltnd wenn es zerfallen, ist bis ander ohnbewußt. In Merkwürdigkeiten. 1621 In den alten Zeiten war nur ein einiger Hof oder Bauren-Gnt alliier, nachwerts ward noch der zweyte Hof weiter hinunterwerts angelegt und denn bist 2. Wohnungen in dem l s§> - . Jahre die Ramlis- sperger Höfe oder der Obere und der Nidere Ramli- spurgerHof genant, bis allgemach mehrere Wohnungen zu Visen angebauen worden, welche nun ein feines Dorf ausmachen ; und aber, da die Häuser nicht aneinander flössen, annoch in Ober und Nider Ram- lisberg abgeteilet werden. Dieweil die Edlen von Namstein alhier Zinse und Einkünften und vielleicht in der Spitzburg einen Meyer gehabt, welcher diser Edlen Güter besorget, so könte vielleicht von der ersten Sylbe des Namens diser Edlen der Name Ram- oder Ramlis-burg entstanden seyn; allein dergleichen Muhtmassungen sind nicht so gegründet, daß daraus eine historische Wahrheit entstehen solle. In dem Jahre 1442. besassen alhier Heinmann Seevogel und Heinzmann Zeller einige Frucht- und Geltzinse, wie auch einen Kornspeicher; (dazumal war der zweyte Hof vermuhtlick »noch nicht erbauen ); Sie Miethen über dise Gefalle in Streitigkeit; der Löbl. Naht von Basel ernannte daher Friedrich Schilling und Petcrhans WenNkon, ihre Miträhte, welche solche auseinander setzen und befriedigen mußten. Uuu uu 1602 Historische Als die Herrschaft Liestal und Waldenburg an die Löbl. Stadt Basel gekommen, sind auch dise Höfe, so darum ligen, derselben übergeben worden; und seither zu einem Dorfe angewachsen , wie es sich nunmehr befindet. Dists Dorf hat einen guten Frucht- mid Wein- wachs samt einer zahlreichen Viehzucht. In dem sogenannten Obern Hof find z laufende Brunnen, so aber bey grosser Trockne keinen Ueber- siufi von Wasser haben; soderm befindet fich einer in Mitte beyder Höfe. Von dem Oberhöfer Zehnden, von der Zelg auf Bubenried und den halben Buchhalden bezieht der L. Spittahl z. Quart und die hohe Obrigkeit ein Quart; das Kornamt voll Liestal den übrigen von der halben Zelg aufBuchhalden und aufLandschach- en den ganzen Zehnden. Der Unterhöfer Zehnden aber gehört in den Zehn- den von Bubendorf. Obszehnden wird alhier keiuer gegeben. Dem Dorfe stehen z. Geschworne vor, gehören unter das Gerichte zu Bubendorf und Zysten, zu welchem ste 2. Gcrichtsmänner geben; in Ansehung der Feldstreitigkeiten stehe»! sie unter dem Gescheide von Merkwürdigkeiten. r6--z vonBubendorf, zu welchem auch 2. Gescheidsmäm ner von Ramlisberg genommen werden. Ihre Kirchhöre ist die Pfarr Bubendorf, wenn aber zu Zysten geprcdiget wird, so gehen sie, weil Höllstein näher ligt, dahin in die Predigt. Die Kinder werden naher Bubendorf zur Schule gesandt; in dein Winter aber haltet Jemand im Dorfe Ramlispnrg Schule. Ihr Schießplatz ist zu Bubendorf. Die Waldungen sind: das Kohlholz, so Eichen und Buchen, und der Beundten Rain, so Fohren und Buchen trägt. Dises Dorf hat eigentlich keinen besondern Bann, sondern ist in denen angranzenden begriffen, obwol es seine besondere Hofsteine hat. 1624 Natürliche Natürliche .M der Gegenden Über- und Mherdorf, Uöllstein, Mies deröweil, Wenweil, Zitterten, U^ampenberg und Marn- liöberg. Von den Uräutem. j^Errschcr! Du lässest die weiten Gefilde» Schatten unendlicher Gütigkeit bilden. Lno i. MJm Art Alpenhauswnrz, mit graßblattchm und mtlchfärbichten Blümchen: 8eäum lU- Merkwürdigkeiten. r 60 s pin. Aramineo kolio, lacleo üore. L. 8. ?. 284. DiapensiÄ. I.IIM. s s. Auf der Wasserfalle. DiS Kräutletn gehöret also unter diejenigen , die irr dem kalten Lappland so wol, als auf unsern Alpen wachsen. 2. Das Bergsterukrauhmit grossen gelben Blumen, ülter rnoManus, luteo nnZno Üorc. L. L. ?. 267. ^ 482. Auf der Wasserfalle im Augst- monat. . Das Bergtäschelkraut x> 3 Z. s 6 . der Muttenzer- kräuter zeigt sich auch auf der Wasserfalle. 4. Grosse Wald- oder Bergroßhufe: folUs ^ crM 8 , lürluti 8 . L. L. k. 198. 1 . 4si. blühet im ^lumo aufder Wasserfalle und andern Ber- . gen. Sie wird äusserlich aufgelegt für erweichend und Wunden-Heilend gehalten. Die mit glatten Blattern wird nicht so viel gefunden. 5. Blaue Bergglockenblume mit Leinkrautblättern: OunMnuIä achina, linitolia, coeru'ea. L. L. k. 9 Z- ?roär. Z4.1. m. Auf der Wasserfalle, im .fuüo. 6. Eberwurz mit grossen weissen Blumen: Orüna 3 Laulo 8 , M 3 ANO üore -übo. 0 . 8. ?. ZZc>. 1 . ^OO. Im Augstm. auf der Wasserfalle. Die Wurzel wird als eröfnend, schweißtreibend, dem Gifte widerstehend gerühmet. Uuu uu z Wasser- 1626 Natürliche 7. Wasserbenedictenwurz, x>LZ. 722. ist auch auf der Wasserfalle im ^unio zu sehen. 8. Bergvogelskürschen mit rohter Frucht: OliamLe- cerzsus alpina, lruÄu Zemino rubro , äuodu8 xunÄi8 not-ito. L. L. k. 4-sr. ^ 629. Auf der Wasserfalle. 9. Eine Art weicher Distel: Qrllmn lmZulariduZ c!ipitu 1 i 8 P3l'vi8. L. L. ?. 447. 1 . Z77. Im ^ulio auf der Wasserfalle. Wie auch Lirs. 3N- ^ullifolium. L. L. k. 1 . c. kr. Iss. und Lirs. 3Lsu1o8 , üore purpmeo. I'. 448. Larlina 323ul08, minore pui'pur. llore. L. L. ?. Z 80 . 10. Die breitblätterichte Bergkornblume: Ovimus mont3NU8, I3tit'oliu8, vei Verbalcuium cv3- noicle8. L. L. ?. 27Z. 1 .44s. Auf der Wasserfalle mit brauurohten und Missen Blumen. 1 r. Die schwarze Hirschwurz, 67. Auf deu Bergen hin und wider. 12. Der zarte Waldkatzenwadel oder Schäfchen : Lyuiietum sylvAÜLMn, tenuillimi8 1et>8. L. L. I>. 16.1. -> z?. Im ^sulio zwischen Waldeuburg und dem Wasserfall. i z. Das kleine, Dichte, gezackte Farnkraut: kilix r-lmosa, minor, pinnulis 6ent3Ü8. L. L. ?. Z58- 1 . szs. Auf der Wasserfalle bey den Baumstämmen. 14. 6 a 11 mm montanum Lc. 60. Uttd LulUuin 3 lb. Merkwürdigkeiten. 1607 alb. vulZJr. 1 . II s. Im ^un. oder sulio auf den Bergen. i s. Die grosse gelbe Enzian: Oeytiana oKc. ma- jor. lutea. L. 8 . 8 . 187. 1 . 80. Im sulio auf der Wasserfalle. Die Wurzel ist als eine tref- liehe Kalt-Fieber-- und Magenarzney jederman bekannt. 16. Die Enzian mit Schwalvenwurzblättern: Oen- tiana ^solepiallis kolio. 0. 8. 8. 1. loo. cit. Im Augstm. auf dem Vogelsberge. Neben Visen , seyn in difen Gegenden auch die hin und wider oben schon verzeichneten Arten der Enzian zu sehen. 17. Eine Art klein Farnkraut: kilicula kontana, minor. 0 . 8 . 8. Zs8- s42. üäiantlmm al- dum 8od. Alls der Wasserfalle und anderwerts an den Felsen. 18. Grosser und kleiner rundblattichter Berg-Sani- kel: d'rmiLuIa montana, rorunäikoira, major L minor. 0 . 8 . 8. 24z. Oeum rotunciifolium, inZchs L minus. 1 .2s I. Dies Kraut wird hin und wider in die Gärten gepflanzet. 19. Das knotichte Gras mit Haberähren: Ommen noäokum, avenaoea panloula. 0 . 8 . 8. 2. 1 . s2>. Auf den Bergwiesen um die Wasserfalle. 20. Ein anderes Gras: Oramen montan, panicula fpaäicea , äelicatiore. 0. 8 . 8 . Z. 8 r. 6 . Idiä. Uuu uu 4 21.0mm. i6v8 Natürliche 2 1. Orclm. boräesc. montsnum üve majus. L. L. k. 9. auf der Wasserfalle. 22. Der rundblättichte Bergkohl: 8 oI 6 sneI!a alpi- na, rotunciisvlig. E. L. k. 29s. 1 . 82. soll bey Ramlisberg wachsen. Vori andern gemeinen Krautern, Bäumen und Stauden sitzet man bey Ober -- und Niderdorf: Svindelbaum, grossen und kleinen Holder, Wäck- holder, Milchkraut, Ptmpernüßlein, Eichtrauben, Sommerwurz, Naterwurz. Benedictenwurz, Faul- baum, wilden Bux, Hopfen, verftbiedeuc wilde Kirsibcn, unter welchen von Oontkanr. i» Aleäic. blelvet. der Rinden des OrM chlvetkris, kruriu eäuü. E. L. Lat. Luül. !08. eine der Fieber« odlr Peniviantfchen Rinden gleichkommende Kraft und Wirkung zugeschrieben wird: Bey Liedersweil uiid Lampcnbcrg: Geißklee, Rehegras, Durcbwax, Taubenkröpstein, Zyland, Himbeere, Raucken, Einbeere: Um Ramlisberg: Sauerampfer, grossen und kleinen Costenz, Gutdengünfel, Schasizarbeu, Wull-- blumek!, Leüskraut, Sinau: In der Gegend Hochrein: Oulc 3 M 3 rg, Sig- marswurzel, Dürwurz, Angelika, , wilden Bux. Bey Ditterten: Augentrost, Moßkolbcn, wilder Senf, Hundszungen, Zungenblat: Zu 1629 Merkwürdigkeiten. Zu Benweil: Schwarze Stickwurz, Zeitlosen, Lavendel, Zwey- und Einblat. Fast aller Orte: Hederich mit blauen Blümlein, Flöhkraut, Täschlein- kraut, Maßlieben, Velken, groß Lentuunum, Melde, Wegtrit, Filzkraut, Gänsdistel, Habichkraut, Bergmünze, Tymian, Steinklee, Meerhirß, St.Io- hanniskraut, Wallwurz, wilde Basilien und andere mehr neben allerhand Mooß und Schwänunen. Von dem Oberdörfer Badwasser. dem Büchlein bey Oberdorf quillet aus dem dnv Berge ein kaltes Badwasser, welches in das dabey erbaute bequeme Badhaus gesammelt, Sommerszeit zum Baden gebraucht wird. Dis Wasser, obschorr es an Geruch und Geschmacke eben nicht Viel ausnehmendes oder geschwinde empfindliches vor andern dergleichen Bruunwassern zu haben scheinet , auch nach behöriger Lvapomrion über Nacht in einer Schiffet von Erden zu LrMMliren hingesetzet nichts anschießen läßt, so erhält man dennoch nach gänzlicher LvaporLtion und Iickpilssnio» von 19 W. 8 Loht civil-Gewichtes desselben, ein Loht eines Missen Pulvers , dessen etwas mit 8yrupo Vio- Isr. vermischet eine Pferfingrohte Farbe verursachte, welche dnrch zugenüschte 8piriw8 83lis und lMrl Mais nicht verändert ward; Von8xii,'itu8uipliuri8 Uunuu s ltä-. >6k0 Natürliche aclmixro aber braunroht erschienen. Als ferner Ni- trum cruä. crvllLlIiürt. darzu gesetzet worden, würd die luEur zwar wider an Farbe etwas höher; da sie aber vorher von dem 8pkku lMn äulc. einen angenehmen Geruch bekommen , hatte selbige itzo von dem zugemischten d-iiwo einen unangenehmen, wie von einem kixivio alculiuo. Als übcrdis ein 8cmpLl des obigen Pulvers mit eben so viel dUK 2MMOM3L. mit 8vrupo Violar. angerieben vernu- schet ward, entstund- eine grünlich-schwarze Mixtur, die von beygemisthtem 8ale Lemmae eine Smaragd-grüne Farbe erlangte, etwas Zelatmös würd und allmahlig, gleich einem Regenbogen, mit mancherley Farben spickte, die aber von darzugemisch- teni etwelchem pulvere I.immur. Alärtis sich Wider verlorer,, und einer ganz braune,« Alixtur eines nicht unlieblicheu volatilischen Geruches Raum gaben. Obwol nun aus disem die Kraft und Wirkung di- sesBadwasscrs nicht hinlänglich kau bestimmet werden , so laßt sich doch aus der beträchtlichen Quantität des von 19 lL. 8 Loht zurückgelassenen Pulvers ganz wol Messen, daß dis Badwasser eine seine Kraft habe überhaubt zu reinigen, zu stärken rc. so aber durch wol auseinandergesetzte Lxperimemen und gemachte vielfältige Proben und Erfahrungen des innerlich und äusserlich gebrauchten Bades in verschiedenen Zufällen besser und sonderlicher kau bestimmet werden. Von Merkwürdigkeiten. l6l i Von den ^Je gleichen sich der Züchter Stimme» i Den Werth der Dinge zu bestimmen, Folgt jeder einem andern Plan: Ost wird von vielen was erhoben, Doch andre tadeln, was die loben; WaS fängt man an? v) m Gcd. MS ist unsern Lesern schon verschiedenes von dem ^ Ursprünge der Versteinerungen angezeigt worden ; da aber sehr viele Gelehrte noch täglich Visen Teil der Naturgeschichte naher erwägen , so fallen sie auch auf neue Muhtmassuugen und Meinungen, von welchen wir allster etwas anführen wollen: Sie glauben zwar, daß die Versteinerungen eh- malen wahrhafte Scethiere gewesen, weil sie aber in so grosser Menge auf den höchsten Bergen gefunden I6l2 Natürliche den werden, unmöglich Ueberbleibsel einer so kurzen Überschwemmung seyn können, als diejenige war, deren Moses gedenket. Hiedurch wird der Wahrheit der Sündstut gar kein Abbruch gethan, sondern nur geläugnet, daß die Versteinerungen von solcher herrühren; lind daß darum, weil die Lagen der versteinerten Seethiere öfters also gefunden werden, daß Schnecken, Alte und Junge und zwar von gleicher Art und Geschlechte nesterweise bey einander ligen, ohne daß eine Schnecke von einer andern Gattung sich unter solchen befinde; welche richtige und orden- liche Nesterlage anzeige, daß dise Thiere ihre Veränderung von keiner gcwaltsiunen Bewegung, wie die Sündstut muß erwecket haben, erhalten haben; Zu deine, sey schwär zu begreifen, wenn dise Seethiere von dem Gewässer der Sündstut dahin gelegt worden, wo sie sich nunmehr befinden, warum da auf einem Berge alles derselben voll ist, dennoch in dem nächst angelegenen Tahle keine zu finden seyn? Und warum man so gar keine Werke der Kunst von denen ersten Weltbewohnern jemalen entdecke. Sie vermeinen daher, daß die Ueberbleibsel der Sündstut so tief verschüttet seyn , daß von selbigen nichts mehr zu entdecken sey; daß die verschiedenen -Lagen, welche seither aus vielen Ursachen die Oberstäche Merkwürdigkeiten. i6iz fläche des Erdbodens bedecket haben/ nichts mehr von selbigen auSzugraben erlauben; Und daher glauben sie / daß der itzt trockene Teil des Erdbodens vorzeiten das Meer und die Berge und Plätze/ wo man ganze Lagen und Nester von versteinerten Muscheln antrift/ derselben ordentlicher und natürlicher Aufenthalt gewesen seyn. Dise Gedanken haben schon die ältesten Weltwei- sen geheget, und dise Meinung hat wie die andere ihre Gründe und Gegengründe; die Waldungen/ so in grosser Anzahl in die Erde versunken und durch Graben entdecket worden, sollen die Wälder der Inseln gewesen seyn; allein man könte fragen durch welchen Zufall sind sie so tief gesunken ? Ueberbleibsel der mosaischen Sündflut können sie nicht seyn / denn solche ligen ihrer Meinung nach so tiefe / daß nichts mehr davon zu entdecken ist. Wie sind aber dise gewaltigen Veränderungen seither auf unserer Erde vorgegangen? auf welche Art sind die Teile des Erdbodens/ so Verstejnerugen haben, trocken geleget worden? seyn einige Teile des Erdbodens gesunken ? haben sich andere erhoben ? Dise Einwürfe zeigen die Schwierigkeit, dise Meinung so gleich anzunehmen, welche bey näherer Untersuchung gleichfalls sehr gewaltsame und wichtige Begebenheiten erfordert: denn die trockene Erde zu einem 1614 Natürliche einen, Meer zu machen und das Meer trocken zu legen, erfordert Zweifels ohn einen nicht geringern Gewalt als die Sündflut gewesen. Es ligen zwar die versteinerten Seethiere öfters in einem andern Gesteine, das ein spaterer versteinerter Schlam zu seyn scheinet, als die Sündflut gewesen. Die Versteinerungen werden in dem innersten der Berge hinter dicken und harten Steinen ausgcgra- ben- wohin sie fchwärlich durch die Sündflut haben können gebracht werden. Allein dife Gründe sind noch nicht genugsam diejenigen , so solches der Sündflut zuschreiben , vollkommen zu bcstreiten, und daher gibt es noch allezeit solche, welche beyden Visen Meinungen in so wett beyfallen, daß sie die Versteinerungen überhaupt von der Sündflut herleiten, dennoch auch cin- gestehen, daß seither entstandene gewaltsame Zust,'- ke, grosse Ueberschwemmungen und Erdbeben, eben dergleichen verursachen können. Merkwürdigkeiten. I6ls der Uupferblatte. Beschreibung ki§. Oenärites. MIe gröste Abschildernng, welche auf difem Ku- ^ pferstiche vorgestellet ist, zeigt die Gestalt eines venäriteu, eines sogenanten Bäumleins oder Blüm- leinsteins, welcher in dem Niderdörfer Bann aus einer Steingrube ausgehauen worden; das Gesteine ist gelblicht und hart / das darauf gebildete strauchige Gewächse hingegen von schwarzbrauner Farbe; dife Art Gesteine wird auch der 8iiMjsche Blumenstein genant, weil anf difem berühmten Berge die Wan- dersleute viele dergleichen Steine finden und ab ihrer Pilgrimschaft mit fich naher Hause bringen: Nicht nur aber diser Berg / dessen Lasten dnrch die göttliche I6i6 Natürliche liche Kraft erschüttert worden, da auf demselbigen denen Jsraeliten das Gcjatze gegeben ward, sondern fast alle Steingruben bringen Steine mit dergleichen Bildungen hervor; weil man aber einer neu-erfundenen Sache gern einen merkwürdigen Namen zuleget , so hat auch dise Art Steine ihren Namen von herhaben müssen. Die venäriten sind also keine Versteinerungen anderer Dinge, keine zu Steine gewordene Pflanzen, keine Abdrücke von Blättern, sondern Bildungen, welche die Natur gestaltet hat. Die Steine, worauf sich auch Gewässer, Landschaften und anders vorstellet, können auf gleiche Weife wie der Derzeit sich bilden; von solchen sind besonders die Florentinischen sehenswürdig : Der Bäumleinstein war schon den ältesten Naturforschern von welchen wir etwas wissen, bckant; lind da das Gebüsche, welches auf denen Agaten sich vorstellte, dem Auge sehr angenehm war, so suchten die Priester der Heiden, wie in allem, also auch in disem ein Geheimnis; Sie gaben vor, daß die Götter an denen Geschöpfen, welche etwas besonders angenehmes hatten , auch ein besonderes Vergnügen trugen, daher sie auch denjenigen Menschen begönstigten, welcher einen dergleichen wvhlbezeichnetcn Bannilein-Stein oder Agat bey sich trüge: stellte der Stein die Zweige eines Lorbeerbaums vor, so hatte der Mensch Ruhe und Merkwürdigkeiten. 1617 und Frieden zu gewarten; war ein Epheublat darauf, so blieb ihm dcrWeingott günstig, und so bey einer jeden Bildung diejenige Gottheit, welcher die Pflanze geheiliget war. Die kleinen Stauden-Gewächse, so auf disem Gesteine sich vorstellen, da kein einiges Blat über das andere ligt, keine Frucht, kein Saame noch etwas dergleichen sich findet, bestärket die Muhtmassung, daß dise Bildung von den metallischen Dünsten, so durch Las Gesteine fähret oder einer andern dergleichen Feuchtigkeit herrühre; und daher ist die Meinung derjenigen schon längstens verworfen, welche in den Gedanken gestanden, daß der Saame verschiedener Gewächst, welcher durch die Winde verwehet, endlich in die Erde sich gesenket und in Steinfelsen gefallen oder schon in der Sündflut dahin gekommen sey, annoch durch seinen natürlichen Trieb sich zu entwickeln versuchet, und aus Mangel des erforderlichen Erdreichs solche unkennbare Pflanzen in dem Gesteine entworfen habe. Es ist zu beobachten, daß dise Bäumlein meistenteils in dem Gesteine sich finden, wo es fich leichte spalten läßt, da sich denn bey einer jeden abgebrochenen Blatte eine Zeichnung findet, welche bisweilen durch den Stein hindurch, bisweilen aber nur etwas weniges in die Oberfläche des Steins hineingehet, so von der Beschaffenheit desselben und der Xxxxx. Zeuch- 1618 Natürliche Feuchtigkeit, woraus dise Bildungen entstehen, herkommen kan. Verschiedene Gelehrte haben unternommen die Bildung diser Steine so genau zu bestimmen, als etwan andere den Wachstum eines Vogels aus einem Ey bemerket haben; Alle aber haben sich lauge mit demjenigen Versuche aufgehalten, da zween glatte mit Oelfarbe bestochene Körper, dichte auf einander gelegt und wohl zusammen gerieben, nachwerts aber wiedrum ge- trennet werden : da sich denn dergleichen Bildungen wie auf den Bäumleiu-Steinen auf das deutlichste zeigen. Also können die Bäumleinstein, deren Bildung nur auf der Fläche klebet, sich gestaltet haben: Wie zärter, wie glätter, wie durchsichtiger der Stein ist, je schöner ist auch der Oenärit. Der vorgestellte ist nicht besonders glat, diejenigen aber sind weit gröber, welche irr der Stemgrube zu St. Jakob gegraben werden; Hingegen sind die sehr zart, welche man in einem weichen aschgrauen Steine mit rothen Adern, in einer Grube bey dem Mayenfels bey Bratte- len findet. In Merkwürdigkeiten. rsi- In den Metallgruben gestalten die Dünste ven- äriren von verschiedenem Metalle; wenn fie ausgebrannt werden, so bleibet in dem Gesteine die Tiefe der Blätter und des Gesträuchs noch kennbar eingedruckt/ zurücke. b. Da wir nun aus Alllasse diser Dendriten der Kalkfteingrube zu St. Jakob gedacht haben / so wollen wir auch allster die Abschilderung von einem Steine beyfügen / welcher ebenfalls allster ausge- graben worden / und eine Figur/ so einer Schlange gleichet, eingedrucket hat; das eine Stück hat etwas so einem Kopfe gleich kömmt, das andere ist abgebrochen und ligt quer über das andere her; jedes ist über einen französischen Schuh lang, und einen solchen Zoll breit; doch kan bist Bildung auch aus dem Pflanzenreiche herkommen. c. kunZiLes, llävelcentis coloris, ürüs reÄi8. Ein versteinerter Schwamm, von gelbem Gesteine mit geraden Streiffen: Viele vermischen die ihnen vorkommender; versteinerten Schwämme alsobald mit denen verschiedenen Arten der Corallen und ein jeder Schwamm wird von ihnen eine Naärepora genannt; da doch die Schwämme in ihrem eigentlichen Verstände genvm- Lrr xx 2 mm r 62 « Natürliche «im von denen Corallen-Gewächsen sehr unterschie, den sind. Was ein Schwamm sey, weiß Zeder- ina«; die Corallen-Gewächse aber, sie mögen nun Pflanzen oder die Arbeit und Wohnung einiger See,Inletten seyn, erfordern aunoch eine sehr genaue Einsicht. Unter die Corallen-Gewächse zählt man die üla- ckeporen, deren unterer Teil von einer spitzen Rundung, welche allgemach gleich einem Hute sich erhebet , durchaus gestrafft, und in ihrer innern Hölung die Gestalt eines Sterns gebildet hat. Von dieser Art scheinet diser Stein zu seyn, und mäste solchenfalls Naärepora ümplex genannt werden. Ohngeacht solches nun einigermassen wahrscheinlich vorkömmt, so muhtmassen wir dennoch, daß di- ses ein gemeiner Schwamm sey, welcher seinen Stihl verlohren, Massen die Straffen oben in der Höhe des Hütleins sehr genau durchlaufen und keine Merkmaale eines Ansatzes haben; daher ist die Abbildung vorgestellt gleich einem Schwamm, der seinen Stihl verlohren: denn wäre es eine ü^ärepora, so mäste der weitere Teil in die Höhe zu stehen komm. cl. ^mmonites lXvi8 argeMci L lucentis colorig. Dises Amonshorn ist sehr schön, weil dessen Schale Merkwürdigkeiten. r 621 le weiß und glänzend , so hat solches wenig durch die Versteinerung vcrlohren; die daraufgekröntsten Wendungen scheinen durch die silberfarbe bläulich t heraus: Es liget auf einem blauen Gesteine und ist zu Beuweil gefunden worden. e. ü'leconites lutcvL Ein gelbichter Rogenstein von etwas grossem Gesäme. Diejenigen Steine, so gleichsam aus lauter grossen Körnern bestehen, sehen einige blos als ein Spielwerk der Natur, andere aber als versteinerte Fischrogen oder Gesäme verschiedener Früchte an; sie haben daher nach demjenigen Körper, welchem sie am meisten gleichen, den Namen empfangen. Also werden die Rogen oder Fischeystein kiloli- tden und Oolitken, Lenckriten vom Hirse, kkÄLlren von den Linsen, jVleLonittn von dem Mohnsaamen, und ^miwsen von dem Sande und andere änderst genant. Einige muhtmassen, daß diejenige diser Steine, welche etwas kalkartig- und glänzendes an sich haben, von den Fischrogen herkommen; Xxx xx z Andere I§22 Natürliche Andere aber glauben, daß alle dise Bildungen nur aus zusammengebackenem Sande entstehen, weil besonders an denen Orten, wo ein Mineral- oder Badwasser über Sande fliestet, viele dergleichen gestanden werden. 5. Ü8bellu8 immaturu8. Es ist aus der Natur-Wissenschaft und denen Geschichten bekannt, daß man vorzeiten und auch noch jetzund aus einer Art Steine, so Ü.mi2ntu8 oder Steinflachs gcnennet wird, Zeuge zur Kleidung verfertiget und gebrauchet hat; die Moseovitcr sollen an- noch zur Seltene disen Stein verarbeiten und nach denen allerneuesten Beschreibungen von Grönland sind alda verschiedene Gebürge entdecket worden, worinnen der ümi-aiicken Flachs lang, weich und schön weiß ist ; disem fteinartigen Gewächse kommet der Ü 8 delt, welcher viel härter und spröder ist, sehr nahe; aber auch unter dem Ü 8 delt ist reiffer und unreifster ; von solcher letztem Art nehmen wir den Stein, welcher allster vorgebildet wird; man könnte zwar solchen auch schlechtlstnweg für einen Quarz halten, allein er kömmt mit einem unreifsten Ü 8 belt nicht gar übel überein; er ligt auf einem ganz Missen lelMiüschen, hiemit etwas glänzenden Gesteine; die Fibern und Faden sind unordentlich übereinander, und der Stein, so ziemlich schwär, iftznLie- dersweil gefunden worden. Dise Merkwürdigkeiten. 162z Dise'und folgende Abschilderungen sind besonders darum hier vorgestellet worden, damit man auch etwas über das Mineral-Reiche unserer Landschaft rnuhtmassen und etwan nähere Entdeckungen machen möge. §. vel LaceL läaea minerülis. Zwey Erd - oder Himbeeren / welche vollkommen von einem Eisenerzt durchwittert und eisenhart und schwär sind; in dem Bach zu Niderdorf gefunden. k. Lntroclllteb cjrmtuor srüculorum. Diser Stein hat oben ein artiges Röslein von s. Blattern: zu Benweil gefunden. j. ?3r8 LMrociiitLe srmÄi vel mineralis. Das Stücklein von disem LntrvLkit ist abgeschildert , wie es sich auf beyden Seiten vorstellet, und ist von einem gelbichten Metallerzt und schwär. Vori Versteinerungen haben wir ferners gefunden Zu Oberdorf: Eornua ^.wmonls. Aleconites. " Lelemnit. leredratul. 6rypllit. Lcdinit. R.etepor. Zu Niderdorf/ über obige / Mgtrices concllitarum Venerir. Eonekites vsrü Zeneris. Eo» 1624 Natürliche Merkwürdigkeiten. Loraliiter. Lclünites. Gibs, Agatsteiue. Zu Liedersweil wie zu Waldenburg. Alhier soll vor Jahren Silbererzt ausgegraben worden seyn. Zu Titterten wie zu Waldenburg. Den» ftrners Luccuräites. i>lu5culite8. LonLll. imbr. Adlerstein. Zu Lampenbcrg wie zuWal-rnburg, und Irvelliter. Zu Benweil: Lntrock. Lcliinit. Lornua Ü.MM0N. ' NusculiLe«. Zu Höllstein: ftrners - ^Icyon. lerebrak. Zu Namliöberg: 1 erebrat. Lr/plüt. EIWE dcr!öeir!)m^ e ur MW 6^. c/c!r!o/^ l^c^öenöusF. ?./^lnr5/.s ÄrL ui. ^ - lr f u WMWiSiLM^SW />5 MDM WML ^.Ä^<-/. ->-/ EE WM As« ÄM- <7/u,i/rn^cu^> ,^c/. cr. M» MÄ M- ^ ff-.- - ÄE8 ^'8E' Die Reise nach der Ntrs-Melle samt einer kurzen Beleuchtung der ohnferne von dar befindlichen auf befindlichen kIIMkr>kM1VI8 oder dem Durchbrochenen Welse. durch August Ioh. Buxtorf, Mitglied der Akademie der Schönen Wissenschaften zu ölLrkeille. NOLL LVI. An findet nicht oft solche Gegenden, welche dem begihrigen Auge des Reisenden zugleich beträchtliche Na- turmerkwürdigkciten und vereh- rungswürdige Altertümmer vorstellen. Diser Vorzug gebühret demjenigen Teile des Jurtengebürges, welcher als ein Ast oder Arm davon ostwcrts ausgehet und sich gegen den Rhein ziehet. Um dise Gegend annoch näher zu bestimmen, so sagen wir, daß diser Teil des besagten Gebürges kaum eine halbe Viertelstund Weges von dem grossen Dorfe Dachofelden in dem Münstertahle entlegen jey. Kaum hat man fich etliche Steinwürfe weit von Dachsftlden entfernet, so stehet man zur linken Hände, gleichsam an dem Fusse des Gebürges, aus einer dem Boden eben sich zeigenden Felsen- DYYYYr kluft i62§ Historische killst den Birsfluß mit einem kristaliklaren Wasser so überflüßig hervorquellen, daß er ohngefehr zwanzig Schritte von dar schon fünf Räder einer allda stehenden Mahl - Sägen - Hanf- und Oel-Mühlen treibet. Wendet sich der Reifende nur um etwas weniges gegen Westen oder nach der rechten Hände, so erblicket er die Strasse, welche zu dem durchbrochenen Felsen führet, und siehet die über der Oeff- nung des Gewölbes stehende Römische Steinschrift, wie solche Lage in der Tafel z. vorgestellet wird. Beyde diese Merkwürdigkeiten erweckten neulich nicht nur in so ferne meine Aufmerksamkeit, daß ich sie, wie die meisten Reisenden zu tuhn pflegen, obenhin betrachtete, sondern auch von der Steinschrift die allcrgenaueste Abschrift zu machen mich um so viel ehender bemühete, als ich wußte, daß so viele gelehrte Männer ganz verschiedene Abschriften davon in die Welt ausgestreuet hätten. Nachdem ich also zwo ungeheure Lastern von Dachsfelden aus dahin hatte bringen lassen und mich vermittelst derselben der Steinschrift also genahet, daß ich sie eben so gemächlich lese»! konnte, als hätte ich dieselbe in meinem Kabinete vor mir auf dem Schreibpulte liegen , nahm ich allervorderst das Maß von der Länge und Höhe der Tafel, von der verschiedenen Höhe der Buchstaben einer jeden Linie, und von dem Zwischenraume der Buchstaben unter sich selbst und Merkwürdigkeiten. 1627 und von dem genauen Stande, welchen ein jeder Buchstabe in Ansehung der über und unter ihm stehenden Buchstaben umhat, und erhielte endlich diejenige allergetreuefte Abschrift, welche nach dem verjüngten Maaßstabe auf der Kupferplatte 4. zu sehen ist. Bey meiner Zurückkunft nach Basel befand ich einen so grossen Unterschied zwischen allen andern Abschriften und der meinigen, daß ich mir vornahm meine Entdeckung der gelehrten Welt mitzuteneu und meine geringen Anmerkungen derselben beyzufügen, auch wenn es der Raum gestatten würde, etwas von der Birsquelle und einer andern nicht ferne davon entlegenen vortreflichen Wasserquelle hinzuzusetzen, und alles dem erlauchten Urteile unserer Gesellschaft zu unterwerfen. Ich mache billig den Anfang darmit, daß ich dem Leser den grössesten Teil der allbereit hin und wieder in gelehrten Schriften vorkommenden Abschriften der Steinschrift von kierrekertui8 vor Augen lege. Der gelehrte stellet dieselbe kaZ. i. seiner grossen Samlung alter Aufschriften, in der zweyten Ausgabe also vor: O... Vk... ÜV1K. 001.. M0VL17. Iyy yy z Der 1628 Historische Der bekannte Jesuit ?. Vv^oo sagt, ohne Zweifel auf Hören sagen hin, in seinem Briefe ö Nr. 1'A.bbe L*** für 1e8 Decouverte^ fäite? sur 1e Kinn en 1716. es sey diese Steinschrift in gemeld- tem Jahre also zu lesen gewesen: NViVMI ^VOV8 H / ! V>1 VIX " i)v nn v» r.vn.nx üviir. coe.. «Le.vLi'. Der weltberühmte Straßburgische ^nticMriux und krof. I^iKorigrum, wie auch Königl. Franzöfi- scher IMorjoZrapKus Hr. Schövstin führet diese Abschrift des ?. Ounoä in dem ersten Teile seiner NüniX HluttratX 579. auch an. Es findet fich aber allda ein Druckfehler, indem ÜVIl anstatt 1 IVIK. gelesen wird , welches dem Jesuiten , der ohne dessen schon in grosser Verantwortung stehet, nicht auch zur Last geleget werden muß. In der ersten in dem Jahre 17^. gemachten Ausgabe der OeIiLe 8 lle la 8 mlle 7 d-». ///. 5^8. wird unsere Aufschrift also angeführet: 162- tl Merkwürdigkeiten. 8ro^v^ VI^ kM v^--- . V^l UVIK. Od. Der unermüdete Vaselische Chroriickschreiber V«. 8^isiv8 gibt uns folgende Abschrift davon in seiner Lpitom. Itilt. LM. 6. NViXMI ^V6V 8^0^V^l VI^ 0--vir-.v^ V HVI8.. Od. In seiner Basel-Chronick aber gehet er von sich sechsten ab p. s. und liefert die Steinschrift also: nviXMi ^vov8"r cr.-- Vk- r^TM'' v»r iivik. coi.. Wr.vLr. .Uy« yy 4 r6zo Historische kkäxci8Lv8 6vii.l.iNLxxv8 in seinem Buche äe keb. Helvet. LL I./,. Z8. teilet diese Steinschrift also mit: NVMNI ^VQV8 kM -V--^ - IV^I nvmv^l OOO. in seiner Wvet. ^neiq. L d^ov. s. gehet in keinem Buchstaben von dem ab. Der durch seine Schriften bekannte Zürchcrische Arzt Ioh. Jakob Wagner gibt isz. seines ^.mcurü IkelveLici unsere Steinschrift also an: OH— IlVI«. 001. MOVLO. In dem Jahre 1657. verfertigte Herr Jakob Meyer von Basel eine Karte von dem Lauste des Birsflusses, welche er mit folgender Abschrift dieser Steinschrift ausgezieret hat: NV- Merkwürdigkeiten. r 6z i ^VOV8^. VI^ kM (Z.V. VK8VM IIVIK. 000. MO. Unter den gelehrten Handschriften, welche der berühmte Baselische Rechtsgelehrte und in Untersuchung der Altertümmer ungemein geübte Herr Sebastian Fasch hinterlassen hat, fand sich auch eine Abschrift dieser Inicrixüon, welche er in dem Jahre 1667. vermittelst angestellter Laitern selbst solle genommen haben; und eben diese hat vorgebuchter Herr ?rok. Schöpflin seiner ^Ust. s8o. folgender Massen einverleibet: ^VOV8 VVR.: : IV^l IlVlO: ' OH. MOVLT'. Da nun kaum ein gleiches Exempel anzutreffen ist, daß so viele verschiedene und sich widersprechende Abschriften einer alten Steinschrift in die Welt ausgestreuet worden, als hat dieses, ohne Zweifel dem berühmten Herrn Schöpsiin den ganzen Kram derselben ganz verdächtig gemacht. Und wie sollte Nyy yy; doch I6Z2 Historische doch ein solcher Gedanke bey einem Manne von seiner Einsicht nicht entstehen? Daher hat er sich denn bey einem Hohen Gönner bemühet nm eine ächte Abschrift zur Hände zu bringen, und dadurch allem bisherigen öffentlichen Widersprüche ein Ende zu machen. Wie getreulich aber dieser grosse Gelehrte dißfalls sey bedienet worden wird sich drunten deutlicher ergeben. Einmal wissen wir von sicherer Hände / daß sein hoher Gönner das ganze Geschäfte einem gewissen Dorfyrediger selbiger Gegend aufgetragen habe/ dessen Tüchtigkeit villeicht in hundert andern, auch von seinem Amte ganz entfernten Dingen, grösser ist, als aber in Entwickeln^ alter Steinschriften ; und daher ist es geschehen, daß er dem Grossen Schöpsim folgende Abschrift übersenden lassen, welche dieser seiner chlun. lIIMir. sFo. mit grosse Zuversicht nicht nur einverleibet, sondern auch seine Erklärungen darauf zum Teil gegründet hat: diese Abschrift verhält sich also: VV ÜVIs ^t.ve Merkwürdigkeiten. isz; Meine eigene auf der Stelle selbst genommene Abschrift ist 4. in einem genauen Kupferstiche zu sehen, da denn ein jeder Leser die drey Französ. Schuhe ausmachende Höhe und die Länge von Vier Schuhen und Eilf Zollen / der ganzen Tafel, als auch die verschiedenen Höhen der Buchstaben einer jeden Zeile und andere Verhältnisse, vermittelst des beygefügten verjüngten Maaßstabes leichtlich durch den Gebrauch des Zirkels wird abmessen können. Nun komme ich zu der nähern Betrachtung und Untersuchung einer jeden Zeile dieser so ansehnlichen und bedenklichen Steinschrift sechsten, bey welcher die verschiedenen vorhin von mehr als einem Gelehrten gehegten Jrrtümmer vorkommen, und mehren- teils von sechsten fallen werden, indem sie mentalen keinen andern Grund als mangelbare und falsche Abschriften gehabt. Die erste Zeile ist <0 ganz und wol behalten, als sie in der Stunde war, da sie in den Felsen eingegraben worden. Es ist also ein ungegründeter und vollkommen falscher Zusatz , wenn in denen I)e1iLe8 äe l3 8mlle anstatt vorgegeben wird,man lese Kl l6. in der mehrern Zahl. Villeicht hat der unwissende Verfasser den irrigen Wahn I6Z4 Historische Wahn gehegct, das folgende O V8torV^I erfordere auch die mehrere Zahl des Wortes >^V- da es doch an Exempeln nicht fehlet, aus welchen das Gegenteil erhellet, daß ncmlich die Worte dlVNM oder 6MIV8 bald in der einzeln Zahle mit andern in der mehrern Zahle, bald aber in der mehrern mit andern in der einzeln angetroffen werden. Ich will nur Drey derselben anführen. oxnio vio6L^xi'V8 vii.iL. xxo. ZU dleapolis. 6kvr. cvn. 9. NVMINILV8 ?f.V^0^I8 ^8L8. OK 8VO ?08VM. 0 kVV. ?3§. cxn. 6. OL^IO. ^V66. 8^. .4V6. H 6^ vi. cvi. 5. Zu dem darf man ja nur unsere Abschrift ansehen um sich zu überzeugen, daß sich kein Raum für ein L allda befinde. Weit Merkwürdigkeiten. r 6zs Weit wichtiger aber ist nun die Frage ob das zweyte Wort der ersten Zeile ^VVOV8 mit dem nur noch aus ... V^l bestehenden Worte der zweyten Zeile zusammenhange und also mit demselben nur ein Wort, nemlich ^VOV8rorV ausmache, oder aber, ob man mit dem berühmten Herrn Schöpflein lesen müsse XV- OV86 LcrViVl? So wichtig und groß auch immer das Recht der unerschöpflichen Gelehrtheit dises ausnehmend grossen Mannes und seiner Gewogenheit deren Er mich sint so vielen Jahren würdiget, bey mir ist, so stark ist auch bey mir die Ueberzeugung , daß allhier NVKMI müsse gelesen werden, und eben daher wird Er mir auch nicht übel ausdeuten, daß ich dißmalen, wie auch nachwerts noch wird geschehen müssen, von seiner Meinung abgehe, und die meinige mit gebührender Bescheidenheit zu verfechten mir angelegen seyn lasse. Denn da allervorderst aus der in Kupfer gestochenen Aufschrift einem Jeden in die Augen fallen muß, daß in derselben durchgehend ein genaues Gleichmaß oder Lyinmeo ie sey beobachtet worden, nach welchem von dem 1 der zwe-ten Zeile, bis an den Rand i6z6 Historische Rand der Tafel Ein Schuhe und s. Zolle gemessen werden, so muß auch dise Zeile von Anfang um eben so viel von dem Rand der Tafel entfernet gewesen oder abgestanden seyn. Wenn nun von di" sem zur Linken des Lesers der Schrift stehenden Rande der Tafel auch i. Schuh lind s. Zolle gemessen werden, so ergibt siebs klar, daß in dem Zwischenraume von dar bis an die noch deutlich zu sehenden Buchstaben nicht Raum für Vier andere dergleichen Buchstaben (ncmlich 87VOK.) übrig bleibe/ und folglich ist vielmehr wahrscheinlich/ daß ursprünglich nur Drey Buchstaben (ncmlich lOK) aiida müssen gestanden haben. Zu disem einigermassen mechanischen Vcweis- tnmmc kömmt ein zweyter / den ich von der Abschrift/ welche meiner Großmutter Bruder und mein gewester Taufpate der langst selige Herr Sebastian Fäsch - hochverdienter Stadtschrciber unseres Standes / in dem Jahre 1667. selbst genommen / und welche der grundgelehrte Herr Schöpßein seinem unsterblichen Werke der Manae Illuümkie einverleibet hat /> eine unglückliche Wahl getroffen, indem er die Kayser LÜ.I.LIV! V8 und ?V?IIMV8 für die gehalten, zu deren Zeit dises Werk vollbracht und die Aufschrift dahin gesetzet worden. Ich heisst es billig eine unglückliche Wahl, indem Er unbedachtsamer Weise auf dise zween Kayser gefallen, welche kaum ein einiges Jahr regieret haben, und in disem Jahre nicht nur niemalen aus Italien gekommen seyn, sondern in diser kurzen Regierungszeit so wol in Rom sechsten, als in Italien, mit so vielen gefährlichen Unruhen sich zu erkämpfen gehabt, daß ihnen nicht einmal zu Sinne kommen konnte, ein solches Werk in den» entlegenen Hechelten zu veranstalten. Wen»» man hingegen erwögen will, wie viele Umstände sich in Ansehung des Ü.VKLHV8 und seines Trohngenossen des I.. VMV8 hervortuhn, so wird man sich leichte überzeugen, daß unsere Aufschrift von niemand, als von Visen beyden Kaysern rede. Denn allervorderst haben dise Neun ganzer Jahre, nemlich bis an den Tod des I. VMV8, welcher sich in dem Jahre Christi Ll.xix. zutrug, gemeinschaftlich regieret, für das Wvlseyn ihrer Zzzzzz un- 1644 Historische Untertahnen nngemein gesorget, sonderlich den Hel- Vettern viele Gnaden und Guttahlen erwiesen und aller Orten für die Verbesserung der Strassen Vorsehung getahn, daher es denn eben auch kömmt, daß noch bis auf den heutigen Tag, in der Schweiß, so viele Ihnen zu Ehren errichtete Denkmale angetroffen werden, unter welchen vornemlich auch merkwürdig ist dasjenige, welches den 7. Tag Aprilcns des nOccxxxix. Jahres zn I^ulürme entdecket worden und also lautet: 8dl OLXI0 8^0RVK4 LX V0?0 ^V6v8 X0K I.0V80^XlM8IViVl H Imilvik ^.VOV8^^l> OOR. LOXVLX^V8 V8O. Ich habe dise Aufschrift aus diser Ursach angeführet, weilen in derselben auch der ohne die Namen derselben auszudrücken, gedacht wird, welches uns zu einer andern Anmerkung Anlas gibt, daß man ncmlich eben zu den Zeiten des öl. öV- Merkwürdigkeiten. 1645 N. LVMUV8 und des I.. VMV8, welche durch ein bis dahin unerhörtes Exempel das römischeReich gemeinschaftlich beherrschet, unzähliche Denkmale Ihnen zu Ehren gestiftet habe, ohne derselben anders, als unter dem Namen der ü.vsegi'oiMn zu gedenken, weil diser seltene Umstand zweyer zugleich regierender Kayser hinlänglich geachtet ward den Hl. A,VKLllV8 und den I.. VLR.V8 zu bezeichnen. So finden wir dise beyden Kayser, da sie in dem Jahre Christi ci.xi. zugleich auch das Bürgermeister- tum zu Rom geführet, in der von dem berühmten AlLrxxi der gelehrten Welt mitgeteilten Aufschrift, eben also auch bestimmet: I 0 1- ^VKL^IV8 VI00I^L8 6L kkOO V8I. IX1k«u^VOV87'I8 008uiibu- Eben so führen HIeriTEkLL, />. 216 . und Imper. Itom. numiün. ex Are nieä. §5 minim. form. />. 257 . zwo Münzen an, auf welchen beyden die oftgedachten Kayser nur unter dem Namen der angezeiget werden. Die erstere Zzzzz 4 stellet Historische 1646 stellet folgende Umschrift vor: I.IL. ^V0V81M. I'k. ?. XV. 008. m. 8.0. und auf dem Kever8 steht : 8^0 VII ^V0V8I0K. 8. 0. Die letztere aber ist eine griechische Münze, auf welcher die beyden Köpfe des N. ^KLi.ir .'8 und des I.. Vrkv 8 keine andere Umschrift als dise haben: ^-ro^i-oi-Qn Difes alles zeiget genugsam, daß man die Aufschrift des durchbrochenen Felsens ^ V ^ I ^.VOV 81 'OI^.V^ auf den ^l. nnd I.. Vx«.v 8 unumgänglich ziehen müsse. Die dritte Zeile lautet also: Vl^. - - ^ , das ist, Vi-r per litum V--'. Obwolen zwar nichts darauf ankömmt, ob man Via äuck oder Via lliÄ-t lesen würde , indem das unvollkommene Wort - - O'H so wol denen beyden Buchstaben k^, als O V genügsamen Raum übrig läßt, so ist doch hier erstlich die Frage, aus was Ursach der k. Ounoll ehender D V als gelesen habe ? Hören wir Ihn darüber an, so wird er zur Antwort geben, er habe auf dem Felsen in dem Jahre 1716. annoch - - VOI'X gelesen und folglich sey nichts natürlicher , als durch Vorsehung des D das Wort VV- Merkwürdigkeiten. 1647 I)VOH herauszubringen. Gleichwie er aber eine unglückliche Wahl getroffen hat zwischen den Kaysern, also ist er hier von seinen Augen übel bedienet worden, indem schon in dem Jahre 1667. der grosse Kenner der Altertümmer Herr Sebastian Fasch, von welchem, allen Umständen nach, weit gewisser ist, als von unserm Jesuiten, daß er den Felsen sechsten mit Lastern erstiegen und die Schrift betrachtet habe, nicht das geringste Merkmal oder nur den Schatten einer Spur von einem V gesehen noch in seiner hinterlassenen Abschrift gegeben hat. Ist nun discs V nichts als eine Hirngespunst des k.Ounoä, so fragt sich denn nun ferner, ob man, da die Wahl offen zu stehen scheinet, ehrnder O V- oder lesen solle, oder ob nicht eine dritte Lesart, nemlich OIR.AOI'^., Platz finden möge? Was dise letztere anbetrist, so kan sie nicht wol Platz linden, dieweilen Vier Buchstaben dazu erfordert werden, für welche aber kein genügsamer Raum zu finden ist. Man messe den Raum, welchen Vier in discr Zeile nacheinander folgende Buchstaben einnehmen,als zum Exempel so wird man überzeuget bleiben , daß die Worte Vl^. und nicht so weit von einander entfernet stehen, als Vier hiueinzuschiebeude Buchstaben erfordern wurden. Dises 1648 Historische Dises kleine Exempel zeiget uns, wie notwendig es wäre, daß man von denen alten Aufschriften immer solche Abschriften hätte, deren Feldung, und Grösse der Buchstaben lind Lücken nach einer 8caL vorgestellet wären; indem es sonsten gar leichte geschehen kau, daß man Muhtmassungen anbringe, welche der Maaßstab und der Zirkel gänzlich verwerfen. Es bleibet also annoch übrig, daß wir eine Wähle treffen zwischen O VÖI'X und IHLH, und dise wird uns nicht schwer fallen, wenn wir die alten Aufschriften, welche aus Anlas neugemachter Strassen errichtet worden, zu Nahte ziehen. Einmalen gestehe ich, daß ich nach vieler angewandter Mühe, nicht eine einige habe alltreffen können, in welcher der Ausdruck VLm äucere vorgekommen wäre. Hingegen könnten wir fast unzähliche Exempel allführen, in welchen VLin Leere, re6- cere, ccmkcere vorkömmt. Wir wollen denjenigen Lesern zu Gefallen, welche mit den grossen Sam- lungen alter Aufschriften »licht versehen seyn, nur etwelche derselben anführen. 6rut. 1649 Merkwürdigkeiten. Lruter. Lxi.ix. 7. IN?. c^?8ü?. /VV6V81V8 V?8?^8I^XV8. ?0X1. N^X. iRIL. ?01L81. VII. IM?. XXVIII. L 08 .VIII. LLX80K. kLLIV^I). LVHLVI1'. Iciem. Ll.. 7. N. ^()VHV8. N. ?. <7N??V8. ?^0L08. kLM. ^6. RLOIO. ^v. L^kV^N. Ll. M. VN. ?0^1MI8. OELI8. NkLNKI08. ?LK???E08()VL ?08LIVLI Lc. Lc. läem. LLi. 2. V. IN?. e^?8^?. vivi. ?. XKKVä. nr^i^xv8 ^V6. 6?I^N. v^cie. ?oxi. N^x. koi'. Xlll. IN?. V? 008. V. ?. ?. VIE ^ LLXLVLX^O LXVXOI8IVN. ??LVX. 8v^r?cn. Oruter. i6so Historische 6 rut. ci.ii. 2. AI. A««IV8. m. x. AI. 8LX1IV8. AI. L. VVOVMI VL 8. VIE LAL1VXI). L/L. LLIILIVXV. cokKAV. läeni rö/^. s. »^xe VI^AI ^V6. L. LVLLLHV8 OLX8V8 LLM. läem. ccv. 9. IN?. LAL8. XL«. V^. "L«/IIAXV8 ^V6. 6L«AI. UM. kOI. ?. ?. L08. II. LLLH All. AV6V810 L«16A AI. ?. X. läem. ccv. 1. IAI?. OOMIHAX. VL8?. OE. AV6. 6LR.AI. ?. AI. 0?V8 XL^VHIA LVLLILAXOL. IXkLciVAI LA. 6LX1L. AIALL. AlVLL'I'A'I'A L1. OAMI. IX. k08I?MVAI AIVXM kVLULO ?KIV LOXklLI IV88H LXXXV11I. Wenn Merkwürdigkeiten. 16s r Wenn nun -ise angeführten und noch so viele andere Steinschriften den gewöhnlichen römischen 8y- lum von Strassen hinlänglich erweisen, so glauben wir genugsam, ja überflüßig erwiesen zu haben, daß auch auf ?ierre ?ertM8 vn müsse gelesen werden. Ein zänkischer Gegner könnte villeicht dennoch einstreuen wollen, es finde fich das Wort kerkere in einer denkwürdigen Aufschrift von einer Strasse, und folglich könnte das Wort äucere eben davon auch gebraucht worden seyn. Allein um disen Knoten desto gründlicher aufzulösen , müssen wir hier allervorderst dise Aufschrift sechsten vor Augen legen. Sie stehet bey dem Oruter. cxnx. 4. und lautet also: IN?. OÜ?8. olvl. ?. LVO. ?0X. NVX. 008 XII. 1KILVXIO. ?00L81. X. IN?. VIII. 0KLL. NMI. 01. MK/O I^OLOO 1?N?00. IE. OOV80. LO. ???. ?0. KON. 0?HN. OOOI6. 8LXOOI88. IX8HO. KLOOK. VIVN. 8V?LKI 0KVN. 0088. 1LN?OKO. MOH0 00. NVOOI8. 00018. INOOKNI8 8Ü.N. ?K0. 0IOXIONOO. IN?OKII INOI0KON. OOXOIOKLNcrvL OLOOI8. V8(L OLKOVXIO. Wer i6>2 historische Wer ist nun immer, der nicht deutlich sehe, daß das Wort keräucere hier nicht so fast die Arbeit den Weg zu machen/ als den Ort, wohin er ist fortgeführet worden / anzeige? Ja man kan behanbtcn / daß an dem Ende der vorletzten Zeile diftr Aufschrift das Wort kULN durch eine Miplm mit enthalten sey. Zudem weiß man ja/ daß die Verba Lompoiita sehr oft an Stellen können gebraucht werden/ da das einfache Urwort nimmermehr Platz findet. Wie ich denn annoch ein Exempel erwarte / da die Redensart Viam clucere in einer alten Aufschrift gebraucht werde. Gesetzt auch / es fände sich ein solches einiges Exempel / so bliebe dennoch immer wahrscheinlicher / daß in unserer Aufschrift die ungleich üblichere Schreibart könne vermuhtct werden; wie denn alle/ welche dieselbe bis dahin ausgegeben haben / nur den k. Ounoä und seinen Nachahmer in difem Stücke / den Herrn vL Loc » ^ ? in seinen Nemoires Lriti^ues Uc. ausgenommen / für VIH, gestanden seyn. Ich fetze nur noch eine Anmerkung bey / daß nemlich das kccit bey den Latincrn und das enoiri bey den Griechen das allgemeine Wort gewesen sey / dessen sich Bildhauer/ Mahler/ und andere/ jeweilen und durchgehend bedienet haben / wenn sie von einem Stücke sagen wollen / daß es ihre Arbeit sey. Merkwürdigkeiten. 1 6 zz Der Buchstabei' machet der dritten Zeile unserer Aufschrift ein Ende; Viele bisher gedruckte Abschriften derselben haben nach dem Wort kLR. nichts, ein einiger hat ()V. andere aber/ unter welchen der k. vunoä sich mit befindet/ ein ^ vorgestellet. Es ist also für das erste mal / daß dise wahre und mit dem Steine selbst übereinkommende Lesung der gelehrten Welt vorgestellet wird / dadurch nicht nur ganze Berge hinfallen/ indem k. vunoä dises durch iVlonwm erkläret und hiermit einen der gröbsten Fehler geschossen hat/ sondern auch der bisher unbekannte Vorname des Urhebers dises beträchtlichen Werkes endlich an das Licht gebracht/ mithin alle falschen ehmaligen Vorgebungen auf einmal gänzlich zerstreuet werden. mVL war also der wahre Vorname des wackern Mannes/ welcher unter seinem Angeben und Aufsicht Visen Felsen vor ohngefehr NVXL. Jahren durchbrechen ließ. Als ich dise Entdeckung dem unvergleichlichen Kenner der Altcrtümmer , Hrn. Chorherrn und krok. Hagenbuch / mitteilete / antwortete er mir darauf folgendes: 1 laeti 1ubeMe8 Irbi uni öebebunt, «^uotHuot tolnnio OvnoOl I^ettre ö Nr. INbbe VL1716. 12. 49. VV- Historische i6s4 D V R. V V oKenäuntur, iä elt aä unum omnes. (^ui eiiim novo inoöo ligluin ^ maluit inteipietari, «guam veteil conbuetu- äine praenomen , nae 18 ex 8 lglL l', mill'o praenomen LOZetur aä- mittere. Da nun diser Btlchstabe 1. in der dein berühmten Herrn Gchöpflem zugesandten Abschrift gänzlich ausgelassen worden, so ist dises ein deutliches Beweistum, wie saumsälig und frech derjenige müsse gewesen seyn, welcher dieselbe verfertiget und dennoch als vollkommen mit der Urschrift übereinstimmend einzusenden sich getrauet hat. Er hat sich aber nicht minder gröblich übersehen in Abschreibung der nun folgenden vierten Zeile, da er anstatt OVI - - HV^l nur DV.V^l geschrieben und also eine handgreifliche Auslassung dreyer senkelrecht j stehender Striche oder Buchstaben begangen hat, > wodurch Hr. Schöpflein in den Wahn gebracht worden, daß man hier DVI^4lV^ lesen könnte, welches doch durch unsere getreue Abschrift gänzlich dahin fället, wenn wir die von dem so scharfsichtig als grundgelehrten Hr. krok. Hagenbuch hierüber Merkwürdigkeiten. 1655 hierüber gemachte unwidersprechliche Anmerkung erwegen will. Denn als ich demselben meine neue Abschrift zugesandt und zugleich in Vorschlag gebracht hatte , ob man hier nicht OV IV ^ lesen könnte, versetzte er mir hierauf, daß er zwar nach meiner Abschrift den für rechtmäßig aberkannt/ und aus der von Hrn. Schö- pstein ihm zugestandenen Besitzung vertrieben erkenne/ der D V^4tV8 aber könne den von mir ihm angewiesenen Raum eben so wenig behaubten. Die Ursach / welche er zu seinem Behuf in seinem an mich geschriebenen Briefe anführet/ ist bündig und überzeugend. Er bemerket / daß die Drey ^ der ersten, zweyten und vierten Zeile, so wol als der eine übergebliebene Schenkel eines vierten in der fünften Zeile darum mit einander übereinkommen, daß ihre beyden Schenkel niemal senkelrecht sondern dermas- sen schrege stehen, daß ein jedes obenher nach dem verjüngten Maaßstabe, beynahe um zween Zolle enger werde als es untenher ist, allwo seine Schenkel auswerts von einander gesperret seyn. Hieraus folget in der Taht ganz klar, daß zu der Ergänzung dises zersplitterten Namens, kraft der hier annoch vorhandenen Ueberbleibseln gar kein möge eingeschoben werden. Er fällt also auf den mehr als wahrscheinlichen Gedanken, daß die nach Aaa aaa OV Historische I6s6 DV in unserer Abschrift folgenden zween Schenkel vi^n einem gedoppelten, aber nur aus Dreyen Schenkeln bestehenden herrühren, und auf dise Weise fällt der NameOV^MV8 heraus, dessen Entdeckung ihrem Herrn Urheber um so viel mehr Ehre machet, als diser Name in andern römischen Aufschriften bald mit einem einfachen, bald mit einem gedoppelten ^, uemlich DV^!IV8 und D V8 geschrieben bekannt ist, und ein dergleichen aus Dreyen Schenkeln bestehendes doppeltes in der zu L^ullmne entdeckten und ohngefehv zu gleicher Zeit mit der unsrigen verfertigten Aufschrift, wie aus des seinen Nemoire8 Oitigues ///. zz?. allwo sie in Kupfer gestochen zu sehen ist, in dem Worte ^OV80I>I- >^1^81 angetroffen wird. Ehe ich weiter fortgehe, kau ich nicht umhin einen andern Fehler anzumerken, welchen der Urheber der von ihm als vollkommen angegebenen Abschrift begangen hat, da er nemlich das lVI der zweyten Zeile, als aus senkelrechten Schenkeln bestehend, wider alle Wahrheit vorstellet. Wir kommen aber wieder auf den Namen D V- MV8; aus Anlas desselben bemerket Herr krof. Hagen- Merkwürdigkeiten. 1657 Hagenbuch , -aß in den alten Ansschriften nichts gemeiners sey , als -ist Verdoppelung eines Mitlautes in einem Namen des gleichen Geschlechts, als Oens Lpuleirr und Hppuleia, Kulia und RuKa, 8Lluüi3 und 8allulii3. Ja es findet ßch dise Ver- doppeluna auch in hundert andern Worten , als ^ücica für striez - Lnrwnnicu8 für Lrit3imicu8 , kortunna für kortuna , ^lunnicipium für ülunici- pium, Oilim für Olim, Ouerella für (^iierela, Vellit für Velit, klxxor für Oxor, und andere mehr, welche bey dem und anderswo in großer Merrge vorkonnnen. Hier aber wollen wir annoch, ehe wir weiters ge- hen, dem Leser nur die eine und andere Aufschrift vorlegen, in welchen der Name VVMV8 bald mit einem, bald mit zweyen dl. gelesen wird, welches zugleich auch dienen mag zu zeigen, wie geläufig diser Nan-e in den alten Aufschriften sey. Die erstere lautet also: I.. OVNIV8 0. JMIV8 1VK^NNV8 i'im. HOKR. v. v. Aaa aaa » Die r6s8 Historische Die andere Aufschrift ist dise: n. N. x? I.. DV^sll INkMI'. VVI.ei88I51 k^idL^L8 rii.10 VL8WL^^H88IM. Die dritte, welche folgende ist / wird nicht nur wegen des gedoppelten und einfachen so darin» in dem Namen OVdllV8 gebraucht werden, sondern auch aus einer andern wichtigen Urfach angeführet. VVXM (^VQNVE D ^V6V81IV8 ^V6V81^I8 M. OVXI0 X^8 mmo ril.Li'KL LIV8 MKL OL kOXLMVM cVK^VIl 8VL ^80^ VLOIL^VH. Nach der Anmerkung des vortreflichen Herrn HiIV8 V8 mit seinem Namen ÜV6V- 81IV8 LV6V81^I8, der VVdMV8 H^1V8 aber wird von seiner geheimnißvollen Namensänderung befreyet, und dem ganzen Zusammenhange der Aufschrift geht ein Helles Licht auf. 1"I^V8 OVNNIV8 ist also der Vorna- - me und Name desjenigen der den Felsen bey Dachs- felden hat durchbrechen lassen. Es ist fast unbegreiflich , wie der Jesuit k. Ounoä den Namen VVEIV8 in VVKVVM habe verwandeln und OVRVV8 für den Namen des durchbrochenen Berges angeben dörfen; noch unbegreiflicher aber ist, daß der gelehrte Herr oe desselben Träume für Wahrheiten angenommen und in seinen Ne- moires Lritigues !rdm. /. s i z. seinen Beyfall Mit Aaaaaaz fol- i66cr Historische folgenden Worten in die Welt geschrieben habe: 1.68 koii,8 66 66 ülVänt^esuite, (er redet von dein k. llunoä und von der Inschrift aufklebe ?erwi8) 1e 6ellem cionne 668 tr3it8 HUI r6lk6i,t, §616 nom 66 , <^U6 port6 6ncor6 Ir, mont3AN6 P6rc66 , N6 laillMt aucun Ü6U 66 6out6r, ci6,6 1'Inicription n'ait 6t6 pLi'f3it6M6nt r6lkitu66. Die Zierde der Strasburgischen Universität, der GrosseHerr Schöpfst,, hat disen Fehler des Jesuiten in seinen, unsere Lobsprüche unendlich übertreffenden Werke der l66U8^kLrL ^8Z. s6)on gründlich widerleget und gezeigct, daß der Name Ourvsu gar nicht der Name des durchbrochenen Berges, sondern des auf z. Stunden weit gegen Norden von dar aus sich erstreckenden Tahls sey, welcher von dem Lateinischen Oma vM8 herkomme und disem rohen Tahle ehmalen wegen seiner schichten Umstände gegeben worden; wie denn dise Gegend auch Val Dorvgl durch eine überflüßige Redensart genennet wird. Kömmt man aus discm Tahle weiter hinunter, so fängt sich oberhalb Münster ein anderes Tahl an, welches Oi3n6val oder 6rau6i8 VM8 genennet und also dem vorigen Tahle vurvau entgegen gesetzet wird. Einmal ist derjenige römische Erdbeschreiber noch nicht entdecket, welcher den durchbrochenen Felsen llui vu8 nenne; übrigens ist die gemeinste Benennung, deren die Einwohner zu Dachsfeldm sich bedienen, wenn sie von disem Merkwürdigkeiten. rssi sem Felsen reden wollen, daß sie ihn ganz kurz 1a koctie nennen , und sich von keinem vurvLu nur träumen lassen. Hätte der Jesuit. oder Herr o L Locn ^ r sich nach Dachsfelden begeben und-Ass nach dem Wege nach vurvau gefragt, man wurde ihn eheuder in alle andere Gegenden des ganzen Tahls vurvau, als zu dem durchbrochenen Felsen gewiesen haben. Das Ende der dritten Zeile stellet uns endlich auch den Zunamen des 1.1)VM§IV8 vor und nennet ihn wursteysen irret sich allhier, gleichwie in der Abschrift, da er, wie droben zu sehen, ViVl schreibet, also auch in der Ergänzung des Namens, wenn er 1^- liefet. Wir halten auch davor, daß dise Lesung so übel gegründet sey, daß es sich der Mühe nicht lohne, dieselbe zu widerlegen. Es muß also nach der gemeinen und durchgehenden Meinung gelesen werden , indem diser Zuname sehr gemein war, und wenigstens in etlich und Zwanzig bis Dreyßig Aufschriften vorkömmt, deren Drey, ohne die unsrige auf kierre kereuis, welche also die Vierte ist, in der Schwell; gefunden worden. Die erstere ist auswendig an der Mauer der St. Catharinen-Kirch bey Solothuru zu sehen. Aaa aaa 4 v-ivi. 1662 Historische v. k^LR.X. Die andere'wird von Stumpfen, OuiUimanno und klsntino angeführet, und steht zu Mönchwei- ler ohnfern Wiflispurg. ox^io H 60 K. ?. 6k^^celv8 cvir. LOI.. 8L^ILO^I^ V. x. Wegen difer Aufschrift ist merkwürdig, daß in dem Jahre 1701. nahe beyKloten in dem Züricher- Gebiete , an der sogenanliten Schatzhaldcn eine rnarmorsteinerne Säule hervorgegraberl worden, auf welcher eben dife Schrift von Worte zu Worte stehet, mit dem einigen Unterschied, daß in der achten Zeile das Wort VXOK ausgeschrieben steht. Einer dritten zu Genf entdeckten Aufschrift gedenket Merkwürdigkeiten. 166 z ket an einem Orte der gelehrte Herr ?rof. Hagen- buch, und sagt daß darinn eines L. N^X8VLH- XIV8 k^^^V8 Meldung geschehe. Sonsten ist auch bekannt, daß der Zuname 1LIvXV8 in gar vielen Geschlechtern oder 6enti- bus sey angenommen worden, und deswegen in den Aufschriften ein <^881V8 ein VO- I.V8IV8 kl41LKXV8, ein ^Vb'II)IV8 XV8 , ein I.. HtWOMV8 k^MXV8, ein k^OXIV8 ?l41L^XV8 , ein 8LX1. ?^880- XIV8 x^ixXXV8 , ein I.. 8LVIV8 XV8 , ein 1.. ?ONkLIV8 ?^1MXV8 , ein OVIKIXV8 xü.MXV8, ein L. ^LNMIV8 k4.MXV8, eiii L.c^MHV8 ?^MXV8, ein N^KIV8 k/4H^KXV8 und andere mehr vorkommen. So finden wir auch, daß V.L. ülxxxiil. OVIXIV8 k^rM V8 xrLekeÄlls tlrbi gewesen sey. Ja so waren auch, wie aus des .4i.RLi.oovL- nil kaüis Loilüügribu8 erhellet, Fünfk^MXI, welche in den Jahren V. L. oocccLxxxv. Rxix. RXX. RXXI. und RXXXI. mithin unter den Regierungen der Kayser 4t.LX. 8LVMV8, XV8 und VLI.. ?R.0LV8, in den Jahren nach Christi Geburt ohngefchr 2zz, 267,268,269. und 279. das Bürgermeistertum zu Rom getragen haben. Ob aber dise Fünf Lonüil^, wie es 4LRL- Aaa aaa 5 r.oovLx 1664 Historische l.ooven angibt, aus der 6emc Ovinm gewesen seyn, ist noch bey weitem nicht deutlich erwiesen. Ja in dem Gegenteile ist sehr vermuhtlich, es habe den von einem frechen Menschen vor hin ungegründetcr Weise eingeschobenen Geschlcchts- namen OVM1V8 hey der Ausgabe seiner bHor. LoniulLe. aus Ucbcrcüung lind ohne Ueberlcgung beybehalten. Wir schlichen solches aus zweyen Gründen: Erstlich finden wir iu ältern Ausgaben der b'allor. den Zunamen ?A1MI§V8 allein stehen und ohne den Namen OVM1V8. Zweytcns ist wahrscheinlich, daß Ai.NLi,oovi.n selbsten keine Beweistümmer aus dem Altcrtumme müsse gehabt haben , worauf der Name OVIMV8 sich steurc, weilen er sonsten llicht wlirde ermangelt haben dieselben , wie er gemeiniglich bey andern dergleichen Anlässen zu tuhn pflegt/ anzuführen. Gesetzt aber es wären OVIlW kAIMXI Bürgermeister zu Rom gewesen, so siehet man deswegen noch keine Folge, daß auch derjenige kAIM- NV8 , welcher den Felsen hat durchbrechen lassen, ein OVIMV8 müsse mit Namen gewesen seyn, wie einige zu derjenigen Zeit haben vorgeben wollen, ehe unsere ächte Abschrift vorhanden gewesen, welche aber nunmehr die Oviniv8 so wol als die Onn- 8108 , 1)n«,MI08, OvIIN 08 , II k 8 o 8 Le. in die gleiche Classe der Verwerflichkeit für immer verweiset. Wir Merkwürdigkeiten. i66> Wir kommen mm zu der fünften und setzten Linie unserer bisher betrachteten Aufschrift/ welche also gelesen wird: Es ist eine aus den Mertünimern bekannte Sache , daß die Einrichtung der Regierung der römischen bolonicn nach dem Muster und Urbilds der Stadt Rom eingerichtet gewesen seyn / nur mit dem Unterschiede / daß in den Colonien die Rahtsherren nicht 8enatores , sondern Oecuriones , und die zwey Haubter des Rahts nicht Lonlules sondern Oumn- viri genennet wurden. Von disen IIVIKI8 ist aller Orten schon so vieles anzutreffen / daß wir nur Zeit und Raum verderben würden/ wenn wir solches hier wiederholten. Nur dises bemerken wir / daß aus verschiedenen alten Aufschriften erhelle / wasmassen die VUUN- Vlll an einigen Orten insonderheit zu Errichtung und Erhaltung der Landstraßen seyn gesetzet gewesen/ an andern aber kraft ihres tragenden Amtes sich diser Sache ganz großmüthig angenommen und so gar etwan aus ihrem eigenen Beutel die erforderlichen Unkosten beftrittcn Haffen; das erstere ist in folgender bey dem i. anzutreffenden Aufschrift zu sehen: I.. ftk- 1666 Historische I.. ^??VHV8 0. x. ^I. IIVIIT VIMV51 kLV VN MLTM stimi,v VIE 8V^ ?LLV^I^ MIT'. Das letztere aber mag aus einer droben pa§. r6sO. angeführten Steinschrift abgenommen werden. Da nun unser T. OVNNIV8 ?LTM^V8 auch IIVik gewesen, so ist kein Wunder, daß auch Er disen Felsen zu Errichtung eines Weges oder einer neuen Landstrasse habe durchbrechen lassen. Er war aber ÜV1K LOT. MHVL. Alle diejenigen / welche jemalen von unserer Aufschrift geschrieben haben, nur allein den ?. Onxov ausgenommen, welcher aber von Herrn Alar^u^rä Wild mit feuriger Lebhaftigkeit und mit gelehrtem Eifer in seiner Apologie pour Icl vieille Lite ci'^venclle ist abgefertiget worden , haben durch dise L0TO- MTVL'TIMViVI die berühmte schweitze- rische und von dem HITV8 als das Haubt des ganzen Landes angegebene Stadt /VVW1TLVN, Merkwürdigkeiten. 1667 auf deren Platz heutiges Tages das Städtlein Wifli- spurg stehet, verstanden; denn obwolen iu dem alten Helvetica noch eine andere Römische Lolome, nem- lich die mehr als wahrscheinlich von dem Ivi.. eLx- 8LK gestiftete LdOE LOVL81KI8. auch LIVHL8 k^VL8MV^I genannt, oder die an dem Genfersee auf einer zimlichen Höhe noch heutiges Tages liegende kleine aber sehr angenehme Stadt , gewesen, so kan doch dise letztere unter keiner Wahrscheinlichkeit durch Lolonium Hel- vetiorum verstanden werden, indem einesteils kaum ein Exempel aus dem Altertumme wird angeführet werden mögen, daß durch Lolomain Helveeioruni Nvon jemals sey verstanden worden, anders Teils aber gar nicht vermuhtlich ist, daß ein OVMlVIft. von v o s? den Weg aus Helvetien durch unsern Felsen in der Rauracher und von dar zu der Sequa- nier Land werde besorget haben, zu der Zeit da der Oumnvir von ^VLNÜLUM in der Nähe war, welches ganz widersinnisch herauskäme, insonderheit wenn, wie wir hernach wahrscheinlich zu machen trachten werden, dise Landstrasse auch vornemlich zum Behufe der Stadt H-vLnucvN ist gemachet worden. Ehe wir in Ansehung diser so berühmten römischen Cokonie weiters gehen, müssen wir zu einem nochmaligen Beweistumme, wie schläferig man bisher nnsreAufschrtft abgeschrieben habe,dem Leser auch jN Historische 166F zu bemerken geben, daß noch von niemanden sey in Acht genommen worden / wie das Wort H l VL auf unserm Steine eigentlich geschrieben stehe, nemlich mit zweyen , deren das eine mit dein zweyten Schenkel des vorhergehenden ^1, wie aus dem Kupferstiche zu ersehen ist, verbunden worden. Uebrigens ist dis eine öfters in den Steinschriften vorkommende Art zu schreiben, der römischen Stein- hauer gewesen. Derjenige, welcher unsere vorhabende Aufschrift verfertiget hat, gehöret einmal auch unter disc Zahl, indem er auch schon in der ersten Zeile das V in der letzten Sylbe derselben aus eine seltene Weise mit dem O zu vereinigen gewußt, und auch ohne Zweifcl^ctwas dergleichen in dein halbver- blichenen Worte U VllvViVI wird angebracht haben : denn, da der Raum von dein aufrechtstehenden geraden Striche des R. bis an den letztem Schenkel des jV-l nicht groß genug ist, daß der Rest von dem R. , ein V samt dem ersten Schenkel des ^ darum hatten stehen können, so ist vermuhtlich daß er das V mit dem folgenden auch also werde verbunden haben, daß der erste Schenkel des ^ zu gleicher Zeit den zweyten Strich des V werde ausgemachet haben. Daß aber das Wort VL Merkwürdigkeiten. 1669 V 6 . in dem Anfange desselben mit einem gedoppelten hier vorkömmt, ist nichts ««gemeines, sondern man triffet dergleichen Exempel unzähliche an; man findet KLL anstatt R.L; LI1V8 anstatt LlV 8 ; O0A1VV8 anstatt O0NV8; LAA 8 IOHL 8 anstatt ?Ü8V0LL8; 8 LLOL 8 anstatt 8 LOL 8 ; VAL- L.V 8 anstatt VAKV 8 ; UALIlA anstatt LÜOVV 8 anstatt LÜ.OV 8 und dergleichen mehr. Um nun wiedrum auf unsere LOLOUIAAI ULI.VLHOIl.VAl , oder wie sich dise Stadt selbst in einer bald anzuführenden Aufschrift nennet, ÜVMULVN MOVLHOKVN zu kommen, so ist zwar unser Zweck gar nicht in die Geschichte derselben einzutreten, dennoch, aber können wir nicht umhin etwas von der Zeit zu reden, zn weicher sie zu einer römischen Lolome gemachet und mit römischen Bürgern besetzet worden ist. AVM 1 IOVA 1 war lange vorher eine sehr wichtige und grosse Stadt, ehe die Schweitz in der Römer Gewalt gekommen. Allein da auch ihren Einwohnern so wol als den übrigen Schweißern zn Sinne gekommen war, auf Angeben des OrZetorix.sich von Gallien zu bemeistern, verbrannten sie ihre Vaterstadt mit Feuer und liessen also nichts davon übrig als einen rauchenden Aschenhauftn. Nachdem sich aber I. LAL 8 AL ihrem Unternehmen nachdrücklich wider- 1670 Historische widersetzet, und sie nach einem über sie erfochtenen blutigen Siege wieder in die ehmals von ihnen bewohnten Gegenden zurück zu kehren gezwungen hat, te, ging es sehr langsam mit Wiederaufbauung der Stadt von statten, bis endlich Kaystr 2'. b'I.. VL8I^8l^V8 und auch nach ihm sein Sohn und Trohnfolger 1HV8 dieselbe in den alten sehr herrlichen Stand, ja auf den höchsten Grad ihres Glanzes setzeten. Dass aber VL8LL8I -^XV8 sich diser Stadt so sehr angenommen habe, mag aus zwoen Ursachen herrühren. Denn erstlich hatte er wahrscheinlicher Weise eine Zeit seiner Jugend in der Schweitz und zwar zu ^vk^-riLDn zugebracht, indem sein Vater 1 . kl.. 8HIMV8, nachdem er vorhin in Asien die Stelle eines Ober-Zollpachters mit außerordentlichem Lobe, und zwar also vertreten hatte, daß man in vielen Städten sein öffentlich aufgestelltes Bildnis mit diser Aufschrift , d. i. dein Redlichen Pachter, beehret hatte, nachwcrts in die Schweitz gekommen nnd allda, nach der heutigen Redensart, still Gelt auf Zinse gelegt oder valiren gemacht und wirklich auch in der Schweitz zu ^vb- -ricrim gestorben war, wie 8uewniu8 in 1. kL. VL8L2822XO L'-/-- l. sagt: ?ottea loenu8 apuä ULI.VL2208 exercmt, ibi len zugezogen haben: Der erstere bestehet darum, ! Bbb bbb r daß 1674 Historische daß Er behaubtet diser Kayser sey zu Lveu-ricum geboren, folglich Bürger allda und ein geborener Hclvetier gewesen. Allein hierum gibt uns 8ueto- nius ganz andere Nachricht, wenn er mit deutlichen Worten sagt: VL8k^.8IiMV8 uatu8 eli in 8abi- ni8 ultra viLo inoclico, cui nomen eli Der zwextc Ryfische Grund ist daher genommen, es habe nemlich VL8?^8I^V8 feinem Sohn 1ITV8 zu dem Hcerznge wider Jeru- salem einen beträchtlichen Teil Helvetischer Völker aus dem Wifiisburgergöw zugegeben , welche sich bey der Belagerung und Einnehmung diser Jüdischen Haubtstadt, vor andern ausgezeichnet und her- vorgetahn hätten. Wie ferne diser Umstand gegründet sey ist nicht so leichte zu bestimmen. Beyde Gründe aber erweisen zum wenigsten, daß unser Chronickschreiber in der Samlung seiner Chronick eben nicht mit so kluger Auswahl und reyfer Ueber- legung zu Werke gegangen sey/ als es wol erforderlich gewesen wäre. Nachdem also VL8?^8I^NV8 die Stadt ncvn in einen so glänzenden Stand gebracht hatte, führete er eine römische Lolouiam dahin, und gab vermuhtlich derselben den Namen VIL ULH.VLHOKVN. Daher kömmt auch, daß noch bis auf Visen Tag so viele Aufschriften in dasiger Gegend gefunden werden, welche des um die Stadt so Merkwürdigkeiten. 167s so sehr verdienten Kaysers V?8k^8I5NV8 gedenken. Insonderheit aber seyn diejenigen Zwo Aufschriften merkwürdig, in welchen dieselbe sich den ob- angeführten Namen umständlich beyleget. Die erste verhält sich folgender Massen: I.K64K) 151?. L5?8. 5V6. 6??N. I.LO. XVI. ?1.5VI5? ?IH515? LI' I.L6510 IN?. M5I5XI c5?85?I8 5V6. 6L?N. V5LILI VI. MMV? 80O5I.I ??5VI^1 1.1 ??5?10HI 51I1.H5HI8 ?L6/H0 M?. 1H5I5X1 e^x8äHI8 5V0. 6??N5 XILI O5LlLI ??0VIXLI5? I.V6VV^?X8I8 LOX- 8V1.I I.L6510 151?. ^s??V5? 1?5MI c^?84 ?I8 ^V6. 6KH515X! civ^eiei 5V e?^8V8 5LLI?I?X- O08 W?0XI5 ?I5 ??^VIV L0X815X8 5VL^HLVN M1.VLH0KVN kOL ?^1?0^0. Dbb bbb z Die i67§ Historische Die Geschichte diser wichtigen Aufschrift ist allzu- weitlänstig um sie der Länge nach hier anzubringen. Herr Mild erzehlet dieselbe umständlich in der schon rnehrmalen angeführten Apologie, allwo sie der Leser nachschlagen kan. Die zweyte Aufschrift, welche eine geraume Zeit nach dem Leben des 61 uwi-us entdecket worden, und also nicht in seiner Samlung anzutreffen ist, stehet, wie die vorige, auf Marmor mit zierlichen Buchstaben geschrieben und wird bis auf dise Stunde zu Münchwyler gelesen. Da sie aber von Anfang der Zeilen etwas mangelhaft ist, so geben wir sie, mit Unterschied der Schrift, wie sie Herr Marquard Mild mit vieler Wahrscheinlichkeit ergänzet hat. ivi.. c. k. cMimo ckVO. IKIL. Mb.. tL6. Iltl. ^LLV. ^81. ?VI^. üb H. LchckVVIO L^L8^I^L HV6. LVM LL LO LVOL^V8 IX NH_Hck88^I- cOI.. kl^ xi^ckVI^. 00^81^X8 LX VOIO tt. O. Nun in diser LoIomÄlIolv^tlorum war 1.OVX- XIV8 mit der höchsten Würde eines Zweyers be- klei- Merkwürdigkeiten. 1677 kleidet, und hat den Felsen bey Dachsfelden durchbrechen lassen. Nur ist jetzunder die Frage, aus wessen Befehl und zu was für einem Zwecke solches geschehen sey? Wären wir gewiß versichert, daß die Meinung, welche disen Weg für eine Vlam milcka- ie,n hält, gegründet sey, so fänden wir keinen Anstand zu behaubten, daß er auf allerhöchsten kayser- lichen Befehl sey gemachet worden. Allein da die alten labulae ItinerMLe nicht die geringste Spur einer hiedurch gehenden ViZs milimris anzeigen, so glauben wir das sicherste Teil zu erwählen, wenn wir dafür halten es sey diser Weg auf Angeben und Befehl des OolleZii Oecurionum zu , dessen käZus sich bis an dise Gegend erstrecket, errichtet worden, da denn auch ganz natürlich war, -aß der Name des Ouumviri, welcher in disem OoItAlo den Vorsitz hatte, aufdiser Steinschrift erschiene. Der Zweck aber dises zu Stande gebrachten Weges mag überhaubt vornehmlich die Bequemlichkeit der Stadt gewesen seyn, als welche sich und dem ganzen Orbgow dadurch einen nähern und kürzern Weg in das Rauracher- und Sequa- nier-Land bahnet. Um aber einen nähern Nutzen zu bestimmen, so fragen wir, ob nicht villeicht die Zufuhr des Salzes nach Aventcum aus Sequa- nien hierdurch zu erleichtern sey gesuchet und auch zu Stande gebracht worden? Disen Gedanken befe- Bbb bbb 4 stigen *678 Historische stigen wir mit folgender Anmerkung, daß nemlich eines Teils die Gegend von Sogercn hinauf durch das Delsperger- und Münstertahl bis an das Gebürgt , Galzgow oder 8a1i8§3uäi3 gcnennet wird, wie aris dem Marchrcgister des Bistums Basel zu ersehen. Unser Baselische Chronickschreiber N)ur- steysen gestehet deutlich, daß er zwar den Ursprung diser Benennung untersuchet habe, aber nichts entdecken können; über welchen Namen er sich um so viel mehr verwundert, als niemand jemals ein Exempel habe anführen können, daß man in diser Gegend Salz gemachet habe. Wenn wir nun setzen, es sey durch die neuerrichtete Strasse nach ^.vemiLum und dessen ganzen ?3§um oder Göw, die Salzliescrung durch die vbengenannte Tählcr geschehen, die Fuhren täglich auf der Strasse gesehen, und villeicht an einem und dem andern Orte Niederlagen des Salzes angelegt worden , so war es ein gar leichtes, daß bey dem Anlas diser so denkwürdigen Neuerung die Gegend von selbiger Zeit her das Salzgow genennet wurde. Wenn wir die fernere Ueberlcgung machen, daß in einer bekannten alten Aufschrist zu Solothurn eines LVK/VIMI8 8^^818 gedacht werde, was können wir bcffers aus ihm machen und worzu mag er uns geschickter vorkommen, als daß wir ihm die Verwaltung und Lxpeclition des durch die neuangelegte Straffe nach Solothurn gebrachten Salzes naher Merkwürdigkeiten. 1679 naher und an andere umliegende Orte auftragen. Wir kommen noch einmal zu den römischen Heerstrassen oder Vü 8 Mlitru'ibug und bemerken, daß das sogenannte UMMEVM ausdrücklich die Strasse durch kIWKL kM1I718 von der Classe der römischen Heerstraßen entferne, indem es die Heerstrasse von LvLni-icv m nach ^.1161781^ > also angibt: ^.venrico I^elvetiorum ketinescL - - - kl. ?. XIII. Laloäururn - - - k. X. ^ R.LUHU1N k. XXII. da denn dise Strasse nohtwendig über den Obern oder über den Niedern Hauenstein ging, wie denn die Gelehrten hierin» nicht übereinkommen. Herr krok. Gchöpflin stehet für den Niedern Hauen- ftein, da hingegen Herr vL LoenL-r die Virun mi- liwrein V0N nach ^uZulia KaurZc. über der: Obern Hauensteiir durch Waldenburg ziehet. Dise Frage hier zu entscheiden, würde uns zu weit führen. Villeicht kan solches zu einer andern Zeit, in einer nur darzu gewidmeten Abhandlung geschehen. Wir begnügen uns dismalen zu unserm Zwecke nur dises zu bemerken , daß einmal, nach Bbb bbb 5 dem I i68o Historisthe dem Urteile der beyden vbangeführten Männer, die Via inilitM8, nm welche es zu tuhn ist, nicht durch kielte ?ertu'8 gegangen sey; welches also ein neuer Beweistum ist, daß die Strasse durch Lierre kertul8 nicht unter die Vi38 Mi1itgre8 sey gczehlet worden, und man sich gezwungen sehe derselben einen andern Gebrauch und Zweck anzuweisen. Damit wir aber den Wahn, ob wäre die Straffe durch Lierre ?ertw8 semalen eine Via Mllitari8 oder Hchrstrasse gewesen, gänzlich vertilgen, so bitten wir unsere Leser sich doch vorzustellen, oder von andern der Sache kundigen Augzeugen sich vorstellen zu lassen,in welchem Stande dise Tahlstraffe sonderlich von Lovivi bis nach Rennedorf, und von dem Einflüsse des aus dem Delspergcrtahle kommenden Flüßleins ^ Gorne in die Dirs bis nach Lanffen, sich ehmals und bis in das Jahr 1740 . befunden habe, da nicht nur die beydseitigcn Felsen an den meisten Orten so nahe zusammen gingen und die das Tahl durchstreichende Birs die so enge Breite des Tahls an vielen Orten ganz zum Bette ihres führenden Wassers also einnahm, daß kaum ein fthmaler Fußpfad oder ein ^ Weg zu der kleinsten Art Baurcngcfährte übrig bliebe , mithin durchgehend nicht der geringste Schatte einer römischen Heerstrasse vorhanden war. Und hier kan man nicht einwenden, daß man von den heutigen Zeiten auf das Altertum nicht Messen könne, indem Merkwürdigkeiten. i6Zi indem die'Länge der Zeit auch einen guten Teil römischer Werke zernichtet und zerstöret habe, mithin auch allhier dises müsse als eine mögliche Sache zum vorausgesetzet werden: denn da ist ja leichte zu antworten, daß die Felsen eben die, welche zu der Römer Zeit gewesen, noch zu unsern Zeiten seyn, und daß die BirSquelle heutiges Tages nicht mehr Wasser gebe als zu Zeiten der Römer, folglich, daß dise Tahlstrasse bey gleicher Enge derTähler und gleicher Menge der Wasser, die gleiche unbequeme Strasse zu alten und neuern Zeiten nohtwendig müsse gewesen st'yn. Unseren heutigen Zeiten war eS also vorbehalten, daß das Schicksal dtser Tähler ganz verändert und erst jetz die dadurch gehenden schmalen Wege, zu der Pracht römischer Heerstraßen erhaben, mithin mit Sprengung der Felsen , mit Errichtung eines der Birst angemessenen Bettes mehr als römische Arbeit vollbracht wurde, so daß , wo ehmalö kaum ein enggelaüsiges mit Ochsen bespanntes Wägelein ängstlich durchkommen, oder ein erschrockener Wan- derSmann furchtsam hindurch kriechen konnte, nunmehr ganze mit KanfmannSgütern reichlich beladene Lastwagen gemächlich fahren und zwo mit zweyen neben einander gehenden Pferden bespannte Kutschen einander in vollem Laufe ausweichen mögen. DiseS prächtige und niemals genug belobte Werk ward i682 Historische ward in dem Jahre NOLLXI.. aus recht landes- väterlicher Sorgfalt angefangen von Sr. Hochfürstl. Gnaden dem letztverstorbenen Herrn Bischof von Bas-l, 2ALOB SZGJSMUNO, Baron Reinach von Steinbrunn ; nach- dem aber Diser an Fortsetzung diser wichtigsten Um ternehmung, durch seinen in dem Jahre moLLxr.ni. erfolgten Tod verhindert worden, gab Ihm die göttliche Vorsehung in der Person Seiner Hochfürstli- chen Gnaden, des jetzt rühmlichst regierenden Herrn Bischofs von Basel, Herrn JOSEPH WILHELM/ Freyherr» Rinck von Baldenstein / einen solchen Nachfolger, welcher, als zu dem Besten seiner Unterthanen geboren, das angefangene Werk mit unermüdetem Fleiße fortgesetzet lind zu Seinem unsterblichen Nachrühme vollkommen und glücklich zu Stande gebracht hat. Nur sey es uns hier erlaubet einen einigen Mangel daran auszusetzen, nemlich Visen, daß nirgendwo, wie bey der alten Strasse geschehen, eine Aufschrift erscheinet, welche der spätesten Nachwelt kund tuhe, wem sie dises so grosse Werk zu verdanken habe? Es sey uns aber auch vergönnet disem Mangel einigermassen und bis andere kommen, die es auf eine würdigere Weise tuhn werden, durch die nachfolgende einfältige Aufschrift abzuhelfen. Merkwürdigkeiten I68Z RLVLKLXOI88IÄH. L-r. LL8I88INI 8. R. I. MXM8. I08Lk»l. OVI.IL^^I. LX. ?MIi_I.V8H. 468. des ersten Teils, ohngefehr mit den gleichen Umständen des auf kierre ?erwi8 angelegten und hernach mit Sturm eingenommenen Blochhauses erzählet. Wenn wir uns nun vorstellen, was ein solches mit Cee cce s Eil- 1696 'Historische Eilfertigkeit erbautes Blochhaus / mit Anschaffung der Materialien, mit Heraufbringuug derselben über den Felsen oder an denselben, wie auch der, zwar von der Suderftitc her, ausgestandene Sturm, für unbe- hutsame und starke Stösse dem ganzen Felse und der Aufschrift selbst müsse zugezogen haben, so ist es so ferne, daß wir wegen diser einigen Begebenheit uns verwundern mögen, wenn heutiges Tages verschiedene Mangel daran erscheinen, daß es vielmehr eine Materie unserer Bewunderung seyn soll, daß noch so viel von der Aufschrift sey beybehalten worden. Wir haben zu Anfang diser Abhandlung von der Birs-Quelle, von derselben Lage, und Uebcrfluß Nachricht gegeben. Wir bemerken hier annoch etwas von dem Grade der Kalte lind Wärme ihres Wassers, so sich unmittelbar bey der Quelle zeiget. Den 12. Augstmonats 175 z. ward ein TKermo- meti um Von dem bekannten Herrn Mclleli Qür Morgens um 8. Uhren in die Birsguclle eingesenket , welches denn eine halbe Stunde und mehr hernach zH Grade unter Tempere anzeigete: da aber viele andere Tllermometm in der Welt gebraucht werden, als geschieht ohne Zweifel dem Liebhaber kin Gefallen, wenn wir die mit den besagten M- cbelischen Graden übereinkommende Grade anderer Tllermometrorum hier anzeigen. Auf dem Tbei'- momewo des Herrn r>L kommen 141 ^ Grad mit Merkwürdigkeiten. 1697 mit Graden unter dem Tempere des Nielieli- schen übereil»; Grade unter dem Tempere des iVUclrelischett Tbermometri mache»! auf den» Tder- mometr» des Herrn »I L KL L III» II n sr Grade über 0; auf dem Tdermometro des ds L IV r o rf machen sie 27 Grade über o. undaufdemkäHE- Iim rjschen Tiiermometro »nachen sie 46^ Grad über s. In der Herbesten Winterskälte hingegen soll das Wasser der Birsquelle so tempertet seyn, daß auch ein zärtlicher Mensch, ohne Unkommlich- keit davon zu empfinden, barfuß darin»» stehen kan. Zwischen der Birsquelle und dem durchbrochenen Felsen, aber näher bey jener, quellet aus dem Boden ein sonderbares und angenehmstes Wasser hervor , welches die Dachsfelder 1s lont-ime äe LKik- lel heißen. Fragt man sie um die Ursach diser Benennung , so sagen sie es habe vor geraumen Jahren einer Namens LKiKel von Neustadt an dem Bie- lcrsee sehr viel von disem Wasser getrunken und desselben herrliche Wirkung »»»»gemein erhoben. Ob- »volen nun dise Quelle kaum einen starken Steinwurf von der Birsquelle entfernet »st, so ward sie zn gleicher Stunde und an dem gleichen obbemeldten Tage dennoch um einen Grad des Mctielischen Tliermometri hicmit 2^ Grade unter Tempere wärrner befunden, als die Birsquelle. In dem Munde O difts LlliKel-Waffer ungemein linde und lieblich, I6s8 Historische lieblich, da hingegen das Birswaffer auf der Zunge sehr roh und hart ist. Da nun in einer Gegend nichts' nützlicheres kan entdecket werden, als die Quelle eines Gesnndbrunns, und ich aus dem verlassenen Zustande diser Quelle leicht abnehmen konnte, daß sich um derselben wahre Eigenschaften noch niemand groß müsse bekümmert haben, so beschloß ich bey mir selbst einige Flaschen davon nach Basel bringen zu lassen, und selbige einen, vortrcfiichen und ausnehmend erfahrnen Ärzte zu ctwelcher Untersuchung zuzustellen. Ich teile also, zum Besten der Einwohner des Münstertahls und anderer benachbarter Gegenden, die mit disem Wasser angestellten Versuche mit, wie sie mir von gedachtem Arzte, den ich unter meine Gönner und Freunde zu zehlcn das Vergnügen habe, übergeben worden seyn. Nur muß ich denen auswärtigen Liebhabern zur Nachricht dienen, daß sich in Basel ein Brunn befinde, der Gerwerbrmm oder von fremden Naturkundigern t'cmz Oormrio- rum, deßwegen genannt, weil er allernächst bey der Gerwerzunft steht, und daß diser ein so reines nud leichtes Wasser führe, welches fast von keinem andern, als von dem Pfefferswasser in disen Eigenschaften übertroffen wird. Aus diser Ursach wird in den angestellten verschiedenen Versuchen des Ger- werbrunns gedacht. Die Versuche waren folgende: "r.Zwo I Merkwürdigkeiten. 1699 1. Zwo Unzen des LllitLl-Wassers mit 2. Qnmtl. Violcn-Syruv gemischet, und stehen gelassen ändert die Farbe des Syrupcs nicht; da hingegen/wenn der Violen-Syrup mit Gerwer- brunnwasser gemischet worden, die Tinctur etwas in das Grünligte verfallt. 2. Ein Skrupel difts Wassers lidte von 8. Tropfen Lolution. Ivlercur. 8ub1iw3c. mit gemeinern Brunnwasser gemachet / keine Veränderung. z. Eben so viel des Wassers mit ro. Tropfen 8olu- tion. 83LLii3r. 8aturn. vermenget/ machete Anfangs eine trübe/ hernach erdünmrter Milch ähnliche weißlichte Mixtur und legte ein zartestes weißlichtes Pulver zu Boden. Der gleiche Versuch mit Gerwerbrunnwasscr angestellet gab eine etwas trübere Mixtur ab. 4. Ein halbes Quintl. des Wassers mit 8. Tropfen 8pirit. 83h AmmouiäL. versetzet / machet eine gleiche trübe und weißlichte Mixtur/ welche, nachdem sie eine Weile gestanden, wiederum Heller wird, und ein schneeweißes Pülverlein oder Salz zu Boden fallen läßt. Mit Gerwer- brunnwaffer blieb die Mixtur etwas klarer. >. Ein halbes Quintl. dises Wassers leidet von einigen Tropfen 01. lärwri per Oelici- keine Aenderung , sondern bleibet klar; hingegen ward so viel des Gerwerbrmmwassrrs etwas trüb- licht davor;. 6. Ein lyoo Historische 6. Ein gleiches ereignet sich bey Visen, Wasser, wenn es mit Mussten,Weinsteinöle vermenget wird. 7. Die Vermischung dists Wassers mit 8pirit. dsstri oder mit 8pssss. 8alis verursacht darum keine Aenderung. 8. Das Oleuru Vitriol! erwecket in disem Wasser keine stärkere Erhitzung als in andern, Brunn- wasser. 9. Gallapfel-iissulion ward von disem Wasser nicht verändert. 10. Dem Gewicht nach schiene dises Wasser sich gegen das Gerwerbrunnwasser wie 967 gegen 974 zu verhalten. Ein Stück Agatstein wigt in dem Pftfferswasser >79 Gran, und in dem EssMI-Wasser nur ^72. Woraus abzunehmen, daß , dem Gewichte nach, das Pfefferswasser sich gegen das OEI-Wasser verhalte, wie dises sich gegen das Gerwerbrnnnwaffer verhält. n. Ein und ein halbes O.uintl. 8ul. IM-t^ri mit drey bis vier Unzen dises Wassers gemischet, machet es milchicht; nachdem es eine Weile gestanden, fängt es an die Milchtrübe zu verlieren , und etliche Stunden hernach wird es wieder ganz klar und lauter. Da nun mit den obigen Versuchen die angeschaf- ten Flaschen des LIEI-Wassers ausgegangen waren, Merkwürdigkeiten. 170 r ren, und man desselben nicht kvmmlich in grösserer Menge mehr konnte bringen lassen, als konnte man in den Versuchen nicht weiter gehen , viel weniger sehen was eine gewisse Anzahl Maaß dises Wassers, nachdem man sie «brauchen lassen, für einen Satz zurücklasse. So fehlet es auch an genügsamer Erfahrung , was dises Wasser, nach einem gewissen Gebrauch desselben, etwa» für Wirkung getahu habe. Es ist auch die Natur des umligenden Erdreichs noch nicht genugsam bekannt. Iedennoch schloß unser gelehrte Arzt aus denen gemachten Versuchen, so wol als aus dem Geschmacke dises Wassers so viel: daß es ein sehr reines, gelindes und gesundes Brunn- wasser sey, welches auch das Gerwerbrunnwasser in der Reinigkeit und Gelindigkeit übertreffe, und folglich zu innerlichem und äusserlichem Gebrauche, zum Trinken und Baden dienlich und nützlich seyn könne. Wir haben Lifts alles unserm Leser um so ehender mitzuteilen für tuhnlich erachtet, als diser Brunn noch von keinem Arzte beschrieben noch die geringste Meldung desselben getahn worden. Das dismal davon angeführte könnte dennoch dahin dienen, daß dise Quelle gefastet und zu dem Gebrauche bequemer, als sie gegenwärtig ist, gemachet würde. Denn gesetzet, daß es endlich kein außerordentlicher Gesundbrunn wäre, so bleibet dennoch gewiß , daß es eine der vortreflichsten, reinesten und leich- 1702 Historische Merkwürdigkeiten. leichtesten Bruniiquellen sey, welche weit und breit mögen angetroffen werden, welches also schon die Aufmerksamkeit der Einwohner dasiger Gegend wol verdienet. UebrigenS habe ich auf meiner Reise nach derBirs- quelle so viel merkwürdiges, dem ganzen Lauft der BirS nach, in Acht genommen, daß ich mich leicht entschließen könnte eine Beschreibung davon, samt einer genauen und schon entworfenen Karte, zum Drucke zu geben, wofern ich mir nur schmeicheln Lörfte, daß mir etwann von höchstem Orte, die nichtigen Urkunden und andere historische Nachrichten einzusehen gnädigst würde vergönnet werden. !'WM KkW «G »L ^7 k^6H^ ULK^II^ KWWUKrKWMtzMDM ^-LSL; ktzMW' WM» W-^MM WWW UWE -' ! MZ MW v,'.- ME Z vicinL 5m. .LZr^L ^ LkH'R/L^LKIH'IO loxoCR^kM^ioxiis VVLS^LI Vici^L l^ I I^ kLIM^L GMÄ MUW ;MM MM MW ÄKA WM! KDÄ itzE l r , , -i r riii.nn Lca^a 3. I«3cirH'^I0 kLT'KL ^Liri-vs^L -d ^ ^ ! »ÄMM Wk-ULMMW L«-.LM' MM WSV»MMrMWAS»WS LHM>WZM'»EsM ?. »k-M M2^7 WRÄ/nsA. SLLr - ^ l«»-- >- 8MLS !LV 1 > »«'. /. < -Ä « 7 ^S >*>«^» »Mi Sk' I".» H///1S/'S/0g'Ä>7/>.--S»?" Ä0'/so^s>< /»SÄ// loverint uni- veiü , Huoä IILLILN 8 ciietus 8 cni.i-x'rv 8 i>L UN3M 8cbup02^in iu3M propriain apuä litrituin litain, cuin Loni8^e- ceIoni8 ^uonäüm Iililiti8 6e Licli, per inanuni Domini kni, 1. unoviLi^vvLNl 8, 61ii ULK- Lomiti8 ^uonäam 6e Vroburclc, con- tnlit libere kiXpollturX nolliX, its ut perpetuo pertineLt aä Lurtim noKrain äe 8urdeIon : 1^08 iZitur csnöenr 8cIiupor:am L öecem 8c!rupo2a8 ^uo8 jam m prXciiÄa viUa lrabebanius äieio 8cni> rxro Merkwürdigkeiten. 172s rxr o pro 3nnuo cenlu clukrum I^idrarum con- ceäimu8 cum jure lleeeäitario potiiäenöas, cuin ^ure (iicium Ku>v3rt Lßure in 8el§e1enäe; L lcienäum cpioä prXlibÄX 8cbupo^X nun^ualn in p1ure8 <^U3M in un-,ln äebent clickinAui, itÄ uL unicu8 llereäum iptÄ8 so1u8 teneut L LLnluni äet. Geben zn Basel, unter vorgemelten Gezeugen, Iäu 8 ^laji I 2 sZ. Nach Absterben diser von ^Menxvurck, gab der Dompropst vonLMe in dem Jahre 1278. den Hofzu 8ur- oder Lurbelon mit allcmRechte zn einer locZtione perpetua oder Erblehen Herrn Werner von Eptingen gegen einem jährlichen Zinse von 4. Pfund Gelts, mit dem Bedinge, daß so fern der Zins nicht alle Jahr richtig bezahlt wurde, die Güter ohne weiters zurückfallen sollen. Die Eptinger wußten aber die Hrrn. Dompröpste sich also günstig zu erhalten, daß ihnen noch mehrere Güter überlassen worden; ?rXpolitu8 Imtoläu8 äe Ivötelin übergab den z. April des Jahrs 1291. dem edlen Wernhard von Eptingen, seiner Ehefrauen Ita und derer ehelichen Kindern, die Besitzungen in dem Banne zu Buben- dorf, welche gemeinlich 8elllmä genenner werden, - Eee eee 4 L8il- 1726 Historische A 8ÜV2M c^UX VOLLtUr , cum 3§N8 , PI'2tl8, patcuis, lllvi8, ac;ui8, 3<^u3rum 6ecurllbu8, vÜ8 L invÜ8 A omnibu8 juribu8 <8^ pertinenrii8 all krTpollturain pertinentibu8, pro annuo cenl'u le- ptem b.ibraruin L io. 8 oI. in empli^teuün , mit fernerem Bedinge, daß die von Eptingen allezeit bey Aenderung der Hand, dein jeweiligen Dompropst ein Pfund Wax als ein Ehrschatz bezahlen sollen. In dem Jahre r z2o. findet fich eine Knndschaft von Conrad Egglin vonLiestal, woraus erhellet, daß dazumal ein Gottfried von Bubendorf gelebt, welcher verschiedene Güter zu Liestal lind Lausen besessen ; an dife Kundschaft henkte der damalige Leut- priester Hug sein Sigill. In dem Jahre 1354. verkauften Bertold und Wilhelm Waldner Ritter ihre Zinse zu Bubendorf, Zysten, Benweil und Rcgotschweil, dem Ritter Hemman von Ramstein. Vorgemelter Wernhard von Eptingen und seine Kinder, wenn er deren gehabt hat, müssen nicht zu alten Tagen gekommen seyn, weil dife Güter dem Dompropste bald wieder heimgefallcn find; Thüring von Ramstein, welcher damals dife geistliche Würde bekleidet, verliehe Werner Schaler voran- Merkwürdigkeiten. 1727 vorangezogene Güter, nach dessen Tod sie auf einen andern Schaler gleiches Namens gefallen, welcher auch in kurzer Zeit starb; dises letztem Ritters nei'i LcMrii Bruder war Cnnrad 8L-ÜMU8 der Archidckan oder Erzpriester der Stift Bafel, welchem in dem Jahre iz6o. Lurti8 llve Luria (ilZn re H-,/>c/wr UNL cum Lonis iitis in banno villZe Lu- benäorf, äietus vulg^riter lüvain mit Zugehörden, als ein Erblehen zugekommen sind; Diser Schaler fand für gut sich hierüber ein neues Instrument erteilen zu lassen, welches auch in dein Jahre l Z6z. in Lm'i-i äominicali vor dem OKciäl errichtet worden, worinnen er angehalten wird für den Hof zu 8nrbelon 4. Pfund und für die Güter 8eUanä und für den Wald Blamt 7r Pfund Gelts Jährlich dem Dompropst abzufützreir; Bey Abänderung der Hand ein Pfund War und bey Verlust des Erblehens alle 2. Jahre den Zins richtig abzustatten. Es ist sehr wahrscheinlich, daß schon um das Jahr i2sO. eine Gattung Dünkhof in disem Dorfe gewesen , und daß zu Zeiten der 8LLl2riormn der Herr Dompropst sich zu Sinne kommen lassen, allhirr ein förmliches Dünkgericht aufzurichten um seine anmaßende Rechte dadurch zu handhaben; daher ist es auch gekommen / daß, da niemand um die Ober- Eee eee 5 Herr- i?28 Historische Herrlichkeit besorgt war, der Herr Dompropst für eine Zeitlang viele derselben an sich gezogen; Zn Ende discs Jahrhunderts findet man aufgezeichnet , daß die Rechte discs Dünkhofs in folgendem bestanden seyn: „ So ein Probst von nüwem erweltwird, so sol „ man ihm schweren, und sind im lidig worden das » Metgerthumb, Zehnten, das Gelcnd das man „ nennet Seeland und die Hnt des HoltzMind Vel- „ de, daß er das liehen mag wem er wil; ist daß „ man under den Höflichen einen versenglichen findet/ „ den sol man ft'ir baßcr dan einen frembden nem- „ mcn; ist daß man nit sindt ein Man under den „ Lehcnlüten, den sol man nemmen einen nach Wil- „ lcn des Probfts: Item der Probst sol cntpfelhcn „ wem er will under den Höflichen das Meiqerthum, ,, das Banwarthnm und das Hirtenthuin so sy lidig „ werden : Und wer das widerredt, des Lib und „ Gut ist in Gwalt des Probsts: Wer daß die Hof- „ lüt abgiengcil bis an drey, so mag der Probst ci- „ nein das Meigerthumb entpfelhen, dem anderen „ das Banwarthnm, dem dritten den Bmv. Item „ wem er licht das ehegenannt Glend, der sol es „ buwen, wie in de»n Hof zu Bencken üblich ist; „ Item des Vogts Recht ist zerichten über Dieb „ und Frevel und anders; Item wan ein Lchen- mall« stirbt, der sol zu val geben das best Thier Merkwürdigkeiten. 1729 „ mit einer gspaltenen Klemmen so man findt und „ nimmet der Erb dan das Erb ohnErfchatz. Item „ von den Huberen nimvt der Probst Wisung, „ und der Meyer von den Schupessen. Item ist daß einer zu rechter Zyt syn Zins versmntzügende „ der sol beßeren einem Probst in sinm Nutzen z.ß. „ Der Meyer so! pfenden und strafen den so pfenden „ verwideret. Item wan einer Holtz bedarf sol ers „ begeren, nit selbs Hamen / sonsten Pfand geben „ bey 9. ß. Der Stock ist in des Probsts Hof, „ wegen Bllitgricht und vorn Kampf soll es auch „ wie in Spechbach Hof beschicht, üblich seyn :c. rc. Kraft diser Beschreibung hatte sich der Dompropst die Ober- und Niederhcrrlichkeit zugeeignet, und weil die Herren Bisthöffe von Basel Oberher- rcn der Herrschaft Waldenburg waren, so fand es auch eben keinen besondern Anstand. In dem Jahre iZ99. aber, da die Kaufhandlung diser Herrschaft Waldenburg von L. Stadt Bafel schon behandlet wurde, erachtete man Bischöflicher Seite für gut, dem Ullman Genaht dem Meyer, dessen geschwornen Hubercn und Hofleuten irr dem Dünkgerichte, wissend zu machen, daß ein Vogt zu Waldenburg Namens des Oberherrn diser Herrschaft zu richten habe von der Stcinen-Brücke, so zwischen Liestal und Bnbendorf stehet, zur Seite hinauf i?Zc> Historische hinauf bis auf die Wasserfalle und bis Nunningc» in Ibach; zur andern Seite aber von discr Brücke als der Bach sich scheidet aufhin nach Höllstcin als der ander Bach herfliesset / bis in Mußbach ob Lan- genbruck, und so der Vogt zu Nunningen richte, soll er einen Fuß in dem Bach und den andern auf dem trockenen Lande haben. Als die L- Stadt Basel zum Besitze der Herrschaft Waldenburg gekommen, liesse sie die Rechte dises Dünkhofes genauer untersuchen; der damalige Obervogt auf Waldenburg war I. Beringer von Stössen, er käme vor dis Dünkgericht, liesse, wie die Worte lauten, an den Eyd fahren, von wegen seiner Herren Rechte, darauf sich in dem Jahre 1426. dises Gericht unter seinem Meyer Cunz Schürch erklärte , daß nicht nur der Obervogt auf Walden- burg vorgerückter Massen zu richten, sondern daß er auch irr dem Dünkhofe zu Bnbendorf über alle Frevel und Missetahten, so über z ß. zu strafen, Weidet, Bahn, Holz und Feld zu besetzen habe, welche Erklärung dises Gericht in dem Jahre 141z. wiederholte. Der Junker Hans von Frick besaß um dise Zeit den vierten Teil der * Landgarben zu Bubendorf, welches Recht er der Frauen Margretha von An- _weil * Landgarbe ist, wenn der Zehnden schon genommen, die Siebende Fruchtgarbe in einem gewissen Bezirke Feldes. Merkwürdigkeiten. 17 Zr weil versetzet hatte , weil sie aber die Bezahlung nicht erhalten konnte/ so ward difes Recht indemDünk- gericht öffentlich aufgerufen und diser edlen Frauen um 16 fl. Gelt zuerkannt. In dem Jahre 1411. findet man aufgezeichnet, daß des Edlen von Ramstein eigene Leute, welche zu Bubendorf wohnhaft waren, dem Landvogt auf Waldenburg das Faßnachthun abführen mußten. Ohngeacht nun Lifts errichteten Dünkhofs waren dennoch vorgemeldte Güter ferners von dem Herrn Dompropst nach Belieben verliehen. Peter Liebinger krXpoütus übergab, wie das Instrument lautet , in dem Jahre 1412. Onn- tliero L I71rico üatribu8 6IÜ8 Ountlreri cls LptinZen armiZeris, in loLiltionein pro oenku »n- nuo 8- 1.ibr3ruln Läsileeniium, ä38 8e1anä in Lan- no önbenäork Lurtiin äiäam 8urveIon in Lrrnno Höliüein, Lum 3§ri8, prati8 , 1ilvi8, nernoribus L omnibu8 ^uribu8 Lo. Diser Bestand ward in dem Jahre 141z. wieder erneuert; in beyden Bestands-Instrumenten aber ausbedungen, daß die Mühle zu Bubendorf nicht unter den verliehenen Gütern gemeinst seyn solle, denn selbige war denen edlen Secvogel zugedacht; das Instrument hierüber ist folgenden Inhalts: N08 l?Z2 Historifthe ^ O 8 ONcialis LuriL Lulileenüs notum tsei- mus, ^uocl in toriu'ä ^suris eompuruit, Dominos k LH< D 8 IK8i8l^6LK, LccieliX Lilien- lis ?l'XpoiItus, i^ui nomine ?rXpoliturX, ciit'creto VirO ^soil^XXI LLUNNäkvO 8LLVOOLI. civi 8uiilienli, unum rVlolencknum , una cum areis, orris, gt^ue 6omo ex oppolico eftisäeni Alolen- 6ini liwaro , ulüs^ue kuis utrinentiis L pertinen- tüs univerOs , in villä Luo8enäort', Lc novem Dim'Niüia kmrorum in 8cinno 6ieiX viÜL , in loeo vulMriter appell^to Lnre/ loc^vit L coneellir, lo- c^tionis tittilo pro l'e L üüs 8ere6i8u8 in cmpli)- rdeoiin perpetuuni, chre liereäitgrio perpetuo pol'- 1i6en6a, pro ännuo centu seu Lunone 6uo6ecim Vieren^ellarum Lbiclorum , pro äu^bus Portikus 8peltie §L terti^ purte ^vene, menürre militnm, 7Z7 ter Heinrich Rich von Richenstein, welcher die vorhin angezogene der Stadt Basel schon zugestandene Rechte noch folgendermaßen erläutert hat, Nemlich: Daß des Domvropsts Meyer über alles was von dem Dünkhofe zu Bubendorf herrühret, allein richten; was aber Schulden, Fried, Frevel und dergleichen berühre, darüber so wol der Meyer als der Weibel und zwar jeweilen der zuerst angerufene zu richten haben solle; wenn es aber Blut anbetrift, soll des Dompropsts Meyer den Stab den« Weibel zu Handen des Obervogts aufWaldenburg übergeben ; und diser Meyer zu Johannestage den Schilling-Pfenning einzuziehen haben. Also ausgesprochen auf St. Gregorius Tag des Jahrs 1461. von der Stadt Basel, dem Domkapitel und dem Herrn Dompropst Georg von Andlau angenommen, das Instrument hierüber aufgerichtet, besiglet, und das Jahr hernach in dem Gerichte eröfnet und beliebet. Die Stadt Basel war über die verschiedene Jh- ro gemachte Anstünde wegen disem Dünkgericht sehr aufmerksam worden, selbiges wurde also schon seit geraumer Zeit nicht mehr befummlet, daß sie nicht Jemand der Ihrigen darzu sandte; in dem Jahre 1461. wollte des Obervogts Weibel dem Dünk- Ffffffr Meyer r?Z 8 Historische Meyer nicht mehr gestatten allein zu besiglen, welcher Streit ohnentschieden geblieben; Dazumal saß an disemDünkgerichteJunkerHans Bernhard Seevogel als Obermeyer, undBaltha- sar Schilling Obervogt auf Waldenburg war auch zugegen. Das Jahr hernach aber, als der Ausspruchbrief des Schiedrichters verlesen worden, waren beydsei- tige Abgeordnete hinauf gesandt; die von Seite der Stadt Basel waren Junker Heinrich Jselin und Herr Caspar Regennaß des Rahts samt obgenann- tem Obervogt Schilling. In dem Jahre 146s. findet man aufgezeichnet, daß Heman von Mülenen und seine Brüder den WidemhofZebulin und den Kilhensatz daselbst von Graf Oswald von Thierstein zu Lehen empfangen haben. In folgenden Jahren fände sich alles in disem Gerichte ruhig, und ward jeweils« im Namen des Dom- propsts und des Obervogts dasselbige verbannet; ge- meinlich ward der Dünkhof-Rodel und dessen Gesetze abgelesen und die Umfrag getahn, ob Jemand der Hubcr oder Hoflcute etwas zu rüegen habe. In dem Jahre rsi 8 . hielt Eucharius Bugholz Schaffner der Dompropstey ein solches Gericht; In Merkwürdigkeiten. r 7 Z» In dem Iayre i; 19. der Schaffner Arbogast Hiltprand; In dem Jahre 1521. Jakob Schlosser, welcher , genau untersuchte ob Jemand einige Hofgüter ver- I pfändet oder sonst veräußert habe. Alls der Verordnung, welche denen von Liestal in dem 14! l. Jahre gegeben und welche in dem Xten Stücke unserer Abhandlungen angeführet worden, ist zu ersehen, wie man sich in Ansehung der Bussen von Freveltahten nach dem Verfahren des Dünkge- richts zu Bubendorf gerichtet habe. Nach den Zeiten der Reformation, da alle dise Dünkhofsrechte und Einkünfte, davon einige dem Pfarrer zu Nutzen übergeben worden, durch feyer- lichen Abtritt an die Stadt Basel gefallen, so hielten die Pfleger der Dompropstey noch verschiedene Dünkgerichte und ritte der Dompropstey-Schaffner zur seltne mit 12z Mann ans Gerichte; so zu Zeiten des Dompropsts Jährlich zweimal beschehen konn- ^ te, und so fern er nicht kam, mußte man ihme z 1 b. in Gelt bezahlen auch dises Hofs Meyer gegen der Nutzung einiger Aecker, Stier und Eber erhalten. Seit dem Jahre 1602. aber ist dises Gericht eingegangen und werden dise Hofzinse kraft eines er- > richteten Berains von der Dompropstey der Stadt ! Basel Jährlich bezogen; doch sind viele derselben als das Wasserhun von Jedem so eine Matte be- FffsffZ W 1742 Historische saß so konnte gewässert werden, und andere mehr, besonders aber der Leibfall aus besondern Gnaden nachgelassen worden, und ist gewiß, daß die Buben- dörfer vor vielen andern Gemeinden der Obrigkeitl. Landsväterlichen Mildigkeit gemessen. Von dem Erbfalle ist schon vorhin etwas gesagt worden; das Gut der Ohnehlichen aber ist zu allen Zeiten der hohen Obrigkeit zugefallen ; ein solcher Fall beschuhe allhier im Jahre 1604. da eines Ohnehlichen Erbschaft durch den Obervogt und Oberstknecht um 50s Pfund zu Handen der Obrigkeit verkauft worden. In dem Jahre iszr. ward den Bubendörfern bewilliget einen eigenen Schießplatz zu haben, da sie sich vorhin naher Waldenburg zum Zielschiessen begeben mußten. UM Merkwürdigkeiten. 174-r LLE Von der Mchc zu Gubendorf. MGbige stehet auf einer Anhöhe, wie das Kupfer- ^ blat zeiget, und ist ein sehr altes der Mutter GOttes geweyhtes Bethaus, so auch den 10220 Rittern heilig war. Dero Verwaltung stuhnd vermuthlich von ihrem Ursprung an unter dem Hrn. Dompropst und die Stiftung des Bischofs Marichs brachte sie hervor. Seelzehnden werden in den alten Urkunden für diejenigen Zinse oder Zehnden genommen, welche denen Kirchen oder Priestern für die Haltung der Seel- meffen zur Ruhe der Verstorbenen gestiftet wor- Sfsfsf4 den; * 74 » Historische den; und also ist das 5 el§oisnä zu Bubendorf eine gleiche Stiftung. Dise Kirche hat noch ihr dslenäsrmm, so mit dem Jahre 1400. anfangt und verschiedene bischöfliche Verordnungen enthält; Unter denen bestimmten Seelmessen ist auch des Ritters Heinrichs von Bubendorf aufgezeichnet. Dise Kirche hatte vorzeiten sehr schöne Einkünften. Hans Bubendorfvon Attenschwiler verkaufte derselben im Jahre 1422. verschiedene Zinse, Jngleichem Junker Heineman und Bernhard Seevogel die Zinse von dem Zoßinger-Gut und dem Hofgut in dem Jahre »443. und 1450. Johannes Meich verkaufte derselben in dem Jahre 1467. einige Zinse von dem Zoßinger Gut, so vorhin Junker Günter und denn dessen Sohn Heinrich von Eptingen eigen gewesen, und andere mehr. Unter denen Priestern, so diser Kirche vorgestanden, war ein Hans Münch, welcher sich eine Seel- meß gestiftet hat. Ulrich Haffner, im Jahre 1481. Heinrich Schärer. Anthoni Heiniman. Marx Heiland. Der Merkwürdigkeiten. 174z Der Naht der L. Stadt Basel war in dem Iah« re isz;. besonders damit besorgt, wie er den Gottesdienst auf der Landschaft nebst anderm in gute Ordnung bringen möchte; Er erkannte also den i8. Merzen dises Jahrs: Daß der Dompropstey-Meyer zu Bubendorf um nichts mehr zu richten haben solle, als um Dünksa- chen, die zuzeiten aus andern Höfen dahin gezogen werden, und von rechtswegen vor dasDünkgericht zu Bubendorf gehören; Daß die Dörfer Bubendorf und Zyssen, unter ein Gerichtsstab zusammcngestossen, aus ihnen beyden ein Gericht genommen und abwechslnngsweise das Gericht bald zu Bubendorf bald zu Zysten gehalten werden sollten; Und daß die Herren Deputaten besorgen sollen, daß die Pfarreyen diser beyden Gemeinden zusammengezogen und auf ewige Zeiten in eine Pfarr verwandlet werden. Sie traten also ohne einigen Aufschub mit den Pflegern der Dompropstey in die nöthige Unterhandlung und haben den Obrigkeitlichen Befehl, vermög nachfolgenden Verglichs, geziemend vollzogen. F ff fff s Wir -744 Historische >, Wir nachgenandten Theodor Brand ^ „ diser Zeit M-Oberistcr Zunsstmeister, Cunrad „ Schnitt des Ratz und Heinrich Richiner Statt- „ schreiber zu Vasel als Deputaten, von den Ed- „ len, Strängen, Fürsichtigen, Ersamen, Wisen, „ unsern lieben Herren dem Bürgermeister und „ Rhäten Lobt. Statt Basel, die gmeinen Geschefft „ der Kilchen und Schulen, zuverhandlen, sonder- „ lich verordnet, an Einem: und wir Hans Ru- „ dolffFry, Wolffgang Hütschin und HansBot- „ schuch, such der Rhäten und als verordnet Pfle- „ ger der hochen Thumpstifft Basel, innamen und » anstat crstgesagter Thumpstifft, am andern Teil, ,, thunt khund und bekennen öffentlich mit disem „ Brief, Alsdann der Kilchensatz zu Ziffen , mit „ der Lechenschafft ^U8 ?Ätronatu8 genannt und „ allen Rechten, den obgesagten Herrn Burgermei- „ ster und Rhäten der Statt Basel, und der Kil< „ chensatz zu Bubendorff der Thumpstifft Basel, „ welche wir angeregte Pflegere diser Zeit verwal- ,, ten, zuständig. Das wir uns zu beyden Site», „ und insonderheit, wir obgesagte Deputaten, in- „ ramen und mit Verwilligung, unserer Herrn der „ Rhäten, vorstand, uß redlichen bewegenden Ur- „ fachen, diewil doch diß beyde Dörffer, ganz nahe „ byeinandern, in der Statt Basel Herrschaft Wal- „ lenburg gelegen, nnd deßhalben wol mit einem „ Selsorger versehen werden mögen gütlich geeint „und Merkwürdigkeiten. 1747 ,, und also betragen haben / das die Unterthanen „ vermelter Dörfferen, Zyffen und Bubendorff/ » Nunhinfüro in Eewig Zit, rechte Pfargnossen » sin und pliben, mit einem Pfarrhern verstehen werden, und das derselbig Selsorger, yeder zit » zu Bubendorff inn dem Hust/ dem Pfarhern da- » selbs verordnet gesessen / einen Sontag umb den ,, andern / jetz zu Ziffen / dann zu Bubendorff das „ heilig göthlich Wort predigen / darzu das Nacht- ! „ mal unsers lieben Herrn IEsu Christi glicherge- ^ ,, statt an biyden Orten eins umb das ander hat- „ ten / und nüt desterweniger die Undcrthonen an » beyden Orten / wan Ir Noturfft das ervordert „ mit Hantreichung der Sakrament, des Tauffs „ und Nachtmals unsers HErrn, deßgleichem in ! „ sterbenden Loüffen / mit embsiger Heimsuchung » der Krancken / trüwlich und vlißlich versechen sol- ,, le/ wie einem getrüwen Hirten wol anstat und „ gezimpt/ darumb ouch die Undetthonen vonbey- „ den Dörffern / Zyffen und Bubendorff/ jetz und „ inziten einen Pfarhern zu Bubendorf gesessen/ für „ irn gemeinen und rechten Hirten und Selsorger „ erkennen/ ime von einem zu dem andernDorffe/ „ wann er das göthlich Wort verkhünden oder des „ HErrn Nachtmal halten wil / gehorsamlich nach- ^ „ volgen sollen. Damit und aber ein Pfarrher an- ,, gezeigten Underthvnen dest stattlicher gedienen und » such gebührliche lioffritaiitst halten, darzu andere ,, Bsthwär, r?46 Historische „ Bschwärden, ertragen möge, So haben Wir „ einem jeden Pfarhern zu Bubendorff und Zyffen, „ zu rechter Lomperenz und Narung jerlich inze- „ nemmen und zeniessen verordnet: des ersten sinen „ hußheblichen Svtz zu Bubendorff in dem Pfarr- „ hust: Mer daselbs von der Thumpstifft Zehen- ,, den, so im ein Schaffner uf Burg abrichten sol, „ jerlich Sechs und drißig Viertzel, den Zweyter! „ Korn und den Dritteil Habern, und Fünff Pfund ,, Geltz. Item den Höwzehenden zu Bubendorff „ müssen die Underthonen geben, ist besser denn fünff „ Pfunt Geltz; item uf der Sagmüli und zweyen ,, Mätlinen zwen Säck Habern Geltz. So müssen „ die Underthonen zu Bubendorff gesessen, dem Pre- » dicanten daselbs jerlichs und in iren eignen Co- „ sten, acht Claffter Holtz horrwen und zrrm Hufe ,, füren, sind besser dann fünff Pfunt Geltz. Witer „ haben wir Jme geordnet zu Zyffen, den Dritteil »> des Zehendens daselbs, thut zu gmeinen Jaren, „ Acht und Zweynzig Viernzel, vorn Höwzehenden „ daselbs Drü Pfunt, und das Zehendlin zu Ar- » botschwil, thut gmeilich acht Viernzel; mit difem „ Lorpus sol ein jecklicher Pfarher zu Bubendorff ,, und Zyffen benügig stn, unsre Herrn die Rhät „ noch die Thumpstifft Basel um verere Narung ,) und Lompetent?, weder ersuchen noch anspre- « chen in kein wise. Und diewil wir uß Zifen und j, Bubendorff ein Pfarr gemacht , so haben wir uns von r?47 Merkwürdigkeiten. » von wägen der Lichung solicher Pfarrm geeint „ und betragen, das wir die Hinfür, eins um das ,, ander und nemblich wir die Pflegere obstand, setz ! „ zum Anfang in namen der mereren Stifft Basell, i „ des ersten, und darnach wir obgenanten Deputa- , „ ten in namen und anstat unserer gnedigen Herren . ,, der Rhäten der Statt Basel, oder Jr ersam Wiß- ^ „ heit selbs, und also für und für hinlichen sollen, . ,, wie dan wir die Pfleger obstand, schon zum An- i ,, fang gethan, dise Pfarren in namen der Thump- „ stifft Basel dem WürdigenHern Licnharten Strü- ,, bin dem Predicanten gelichen und zugestelt, hieby „ haben wir uns vereinbart, das ein jeder Pfarber „ zu Bubendorf und Zyffrn, der werde von weli- » chem Teil er welle, berechnet, sich gegen vilgesag- „ ten unsern Hern dem Bürgermeister und Rhäten ,, der Statt Basel oder Jrn verordneten Deputa- ! „ ten, inn Jrm namen, das er den vilgedachten ! Underthonen zu Bubendorff und Zyffen, mit ei- ,, nem erbarn Wandel vorstan, Inen das pur lind „ rein Gottes Wort, vermög unserer Hern Refor- „ mation Ordnung, zu den Eeren GOttes, Pflan- ,, tzung Christenlicher Gehorsame, und brüderlicher „ Liebe, getrüwlich sürtragen, und mit Hantreichung „ der heiligen Sakramenten unverdrossen dienen « wolle, verschreiben solle, alles erbarlich und un- gevorlich. Diewil nun wir obgenante Parthicn, ,> für uns und unsere Nachkommen, uns also hieran- i?48 Historische ,, angeschribner Dingen mit rechten wissen und wost » bedacht vereinbart, die jetzt und hienach also zehast » ten, glopt, versprochen und zugsagt, ouch darby „ aller Gnaden, Fryheiten, rechten inreden, Listen „ und Gewerben, so uns oder unsern nachkommen- » den Deputaten und Pflegern, hiewider zethunt, „ behilflich stn möchten, zusampt dem rechten, das „ gemeiner Verzichung oder Vorgang einer sondern ,, widerspricht verzigen und begeben: So haben wir » um Stäthaltnng und Warheit hierangeschriebener „ Dingen zwen glichlutende Brieff ververtiget, die „ mit unsern Theodor Branden, Altobersten Zunfft- „ Meisters, und Hans Rudolff Frycn Insiglen in „ unser aller namcn bewart, unser jeder Parthye » einen zu Handen gegeben. Und diewil biß alles ,, mit unsern Jacoben Meyers des Bürgermeisters „ und Rhäten der Statt Basel, gutem Gunst, Wüst „ sen und Vcrwilligen, zugangen und beschechen, „ wir ouch die unsern zu Bubendorff und Zysten, „ soliche Pfarrgnoßschafft gutwillig anzencmmen, „ güthlich vermögen, harumb so haben wir diß alles „ bestätigt, becrefftigt, und dessen zu Urkhund unser » Statt secret Insigel, zuvorderist an dise Brieff „ thun hencken, Geben und beschechen uff Samp, „ stag den Zweynzigisten Tag Mertzens, als man „ zalt von der Geburt unsers lieben Hern Jesu Ehrst ^ sti, TusentFünffhundert Driffig undFünffIar. Hier- Merkwürdigkeiten. 1744 Hiedurch sehen wir nun dise zwo Pfarreyen vereinet und zum ersten Prediger zu Bubendorff Hnn. Leonhard Gtrübin, ernamset, welcher hernach ^rckiäecanus auf der Landschaft worden. Dazumal ward einem jeden Prediger auf der Landschaft eine schriftliche Urkund zugestellt, daß er gebührend berufen und diser oder jener Gemeinde Seelensorge ihme anvertrauet worden; worauf er hingegen schriftlich sich verbinden mußte seine Pflichten wohl zu erfüllen. Weil nun alle dise sogenannten VoLationL-Briefe und Kevei-8 gleiches Inhalts seyn, so wollen wir den VoLEons-Brief und Revers di- ses Strübins hier nachsetzen: LeihMgs-Brief. HHJr nachgenandten Hans RudolffFryg, Wolf- E „ gang Hüttschi und Hans Bottschueh, alle des Rats und Pflegere der merern Thumbstifft Basell, Thund kund und bekhennen mit diserm Brieff, Alsdann die Pfarr zu Bubendorff und Ziffen, nach besag eines güttlichen Vertrags zwü- schen den Herren Deputaten und uns, an heut dato uffgericht, gesagter Thumbstifft diser Zytt, als für das erst moll zebesetzen und zu verliehen zustodt, 1750 Historische ,) zustodt, das wir uffsolliches, die gedachte Pfarr, » mit allen darzu verordneten Rechten, Gerechtig- „ keilen und zugehörigen Nutzungen dem Würdigen ,, unserem lieben getrüwen Herrn Lienharten Strü- bin, dem Verkhünder des heyligen Evangelii, in „ dem Rammen GOttes und umb Göttlicher Ehe- ,, ren willen, conteriert und gelichen haben, con- „ Lrieren und lichen Im die irr und mit erafft diß „ Brieffs mit sollichem Gedinge und gelutterten „ Fürworten, Das er gedachte Pfarr, so lang er „ die zeverwesen tugenlich ist, und er nit an andere „ End , den Dienst des Evangelij zelcisten berufft ,2 und verordnet würdet, selbs besitzen, die Under- ,, thonen einen Sontag umb den andern, yetz zu „ Bubendorff, dan zu Zysten, mit dem puren und „ reinen Wort GOttes, noch besag unserer Herren „ der Räthen ußgangen KeformÄtion Lonkellion- „ Ordnung getrüwlich vcrsechen, Inen mit Hand- „ reichnng der heyligen Sakramenten des Touffs „ und Nachtmals unsers Herren Jhesu Christi, ouch „ in sterbenden Loüffen mit embsiger Heimbsuchrmg „ und Tröstung der Kranckhen willig dienen, und „ zudem inen mit einem frommen crbaren uffrech- 2, ten Christenlichen Laben (wie dan einem Christen- ,, lichen Sellsorger, und getrüwen Hirten woll an- „ stobt) vorston, dartzu unsern Herren der Räthen, „ und deren Deputaten als seiner ordenlichen Ober- 2, khett vermelter Pfrundt halb gehorsamen, darzu „das Merkwürdigkeiten. 1751 » das Pfarrhause, wie Ime das Jngeantwortet ist, „ in sinem Costcn und ohne der hochen Stifft Basell „ entgelten, in gutten Buwen und Eheren halten; „ Ouch der Pfründen Nutzungen khcine verkhouf- „ fen versetzen noch beschweren solle, zu Urkhund „ haben wir gedachtem Herren Lienharten diesen » Brieff mit wirrem Hans Rudolff Frügen fürge- „ trugten Jnsigell, In gemeiner Pflegern Namen, „ verwart, geben den -8. Tag Mertzens, Nach „ Christi unsers lieben Herrn Gepurt, gezellt fünff- „ tzehen hundert, fünff und dreüsig Jar. Herr Lienharren Strübins Reversbrieff. MCH Leonhardus Strübin Pfarherr zu Buben- d ,, dorff und Zyftn bekhenn mit disem Brieff. „ Demnach die Ersamen Wisen Herrn, Hans Ru- „ dolff Fryg, Wolffgang Hüttschi, und Hans „ Bottschuch alle der Rathen, und Pfleger - Her- >, ren der Thumbstifft Basell mir die Seilsvrg der „ Pfarr zu Bubendorff und Ziffen, beuolchcn und „ znuerstchenLonlericrt, wellich Ampt nnd Pfarr, „ nachdem mich Gott ordenlich darzu berufft, Ich „ in dem Nammen Gottes zuuersechen, danckbar- „ lich und willig angenommen. Das ich uff sollichs » den Jronimen Fürsichtigen Ersamen Wysen Gggggg „Herrn, 17^2 Historische ,, Herrn, Theodor Branden Allten Zunfftmeifter, „ Conrad Schnitten des Raths, und Heinrich „ Rychener Stattschreiber zu Basell, als Deputa- „ ten von mincn Gn. Hrn. dem Bürgermeister und „ Rhätcn der Statt Basell, die gmeinen Geschefft „ der Kilchen zuuerhandlen, sonderlich verordnet „ minen lieben Herrn, neben dem gcwonlichen „ Priester-Eid, den ich vor miner Sendung ge- „ schworen by minen guttcn Trüwen und Eheren „ zugeseit, gelopt und versprochen hab, dise Pfarr „ so lang ich dartzu tugenlich und nit an andere Ort, „ das Enangelium zcpredigen berufft und cruor- „ dert würde, selbs zubesitzcn, das Pfarhuß, und „ was dartzn gehört, in gutten Bnwen und Ehe- „ reu wie nlir das ingeantwort ist, in ininen Cvsten, „ und one der hochen Stifft, oder der Herrn Depn- „ taten engelten zebehalten, den Underthonen einen „ Sontag umb den andern, yetz zu Bllbendorff, „ dan zu Zysten, das heylig Wort Gottes, nach „ minem besten ulyß und Vermögen, und sondcr- „ lich noch rechtem Verstand, hcyliger Büblischek „ Geschrifft und unser ußgegangen crystenlich „ Lontechon undischputierlich gctrüwlichen fürze- „ tragen, inmoffcn ich einem yeden, so das Ehrt- „ ftcnlrch an nnch begert, miner Lerr allezytt wüste „ Red lrnd Rechenschafft zu geben, dartzu das „ Nachtmall unsers lieben Herrn Jesu Christi glei- » chergestallt an beiden Orten eins umb das andere Merkwürdigkeiten. 175z ,, zchalten, und ouch die Underthonen in beyden „ Dörffern, wan ir Notturfft ervordert mit Hand- „ reichung der heyligen Sacrament, des Touffs „ und Herren Nachtmolls, ouch in sterbenden Louf- „ fcu mit embsigcr Heimbsuchung der Kranckhen, » bey Nacht und Tag gctrülich und vlißig zu verse- » chen / dartzu mich fromblich und erbarlich, wie „ das einem Christenlichen vorstender gebärt, zehal- tcn, mit minem Leben niemandem Ergernuß zege- ,, ben, und in dem allen Gottes Eher, und der Un- » derthoncn Seligkheit zu fürdern noch minem Ver- » mögen. Das ich ouch minem Gn. Hrn. dem Bur- „ germeister und dem Rath der Statt Basell alls „ miner ordenlichen Obcrkhcit, Und den geordnet- „ ten Deputaten gehörig und gehorsam sein solle „ und wolle, alles by minen gutten Trumen und „ Verlierrrng gedachter Pfründen ohne geverd: zu „ urkhund hab ich disen Brieff, den Herrn Depu- » taten obstondt, mit miner selbs Hand underschri- „ ben, und des Frommen, fürnemmen Herr«? Pan- „ thaleon Singistn Schullthessen zu Liechftall fürge- „ truckten Jnsigell, In Anscchen, das ich mich ei- » gens Jnsigell nit gebruch, bewart, geben den ,, 2z. Marty. Anno Als in dem Jahre N82. dise Wund ledig worden, hat Heinrich Strübin ein Anverwandter des verstorbenen solche von der hohen Obrigkeit begehrt Ggggggs und 1754 Historische imd vorgestellt, wie Heinrich Strübin der gewesene Schnidheiß zu Liestal, die kleinen Gerichte zu Zysten, etliche Hohwäld und Rütenen den halben Blomd, die Vischcnz, den Widcm und anders der Stadt Basel übergeben, weil es Jhme als einem Landmann nicht zugestanden solche herrliche Gerecht- sannne zu besitzen; und wie diser Strübin zugleich das ?3tron2tu8, weil Jhme das Pfarrhauß zu Zysten zu bauen beschwärlich war, der Stadt ge- schenket habe. Ohugeacht nun diser Vertrag darinnen nicht gegründet war, daß Schuldheiß Strübin der Stadt aussert dem Blomd etwas geschenktt, mästen, wie bey der Abhandlung von Zysten zu sehen, dessen Erben alle dise angezogene Rechte der Stadt verlaustet, so ward in dem Jahre i58z. weil die Stadt Basel wegen discm Kaust denen Strübin gewogen war, einige derselben zu Bürgeren angenommen, und di- ses Heinrichs Strübins Vater Christianus zum Korumeister in Liestal bestellt worden, diser Heinrich Strübin dennoch zu einem Pfarrer zu Bubendorf, ohne einigen Anstand bestätiget. Aus denen Schriften diser Zeiten muß man Messen , daß die vepmirten, welche den Kauf wegen der Strübinischen Rechte zu Zysten behandlet, de- uensctben einige Versprechungen müssen gethan haben: r?55 Merkwürdigkeiten. ben: zudem waren die Strübin auch Guttabter distr Kirche und sie geniesset noch verschiedener Gefalle, welche von denenselben gestiftet worden; Daher ist es gekommen dasi der Pfarrer Heinrich Strübin / welcher als er dise Pfarr in den, Jahre i^8z. erhalten, die Verdienste seiner Altvordern so wohl auszustreichen gewuft, und die hohe Obrigkeit gebetten die mündlichen Gunstbezeugungen gegen sein Geschlecht schriftlich erneuern zu lassen; der Löbliche Magistrat, dessen Güte, alle väterliche Gewogenheit übertrift, ließ sich auch sehr willig finden, und erteilete dem Strübinischen Geschlecht in Ansehung diser Pfrund daßienige Vorrecht, welches in nachfolgender Gnadenschrift enthalten ist. HH-Jr Remigins Fäsch Bürgermeister und der „ Naht der Stadt Basel Urkunden hiemit, „ daß Uns anheuto in versiunleten Ratzt, der Wür- „ dig und Wohlgelert Unser lieber getreuer Hein- » rich Strübin Pfarrherr zu Bubendorf und Z-)f- „ fen in unserm Amt Waldenburg gelegen, in Na- „ men sein und seines lieben Bruders des Etzrsam- „ men Unsers auch getreuen lieben Schultheißen zu „ Liestal, Ctzristiani Strübins in Underttzänigkeit „ anbringen und fürtragen lassen. Als bey unge- „ sehr 70. Jahren Ihre Vorelteren den Kirchensatz » M Zyssen samt aller Zugehörd und anderer Ge- GgggggZ recht- Historische I?s6 „ rechtsammeden Fürstchtigen, Ehrsammen, Wei- „ ftn, Unsern getreuen lieben Miträhten den da» ,» mahlen verordneten am Deputaten Anit ceäiert „ und übergeben, wäre Ihnen und Ihren Nachkom- „ lingen des StammcnS und Namens der Strübi- „ nen Vertröstung bcschehen auf Fahl bemeldte » Pfarr Züffen zu besetzen ledig stehen, und ein taug- „ liehe Person gedachts ihres Geschlechts und Na- „ menS dcro zu begehren sich verlauten / daß die vor „ audern dahin befördert werden sollten. Nun seye „ zwar der Ursachen Anno is8z. nach Ableiben des „ Ehrwürdigen und Wohlgelehrten Herren Leon- „ hardt Strübin seines lieben Vetteren scel. Jhme „ auf geziemend Ansuchen gesagte Pfarr gnädig an- „ vertrauet worden; Weil aber die länge der Zeit „ dergleichen Sachen aus menschlicher Gedächtnuß „ pflegt hinzunemmen und vertilgen, wie bald mit „ angeregter Vertröstung es auch geschehen möchte, „ und dahcro ihme und den seinigen des Urkundli- ,> chen Schein vonnöthcn, so hat er uns hierauf um „ selbigen demüthig augeruffen. Wann nun wir „ der unseren Ehe - und ehrlich erzeugte und Ihrer „ Frommen vorderen rühmlichen Fußstapfen dapfer einher'vandlende möglichst zu beförderen vordrist „ geneigt, haben Wir vorstehend zimlich bitten nicht „ verweigeren wollen. Und vergwiffernd demnach „ in Krafft diß BrieffS vorgemeinte des Stammens » und NammcnS der Strübincn dessen nämlichen so Merkwürdigkeiten. 1757 „ so oft und dick angereckte Pfarr Zyffen und Bu- „ bendorff (die beede nun lange Jahr zu einer Pfarr „ vereint gewesen) durch Abgang oder Abtritt des „ daselbst geweßten Pfarr Herren erledigt/ wiedrum „ zn verfechen seyn wird, und einer von mehr an- „ gemeldter Strübinen Geschlecht/ Stammen und „ Nammen ehlich erbohren vorhanden / welcher die „ reine Lehr aus dem Wort Gottes fleißig erlehruet „ und beyneben einen unsträfflichen Wandel führet, „ jnmassen zu verhoffen / selbiger der Christlichen „ Gemeind am Predig - Amt nützlich und wohl vor- „ stehen möge; Daß wir solchen vor anderen dahin „ verordnen und beförderen wollen, mit dem heite- „ ren Vorbehalt, dahingegen einer Lehr und Le- „ benshalben für untauglich geachtet oder der, wel- „ cher dahin gesetzt, wieder Verhoffen durch ungesnn- » de Lehr oder seinem Stand unziemliches und är- „ gerliches Leben sich der Pfarr unfähig und unwür- „ dig machen, daß wir dene zu beförderen nicht schul- ,, dig, ja Jhne wieder abzufetzen und die Pfarr mit „ einem tauglicheren zu bestellen Macht und Ge- „ walt haben sollen; deß allen zu Urkund haben „ Wir diesen Brieff mit unserer Statt anhangen- „ dem Jnsigel bekräfftigen lassen, den 22. May. 1627. Hierdurch waren die Strübin beruhiget und gemessen bis anjetz der Pfarr Bubendorf. 1626. War Chrispinus Strübin Pfarrer. Gggggg4 16 Z 9 . -758 Historische isz9. Da kein Strübin zur Pftund tüchtig war, Andreas Karger, welchem wegen seines kränklichen Zustandes, Emanuel Schlichter zugegeben worden. 1646. Heinrich Strübin; unter ihm ward im Jahre 1659. die Strübimsche Weintrotte der Dom- propstey verkauft, und in dem Jahre 1667. die Kirche erweiteret, auch den 9. Nov. 1670. disem Geschlecht das Bürgerrecht bestätiget. 169z. Heinrich Strübin, welcher den 28. Jener zu dem Nachfolger seines verstorbenen Vaters einhellig von E. E. Naht bestätigt worden. 170s. Wilhelm Strübin vecan. in dem Jahre 1724 wendete er steh an den E. Lonvemum eccle- lmliiLum und bat, zu seinen Gunsten vor E. E. Naht dahin einzukommen, daß sein Sohn gleiches Nammens ihm zum Nachfolger möchte gegeben werden, welches er auch den n. Wintermonats gedachten Jahrs erhalten hat. 1726. Wilhelm Strübin, des obigen Sohn, so in dem Jahre 1734. gestorben. Er hinterließ zween Söhne die Herrn. I. Wilhelm undJeremias Strübin, nunmehr beede 8. N. Lsnä. da sie aber dazumahl noch sehr jung und der damahlige Herr Pfarrer Joseph Strübin diser Pftund noch nicht vorstehen konnte, als ward der Wittib bewilliget dise Pfarr, durch einen dem Herrn Obersten Pfarrer der Kirche zu Basel, als ^rckiäe- 1759 Merkwürdigkeiten. can auf der Landschaft, annemlichen und geschickten OLnchäÄum so lange versehen zu lassen, bis Jemand aus den Strübin würde crwchlet werden. Als nun obgemelter Hrn. Joseph Strübin 8. 8. lVIiiEeni Lanäici. indem Jahre l? 5 O. sich hervor gethan, so ward den i8. Hornung gedachten Jahres ihm vor E. E. Naht diser Pfarrdienst zuerkannt; welchen er zu Anfange des folgenden Jahrs ange- tretten hat. Allhier gehen zur Kirche die Gemeinden Buben-- dorf, Zysten, Lupsingen, Ramlispurg, Arbot- schweil, die von Wildenstein, Großthannen, Brücken. Das Strübinische Geschlecht kan in seinen Vorfahren , wackere und um das Vaterland sich verdient gemachte Männer aufstellen; Heinrich Strübin von Liestal befand sich unter den Truppen des L- Stands Basel, als Zeügmeister, in der Schlacht bey chlancy, in welcher Herzog Carl von Burgund das Leben verlohr: von der Beute fiel ihm eine silberne vergüldte Triuksichaale zu, worin das Bildnüß dises Herzogs erhaben ausgeprägt ist. Er ließ folgenden Spruch um die Rundung diser Schaute, so 6. französische Zoll im Durchschnitt hat, herum stechen und sein Wappen beyfügen. Heinrich Strübin gon Liestal bracht. Dise Schnaken aus Nrmls Schlacht. Ggggggs Mich r? 6 o Historische Fluch Hochmuht, förcht Gott, sins wort acht Im 1477. Jahr es geschah. Welches hier abgeschilderte Geschirr die Herren I. Wilhelm und Jeremias Strübin 8.8. N. L. annoch besitzen. Merkwürdigkeiten. 1761 Dem Dorf ist ein Meyer und 4. Geschworene vorgesetzt; an das Gerichte, so es mit Zysten gemein hat, gibt es 7. Männer. Das Gescheit» wornnder Zysten und Ramlispnrg gehört, besteht aus io. Männeren. In dem Dorfe sind vier lauffende Brunnen, davon z. aus einer Quelle herkommen, und einer im Pfarrhause. Der Schießplatz ist hinder dem Dorfe, allwo auch die von Ramlispnrg hinkommen. Es sind allhier zwey Würthshäuser, eine Mühle , eine Hanf - Reibe und eine Holzsage. Der Dünkhof ist bey der Mühle herum gewesen, allwo vor Zeiten eine schattenreiche Linde gestanden. Das Dorf hat eine gute Schule, welche allezeit von einem Bürger von Basel versehen wird; das Lobt. - Amt hat den Schulmeister zu erwählen. Der jeweilige Prediger nutzet den Wein und Heu- zehnden, und die nunmahlige Dompropftey den Fruchtzehnden; als zween Dritte! Namens der ihr» einverleibten Stiffc auf Burg, und einen Drittel für sich. Von dem Obs gibt man keinen Zehnden mehr. Dieser 1762 Historische Dieser Bahn ist ftuchtbahr an Korn, Haber, Wein und Baumfrüchtcn; auch ist allhierdie Viehzucht zahlreich; die zu disem Dorfe gehörigen Waldungen sind. Der Blomd, ein zierlicher mit Fohren bewachst-, ner Wald, worinnen vor Zeiten Erz gegraben worden. Der Oesthberg worinnen Buchen; Der Eichbüchel worauf Thannen; Der Maurerbcrg worauf Fohren und Eichen; Der Galms worinnen Buchen, Thannen und Eichen. Der Landschahen worauf Eichen und Buchen; Der Homburg, worauf Buchen; Die Fühlishalden, worin Thauen und Buchen; Der Siglisberg worauf Buchen und Eichet!, und die groß Thannen, worinnen Thannen, Fohren und Eichbäume wachsen. In denen alten Schriften , werden sehr oft alle diejenigen Gütter angezogen, welche vorgemcldte edle von dem Dompropst empfangen, und auch des Königs Brunn, des Königs Baum, derer von Ramstein Gut und des Hofweyers gedacht. In den Kirchen- fenstern allhier und zu Zysten, findet man die Wappen der Besitzer des Schlosses Wildenstein, weil dises Schloß in beyden Visen Kirchen eigene Sitze hat. Hinter Merkwürdigkeiten. 176z Hinter der Kirche ist ein Berg, Guggcrs Halden genannt, an welchem Hrn. Pfarrer Heinrich Strü- binindem Jahre i^z?. mitObrigk. Bewilligung Reben gepflanzet hat, an welchen köstliche Trauben wachsen, aus denen ein vortreflicher Wein gekeltert wird; man nennt ihne den Häußlein Wein, weil zu oberst aufdem Berge eine kleine Wohnung stehet» welche denen Bubendörfern, die auf Zusprechen ihres Pfarrers der Obrigkeit in dem Jahre 1^94. treu geblieben, eine Zeitlang zur Hochwache gedienet hat. In den Fenstern derselben findet man die Geschichte dieser Bauren llebellion abgemahlt. Der Baßlerische Hauptmann fitzet zu Pferde, mit einem schwarzen Federbusche aufdem Helm, in vollkommener Rüstung, hinder ihme stehen geharnischte Männer mit blossen Schwerdtern; vor ihm läßt sich Hans Sigrist der Anführer der unruhigen Unterthanen auf die Knye nieder Und die Umschrift lautet. Trotz, Hochmuht und Rebellion, Macht gute policey zergon. Das Gemählde auf einem andern Fenster hingegen zeigt, wie vor der Dehmühtigung Hans Sigrist mit bedecktem Haupte die Hallepardte in der Hand haltend, stuhnde; von dieser Unruhe könnte in folgenden Stucken einige Erzehlnng fvlgem 1764 Historische In dem Bann dises Dorfs, jenseit des Frencken- Flüßleins ist das sogenannte Bubmdörftr Alls disem weiten Felde werden öfters verschiedene römische Münzen gefunden, und vor Zeiten auch Urnen oder Aschen-Kruge; hm und wider entdecket man einiges römisches Gemäuer unter der Erde verborgen; weil nun ein Baursmann vor Jahren eine schöne wohl polierte Platte von wildem Marmor mit dem Pfluge angefahren, so haben wir ein wenig dort herum nachgraben lassen, und die Überbleibseln von einem Gebäude entdecket, welches verschiede- Merkwürdigkeiten. 1765 schiedene Abteilungen hatte, ohngefehr wie dasjenige, so wir bey Lausen beschrieben, -och ohne Spuren eines kävimenti lellsllati. Auf eben disem Felde ward in dem Jahre 1754. ein ^urelius Xntoninus in Mittel Erze gefunden, dessen kevers eine stehende Persohn vorbildet, welche in der ausgestrekten rechten Hände einen Stab und mit-er Linken einen Spieß hält, zu deren Füssen aber eine Kugel liegt. Die Quelle des Wassers welche in dem sogenannten Hundswinkel dises weiten Felds entspringet, ist schon sehr lange Zeit bekannt; in dem Jahre 1641. kamen sehr viele Leute an disen Ort, um sich zu baden , daher der damahlige Herr Obervogt Zörnlein, weil sich die Leute in dem morastigen Wasser herumwühlten die Quelle säubern ließ; Als nun das Gerüchte erscholl, daß viele presthafte geheilet worden, so erteilte die hohe Obrigkeit der Neäicinischen kÄLultäe den Befehl über dises Wasser, ihre Meynung zu eröfnen, welches sie dahin taht, daß dises Wasser allervordrist vielfältig müsse ge- probet, und denen durch die lange Erfahrung dessen Würkungen erst besticket werden; hierauf blieb dise Quelle allezeit in ihrem Werthe bis in das Jahre 1742. da die verwittibte Fr. Zäßlein mit Oberkeit- licher Bewilligung solche gefastet, und em Badhauß darju aufbauen lassen. Diese i?66 Historische Die Probe über dises Wasser/ welche daznmalen E. E. Ralit vorgelegt worden, wird bey denen natürlichen Merkwürdigkeiten vorkommen. Wilden- Merkwürdigkeiten. - 76 ? 8 ,, MUr rechten Hände neben Zyfen, steht am Ber- -- ^ ge,welcher dasselbige Tahl vom Waldenblirgi- „schen sondert, auf einem hohen Felsen das Schloß -- Wildenstein, mit starken Mauern und zimlichen „ Vorwehren bewahret, hat vor Zeiten eigene Herr- » schaft und Edelleute dises Namens gehabt, ist nach- „ malen den Eptingern worden; Jacob von Eptin- » gen von Wildenstein seßhaft zu Tellsperg 1427. „ Hans und Rudolf Gebrüder 1465. „ Nach ihnen hat es sich in mancherley Hände ver- » ändert, bis es letstlich von Bernhard Branden, da- -- mals Obersten - Zunftmeister zu Basel, in bessern ,, Bau gebracht worden, hat aber keine Herrschaft ,, mehr wie vor Zeiten, sondern ist ein Edelmanns- Sitz, mit Holtz und Veld wohl versechen; Hhhhhh Also »768 Historische Also beschreibet Wursteisen Lifts Schloß und Landgut, worbey er zugleich die Abzeichnung des Wappens diftr Edlen vorstellet. Wir woller, trachten hierüber noch mehrere Erläuterung zu geben: Stumpf gedenket in seinen Geschichten der Herren zu Wildenstein und Nider Waldenburg, welches aber vermuhtlich keine andere Bedeutung hat, als daß difts Schloß Wildenstein unterhalb Waiden- bürg gelegen ist; oder sollte man auf die Gedanken fallen, daß das nunmehr zerstörte Schloß, so dem damaligen Schlosse Waldenburg gegenüber auf einer kleinen Anhöhe ob den, Städtlein Waldenburg gestanden, denen von Wildenstein zugehöret habe? Hievon aber ist keine Nachricht zu finden. Das adeliche Kloster Fraucn-Münfter zehlet unter seinen Aebtißinnen, eine von Wildenstein. Es scheinet, daß nach Absterben der Edlen difts Namens die von Ramstein difts Schloß einige Zeit ingehabt; hierauf besassen es die von Evtingen, und machten in ihrem Geschlechte einen sonderbaren Ast aus, die Eptinger von Wildenstein genannt. Heinrich von Eptinger, Herr zu Wildenstein lebte in dem Jahre 1304. Nach Merkwürdigkeiten. 1769 Nach ihme, um das Jchr izos. bis 1335. solle Götzman von Eptingen dises Schloß besessen und die benachbarten Grafen von Froburg beleidiget haben, daher dife Grafen mit Hülfe der Städte Bern und Solothurn durch dm Haubtmann Otto von Gyssen in dem Jahre 1324. oder schon vorher das Schloß Wildenstein belagert, beschädiget und eingenommen. Da aber Götzmann von Wildenstein währender Belagerung zu entrinnen gewußt, so hat er stch in dem Jahre 1334. mit dem Grafen vÄi Kybnrg vereiniget, ist deme wider die Stadt Bern das Jahr hernach zu Hülfe gezogen, hat aber sein Leben in einem Scharmützel bey Vurgdorfeingebüsset. In dem Jahre 1356. ist Wildenstein durch das Erdbeben sehr zerfallen, aber durch seine Besttzeral- sobald wieder hergestellet worden. Aus dem 14. Stücke unserer Geschichte ist zu ersehen , wie Hemman von Wildenstein ein Edelknecht in dem Jahre 137z. das DorfHöllstein als ein Lehen empfangen habe; er ist vermuhtlich eben derjenige, welcher in dem Jahre 1365. die Quartzehn- ten zu Rümlicken, Bückten, Witifperg, Känerkinden, Diepflingen, Dürnen und Böckten besessen hat. Hhhhhhs Und i?7c> Historische Und in dem ersten Stücke wird erzählet/ wie die Stadt Basel in dem Jahre i I?8. von dem Besitzer des Schlosses Wildenstein beleidiget / und daher di- ses Bergschloß belagert worden; wie die Stadt nöh- tig erachtet / die Belagerer zu verstärken und daher ein neuer Aufbruch beschehen/ welcher aber auf dem Hinaufzuge auf dem Felde bey Muttenz schon die fröliche Nachricht erhalten / daß das Schloß eingenommen sey / daher die mitgezogenen Fremden / welche sich durch Tapferkeit in diser Belagerung hervorthun und also mit ihrem Blut nach der Art der damaligen Zeiten das Bürgerrecht zu Basel erwerben wollten/ obschon sie nicht zum Streiten kommen, dennoch aufdem Felde mit dem Bürgerrechte begnadiget und also dismalen auch der gute Vorsatz belohnet worden. Es stehet ohne Zweifel einem Geschichtschreiber seines Vaterlands nicht übel an / wenn er bey Gelegenheit eröffnet/ wie und aus welchen Ursachen die Geschlechter der Bürgerschaft einverleibet sind; daher setzen wir dise Handlung von Wort zu Wort bey, wie sie in denen damaligen Zeiten aufgezeichnet worden. „ Hnno IZ78. lud Domino „ * Alilite, ÄD§iltro civium, t'erin tertir „ proxima ante kelium LanÜi ^obnnnis LnptiltL „ wurdent Bürger gemacht und verdientem es dise * von Eptingm „ nach- Merkwürdigkeiten. 1771 geschriebene Persohnen, als man für die Vestj Wil- denftein gezogen wolt srn , und aber nfgeben wart, do man gen Muttenz kam, des ersten: Heinrich Langmesser, 8uwr. Hans von Letun, zween Gebrüder, gleiches Namens, 8utore8. Cuntzli von Ölten, 8utor. Cuntzli von Mur, 8uwr. Hanneman von Pfirt, 8utor. Hans von Wilcr, 8utor. Heintzi von Müntzenberg, 8utor. .Hans von Luder, 8uwr. Clewi von Krentzach, Orpentsrius. Claus Bilgri von Pfirt, ?iüor. Peter von Ruyspach, Lm-pLMariuL. Peterman Geyßler, Likör. Heinrich Zürn er, l.LpiciäL. Michel Zürner, Lapiciäu. Peter Nüßli, Llator vlni. Ulrich Ladenmacher. Hanß von Esch, der Wagner. Ulli Strebli von Esch, Earpentarim. Werli von Muspach, Luparius. Rutzschman Grütsth, Luparius. Hanneman von Matzendorff, der Treyer. Heinrich Boß, Oupariu8. Hanneman Ruber, derBecherer. Hhh hhh z Werli -772 Historische Werli von Arouw, der Teck. Claus von Bürren / Luparius. Hllgli von Altdorff/ Lup3riu8. ^ammnan ^Schönman ^ ^on Leymen. Heintzmann Großhans, von Helffratzkilch. Cuntz Metzier, von Altkilch. Cuntz von Altkilch. Hanneman Bottenwiler, von Otmarsheim. Johans von St. Ursicien. Herman von St. Leonhart. Peterman von Telsperg. HansMoscher, von Telsperg. Peter Bcrner, von Telsperg. Peter Binninger. Hanneman von Liechtstal, Luparius. Herman Gypser, derMurer. Hanneman Cantzler, Lupsrius. Hugli Mützenmacher. Clans Rylich/ Luparius. Hanneman Kentzinger/ der Kuttler. Wernli Hirsinger/ der Metzierknecht. Peter von Wirtzburg , der Kannegyesser. Hartman von Canestein, der Kannegyesser. Hanneman Grellinger, der Schnider. Heinrich von Heydelberg, der Schnitzer. Ulman Kenenmyet, von Solothurn, 8artor. Peter Oelliki, der Müntzer. Hans -775 Merkwürdigkeiten. Hans Hüßli -er Müntzer. Hans Ulrich Filins Läus Larger, 8artor. Hanneman von Helffratzkilch, 8»rtor. WernliSpor, Lsrtor. Heinrich Triberg, kellikex. Herman Hagberg, keUitex. Hanneman von Arlischeim, kellitzx. Hanneman von Hunewil, 8artor. Bürckli Bruat von Telsperg, 8mor. Hanneman Uibischeinr, ^.urLber. Hanneman Geßler derwildewirt, Caups. Heinrich Rapp, kilcswr. Rudi zer Schaltenbrandefthus, Osuxo. Heinrich Zschretz, keMex. Heinrich Flöry, Laupo. buntz Strab, 8zrtor. Hans Mörnach, kellikex. Albrecht von Carc, Liswr vini. Ullishenßli, von Straßburg. Peter Swizer, Laupo. Hanneman Valkner, Laupo. Hanneman von Hoffftetten, e^uxo. Paulus von Straßburg. Peter Blutvogel / Llator vini. Wernli Gebtir, von Ntünchendorff, Llator vini. Henßli von Waltikofen, InMor. Johannes Sunnetag von Altkilch / Inkiwr. Albrechtens äe Wimpfen, inttieor. Hhh hhh 4 Cuntz -774 Historische Cuntz von Wimscheim, InMor. Hanneman zem Keller, InAtor. Hanneman Schultheiß von Bartenheim. Heinrich Zapfengyesser von Ravenspnrg, Inkiwr. Heinrich Griffler, vonFriburg im Brißgöw. Albrecht von Nürenberg, Inlwor. Claus Bürger von Waltpach, der Spengler. Hannenmn Roßlat, der Gärtner. Clewli Hustuch, von Colmer. Hans von Baden, Kakor. Hanneman Swebli von Landegk, Lalnestor. Hans Volleman, Lartor. Wernher Witolff von Phirt, ^xtor. Hans von Brundrut, lexwr. Clewi Lirrder, ^extor. Heinrich Gyr, lextor. CnntzliSüterli, lextor. Cuntz Banwart, 8uwr. Hanneman Hasenclaw, lexeor. Heini Gerster von Dietwiler, lextor. Hanneman Brugger von Rinvelden, lextor. Regkli RiclMrt, ^xtor. Hanneman Kyßling, l'exwr. Henßli Winckler, lexwr. Wernli von Röschlis der Gernler. Hanneman Mamhinger von Lugxdorf, lextor. Heinrich Knebel, l'extor. Heinrich Brumm, lextor. Ulli Merkwürdigkeiten. 177s Ulli von Nüremberg, der Sparer. Claris von Wissenburg, kicior, Stephan Plimmi von Costentz. Hanneman von Münster, R^akor. Wilmivon Blumenberg, der Sattler. Peter Gloggner von Rinvelden, ?iüor. Henßli Bader, LN'penwrms. Leonhart Rvst von Lützel, Luparius. Hanneman von Bernt, der Murer. Hanneman von Byedertan, Luxarius. Bertzschman Moury von Levolingen, darpent. Hanneman von Brrmdrnt, Llawr vim. Hanneman Beffort, Lsupo. Bürckli zem Kempfen, Lnupo. Hertli von Franckenfort, kaber. Heinrich von Stein, der Hubensmit. Heinrich Brogli von Zürich, der Scheidenmacher. Wernli Byschof von Rinvelden, kaber. Bartholomeus von Clingen, kader. Peter Snewis, LultelULber. Heinrich Frye von Altkikch, OultelliLber. Hanireman von Liechtstal, k-cker. Hanneman Hertrich der Messersmit von Hirstn- gen. Peter Sorger von Hnßgöw, k^der. Hanneman Swebli von Uberlingen, kaber. Hanneman Halber, der Schlosser. Wilnhelm von Hasenburg, Lrretor. Hhhhhh s Clein- *776 Historische Cleinheintzli von Spitzernberg, laber. Cuntz von Urach, kUber. Heinrich vonLeymen, kaber. Hans Herer von Urach, kaber. Claus Schrotbanck von St. Blasyen. Rtttzschman Sloßberg, Ltationarms. Hans von Leymen, kabcr. Cuntzli Scherer, lexwr. Cuntz Zengli, kaber. Hanneman Sloffer von Telsperg, ksbcr. Hügli Gebhart, Laupa. Bürckli Borer von Louffen, Osrnifex. Peterman Hertrich der Jünger, kaber. Hans von Memmingen, kaber. - Wernher Fryetag. Jegkli Frick, ^urikader. Hans Von Ulm, Auriüber. Henßli Wasenegk, 83iror. Hans Valkner, 8Zrtor. Cuntz Gaffer von Berne. Sygli von Oppenheim. Claus Müller, kilior. Cuntz von Grüningen, kiüor. Bertzfchi Dunkel, ?ikor. Rudi von Sissach, kikor. Leonhart von Rinach, menüir,3tor blaäorum. Hans Zangger von Liechtstal, kikor. Heinrich Huber von Wintcrtur, kiltor. Hans 1777 Merkwürdigkeiten. Hans Kugler, cultelMber. Hanneman Keller von Arlisheini, killor. Hanneman Schotte der Kornmesser. Ulman Mertze, ein Sliffer. Ritterhans von Schaffhusen, 8utor. HeintzmanRyst, 8uwr. Hanneman Slierbach, 8mor. Ulman Merckli von Hündlingen, cultelliLder. Hanneman von Waltikofen, vmi elator. Ottman Germig von Jntzlingen, vmicula. Meyer Hug vor: nidern Ranspach, viniculz. Hanneman Kurtz von Altkilch, vinicula. Walther von Geblißwiler, vmiculL. Ivhans RUttick Litt vinicula. Wernli Klupf von Morßwiler, viniculs. Wernli von Kyemberg, vmicula. Rudi Banwart von Botmingen, viniculZ. Heinrich Serli von Hirtzbach, vinicula. Rutzschi Schirmer von Telsperg, vinicuIZ. Iocki Banwart, viniculL. Hanneman von Volkoltzberg / cumfex. Cuntzman Zofinger der Vaßbinder. Fritzsch Koch von Straßburg, das ist Fritz Visch der Wogemeifter. Cuntzman Hurlapus der Baderknecht. Stephan Syblinger der Schiffmann. Der- -778 Historische Derjenige Georg von Wildenstein, welcher! das Fürstl. Kloster St. Gallen in dem Jahre 1480. unter seinen Nebten zählet, ist nicht von discm Hause, sondern vermuhtlich von denen von Wildenstein im Ergöw. Die edlen Besitzer des Schlosses Wildenstein haben an das ewige Licht in dem Kloster Ollsperg Jährlichen zz. Baselschilling gestiftet, und in dem Jahre iz84. ward discr Zins noch abgeführt; dazumal aber waren die Edlen von Wildenstein schon ansgc- storben, und Marquart, Götzman lind Elsbet von Baden besassen dises Schloß; es muß dazumal einige Güter von dem Dinkhofe zu Bubendorf genntzet haben, weil es Jährlich i Pfund 8 ß. darein zu bezahlen hatte. Dise Geschwisterte waren dem geistlichen Ordenshause zu Bückheu sehr gewogen und haben in disem vbgemeldcten i z84. Jahre dem Herrn Commenthur allda dise ihre eigentümliche Burg Wildenstein mit aller Zngehörde, Feld, Holz und aller Gerechtigkeit vergäbet und in dem Dünkgerichte zu Bubendorf, als Hans Schäker von Lauffenberg desselben Meyer war, hierüber den Schenkungsbrief errichten lassen. Es scheinet, die Gebäude dises Schlosses müssen von dem grossen in demJahre 1356. beschehenenErd- beben, ohngeacht der Ausbesserung und von denen Merkwürdigkeiten. 1779 verschiedenen Belagerungen sehr beschädiget und das ganze Gut von keinem grossen Nutzen gewesen seyn, weil dasselbe 4. Jahr hernach von dem Land - Com- menthur Rudolf von Randeck Herrn zu Betreten Namens des deutschen Ritter-Ordens dem edlen Peterman Seevogel von Basel um 220 fl. verkauftet worden; der Kaufbrief ward Sonntags vor Mathias des iz 88 . Jahrs wieder in dem Dünkgericbte zu Bubendorf gefcrtiget, mit des Hrn. Dompropsts, des Hrn. Land - Commenthurs und des Hauses Bücken Jnsigcln bekräftiget und, wie in dem Jnstrrr- ment gesagt wird, dem edlen Seevogel die Burg und Beste, der Berg und das Burgstell Wildenstein samt allem Bezirk, Recht und Gerechtigkeit übergeben. Jakob von Eptingen wird in dem Jahre 1425. auch von Wildenstein genannt; hieraus folget aber nicht, daß er Besitzer dises Guts gewesen, sondern vielmehr, daß er von den Evtingern abstamme, welche ehmalen dises Schloß besessen haben. Johann Hemman Seevogel hatte Margaretha Anna von Eptingen von Wildenstein zur Ehe, und ist derjenige tapfere Kriegsmann, welcher von der Belagerung von Farnsberg herabgezogen und in der Schlacht zu St. Jakob so rühmlich gefochten und mit seinem Blute seine Vaterstadt errettet hat. Er wird in den Dünkhofsschriften zu Bubendorf von dem Jahre 143s. Herr zu Wildenstein genannt. i78o historische In dem Jahre 1459. lebte Gottfried von Eptin- gen, genannt von Wildenstein, Diaconus der Stift zu Basel, und im Jahre 146s. Hans und Rudolf von Eptingen und von Wildenstein; Und in denen Eptingischen Urkunden findet man in dem Jahre 1471. aufgezeichnet, daß Verena von Eptingen die Ehefrau Hans Münch von Gachnang dem Bernhard Seevogel von Wildenstein ein Leib- ^ geding verkauft habe. Die folgende Besitzerin war Fr. Verena Schmied, Herrn Johann Bären von Dnrlach bischöfl. Hofs ! krocurawrs Witwe, welche mit Beystand ihres ^ Sohns Ezechiel Bär dem Junker Georg Schönkind des Rahts der L. Stadt Basel dises Schloß samt Zugehörde um 77 s fl. Rheinisch verkaufet hat; welcher Kauf ebenfalls in dem Dünkgerichte zu Bubendorf als Hans Rudi dessen Meyer war, in dem Jahre 15 oc>. gefertigt worden. Diser Rahtsherr hatte den Kauf nicht für sich sondern in dem Namen der Stadt Basel getroffen, er trat also derselben das Recht zu disem Schloß ab und erhielte dasselbe auf einige Jahrlang gegen einem jährlichen Bestandszinse von zo. fl. Weil nun von wegen denen von Eptingen die L. Stadt Solothurn in Kriegszeiten ein Oeffnungs- Recht Merkwürdigkeiten. r?8i Recht zu disem Schloß begehrte, so ward hierüber mit Jhro gehandelt und erhalten, daß sie sich kraft eines Instruments, so Mitwochs nach St. Sebastian 1522. gegeben ist, aller Ansprachen aufimmer begeben hat. Es ist leicht zu erachten , daß die Stadt Basel darum dises Schloß mit aller seiner Zugehörde erkauft habe, damit Sie die Rechte desselben einschränken , hiemit die Landes-Oberherrlichkeit aller Orten ihrer Bottmäßigkeit behaubten möchte. Die Einkünften desselben an Frucht und Geldzinsen, so die vorigen Besitzer, besonders die Edlen von Eptingen, zu Lausen, Zyssen, Höllstein, Ram- lisperg und Bubendorf sich erworben hatten, warben dem obrigkeitlichen Kornmeister zu Liestal übergeben/ welcher solche noch anf den heutigen Tag einziehet. Hernach wurden auch die Wälder Dlomsbt, Oe- rensperg, Siegelsperg, Unrat, der Landschachmund der Jngelsperg davon genommen und zu den übrigen Hochwäldern geschlagen. Nachdem dises alles also eingerichtet worden, so ward dises Schloßgut wieder feil gebotten und der Frauen Margret Stein, Hans Lenzmans Wittib und ihrem Sohn Friedrich Stein genannt Oltinger, mit den Höfen Wildenstein und Arx um 2^2 Pfund Stebler i?8r Historische Stebler verkauft, darbcy die hohe Herrlichkeit und verschiedenes anders vorbehalten. Diser Kauf beschäl) in dem Jahre 1510. Samstags nach St. Ulrich des H. Bischoffen Tag. Der folgende Besitzer war Junker Johan Marx Rnßinger von Basel, welcher gemeinlich zu Brem- garten seine Wohnung hatte; er erhielte in dem Jahre i)Z4. einen sogenannten Freyheitsbrief, in welchem die Holzungen und der Weidgang bestimmet werden; disem Gut das Jagdrecht zugedacht und niännig- lich bey s Pfund Straf verboten wird, allda weder Füchse, Marder, Haasen nochVögel zuschießen, zu beitzen oder zusagen; Dessen Zehntenfreye Güter werden benamset und das Gut von Stenren und Frohnen losgesprochen, anbey verschiedenes wegen dem Zugrecht, des Arx- hofs Nider-Burten und anders bestimmet. Hierauf kam dises Schloß, der Stein Wildenstein genannt, vermuthlich an Junker Hans Albrecht von Müllcnen und denn an die Branden, nach dem Bericht des Wursteisms war es Herr Oberster-Zunft- meister Bernhard Brand, welcher die Gebäude wieder ausgebessert und das ganze Gut in Ehre geleget hat. Theodor Merkwürdigkeiten. i?8z Theodor Brand, Obervogt aufWaldenburg, erhielt in dem Jahre 1600. die Bestätigung der in dem Jahre 1 s zo. auf St. Jakob des heiligen Zwölf- potten Tag disem Gut erteilten Freyheiten. Aue einer in dem Jahre 1657. Hochobrigkeitlich ergangenen Erkanntniß erhellet, daß Hans Baltasar Graf und Junker Gustav Adolf Meller von Erdingcn, die damaligen Besitzer der Landgüter Wenken und Wildcnftein, die Erlaubniß begehret und auch von Obrigkeits wegen erhalten haben, dise ihre Landgüter gegeneinander auszutauschen. Ob- wolen nun keine Urkunden vorhanden seyn, daß dise Austanschung wirklich sey vollzogen worden, so ist dennoch mehr als wahrscheinlich, daß besagte beyde Besitzer nicht für die Hohe Obrigkeit würden gekeh- ret seyn, wenn sie dise Austauschung zu vollziehen nicht gänzlich gesinnet gewesen wären. Folglich kan man mit allem Fuge glauben, daß das Schloßgut Wildeusteiu in dem Jahre 1657. in die Hände obge- meldten Junker Mellers von Erdingen gekommen sey, und solches also unmittelbar vorher von auch vorgedachtem Hans Baltasar Grafen besessen worden , welcher es vermutlich von Theodor Brand an sich erkauftet hatte. Es ergibt sich ferner aus dem den 29. Herbstmonats 1664. errichteten Kaufbriefe, daß Junker Joh. Franz von Roggenbach, Fürstl. Bischofl. Baselischer In iii Naht i?84 Historische Naht und Obervogt zu Zwingen, Junker Johann Hartmann von Hertenstein auch Fürstl. Naht und Meyer zu Lausten, und Junker Heinrich Jakob von Pfirdt, als gesetzte Vormünder wie auch nächste Anverwandte der von gedachtem Junker Meller von Erdingen hinterlassenen adclichen Kinder und Erben das Schloß und Gut Wildenstein, an Joh. Rudolf Schorndorf Bürger von Basel käuflich überlassen haben, welcher dises Schloß bis an sein Ende besessen hat und in der Kirche zu Bubendorf begraben liegt. Seine Erben verkauften es den 8. May 1684. an Herrn Mainrad klants von Wildenberg, von Steinsberg aus Pündtcn, damals Haubtmann in königl. Französischen Diensten, dessen Wittwe Frau Maria Sophia, geborene von Rosen, mit Beystande ihrer beyden Söhne, Friedrich Mainrads und Carl Wilhelms, das Schloß Wildenstein an Franz Adam und Georg Christoff cle ketri , beyde Haubt- leute in Französischen Diensten, und Niclaus Chri- stvff Langenhagen, von Candern, ehmaligen Haubtmann in Sachsen - Gothaischen Diensten, dreyen Schwägern, den 24. Christm. 17,0. käuflich um izooo. Basel-Pfund übergab. Die beyden Herren cle kelri überliessen uachwertS ihre Anteile an Wildenstein an Herrn Langhagen ihren Schwager. Dieweil aber diser die Frau von klaut» Merkwürdigkeiten. 1787 klanta wegen eines Teils des annoch auf Wildenstein stehenden Kanffchillings nicht wohl befriedigen konnte, als ward den iz. Christmonats 1717. das Schloß und Landgut Wildenftein an einer in dem Schlosse selbst gehaltenen Versteigerung aufgerufen, da es denn Herr Peter Wertenmann, Obrister Meister, Rechenraht und vornehmer Handelsmann in Basel, als der Meistbietende an sich erkaufete, welcher solches annoch besitzet. Neben dem alten Schlosse, welches nicht mehr bewohnet wird, befindet sich das schöne von der Frauen von klZnta erbaute Wohnhaus, viele Neben-Ge, baude und Stallungen, Worbey 2. laufende Brunnen und ein Weyer. WMLL Iii iii » Urxhof. Historische Wrxhof. ^'Ahe bey dem Schlosse Wildenstein ligt ein Bau- ^ ren-Gut, der Arxhof genannt/ welcher aus 2. Wohnhäusern bestehet/ worbey ein lanfender Brunn sich befindet. Von dem Zehnten allhier bezieht die Stadt Basel ein Vierteil und die übrige»» drey Vierteil dero Spit- tahl. In den alten Instrumenten wird diser Ort der Berg auf Arx genannt; man stunde vorzeiten in denen Gedanken / daß das Gut Wildenstein ein dem Arxberg anhangendes Gut gewesen sey , allein die Instrumenten zeigen / daß Wildenstein allzeit das Haubtgut gewesen und der Arxberg ihme zngehö- ret; i» dem i zov. Jahre aber, oder bald hernach, war Merkwürdigkeiten. 1787 war der Arxberg von dem Schlosse Wildenstein schon abgesondert. In dem Jahre iz-6. Samstags nach Maria Verkündigung kaufte Peterman Seevogel in dem Gerichte zu Basel, als Jacob von Wildbach Schuldheiß war, von Heinrich von Underschwiler genannt Votgsche von Delsperg, dem Edelknecht und von dessen Ehefrauen Verena , etliche Gefällt vom Berg zu Arx und einigen Gütern von Bubendorf um 8v. Goldgulden. Das Jahr hernach kaufte difer Seevogel von Jacob von Eptingen und der Fräulein seiner Schwester genannt von Münchenstein dero übrige Gefalle auf dem Berg Arx um 12 fl. und ließ sich über Visen Kauf Sonntags vor Weyhnacht 1397. ein lateinisches Instrument in dem bischöflichen Hofgerichte zu Basel ausfertigen. Die Arxhöfer gehen gemeinlich zu Oberdorf in die Kirche; man zehlet Visen Hof teils zum Bubendörfer , teils zum Lampenberger Banne. In denen Schweitzer-Geschichten ist ein adeliche- Geschlecht von Arx bekannt und auch deren Wappen abgeschildert. Jii iii z Unten -788 Historische Unten an dein Schlosse Wildenstein in einem Tahl ligt ein Baurenhof Aroßthamien genannt, worbey ein laufender Brunn ist; dise Gegend hat ihren Namen von den hohen und arossen Tannenbäumen, welche vorzeiten allhier gestanden sind. Nicht ferne von hier bey dem Berge Eichbüchel nahe bey der Gemein-Matte, so dem Lobl. Depu- taten-Amt gehöret, findet man noch Ueberblcibsel von der alten Burg utenfels. Als Graf Vollmar von Froburg in dem Jahre i zoz. denen Richtn und Edlen zur Sonnen, Bürgern von Basel den Zoll zu Liestal zu Lehen gegeben, war Peter von Gutenfels unter denen Bezeugen. In dem Jahre 1402. besassen dise Burg Ulrich und Hans Günther von Eptingen, fie verkauften die- ^ selbe der Stadt Basel mit aller Zugehörde um 160. Gulden an dem Samstag nach Mittelfasten gedachten Jahrs. Ist Gutenfels und Gutenberg das gleiche Schloß gewesen, so können wir von denen Edlen von Gutenberg die Gebrüder Ulrich und Eberhard anfüh- ' ren, welche in dem Stiftn»,gsbriefe des Clingentahls vorn Jahre 125 s. als Zeugen benamset find. Doch Merkwürdigkeiten. i?8> Doch befindet fich auch ein Gutenburg in Löbl. Stands Bern Bottmäßigkeit bey Arwangen, und in denen Instrumenten kan man nicht allezeit deutlich unterscheiden, von welchem Orte die angeführten Bezeugen gewesen. Also wird der ciencus von Gutenburch, dessen in dem Jahre 1267. gedacht wird, unsere Landschaft schwerlich etwas angehen. Doch könnte Ulrich von Guttenberch, welcher in einem Stiftungsbriefe Graf Ludwigs von Homberg für die Seelenruhe seines Bruder Werners als Bezeuge in dem Jahre 127z. angeführt wird, uns etwas näher berühren. Eines andern Ulrichs wird auch in einem Hab- fpurgischerr Instrument vom 1304. Jahre gedacht. In dem Teilungs - Tractat der Grafen Johannes, Rudolfs und Gotfrieds von Habsburg vom Jahre 1354. war Hug von Gutenberg ein Freye, gegenwärtig; Er besaß einen Hof in der Grafschaft Baden, welcher in dem 1400. Jahre an die Hofstetter von Graf Hans von Habsburg, Herr zu Lauffenberg gegeben worden. Iii iii 4 I79V Historische «l WAMS LMZ Mrbotschweil. MSt ein Dorf, welches auf der Anhöhe des Ge- ^ bürges zwischen dem Waldenburger und Re- gotschweilerTahleligt; Graf Johannes von Froburg Lehenträger von Waldenburg hat in dem Jahre 1345. seiner Gemahlin Adelheit von Ramstein die Landgarben all- hier verschrieben. Man vermuhtet, es habe vorzeiten ein Mann seinen Hof oder Gut allhier gehabt, welcher Arbo- gast geheissen, daher der Name LrboZEi vilia und nach deutscher Redensart Arbogatschweil nachwerts aber Arbotschsweil genennet wordm. Der 1791 Merkwürdigkeiten. Der gelehrte Herr äs kocliZr vermeinet, ü,rbot- lckwil in Celtischer Sprache ^r-Koä-itc-vv^I, bedeute liLbiMtion i'ur 1 'eau. Von disem in der Herrschaft Waldenburg Wenden und mit selbiger erkauften Dorfe findet man in den alten Schriften nicht viel besonders. Die ältesten Berainsrödel zeigen, daß die Geistlichen des Schöntahls, die Edlen von Ramstein und Seevogel, die benachbarte Kirche St. Peter zu Oberdorf und St. Georgen Kapelle zu Waldenburg all- hier verschiedene Güter und Zinse besessen haben, welche zum Teile noch bestehen. Die Einwohner dises Dorfs haben einen guten Ackerbau und Viehzucht; der Weinwachs aber ist von so geringer Erheblichkeit, daß er kaum 12. Saum Wein Jährlich abwirft. In dem Dorfe find zween laufende und einSod- Brunnen. Zween Geschworne stehen demselben vor; es gibt zween Gerichtsmänner naher Waldenburg und so viel naher Regotschweil ans Gerichte; weil die Ar- botschweiler in den; Banne dises letstern Orts viele Güter haben, so find dise Gerichtsmänner gleichsam Kur Schatzungsmänner; Jii iii 5 Sie r?92 Historische Sie aber gehören unter den Gerichtsstab von Waldenburg. Das Gescheit» haltet es mit denen von Ditterten und gibt 6. Mann darzu. Ihr Schießplatz ist abwechslungsweise bald im Dorfe bald zu Ditterten. In dem ganzen Dorfe sind nur noch 2. Strohdächer. Sie gehören unter die Pfarr Bubendorf, allwo sie und zu Zysten in die Kirche und die Jugend zu Bubendorf in die Schule gehen; Doch haben sie eine sogenannte Winterschule. Den Frucht- und Heuzehnten bezieht der L. Spit- tahl zu Basel; den Weinzehnten ein Prediger zu Waldenburg; und denn bezieht der Prediger zu Bubendorf einen besondern Zehnten von keinem grossen Abwürfe; Von gewissen Aeckern aber hat das Schloß Gil- gmberg den Quart-Zehnten, welchen die Stohle- rischeu aus Bütschen allda, um den Zins von 6. Viertel Frucht von L. Stand Solothurn zu Lehen haben, vermög eines Briefs vom rL.Zenner 1692. Ihre Merkwürdigkeiten. i?9Z Ihre Waldungen sind: Im Hau, worum Buchen, Der Sülsrain , worauf Tannen und Buchen, Der Eichbüchel, darin« Tannen, Buchen, Eichen und Fohren, Die Winzkere, in welcher Tannen, Die Castelen-Flue, woraufBuchcn und Fohren, Die Riedhalden, worinn Buchen und Tannen, und der Adelsperg, worauf Fohren wachsen. Aufder Castelen-Flue ward vorzeiten eine Hochwacht aufgestellt, welche nunmehr abgeändert ist, Difer lateinische Name bedeutet ein Castell oder Burg, und möchte wohl allhier durch fleißiges Nachsuchen noch einiges Gemäuer können entdecket werden. Von dem Jahre i s? 9 . findet sich eine Schrift, darinn Junker Hans Albrechts vonMüllenen Herrn zu Wildenstein und Castelen gedacht wird. Aufdem Felde allhier warden in dem Jahre l?Z4. zwo kleine metallene Münzen gefunden, die einte ist ohnkennbar, die andere vermuhtlich ein Lommo- cku8 , der Kevers ist deutlicher und stellet eine stehende Figur vor, vor welcher sich eine andere auf den Knyen befindet. In i ?94 Historische In denen Vergabungsbriefen des KlostersSchön- tahl befindet fich eine Karte von r 244. Jahre, darum die edle Frau von Lampenberg dijem Kloster einige Bodenzinse zu Arbotschweil verschenket. Merkwürdigkeiten. 1795 WWW Dupsmgen MSt ein nicht ohnfeines Dorf, welches zu oberst d an dem Oristahle ligt und an die Bottmäßig- keit des Löbl. Standes Solothurn gränzet; Es gehöret zur Pfarr Bubendorf und geht bald zu Bubendorf, bald zu Zysten, nachdeme an einem diser Orten geprediget wird, zur Kirche. Dem Dorf stehen ein Meyer und 2. Geschworne vor, es gehört unter den Gcrichtsstab von Buben- dorf und Zysten und unter das Gescheide difes letz- tern Orts, ohngeacht die Jugend zu Bubendorf in die Schule gehen sollte, so hat es dennoch im Dorfe seinen besondern Schulmeister. An das Gerichte gibt es 2. Gerichtsmänner und so Viel an das Gescheide. Drey '796 Historische Drey laufende Brunnen zieren diesen Ort; und sind allhier nur noch zwo Wohnungen, welche mit Stroh bedecket sind. Dik'zu disem Dorfe gehörige Waldungen sind: Der Remlisberg, auf welchem Buchen und Fohren, und Der Hagen, worinnen Buchen und Eichbäume wachsen. Das Land ist fruchtbar an Wein, Korn und Obst, und die gute Viehzucht bringt den Einwohnern nicht wenig Vorteil. Vor Zeiten war ein gewisser Bezirk allhier, des Rippachs Gut genannt, von welchem die Zinse in ein Berain verwandelt worden; in dem Jahre 1649. hat Junker Hans Jacob von Flachsland, Rittmeister solches besessen; er verkaufte es aber dem Johannes Brodbeck von Liestal, und nachwerts kam es in bürgerliche Hände, worinnen es noch ist. Von dem Wein- und Fruchtzehnten beziehet das Kloster Maria Stein z. Viertel, und der edle Herr von Reichenstein zu Bietcrthal den übrigen Quart. Vor: dem Heu und Obst wird allhier kein Zehnten gegeben. In Merkwürdigkeiten. i ?97 In dem Jahre 14Z2. haben die Grafen von Falkenstein als Landgrafen des Sißgöws den Zehnten allhier dem edlen Heinrich von Eptingen zu Lehen gegeben. Heinrich Strübin Schultheiß zu Liestal foll in dem Jahre isis. auch an disem Zehnten Teil gehabt haben, und es wäre also zu untersuchen, auf wen dessen Anteil gefallen. Alle Jahre an dem H. Anffahrtstage haben die Einwohner, wie an allen andern Orten der Landschaft , den Bann des Dorfs zu umgehen und selbigen zu besichtigen. Die Mchneematt ist ein kleines Aelplein, so vormals in bürgerlichen Händen gewesen. In dem Jahre i Z47. hat Graf Johannes von Froburg Lehnträger von Waldenbnrg seiner Gemahlin Adelheit von Ramstein mit Bewilligung des Herrn Bischoffen einige Kornzinse zu Lupsingen verschrieben. Aus unsern Geschichten ist genugsam bekannt, wie vieles die Stadt von dem feindlichen Adel, besonders nach der St. Jakober-Schlacht, als er nicht wenig von der Stadt gedränget worden, ebenfalls erleiden müssen; r798 Historische Merkwürdigkeiten. müssen; der edle Hans von Rechberg und Junker Thomas von Falkenstein beraubten in dem 1448» Jahre verschiedene Dörfer: Lupsingen ward von ihnen angezunden und verbrannt bis an eine einige Wohnung, worinn eine Kindbetterin lag. Atz, Natürliche leiten der Gegenden ubendorf, Ayffen und Mupsingen. Zoll den Uräutem Hier ist ein lebend Werk und kein entseelter Stein, Der Blumen Athem bläst uns selbst ein Leben ein Droll. 1. Eine Art Habergras: Orainen avermceum, spica limplici, loLulkis c3n6icaiitibu8,1plen6entibus L «äenlioribus. I'. 124 . Im ^julio auf dem Wasserfall. 2 . Das wollichte Berghabergras: Oramen sve- NclLLUM, INOM3QU1N, IcU2U§IQOÜlM. L. L. HieÄtr. i s 6 . 157 . Auf den Mauern, sonderlich zu Waldenburg. Kkk kkk z. 6ra- i8oo Natürliche Z. Oramen t^pdoiäes. xa§. 7Z. Auf den Bergen hin und wieder. 4. 6ramen fpicatum, anZulkifolium montanum. e. L. k. 4 . kroär. 8. Im Mayen, an bergichten Orten. 5. Habichkraut mit Pfaffenröhrleinkrautblättern und lieblich rothen Blumen: Ilieraoium 6en- t!8 leonis tolio , iiore iuave rubente. L. L. k. 127.1.469. Auf dem Berge Wasserfall. Es wird wegen der schönen Blumen auch in die Gärten gezogen. e. Berghabichkraut mit Rubenkrautblättern: Hie. racium montanum»rapiiolium. L. L. ?. 128- kroär. 6s. 1'. 472. Auf dem Wasserfall. 7 . Das grosse glatte breitblättichte Berghabichkraut: Hieracium montan, latikolium, Zlabrum, msjus 6c nünus. L. L. k. 129. 1.471. ibici. L. Das Mauerhabichkr. mit eingeschnittenen Blättern : Ilieracium murorum, laLiniatuin, minus pilolum. L- L. ?. 1. loc. cit. kolio elk nunL latiore, nunc anZuüiore 6c liXL spec. pulmonaria Zallica, tenuikolis. lad. paüim in saxoÜL cernitur. 9 . Die Bergjakobe oder Heidnischwuudkraut mit langen gezackten Blättern: ^cobes sixina. tolüs Merkwürdigkeiten. r8c>r kolüs 1onZioridu8 , lerratis. 1. 48 s. Virg» aurea , anZullisolia lerrata. L. L. k. 268. Im ^sulio auf dem Vogelsberge, Hn eju8ä. virtut. cum cXter. Ipecieb. ? iO. DerBerghanenfnß pa§. 69. Zwischen Lüstlingen und Bubendorf im Walde. n. Das geineine Sternkraut mit weissen Blattern: LttiLU8, vulMris, üore albo. L. L. ?. 267. 48l. Alls dem Berge zwischen Bubendorf und Zyfen. l i2. Glatter gezackter Bergleberbalsam, mit braun« rohten Blumen: ^Zeratum serratum, alpi- < num. L. L. ?. 221. ^ger. lerrat. alp. Zlabr. ' üore purpurasLente. 1. 6s i. L.KI8N8. Li-irr. 320. zni. Auf dem Vogelsberge. i z. Der Bergmorenkümmel mit langen Blättern und weissen Blumen: Vaucu8 3lpinu8, mul- tiüäo Ion§ociue i'oüo, 6ve montanu8 umbella can6iäa. L. L. k. i sQ. I.i§ulliLum alpin, mul- tiüäo lonAOHue 5olio. 1.124. Auf dem Wasserfall. 14. Das grössere spitzblätterichte Farnkraut: kiüx ! aculeata, major L minor. L. L. ?. zs 8- 1.on- cbiti8 aculeata, major L minor. 1. s z 8- Auf dem Wasserfall im Brachmonat. Kkkkkks rs.Sam- -802 Natürliche i s. Sanikraut, Seehalden mit sehr zarten Haar- blättchen: kot3mo§eton oapillaceum, capitn- lis acl 3^8tri 6 äi 8 . L.L. ?roclr. 101. Indem Brunnen des Dorfes Bubendorf. 16. Eine Art Gras: Oram. sparteum, LMeense. capillaceo io1io,m3M8. L. L. kr. n. 29. Ureatr. 69. Alls dem Vogelsberge. 17. Das grosse Berggerstengras : 6 ram. Koräea- oeum, montan, üve M 3 M 8 . L. L. INeatr. iZs. Auf dem Wasserfall. 18. Bovist mit Warzlein: Lovilla oKo. luper6ci'e xmnulata, cum xeiZiculo. OiLL. 196. Auf dem Vogelsberge im September. 19. Amanita c^nX kunZi verni mouceion cjiÄ, oäori L eloulenti. I. L. iVlartio L Aprili in prati8 montoÜ8, nbi etiam morclrellT repe- riuntur. 20. Ein gelblich corallenförmichtes Schwammchen: Loralloiäes parva, ramola, lutea. 1. s6s. Alls den; Wasserfall. 21. Der Hartriegel: I.iZuttrum oKc. V. L. i. 523. 1.^96. Bey Zyfen. Das Blust ist trocknend, anhaltend, zusammenziehend. In den Apo- thecken findet man das gedörrte Blust lind das davor; äelMirte Master. 22 . Abbiß- Merkwürdigkeiten. r8c>; 22. Abbißkraut ?rz. Auf magern Wayden bey Wildenstein. 2Z. P3A. 69. Auf bergichten Orten beyZyfen. 24. (^uinPiefolium PAZ. 874. Bey Zyfen samt lieäerL terr. Ononiäe spinosa, lormeliMs, ^ZrimolilL und andern. 25. Haselwurz P3Z. 5s. bey Bubendorf, wie auch Bergbiugelkraut, Aronenwurz, Eberwurz, Manstreu, Steinbrech, Edelleberkraut, 8co- i^inus Lc. Cardobenedicten und I^piLuni in den Garten. ^ 26. Die Wassergilge 800. in Sumpfen bey I Wildenstein. j 27. ^conitum P3§. 54. bey Wildenstein, allwo auch i kleine Holwurj, Beyfttß, I7mbi1icus vene- ri8 Lc. 28. Die Braunwurz,9-714. bey Lupsingen, wie , auch Guldenginsel, Stachelkraut, Veronics, 6MiuM, 81um ALMt. Lc. Die Verzeichniß der noch übrigen seltenen Kräuter , so auf den Wasserfallenbergen wachsen, wird in folgendem Stücke erscheinen. Die gemeinern Kräuter aber, so in vorhergehenden Gegenden schon Kkkkkkz vor- 7824 Natürliche vorgekommen und in discn Bezirken auch zu sehen, wollen wir allhier nicht durchgehends wiederholen. In Visen Gegenden, obschon sie zimlich bergicht, seyn dennoch sehr schöne Wiesen, Felder und zu Bubendorf auch beträchtliche Weinberge, davon der sogenannte rohte Häuselwcin köstlich ist. Obsts hat es zwar noch allerhand allhier, die besten Arten aber desselben müssen in den vorhergehenden nähern Gegenden unserer Stadt gesuchet werden. Der Bäume und Stauden gibt es in discn Orten überhaubt die gleichen Gattungen und Arten mit vorhergehen* den Gegenden. on dem des ubendörfer- ads. Ms Wasser bestehet eigentlich aus zwoen Quellen, dem Brunn- und dem Badwasser : Das Badwasser mit dem Hyäromeeer abgewogen, fand sich in einem gleichen Grade der Leichte mit dem Pfefferswasser, so wir allhier haben: Das Brunnwasser war noch etwas sehr weniges leichter, und unterschiedet sich von dem Regenwasser um keilten Viertenteil eines Grads; also daß es einiger- Merkwürdigkeiten. r8os germassen zu begreifen schwär ist, wie mit ll^äro- inetris, sv durchaus gleich und die nernliche Oivilion haben, ein Unterschied von 2z Grad gefunden worden ; Massen bey Abwiegnng 24. Pfunden des Wassers von dem Kornmarktsbruunen, welcher allhier in Basel für das leichtste Wasser gehalten wird, gegen so viel Sodwasser aus den allhiestgen Sodbrün- nen nur einen Unterschied von s. L 7. Loth bemerket wird; und da die Kälte oder Wärme, das Gewicht des Wassers vermindern oder vermehren kan; so gebrauchte man die Vorsorg gleich regulirte Thermometer, in gleich grosse Gefässe diser Wassern zu setzen; und befände beyde dise Wasser in gleicher Temperatur , als ein Grad über tempere. Im Geschmack fühlte man daß das Badwasser im Munde gelinder und ein wenig fett oder Lponös, das Brunnwasser hingegen etwas raucher war; an dem 87rupo Violar. war weder durch Vermischung des Bad- noch Brunnwassers, wie auch des Pfefferwassers keine Veränderung zu verspühren. Durch diie Einziehung des 01 . tartari per 6 eUq. erzeigte sich im Brunn- und Badwaffer eine Milchfarbe , die sich in subtilen üoeculis zu Boden setzte, im Badwasser ehender als im Brunnwasser, weil jenes von einer fetten, einem dolu 8 , lae lun» oder der terra üZillata beykommenden Erde partici- xiret; zu disem würd die lolutio von Galläpfeln Kkk kkk 4 gegossen, i82§ Natürliche gegossen, worauf sich in dem Badwasser eine auf braun zielende Farbe erzeigte, so sich aber nach 24. Stunden in eine grünliche/ dem 8>-rup. Violar. gleichende Farbe veränderte / die auch nach 48. Stunden ohngeacht alles Rüttlcns also verbliebe; aus welchen, zu muhtmassen/ da das Wasser nicht auf schwarz zöge / daß ein subtiler Vitriolgeist und kein grobes Nartiale darinne prseclominire / dennoch ist der Schwefel, Alaun und Kupfer nicht gänzlichen auszuschliessen. In dises also <ün§irte Badwasser wurden in einem kleinen Gefässe ein paar Tropfen 8pir. lalis kum. gegossen, worauf sich nach einiger Mervelcen? wieder eine gelbe Farbe zeigte: das Brunnwasser mit der nervlichen Operation behielt eine schwärzliche Farbe wie andere Vrunnwasser/ doch verursachte der spir. lalis mehrere Bewegung: woraus zu schlies- sen, daß gröbere Teile als in, Badwasser sich darinnen befinden. Ferners ward in gesodtenes und annoch heisses Badwasser von dem 01. tartsri per äelih. gegossen, es behielt eine Milchfarbe bis es etwas erkaltet/ denn zeigte sich ein 8eckmentum von weiffen klocculis, welches in ein unten Conisch ausgespitztes Glas ge- sammlet sich besser conjunZirete; also daß / als nach einer Stund solches wieder untereinander gerühret wurde, X Merkwürdigkeiten. 1827 wurde, ein Kesiöuum von bemeldten klocculi8 folgte / allem etwas §ranulirt. Die tolurio Oallarom, tinZirte das pure Wasser gelb und oben war eine glänzende Haut. Die durch das Sieden aufgelößte Teile zeigten in einer Stunde (da man in kaltem 24. warten muß) die grünlichte Farbe, da das E^ii oder Ol. tartarl darunter kam; weder 8pir. üü. Vitriol, noch Scheid- wasser verursachte im puren Wasser keine zu merkende LKervelcen?. Die lolutio ZsccliIr. §3turn. machte das Wasser wie Milch und setzte sich weiß zu Boden. Endlich nachdeme die lolutio 8gccb. 8aturn. die sich wie oben gemeldt im Wasser zu Boden gesetzet hatte, und das Wasser, worin die ipir. aciä. waren, zusammengeschüttet wurden, so schwebte nach der RKervelLLNL, da sich der weisse Satz wieder zu Boden gesetzt und das Wasser sich zu läutern begunte, in Mitte des Glases eine weißlichte Wolke, so für die lerr. 8atur. zu halten; nachdeme die 8pirituola evaxorirt, vsrgieng solche und fetzte sich oben eine fette Haut. Aus Mangel eines LLlculi ren. 3ut ves. (Blasen- oder Nierensteins) würd in Bad- und Brunnwasser ein gleichwiegend Stück von einem an Holz sich gesetzten toxbo getahn, in dem Brunnwasser spürte KNkkks man I8c>8 Natürliche man erst nach ?. Tagen eine gelinde Solvirung, so aus denen an dem topko und Rande des Glases sich ansetzenden Wasserbläsgen zu schließen war; das Badwaffer aber griff nicht an, so eben der bemerkten Erde zuzuschreiben. Da nun aus angezeigten Proben nicht undeutlich zu erkennen, daß dises Badwaffer, sonderlich mit einem subtilen Vitriolgeist, wie auch einer fetten oder bolLrischen Erde imprXZmret, folglich ein Kelol- V6N8 und kurikicgns sich darinne vereiniget befindet, als ist zu muhtmassen, daß dises Wasser in flüßigen alten Schäden, Ausschlachte, Raut, Beißen und andern aus unreinem Geblüte entstehenden Zufällen der Haut, wie auch insonderheit in Stärkung der so wol durch schmerzhafte Gliederkrankheiten als andere Ursachen abgeschwächten Glieder, sehr gute Würkung haben könne. Merkwürdigkeiten. 1829 Von den Versteinerungen. O HErr der prächtigen Natur, Für alle die mit Lust drauf merken, Entdeckst Du, in erhabnen Werken, Unläugbar deiner Gottheit Spur! Je Gevürge unserer Landschaft und die darinnen ligende Täh- ler, ohngeacht sie sehr weit von dem Meere entfernet sind/ erfreuen die Naturkündiger nebst andern Merkwürdigkeiten auch ins besondere mit vielem r8lo Natürliche vielem versteinerten Muschelwerke; unsere an Einsicht und Lehrgebäuden sehr reiche Zeiten , haben also auch eine Menge diser Gebäude aufgestellet, welche die Absicht haben, zu erweisen, woher und wie dise Muscheln dahin gekommen sind. In unserm ersten Versuche werden hierüber verschiedene Meinungen, des Aristoteles und anderer aus dem Altertumme, denn auch die Gedanken des Plots, des Rhiems, des Luidius, des Woodwords, des Moro und des um die Naturgeschichte der Schweiß so sehr verdienten Schcuchzers, wie auch des in diser Kunde fürtreflichen Herrn Krügers angeführet. Das zweyte Stück zeiget die Untersuchung eines Laugen in der Schweiß, eines Äl^lius in Sachsen, eines Volkmans in Schlesien, eines Büttners im Querfurtischen und eines Kundmans über Visen Teil der Seltenheiten. In unserm dritten Versuche haben wir die diß- örtigen Bemühungen des Herrn Lessers und die besondere Gedanken des Woodwords näher eingesehen und angemerket, wie auch irr Frankreich diser Teil der Naturkunde beliebet werde. Also waren von uns die verschiedene Gedanken über die Versteinerungen überhaubt, wie auch das ver- Merkwürdigkeiten. i bi r versteinerte Muschelwerk aller Gattungen so wie sie gefunden werden insbesondere und was die Gelehrten von jeder Art für Meinungen hegen, bis in das zehnde Stück fortgeführet, in welchem Stücke wir alle Schweißer namhaft gemacht, welche von den Versteinerungen geschrieben haben. Der 14. Versuch thut Erwehnung der Gelehrten, ! welche vermeinen, daß die Ueberbleibsel der Sünd- ! flut so tief verschüttet ligen, daß von selbigen nichts ! mehr zu entdecken sey, daher in der Muhtmaffung sich befinden, daß der itzt trockene Teil des Erdbodens vorzeiten das Meer, und die Berge und Platze, wo man ganze Lagen und Nester von versteinerten Muscheln antrift, derselben ordentlicher und natürlicher Wohnplatz gewesen sey. Noch eine besondere Meinung heget der Hr. Cat, welcher einen neuen Versuch einer Geschichte der Erde in den Druck gegeben, und seinen Aufsatz hierüber in dem Jahre 1744. der Akademie zu Rouen vorgelesen hat. Weil nun diejenigen, welche die Versuche über die Merkwürdigkeiten unsererLandschaft ihrer Aufmerksamkeit würdigen, auch die neuern und von Zeit zu Zeit der gelehrten Welt zur Beurteilung übergebene Meinungen und Gedanken hierüber wissen und prüfen wollen, so wird diser neuern Lehrgebäude, so viel iZir Natürliche uns deren bekannt seyn, auch künftighin in unserm Werke Meldung beschehen / doch so viel möglich solche abgekürzet werden. Wir machen also den Anfang mit disem gelehrten französischen Akademiker voll Rouen dem Herrn I. L L L1-, welcher zum Grunde setzet, daß aller Stoff, aus welchem das feste Land und das Innere des Erdbodens hervorkommen sollte, Anfangs nichts anders als ein weicher Teig gewesen, von allen denen Teilen geschwängert, welche nun das Besondere in und auf der Erde ausmachen. Nun sollen nach der Ordnung der Natur alle Teile nach dem Verhältnisse ihrer Schwäre sich gcsetzet, hie- mit die schwäresten dem Mittelpunkte der Erde genähert und die leichtesten sich davon entfernet haben: Das Sumpfichte, so die Erde ausgemacht, solle also mit dem Wasser zn obcrst geblieben, hiemit die Oberfläche der Erde aus Wasser bestanden und mit selbigem bedeckt gewesen seyn: Weil nun alle Körper, so von dem bewegten Wasser umgeben werden, eine Rundung erlangen, also habe die Erde von dem flüßigen Körper, worin- nen sie geschwxbct, die gleiche Form bekommen, und da durchaus eine gleiche richtige Bewegung ver- muhtet werde, so sey die Oberfläche der Erde bey ihrem Merkwürdigkeiten. iZiz ihrem Ursprünge regelmäßig gerundet und also ohne Berge und Tähler gewesen. Kraft dises Gesetzes der Bewegung, wurde nun die Erde beständig in disem Wirbel und sich allezeit gleich geblieben seyn, wenn der allerweiseste und gütigste Schöpfer sie nicht zu dem Wohnplatze der Menschen bestimmet hätte. Da aber die Sonne und der Mond geschaffen und diser letztere in den Wirbel der Erde eingeschlossen worden, so ward alsobald vorgemeldte Oberfläche des Wassers in diejenige Bewegung gesetzt, welche Ebbe und Flut genennet wird; Also thürmten sich zum ersten male die Wellen des Meers, die sumpfichte Erde wurde in ungeheure Haussen aufgetrieben, und hiemit entstunden Berge und Tähler; nun trocknete die Sonne das neue Land feste und machte es bequem zu dem Aufenthalt seiner Bewohner. Da nun dise Vertief- und Erhöhung der Oberfläche der Erde, durch die Ebbe und Flut des Meeres allzeit fortdauret, so sollen sich nach und nach diejenigen grossen Striche Lands erhoben haben / welche man die Vier Weltteile nennet, Und auf dise Weise soll das Gewässer in der Erde die Ueberbleibftl von den Thieren, welche dämme lebten, Natürliche i8l4 lebten, und von den andern, die auf dem festen Lande sich aufhielten und durch die Wellen des Wassert umgekommen seyn mochten, zurückgelassen haben; Welches um so viel wahrscheinlicher ist / da in di- sen erstem Zeiten, da der Zustand des festen Landes noch schwach war, die gewaltsamen Uebcrschwem- mungen sehr leicht grosse Verwüstungen anrichten können. Also ist dises Lehrgebäude hinreichend, einen Begriff so wol von Erzeugung der Berge und Tähler, als der Lage von dem Muschelwerke und versteinerten Thieren lind Gewächsen zu erwecken. Betrachtet man ferners, daß die Ebbe und Flut allezeit das gleiche würket, so folget, daß das Meer sein Bett beständig aushöhle, sich also zurückziehe, und das Land anwachse. Hicmit müssen auch alle Flüsse reißender und deren Bette kleiner oder tiefer werden: so daß wenn dises Zurückweichen oder die Vertiefung des Meers, und die Aushölung der Erde beständig fortgehet, so wird die Erdkugel zuletzt ganz untergraben seyn, die Meere müssen dadurch ihre unterirdische Gemeinschaft bekomm, die Erde wird gleich einer ausgehöhlten Pomeranze werden, und wenn einmalen deren Oberfläche dünn genug und ihr Alter reif ist, so wird sie Merkwürdigkeiten. r 815 sie zertrümmern, niedersinken und wieder in das alte Lakos verwandelt werden. Daß dise dem Ansehen nach kühne Meinung den göttlichen Lehren nicht zuwider sey, hat Hr. l-e in verschiedenen Streitschriften zu erweisen gesucht, welche wir etwan in nachfolgenden Stücken anführen werden; Uebrigens muß man disem Manne eingestehen, daß er in die Bewegung der Ebbe und Flut sehr tiefe eingesehen und deren Würkung wahrscheinlich gemacht hat. Einige Gelehrte, welche sich gleich denen Kriegsleuten gerne mit fremder Beute bereichern, haben alsobald die Meinung des Herrn I. L r in Ansehung der Bewegung angenommen und teils ihre Lehrgebäude daraus gestellet oder andere Folgen daraus gezogen. So vermeinte TÄlismeä, daß sich das Meer zurückziehe , weil sich desselben Wasser nach und nach in Luft verwandle; Hingegen ist der berühmte Herr Lvrro« in denen Gedanken, daß, ohngeacht die Ebbe und Flut anfänglich das feste Land erzeuget, dennoch nunmehr dieselbe das feste Land zernichte, also daß das Wasser die Oberfläche der Erde endlich bedecke» werde. LUlU Be- D r8i6 Natürliche Beschreibung der ^ Versteinerungen. ! MIe zwo grossen Abbildungen, welche auf der ! ^ Kupferplatte der Versteinerungen vorgestellet werden, sind vermuhtlich Zähne von gewaltig grossen Thieren; der Leser kan sich vermög vorhergehen- § der Erzehlung einen Begriff machen/ wie solche in unsere Landschaft gekommen sind. l ki§. i. knrs maxillL vel äentium Hixpopotami: , Ein Teil des Kinnbackens oder der Zähne von § einem Seepferde / so das Nordische Wallroß ge- » nennet wird. l Märt fand sich in denen ältern Zeiten sehr ver- ? legen zu bestimmen, von welchem Geschöpfe doch die übergroßen Gerippe, Gebeine und Zähne her- . kommen möchten, welche zu verschiedenen Zeiten !! zum Erstaunen derer, so solcher ansichtig wurden / ^ aus der Erde hervorgegraben oder sonsten entde- ^ cket worden. Ohngeacht nun in der Riesen - Geschichte sich n sehr viel fabelhaftes befindet, so ist es dennoch ge- i, wiß, daß das Altertum von solchen ungeheuren a Körpern untrügliche Zeugnisse ausweisen kan. Ullter Ludwig dem XIII. König in Frankreich § mont Merkwürdigkeiten. 1817 vard nahe bey dem verfallenen Schlosse von Lliau- inont in Osupliine auf dem sogenannten Riesenfelde das Grab des Riesen Teutoboch, Königs der Teutoner, mit der Ueberftbrift IbeutoboclE kex, entdecket/ darinn dessen Gerippe lag, so 2s', französische Schue lang war, Hiemit muß ein Zahn so groß als ein Ochsenfuß , gewesen seyn. , Olingeacht nun unsere Abschilderungen der Gestalt der Menschen-Zähne gar nicht ähnlich seyn, so gab es doch Leute, die in dem Wundersamen , allezeit das besonder Seltsame hervorsnchten, und ^ dise Zähne zu Backen-Zähnen der Riesen machen > wollten; dergleichen Zähne müßte der Saturn gehabt haben, weil er die jungen Kinder wie kleine , Brocken zermalmete. ^ Besser haben es ohne Zweifel diejenigen getrof- ^ fen, welche dise Zähne von unbekannten Thieren zu " seyn vorgeben, und dises wäre vielleicht noch auf ^ den heutigen Tage die sicherste Meinung; Da man aber in unsern neuern Zeiten hiervon h mehrere Wissenschaft zu haben glaubet, so wollen p ^ wir die Meinungen der neuern Gelehrten hierüber n anführen: l In den Egyptischen und Afrikanischen Gewässern h j soll sich ein Thier besinden, so für das gröste unter r Llllllr den i818 Natürliche den ^mpkibii8 geachtet wird, oder denen welche sich aus dem Lande und in dem Wasser abwechslungs- weise aufhalten, und welches die Griechen ILppopo- tamus nannten, weil der Kopf dises Seepferds dem Pferdkopfe gleich siehet; es soll doppelt so groß als ein Pferd seyn und vier Klauen wie die Crocodillen haben; in dem Meere nähret es sich von den Fischen und auf dem Lande ftißt es aller Gattung Getreide. Die Römer hatten dises Thier auch in ihren Schauspielen aufgestellt; eine Abschilderung davon soll auf einer alten Säule, so zu Rom in dem Va- tican stehet, gesehen werden; Auf einer Münze des ^ärianus wird ebenfalls ein solches Thier vorgestellt, welches vordem Keyser, der auf einem 8pkmx sitzet, stehet, unter sich aber einen Crocodill zur Seite hat; weil nemlich beyde dise Thiere Sinnbilder des Nilstußes seyn. Und da das Flußpferd etwelche Eigenschaften des ! LeKemot8 hat, dessen Hiob gedenket, so halten einige Gottsgelehrte dafür, daß Hiob durch den Ledernst nicht den Elephant sondern das Wallroß verstehe , indem es auch Heu wie ein Ochs fresse und in dem Schilf, Rohr und Schlam verborgen lige. Da aber die »teuern Reisebeschreibungen die Grösse / dises Merkwürdigkeiten. i8i- dises Tyiers vermindern, ihm anch eine andere Art Zähne zuschreiben; so haben die Gelehrten, welche vermeinet, daß die Backenzähne der Riesen, des Elephanten , des Cameels, des Nashorns, und noch anderer dergleichen, sich mit denen Abschilderungen di- ser Zähne nicht vergleichen, das Thier, worzu dise Zähne gehören, in der Tiefe des Meers unter den Wallfijcheu aufgesuchet; Der eigentlich sogenannte Walisisch soll keine Zähne , aber anstatt derselben einen starken Knebelbart von einer hornartigen Substanz haben, welcher von beyden Seiten seines obern Kinnbackens hervor- wächset und aus einer Menge verschiedener Stacheln bestehet, von denen etliche unten einen Schuh breit und 12. bis ls. Schuhe lang, an den äussersten Enden aber zersplittert und wie Schweinborsten sind; Unter Visen grossen Fischen, welche in dem Nord- Meere von Grönland gefangen werden, findet sich das Wallroß, so auch der Meerochs oder das Seepferd genannt wird ; es gehöret unter die Thiere, so in und aussert dem Wasser leben und wird kraft der neuern Englischen Nachrichten vom Wallfischfange, folgendermassen beschrieben: Daß das Seepferd so groß als ein fetter Ochs sey, vier Füsse und einen dicken runden Kopf habe, mit Lll lll z einem 1820 Natürliche einem kurzen Genicke, worinnen seine vornehmste Stärke liege; seine Augen seyn roth , die Ohren klein, und die Nasenlöcher weit, woraus es das Wasser spritze; die Haut dick und haaricht, und aus der obern Kinnlade sollen zween lange Zähne hervorragen, das übrige Gebisse übergroß und fürchterlich seyn. Dises Thier ist ungemein kühn, indem es sich, so bald es angegriffen wird, an das Schiffe wagt und solches umzustürzen sich bemühet, ja gar zuweilen grosse Stücke Holz mit den Zähnen von demselben abreisset; gelinget es ihme das Boot umzustürzen, so werden seine Angreifer seine Beute und Speise; daher pflegen die Seeleute alsobald Feuer auf solches zu geben und mit Lanzen abzutreiben; Doch muß es, wenn die Wallfische rar sind, statt derselben herhalten, da von ihme das Fett samt den Zähnen weggenommen werden. Alle diejenigen, welche so wol das Afrikanische als dises Grönländische Wallroß beschrieben haben, kommen darinnen überein, daß einige seiner Zähne an Weisse, Glanz und andern Eigenschaften den Werth des Elephantenzahus übertreffen. In verschiedenen Weltteilen wird das (Dornn kof- llle, -as gegrabene Einhorn, so Elephanten- und andere Merkwürdigkeiten. 182 r andere Zähne seyn mögen, gefunden; dise Zähne kommen zwar nicht an Gestalt doch an den andern Eigenschaften Visen Kinnbackenzähnen bey; Dergleichen werden in Deutschland , ohne umständlich von allen Reichen zu reden, verschiedene gefunden; die so bekannte Baumans - Höhle hat einige hervorgebracht/ und in des berühmten Hrn. Leibnitzen krowZXL, welche in dem Jahre 1749. zu Göttingen in Druck gekommen / befindet sich eine Abschilderung davon, welche denen unsrigen durchaus gleich kömmt: David Spleiß der Arzney Doctor und der Ma- thematick Professor der Schule zu Schaffhausen, so in dem ersten. Jahre discs Jahrhunderts von den Hörnern und Gebeinen, so zu Canstadt auS- gegraben werden, eine Schrifft herausgegeben, meldet, daß viele derselben in der Schweitz und ein schönes vmLornu in dem Birsflusse zu Basel gesunden worden sey; Was etwan noch mehrers von solcher Art Fossilien in der Schweitz entdecket worden, kan man aus denen Skribenten, so in unserm zehnden Stücke angeführt werden, wie auch aus denen verschiedenen Abhandlungen von Versteinerungen des Hochgelehrten Herrn Professor Johannes Geßners von Zürich, welcher wegen seiner besondern Ver- I 82 L Natürliche dienste um die gelehrte Welt, zu einem Mitgliede sehr vieler gelehrten Gesellschaften aufgenommen worden, ersehen. Solcher Zähne, die in unserer Landschaft gefunden worden, können wenige ausgewiesen werden, und derjenige, so unter der ersten Zahl abgeschildert stehet, ist zwischen Bubendorf und Zysten erst vor einem Jahre ausgegraben und nach Basel gebracht worden; seine Länge oder die Höhe nach der in dem Kupfer sich befindenden Vorstellung ist io. französische Zoll von dem Ort, wo die Zahl stehet bis oben, wo die dunkeln Vertiefungen, sind Zoll, und die Dicke des Gebeins z. Zoll; er ist in 17. Aeste, zwischen welche kleine Vertiefungen erscheinen, abgetheilt, welche etwas gekrümmt zusammenlaufen, und an dem einten Orte schmäler, an dem andern dicker und breiter sind; er wigt über 8. BaSler- pfund und ist weißgelb. An disem Stücke ist nicht wohl abzunemmen, welches die Wurzel des Zahns sey, vermuhtlich aber steckt der Zahn wo die Aeste am dicksten sind, an dem Kiesel, und wo die Aeste am dünnsten sind, ist das Gebisse; gegen der Figur 10 verteilt er sich wie in eine gedoppelte Reihe Zähne, auf dem Original sitzet man , vier hintereinander stehende Reihen und wie sie vornen plat und eben, so spitzen Merkwürdigkeiten. -82z tzen sie sich gegen die Zahl 2. aus und stehen fünf, sechs- oder mehrfacht hintereinander, also daß es scheinet, eine jede Lage der Erhöhungen oder der Ast, so an dem Ort, wo er am dicksten ist, nur ein Ast zu seyn scheinet, zerteile sich in dem Fortlaufe, oder Dicke des Zahns, so daß zu äusserst verschiedene Zähne oder Aeste wie aus einer Wurzel hinaus kommen , so daß dises Stück an dem Ge- ! bisse, wie so. aneinanderklebende Zähne aussiehst. ki§. 2. ist ein kleineres Stück , so schon lange Zeit allhier aufbehalten worden; von dem dickern Teile der Aeste bis an das Ende wo sie am dünnsten, sind 44 Zoll: die lo. Aeste, so aneinander hangen, begreifen eine Länge von 6 . Zollen, und der Durchschnitt des Zahns ist z. Zoll; daran siehet man an dem Orte, wo dise Zähne am dicksten sind, einen Teil des Kinnbackens und wie die Wurzeln des Zahns als starke Fasern darein gehen; in- ! gleichem die sogenannte Decke oder Glasur eines jeden Asts und die zarten Streife»», so von unten an bis oben ausgehe»» und das äussere der Zähne ! oder Aeste durchlaufen; dises Stück klingt so man daran schlägt, ist viel härter als das grössere, und wigt über 4. Pfund. Dise I)ente 8 calcmLti, oder calcinirte Zähne, so auch ebur kolüle molare breites Mvmotvvakost ge- Lll lll s nennet 1824 Natürliche nennet werden, haben einen Geschmack wie weiffe Kreide; das grössere Stück ist stark calcinirt, dises kleinere aber ein vollkommenes hartes glänzendes Bein / aussert daß die Furchen auf der einten Seite calcinirt sind; auf der andern Seite aber ist der Zahn von aller OlLination frey, so daß man die las oder blätterartige Struktur des innern Zahns zwischen den Acsten deutlich sehen kau: So viel von dem Zahne eines Thiers, das wir in unsern Landen nicht zu sehen bekommen, hicmit auch schwerlich dessen Zähne beschreiben können; Herr Christian Melchior Brückner aus Schlesien soll unter dem Vorsitze des Hrn. August von Bergen, in dem Wintermonat des 1747. Jahrs von den Zähnen des Nordischen Wallroßes eine Abhandlung zu Frankfurt an der Oder vertheidiget haben; wir haben dise gelehrte Schrift nicht bekommen können, welche vermuhtlich disen vermeinten Zähnen noch mehrere Beleuchtung geben würde, doch wer weiß, ob nicht einmal Gelehrte aufstehen, die noch ganz andere Muhtmassungen hievon eröffnen werden. Die übrigen auf diser Kupferplatte gezeichnete versteinerte Schnecken sind Lonctüte 8 anomü, Muscheln, von welchen man kein Original aus der See auf- Merkwürdigkeiten. r 82; ausweisen kau ; von Visen könnte das mehrere in einer der künftigen Abhandlungen vorkommen. ki§. z. LosZuIum lerebratulsrum lacuno- lgrum: Ist ein Gemische von Stein / darinne sehr viele gefurchte glänzende Anomiten oder Terebratuliten ligen; Der Franzos nennet dise Versteinerung Hähnlein und Hühnlein, der Deutsche Däublein-Stein. 4. Lo3§u1mn l'eredrJtularuin IXV1UM. Wie obige Däubleinstein mit gefurchter Schale sind, so haben dise eine ganz glatte Schale. s. leredratulites magnuZ Iacuno5u8 roltro promiaulo. Dise Abschilderung ist von der gleichen Grösse wie die Versteinerung / und die Schalen Messen sich wie eine LoncliL imdriLÄta. 6. lerebrstulites Isevis roüro c^uali pertulo. Ein glatter Däubleinstein, dessen Schnabel wie durchboret ist. 7. lerebratuliteg divklvis rotunäus. Diser Muschelstein hat zarte glänzende Furchen. 8-s. i8r6 Natürliche 8. 9- lerebrstulX slatT: Sind solche Däubleinsteine, welche in der Mitte vertieft und zur Seite wie erhöchte Flügel haben. ro. l'erekrLtuIä imbricata, inüäente vermi- culo. Die Furchen scheinen an verschiedenen Orten sich zu öffnen, als wenn der Schneck mehr als zwo Schalen gehabt hätte, darauf sitzet ein versteinertes Würmlein. Voll Versteinerungen werden feruers gefunden: zu Zysten LonckX Veneris. LoncliX imbriestT. Luccaräites. lerebrat. OornuL ^mmonis. Mroites. zu Dübels lerebrat. dvrf Lelemnites. Or^pkites. LornuL kcliinites. Austern, sehr grosse. zu Ar- Merkwürdigkeiten. 18 27 zu Arbotschweil, alle die vorgemelten. ferners Mutiliteb. rothe Agatsteine. zuLupsiNgM, Orypkites. Lelemnites. Lcllinites. lerebratulX. Jacobs-Muscheln. VON EM sZ*Ä RDM H M» VM» ' ---- ^7 (2^-^7. F. -8MI i > .' L-», ^ > « . /' ' ">«.>-. , d'f ZÄM ^ ^ .r : .. .- .' - - '-".7 ^ >.:i K.'^L ?- r- ^ ' -4 -A- /.^ " - ?'-W. iM ' 'K' .^-i SLPM MW AMM '--^7 'LM.^ L. « 7 -^M Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher UM XVI. Stück. Von Aamstein, Hretzweil, Uegotz- mil und Mauweil. Baseh bey Emanuel ThumeyseN/1756. »4 V ^ ^ 4 ^ L W8E >. Graf Ludwigs von Froburg , daß er das Schloß Bürseck von dem Bischoffe von Basel herhabe, Thüring von Ramstein Vater und Sohn: Conrads und Ber- thvlds von Ramstein wird in dem Jahre 124z. und Mmm mmm z 124s. » 8 Z 4 Historische 1245. als Gezeugen gedacht; wie auch Cunons von Ramstein; Walthers in dem Jahre 126z. als Domherrn zu Basel, Auch wird um dise Zeit eines Rumdols Rum von Ramstein Abts zu St. Gallen gedacht/ ingleichem des Propsts und Portncrs von Ramstein / welcher letztere/Namens Heinrich/in folgendem Jahrhundert zu einem Abte erwählet worden. Albrecht Freyherr von Ramstein / war in dem Jahre 1262. Domdekan zu Costa«; / nachwerts Abt zu Reichenau. LercbtoI6u8 äe R.amüein war in dem 1275. Jahre ein Gezeug indem Lehenrevers, welchen Graf Werner von Homberg dem Bischof Otto von Basel gegeben hatte. ^ernerus cle kamltein eittSvhn Illiici 6e üein verkaufte in gleichem Jahre seine * I.unLclia zu Buchswiler. In * l-unsciis oder Montag , war eine Anzahl zusammengehörende Güter, ohngeacht sie nicht bey einander lagen; sie wurden gemeinlich verliehen, daher deren Beständer auch Huber, gleichwie in den Dünkhöfen, genennet worden; also findet man, daß diser oder jener Dünkhof in so viel Montag oder I-unaöüg bestanden , deren jedes seinen Huber hatte, welche zusammen den ganzen Hof ausmachten. Merkwürdigkeiten. r8Z5 In dem Jahre 1294. und 1296. lebte Tbüring und Bertholt» von Ramstein Ritter. ! Man findet aufgezeichnet, daß in dem Jahre 1 297. und 1 zoz. dises Schloß von den Baslern belagert und beschädiget worden; die Ursach dessen ist nicht genugsam auszufinden; zu selbiger Zeit war man zu den kriegerischen Auszügen sehr geneigt; dise Edlen hatten vielleicht die Basier beleidiget, oder aber einen Verbündeten des grossen Landfriedens, so in dem Jahre rzoi. errichtet worden, beschädiget; Dise Begebenheit müßte fich also zu Lebzeiten Rudolfs von Ramstein zugetragen haben, welcher in dem Instrument von dem Jahre i zos. als die Gräfin lea von Homberg dem Hrn. Bischof Peter, Lie- ßal und Homburg verkauft, als Gezeug angeführt ist. In dem Jahre r 32z. lebten Burkhard, Werner und Ulrich von Ramstein, welchem letzter» das > Städtlein Liestal von dem Bischöfe verpfändet worden , wie solches in dem 9. Stücke diser Merkwür- digkeiten enthalten ist. 1314. war Rudolf Werner Bgrmflr. zu Basel. ingleichem 1 zzo. Burkhard Werner > Das Erdbeben, so in dem Jahre izs 6 . alle Gebäude diser Gegend beschädiget, hat auch einige Mau- Mmmmmm 4 ! 8 Z 6 Historische ren des Bergschlosses Ramstein zu Boden gelegt, und vermuhtlich kömmt es von diserZeit her, daß diejenigen Gebäude, so darauf neu erbauet worden, und nunmehr auch alt sind, annoch das neue Schloß genennet werden. izs 8 . war Haneman von Ramstein Bürgermeister, welche Würde er in dem Jahre i zsz. annoch bekleidete: denn in disem Jahre zog man naher Her- lißheim, in welchem kriegerischen Zuge 37. neue Bürger angenommen worden; Rudolf von Ramstein, Herr zu Zwingen lebte zu diser Zeit, und starb in dem Jahre 1367. Für seine Söhne hält man Thüring, gewesenen Dompropst der Stift Basel, welcher in der Haubt- kirche des Münsters begraben ligt, allwo noch seine Grabschrift zusehen; er starb in dem Jahre 1367. und Den Rütschman oder Rudolf, welcher Agnes Marggräfin von Hochberg zur Gemahlin hatte und indem Jahre 1360.lebte; Für dessen Kinder, werden Jmerius angenomen, welcher in dem Jahre 1383. Bischof zu Basel war, mit welchem die Stadt das Jahr hernach in besondere Bündiius getreten; und Thüring, so in dem Jahre 1400. Adelheit, Gräfin von Merkwürdigkeiten. 18 Z 7 von Neuenburg zur Ehe hatte; er verpflichtete sich in dem Jahre 1425. Fünf Jahr lang der Stadt Feinde nicht zu beherbergen, und bewilligte im Jahre 1407. den Liestalern die Waldungen auszureu- ten, wie solches in dem 9. Stücke enthalten ist. Doch findet man auch in dem Jahre i z?Z. einen Hemman: 1415. und 1421. einen Cunzman von Ramstein aufgezeichnet, welche Bürgermeister waren ; wie weit solche Anteil an Fülisdorf gehabt, ist allda angemerkt worden. In gleichem Jahre hat der BischofJohannes von Vienna dem Rudolf von Ramstein das Schloß und Herrschaft Bürseck verpfändet. Ulrich von Ramstein hat sich mit vielen andern Edlen, kraft des berühmten Bunds, welcher in dem 8 - Stücke difer Merkwürdigk. einverleibet ist, in dem Jahre i z-77. zu der Stadt Basel verbunden. Immer von Ramstein, Bischof zu Basel hat den Liestalern ihre Freyheiten in dem Jahre i z82. bestätiget , wie solches in dem 9. Stücke diser Merkwürdigkeiten angebracht worden. Indem Jahre 142z. verband sich die Stadt Basel mit Straßburg, einander zu beschützen , bis an Hauen'Aein, und Erhard und Eglof Gebrüder, Her- Mmmmmm 5 ren r8Z8 Historische ren zu Ramstein und Falkenstein, versprachen sich das Jahr darauf/ denen L. Städten / Bern/Basel und Solothurn / ihr Schloß Ramstein währender Äriegszeit mit Horenberg und Heideck, offen zu halten. Thüring von Ramstein hinterlegte in dem Jahre 142s. der Stadt Basel verschiedenes Silbergeschirr/ welches dem Cvmmenthur St. Johanniter Ordens in Lothringen zuständig war/ und verpflichtete sich 5. Jahr lang nichts feindliches wider die Stadt zu begehen. Hans und Peter von Ramstein findet man als um Sold angenommene Haubtlcute der Stadt Basel in dem Jahre 1407. aufgezeichnet. Einige Edelleute/ welche in dem Kriege / so mit dem Hause Oesterreich geführet worden / Schaden gelidten, suchten sich nachwerts zu rächen; aber die Völker der Stadt Basel kamen denselben zuvor, zogen vor ihre Schlösser, nahmen sie ein und liessen selbige schleiften, worunter auch Blauenstein war; Thüring von Ramstein / welcher an disem Schlosse Anteil und die Stadt Basel nicht beleidiget hatte, begehrte daher einige Schadloshaltung, welche ihme auch in dem Jahre 1412. beschehen ist. In dem Jahre 1416. befand sich Burkhard, Freyherr zu Ramstein auf dem Concilium zu Costanz. Merkwürdigkeiten. ! 8 z 9 Im Jahre 1422. lebte Cunzman von Ramstem Ritter: seiner wird in unserer Abhandlung von St. Jakob gedacht. Mit dem Schlosse Blauenstein ward auch die Burg Neuenftein eingenomen; Rudolf von Neuenstein war also auf die von Ramstein böse, daß sie nicht seine Parkhey ergriffen und dise Burg gemein- samlich beschützen geholfen; der Haß wahrte verschiedene Jahre und er paßte aller Orten auf, um selbige zu beschädigen; die von Basel ergriffen aber dessen Knecht Rorenberger, und wurden durch seine Aussage von der Feindschaft des Rudolfs von Neuen stein gegen die von Ramstem überzeuget, weil diser Knecht Befehl hatte auf solche zu rennen und noch 8. andere Knechte deswegen anzuwerben; ! Der von Neuenstein aber bestellte Heinrich von Neuenburg , welcher sich eine Hütte auf dem Dickenberge bauen ließ, erwartete allda die Gebrüder Cunzman und Herman von Ramstem und beschä- ! digte sie; weil nun dise von Ramstem Bürger zu Basel waren, ließ die Stadt dise That nicht un- gerochen; der von Nenenburg ward aufgesucht, gefangen und nach Basel geführet; Löbl. Stand So- lothurn aber nahm sich seiner gleichfalls, als ihres Bürgers an, und ohngeacht die von Ramstem, wie wir oben angeführt, der L. Stadt Solothurn ihr Schloß auch zu einem offenen Hause bewilliget hatten, Historische 1842 ten, so trachtete dennoch bist Stadt den von Neuen- burg zu befreycn; die von Basel stellten der L. Stadt Solothnrn vor, wie discr sich bero Schlitz unwürdig gemacht hätte, weil er hinterrücks aus dem Lande gezogen und 6. Wochen lang zu Mühlhausen und dort herum sich aufgehalten habe; dessen ohngeacht begehrte L. Stadt Solothuru dessen Loslassung, also daß eine gütliche Zusammenkunft naher Zvffingeu abgeredt wurde; viele Gesandte von den Hochlöbl. eydsgenößischcnStädten fanden sich da ein und ward, wie die damaligen Zeitbücher melden, die Sach sehr ernstlich gehandelt und endlich von den mittlendeu Städten gilt befunden, daß die Gesandten von Solo- thurn in die Hcrberg der Gesandten von Basel sich verfügen, allda des Gefangenen Loslassung in Gegenwart aller übriger Gesandten begehren, alsdenn die von Basel disen von Ncuenburg mit gewöhnlicher Urphed der Gefangenschaft erlassen sollen; „ Disem „ zufolge, heißt es, kamen die Botten zu denen von „ Basel, wurden sehr freundlich empfangen, bewill- „ kommet und mit Tresien und Wein bewirthet. Des von Neuenburg abgeschworne Urphed ist gegeben Sanistags vor Judiea, des Jahrs 1421. Es hatte sich die Stadt Basel aus Freundschaft gegen L. Stadt Solothurn, also bewegen lassen, den Heinrich von Neuenburg auf freyen Fuß zu stellen, wollte Merkwürdigkeiten. 184 ^ ! wollte aber dennoch ihre Empfindlichkeit gegen den Rudolf von Neuenftein als den Urheber dises öffentlichen Angriffs nicht ausser Acht lassen, daher diser , Edle, als Mundschenk Frauen Anna von Braun- schweig Herzogin zu Oesterreich/ dero Schutz er in di- sem Handel anrüste und durch dero Vorwort in gleichem Jahre mit der Stadt Basel ausgesöhnet ward. In dem Jahre 1420. besassen die Gebrüder Cunz- man und Hemman von Ramftein das Dorf Riehen pfandSweise, wie solches des mehrern in der Abhand- ! lung von disem Dorfe zu ersehen ist ; All. 1434. hat- l ten es Hemman, Heinrich und Hans von Ramstein im Besitze; Einer diser Hemmannen war um das Jahr 1431. Bürgermeister / und wird seiner sehr oft in den Verordnungen , welche in Ansehung des Conciliums ergangen, gedacht. Obgemelter Ritter Hemman von Ramstein war auf der Edelleuten Stube zünftig, und als in dem Jahre 1425. eine Auflag auf die Bürger gemacht worden, unter die Zahl derjenigen gesetzet, welcl)^ einen Reuter mit dem Pferde zum Dienste der Stadt unterhalten mußten. Rudolfvon Wellenberg, ein Edelknecht, hatte in dem Jahre 1426. zween Knechte/ welche er seines Dien- Historische 1842 Dienstes erließ; einer derselben Namens Thomas vvnOberrott, kam einmal mit des Rudolfs von Ramstein Jäger in Streit, nnd als diser Jäger von feinern Herrn naher Biedertahl gesandt worden, ward er allda von disem Oberrott mit einem Pfeile durchschossen; Der von Wellenberg hatte an diser Taht keinen Anteil und berichtete die Stadt Bafel, daß diser Todschlag aus Anlas eines Panzers und daher entstandener Schmähworte beschchen sey; ein gleiches bestätigte auch Cnnrad von Roßeck, zu welchem diser Mörder mit verwundeter Hand gekommen und gesagt, wie er einen Bauer erschossen habe; Die Stadt Basel ließ also allen Verdacht gegen den Edlen vor: Wellenberg fallen und suchte hingegen Visen Oberrot aller Orten auf, welcher endlich wegen Diebftal zu Mctzerlcn ins Gefängnis gekommen ; Rudolf von Wellenberg begehrte dessen Auslieferung , allein der Kerl wußte sich bey Nacht feiner Gefangenschaft los zu machen, zündete das Dorf mit Feuer an, steckte einen Brief auf einen Wach- holderstock, worinnen er meldete, daß man denen von Basel sagen solle, wie sie in das künftige den Zaun besser um das Dorf ziehen mögten, damit das Gewild nicht mehr durchkommen könne. Diser Merkwürdigkeiten. 184z Diser Bösewicht suchte sich hierauf einige schlimme Anhänger, um die Stadt Basel oder die Ihrigen zu beschädigen, hatte zum vornehmsten Gehülfen Michel Oesterreichs, und sagten der Stadt öffent- V lich ab, das ist, sie erklärten sich für Feinde, damit sie nicht mehr als Mörder könnten angesehen werden; der Oberrot war vorhin in Diensten Ludwig Meyers vonHüningen, und gab fälschlich vor, wie er disen Meyer der Stadt habe verrahten sollen; und um solche noch mehr zu beschimpfen, mahlte er nach dem Gebrauch damaliger Zeiten einige verächtliche Gemählde auf Papier, setzte den Namen Basel ^ und Ramstein darunter, und zog sich, da mau ihn so gut möglich verfolgte, in die Gegend von Leifort zu- ! rück, allwo er dennoch gefangen und nach Ensisheim i geführet worden; der damaligeBürgermeister Burk- hard ze Rhin gab sich alle Mühe denselben zu bestra- z fen; man sandte Gesandte zu dem Oesterreichischen ! Landvogt Hans Erhard Bock von Stauffenberg, ! welcher aber, da er der Stadt nicht gewogen war, i solchen nicht ausliefern wollte, sondern,wie man nach- > Werts durch ein Schreiben von Hans Rich von Ri- I chenstein vernommen, noch unschuldig erklärt und I frey gelassen worden; nachwerts wird von disem ! Bösewicht als einem abgesagten Feinde derer von l Basel und Ramstein nichts mehr gedacht. In disem 1427. Jahre vereinigte die Stadt Basel ihre 1844 -Historische ihre Waffen mit des Hrn. Bischössen, zogen in Burgund und eroberten Llicoure; Sie hatten daznmal eine Reuterey und waren übereinkommen, daß für einen Rheinischen Gulden des Tags, nachfolgende Edle, z. Reuter unterhalten sollten, als: Erni von Barenfels, Rudolf von Hallweil, Hans und Peter von Ramstcin, Hans Murer, Peter zum Wind , Rudolf von Kipf, Hans Wohnlin von Oßingen, Lienhard Bärti, Her- man Müller, Hertlin von Tuckhingcn, Henßli von Wessenberg der wild Banckart, und Peter von Ramspurg. Obgemeldter Hans von Ramstein hatte in dem Jahre 14^. einen Streit wegen Angenstein mit Hans Münch von Landskron, welchen Hans Rot Ritter und Bürgermeister zu Basel entschieden hat; Der von Ramstein bezöge noch das Jahr hernach als ein Rückstand seines Dienstes von der Stadt Basel loo st. Gelts. In dem Jahre i4Zs. lebte Junker Thüring von Ramstein Herr zu Zwingen; er erkaufte in gleichem Jahre Mölberg; die Stadt Basel leistete für ihn eine Bürgschaft von 3470 st. und in dem Jahre 1439. lebte Heinrich von Ramstein, dessen auch schon in dem Jahre d. gedacht wird. Die Merkwürdigkeiten. 184? Die Herrschaft zu Oesterreich, welche sich, wie in dem Fünften Stücke unserer vaterländischen Abhandlungen zu ersehen ist, alle Bemühung gegeben , den Adel diser Lande wider die Eydsgenossen aufzubringen und solchen mit der Macht der französischen Völker, welche in dem Jahre 1444. zu Zeiten des Concilium in allhiesige Gegenden gekommen, zu vereinbaren, hatte Visen Heinrich von Ramstein auch bewogen entweder bey dem Treffen zu St.Iakob sich einzufinden, oder wenigstens der Stadt Basel auf andere Weise Schaden zu thun, worzu er sich denn , auch verleiten lassen; er ward daher wie andere angesehen , so sich auf gleiche Weise verfehlet, konnte kein Bürgerrecht mehr zu Basel erhalten, noch einige Wohnung haben; welches ihm sehr empfindlich vorkam, weil er nicht aus eigenem Triebe, sondern aus Befehl des Hauses Oesterreich sich in dises Kriegswesen gemischet; er entschuldigte sich daher durch ein Schreiben bey Hans Sürlin einem vor- ! nehmen Rahtsherrn der Stadt Basel, und fügte stilrein Briefe nachfolgendes Gczeugnis bey: ,, Wir Wilhelm Margraf von Hochberg Land- j „Vogt, thun kund meniglichen, daz uns angelan- ^ ^ „ get ist, wie der strenge Ritter, Herr Heinrich von ! „ Ramstein geschuldiget werde, er solle die Frantzo- „ stn in das Land bracht und mit Ufsatz ingelassen haben: Svl meniglich wissen, daz im an solicher Nnnnnn «Schul- Historische r84 Würde zu Basel; als er sich aber in dem Jahre 1499. zur Zeit des schwäbischen Bundes verdächtig aufgeführt und unter dem verdeckten Namen Kfef- ferhans einen Briefwechsel wider die Eydsgenossen mit Kaiser Maximilian unterhalten, so ward er nach der Dornacher-Schlacht des BürgcrmeistertumS entsetzt und hingegen von dem Kaiser zu einem Oc- Aerreichischen Stadthalter und Regierungs-Naht im Elsaß erhoben. Rudolf von Ramstein hatte also diser Erzehlung nach keine eheliche Söhne, sondern allein z. eheliche Töchtern hinterlassen; die älteste, Ursula, war zu seinem Vergnügen mit Hrn. Thoman vor: Falkenstein . i verrnählet, von welchen: Löbl. Stadt Solothurn ^ ! Gößgen, Froburg und anders erkaufet; die zwo jün- , ? gern hingegen liessen sich in sträsiiche Liebeshändel mit einigen Unterlahnen ihres Vaters ein, und entflohen ^ i mit vielem Silbergerähte aus dem Schlosse Zwingen , : naher Breysach, allwo sie erhäschet, ihre Buhler - > aber für dismal entrunnen, nachwerts aber angehalten und teils zu Zwingen, teils zu Bern hingerichtet worden; die Töchtern wurden naher Farns- berg in dortige Gefängnisse gebracht, und nachwerts ' kam die jüngere, Namens Anna, naher Gilgenberg, , Nvnnnnz allwo i8 so Historische allwo sie einige Zeitlang gefangen aufbehalten, denn bescheren und naher Basel in das Steiner,-Kloster t gesteckt worden, darin« sie in dem Orden der reuen- i! den Sünderinnen in dem Jahre 1514. gestorben ist. ; ternRamstein hinter St. Ulrichs Kirche, so auf den Rhein liesset, neben dem Hofzu dem grossen Ram- steiner Hof gelegen, von dem bischöfl. Hof-i^omrio. welcher Hof nachwerts von der Stadt Basel wieder an den edlen Hans von Utenheim verkauft worden, und nun in bürgerlichen Handen ist. Man findet, daß das DorfBretzweil, welches zu dem Schlosse Ramstein gehöret und also mit selbigem erkauft worden, vorzeiten den Edlen von Ram- Aem die Schloßgüter gebauet und alle die Frohnun- gen und Zinse abgerichtet hat, welche man denen Schloßherren diser Gegenden leisten müssen: fie mußten auch eine gewisse Auflag bezahlen, weiche Platsch- gelt genannt ward. Auf das Schloß ward also ein Obervogt gesetzt, welcher dessen Einkünften besorgen und dem Dorfe Dretzweil vorstehen mußte. isi8. war Obervogt Hans Stehelin. I52Z. Mathias Gebhard. iszr. Sebastian Krug. isz6. Georg Weißlämblein, ward Birsmeister zu St. Jakob; unter ihm ward ein laufender Brunn in das Schloß geleitet. issZ. Jos Pfister. 156z. Hans Gernler. r;?7. Marx Sanenbüchel. Nnn nun 5 -s8c> r 8 s 4 Historische 1580. Hans Gernler. 1584. Bernhard Oser. ^ l iLoi. Zacharias Herr, welchem die Hundsmatte ' k um 8. Piuud verliehen worden. h i6n. Alexander Löffel. 1612. Niclaus Löffel. i-"2z. Haus Heinrich Wild, ward Stadtschreiber ^ ! zu Mühihausen. : 16z 5. Haris Jakob Bischof, ward Stadtschreiber zu Lieftal; unter ihnie ist 1644. das alte Schloß vollkommen vcrbronnen, und hat ^ arich in dem Jahre 167z. einen fernern ^ Brand erlidten. ^ 1647. Jeremias Fäsch, zog in die Fürst!. Sächsische ' Leibgarde. ! 1658. Hans Heinrich Falkner, vorhin Schaffner ^ in, Gnadcntahl. In dem Jahre 1668. den 6. Brachmonats befand die Stadt Basel, daß dise kleine Herrschaft auf eine andere Weise besser, als durch einen besondern Obervogt könnte verwaltet werden; Die Besorgung der Gemeinde Bretzweil war also dem Schuldheissen zu Licstal, die Zinse und Zehnten dem Kornmeister allda übergeben, und die Schloßgüter wollte man durch den Spittahl nutzen lassen; Alleilt Merkwürdigkeiten. 18 5 5 Allein auch dise Verwaltung ist nicht lange beliebet geblieben / weil die Untertahnen und Einkünften von Ramftein den 4. Merz 167 z. der Vvgtey Wal, denburg einverleibet worden. Die Schloßgüter/ darunter die Aletenwaid , worauf das SennhauS 16^0. abgebrannt ist, und die Wohnungen auf demSchlosse warben baldBürgern bald Untertahnen um einen jährlichen Zins verliehen/ welcher in die obrigkeitliche Cassa deS Dreyer- amtS geliefert worden / bis in daS Iahr i?Z7, da dem Herrn Ritter Lucas Schaub, Bürger von Basel, welcher sich an dem Englischen Hofe aufhält, und ehmalen als Hauoverifcher Abgesandter zu Paris gestanden , wegen seinen besondern dem Vaterlande in dem bekannten LachsfangSstrcit geleisteten Diensten die Geheime RahtSftclle aufgetragen und anbey die Nutzniessung diseS Schlosses und dessen Gütern auf Lebenslang zur Erkanntlichkeit übergeben worden. Historische 1856 MIses Dorf, so in den alten Instrumenten Ket8- will e und Lret^xvüe genannt wird, ligt an dem Fusse des Berges, worauf das Schloß Ram- stein stehet; Dessen Unterbeamtete bestehen in einem Meyer und 2. Geschwornen; An dem Gerichte sitzen Eilf Männer und an dem Gescheide Sechs. Das Dorf ist wohl angebauet, doch ligt es einigermassen zerstreuet; es hat eine Mahlmühle, eine Holzsage und eine Ziegelhütte; nur «och -.Häuser find mit Schindeln bedeckt. 3n Merkwürdigkeiten. 18 5 7 In dem Dorfe befinden fich 6 . schöne laufende Brunnen, so alle aus gleicher Quelle herfliessen. In dem Jahre 1608. beschäl) allhier ein grosser Brand, daher für die Beschädigten in den 4. Haubt- kirchen zu Basel eine Steuer gesammelt worden. In dem Jahre 1629. starben allhier an der Pest 86 . Personen, und blieben nur noch 28. verheiratete Bürger. Der Ackerbau und die Viehzucht erhalten dessen Einwohner; denn Weinwachs hat es keinen allhier. Das Schützenhaus befindet sich im Dorfe, auf einer Anhöhe. Die Waldungen, so zu selbigem gehören, sind: der Ballsperg und der Rieberg, worauf Tannen und Bücken; der Brand, worin Tannen, Fohren und Buchen; der Hosta, worauf Tannen; der Benzenberg, worauf Fohren; und der Schloßberg, worauf Tannen und Buchen wachsen. Hier befindet sich auch ein mit Holzung bewachsener Berg auf Heidenburg genannt, auf dessen Spitze einige runde Gräben sich befinden: die ältesten Einwohner i8s8 Historische wohncr geben vor, daß man vorzeiten allhier auch einiges Gemäuer gesehen; dem Namen nach sollte es ein römisches Gebäude seyn / allein mit Gewißheit kau hievon nichts gesagt werdet!. Der Kirche zu Bretzweil sind als Prediger vorgestanden : i zzo. Michael LaMarius von Mönchcnstein, vorhin Priester zu Nunnnigen, ward Helfer zu Sr. Leonhard in Basel. Conrad ^I^räus. lsZs. Jakob Ett/ von Rotweil. In dem Jahre rsss. wurden die Pfarreyen von Bretzweil und Regotzschwcil zusammengestosscn und zum Prediger diser zwo Gemeinden Abraham Llar- llu8 erwählt. 156s. Johannes Hutmacher, so sich kileopoeur nannte. i s66. Philip Vetterlin, kam nach Muttenz. !Z97- Bernhard von Reinach. 1607. Emanuel Iselin, kam nach Liestal. 1612. Leonhard Lützclmann. 1627. N. Lncas Just. I6zo. N. Heinrich Bruckner, kam nach Rotenflue. 16^4. Ä 1 . Theodor Hertenstein, ward Pfarrer bey St. Elisabethen in Basel. 1667. Merkwürdigkeiten. iLss 1667. Hl. Lomfuciu8 Liechtenhan. 1671. N. Emanuel von Wengen. 1675. N. Theodor Burkhard, kam nachMunzach. 1688. m. Jcremias Meyer, kam nach Oltingen. 1703. N. Friedrich Merian. I7Z7. Hr. ^l. Samuel karLviLili. Allhier gehen Wechselsweise zur Kirche die Einwohner von Regotschweil , Lauweil und denen um- ligenden Sennereyen; Massen ein Sonntag allhier, den andern aber zu Regotschweil gcprediget wird. Dis Dorf hat seine besondere Schule. Den Fruchtzehnten allhier bezieht die hohe Obrigkeit vollkommen; Der Heuzehnten ist nebst anderm dem Prediger zu seinem Einkommen angewiesen. Aus der Abhandlung von Bubendorfist zu ersehen , wie dise Edeln das ?3tron3w8 allhier und die Zehnten ingehabt und solche Rechte nachwerts an den Dompropst und denn an die Stadt Basel gefallen. Dise Gegend ist über alle Massen bergicht, daher sehr viele, sogenannte Waiden und Wiesen angelegt worden, worauf man im Sommer das Hornvieh laufen läßt; Unter r86o Historische Unter denselben ist die Waide jn Umßtiach, in Kummen und Nntereich , welche eine Sennercy ausmachen , so dem Herrn Niclaus Deucher zuständig ist; in dem Winter zieht der Senn ins Dorf/ allwo er das Vieh futtert. Aschäckling ist rille dem L. Spittalil zu Basel zuständige Waide, worauf ein Waidhaus, desgleichen Merkwürdigkeiten» Kegolzwcil. , L>Ä8- -M- MJsen Namen wollen einige von dem Wort Re- ^ ginbold, rlegold und dergleichen herleiten; über welche VilK Ke§ol6i hiermit einem jeden seine Muhtmassung gelassen wird. Dises Dorf ligt an dem Fusse des Gebürgs, so die Wasserfalle genennt wird, welche wir nachwerts beschreiben werden. Man muhtmasset die Edelleute von RegoltS- weil, haben vor Zeiten ihre Wohnung in der nahe dabeyligenden Burg Reifenstein gehabt. Als Kaiser Friedrich der erste in dem nsr. Jahre dem Gottshaus St. Vincenz nunmehr Bein- Oooooo weil 1862 Historische weil genannt die erhaltenen Vergabungen bestätigte, wird in disem Briefe einiger Gütter zu Rigolzwi- ler gedacht, Dise edlen waren Gutthäter des Klosters Schön- that: Heinrich und Hug von Rigoltswiler lebten in dem Jahre 1226. Bmkard von Molzwiler war Gezeuge in einem Jnstruniente Graf Ludwigs von Vroburch von gleichem Jahre; von welchen dises Dorfan die Burg Waldenburg in deren Herrschaft es lag, muß gekommen seyn. Der Herr Bischof von Bafel suchte den Graf Johannes von Froburg, Lehenträger der Herrschaft Waldenburg, welcher Adelheit von Ramstein in erster Ehe geheurahtet hatte, allzeit zu begünstigen, daher hat er Jhme auch in dem Jahre 1345. bewilliget, diser seiner Gemahlin, Hrn. Thürings von Ramstein Tochter, den Wehrt von 16c». Mark Silbers aufdem Dorfe Regolzweiler und andern Güttern zu verschreiben: und zwey Jahre hernach waren zu diser Verschreibung noch ioo. Marke hinzugethan, auf einige Kornzinse allhier und anderer Orthen. ! Immer von Ramstein, Bischof zu Basel, und Thüring von Ramstein seines Bruders sel. Sohn gleiches Merkwürdigkeiten. rz§z gleiches Namens/ besassen dises Dorf noch Pfandsweise in dem Jahre rz8s. Dazumahl war das Schloß Waldenbnrg und -essen Herrschaft nammens der hohen Stift Basel in Hm. Burkhard Müuch von Lands-Cron, des ältern Verwahrung; nun wollte die Stift die Pfand- schaften der Burg gern wider einlösen/ und weil der Freyherr Immer von Ramstein der Stift Oberster Vorsteher oder Bischof war, so ließ er ßch hierzu sehr geneigt finden, und hat in dem obgemeldten 1385. Jahre dem Burkhard Münch zu Handen Per Kirche von Basel um den Pfandschilling von 26o. Mark»Silber abgetretten, seinen halben Theil des Dorfs Rigoltswtler, mjt dem halben Theile aller Leüthe, Gütter, Gericht und Rechte, die zu disem Dorf gehören, nichts ausgenommen, nebst noch anderen Gütteren zu Onetzwiler, und andern Orten gelegen. Ob der andere halbe Theil dises Dorfs zu difer Zeit schon eingelöset war, oder dessen Einlösung erst nachwerts beschuhen, ist nicht wohl zu bestimm: doch ist gewiß, daß, als die Herrschaft Waldmburg an die Stadt Basel gekommen, das DorfRegolts- wiler derselben vollkommen einverleibet war. Dem Dorfe steht ein Meyer und Vier Geschworne vor; Das Gericht wird mit 12. Männern be- Oooooor setzt, -864 Historische setzt, worzu die von Lauweil, so unter Visen Gerichtsstab gehören, etliche dargeben. Es sendet z. Männer an das Gericht, und Zween an das Gescheide zu Bretzweil; das Feldgericht oder Gescheid zu Regoltsweil, wird ebenfalls von iO. Männern besorget; Dises grosse und schöne Dorf, worin kein Stroh- fondern nur noch 2. Schindeldächer sich befinden, hat Acht lausende Brunnen, welche von einer Quelle hergeleitet werden. In demselben befinden sich eine Ziegelhütte, Zwo Mahlmühlen, und ein gutes Wirthshanß für diejenigen so etwann über die Wasserfalle kommen, und allhier ihre Einkehr nehmen möchten; Der Ackerbau allhier ist sehr gut und die Viehzucht wegen der grossen Waiden sehr zahlreich; Reben gibt es keine: von dem Fruchtzehnten allhier besitzt die hohe Obrigkeit von Basel, als Herrn von Ramstein - Quart, und als Oberherrn von Wal- denburg i l Quart; dem Prediger zu Bretzweil ist das übrige zu dem Einkommen gegeben: Den Heuzehnden aber bezichtt er ganz; samt einem gewissen Ehrschatz von dem sogenannten kleinen Zehnden. Ohngeacht Merkwürdigkeiten. 18 65 Ohngeacht daß dise Gemeinde kein Schützenhaus hat, so ist dennoch ein angewiesener Platz, worauf nach dem Ziele mit Feuerrohren geschossen, und der Baur in den Waffen geübet wird; Die zu disem Dorfe gehörigen Waldungen sind; Der sogenannte Gempis, worinnen Tannen: Der Bärengraben, ein ehmahliger Aufenthalt di- ser Thiere, worinnen Buchen, Tannen und Fohren: Der mitte Steiu, die Bürdten Flue, derDüm- lenberg, worauf Buchen und Tannen; Neben dem Oerlin allwo Buchen und Fohren ; Der Geißrein und Glattenberg, worinnen viele Buchen und Tannen wachsen: Zn dem Jahre isi 8. trug ich allhier ein entsetzli- ! cheS Hagelwetter zu, da die Steine so groß als Hüner- Eyer, alle Früchten und Bäume zerschlugen; Als in dem Herbstmonate isrs. allhier eine i grosse Brunst entstanden, mußten alle Gottshäuser ! auf der Landschaft, und alle Verwaltungen der Klöster in der Stadt Basel denen Brand - beschädigten beyspringen. In dem Jahre 1646. ward allhier eine ansehnliche Schaar Zigeüncr gefangen, deren Anführer sich Hans Ooooooz Heinrich 1866 Historische Heinrich Löwenberger aus klein Egypten nannte/ vbschon er zu Brenngartcn gebohren worden. Auf einer Anhöhe des Dorfs stehet die Kirche samt dem Schnlhause, darinnen der Siegrift, doch meistenthcils nur in dem Winter, Schule haltet / und wohin auch die Jugend von Lanweil zur Schule gehet. Das ältesteDorfkirchlein allhier, istdemRemigins geweyhet gewesen / und stund an den Bergen St. Romey, von welchem dise Alpen den Namen bekommen: allein es war elend und arm, daher nach Werts die nunmalige Kirche demselben gegen über auf einer anmuhtigen Anhöhe erbauet worden. Der schlechte Zustand des Gottesdiensts zu Re- goltsweil bewegte also in dem Jahre isiz. Hrn. Heinrich Schönau, der Rechten Ooäoi , Vicsrium diser Pfarrkirche zu Regoltsweil, lttid den rdeln Herrn Hans Immer von Gilgenberg Ritter, „diser Gemeind, welcher Pfarrkirche so arm war, „ daß sie keinen eignen Priester erhalten konnte, bey- „ zuspringen; damit sie nicht mehr genöhtiget seyn „ mögte, ihre Pstund durch die benachbarten Priester „ versehen zu lassen; die Gemeinde that auch das Ihrige, schaffte ein Haus an, für ihren künftigen Prie, -er, und demselben waren auch sonsten einige bessere Merkwürdigkeiten. »867 sere Einkünften gestiftet, damit er bey distr Gemeinde wohnen könnte, doch ward ihm anbey auferlegt, auch in der Kapelle des H. Hilarius zu Lauweil bisweilen den Gottesdienst zu verrichten. Zu der Zeit der Glaubens-Verbesserung finde» wir einen Michael Schäfer in dem Jahre i sZ4. und nach Ihm Jacob Haaß von Rotweil als Pfarrer allhier aufgezeichnet; fie wurden in den ältern Zeiten Priester zu St. Romey genannt, und die Prediger zu Bretzweil nutzen annoch dasMwidem, so zu St. Romey gestiftet ist. In dem Jahre 1545. ward dise Pfrund mit der Pfründe von Bretzweil zusammen gestoßen, und eine einige Pfarrey daraus gemacht; Also daß der Prediger zu Bretzweil, wie an andern Orten auch beschuhet, einen Sonntag nach dem andern Abwechslungsweise, bald in der Kirche allyier, bald zu Bretzweil die Morgen-Predigt hält. In dem Jahre 1705. hat HerrDreyerherrLeon- hard Respinger, und die Seinigen dise Kirche erneuern , und den Lettner erbauen lassen, wie die darinen steh befindende Aufschrift mit mehrerm zeiget. Allhier gehen zur Kirche, dise Gemeinde, die von Lauwell!, Bretzweil und die benachbarten Alpmeyer. O000004 -868 Historische In dem Jahre i 6 iz. ward eine grössere Glocke dufgehenkt, welche in den umligenden Orten konnte gehört werden, weil solche auch bey angestellten Wolfs-Iagden angezogen wird. Man findet aufgezeichnet/ daß in dem 7689. Jahre das Wasser ab der Wasserfalle so stark angeloffen, daß es 8 . Schue hoch über sein Beth gestiegen/ grosse Sägbäume aus den Wurzeln mitgefühl t, s. Häuser und Scheuren weggerissen, und sthr grossen Schaden verursachet, worbey auch verschiedene Personen ertrunken find. In der Mühle zu Regoltsweil findet man hiervon einige Umstände und die Höhe des Wassers an der Mauer aufgezeichnet. In denen alten Schriften, wird folgender Gütter allhier gedacht; Derer von Basel, von Ramstein, vonWessen- verg, des Schalers Gut, und derer von Schönthal Weyermatten, auch des Erzbergs. Die Zinse, welche Bertold und Wilhelm Waldner die Ritter allhier besassen, haben fie in dem Jahre -Z54. dem Ritter Hemman von Ramstein verkauft. So denn befindet fich nahe vey Regoltschweil die Ueberbleibsel von der Burg Merkwürdigkeiten. Durg Meyffenstem 1869 Mwovermuhtlichdie Edeln von Regoltzwiler gewohnt haben. Man nmhtmaffet dises alte Schloß sey auch Grijfenstem genannt worden. Johannes von Griffenstein war krior kratrum krXäicätorum Doinus L-iü1ienÜ8 1 ZZ 7 - Er hals Krafft eines Instruments die Walpachische Erbschaft in Richtigkeit bringen. In dem Stiftungs-Brief des Klosters Schön- that war unter den Gezeügen Burkhard und Ulrich von Reyffenstein. - 2 ^ Ooo000 5 Von Historische 1870 Won der Wasserfalle. EIt disem Namen wird ein sehr hoher und rau- ^ cher Berg belegt, welcher hart an das Dorf Regoltsweil stoßet; auf seiner Seite gegen Mitter- nacht bleibt der Schnee sehr lange ligen, und die wilden Dessen, Höhen und Felsen, haben vor Zeiten auch den Bären einen sichern Aufenthalt gestattet, daher noch ein gewisser Bezirk der Bärengraben genannt wird; zu oberst auf dem Berge fällt beständigem Wasser die Felsen hinab, doch zu einer Zeit mehr als zu der andern. Es fliestet denn den Berg ferners hinab, läuft zu Unterst in einem Bette bey der St. Marien Kapelle vorbey in das Dorfe, und nimmt allda das Büchlein zu sich welches von St. Merkwürdigkeiten. 1871 St. Remigius oder denen St. Romey Alpen herun-, ter kömmt, und machet denn denjenigen Bach aus, welcher durch das Regoltswiler, Zyffner und Bubendörfer Thal fließt, und endlich in die Ergolz sich ergießet. Da die Wasserfalle ein Gebürg ist, so aus verschiedenen Höhen und Vertieffungen bestehet, und hin und wieder neben obgemeldtem Wasserfall aus denen Felsen - Rissen einige Wäfferlein hervorquil- len, so entstehen bey kaltem Winter, besonders wen viel Schnee fällt, verschiedene auf einander ligende, und wenn das Eiß ab den Wipfien der Berge in das Thal herab fällt, aufgetürmte Lagen von Eise, welche gleichsam ein Eis-Meer gestalt n, unter welchem in dem Früh-Jahre das Wasser hervorquillt, und so lange fließet, bis alles zusammen geschmolzen ist; Dis ist der einzele Ort in unserer Landschaft, welcher uns zu Anfange des Früh-Iahrs das jenige vorstellen kan, was die Geschichtschreiber des Schwei- tzerlands von denen Eis-Meeren melden; ohn- geacht nun dises herabfliessendc Wasser hart und kalt ist, so zeüget doch der Reglotsweiler Bach viele Forellen und Krebse. Ehe die Strasse des Hauensteins so bequem und brauchbar gemacht worden, als He nun ist, so 18?r Historisthe so war ein nicht ungewöhnlicher, doch sehr gefährlicher, mit vielen Hölzern bevestigter Fußweg über die Wasserfalle, welchen auch die Lastpferde gehen konnten; nunmehr aber wird diser Weg sehr wenig mehr, ausser von denLands-Lcuten gebraucht; Doch bestehet amwch der geringe Zoll welcher zu Regoltswiler von denen Reisenden muß abgestattet werden. So rauch und beschwärlich, das Aufsteigen auf Visen Berg ist, so angenehm steht es droben aus, all- wo sehr schöne Viehwaiden steh befinden, als die Wchloß-Ulpe auf der Wasserfalle. Welch- zu der Burg Waldenburg gehöret, wor- bey ein schöner lauffender Brunn; als wir uns in diser Gegend befanden, war die Luft auf dem 6u Oetischen HiermomeLro 2 . Grad über Tempere, und dises Wasser I. Grad darunter, also z. Grade kälter als die Luft. Der Brunn in der Höhle unten an der Alp nahe bey dem Wasser-Falle z. Grad unter Tempere , also s. Grade kälter, als die Luft. Zu unterst an demBerge gegen Regoltsweil, stehet eine dem H. Hilarius geweyhte Kapelle, welche vermutlich darnm dahin gebauen worden, damit die Reisenden welche dises Gebürg bestiegen, oder herab kamen, allda ihreAndacht verrichten könnten. Allem Merkwürdigkeiten. 187 r Allem Ansehen nach, ist dieselbe von denen edlen von Ramstein, welche Gilgenberg ingehabt, gestiftet worden, müssen die zu diser Capelle gehörigen Widemgütter, annoch dem Schloß Gilgenberg zuständig sind, und von L. Stande Solothurn einem Landsmanne von Regoltsweil verliehen werden. Der Gewächse und Kräuter so auf disem merkwürdigen Berge hervorkommen, ist schon zum Theile in den vorhergehenden Stücken gedacht worden, und die noch zurücke gebliebenen werden in diser Abhandlung angezeiget werden. Neben disen Seltenheiten der Natur aber findet man allhier auch andere Merkwürdigkeiten. In dem Uuldo Helvetica und den, in dem Buche AMtia illuLiratÄ welches der fürtreffiche Gelehrte Herr Professor Schöpflm, Sr. Allerchristlichsten Majestät Hissorlo§i-3x>Ku8 herausgegeben, wird desjenigen Grabs gedacht, welches zu Unterst an der Wasserfalle über der Ziegelhütte in dem Jahre 1746. entdecket worden. Es war in dem hartenFelß- artigen Boden eingehauen, und inwendig mit einer groben Art blau glaßierten Ziegelstein eingefaßt; das darinnen sich befundene Gerippe schien von 2. Personen zu seyn, worbey ein metallener Ring, ein eisener Gürtel und Haften mit etwas silber geziert, nebst vielen runden ungejtalten durchlöcherten Co- rallstücken lagen; 1874 Historische Man muß dise Art Gräber in die mitlern Zeiten versetzen; Derselben sind auch schon einige zu Lampcnberg gefunden worden, wie in dem XIII. Stück diser Merckwürdigkmen zu ersehen ist. Indem Banne des Dorfs Regoltsweil befinden sich ferners folgende Alpen, welcher Lage auf der Landkarte kau nachgesehen werden. empis. So Fr. Rvsina Markt, Hrn. St. Johanniter- Schaffner Nohners sel. Wit. zustehet, ligt zwischen St. Hilarien Straß und dem Dorfe Lauwetl. Warchmatt. Welche HerrnJ. Heinrich Ryhiner des Gerichts Bormahlen einSitz des benachbarten Adels, nunmehr das Eigenthum Herr Leonhard Ryhincrs 8. oris Vor Zeiten war dises Gut in 2 . Theile abgetheilt, nunmehr ist es in eines zusammen gezogen und gehört, Jungftau Anna borcsrä, Herr Rahts- herrDietrich korcarä sel. Jungfrau Tochter, welche in dem Jahre i?zo. die Gebäude beyder Güter abbrechen und dagegen das nunmahlige schöne Gebäude und zugehöriges erbauen lassen. Merkwürdigkeiten. 1875 ivtzM AKZL . MSt ein Dorf, welches zwischen Ramstein und d Regoltschweil ligt, und zu der Herrschaft Wal- denburg gehört; Man muhtmasset, daß diser Ort von dem ersten Baurenhofe, so l-uäwiZ8 Villa genannt worden, stinen Namen herhabe. ' In unsern Urkunden finden wir keiner Edeln di- ses Dorfs gedacht, und die Edeln von Lauweil, deren in den schweitzerischen Geschichten Meldung be- > schicht, gehören in das Turgöu. Demselben stehen Zwen Geschworene Männer vor; es gehört unter das Gericht und Gescheide von i87§ Historische Bretzweil und Regoltschweil, an welche Gerichte beyder Orte es 2. Gerichts-und 2. Gescheidsmän- ner gibet, hiermit 4. Gerichts - und so viel Gescheids- Männer hat. Das Dorf hat z. lauffende Brunnen, und seinen Schießplatz zu Regoltzweil; Die Einwohner gehören in die Kirchengemeinde von Regoltschweil und Bretzweil, und die Jugend soll zu Regoltschweil zur Schule gehen. Bor Zeiten war, wie bey der Abhandlung von Regoltschweil zu sehen, allhier eine dem H. Alarms gewidmete Kapelle. Der Ackerbau und Viehzucht, welche letztere besonders vieles abwirft, erhaltet die Einwohner von Lauweil, allwo noch Drey Schindel-Tächer sich befinden. Von dem Fruchtzehnten beziehet die hohe Obrigkeit i Quart, eben so viel wird dem Prediger zu Bretzweil für seine Unterhaltung gelassen, die übriger! Quart nutzet diser Prediger 2. Jahre nacheinander, und das Dritte Jahr L. Deputaten-Amt. Der Heuzehnten aber, oder einen Abtrag in Früchten, so deme gleich kommt, wird der Mund Bretzweil allein überlassen. ^ Dre Merkwürdigkeiten. 1877 Die zu disem Dorfe gehörige Waldungen sind: Der Fürsten Rein, auf Gilgen, aufhoben Rü- tin, und in dem Bärten - Graben, wvrinnen Thannen und Buchen wachsen. Ohngcachtet daß difes Dorfnicht sonderlich groß, so ist doch dessen Bann welcher aus vielen aneinan- der Hangenden Bergen bestehet, sehr weitläufig; Auf disen Anhöhen befinden sich nachfolgende Alpen oder Seunereyen: Wr Uauweiler Werg. So Frauen Susanna Burkhard Herrn Deputat Frey sel. Frau Wittib zugehört. Vier Sennereyen die St. Romey genannt. Die Einte ist dem L. Deputaten Amte zustehend. In vorigem Jahrhundert hatte auch die Car- thaus einen Antheil an diser Alp, welche aber in dem Jahre 169z. von L. Deputaten-Amt dar- für ausgewiesen worden. Die Andere ist die sogenannte Ryhinerische Armen Alp. Pppppp Die 1878 Historische Die Dritte ist denen Herren Erben, Herr Doktor und Professor Battiers sel. Frauen Wittib. Und die Vierte: dem Foreardifchen Geschlechte'; Welche in dem Jahre 1725. von Herren Dietrich Forcard des Rahts, aus jeniger Summa Gelds, so -essen seelige Eltern für die Armen dises Stammens gestiftet, erkauftet und jeweilen von dem ältesten -jser Familie verwaltet wird. Mieder - Bitten eine Sommerwaide so zu Putschen gehört. Ferners Drey Sennercyen die Drey Mmatt genannt. Die vordere Ullmatt ist Herrn Emanuel Wollcb ss D- und Schuldheissen der Meh- rern Stadt Basel. ! Die mitlere Ullmatt L. Spitthal wor- ! zu die Hunds - Matt gehört. Und die hindere MÜMsttt ist die Sommerwaide derjenigen St. Romey Alp, welche den Battierischen Herren Erben zustehet. ! Indem Jahre isoo. undetlich 50. besaßHr. Sebastian Doppenstein Land - Vogt auf Walden- bürg, Merkwürdigkeiten. 1879 bürg, die Ullm - und Hundsmatt, welche er dem in unsern Kirchen-Geschichten bekandten Junker Hans von Bruck, oder David Georgen und seiner Ehefrau Dictrica Suuncken verkauft hat. Die Alp in HogMthal gehört dem Löbl. Spitthal; in dem Jahre 160z. ward das Holz heraus in die Birs, und naher Bafel geflößt. Vor Jahren warallhier eine Maß-Hütte, welche abgegangen ist. Die Sommerwaide auf dem Wogelberg Jst em Erblehenseit dem Jahre N 4 r. Welches das Vögelische Geschlecht von Lauweil, gegen einem Jährlichen geringen Zinse, von der hohen Obrigkeit geniesset: wird auch Oberbürten genennt. Dises ist einer der höchsten Berge unserer Landschaft. Was bey uns Sommerwaide genannt wird, verstehet sich von solchem Mattwerke oder Waiden, worauf allein in dem Sommer die Melk-Kühe, und ander Vieh unterhalten, bey anbrechendem Winter aber zu den Haupt-Sennereyen, oberm die Dörfer geführet wird. PppPPP2 In » 88 Auf der Wasserfalle. 9. Orclii8 palmata, car^opliMata. L. 8. k. 86. I'. 4?s. Idiä. samt übrigen schon bey Mut- tenz und andern Orten angebrachten Arten. ro. Eine röhtliche Bergrose ohne Dornen: kolk non spinola, csl^Lis iolÜ8 inäiviüs, IruÄn odlonZo. Hall. 8t. H. Z48- 8 .o 5 a montan, non spino8. pallicle rudra. 2. Hieatr. 270. Auf der Wasserfalle und dem Vogelberg. n. Berqholder mit traublichter rohter Frucht: 8ambncu8 racemoka rubra. L. 8. k. 456. 1. 606. 12. Kleiner Bergbaldrian: Valeriana palullris mi- nor. L. 8. k. 164. 1 . IZ2. Val. alpina. ss. 8. z. 2. 2OZ. In 1axoÜ3 mont. ^allerliül. iz. Bergbaldr. mit Braunwurzblättern: Vals- riana alpina, icropliulariX iolio. L. 8. ?. 164. Auf der Wasserfalle. 14. Bergulmenbaum , Illmu8 montana. e. 8. k. 426. Auf der Wasserfalle. 15. Oramen noäolum pag. i s 28 - In pratis montanis circa ^allerkall. Ppp ppp s 16. 6ram. !886 Natürliche 16. 6ram. montan, panicula lpaöicea Zclicatio- re. e. 8 8. z. krocir. 6. Auf der Wasserfalle findet man es kleiner/ auf dem Crenza- cherberge grösser. 17. 6ram. arunäinac. enoäe, minus l/Ivati- cum. L. 8. 8. 7 . Auf der Wasserfalle. 18 . 6 ram. IioräeaLcum, montanum, üve majur. L. 8 . 8 . 9 . Ibiä. 19. Hieracium Lllonärill-e kolio kirlutum. L. 8. 8. 127. 8. 470. Ibicl. so. Schmalblättichter raucher Quendel: 8erpil- ium MZuttiiolium, Ilirsutum. L. 8. 8. 200. I'. 197 - Ibiä. An vires eae^em, c^uX 8erpil- 1o oKc? 21. 8e5eli montanum, QcutX kolio, fublürtu- tum. L. 6. 8. r6i. 8io6r. 8s. Auf der Wasserfalle zwischen den Felsen. 22. 8pdonäi1mm «üpinum, Zlabrum. Q 8. 8. Is7- 8r. 8Z. 1. Z20. Im ^sulio. auf der Wasserfalle. sz. I^aätuca f^lvellns, coüa spinosa. L.8. 8.I2Z. 1. 47z. Ibiä. Er kühlet, besänftiget, bringet Schlaf. 24. Som- 1887 Merkwürdigkeiten. 24. Sommerwurz, Ohnblatt mit Schlüsselblüm- lein Geruch. I^)'popit^8. Liv. Lupp. x. 71. Orodanclie , quX Ü^popit^8 äici potell. 0- L. kr. Zi. 2umZ. 1L. Z8i. Nonotropa 60- ribv8 lateralibus octZncins, termirrali 6cc3!i- 6ro. Linn. lpec. kl. p. Z87. kl. 8uec. Z 29 . kvil. Lot. §. 178- Hypop^t, chica nutante. Nkül. 8t. H. 4t I. An feuchten Orten des Was- serfallgeb. Wie auch wenn nicht irre: 2s. Orodancde raäice coralloiäe L. L. k. Dies Gew. soll auch auf dem Muttenzerberg zu finden seyn. Orodanclie spuria LorsUork^- 23 . Lupp. 284. t. 2. Ueotti-l raclice reticu- lata L. LI. I.3PP. Zis. Opliri8 buibi8 ramo- lis 6exuotis, caule vaZinato, ncÜLni labio triüäo. Linn. 8p. kl. 94 s. Zu Lauweil und am Vogelsberg findet man St. Johaunstraublin, Vogelsbeern, Naterzünglein, Napell, re. Von Bäumen siehet man in diesen Gegenden: Wilde Flechten, weisse und rohte Thannen, Schlingbaum oder Meelbeern, Hei- dclbeern sonderlich auf der Wasserfalle; bey Reygolzweil: Lerchenbau!n,Ä>rhorn, Eschen, Erlen, Leica, und andere neben vielen gemeinen Kräutern, die fast aller Orten bey uns zu finden seyn. Und so haben wir die vornehmsten Kräuter des berühmten Wasserfallen-Gebürges vollendet, und haben nur noch von der Jagd, und dem Gewilde anzumerken , daß da in denen Bergen, Hirschen -888 , Natürliche Hirschen und Rehe, Hasen, Füchse, und allerhand Streich-Vogel sich befinden; auf der Ebne, und in denen Thälern hingegen das Reb- hun, die Wachtel lind die Lörche sich aufhaltet, nebst vielen andern kleinen Vögeln mehr; Auf dem Waldenburger - Berg, und der Wasserfalle , höret man auch zu Zeiten den Uhr- han, und in denen Thälern und Bächen lan- ret der gefräßige Otter auf die Fische. Also begeben wir uns nach Gewohnheit und Ordnung zu den Versteinerungen dieser Bezirke. Merkwürdigkeiten. 1889 Von den Werstkinmmgm. Gott ist ganz prächtig und sehr schön , Im Schmuck der Schöpfung anzusehn. R. R- Us dem nächst vorhergehenden Stücke, ist die Meinung des Hrn. I-e Cat zu ersehen gewesen, , wie die Erzcügnng der Berge und Thäler könne vorgegangen und wie die versteinerten Muscheln und andere Thiere und Pflanzen in die Lagen des festen Landes gekommen seyn sollen; Es wird aber darwider eingeweichet, Laß dises Lehrgebäude unrichtig sey, wofern nicht erwiesen werde, i892 Natürliche werde/ daß der Mond/ die Fische >md die Muschel- Werke/ welche zu den Fischen gehören schon geschaffen waren, ehe das Wasser von der Erde geschieden ward; Nun aber ist aus den geoffenbahrten Göttlichen Schriften bekannt. 1. Daß schon am Dritten SchöpfungS - Tage das Wasser von dem festen Lande abgesondert; 2. Am 4ten Tage Sonne und Mond ' z. Und erst am sten Tage die Fische und das Fischartige Muscheln-Werck geschaffen worden, hiemit das Wasser von dem trockenen Lande schon geschieden war, ehe der Mond geschaffen, so daß derselbe die in dem vorigen Stücke angebrachten Würknngen von dem Ursprünge der Berge und denen darin» sich findenden Muscheln nicht hervorbringen können. Daher viel wahrscheinlicher auch natürlicher sey, der allgemeinen Sündflutte solche Würkung zuzuschreiben , besonders auch darum da nunmehr Krafft der neuern Reißbeschreibungen in dem Mexikanischen, wo sich keine Elephanten befinden, und in Syberim da disc Thiere wegen der Kälte nicht Merkwürdigkeiten. »891 nicht bestehen könnten, sehr viele deren Zähne aus der Erde gegraben werden; Betreffend aber die Aushölung der Erde durch das Wasser, deren Zerfall und endliche Ueber- schwemmung, so sey ausgemacht, daß nicht dises Element , sondern das Feuer solche zernichten werde. In welcher Meynung auch alle Heiden gestanden und daher durch Bild-Säulen, deren noch in denen Reißgeschichten gedacht wird, solchen allgemeine« Brand denen Nachkömmlingen knnd gethan haben. Herrje antwortet hierauf, daß sein Lehrgebäude nicht das geringste wider die Verehrungs- würdigen Wahrheiten der Göttlichen Schrift enthalten solle; Alle Stücke darinnen, so der Menschen Seligkeit berühren, seyn von Gott eingegeben, nothwendig und in dem Allerhöchsten Grade Verehrungs- würdig, doch sey derselben Absicht nicht gewesen, auch die Menschen in der Natur-Lehre zu verbessern, als welches dessen Bemühung überlassen worden. Die Göttliche Gutthat sey also schon groß genug, daß dise Schrift ihn von seiner Seeligkeit belehre. Daher in der Folge der Zeiten die Naturlehre 1892 Natürliche von den Menschen allzeit verbessert und etliche grosse Gelehrte wegen ihren neuen doch wahrhaften Meinungen das Martcrthnm ausstehen müssen; da ihnen doch unrecht geschehen, und sie nur die Verbesserung in diser Lehre und Wissenschaft hervorgebracht , welche ein jeder Künstler noch heut zu Tage zu Vervollkommung seiner Arbeit anwende. Betreffend den Untergang der Erde, so sey in seiner Meinung nichts den Göttlichen Wahrheiten zuwider; er rede nur von derjenigen Würkung so die Ebbe und Fluth in und an dem börper der Erde verursachen werde; zu dem Untergänge derselben werde das Feuer nicht ausgeschlossen, da bekand- ter müssen nur allzuvieles Feuer in der Erde sich befinde, und auch noch darzu durch ein anderes Feuer die Oberfläche der Erde könne zerstöret werden, und alle Veränderungen zugleich Platz haben. Uebrige aber aus der Ordnung der Schöpfung angebrachte Gründe werden folgendermassen beantwortet. Daß nicht könne geläugnet werden, daß nicht an dein Ersten Tage der Schöpfung das Licht erschaffen , solches von der Finsternüsse geschieden, hiermit Tag und Nacht worden; also muhtmaßlich wahr sey, daß ohngeachtet Sonne und Mond von disem Merkwürdigkeiten. 189 z disem ihrem ursprünglichen Lichte noch nicht geschieden waren, dennoch ein leuchtender Cörper vorhanden gewesen, welcher da er unsere Erde beleuchtet , muhtmaßlich auch in dem Würbe! der Erde angeflochten war, hiemit gleich dem Monde die Ebbe und Fluth verursachen, und also die Berge und die Auströcknung der Erde hervorbringen können. Die Ursache aber, warum Herr I.e Ost, nicht alle Versteinerungen von der Sündflute herleitet, bestehet auch darinnen, daß schon grosse Berge vor der Sündflnth gewesen, und manan- noch heut zu Tage viele Versteinerungen in Mitte derselben antreffe, hiemit ein anderer Ursprung der Berge müsse bestimmet, oder gar eine andere Veränderung des Erdbodens müsse angenommen, und gemuhtmasset werden, daß unser Erdboden schon einmahl könne zu Grunde gegangen, und die Erde worauf wir wohnen, die Ueberbleibsel der Verschütteten seyn, welche nunmehr mit neuer Krafft und Zierde sich ausgeschmücket besindet. Es ist leicht zu erachten, daß wenn einmahlen ein fürtreflicher Naturkündiger, unter welchen man dem Herrn Lar eine nicht geringe Stelle anweisen muß, sich durch seine liesse Einsicht von der Wahrscheinlichkeit der Bewegungen durch welche der grosse Schöpfer nebst seinem Allmachts-Wort et- Qqqgqq wann >894 Natürliche wann eines oder das andere Geschöpfe Herfür bringen wollen, einen Namen in der gelehrten Welt erstritten, alsobald andere hiedurch aufgemunteret, entweder den Haupt-Gedanken des Erfinders bewundern und mit Zusätzen deutlicher zu machen suchen, oder aber dessen Muhtmassungen bestreiken. Gleichem Schicksale war auch diser Gelehrte rm- terworffen; er hat seine Bewunderer und seine Widersacher , doch soll es ihme auch zur Ehre dienen, die von Zeit zu Zeit wieder sein Lehrgebäude gemachte Einwürfe, und dessen darauf ertheilte Er- leüterung anzuführen. Es wird ferners eingewendet, daß die Ebbe und Fluth nicht allgemein, dennoch aller Orten Berge seyen, und daß die Thiere auf dem weichen und nassen Leime, dessen Herr I.e Ost gedenket, nicht leben, hiermit derselben Gebeine nicht in die Berge, welche von disem Leime gestaltet worden, kommen können. Gleichwie nun ein geschickter Mechanicus über alle Theile des Kunststücks, welches er verfertiget, Rechnung zu geben weißt, also weißt auch diser Gelehrter durch seine reiche Erfindungs-Krafft so gleich hierauf zu antworten, daß in dem Zustande, wie sein Lehrgebäude die Erde vorstelle, nichts der Würknng Merkwürdigkeiten. r8Ss: ! Würkulig der Ebbe und Fluch widerstehen könne, nunmehr aber sey Ebb und Fluch nicht allgemein,. weil durch gewaltige Erdstriche die Meere unterschieden , hiemit in einigen Meeren die Würkun- gen des Monds oder Ebbe und Fluch Minderet werden; Wetters sagt er, daß eben nicht nöhtig sey anzunehmen , daß alsobald die ersten Berge die Ueber- bleibftl von allerhand Thieren enthalten, Massen > solches aus seinem Lehrgebäude nicht folge; sondern z man müsse die Folge der Zeiten betrachten, da der vom Wasser abgeschiedene Schlam noch nicht genugsam erhärtet, durch besondere Zufälle, gleich- > wie grosse Wassergüsse noch täglich thun, wieder überschwemmet und die darauf lebende Thiere in die Berge versenket habe. Also wüsten gleichsam Sündflnten auf Sündffu- ten entstanden seyn, welches gewiß einer neuen Schwierigkeit unterworfen ist; Massen die Erde nie- malen wäre trocken worden, auch weder Menschen noch Thiere darauf bestehen können, welches wider den Endzweck der Schöpfung ist, deren grosser Urheber seine Geschöpfe nicht sogleich vertilgen wollen. e Zu disem von uns gemachten Einwurf, fügen wir noch einen andern: Daß entweder der Ebbe und Flutb die gleiche , Qqqqqq» und rr§6 Natürliche und sanftere Würkung, wie sie noch heute ist, oder eine stärkere zuzuschreiben ist; Hat sie anfänglich eine gleiche oder sanftere Mür- kung gehabt, so ist vielleicht schwär zu begreiffen, wie von dieser Bewegung so hohe Gebürge entstanden ; Ware aber dero Bewegung hiemit auch dero Würkung gewaltsamer / so war gewiß die neue aus Schlam bestandene Erde allezeit in Gefahr versunken zu werden, und da bald diser bald eil, anderer Strich Erde mitgenommen und andere angelegt worden, wie konnten die Geschöpfe bestehen , wie konnte die Erde grünen? oder waren die wenige Menschen und Thiere an einen Ort hingesetzt, an welchem Ebbe und Flut alsobald sich zerschlagen und ihre Kraft verlohren? welches gewiß ein besonderes Wunderwerk wäre, welches die Schöpfung nicht bedarf. Diejenigen Gelehrten, welche allein aus Ehrerbietung gegen die heilige Schrift, die Feder in die Hände nehmen, haben schon öfters angemerkt, wie die grossen Geister unsers Jahrhunderts sich gleichsam erschöpfet, verschiedene Gebäude zur Erklärung des Ursprungs und Baues diser Welt zu ersinnen; Aus derer Widersprüche aber muß man abneh- - men, Merkwürdigkeiten. r897 men, wie wenige in ihren Muhtmassungen müssen gegründet seyn, und daß diejenigen Weltwcisen, so aus der Acht lassen, dasjenige voll der Raturlehxe so in der göttlichen Schrift enthalten ist, anzunehmen, sich immer in ihren Erklärungen verirren. Moses lehret deutlich , daß an dem dritten Schö- vfungstage, hiemit vor Erschaffung des Monds das feste Land entstanden und zugleich alle Bäume uud Pflanzen hervorgebracht worden. Ohngeacht der vorhin schon angeführten Erklärung des Herrn I.L Lät, daß auch das erste erschaffene Licht dem Wasser eine Bewegung gegeben und die Wasser von der Erde abscheiden können, so wird dennoch deutlich gesagt, daß dises die göttliche Kraft an dem dritten Tage besonders geschaffen, hiemit die Erde gebildet war, wie sie seyn sollte. Ebbe und Fluth vergrössern zwar täglich Inseln und festes Land; ganz änderst aber mag die Bildung diser Erde beschehen seyn, welche einmals au- den Wassern hervorgekommen. Die Naturkündiger haben ein freyes Felde, sich in diser Wissenschaft hervorzuthun; grosse Geister uud Gelehrte, unter deren Zahl Herr I.e Lat ohustreitig zu rechnen, ersinnen vieles so wahrscheinlich ist, doch jn Ausführung des Satzes so sie angenommen, müs- Qqqqqqz ftn >8-8 Natürliche stn sie öfters in solche Erklärungen verfallen, welche eben nicht allemal die Leser vollkommen überführen können; Herr I.e Lat bezeugt sich selbst als ein demüthiger Verehrer der göttlichen Wahrheiten, er vermeinet nichts darwider angebracht zu haben; die so seinem Lehrgebäude nicht beyfallen, thun es, weil sie einen Widerspruch der H. Schrift in disem Lehrgebäude muhtmassen; beyde Theile werden glücklich seyn, wenn sie neben den natürlichen Untersuchungen von dem Ursprünge und Untergänge der Erde, auch eine genaue Prüffung anstellen, wie die Sache anzugreifen um einen guten Ueberschritt in die neuere und bessere Erde zu thun; denn hierinnen sind die Gelehrten übereinstimmend, daß wenn die H. Schrift schon keine Naturkündiger machen wollen, sie dennoch alle gründlich belehret, taugliche und würdige Bewohner der künftigen Welt zu seyn. Merkwürdigkeiten. eschreibung der upferblatte. kiZ. 2. /^Orallites tubu1sriu8 rsmi8 perpenäiculsritsr ex ^ Lali ascenäenübus, in luxrema parte itellulis concsvis äecorstm. In dem s , 6,7 und gun Stücke diser Abhandlungen ist schon sehr vieles von den Corallengewäch- , ftn angebracht worden, welches dem Leser von deren Ursprung und Beschaffenheit ein genügsames Licht geben kan. Qqq o8 Natürliche hellen Wassern sich befinden / und vermeinet dise Fische bekommen ihre giftige Natur von disen Co- rallcngewächsen, welche sie verschlucken; wir wol- len aber dise Beschreibung zu folgender Anmerkung gebrauchen. Es ist schon zu wiederholten malen von uns gemeldet worden, daß einige Gelehrte dafür halten, daß der Wurm kolvx>u 8 oder Vielfuß die Corallen ausmache, oder der Saame von selbigen seye; ohne nun diser Meinung bcyzutretcn, so muß man doch gestehen , daß die Corallengewächse die Wohnung diser Würmer und noch anderer Jnsecten mehr sind. Nun aber beschreibet Herr L1.1.1 8 die kolvpen oder Vielfüsse, als ein giftiges Thierlein ; bestehet nun der Schleim oder Saft der Corallen aus den kolken, so muß vorgemelter Taucher so viel Millionen Vielfüsse an sich gestrichen, und dise ihme den grossen Schmerzen erwecket haben. Nachdeme Herr L1.1.1 8 der Länge nach erzehlet, wie der Vielfuß üi viele kleine Theile könne entzwey geschnitzten werden, da denn an jedem Theile ein neuer Kopf und Schwanz entstehe, so sagt er: es ist aus der gewaltigen und schweren Todesangst, so fern etwan dem Gewürme eine solche Leidenschaft kan zugeschrieben werden, welche ein Wurm, vlingeacht er viel grösser als ein Lol^e ist, da ihn der Vielfuß mit Merkwürdigkeiten. 1909 der Schnarche gefaßt hat, zu erkennen gibt, und aus dem darauf erfolgenden plötzlichen Tode wahrscheinlich, daß er Waffen wie die Otter haben müsse, welche nicht allein beißet, sondern auch ihr Gift in die Wunde fließen läßt. b. kunZites ÜLvi coloris capite convexo, ltrÜ8 e meäio Lcl Lircumferentism exeuntibus. Hievon sind beyde Seiten vorgestellt; 6§. b. zeiget den obern erhabenen runden, 6§. c. den untern gehöhlten Teil. 6. und e. ist ein gleiches Schwammgewächse. e. stellet den obern Teil vor, so eingebogen; 6. den untern. f. R.3MU8 corMnu8 6uro laplcii imprellu8. An disem Gesteine können sehr schön die kleinen Aeste und oben ein Sternlein beobachtet werden. §. ^Kroites, üe11l8 M3ximi8; Lar^o. xkMeum, oder ähnlicher üor. Lrsiia- üllse line mecl. clav. Dises Stück stellet gleichsam ein Blnmengewächs vor, wie die Zäserlein der Paßionsblume, so eine runde Krone irr derselben Mitte gestalten; es ist der obere Teil einer , und müßte nach 1.x >- Rrr rrr. «Lvs < Natürliche System Naörepora compoüta corporibus xroliteris Üellis elevatis gemNNkt Werden. k. ^Vlgäreporkt compollta , ltellis irreZuIsribu« ciiverÜ8, conc^vis, raäüs iiellarum-rtts- ! men elevati8. j Dises Stück ist mehr als ein halben Schuh groß, ein gelbes hartes Gesteine; die ungleichen Vertiefungen und in selbigen erhöhte Streifen der Stcrnlein ertheilen ihm eine Schönheit. L * i. Nacirepora e varÜ8 Lvlinöri^ compolits. Die kleine zilindrische oder wie ein Wallholz heraufsteigende Aeste haben oben einige gleichförmige Sternlein. I k. ülaärepor» compolita, lte1Ii8 elevati8. Diser Sternlein - Stein hat solche erhöhet; die untere Seite ist mit Würmern angefüllt/ zwischen welchen einige kleine Schwämme. 1. I.3P18 vermicularis. Diser Stein ist über und über mit grossen versteinerten Würmern oder deren Gehäuse angefüllt, ! und darzwischen sitzen viele Schwämme so wie man ^ sie an den Corallcngcwächsen findet; in einer folgen, 7>en Abhandlung könnte hicvon mehrers gesagt wer- Gen. Der Stein ist ganz blau. ! Borge- Merkwürdigkeiten. 19 n Borgemelte Versteinerungen sind alle in den Bahnen vorbeschriebener Orte, und noch andere Coral- len-artige mehr, so zum Teile schon in unsern vorgehenden Abhandlungen begriffen, gefunden worden. Sodann finden sich ferners: zu Ramstein Lornua Hmmonis. > LonLliite8 varü Zeneris. Quartz. zu Bretzweil Lornus ümmonis. OonLkites. Lr^pllites. Lelemnites. 8e1enite8. zu Regoltzweil nebst obigen l'erebrLtuliten und Agatsteine. zu Lauweil Lornus ^,mmoni8. , 6r^pllite8. Le1emnite8. ^lec:omte8. Register Rrr rrr - über die egister Historischen Merkwürdigkeiten des Waldenburger Mmts. Abschildernngen aller Dörfer, Landgüter/ Alpen, Flüsse auch anderer anligeuder Orte, kom, men jeweil in demjenigen Stücke vor, allwo solche beschrieben werden. A. )e^Bhandlung Hrn. key,ovl>i von dir Höhe der Waldenbur- ger Herrschaft, i;;,. Man St. Klosters Stiftungen, 14;;. Probst, 144-, Alctenwaid, -8;;. Alpen, Historischer Merkwürdigkeiten. I9IZ Alpen, 148Y. Angenstcin, >844. Anwcil, 17; i. Arbotzweil, -444. is°7- »746. 1748. Beschreibung dises Dorfs, 1790. Aristorf, 1441. Arnoldsdorf, l4;6. 1408. Arnstorf, >448. Arxhof, 1781. 1786. B. ^Achtablen, 1420. Bad zu Oberdorf und dessen Wasser, 1609. Bad zu Bubcndork, 1764. Dessen Wasser, ,8»4> Allda werden römische Münzen und Afchenkrüge gefunden, 1764. Alt Gemäuer, >764. Bapffswaid, «so». Bafel kommt Bern mit 60. Helmen zu Hülfe, 1442. Bauren - Rebellion von 1494. Gemählde hierüber auf der Gugger-Halden, 17s;. Beinwell des Gvttshauses Stifter, r4N- Closter, 1862. LeIIelsi, 1409. Benken, 185». Benweil, 144?. >48l. 1507. 1409. 1474. Kirche, »474. Zehnten, 1479. Zinse, 1726. Berenweil, ,477. 148;. Alt Gemäuer allda, >4 >8. >421. >422. Bestallungsbrief Leonh. Strübins, 1749. Brücken, >749. 1778. Billstein, ,400. 1404. Birs Ursprung < 1624. Natur des Wassers, >696. Birßeck, -8)7. Rrr rrr ; Bischöffe »9^4 Register Bifchöffe von Basel: Theodorich, 14;«- Ulrich/ 14;». Adclbcrt von Frvburg, 1414. Lütold, 1499. Humbrecht, 1446. 1449. Immer, 1910. , 8 ; 6 .- 8 ;?. 186;. Ortlieb ,191». Jacob Sigmund von Rcinach / 16 8 r. Joseph Wilhelm Rinck von Baldensrein, 1682. Manch/ i?4l. 18;f. Otto, lg; 4 . von Visnns, iz;?. Blauenstein, 13; 8 . B>omd ein Wald, 1726.17-7. 17;;. 1794. 1731. Blümlins-Alp, 146;. Bogcnthal, > 87 ». Bockte», 1769. Brcisach, 18;;. Bretzweil, Zchnden , Patronat. 17,0. 1722.1890. 18;;. 1896. » 858 . 1859- Drissach, -849. Brunn LhiM, 1697. Bubendorf, r?'«. Dünkhof, 1727. 174;. 17S1. Faß- nachthun, 17;,. Mühle, i?;«. Kirche, 1741. mit der ju Zyffen vereiniget, 1744. Deren kolplta- Iltät, 1748. Gericht, 174;. Wcintrotte, 17,8. Beamtete, 1761. Schule, 176«. Zehnden, 1761. 1746. Waldungen, 176». Guggershalden, 176;. Bad, 1764. Römische Altertümer, 1764. Probe über dortiges Badwasscr, 18<-4. Bückten, 1491. '474. 17S9. Buren, 1482. Bürfeck, 14;9. > 8 ;;. Bürten, 1878. >879. Bütschcn, 1874. Historischer Merkwürdigkeiten. 191s C. ^Ardinal 8.8ixti, i;?o. Carls aus Burgund Trinkschale, 1749- Castelenflue, 179;. Cluß, 148;. Loncilium zu Costanz, i8;8. Cronecka, 1404. CunisRütin, i;oo. D D. ^Achsfelden, 162«. Dachsfelden Theobold von wird von Basel beschädiget, 1847. David Geörg, 1879. Direkten, 1474. 148». Dievftingcn, 14S9. >769. Ditterlen, 1466. Kirche , 1467. Zehnden, i;S8. Hochwache, 1^68. Dornacher-Schlacht, 1849. Dürnen, -441. Dürrenbcrg, 1499. Dürste!, 141s. E ^Insedeln im Thal, 14; 8 - Llicourr erobert, >844. Engelländer kommen ins Land, 1447. » 448 . Eptingen, >474. >48». >48-. Erk graben in dem Waldenburgrr Amte, 1479. 8 - 1916 Register F. ^Alkenstein , 1492. , 849 . Farnsberg, -446. 1349- Faßnachthun, >474. Fischotter, >338- Fräuclen ein Alp, 1 e 20. Frauen - Rüttenen ein Alp, 1519. Fraumatt, > 7 > 7 . Freißnach, 18S0. FrenkesiussesUrsprung, i?ro. Frickowe, Quarte» allda, > 4 t 7 - > 419 . Froburg erkauft L. Stand Solothurn, i 84 S> Füchse, i;88. Fülisdorf, 14; r. G- 'Aittcn, > 86 o. Gemein Matt, 1788. G. Gempis, »874. Gerütsch bey Oberdorf, i> 6 r. Gilgenbcrg, 1792. >8; 2. 1348- »849. Gößgcn erkauft L. Stand Solothurn, «84». Goris, 1874. Gräber alte, 137;. Großthannen, > 7 ? 9 . 1788. Gründen in, 1599. Gutenfels ein alt Schloß, 1788. 1789. H. Mn, 1888. Haspclstraß, i?c>2. Haucnberg, i;o;. Hauen- Historischer Merkwürdigkeiten, rsr? Hauenstcin, 148 ;. Heffelfingen, 14; >. 1474. Heidcck, 18; 8- Heidenburg, 1817. Heiden-Capeüe, 1715 . - Helfenberg, >?<>;. Herisperch, i?o8> Herliöheim, kriegerischer Auszug dahin, i8;6. Heyselfingen, > 451 . Hindereich, »8? 9. Hirschen, 1888 . Hochwache zu Ditterten, i;«8- Hohe Lage der Waldenburger Herrschaft, re;r. Höllstein, 147'. >471- »48>. Beschreibung des Dorfs und dessen alten Besitzer, -e 80 . Landgericht allda, > 595 . Kirche, i; 97 . Zehnten, 1598 . HofLurbelon allda, 1720 . 172 ;. 17 ,;. 1727 . 17 ;,. 1769 . Holtenweide, , 599 . Holznach, 1489. Homburg, ,451. >8;f. Horenberg, >818. Hummel, 1489. Hundsmatt, 1878. I. , > 189 . > 71 «. > 711 . Inkcriprion auf Lierre - percuis, i6rx. Jtingen, >444. >474. >;°s. K 8 . AiserHeinrich der III. 14;». der VI. i8ll> Conrad, »41 >. Rudolf, »418. Sss sss -Kaiser i9i8 Register Kaiser Albrecht, 1440. Adolf, >44». Maximilian, 1848. »84s. Friedrich, 1862. Kampfgericht in den Dünkhöfen , 172?» Kanerkmden, »474. Kehr, 1515. i;»6. Kenchingen, 14;-. Kilchberg, i;oy. Kilchrimmer, »;i4. »;»6. Kohlmatt, ,716. Köllenberg, »;o». Königsbrnnnen, 1505. Krumm, »859- L. ^Ampenberg, 1445. »48». »507. Kapelle, »560. 1597. 1571.1794. Zehnten, »570. Gräber allda, »57;. Landgarbcn, »7;». 17;,. Langenbruck, 1445. »49>. »507- Bach, »5>7- Lauweil, 1867.1875. Kapelle allda, »876. Zehnten, »876. Lauweiler Berg, eine Alp, »877- Leibfall, 1740. Leo,Pabst, »512. Leonhard St. Klosters Stifter, »455. Leuffelfingen, 1515. > Liederswcil, »564. Zehnten, »565. Licstal, 1442. » 45 ». » 474 - Licstaler, werden vor das Gericht zu Rotweil geladen, 1850. Lörche, »888. I-unaclia oder Montag, »854. Lupsingm, 1445. » 474 . 1708. »7»;. »7»5. »75Y. Beschreibung difes Dorfs, »795. Zehnten allda, »796. Historischer Merkwürdigkeiten. M. 1919 »vlMerg, 1848. Marchmatt, 1874. Maria Stein, 1796. Martin, Pabst, i;n. Mimlisweilcr March, 1909. Mölberg, 1844. Mnnzach, 149,. Mury,des Klosters, Stiftungen , 14;;. Mußbach, - 477 . '?22. 17;;. ^^Euenstein die Burg, rs;y. Neunbrunnen, 1490. 1499. Niderbürten, ,878. Oberbürtcn, 1879. Niderdorf, 148». 1562. Kapelleallda, 1960. Zehnten, 156;» Niderwaldenburg, 1768. Nunningen, 1472. 147;. 1482.171°. > 7 N. Rechte der Stadt Basel allda, 1880 ; werden an L. Stand Svlothurn abgetreten, 1881. ^ ^^Berdorf, 19;;. Kapelleallda, 1996. Zehnten, ,597. Waldungen, 1997. Bad allda, 1998; dessen Wassers Beschaffenheit, 1609. Schützenhaus, 1999. Kirche, 156«,. Wasserguß, 1961. i7?r. Ober-Bürten, , 879 . Obcrrots Händel mit Basel, 1842. Oesterreichische Herjvgin Anna von Braunschweig, »84 r. - - - - Landvögt im Elsaß , 1846. 1849. Ohnehelicher Verlassenschaft, 1740. Ollsperg, 1416. 14)8. 1441. Ollspurg, das Kloster, - 778. SSs sss » Ölten, i-SO Register Ölten, »416.141Y. I44r. '44t- >444. kommt an die Stadt Basel, 1446. anSolothurn, 1447. Oltigen, 1482. 15,5. i88>. Onetzweil, > 4 ;?. > 4 ;y. >474. Landgarben, 144?. > 86 ;. Zoll, 14;'. Zehnten, i;o;. 1507.1556. Lcuth- priester allda, 1592. P. ^^Abst Felix des Vten Empfang und Einritt zu Basels 2475. Pabst Martin, >?>>. Leo, >5>r. Pelzenkäppelein, 1567. Peterlingen, i?8>. dessen Hof zu Höllstein, 1594. Pfeffingen wird von Basel eingenommen , >846. >8x2. kiei-re-pertuis und dortiger Steinschrift Beschreibung, i6r;. Platschgelter, 18?;. Prediger alss der Landschaft werden mit einem Lcihungsbrieft bey Erhaltung der Pfründen versehen^ 174?. Prestenberg, 1489. 44 . d^Ahthaus zu Bafel erbauen, >496. Ramlisvcrg, »600. Alte Burg allda, i«ve>. Zehnten, i Svr. i?;?. >7t8. Ramstein das Schloß, >8;>. Edle Bciitzer desselben, i8;r. Hohen Ramstein, 18; 2. Schloß Ramstein wird von den Baßlern belagert, > 8; 5. vom Erdbeben beschädiget, >8; 6. der Stadt Basel verkauft, >8?'. RamsteinerHofzu Basel, >8?2. Obcrvögte des Schlosses , i8;r. Schloß Ramstein verbrannt, 18?4- wird der Dogtey Waldenburg einverleibtt, > 8 ?;. Rrbhun, ,8St. Rech Historischer Merkwürdigkeiten. 1921 Rechtenberg, 144?. Regolzweil, -444. >445. 1909. 1726. l86i. Edle allda, I8S2. Zehnten, 1864. Kirche, 1866. Rehag, »48-. Reichenau Abt allda, >8;4. Reifenstcin, >86i. eine Burg, 1869. Reise zu der Birsqueüe, 1625. Revers der Prediger auf der Landschaft bey Erhaltung einer Pfrund, 17?!. Reuterey von der Stadt Bafel unterhalten, >844- Rhcinach, -847. Ripvachs Gut, >796. Römische Altertümer bey Bubendorf, 1764. Römischer König Ruprecht, 1447. Friedrich, 1,81. Otto, i?8i. St. Romey, 1866. 1877. Ruftlinsweid, 1501. Rümigen, 1451- Rümlingen, 1474. Luvsrr, ein Recht, »724. 172;. G. 8klgelsnäe zu Bubendorf 1720. 1721. ,7-2. 172;. 1724. 1725. 1727. ,7;i. 17;?. i?;6. 1741. Schattenbcrg, r?>6. Schlacht zu St. Jakob, wotbey Heinrich von Ramstein, i8 tt. Schncematt, >797- Schönthal, des Klosters, Stiftung, 14)4 Bestätigung, >4;4- i;o;. Schicksal, i;<-4 - - - i;. 1791. «8S8- Schuldheiß zu Basel, Schwenge, r;>9. Sss sss ; Selben» 1922 Register Selbenfperg, 1451. 1474- Seyen, 1482. Sisiach, Zehnten allda, 14;?. 7419 - 1441- > 474 - Mühle, i?°9. Dekan, i? 8 ?. Sißgöw, i4;o. Landgraffchaft, 14-!°. Spittahl zu Basel, -792. Auf dem Haucnstcm, 1497 - Spitzburg, i6oo. Steinschrift auf kierre-pertuis, 162;. St. Gallen, Abt allda, i8;4- St. Hilarius, 1867. 1872. St-Johann Thor, 1484. St. Peter auf dem Schwarzwald, i;ir. Straßburgcr Bund mit Bafel, -8;;- Strcichvögel, >888- St. Rcmigius, 1866. Strübin, difes Geschlechtes Vorrecht zu der Mund Bubendorf und Zysten, 17?,. Dessen Beute aus der Schlacht bey dlsncy, > 7 s 9 - St. Ruclins Flue, >489- Ek. Vinccnz, 1862. Lurbclon, 1720. zu Höllstein oder 6urbelion, 172;. 1725. 1727. 17;!. ^ T. -^Hürnen, 148'. 14? r. Tittcrten, 1445. 1481. 1507. Kirche allda, i;6o. Gefäl- le, 1724. Tschoppenhöfe, II w »^Lmatt, 1878. Unkentahl, i?;6. , Vogelberg, - 879 - Vogthabcrn , > 474 - Urban St. Kloster, 14;;. ! 4 !S- » 44 !- Urhanen, i;;o. 1888. -Historischer Merkwürdigkeiten. 192z w. .-^>?Achtel, 1888. Wald, eine Alp, »4-7- Waldenburger Herrschaft alte Besitzer, 14;«). 14;-. 144s. Beyde Schlösser allda, 14)7- Zoll, 144;. Land- garben, 1445- Waldenburger Schloß nimmt Herzog Lüpold in Besitz, 144g. Dise Herrschaft kommt an die Stadt Basel, ,449. Landsrag, ,4;;- >47?- >48;- Waldenburger Schloß, 1456. Städtlcin, 1461. Kapelle allda, 1462. i;6o. berennt, >481- Waldenburger Capitels Oecrmi, 1462. - - - - Pfarr, 146z- Beamtete, 1466. Zehnten, 1467. 1474. Zoll, >468. 1474. - - - - Herrschaft Ober-und Untcr-HcrrlicWt, 1471- 147s. Gränzen, 147s- »48-. -;88.-791. Wannen, eine Alp, >;>y. Wannenßue, Höhe derselben, i;;?- Wappen der Grafen von Froburg, -448- Wasserfalle, »870- Eiß allda, -87-- Alpe darauf,,187s. Kapelle, 1872. Alte Gräber, 1872- Wasserhun, 1474- »7? 9- Weigisch Büchlein, izö;. Wenken, 178;- Weycr bey Langenbruck, 1 Wildensiein, i;8r. i;8;--7;6. 1759- Dessen Beschreibung, ^ 1767. wird belagert, 1769- -770. dessen Bcsif tzer, - 7 7 8- von der Stadt Basel erkauft, u nd wider weggegeben, 1781. Freyheiten dises Guts/ 178-. rc. rc. Winterlingen, 14;»- Witisperg, 1474. i §24 Register Histor. Merkwürdigkeitm, -o. ^Lbulin, 17 ) 8 - Zvssingen, I4ZY- > 440 - ZostngerGnt, > 74 -. Zschäckling, >86o. Zvnzgen, >48>. Zwingen, >8;6. >844- >849- Zyffen/ >474. Eptinger von dar haben Anteil an Höllstein, i<;8s. dasDorf, 170?. Kircheallda, >706.1707. mit Budendorf vercinbarek, >7". >744- Zehnten, ,710. >7 >4. Gericht, 17,0. >7,5. Landgarben, 1710. Gcwidumb, >71,. Mühle, >71;. Hciden-Kapelle, >7>;. Römische Münzen, >7>ü. Zinse, >7-6. MW Ms«- Register egister aller, meist bürgerlicher Geschlechter ^ so in der Beschreibung vom Waldenbur- ger-Amte vorkomme«». A. ^I.sröu8, i8;8- Llbanuäi, 158). ^ümsäi, i?7;. Andlau, l,yl. > 7 ;S. l 7 ; 7 . stnnoni, 1464 . Hretio 6e, r;i;. vonArx, 1787- ^ückrslun, r;2o. von Baden, »778. Bader i Ttt ttt -926 Register Bader, ,77?. , Banwark, 1774. ,777. Bär, 1780^ BärenfelS, 1476. 1496. 1844. i8;«v Bärti, >844. Batticr, 1489. 1878- Bechburg, 14;?. 1441. 244?. Bessert, 1775, Bcnheim, i;y-. Beringcr, 1707- Berner, 1772. Benioulli, l;zl. Bilgri, 177'. Bmninger, 1772- Bischoff, 1464. 177;. i8;4> Blech, 1464- - Blutvogel, >77?- Bock, l?4Z. Böhmer, i?88- Borer, 1776. Boß, 1771. .i Bottenwiler, 1772. Boltschuh , >744. »749-»75l. Boulin, i?;ü. Brand, i4?4- l?44. r?48- >752. 1767. 1782. 178;. Brandmüllcr, 1454- >46;. 14S4..1494. »570- Brodbeck, '796. Brögli, 177?. Brombach, »46;. Druat, >77;- Bruckncr, >49;. >8?8- Brugger, 1774. Brunncr, 1774- Bubcndorf von, 1718 ----- l?r;> »726.1742. 7 r - Buchet, aller meist bürgerlicher Geschlechter. 1927 Büchel, 1687. - ' Bükingen, lzio. - Bugholz, 17? 8. Bürger, 1774. Burkhardt, » 454 . »464- > 489 - i 8 ; 9 - > 877 . > 88 >.. Bürkli, 177;. Butenheim, 14;?- Ducinckoll, 1503. Buxlorf, 14;4. > 6 r;. C. §Allmar, »594. Canestein, 1772. Canzler, 1772. L3pitsriu8, »8;8- Carc, 177;. Clein-Henzli, 1776. Lellanus, »722. Christen, »5-2. Cunzlin, l?7l-»772. 1774 -1776. D. ^Achsfelden von, >847- Dietrich, >; 75 - . Doppenstein, 1454- 1878. " Dreyfuß, 1464. Dunkel, 1776. E. EPtinger, i 4 N-' 4 ;y. i 44 >. 2442. Sporer, 14?r. »468- »474. »556. von Wildenstein, l;8>. >582. »584. vonZyffen, 1585. 1586. »587. >? 9 59;.. » 594 . » 7 7 ;?- > 742 . 1767., »768. >770. > 779 - > 78 o. » 787 . > 788 . » 797 . ^ Ttt ttt 2 Esch, rsr8 Register Efth von, 1724- > 77 '. Esthenz, >57». 17,9. Eu, 1858. OAIkcisen, 1494. Falkenstein, 1474.1506. 1714. 1797. Falkner, 1480. 1494. 1854. FarnspergerBesatzung, i?;6. Fäsch, i 4 ? 4 -175;-iL; 4 . Filins, 177;. Fine von, 14;?. Flaxland, 1796. Fleiter, iq«4. Flöry, 177,. Forcard, 1874. -878. Freiburger, 1494. Frey, i;>4. 1744. 1748. 1749. » 75 '. ' 775 . >877. Frick, 1770. von, 1,82. 1750. Metag, 177s. Froburg, Grafen von, 14;' - - - - 144?. 1445.14?«. 1451 1469. i;o;. 1,04. I?o6. 1^07. i;o8. i;^7. i;66. 1571.1,74. Schrift derselben, i;86. 1720. 1721. '724- '769. >788. 1790. 1797. 1798. 18;;. >862. Fürstmberger, i,oo. i;ro. Ässer, 1776. Gebhard, 1776. i8;r. Gebur, 177;. Gemüseus, 146;. ' 57 k. Georg, 1879. Germig, 1777. Gernler, i 8 si- '854. Geroldseck, 1848. »8 so. Gerster, aller meist bürgerlicher Geschlechter» 1929 Gersten 1774. Geßlcr, 177;. Geymüller, 14,4. Geyßler, 177k. Gilgenbcrg, ,866. Gläser/ 1454. Gloggner, 177;. Göbelin/ ,444. >;; 9 . Götz/ ,7,0. Goichli, ,772. Graf/ 178 ;. Grasser/ 1^7?. Grellinger / , 7 ?,- GriffensteiN/ 1869 . Grißer/ 1774 . Grineus/ , 46 ;. 1494 . Großhans/ , 772 . Grätsch, ,7^,- Gugger/ 146;. Gürtler/ ,464- Gurenburg/ ,788.1789. Gutcnfels/ ,788- Gyr, 1774. vonGyssen, 1769. H. / , 866 . Habsburg / Grafen von, ,4; 4 - , 447 . ,450. ,469-,7,9. ,789. Haffner, ,742- Hagberg/ ,77;. Hägelin/ , 491 - Hagenbach/ ,499. Halber / ,77;. Ttt ttt ; Hallweil, I?zo . Register , Haklweil, 148». l?6;. i;68- l??2. l;?;. l;?6. 1844. Handnia»», 1454. Hanneman, 1771. 1772. 177;. Hardcr, 1881. Harlman, 1784. Hafcnburg von, 1441- Hafenclau, >774. Havßicr, 1575. Heiland, 146;. 1742. Hciniman, 1742. Hcin;i, l? 7 '- Hcnßli, 177?. Heccr, 1776. Herman, 1772. Herr, 1554. Herlenbcrg, 1782. Hcrlenstein, 148°. i 8 ? 8 - Hertlin, 177;- 1844. Hcrtrich, 177?- 1776- Hiltbrand, 14;;. 1454. i?;-- Hilwcher, 1464- Hirsinger, 1772. von Hochberg, i 8 ; 6 . 184;. Hofmann, 1494. Hofmeister, 1595. Hofstctter, 1788- Holzinger, 149;. Homberg, Grafen von, 1441- Güter, 144z. 17,9. 1789. I8Z4- ^ kiorpnnös, 159k. liolpinianus, Hubcr, 1776. Hug, 14?;. 1721. 1726.1777. Hugli, -772. ... Hurla- aller meist bürgerlicher Geschlechter. 19Zi Hurlapus, 1777. Hüßli, 177;- Hustuch, 1774. Hutmacher, -8; 8. Hütfchin, L744- 1749- i 7 ?r- I. ^Ederstetter, 149?. Jffenthal von, 1440.i?o6. i;oz. Im Hof, i;86. Istlin, 1519. 17)8. -8;8- Jtingen, 14;;- 2»st, -8;s. R. -^Arger, i?;8. Keller, 1777. Kenenmiet, 1772. Kenzinger, ,772. Kiburt, Grafenvon, 1447.1451. Kindm zer, i4ZL. Kipfvon, 1844. Kißling, 1774- Klupf, 1777. Knebel, 1774. Kmkel, 1592. Koch, 1777- Kraft, 14;?. Krug, -8;;. Kugler, 1777. Kühnberg, l;°s. Kümlin, 1592. Kurz, »777- i§zr Register L. 2-Adenmacher, 1771. Landis, 14;^. Langenbruck, 1496. Langliag, 1784- Langmesser, >771. Lauderer, 1992. Leiderer, 1575. von Leimen, 1703. Lenjman, > 78 >. Lctun, 1771. Leupschi, , 7 >,. Liebinger, 17; >- ' 7 ) 4 . Licchtenhan, 1859- Linder, 17?'- Löffel, i 8 ? 4 . Lölin, >709- r?"- Lolinger, 1721. 172;. Löwenberger, 1866. Lützelmann, i 8 ; 8 . M Manchingcr, > 774 - Märkt, > 874 - Usrscsllus, 1724. Marschalk, - 417 - »442.1584. > 71 ?. Martin, i?'--- Maßmünstcr, 1591. Mathis, 14Ü4. Matzenmacher, ,772. Mcich, 1742. Melier, 178;. Meltinger aller meist bürgerlicher Geschlechter, rsz- Meltingec, 14;;. Merian, 146;. lZ;s. Merkli, 1777. Merze, 1777. Metzicr, 1772. Meyer, 1464. 14- von Hüningrn, i;4;-18^9. Mörnach, 1772. Moschee, 1772. Mouri, >77?- Mulich, 1710. Müllenen von, >7;8. 1782. 179?. Müller, 149;. 1776. »844- Münch, edle, 14,7. ,4;?- >4?2. 1721. »742. 1780. 1787. > 844 - > 86 ;. Murer, >7)4. > 844 . N. N. tEuenburg von, 144;- > 8 ;;- > 8 ;?. > 8 ; 9 - >840. Neuenstein von, >8;9- >84°. > 84 >- Nidau, Grafen von, >44;. »447- > 47 )- >; 86 . Nüßli, >771- O. ^Verrieb, rsoi. Oberrot, >842- Oelliki, >772. " ' Oesterreich, >446. Offenburger, >512. 1770. i;Z6. l;9«. l;yk. ishs. Ölten von, >4;8. Oltingen, Peter von, 14;;. - Onoltschwiler, 1506. i;;6. Oftr, 18^4. ^ 1 'i Ostre vsn, >4;?. V Uuu uuu -9Z4 Register P. ^ äluäe äs, r;yo. Parcus, 146;. 1464. i;?;. Parravicin, 1859. Peterman, 1772. kern, 1784. Pfaff, 1417- Pfannenschmied, i4;4. vonPfirdt, 1784 - Grafen, iL;;^ Pfirdter, > 46 ;. PWer, 149;- ' 8 ;r. risnla, 1784.178;. Wmmi, 177;. Prem, 14s;. R. 9 ?Agcr, 149). Ramsteinvon, 14;;. 1444. r; 66 . ,;ü 8 . i;?«. i;?l- 1726. 17Ü8. 1790. 1791. 1797. 18)2 - - , »841. 1844 - - I8;r. 1862. 186;. I8tü. 1868. von Randeck, »779. Ranmund, i7Z4. Rap, 177;. Ratoldorf, 1722. Rrbcr, i?;4. Rechberg, 1798. Regmaß, 1477« > 7 ? 8 . Regenshenn, 14;;. >; 9 l. » 7 tt- Reinach, i 8 ; 8 - Respingcr, 1867. Rettemund, 146;. Reyffenstcin, 1869. Rich, -allermeist bürgerlicher Geschlechter. 19 zs Rich, Edle, 14;?. r;?r. vonRichenstcin, 1707.17,7.17,6. 184;. Richhard, 146;. 1494. r;?;. l?74. Rid, i;i4. Rifenstein, 1506. Rihiner, i;?;. 1744. i?;r. i874- ! Nippel, 1454. 1710. Ritterhans, 1777. Roggenbach, 178,. Rohner, 1874. von Rosen, 1784. von Roßeck, 1842- Oesterreichs, 134;- Roßlat, 1774. lisetelin äs, 172,. Rot, i;82. i;84. r?8t. 1,86. 1707. 1844- Rotberg, 1447. i?9->. I?9I. 1707. Röttelcn, Marggrafenvon, i;88. Rottenmund, 1494. Ruber, 1771- Rudeswiler von, i;o6. . Rumick, 1777- -i Rüsch, i;i2. Russinger, 1782. Ryf, 169;. Rylich, 1772. Ryst, '77;.l?77. Ryß, l8?r. G. ^Ancnbüchel, 185;. Sauracker, 1480. Lcalsrius, 1721.1726. i? 27 - Schäffer, 1867. Uuu uuu r ^ -- Schäl«, Register I-Z6 . Schaler/ 1442. 145;. » 868 . Schaltenbraud, 17-;. 177;. Schärer, 1742. »776. »778- Schatzmann, 1454. Schaub, > 8 ^- Schaucnburg, >4; 7. »rqb- . , Schmßli, 177;. Scherb, 1520. Scheuenbcrg, 1570. Schilling, 1601. 17)8. Schirmer, 1777. Schlichter, i?; 8 . , Schloßberg, >776. Schlosser, 1719. 1776. Schmied, 14,;. 2780. Cchnewis, 177,. Schnitt, 17,0. ,744. 1751. Schönau, 1866. Schönauer, 157;. Schönenbcrg, i;?». Schönkind, 1780. Schönmann, 1772. Schöpßein, >87;- Schorndorf, 1784. Schotte, 1777- Schrotbank, 1776. Schuldheiß, 1774. Schwarz, 1494- »?7s. Schwebli, 1774. » 77 ?- Schwitzer, 177,. Eeevogel, »4?;.»;?». »997- »6o». r?»4- »7N. »7N- >7Z6. >7;8. l?42. l?79- »78°. »?87- »79». Serli, 1777. Slblmgcr, 1777. Siglin, aller meist bürgerlicher Geschlechter. '19z 7 Siglin, 1776. Singcifcn, ,7;;. Slierbach, 1777. Socin, ,88'. zur Sonnen, 1788. Sonnctag, 177;. Sontgaucr, 157?. Soppensee, i?io. Sorger, >775. Spor, i 77 i- Stegmeyer, 1464. ,, Stehelin, i 8 ?;. Stein, ,4;?-> 78 l. StöckllN, > 4 Y 4 . Stoffen von, Strab,» 77 ;- Strasser, 1464- Streblin, >77'. Strübin, 146z. 1472.1708. >710. l7li- >7'2.1747. 1749. > 7 ?°^ > 7 ?I. 17;;. 47 ? 4 - I 7 d 5 . t?s 7 - '758.1759. 1760. 1797. ,' Strübli, 146;. 170z. Sturm, >464. Sulz von, Oesterr. Landvogt, 1446. Sunnk, 1879. Sürlin, 14?;. > 84 ?. >847. Sury, 188 >. SÜß, > 494 - Sütcrli, 1774- g. T. 57'. Tuiffen, r,oi. i4ys. V. v. >Mncr, >77;. 1776. Vetterlin, 18,8. Mischen,, 177;. Vicecon, 14,9. VitzthlNN, 14,7. 14,9. Unbcrsthwiler, 1787. Vollcman, 1774. Noizgsche, 1787. Utzingcn, 144;- w. >Agncr, 14,,. 1881. von Waldcnwurk, 172;. 1724: Waldner, i;, 4 - >868. Wartenberg, 1442. Waseneck, 1776. Wechinge» von, 14,2. Wegenstctten, 14;;- Weiß, 149;. Wcißlämmlein, 18;;. ' , Mengen, 1859- Wentikon, lSoi. Merlin, 177-- » 774 - Wcrtcnberg,14;;. Wcrtcnmmm, 1,19. i,6i. »78;. ^esenclre von, 1724. Wcssenberg, 1442. >841-18-4-1868- Weitstem aller meist bürgerlicher Geschlechter. 1939 Weitstem, 1494- 149;- Widmer, 146;. Wieland, 1454. 14644 - Wild, 1717. i8?4- Wildbach, 1787. Wildenstein, 1767. 17S8.1778. Wilmi, 177;. Winkler, 1774. Witolf, 1774. Wir, 1444. M' Wohlhustn, 1440. Wohnlin, 1844- Wmsteiftn, 14 ;4- §Anger, 1776. Zavfenglcsser, 1774. Zäßlein, 176;^ Zelter, 1601. ZemWind, 1844. Zengli, 1776- ZeRhin, 184;- i8;r. Ziegler, 13; i. Zielempe, 1442. Zimmer, 1464. Zober, 1848. Zofinger, 1777. Zörnlein, 1444. Zschretz, >77;. Zürner, 1771. Register 1940 )>egiüer ._ , 8 WN Register aller Gewächse, Krauter und Thiere, so in dem i;. ! 4 - is. und i 6 tm Stücke über das Waldenburger - Amt vorkomme». I»i Lateinischer Sprache. ^Lonitum, >8c>;. üäiiintkum, 1Ü07. ügerstum, >8oi. ^j>rimonis, 1527. lZo;. ^M3nic;>, 1802. ÜÜer, 160;. i8ol- öovikia, 1802. ' i?27- löos. Lulceolus, i?2;. Lsmpsnula, lüo;. >884- L-lriin« aller Gewächse und Rvauter in Lat.Spr. 1941 Lsrlin», i;26. 160;. Lenlaulium, 1^27. lüoZ. Lkamrebuxus, 1427. LkiiMRLSl'aH, 1606. Lirlium, >606. Lorslloiäes, 1529. izor. Lo>-sIIosk;2g, 1887. Loc^le^oa, »528- L>snu8, 1606. ^pripeäium, i;2;. DüuLus sipinus, >8ot. NsnrsrlL, 152;. Oispenlis, 160;. Oulcsmsra, 1608. 1887- I^IIiculs montsns, 1607. kilix, l6oü. i8c>l. OüII'ulri, 1607. 180;. Lentisns, 1527. 1607. 6eum, 1607. Lrsmea, »529. 1607. 1 Log. svenscsum, 1799. t)-plioiöes l8°o. i88;> »886. tzicsmm, l8os. bMienls >8or. Hkäers, >8oZ- Nelteborins, >;2;. Nierscium, >8oo. 1886. Norminum, 152;. N>pnum, 1529- Lvpopic^s, i 887 - Xn xxx 1. 1942 Register ^^cobes slpins, 1800. Ilstis, 15:7. I^^üucs, 1886. Osmium, >;27. I^sureols, 1529. l-epiöium, 180;. kieken, 1527. i;2A^ I-ickenoiäes, 1429. I^igukicum, >8vl. I^i^ullrum, > 842 . Poncl>ili8, itzo». I-unsris, 1884. ^limsckis, 1608. ^lOnotrops, 1887^ Alorckells, »802. Lluleus» 1529. Ll>rü1Ius, i;;o. Ok^oniäe, 180;. Orcki», 1925. i;26. 188?' Opkr>8, »887- Orobsncke, >887- OEUnäs» >884- ?k8 csti, 1527. pkslsnßium, 1526. lZo^. > 884 ' Pirols, 1526. >884- kol^sls, izr?- pol^xonstum, i884> kotsmogccon, 1802. ?7ru8, »;2y. aller Gewächse u. Rräutey in Lat. Spr. 194z R.Olit, 1885. 8älix, 1527. Lambucus, »88;- Lsnicvls, 1607. Lcol^mus, 180;. ' 8eäum, 1528. 1604. I 8ei-pil!um, 1886. 8eseli, 1886. 8ium, l8o;. 8oI6sneIIs, i6oF. 8onckus, 1527. 8pkon6ilium, 1886. I^xus, 1527. I IKIsspi, 1529. lormentills, ,i8o;. ^r^foI^um, 1529. Inorckis, i88;. VüIsnsnL, l885- Veronic», iZo;. Virgs sures, i;27> i8ok. Vitis, i;zo. IIImu8, »88;> IImbiliLus Venerk, lZo;- IIVL ursi, i;zo. VulnersttL, 1527. 1944 Register der Kräutern, rc In Deutscher Sprache. ^Bbiskraut, >8°;. Ahorn, >887- Angclica, 1608. Ankcnballen, >;24. Aroncnwnrz, >8o;. Milchkraut, >üo8. Augentrost, >608. ^Wlicn, 1608. Benedictenwnrz, ,6c>z. Bergbingclkraut, >8°;. Bergsunfblal, >88;. Bergglockenbtume, >üo;. » 884 . Bcrghabergras, r^9S- Berghabichkraut, igoo. Berghanenfuß, >8o>. Bergholder, ,88;. Bergjakobe, 1800. Bkrgkohl, >6og. Verglcberbalsam, itzoi. Brrgmorenkümmcl, >8->r. der Rrauter, rc, in deutscher Sprach. 194; B'rgmünze, ,6oZ. Berqrose, >88?. Bergroschufe, ,60;. Bergstcinbrcch, >?23. Berqsternaras, 1802. Bergsternrcaut, 160?. Bergtästhclkraiit, 1605. Bergulmenbauin, i88e- Bcrgvogelskirschen, ,606. Bekomm, >?26. Bepfuß, 180,. Birkenbaum, 1^27. Birnbaum, 1528. Bovist, >802. Brannwurz, 180;. Buchen, ,527. Bur, ,6v8. §Ardobenedicten, 180,. Costcu;, >603. ,go§. Durchwar, 1606. Dürwurz, 1603. ^Verwurz, 160^. 180;. Edellcberkraut, 130;. Ehrenpreis, i?26. Eibenbaum, 1^27. Eichen, 15-7. Eichkrauben, 1608. Einbeere, ,608. Einblat, 1608. Engelsüß, 1^27. Enzian, 1607. Xrr rrx ; Erbseln- Register 1946 Erbselnstauden, 1527. Erlen, 1x87. Eschen, 1887. ^Arnkraut, 1606. 1607. igoi. Faulbaum, 1608- Filzkraut, iüc-8. Flöhkrant, >öc>8. Franenschühlin, 1524. Füchlcn, 1527. 1887. (^^änSdistel, 1608. 6eiMee, «SoZ. Geldwurz, I;2Ü. Gras, isrü. 1607. 1608. 1862. 1885- >886. O^rasqilge, >884- Guldcngünscl, iüo8. 180;. ^AbmMs, 1799. >8oo. Habichkram, 1603. >8oo. Hagenbnchen, 15-7. Hartriegel, 1802. Lastlstanden, iza?. Haselwurz, 180;. Hauswurz, »s28. 1607. Hederich, 1608. Heidelbeern, i?;o. 1887. Heidnisch Wundkraut, 1426. i8oo. Helleborin, 1,24. Hlinbcersträuch, 1527. 1608. Hirschenzunge, 1^26. Hirschwurz, r; 27. 1Ü06. e Holder, 1608. > Holzwurz, 180;. der Rräuter / rc. rn deutscher Sprach. 1947 Hopfen, 1608. Hundszungen, 1608. ^Irfchbaum, 1608. Kornblume, 1606. ^Avendel, 1608. Läuskraut, 1603. Lerchenbaum, 1887. Linden, 1527. ÄI^Anstreu, 13°;. Maßlieben, -sog. Mecibeern, 1887. Meerhirs, rüo 8 . Melde, 1S08. Mondraute, 1884. Moos, 1L08. Moßkolben, iüo 8 - ?^Apel, 1887. Narrenkappen, 1527. Naterwurz, iüox. Nakerzünglein, i 887 - P- ^Hnblat, 1887. Apenfcbön, 1524. Pimpernüßlein, iSox- Q Uendel, i886. d^Aucken, 1S0L. Rehegras, iöc> 8 . Rosmarin, i;-7. SAlbey, Register 1948 ^Albcy, i?-;. Samkraüt, >802. Sanikel, i?26. 1607. Sauerampfer, iüou. Schafgarben, >6c>8. Schaftheu, 1606. Schlechenstaude, 1^27. Schlingbaum, 1887. Schwämmchen, > 8 c>r. Schwämme, > 6 oz. Seehalden, 1802. Senf, >c>o 8 - S igmarswurzel, iöo 8 . Smau, l^>c> 8 . Sinngrün, 1527. Sommerwurz, >6c>8. >887. Spmvclbaum, i<-°8. Stachelkraut, >8o;. Steinbrech, 1527. ,8«;. Steinklee, >603. Steinmoos, 1527. Sternkraut, -8°». Stickwurz, 1608. St. Johanniskraut, 1608. Et. Johannlräublcin, 1887- Storkcnschnäbcl, ^26. c> V-Anncn, 1^27. > 887 - Täschlcinkraut, 1608. Taubenkröpgein, 1608- Tymian, 1608. der Rrauter, rc. in deutscher Sprache, r94s ^^Elke»/ 160A Vogelsbeern, 1887. Ä^Acckholder, 1608. Waldkatzenwadel / iSoS. Wallwurz/ -öo8. Wasserbenedict/ 1606. Wassergilge, iZoz. Wayd/ izrü. Wegtritt/ 1608. Weide»/ 1527. Weißwurz/ 1,27. 1884. Wolfswurz/ 1525. Wuüblumen, i 6 o 8 . Sop, 1527. §Eitl»stN/ 1608. Zungenblat, iüoz. Zweyblat/ l6c>z. Zyland, 1S08. Dyy yyy Register rsso Register der Versteinerungen. In Latein. Sprache. ^Lrites, 1,52. /Uc^on, 1Ü24. ^milss. 1S11. Ammonites, l?4y. i;;i.1620. 1Ü2;. 1624. izrL. Asbeüus, 1622. ^üroices, 1826.1909. L. 8^ccs läoes, 162;. Lelemnites, 1^2. 162;. 1826. 1327. 1911. Luccsrclic: 1624. 1551. 1826. L. Oknckiit: 1621. 1911. Lonck: imbrie: 1624. 1826. Lonck« Vsneris, .1L26. der Versteinerungen, in Lat. Sprache. 1951 Loncki't: 162;. Lonckic: cruüa leüuä. i;;o. Oonckites snomü, 1824. LorsUir: 162;. l8yy- »yoy. Lornua Hmmonis, 1826. 1911. Lrikallilst: 1547. 1548- Dkntsb Nippopommi, i8iü. Oen6rices, iSi;. v. 17 Lkur folHIe molare, 182;. Lckinit: i6r;. 1624. i??o. 1552. 1826. 1827. Lntroeliir: i;;2. 162;. 1624. 17 T^l-uor criKsllmuz, 1^47. krgMM, 162;. kunZlte8, 1550. 1619. 1909. 6. Okxpliit. i;;2. iür;. 1624: 1826.1827. 191k. j^äc liinT, i;;2. ÄI. 1>lL6re^>r3, 1552. 1619. 1900. 1910. Aleeonitss, i;;2. iS2l. 162;. 1911. Alillepora, 4901. Llulculitez, i;;2. 1624. ^äutilite8, 1827. 0(MK: 1621. lSrr. ?ilolite8, iS2l. ?oI^pU8, 190;. o. x. Bvy yyy 2 Lstexor: ,9sr Register der verstein. in Lat. Sprache. Ivk^tepor: iür;. 8Llsnites, 1911. 8 . ^krebrstul«, i;;2. 162;. 1624. 182;. 1826.1827. 1911. Irockites, 1Ü24. lubulices, 1549. V^neris conckse, 1552. Vermiculsrib, i;;i. 1910. Ilnicornu, 1821. Vnionum conck: 1548- 2 . . l;;r. K-E Register MVMZ Register der Versteinerungen, In Deutscher Sprache. A. ^Bhandlung von den Geschöpfen verschiedener Art, 1540. Adlerstein, ,624. Agatstein, >6r;. 1827. iyn. Ammonshorn, >;4y. r;;i. 1620. i6r;. 1624. Aristoteles, »8>o. Austern, 182s. «L ^->Aumanns-Höhle, 1821. Bäumlein, Blümleinstcin, 1615. Lekemor, l8>8. Bolus, l;;r. Brückner, 1824. Lukkon, i8>t. Büttner, i8io. ^ le §At Meinung vom Ursprünge der Erde, 1809- > 889 - Lstesb;,, 1906. Corallengewächse, 1620. 1899. 1909- Cristallen, 1547. > 548 . D. «i^Aübleinstein, igr;. Denlo, ^904. Yyyyyyz E. 1954 Register E. Einhorn, izri. L»is von Polypen, i yoj;. Erde, wie sie gestaltet worden, nach der Meinung Hrn. 1s Ost, 1889. 8 . G. H. §Isichcystein, i6-i. Fraucnciß, ,;;2. (^Eßner, , 82 ,. GibS, IÜ22. ^Achnlcin-, Hnhnlcin,Steins 182;. Hippopotamus Zähne , I8>8. Hirß stein, 1621. <7> ^ ^Akobä,nuscheln, 1827. ^ . R. »oVRüger, ,8,0. Kundmann, »8iv. 6 L. LAng, 1810. Lei. se Gedanken von Erzeugung der Erde, ,8ir. »88». Lcibnih, ,82i. Lesscr, , 8 ,o. Linsenstcin, ,621. Luidins, ,8,o. d)?Ecrochs, > 8 > 6 . Meerröhrlcinstein, ,;4-. Mohnsamenstein, , s 2,. Momotovakost, ,8r;. Moro, ,8lo. Mylius, 1810. M. P. der versteiner. in deutscher Sprache. 1955 P. Q. R. d^Erlenmuschel, i?48. Plantanimal. is;i. Plat, 1810. ^^Uarz, 1911. 1810. Ricsengebcine, 1316. - - - - König Teutobochs, 1317. Rogenstein, 1621. ^^Andsieine, 1621. 8ck^v, 1902. Scheuchzer, i8>o. Schlangen Gestalt, 1619. Schwämme, 1^09.1550. Scepferd, igis. Sternleinstein, 1909. ^Elliamed, 181;. ÄEnusmuscheln, 162;. Dreifuß, 190;. Volkman, 1810. Ursprung der Versteinerungen, und verschiedene Meinungen, 1611. i6ir. lüi;. 1614. 1809.1812. LVs> ^vMroßzahne, 1816. Wovdward, l8io> Würmleinstein, 1910. §Aehne vom Wallroß, i8>6. ENDE. T. v. iid » 4 ? .^' WO MM KMK VtMi LMAWZ i -MLR <7/r/<^ M»M UM -Er sMW MM DUM -L.^.' 'L-' -H- 's«« M-D MM idWW Kd» /FZK j 5 . L / ßW»W SÄ-»' MW §MM G, « «»«> lS«»» Z^-pr ML-r WWW -k - 4- M»WD- «» d., tz'EHS'E'GK«^ AL,M- D 'E- M« 8V 8 Äii. 69ücV öe^ MAE MMW RRWx Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher MrkiMigMn der XVII. Stück. Von der Landgraffschaft Mßgöu, MW KÄM: k.EÄI Wol'l dir vergnügtes Volck! Dir hat ein hold Geschicke Der Laster reichen Quell, den Verguß, versagt; Dem, den sein Stand vergnügt, dient Armut selbst zum ^ ^ . Glücke. Da Pracht und Uevvigkeit der Länder Stütze nagt. von Halter. Basel, bey Emanuel Thmmysm, 1757. Der Landgraffschaft Dem Flecken Wffach, Wischoföstein, Weckten, Dringen, Wepflingen, Tuntzgen. / Zzz zzz» 1960 Historische ißgöü. ji AMZ-: AÄKZ MUrch den Namen Göu, ^ Gau, Gowe, haben die alten Deutschen jeweil einen ge- wissen Bezirck Lands verstanden , und einem jeden Göu stuhnde gemeiniglich ein Lomes oder Graf vor. Der älteste Graf diser Gegend, dessen Meldung beschuhet, soll Cdadaloch genennt worden seyn, welcher um das Jahr 891. das Aerogöu, worin- neu Äugst lag , besessen haben solle; das Aerogöu soll nachwerts den Nammcn Eergitzgöu erhalten haben, und dises letstere ist nichts änderst als das Sißgöu, wordurch die Ergeltz fliestet; ohngeacht i» Merkwürdigkeiten. 1961 in den alten Zeiten das Ergitzgöu wohl andere Gränzen mag gehabt haben, als aber in den neueren Zeiten dem Sißgön zugedacht worden. Der Flecken Sissach führet den Namen dists Göus; die kleine Stadt Liestal aber, ist allezeit als der Haubtort des Sißgöus anzusehen, wie solches in der Abhandlung von Liestal angezeigt worden. Kaiser Heinrich der Dritte hat in dem Jahre 1041. dem Bischofs Theodvrich dem II. und der Kirche zu Basel die Grafschaft Äugst, in dem Augst- göu und Sißgön gelegen, geschencket; das Instrument enthält folgende Worte: In nomine 83NÄT L inüiviüuZe IrinitLtis: Ueinricu8 clivins tävente ciementis Rex. ^L. c^uenägrn noltrse proprietär^ LomilAtum ü.u§u- ÜL vocatum in paZis OuZechZovve L 8isZov/e il- tunr V6 in Villis Nelin 6urbelin in Lomitstu Ro- clolplri comiti8 Lc. - Dises Göu wird in den Urkunden bald ks- xus 8 i 8 §oviL. liülAcus, 8 iül 3 cus, 8 iKZa- venll8, 878ZOVS, 8i8§en genannt; in Weichem Zzz zzz z nach 1962 Historische nach einem alten Instrument vom 1342. Jahre das Dorf klonoIte8viH3re seyn solle; wo dieser Ort mag gelegen seyn/ ist in der Abhandlung von Oberdorf zu ersehen. Aus diesem Göu ward in folgenden Zeiten eine Graf - und endlich eine Laudgrafschaft, wie dise Abhandlung zeigen wird. Es ist nicht zu bestimmen , wie die Herren Bischöffe von Basel anfänglich dise Landgraf- schaft verwaltet; nachwerts haben ste solche verschiedenen vornemmcn Geschlechteren zu Lehen gegeben. In dem Jahre 1275. waren Graf Werner von Homburg, Graf Rudolf von Habsburg und Graf Ludwig von Froburg von Bifchoff Otto darmit belehnet: Graf Werner von Homburg hatte anfänglich dise Lehenschaft allein, er gab sie aber wieder auf, um gcmeinsamlich mit vorgemeldten seinen Vetteren solche zu empfangen. Die Kaiser pflegten öfters diejenigen Schickungen zu bestätigen, welche ihre Vorfahren gethan hatten; also that auch Kaiser Heinrich der VII. in dem Jahre i zos. gegen den Bischof Otto, in Ansehung discr Landgrafschaft. Die Merkwürdigkeiten. r§§z Zu discr Zeit waren die Landgarben an einigen Orten ein Einkommen der Landgrafen. In dem Jahr 1348. ward ein Streit deßwegen zwischen dem Herrn Bischoff und Bruno Plater. Als in dem Jahre i z s4- Graf Johannes Rudolf und Gottfried von Habsburg ihre Väter- und Großväterliche Güter getheilet, ist dem Rudolf dir Landgrafschaft Sißgöu in dem Theilungs-Instrumente zugefallen, versteht sich das Recht, als Le- henträger sich vor dem Herrn Bischof zu stellen, und dise Grafschaft zu nutzen. In dem Jahre i zsz. haben die Grafen von Fro- burg und Habsburg dem Herrn Bischof Johannes Senn dises Lehen wiederum zurückgegeben, daher er dise Landgrafschaft dem Graf Sigmund von Thier- stein und Graf Johann von Froburg für den halben Antheil, sodenn dem GrafRudolf von Habsburg gemeinsamlich, kraft verschiedenen in gleichem Jahre gegebenen Instrumenten, verlihen. Dise drey Grafen machten hierauf untereinander folgenden Verglich: Daß der Graf von Froburg und seine Lehenser- ben, den Zoll zu Liestal, welchen vorhin die Mün chen von Landseron und die Shaler vvn Bencken gehabt, künftigshin verleihen solle; Zzz zu 4 o Hingegen 1964 -Historische Hingegen solle dem Grafen von Habsburg die Nutzung des Zolls zu Äugst gebühren, welchen vorhin die edlen München von Münchenstcin und die von Bercnfels bezogen. Der Zoll über den Oberen Hauenstein, so biß dahin in dem Städtlein Waldenburg aufgenommen worden, solle naher Onezwill verlegt, Die Zölle und Geleite so über den Nidren Hauen- stein under der neüen Homburg übergehen, und bald zu Trimbach bald zu Horwe aufgenommen worden, fürohin zu Diepflingen abgestattet, Das Landsgericht aber under.' aller Dreyen Rammen gehalten werden. Geben auf Sontag nach Jackobstag des Jahrs IZ6Z. Worauf Graf Johannes von Froburg mit seinem Oheim Graf Sigmuud von Thierstein zu Waldenburg zusammen gekommen, und Donstag nach St. Michels rag gedachten Jahrs sich dahin verglichen, daß dem von Thierstcin nach des Grafen von Froburg Tode, dessen Antheil zufallen solle. In dem Lehenbriefe, welchen der Herr Bischof vorgemcldteu Grafen erteilet, werden die Gränzen der Landgrafschaft also beschrieben: o »Die Merkwürdigkeiten. 1965 „ Die da gat alz die Birs in den Rin flüsset, den « Rin uf als ferre als einer uf einem Roß in den » Rin geriten, und mit einem Basel sper in den ,, gereichen mag unz da die Fieline in den Rin „ flüsset und die Vielinen uf so verre der Wass- » terruns gat hinder dem Closter Olsperg uf und „ und durch den Mönsperg über, untz in den Bach „ zwüschend Magien und Meysprach und den Bach „ uf, untz gen Bus in Eniswielftein und des über „ in den Wagenstetter Bach und den Bach uf, « hinder dem Wisberg über untz als der Brünne „ ob Rotcnflu hinab in das Dorffiüsset, gen Ro« „ tenflu, untz in den Bach gen Rotenflu und » dar über den Bach uf, und do die Ergentz ent- „ springet, und den Tobe! uf, untz nf Schoch- „ matt uf den grat der Höche und denselben grat » und die Höhinen iemerme uß untz daz sich die „ Wasser Seigenen und Schneschmeltzenen tei- ,, lent, ein teil in den Rin, und der ander teil « in die Aren, uf den teil des Rines, zwischent » Zeglingen und Loschdorf die Gebirg und den „ Grat uß für Frvburg über untz zu den Blatten „ ob dem Kappellin uf dem nidereu Hauenstein, „ und aber do, die graet und die Höchenen nach „ der Wassersige und Shneschmeltze us, als sich die „ aber teilent, in Rin und Aren, ob Eptingen „ die Höhinen und die grat us, euch rines halb » und ob Shönthal die Gebirg uß, unz gen Lan- Zzz zzz s » genbrug 1966 Historische „ genbrug zu demBrüglin und den Tobe! uf, aber „ über die Höche und grat us nah der egeschriben „ wafferscige und schneschmilze untz gen Nonnin- ,, gen in den Bach, und den Bach ab, zu dem „ Steg den man nennet Beinweiler Steg / und „ den Bach ab unz in die Birs und die Birs ab „ so verre einer zu Fuß mit einem Baselsper darin „ gereichen mag, unz in den Rill. rc. Das übrige des Instruments enthalt die Bewilligung / daß auch die Weibsbilder aus dem Hause Thierstein an diesem Lehen Theil haben, und die Rechte / welche sich der Herr Bischof in diser Landgrafschaft außbedungen, und welche bey Liestal und Homburg schon angeführet sind. Geben in der Vestin Jstcin Samstag vor Mit- tenfasten izsz. Gezeügen waren: Graf Walraf von Thierstein. Bernhard Senn von Bucheg, des Bischofs Bruder. Hr. Hartmann von Eptingen. Hr. Hans Grästin, des Bischofs Hoffmeister. Hr. Heinrich von Jffenthal. Hr. Gottfried von Eptingen genant Bitterlin. Ritter. Heman Merkwürdigkeiten. 1967 Heman Truchfeß von Rhinfelden. Cunrad Grünburg. Edelknechte. Hermmann am Werd. Wernli ob Egg. Bürger. Das folgende Jahr ertheilten also dise Grafen dem Herrn Bischöfen die I(ever8, daß sie zu Lie- stal lind in dem Amt Homburg inncrthalb dem Ettcr diser Orten und Dörffer nicht richten wollen ; des Grafen von Thierstein Rückbrief ist geben Basel, Donnerstag vor dem Palmcntag, des Jahrs IZ64. Doch fand das Recht über Stock und Galgen in der Waldenburger Herrschaft denjenigen Anstand , welcher in dem Xlll. Stück diser Abhandlungen schon umständlich beschrieben ist. Wir haben vermeinet, daß Graf Johannes von Froburg, der letzte seines Stammens ohngefehr um das Jahr 1370. möchte gestorben seyn, nachfolgende merkwürdige Urkunde^ aber von dem Jahre iz6?. gedenket desselbigen nicht mehr, also war sein Antheil an der Landgrafschaft schon um dise Zeit dem gräfflichen Hause Thierstein zugefallen. DiseS 1968 Historische Dises Instrument enthält nicht nur die Nachricht/ wer vorhin die Landstäge des Sißgöus ge. halten / sondern begreiffet auch die Rechte der Landgrafen / welche auf disem Landstage bekräftiget worden / und lalltet von Worte zu Worte: MCH Hans von Thmgen ein Freye Ritter, thun kundt menniglich »nit difem brieff, daß „ ich heut auf diesen tag, als dürre brieff geben „ ist, öffentlich zegerichte saß, in der Landgraff- « schaffe inn Sißgöwe, auf der dirlgstatt zu Sis- ,, fach, in nammen vnd an statt/der Edlen/ Herrn GraffRudolfsvvnHabspurg, vnd Grass Sig- munts von Thicrstcin / Landtgrauen in Sißgöw, „ lind kamen für mich, in verbannen Landgericht, „ der ehgenant Grass Eigmunt, mit sein selbs lei- ,, be, vnd Claus von Khienberg, Edelkhnecht, „ vnd Vogt zu Lauffenberg, vnd Berchtolt Saltz- „ man, burger daselbs, mit vollem gewalte, deß „ ehqenanten Grass Rlidolfs, den sie hattent, vlld „ daß bewysent, vor mir, mit versigeltcn briefen, „ vnd lioment die ehgenanten beyde theil, mit vr- » theil, vor mir, einen Fürsprechen vnd erzei- ,, gent auch daselbs, vor mir vil brieffe, von Grass ,, Eberhart selig, von Kiburg, Landgraf ze Bur- „ genden, vnd auch von Herren Herman von „ Bechburg, vnd von Herrn Hugen von Gut- tenburg, vnnd Eberhart von Lupffen , Alle ,, freyen Merkwürdigkeiten. 1969 „ freyen, wie die vor langen Zeitten vnd Iaren, ! „ Iecklicher besunder zne Gerichte, in derselben ! „ Landtgraffschafte, innammen vnd an statt der ^ » Grasten von Habspurg, vnd von Froburg, ze j „ gerichte gesessen warent, da vor jeglichem be- ! „ sunder, der ehgenanten Landgraffschafte Rech- ! » tunge vnd ehafte von den Landrsessen, anf off- „ nem Landtgerichte erkhent und ertheilt wardt. „ V»d wurdent auch dieselben Alten bricff, vor ^ » mir vnd Allen Landtsessen, in offnem Landge- „ richte gelesen vnd verhört, vnd anf daß da die- „ selben brieff also gelesen, vnd verhört wurdent, „ da batt mich den obgemelten Richter, der eh- „ genant von Habspurg, nnd von Thierstein, der * „ Landtgrafen Fürspreche, fürer von den Laut- „ festen, die da zugegen in Lantgerichte warent „ und vrtheil sprechent, Sie werent denn Edell, „ Bürgern, oder dorffleuthe, in wellich wesen „ sie den werent, waß der ehgenanten Lantgraf- „ schafte in Sißgöw were, da fragte ich der eh- „ genante Richter die Lantfessen, als dauorstatt „ bey dem Eyde vmb , was sie Recht beduchte, „ daß der ehgenanten Lantgrafen in ir ehgenanten „ Lantgraffschafft Rechtungen wer, und ihnen zn- „ gehört re. Da wart mit gemeiner einhelliger ' ,, Vrtheil auf den Eydt ertheilt, von denselben , Landtsessen, nach dem die vorgemeldeten brief- I ft, so davor verlesen und verhört werent, sei- „ tent I9?o Historische „ Mit vlmd wciftent, vnd sie selb auch nie anders „ gehört hettent von ihren Eltern vnd Vordem, „ vnd auch sie selbe sich nit anders verstundent, „ So weren diese nachgeschribnen stuckh, Artickel, „ vnd Rechtunge , der ehgenanten Lantgrafen, „ vnd ihrer ehgenanten Landtgraffschaffre in Siß- „ göw Recht und Zugchörungen, so weith vnd „ fehre derselben Landtgraffschaffre Kreyse vnd „ marchen giengent. Vnd solt auch sie daran nie- „ mant weder saumeu, noch irren, Item deß er- „ sie« alle Hoebgebürge, Hochwelde, das ist, ei- „ cheln vnd Acher, Item all Vistbentz, Wasser, „ Wasscrrunsen, Item all Ertzgruben, Stein, „ Äsen, oder was die bringent, Item all Har- „ komme leuth, vnd Bancharten, die in der Landt- „ grafschafft wohnent, oder gesessen stndt, Item » All Wildtpenne vber gewilde vnd Vederspill, „ Item All Stöckh vud Gallgen, Item All ge- „ leitt vnd Zoll, Item All funden und verborge- „ ne Schätze, Item All funden gut, vnder der „ erden, vnd bey schädlichen Leuthen, vnd scbäd- „ licher Leuthe gutt, vber die gerichtet Wirt , oder „ die böse lümbden fliehent, Alles verstohlen, ver- „ borgen, vnnd funden gut in der Landtgraff- „ schaffte, Item All messe, mossen, vnd fäche, „ All mulaffe, Auch soll nicmant kein mißthädig > fach, in der Landgraffschaste gethan, nochscbäd- » ltche Merkwürdigkeiten. 1971 ,, liche menschen darinnen, noch ir gut, waß ei- „ nem Lantgraff zugehört, nit helffen verrücken, ^ noch heimlich hinlegen, by Leibe und gutte, ,, noch bey solchen schulden, darin der mißthädig „ mensche ist. Wer auch in den Wiltbennen fräf- „ let und tagelte thut, jagt oder wildnet, ohne ,, Vrlaub der Landtgrauen, Der bessert den Lant- grasen Zehen pfundt, vnd wer ime deß hüiffet, „ bessert ieglicher auch als vyl. Auch so mag ein „ Lantgraff, einen Lantag gebietten, wenn Im, „ deß notturfft duncket, vnd auf wellich Dingstatt, ,, In der Landgraffschafft er will, Wenn denn er, „ Alder sein Bott, den Leuthen In der Lantgraff- » schafte gesessen, Auf den Lantag gebietent, Der „ soll dahin vf den Lantag kommen zu gericht zeit, ,, vnd dem Gerichte warten , Vntz der Richter „ Aufstach, weders er denn nit thut, So ist er „ dem Lantgrafen Drey pfundt guter müntze gem ,, ger vnd geber, vnd einen Helbeling verfallen, „ die In dem nechsten monat zegeben , Davon ,, git ein Lantgraff einem Landtweibel Drey scM ,, ling. Wenn sie auch ein mensche, der In der „ Landgraffschafft verrüefft ist, wider In denFri- ,, den loset, vnd versüenet wirt, daß er wider In „ die Landtgrassschafft wandten mag, Der soll ei- nem Landtweibel ein pfundt geben, vmb den » ruffe, vnd soll man In öffentlich wider Iu- >. rüeffen, Als er Auß verrüeft ist, vnnd auf of- ,, »em 1972 Historische „ nem Lantage, Ouch so manig Persohne ein „ Lantweibcl außrüeffet , So soll man Ime, „ Von Jeder Persohne Als maniaer der ist, fünf „ schilling geben, Daß git ein Lantgraff halb, „ vnnd ein Cleger auch halbe, Es sott auch ein „ Jeglicher Lantgraff menniglich bey seinem Vr- „ theil vnd Gerichte schirmen, nach seinem besten „ vermögende, ohngenerde, Vnd sollent Ime die „ Landtsesscn deß hilfflich sein , mit gantzen treu- „ wen, Ouch bey lybe vnd gutte , waß einem „ Lantgraffen völlig Wirt, Als daß dauor gcschrie- „ benftoth, darumb mag ein Lantgraffe, einen „ An lyb vnd An gut Ängreiffen, Deß sollent „ Ime die Lantscssen Auch helffcn, vnd soll den „ schuldener darior nüt schürmen: Da nun dise „ vorgeschriebenen stuckh, Artickcl vnd Rechtunge, „ von den vorgeschribcnen Landtsessen, vor mir „ dem chgcnanten Richter, der ehgcnanten Lant- „ grafschafft mit Vrtheil vnd Recht einhelliglich ^ ertheilt, zugesprochen vnd erkant wurdent, Als „ dauor stath, vnd ich der ehgenant Richter, die „ Urtheile vnd bckhantnusse beschlossen, vnd vr- „ frag darumbe woll gethan han, Da stundent „ Auf e daß mein Vrfrag geschach, Vnd die Vr- ,, theil vnd bekantnuß beschlossen wurdent, In ge- „ richte öffentlich, Als sie auch In dem geriete „ sassent, vnd vrtheil vorgesprochen hattent, Die „ Erbarm Cunradt Eckelin, Schultheiß zu Lic- » stall, Merkwürdigkeiten. 197z « stall, HanßCrtzberg, vndWernher von Ann- » vile, burgcr zu Licstal, von derselben statt we- - „ gen, vnd von der Dörflern, die zu derselbe» ,, Statt gehörent, vnd Willi Vogt zu dek neue» » Honberg , mit etzlichen sciuen vnderthaNeN/ » von desselben Amvtswegcn , vnd der Vörfern, „ die darzu gehörent, vnd noment mit vrthcil ei, ,» nen Fürsprechen, vnd versprachent sie mit deme, „ der ehgenanten Statt Liesral, vnd des Amptes „ Honberg vnd der dörffern, so zu derselben Statt „ vnd Ampte gehören! mit diesen Worten, Wasi „ mit vrtheil vnd Rechte vor erkent wer, den eh- „ genanten von Habspurg, vnd von Lhierstein, ,, vnd ihren Landgrasschaste In Sißgöw/ dass „ buchte sie auch recht sein, so weiche vnd soverre ,, die giengent, doch so behuben vnd versprechen » Sie der ehgenanten Statt Liestal, vnnd den » dörffern, die darzu gehören!, vnd Ncmlich Fü- » ltstorff, Muntznach, Sclbensperg/ vnd Laugsen, » vnd dem vorgenanten Ampte Honberg/ vnd die- » sen dörfern Leiftlsingen, Butten, Rümlicken, » Kenchingen, Wittersperg vnd Dürnen, rc. JrM » Rechten vnd Gerichten Es wer über das blut/ » Oder warumb es den tverc, wann sie also dar- inne auch zerichtende hcttent höh und noh , nach » Weisung vnd sag der bneffen , so sie darumh hettent, vnd waß sich fürer derselben Statt » Llmptes Vnd dörffer Nechtungr werent, I» Aaaa assa ' Iren -574 Historische Iren brieffen die Rechtunge werent yetzunt ge- „ meidet, genempt oder nit, darinnen solten Jh- „ nen die vorgeschriebenen vrtheilen vnd bekant- „ nussen, der chgeschribnen Landgrafschaffte Rech" „ tunge, keinen schaden bringen, nu oder hin- ,, nach , In den Worten, Als davor geschriben „ ftaht, vnd baten mich, den ehgenanten Richter, „ die ehgenanten von Liechstal vnd von tzonberg „ darumb zuerfarende vnd die Lanndtsessen zefta- „ gende, waß darumb Recht wer, Sider so in „ offnem Landgerichte, Jr vnd Jrer vorgenan- „ ren dörffer Rechtunge versprochen hettent, Da „ fragte ich der ehgenant Richter, die Landtses- » sen vnrb, bey dem Eide, waß darumb Recht „ wer, da wardt nach meiner frage gemeinlich bey „ dem Eide ertheilt, waß die egenant Statt Lie> „ stak, vnd daß Ampte Neuwe Honbrrg, vnd „ die egeschribnen dörffer Rechtunge hettent, vnd „ Jr brieffe so sie darumb hettent, daß bewei- „ sent, daß die genanten Botten vnd Amptleu- „ the , daß wol versprochen hettent, vnd pil- „ lich die vorgenant Statt, Ampt vnd dörffer, „ dabey pleiben soltent , vnd die geschriebenen „ vrtheilen vnd Rechtungen Inen darinnen kei- „ nen schaden bringen solcent, nach sag Jrer brief- sen, so sie darumb handt, da diß alles al- „ so ertheilt wardt , da fragte ich der genante » Richter, vberluth und öffentlich, ob yemant da » were, Merkwürdigkeiten. 1975 were, Er were gefraget oder nit, der die vor- „ geschriebnen vrtheile,vndRechtunge versprechen, „ Widertheilen oder Widerreden woll, daß der daß „ thet, zu einem mal, zu dem andern mal, zu „ dem dritten mal. Da die niemant Widertheilen „ noch wicderreden wolt, noch widerredte noch „ widertheilte, da wurden die vrtheile und Rech- ,, tunge, Also von nur mit Recht beschlossen, „ da hatten mich die ehgenauten Botten von Liech- „ stal und von Honberg zeerfahrende an einer vr- „ theil, obe man Inen der vrtheil, so ihnen vnd „ den egeschriebencn dörffern da gesprochen wer „ nit billich von dem Gerichte brief geben solte, ,, Inen zu einem vrkhunde, Da fragt ich der ege- » nant Richter umbe, waß Recht were, wardt Inen ertheilt, daß man Inen Mich brief ge- „ ben solte. Deßglcichen vordertent der ehgenan- » ten Herrn von Habspurg vnd von Thierstein „ Fürspreche auch eine Frage, ob man den chgenan- » ten Herren vnd Landtgrafen, Inen Iren Erben „ vnd nachkommen, zu einer euwigen beweisunge ,, der vvrgeschriebner vrtheilen vnd Rechtungen, „ von dem Gerichte, auch nit billich brief geben „ solte, da wardt ertheilt, daß man Inen auch „ deß billich brief gebe, da fragte ich der egcnan- „ te Richter, wer die brieffe versiglcn solte, da „ wardt ertheilt, daß ich egenant Richter, mit „ meinem Insigel die verßglcn sott: Hiebey sciudt Aaaa aaa-» »gesin, »976 Historische „ geiln, und haut Jr einthcil harumb vrtheil ge- ,, sprocben, Grass Walraff von Thierstein, Herr ,, Vlrich von Klingen, Burggraff zu Rhinftlden, „ Hemman von Bcchbrrrg freye, Burcbart Spo- „ rer von Eptingen, Gottfried von Eptingen genant „ Bittcrli, Hemman von Rapcrg, Goettzman „ Münch, Li'ttvlt yon Fricke, Ruman von Kciser- ,, stul, Jacob von Kicnberg Ritter, Vlrich von „ Rambstein, Härtung von Herttenbcrg, Ierg „ Matzcner, Lutzi von Berenfels, Heman Thruck- „ seß von Rhinftlden, Werli von Frickh / Hem- „ man von Aftnthal / von Dietken / Goettzman » von Eptirrgen, zu Bratteln, Cuntzman von Hert- v tenbcrg, der Jung Hugeli von Schauwenbcrg, „ Cunrad Grünblrrger, Heinrich Zielempe Edcl- „ khnecht, Wernher Müntzmeister / genant Eri- „ man/ Lutolt zu der Sunuen, Cunrad Eckli, „ Schultheiß zu-Liestal, Hanß Ertzberg, Wernli „ von Anweile, burger daselbst, Willi Vogt zu „ Nemvcn Honberg, Berchtolt Stulinger, Schult- „ heiß zu Ölten, Cunrad Vole, Heinrich Buman „ von Ölten, Cunrad von Ölten Schultheiß zu ,, Waldenburg, Hanß Ritter von Waldenbnrg, „ Hanß Bom und Wüli ab ekhe, Vogt zu Varn- » spurg, Rudi von Siffach/ von Liechstal, Ul- » rich Sut, von Zeglingcn, Heini Wirt von Gel- „ terchingrn, Hcrman Schwenckli von Siffach, » vnd viel ander Leuthe, wand nun diß , vrtheil ,, vnd Merkwürdigkeiten. 1977 „ vnd recht geben hatt. So han ich der egenant „ Hans von Tengen, Richter In diesere fach, ,, Zue Vrkhundt, mein eigen Jnsigcl, An die- » sen brieff gchenckht, Der geben ist, Auf dem „ egeschriebnen Lantage, daß ist auf den dönstag, „ vor dem Sunnentag, Als man In der Fasten „ singet Hetäre . Jahre auf verschiedene Lor- bitten wiederum bcfreyet, da er denn schwören müssen sich dessentwegen weder an dem Herrn Herzogen noch an der Stadt und den Ihrigen zu rächen, und dessen zu Bürgen gegeben als Mittröster: Gottfried von Eptingen seinen Vater, Werner, Hartmattn und Götzmann seine Brüder, Edelknechte; Johannes Puliant von Eptingen Ritter, Petermann von Eptingen den ältern, Thürring von Eptingen, Gebrüder, Günter von Eptingen ihren Vater, und Walter von Büttikon seinen Oheim. In Merkwürdigkeiten. 222s In dem Jahre 142s. war Herr Ulrich von Springen Gerichts-und Kirchherr zu Siffach. In dem Jahre 14Z2. haben die jungen Freyherr» von Falkenstein, Thomas und Johannes/ als Landgrafen des Sißgöns ^ dem edien Heinrich von Springen die Zehnden/ Hohwalder und Gerichte zu Siffach, Jtingcn und andern Orten zu Lehen geben. Es findet sich, daß in dem Jahre 1435. von dem bischöflicher, Hofe eine Kundschaft aufgenommen worden, über die Ailment und Rechte der edlen von Springen zu Siffach; woraus erhellet, daß die „ Allment anfange von unden herauf als mau von „ Basel kommt obwendig dem Sperrbaum, den „ sie von dem Dorf vbhar scheide, und sich über „ die Ergetz ziehe zu St. Niklaus Mättlein in den „ Eichbaum daselbst gelegen, zu beyden Seiten an „ dem Wasser uf und ab unterscheidenlich und dan- „ nenthin über den Sissacher Bach ab Himmel- „ rein zu den neuen Matten, und an die langen „ Jucharten, und da dannen an Mctzen-Halden, „ von dar in Tanried bis uf Bernharden; Ferner wird bezeuget, Siffach habe einen Urhaou so gehe zu boden Seiten des Dorfs durch den untern Roßweg zu St. Margaretha-Brunnen. Ceceeec Der * Göu bedeutet in der chinesischen Sprache, eine sichere Herbcrg. 2vo6 Historische Der Heinrich von Evtingen Jünger, so dazumal zu Liestal gewohnt, habe die kleinen Gerichte, wolle aber der Gemeinde wegen dem Gericht, den Bannwarten und anderm etwas zn viel aufbürden. In dem Jahre i Z4Z. lebte der edle Matthias von Eptingen, Herr zu Sissach so in disem Jahre von dem edlen Hug Marfchalk von Liestal, den Weyer bey dem nidern Hof alda erkauft, welcher denn von dessen Nachkömling Hans von Eptingen in dem Jahre 14^. der Stadt Basel käuflich überlassen worden. In dem Jahre i4Z8. hatte die Stadt Basel wegen den eigenen Leuten zu Sissach und Jtingen, und den Höizeren, Eimmng und Besserungen mit dem edlen Besitzer, Hans Heinrich von Eptingen Herr zu Sissach Edelknechte einige Anstände: es wurden daher beyderseits Schiedrichtcr ernannt, als von Seite der Stadt Basel Hans von Läufst» , und Dietrich von Senheim beyde der Nähten; von Seite der edlen von Eptingen Hans Ulrich von Maaßmüufter und Langhaus Vogt zu Farnsburg, welche mit zuthun Wilhelm vonGruenenbcrgHerrn zn Rhcinfelden, dise Streitigkeiten beygeleget haben. Götz Heinrich von Evtingen war in dem Jahre i 4 is zen, und vor Jahren ward auch ein kleines Pferd von Metall so etliche Zoll hoch war, auf den Wiesen ausgegraben. So wohl auf dem Kirchhofe als sonsten, sind in vorigen Zeiten zufälliger Weife einige Gräber geös- uet worden, worinnen die Spitzen von gotischen Spießen lagen, wie die Abschildernng zeiget; di- ses Eisengerähte war bey Zween Schue lang. Nebst vorgemeltem Ueberbleibsel des Alterthums sind in dem Bann des Fleckens Sissach auch eine Art von Keilen gefunden worden, wie beygebende Abzeichnung vorstellet; dise zwey Stücke nachbeme sie die Hand öfters abgeendert, sind endlich Herrn Andreas Merian ss II. I.. und dißmaligen Schuldheiß der Mindern Stadt Bafel zugekommen, welcher Sie mir aus einer edelmühtigen Freygebigkeit zugestellet und hierdurch meine Samlnng der vaterländischen Alterthümmer verschönert und vermehret hat; sie sind von einem sehr reinen und hellklingenden Metall gegossen und von der Grösse/ wie die Abzeichnung weiset. So 2016 Historische Merkwürdigkeiten. 2017 So wohl die ältern als neuern Schriftsteller der römischen Altertümmer, haben Visen sehr ähnliche und gleichende Keilen in ihren Büchern abgeschildert ; die deutschen Geschichtschreiber thun derselben ebenfalls öftere Meldung, und waren solchem den Gräberen der deutschenHelden bey den übrigen Waffen gefunden. In Engelland werden gleichfalls dergleichen Ge- rähte ausgegeben, und in Franckrcich findet man derselben sehr viele; in der Normandie wurden ein- mahlen eine solche Anzahl ausgegeben, daß man ein ganzes Pferd damit beladen konnte: Allein sie waren von gegossenem Kupfer da sonstdie übrigen alle von Erze sind. Auch bey dißmaligen Zeiten, da die zerfallene Stadt Llerculanum wider entdecket, den Seltenheiten nachgegraben und solche hernach sämtlich in das Kabinet Sr.Königl. Maj. von Sicilien gebracht worden, findet man sehr viele dergleichen Keilen. . Es find daher die Kenner der Alterthümmer in etwas verlegen, ob dises Gerähte zum Kriege oder zum Hausgebrauche gehöre; lVlontllmLon vermeint es können dise Keilen Instrumente der Handwerker so in dem Holz gearbeitet haben seyn; der Herr von aber will solches 2Q>8 Historisthe solches in seinem neuen Werke/ ^nti^uites komai. nes nicht eingestehen: Aus der Abzeichnung ist zu ersehen / wiedises Geratzte oben ein hole Oefnung hat/ also daß notwendiger weise / wenn man es gebraucht / ein Holz oder etwas anders darein gesteckt worden; und daher vermeinen viele daß dise kleinen Keilen zu dem Gerähte eines römischen Soldaten gehört/ welcher einen aemaurten Ort einncmmcn mußte / daher er denn dergleichen Keilen solchenfalls an seinem Gürtel,angedenket/ alsworzndie kleincHandhiebe dienen solle, und hernach bey der Bestürmung und Besteigung der Mauren, einen Stock in die Höhlung der Keile eingeschlagen und weil er derselben etwelche gehabt, solche in die Fuegen der Mauren hineingestoßen und also den Wall oder Thurm hinaufgeklettert, da er allzeit das unterste hinausgezogen und obenauf wieder hineingesteckt habe. Sofern es wahr ist, daß die Abbildung dergleichen Keilen auf der vcrrühmten Triumpf - Säule des Trajans bey den übrigen Waffen der römischen Soldaten eingehanen sich befinden; so kan dise Meinung wohl als die wahrscheinlichste angenommen werden. Übrigens findet man Jenseits der Ergelz an dem Gebürge noch sehr viele Uberblcisel der römischen Wasserleitung, welche bis nacher Äugst hinab gegangen ist, und das Wasser aus disem Flusse der ehma- 2Ol9 Merkwürdigkeiten. ehmalen so berühmten römischen Pflanzstädte zu- geführet hat. Absthilderung des Wappens der edlen von Ep- tingen so ehmalen Sissach besassen. Der Unterschied besteht allein in dem Helme und dessen Aufsatz. 2Q2o Historische Abschilderung des Wappens eines nunmehr aus- gestorbenen bürgerlichen Geschlechts, die Sissacher genannt; auch Sissacher aus dem Baselgebiete. Von Merkwürdigkeiten. rori Von der r zu Wssach. UM MIse ist dem H. Jakob geweyhet? lind in vo- ^ rigen Zeiten von verschiedenen Geistlichen bedienet worden. Sie mag eine Kapelle gehabt haben, so dem H. Niklaus eigen war; Das sogenannte Her so annoch bey derselben anfbebalten wird/ enthaltet verschiedene bischöffliche Verordnungen , besonders von denen Bischoffen Friedrich und Caspar ze Rhein/ betreffend die Jahrszeitcn und Seelenmessen, so ehmah, len in denselben gekmlte-r, worden; und die dar- Ddddddd bey 2022 Historische' bey sich befindenden Urkunden zeugen von den Verordnungen und der« Gefallen, so dise Kirche gehabt hat. Ein ander merkwürdiges Kapitel-Buch des Sißgöus zeiget was in den neuern Zeiten seit der Kirchen, Verbesserung auf den Synoden und andern Versamlungen vorgegangen/ und verschiede- > ne andere Umstände / welche die Geistlichkeit der ! Landschaft angehen ; als Oecolampatlms den ersten Synode ausschrieb, waren auch die Geistlichen von Lausten, Derweilen Alschweiler/ Oberweiler und Reinach dazu berufen. In dem Jahre 1405. war Herr Heinrich Jsen- huth Leuthpriester diser Kirche, und Cunrad Cu- „0 dessen Kaplan; sie erhandlest» derselben ein kleines Jahrzcitgelt von dem Zielempen - Guth zu Sissach, mid das Instrument darüber ward in der Kirche an dem Fusse der Kanzel, allwo das Gericht gehalten ward, errichtet. Aus einem alten Kapitelbuche des Sißgöus erhellet , daß Hr. Johann Rüde; Hr. Ulrich Anß- helm und Hr. Matheus Rietmüller, Leuthpriester j nach obigem Jsenhuth gewesen: in diesem Buche werden sie Kirchherren gcnennt; allein in einem undeutlichen Verstände, weil die edlen von Ep- tingen, Merkwürdigkeiten. 202 z ringen, und sonst niemand, Patronen diser Kirche waren. In dem Jahre 1427. machte der Hr. Bischof Hun,brecht an den edlen Ulrich Günter von Springen einige Ansprach wegen der Opferfrüchte von Zweyen Jahren her; da aber diser Kirchherr oder Patron hingegen verschiedene Baukosten an die Kirche forderte, so hat sich der Herr Bischof seiner Ansprache an dise Opferfrüchte begeben. In dem Jahre 14z 8 . erkaufte sie einige Zi'nsse ab dem Watweiler Gnth zu Utkon oder Itingen. Der Brief war unter Götz Heinrich von Springen, Ritter, gcfertiget; In dem Jahre 1462. serncrs a!da einige Korn- zinsse von Junker Hans Münch von Gachnang. In dem Jahre 1462. kaufte Herr Ulrich Leuthpriester zu Sissach, in dem -Namme des Hrn. Dechant, Kämmerer und des Kapitels im Sißgön ein Gelt - Zinßlein vou Clevis Guth zu Sisiach. So warben auch einige andere Zinffe, als zir Liestal, Gelterkinden, und andern Orten mehr eingehandelt. In dem Jahre 1447. ward das Kapitel des Sißgöus, in der allgemeinen Kirchen-Verfamm- Dddd ddd » lung 2» 24 Historische lung zu Basel , wider das Kapitel von Rheinfel- den angehört, alwo es seine Rechte und Freyheiten mit Nachdruck vertheidiget hat. Junker Hemman von Heideck voll Khienberg verkaufte von seinen Güthern zu Sissach ill dem Jahre 1452. einen kleinen Kornzinß discr Kirche; ein gleiches that Hr. Hans Bernhard von Springen in dem Jahre 1472., und andere mehr. Besonders aber ist dise Kirche in dem Jahre 1479. begäbet worden; Sie hatte einen Altar, der Frohnaltar genannt, deine zur Abwartung ein Priester mangelte; Wernhard Schmied, der Vogt zu Sissach, und Wernhard Müller von Znnzgen, so aber zu Liechstal wohnte, waren sehr geneigt Visen Altar zu beschenken , und darzu eine Pfründe zu stiften, zu welcher Bischof Caspar alsobald seine Bewilligung ertheilte; daher vvrge- melter Wernhard Schmied zu Haltung einer ewigen Frühmesse auf gedachtem Altar , kraft einer Schenkung unter Lebendigen für sich und seine Ehefrau, dargabe,den halben Zehenden in Wein, Korn, Habern ünd Heu , in den Dörfern Bockten und Thürnen, so in dem Kirchspiele Sissach gelegen, wie er solchen von Johannes Schmied von Rhejnfelden an sich erkauft hatte: Worzu Merkwürdigkeiten. 2225 Worzu vorgerückter Bernhard Müller von Zuntzgen , und ftme Ehefrau Margaretha verga- btt: den halben Zehenden in Korn und Heu zu Zuntzgen, wie sie solchen von Hemman Schwab von Rheinfelden an sich gebracht; ^ Doch sollen die Weiber diser Gabgeber, so lang sie leben, die Nutznießung der Zehndeu, so ihren Männern gehöret, zu gemessen haben: Zu welchen Schenkungen Eleve Schueh von Sissach noch ein gemauertes Hauß und 16. Viertel Dünkel Gelts zu Zuntzgen fallend, hinzugethan, welcher Fruchtzinß von den Spielmen von Zof- singen erkauft worden. Der Vierdte Gabgeber war Rudolf Knoblauch, der Leuthpriester zu Wintersingen , welcher hierzu ein kleines Zehendlein, zu Zuntzgen fallend, ver- gabte. Worzu Rudolf Hödelin und Hans Vogt einige Kornzinsse verschenkten; Alles mit dem Bedinge, daß der Kaplan dises Frohnaltars von dem Opf- fer einen Drittel, und -er Kirchherr das übrige beziehen solle. Die Zween vornemsten Gabgeber Schmied und Müller aber behielten sich vor, mit den Geschwornen von Sissach disen Priester vorzuschlagen, der Dddddddz Stadt 2226 -Historische Stadt Basel alsdenn die Erwehlung und Bestätigung überlassend. Zu diser Zeit war Wilhelm Dülcken oder vul- xis Leuthpriefter zu Sissach; das Instrument ist gegeben Samstags nach Reinigung Maria vor- gemelten Jahrs/ und mit vielen Sigillen bekräftiget. Man findet auch einen Herr Ulrich aufgezeichnet/ welcher Pfarrer zu Farnsburg und Diakonus zu Sissach war / nnd sonst auch Ulrich Sis- sacher genannt wird; ferners: Hr. Hans Ettemin Kirchherr. Hr. Thomas Oltinger Kirchherr. Hr. Hans Beter von Zofingen / Helfer. Vorsemester Herr Rudolf Knoblauch/ Pleba- nus in Winterlingen/ war der Kirche zu Sissach sehr wohl gewogen/ daher er abermahl/ nachdem Inhalt des Jahrzeiten-Buchs diser Kirche/ » 17- „ Iclu8 OÄobris 1481. Anniversarium conliituit „ pro se <8c suis parentibus, L aüiZnavit krX- „ mistario in 8ist3Lti unsm Oecimsm in 2untr- ,, gen u 5 äem LrberZ, sttam , ita guoö äiäur „ krLmiss3riu8 pro tempore existen8, guintä kett ris post berst Lslst kestum, eju8 L kriorum „ celebret Merkwürdigkeiten. 2227 „ celebret ^nniver53rium . c^uo non 6rüo , es- „ äem äecims klebano ibiäem, itiäem gnni- „ verlarium celebranti, ceäer, 60I0 L tällo „ semoti8. Thomas Oltinger, von Basel gebürtig, war in dem Jahre 1498. Leuthpriester zu Sissach, und hat einige Kosten an die grössere Glocke alda dargegeben, ingleichem Hans Rudolf Gvuwen- stein, von Basel; sie befinden sich daher unter den Gutthätern dises Gottshauses, welcher Jahr- zeiten gefeyret wurdet!, ingleichem viele andere mehr, unter welchen fürnemlich Clara Truchsess, Hrn. Hartmanns von Eptingen Haußsrau; vor- gemeldter Knoblauch; eine edle von Bärenfels von Eptingen; Hr. Thomas, der Leuthpriester zu Oltingen; Hr. Hans Scheiber, Kirchherr zu Rotenflue; Jakob Jselin, Vogt zu Farnsburg; die Brugger, Adelheit von Burg, die edle von Eschenz, Seevogel, Offenburg, Schönenberg, Ramstein re. und viele Geistliche diser Landschaft zu bemerken sind. Man findet eine Bulle von dem Cardinal Ray- mundus , als Päbstl. Legaten , Mitwuchs nah Hssumptionis in dem Jahre Isoo. gegeben, kraft welcher der Leuthpriester zu Sissach der hoher! Schuele zu Basel Jährlichen Zwölf Gulden Gelts bezahlen soltz. Ddddddd 4 Dise rv28 -Historische Dise Kirche ist besonders in dem Jahre 1725. und 1526. ernerrert worden, dazumahl ward an die Decke des Schifs geschrieben: Meines Vaters Hanß ist ein Bätthauß, Drlim jag ich Käuffer und Verkäuffer draus. Diser Kirche gehörte auch S. Niklaus Matt- lein, und ein ander Stücklcin Gut bey St. Mar- garctha Brunnen. In den altern Zeiten haben die Geistlichen des Sißqöus öfters ihre Versamlungen in dem Flecken Sissacb gehalten, und darüber ist noch ein altes sogenantes KeMrum vorhanden: das einte ihrer Sigillen, so man dazumahl gebrauchet, stehet zu ansang, das andere aber zu ende der Abhandlung von diser Kirche abgeschildert. In unsern vorhergehenden Stücken ist schon angezeigt worden, wie die Geistlichen unserer Landschaft nunmehr unter Drey Kapitel abgetheilet stehen. Dem Farnsburger Kapitel sind feit der Glau« bens - Verbesserung nachfolgende Dechanten vorgestanden: Dechanten Merkwürdigkeiten. 2029 Dechanten des Farnspurger Kapitels. 1524. Friedrich Brombach / Pfarrer zu Meisprach. 1529. Jacob Q1amp3nu8, Pf. zu Winterlingen. i s Z4. Johannes Grell, Pf. zu Kilchberg. izzb. Hans Jacob Löw. 1542. Johannes Stuck. . 1579. Thomas Schorndorf' Pf. zu Winterlingen, issi. Gabriel Hummel, Pf. zu Dieckten. 1611. Jacob Freüler, Pf. zu Sissach. 1612. Martin Pfirdter, Pf. zu Gelterkinden. 1642. M. Hans Reinh. Ryff, Pf. zu Sissach,, 1658. AI. Jacob Meyer, Pf. zu Tenniken. 1^68. Ai. Daniel Schönaucr, Pf. zu Sissach. 1687. AI. Johannes Stöcklin, Pf. zu Oltingen. 1696. N.Hans Rudolf Frey, Pf. zu Sissach. i7Z8. Christof Burckhard, Pf. zu Rvtenflue. -754. Hr. AI- Peter Weitstem, dißmahliger Pf. zu Sissach. Unter dises Kapitel gehören die Pfarreyen: Sissach, Wintersingen, Dieckten, Kilchberg, Buus, Dddd ddd 5 Tenniken, 20ZO Historische Tcliriiken/ Arisdorf/ Geltcrkindcn, Orinclingen, Oltingen, Notenflue. Von denjenigen Geistlichen/ welche -er Pfarre Sissach abgewartet/ haben wir folgende aufgezeichnet befunden: Hr. Hans / Leutpriester / hatte einen Kaplan. In dem Jahre 1405. stand Cunrad Cuno, Kaplan und Helfer zu Sissach / an der Kanzel alda/ und hielte Gericht nammens Hrn. Heinrich Jsen- huts/ des Lellthpriesters, über die Einkünfte von einer Jahrzeit / mit Bewilligung Ulrichs von Springen / des Gerichts-und Kirchherrn. 1462. Hans Ulrich Sissacher, Leuthpriester zu Sissach; er erwarb zu Handen des Kapitels einige Jahrzinffe von Clewin Schue von Sissach/ und Gred/ seiner Ehefrau; dafür dise Leuthe in die Brüderschaft aufgenommen worden. 1408. Thomas Oltinger von Basel/ Leuthpriester. voüor Johannes von EttenheiM/ Kirch- herr. Hr. Merkwürdigkeiten. so;» Hr. Johannes Rudin, Kirchherr. Hr. Wilhelm Dulgis, Kirchherr. Hr. Ulrich Anßhelm, Kirchherr. Dr. Matis Rietmüller, Kirchherr. Andreas Grass. >;zl. Heinrich Schilling; er mußte, nach dem Gebrauch der damahligen Zeiten, einen Revers von sich stellen , des Inhalts , wie schon oben bey der Pfarr Bubendorf angemerket worden. i s Z8. Ulrich Wisiner, Kaplan; kauft einen halben Speicher. ist?. Johannes von Arx. i;8s. Theophilus Grynäus. is84. Hs. Jacob Freüler. i6is. N. Eusebius Merz. 1617. Nikolaus Agricola; um dise Zeit ward die beständige Dorf - Schule angerichtet. 1624. Andreas Stöcklin, 1629. N. Johann Reinhard Ryf, Dechant. 1657. N. Daniel Schönauer, Dechant; unter ihm ward die grosse Glocke umgegossen. 1687. N. JolMN Rudolf Frey, Dechant. 17z 8. Hr. AI. Peter Weitstem, dißmahliger Dechant des Farllsbnrger Kapitels. Die rsz2 -Historische Die Schule hat einen Schulmeister, so Bürger von Basel ist, und wird von L. Deputaten- Ainmt erwehlet; in dise Schule gehen auch die Kinder aus den Dorsschaften dises Kirchspiels; der Schulmeister hat seine besondere Wohnung bey der Kirche. Die Dörfer, so in die Pfarrey- Sissach gehören, sind: Böckten, Itingcn, Auutzgen, Dievflingen, und Thürnen, so sousten in die Vogtey Homburg gehöret. Merkwürdigkeiten. Vo» drm gehenden zu Wissach. rnn je an einem Orte verschiedene OecimI- tores an einem Zehenden Theil haben, so ist solches allhier zu Sissach,. alwo der Fnichk- und Wein-Zehenden überhaupt in Vier Theile abgetheilet wird, anbey aber noch das besonders hat, daß die Güter bald disem bald jenem den Zehenden abzustatten haben; daher dife Theile sehr ungleich, und der Einzug dises Zehendens beständig vielen Verdrießlichkeiten unterworfen gewesen, biß zu Ende des vorigen Jahrhunderts eine sogenannte Zehendeu-Karte mit grosser Arbeit und Kosten verfertiget, und die unterschiedenen Außzehn- dungen mit i6. verschiedenen Farben außgezeich- net worden; welche, kraft einer Obrigkeitlichen Erkantnüß, in dem Pfarrhause zu Sissach aufbehalten wird. Die Loz4 Historische Die L. Stadt Dascl hat gleichsam Drey Antheile daran, worvon den einten Vierten Theil das Kornamt zu Lieftal, den andern die Kirche zu Sis- sach, und den Dritten der Prediger alda beziehet; der Vierdte Theil wird der sogenante Heideckcr Zehenden genant. Wir wollen alle diese Antheile genauer untersuchen, und bey dem letzter» den Anfang machen. Diser Antheil ward in den alten Urkunden Cle- vis oder Kleiblins Zehenden genant; vermuthlich von einen, Mann dises Nammcns , welcher zu Sissach noch andere Güter gehabt, so des ye- vis Güter genannt worden : Nach ihn, aber kam diser Zehenden als ein Eigenthum an das Hauß Habsburg, von welchem er an das Hauß Oesterreich gefallen, und von denen edlen von Hcideck als ein Lehen genutzet worden; dises adeliche Geschlecht ist sehr alt. In einem Instrumente des Grafen Rudolfs von Habesburch und der Kirche Montis HnZelomm von, >2io. Jahre,, wird Heinrich cle Ueillecco als Gczeug angeführt. In einer andern Carte von 1238. dise Kirche betreffend, Heinrich äe Ueicwccke; Und Merkwürdigkeiten. 2c>zs Und noch in einer andern, der Grafen von Kiburg vom Jahre I2ss. 8enior . ß. Zinß von demjenigen Bezirke, so sie hier, von nutzet. An 224s Merkwürdigkeiten. An dem Fusse dises Bergs gegen der Ergeltz hinab/ ist eine Quelle sehr gesunden Wassers, der St. Margaretha Brunnen genannt/ so in die Ergeltz fliesset. Eeeeeees Deckten. Historische 2246 Weckten - WOn dismi Dorfe wird in unsern Geschichten ^ nichts gedacht; es ist daher nichtig, aus den schriftlichen Urkunden, darinnen es auch Büttikon genannt wird, von selbigem so viel zu entdecken als möglich ist. Weil nun Bettingen, in der Vogtey Riechen, in den alten Schriften auch unter dem Rammen Büttigen und Büttigkon; und das Dorf Bückten , in dem Hamburger Amte, unter dem Ramme Luktikon vorkommt; so sind dise Dörfer wohl von einander zu unterscheiden. In den Karten König Heinrichs des Dritten wird in dem Jahre 1045., nebst einigen Gütern in Merkwürdigkeiten. 2247 in unserer Land- und Nachbarschaft, auch eines Rebgeländes zu Lütticbon gedacht. In einer Urkunde Kaiser Friedrichs des Ersten, betreffend das Kloster Beremünster im Ergöu von dem Jahre 117z., ist Johannes 6e LüttLon als Gezeug angeführt, und in dem Instrumente sechsten wird das kl'Xckum OüerZovve , Alpe, tinLdon und Oäolt^xvile genannt. Als in dem Jahre I2s s. das Kloster Schönthal einige Güter auf dem Hersberg dem Kloster Olls- berg verkaufte, war Ulrich von Lmeikon unter den Erzeugen. In den Karten der Grafen von Kiburg wird in dem Jahre 1257. ebenfalls eines Orts Lüwi- Kon gedacht. Cunrad ^ini und seine Geschwisterten hatten von Hartmatt, Herrn zu LntLen. einige Güter auf dem Hersberg und in dem Kuoffchale zu Lehen, welche 2 im theils um Gelt, theils um eine Jahrszeit, für sich und die seinigen dem Kloster Ollsberg überlassen hatte; daher entstund in dem Jahre 1281. hierüber ein Streit, welcher aber zu Gunsten des Klosters beygelegt worden. In dem Instrumente ist neben obigem Hart- Man auch unterschrieben: fernerm äe Lüttiken, Eommen. 2248 Historische LommenöZtor äomus liospitalis 8. ssoannig in InnZstetten. Lüttikon, so unter der Erbschaft König Rudolfs des Ersten, kraft eines Instruments vom Jahre 1299., benamset ist , gehet das unsrige nichts an. Hans Ulrich von Lütikon, Edelknecht, so Adel- heit von Schauweuburg zur Ehe hatte, lebte in dem Jahre izzo., wie bey der Abhandlung von Schauenburg zu ersehen. Werner von LmLon, Ritter, Heinrich und Walther von ömilcon, waren Gezeugen in einem Instrument des Grafen Johannes von Fro- burg, vom Jahre izs8. Ein Walter von LüwLon, so ein naher Anverwandter des Cunrads von Eptingen, Kirch- herrn von Sissach,war, lebte in dem Jahre iz8i. Ohngeacht man eben nicht sagen kan , daß alle dise Lüttikon unser Deckten berühren , so ist es doch sehr wahrscheinlich, daß das krXclium in Lüt- tikon, dessen im Jahre II7 z. gedacht wird, unser Deckten sey, weil die darbey gemeldten Güter: als das Ostergöw ; 8yliLlion, so Sissach; und Ociolt^vvile, so Onetzweil oder Oberdorf seyn kan, auch in unserer Landschaft sich befinden; anbey das Instrument zu Basel errichtet worden. Auch können Merkwürdigkeiten. 2049 r.en die edlen von Büttikon im Thurgön mit diesen in naher Verwandschaft gestanden seyn. Johann Ziegler von Büttikon genos in dem Jahre 1446. ein Gehalt in Gelt, als ein Ober- aufseher der Kriegsmänner der L. Stadt Basel. Nachwerts als dise Edlen abgestorben, müssen dero Güter vielfältig vertheilt worden seyn, wie aus folgendem zu muthmasseu ist. Bischof Peter von Aßfeld hat dem edlen Heinrich Truchsäß von Rheinfelden verschiedene Zinsse und Gefalle zu Deckten, Rothenflue, Mägden und andern Orten fallend, um Viertzig Marck Silbers, Basel Gewichts, verpfändet. Hans von Falkenstein, Landgraf des Sißgöus, hat in dem Jahre 1428. dem Hemman von Of- fenburg zu einem Mannslehen geliehen: die hohe Gerichte und Herrlichkeit zu Deckten, doch mit Vorbehalte der Rechte , so die Truchsässen von Rheinfelden daran haben möchten; Ferners die Leuthe, so auf disem Hofe sitzen, und vorhin dem Grafen von Tlsterstein zugehöret, mimnahl aber obg-weiten Hans von Falkensteins Sohnes Kindern sind ; doch dise Leuthe nur für so lang, als sie zu Deckten seßhaft verblieben: Endlich 20s0 Historische Endlich auch das Recht, die Güter, so chemah- len die Zielcnipen zu Deckten besessen, und hernach verpfändet, wieder einzulösen. Es scheinet, daß die von Offenburg dises Lehen nicht lange Zeit behalten haben; Denn da die edlen Trnchsässen sich gern in den vollkommenen Besitz des Dorfs Deckten eingesetzet befinden walten, so haben sie den Freyherren von Falkenstein, Herren zu Farnsbnrg und Landgrafen des Sißgöns, 250. fl. dargegeben, dargegen Thomas und Hans von Falkenstein in dem Jahre 14^0. dem Werner Trnchsässen ihre eigenen Leute in disem Dorfe und zu Sissach, zusamt den hohen Gerichten und Herrlichkeit zu Deckten, so weit der Dorfbann gehet, zu einem wahren Erblehen für Söhne und Töchtern überlassen. Als nun nachwcrts die Stadt Basel die Landgrafschaft Sißgöu und die Herrschaft Farnsbnrg an sich gebracht, so trachtete selbige auch die in disem Bezirke gelegenen Dörfer, so noch in fremden Händen waren, zu erkaufen: Werner Truchsäss von Rheinfelden, Ritter, welcher in dem Jahre 1467. dises Dorf besaß, ließ sich hierzu auch sehr geneigt finden; Das Merkwürdigkeiten. 22 > i Das Kausss-Instrument ist gegeben Samstags vor des H. Kreutzes Tag, im Mayen vorgemeld- teri Jahrs. Kraft desselben verkauft difer Ritter der Stadt Basel „ sein Dorf Betkon in der Landgrafsthast „ Sißgöu, zwüschen Geltrichingen und Sissach „ gelegen, als sein eigen Guth, mit allen seinen „ Begriffungen, Zwingen/ Bannen, Herrlichkei- „ ten, grossen und kleinen Gerichten, hochen, rrj- „ deren Besserungen, Leuthcn, Güteren, Zmssen, „ Gülten, Diensten, Steuren, Gewerffen, Re- „ ben, Ackeren, Matten, Rütenen, Höltzeren, „ Wäldern, Wuhr und Weiden, Gebauen und „ ungebauens, gesucht und rmgesnchts; Weyeren, „ Vischentz, Wasseren, Wasserrunssen, Wegen, „ Stegen, Schupyesen, Spickeren rc. mit allen „ Rechten für eigen: sodenn die hoche Gerichte „ und Herrlichkeit in difen Bannen, und die ei- „ gene Leuthe als ein Erblchen; „ Denn auch die Korn und Haber Zehnden zu » Jtingen, samt andern Gefälleri, so er als ein „ pfandlehen genutzct und besessen hat. Mit disen letstern Zillssen hat es folgende Beschaffenheit; Werner Truchseß lehnte in dem Jahre 1454. dem Freyherr» Thomas von Fai- kenstein 640. fl. Rheinisch, dargegen er ihm in pfandlehens weise zu nutzen überlassen den Ahnden 2OsL Historische den zu Jtingen, zu Zysten, und zu Selbensperg, viele Kornzinsse, wie auch etliche Zinsse zu Itin- gen und Zysten. Es war also zu diser Handlung besonders auch die Einwilligung des Hrn. Thomas von Falkenstein nöthig, welche er durch ein förmliches Instrument , so Samstags vor dem H. Pfingsttage desgleichen 1467. Jahrs gegeben ist, ertheilet, in Visen Kauf eingewilligct, und sich aller Rechte an dise verkaufte Pfaudlehen begeben hat. Olmgeacht aus vorher erzeltem nicht vollkommen kau erwiesen werden, daß das Dorf Deckten in die Herrschaft Farnsburg gehöret, so zeiget doch ein alter Rodel der Gefalle diser Herrschaft, welcher zu der Zeit errichtet worden, als Farnsburg an die Stadt Basel gekommen, daß das Dorf Deckten von diser Herrschaft in den ältern Zeiten verpfändet und eutäussert worden: In dem Rodel aber, welchen Hans Rot, der Kaplan des Grafen Sigmnnd, in dem Jahre 1322. verfertiget hat, wird Deckten nicht mehr unter die Dorffchaften der Herrschaft Farnsburg gezehlet. Als nun »racb vollkommen beendigtem Kaufe und befchehmer Bezahlung die Stadt Bafel von dem Dorfe Deckten Besitz genommen, so bat sie selbiges Merkwürdigkeiten. so s z selbiges der Herrschaft Farnsburg , von welcher es über ioo. Jahre lang entrissen gewesen, wider- um einverleibet. Die versetzten Zinßgefälle der Herren von Farnsburg allhier, hat die Stadt ebenfalls bald nach den, Kaufe diser Herrschaft wider eingelöset. Aus der Abhandlung, betreffend die zerfallene > Burg Bischofsstein bey Sissach, ist zu ersehen, wie ^ zu solcher der Quart Zehenden, die Erndgarben, Faßnachthüner, und einige Güter zu Deckten ge- > höret, und wie dise Gefälle von den Offenbur- ' gern erkaufet worden. j Die Freyherren von Falkenstein hatten in dem Jahre 1432. die edlen von Eptingen mit verschiedenen Quartzehenden belehnet ; doch schon in dem Jahre iZ6s. besaß Henneman von Eptingen, genannt von Wildenstein, auch ein Quartzehenden zu Deckten, sodenn kam er an Heinrich Makart, an Jost Hüglin, und endlich an die Stadt Basel, wie solches in der.Abhandlung von Rümlingen zusehen. Der Frucht-Wein-und Hm-Zehenden wird in 4. Theile getheilt; Zween Quart werden dem § Hrn. Pfarrer zu Ormelingen überlassen, vormahls bezog sie der Kaplan zu Farnsburg. Fffffff Sie 20 54 Historische Sie kommen von der Vergabung her, welche Werner Schmied, der Vogt zu Sissach, in dem Jahre 1479. gethan hat, wie solches bey Sissach kau nachgesehen werden. Ein Quart ist zu dem Einkommen eines Obervogts auf Homburg bestimmt, Und die leiste Quart wird von dem Obrigkeitlichen Kormneister zu Liestal bezogen. Sodenn beziehet den sogenannten Gewidem-Ze- henden die Pfarr zu Sissach, und den Hucker-Ze- henden zum theile 'das Kloster Ollsberg , und einige Privatpersohnen von Basel. Die Einwohner dises Dorfs gehören in die Pfarr Sissach, und unter den dortigen Gerichtsstab, dahin sie 2. Gerichtsmänner geben; Ihr Schießplatz ist auch zu Sissach. In dem Jahre 15^8. waren nur 8. Häuser «Wer, nunmehr find derselben sehr viele. Vorzeiten war auch eine kleine Kapelle allhier. Die Kinder sollen nach Sissach zur Schule Üshen. Die Feldstreitigkekten gehören unter das Gescheid zu Sissach, woran es Einen Mann gibt. Dem Merkwürdigkeiten. 2257 Dem Dorfe stehen Zween Geschworne vor. Seine Waldungen sind: Das Junkholtz, Die Grießmatten, DerWießler, " Der Coftantz, das Flüelein, und unter der Fiue; so Buchen und Eichen haben. Das Dorf hat Zween schöne laufende Brunnen aus einer Quelle; jeder hat Zwo Röhren Wassers, welches die alten Naturkündiger des Schwel- tzerlands ssluderrimum nennen. Die kleine steinerne Brücke, welche ausserhalb Deckten gegen Sissach stehet, ist in dem Jahre 1722. erbauet worden. In dem Jahre 17Z9. sind allhier z. Häuser verbrannt, also daß deren Besitzern mit einer genügsamen Steuer hat müssen beygesprungen werden. Auf der ehnern Seite des Ergeltzsiusses sitzet man noch hin und wieder die Überbleibsel von derjenigen Wasserleitung, welche bis nach Angst herabsehet. Sffffff- Dingen. 20s6 Historisch» Wtingen. As Dorf Ztingen ligt zwischen Lausen und Sissach. Diser Namme, sofern er aus der Mischen Sprache abgeleitet wird/ bedeutet einen Ort/ so an einer Anhöhe oder zur Seite eines Wassers ligt, wvrmit die Lage von Jttngen übereinkommt. In unsern Geschichten wird sehr oft der edlen von Jtingen gedacht; ob sie einige Verbindung mit I ! Merkwürdigkeiten. 2257 mit den edlen von Itingen in dem Thurgöu, de- s ren Borg in dem Jahre n 28. von dem Abt Wer- ! ner von St. Gallen zu einer Propstey eingerichtet ! worden, gehabt haben, ist noch zu untersuchen. Die edlen von Itingen unserer Landschaft waren Bürger unserer Vaterstadt, und kraft der alten Rödel, Achtbürger, d. i. eines von den ade- lichen Geschlechtern, welches das Recht hatte in den Naht erwehlt zu werden : und zwar von der Gesellschaft der Hohen Stube. Wursteisen setzet die edlen von Itingen unter den Adel der mindern Stadt, gibt ihnen den Zunam- men Geißrieme, und nennet verschiedene derselben , welche öffentliche Aemter in der kleinen Stadt jenseit Rheins bekleidet haben. Da aber die von Itingen, so Achtbürger waren , das Vorrecht genossen, in den Naht der meh- rern Stadt zu kommen, und keinen Beynammen führten, so müssen sie von den vorigen unterschieden werden. Die von Itingen, genannt Geißriemen, haben ' nach Anweisung des Wursteisens und anderer Schweitzerischer Geschichtschreiber, einen fliegenden Fisch in ihrem Wappen; die von Itingen aber, Ffff ftt 3 so 2Os8 Historische so Achtbürger waren , führten das beygebende, so bis anher noch niemals abgeschildert worden. In dem Jahre 1255. war ein Streit zwischen Werner von Jffenthal, dem Edelknecht, und Ulrich von Loccenliein , auch Edelknecht, weil diser Werner, ohne Vorwissen seiner Erben, dem Kloster Öllsberg seine Güter in Itingen: viöeliLet s. mansus, HU 08 excoluerant ^okrrnne8 äiÄU8 öives. Iieinricu8 mo1er>clm3riu8 , Lurckaräu8 Vol- maru8 6e Vtingen, aliX pollelIione8, c^v38 KabuiL in Luottksl , übergeben hatte; wie wir zum theile schon bey Lausen gesehen haben. Der Schiedsrichter war der damahlige Onwr der hoher! Stift Basel, und UuZo äe LerinZen, mile8. Gerhard Merkwürdigkeiten. 22s- Gerhard von Jtingen war ein Gutthäter des Klosters Schönthal; Jngleichem haben Burckhard von Jtingen und Agnes, seine Haußfrau, in dem Jahre 1277. einige Güter zu Jtingen und Muttenz, für ihrer See-" len Ruhe, dem Kloster im Schönthal vergäbet. Gerhard von Jtingen verkaufte in dem Jahre , rz 17., Dienstag vor St. Gallen Tag, dem Nahte der mindern Stadt Basel eine jährlichen Geltzinße von i. tv. iO. ß. von und ab dem Garten, den man nennt die Sandgruben , neben -er von St. Clara Matten. ! ^ In dem Jahre 1347. stiftete Graf Johannes ! von Froburg, mit Bewilligung des Hrn. Bischofs als Lehenherrn, seiner Gemahlin ein Leibgeding i auf den Zehenden zu Jtingen, wie solches in der Abhandlung über Waldenburg zu ersehen. Als um das Jahr izso. einige Aufseher über die Verfertigung des Schürlitz, so eine Art Zeug oder Tuch war, verordnet worden, befand sich ^ unter denselben Völlmi von Jtingen. Man findet aufgezeichnet, daß die Heiligen zu j Liestal, die Heiligen zu Sissach, die Geistlichen zum Rothenhauffe, sodenn Junker Heintzmann von Ffffsff* EMtzen 2O§s -Historische Eptingen, allhier in disem Dorfe, bey dem Ganß- brunnen, einige Zinßgüter besessen haben, welche Las Kapitel in dem Sißgöu in dem Jahre 1418. an sich erkaufet hat. Junker Völmi vou Jtingen lebte in dem Jahre 1407., und wohnte zu Basel. Ihm gehörte der Gerichtsstab zu Anweil; in seinem Sigil nennt er sich Volmor von Vietingen, wie beygehende Abschilderung davon zeuget. In dem Jahre 1426. war Heinrich von Jtingen Vogt zu Homburg und Waldenburg. Er be- sas das Gut Michelfelden, und hat solches an die Herren von Vouimarqm verkauft; sie waren dazumahl Bürger von Basel. Als Hr. Rudolf Hofmeister , Schuldheis der Stadt Bern, nammens der jungen Herren von Falkenstein Thomas und Hans , als Landgrafen des Merkwürdigkeiten. 2261 des Sißgöus, in dem Jahre 1432. dem Heinrich von Eptingen verschiedene Zölle, Zehenden , und Rechte verliehen; war in diser Leihuug auch der Zehenden / Hochwald'und das Gericht zu Jtingen. Und als diser Thomas dem edlen Cunrad Münch von Müncheustein in dem Jahre 1439. sein Lehen erneuert, ward auch einiger Güter zu Jtingen - darinnen gedacht. Cunrad von Jtingen lebte in dem Jahre 1436. Wir haben schon zu verschiedenen mahlen ange- nierckt, daß die Stadt Basel/ bevor sie zu dem ! Besitze ihrer Landschaft gekommen, dennoch in derselben hin und wieder verschiedene Rechte müsse gehabt haben. Eine gleiche Beschaffenheit hat es mit denen der Stadt Basel zugehörigen eigenen Leuthen und Rechten zu Sisiach und Jtingen; worüber nachfolgende Urkunde die mehrern Umstände erläutert: MCH Wilhelm von Grünenberg / Herr zu Rin- d „ seiden / ein gemeiner fünftemann in diere „ nahgeschriben fache / von den genemvten beden „ teilen einhellicklich erkosen/ erwelt/ und gesetzt: „ tun kunt menglichen mit diesem briefe; Als „ Stösse und Spenn gewesen und ufferstanden » sint/ zwüschent den ehrsammen/ wisen, burger- Ffff fff s --meister 2062 Historische „ meister und Rate zu Basel, von ir selbs und „ der Iren zu Sissach llnd zu Wngen wegen, „ an einem; und dem vesten Hans Heinrichen von „ Eptingen von fin selbs und der finen von Sis- „ fach und von Wngen wegen, an dem andern „ teil; darrürende von der Allincnde wegen, da- » selbs, zn Silmch, Holtzes Wunne und Weide, » und ander stachen halb , als denn daz hernach ,, luter geineldet stat; derselben Stössen und Spen- „ nen die jetzcnente bede teil uf mich Wilhelm von » Grünenberg als uf einen gemeinen fünfte mann „ zem rechten kommen waren, mit einem glichen » Zusatz, von jeglichem teil zweyer Shiedlüthen; „ und Hand die von Basel also zu mir gesetzt ge- „ hcpt; die Frommen Wisen Hanssen von Lauf- „ fen und Diethcrich von Sennhcim ire ratsge- « sellen: So hat Hans Heinrich von Eptingen zn » mir gesetzt, den vesten Hans Ulrichen von Maß- ,, münster finen fchweher und den bescheiden Lang- ,> hanssen Vogt ze Varnsperg, und Hand auch be- » de teil gelopt und versprochen stete und veste ze ,» haltende, was wir in den Sachen ußsprechende „ wurden, nach unser besten verstantnüsse ; Als ,, daß der Anlos das vollicher ußweiset ; und nah „ dem soliches alles vergangen ist, so fint wir dev ,, fünfte man und die schidlüte davorgemelt, die -> jetzgenante bede teil darnach mit fleißiger bitte „ ankommen , uns der Minne zem rechten in der ,, lache Merkwürdigkeiten. 2O6g „ fache zugetrnwende, so woltent wir dem rech- „ ten in unsrem Spruch by der Minne, so nahe „ kommen, als wir iemer kondent, des 6 uns be- „ dersite also von unser ernstliher bette wegen nit » versagen möchtent, sunder uns darin gütlich ge- „ williget habent ; Als daz ein sunder zedel, so „ darnach ouh begriffen ist worden, völliclicher be- „ griffende und inhaltende waz. Und also Hand „ wir darnah beben teilen tag verkündet in die „ kimdschaft gen Sissach, Hand ouch da Allmen- » de und Holtz, darumb die Spenn zem teil ge- „ Wesen sint, eigentlich besechen von einem ende „ zem andern, und in clage und Ansprach, rede „ und Widerrede und womit sich jetweder theil, „ wider den anderen in den nahgeschriben stucken 2, getruwet hat, zu behelffende, eigentlich verhört „ und ingenommen, und nah Verhörung dessel- „ ben so Hand wir in den fachen zu Minne und „ nah dem'rechten zem teil einhellicklrchen und zem „ teil nah der inereren urteil ußqesprochen und „ sprechent in kraft des brieves also : des ersten, „ daz das Holtz umb den Kiemberg under Bi- „ schofftein, und under der Wildenflu untz an die „ kruttigen Felsstein; der von Sissach Urhow sin „ sollen, ußgenommen die Eichin so daselbs stand, „ und waz Ehnungen ouch darin von eichenem „ Holtz gevallent, davon sol Heinrichen von Ep- ^ tingen die zwenteil werden und zugehören und ,, dem 2264 Historische „ dem dorf und der Gebursami zu Sissach der drit- „ teil sin, doh daz Holtz dem Herrn zugehört; „ Wir sprcchent auch, daz Burgenrein und Tan- „ riet der von Sissach Banholtz sin sollen zu ewi- -- gen Zeiten one meriglichs Jissvrechen: Wir „ sprechent auch waz Einungcn, Blissen und Bes- „ serungen vallent in den Banholtzeren in Reben „ und in Veldt, es sie zune zuvermachen , oder „ in andern fachen, dieselben Eynungen, Bussen „ und Besserungen sollent Hans Heinrich von Ep- „ tingen zem dritteil zugehören und der dorf Me- „ uige zu Sissach die zwenteil; was gebottcn ouh „ beschehen inriewcndig und ussewendig Etters zu „ SWch, es sie von Buwen oder anderen fachen, „ do sich die Gebotte über drie schillinge treffen, „ dieselben Besserungen sollen Heinrich von Ep- „ tingen allein zugehören , ußgcnommen die Ey- „ nungen, sollent bliben als vorstaht. Wir „ sprechent auch daz beide teil vier Eynungsmei- „ ster setzen sollen, jeglicher teil zwen mit des „ andern teils wissen und willen ohne Geverde, „ die des dorffes nutz und ere schweren, dieselben „ vier Eynungmeister sollen ouch Eynungen sagen » und rügen mit dem Bannwart und nit die Ge- „ richtslüte; So soll das Gericht ze Sissach hin- „ für järlichs besetzt werden, nahdem si beder site ,, ze Rate werdent, doh daz einer nit allewegent „daran sitzen müsse und doh dem Gerichte gnug „ beschehe; Merkwürdigkeiten. 206s beschehe, one alle Geverde; Sodenn Hand wir „ ouh gesprochen um die Allmende, also daz Hans ,, Heinrich von Eptingen bliben sol , die Matte „ genant Netzen die da lyt in der von Sissach „ und in der von Jtingen Bahn; und die jar- „ lichs zu Zinsse giltet vier vierenzel und zwy vier- „ teil, und der Zins, do daz Hnß uf statt, daz „ vormals dem Gottshuß zinsete, und was sunst „ von Spicheren oder Häusseren diere zit uf die „ Allmende gehauen ist, daz soll alles Hans Hein- „ richen zinssen, als das von alter harkommen ist; „ sust sol der Gemeinde zu Sissach die Allmende „ genzlich bliben, nachdem und st undergangen ist, „ und die Stein daz ußwisent, die man eigentlich „ besechen hat; re. rc. Und soll auch Hans Hein- „ rich von Eptingen by Jtingen und siner Zuge- „ Horde bliben; Ürid Hand die von Sissach für der „ von Basel Lüte daselbes zu Jtingen gesessen, „ gesprochen, daz im darin Jntrag nit beschehe» „ solle; und wand uns in disen fachen alle einhel- „ liclich und nah der mereren urteil gliches noh bes- „ seres nit verstanden, daz wir reden, wie wir billich „ sollen; und gebietent also beden teilen disen un- „ fern Ußspruch stete, veste und unverbrohentlich „ ze haltende, für sich alle ire erben und nahkom- „ men, die wir dazu verglich verbindent und dar- „ wider nit ze tunde, zu werbende noh zu kochende, » in khein wise noch Wege, nnd daz st ouch mir 2266 Historische „ dem Gemeinen noh den Shidlüten vor solichs „ unsers sprechendes Wesen niemer nützit zu gereden „ noh zugefügen sollen; mit Worten oder wercken; „ daz uns schade, schände oder schmähe, deren „ oder bringen möge, by der poen und glübte in „ dem Anlos begriffen; Alle gefehrde und arglist „ genzlich ußgescheiden : und des alles zu vesten „ waren urkutide, so habe ich Wilhelm vonGrü- „ nenberg der Gemein Manne, min eigen Jnge- „ sigel gehenkt an diesem Brief; der zwen glih ge- „ schriben sint , und jetwedem theil einer geben ist, „ arn Fritag nah St. Geriet! tag des Jars als „ man zalte nah der Geburt Cristi i4Z8. In disem Jahre hat Hemman Grünenfels verschiedene Stücke des allhier gelegenen Watweiler Guts dem Hans Straffer von Jtingen verkauft. In dem Jahre 1449. war der edle Hans Heinrich Völlmi von Jtingen unter den edlen iy. Männern, welche angelobet, um monatliche Fünff Gulden Rheinisch der Stadt mit einem Pferde ihre Kriegsdienste zu versehen. Auch die edlen von Eptingen hatten einige An, sprach an dtses Dorfund die Burg Gutenfels, über welche sie sich in dem Jahre 1422. mit der Stadt Bafel in eine Unterhandlung eingelassen haben. Junker Merkwürdigkeiten. 2267 Junker Hans Münch von Gachnang verkaufte in dem Jahre 1460. dem Gerichte zu Liestal einige Fruchtzinsse ab seinen allhier liegenden Gütern: Eben diser Hans Münch von Gachnang besas discs Dorf in dem Jahre 1467. vollkommen: er verkaufte solches mit Zwing, Bann, den kleinen Gerichten , Bussen, Besserungen und Einungen jenseit dem Wasser (das ist der Ergeltz) Hoitz und Reben ganz, und die Feideinnngen zum halben; mit Hochwälden, Leuthen, Güteren, Gülten, Zinssen und allen Rechten der L. Stadt Basel. Das Instrument ist gegeben Samstags vor Mathias des H. zwölfBotten tag vorgemeldten Jahrs. Kraft der übergebenen Briefschaften waren die Fruchtgefälle Viertzel Korn, 4. Viertzel Hadern, 90. Eyer und 14. ß. Gelt. Und die eigenen Leute die Plappen und ihre Kinder. Die Eichel-Mästung der Schweine hatte das Dorf zur Nothdurft, die übrigen Eicheln verkaufte der Herr des Dorfs. Herr Caspar von Regeßheim, Alter Oberster Zunftmeister, hat in dem Rammen der Stadt Basel von disem Dorfe Besitz genommen. Die 2068 Historische Die Gemahlin des Verkäufers war Verena von Eptingen, welche mit Beystände Erhard Hnntzi- gers, des Rahts, ihres Vogts, vor dem Rathe zu Winterthur nicht nur Visen Verkauf bestätigte, sondern annoch ihrem Gemahl vollkommenen Gewalt gab, noch fernere, was ihne gut dürrcken würde, von Land und Gütern zu verkaufen. Es hatte schon vor dem Jahre izsz. Heintz- man zur Gänß dem edlen Hartmann von Eptin- gen einige Kornzinsse, zu Itingcn und Sissach fallend, umso. fl. von Florenz abgekauft, worüber der Kaufbrief aber in dem grossen Erdbeben zu Grunde gegangen, daher derselbe um dise Zeit, als Heinrich Walh nammens Cunrad von Bärenfels , des Ritters, Schuldheiß zu Basel war, erneuert worden. " Ohngeachtet der Zeitpunct nicht wohl arrsfün- dig zu machen ist, wenn der Hof Jtingen aus der Edlen von Jtingen Händen in andere gekommen; so ergibet sich doch aus den ältesten Schriften , daß solches schon vor vielen Jahrhunderten müsse geschehen sey»,; auch kan nicht bestimmet werden, welche Rechte dise Edlen allster eigentlich gehabt haben; denn man kan für gewiß annehmen, daß Graf Hemman von Froburg Jtingen und Gutenftls bis an seinen Tod besessen; joden» karrt es irr die Hän- Merkwürdigkeiten. 2069 de des Herrn von Fregaud für 4. Jahr lang, worauf der Herr Bischof solches bezogen, alda richten lassen, und denn disen Hof mit der Burg Gutenfels den edlen von Eptingen, und fo ferners dise solches an Burkhard Münch abgetretten; dessen Nachkömmling, Hans Münch, vorgemeldter Massen es der Stadt Basel verkauft hat. Es hatte also dises Dorf seine eigene Herren, und gehörte nicht in die Herrschaft Farnsburg, ohngcacht Amerbach und andere es allezeit dazu gezehlet haben. Als Landgraf des Sißgöus besitzet die Stadt Basel die Oberherrlichkeit zu Jtingen, und als Käufer des Dorfs die übrigen Rechte. Als dises Dorf unter die Basten siche Bottmä- sigkeit gekommen, ift es erst der Landvogtey Farnsburg einverleibet worden. In dem Jahre 1484. / als Graf Eberhard von Studtgard das zi. Turnier gehalten, wird noch eines Ritters Falken von Jtingen gedacht. Wernlein von Jtingen war vermuthlich der let- ste feines Geschlechts; er hatte zween natürliche Söhne, nammens Rudolf und Balthasar, welche er zu fernen Erben einsetzte. .Unter den ererbten Gefallen und Gütern waren i 2. Viertzel Korn zu Jtingen und andern Orten fallend, sodenn Gggg ggg Zwen 2O70 Historische zwen Rebgärten vor dem Spahlenthor, sein Haus- raht, Kleider, und Geschirr. Das Instrument ist gegeben Samstags vor Valentins tag des 7492. Jahrs, unter dem Schnldheiß- tum Burkhard Segesers, und des Gerichts Jnsigel. Christof von Ramstein hatte in dem Jahre 1528. noch etwelche eigene Leuthe zu Jtingcn. Kraft vorhergemeldter Urkunde von 74;2. komt der Zchcndcn und das Gericht von den Landgrafen des Sißgöus her. Werner Trnchsäß von Deckten befas den Zehen- den als ein Pfandlehen, welches die Stadt Basel mit Einwilligung Thomas von Falkenstein in dem Jahre 1467. eingelöset hat. Nunmehr bezieht der Obrigkeitliche Kornmeister zu Liestal von solchen, Drey Quart, Und die Burg Waldenbura einen Quart. Weil die Grafen von Froburg, als Herren zu Waidcnburg, schon in den ältesten Zeiten disen Quart Zchcndcn und andere Gefalle zu Jtingcn und Gutenfels bezogen , mit den Bischöflichen Beamteten gerichtet, dise Rechte aber auch den Landgrafen zugekommen; so besitzet die L. Stadt Basel, kraft verschiedener Titel, allhier die gleichen Rechte. ^ Discs Merkwürdigkeiten. 2071 Dises Dorf gehört in die Kirchengemeinde, Schule, unter den Gerichtsstab, das Gescheid, und auf den Schiesplatz zu Siffach. Es gibt den Hardvogt und noch einen Mann an das Gericht, und 2. Männer an das Gescheid zu Sissach. Bey der Abhandlung über die Kirche zu Sissach ist zu ersehen, wie die Watweiker allhier ei, rüge Güter besessen haben. In alten Zeiten gieng der Sissacher Bann bis an Lausen, oder an den Liestaler Bann, und war also Jtingen im Sissacher Bezirke begriffen. Als aber verschiedene Herren dise Dörfer besessen, wurden auch die Dorfbänne abgeschieden. Die Waldungen, so zu Jtingen gehören, sind folgende: Bronnenberg, hat Buchen und einige Eichen; ingleichem die Winterhelten und Jünger Ebene. Die Schweine ist ein Eichwald; Im Wolfsgruben und Gremper - Höltzlein wachsen Tannen, Eichen und Buchen. Gggg ggg 2 In 2072 Historische In dem Wolfsgraben zwischen Spitzenberg und Eckartsbrunn ist eine Hole, das Heidenloch genannt , so ci»le alte nunmehr eingegangene Erzgrube ist. Discs Dorf hat Drey laufende sehr schölle Brunnen, worvon Zwcn zwo Brunnenröhren haben; der so mitten in dem Dorfe lauft, war ehemahlen zum Heiligen Brunnen genannt. Als in dem Jahre isio. die Bcrainszinsse in dem Dorfe erneuert worden, fanden sich nebst dem L. Stande Basel fernere Zinßherren: Das Kapitel und Gotteshauß St. Jakob zu Siffach; Das Stift auf Burg, und das Kloster Schönthal. WWW iepflingen. Merkwürdigkeiten. royz WARD MJe Lage dises Dorfs ist auf der Landkarte der ^ Landvogtey Farnsburg deutlich abzusehen; es ligt an der Landstrasse über den nidcru Höllenstein , und der Bach , so ab disem Berge durch das Buckter und Rümlinger Thal herab kommt, stieffet durch dasselbe; es gehört zu der Herrschaft Farnsburg, ist hiemit auch mit derselben an die Stadt Basel verkauft worden. Und es scheinet zugleich, daß selbiges in demjenigen Bezirke gelegen war, welcher in den alten Zeiten Oftergöu genannt worden. Gggg ggg Z So 2->74 Historische So klein dises Dorf ist, so war es dennoch in den vorigen Jahrhunderten sehr bekannt, weil es eine merkwürdige Zollstätte des Sißgöus gewesen. In dem Jahre 1322. hatten die Landgrafen des .Sißgöus allhicr nebst Zwing und Bann, eine Mahlmühle und die Steingrube. Als die Grafen, Rudolf von Habspurg, Johannes von Froburg, und Sigmund von Thierstein, in dem Jahre iz6z. wegen der Landgraf- schaft Sißgöu einen Verglich getroffen, haben sie darinnen untereinander abgcredt: Daß die Zölle und das Geleit, so über den nidern Hauenftein unter der neuen Homburg übergehen , und bald zu Trimbach, bald zu Horwe, das ist, in dem Dorfe Hauenstein, aufgenommen worden; fürohin zu Dicpflingen sollen bezogen, und unter ihnen zu gleichen Theilen gctheilet werden. Noch in gleichem Jahre haben dise Grafen vor- gemeldten Vergleich dahin abgeändert , daß dem Grafen von Thierstein der Dritte Pfenning von dem Zolle und dem Geleite zu Diepflingen zukommen , und so der Graf von Froburg zu sterben kommen solte, dessen Antheil ebenfalls an Thierstein fallen solle. Die Merkwürdigkeiten. 2075 Die Grafen von Thierstein übergaben nachwerts dises Recht Peterman von Eptingen, die Stadt Basel hingegen , welche mit ihm in Feindschaft geratzten war / entwehrte selbigen dises Rechtens bis in das Jahr 1410., da diser edle auf Ansuchen Graf Otto wieder darzu gelassen worden. Die Landgrafen Thomas und Hans von Falkenstein , Herren zu Farnsburg, .entlehnten anfänglich einige kleine Summen Gelts auf dises Zollrecht, und gaben der Stadt Basel darfür zu Bürgen Henßli Häßler von Geltrichingen, und Henßli Shoube von Zeglingen; nachwerts aber, da die Rechte der ganzen Landgrafschaft an Basel gekommen^ so ward in dem Jahre 1470. auch über diesen Zoll und Geleit eine Abänderung gutbefunden, so daß der Zoll nicht mehr zu Diep-- fiingen, sondern zu Bückten und Sissach bezahlet wird. In dem Zollrodel befinden sich einige seltsame Waaren, als: Ein fremdes Wunder, und ein Himmelreich zalt s. Pfenninge. Ein Stuck Hackenmatten, i. Pfen. Ein Iud, s. ß. z. Würfel. Ein todter Iud, i. fl. Ein Habicht, ein Falk, z. Pfen.; ist aber ein Sperber dabey, nichts. Ggggggg4 Von 2O7§ Historische Von einem Faß Fisch nimmt der Zoller einen Griff. Wer den Zoll verfahrt/ ist Leib und Guth verfahren. In dem Banne dises Dorfs gegen Witispnrg ist eine Steingrube, worinnen vor Zeiten sehr grosse Mühlensteine gehauen worden; Diser Grube wird in verschiedenen Instrumenten / wie auch in den Naturgeschichten des Schwcitzerlands von Wagner und Scheuchzer gedacht. Das Gottcshanß Klingenthal zu Basel machte an selbige eine Ansprach / hingegen behaupteten die Obervögte von Homburg / daß solche unter die Herrlichkeit - Rechte der ihnen gnädig anvcrtran- ten Burg oder Schlosses gehöre; es ward daher in dem Jahre 1568. ein Vergleich dahin errichtet, daß künftighin ein jeweiliger Obervogt dise Grube nach Belieben verleihen könne; hingegen solle dem Kloster alle Vier Jahr ein Mühlen-Grund-Bodenstein Drey Spannen dick aus diser Grube geliefert, und solcher in des Gotteshauses Kosten weggeführet werden. Halts von Falkenstein, Freyherr zu Farnsburg und Landgraf des Sißgöns / verkaufte in dem Jahre 1447. Henßlin Bischof von Basel, 6 . Viertzel > Merkwürdigkeiten. 2077 Viertzel Dünkel und 8. Hüner ab seinen Gütern zu Diepflingen, welche Zehen Jahre hernach Cnn- rad Pfründter der Scherer, des Bischofs Tochter- mann , dem Wernli Schmid vor» Sissach überlassen hat. Diser Ort gehört nunmehr zu der Kirchgemein- de uild in die Schule zu Sissach. Es hat Zwen Geschworne, und in dem Dorfe befinden sich Zwen laufende Brunnen; Sein Gerichtsstab aber und das Feldgericht ist deme von Gelterkinden einverleibt, allwo auch sein Schieß - oder Waffenplatz ist; An das Gericht zu Gelterkinden gibt dis Dorf einen Gerichtsmann. Die zu disem Dorfe gehörige Waldungen sind: Die Rebhalden , der Rehehaag, die Höschen , die Steinhalden, das Klein Höltzlein, der Daubenrein, im Rütinweg, in dem Blütsch, ob Pferch, in Schneiders Boden, inHollstein- Graben und Schübleten; Alles Buchwälder mit wenigen Eichbäumen. Gggg ggg 5 Als 2O7? Historische Als in dem Jahre 1574. der Zielcmpe zu Farns- burg ausgebessert worden, waren die Quatersteine darzu allhier in Diepflingen gegraben. In dem Jahre 1671. hat difcs Dorf einen starken Brand erlitten, da Sieben Häuser und Scheunen zu Aschen worden/ daher die Obrigkeitliche Hülfe den Beschädigten kräftig wieder aufhelfen müssen. In dem Jahre 1746. den 2. Wintermvnat hat der Löbl. Naht der Stadt Basel erkannt, daß die Brücke allhier über den Rümlinger Bach zwar neu von Steinen erbauet, das Dorf aber solche in seinen Kosten unterhalten solle. Es war in den alten Zeiten eine ziemlich grosse Unrichtigkeit wegen der Zehenden allhier. Die sogenannte Bischöfliche Quart hatten die Eptinger; in dem Jahre lZ6s. besas solchen He- man von Eptingen genannt Wildenstein; die Landgrafen Thomas und Hans von Falkenstein gaben disen Zehnden Antheil noch in, Jahre 1432. dem Heinrich von Eptingen zu Lehen; und dife Quart gehöret nunmehr zum Schlosse Homburg. Unter den Lehengütern, welche die Freyherren von Farnsburg in dem Jahre 1440. den Gebrüdern 2079 Merkwürdigkeiten. dern Mclin von Nheinftlden, und nach ihnen dein Werner Trnchseß >4>4. gclihen, war arich ein«» Zehendlein zu Diepsiiugen. Man hielte den Rudolf Mclin für tod, er kam aber in dem Jahre 1470. wider aus der Fremde nach Haust, daher Werner Trnchseß sich mit ihme absindcn müssen; nachwerts sind dife Zehenden und Lehcnrechte alle an die Stadt Basel verkauft worden. Dessen vhngeacht/ als nach dein Tod des Joh. Christofs, Freyherr» von Falkenftein / die edlen Bodmann dessen Rechte an sich gezogen, so hat diser Lehenhof ohne nähere Untersuchung, den kleinen Diepsimger Zehenden, welcher doch schon längstens an die L. Stadt Basel verkauft war, vergeben wollen. Als aber diser Lehenhof die Ungültigkeit diser Handlung erkannt, ist er sobald davon abgestanden. Mit difem Zehenden hat es nunmehr nachfolgende Bewandnüß: Die Quart des Frucht- und Heu - Zehendens war in dem Jahre 1560. mit der Burg Bischofsstein erkauft, dife Quart bezieht der Kornmeister zu Liestal; Ein Quart das Schloß Homburg; Und 2080 Historische Und die übrigen Zwo -Quart bezieht der Un- tervogt von Dreckten nammens des L. Stands; discr halbe Zchnden wird der Eschenzzehenden genannt , weil er chniahlen zur Burg Eschenz gehöret , urid ist von denen von Hertenstein erkauft worden. lintzgen. Merkwürdigkeiten. 2081 Utttzgm. MJses Dorf ligt zur Seite des Fleckens Sissach, ^ bey der Mündung oder Anßgang des Dieck- ter Thals. In lnlsern Geschichten wird dises Orts keine Meldung gethan ; es war in den ältesten Zeiten den Grafen von Habsburg, von welchen es an die Herzogen von Oesterreich gekommen, welche es den edlen von Frick / und auch den edlen von Eptingen zu Lehen gegeben, wie wir nachwerts sehen werden. Heintzmann 2OZ2 Historische Heintzmann von Eptingen genannt Mir, Ca- tharina, seine Ehesran, undElsbeth, ihre Tochter, verkauften in dem Jahre rz17. dem Werner zum Haupt von Rheinfelden , von ihren Gefallen zu Znntzgen Zwo Tfchuppus, so Vier Viertzel Dünkel , ein Viertzel Haber , 6. Hüncr lind 60. Eyer jährlich ertrugen, um Neun Mark Silber, Basier Gewichts. Welche Gefalle, wie es scheinet, von Margret Fullin von Rheinfelden, mit Einwilligung ihres Bruders Heinau zem Heuberg, in dem Jahre 1Z69. wieder anderwcrts verkaufet worden. Erhard von Frick, Kirchherr zu Rümlickon, und Lütold von Frick, die Ritter, sodenn Ulrich und Werner von Frick, die Edelknechte, übergaben in dem Jahre Mz. ab ihren Tschnppnssen des Müßlms Gut zu Zuntzgen genannt, dem Werner von Anweil, einem Bürger von Liestal, um 22. fl. Gelts, den jährlichen Ertrag von Zwo Viertzel Dünkel und 2. Hüner. In dem Jahre iz?r. verkaufte Lütold und Erhard von Frick disem von Anweil, so W rth zu Liestal war, noch fernerS einen jährlichen Fruchtzinß. Und das Jahr hernach hat diser Wirth, von Gottfried von Eptingen, genannt Bitterlin, welcher Merkwürdigkeiten. 203? cher Herr zu Brattelen war , und in der Stadt Basel den sogenannten Ritterhof besessen, noch einen stärker« Gelt- Korn- Haber- Hüner- und Eyer- Zinß ab Werner Busers von Zuntzgen Gut, an sich erhandelt. In dem Jahre 1406. waren die edlen von Frick vollkommene Besitzer von Zuntzgen, welche es den edlen von Eptingen, als welche um dise Gegend ihr Stammhauß, und schon sehr viele Güter hatten, verkaufet. Der Brief zeiget: daß „ Hans von Frick und „ Werner von Frick sein söhn, edelknechte, dem „ Heintziman von Eptingen von Madien einem „ edelknecht zu kauffcn geben, das Dorf Zuntz- „ kon by Sissach mit Zwing, Bann, Lenthen, ,, Gerichten, Zinssen, Stenren, Nutzen, Gülten, „ Bällen, Buessen, Besserungen, Wasser, Fi- „ schenzen, Holtz, Feld, Wunn, Weide rc. :e. „ als ns. Menschen, Jung und Alt; denn Jähr- „ lich 41. Viertzel Dünckel, 12. Viertzel Ha- „ ber, 10. Schweine deren jeglichs zo. ß. wert „ seyn soll, 89. Hüener ohne die Faßnachthüener, „ 6oo. Ever, und 22. L. Gelte u. Steure, » 4. Sester Nuß, 4. Sester Bohnen, und ein „ pfund Wachs. Ferner 2o84 Historische „ Ferner ein Seßhaufi uf der alten Homburg „ im Frickthal, urit allen Gefällen; „ Die Leute in der Gippft by Frick mit aller » Zugehörde / so alles Lehen von Graf Hans von „ Habsburg, Herr zu Lauffcnbcrg war; ' Um 800. fl. Rheinisch, : Und gaben für die Wchrschaft zu Bürgen: ^ Eglin von Wessenberg und Rudolf von Nü- ^ wenstetn , dre edelkucchte; versprachen anbey, auf gefordert Leistung jeder zwen ehrbare knechte mit 2. muffigen Pferden und jeder Bürg mit einem knecht und pferd in die Geiselschaft zu legen, § bis der von Eptingen wurde befriediget seyn. Dise Handlung ist befchchen zu Basel an dem ' Sanistag nah St. Georgen des H. Ritters tag vorgemeltrn 1406. Jahrs. . Den Montag vorher hatten die edlen von Frick 1 dises ihr Lehen dem Grafen von Haböburg zu > Lauffenberg aufgegeben, und der Graf solches joden» dem Heintzmann von Eptingen von Mad- ^ len, abgeredter Massen geliehen; in disem Lehen- > bricfe befindet fich ncbft vorgeineldtein Zuntzgen , und Alt Homburg auch der halbe Theil in dem Holtze, so man nennet die Halde zu Witnon. Es i Merkwürdigkeiten. 2055 Es nam also diser edle von Eptingen Besitz von Zuntzgen, und als er nachwerts mit der Gemeinde von Höllstein wegen der Eichelmastlmg in der Zuntzger Hard in dem Jahre 141z. , als Curitz- man Löri Schuldheis zu Basel war, in einen Streit gerahtcn, so ward ein alter Mann von Zuntzgen eydlich abgehört, welcher aussagte, daß dise Hard die von Höllstein nichts berühre: Zeugen des Instruments waren Hans Vogt, Cunrad Sicherer, Claus Graf, Hans Hirschhorn, die geschwornen Amtleuthe des Gerichts zu Basel. Zu diser Zeit war die Mahl - Mühle schon angelegt, Und ein Hofgut allda , so Brugers Gut genannt worden. Hans von Falkenstein, Freyherr zu Farus- burg und Landgraf des Sißgöus, hatte auch noch einige Gefalle zu Zuntzgen und Diepsiingen fallend ; er verkaufte davon 2. Viertzel Dünkel dem Henßlin Bischof, dem Karrer zu Basel, in dem Jahre 1447. Sein Tochtermann Cuurad Pfründ- ter der Scherer überließ solche Zehen Jahr hernach dem Wernlin Schmis von Sissach. Ludwig von Eptingen besaß in dem Jahre 1460. dises Dorf; die Stadt Basel war dazumahl Hhhh hhh bedacht 2086 Historische bedacht solches an sich zn bringen, und verordnete Hans von Bärenfels, Ritter; Caspar von Regestzeim, Zunftmeister; Hans Brcmcnstein und Hans Tschcckcnbürleiii; welche diseS Geschäft besorgen. sollen: die es auch zu einer glücklichen End- schaft gebracht haben. Aus einer Eptingischen Abtheilung sitzet man, ! daß Zuntzgen schon in dem Jahre 1456. discm , Ludwig zugehöret hat. Es ward also zu der Kaufihandlung sechsten geschritten, darinnen Ludwig von Eptingcn, der Ritter, bekennt: „ daß er für sich und alle seine ! „ erben mit willen seiner gnädigsten Herrschaft ' „ von Oesterreich, von welcher er «das darf Zuntz- > „ gen mit seiner zugchörde und dem dritten theile ! „ des Burgstalls alten Hon,bürg in dem Frick- „ thale zu Lehen habe, wie auch mit gutheißen „ Götz, Heinrich, Hermaies, Thürings und „ Bernhards von Eptingen, Ritters, und Peter ,, von Eptingen , seiner Vetteren und Bruders, „ als Lehens Genossen, der L. Sadt Base! ver- ! „ kaufft habe seine dörffer Zuntzgen und Ustenthal, ! ^ „ mit allen ihren Vegriffungen, Zwingen, Bäh- ! „ neu, Herrlichkeiten, Leuchtn, Gütern, Zin- „ fen, Gülten, Diensten, Steuren, Gewcrffen, „ Gerichten, Buchen, Bcssertrngen, Fällen, Re- » den, Merkwürdigkeiten. 2287 „ ben, Ackern, Matten, Rütenen, Höltzeren, » Feld, Wlinne, Weid, gebanen nnd unge- » bauen, gesuchtes und ungesuchtes, Weyercn, » Vischentzen, Wasseren, Wassernüssen, We- „ gen, Stegen, Hucbrn, Sheopaffen, Spiche- „ ren und Ehhaften. „ Denn auch seinen dritten theil des Burg^ „ stalls Alten Homburg im Frickthal, und dieLeu- » te, Ziuß und Gülten in der Gips mit Halden, „ Höltzeren und allen rechten; als Lehen von „ Oesterreich ; » Das Dorf Nssenthal aber eigen. „ Wie auch ferners seine Leute, Zinß, Gülten „ und Güter zu Weituau. Das Instrument ist gegeben Samstag vor dem H. Ostertag des 14^4. Jahrs. Es ist aus den Geschichten des durchlauchtigsten Hauses Oesterreich bekannt, daß die Güter der Grafen von Habsburg, Lauffenbergischer Linie , disem Hause zugefallen; zu distr Zeit war also Herzog Sigmund Lehenherr von Zuntzgen. Vorgemeldte zu diser Kaufhandlung Abgeordnete hatten nicht ermangelt allcrvorderft; dessen Einwilligung auszubitten; der Erzherzog hat auch Hhhh hhh r ohne 2o88 Historische > ohne Anstande der Stadt Basel willfährig entsprochen , den Abgeordneten zu Thann Samstags vor Oculi gedachten Jahrs eine feyerliche Urkunde ertheilet , daß er hieran aller Rechte sich begebe, und der Stadt Basel das vollkommene Eigenthum überlasse. Hierauf haben auch vorgemeldte Eptingische ! Anverwandte ihren besondern Willbrief, wie auch I alle übrige zu den verkauften Dörfern und Gü- lern gehörige Schriften eingeliefert; also daß auf Johannestage des Jahrs 1467. von den Abgeord- ! nrten der L. Stadt Bafel der feyerliche Besitz von dem Dorfe Zuntzgen genommen worden. Difes in den ältern Zeiten dem Hause Habs- bürg, Oesterreich und ihren Lehenträgern zugehörige Dorf, welches niemahlen unter die Herr- ! schaft Farnsburg gehöret hatte, ist joden« von der L. Stadt Bafel der Vogtey Farnsburg einverleibet worden. Es möchte wohl ehemahlen allhier eine kleine Burg gestanden seyn, weil in den alten Schrif- ! ten der Burg-Matt, der Burg-Acker und des Hofreins gedacht wird. Ohngeacht die Einwohner difes Dorfs zur Kirche in Sissach gehörten, so war dennoch allhier Merkwürdigkeiten. 2289 hier eine besondere Kapelle. Die Gemeinde dises Dorfs verfiel in dem Jahre 1504. mit Herrn Georg Loschen / Kirchherrn zn Tenningcn, welcher diser Kapelle nicht abwarten wollte, in Streit, welcher vor den Rath der L. Stadt Basel erwuchs, allwo die Baursamme begehrte, daß di- scr Herr Losch, gleichwie alle seine Amtsvorfah- ren die Geistlichen zu Tenningen auch gethan, wöchentlich eine Messe in diser Kapelle halten solle: in welches Begehren die Hohe Obrigkeit eingewil- liget, und erkannt: daß dises von dem Losch be- schchen, ihm aber dagegen das Opfer, so alsdcnn fallen wurde, zukommen solle; anbey aber solle dennoch der jeweilige Kirchherr zu Sissach alle Jahre zu den gesetzten Zeiten dise Messe besingen, und der Geistliche von Tenningen darbey Hülfe leisten, welcher für seine Mühe 2. ß. vom Opfer, so alsdenn gegeben wird, empfangen solle; alles nach der alten Abrede, welche Doctor Johannes von Ettenheim, ehemahliger Kirchherr von Sis- sach, getroffen hat. Mit der Burg Bischofsstein ist der Quartzehenden allhier samt dein Ehrschatz in dem Jahre i s6o. erkauft worden. Bernhard Müller von hier vergabte 2. Quart des Zehendens in dem Jahre 1479. der Kirche zu Hhhh hhh z Sissach, 2O9S Historische Sissach, und Rudolf Knoblauch, der Leuthprie- ster zu Winterüngen, ein klein Zehendlein ; wie dises alles des mehren: bey Sissach erläutert ist. Nunmehr bezieht von: Frucht- und Wein- Zehenden das Kvrnamt zu Licstal ein Quart, der Pfarrer zu Sissach ein Quart, und der Pfarrer zu Ormelingen Zwo Quart. Ein Quart dises Zeheudens sollen in den ältesten Zeiten die von Evtingen von den Grafen von Homburg her besessen haben. Die Gefälle, welche die edle Frau Anna von Hallweil allhier besessen, sind in dem Jahre 1520. ! erkauft worden, wie in dem XIII. Stück, auf > der 1480. Blattfeite zu ersitzen ist. ! Die allhier befindlichen Waldungen bestehen ! fürnemlich aus der sogenannten Zuntzger Hard, so ein sehr schöner, grosser, mit Tannen bewachsener Wald ist; aus dem Hornenberg, so Buchen und Eichen hat; die Ryssenhalden, die Müh- lenhalden, der Brand, die Mattenhalden und Vogtshalden find Buchwälder. Das Dorf ist mit e. laufenden Brünnen sezieret, wovon einer zur Mühle gehört; Demselben Merkwürdigkeiten. 209 r Demselben stehen vor ein Undervogt, und Drey Geschworne; es gehört unter die Kirche und Schule zu Sissach, dortigen Gerichtsstabe, und auf den Siffacher Schießplatz. Der Untervogt rnid ein Geschworner besitzen das Gericht zu Sissach. Das Gescheid oder Feldgericht aber hat dises Dorf besonder für sich , welches von 8. Männern aus dem Dorfe besetzet wird. HHHHHHS 4 Kittür- 2292 Natürliche Natürliche MMtzkeitt der Gegenden Fach, Zunzgen, Mtingen, Nlcpflingcn und Weckten. Von Mein! schaut doch, wie Berge und Hügel und Waiden, So herrlich mit Kräutern und Blumen sich kleiden. Ann. W^Leichwie einem Blumisten nichts angeneh- mers ist, als ein mit ausnemmendem Flor gezierter Garten; also können Gegenden, welche neben den gemeinen hin und wieder auch seltene Kräuter und Gewächse hervorbringe»!, ei* um Kräuterliebhaber sehr vergnügen und belustigen. Merkwürdigkeiten. 229 z fügen. Solche werden einem die Vogte:) Farnsburg durchwandernden Kräutler leicht in die Augen fallen. Wir haben zwar in vorgemcldtcn ersten Bezirken nicht viele Kräuter gefunden, die nicht in der: vorhergehenden Stücken schon zu finden styu. Wir werden uns deßwegen nicht lange bey diesen Gefilden verweilen. 1. Eine kleine Art Waldrose: Idolä lzüveltris, pomikera, minor. L. L. ?. 484. R.os. caule petiolisgue 3LuIc3ti8, c-rlvcibus inäiviüs. i. kl. 8uec. 407. wächset auf der Sich sachcr Flue, ist wolriechend und bey uns nicht gemein , da hingegen selbige in Schweden scheinet häuffiger zu wachsen. 2. Die große Braune Sommerwurz, Ohnblatt. OrobgnLlie niagng, monspellülaua. ch L. n. 782. an gleichem Orte. Z. Eine Art Waldgraß: Orameu hüväticmn, P3- niLvIa miliscea l'p^rlä. L. L. k. 8. 1. 52Z. pälüm in üumetib. 4. Orrrmen panicnlatum - 3 n§uüi 5 olium , ulpi- num, locuüis rsrioribus L an^ultioribu8, non 3riüsti8. 8curoLU2. LZr. 164. H. 8t. iklelv. 218. an schattichten Waldvrten hin und wieder. Hhhhhhhs 5 . 0 m- / 2O94 Natürliche s. Oramen fvlvaticum, Alablum, panicula re- curvci. Vxicc. Lot. 92. II. 8t. Helv. 209. an feuchten Orten. 6. dramen lpic3 LrixX M3)U8. L. L. k. Lat. 12. In Hecken und Gebüh'hen. 7. Ein schöner Hntschwannn : Am-mita auwmn-r- Ü8, M3)0r, raäice bulbolil, peäiculo lon^o ex luico «Ikeicente, annulato, pileo leviter eonjforn'ii 3I80 , membrnnulid cinereo-iu- Ici8 inXo,uuIibu8 criipäto, 01g P3ululum re- llexa, I-imeIIi8 Iubtu8 3lbic3ntibu8. An lun- ^U8 bulkoln8, c3mpetln8 , etculentu8 , to- W8 3!bn.8 , peciicuio palmari non Mulolo, annulo i^'eranAullo cinÄo. Allen. 170.? H. 8t. Helv. Z7. ? Im September in der Zmizger Hard. 8. Eine andere Art gleicher Gattung: Am3nit3 peäiculo drevi, annuiuto, pileo convexo lu- pm ex albo iiavelcente, l3melll8 t'ubtu8 tnlci8. An Aman. e3mpetlri8, 3lba, luperne, in- t'eene rubelt. Oici.. Lut. 177? kunZU8 campetlr. ulbu8 tuperne, inkerne ruben8. ch L. III. 824. H. 8t. LIelv. so.? Agaricus cau1elcen8, pileo convexo Ic^uamato, Mi- öo, I3melli8 ruk8. Inxx. chl. 8uec. 104s.? an gleichem Orte. kunAorum plure8 ürpe velociter ceelcunt L aäulti faÄi cito colo rem 2295 Merkwürdigkeiten. rem gc 6rciem Hnoctgmrnoäo mutant, trinc üne ctubio non kolum öiverül nomina nalc., seä etirun numeru8 specierum 6ne neceüi- tLte .ruZetur. 9. ü,§aricu8 ineindi'3N3ceu8 , tenui8, luperne 3I- bic-rn8, vi!1o5u8, tÄOÄtn8, interne ni^n- L3N8, iXvis. In 3NN08. iLlic. ^unio L ^sul. 12. Eine Art Eichenmooß: Lonvervz clrbureu, ex cinereo - är tukco - viren8, intortL L extenta, riZi63. D11.1.. Lrrt. 222. In tvlv. aä ^uercu8 kect r^riu8. n. Eine Art Röhrlcin- und Becherlcin--Movß: I.ictrenoiäe8 tubulokum, p^xiciuwin, cine- reunr. Oii.n. Lrrt. 224. I^icir. pvxiä?.tn8. L. III. 767. I^iclren p)'xiciätn8, niLior. 1. 549. passim in 5 ) 4 vi 8 . 12. Eine andere Art: I.icIienoicie8 tubulosnm, x^xiZaturn, exiZuum tuloo- viren8. Dii.r. Lat. 1. c. ibict. Najo. IZ. Eine andere Art: Inclrenoici. tudulosuni, einereurn, non rainotum. D:rr. Out. 1. L. ibici. 14. Attich / Niderholder: 83lnbucn8 Kumiii8 s. Lbu1u8. L. L. k. 4s6. 1. 626. In UZN8 uä montium 2c>96 Natürliche montium rzcllLes. Zwischen Jtingen und Sissach; im Julius. Seine reinigende, er- vfnende und plwgirende Wirkung ist bekannt. Is. Eine Art Mooß: Lr^um pei3ii§ul1i8 L bre- villimib lo1Ü8, extremit3tibu8 Üe1l3ti8. Oil.1.. Lat. 226. In den Wäldern. 16. Eine andere Art: Lr^um tncbo6e8, cspi- tuÜ8 ereÄi8, peäicu1i8 Ion§ioribu8, reciig, 63VO - lubentibu;. Oiui.. Out. 22s. In den Wäldern. Im Oktober. 17. Ehamomille ohne Geruch: LbamXmelum iu- oclorum. 0. L. ?. izs. '1'. 494. LIi3m- inoäor. live Lotula nou 1cLtiö3. ^s. L. 111. I2O. In den Aeckern; im Mayen. Wie weit diese an Kraft und Wirkung, von der in der Arzneykunst gebräuchlichen Arte, Lb3m. vul§3r. I^eucsntllem. Oiolcor. L. L. 1. I. L. unterschieden, kan die ^n»3l. Lbemic. und die durch derselben Gebrauch bevestigte Erfahrung am sichersten bestimmen. 18. Die I.M3N3 M0Nt3N. 1^0. 17. P3A. 16s. Auf den Bergwiesen dieser und anderer Gegenden. 19. Die grosse Bruneüe: Lrunell3 cXrulea, M3- KN3, M3ZN0 üore. L. L. ?. 261. 1. 182. Auf Merkwürdigkeiten. 2097 Auf den Wiesen und Waiden hin und wieder. In Ansehung der Tugend dieses Krams läßt sich auch fragen, was oben bey 17. 20. Tormentillen-Wurz: lormemM oKo. HI. veliris L. L. k. Z26. 1. 298. in ti8 MONWÜ8. ^ulio. Die Wurzel wird in der Heilkunft als anhaltend, stärkend, ver, süssend und absorbirend, folglich in Rühren, der Rotcnrnhr und dergleichen Krankheiten gebrauchet. Sie ist in den bergichten Gegenden sonderlich kräftig. Denn es haben schon der berühmte Scheuchzer und andere bemerket und erforschet, daß die Bergkräuter zwar meistens etwas kleiner, als die in Thälern und niedern Orten wachsen, aber merklich kräftiger und stärker seyn. Viä. villere. Lclierbii, cle I.OLO L 8itu klüntar. LM. i?zi. Deßwegen findet man auch bey unsern Dorf-LtiirurM so schöne und kräftige 8xecies von vielerley Kräutern und Wurzeln. 2098 Natürliche Von den Versteinerungen. Wer wird den finsterw Bau der Muscheln erst ergründen, Und Dich verborgner GOtt! in ihren Höhlen finden? In aller Tiefe schein! ein Stral von Deiner Macht. p. E. R. l?i§. ^nutilite8 5c^ü3M3tu8 mnximus: Eine sehr grosse versteinerte Meerschnccke, die SchMuttel geliannt. Unter der Anzahl verschiedener Arten der Meer- schnecken jst schon von den ältesten Zeiten her, der Nautilus als einer der merkwürdigsten und schönsten angesehen worden. Seine Merkwürdigkeiten. 2299 Seme Benennung, so aus der Griechischen Sprache abstammet, bedeutet sowohl einen Fisch, als einen Schiffer; und bezeichnet zugleich dessen Eigenschaft, daß es ein schiffender Fisch sey. Die alten Naturkündiger zehlen denselben unter diejenigen Meerschnecken, welchen Neptun sehr günstig gewesen, und wenn distr Seegott etwan bey einer angenehmen Mcerstille sein benähtes Haupt aus der See emporgehoben , und von allem seinem königlichen Gefolge umgeben worden, so sollen sich unter demselben allezeit einige prächtige-Xamili befunden , und den Vor trab Liser Seemacht außgezicret haben. Neptun gab auch seine besondere Gewogenheit diser Schnecke bey einer merkwürdigen und seinem Hofe angenemen Begebenheit zu erkennen; denn als ihm die Lmzmone einen Sohn gebahr, normte er selbigen der Meerkuttel zur Ehre !>iau- pliu§. Man zehlet unter disen Schnecken Zwo Arten ; davon die einte Schnecke, so keine Kammern hat, bißweilen ihre Schale verläßt, die andere aber, mit den Kammern, beständig daran angeheftet bleibet. Z02O Natürliche Calliinachus, ein Griechischer Poet, hat uns hiervon noch eine anmuthige Erzehlnng hinterlassen, welche erweiset, daß eine diser Schifkutteln, sogar in den betrübtesten Umständen, nicht wenig auf die hohe Gewogenheit des Neptuns, und das Alterthum ihres Geschlechts stolz gethan habe: Eine solche spatzierte einsmahls an dem Ufer des Meers, verließ ihre Schale, und waidete an dem Mondscheine in dem Grase herum; Sie verlohr endlich ihr Gehäuse, und erkannte, doch zu spät, wie sie nunmehr ohne Schirm und Dache dein Raube eines starkem Feinds ausgesetzet sey; Ihre Seufzer flogen also schnell zu den» Altare der Venus um Hülfe, damit diese Göttin ihr eilends beyspringcn möchte; o Venus, schrie sie, erhöre mich! mich, deren Geschlecht alter ist als der Luna, die über meinen Ungiückssail lacht; mich, eine Gefehrtin des grossen Neptuns. Man kan nicht eigentlich wissen, ob dise Schnecke ein gnädiges Gehör gefunden; doch ist ihre Errettung glaublicher als ihr Verderben, denn die Schifknttelschneckcn waren der Venus gewey- het; es befanden sich einige derselben in diser Göttin Tempeln, und etwelche Gelehrte »vollen sogar aus seltenen Handschriften entdecket haben, daß dise Merkwürdigkeiten. zosr dise Göttin bey kalter Luft ihre offene Brust mit der Mündung eines Nautilus bedecket habe. Die Schale diser Schnecke sihet einem Nachen z oder Schiffe nicht ungleich, und das sischartige Thier so solche bewohnet, ist von einer ganz besondern Gestalt; es gleichet in etwas einem See- sterne , und soll einen runden ungestalten Leib haben , an dem Füuf Aerme oder Füsse sich befin- ^ den, welche durch sehr zarte Häutchen aneinander geheftet sind: weil nun dise Gestalt einigen Polypen ! oder Vielfüssern gleichet, so ist dise Schnecke von den Alten auch kol^pus genannt worden: und > hat anbey noch andere Nammen mehr: als das Boot, die Galeere, le Voilier, der Segler, und in außnemmendem Verstände Lo^uMe. ! Die Schifkuttel ist also eine einschalichte Schnecke, rund gebogen wie ein Schis, da das einte Theil, so beschlossen, gleich dem Schnabel eines Raubvogels sich krümmet, das andere aber eine weite Mündung hat. Einige haben Furchen, andere sind ganz glatt; einige Haber» ihre Abtheilungen oder Kammern, andere sollen derselben , keine haben. Die Schale, wenn die obere Lage derselben abgenommen wird, ist glänzend wie Perlenmutter, Jiii iii besonders zoor Natürliche besonders die innere Mündung, daher wird sie auch Pcrlenschnecke genannt. Diejenige Art Schnecke, welche durch die ti§. vorgestellet wird, solle bey 40. bis 50. Kammern oder Abtheilungen haben; welche dem Mittel- puncte der Krümme zu, allezeit kleiner, hingegen in dem obern Theile nach der Mündung allezeit grösser werden. Auf unserer Abschilderung kan man noch bey zo. diser Kammern bemerken. Dise Versteinerung ist aller Orten mit Cristall- anfttzen, Austern, Strahlsteinen, Würmern und andern Bruchstücken verschiedener Muscheln sezieret ; ihre Höhe ist 14. französische Zolle, v< n der Mündung bis an den Rücken 9. Zolle breit, und die Mündung wo sie am grösten, 8 . Zolle weit ; ihr Gewicht ist 4z. Basier Pfund; sie ward in einer Steingrube gegen Diepflingen außgehauen. kiss. 6. und C. ^rtiLuIus vel kaiies dl-iutili sind die Schiedwände oder Schuppen diser Schnecke, welche auf einander folgen, und die Kammern außmachen und einteilen. L. zeiget dise Schuppe auf der erhöhten ki§. c. auf der vertieften Seite. Der Merkwürdigkeiten. zooz Der 8ypkunculu8 ist an Hoden Schuppen mit Cristallansatzen außgcfüllt, und die vertiefte Seite a zeiget noch eine Bäumleinverzierung an. So lange die Schnecke lebet, halten dise Schuppen vest aneinander, als wenn das ganze Schne- ckengehänsse nur ein einzeles Stück wäre; werden aber durch die Vermoderung die Theile aufgelößt, so den Zusammenhang verursachen, so wird aus der Schnecke gleichsam ein Gerippe, welches den bewundernswürdigen innern Bau entdecket. kig. O. ?3I'8 d^autüitiz innlllneri8 LriLtälüHitio- mbus repleta. Es ist bekannt, daß man sehr viele Versteinerungen stndet, welche sehr schön cristallistret sind; dise Cristallisation entspringet von der vermoderten Schnecke; Nun gibt es solche Stücke, da nicht nur die Mündung mit einer Cristallisation vollkvmmeu angefüllt ist, sondern auch solche, da die Cristallisation bey jeder Kammer durch die Fügung hervordringet , wie dise Figur zeiget; man kan anbey auch deutlich an der grossen Versteinerung anmerken, wie die Cristallisation durch die Fügung der Kammern an einigen Orten durchgedrungen ist. Iiii iii r Durch ZO04 Natürliche Durch alle dise Kammern gehet von dem Deckel der obersten Kammer bis in das innerste Ge- häusse ein Röhrlein / so man 8ypkunculu8 nennet; Die Schliecke, so auf der obersten Kammer gegen der Mündung gleich als auf dem Verdeck ihres Schifs sitzet, ist durch eine starke Nerve, so durch das Röhrlein aller diser Kammern gehet, in der allerinnersten vest angeheftet, kan ihre Lage noch Schale nicht verlassen , dennoch bleiben ihr alle nöthige Bewegungen zu Erhaltung ihres Lebens ohngekränckt. kiZ. L zeiget sehr deutlich die vertiefte Oefnung, wo die Schnecke ansitzen kan; und bemerket anbey den erhöheten Theil der Kammer, in welcher das Röhrlein, wodurch die Nerve geht, annoch gegen die kleinern abgefallenen Kammern sich ausstrecket. Dise Versteinerung ist mit Ansätzen von Cristall und Dendriten schön bezeichnet. Nun stelle man sich disen bewunderungswürdigen Bau, so einem Fahrzeuge gleichet, deutlich vor, und die Schnecke so solchen bewohnet; gemeiniglich hält sich solche in der Tiefe der See auf, und wenn sie es ankommt auf die Oberfläche zu steigen, so setzet sich die grosse Nerve, so die Röhre aller Kammern durchstreichet, in eine solche Merkwürdigkeiten. zoos che Bewegung, welche das Wasser, so etwann in den Kammern sich befinden möchte, herausziehet, und gleich einer Pumpe das ganze Schuecken- gehäusse erleichtert; sodenn erhebt sie sich leicht in die Höhe , und wenn sie einmahl die Oberfläche der See erreichet, so dehnt sich die Schnecke oder der Fisch gewaltig aus, streckt Zween seiner Aer- me in die Höhe, welche, da sie durch ein zartes Häutlein aneinander hangen, einen Segel vorstellen und den Wind auffangen; alsdenn senket sie einen ihrer Aerme oder Füsse, wie man solche gleichfals nennen kan, in die See zu Erhaltung des Gleichgewichts, mit dein fünften Zacke aber, so den Schwanz ausmachen solle, macht sie die Bewegung eines Steuerruders. Daher wird er der Schiffer genannt, und man behauptet, daß man von diser Schnecke abgenommen habe, wie die Schiffe sollen gestaltet und geführet werden. Kömmt nun disem Seefahrer etwas widerwärtiges auf seiner Reise vor, so ziehet er in einer Geschwindigkeit seine Aerme zusammen, erfüllet die Kammern seines Gehäusses sogleich mit einem Saft, so aus seiner Nerve entspringt, versenkt sich und entgehet dadurch vieler Gefahr. Jiii iii z Der Natürliche IkS ZQO6 Der sinnreiche Pope sagt in seinem Dritten Briefe: Lerne voni kleinen Nautilus, wie man die Segel gebrauche, sich des Ruders bediene und treibende Winde auffange! Verschiedene Gelehrte, da sie an dem 87PI1M1- culus, oder der Röhre so durch die Kammern gehet , keine Oefmmgen beobachtet, zweifeln ob di- ses der wahre Mechanismus der Bewegung diser Schnecke seye; man erwiedert hingegen, daß ohn- gcacht dise zarccn Oefnungen in den außgetrockne- ten Schalen nicht mehr zu beobachten, dennoch um so viel weniger daran zu zweifeln, weil in den Kammern allezeit eine Feuchte oder ein Ansatz von Mcersalze anzutreffen ; welche auf keine andere als oöerzclte weise, nemlich durch die Nerve und die zärtesten Löchlein der Röhre hinein kommet, kan; Die Ansätze der Cristallisationen, so auf den Versteinerungen durch die Fugen der Kammer hcraußgedrungen, können dise Meynung bestärken. Die neuern Naturkündiger vermeinen, daß die Schisiuttel durch ihre Aerme oder Füsse, nach Art einiger Polipen, das Wasser in sich ziehe und wieder von sich lasse. Und haben anbey angemerket, daß dise Schnecke vielen Nahrungssaft und Stärke aus der allerin- uersten Merkwürdigkeiten. 5227 «ersten Kammer, alwo die Nerve angeheftet ist, beziehe; welche Kammer, da sie einmahl verletzet wird, nicht wider wie andere Theile der Schale zuwachset, sondern der Schnecke einen geschwinden Tod verursachet. In dem natürlichen Zustande diser Schnecke sind ihre Abtheilungen auf dem Umkreise der Schale, solang die Schnecke und ihre Schale gesund sind, nickt wohl keunbar; sofern die Schnecke aber durchschnitten wird, sehr deutlich; und in verschiedenen Zufällen, da der Zusammenhang aufgelöset wird, kan man dise Schnecke wie zerblätteru und wieder zusammenlegen, wie bey den versteinerten solches vielfältig zu sehen. Dise Schnecke wird besonders in Ost - Indien gefunden; von Natur ist die obere Lage der Schale milchfarbig, gelblicht, mit braunen Flecken; doch gibt es auch ganz weifst, und einige so. mit andern Farben vermischet sind. Die Künstler pflegen aus derselben verschiedene Gefasst, und in die äussere Schale Bildnisse und andere Zierrahten einzuschner- den, und den Zwischenraum abzudecken; da dum die erhabenen Figuren von Milchfarbe und geib- licht, der Grund uud Boden aber glänzend wie Perlenmutter Heraußkömmt, und einen reihenden Anblick verursachet. Es wird daher kaum eine Samm- Natürliche zyo8 Sammlung von Natur - Seltenheiten zu finden seyn , wo man nicht eine solche prächtige Schnecke aufgestellet findet. Diejenigen so über die Kürze des menschlichen Lebens ihre Anmerkungen gemacht, deßwegen alle Classen der Geschöpfe durchgangen, hiemit auch in die Tieft des Meers sich versenket haben , um die dortigen Bewohner zu betrachten/ schreiben dem Muülus eine solche Lebenslange zu / welche sich weit über das Alter eines Menschen erstrecket. Die Naturkündiger haben als eine Art von Be- weißthum angenommen / daß auß der Grösse der Schnecken-Schale/ jede in ihre Classe gesctzet, dero Alter abzunemmen seye; disem Satze nach ist die versteinerte Schifkuttel / so auf dem Kupf- ferblatte abgezeichnet stehet / da sie noch Schnecke war, sehr alt worden. Sie ist auch wegen ihrer Grösse merkwürdig, da bis anher/ so viel mir bewußt 7 keiner so grossen versteinerten Schifkuttel nirgends gedacht wird. k aperta dlbutilitis , ürteriorem ejus üruciurrun ob oculos ponen;;. Diser Merkwürdigkeiten. 2029 Diser zerbrochene N-mriiir zeiget einigermassen das Verhältniß der Kammern an; der untere Theil stellet die Schiedwände oder Schuppen vor, in ihrer erhöheten oder konvexen Gestalt; der obere hingegen, in ihrer vertieften oder concaven Vorstellung ; die runden Löchlein derselben zeigen den Durchgang des 8^pbuncuius. Die von beyden Seiten hineingehenden Zäpfen, so wie Gewinde außsehen, sind meines erachtens Stücke, so nicht zur Schnecke gehören, und nur zufälliger weise sich angesetzet haben; weil nun bis anher noch niemand dergleichen Zäpfen beschrieben hat, so will meine schwache Muhtmassung hierüber entdecken: Viele Nautiliten haben bey dem Mittelpunkte eine Oefnung; das innwendige derselben bestehet aus einer ungleichen Vertiefung oder banal, so durch die concave Lage verursachet wird; denn da die Schnecke in einem Kreise herum gehet und gegen den Mittelpunkt übereinander ligt, so muß dasjenige so auf dem runden sich findet, allezeit eoneav, oder nach der Ründung vertieft herauskommen. Man nehme also einen Nautiliten, dessen Mitte offen ist; man streiche die Hole mit Oehle an, und drücke von boden Seiten her weiches War, Kttkkkk da« Avis Natürliche das an seinen vorder» Theilen auch mit Oehle bestricken ist, mit Gewalt hinein, daß die ganze boneavität angefüllet ist, und ziehe es wieder Hinalls, so wird man eine Visen Zapfen gleiche Gestalt an dem War finden. Es find also dise Zapfen nichts anders als eitle Versteinerung, so auf gleiche weise in der Erde sich gestaltet hat; und je mehr solcher versteinerten Erde fich an den Nautiliten angesetzet, je grösser wird der Zapfe. In unserer Abschildernng passen die Zäpfen zwar nicht aufeinander, allein solches kömmt ebenfalls von einem Zufalle her, da eilte gewaltthatige Bewegung, ein Erdbeben oder etwas anders, dise Verfchränkung verursachet haben kan. ki§. 6. Lonus vel nucleus in concrvitate ccntn Nautiiitis tormatus: Ein solcher Zapfe, welcher noch alle Streifen von der Scknekenschale hat. Sihe hierüber unser Neuntes Stück diser Ab-- Handlungen. Man könnte noch verschiedenes von einigen versteinerten Nautiliten bemerken, da die besondern Einschnitte der Schuppen verschiedene Arten diser Schnecken f<7 Merkwürdigkeiten. zon Schnecken anzeigen, und verschiedene Muhtmas- sungen erwecken , welche eben noch nicht so sehr bekannt seynd; da aber dise Abhandlung schon groß genug ist , so wollen wir das weitere für dißmahl übergehen. Alle dise Versteinerungen sind in dem Bezirke vorbeschriebener Orten gefunden worden; Ferner findet man Zu Gissach: Lcllimtes, Lornus Le1emnite8, 6r^pliiw8, NeconiLe8, Aller Arten versteinerte Muscheln, Lornu folllle. In der Ergöltz zur seltene in einigen Kieselsteinen den Cristall, so man Oillou 6u Rtün nennet. Zu Leckten: nebst obigen 1erebrstul38, NusculittN. Kkkk kkk 2 Zu Zyir Natürliche Merkwürdigkeiten. Zu Itingen: vorhcrgemeldte. Zu Diepflingen: ferner eine Art Rogensteine, da die Körner sehr groß sind. Zu Zuntzgen : auch etwelche Venusmuscheln, UNd k.ntrocdite8. /?«7 c^/?cc' c^. / MMV WWW WWW r' -i°^ MM2 is^MÄZ i<- MM i ^'.^< 7 - 7 '^ L>' ^S-7<- 5 -! MKW ^«e/re. 2 .3^/e/u?, Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher XVIII. Stück. Sagt, wer in den Wolken rollt? sprich, wer brauset in den Stürmen t Zweifler, wer befiehlt der Flut, wie Gebürge fich zu thürmen? Donner, Meer und Stürme rufen dir mit holem Brüllen zu: O verwegenes Geschöpfe! dies ist GOtt, was zweifelst du? E v. C. Basel, bey Emanuel Thmneysen, 1758. - > - ? - 7 ? .ZW '!! > " ^' 7 - -. --.^PÄrA-Är"- ,., n«i ^ -»-d. WKW -4 -qW^I s-O-ML - MW Historische MrkwliMgkeitti von dem Schlosse und der Herrschaft Uarnsburg, / Den Dörfern Gelterkinden, der Burg Mcheideck, Zecknau, Mickenbach, Wrmelingen, und Aemmickm. LUl Ul 2 2H6 Historische Schloß und Herrschaft Umisburg. ^^^As grosse und ansehnliche Bergschloß Farns« bürg stehet auf einem Felsen des Iurage- bürgs, gegen die Gränzen des Frickthals und der ehmahligen Burg Alt Homberg ; darzu gehörte ein Bezirk Landes, und diser ward die Herrschaft Farnsburg genannt. Die ältesten Besitzer diser Burg und Herrschaft, so wir in unsern Urkunden entdecken, waren die Grafen von Thierstein; deren Stamhaus bey Weit« nau in dem Frickthale lag. Schon Merkwürdigkeiten. 2117 Schon in den ältesten Zeiten hat sich dises gräfliche Geschlecht getheilet, und haben einige ihren Sitz zu Farnsburg, und die andern in dem neuern von ihnen erbauten Schlosse Thierstein bezogen, welches letstcre in der Bottmäsigkeit des Löbl. Stands Solothurn ligt. * Es ist sehr schwer zu bestimmen, welche Grafen in den ältern Zeiten zu Weitnau, Farnsburg oder Thierstein gewohnt haben; der älteste Graf zu Farnsburg, von welchem wir etwas wissen, war Graf Rudolf, so in dem Jahre 1212. gelebt, und aus den Schriften des Klosters Beinwetl bekannt ist. Sein Sohn gleiches Namens, welcher von einigen Rudolf der Dritte genennet worden, erlaubte in dem Jahre 127s. Volmar, villicoluo» einige Güter zu Arisdorf zu verkaufen. Simon Graf von Thierstein, dessen Bruder, bewilligte in dem Jahre 1277., daß, als Enzlin 8pilkriu8 seine Tochter in das Kloster Ollsperg gethan , er die Güter zu Meisprach in Emach gelegen, so er von dem Grafen zu Lehen hatte, dem Kloster eigentümmlich abtreten dorfte. Die einte Schuppus baucte Wemher von Wintersingen. Llll lll z Unter LH8 Historische Unter den Gezeugen war: Oominug stuäol- i pkus cle ^mter6n§en, miles. I Nach ihnen lebte Graf Ulrich, dessen Sohn Walraus in dem Jahre izri. dem Graf Ulrich von Pfird seine Burg Lello Zll einem offenen Haufe bewilliget hat. Hermann von Thierstein und Clementia von Utznaberg, seine Gemahlin, ligen in dem Kloster Klingenthal begraben. Sigmund, vermutlich des obigen Sohn, welcher eine Gräfin von Nidau zur Ehe hatte, lebte H in dem Jahre ins., als das Erdbeben sehr viele Gebäude und Bergschlösser zerstörte; Allein er ! kauete mit Hülfe und Beystand seines Bruders Ludwigs, Domherrn zu Basel und Straßburg, und Kirchherrn zu Meisprach, dise Burg also- ! bald wieder auf. In dem Jahre rzsl. lebten Graf Waldraf und Graf Symon von Thierstein, Gevetter. Als Bischof Johannes izsz. dem Graf Johannes von Habsburg und dem Graf Sigmund von Thierstein die Landgrafschaft Sißgöu zu Lehen gab; war Graf Walraf ein Gezeug des Instruments. Graf Merkwürdigkeiten. 2 n - Graf Walraf kam in dem Jahre rz88. in der Schlacht bey Nessels um sein Leben. In dem Jahre rzsr. lebten Ludwig von Thierstein, Abt zu Einsidlen; Noch ein anderer Graf Walraf, und Graf Bernhard von Thierstein. Doch möchte wohl unter vorgemelten der eine oder der andere seyn, welcher eben keinen Theil an der Herrschaft oder Burg Farnsburg gehabt hat. In ebm diesem Jahre lebte auch Graf Otto, vermuhtlich ein Sohn des Grafen Sigmunds; er war auch Landrichter in dem Thurgöu nam- mens der Herren Herzogen von Oesterreich, und wollte einmahl als Landgraf des Sißgöus ein Landgericht zu Bratteln halten, wie in dem III. Stücke zu ersehen ist. Llll lll 4 Diser 2i2v Historische Diser Graf Otto von Thierstein, Herr zu Farnsburg , hatte von dem Stift Basel die Landgrasschaft Sißgöu und Bußgöu zu Lehen; Die Stadt Basel, welche in dem Jahre 1407. (wie in unserm XIII. Stück des mchrern zu ersehen ist) die Stadt Ölten eingelöset, und daher dem Graf Hermann von Sulz 2OOo. Gulden bezahlet; erhielte hierauf in dem folgenden Jahre von disem Grafen das Recht, über die Fehlbaren zu Ölten zu richten, welches Recht sonst allein den Landgrafen zukam. Der Landgraf Otto ward hingegen von der Stadt in dem Besitze seiner Zölle und des Geleits beschützet. Der Graf von Sultz, welchem die Einlösung von Ölten nicht gefällig, besonders aber wegen seines Fürsten, Herzog Friedrichs zu Oesterreich, der Stadt Bafel abgeneigt, und dessen Landvogt in dem Ergöu, Breißgöu und auf dem Schwarzwalde war, hat in dem Jahre 1409. den Basiern grossen Schaden zugefüget; er setzte sich zu Rhemfelden, welches die Stadt Basel zu verhindern trachtete, die Stadt Rhemfelden aber antwortete feindlich, wie aus nachfolgendem Schreiben zu ersehen, und sind darauf diejenigen schädlichen Auszüge beschehen, welche in dem IV. Stücke beschrieben sind: From- Merkwürdigkeiten. 2121 „ Fromme und mist Bürgermeister und Naht ze Basel, Als Ir uns aber verschrieben Hand ,, wie Ir gctrüwend das wir den Edeln Herren - „ Grass Herrmarm von Sr.'ltz wider üch nit in „ unsrem Schloß enthaltent / noch die üweren ,, schädigen laßent, wir besorgen denn vor un- „ ser Ehre gegen üch als uns wol anstande rc. „ Denselben üweren Driess habend wir wol gele- k „ sen; da wrßcnt das derselb unser Her der Land- „ Vogt in unser Statt kommen ist, und uns so „ hoch als verre crmant hat das wir vor Eid und ,, Eren In von uns nit gewisend könnend. So „ mögent wir Im nit vorgeßn er schedige üch und ! „ die üweren von uns und zu uns, lind mnb daß s „ ir nit ze klagende habend das ir von uns wi- ' „ der Ere geschediget wurdent, Sollent ir wissen » daß wir mit Im In sinem Fritzen und unfri- „ den gen üch sin wellend und gctrüwend hiemit ! ^ gegen üch und üweren Heistern unser ere wol „ besorget han. Ze urkund so Hand wir unser „ Statt Ingesigel getruckt uf Visen brief. OZtum „ Lraltino 63IU ünno Oomini 1429. Schultheiß und Naht ze Rinfelden. ^ Die Farnsburgische Linie der Grafen von Thierstein ist in der Person vorgerückten Graf Otto um das Jahr 1418. ausgestorben; weil nun Hans Llllllls Friedrich 2122 Historische Friedrich, Freyherr von Falkenstein dessen hinterlassene Tochter zur Ehe hatte, so ist ihm das Schloß und Herrschaft Farnsburg eigentümlich zugefallen. Er lebte nicht lang/ und hinterließ 2. Söhne/ Thomas und Hans von Falkenstein. Dem HanS hatte die Stadt Basel in dem Jahre 1425. wegen des Pflugbergs und des Oster- göus zugeschrieben; wir wollen dessen Antwort und Sigil hier beyfügen: „ Min willigen undertenigen Dienst bevor/ „ gnedige Herren, » Als ir mir geschriben hant von Cuntzman und » HenßlinS von Berndwiler von Oltingen wegen, „ als ich inen ein Pferd genommen han, an pflug- ,, berg, wo sie geholzet rc. laß ich E.Gl. müssen, „ das der vorgemelt pflugberg min ist, und zu mi- „ nrm DorfWenßlingen gehört re.re. Doch um „ üwer willen, so wil ich den knechten ir Pferd uß- ,, geben untz uf llßgond pfinstwuch dazwischen be- „ scheident mir einen Tag re. Deßglich bitt ich ,, Ew. Gnaden daz ir die von Homburg uf densel- „ ben Tag wellend han, wend die mir in Zwing „ zu Ostergöu griffent re. Geben Merkwürdigkeiten. 212z „ Geben uf Sunuentag vor dem Meitag 1425. Hans von Falke»,stein, Freyg. und Ritter. Die im Amte Homburg erwiederten: daß so alt man sey , dennoch niemand wisse, daß die Herrschaft Farnsburg im Homburger Amte oder Öfter- göu jemahlen einige Landgarben bezogen. Beyde diie jungen Freyherren von Falkenstein, Landgrafen des Sißgöus und Herren zu Farnsburg, hatten zum Vormunde Hrn. Rudolf Hoff- meister, Ritter und Schuldheiß zu Bern, welcher ihnen von den L. Ständen Bern und Solothurn gegeben worden. Er verlieh in dem Jahre 1439. dem Hemman von Offenburg, Ritter, als Träger des Wernlin Truchsäß von Rheinfclden, Petermann Truchsäß und übrigen alle die Güter, so Petermann Truchsäß des obigen Wernlins Vater, Wilhelm sein Bruder, und dero Väter und Ll24 Historische Vorältern, von ihro der Ilinkern von Falken- siein Großvarcr und der Herrschaft Thierstein zu Lehen getragen haben. Welche Lchmsverleihung hernach , als in dem Jahre 1454., dise Gebrüder Thomas und HanS gegen Werner Trnchsäß, Ritter von Rheinftlden, erneuert haben. Thomas von Falkenstein, welchen eine L. Stadt Bern zum Bürger aufgenommen hatte, ließ sich durch den von Rcchberg verleiten, an damahliger Feindschaft des Adels wider die Eydsgenossen Theil zu nemmen, und eroberte in dem Jahre 1444. die kleine Stadt Bruck durch eine Kriegslist mit gedachtem Hans von Rcchberg: worauf die Löbl. Städte Bern und Solothurn, welche als Obervormündcr für ihre Vorsorge so übel belohnet worden, aus einem gerechten Eyfer dessen Schloß Gößgen sogleich bestürmet, allda seine zweyte Gemahlin, eine von Ramstein, gefangen, und sodenn mit Hülfe deren von Lueern den ir. Augstmonat dises Jahrs vor das Schloß Farns- burg um solches zu belagern, gezogen sind; weil nun, wie aus unserer Fünften Abhandlung zu ersehen, die Stadt Basel mit disen Städten verbunden war, anbey der von Falkenstein bey Einneh- mung Merkwürdigkeiten. 2127 mmlg der Stadt Bruck sich fälschlich für einen Gesandten von Basel außgegebcn , so begab sich eine Compagnie von iso. Mann aus dem Amte Lie- stal und Waldenburg unter dem Hauptmann I. Hemman Seevogel zu den sich gefirmelten Eyds- ? genossen vor Farnsburg, welche zusammen bey ^ 4O0O. Mann ausgemacht, und halse»! dise feste Burg bestürmen. Die Belagerten wollten das Schloß übergeben und begehrten einen freyen Abzug; da man aber solches abschlug, und der Hans von Rechberg, welcher sein Pferd mit dickem Filze beschlagen lassen, aus disem Schlosse zu entfliehen, und durch Anzündung eines Heuhäußleins seine Freyheit den Belagerten zu entdecken gewußt, auch die Delphinischen Völker über die Birß gegen diser Burg angerücket: so haben die Eydsgenossen den 27. Augstmonats in der Nacht die Belagerung aufgehoben , find dieser gewaltigen Heersmacht entgegen gezogen, und haben denjenigen merkwürdigen Sieg bey St. Jacob erhalten, welcher in vor- hergemeltem Fünften Stücke umständlich beschrieben ist, worbey wir auch angezeigt, wer etwa» dazumahl disem Treffen möchte beygewohnet haben. ri26 Historische Eine Kriegsverordmmg der Stadt Basel, auf Pfingsten in dem Jahre 144z. errichtet, zeiget, Daß dazumal zu Hauprleuten im Felde und Aus- ! zügen seyn geordnet worden der jeweilige Bürger- u mciftcr, sodenn Herr Hans von Lausten, Ocrr Andreas Ospernel und Herr Heinrich Halbeissen, j in der grösser» Stadt. ' In der kleinern Stadt: der jeweilige Schuldheiß. Pannerherr in der grossen Stadt: Mathias . Eberler, l In der kleinern Stadt: Martin Seiler. Bey dem Panner sollen von jeder Zunft allezeit 4. Mann stehen, welches so. Männer ausgemacht. So daß zu muthmasscn, daß von disen auch einige in den damahligen Scharmützeln und Treffen mögen gewesen seyn. Aus den Kundschaften, welche wegen der Schlacht zu St. Jakob aufgenommen worden, erhellet , daß Zween Herren von Falkeustcin derselben beygewohnt, worunter obiger Thomas war, welcher vermuthlich, als die Belagerung aufgehoben worden, alfobald sich hinab begeben, oder währen- Merkwürdigkeiten. 2127 wahrender Belagerung niemahl zu Farnsburg gewesen ; müssen er zu Münchenstcin in dem Schlosse in der Nacht vor der Schlacht sich mit andern ^ Edeln eingefunden hat. Aus der Friedensbehandlung/ welche nachwerts vorgenommen worden, sieht man, daß die Stadt Basel zu der Belagerung Farnsburg vieles Kriegs- - gezeug, Büchsen und Pulver dargegeben; Daß nach aufgehobener Belagerung die Besatzung von Farnsburg einen armen Freyheitskua- ben getödet, einem Gefangenen die Hand abgehauen, und einen ehrbaren Herrn ermordet habe; * Sodenn einige in die Stadt Basel gesandt, um solche anzuzünden, welche aber ergriffen worden. Von ihrem Kriegsgezeuge hat die Stadt Basel eine große Canone, so soo. fl. wert geschähet ! worden, vor dem Schlosse Farnsburg, als man in aller Eile die Belagerung aufgehoben und dem Feinde bey St. Jakob entgegen geeilet, zurück ! gela ss.'n, welche nachwerts in den Stein oder das ^ Burggestell zu Rheinfelden gekommen, und erst das Jahr hernach von der Stadt Basel wieder er- * obert worden. In der mit dem Hause Oesterreich nach der Jakobcr 2i28 Historische Jakober Schlacht getroffenen Richtung wird angezogen : 1) Daß die von Farnsburg einen armen Frey- hcitsknaben gefangen haben; 2) Ferners einen andern armen Knecht, dessen Loßlassung sie auf eine gewisse Summe Gelds geschähet; weil nun dessen Weib nur die halbe Schätzung vorgeschossen und das übrige nicht aufbringen können, haben sie ihm den Kopf abgehauen, und dem Weib, welches ihre Hände vor ihre Augen gehalten um nichts zu sehen und zu weinen, solche von dem Angesichte weggethan, und des Mannes Enthauptung zuzuschauen genöthigt ; z) Ferner habe die Besatzung zu FarnSburg dem Claus Straffer, einem armen Bauersmanne, beyde Hände abgehauen , und solche dessen Frauen in einem Körblein zugestellt, mit Vermelden nach Liestal zu tragen ; und daß diseS Weib, so Zehen Gulden Geld gehabt und solche den Kriegsknechten von FarnSburg geben wollen, damit man doch die einte Hand dem Manne lassen möchte, solches dennoch nicht erbitten mögen. In dem Jahre 1447. war HanS von Falkenstein SchnldheiS zu Hagenau. Der Merkwürdigkeiten. 212-. Der den Eydsgenossen aussätzige Adel versammelte sich das folgende Jahr beständig zu Farns- ! bürg; ! Und Thomas war bey allen Anlassen, »vorbey die Eydsgenossen angegriffen worden. In dem Jahre 1449. ward er von den Ballern bey einem Scharmützel nahe an der Mühle bey Häsingen schier ergriffen; und Hans von Fal- kenstein, welcher sich verkleidet hatte, ist mit grosser Noht bey Einnahme des Steins Rheinfelden entgangen. Dise Bruder versetzten Farnsbnrg dem Herzog - Albrecht von Oesterreich, welcher den Wilhelm von Runs als Obervogt dahin ernannte. Auch diser war der Stadt Basel nicht gewogen, und ließ mit seinen Helfern in dem Jahre 1452. das Hohgericht zu Nonningen umhauen, welches aber bald wiederum hergestellet ward. Beson- ! ders aber hat er in dem folgenden Jahre die Ver- länmdung eines Bößwichts bekräftigt, welcher ausgesagt , daß er von einigen Baslern in dem Wirtshause zur Sonne in Rheinfelden bestochen worden, das Thörlein in dem Zielempen zu Farnsburg als- * deim zu öftren, wenn die von Basel und Liestal aus ihrem Hinterhalt in die Hände klopfen würden. Mmmm mmm Weil sizc, Historische § Weil nun dise Aussage erdichtet, und von dem von Runs um den Herzog wider die Stadt aufs ! neue aufzubringen, auf einen feyerlichen Landstag nach Äugst gebracht worden, so fand die Stadt für höchst notwendig dise so schwarze Anklage von sich abzulehnen, und die ansehnlichste Gesandschaft ! auf disen so merkwürdigen Landstag abzuordnen; Hemman von Offenburg, Ritter, Merlin Ehrenmann , alter Oberster Zunftmeister, und Claus Meyer, des Rahts fanden sich also den i z. des Herbstmonats auf demselben ein, erwiesen der Stadt Unschuld, und der Ankläger wurde ge- viertheilet. Hierdurch wurde zwar die Stadt gerechtferti« , get, ihre Unschuld aber dadurch noch mehr an den Tag gebracht, da dem Scharfrichter von dem Vogt zu Farnsburg, Wilhelm von Runs, befohlen worden, dem Ubelthäter alsobald das Herz aus dem Leibe zu reisten , damit er nicht mehr reden könnte. Daher ward hierüber noch mehrere Kundschaft aufgenommen und endlich so viel heraus gebracht, Daß der Ankläger noch vor seinem Ende eröf- net, daß er allein auf böses Anstiften und aus all- < -»grosser Marter und Pein dise Aussage gethan habe: Worüber Merkwürdigkeiten. 21zi . Worüber Friedrich von Munderstadt, Oeric. des Bischöflichen Hofs zu Basel, verschiedene weitläufige Instrumente errichtet hat. In dem Jahre 1455. auf St. Johannes Abend, machten die Gebrüder Thomas und Hans von Fal- kenftem folgenden Verglich: Daß der Hans die Herrschaft Farnsbnrg nicht mehr versetzen noch verpfänden, Der Thomas Macht haben solle alle Verpfändungen einzulösen; Jedoch dem Hans die Wiederlösung vom Thomas eingestanden werde, Dagegen aber der Thomas nach Belieben mit der Landgrafschaft Sißgöu handlen könne. Worauf denn auch der Thomas in dem Jahre 1459. das Schloß Farnsburg von dem Herzog Sigmund eingelöset hat. Um dise Zeit, als in dem Jahre 1458., war Marquart von Baldeck Hauptmann zu Farnsburg. Die Gebrüder Thomas und Hans von Falken- strin waren also wieder in dem Besitze ihrer Erbschaft , der Friede zwischen dem Hause Oesterreich nnd der Stadt Basel hergestellt, die von Falken- Mmmm mmm 2 stein LIZ2 Historische steirr aber an ihren Gütern aller Orten beschädigt nnd verfolgt; daher sie auch allgemach mit der Stadt Basel sich ausgesöhnt, und derselben List ihre eigentümmliche Burg und Herrschaft Farnsburg, Sodenn auch die Landgrafschaft Sißgöu, und di- se letstere als ein Lehngut käuflich überlassen haben. Nachdem sie nemlich miteinander eine Abtheilung getroffen , und kraft der unter ihnen zu Rot» weil aufgerichteten Briefen, das Schloß Farnsburg und dessen Herrschaft dem Thomas allein zugefallen , die Landgrafschaft Sißgön aber ihnen beyden gemeinsamlich verblieben war; so trachtete der Thomas allervorderst seine eigentümliche Burg und Herrschaft Farnsburg, sodenn auch die mit dem Bruder zugleich nutzende Landgrafschaft Siß- göu der Löbl. Stadt Basel zu verkaufen, welche beyde Käufe auch auf Donnerstag vor unserer Lieben Frauen Tag zu Mitte Augsten des 146k. Jahrs zu ihrer Richtigkeit gekommen, und durch förmliche Briefschaften bestätiget worden. Kraft derselben übergibt diser Thomas von Falkenstein der Stadt Basel die Burg und Herrschaft Farnsburg mit ihrer Begriffung, Dörfern und allen Rechten gegen den anbedungenen Kaufschilling; setzet solche in deren Besitz, und liefert alle die dazu Merkwürdigkeiten. 21zz . zu gehörigen Briefschaften aus: wobey die Stadt übernommen, verschiedene Zinse und Leibgedinge, welche auf diser Burg Einkünften stunden und von denen von Falkenstein warm ausgenommen worden, abzuführen. Über die angegebenen Leibgedinge und Zinse, hatte auch das Stift Königsfeld eitlen jährlichen Zins von 20. fl. Rheinisch Golds voll dem Fri- , cher Zehenden fallend, so ehemahls der Herrschaft Thierstein Zehenden genennet worden. Hans Friedrich von Falkenstein, Freyherr von Gößgen, hatte dises Leibgeding in dem Jahre 1427. seiner Tochter gestiftet, und derselben anbey noch zu Bürgen gegeben Heinrich von Wiüberg, seinen Bruder, und Ulrich Günther von Eptingen, seinen Schwager. Welches samt den übrigen allen von der Stadt Basel ausgelöset worden, wie wir nachwerts sehen werden. Es findet sich auch ein Vergleich zwischen disen Zween Brüdern, von gleichem Jahre, kraft welches dem Hans, Heidburg allein zukommen solle, wie dem Thomas Farnsbürg anheimgefallen. Frau Annelin von Falkenstein, gebohrne Gräfin von Weinsperg, die Gemahlin des Freyherr» Mmmm mmm z Thomas 2IZ4 Historische Thomas von Falkenstein, bestätigte gleichfalls Visen Kauf, mit Beystand ihres Vogts Hans von Bärenfels, und begab sich'ihrer darauf habenden Verschreibung wegen ihrer Morgengab. Das Instrument ist gegeben Samstags vor St. Andreas des ir. Botten Tags zur Vesperzeit, des Jahrs 146 k. Montags vor St. Michels Tag Vifes 1461. Jahrs hat Herr Thomas von Falkenstein noch durch ein besonder Instrument versprochen, alle Briefschaften auszuliefern, mit dem Anhang,! daß die zurückbleibenden niemahls können wider die ! Stadt Basel gebraucht werden. ' Dahingegen die Stadt ihm versprochen, aus ^ guter Gewogenheit ohne Abbruch des Kaufschillings, die so. fl. Leibgeding, so auf Farnsburg und der Landgraffchaft gestanden, abzuführen; Als: Dem Kloster Kltngenthal is. fl. mit zoo. fl. Hauptguth; Michel Sibold so viel; Beringervon Rheinfelden für io. fl. 200.fl.; Marquart von Schauenburg so viel; Den Merkwürdigkeiten. 21 zy Den Klosterfrauen zu St. Maria Magdalena für 8 . st. i 6 o. fl.; Der Stadt Seckingen 2. fl. mit 4 «. fl. Hiemit dise 60. fl. mit iroo. fl. Rheinisch abzuzahlen. Die Stadt hat ferner bezahlt: Die Frauen im Klingenthal, welche auf die Zinse zu Gelterkinden versichert waren; Michel zur Sonne in Rheinfelden , auf die Zinse zu Meisprach re. Beringer von Rheinfelden , auf die Zinse zu Winterlingen; Marquart von Schönenberg und Die Frauen an der Steinen, so auf die Zinse von Frick versichert waren, und Die von Seckingen, So zusammen 1200. fl. betrugen. Sodenn Werner Truchfäß 320. fl. wegen Deckten; 5. fl. den Domherren zu Rheinfelden; Mmmm mmm 4 Einen 2iz6 historische Einen Zinß, so von Frau Agnes von Bärenfels herrührte. In dem Jahre 1462. thaten sich Dietrich von Hufe, Hans Ott von Pfirdt und Thenge von Wit- tenheim hervor, welche als Anverwandte von feite der Falkensteinischen Töchter einige Ansprach an die Herrschaft Farnsburg zu haben vermeynten; da doch dise Herrschaft allein den Gebrüdern Thomas und Hans eigen war. Nachdem nun alles zur Richtigkeit gebracht worden, haben auch Die Unterthanen der Herrschaft Farnsburg mit vieler Feyerlichkeit der L. Stadt Basel ihre Huldigung abgestattet. Der Eyd, so ihnen vorgelesen worden, war folgender: ,, Ihr werdet schwören einem Bürgermeister, ,, einem Naht und der Gemeinde der Stadt Ba- „ sel, als eüeren rechten Herren, von des Schlos- „ ses und der Herrschaft Farnsburg wegen und „ au das Hausse Farnsburg für eigen, gehorsam „ treu und hold zu seyn in allen Dingen; Ihren „ Nutzen zu fördern und Ihren Schaden zu wcn- » den, nach cüerem besten Vermögen , als ihr » Iuncker Thomas und seinen Vorderen an dieser » Herr- Merkwürdigkeiten. 2137 „ Herrschaft jeweilcn pflichtig gewesen sind; Alle „ Gefehrde hierinuen vermitten. Der neue Obervogt, Junker Peter von Offer»- burg, ward den Unterthanen von den Gesandten des Stands vorgestellt; Demselben zur Wache Sechs mannhafte Knechte verordnet, , von welchen einer allezeit unter der äußern Schloßpforte stehen mußte; Ein besonderer Jäger zu halten bewilliget; Und ein angemessenes Einkommen gesetzet, wor- bey die Unterthanen, wie sie den Herren von Farnsburg allzeit gethan, die Schloßgüter bauen müssen. Das Schloß selbst ward alsobald ausgebessert, Und Zwo Nürnberger grosse Büchsen, Zwo Tharras - Büchsen, Vier Hacken - Büchsen, Die nöthigen Armbrüste, Etliche Tausend Pfeile, Pulver, Kugeln und übriges Kriegsgeräth dahin gethan. Man findet in den Urkunden des Fürstl. Hauses Würtenberg aufgezeichnet, daß in dem Jahre Mmmm mmm 5 1480. 2IZ8 Historische 1480. Jakob von Rufeck, Herr zu Rockenbach, sich als ein naher Anverwandter der Frauen Anna von Eschholz dargegeben und um die Lehen angesucht habe, welche dise Wittwe ehmahlen in der Herrschaft Farnsburg besessen , da er aber nicht einmahl die Lehengüter benennen konnte, so ward sein Begehren dahingestellt. Mit der Herrschaft Farnsburg sind verkauft worden, so darzu gehörten: Zu Gelterkinden Verschiedene Bodenzinsse in Korn, Habern, Geld, Spinnwieder, Hüner, Eyer, Schweine, Rütinzinß, Steuer, z?. Knechte, ohne die Junggesellen so keine Weiber haben. Normandingen, gleiche Zinse; in -er Steuer waren zs. Knechte. Rickenbach, einige Kornzinfe. Zeglingen, einige Kornzinse und n. Knechte. Hemicken und Wegenstetten, einige Kornzinse. Zu Merkwürdigkeiten. Zu Rüneberg waren i z. Knechte , Zu Wenßlingen, 12. Knechte. Das Ostergöu gab: s. Vierzel, i. Sester Kor», 4. dito, 5. dito Haber, n. Hüner, 60. Eyer; Teckuau, einige Kornzinse. Meisprach hatte i r. Knechte; Duß, ro. Knechte; Wintersingen, 6. Knechte; Frick, zo. Knechte; Hellicken, einige Kornzinse; Thürnen, i. Schwein; Mägden, i. Knecht; Zeinigen, 8. dito; Dieckten, 6. dito; Rheinfelden, 8. dito; Oltingen, s. dito; Kilchberg, 6. dito. 2IZ9 Versetzt, 2l4O Historische Versetzt, so in die Herrschaft FarnSburg gehört: Aristorf, Deckten, Einige Zinse zu Auwei!, Oltingen und andern Orten mehr. In dem Rodel, welchen Hans Rot, der Ka- vlan des Graf Sigmunds von Thierstein, über die Herrschaft Farnsburg gemacht hat, Wird von den dazu gehörigen Dörfern gemeldet: Zu Oltingen hat der Graf Zwing und Bann zum halben; Zu Weichlingen, Zwing und Bann, die Vogtcy, und die Zinse in Welenthal; Zu Rilchberg, Zwing und Bann; Im Ostergöu, Zwing und Bann, und die Landgarben; Zu Rüneberg, Zwing und Bann; Das Burgstal Gcheidcg ist des-Grafen mit aller Zugehörde; Zu Tecknau, Zwing und Baun; Zu Diepflingen, Zwing und Bann, die Mühle und die Steingrube; Merkwürdigkeiten. 2141 !: !P il Zu Gelterkinden, Zwing und Bann, die Mühle und die Taferne; Zu Normandingen, Zwing und Bann; Zu Bims, Zwing und Bann, und die Vogtcy: Zu Meisvrach, Zwing und Bann; Zu Arrisrorf, Zwing und Bann, sodenndie Helfte und wieder den Achten Theil der Vogtey; Zu wintersingen, Zwing und Bann, und die Vogtey; Zu Riggenbach, Zwing und Bann. »Zu der damahligen Vogtey gehören nunmehr >' folgende Dörfer, welche, wie bey der Abhandlung eines jeden zu ersehen, auf verschiedene weise an ; die Stadt Basel gekommen sind: Anweil, Arrisdorf, Äugst, Deckten, - Buus, ^ Dieckten, < Diepflingen, Eptingen, Gelterkinden, 4 2142 Historische Hemnncken, Heersberg, Jtingen, Kilchberg, Meisprach, Nußhof, Ollsperg, Oltingen, Orinelingen, Rickeubach, Rotcnflue, Rünenberg, Siffach, Teckliau, Tennicken, Wenßliugett, Wintersingen, Zeglirigen, Zuntzgen. Der Alpe» oder Sennhöfe, wie auch der nicht mehr bewohnten alten Schlösser wird bey einem jeden Dorfe, in dessen Banne sie liegen, gedacht werden. In dem Jahre 1497. fand die Stadt Basel für nöthig, durch den Hvf-Offieial Luri-e Lsülienlis eine Merkwürdigkeiten. 214z eine förmliche und rechtsbeständige Kundschaft über die Craise, Bezirke, Märchen, Lohen und den Wildbann der Herrschaft Farnsburg aufnemmen zu lassen; es wurden also 72. Gezeugen eydlich abgehört: Das Instrument ist Montags nach M- 5 ericoräiL 8 gegeben; Und werden diser Grafschaft Gränzen darinnen folgendermassen beschrieben: « Des ersten von Buus angefangen uf Gegeli, „ uf der Eickh da der Stein stat und gath da dan- „ nen herab uff Rüttimatt hinter blau Winckel ,, zu der breiten Eich, und von der Eich, den hin- „ deren Diebsweg nider in dem Blauwinckel, biß „ in Erfendal zu,dem Baum by den Brunnen ,, von demselben Baum uff Ey in die Fluoh, „ von derselben Fluoh hinab in Engeried in den „ Brunnen; jtem von demselben Brunnen über „ den Schönenberg uß biß an den Marckstein der „ da stat in unserer Frauen Ackher zu Meysprach, ,, Allwo die hoche gehn Meysprach gehörige Herr- „ lichkeit anfache und Drey Bähn zuefammenstos- » sen, und gat daselbs dannen über den hinderen „ Schönenberg biß zu dem vorderen Marchstein, „ der uff dem vorderen Schönenberg bey dem „ Burgackher stath, da dannen zu dem uff „ Schwartzacker stehenden Stein, oder dem Bild- „ stöcklin, 2i44 Historische „ ftöcklin, da ein Brunnen gestanden; und da- „ selbs dannen biß uff Hohen Mely Eckh an den „ Stein der daselbs stat; Item da dannen über ^ ,, Mely Eckh den Schneeschmeltzenen nach biß in ^ „ unserer Frawen Höltzlin / und dannenhin in den ^ „ hinderen Graben und demselben Graben nach „ bey dem Marcksteir, uff dem Lochacker der die ^ „ Bähn Mägden und Meysprach scheydet, und ^ „ dannenhin durch Himmelsthal nider in das un- ^ „ ter Marckh in den Marckhstein der by der Eych „ stat und daselbs bannen biß in den Stock!), der ^ „ da stat in Welennmtt, der da heisset die dür- ^ „ re Eich und uß demselben stockh biß in den » Stein der Hinter Rytsche stat; von demselben ^ „ Stein Ursenthal uff/ biß uf den Oenisperg in " „ den Brunnen da auch ein Stein stat / by der ^ „ Eych und dannethin über den Oenisperg hin ^ „ der Schneeschmeltzen nach biß in Geggen Brun- ^ „ uen dar unter Minzen by den, Eschbaum ge- " „ legen ist ; Item von den,selben Brunnen den § „ Kellerweg uff, biß in den Keckhbrunnen / und § „ von dem Keckhbrunnen den Karweg uß durch ! - „ Buchn,att hin und unter Sperbaum hin dem ! ' » Fuessweg nach biß gehn Hersperg in den j > „ Brunnen. ! ! l Dise Aussrgen aber betrafen allein die Anstösse an ' s, das Frickthal, von Buus bis auf den Hersperg. n Zur Merkwürdigkeiten. -145 Zur Zeit -er Dornacher Schlacht, als in dem Jahre 1499. streiften die von Rheinfelden mit ge- wafneter Hand in das FarneburgerAmt, beraubten die Leute auf den Strassen und erstachen zu Angst Zween Mann. Die Landsleute diser Beam- tung siengen an nach Liestal zu flüchten; als aber die aus dem Amte Waldenburg zu Hülfe zogen, und nach der Schlacht alles wieder beruhiget ward, so war der Lermen bald gestillet; viele der Eids- genossen zogen dazumal durch dise Beamtuug auf Dornach. ES ist aus den Geschichten bekannt, daß damals Herr Immer von Gilgenberg grossen Anteil an di- sein Knege gehabt; eS scheinet, ungeackt in den Geschichten nichts davon gedacht wird, daß er dazumal gefangen worden; seinen Briefwechsel führte er unter dem verdeckten Name Pfefferhans; und unter disem Titel findet sich ein Schreiben, darin an den Graf Heinrich von Fürstenberg, so in der Schlacht todt geblieben , berichtet wird, daß die Völker in Solothurn mit ihrem Panner über den Beinweiler Berg gezogen uud zu Bretzweil übernachten; er sey gefangen, man soll sein Schreiben zerreißen und ihue dennoch berichten, wie er sich zn Gunsten des Kaisers verhalten solle, aber nickt so lange warten lassen, als man in der Vorholte warten müsse. Mitwochs nechst Margrethentag, 1498. Nnnn nnn In 2146 Historische In dem Jahre isos. ist ein merkwürdiger Vertrag zwischen Herrn Ulrich von Habsburg Ritter in dem Namen derRöm. Königl. Majestät nnd der L. Stadt Basel wegen der Grenzen der Landgraf- schaft Sißgöu und Herrschaft Farnsburg gegen das Frickthal, getroffen worden. In dem Jahre i sn. ist ein Vertragsbrief errichtet worden, betreffend die Grenzscheidung zwischen der Herrschaft Farnsburg und dem Amte Homburg. In dem Jahre isZ4. seyn die Oesterreichischen Leibeigenen, welche in der Herrschaft Farnsburg ! gesässen waren, gegen die Leibeigenen der Stadt Basel, so in der Herrschaft Rheinfcldcn sich aufhielten, ausgetauscht worden. Die Herrschaft Farnsburg hat in den ältesten Zeiten schon behairbtet, von den geistlichen Gerichten ! in Schuldsachen befreyet zu seyn. Da wegen dem Jagen zwischen der Herrschaft Rheinfelden und Farnsburg bisweilen einige Anstünde sich erhoben, so ward in dem Jahre 1555. deßwegen ein Vergleich getroffen und zwischen zween alten Marchsteinen bey Rüti-Otter und an der Hard bey dem Eichhölzlein ausserhalb dem Wildhag, ' sonst der Gogelhag genannt, ein Scheidstein ge- setzet. Merkwürdigkeiten. 2147 In dem Jahre 1574. wurden die Mauern des Zielempen ausgebessert und so viel als neu gebauet, die Quader dazu bey Diepflingen und die Tugsteine zu Bus und Oltingeu genommen. Indem Jahre 1619. schlug der Strahl in das Zeughaus des Schlosses Farnsburg, entzündete das Pulver und also flog der obere Teil des Thurms in die Luft. In dem Jahre 1705. ward der blaue Thurm, dessen hochspitziger Dachstuhl 16. Ecken hat, der sogenannte Hundsthurm und der Zielempen wie auch vor wenig Jahren aufs neuz wieder ausgebessert. Vor dem sogenannten blauen Thurm , welcher über dem Sodbrunnen stehet, war in dem Hofe an dem Orte, wo nunmehr das neue Wachthaus ist, der Kirchhof des Schlosses. Der Schloßgarten ausser dem Thore hieß der Buchsgarten, weil er vollkommen mit Buchsbäumen und dergleichen Gesträuche umgeben war. Ungeacht das Gefecht der Maaßen zu Liestal beschicht, so hat doch das Farnsburger Mäß etwas besonders, geht von deme von Liestal ab und kömt mit dem Rheinfelder Mäße überetn. »148 -Historische Dandvögte der Herrschaft Warnöburg Namens der Stadt Basel: 1461. 75 Z. Hr. Abel Weitstem. Die Stadt Basel hat schon vor vielen Jahren die Verordnung gemacht, daß den Armen, welche das Allmosen vor diser Burg fordern würden, ei» Stück Brod sollte gegeben werden, daher die Armen der benachbarten Dörfer haufenweise alle Tage vor Visen» Schlosse fich einfandcn; da aber aus di- sem Allmosen ein unnützes Geläufe entstanden, so hat die hohe Obrigkeit den 4. Angstmonat des 1727. Jahrs die Verordnung ergehen lassen, daß der jeweilige Obervogt Jährlich 50. Säck Korn und so schiel Haber den Armenschaffnern der Dorfschaften abfolgen lassen sollte. Auf dem Schlosse Farnsburg werden, wenn ein Brand in den Dorfschaften entstehet, ab dem sogenannten blauen Thurme zwey Stuckschüsse gethan und die Fuß - und reitenden Boten abgesandt/ Also daß bey einer jeden Feuersbrunst die Amts- Angehörige davon berichtet werden; In Kriegsjetten bedeutet ein Stuckschuß die Warnung; Zween Merkwürdigkeiten. 21sr Zween Canonenfchüsse die vorhandene Noth, und Drey solcher Schüsse den Einbruch der Feinde. Da solchenfalls die Wachtfeuer auf der Schau- enburger, Sissacher nnd Geißflue, wie auch auf dem Wiesenberg und der Wasserfalle bereit stehen um angezündet zu werden. Nnnn nun 4 Kapelle. LN2 Historische -» ^ *V^ -^<7 4-V^ Kapelle. MN disem Schlosse befindet fich auch eine Kavelle, d welcher -er Diakonus der Kirche zu Sissach abwarten mußte. In den alten Zeiten nannte man ihn kr^mitla- rw8 ecclesiL in 8Mcb L karoL.bu8 zu Farnsburg, nachwerts Diakon zu Sissach und Farnsburg, endlich nach der GlaubensverbesserungSchloßpredigcr. Doch findet fich, daß auch andere Geistliche di- ser Kapelle abgewartet haben. In dem Jahre 1322. war Hans Rot des Grafen Sigmunds von Thierstein Kaplan allhier. In dem Jahre 148z. war ein Herr Heinrich Leutvricfter zu Gelterkinden; er mußte nickt nur alle Wochen einmal die Meß in -emSchlosse Farnsberg lesen, sondern anbey auch dise Kapelle mit den nichtigen Waxlichtern und wctffen Bezeuge versorgen. Nach der Glaubensverbesserung waren Schloßprediger auf Farnsburg: N2s. Fridolin Brombach. rsss. Johannes kkilioxeus. r;6o. Merkwürdigkeiten. sisz I s6c>. Paulus Straffer. Matern Vech. 157z. Georg Wiel. is?8. Johannes Pareus. 1184. Jakob Heel. Is8s. Heinrich Ott. 1592. Eusebius Martin. 1612. Samuel Fechlin. 1648. AI. Jakob Meyer. i6sz. AI. Jakob Wetzel. 1662. AI. Martin Jakob Stöcklin. 1692. AI. Joh. Jakob Brandmüller. 1702. AI. Joh. Jakob Freuler. ^ 1707. AI. Franz Uhl. 17ZZ. Hr. AI. Peter Wettstein, dißmaliger Predi- , ger zu Sissach und Dekan. 1738. Hr. AI. Bonifacius Burkhard, dißmaliger Prediger zu Gelterkinden. Dise Herren Schloßprediger wohnten alle zu Sissach, und waren verbunden alle Sonntage in dem Schlosse zu predigen; als aber in dem Jahre 1740. der Prediger zu Gelterkinden verstorben, fand eine Hohe Obrigkeit den 14. Hcumonat gei dachten Jahrs für gut dise Schloßpredigerstelle aufzuheben , und die zahlreiche Pfarr der Gemeinden Gelterkinden, Ormelingen, Rickenbach und Teck- «au zu verteilen; den 5. Herbst-, den z. und 21. Nnnn nnn s Wein- 2154 Historische Weinmonats ward also dise Sach vor E. E. grossen Naht ferners berahten; der Gelterkinden-Pfarr allein die Dorsschaflen Rickenbach und Tecknau gelassen , für Ormclingen aber eine neue Pfarr gestiftet, welcher das Dorf Hemmicken, so vorher in das Schloß zur Kirche gegangen, einverleibet; den beyden künftigen Predigern zu Gelterkinden und Ormelingen aber auferlegt, alle Vierteljahr einmal auf dem Schlosse Farnsburg zu predigen und allda den Gottesdienst zu verrichten. Das Wohnhaus des ehmaligen Schloßpredigers zu Sissach, ward der Landschreiberey gewidmet, die Güter verkauft, um den Kaufschilling, andere zu Ormelingen erhandelt, und allda die Kirche ausgebessert und ein neues Pfarrhaus erbauet. Merkwürdigkeiten. 21 ss MAs Schloß Farnsburg ist ein sehr ansehnliches ^ und grosses Gebäude/ mit dicken Mauern/ hohen Thürmen / grossen Höfen / Graben und Fallbrücken versehen; es erhebet sich über alle Schlösser dortiger Gegend / und wenn ksr jn Lettischer Sprache etwas so über vieles andere erhaben ist, bedeutet / so mag diese Benennung sich nicht übel auf diese Burg schicken. Seit dem solches in den Händen der Stadt Basel sich befindet / ist dessen Eingebände zu einer bequemen Wohnung eingerichtet worden. Jn dem i s 19. Jahre würd der Thurm bey der Kapelle gebauet, so 8. Schur dicke Mauern hat und 70. Schue hoch ist / und den Bauherren vollkommene Gewalt gegeben/ das ganze Schloß in einen guten Vertheidigungsstand zu stellen. Von 2ls6 Historische Von demjenigen Gebäude, so man Zielempen nennet, wird nachwcrts etwas vorkommen. In disem Bergschlvsse befindet fich auch ein Sod- brunrien, so ein sehr altes kostbares Werk der Grafen von Thierstcin seyn mag. Nunmehr-ist er unbrauchbar; in dem vorigen Jahrhundert ward zu einiger Zeit durch ein Pumpwerk , zu anderer durch ein Rad das Wasser hinaufgezogen. In dem Jahre 7754. haben wir versucht dessen Tiefe abzumessen, so wir über 200. Schue befunden , es ist aber demselben gefährlich beyzukommen, also auch schwer die rechte Tiefe zu bestimmen; es war den zo. Merz, als diser Versuch gewagt worden , die freye Luft war damals auf dem Thermome» ter ein Grad unter eau 62ns la Zlsce, der Thermometer aber zeigte, als er aus dem Wasser des Sods, so nur iz Schue tief war, hinaufgezogen worden, 6. Grad oben 3 l'eau öan« 13 Zlsce, hiemit war dises Wasser 7. Grad wärmer als die Luft. Weil nun diser Sod nicht brauchbar ist, so muß alles Wasser von dem sogenannten Kalchbrunnen, so an dem Schloßberge fich befindet, geholt und in die Burg getragen oder geführt werden. Diser Merkwürdigkeiten. 2157 Diser Brunnen und ein Teil des Schloßwegs ist in dem 1758. Jahre bey angehaltenem vielem Re- gemvetter in etwas zerfallen, aber alsobald wieder hergestellt worden. Dasjenige, so in dieser Abhandlung von den Grafen von Thierstein gesagt worden, gehet nur diejenigen an so Herren zu Farnsbnrg waren; weil aber auch die Pfeffingische Linie die Geschichte unserer Landschaft berühret, so wollen wir überhaubt, so viel von disen Grafen aus den Geschichten bekannt ist, anführen und denn das besondere bemerken, so uns angehet. Das älteste Stammhaus diser Grafen setzet man, wie vorgemelt, in das Frickthal nahe bey Weit- nau, auch muß man in dem Frickthale ihre ältesten Stammgüter aufsuchen, wie solches daraus erhellet, daß das Schloß Farnsburg noch viele Gefalle allda besitzet: da nun die alte Burg in Abgang gekommen , und von den Grafen von Froburg dem Hause Thierstein vieles Land und Güter an deni Birssiusse zugefallen, so soll das neue Bergschloß Thierstein von ihnen erbauet worden seyn. Also bleibt noch ohnausgemacht, wer Farnsburg möchte angelegt haben; burgundische Edle sind vielleicht dessen Stifter gewesen, von welchen es nachwerts an Thier- stein gefallen seyn mag; ein Teil diser Grafen folgte den kaiserl. Höfen; Graf Gottschalk soll sich schon 2ls8 Historische in dem Jahre nss. in dem römischen Reiche aufgehalten und gesetzt haben; Die so in allhiesigen Landen geblieben, veränderten ihre Helmdecken auf nachfolgende Drey verschiedenen Weisen: Alle hatten in dem Schilde eine junge Rehe, Denn einige auf dem Helme eine Frauensperson, die statt der Arme Hirschhörner hatte, deren Zacken mit Rosen gezierct waren; von disrn starb der letzte Cunrad von Thierstcin in dem Jahre i zoc>.; er war Commenthur St. Iohanniter Ordens zu Basel. Es bleiben lins also noch Zween Aefte der Grafen von Thierstein übrig, als die Grafen von Thier- steinHerreu zu Farnsburg und Landgrafen des Siß- göus und Buchsgöus, von welchen wir in disem Stücke gehandelt haben; Alls ihrem Helme lag ein adelicher Hut »lud darauf eine Schneebälle; dise Schneebälle mag wol von Burgundischen Fürsten und den Herzogen von Zäringen herkommen. Mit Graf Otto dem letzten der Farnsburgischen Linie ist dieselbe um das Jahr 14« 8. ausgestorben; Von dessen Verlassenschaft ist an die L. Stadt Basel gekommen: das Schloß Farnsburg, die Herrschaft Merkwürdigkeiten. 2159 schüft Farnsburg, und die Landgrafschast des Siß- göus. Also lebte annoch die Linie der Grafen von Thier, stein Herren zu Pfeffingen und Pfalzgrafen der hohen Stift Basel; Sie trugen auf ihrem Helme einen Lannenbaum, woran ein junges Rehe stand. Dise Grafen, so feindselig sie sich bey verschiedenen Anlässen gegen die Stadt Basel aufgeführt/ so freundlich liessen sie sich nachwerts an; der letzte seines Stammens und Namens war Graf Heinrich; er brachte die letzter« Jahre in seinem Hofe in der Stadt Basel zu/ und mag indem 1521. oder rr. Jahre gestorben seyn; von ihme ist der L. Stadt Solothurn die Herrschaft Thicrstein / der hohen Stift Basel aber Pfeffingen anheimgefallen. Die Stadt Basel bemühete sich auf alle Weise dessen vollkommene Gunst und Gewogenheit zu erwerben/ besonders ward nichts versäumet um seiner Gemahlin Freundschaft zu erlangen / welche die Erbin von den Lehen war; Eine zu Lebzeiten des Grafen angefangene und über 6. Jahre betriebene Handlung ward endlich in dem 1526. Jahre zu Ende gebracht, Und ri6o Historische. Und kraft eines förmlichen Instruments, wie bey Anlas der edlen Schaler vvn Denken zum Teile schon angebracht worden, von Frauen Margreth geborner vvn Ncnenbnrg und Umstingen, vorge- melten Graf Heinrichs Wittwe, die Eigentum und Lehengüter, so weyland ihr Herr und Gemahl, Graf Heinrich von Thicrstrin sel. besessen, vollkommen käuflich übergeben und abgetreten, Davon Die Lehenträger sind: Die Edeln von Reinach, Die Edeln von Richenstein, Die Edeln von Eptingen, Die Edeln ze Rhein, Die Edeln von Münchenstein Löwenburg genannt, Welche alle annoch bestehen, hingegen sind der Stadt anheimgefallen: Die Lehen der edeln Schaler, von Höllenfürst, von Hohenstein, von Mülenen, Sürlin, Meyer und Dürring. Aus Merkwürdigkeiten. 2i§r Aus dem Vorhergehenden, wie auch demjenigen so in der Abhandlung des Sißgöus angeführt worden , kan man nun sehr leicht alle Wappenschilde, so über das Sißgöu und Farnsburg vorkommen, erklären , besonders auch diejenigen, so in disem Schlosse sich befinden, da Die Löwen, das Haus Habsburg, Die Rehe, das Haus Thierstein, Die Falken und Balken, die Herren von Falkm- stein bezeichnen; Der Sterne gehört allein zum Schlosse Farnsburg, Und der Zielempen Wappen, so nachfolget, ist ebenfalls mit solchem gezicret. In der Schloßstube zu Farnsburg sind Zween ; Wappenschilde seit alten Zeiten abgemahlt, darvon der einte einen gelben aufrecht stehenden Löwen hat, als das Wappen von Habsburg, der andere Schild führet das vermischte Wappen von Thierstein und Alt Falkenstein, eine Rehe und etliche Balken: bey- : de Schilde aber seyn nur mit einer Helmdecke sezieret , darüber der schwarze Huth und darauf eine ! Schneebälle; so die Linie derjenigen Grafen von ! Thierstein bezeichnet, welche Landgraftn'des Sißgöus waren. ie- Ovoo 000 2i6r Historische Welempen. o wird eine besondere Wohnung genennet, so in dem Hofe des Schlosses Farnsburg stehet. Die Fielempen waren Edelknechte, Lehenträger der Freyherren von Farnsburg, vielleicht dero Landschreiber der Herrschaft Farnsburg, und müssen cinmalen allhier gewohnt haben. Als Graf Herman von Homberg die Kirche zu Basel beschädiget und dafür 1296. eine Entschädigung versprochen, war Heinrich Zilempe einer der Bürgen. In dem Jahre l z 14. lebte ^rnolöus und dessen Söhne Heinrich und Johannes, welche dem Kloster Ollsperg einige Fruchtzinse übergaben; die damalige Merkwürdigkeiten. 216z lige Aebtißin Susanns Zielempin war vermuhtlich ihre nahe Anverwandtin. Des Johannes Zielempen Söhne Heinrich und A Arnold bestätigten in dem Jahre rzss. dise Ueber- l gab; I Als die Gebrüder Gensch von Bus in dem Jahre 1 i z Zv. mit dem Kloster Ollsperg einigen Streit hat- E ten, war Ulrich Zielempen von Bus unter den Schiedsleuten. Ihr nunmehr zerfallenes Stammhaus war ehemals in dem Pfirdter-Ammte nahe bey Wallbach gelegen. » In dem Jahre 14^4. lebte Henzman Zielempen; seine Wohnung in dem Schlosse Farnsburg war da" zumal das Mterhans genannt; er hatte einige Gefällt auf der Mühle zu Waldenbnrg, und sein Vater Hans, so in dem Jahre 1382. gestorben/ hinterließ ihme viele Zehnten und Zinse zu Frick, Eß- ken, Bus, Normandingen, Gelterkinden, Ricken- bach und Gibenach, so zum Teile Lehen von dem Hause Habsburg waren: Zu Lehen hatte er ferners von dem Herrn Bi- schoffe von Basel und Graf Otto von Thierstein, das Schloß Farnsburg ein- und auszuführen, nach , den Rechten der Burglehen; beyde ligen zu Basel ! bey den Predigern begraben. Oooy ooo L Es 2164 Historische Es hatte Freyherr Thomas von Falkenstein das Gebäude Zielempen mit den darzu gehörigen Gefäl- len ohnstreitig niit der Burg Farnsburg der Löbl. Stadt Basel verkauft und übergeben, dessen ohn- geacht that sich in dem Jahre 1462. Ludwig Zehen- der von Ära» hervor, welcher vorgab mit der Burg oder Säßlehen des Zielempens belehnet zu seyn, daher einen Abtrag von dem Freyherr» forderte; Thomas von Falkenstein, welcher nicht geneigt war von dem Kaufschilling etwas herauszugeben, erwiderte , daß der Zielempen unter die Mannschaft lind Lehen gehöre, so er von Hand zu leihen habe und welche er sich ausbedungen, wälzte daher dise Anforderung von sich ab; der Herr Bischofs vonVen- mngen würfe sich also zum Schiedsmanne diser Sache auf, und da der Stadt sehr angelegen war dise Herrschaft und Schloß allein zu besitzen; so übernahm dieselbe endlich dise»! Streit mit dein Zehen- der (so fern er auf der Ansprache bestehen würde) auszumachen, doch sollte Thomas von Falkenstein der Stadt Basel in dem Rechten beystehen; Es hat sich aber dise Sache alsobald beygelegt, und wird derselben nachwms nimmermehr gedacht. Unten an dem Schlosse Farnsburg ligt eine schöne Sennerey, die Schloß. Alp genannt, welche der jeweilige Landvvgt zu mitze» Merkwürdigkeiten. 2165 An dem Schlosse Farnsburg ligt eine Waldung gleichen Namens, so ein schöner Tannenwald, darinnen sich auch Buchbäume befinden. Die Burg Farnsburg hat allezeit von Jedem Hause nachfolgender Dörfer alljährlich ein Viertel Haber bezogen, so der Futter-Haber genennet wird, und ehmalen zu Fütterung der Pferdte di- ser Burg geliefert worden. l Dise Dörfer sind: A'iweil, Bus, Diepflingen, Gelterkinden, Hemmicken, Hersberg, Kilchberg, Meisperach, Nußhof, Oltingen, Ormelingen, Rickenbach, Rotenflue, Mieberg, Oooo 000 z Tecknau, 2166 Historische Tecknau, Weißlingen, Wintersingen, Zeglingen. Dise und alle andere Dörfer, so etwan die Fischweiden in den Bächen nutzen, bezahlen anbey ein Gewisses an Haber, so der Bach, Haber genannt wird, und auch dein Obervogt gebühret. Es haben anbey vorgemelte Dörfer die Jahrssteuer abzulegen, so auf die Güter verlegt ist, aber sehr wenig beträgt und der Obrigkeit verrechnet wird, ingleichem Das sogenannte Thauengelt, welche beyde Auflagen auch Arrisdorf, Angst und Ollsperg abführen ; Hemmicken hingegen gibt kein Thauengelt, weil es dagegen Heu und Embd dem Schlosse zuführet. Alle dise Gefalle kommen von den altert Besitzern diser Burg her. Ein Obervogt aufFarnsburg hat wohl zu beobachten, daß die Gemeinden die sogenannten Wild- Grcnz- und Bannhäge in gutem Stande erhalten. Die Merkwürdigkeiten. 2167 Die nunmalige Herrschaft Farnsburg oder die Beamtung, so unter diser Burg stehet / hat folgende Pfarreyen: i. Bus, worzu Meisprach pfarrangehörig ist. r. Wintersingen, worzu der Nußhof pfarrangehörig. z. Arrisdorf, wohin die Leute auf dem Hersberg, und Basel-Ollsberg rc. wie auch die Gibe- nacher, so in das Mt Liestal gehören, dahin wegen Nähe des Weges zur Kirche gehen. 4. Gelterkinden, worzu Tecknau und Ricken- bach pfarrangehörig. 5. Rilchberg, worzu Rüneberg und Zeglingen. 6. Oltingen, worzu Anweil und Wenßlingen. j 7. GLssach, worzu Böckten, Jtingen, Zunzgen, Diepfiingen pfarrangehörig; wie auch Dür- nen, ohngeacht dises Dorf in dem Hombur- ger Ammte ligt. ! 8. Dreckten, mit Eptingen. 9. Rotenflue. iQ. Tennicken. n. Ormelingen und Hemmicken. Oooo 000 4 Die Si68 Historische Die Einwohner des Dorfs Angst gehören in die Pfarr Bratelen, so in dem Münchensteiner Amte ligt. In diser Farnsburger Begnltung befinden sich Sieben Dorfgerichte, Als: zu i« Gelterkinden; unter dessen Gerichtsstab gehören die Dörfer: Ormelingen, Tecknau, R'ckenbach, Hemmickeu, Kilchberg / Rü- neberg, Zeglingen, Wenßlingen, Diepfiin- gen, samt den in Visen Dorfbänneu ligen- ven Alpgütern. Der Untervogt zu Gelterkinden, so den Stab führet, hat die an disem Gerichte ge- > fertigten Obligationen und Kaufbriefe zu be- figeln. Gissach; unter dessen Gerichtsstab die Dörfer Bockten, Jtingen, Zunzgen, rc. Der Untervogt zu Siffach hat gleiches Recht wie obiger. Z. Meisprach, Bus, Winterlingen, Nußhof, Hersberg machen einen Gerichtsstab aus, welcher an demjenigen Orte gehalten wird, wo der Untervogt vifer Orte seßhaft ist. 4. Ten- Merkwürdigkeiten. 2169 4. Tennicken, Dieckten und Eptingen machen mit den darinn ligenden Alpen den Vierten Gerichtsstab aus; ' Mit disem Gerichte hat es die gleiche Beschaffenheit, wie mit dem vorhergehenden. s. Unter den Gerichtsstab von Arrisdorf, welchen der dortige Untervogt führet, gehören die Dörfer Basel - Ollsberg und Angst. s. Rotenflue, 7. Oltingen, und Anweil. Ferners hat dise Beamtung auch Fünf sogenannte Amtspflegereyen; die Pflichten der Amtspffe- ger bestehen fürnemlich in der Aufsicht über die Waldungen , sie schlagen den Unterthanen das ihnen von der Hohen Obrigkeit bewilligte Bauholz mit dem obrigkeitlichen Beil an; besorgen die Ganthen, und sind also Ganthmeister; auch Aufseher über die Gebäude, Stege, Wege, Wässerungen und Wuh- ren re. Unter die Erste Amtspflegerey gehören : die Dörfer Bus, Meisprach, Wintersingen, Rickenbach, Nußhof, Hersberg, Ollsberg, Arrisdorf und Angst. Oooo ooo 5 Unter ri7O Historische Unter die Zweyte: Gelterkinden , Dicpflrcken, Hemmicken, Kilchbcrg, Rüneberg, Tccknau, Zeglingen. Unter die Dritte: Ormclingen, Oltingen, Anweil, Wenß- lingen / Notenflue. Hicrbey ist auszunehmen, daß die beyden Untervögte zu Oltingen und Notenflue das Holz in ihrem Banne anweisen, und diser letztere auch Gauthmeister in seinem Dorfe ist. Unter die vierte: Sissach, Bockten, Zunzgen, Jtingen; in disem letzter» Dorfe zeigt der Hardvogt allda das Holz und rast die Ganthen aus. Unter die Fünfte: Tennicken, Direkten und Eptingen. Von dem Feldgerichte oder Gescheide wird bey einem jeden Dorfe das nichtige angezogen werden; es ist darbey eine Gewohnheit zu bemerken, welche sehr alt und viele Völker noch heut zu Tage beobachten; Wenn nemlich ein Stück Land ftischerdingen aus- gemarchet 217 ! Merkwürdigkeiten. gemarchet und einem Jeden Anftösser sein Teil angewiesen wird , so wird ein Zweig abgehauen und in den Boden gesteckt; wird nun discs Zeichen von den streitenden Parteyen angerühret, so hat aller Hader ein Ende. Dise Gewohnheit wird auch in Africa beobachtet, denn man liefet in den neuern Reißbeschreibungen, daß als in dem Jahre 1701. die Franzosen in der Landschaft I6m auf der Goldküfte von Guinea einiges Land zu besitzen begehrten, so kam der Haubtmann des Königs zu ihnen, ließ einen Ast von einem Baume abhauen, gab solchen dem französischen Haubtmanne um ihn in die Erde zu stecken, und ließ denselben von allen anwesenden Franzosen berühren, zum Zeichen daß sein König die Gegend um Visen Ast zu Erbauung eines Forts übergebe, worbey denn muhtig herum- getrunken worden. Eine Juchart Landes in diser Beamtnng ist 448. Schue lang und 80. breit; man misset solche ge. meinlich mit einer RMhe so 16. Schue lang; also erfordert eine Juchart in die Länge 28. Ruhten, und in die Breite s. Dise Beamtnng hat auch nachfolgende Schießplätze , allwo das Landvolk, nachdem es in dem Sommer an den Sonntagen nach dem Gottesdienst in den Waffen geübt worden, zum Ziele schießt und ein ri72 Historische ein gewisses an Pulver und Bley, roth und blauem Tuche von der Obrigkeit empfängt. 1. Alls dem Schießplätze zu Gissach haben sich neben den Sissachern einzusinden, die Mannschaft der Dörfer Bockten, Zunzgen und Jtin- gen. 2. Zu Gelterkinden / die von Rtckenbach, Tecknau, Ormelingen, Diepflicken, Hemmicken. z. Zu Oltingen, die von Rotenflue, Anweil, Zeg- lingen, Kilchberg, Rünebcrg und Wenßlin- gen. Die Rüneberger, Kilchberger und Zeglin- ger, welche vorhin zu Wenßlingen geschossen, haben 17^6. einen besondern Schießplatz begehrt. 4. Die von Äugst, als von andern Orten zu weit entfernt, schießen allein in ihrem Dorfe. s. Zu Wintersingen, die von Bus, Meisprach und Nußhof. 6. Zu Arrisdorf, die von Ollsberg und Hersberg. 7. Zu DLeckten, die von Eptingen und Tennt- cken. Wen» Merkwürdigkeiten. 217z Wenn vorzeiten eine Wolfsjagd in diser Be- amtung angestellt worden, war jeder Bauer in der ganzen Beamtung verbunden, für einen jeden Wolf so erlegt worden, denen so ihn getrieben und gefallet, 8 Pfenning zu bezahlen. 2174 Historische Welterkmdm MSt ein grosses und schönes Dorf an der Strasse d* so über die Schaafinatte führet, unterhalb dem Schlosse Farnsburg gelegen. Als BischofsBnrkhard in dem Jahre io8z. das Kloster St. Man gestiftet, hat er demselben äuor manlo8 zu Gelterkinden vergäbet. Es hat vorzeiten seine besondere Edelleute gehabt , welche irr der nunmehr vollkommen zerstörten Burg ihren Sitz aufgeschlagen hatten; Ihr Wappen stehet hieroben: Von Merkwürdigkeiten. 2175 Von solchen sind annoch bewußt: Walter von Gelterchingen ein Ritter, welcher in dem Jahre 1244. und Cunrad von Gelterchingen Chorherr zu Wert im Ergo»/ der in dem Jahre izoZ. gelebt hat. Gelterkinden muß nach Absterben diser Edeln an die Herrschaft des Schlosses Farnsburg gefallen seyn, und es ist ohnstreitig eines derjenige^ Dörfer, welches die Gebrüder Thomas und Haus Freyherren von Falkensteiu in dem Jahre ,461. der Lobt. Stadt Basel verkauft haben, mit Zwing und Bann, der Mahlmühle und der Tavernen. In dem Jahre 1440. verkauften die von Falkenstein , Hans von Flachland Jünger, Bernhard von Effringen und Burkhard Besserer Wirth zum Meyen, dem Kloster Clingenthal 15. st. Rheinisch in Gold jährlichen Zinses ab difem Dorfe. Die Gefalle, welche dazumal von Visen Freyherren unserer Vaterstadt in difem Dorfe abgetreten worden, bestunden in vielen Frucht-, Schwein-, Schaaf-, Hüner-und Eyer-Zinsen, der jährlichen Dorfsteuer, den Z?. eigenen Knechten und Haushaltungen, ohne die Junggesellen; es müssen aber auch andere allhier Güter gehabt haben, denn Hierbey solle anzudeuten nicht vergessen werden, daß um das Jahr 1420. die edeln Riehen dises Dorf als 2176 Historische als eilt Pfandlehen von dem Hause Farnsbnrg besessen haben; dazumal hatte der edle Ritter Burk- hard Ze Rhein Bürgermeister der Stadt Basel Rümlikvn im Besitze und gerieht wegen einer Waldung Eichhalden genannt mit dem Ritter Hans Rich Pfandherrn von Gelterkinden in Streit; die Stadt Basel trachtete, die sich erhobene Anstünde gütlich beyzulegen und vermittelte, daß Hug zur Sonne, Cunrad von Lausten und Ulrich Im Hof, auf einer Zusammenkunft den Handel in Freundschaft beylegen sollten; das Instrument hierüber ist gegeben Donstags vor Pfingsten des Jahrs 1417. Als aber dise Vermittlung nicht bey dem besten von statten gehen wollte, ward noch in gleichem Jahre unter dem Vorsitze des Ritters Cunzmans von Ramstein Bürgermeisters, der Streit dahin beygelegt, daß diser Eichwald denen von Gelterkinden verbleiben, sie aber denen von Rümlicken gestatten sollen alljährlich mit einer gewissen Anzahl Schweine darein zu fahren, die Eichbanme aber von denen von Rümlicken nicht geschüttelt noch die Eicheln aufgelesen werden. Dises grosse Dorf ist der Herrschaft Farnsburg einverleibt geblieben lind stehet also annoch unter dem Landvogte diser Burg. Unter Merkwürdigkeiten. Unter dessen Gerichtsstab gehören die Dörfer Diepflingen, Geltcrkinden, Hemmicken, Kilchberg OrmeUngen, Rickenbach, Rüneberg, Tecknau, Wenßlingen, Zeglmgen. Das Gericht besteht aus 14. Gerichtsmännern, darzu Geltcrkinden Vier Mann und die übrigen Dorfschaften jede Einen oder Zween dargeben. Der Untervogt des Dorfs führt den Stab und besigelt die Gültverscbreibungen mit seinem Pett- fchaft namens der Hohen Obrigkeit; er beziehet auch die Vogtsgarben, das ist von jeder Haushaltung, so nicht gar arm ist, eine Garbe Frucht, in dem Banne aller der Dörfer, so unter den Ge- richtsstab zu Gelterkinden gehören. Die Beamteten sind ferners : ein Amtspfleger, welcher über die Holzungen gesetzt und zugleich Ganthmeister ist; unter dessen Pflegerey gehören die Dörfer Vpyp YPP Diepflin- Historische »r?8 Diepflmgen, Geltcrkinden, Hemmicken, Kilchberg, Rüneberg, ^ Tecknau, Zegltngen; Die ferneren Beamteten seyn: der Salzmeister, ^ die Kirchmeyer, die Geschwornen, und die Bannwarten. ' Zween öffentliche Brunnen von laufendem Wasser zieren das Dorf, deren der letztere in dem Jahre i <§9 s. in das Dorf geleitet worden. In dem Pfarrhause befindet fich ein Sodbrunnen. Ausser dem Dorfe stehet das Schützenhaus, wel- - ches in dem Jahre 1622. mag erbauet worden seyn, ^ allwo dise und die Gemeinden Ormelingen, Ricken- bach, Tecknau, Diepflmgen und Hemmicken mit den Feuerrohren in dem Scheibenschiessen sich üben müssen; Auf disem Platze wird mich die Huldigung von allen Mannspersonen des Farnsburger- Amts eingenommen , so oft ein neuer Obervogt aufgeführet Merkwürdigkeiten. rrys Die zu disem Dorfe gehörigen Waldungen find: Der Gelterkinderberg, ein stundlanger und ein halbstundbretter Wald, hat schöne Tannen, auch Fischten und Eichen. Zweyhalden, hat junge Buchen. Sommerhalden, ob der Svmmerau, junge Buchen und Rechten. Eyhalden, junge Buchen. Bettenberg, Buchen. Frendeldenhalden, Buchen und wenig Tannen. Müldenhalden, junge Buchen. Steinhalden, Buchen und Tannen. Scheideckhalden, alte Buchen. Rütiburghalden, Buchenholz. Sommerhalden, Altenhalden, Aihalden, Teckuanerhalden, Kohlholzhalden und Kienburg, find Buchwälder. Die wilde Flue, hat Tannenholz. Die Kirche zu Gelterkinden ist ein artiges Gebäude und hat einen Thurm , so von lauter leichten Tuffsteinen erbauet ist; sie ist der Mutter GOtteS und dein H. Petrus geweyhet, und derer Bildnisse Pppp ppp r und 2 i 8a Historische und Namen samt andern Heiligen sind aufden Drey Glocken gegossen. Die mittlere ist schon in dem Jahre 1417. verfertiget worden/ mit der Umschrift: o OomMe gloriose Lkrille! veni nobis cum xace. Die Grössere 1487. mit etwas geänderter Umschrift : o gloriose Ltirilte veni nobis ounr pace; denn ferners: In meiner Frauen Ehr stiftet man mich / Die Gemein von Gelterkinden machte mich, Ludwig Reuiger goß mich In dem Nammen Gottes, Kolimna? Zu diser Kirche sind pfarrangchörig die Dörfer Rickenbach und Tecknau; Ormelingen ist in dem Jahre 1740. darvon genommen, und, wie bey der Abhandlung der Schloßprediger zu Farnsburg zu ersehen, zu einer besondern Pfrund geordnet worden. In dem Kapitelbuche des Sifigöus finden fich als Prediger derselben aufgezeichnet: Hr. Werner Metter, Kilchherr zu Gelter- , finden. Hr. Hans Meßnau, Leutpriester. 148Z. Heinrichs. Leutpriester. 1524. Jakob Löu. 2548. Ma- Merkwürdigkeiten. 2181 1548. Matheus Kenzler. Is 8 z. Johannes Trüff. 1587. Cunrad Lützelmann. 159z. Martin Pfirter, Dekan. i 6 zo. AI. Johann Salathe von Liestal, Vicsrius vorgemelt seines Schwätzers i 6 so. Christoff Halter. 1689. Johannes Wild. 172z. AI. Jakob Brandmüller. 1742. Hr. AI. konifgciu8 Burkhard, vorhin Schloßprediger auf Farnsburg. Dise Kirche zu Gelterkinden wird als die Schwester der Kirche zu Sissach angesehen, und sollen ihre Stiftungen in das graue Altertum hinaus laufen; von Gelterkinden haben wir eben keine besondere Urkunde ausfündig machen können; wir wollen aber zu einem Beweise nachfolgende alte Karte über die Kirche zu Sissach anführen, welche, als die Abhand- luug von Sissach herausgekommen, uns noch nicht bekannt war: „ nomine Oommi nollrl M 8 I 7 LMI 8 H ^ Oei Lterni: „ Lgrolu8 äivlns oräinsnte proviäeiitia kex, „ cjuonäam Hlotharii püüirni AuZulti inciiti, „ 6Iius : Oecet reZssem excelleatisin M t'ubje- » üorum neceüitate8 clementi kublevet juvamine. Pppp ppp Z O.ULM- ri8r Historische „ (^uamobrem notum 6t omnibuL 6äelidu8 sanÄk „ Oei ecclebe L nokris prelentibu8 viclelicet äc „ futuris. <^uia Venersbilis LZilmarus eccleüe „ Viennen68 nollre Lpi5c. suppliciter implorante » excellentem , c)U3tenu8 prseliariam c^uam ipsc „ cuiclam vasallo luo l^eoni nuper fecerat, cle „ 8i6aco villa, no8 ob mercecli8 noüre auZmen- „ tum corrobor3remu8, quoä ita L kecimu8. De- „ clit namc^ue prX8, c^ua. „ rum una 83nüi Nauritii, altera 83n<6i Lbriko- » kori mältyrnm eü clicata, leu etiam <^U38 ää- „ quibverunt; acceperuntHue 3 preciicto episco» » po t3m I.eo c^usm uxor e)U8 I^eutraäa prseka- „ r>3m 6e 816300 villa cum eccleba nomini 8anÄi « ?etri ckcats» ut äum aäviverent tam ips38 red ,, cum eccle6i8 cjU38 cle6erunt cjuam preciictam » villam 8i6acum 36 proprium tenerent cum ec- » cle6a : cuju8 petitioni aurem inclinanteg julli» „ mu8 boc 6eri äccretum , per c^uoä Üatuimü» „ ut liceat ei'8 I.eoni nempe L uxori eM8 1.eu- » traä-e supraäiiIatz re8, tMd äeäerunt §c ^uai; » acceperunt omnibu8 cliebu8 vite 6ie yuiete pok- v 66ere, tenere, reZere sb^ue ulliu8 contraäi- » üione 5eu repetitione : iupra omnia uamque « conkituimus clat38 re8 L accept38 cum clomino » ^voni L ÜomwL I^eutZaräa in nottra tuiridne ^ stc^ue Merkwürdigkeiten. 21 8 Z „ atque immunitate permanere. I^ec liccar ul- „ Iiu8 potek3Ü8 juäici nec poüellores I.eonem „ vi6e1icet 6c I^eotrsclsm nec polleüionem julli- „ ciLno «MrinZere more. Lt ut doc nollrum „ äecretum 6rmiu8 ac üabilim permauest mann » propria lubscribere 6c annuli nollri imprellions „ cieLoruci cenfuimu8: 8i§num Xsroli regi8; Ler- „ trLU8 Lgnce1l3riu8 recognovi. Datum xvn. „ I^sl. kebrusrii anno z. reZni Domini noüri Xa- u roli Zloriollüimi rcZis: luäiäione vi. LÄum » in lVIsutelo, vills: in DLI nomine teliciter „ ^men. " Ueber dise Urkunde, welche von dem Jahre 8 s 8 . seyn mag, könnte verschiedenes angemerket werden: Unter anderft erhellet wie Carl, König in Burgund rc. damals über dise Gegend geherrschet, daß zu selbiger Zeit schon christliche Kirchen auf unserer Landschaft gewesen, und unter welchem Bistum Sissach gestanden ist. Ein jeweiliger Prediger zu Gclterkinden wird von dem wohlweisen Nahte zu Basel erwählt, dem Hrn. Commenthur des St. Johanniterhauses zu Veucken als Lollatori, welcher ihn zum Teile besoldet, durch ein gewöhnliches sogenanntes Vorstellungsschreiben prasentirt, welches der neuerwählte Prediger selbst zu übergeben hat. Pppp ppp 4 Es 2i84 Historische Es ist aus einem alten Briefe des Jahrs 1422. an Unser Frauentag Abend zu Zoffingen gegeben, zu ersehen, daß zwischen Graf Otto von Thierstein Herrn zu Farnsburg, und Herrn Marquart von Baden Commmthur zu Beucken, ein Collaturstreit gewesen; darin der Herr Commenthur behauptet hat, daß der K ilchcnsatz in des Heinrich Hemenbüels Hofe, so in dem Dorfe Geltcrkinden lige, gehöre, und solle die Commenthurey dazumal Besitzer dises Hofs gewesen seyn. Dises Dorf hat nicht nur alle bcnöhtigte Handwerker, sondern auch Zwo Mahlmühlen, eine Tuchbleiche, Färberey, Ziegelhütte und Holzsage. Die Ziegelhütte ist unter der Herrschaft der Stadt Basel neu angelegt und die alte weggethan worden; In dem Jahre 1560. ertauschte die Stadt das darzu gehörige Gelände und Wiesen; der Brief darüber ist unter dem Untervogt Heinrich Würz ausgefertigt worden. Der Ziegler ist verpflichtet, die gebrannte Waare , als Kalk, Ziegel, Bachensteine, Blättlein re. der ! Burg Farnsburg, den Gottshäusern Gelterkinden, ! Ormelingen und Kilchberg um einen sehr mäßigen § Preis genugsam anzuschaffen, weil das L- Deputa- tenamt in dem Jahre 1614. ihme eine zn Gelterkinden zustehende Wiese von 4. Mäderthauen auf Rai- Merkwürdigkeiten. 2185 nen, mit vorgemelten Bedingnissen übergeben hat; so oft aber der Ziegelhof seine Hand ändert, muß bey dem L. Deputatenamt die Lehenserneuerung angesucht werden. Das Gelände ist sehr fruchtbarKorn und Wein wächst mehr als die Einwohner nichtig haben; das Mattland kan in der Ebene aller Orten gewässert werden , und ihre Viehweiden seyn auch gut, daher die Viehzucht nicht nur an Horn - und dem kleinen Viehe stark ist/ sondern, auch viele junge Pferde gezogen werden. Unten an dem Dorfe bey dem Schützenhaufe laufen verschiedene Bäche zusammen, als: von Rüne- berg das Mühlebächlein; der Bach.von Zeglingen und Tecknau, so durch Gelterkinden läuft; das Büchlein von dem Rickenbacher Weyer / und die Ergötz / so von Oltingen durch Rothenflue und Ormelin- gen herabfällt, und in welcher obige Bäche sich verlieren. Die Commenthurey Brücken hat allhier so viel als Drey Quart des Zehendes an Frucht, Wein und Heu zu beziehen. Von dem Ertrage des ganzen Zehendes wird al- lervorderst abgezogen: Pppp PPP 5 Wegen 2l86 Historische Wegen des Huggelzehenden für das Kloster Oll« spcrg 4. Nerze! Korn und 2. Vierzel Haber; Wegerr disen, Huggelzehenden an eine Privatperson von Basel 2. Vierzel Korn und 1. Vierzel Haber, und Dem Herrn Pfarrer zu Sissach ein Vierzel Korn und 9. Viertel Haber; Das Uebergebliebene wird in 4. gleiche Teile geteilt, worvon die Commenda Beucken z. Quart beziehet; von dem übrigen Quart wird übermalen der Vierteteil abgezogen für die Edle von Rheinach, von Zwingen, und den Ueberreft darvon teilen verschiedene desselben Eigentümmer von Basel. In dem Jahre e 59z. ist das Pfarrhaus nebst 4. andern Häusern verbrannt; daher Herr Hartman von Hallweil Deutschordensritter zu Beucken, ein neues Pfarrhaus erbauen und auf den Platz des verbrannten eine Hanfbündte anlegen lassen; und weil eine L. Stadt Basel ihme das Holz zu disem Gebäude aus freundnachbarlicher Gefälligkeit verehret, so hat er hingegen zur Bezeugung seiner Dankbarkeit verschiedene Wägen mit Kohlen in den Werkhof oder Schlosserey der Stadt Basel gesandt. In dem Jahre 17)6. sind auch s. Wohnungen abgebrannt. Man Merkwürdigkeiten. 2187 Man findet allhier von Zeit zu Zeit einige römische Münzen, von weichen uns folgende zugekommen, als: Eine Münze, darauf Lsput Oauäü Bistum, mit der Umschrift: O. Llaucko. Auf dem kevers ein Adler mit der Umschrift: Lonlecratio. Ein verblichener Kopf des Augusts, Auf dem Revers Ein Altar, kroviäentia. Ein schöner Kopf mit der Umschrift: Imp. Xerva.I'rsiun. Lug. 6erm. k. U. Auf dem Revers Eine geflügelte Victoria, so in der rechten Hände einen Schild hält, darauf 8. k. k. mit der Umschrift: 1r. pot. Lons. III. ?, ?. Ein koükumus. Auf dem Hevers Mies graclieus, tioliem proÜernen,. Ein Ll. Lntouiuus Lug. I'r. p. XXIIII. Auf dem ^everL kissüiA Ü3N8 äext. psteram luper 3rsm, lin. dsllsm tekiens, 8s1us Lug. Lon5. III. Ein 2i88 Historische Ein verblichener Victonnug oder l^cricus, Auf dessen stevers klAU52 te»M8 llANL Mllitllliz. Ein sehr kleiner äito. Ein k. I.. Oaliienus, Auf den: st.evm'8 Ein flehendes Weibsbild, mit der Umschrift: InäuIZentia ^u§. In dem vorigen Jahrhundert seyn auch verschiedene Urnen von Erde oder Aschenkrüge ausgegra- bcn und ausser Land versendet worden. Dises Dorf hat die Schloßwache zu versehe». Ullten Merkwürdigkeiten. 2189 Wen an dem Dorfe auf dem Scheidecker Berg, zu oberst an den Dorfsgrenzen von Tccknau und Rüneberg sind noch wenige Ueberbleibseln der alten ^ Gurg ^cheideck. Von Seite des Dorfs Gelterkinden und Tecknau ist nicht leicht hinauf zu komme«, wohl aber von Rüneberg her, wo eine Ebene ist. Die Seite der Strasse, so von Tecknau gegen Ol- tingen nach der Schaafmatte gehet, ist die Schet- deckerhalde, allwo der Berg über alle Massen jäch und steil ist. Von rryo historische Von den Edeln von Scheideck finden wir in unsern Urkunden kerne Spuren, die von Hcideck aber sind in den Schriften unserer Landschaft öfters angezogen, wie bey der Abhandlung über denZehen- dcn zu Sissach zu ersehen. Wir stimmen derjenigen Muhtmassnng gar nicht bey, welche Scheideck und Hcideck für das gleiche Geschlecht halten; die von Scheideck waren anfäng, lich Lehenträger des Hauses Habsburg, nachwerts des Hauses Oesterreich. In dem Jahre 121O. lebte Keinricus äe Uei. äecco. 1255. 8enior 3§. anzeigen. r. ^bies rudr. L slb. 1^°. io. pa§. i6z. conüit. Iu- cum supra arcem. 2. ^Ler. I>so. I. x. 54. Auf der Seite des Bergs gegen Hemmicken. z. Lconitum. 2. x. s4. Idi^. und auch gegen Buus. 4. /ilcliimilla. 17. p. 165. Auf den Wayden um den Berg. s. /enonis non Ipino^ ro. x. 1148. Ibich s. ^^uikolium. i. p. 2§9. Im Walde des Bergs. 7. Das kleine Ackerglebkraut mit blauen Blümchen: Hparine supina pumila, Üore coewleo. 1. 114. R.ubeo1a arvens. rep. cosrul. L. 8. k. Z Z 4 - Auf den Feldern um den Berg. 8. Rother und weisser Beyfuß: ürtemilla vuiZar. major, caule L 6ore purpuraicent. L. L. k. i Z7.1. 460. cum ejus van'et. caul. ex viriö. albic. Lor. 1 . c. Im Graben unter der Brücke des Schlosses haüfig. Nach Ioh. Friedr. Cartheysers Untersuchung und Meinung in kunäament. msrsr. meä. pari. II. k^- L2O8 Natürliche pa§. 4^ 5- L lec;. hat dies Krallt bey weitem die Kraft und Tugenden nicht, so bisher von den Authoren ihm zugeschrieben worden; sondern nur eine langsam zerteilende und abwaschcnde Wirkung: virtutem torpiclam (lilLutient, 6c abckerZent. 9. ^sarum. ? 4 ->. 8- p. ss. All schattichtcn Wald- orten des Bergs. 10. Eepl 38 . I>I°. 9- p. s6. Hin und wider auf dein Schloßbcrge. r l. montanu 8 luteu 8 , foliiz oblon§l 8 .1.48 z. Lonv^a montan. Int. tol. ob!on§. O L. k. 268. Auf beyden Seiten des Weges vom Schlosse nach Gelterkiltden haüfig. 12. Mra§a!u8. 9- p- s4Z- 6t Zoo. All den Hecken der Schloßwayden. iz. LeUis s^lv 6 llri 8 , me 6 ia, caule care» 8 , L. L. ?. 26i. T. 490, Am Schloßberge gegen Büus. 14. Lupleurum. ^0.12Z. p. 76. Hin und wider" bey den Strassen. 1s. Lrunella. 19. p. 2096. Auf den Schloß- wayden. 16. Braune Betonte: Letomoa purpurea. L. L. k. 1. 2 LZ. Alls den Berglviesktt haüfig Merkwürdigkeiten» sro- fig neben andern Gewürzkraütern: als Ori- §an. derpill. Lalamintb. Liinopoä. «Lc. Die Betonte hat fast gleiche Kraft und Wirkung mit der Veromca OKc. nur kan ste etwas besser trocknen und die Nerven stärken. Man gebraucht die Blätter und Blüm- gen gemeiniglich neben andern in einem Kraüterthee oder Lonlerv. 17. Oacalig. dla. 4- p. I6vs. AufderSchloßbergseite gegen Buus und auf andern Bergen. 18 . Lampanula pratens. üore conZlomer. L. L. k. 94 - 1 . no- In palLuis circa arcem co- xiole. 19. Lampan. vul^aüor, koliis urticL, vel majok L gsperior. L. L. k. 1. c. 1k. 109. In ciu« meÜ8 circa arcem copiole. 20. Lampan. M 2. p. 1884- kassim in locis po- trc> 5 . Monris larnsb. 21. Laräamin. praLenk. vu1§. varietas koliis raäicz- libus ternati8. In äumetib intra arcem. 22. Larlina. 6. p. H46. In p-tkcuis. 23. Lancalk. M. rz. p. 57. In srvis aä ds6a wont. b'. Rrrr rrr S4. Lbs» 2210 Natürliche 24. Lliamsecerakiis. 8- P- 1626. In l3tere mont. k. versus ^interün§en. 2s. OiamXöris. !§->. 14. p. 1148. In loeis 3riäi8 mont. 1. 26. Ckonärillu. 14. p. 57. Lopiole in mon- te k. 27. Lkonär. bonclü solio, Üore luteo palleseen- te. 1. 47s. 8oncliu8 iXvis iucinicUus, inu- ralis, parvis üoribus. L. L. k. 124. Ibicl. Ln ejusci. Luin oüiLinali virtutis? 28- Llrriüopkoriana. is. p. 57. In äumetis. 29. Lirüum. I>l°. 21. p. 546. Lopiose in xaleuis. ZO. Lolutes üli^uolil, minor, coronaw. L. L.?. Z87. In loeo 1 'äxot'o uci ciextrunr viX 3rceni iuter L Oelterlrincien. z i. Lonvxa major, vulMris. L. L. k. 268.1-454- In Ioci8 Zr^mineis montts k. versus I^ielven- s> 3 L!l. Z 2 . Lon^ria mcöi» aileris 6ore iuteo, vel terti» Diolcoriä. L. ö. k. 265. ^lter prutens. 3 U- tumn 3 l. L0N72X solio. 1 . 482. rivul. L in sois uäis circ 3 Lelteriüncien «L ulibi. Lextembri. ZZ. Lur- Merkwürdigkeiten. 22 n z z. Luseuts. 2. p. Z77, Inkrs srceM. Z4. Lysnus. p. 1626. In locis ssxolis mon- tis k. versus Luus. Zs. Dsucus. sz. in monte 1. L sä niuros sreis. Z§» Digitslis msfor - lutes Ve! pglliäs, psrvoÜo- te. L. L. k. 244/1. l6s. Lopiole iu mon- te 1. vskisdiiore slbo <8: ociiroleuco. Z7. Oipsscus. 49. p. ssZ. W. n8. x. 717. In äumetis mirs srcem. Z8- Lmerus. 24. p. 58- ?sls>m in mcMe 1. Z9. kilieula sontsna z tNS)0k vel Läisntllurn slbuni Weis kolio. 0. L. k. Zs8-1. s42. ^ä inu- ros srcis. 42. kraxinus. zü. p. 547. Inki-s murvs srcis versus Luus pe- äunLulis üorum longilliurix. 1. 268. In strio srcis. 4S. Lrsmen sxics tritices compscls, iürsuturn, sriltstum. 8ck. ^Zr. p. 9. H ^ i. r.. 8t. H. 22Z. 6. muros srcis. Rrrrrrr» 4Z. Vs. S2i2 Natürliche 4z. Varieta5 57. p. 756. L 6. x. 2094. In 6uMLÜ8 montis k. 44. Vsrietgs feliuca? pratens. lanuZinosL. 6. L. k. 10. kr. 19. 8ati8 vul§ar. in ciumet. mon- 1i8 k. 44. Oramen toliolis juncei8 brevibu8, maju8, ra- äioe niZra. 6. L. M. 7 z. ^6 muros arcig. 46. 6rsmen paniculatum, anZuliifoüum, montanem , panicnla äenla, ioLUÜis parvi8 mu- tick. 80k. ^§r. p. 18- 8t. H. p. 4s. 19. ^n §ram. murorum, raäice repente ? L. L. kr. p. 2. ^ci murob sreis. 47. 6ram. avenaceum, montan, panioula anZuüa e öilutil^ t'utco albicante L pappola. 8ck. p. 507. H L1.1.. 8t. H. p. 222, s. 8ati8 vulZar. in I0LI8 saxos. monris k. 48. 6mm. glumi8 varü8. L. L. kr. 1^0. 7z. k. io. Ibicl. 49. Helperib Montana, palli6a, ocioratillima. 6. L. ?. 2O2. In arce k. so. ^uncv8 iXvin, panicula sparfg, major. 6. ö. k. l2.1.246. In loco uäo iupra montem k. si. libanotis. so. x. 6Z. kailim in montek. s2. 1)'cÜM8 Merkwürdigkeiten. 221z s2. I^ckm8 montan. viscola, slba, latifolia. L. 8. ?. 2Os. 1. zzs. ^ci muro8 arci8. sz. Orcki8. 79. p. 67. kallirn in monte 8. 54. kbalanZium. 86. p. 69. i. p. H46. viam ab arce ver 5 u 8 Oelterkincien. ss. k^rola. 91. p. 7lov. kl. Oen. 1. 26. 8imociorum mon- tanum , üore ex albo äilute virescente. Alem. äe 1'H.c. 8. 6e8 8c. 170s. x>. 517. 8. Wir haben nur einmal ein einzeles Lxemxlar auf dem Gelterkinderberge gefunden. Oeleb. ÜLl-LLL inäicat in äetcript. bujus pl. Obs. ex itin. in 8^Iv. Herein, p. 6Z. kolia pluscula, lata cXter. obtusiorz csuam in x>1eri8^ue orcbiä. ^t in noKro exempl. non niü cluo bu)U8 KZurae toliola kunt. Rrrr rrr z 60. Iri- 2214 Natürliche 60, Iriloltum montan, slbum. (ü. 1^. ?. zr8- l'. 4Z^. An der Strasse von Gelterkindcn cuif das Schloß Farusburg. 61. VüZa aurea. p. 72. Oopiose in mon- te karn8b. Nunmehr wollen wir uns auch zu den Versteh ncrungen diser Gegenden wenden M' Von Merkwürdigkeiten. 221s Von den Besing die Wunder nur, die von dem Höchsten stammen, Die Flut der ersten Welt, des letzten Tages Flammen. Niere Zeiten sind so aufgekläret, daß man sich besonders in der Naturlehre über viele neue Entdeckungen zu erfreuen hat. Alle dise Entdeckungen gereichen meistenteils zum Lobe des Schöpfers, welcher auch in dem aller- kleinsten und dem Menschen verächtlich scheinenden Wurme und in der kriechenden Schnecke unendlich groß erfunden wird: Je mehr nun der Naturforscher die Eigenschaften / welche einem jeden Geschöpfe Rrrrrrr4 eiri- 22! 6 - Natürliche eingepräget worden, entdecket, je grösser zeigen sich die Spuren der Allmacht. Der Mensch wird zu dem Ursprung aller Dinge stuffenweise hinauf geleitet, und der Aberglaube sinket: Das Meer'wird selbst verdrängt, sein altes Ziel entfernt, Und wo manch Schiff vergieng, itzt Lasten Korn geerndt. von Hall. Wenn es einem guten Bürger eine Schande ist, die Einrichtung des Standes, darin er sich befindet , nicht zu wissen; so ist es auch einem Menschen , dessen Lebensumstände es zulassen, etwas mehrers als andere einzusehen, eine Schande die Wirkungen der Natur zu miskennen: denn da wir in dergleichen Untersuchungen , die Macht und Schwäche und die Wirkungen der Dinge einsehen lernen, so müssen wir in vielen Umständen auch in der Erkänntnis unsrer selbst vollkommener werden. Dunkele Begriffe sind die Säulen des Aberglaubens, und Visen machet sich niemand als der Heuchler zu nütze: ein kriegerischer Lacedämonier wußte vorzeiten das Wort Sieg, welches er in die Höhle sek- nr Hand geschrieben hatte, so geschickt auf die Leber Merkwürdigkeiten. 2217 ber des Opferthiers abzudrücken, daß das Volk Muht bekam und er den Sieg erhielt. Und eine glänzende Amonsschnecke, welche durch -es Priesters Hand einen Schein bald auf dise bald auf jene Seite warf, konnte ganze Lybische Kriegs- schaaren in Verwirrung setzen. Daher hat es die ersten Naturforscher so viel Mühe gekostet den Aberglauben zu vertreiben; sie wurden für Gottlose und Gottesverlaügner gehalten, und 8ocE8 muste so gar, als er sich wider den Aberglauben in etwas herausließ, eines gewaltsamen Todes sterben. Doch ich vertiefe mich zu sehr ; dise kleine Abhandlung erfordert weiter nichts als etwan anzumerken , worin die Naturlehre bey uns einen geringen Teil des Aberglaubens möchte vertrieben haben : ich bemerke also nur einige seltene Begebenheiten, über welche man nicht mehr erschrickt. Wenn vorzeiten einige Tropfen Bluts, so aus der Luft auf die Schilde der zu Felde ligenden römischen Soldaten gefallen, das ganze Kriegesheer beunruhiget und zaghast gemacht; Wenn gleiche Tropfen , so auf die Hände der Schnidter so die Früchte abgehauen, gefallen, dise Hände sinkend gemacht, und für Wunderzeichen angesehen worden; so Wissen wir nunmehr ganz gewiß, daß solche Tro- Rrrr rrr s pftn 22lZ Natürliche pfen allein von einer Art Schmetterlingen herkommen , die über unser Haubt fliegen und solche fallen lassen. Der Landmann bey uns hat schon öfters wahrgenommen , daß in dem Spätjahre eine Gattung weißgelber grosser Schmetterlinge fleh zusammen- thut und mit einander streichet; das Nasse, so sie fallen lassen / ist weiß-röthlich und der Ort wo es hinfällt, wird ohnfehlbar das folgende Jahr mit Rauppen oder kleinen Würmern angefüllet seyn. Alle Geschichten sind von den Fruchtregen angefüllt; da man aber angemerket, daß dise Körner nur zu einer gewissen Zeit in dem Jahre gefunden werden; so hat der Naturkündiger endlich entdecket, daß sie der Saame eines Krauts sind, welches den Namen Ehrenpreiß trägt. Die gelben Zäserlein, so in dem Frühjahre mit dem Regenwasser herabfallen und die Oberfläche besonders des gesammelten Wassers bedecken, verursachen keine fürchterliche Bewunderung, denn man weiß, daß es kein Schwefelregen, sondern die Saa- menblüthe der Tannen- und Fiechtenbäume ist. Die auf den Feldern herumirrende FeuerflamIngen läßt man nicht mehr für etwas anders als Ausdünstungen gelten, und der Landmann weiß durch die 2219 Merkwürdigkeiten. die Anziehung des Odems solche auch an sich zu ziehen und hingegen durch ein starkes Geschrey zu entfernen; , Die sogenannten St. Johannes-Würmer, welche zu Nachte einen hellen Schein von sich geben, werden auch nicht mehr für irrende Geister angesehen ; der Landmann kennet disen Wurm und der Naturforscher weiß, daß dises einsiedlerische Tierlein nur zur Zeit seiner Begattung leuchtet, hiemit die gütige Natur geforget hat den Gatte» leichter aus- fündig zu machen. Man erschrack vorzeiten, wenn man auf vielen Blättern seines Baumgartens die Anfangsbuchstaben seines Namens aufgeschrieben fand; nun aber weiß man schon, daß eine Art Würmer ein ätzendes Salz von stch geben und solche Züge machen, so den arabischen Buchstaben gleichen. Der Hirt, der ehemalen an dem Stamme des Baums geschlafen, worin ein kleiner Holzwurm gearbeitet, erschrickt nicht mehr über dise sogenannte Todten-Uhr; er weiß nunmehr daß diser Wurm mit seinem Leben keine Verbindung habe; Die Bäurin, so die Milch mit Erlen und Birken aufkocht, macht keine grossen Augen, wenn die Milch roth wird ; sie fürchtet keine Zauberey, denn sie 2220 Natürliche sie hat es schon aus der Erfahrung wahrgenommen, daß die Rinde dises Holzes, welche durch einen Zufall in die Milch gekommen, solche auch gefärbet hat; Und wenn heut zu tage ein Mutterschaaf oder so gar ein Streitwidder einer Heerde plötzlich in einem Kraise sich herumdrehet und seltsame Sprünge macht, so weiß man daß solches nicht von der giftigen Luft, so ihn angewehet, noch von Zauberey, sondern von einer kleinen bösartigen Wespe herkomme, die Schlupfwespe genannt, welche mit einer Geschwindigkeit in die Nase der Thiere hinein- schlieft und allda ihre Eyer ableget. Das weisse Mehl , so von den Steinhanern alle Tage in den Neueröfneten Steingruben gefunden wird, nimmt man nicht mehr als ein Zeichen der Theurung auf, sondern als einen ausgeronnenen und getröckneten Erdsast, der sich zufälliger Weise gesammelt. Und der Klee, so sich bey Stürmen und Unge- witter zusammenziehet, bey schönem Wetter hingegen ausbreitet, drohet nunmehr keine weitere Gefahr, als etwan diejenige so auf starke Witterung zu erfolgen pfleget. Dist 222 l Merkwürdigkeiten. Dise wenigen Exempel sollen nur so viel erweisen, daß die Naturlehre nützlich ist; und gleichwie es viele seltene und abgeschmackte Muhtmassungen absetzet, ehe das Wahre entdecket wird, also soll man auch irrige Meinungen nicht unangeführt Vorbeygehen lassen, weil auch ein seltsamer Gedanke bey einem andern Kopfe einen bessern und gegründetem erwecken kan: Unser Vorwurf sind die Versteinerungen; Zweifels ohne ist die Sündflut die wichtigste Ursache, daß wir solche fürchterliche Zeugen des Untergangs der ersten Welt vor unsern Augen sehen; dise Wahrheit wird wol niemand bestreiten; man beliebe hierüber das XII. Stück nachzusehen; dennoch weil die Liebhaber der Versteinerungen auch gerne wissen wollen , was alte und neue Gelehrte hiervon gedacht, so sind in den vorhergehenden Abhandlungen die alten und neuern Meinungen hierüber meistenteils schon angeführt worden; und wir können uns nicht entziehen ferner anzufügen, was etwa« die Gelehrten über dies hiervon in ihren Schriften herausgegeben haben und noch weiters anbringen möchten: Herr Samuel Christian Hollmann öffentlicher Lehrer auf der Hohen Schule zu Göttingen hat von disem Teile der Naturlehre eine sehr schöne und gelehrte Abhandlung den eigenen Schriften difer blühen- 2222 Natürliche blühenden Universität einverleiben lassen; nachdem er die Meinung der Gelehrten alter/ mittlerer untreuerer Zeiten, in einer sehr richtigen Ordnung angebracht, so bringt er seine Meinung vor, welche kürzlich darin bestehet: Er muhtnrasset aus verschiedenen angebrachten Gründen, daß unser Erdboden, worauf wir wohnen , in den allerältesten Zeiten der Grund des Meers gewesen; daß durch fürchterliche Zufälle, die dnrchhölte Erde in den Erdbeben und sonsten zerfallen und tiefere Ocfuungen als der Boden des Meers verursachet, daher das Wasser natürlicher Weise dise Oefnungen angefüllet, und also der Grund des Meers entdecket und mit Länge der Zeit zu dem bewohnten Erdboden worden, worauf und in welchem man nunmehr so viele verfiel" nerte Meerthiere findet; Er vermeinet vermittelst dises Lehrgebäudes alle Anstände, so andern vorgeworfen worden, zu heben , und unter den vielen angebrachten Gründen wird auch der Zirkel, so um den Saturn gehet und als ein abgebrochener Erdezirkel, so um Visen Planeten gehet, angesehen wird, zum einigen Beweistum angezogen. Ucberhaübt.muß man eingestehen,. daß die Sünd- flut und das Erdbeben, da die Entzündungen und das Merkwürdigkeiten. 222z das unterirdische Feuer, Donner und Blitze das Eingeweide der Erde durchwühlen und dessen Oberfläche zerstören, die Zufälle sind, welche diseMeers- - körper versetzet haben, so wie wir sie nunmehr finden; Auch die Überschwemmungen, Gerütsche oder Zerfall grosser Stücke Landes und Versenkung des Bodens, welche Zufälle alle dises 17^8. Jahr über auch in unserer Landschaft sich zugetragen, geben der Oberfläche eine andere Gestalt und entdecken viele vorhin in der Erde verborgene Körper. Wer ist denn der Bewunderer diser Seltenheiten , welcher nicht erzittere, wenn er die vergangene Flut der ersten Welt betrachtet und die Flammen, so dise zerstören soll, erwartet? 2224 Natürliche Erklärung der Uupserplatte. ^A^Ie Mecrsschnecken sind auch in Ansehung ihrer Grösse so verschieden als andere Thie- re; es gibt ihrer viele, die so klein als ein Saamcukorn, und andere , die so groß als eine kleine Fruchtivanne sind; bey der Insel Goa in Ost- Indien fischet man so grosse Austern, davon nur die einte Schale zween Centner wägen soll; Um die Gegend von Gelterkinden, findet man sehr grosse versteinerte Muscheln eben nicht von der vorgemelten Grösse, doch mehr als von gedoppelter Grösse, wie wir sie allhier abgezeichnet haben: ki§. OlllÄcite8 ruZolu8, oblonZus L mlmrüter ventriLolu8. ^ Dise Merkwürdigkeiten. 2225 Dise versteinerte Austcrmuschel ohne Deckel ist von weisser Farbe, und da die innere Hölung vorgestellet ist, sieht sie wie eine Nache aus; wie sie vornen rund ist, so läuft sie hingegen auf der andern Seite in einen gekrümmten stumpfen Schnabel hinaus; ihre Dicke bestehet aus mehr als Fünfzig übereinanderligenden Blätgen. L. OttrsLiws lubrotunäu8 ruZolus, 6orlo väläe elevato. Dise Versteinerung hat verschiedene wellenartige Erhöhungen auf dem Rücken, so nicht unfein in die Augen fallen; gleichwie nun der Rücken sehr erhaben, also findet sich hingegen die Hole, wor- innen die Schnecke saß, sehr vertieft. t?. Oüracites obIonZu8, ru§o1u8. Dise aschgraue Austerschale ist ausser der Krümme derjenigen, so unter 6§. vorgestellt worden, zimlich gleich. D. Oüracites rotunäu8, ünuote cans- 1icul3M8. Dise sehr schöne versteinerte Muschel ist von der Art derjenigen, welche die beyden Schalen gleich- Ss-ssSss formig LLL6 Natürliche förmig erhöhet haben; von dem Schlosse der Schale laufen erhöhte Streifen hinaus, zwischen welchen die Furchen oder Vertiefungen sich befinden; .und quer über die Schale gehen viele wellenartige Wendungen; auf den erhöhten Streifen sitzen hin und wider bey der Mecrsschnecke einige sogenannte Stacheln, allein bey den Versteinerten findet man sie selten, wol aber abgebrochen, und bemerket man auf der Abzeichnung leicht den Ort, allwo sie möchten gestanden seyn: Weil dise Art dicke Bäuche haben, so werden sie von einigen auch Dickmuscheln genannt; und weil die Streifen alle aus dem Schlosse wie Strahlen herausgehen, zum Teile auch Strahlenmuschelu. Auf dem abgezeichneten weisen sich versteinerte Würmer. L Lonichites X^uilgderu8, ventricolus, ltristU8, iubrotunäu8. Dise Art sogenannter bäuchiger Jakobsmuscheln findet man in Ost - Indien so groß, daß Zween Männer genug an einer zn tragen haben; die Schnecke soll dem Austernfleische an Güte bekommen. Die Streifen sind nur wenig erhöht. k OürL- Merkwürdigkeiten. 2227 Oünites unäulatug. Diser ist von der Art dessen/ so 6Z. abge- ! zeichnet ist / fällt aber wegen seinen wellenartigen Krümmungen, so den Stein überstreichen , sehr artig in die Augen. 6. ?eciimte8. Dise Versteinerung ist wie die vorhergehende eine gleichschälichte gestreifte Art der Jakobsmuscheln, und hat oben bey dem Kerne zur Seite etwas so herausgehet und man Ohren nennet; weil die Streifen oder Strahlen einem Strehl oder Kamm gleich sehen, so hat dise Muschel schon in den ältesten Zei, » ten dise» Namen erhalten; die neuern nennen solche ! Iakobsmuscheln, weil diejenigen Pilgrimme, so von ! St. Jakob oder Lompoltella aus Gallicien zurück- ! kommen, dergleichen Muscheln auf ihre Hüte und Schultermäntelgen aufzuheben pflegen. Auf der abgezeichneten sitzt ein versteinerter Wurm, wie auch auf der nachfolgenden. ^ /I. UNd/. keÄunculites. j Sie unterscheiden sich von den vorigen, weil sie ! keine Ohren haben. L sieht einer Herzmuschel gleich; allein dise Versteinerung ist diejenige Muschel, welche die Franzosen LoHuille äe 8t. f3ccM8 oblonZue L äoubles raus nennen. ist 2228 Natürliche Merkwürdigkeiten. L. ist eine sehr schöne Iakobsmuschcl mit zweyen Ohren. H5. keüunculu8 ventricokus. Dise bäuchige Iakobsmuschel hat noch verschiedene kleinere in sich sitzen. Zu Gelterkiriden findet man ferners / sehr schöne Hcrzmuschcln; ZuTecknau, See-Igel; An allen Orten aber, so in diser Abhandlung genannt sind, findet man neben den beschriebenen grossen Muscheln, viele Amonshörner, sogenannte Strahlsteine und Däubleinsteine; Um das Farnsburger Schloß herum, Adlersteine und gelblichte Gelernten / wie solche letztere schon vor, Wagner und Lang angemerket worden. WM§ M57- »- L^ L>^S - L. A.Q^r^vrLrLL.. :MM' AM,' WN E848 ÄS MM- WD--8 sWtzMM ,'7M i HLI^OI^ UM 86111^088 lXlM8i;iI1^,VO^^^II8Lm!^ MM ,< »7 MW) ' ÄMM »WÄK^Ä MW «WM« K ^ OOM M MW WUK M? WK ZWW NW ^LrL>z « MZ EM. ' LÄ»A 4-^ ^ W '4 - ij,K UM MsL'L LKS UMM »«».. UKM, zH«AM ^LDs-- <^s. MGI ^ M- -r-^ ' « ., M,M?" ßLM '^> ä ^ M-M ^ L § ^ SiS/- Ssrs/ Leologiscti-p^Iäontologlsc^e 6n5talt ösl Uulvsrsität Lase^. -sL^ Versuch einer Beschreibung ^^historischer und natürlicher XIX. Stück. von Eptingen, Dieckten und Tetinicken. In bemoosten Dauerbütten Wdhut die Einfalt reiner Sitten; Garten, Miefe, Wald und Feld Zeigt die Gegend erster Welt Lelust. des V. N. tv Basel, bey Emarurel Thmneysen, r76o. L 22ZI Zwischen der Herrschaft Wal- ^ denburg, als der ehmalige»: Wohnung und Aufenthalt der ^^^n von Froburg und der Homberg, wo die Grafen von Homberg sich öfters aufhielten / ligt ein anmuhtiges und fruchtbares Geländ oder Tahl, welches sich von der Höhe der Berge, als den Buchen bis nach Sissach hinab erstrecket; darinnen befinden sich die Dörfer bringen, Direkten/Ten- Tttt ttt 2 nicken 22Z2 Historische nicken und ZmiZgen. Das ganze Tahl ward in -cn ältern Zeiten das Eptinger - Tahl genannt; ver- muhtlich von den Edlen von Eptingen, welche auf eine gewisse Zeit den grossen Teil desselben mögen besessen haben; Es befanden sich in demselben z. Bcrgschlösser, oder Blirgen, der Edlen von Eschenz, von Wi- teuheiin, lind Renken; und vielleicht mag die 4te in oder beydem Dorfe Eptingen gewesen seyn, weil einmahl das adeliche Geschlecht von Eptingen daher seinen Namen hat, und diser Ort sein ursprüngliches Stammhaus ist. Auf der Höhe der Eptinger-Berge, bey den Dolchen, Durch und Kallen entspringen verschiedene Quellen, welche sich bey Eptingen sammeln, und den sogenannten Benzcnbach ausmachen, der bis naher Dieckten durch andere Zussüsse und besonders durch das Wasser, so vom Dietesberg herab kömmt, vergrößert wird, naher Tennicken und Zunzgcn, uachdeme er unterwegs verschiedene kleine Dergwässcrlcin zu sich genommen, hinab fällt, durch Sissach lauft und hernach sich in der Ergelz verlieret. Diser Bach zeuget Forellen und Krebse. Eptingen bedeutet in der Celtischen Sprache, nach der Ableitung des Herrn Locbats, eine auf einem Hügel erbaute Wohnung. Die Edlen von Eptingen haben sich anf eine Zeit sehr ausgebreitet nnd teils als Eigentünimer, teils als Merkwürdigkeiten. 22ZZ als Lehenbesrtzer verschiedene Schlösser, Dorfschaf- ten und Güter in der mnnnahligen Landschaft Basel besessen; Sie haben sich auch in verschiedene Acste abgetei* let; ihre Helmdecken, derer bey zo. seyn sollen, zeigen dise Verschiedenheit an; viele derselben waren Bürger der Stadt Basel; Folgende, so unsere Landschaft angehen, sind uns aus den Urkunden bekannt worden: Alle Evtinger haben einen schwarzen Adler auf -er Seite ligend in gelbem Felde, der den Schnabel gegen den linken Flügel kehrt, mit gelben Klauen. Der Adler der Evtinger von Wildenstein hat die Klauen roht. Die ältesten Evtinger, so auch Thäu- gen genannt werden, haben auf dem Helme zwey gelbe Hirschhörner, nach beygebender Abzeichnung. Tttt ttt z Derer 22Z4 Historische Derer von Eptingen von Brattelen Wappen ist in dem Wurstelst» abgezeichnet; Das Wappen der Eptinger von Sissach stehet in dortiger Abhandlung; Die Eptinger von Liestal führten auf einem gekrönten Heime, wie die Abzeichnung weiset, einen Federbusch, von welchem die mitlere Reihe weiß/ die übrige schwarz waren. Die Eptinger, Herren zu Zyfen, haben nach Stumpf auf dem Helme zwey gelbe Hörner, so mit einem rothen Bande zusammen gebunden; kraft einigen Gemählden aber ein Männlein mit einer Merkwürdigkeiten. 22z; einer blauen Kappe, wie hier abgeschildert ist; Die Edlen Eptinger von Mgdlen, einem alten Schloß ob Brattelen, hatten auf dem Helme ein gekrümmtes Horn mit Federn, davor; die Zeichnung beygebet: . »rz6 Historische Die Eptinger genanntkulant. hatten eine» schwarzen Adler in einen, gelben Flügel: Und die Eptinger genannt Glürev ein bärtig« Mannlein ohne Aerme« so aufder Brust ein fchwar zeö Ereutz im weiM Felde trug. Merkwürdigkeiten. -22Z7 Als Graf Ulrich zu Pfirdt einige Schenkungen von seinen» Vater herrührend ^ der Kirche zu Basel in dem i2zz. Jahre bestätigte, war unter seinen Ministerialen Cunrad von Eptingen; In dem Jahre 1246. lebten Gottfried und Wern- hard von Eptingen Gebrüder; Sophia ihreSchwe- -er war Klosterfrau zu OUsberg. Gottfriel^von Eptingen war in dem Jahre rrsr. Reichevogt zu Basel. Graf Ludwig von Vroburc hat in dem Jahre 126z. dem Hospital St. Johannes zu Lubmkon die Beste Arburg und den Hof zu Nidcr L vpe ge- schenket; unter den vielen Gezeugen war Matthias von Eptingen Herr zu Jffemhal. Aus der Abhandlung von Waldenburg ist bekannt, wie Graf Ludwig von Froburg in dem Jahre 1265. das Schloß Waldenburg von dem Herrn Bisthoffe zu Basel zu Lehen empfangen hatte ; pnd wie damals die Quartzehnden von Froburg , die Quart zu Siffach und zu Honoltswile dem edlen Ritter Heinrich von Ostre um 222. Mark Silber verpfändet gewesen; daher haben sie um in künftigen Vorfalleuheiten alle Anstände gütlich beyzulegen Schiedrichter erwehlet, unter welchen waren Matthis und Gottfried von Eptingen. Tttt ttt s 3 » 22Z8 -Astorische In dem Jahre 1269. lebte Rumbold von Springen des Rahts zu Basel. Matthis von Eptingen Ritter war allda Bürgermeister in dem Jahre 1274. Da in dem Jahre 1275. GrafLudwig von Fro- burg mit dem Kloster Ollsberg wegen der Güter in öucientäl 6eire und Lenzgrut eine Verkommniß getroffen, ist Reinbold von Springen Gezeug gewesen. Als Graf Theobald von Pfirdt mit der Kirche Zu Basel in dem Jahre 1278. einen Kaufwegen der Herrschaft Pfirdt getroffen, befand sich bey diser Handlung Eunrad von LpeünZen. In gleichem Jahre haben Johannes von Springen , Agnes seine Ehefrau, Elisabeth, Anna und Catharina seine Töchtern ihre Güter zu VuMort mit Einwilligung dises Grafen dem Kloster Ollsberg verkauft, in Beyseyn obgenannte» Cunrads. Bey einer Schenkung des Grafen Ludwigs von Froburg, so dem Kloster St. Urban 1279. bcsche- hen, war Mrck. äe LptinZen. Und in einer gleichen Handlung vom Jahre 1281. sind angezogen: Peter des Johannes Bruder von Eptingen, Hr. Ulrich des bischöflichen Küchenmeisters S 11 d n i> il ü r Merkwürdigkeiten.' *rrz> sters Tochtermann; wie 'auch ein anderer Harrs und noch ein Peter von Eptingen. Zu gleicher Zeit lebte auch ein Heinrich von Eptingen. Als Graf Herman von Homberg ii« die Abtau- fchung einiger seiner Lehengi'rtter zu Gunsten des Klosters OUsberg j» dem Jahre 1289. eingewilli, get, waren unter den Gezcugen: Matthias von Eptingen und sein Sohn gleiches Namens; Und Gottfried von Eptingen. In dem Jahre 1290. war Matthis von Eptin gen jünger, Ritter, des Rahts; ^ Zu gleicher Zeit lebte Gottfried von Eptingen, ! Ritter. ! Peter von Eptingen, den man von Wartenberg nannte, lebte in dem Jahre 1296 ; als der Graf von Homberg sich mit Bifchoff Peter von Basel wegen angethaner Beschädigung versöhnet, war er bey diser Handlung gegenwärtig. Einige Edlen von Eptingen folgten dem Hofe des römischen Königs Albrechts, sie beschädigten die Baßler aller Orten; dessen ohngeacht wollte der ! König der Stadt Basel keine Genugthuung thun; als aber in dem Jahre 1298. sein Gegen-Kaiser Adolf bey Worms erschlagen war und Albrecht selbst ' ' sein »24o Historische sein Leben i zoz. verloren, so mußten sich dise Ep- tinger, die viele Anverwandte zn Basel hatten, so ihre Aufführung mißbilligten , zur Ruhe begeben und mit der Stadt aussöhnen. rzoz. lebte Matthis von Eptingen der alte. i zos. Peter von Eptingen zu Gutenfels / des Mahts zu Rheinfelden; izn. war Marx vo» Eptingen auf dem Turnier zu Raveuspurg; iz2s. Cunrad von Madlen, Edelknecht; l Z24. Götzmann von Eptingen, Herr zu Wildenstein; izzo. Otto von Eptingen; Zn dem Jahre izzn lebten Cunzmann von Eptingen genannt Sporer, Domherr zu Basel; Werner, St. Johannes-Ordens-Ritter, so iz85. in dem St. Johanniterhause allhier begraben worden, und Heinrich die Gebrüder; demnach ein anderer Werner zu Bratteln; !ZZ4- Gottfried von Eptingen genannt Bitter- lin, Herr zu Brattelen. Elsbeth von Eptingen war in dem Jahre i z zs. Aebtißin zu Ollsberg; in disem adelichen Frauen- kloster Merkwürdigkeiten. 224^.- klostersind über Zwanzig Edle von Eptingen begraben worden. 1342. Werner von Eptingen, Ritter. 1 Z46. Johannes von Eptinqen genannt Spengll, Ritter nnd des Gerichts zu Basel; seine Ehefrau war Agnes von Maßmünster. In dem Jahre haben die Edlen Merkur ulid Götschy von Eptingen genannt Puliant und Bratteler, wegen den eigenen Leuten mir dem damaligen Herrn Bischoff einen Abtausch getroffen. iZ59. HemmanPuliant von Eptingen, Mter, und Bratteler genarint; von Visen allen und noch mchrcrn sihe die Abhandlung von Brattelen. Hartmann von Eptingen Ritter war des Rahts zu Basel in dem Jahre i z so. Das Schloß Krutnowe in der Stadt Basel, so nunmehr der innere Aeschen-Thurm ist, allwo ein jeweiliger Obcrstcrknccht wohnet, ward in disem Jahre von ihine erkauft; In gleichein Jahrs lebte H^nrich von Eptingen genannt Ziffner; seine Gemahlin war Johanna Waldner. Ferners schenkte in disem Iahe König Weuzes- lans dem Burkhard Sporer von Eptingen, die Nil-. tzung »242 Historische tzung der Steuer zu Evllmar, Münster und Kaiser- sperg; er war Ritter und seiner wird annoch in dem lZ7'. Jahre gedacht. In dem Jahre e zsz. als' Bischofs Johannes den Graf Johannes von Habsburg und den GrafStg^ mund von Thicrstcin mit der Landgrafschast des Siß* göus belehnet, waren unter der Menge Gezeugm die Ritter Hartmann von Eptingen und Gottfried von Eptingen genannt Bittcrli. r Z7Z. Cunzlin Puliant von Eptingen; Friedrich von Eptingen war i z? 4 - auf dem Turnier zu Eßlingen; i H 79 . Gottfried von Eptingen, Ritter, ein Sohn Conrads von Brattclcn. Da die Grafen von Kiburg.Thierstein undHabs- bnrg m dem Jahre 1377. über die Grastich-Nidaui- sche Güter die Abteilung vornahmen, waren Herr Hans und Herr Günter von Eptingen Gezeugm. Die Aussöhnung, welche in disem Jahre mit dem Adel getroffen worlM, worunter auch verschiedene Eptinger waren, ist in der Abhandlung von Bet- ticken zu ersehen. Des Ritters Hans Puliant von Eptingen wird i» unsern Geschichten von dem Jahre 1377 - - -1396. ' gedacht; 2243 Merkwürdigkeiten. gedacht; er ward wol zehcnmal zu der Bürgermei- fterswürde erhaben , und ligt nebst vielen andern Edlen seines Geschlechts in der Kirche zn St. Martin zu Basel begraben; Seine Ehefrau war Catharina Adclheit Schaler. Unter ihme geschah in dem Jahre 1486. ein kriegerischer Auszug naher Wildenstein. Seine Kinder waren Adclheit, von welcher nach, Werts; Pctermann undGötzmann, die übrigen Töch, lern Engcltrud, Clara uud Lisa Klosterfrauen des ClingenthalS. 1379. Günter von Eptingen. In dem Jahre 1381. lebte Cnnrad von Eptingen , Kilchherr zu Sisiach, welcher, wie bey Sis- sach scholl angemerkt worden , NamenS Herzogs LüpoldS zu Basel gesanglich aufbehalten und in di- sem Jahre wieder frey gelassen worden. In der Schlacht bey Sempach 1386. kamen mit Herzog Lüpold ums Leben Cünzlin / Peter und Thüring von Eptingen. Der Adel hatte dazumahl die erhöhten Schnäbe! au den Schuhen abgeschnidten um konnnlichcr zu Fusse zu streiten; ein junger Herr von Eptingen, als ,244 Historische als er ein gleiches thun wollte, verwlmdete sich iu die Zehe, er blieb daher aus der Schlacht und behielt sein Leben, er war aber nicht vereinzele seines Geschlechts, so am Leben geblieben, wie Lauster angemerket hat. Hc .irich von Eptingen verkauft in dem Jahre ! ?88. der Kirche zu Tennicken einige Zinse. Götschman von Eptingen der Vater, Götschman, Rutschman und Heinrich dessen Söhne, haben in dem Jahre i zso. mit der Stadt Basel einen Vertrag getroffen tu Ansehung ihrer Wohnhäuser, als Schauenburg in St. Alban-Vorstadt und denn des Hauses zur Gans; wie auch wegen ihrer Leibge- dinge; ' . Welcher Verglich durch vorgemelten Puliant von Eptingen, welcher dazumahl Bürgermeister war, vermittelt worden. Adelheit von Eptingen seine Tochter hatte in ersterer Ehe Götzman Münch und nach dessen Tod Jerat von Ratsenhausen, welchem letzter« Graf Johannes von Habsburg das Dorf Bartenheim anfänglich zu Lehen und denn 1402. eigentümlich übergeben hat; sie hat der Kirche zu St. Martin v/cl gutes erwiesen, und ist in dem Jahre 1429. gestorben. rzsr.war 2247 Merkwürdigkeiten. i Z92. war Heinrich von Eptingen mit GrafHejn- rich von Thierstein auf dem Turnier zu Schaff- hausen. Heinrich von Unterschwiler, genannt Vöfchle , Edelknecht, zu Delsperg sich anfhalrend, hatte den halber) 'Anceil an dein Schlosse Wild-Epmigm n dessen Güter» ; er verkaufte solchen in dem Jadre i Z98. dem edlen Günter von Eptingen um r z z. > rcntiner-Gülden. Um dise Zeit lebte auch ein Claus, ein Cunrad und ein Thonjcn von Eptingen. Hans Bernhard von Eptingen hatte mit dem Probst zu St. Man einigen Streit wegen Boden, zinsen; In dem Jahre 1427. lebte Gvtzman von Eptin- gen, Edelknecht, Bürger zu Basel. In dem Jahre 1411. findet man aufgezeichnet, daß verschiedene Edelleute der Stadt Basel geschworen für 7. Jahre treu zu seyn und in allen Nohtfäl- len dero Kriegsknechten ihre Schlösser offen zu lassen nnd solche aufzunemmen; dessen ohngeacht aber sind sie wider ihren gethanen Eyd dem Herrn Herzogen Lüpold von Oesterreich wider die Stadt Basel feindlich beygesianden; daher ward ein Gesätz Uuuu e.uu gemacht, 224 § historische gemacht, daß keiner derstlbcu nimniermehr zu ei, nem Bürger falle angcnonimen werden; unter solchen war, Peter von Einigen genannt Hufer; i4>>. Cunrad Ritter und sein Bruder Antouy Thüring von Eptingen. Als die jungen Landgrafen des Sistgöus Thomas und Hans von Falkenstein in dem Jahre 14z2. einige von difer Laiidgrafschast abhängende Zchiidem Hohwalder, Gerichte und anders deni edeln Heinrich von Eptingen zu Lehen gegeben, wird unter andern auch der Dörfer Dieekten und Eptingen gedacht ; da doch vermuhtlich die Landgrafen des Giß» göus keine Rechte allhier, einmahl zu difer Zeit, gehabt haben. 14Z9. Thüring und Peter von Eptingen. Unter dem feindlichen Adel/ welche in dem Jahre 1444. mit den Kriegsvölkern des Dauphins wider die Schweitzer bey St. Jakob gestritten, oder übel von ihnen geredt, war auch Götz Heinrich von Ep- tingen, Herman und sein Sohn Cunrad Sauser von Eptingen; sie wurden das Jahr hernach wie andere Feinde von der Stadt angesehen; dem Götz Heinrich,welcher seine Pferde zumDehnfdes Feindes und Führung des Geschützes dargegeben, ward sein Schloß zu Blvtzheim eingenommen; nnd Herm.m mit stimm Helfern 1449. auf feinem Schlosse Bla- mont Merkwürdigkeiten. 2247 wollt gefangen, naher Basel geführt und das Schloß zerstöret. Der edle Münch von Gachnang war vcrmnhtlich von seiner Gemahlin her, Verena von Evlingen i,r dem Jahre >4^7. Besitzer von einem Anrege von der Beste, Burgstal, Gesäß und Dörfer WildEpcingen und Oder Duetten, er verkaufte solches in dssem Jahre dem edlen Götz Heinrich (Hernian) Bernhard, Thüring und Peter von Erringen um 452 fl. Rheinisch in Gold; neben den Parteyen hat disen Kaufbrief auch bestgelt Hug von Hegönw ; der Verkäufer bezöge kein Gelt, sondern ließ sich für disen Kanfschilling einen Gültbrief erteilen und das Verkaufte zu einem Unterpfand einsetzen. Bernhard von Eptingen Herr zu Brattclcn war wie in der Abhandlung von Brattelcn zu ersehen, den Schweißern nicht gewogen, und hat bis in sein hohes Alter immer Streit gehabt; die Beschädigung seiner Güter verbitterte dessen Gemüht auch noch mehrcrs, und er begab sich in seinem Alter unter den Schutz des verhaßten Burgnndistben Landvogts Peter von Hagenbach, hob die Schweitzerischen StaarS- Laüftr auf und beleidigte die Stadt Solotlmrn mit den trotzigsten Ausdrücken; daher auch dero Kriege- > Völker die Schlösser zn Brattclcn und Direkten eingenommen und ihne sehr in die Enge getrieben; der Solothmnische Geschichtschreiber Hassner irret sich U un ll u u n 2 aber 2248 Historische aber in Ansehung der Lage der Brich zu Neckten, Massen solche nicht an dem Ergelzsiusse ligt. Hingegen war Henna» von Eptingen der Oesterreich- und Schwciyerifthen Partey zugetahn und in dem Gerichte wider Hageubach ein Richter und nachmals Feldoberscer in denn letzten Bnrgundischen Feldzuge.» Indem Jahre 145z. sollen dem Bernhard von Eptingen seine Güter zu Dieckrcn wieder cingeraümt worden seyn, und in dem Jahre 14^8. hat er schon wieder Namens Frauen Enneli und Agnes von Eschen; die Briefe, so vor dem Gerichte zu Nieder- Dieckten errichtet worden, bestgelt; er ließ indem Jahre 1459. eine Kundschaft an dem bischöflichen Hofgerichte zu Basel ausstemmen, daß die von Ep- tiugen dem Landgerichte des Sißgöuö nicht unterworfen seyn, sondern eigenen Stock und Galgen haben. Zwey'Jahre hernach, als in dem Jahre 1461. ward auch eine eydlicheKundfchaft zu Zvsingen durch Anleitung des dortigen Schuidheissen und Raths aufgenommen; weiche ebensalls bezeuget, daß die Hoch- und Niedere Gerichte in dem Zwing Eptingen an den Stein und Herrschaft Eptingen gehören. In dem Jahre 14;9. hat Gottfried von Eptingen genannt von Wildenstein Diakon der Stift zu Basel, dein edeln Günter von Eptingen drey Schu- ' peffen Merkwürdigkeiten. 2249 pessen in dem Barme zu Eptingen gelegen, um so. Goldgulden verkauft; Hcinzman von Eptingen war Gezeugc; solcher verkaufte 1464. das alte Homburg in, Frickthal an die Stadt Basel. Herman von Eptingen der Ritter lebte in dem Jahre 1467. Er verkaufte dazumal der Kirche zu Teunickc» eine Wiese an St. Peters Gut zu Eptiu, gen gelegen; Christian Bart der Dorfvogt saß an seine Statt zu Gerichte. Vorgemeldter Hans Manch von Gachnang und seine Ehefrau übertrugen in dem Jahre 1471. ihre Anforderung auf den Stein und Dorf Eptingen auch Ober-Dieckten, an den edlen Bernhard See- Vogel von Wildenstein : Lütoid von Derenfelß be- sigelte Visen Brief Namens der Verkäuferin. Götz Heinrich lebte noch in dem Jahre 1471. er nutzte ein jährliches Leibgeding von no. st. Gelts auf die Stadt Basel, weiche ihme solches in Vifem Jahre mit 2220. st. abgelöset hat. Jakob von Eptingen, ein Sohn des Götz Heinrichs, erneuerte euie Schuldverschreibung gegen Ve- ronica Secvogel, des Bernhard Veevogcls Tochter in dem Jahre 1482; Uuuu nun 2 Ein 2 2 so Historische Ein gleiches that auch Jakob Petcrmans Sohn. 1486. ward Hartman von Evtingen in dem Geschäfte wegen Alotier Lranv-Ü gebraucht. Aus vorerzehltem ist zu ersehen, wie die Evtingi- sche Familie, da sie sehr zahlreich war, ihre Güter oftmals verteilen müssen; daher war sie bedacht der L. Stadt Basel, die ohne deme schon alle Graf- mid.Herrschaften um sie herum erkauft hatte, auch ihre Besitzungen zu übergeben; dise Kaufhandlung ward also mit allen den Eptinaern, die es etwas angienge, behandelt und das Instrument Zinstags nach Sonntag so man singet in dem Amte der H. Messe Keminilcere des Jahrs 1487. zu Stande gebracht ; darinnen verkaufen, treten ab und übergeben auf ewiglich, Herman und Ludwig von Eptin- gen die Ritter, Jakob von Eptingen Gevcttcr: denn obgemeldter Ludwig ins besondere und in Namen seiner sechsten, denn als Vogt Hrn. Bernhards des Ritters seines lieben Bruders sel. Kindern, mit Namen Niclaus, Friedrich und Jakobs, der L. Stadt Basel, ihre Beste, Burgstell und Gesasse und Dörfer Wild - Eptingen und Ober- Dieckten, mit ihren Zwingen, Bännen, mir dem Kilchensatz, Zehnden, Zinsen, Gülten, Steuern, Buessen, Diensten, Leuten, Ackern, Matten, Wild- bännen, Fischenzcn, Dorf- 22sr Merkwürdigkeiten. Dorsstattcn, Mühlcnen. Sagen, Stock und Galgen , Hoch- und Nidern Gerichten, der Nutzung ob und unter der Erde/ allen Herrlichkeiten und Rechten re. re. Es ist leicht zn erachten, daß die Stadt Basel von disen Orten alsobald den feyerlichen Bcßtz rinuem- wcn lasse»/ auch ward Ober-Dieckten und Epnn- gen sogleich der Landvogtcy Farneburg cii:ver!eldct. Man ist bisher in den Gedanken gestanden, als wenn die nunmehr zerfallenen Bergschlösser Wir- wald/ Eschenz und Renken, den Edeln von Epun- gcn zugehört; allein wie weit solches gegründet / wird seines Orts gemeldet werden. Wie dise Eptinger ihre Rechte an Sissach, Zunz- gen, Frenkendvrf, Wildcnstein, Höllsteiu, Zyftn, rc. verkauft, ist in dortigen Abhandlungen zu ersehen. Dsses adeliche Geschlecht war besonders Guttäh- ter deS allhiestgen Miuvritcn Klosters des Francisca- ner-Ordens sonst Barsüsscr genannt, allwo sie über Dreyßig ihrer Wappenschilde aufgehängt hatten. Agnes von Eptingen die Ehefrau Bnrkhard Z'-, bolds und die Svhnsfrau Jakob Zibolde des Ober- stenznnftmeisters / welcher das Carthaustrklostcr gehauen hat, ligt in dortiger Kirche begraben. Uuuu uuu 4 Nach 22s 2 -Historische Nach -ein vorgemeldten Kauf finden wir allem nachfolgende von Eptingen aufgezeichnet, so in etwas unsere Geschichte angehen: Herman von Eptingen war in dem Jahre 1492. und -498. Kaiser!. Abgesandter in der Schwcitz; einer von Eptingen gleichen Namens war i so2. in der Kirche zu Sr. Martin begraben. 1499. Stritte Cunrad von Eptingen wider die Schweißer auf Brudcrholz, allwo er geblieben. Herman von Eptingen erzeigte der Stadt Basel viele Feindschaft, er ward daher in die Acht erklärt; als er aber in dem Jahre 1567. da die protestantische Kirche in Frankreich und den Niderland.cn sehr verfolget wurde, mit dem Herrn Psalzgrafen zu ZweybrüEen und dem Herrn Herzog zu Würtcn- berg naher Basel kam, ward er auf diser Fürsten Fürbitte wieder begnadiget. Noch ein Ast diles adelichen Geschlechts tragt von L. Stand Basel den sogenannten Eptinger-Hof zu St. Martin in der Stadt Basel ligend, zu Lehen. Das Dorf Eptingen- welches sehr oft Rauch- und Wild - Eptingen genannt wird, weil es in dem wilden und rauchen Gebürge an dem Fusse hoher Berge und Felsen tigt, ist nunmehr ein nahrhaftes Dorf, da viele Berge und Hügel zu fruchtbaren Viehwey- deu Merkwürdigkeiten. 225z den zugerüstet worden, daher auch au disem Orte vieles Vieh aller Gattung gezogen wird; wenn keine Früchten ausgeführet würden, so hätte'.» dessen Einwohner auch Brods genug; Wein aber wächst allhicr keiner. DisesDorf gehört in dicPfarr Direkten und unter dortigen Gerichtsstab , wie auch alle in seinen Bann gehörige Alpgütcr; sein Schießplatz ist auch zu Direkten. Ohngeacht das Dorf Eptingen rrnter der Pfarr Direkten ist, so hat es doch seine besondere Kirche, allwo wöchentlich zweyinal der Gottesdienst vor» dem Prediger zu Dieckien gehalten wird. In dem Jahre 172 t. ward sie ganz neu aufgeführt, dabey ist ein kleines Gebäude, worinn der jeweilige Prediger zu Dieckcen, bis der Gottesdienst anfängt, sich aufhalten kau. Vorzeiten müssen allhier auch besondere Geistliche gewesen seyn, welche diser Kirche abgewartet haben , Massen man in den» Kapitclbuche der Landgraf- schaft des Sißgöus Hrn. Hans von Küenberg als Dekan und Hrn. Gilg als Kilchherr aufgezeichnet findet; Doch könnten vielleicht dise beyde als katroni eL- cleliL angesehen werden. Uuuuuuus Der 22s4 Historische Der Airchensatz von Eptingen gehört der Stadt Basel. Der Fruchtzehnden allhier, so mit dem Dorfe erkauft worden, wird in Zween Teile abgeteilt, wovon der einte halbe samt dem Rütin - oder Hoch- waldzehnden von dem Hrn. Obcrvogt auf Farnsburg zu Handen der Stadt Basel bezogen wird; der übrige halbe Teil ist dem Prediger znm Einkommen gegeben. Den sogenannten Wihlerzehnden beziehen die Herren Deputaten; Und die Neubrüche laufen in den grossen Zchn- den. Dises Dorf hat seine besondere Schule: zu Beamteten Zween Gcschorne: gibt an das Gericht z. Männer, und denn 2. Männer an das Feldgericht, so die z. Dörfer Eptingen, Dieckten und Tcnnicken mit einander gemein haben. Zehen hin und wider gesetzte laufende Brunnen geben den Einwohnern dises'Dorfs viele Bequemlichkeit. Der Mahlmühle wird schon in dem vierzchen- den Jahrhundert gedacht. In dem Jahre is8s. waren z8. Haußhaltun- gcn Merkwürdigkeiten. 22^ gen allhicr, nunmehr sind dieselben um mehr als das doppelte angewachsen. Von dem Bade / so allhicr^ entspringet, wird nachwerts bcn den natürlichen Merkwürdigkeiten das Nöhtige angebracht werden. Die zu disem Dorfe gehörige Waldungen sind: Eine auf Felsen gewachsene Waldung von Tannen und ranchem Hdlze auf der Geißfiue. Der Düreck, ein sehr schöner und grosser Tannenwald , welcher mit noch vielen erhabenen sogenannten Sägbaümcn pranget. Kejsig , Gmnpenrain, Stndenrain und Buxrain, tragen meistenteils Buchen. Der Fcnerberg ist ein Tannenwald. Die Kallcnflue hat auch Tannen. Der Waltenrain ob dem Weitwald, war vorzci- ! ten mit schönen Eichbaümen gezieret, welche abgehen , er hat auch Buchen und Fohrenhvl;. Von gleicher Beschaffenheit ist der Wangenraiu unter dem nidern Dolchen. Wihlholz hat junge Tannen und Buchen. Der Eichenberg, so auf Weitwald Met, ist ein junger Buchhau. Angleichen, der Schaubrain. Der 22 s 6 Historische Der Hasselberg ligt hindcr der alten Burg Renken, er macht einen grossen Bezirk aus, so mit Tannen und Buchen bewachsen ist. Sodann befinden sich annvch in disem Dorfbanne sehr schöne und wohlbewachsene Zinshölzer. Die Alpgüter oder Scnnhöfe, so in disem Dorf- banne ligen, sind: Von den alten Bergschlössern, welche in dem Bezirke dises Dorfbanncs gestanden, finden wir in unsern Geschichten ausscrt den Namen von Witenwald und Renken nichts aufgezeichnet; die Urkunden geben uns aber etwas mehrers Licht; daß auf Stam- burg auch ein Schloß gestanden, ist vermuhtlich, vielleicht das älteste Gebäude diser Gegend; Nachwerts möchte wohl der Burghof, so in dem Dorfe stund, aufgekommen seyn; es ist ausser Zweifel daß die Eptinger einen solchen allda gehabt, denn seiner beschicht in den alten Handschriften öfters Meldung; vielleicht ist er in dem Jahre i zs6. zerfallen. Zwischen Eptingen und demWitwald ligt der Ei- chenbcrg ; hier findet mall noch altes Gemaüer; Herr Lohuherr Meyer sel. welcher dise Gegend um das Jahr 168 o. abgemessen, merket deutlich an, daß allhier eine Burg gestanden; Die 2257 Merkwürdigkeiten: Die zerfallene Burg Witwald wird in alten Urkunden Witenheim genannt, und stehet dem Ren- kenj^ilosse, so in dem Diecktemer Banne ligt, gerad hinüber, dazwischen aber ist das Tahl; Bis anher ist von derselben anssert dem Name nichts bekannt gewesen; folgende Besitzer sind aus j den Urkunden aniwch ansfündig gemacht worden : In dem Jahre ize 6 . lebte Frau batharina, Rn- I dolft von Waltswil Witwe, welche von dem He- man von Bffenchal Edelknechte einige Güter bey der Mühle zu Dieckten kaufte; Hug von Waltcrswil ihr Sohn hat in dem Jahre i z 82. einige Stiftungen für sich, obgenanntc seine Eltern und seine Gestdwiftcrte gcniaeht; seine i Oheimen und nächste Erben waren Johannes von Eschen; Ritter und Hcman von Bubendorf Edelknecht. In der Schlacht bey Sempach i z 86 . kam Her- man von Witenheim mit vielen andern Edeln ums Leben. 1438 . lebte Hans Werner von Witenheim und seine Gemahlin Margret von Eschen;, ihre Töchtern waren vermuhtlich die Enneli und Agnes, welche auch Eschen; besassen. In dem Jahre 1442. hatte Frau Enneli von Witenheim den Wilhelm Blümlrin und dero Scbwe- ^ ster Agnes den andern Bruder Peter Diümlcin von Gundelzheim zur Ehe; Diser 22s8 Hijrorifthe Difer Peter Blümlein Edelknecht von Gnndels- hcim nnd Agnes von Witenheim seine Ehe fron verknusten in dem Jahre 1442. dem Gottshanse zu Tennicken verschiedene Fruchtzinse; er muß auch einige Kircheurechte zu Tennicken nnd Lenffelfingen gehabt haben, müssen, lvie aus der Abhandlung von Tennicken in ersehen, er den dortigen Lentpricster durch die Abgeordnete von Dasei dahin vermögen, daß er an den Sonntagen abwechslungs,reise den Gottesdienst zu Leusseistngen und Tennicken versehen müssen. Als das Gotrshems Leuffelfingen in den, Jahre 14^8. einige Gefalle zu Tennicken fallend erkauft, saß im Gerichte Hans Werner Vogt zu Direkten Namens der gnädigen Frauen Annen gebohrner von Wicenhein, und Frauen Agnes von Eschvtz Hoden Witwen vorgemeldrcn Blünüeins; Bernhard von Eptingcn Herr zu Brattcln und Peter Scherer von Liestal besigetten disen Brief. In den, Jahre 1462. lebte ein Tclmge von Wi- tcnhcinl, ein Anverwandter des Thomas von Fal- kenstein. In dem Jahre 14^7. und 14^8. kauften die Kircbmeyer zu Tennicken noch mehrere Gefalle in disem Dorfe: derer Fertigung abmnahl von Hans Boni Vogt zu Dieckten Namens der edlen Frauen Ennclin Merkwürdigkeiten. 2LsS> Ennelin von Eschbolz gebohrner von Witenheim ge- fertigt lrnd von Hrn. Cnnrad Freuler dem Vogt auf Homburg als ihrem guten Nachbarn befigelt worden. Das letzte Instrument ist voll dem Jahre 7477. darinnen difes Gottshaus einige Frnchtzinse von der Stift zu Zvffinaen crkalift/ so zl, Diecktcll fielen, da damahls der Wernli» Gerber Vogt zu Direkten Namens seiner gnad. Frauen Annen von Eschcnz ge- bohrncr von Witenheim zi, Gerichte saß und das Instrument mit dem Sigill des Peter Schönkinds I Obervogts anfFarnsbnrg, welcher von dtser Frauen ! darum ersucht war, bcfigelt worden. Nermnhtlich waren zu discr Zeit die Burgen Eschen; und Witcnheiln diser Frau Anna Eigentum , und von ihr» find fie an die L. Stadt Basel ! gekommen. Von der Burg Witemvald ist noch vieles Mauer- werk ausrecht stehen geblieben, worinncn die Taglichter noch zu sehen; ob discm Gemäuer auf dem höher« Felsen ist auch noch Mauerwerk, welches vcrmuhtlich mit disem Dergschlosse in einem Zusammenhange bestanden und einen Teil desselben ausgemacht hat; es steht auf der linken Seite wenn man vori Basel nach Rauch - Eptingen geht, auf einem steilen Felsen. 2260 Historische Nahe bey discr zerfallenen Burg ligt cineSenne- rey von diser Burg und Gegend her Wirwald und vorzeiten der Sröckhof genannt , so Herrn Einanncl Ryhiuer ehmaligcir wohlverdienten Pfarr- Herrn zn St. Leonhard und damaligen Heu. Doc- torn und Professor» in der Gottegelahrheic zuständig ist. Unter den alten blirgerlieben Geschlechtern, welche nunmehr anegcstvrben sind , findet man auch die von Waitenheim; ihre Wappen hiengen in der Munsters-Kirche, waren in dem Jahr 1701. abgenommen, und'in die Domprobstey mit andern verwahret. Die Abschildernng ist beygebende: Heini- rrSi Merkwürdigkeiten. Heimman Waltcnheim der Wexler; sein Sohn Hans Waltenheim starb 1462. Es ist aber nicht zn mnhtmasscn, daß sie mit Witenheim eine Verbindung haben. In dem Banne des Dorfs Eptingen befinden sich nachfolgende Sennereven, als: der Vürch ist ein Sennhvf, so Hrn. Daniel Legrand des grossen Rahts und des Gerichts zugehört; Der vordere oder untere Bölcben, gehört Herrn Ioh. Lucas Jstlin des gehcimden Nahtsund Ober- vogt zu Klein Hüniriacn; Der obere oder höhere Bölchcn, dem L. Spit. tal zu Basel. die Magenau gehört Fraueir Salome Sarrasin / Hrn. Ioh. Rudolf Brenners gewesenen Pfarrherrn zu Dreckten ret. Fran Wittib. Xrx.r xxr Die 2262 Historische Die MalLmhöfe. Das Wort Relehof kommt in den alten Urkunden öfters vor / und will so viel sagen als Lolo IN Villa. Beyde diese Alphöfe gehören Frauen Sara Ste- helin, Hrn. Lucas Taschen gewesenen Lohnhcrrn und des grossen Rahts sel. Witwe zu; der vorder Rallen wird auch der Schmutzberg genannt. UZE Merkwürdigkeiten. 226z s-MZ WN den alten Urkunden findet man wenige oder ^ keine Edle, so den Namen von Dieckten getragen, doch könnte derjenige Peter von vietikon Kiicbherr in dem Lut^ber^e, welcher als Gezeuge in demjenigen Instrumente von dem Jahre 1329. angezogen wird, darum Graf Johannes von Habsburg dem Gottfried von Bubendorf als Vogt Herrn Heinrich von Eschen; sel. Söhnen, Gottfried, Rudolf, Heinrich und Johannes die Vogtey zu Sar- mensdorf übergeben hat, auch unser Dieckten etwas angehen. Das Dorf Dieckten wird eigentlich in Nider- Mitte!-und Ober-Dieckten abgeteilt, weil die Häuser dem Bach nach zerstreuet angelegt sind. Xxrx xxr r D» 2264 Hiftorifthe Da aber in dem Mittel« Dreckten die Ueber- bleibsel der alten Burg Eschenz stehen Und oben gegen Eptingen die Mühlen wie abgesondert sind; So unterscheiden einige das Dorf in 5. Teile und sagen zu Nider-Schloß, Mittel, Mühle-und Ober-Dreckten. Um dise Gegen- befinden sich verschiedene zerfallene Berghaüscr, als: Eschenz, Witenheim, Renken oder Haselburg, welche zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen Edel» besessen worden, und nicht, wie man bis dahin genuchtmasset, allein den Edeln von Splinten zugehört Haber,. Einmahl war es eine Zeit, da die Eptinger zu Witenheim und Eschenz nichts zu sagen hatten; Die von Eschen; waren Herren von dem Dieck- tcn, wo ihre Burg stand, das ist in Schloß-Dieck- ten, wo die Kirche nunmehr ist, wie auch zu Mittel- und Nider-Duckten, Und vermutlich auch zu Tennicken. Von Merkwürdigkeiten. 2265 Von dem Orte in Mühle--Dreckten, wo die obere Mühle gegen Eptingen steht und von Obcr- Diccktcrr, waren es die Edeln von Eptingen. Wir sangen also bey Ober-Dreckten an. Heman von Menthol verkariste in den, Jahre 1 z s6. einige Zinse ab seinen Huben unter der Mühle zu Direkten an Frau Cathar ina, Rudolf von Wall- schwile oder Waltenheirn sei. Gemahlin. Johannes von Eschen; Ritter und des von Menthols Schwager bestgelte den Brief; vermutlich wohnte er dazumahl in stincr Burg zu Dicck, ten, so fern sie irr den, grossen Erdbeben dieses Jahrs ^ aufrecht geblieben ist. Obgemeldter von Menthol, welcher ollen: An- ! sehen nach zu Dreckten seßhaft war, und daher der I Me> thaler von Dreckten genannt ward, befand sich ^ anncch in dem Jahre 1567. auf einem Landstage zu C issach. Die Edeln Cunrad,Hern:an und Johann Schaler verkauften in dem Jahre izys. dein Petcrman ! Seevogcl ihre Gefalle allhier. Als Thomas von Falkmftein als Landgraf des Sißqöus, dem edlen Cunrad Münch von München- stein und seinen männlicher« Erben, verschiedene Gü- Xxxr xxx z ter Historische ter zu Leben gegeben, waren unter solchen auch einige zu Ober - Dreckten, von den Grafen von Fro- burg herrührend. Es ist vorhin bey Eptingen angebracht wor, den, wie L. Stand Solothnrn dem Bernhard von Epcingen sein Schloß zu Dreckten mit den Waffen eingenommen; einige Urkunden hievon sind in des Tschudms eydgnößifchen Geschichten nachzrllesen, und daraus kan airch die eigentliche Zeit diser Begebenheit bestimmet werden. Als in dem Jahre 1482. Graf Oswald von Thierstein mit der L. Stadt Basel durch Vermittelung Marggraf Rudolfs von Hochberg rc. sich verglichen , hat Graf Oswald für sich und seinen Bruder Wilhelm, der Stadt Vase! seine Rechte an die Landgrafschaft des Sißgöus, und Duckten mit allen Leuten und Gerechtigkeiten überlassen. Hingegen hat Basel dem Graf Oswald ihre Rechte an Buren abgetreten und eingestanden, daß Visen Grafen ihr Hof und die Private zu Basel als ihr Eigentum verbleiben sollen. Aus der Abhandlung von Eptingen haben wir gesehen, wie der edle Münch von Gachnang und seine Gemahlin Verena von Eptingen, den Edeln von Eptingen, Wild-Eptingen und Ober-Dreckten Merkwürdigkeiten. 2267 ten verkauft, sich um den Kaufschilling aufdise Dörfer versichern lassen, ke-m dist Anforderung an Bernhard Sccvogcl von Wildcnstei» übertragen und wie endlich -487. die sämtliche adeliche Familie von Eptingcu dises Dorf samt Obcr-Dieckten der Stadt Bafel verkauft haben, als ihre Beste, Burg- stell, Gelasse, vbgemeldte Dörfer mitZwing, Bann, Kilchensatz, Zehnden, Zinsen, Gülten, Steuern, Buessen, Diensten, Leuten, Ackern,'Matten, Wild- bannen, Fischenzen, Mühlenen, Sagen, Stock und Galgen, Hoch- und Nidcru Gerichten, der Nutzung ob und unter der Erde, allen Herrlichkeiten und Rechten. Also kam Ober-Dieckten an die Stadt Basel mit allen Rechten. Xxrx xxx 4 2268 Historische Von Solche Burg fand sich an dem Fusse des Bergs, worauf die Kirche ligt, hart an der Landstrasse. Nach der Erklärung des Herrn Lockre bedeu. > t't Eschenz in keltischer Sprache ein Ort, so ob ^ dem Wasser ligt; und dise Burg steht oberhalb dem ^ Diecktcrbach. In den Instrumenten des Klosters Clingenthal vomJahre und 1257. wird derselben Burg Meldung gethan. i Herr 2269 Merkwürdigkeiten. Herr Heinrich vvn Eschen.; und seine Gemahlin Agnes von Bubendorf lebten um das Jahr rzoo. Gottfried von Bubendorf als Vogt Gottfrieds, Rubins, Hrinzis und Johannes von Eschen; Gebrüder und Kinder dieses Herrn Heinrich von Eschen; und Frau Agncscn fel. von Bubendorf, erkaufte in dem Jahre 1529. disen seiner Schwester fel. Söhnen verschiedene Frnchtchise in der Logcer) zu Sarmendorf von Margarckha Johannes von Kün- bnrg und Catharina llirichs vvn Vbore Ehefrau, welche Lehen von Habsbnrg waren ; difer Kauf ist von der Stadt Bruck bcstangct worden. Der jüngere Bruder Johannes von Eschen; vermehrte in dem Jahre izz8. seine Gefalle an di- sem Orte, Und als in dein Jahre i z;6. die edle Frau Ca- charina, Rudolfs von Walthwile fel. Witwe, einige Gefalle zu Dreckten von dem Hemman vvn M fenthal erkanst, hat dieser Ritter Johannes von Eschen; den Kaufbrief beßgeit; sein bisher unbe- ^ kanntes Sigill ist hievornen abgeschildert. Hartman vorr Eschen; Ritter, vielleicht dessen ! Sohn, hatte zwo Töchtern, Ursel und Elisabeth, welche sich in das Kloster Enzliberg begaben; daher der Vater ihnen ein Leibgeding auf seinen Lehengütern gestiftet, worein Graf Rudolf von Habsburg, Xxxx xxx 5 Herr 2270 Historische Herr zu Lauffenberg als Lehenherr 1374. einge- williget hat. Als Aug von Walterswiler ein Edelknecht, in Lein Jahre 1382. einige geistliche Stiftungen errich, tet und seine Güter bey der Vesti zn Dreckten für sich, seinen Vetter Rudolf von Walterswiler, Frau Ca- tharina seine Mutter sel. und alle seine Geschwistcrte vergäbet, haben Herr Johannes von Eschen; Mter und Hcmman von Bubcndorf Edelknecht seine O- heime eingewilliget. In der Schlacht bey Sempach iz 86 . blieb der alte Herr Herman von Eschen; und seine beeden Söhne Herman und Hemman; Diser nächste Anverwandtin war Margreth von Eschen;, die Gemahlin Hans Werners von Wi- tenhcim, und diser Ihre Kinder vermuhtlich Anna Anastafia und Agnes von Witenheim, Jhnetl ist also Eschen; anheirn gefallen. Anna auch Anaftasia oder Ennelin genannt hatte in erster Ehe Hans Ulrich von Eptingen, in der zweyten Junker Wilhelm Blümlein; die jüngere Schwester Agnes hatte zur Ehe Junker Peter Blümlein, des obigen Prüder; dise Schwestern lebten 22?l Merkwürdigkeiten. teu alsBescherinett von Eschen; von 1458. bis 1468. die jüngere starb vor der ältern; Frau Ennelin und ihr Gemahl stifteten steh eine Seclmcß irr der Kirche zu Sissach; Sie hinterliessen keine Kinder, und die Vögte zu Dieckten führten in ihren'. Namen den Stab au dem Gerichte. Es ergibt sich aus den Urkunden, daß die Fr. Anncii a!6 eine Witwe öfters von dein Edeln von Eptingcn verbeyständet worden und disc ehre Sigill dero Briefschaften angedenket haben. Hieraus und aus dem so bey Teurungen wird angeführt werden, erhellet, daß, da der Vogt zu Dieckten NamenS derer von Eschen; zn Gericht gesessen , und er auch die Güter zu Teiinickcu gefer- tiget, die Herren der Burg Eschen; Gcrichtshcrren von Mittel- Nider - Dieckten und Tenurngen ge, Wesen: Dero Gütter und Zinse sind an die von Hall- weil und Hertenstein gefallen, welche die Stadt Basel in dem Jahre 1520. der edlen Frauen Anna von Hallweil, der Gemahlin Herrn Jakob Hertensteins Schuldheissen L. Stadt Luecrn aberkauft hat; dise Gefalle werden noch Eschenzer-Zinse genannt und alljährlich von dem Untervogt zu Dieckten zu Handen der Stadt Basel eingezogen Der 127 « historische Der Zehnden von dem gantzen Dorfe wird in Vier Teile geteilt; Drey Quart davon bezicht das Kloster Ollsberg und den übrigen Quart der Magistrat von Basel durch seinen Kormneister zu Lie- stal; welcher Quart, wie bey Sissach zu sehen / mit der Burg Bischoffsstein erkauft worden ; Dise Quart war die bistböffliche Quart, welche die Epringer in den z. Dörfern Diecklen bezogen und nachwcrts an Bischoffsstein gekommen. Den Rütin-oder Hochwalds-Zehnden bezicht das Schloß Farnsburg/ Wie auch den Zehnden der Burg Eschen;, steinen besondern Zehnden ausmacht. Das DorfOber-Dieckten und Evtirigen gehörten auf das Landgericht des Sißgöus, wie in dortiger Abhandlung zu ersehen. Dises DorfDieckten hat nunmehr einen Unter- vogt und Drey Geschworne. Unter seinen Gerichtsftab und auf seinen Schießplatz gehören TenniEen und Eptmgen, sinnt den Sennhöfen diser Gemeinden; da^ Gericht besteht aus i z. Männern, dazu gibt Dreckten Sieben, Eptmgen und Tennicken jedes Drey. Das Merkwürdigkeiten. 227z Das Gescbeid oder Feldgericht besetzen dise z. Dorsschasten gleichsalsmik einander; es besteht aus 8. Mann, daran gibt Dreckten 4, Eptingen und Tennicken jedes zween. Es hat, wie vorhin gemeldet worden, Zwo Mahlmühlen, eine Hanfreibe, eine Holzsäge, und eine Ziegclhütte, Bey welchen vorzeiten das Gottshaus Benn- weil, Hans, Hofstatt und Huben gehabt; ! Der einten Mühle wird schon in dem Jahre ^ iz;6. gedacht; Zwölf schöne laufende Brunnen zieren dises ! Dorf. Das Gewässer nahm in dem Jahre r68s. all- hier viele kleine und schlechte Gebäude hinweg. Der Ackerbau und die Viehzucht allhier ist sehr einträglich, ! Des Rebgeländs hingegen ist sehr wenig. ^ Das Dorf Duckten , welches der Lange nach ! mit zerstreuten Häusern angedauert, mag wohl eine ! kleine haibe Stunde lang seyn; 2274 Historische In -er Mitte desselben, wo die Ucberbleibsel der Burg Eschcnz sich befinden, steht die Kirche und das Piarrhaus; Dise Kirche ist dem H. Petrus geweihet. Löbl. Deputatenamt erhält die Kirche, und das Kloster OUspurg das Chor; Auf der Kirchentreppe ist ein Schlüssel einge- hauen, als St. Pecerö Ehrenzeichen. Der Gottesdienst wird abwechslungsweise bald allhier bald zu Eptingen gehakten; Dise Kirche ward in dem Jahre 1724. und 1725. vergrößert und erneuert; weil auch um dise Zeit eine neue Kirche zu Eptingen erbauet worden/ so ward lange Zeit beruhten, ob es nicht besser wäre solche in der Mitte zwischen Dreckten und Eptingen zu setzen; es blieb aber dabey, daß eine neue Kirche zu Eptingen sollte aufgestellt und die alte zu Dreckten ausgebessert werden. Folgende Prediger haben dise Kirche bedienet. Hr. Hans Leutpriester. Hicronymus Ritter. Jakob Grütschin 8enior auf der Landschaft/ vorhin Prediger zu Arriftorf. i;;?. M Jot). 2275 Merkwürdigkeiten. iss?. Joh. Wildeisen, vorhin Prediger zu Lausen , nachwerts Leutpriester zu Liestal. 1564. Gabriel Hummel, Dekan; vorhin Prediger zu Lausen. i6iz. Jakob Schickler. 1642. Johannes Sägismann, vorhin Prediger in dem Toggenburg. 1666. Jakob Altenburger, vorhin Gemeiner Helfer zu Basel, nachwerts Helfer bey St.Petcr. 1671. ikl. Heinrich Bruckncr, vorhin Gemeiner Helfer zu Base! und Prediger zu Lausen; er ward als Gemeiner Helfer in damahliger Pestzcit in die NerneStadt verlegt, all- wo er sich bey den Kranken so herzhaft und tröstlich verhalten, daß ihme die dortige Drey E. Gesellschaften einen silbernen Becher mit ihren Ehren-Wappen verehret. 170z. lVI. Joh. Rudolf Brenner, vorhin Prediger zu Mariakirch, und zu St. Jakob. *7Z7. Hr. Daniel Merian,' vorhin Hofprediger zu Bückenburg bey dem Herrn Gra, fen von der Lippe. Discs Dorf hat seine eigene Schule. In dem Banne des Dorft Dieckten, gegen dem Dietisberg, wird viel Eisenerz gegraben. Auf 2276 Historische Auf der Höhe gegen der Kirche hinüber gegen Venweil ist ein Platz, welcher in den alten Schriften die Heidenkapelle genannt wird, allwo anssert einem Haufen Steine sonst nichts mehr zu sehen ist. In dein sogenannten BrnLtahle gegen Höllstein ist eine Quelle, die in den alten Zeiten sehr bekannt war; Es war dazumahl eine schlechte Vadhütte von Lcmbhol; geflochten aufgerichtet, und von dem Landvolke in Bütten gebadet, und das Wasser wider alle Unreinigkeiten des Leibs bewährt und gut befunden ; Alle Steine so in disem Wasser ligen laufen roth an und zeigen das Eisenerz, welches in diser Gegend haüsig anzutreffen ist. Die zu disem Dorfe gehörigen Waldungen sind: Unter der Bergflne, so ein kleiner Buchhau. Die Wasserfalle und Schncidweg hat Buchen und Tannen. Die Rothcnfluc hat Fohren und Buchen. Die Bauflen ist ein verbannter Tannenwald. Die Leberwurst hat schöne junge Tannen. Hinder Mittel hat wenige Eichen. Der Merkwürdigkeiten. 2277 Der Rritin- Rain hat Buchen und Eichen. Klein- Alt- und Aspcnhöljlein sind sehr kleine Eichwäldlein. Die Diecktemer Schwäni und Seburrütin sind Weitwaiden und haben Eichen. Der Nenkenberg, so Tannen, Blichen und aller Gattung Holz hat; Man findet auf selbigem noch verschiedene Wald- Cipressen oder Emu, so beständig grünen und den Eipressenbar'rmen gleich sind. Wietisbcrg ist eine sehr schöne Alp mit einem angenehmen und grossen Wohngebaüde; disesGm ligt meistenteils in dem Diecktemer, doch einige Teile davon, in dem Ep- tinger und Leuffelsingcr Banne; Weil es viele Waldungen hat, so ist darbey auch eine Ziegelhütte aufgerichtet worden. Ais vor wenig Jahren wegen einigen Gebäuden in die Erde gegraben worden , hat man nicht nur die Ueberbleibsel von einem runden Thurme, sondern auch verschiedene römische Aiegeibruchsiücke angetroffen, und auf einem mit einer Form einge- Nyyy ypy drückt, 2278 Historische drückt, che§. Vll. also daß diese Buchstaben und Zahl sich erhaben darstellten. Es ist bekannt, daß wenn die römischen Legio, ncn in ihren Quartieren still gelegen, sie sieb zn allerhand Arbeit haben müssen gebranchen lassen; Dise Alp oder Landgut gehört Herrn Andreas Fäsch ss l). k.. des Grossen Rahts und Cauzellisten. In dem Jahre 1627. waren in diser Gegend hin und wieder noch eiuzele Haüßlein, wvrinnm arme Leute r,ahnten; ein solches Haüßlein lag auch an den Diettsbergcr Felsen / wenn man von Dreckten hinausgeht; es ist von einem sehr alten Paar Ehevolke bewohnt worden. Am distm Berge sieht man noch starke Mauren und die Ueberbleibsel und Gräben von einer grossen weitläufigen Burg oder Bergsehlosse/ so auch Haselburg getrennt worden; nunmehr aber )>er„ kenschloß heißt. Vermuhclich stund ein Stammhaus der Edeln von Eptingen anfänglich im Dorfe/ wo der Burghof war; als aber dise» adeliche Geschlecht zu grossem Reichtum gekommen / haben sie diseS ehmalS beste Bergschloß erbauet. Jenseits 2279 Merkwürdigkeiten. Jenseits dem Zahle stehet noch das Gemäuer von dein Schlosse Witwald; die alten Geschichte melden, wie ehcmalcn die cdeln Einwohner diser Burgen zu den Fenstern hinaus mit Pfeilen aus einander geschossen und also ein Bruder den andern gctödet habe; wer aber die Entfernung distr Orten cinsthet, wird sich leicht von dem Uugrunde diser Geschichte überzeugen können. Der Fuß des Renkcnbergs gegen dein Zahl hinab wird auch auf Burg genannt und ist allda einiges altes Gemaücr wahrzunehmen, vielleicht erstreckten sich einige Gebäude bis den Berg hinab. Der ganze Berg hat viele Risse oder Svälte, auch Höhlungen; man merket allhier Spuren gewaltsamer Erschütternnaen, und sind in vorigem Jahrhundert grosse Stücke Erde und Felsen mit grossem Gerassel abgefallen. Aufdisem Berge sthet man aussert den gewöhnlichen Vögeln und Gewilde, viele schwarze Spechte und von Zeit zu Zeit grosse Uhu von den Franzose» 1)uc genannt. Von römischen Münzen, so in diser Gegend gefunden worden, habe zwo von Metall zu sehen bekommen, als: Ein Zrajan und eine Faustina. Nyyy YYY 2 Um 22 Fo Historische Um den Kopf der lctstcrn stund hchuliinu Auf dem Revers war ein stehend Weibsbild etwas verblichen und die Buchstaben 8. L. Auf der erster« um des Traians Kopf: Imp. (Rch dlerv. chrchano 6erm. Ouc. ?. AI. chr. kot. Lonl. VI. k. k. Auf dem Revers Ein Weibsbild, so auf den geraubten Siegeszeichen sip;, mit der Umschrift: 8. k. (ch. kl. optimo kiincipi. Denn Eine von den barbarischen Völkern, so auch dise Gegend nwchten brlrcre» haben, davon der Abriß beygehet, sie ist in der Mitte erhaben. Merkwürdigkeiten. 228 ! WWW Zennicken M'St ein angenehmes Dorf, so in dem Tadle zwi- ^ scheu Dieckten und Zungen ligt; der DieLtcr Bach laüft hart neben dem Dorfe nach Zungen und Sissach hinab und bewässert daügc Wiesen;, ein kleines Wässerlein, so von einer -Quelle so Mach genennt wird in den Bergen entspringt und durch Tennicken laüft, verlieret sich in diseni Tennicker- Vache. Noch ein ander Büchlein entspringt in der sogenannten Rheintahler Waldung, welches ebenfalls in den Tennicker Bach fällt. Dises Dorf ligt in der Landgraf,chaft des Siß- göns und ist also die Oberhcrrlichkeit über disen Ort mit selbiger an die Stadt Basel gekommen. - Uyyy VYY Z Wir 2282 -Zistorische Wir finden nicht, daß die Herren von Farns- bürg einige besondere Rechte noch Einkünfte allhicr gehabt; in den ältern Zeiten ist das Dorf sehr klein gewesen, und die Edeln von Eptingen hatten allhier e .:ige Güter ; nunmehr ist Tennicken ein wohl angebauetes Dorf und hat feine besondere Pfarr. Heinrich von Eptingen Ritter verkaufte in dem Jahre iz88. dem Peter Lussy einige Gefalle ab des t^unven Gilt zu Tennicken. Die Nidere Herrlichkcitsrechte zu Tennicken gehörten allein Arischen nach, wie die zu Mittel - und Nider-Duckten, zu der Burg Eschenz. Hans Schneider der Meyer zu Nider-Duckten saß in dem Jahre i4Zs. zu Tennicken zu Gerichte Namens seines Junkers Hrn. Peter Blümleins; Diser Peter Blümkein von Gundelzheim hatte zur Gemahlin die Frau Agiles von Witenheim mnd Eschen;, welche beyde an St. Barbara Abend des Jahrs -442. den Gottshauspflegern Unserer Lieben Frauen zu Tennicken einige Gefälle verkauft haben. Herr Wilhelm Bkümlein dessen älterer Bruder, welcher Frau Ennelin von Witeicheirn und Eschenz der obigen Schwester zur Ehe hatte und auch Anteft an Visen Gefällm besaß, hat in hisen Verkauf ringe« Williget. Es 228Z Merkwürdigkeiten. Es scheinet, daß dise Gebrüder Blümlein bald nach diser Zeit verstorben, denn in dem Jahre 1458. saß Hans Werna Vogt zu Diecktcn in dem Dorfe Tennicken zu Gerichte, Namens Franen Ennelin und Frauen Agnes von Esthotz seiner gnädigen Frauen; allein Vcrniulucn nach ist disen zwoen Witwen ae- bornen von Witenheiin, in diser Zwischenzeit auch die Burg Eschen; zu Direkten zugefallen. Bernhard von Eptingen Herr zu Brattclen, hat dazumahl auf Anstlchen diser edeln Frauen das in dem Gerichte zu Gunsten der Kirche zu Tennicken errichtete Kaufs-Instrument beßgelt. Als H- rr NiclanS Brünner, Sänger der Stift Zofingen in dem Jahre 1477. wegen einem Kaufe in dem Gerichte zu Tennicken erschiene, stund Wern- lin Gerber, Vogt zu Dieckten demselben vor, Namens der Frau Anna von Eschcnz, gebvrncr von Witenheim; Herr Peter Schönkind,Obervogt der Stadt Basel auf Farnsburg, besigelte auf derselben Ansuchen, die damahls in Schriften gebrachte Handlungen. Das mehrere von disen Edeln ist bey Witwald und Eschcnz schon angeführt worden. ZYYY YYY 4 Das 2284 -Historische Das Dorf Temn'ckcn hat seine besondere Schule , dazu eine Rnlnnerische Stiftung vieles beygetra, gen bat, gehöret unter den Gerichtsstab zu Dreckten, allwo es auch seinen Schießplatz hat; Seine Beamtete sind- nunmehr: der Amtspfle-i ger und Zween Geschworne; Es gibt an das Gericht zu Tcnnicken Drey und an das Gescheide oder Feldgerichte Zween Männer. Drey laufende Brunnen zieren dasselbe und das Pfarrhaus hat seinen besondern; wie auch diejenige Behausung, welche Herr Nikolaus Hebdenstreit des ! Grossen Rahts besitzet. Seine Waldungen sind: Das Bergackerhölzlein, und der Lametrain, so Buchenholz haben. Unter der Flne ist ein kleines Eichwäldlein. Das Gabenholz, Stockerrain und Songetenrain, haben Buchen und schlechte Tannen. Rheintahl ist eine grosse Waldung, so verbannet, hat schöne Weißtannen, junge Eichen und Blichen. Die Kirche wird in den Urkunden Unser Lieben Frauen Gottshauß zu Tennicken genannt / und das Chor 2285 Merkwürdigkeiten. Chor ist in dem Jahre 1515. daran erbauet worden ; das folgende Jahr begab sich des Herrn Di- schoffs von Basel Vic 3 rin 8 §enenäi 8 dahin und hat die Kirche und Altar auf das feyerlichste eingeweihet, wie nachfolgendes Instrument zeiget. I dsmoniu 8 Dei Lpilcopns Iripolits- nu 8 , reveeenäiilinch in. Lbnlto , püttis 6 c äomini, äomini (.iniiiopboii, esäem Arstis fcpi- lcopi Lslilienüs, in pontilic.>Iibu 8 ViecUln 8 r^ene- rrilis sdc. notum tscimu? nniverli 8 , c;uoä snno Dominj milleümo HuinZentclimo äecinro sexw, ! ipsa äie äecoHstioni8 8 . ^obsnnis duptiäe; con- secrsvimu8 ücclesism, (äinrum 6c s'Nuris noviter conärnüs in ps§o chennicicen , bssäienä8 äioce- leo8 , in lionore beste Alsrie semper virgini8 xrincip3Ü8 pstrone; Lonsecrstione8 veeo altgeium ! kiyL oräine peekecimus: dummmn nani^ue sl- tsre in bonore e)N8äem semper V!lgini8 ülaiie uec non 8 . ^enne 8 . stokeplü 1 k 1 , 8 . Ülseie ^3§äslene, 8-^largsretbe, 8snctiogie lääsliici epitcopi, consecrsvimu8 : -ätare vero äextrum - in konore 8. Lruci8, 8. Llsüi, lsnctorum rrium IdeZum 6c omnium ripoltolorurn 6c evsn^clilta- ! rum : leä 6c altare linilirum live sä s^uäonem jn lionore bestorum kirssmi, ?snorätii, ^olfk- § 3 n§i , fsncticiue Alicb3ell8, omnium^ue ssncto- ^ rum ü,nZeIorum con5ecrsvimu8, äeäicaviniustiue; Byyyyyys cujub 2286 Historische cuju8 HuDem eccleüe äeäiciNionem ^nnuain 60- minica proximL polt t'eltum N3tivit3ti8 i^Diie, 1in^uli8 -innin ex nunc in -»ntea änximus -rc äe- celnimuä ub oinnibu8 ibiclem incolis solenniter köre celebmnögm; cupiente8 i^itur ut eccletin pre- ilZtci od sonorem begfiiüme vipchni8 ADrie con- §lui8 Iionoichu8 z 66e!ibu8 frec^uentetnr, omni- bu8 iinZnI-8 snpra6icti8 vere penitentiku8 c^ui in kuUonorum eoiun6em , nec non in 1i,-n;uli8 Domini nostri ,fe 5 u Lhrilti ac ipim8 deate AD- rie 1'emper vir§ini8 6e6ieationi8c;ne annue felti- vitutnin chebu8 prelutiim eecleliam caul'a 6evo- tioni8 , or:itioni8 3vt 2 Ü 38 ex voto äccell'erinr» cjnicjue pia mente eInciem eccleiiarn ün§u1i8 Zn- 1Ü8 seer nöa feria roMtionnm vilitaverint 3ut äe doni8 1ni8 uä fubricrun ibiäem M3NU8 c^uomoöo libet porexerint acijnti'ieeL : K08 lelmnonius Lpilcopu8 c;ui supra, cle omnipotenti8 Dei mise- ricor(Ü3 eoniiü ^u36ri,Zin.t3 ^iie8 6e ichuncti8 übi penirentÜ8 mibericorciiter in Domino rsl:lX3mn8. Dutum in lennilcen knno A ciie c^uiku8 luprs, in Quorum siäem ügiUum noltrum presentibu8 eir appentum. ^ Lpilcopu8 1. In dem Jahre 1430. war Herr Johann 8cri- ptor oder Schreiber Pfarrer zu Tennicken und Lenffelfingen, welcher mit Peter Blumeli dem Edelknecht 2287 Uterkwürdigkeiten. kriecht einigen Streit gehabt, worbe» dem Zcnptor auferlegt worden, abwechslnngSweise in diesen beyden Kirchen alle Sonntage die Meß lesen; Die Sebiedrichter waren, Friedrich Schilling, Ulrich Im Hof der Nähten, und der damahlige Stadtschreiber von Basel, Johannes. Es scheinet die edcln Blümlein Herren zu Wal« tenheiin nnd Eschen;, haben auch einige Züchte zu Tennicken gehabt, so die Kirche angegangen, vielleicht waren ßc fan-om l-^LleliL; die Docmncnten der Kirche zu Termichen zeigen, daß sie allda auch viele Güter gehabt. In dem Kapitelbuche des SißgönS wird rieben Herrn HanS Schreiher auch Herrn Peter Sprengers als Kilchherrn gedacht. Als Prediger sind diftr Kirche fernerS vorgestanden : Is28. Rudolf Großkopf. Johannes kiliopeuL. Abraham ^länZui;. Lu5ebiu8 Martin ward ! 55 >o. nach St. Leonhard in die Stadt berufen. r; 89. Jacob Häl. 1628. Fw« 1288 Historische 1628. Friedrich Koch / genannt Eßig. i6>z. Jvh. Iae. Meyer, ward .Helfer an der Kirche zu St. Peter zu Base!. 1667. IVI. Jercmias Braun. i680. I. Jac. Battier, gewesener Gemeiner Helfer zu Basel. 1685. iN. Ioh. Jacob Ubelin. 1707. iU- Ich. Jac. Wolleb. ^741. Hr. 51 . Simon Battier. Der Zchnden allhier in Frucht, Wein und Heu, bezieht der jeweilige Prediger zu seiner Besoldung; den Zchnden von den Rütinen aber das Schloß Farnchurg. Man findet aufgezeichnet, daß die L. Stadt Basel um das Jahr 1450. den Quart des Zehndeus atl- hier, dem edlen Hans von Tsthoppel und dessen Gemahlin Catharina von Mörsberg für ihre Lebenslage zu nutzen überlassen, mit dem Bedingnisse, daß sie hingegen alle Briefschaften darüber einliefern sollen. I Ulerkwürdigkeiten. 2289 Natürliche Uptinger Wad. ,Lhier befindet sich ein Bad, so dieLands- leute vorzeiten sehr oft nnd viel gebraucht haben. Scheuchzer gedenket desselben in seiner Naturgeschichte des Schweitzcrlan- des; Wagner aber verkennet solches mit Ettingeu einem Dorfe nicht weit voll Fliehen gelegen. ^ Dises L2AO Natürliche Discs Dadwasser entspringt in einer Flue oder Felsen aus Müllften genannt, rind wird von dorten bis in die Mahlnmhlc in: Dorfe geleitet. Der gelehrte und durch viele Schriften sehr bekannte selige Herr Theodor Zwinger OoAor und ?rot auf allhiesrger hohen Schule,hat die Kräfte difte Wassers wol untersuchet und nachfolgende Beschreibung davon hinterlassen. ÄM'voor Dr. lind Pros. Prüfung des in RauchEpringm entspringenden mineralischere Daadwassers. ^^^Wecn Kruge voll, des n> Rancheptingen den 19. sunii 1693. gefaßten Mineralwassers wurden damahls probieret und folgender gestalten befunden. r. Schien discs Wässer zimlich klar und larr- ter, jedoch nicht durchaus so crystallinlanter, wie ein ander reines Brunuwaffer, sondern es zog sich etwas auf weißliche Farbe. Woraus denn nicht schwer abzunehmen war, daß es ein mit mineralischen Teiler» vermischtes Wasser sey. 2. Ver- 22yl Merkwürdigkeiten. 2. Verspürt mein in disem kalt entspringenden Badwasser keinen merklichen Geruch, wol aber einen geringen etwas ranchlichcn zlissmmeuzichenden Geschmack, welcher glauben oder muchmassen n,achte , das Wasser scp rnic einem subtilen Alaunsalze verbunden und begäbet. z. Ließ eS nach dem Abranehen eine kalkichte Matcrp und Substanz zurücke, in welcher zugleich das aluminöstsche, irdische, rauche Wesen neben sehr wenig subtilem Schwefel verborgen schiene. Aus welchem allem nun kau geschlossen werden, baß di- seS Mineralwasser von nicht geringern Kräften und Wirkungen sey, als andere in der Nabe bekannte und besuchte Bäder. Denn discs Wasser innerlich getrunken reiniget und säuberet alles unreine Blut, versässet und miltert die scharfen Feuchtigkeiten, verhütet oder eröfnet auch allerhand Verstopfungen der Leber, des Milzes und der Nieren, auswendig durch Baden kau cS ebenfalls feine Tugenden und Wirkungen bringen. Es kau nemlich die Mattigkeit der Glieder wegnehmen, Kraft und Stärke in die von der Gleichsucht oder andern Krankheiten geschwächten Glieder flössen, Rande, Sehübigkeit und Beis- scn der Haut heilen, Wunden und Gcü'hwiere saubern und zur Heilung leiten, Geschwülsten verteilen, kalte Fieber und Wchtage vertreiben, die Eß- lust befördern, die erkältete Mutcr stärken, Sand und 2292 Natürliche und Schleim der Nieren und Harngänge ausführen , die monatliche Reinigung der Franensbilder in Ordnung dringen und endlich dem Auszehren und Serben der Kinder widerstehen, indem es so wol getrunken, als gebadet die Verstopfung der Ge- grösadern und Drüse öfnet, den gestockten und versessenen Schleim auslöset und zum Fliesten bringet und dadurch den ganzen Leib Wider zunehmen läßt. Es ist uns ein Exempel im Gedächtnisse von einem Knaben, der zimlich lange über dem Knie eine Geschwulst hatte, die sich zuweilen vergrößerte und auch wider minderte lind daher nach unserm Erinnern mehr oder weniger Spannen und Beschwerlichkeit im Gehen nnd Bewegen verursachte, auch auf verschiedene gebrauchte Mittel sich wenig änderte. Diese vcrlohr sich gänzlich, nachdem der Knab etliche Wochen sich des Raucheptingerbaades, wiewvl mit Einkochring der Ameisscnsäcklcin, bedienet. Wir achten es also für Schaden, daß dieses Mineralbaadwasser nicht mehr probieret nnd gebrauchet wird, als bisher geschehen. Ganz glaüb- lich ist, daß öfters viele Leute sich in andere benachbarte Bader begeben, von welchen sie doch die Wirkung und den Nutzen nicht erlangen, den sie nach oben erteilter Prüfung und Erzählung von den« Rauchcptingcrbaade hoffen und haben könnten. Das Merkwürdigkeiten. 229? Das Dorf Eptingen ligt an dem Fuße des Ge^ bürgs ; die Felsen und Berge, so solches umgeben» sind sehr steil und hoch. In den Tiefen oder Grachen der Berge und Felsen gibt es Plätze, ällwo das ganze Jahr der Schnee und das Eis nicht schmelzet. Die alten Einwohner dises Dorfs gedenken auch einer Aanberhöle, allwo dergleichen Leute sich sot> len aufgehalten haben. In difen Felsen und auf den Bergen, hatten vor« Zeiten viele Naubvögel ihren Sitz, welche ab.er,da ein Preis auf sie gesetzt ist, sehr abgenommen; noch vor >0. Jahren chamen viele Frenrde HMr, welche besonders die hingen Steinadler aufzukaufen suchten. Zzzzzzz Bevor 2294 Natürliche Bevor dise Thiere zum Teile ausgerottet worden , so schwebten sie allezeit nm die Wohnungen herum, und nahmen das Geflügel, junge Schafe und die jungen Hunde weg, und öfters haben sie auch die umgen Kinder, so vor den Häusern gelegen , angestoßen. Zwischen RauchEptingen und Dieckten nahe an dem Bach ist ein sehr schöner Wasserfall. UM Natur- Merkwürdigkeiten. 229s Natürliche Merkwürdigkeiten Von Tennicken, Dreckten u. RauchEptmgen. Wir können in Lählern, auf Bergen und Höhen / In lieblicher Büsche bcfchatlclmi Pracht, Aufs deutlichste sehen: Ein GOtt sty hier, der alles macht. Nr. eV Enn man von Sissach seitwerts im Tah> le, durch Zunzgeu eine halbe Stunde weiter gehetso könrM man uriver- merkt in das Dorf Tmnickcn, welches Zu; UZ r zwar 2296 Natürliche - ; zwar nicht groß, aber verschiedener Dinge wegen vor andern merkwürdig ist; denn es Hat nicht nur trcflich frisches, kaltes und reines Brunmvasser, sondern es gibt allda bey guten Jahrgängen auch sehr guten rothen und weissen Wein. Es hat um dises Dorf sehr angenehme und liebliche Spatzierwege. Man findet »Verdis da herum überaus schöne und zimlich rare Versteinerungen, sonderlich in frischaufgedeckten Lettgrnben; ein manch schönes Stück derselben hat durch die Hand des jetzigen wol meritirten Herrn Pfarrers allda, unsere Stcinsam- lung nicht wenig bereichert. Es hat ferner Tenni- cken so wol als Sissach keine geringen Vorteile, daß selbige mitten zwischen vielen andern nicht sonderlich weit entfernten Dörfern ligen, folglich in Handel/ Wandel und Umgänge viele Bequemlichkeit haben. Auch zum Jagen kan Tennicken dis Vorteil verschaffen , daß man nemlich ohne weit zu gehen und also ohne sich sonderlich zu ermüden, in der rudern Jag- de öfter ohnfchwer ein Häßgen nach Hause nehmen kan. Rcbhüner, Schnepfen, Wachteln, Gramets- vögcl, Halbvögel, Mistlcr, Amseln, Lerchen und andere gibt es zwar auch in disen Gegenden, jedoch so viel nicht, als etwa an andern Orten. Es lassen sich zwar aus der Mittel-Jagde oft Rehen, selten aber aus der hohen Jagde einige wilde Schweine und Hirschen sehen, die etwa aus benachbarten fremden Herrschaften sich verlaufen und in dise Gegend gezogen . Merkwürdigkeiten. 2297 gezogen haben; diseS aber ist nicht von Tennicken alleine, sondern auch von den folgenden noch nicht beschriebenen Gegenden zu verstehen. In den, Kraü- ter-und Pflanzenreiche bemerken wir in disen Bezirken überhaubt schöne und fruchtbare Felder, fut- terreiche nnd gute Wiesen, allerley Obst und Gartengewächse ; des Weins haben wir oben schon ge* dacht; die Reben find an einem Berge zunächst bey Tennicken gepflanzet. An Holze ist diser Orte auch kein Mangel, denn die Wälder seyn da noch zim- lich schön und gut von Eichen, sonderlich Buchen, Tannen ,yid Fichten. Ein.Kraüterliebhaber kan also hier vielerlei) Feld - Wiesen - Wald - Berg - und Gartenkraüter samt Mooß und Schwämmen finden und dieselben zum Lobe GÖttcs betrachten und mit vielfältigem Nutzen für Menschen und Thiere gebrauchen. Wir haben z. E. schon in dem Aprile bey Tennicken und Dieckten blühen gesehen: ^brrum, 8MicuI.VÄerigu. Irifol. aLetob- krimul. ver. oclor. Llnoclor. 8i§ill. 8Ilomou. Vlol. msre. öell. niüi. 6Iobul. kraZar. TLMxaL. Lurt. palt. Laräamin. LuZul. Veron. spur. kerviuL. Lcbluur. 8corp. ?u1- rnou. sol. Lcbü. bleib. ?ar. bleö. terr. ^Illar. 6ro5- sul. kol^ZLl. ^lcbimill. Lrue. birs. Larbar. Lrrun. prat. spie. llav. L^per. spic. semiu. äc lionZ. Lc. Jm Mayen und folgenden Monaten. Anf dem Böl- chm: Rothe nnd weisse MauSöhrlein, Bergkrefle, Schlüsselblümlein, Bergsanickel oder göldencGünsel. Zzzz zzz 3 Aul 2298 Natürliche Ausrenken: Meerhirß, wilde Ermessen, Steine leberkraut. Am Gemaüere des Schlosses: Ver- sebiedene Arten kleine Hauswurzen. Welche alle schon in vorhergehenden Stücken an ihren Orten zu finden lind deswegen itzo nur obenhin berühret worden. Wird nun wol jemand zweifeln , daß in den folgenden Monaten, auf den Anhöhen und Bergen, so diese Gegend umschliesscn, allerhand in vorhergehenden unsern Abhandlungen hin und wider schon verzeichnete Orclüöes, UeUeborinen und andere Al- pcnkraüter anzutreffen seyn. Man karr etwas ar, tiges beobachten in Ansehung der Orckiö. und ?o1/- Ml. Wir finden nemlich sehr selten einen Ort auf Bergwayden und Anhöhen, da nicht, wenn sich die kolygalL oder Creutzblumen zeigen, in der Nähe, gemeiniglich etwas erhabener Orte Orckläs?, sonderlich frühe und zu gleicher Zeit blühende zu sehen seyn, also daß selbige gleichnißweise den Vortrab dieser fürstellen und folglich Wegweiser seyn, für Kraütler, die OrcIüäe8 suchen und betrachten wollen; denn es ist bekannt, daß es ungemein curiöse Arten derselben gibt: Z. E. mit Blümchen, wie nackende Menschen, Affen, Hummeln, Mucken, Spinnen, Sommervögelchen und dergleichen. Der Ramsel oder Creutzblumen, die auf den Bergwiesen da und dorten zimlich haüfig stehen, Wurzeln in der besten Zeit gesammelt, gedörret und zu Pulver gebracht, werden nach des Hochgelehrten OeoSroys Meldung 2299 Merkwürdigkeiten. Meldung in dem wahren Seiteustiche mit guter Wirkung zu 12 . Granen gegeben; doch bemerkte man davon nicht so viel Auswurf/ als bey gebrauchter kaäice keneka, so von einer Art Amerikanischer Creutzblume ist: wie davon mehrere iu6Lorr-lov Alater. Aleäic. Theodor Zwingers Hlelitl'. Lottill. neuester L6it. lrnd einer Oiüertzcion cle Lach'ce 8e- nelv3 kan gelesen werden. ES ist bey uns was langsames' und saumseliges / daß man dergleichen Mit, tel, die anderwertS schon mit guter Wirkung in der Hcilkuust versucht worden, nicht gleichfalls prüfet und gebrauchet. Wenn man in disem Stücke steift stger zu Werke gehen wollte/ so könnte man sich oft ausländischer und kostbarer Arzneyen entaüssern und mit dem Gebrauche itiulandischer Mittel zufrieden den gleichen Nutzen erlangen. 2 Zoo Natürliche Von den erstemerungen Ich habe Land gesehn, das aus dem Meer entsprungen,- Das fern von, Ocean noch Muschelwerk bedeckt, Wo auf dem höchsten Berg noch oft ein Anker steckt. Seneca. das Lehrgebäude, welches der berühmte F schwedische Gelchrte Herr luiEvs ange- nommen und in einer besondern Abhand- ltntg seinerSchriften zu befestigen getrachtet hat, daß nemlich der Garten Eden eine Insel, übriges aber alles Wasser auf unserer Erdkugel gewesen, einen wahrscheinlichen Begriff geben kan,warum man aller Orte Versteinerungen von Meersgewächsen findet; so erfordert der Zweck unserer gegenwärtigen Abhandlungen, auch dise Meinung qll- hier etwas Wetter auszuführell. - - ' Er vermeint alles nunmehr trockene Land sey im Anfange der Schöpfung unter Wasser gestanden und von Merkwürdigkeiten. szo r von dem ungeheuren Ocean bedeckt worden, äußert der Insel, auf welcher alle Thiere gewohnt haben und alle Pflanzen gewachst-! sind; Dem Adam und Eva habe der grosse Schöpfer das sogenannte Paradis auf diicr Insel zur Wohnung angewiesen, und alle Thiere befand!'» sich darinnen, hiemit auch alle Insectcn , folglich auch alle Pflanzen, von welchen alle dise Thiere sich nähren. Hiemit war in dem Paradise wie mir ein Par Menschen, V von fedem Geschlechte der Thiere und Pflanze.» auch nur ein Par, wo aber ein Geschöpft vereinte Geburtsglieder erhalten hatte, nur ein einzeles. Diser Gelehrte muhtmasset ferners, daß nach dem Masse als sich dise lebendige Geschöpfe verweh, ret, auch dise Insel sich vergrößert und die Oberfläche des Wassers abgenommen habe; er setzet ausser allem Zweifel, daß das Meer fast aller Orte, von dem festen Lande zurückweiche, und merket an daß solches an verschiedenen Orten in Schweden, alle Zehen Jahre 4. Zolle s. Linien falle, so in 6006. Jahren 24c? Schue betrifc, welches einen ungeheuren Strich Landes möge trocken gelegt haben;. Und weil der Anwurf diser neuen Erde allezeit von dem Meere hergekommen, nohtwcndig auch Zr-ijzzz; viele rzor Natürliche viele Meerschnecken das neue Land müssen angefüllt haben, von welchen wir in den Versteinerungen täglich neueBeweise finden: hiemit nicht alles derGünd- flut zuzuschreiben, als welche sehr geschwinde entstanden und geschwinde wieder gefallen. Diftr Gelehrte suchet ferners zu erweisen,wie daß auf verschiedenen Wehten Gebürgen in Schweden, an den Wänden der Felse noch zu schell sey, wie hoch das Wasser gestanden und angeschlagen habe: ist dise Muhtmassung gegründet, sind die Ringe um die Felsen, das glatte eingebogenem dieselben, wo es horizontal laüfet, Merkmaale von Meersfluten, so kan ein fleißiger Naturforscher viele dergleichen Merkmaale in unserer Landschaft besonders in der Gegend von Eptingen bemerken. Es dienet nicht zu unserer Abhandlung umständlicher anzuführen, wie fich alle Thiere und Pflanzen, welche verschiedene Erdstriche erfordern, indi- ser einzelen Insel anfänglich mögen erhalten haben; damit wir aber auch in disem die Meinung des neun,licht vollkommen übergehen, so zeigt er an, wie man fich auf diser Insel nur etliche hohe Berge vorstellen soll, auf welchen bekanntermassen die Luft alle Grade der Wärme an fich nimmt, die derselben gemässen Pflanzen hervorbringt und die Thiere ernähret ; dessen zum Beweise ziehet er die Reißbe- schreibungen von Tournefort an, welcher unten an dem Merkwürdigkeiten: azoz dem Berg Aramt, worauf die Arche N§ah stehen geblieben, diejenigen Pflanzen gefunden, die in Armenien gemein waren; da er aber etwas weiter hinaufgegangen, diejenigen angetroffen, die er in Italien gesehen hatte; in dem weitem Hinaufsteigen, die um Paris herum wachsenden Vegetabilicn wahrgenommen, noch höher dicSchwedischen Pflanzen. Der zunächst an der Spitze gelegene und mit Schnee bedeckte Teil des Ararats aber, war mit denjenigen Pflanzen gezieret, welche man auf den schweitzerischen und lappländischen Alpen findet. Wir haben schon öfters angemerkt, daß per- schiedene Ursachen der Versteinerungen sind und nicht alle von einer herkommen; und neben difem so versteinern sich eben nicht alle Cörper und auch nicht alle Meerfchnccken; es kömmt darauf an, ob stein ein Erdreich kommen, welches derselben Bestands- teile erhält oder auflöset: In den Varietes liickori. und krot'. Friedrich Zwingers, welche in dein Dritten Teile der^clorum Kefvet.Lalil. enthalten ist, welcher mit seiner geschickten Feder eine sehr genaue Beschreibung der Achaten des Dicckterthals angefüget ; >cine freundschaftliche Beyhülfe hat uns alle Beschreibungen der Kräuter, und Hellwacher zu disem unserm Werke gütigst mitgetheilet, und noch anbey vieles durch seine Käntniß unserer Landschaft beygetragen, mit welcher Er bis zum Ende fortzu- fahren belieben wird. Aluiculites innumeris Llvitalllürtlonibu? inäuÄu8. Der Schneck sitzet in einem sehr harten Steine und ist mit unzehlich vielen kleinen Crystallen überzogen ; das jalzichte Wesen des Schnecke kan hierzu vieles beygetragen haben. /. Ein kleinerer Museulit, welcher auf allen Seiten über und über mit Crystallen überzogen und gleich einer candirten Frucht aussieht, wie sie aus des Zu^ ckerbeckers Händen kommt. r». tt. 0. />. Oor- Merkwürdigkeiten. 2; ir r-r. 0./. Lomua ^inmonis Die Abschilderung von jsteiir sehr schönes Stücke, so auf scmen Erhöhungen Warzen hat und glänzet wie ein gelbes Metall. ,r. 0. sind eine Art Posthörnlein und eiseiiartig. Dise von Schwefel und metallartigen Dünsten angefüllte Schnecken werden in den Eiscngruben zu Direkten gesunden; Die crystallisirte aber geineinlich in dein Sande, so von den Felsen herabfällt. H. Achates, cchus caviuwes formoüs L>.iltalli5 replcti. Dise gelblichten Achatsteine, so am Renkenberg gefunden worden, haben in ihren Höhlungen sehr schöne Crystallen, und der Achat von §, dessen Erystall grösser als in , aber nicht so schön glänzend, hat in der Höhlung, wolein Crristall, einen ganz rotbe» Grund, worauf nnzehlbare selw kleine glänzende Dllpfen sitzen, welches Zweifels ohn der Ansatz der Erystallisation ausmacht. Betreffend die übrigen Gattungen der Versteinerungen diser Gegend, so sind solche sehr zahlreich, ich beziehe mich hierüber anf vorgcmelte Abhandlung des Herrn krof. Friedrich Zwingers und füge nur noch bey, Daß Aaaa aaaa 2 rzi2 Natürliche Merkwürdigkeiten. Daß der Ltites luteus oder gelbe Adlerstein, dessen äussere Flächen ganz rauch und uneben sind, bey den Erzgruben auf dem Felde zu Dreckten öfters gefunden werde. In den physischen Abhandlungen der Akademie zu Lononü, sind die verschiedene Untersuchungen aufgezeichnet , welche Herr I. Barthol. über die Phosphoren gemacht hat; da er alle Arten Steine von der Sonne erleuchten selbige joden» in die Finstere gebracht und beobachtet, ob sie das Licht einige Zeit behalten, worauf er denn über je, den Stein seine ZUmmkungen ob und wie lang er das Licht behalte, anbringet und besonders von den gelben rauchen Adlerftcincn meldet, daß sie das Licht in sich schlucken, einige Zeit in der Finstere behalten und länger leuchten als andere Steine. _/ x .5/^ MMM MU N^UW r> ^«--.i. E d- MÄ^ L ^. ^LL/t5,LLL^//L? AM i-Ech i.ri- - MUMM ^>71^ WLK MS SMZ 1 Nno ^ 8«IM^ s I^L^^IOLLL 2813 S^eHL^ 'Vjä/, ^>^*7 <»cr^Ks; ? r > > i MWU > W« l l.'.'.L^:-!-!i^ M.: MÄ OU.^ W«^ M- MM-D !«W^WO EM ^LÄ WM SM l«LL Z«^ 8RÄ8EE«MW^ K«H8 -MWK M« Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher XX. Stück. Rede, wilst du weife seyn , oft mit den vergangnen Jahren, Suche doch mit ernstem Fleiß jede Nachricht zu erfahren. Loung. Basch beyEmamiel Thmrieysm, 1761. >-*M^W Historische MerkwUiigketlcn Von den Dörfern Arisdorf, Herrsberg, Olsberg, wmterstngen, Nußhof, Buus und Meisprach. V Historische Merkwürdigkeiten. szi? Mrisdorf ein grosses und angesehenes Dorf, oberhalb Angst und Gibenach, an den Gränzen -er Herrschaft Rheinfelden oder des Fricktahls gelegen. Weil Ariovist ein berühmter König der Deutschen zu den Zeiten des römischen Heerführers In- s8 A z lins rzi8 Historische lius Cäsar über den Rhein gegangen und einen Teil der daran gelegenen gallischen Provinzen unserer Gegenden, erobert; so ist es einigen Gelehrten ein- gefallen/ diser großmüthige König Ehrmvest möchte auch um die Gegend von Arisdorf einmal sein Lager aufgeschlagen haben, und dises Wort soviel als ^riovilli Villa bedeuten. Andere aber vermeinen, Arisdorfheisseso viel als ürnollli vM; nachfolgende Erzehlung wird dartuhn, daß dises Dorf auf verschiedene Weise genannt worden sey. Noch niemand hat sich die Mühe gegeben, die alten Besitzer dises Orts ausfündig zu machen; gegenwärtige Abhandlung wird von denselben eine genügsame Erlaüterung gehen. HemriLU8 Villicus civi8 I.u6ovici Loinitin lle Vroburcll in oppillo ^aläenburcll , hat den s. Weinmonat des Jchrs 1264. einige Güter in vills ärnoiliorb gelegen, dem Kloster Olsberg verkauft. , Diser Graf sechsten hat nachwerts als den i8. Heumonats des 1266. Jahrs seine Huebe zu Arn- storf, welche Johannes Amme Grabun, Heinrich dessen Bruder und Heinrich in der Vlaterschuppe baueten, diesem Kloster ebenfalls kaüflich überlassen; unter den Gezeugen war^ernlleru 8 vllllcu 8 6 e Hrmäork und Lurcll2rllu8 lle RiZolrviler. Graf Merkwürdigkeiten. 2Zl- Graf Rudolf von Thierstein bewilligte den 7. Ienner des Jahrs 1275. dem Volmsr villico üio 3puä Lrlsäorf fünfJucharten seiner Güter zu verkaufen. Als den 4. Wintermonats dises Jahrs Graf Ludwig von Froburg mit dem Kloster Olsberg einen Güter-Abtausch getroffen / waren nebst andern Gezeugen diser Handlung: Reinbold von Eptingen Nile8 , Heinrich villicu8 äe >^aläenbur§ und Werner viUicu8 äe ^rusäorf, deffm vorhin schon gedacht worden. Aus vorerzehltem ist abzunehmen, daß die Gra- ! fen von Froburg und Thierstein Güter und Rechte ! in disem Dorfe müssen gehabt haben; die Besitzungen der letztem waren aber die wichtigsten. Graf Ulrich von Thierstein verkaufte in dem ^ Jahre 1 z 19. die Leute und Güter zu Arensdorf und ! den Vierten Theil, Zwing, Banns, Gerichts, Korn i und Pfenning Gelts, mit Reben, Holz, Felde und allen Rechten, wie er solche von seinem Vater sel- ! Graf Rudolf vor; Thierstein und Uro Adelheit sel. i von Klingen, dessen Ehefrauen, seinen Voreltern, j hergebracht hatte, dem Ritter Heinrich von Her- tenberg um Achzig Mark Silber Baselgewichts; , f8 B) 4 In 2Z20 Historische In welchen Verkauf Graf Walraf von Thierstein, des Grafen Ulrich Sohn eingewilliget hat. Das Instrument ist gegeben zu Bastle an dem nächsten Montage nach der Pstngftwuchen vorgemeld- ten Jahrs. In dem Jahre i Z42. waren Bescher von Aris- dorf: Graf Otto von Thierstein, Cunrad und Härtung von Hertenberg, vermuthlich vorgemel- ten Heinrichs von Hertenberg Söhne; zwischen welchen und dem Kloster Olsberg, wegen der Bannfcheidung , ein Anstand stch erhoben; diese mißhelligen Parteyen hielten für das beste, den Streit durch Schiedrichter gütlich beylegen zu lassen ; vorbenamste Befitzer von Arisdorf und die Baursame des Orts erwehlten ihrer Seits Heinrich Münch von Münchenftein (den nran Rinegeli nannte) ein Ritter, und Heinrich Negeli Vogt des Grafen; das Kloster ernamste Heinrich vonSchlien- gen den Wirth und Bürger von Basel und Heinrich Meli Bürger von Rheinfelden; zu dem Gemeinen oder Obmann ward der Ritter Cunrad von Bärenfels ausersehen, welche den Anstand untersuchet und nachfolgenden Personen aufgetragen haben , die Bannscheidung nach vorhin abgelegtem Eyde, auszumarchen: Dem Cunrad von Lengson, Cunrad dem Keller von Olsberg, Werner dem Meister, Cunrad dem Merkwürdigkeiten. 2z 21 dem Schaffner, Heinrich dein Gütermeifter und Bruder Burkhard Brudern des Klosters. Unter den vielen Bezeugen waren: Burkhard von Rickenbach, Heinrich Schnöweli von Äugst, Johannes Hetze! von Fülinsdorf. Eine andere Urkunde von dem Jahre 1 zs2. den nächsten Montag nach St. Johannes-Tag zu Sun- nengicht gegeben/ zeiget: Daß, als Johannes von Watweiler Schuldheiß zu Basel zn Gerichte gesessen , vor selbigem erschienen Graf Ludwig von Thierstein Sänger der Stift auf Burg zu Basel, verbeyftändet mit Cunrad Münch von Landskron dem Ritter; Namens der edlen Frauen Verena von Nidau des edlen Junkers Graf Simon von Thierstein Gemahlin, welche ihre Ehesteuer auf Aris- dorf zu fordern hatte; und verkaufte allda in dem Gerichte Herrn Werner dem Truchsässen Domherrn zu Rheinfelden, Cunrad von Bärenfels und Ru- man von Keiserstuhl, um Einhundert Mark löthi- gen Silbers, den Vierten Theil des Dorfs zu Aris- dorf, mit Zwing, Bann, Leuten, Gütern, Pfenning Gelt, Korn, Weingelt, Holz, Vifcherr- zen, Mühlenen, Zehnden, Steuern, Gewerf, Ehrsatz und allen Rechten; f8 A 5 Die rzrr Historische Die Gezeugen oder Richter waren: Hilbolt Freister, der älter. Otto von Schliengen. Dietrich Münzmeister, den man nennet Eriman. Leonhard zur Sunnen. Werner Rote. Heinrich Seevogel. Claus Berner, der älter. Heinzmann von Diessen. Peter Mech. Claus von Hüningen. Burkhardt von Bertlicken der Grautücher. Albrecht von Zelle. Johannes von Jtingen. Werner Trutman. Heinrich Walch. Johannes von Flachslanden, 1 die Ammanne Heinrich Vögeli, ^ zu Basel. Gebm vorgemelten Jahrs den nechsten Montag, nach St. Johannestag zu Sunnengicht. Zu gleicher Zeit hat vor dem Official des Hofs M Basel Frau Clementia von Menberg die Wittib Graf Otto von Thierstein sich erkläret, daß sie ihre vollkommene Einwilligung ertheile zu der Verköm- «is, welche Ludwig von Thierstein Sänger der Stift Merkwürdigkeiten. 2z 2z Stift zu Basel und Graf Sigmuud von Thierstein wegen einem andern Vierter: Antheil au Arisdorf getroffen und aller ihrer Rechte auch auf das Reb- Gelände sich begebe. In dem Jahre i z?7. haben Ulrich der Ritter und Peterman von Bebelheim Edelknecht Vater und Sohn, ihren Vierten Antheil an Arisdorf, wie ihnen solcher von Hartman von Hertenberg zugefallen, dem Lütold von Bärenftls Ritter um Zo fl. von Florenz zu kaufen gegeben; das Jnstrrr- ment hierüber ward zu Bafel errichtet. Es ist ganz vermutlich, daß als der Graf vor: Thierstein dem Hertenberg den Vierten Theil dieses Dorfs verkaufet, er Hertenstein joden» difen Antheil wieder dem Grafen übertragen und er der i Graf solchen sodenn dem Hertenberg für sich und seine Erben zu Lehen gegeben hat; ! Solches war in damaligen Zeiten die übliche ! Gewohnheit grosser Herren, sich Gelt zu erwerben, i ohne den vollkommenen Verlust ihrer Lande zu lei- i den, da die Lehengüter doch einmahlen dein Lehen- ! Herrn wieder zurück fallen konnten. Der Hertenbergische Vierte Antheil war in dem Jahre iz 81. schon in Zween Theile abgetheilet; den einten davon besaß Cunrad von Hertenberg der Edel- 2Z24 Historische Edelkn-cbt, welcher solchen von seinem Vater gleichen N . .ens ererbet hatte; er verkaufte Visen seinen Achten Antheil an Arisdorf, in vorgemeltem Jahre, mit Bewilligung Graf Sigmunds von Thierstein des Lehenherrn, an den Ritter Lütold von Bärenfels um Einhundert Gulden von Florenz , mit Vorbehalt der Wiederlösung. Hügelin von Hertenberg des obigen Bruder, wollte also seinen Antheil nicht länger behalten, und vertief ihn zwey Jahre hernach an der Lichtmeß , mit der nöthigen Einwilligung ebenfalls vorgelochtem Lütold von Bärenfels, und begab sich anbey des Zugrechtes auf feines Bruders Antheil. Der Sohn des Lütolds war Arnold von Bärenfels; seine Voreltern hatten, wie wir bereits angemerket, schon verschiedenes von Arisdorf an sich gebracht und diser ward in dem Jahre iz8?. von der Gräfin Verena von Thierstein, Wittwe des Grafen Sigmund annoch mit einem Vierten und einem Achten Antheil an Arisdorf belehnet. Als aber diser Arnold von Bärenfels wegen Schuldanforderung, so der verstorbene Graf Sig- mund und dises seine Wittwe ihine zu thun waren, keine Bezahlung erlangen konnte; so ließ er das Gericht zu Arnoldsdorf versammeln; Werner Schönli war Meyer und -er Stabsführer, Als nun Merkwürdigkeiten. 2325 nun der von Bärenfels seine Anforderung und - Ansprach vorgebracht und das Gebot Dreymal l nach einander der Gräfin auf ihre Beste Farns- , bürg angezeigt worden; nieinand aber ihrerwegen > in dem Gerichte erschienen; so ward der Arnold - von Bärenfels in die Rechte der Gräfin, zu Ar- nolsdorf eingesetzt: , Das Urteil ist gegeben Montag nach der Oster- , Wochen des iz88. Jahrs und mit dem Sigill - von Liestal bekräftiget. In dem Jahre 1408. hat Graf Otto von Thierstein Herr zu Farnsburg den: Arnold von Bärenfels Ritter einige Kornzinfe zu Arisdorf fal- end, verkauft. ) l > Uud zu diser Zeit waren schon alle Rechte vor- gemelter Bescher, den Grafen oder den edeln Bärenfelsen entweders Lehms-oder kaufsweise zugefallen, also daß ausser ihnen niemand mehr einige Ansprache an Arisdorf hatte. Aus einer Abschilderung von alten Sigillen - ! der Edlm dieser Landen, ist uns ein Heinrich von > Arnoltzdorf bekannt wordm, ein Ritter, der in ' l dem Jahre 1418. gelebt habm solle; ob er zu unserm Arisdorf gehöre, ist noch zu untersuchen. Hier- 2Z26 Historische Hierbey gehet die Abzeichnung seines Wappens. Nach dem Tode Graf Otto von Thierstein, Herm zu Farnsburg, fiel dise Burg und Herrschaft an seine Großsöhne die Freyherren von Falkenstein ; Die Söhne vorgemelten Arnolds von Bärenfels, Arnold von Bärenfels Ritter und Adelberg von Bärenfels übergaben in dem Jahre 1446. dem Hans von Falkenstein Ritter und Junker Thomas von Merkwürdigkeiten. 2327 von Falkenstein Gebrüdern Herren zu Farnsburg, zu einer ewigen Gabe ihre Drey Teile der hohen Gerichte zu Arnsdorf, also daß die Freyherren über das Blut richten mögen; was aber den Frevel von Einig, Bann und Marchsteinen be- trift, so sollen die Bärenfelsen mit den Freyherren darüber zum halben zu richten haben. Hieraufhaben dise Freyherren noch in gleichem > Jahre den Gebrüdern von Bärenfels ihren Vierten Teil an Arnsdorf als ein Lehen verliehen. In dem Jahre 1464. hat Hans von Bärenfels Ritter mit Herrn Veltin Schloßherr zu Nü- wenftein einm Abtausch wegen den eigenen Latten getroffen. Neben vorgemelten Besitzern von disem Dorf, ! hatten auch noch andere allhier eigentümliche Gü- > ter: In dem Jahre 1472. verliehe Hans Bern- , > hard von Eptingen einem Landmann seine Güter , > um ein Vierzel Haber und 2. Hüner jährl. Zinses. ^ Vorgemelter von Eptingen, Hemman Truch- i säß der Ritter und Hans Blattner der Probst zu , ! St. Man besassen gleichfalls einige geringe Zinse, welche von Rudi Ringelin herkamen; da aber alle dise z. Personen, als der Probst, der voll Eptingen und Truchsäß solche ansprachen, so ward darüber 2Z2Z Historische darüber ein langer Rechtsstreit geführet/ welcher in dem Jahre -481. zu Gunsten des Bernhards von Eptingen ausgefallen; dennoch wußte der Hemman von Truchsäß nachwerts eirie andere Urteil zu seinem Vorteil zu erhalten/ von welcher alsdenn der Edle von Eptingen, an Herren Hans und Cunrad von Bärenfels / als Oberherren des Dorfs / in dem Jahre 148 z. appelliret hat. Aus deme so bis dahin erzehlt worden / ist abzunehmen , wie die Edeln von Bärenfels steh den grölten Anteil von Arisdorf eigentümlich erworben und das übrige zu Lehen trugen; Einmal waren ste in dem Jahre 1520. vollkommene Besitzer dises Orts/ teils als Eigentümmer teils als Lehen- träger. Die Grafen von Thierstein Pfeffinger-Linie/ Pfalzgrafen der Stift Basel / maßten sich zwar an- noch der Vogtey zu Arisdorf an und gaben solche in dem Jahre 1524. dem edeln Ritter Jrmi Bürger von Basel. Allein, dise Vogtey war schon längstens abgegangen und allzeit in dem Namen der Bärenfelsen das Gericht besessen. Es scheinet/ daß um diese Zeit die Edeln von. Bärenfels gesuchet dises Dorf zu verkaufen ; der Ritter Lütold von Bärenfels / deine das ganze Dorf , Merkwürdigkeiten. 2Z2- Dorf durch den Tod seiner Bruder zugefallen war, eröffnete sein Vorhaben dem Herrn Sigmund von Falkenstein Freyherr» zu Heitberg, welcher als Lehenherr des Vierten Antheils in dem Jahre 1502. dre Einwilligung zum Verkaufe, doch mit dem Bedinge erteilte, daß der Edle von Bärenfels aus dem Kaufschilling andere Güter erkaufen und hernach solche wieder von Jhme zu Lehen nehmen solle. Als aber der Ritter Lütold bald hernach gestorben , so erteilte der gleiche Freyherr dem Adelberg von Bärenfels zu Crenzach des obigen Sohn eine gleiche Bewilligung in dem Jahre 1512. Es verzöge sich aber der Verkauf dises Dorfs bis in das Jahr iszr, als in welchem vorge- mclter Herr Adelberg von Bärenfels Herr zu Crenzach , mit Einwilligung des Freyherr» Sigmunds kraft der erteilten Erlaubnisse dem Löbl. Stande Basel verkauft hat : die Drey Dörfer, Ober- Mittel-und Nider-Arisdorf, mit allen und jeden § Nutzungen, Herrlichkeiten, Rechten und Zuge- hördten, Löten, Gütteren, Zinsen, Gülten, Diensten, Steuren, Gewerffen, hohen und rüderen Gerichten, Hölzer, Feldern, Reben, Wunn > und Weiden, Gebauens und Ungebauens ob und unter der Erden , Vischenzen , Weyern, Wasser und Wassemmzen, auch Wegen, Stegen und an- (8 E^j dem 2zzo -Historische dern Gerechtigkeiten und Zugehördten , den Schulden, so die armen Leute zu Arisdorf, von wegen den jährlichen Zinsen ihme schuldig geblieben; und hiemit alles so zu disen Dörfern Arisdorf gehört re. nichts ausgerwmmen. Das Instrument ist gegeben Freytags vor St. Martinstag des Jahrs >532. worbey disem Herrn Verkaüfer zugestanden worden, alle Jahre fünf Schiffe mit Brennholz aus disen Waldungen zu beziehen; in dem Jahre issi. waren durch einen förmlichen Tractat, dise 5. Schiffe auf z. Schiffe vermindert, und in dem Jahre 1621. auch die Nutznießung diser Drey Schiffe erkauft und bezahlt. Noch in gleichem 1532. Jahre ward von dem Löbl. Stand Basel dises Dorf in feyerlichen Besitz genommen, und selbiges der Landvogtey Farns- bnrg einverleibet; Weil es in den Grenzen der Landgrafschaft des Sißgöus ligt, so hat (wie aus vorhergehenden Stücken abzunehmen) die Stadt Basel in Ansehung der Oberherrlichkeitsrechten doppelte Gründe solche auszuüben; Mit der Herrschaft Farnsburg ist auch der Achte Anteil und die halbe Vogtey dises Dorfs erhandelt worden; Und 2ZZl Merkwürdigkeiten. Und die von Liestal haben allezeit den Besitzern von Arisdorf die Obere Jagd in dem Arisdörfer- Banne streitig gemacht; deswegen Herr Adelbert dorr Bärenfels, ohngeacht er Bürgermeister zu Basel war, von den Liestalern vor dem Rathe zu Basel verklagt worden, da denn dise behaupteten, daß sie Namens der Hoher: Obrigkeit von Basel als Landgrafen des Sißgöus, jeweil zu Arisdorf die Wild-Schwein- und Hirsch-Jagden angestellt, und so sie fremde Garn angetroffen, das Gewilde daraus genommen haben. e Als in dem Jahre 1560. die Burg Bischoffs- stein von den Edlen von Offenburg erkauft worden , sind zugleich einige Gefalle zu Arisdorf an die Lobl. Stadt Basel gekommen. Als in dem Jahre 1627. ein armer Bauersmann seinen Keller tiefer graben wollen , hat er einen Topf, mit silbernen Münzen angefüllt, entdecket, von dem Werth etlicher hundert Gulden; es waren alles Stücke einer alten bischöflichen Münze, so gemeiniglich Münchskopf benamset worden. Da in dem Jahre i§z z. die Kayf. und Spam Nischen Kriegsvölker in dem Frickthal eingerücket und die Grenzen nicht kannten, so kamen auch bey Los. Reuter auf Arisdorf; die Baßlerische s8 C) 2 Unter- !k st > szzr Historische Unterthanen , welche aller Orten auf ihrer Hut waren, erfuhren solches sogleich, daher einige Lie- staler, so denen von Sissach zu Hülfe gezogen und auf dem Herrsperg und Nußhof postirt warm, alsobald nach Arisdorf hinab gezogen, den eingefallenen Spaniern entgegen geeilt, solche aus dem Lande getrieben und 6. derselben gefangen genommen habm. Dessen ohngeacht, als in damaligen unruhigen und zügellosen Zeiten nachwerts in demJahre 16z 8. auch die Schweden in die Nachbarschaft von Äris- dorf gekommen, so hat es beyderseits Schläge abgesetzt , wodurch auch disem Dorf einiger Schaden zugewachsen ist. Aus den Schriften -es Jahrs 1669. ist abzunehmen , daß der Lobl. Stand Basel seinen Unterthanen das Tabacschmauchen, welches nebst andern Uebeln -er zojährige Krieg diser Orten eingeführet, abgewöhnen wollen; die Verbote waren aller Orten kund gemacht, allein nach dem Bericht des damaligen Obervogts auf Farnsburg konnte dises Schmauchen den Arisdörfern, welche demselben sehr ergeben waren, schwärlich abgewöhnet werdm. Als durch dm in demJahre 1664. mit dem Kloster Olsberg getroffenen Verglich dises Kloster sich Merkwürdigkeiten. rzzz sich aller Ansprache an einige in -isem Banne gelegene Waldungen begeben, und dise der Bauersame nunmehr sowohl wegen Bau- und Brennholz als dem Waidgang zu nutzen kommen, so ward indem Jahre 1669. diser Gemeind, wegen diser Nutzung, den gehabten Kosten und dem Kloster gegebenen Entschädigung, Jährlich 12 ttz 10 ß. dem Schloß Farnsburg abzustatten, auferlegt: In dem Jahre 1689. haben die hochlöbl. eyds- genoßischen Stände für gut erachtet, wegen den damaligen kriegerischen Zeiten, die Grenzen bey Basel mit eydsgenößischem Volke zu besetzen, deren Bezahlung so wohl Se.Röm.Kayserl. und Se. Königl. Majestät in Frankreich übernommen: naher Aris- -orf würd eine Compagnie von 200. Mann von Glarus unter Herrn Hauptmann Caspar Zwicki verlegt. Arisdorf ist ein sehr grosses in die Länge angebauetes Dorf, so wohl bevölkert ist, und sind seit i so. Jahren auch bey zo. neue Bürger darein aufgmommen worden; Es hat einen sehr guten Wein-und Ackerbau, auch eine fette Viehwaide, die Menge -er neuangelegten Wiesen und sogenannten Matten-Einschläge haben die Viehzucht sehr vermehret. Der oberste Teil -es Dorfs gegen den Weyern, ° s8 CH z wird 2ZZ4 Historische wird zum Creutze genannt, weil vorzeiten die Kapelle allda gestanden , welche dem H. Creutze gewey- het war, und darinnen alle Jahr einmal auf diesen Festtag Meß gelesen worden. Dis Dorf hat zu Unter-Beamteten, einen Untervogt und 4- Geschworne, worunter der Holz- Bannwarrift; Es hat auch sein besonderes Gericht, worunter Basel-Olsberg und Äugst gehören; Das Gericht besteht aus 14. Männern, darunter ein Gerichtsmann von Äugst ist; der Untervogt führet den Stab. Das Gefcheid oder Feld-Gericht wird mit 9. Männern besetzt, darunter einer von der Gemeinde Äugst genommen wird; Sein Wassenplatz ist beym Dorfe, worauf Basel-Olsberg und Heersberg sich anzufinden hat. Das Dorf hat eine Mahlmühle, und Neun laufende Brunnen tränken den grösten Teil seiner Einwohner; von der Beschaffenheit des Wassers ° bey dem Pfarrhause wird das Nöthige bey den natürlichen Merkwürdigkeiten vorkommen. Die Frucht-Gefälle, welche das Geschlecht der Edlen von Löwenburg ehmals allhier bezöge, waren 0 2ZZs Merkwürdigkeiten. c 'S i- l ren Lehen von der Löbl. Stadt Basel; als null der edle Herr Beat Anthoni Münch von Müllchenstein genarrnt Löwenburg / geweserrer Dompropft der hohen Stift zu Arlesheim, als der letzte seines Namens und Stammens in dem Jahre 1759. gestorben / so sind dessen von dem Löbl. Stand Basel getragene Lehengütter allhier und an andern Orten der Stadh als dem Lehenherrn wieder zurück gefallen/ und den 16. Aprill 1760. diese Frucht-Gefälle dem Kornamte zu Lieftal einverleibet worden. Die in disem Dorfbanne liegenden Waldungen sind: Der Ramspurg, so zum Teile eine Weitwaide ist, hat schöne Eichen, der eingeschlagene Teil ist ein Allswachs von jungen Büschen. Scheurhalden hat Buechen. Hagendorn, eine Weitwaide, so Elchen, Buechen und Fichtenholz hat. Aileten ist ein buechener Hau. Langenburch hat Buechen und Fichten. Dumbert, hat schöne junge Eichen, Fichten und Buechen. Dumbertrütin ist eine Weitwaide nüt Eichbaumen besetzet. Das Bärenfelser Holz, hat Eichen und Buechen. sr 'ü l 8 EU 4 Von 2ZZ6 Historische Von der Kirche zu Urisdorf. MM« 8 ^eil in -er kleinen Kapelle -es H. Creutzes , welche zu Aris-orf stund, nur zur Seltene der Gottesdienst verrichtet worden, so gierig dise Gemeinde bald zu Kaiser-Äugst, bald zu Lieftal pder Lausen zur Kirche, ihre Todten begruben sie zu Äugst. Vurkhard Gugelin Bürger von Basel und seine Ehefrau Margreth Engelmann verqabten in dem Jahre 1490. diser Kapelle 2. Vierzel Korn jährlichen Zinses, damit nach ihrem Absterben jährlich Merkwürdigkeiten. 2ZZ7 lich für sie und ihre Anverwandte eine gelesene und eine gesungene Jahrszeit möchte gehalten werden. Vogt, Geschworne und Kirchpfleger zu Aris- dorf verbanden sich hierauf diser Stiftung nachzukommen , oder eilte Vierzel davon dem Löbl. Spit- tal zu Basel abzutreten; ihre Schrift hierüber ward mit Herrn Hans von Bärenfels Ritters, Besitzer des Dorfs und Bürgermeisters zu Basel, Jnsigel bekräftiget; Doch muß dise Jahrszeit alsobald einen Anstand gefunden haben; weil der Gugeli, noch zu seinen Lebzeiten, als in dem Jahre 149z. von obgemelten Zwo Vierzeln Korn eine dem Löbl. Spittal zu Basel zugeeignet hat. In dem Jahre 1595. fanden sich die Unter- Beamteten der Dörfer Arisdorf, Gibenach, Ols- berg und Herrsberg, bey ihrer Obrigkeit zu Basel ein, und stellten vor, wie die kleine baufällige Kapelle zum H. Creutz bey weitem nicht alle Zuhörer fassen könne, Massen die meisten aussert derselben der Verkündung des göttlichen Worts zuhören müßten, auch der kleine Gottsacker und Kirchhof durch die damaligen Sterbenslaüfe sehr angefüllt seyen; mit untertähniger Bitte, ihnen eilte Kirche in der Mitte von Arisdorf zu erbauen, worzu ein Bauersmann den Platz vergaben und hergeben wolle. f 8 E) 5 Die 2?z8 Historische Die hohe Obrigkeit von Basel/ welcher besonders auch die Seelen-Wohlfahrt ihres Landvolks angelegen ist / liesse sich alsobald gnädig erfinden / und veranstaltete , daß die nunmalige Dorf-Kirche an einem bequemen Ort erbauet worden; Selbige ligt auf einer Anhöhe in Mitte des Dorfs/ Und unten daran / derselben hinüber das Pfarrhaus. Prediger diser Gemeinde finden wir nachfolgen de ausgezeichnet: 1529. Johannes Rauchenacker / auch Ruckenma- cher genannt/ zuvor Prediger zu Lausen. isZ7. Cunrad Schreck, isss. Jakob Agricola. iss8. Jakob Leiderer / kam nach Bennweil. i z6o. Valentin Fungnot vor: EnfisheiM/ karn nach Denken / nachwerts auf Kilchberg; er hatte verschiedene Namen. rs6i. Gabriel Hummel / kam nach Dieckten. 1564. Mas Buchser von Bern. 1569. Jakob Geutschel. 1584. Gregorius Brandmüller/ kam nach Wal- denburg. r;88. Jsaae Eellarius/ kam naher Rothenflue. isss. Pe- 2ZZ9 Merkwürdigkeiten. 159 s. Peter Stöcklin von Ettigen. Jakob Brunner. 1597. Leonhard Seer. i62s. Philipp Cellarius, kam nach Buus. 1642. Joh. Jakob Hemminger. 1649. Johannes Grynäus. 1658. Heinrich Brandmüller, ward Leutpriester zu Lieftal. 1672. Jakob Maximilian Meyer, vorhin zu Munzach. 1695. N. Johannes Bnxtorf, so wegen seiner besondern Wissenschaft irr der hebräischen Sprache zum Professor auf der hohen Schule zu Basel ernennet worden. 1724. N. Sebastian Socin. 1716. lU. Theodor Zwinger. !7ze>. lil. Sinwn Grynäus, starb ehe er den Dienst antrat. 1731. N. Ulrich Thurneysen, kam nach Muttenz. 17z 8. N. Joh. Jakob Fischer, vorhin Prediger zu St. Jakob. 1756. Hr. lVl. Theodor Falkeysen. Alhier gehen zur Kirche, nebst den Arisdörfern, die von Herrsberg, Basel-Olsberg und Gibe- nach. Das 2Z40 Historische Das Schulhaus mag in dem Jahre 1676. angelegt worden seyn. Der Schulmeister, der zugleich Siegrist ist, haltet beständig Schul, und wird von Löbl. De-- putatenamt mit einem Bürger von Basel bestellet. M Wcyer Merkwürdigkeiten. 2Z4I Ms befanden sich zu der Zeit, als Arisdorf erkauft ^ worden, einige Fischweyer oberhalb demjenigen Teile des Dorfs, welches zu dem H. Creutz genannt wird; weil nun selbige in schlechtem Stande waren, so ward alsobald der damalige Lohnherr Melchior Ryf dahin gesandt, durch dessen Allordnung sie zu Haltung des Wassers brauchbar gemacht worden. Aus -er Landkarte über das Farnsburger-Amt ist zu ersehen, wie Drey verschiedene Bäche den Arisdörfer-Bann benetzen; Der Violenbach macht einm Teil derGränzschei- dung aus, zwischen der Herrschaft Rheinfelden und dem 2Z42 Historische dem Löbl. Stand Basel, von-essen Ursprünge an bis rraher Angst, allwo er in die Ergelz fällt, aus- genommen einem kleinen Bezirke Landes bey dem Dorfe Gibenach, welchen das ^aus Oesterreich in dem Jahre isZ4. mit aller. i erherrlichkeit der Stadt Basel abgetreten hat. Diser Bach, so in den alten Instrumenten Meten , Mienen, Violeten, auch der Klosterbach genannt wird, entspringt in einer Wiesen irr Gulden- Thal genannt, das sogenannte Weiß - oder Gold- Brünnlcm ligt nahe dabey; das andere Büchlein, so vor; der Fülinstörfer-Höhe durch das Dorf Gi- benach an dem Banm von Arisdorf herab fällt, verlieret sich in dem sogenannten Arisdörfer-Bach, welcher irr den Bergen gegen dem Herrsberg und dort herum aus verschiedenen Quellen, das Thal herab lauft, die z. Arisdörfer-Weyer anfüllet, alsdenn durch das Dorf und die Wiesen hinab sieust, bis er sich in den Violenbach zu Gibenach ergießet und selbigen vergrößert. Diser Bach treibet zu Arisdorf eine Mahlmühle, Holzsage und Hanf-Reibe. ichn» Merkwürdigkeiten. 2Z4Z »M , ^on dem Frucht - und Wein-Zehnten allhier ^ ^ beziehet die Dompropftey oder Cammerey auf Burg zu Basel den halben und derr andern halben ^ Anteil die Edeln von Truchsäß. Allervordrist wird für den Prediger von der Frucht 21. Vierzel Korn und io. Vierzel Haber/ urrd denn i. Vierzel Korn für den Spittal zu Bafel abgezogen, und das übrige unter die Zehnren-Herren vertheilt; Den Zehnten aber von dem sogenannten Heil. Creutz bezieht die Dompropstey allein; Der 2Z44 Historische Der Zehntm von den Aeckern, so vom Hochwald angelegt worden/ gehört in das Schloß Farns- bürg. Mit dem Anteil Zehnten / welchen die edle Truch- sässen besitzen/ hat es folgende Beschaffenheit: Aus demjenigen / so von den alten Besitzern von Arisdorfzu Eingang diser Abhandlung gedacht worden/ ist zu ersehen/ wie in dem Jahre iZ8i. ein Herr Werner Truchsäß den Achten Teil von Arisdorf erkauft; disen Anteil haben allen Umständen ! nach/die edeln Truchsässen den Freyherren von Fal- ! kenftein / als Erben der Grafen von Thierstein/ von ! welchen er herkam / wieder zurück gegeben / also i daß diser Achte Teil samt der halben Vogtey mit ! dem Verkauf der Burg und Rechten des Schlosses ! Farnsburg der Stadt Basel abgetreten worden; dagegen sie die Edeln von Truchsaß von denen Freyherren von Falkenftein vermuhtlich mit disem halben Zehnten/ welcher disen Freyherren gehörte, belehnet worden. Denn Graf Otto von Thierstein Herr zu Farnsburg verliehe Hemman und Wernli den Truchsässen von Rheinfelden, den halben Zehmen zu Arisdorf an Frucht und Wein, wie solchen ihre Voreltern besessen hatten; In Merkwürdigkeiten. 2545 In dem Jahre 15 4 s. hat Hans Christas Frey- Herr zu Falkenstein dein Heniman Tmchsäß von ' Rheinfelden und seines Bruders Kindern disen halben Zehnten/ welchen vorhin Petermann von Ep- tingen vögtlicherweise zu Lehen getragen, verliehen. In dem Jahre 1579. findet man aufgezeichnet/ daß die edeln Georg und Ludwig Bodrnann, au 1 welche die Lehens-Rechte von obigen, Joh. Chriftof - ! von Falkenstein ihrem Vetter sel. gefallen waren/ , 1 dise Lehengütter dem Sebastian Tmchsäß, dessen - ' Brudern und Vettern verliehen haben. l8 DZ MMW Dlsberg 2Z46 Historische WW ^^8 Werg. berhalb Gibenach an dein Violmbach liqt das ! ' bekannte adeliche Frauen - Kloster Olsburg ;> oder Olsberg. Man setzet seinen Ursprung in das § Eilfte Jahrhundert/ gibt deine verschiedene Stifter da denn in dem Jahre 1664. zwischen dem Lobt. i Stand Basel und disem Kloster der so erwünschte gütliche Verglich getroffen worden; zu welchem l Namens des Gotthauses die Hochlöbl. Vorder-Oe- ! sterreichische Regierung zu Freyburg im Breisgau, ^ als Schirms-Herren und Kasten-Vögte, und der ' Hochwürdige Herr Lernbarclinus Abt zu Lützel und ! Maulbrunn Sr. Königl. Maj. zu Frankreich und Navarra Naht als Visitator, ihre Einwilligung ertheilet. Kraft dises Vertrags begibt sich dises Kloster aller seiner Ansprach, Recht und Gerechtigkeit, wie die Namen haben möchten, an die Höfe oder Dör- ^ fer Nußhof und Hersberg genannt, deren Zwing und Barm, äußert den nachwerts vorgehaltenen Gefallen; s8 Dsl r Denn 2ZsO Hiftoristche Denn verzeucht es sich derer in Baslcrischer Bottinäßigkeit gelegenen und angesprochenen Waldungen , als der Brudershalden, Bischoffswert, Thnmberg / Grimmenchal , Limberg / dem Holz imKuffthal, Langensteinen, SpergM/ Saffhal- den-Hölzlein re. des davon herrührenden Nutzen, Rütinszins / Novalzehnten, Ackerig / Wunn und Waid re. anffert dessen, so etwann in dem Oe- sterreichischen gelegen seyn möchte; Begibt sich der Vischenzen im Violenbach, de- , me der freye Lauf und dem Gottshanse seine alte i Wässeruirg daraus solle gelassen werden; , Verpflichtet sich anbey die gewesten streitigen Urkunden herauszugeben, und von etwelchen die nötigen Abschriften rc. Hingegen übernimmt eine Stadt Basel die ^ Schuldforderung, welche das Kloster der Hohen Schule zu Basel zu bezahlen hatte, abzuführen. v Ferners ward anbedungen, daß künftighin die ! Bayerischen Untertahnen ab dein Nußhof und Hersberg aus Baslerischer Bottrnäßigkeit sollen beholzet, Mit der Ackerig und Waidgang aber auf Oe- sterreichischem Grunde und Boden, es wie von Altersher Merkwürdigkeiten. 2Zsi tersher gehalten nnd den Basel-Untertahnen an ihrer alten Gerechtsame und Herkommen nichts entzogen/ sondern sie dabey gehandhabet; Hingegen ihnen Wnnn nnd Waide von der Löbl. Stadt Basel als ihrer Obrigkeit ausgemar- chet werden. Den Einwohnern des Dorfs Basel-Olsberg und den Oefterreichischen Unterrahnen, solle wie auch dem Kloster Olsberg zu boden Seiten des Vio- leten, wie von Alters her, Wurm und Waide so weit als bis anher das Gottshaus Olsberg den Zehnten genommen, zusamt der Holzung in des Gottshauses auf Oesterreichischer Bottmäßigkeit gelegenen Hölzern und Wäldern verbleiben und den Baslischen Untertahnen daran nichts benommen seyn. Worbey die Frau Aebtißin urrd das Convent versprochen, die Oesterreichischen und Baslischen Untertahnen zu Ober-Olsberg, welche dis Gotts- ! Haus zu beholzen schuldig, aus ihrerr Ocsterreichi- i scher seits gelegenen Wäldern mit Holz urrd Ackerig , zu versehen, damit sie sich der Baslischen Seite gelegenen und wie Eingangs gemelt übergebenen Waldungen allerdings enthalten mögen. Hingegen die übrigen Gefalle, Zehnten urrd Gelb 4 rechtig- 2zs2 Historische rechtigkeiten / so das Kloster in der Bayerischen Bottmäßigkeit besitzet / ohnangcfochten bleiben. Welches den z i. May alten Calenders im Jahre 1664. errichtete Instrument allerseits unterschrieben ; den 5. Aprill Neuen Calenders 1666. von Löbl. Vorder-Oefterreichischer Regierung und den 4. Augftmonar darauf von L. Stande Basel bestätiget worden. In disem Dörflein sind Sieben Haüser und 8. Feuerstädte; die Einwohner gehören zu der Pfarr Arisdorf, dortigem Gerichte und Gescheide'; haben auch ihren Schießplatz allda; Die Frau Aebtißin beziehet ab denen Gütern, welche in Basel-Bottmäßigkeir ligen und ihre Zins- Güter sind / den Zehnten an Frucht und Wein und den darauf stehenden Bodenzins; dise Güter aber mögen nicht über 25. Jucharten Feld ausmachen. Alle Ober-und Nieder-Herrlichkeit über das Dörflein Basel-Olsberg gehöret also der L. Stadt Basel/ nicht nur weil es in der Landgrafschaft Sißgöu ligt / sondern auch kraft vorgemelten Traktaten ; die Einwohner sind Untertahnen von Löbl» Stande / und sonsten niemand verpflichtet; Nur besitzen sie ihre Haüser und etwelche Güter auf Merkwürdigkeiten. 2 Z 5 Z auf Oesterreichischer und BaSlerischer Bottmäßig- keit als ErbzinS-Güter von dein adelichen Kloster, welches ihnen kraft vorgemelrer Verglichen, ailch eines VerglichS von 1^92. und der Lehenbriefen , davon der letztere erst 1757. erneuert worden, Bau- und Brennholz und Waide vor das Vieh ab Oe- sterreichischem Boden zu geben und dagegen die an- bedungene Zinse zu empfangen hat; Und eben wegen diser Umstände bleibt die Anzahl der Haüser in Bafel-OlSberg allzeit gleich, die Einwohner mögen sich vermehren oder vermindern. Es ist aus den Geschichten bekannt, wie die Hunnen mit andern heidnischen Völkern um das Jahr 917. bis 9 Z 8. viele Länder durchstrichen, verwüstet und auch unsere Stadt und angränzende Gegenden übel mitgenommen haben. In dem 9Z7. oder Z 8 . Jahre kamen sie den Rhein hinunter und war ihre Absicht, auch Seggtngen wegzuneh- men, deßwegen sie ihre Völker aufbode Seiten des Rheins vertheilet; Hirminger ein tapferer Deutscher und Herr des Frickthals zog sich also an das Gebürge zwischen Rheinfelden und OlSberg zurück, griff die disseits des Rheins gelagerte Hunnen an, und ließ von den auf den Höhen zu OlSberg und dort hemm stehenden Wachten, so viele Feuer anzünden , daß die Hunnen vor dem andringenden s 8 DU s Feinde 2Zs4 Historische Feinde erschracken und geschlagen wurden; da nun die jenseits Rheins am Schwarzwalde ligende Hunnen solches sahen und ihren Brudern über den Rhein, weil sie keine Drücke hatten / nicht zu Hülfe eilen konnten, so^gaben sie durch ein fürchterliches Geschrey ihren Zorn zu erkennen; allein derHunn so disscits war und nicht mit Schwimmen entrinnen konnte, mußte sterben. Vor der Glaubens-Verbesserung hielten sich die Einwohner allhier zu der Kirche zu Kayser-Augft, allwo sie auch ihre Begräbnisse hatten. Ein Geschworner ist diser Gemeinde vorgesetzt. Zwey schlechte laufende Brünnlein tränken Menschen und Vieh. Der Hohwald-Zehnden wird in das Schloß Farnsburg geliefert. Merkwürdigkeiten. 2Z55 WMH Mft ein kleines Dorf, so etwann Zwölf Haus- ^ Haltungen ausmacht, und an den Grenzen gegen demFrickthalligt; ^ Es hat eigentlich keinen besondern Dorf-Bann, ! sondern ist irr demjenigen Bezirke angebauet, wo ! die Liestaler, Sissacher, Winterfinger und Aris- > dörfer-Bänne zusammen stossen; Es ligt in den Landmarchen der alter: Herrschaft Farmburg und des Amts Ltestal, also in der Landgraffchaft des Sißgöus; und dife letztere giengen von dem Ursprung des Violenbachs in der: Magdemer-Bach. Ohm 2Zs6 Historische Ohngeacht nun die Landgrafen alle die Ober- Herrlichkeits-Rechte, welche wir in der Abhandlung von Sissach umständlich angezogen, allhier besessen und die Herren von Farnsburg als Landesherren noch andere Rechte allhier gehabt haben / so sind doch die Einkünfte dises Orts und die besondere Güter dises Hofs in den ältern Zeiten verschiedenen Personen zugestanden, welche solche öfters und zwar mit mehreren Rechten / als sie würklich besessen, verkaufet haben. Burkhard Clevelin Bürger zu Rheinfelden, Verkaufte in dem Jahre 122z. für sich, seine Frau und Kinder dem Kloster Olsberg 18. Jucharten Acker bey der Wols-Eiche zu HerisberZ, und noch einige andere zu Grimenstahl. Heinrich von Wangen hat in dem Jahre 1247. mit Einwilligung seiner Frauen und Söhnen in Gegenwart Oomini tm Graf Ludwigs von Fro- burg seine eigentümliche Güter (mm in iiomiwbu8 HU 3 M in 3IÜ8 , samt dein Rechten an Mannschaft und anderm) in Heri8der§, dem Kloster Olsberg um 40. Mark Silbers verkauft; Den 2ten Brachmonat des Jahrs 1255. hat Lercktolllu8 kmepolitus L Lonventuz cle 8clion- tlial Dlricus 8cu1tetu8 äe ^Ääendurck cüciu8 Merkwürdigkeiten. 2357 6s ^rnolsäorf und diser letztere mit Einwilligung seiner Ehefrauen und Söhnen, xosselliones ll .,38 in Ilerispercli, cum 0MNlbu8 3ppen6icÜ8 sui8 t3in in p3wo yu3in in pl3no, t3in in tsrri8 guam in 3gui8 dem Kloster Olbpercli, OüercienÜ8 Or6ini8, um 12 . Mark Silbers verkauft; worzu Graf Ludwig von Vroburck der Jüngere, welcher über dise Güter das^ub ^ävocstiae hatte/ seine Einwilligung erteilet. Gezeugen waren; LIlricu8 6e Lutinkon. HeinriLU8 6e LclloivenberZ und andre mehr. bunt lisec in cältro ^rburcli. Die Abtauschung einiger Güter zir Hersberg ; zwischen disem Kloster und Berchtold von Rain- I stein ist folgenden Inhalts: 's I-dliverlis Lllrilti 66slibur presentern litergin ^ inspecturi8, Lerclito16u8 6e ^3mltein nobi- lis, notitiain rei §eÜ3e, notum lkcimus, omni- dn8 prelentibu8 L polteri8, ^uo6 nv8 äs volun- tate L conlensu nollrorum, Quorum intererät, <^U3n63m permutarionern t'ecimu8, sum veners- bilibus in Llirillo Leictita ^bbatillü, totogue eon- ventu Nonallsrii 6e 01ft)er§ Lilter. or6. Lss. Oioc. 6onsn6s 2z 58 Historische äonanäo eis äimiäiam Huobzm notkram in viila Iäersder§ iitam, cum omni Mre nenioris L ac^uÄ- rum quae trabuimns in eaäem: ipüt vero ^bba- tillL Ä conventus acceäente unanimi voiuntgte 3 L Loni'ei^i'u contulerunt nobis äimiäiam I^uobam iuam in viiia IZIinZen ütum , eum omni jure ne- moris L Zc^uarum, cjuoä eis in illa competere viäebatur. leltes kustis rei lunt: Lonrsäus Oecanns, -äe Köre, Lliver68 sä guos prelen8 lcriptum pervene- rit, VIricu8 äs Lbienber§ sublcriptL rei no- ! ritism; noverit pr^tenb Xw8 L kuturs potterits8, ^ c^uoä slienstioiielri cuju8äsm NsnO guoä vulZo i clieitur 8Lbuopoül liti in 8er8per§, guem Oomi- j r>n8 Otto nn1e8 äe Kbeinleläen s me tenebst in ! keuclum , lsäsm, per eunclem Ottonem ^bbstilH ^ L Lonventui Lororum äe Ol8ber§ Litter. orcl. rs- > tsm bsdeo, psriter L aeceptum, renuncisn8 uns ! Lum 61Ü8 mei8 Hsrtmsnno L kiieinriLo omni juri proprietstis viäelicet seäeoim iuZera tam in nemore <^uam in aZri8 titnlo venäitioni8 tranlku- lerunt pro pretio trium librarum äimiclie Lo. Ohngeacht des Verkaufs, so in dem Jahr 1247. von den Edlen von Wangen an das Kloster besehe- hen , muß es dennoch noch einige Anstünde in folgenden Zeiten gegeben haben; Denn die Gebrüder Olricn8 und stacobu8 von Wangen und dero Schwester Hedewig haben den 25. Jenner des 1270. Jahrs aller Rechten, welche ihnen auf den Gütern in Oeri8perck gebührte und worüber sie mir dem Kloster Okpercb streitig waren , sich vollkommen begeben. Welchen Brief Graf Hartmann von Vroburck belastet; unter den Gezeugen befanden sich lrater Looo L 0 nvertu 8 , ke- trv8 §c LurLlraräu8 lerviente8 cliÄi monalkerü. Zu Merkwürdigkeiten. 2361 Zu Ende des Märzmonats in dein Jahre 1271. hat die Kirche zu Rheinfelden 6 u 38 Lcupolss überi xreäü ÜM8 in Uerkburc, gegen einigen andern Gütern , so das Kloster Olsberg zu Rheinfelden i hatte/ mit selbigem abgetauscht. Vier Jahre hernach verkauften UuZo miles leZertelä V3ÜlIIu8 R.uäolp!ii 8imoni8 iratruln Lomitum cie Illierüein, llimiäium mäirnerium, eine Halb-Hnbe in Uerr8per§, ^bb3tiÜX L Lon- venwi cie Ol8per§ pro opiin^ue I^ibri8; worein obgemeldte Grafen gewilliget haben rc. LcillleX A. Lompletum kkeKnZen ^nno Oomini 127s. keriL proxirna polt NarMretlise k. Unter den vielen Gezeugen waren: R,u6olpKu8 in der Gaffen von V tike. 83ceräo8,§c Oominus 6e^interün»en,mi1e8. Aus den Urkunden des Jahrs 1277. erhellet, daß zwischen UeiririLU8 Eanierarii, 02NoniLU8 L - Ee1lLriu8 LZlllienlls Keetor cccleÜK 6e NaZten und der Aebtißin des Klosters Olsberg ein Streit entstanden wegen des Zehntens von den Gütern, so > der Hof Hersberg in dem Magdemer-Bann hatte und neu angelegt worden; da das Kloster vermein- ! te kraft einer päbstlichen Bewilligung von solchen s8 keinen 2 Z 62 Historische keinen Zehnten schuldig zu seyn; welcher aber gegen jährlicher Abführung einer gewissen Anzahl Früchte verglichen worden. lunt llXO in HerxperA 3NN0 Domini 1277. in ViZi!i3 8. 8tepli3ni: in prsekenLia Deca- ni L 8ckol3ltici 6e klieinkeläen, kratris Lertolöi L Llenrici äe lilcrsper§. kr3tri8 DIrici äe Oiben3cb. Lercbtolcli 6e 8cbäuxvenber§. Die Gebrüder Cunrad, Ulrich und Burkhard Nni genannt / hatten einige kosseilione8 feu?rX- cii3 sit3 in Lanno blersperZ, in montibus, colli- bu8 5ruticibu8 glii8^ue 3ZN8 in XueKrbai, welche sie eines nach dem andern teils um Gelt teils um eine Seelmesse dem Kloster Olsberg dahin gegeben , weil aber nicht alle so es etwas angienge zufrieden waren, so hat sich über disen Kauf und Vergabung ein Anstand erhoben , bis in das Jahr 1281 . da auch die Lehenherren diser Güter Dare- M3NNU8 und U1ricu8 1 uribu 8 3IÜ8. I l l l! ti ß P ß- Nc i>r )' Merkwürdigkeiten. ' rrzsz In denen Schriften des i z rosten Jahrs wird ^ ^ eines Flecken und der Waldung Lore gedacht, so ! hierum solle gestanden seyn, darüber aber nichts ! rechtbeftändiges noch gewisses kan gesagt noch an- : i geführet werden. Und aus den Schriften von dem Jahre r z 80. erhellet, daß die Zinsleute, so das Kloster zu Hersberg gehabt, des Grafen Simon von Thierstein eigene Leute waren, so anbey ihre Gefalle nach Farnsburg liefern mußten. d In dem Jahre 1461. war Hersberg mit der . ' Herrschaft Farnsburg erkauft, und da es sehr nahe . . an den Grenzen ligt, in folgenden Zeiten von der , ^ Herrschaft Rheinfelden einige Ansprachen an dessen s ' Bezirk gemacht; daher als in dem Jahre 1505. - ein Vertrag mit dem Hause Oesterreich wegen der e Grenzen getroffen worden, so ward auch diser ^ Punct behandelt und von disem allerdurchlauchtig- - sten Hause aller Ansprache an den Bezirk, worin- nen die Dörfer Nußhof und Hersberg ligen, sich . begeben, also daß diser Bezirk mit allen Gerichten , hohen und rudern auch den Wildbännen und andern ihrem Nutzen und Anhang, Landgarben, Herbst-und Faßnacht-Hünern rc. der Stadt Ba- - sel zustehen und ohne Männiglichs Eintrag dersel- 1 ben den schuldigen Gehorsam als ihrer Obrigkeit erweisen solle. s8 EI r Dessen 2Z64 Historisthe Dessen ohngeacht wagte es das Kloster Olsberg in folgenden Zeiten, die Hersberger als eigene Leute, dero Zwing und Bann und noch anders kraft vorhin angeführten Urkunden anzusprechen; das Gegentheil konnte man theils aus disen Urkunden sechsten, theils aus den Rechten der Landgrafschaft des Sißgöus und der Herrschaft Farnsburg abnehmen ; die Edeln von Wangen besassen auch dasjenige, so fie zu Hersberg hatten, nicht als ein freyes Ritter - Gut, sondern als Güter landsangesessener Edelleute; doch weil man bemühet war disen und alle andere Anstünde gütlich beyzulegen, so ward auch solches durch einen feyerlichen Traetat in dem Jahre 1664. vermittelt, darinnen sich dises Kloster aller seiner Ansprach, Rechten und Gerechtigkeiten , wie die Namen haben möchten, an den Nußhof und Hersberg vollkommen begeben, und vorgemelte ihre vermeinte Doeumenta ausgeliefert , allein ihre Gefalle sich vorbehaltet!; hingegen solle eine Löbl. Stadt Basel dise Höfe künftighin beholzen, mit dem Ackerig und Waidgang aber auf Oesterreichischem Grunde und Boden, es wie zu alten Zeiten gehalten und dißorts disen Höfen an ihrer Gerechtsame und alten Herkommen nichts benommen stylt; worvon das mehrere bey Olsberg nachzusehen ist. Die Merkwürdigkeiten. rz 6 s ! ^ Die Dorfmarche von dem Hersberg und Nußhof geht über die Grenzscheidnng inS Oefterreichi- i ! sehe hinaus. ' Als während dem dreyßigjährigen Krieg in dem ^ Jahre i6z2. die Spannier dise Landschaft vorbey ' gezogen, waren die HerSberger auch in etwas mit- ' genommen und beschädiget. S Hersberg ligt in der Pfarr AriSdorf, unter dem r GerichtSftabe zu Wintersingen , und hat seinen s Schießplatz zu AriSdorf; . Seit dem Jahre 1 726. gibt eS einen Mann an diseS Gericht, ! und ^ Sendet seine Kinder nach AriSdorfin die Schule. / In seinem Dorf - Bezirke ist die Buechmatten, ' eine kleine Waldung, so mir Buechenholz bewach- ' sen und ZinSholz ist. c Ein Geschwomer stehet diser kleinen Gemeinde c vor, und diseS Dörsiein hat zween Brünnen. ' Den Frucht-Zehnten ab den Zelgen, so den ^ HerSbergern zugehören, bezieht das Kloster Ols- j berg; den Rütin- und Hochwald-Zehnten aber das Schloß Farnsburg. s8 E^! z Die 2Z66 Historische Die Edeln von Offenburg haben in vorigen Zeiten alljährlich von dem Zehnten der Zeigen 2. Vierzel Korn und ein Vierzel Haber gezogen/ so ihnen von den Hilrbranden zugefallen war / welche nunmehr Lern Löbl. Stand Basel zugehören. Merkwürdigkeiten. 2Z67 Wntersmgen. / W8M -K-M -'MBA! Mists Dorfs wird in unsern Basel-Geschichten d nicht gedacht; Es ligt an den Grenzen des Frickthals gegen ! Mägden, mag zu der Zeit als die Waldungen noch grösser und der Ort noch nicht gut angebauet war ein finsterer, raucher und winterartiger Ort gewesen seyn. In den ältern Zeiten hatte es seine besondre Edelleute ; als die Gebrüder Rudolf lind Simon Grafen von Thierftein dem Ritter Hug von Tegervelt indem Jahre 1275. bewilligten eineHalb-Hube zu Nerisxerck, so ervon ihnen zu Lehen trug/ dem s 8 EU 4 Klo- 2Z68 Historische Kloster Olsberg zu verkaufen, war k. von Wintersingen Mle8 unter den Gezeugen; Und als in dem 1277. Jahre Enzlin Spiser von Rheinfelden seine Tochter in das Kloster Olsberg gethan, und deme hingegen Zwo Schuppus zu Meisperach gelegen, übergehen, worein obgemel- ter Graf Simon eingewiitiget, ward dise Uebergab nebst andern auch von Rudolf voll Wtnrersingen Mine unterschrieben; dises Rudolfs ist auch in der Abhandlung von Hersberg gedacht. Nach disem finden wir keine Edle von Wintersingen mehr aufgezeichnet und es ist ganz gewiß, daß dero Rechte dein Schloß Farnsburg anheimgefallen, denn vermuthlich waren sie Lehenträger der Herren von Farnsburg. Also stund Winterlingen unter der Burg Farnsburg bis um das Jahr ig6o, da Graf Simon von Thierstein die Höfe Wintersingen und Meisprach, mit Einwilligung Kayscr Carls des Vierten, den Oesterreichischen Herzogen Rudolf, Friedrich, Albrecht und Leupold abgetretten und verkauft hat; die Carte hierüber ist in Glafeys Urkunden von disem Kayser enthalten. Die Grafen von Thierstein waren den Herzogen von Oesterreich sehr zugethan, befanden sich mit ihnen 2Z69 .Merkwürdigkeiten. ^ ihnen fast in allen Heerszügen und vergossen ihr ! Blut zürn Besten derselben, daher waren sie auch den Herzogen sehr angenehm / als von welchen sie mit verschiedenen Gütern begäbet worden; Ganz gewiß haben dise Herzogen den Grasen dise beyden Höfe bald wiederum abgetretten und i übergeben, denn etwann so. Jahre hernach findet > mau solche schon wiederum und zwar als ein voll- i kommenes / ohnverhaftetes und mit keinen Lehens- - Pfiichten beschwärtes Eigentum / imter den Höfen ! von Farnsburg aufgezeichnet / wo die Freyherren di- I ser Burg / Zwing urrd Bann, eine Vogtey und ver- > schiederre Gefalle hatten; doch waren dise Rechte ^ und Einkünften dem HanS Dryenomver, geriannt ! Beringer Bürger zu Nheinselden verpfändet; Als i daher die Lobt. Stadt Basel in dem Jahre 1461. die Herrschaft Farnsberg und den darin gelegener: Hof Wintersingen an sich erkauft, mußte sie denselben noch mit einer besondern Summe Gelts ausweisen. Die Oberherrlichkeit über disen Ort ist mit der Landgrafschaft Sißgöu, in weicherer ligt, erhalten worden. Als die Lobl. Stadt Basel von selbigem Besitz genommen, bestund das Dörflein aus etwann 7. zwischen Felsen und Waldung angebaueten Stroh- s 8 E) 5 Hütten, 2Z70 Historische Hütten, worin so viel Haushaltungen wohnten; die Mannschaft bestund aus Sieben Knechten, die ohnverheyrahtete Knaben oder junge Mannschaft nicht mit eingezehlet. Nunmehr ist es ein grosses wohlgebautes Dorf, allwo über roo. Bürger, ein sehr guter Weinwachs, fruchtbarer Ackerbau und fette Vieh-Heerden sich befinden; besonders hat sich das Wohlseyn dises Dorfs darum um sehr viel vermehret, weil die hohe Obrigkeit ihnen über alle Massen viele Matten-Einschläge zu verfertigen gestattet hat. Die Kirche zu Wintersingen stehet auf einer Anhöhe zu oberst im Dorfe; Nahe dabey ligt das Pfarrhaus. Als Leutpriester findet man hin und wider vor den Zeiten der Kirche-Verbesserung aufgezeichnet: Hr. Eckart. Hr. Cunrad Anklein. 1420. Rudolf Stchelin. 1465. Rudolf Knoblauch. Hr. Niclaus, ein Niderländer. Heinrich Keller. isls-rsLi. Martin Nöglein. Nach- 2Z?l Merkwürdigkeiten. Nachwerts 1526. Jacob Schlamp. i>66. Thomas Schorndorf, so -as Tauf-Buch angefangen hat. is92. Heinrich Ott. 1629. AI. Huldrich Meyer. i6Z9. AI. Joh. Jakob Straffer/ vorhin Prediger zu Waldenburg. 1661. AI. Leonhard Respinger. 1692. AI. Emanuel Meyer, vorhin Arcbiümcoims zu Basel, unter welchem eine beständige Schule errichtet worden. 172z. Hr. N. Samuel Grynäus/ vorhin reformir- ter Prediger zu Carlsruh. In dise Pfarr gehört auch die Gemeind auf dein Nußhof. Den Frucht-Zehnten aus den Zeigen beziehet ein jeweiliger Prediger / so davon der Commenthlt- rey Beucken z. Vierzel Korn / und dem Kloster Ols- berg Zwo, nebst einer Vierzel Haber abzustatten hat; denn muß er fernerS von dem Uebrigen den Zehrr- ten oder zehenden Teil dem Löbl. Deputatenamt, wegen Erbauung und Unterhaltung des Pfarrhmr- 2Z?2 Historische ses abführen, kraft einer zwischen der Commenda Beucken und dem Löbl. Deputatenamt den 27. Aprill 1661. errichteten Verkömmnis. Schon in dem Jahre 7466. überließ Herr Leon- hard von Stetten Commenthur zu Beucken dem damaligen Leutpriester Rudolf Knoblauch den gmr- zcn Zehnter: bis an obbemelte z. Vierzel Korr:, damit die Commenthurey von Erbau- und Erhaltung des Pfarrhauses möchte befreyet seyn. Ein besonders kleines Zehntlein wird der Bruder-Zehnten genannt; disen besaß in dem Jahre 1515. die Freyfrau Anna von Falkenstem, Aebtis- sm der Fürstl. Stift Seggmgcn, von welcher der damalige Leutpriester zu Winterlingen Martin Nö- glin solchen erkauft/ und dene seinem Collatoren Herrn Ludwig vor: Rischach Cormnenthur zu Beucken zu Hander: der Eornmenthurey in dem Jahre 1521. verehret hat. Der Hohwald-Zehnten ist dem Prediger von Löbl. Stand Basel, als eine besondere Gr:ad, zu nutzen überlassen worden; Den Wein-Zehnten beziehet der Prediger vollkommen. Dises der Landvogtey einverleibte Dorf Wintersingen Merkwürdigkeiten. szyz teusingen hat zu Unter-Beamteten: erneu Unrer- Vogt , welcher von den Orten / die in dises Gericht gehören, genommen wird; Es hat also seinen besondern Gerichtsftab, haltet das Gericht in dem Dorfe, wo der Untervogt haushäblich ist, es besteht aus 12. Männern, als Zween von Buus, soviel von Meisprach, einem von Hersberg, einem von Nußhof und die übrigen 4von Wintersingen; dise Dörfer haben auch einen Amtspfleger; Zu dem Feldgerichte gehören nur der Nußhof und Hersberg, es besteht aus 7. Männern, wozu beyde Nebendörfer jedes einen Mann gibt. Wintersingen hat insbesondre z. Geschworne, welche mit dein Untervogt und Amtspfleger die Beamteten ausmachen. Acht schöne öffentliche Brunnen von lebendigem Wasser zieren dises Dorf; Es hat keine beständige, sondern nur eine Wechsel-Wirthschaft. Der Sigrift-Dienst ward vorzeiten alljährlich abwechslungsweise von einem jeden Hausvater verschön. Den 2Z74 Historische Den zo. Heurnonats 1642. ward zwischen di- ser und der Gemeind Meisprach ein Vertrag wegen Bann, Waid und Holz errichtet; In dein Jahre 1648. die erste Huef-Schmiedte erbauet. Das Dorf Wintersingen ligt in einen: Tahle, zwischen hoher: Bergen, in welchen kleine Wässer- lein entspringen, so einen Bach ausmachen, der in der:: Dorfe schon zwo Mahlmühlen und eine^ Holzsage treibet; diejenige , so in den: Jahre 157z. erbauet worden, wollte sich zu einer Zwangmühle auswerfen, allein dise Ansprach ward ihro bald benommen. Seine Waldungen sind: Auf Buch. Hinter Hard. In Stuud. Im Eichholz. In Dyg. In Winterhalden. An der:: alten Weg gegen Jglingen Emechhalden sind Weitwaiden oder solche Waldungen, darin das Vieh zur Waide geht, und haben vorgemelte Waldungen viele Eichen und Buchen. Wetterbrunnen hat junge Buchen und Eichen. Klee- Merkwürdigkeiten. 2375 Kleematt, hat Buchen. Launen, Tannen und Eichen. Küehnberg / Fuhren und Buchen: ist eine schöne Bergwaldung. Staufenwand, hat Buchen, ingleichem Schlat- harr und Böseberg - Halden. Sommerhaldcn , Eichen, Buchen und Fichten. Auf dem Ackerfelde bey dein Schützcnhause der Wintersinger-Gemeinde, werden durch das Pflügen sehr viele rothe Ziegelstücke, so die Wahrzeichen eines römischen Altertums haben/ hervorgebracht, und bisweilen auch einige Münzen; in letzter« Jah- > ren wurden Zwo gefunden von groß Erz, die grös- ^ sere hat den gekrönten Kopf Trajans, mit der Um- ! schrift: Imp. Iraj-rnus üu§. 6erm. I)gL. ?. ?. auf ! dem Revers eine keücit 38 mit einem Lornu copi^ l Uttd caäuceo samt den Buchstaben 8. ?. K. optimo krincipi. Unten 8. L. Die kleinere ist ein Maximian mit der Umschrift Imp. iVIäximmnus ?. k. der Revers ist gleich dem obigen und hat die Umschrift: lclix -rävent. nn. Neben dem Lornu coplX ist ein und > unten t r o b. e. Treverl obtulerunt oder Ire- veris in oKcing secunäa. Als wir in dem Jahre 1759. verschiedene Plä- ^ tze, allwo vorgemelte Ziegelstücke fich befinden, unigra- 2Z?6 Historische umgraben und auswerfen lassen, haben wir noch etwelche schier gar ganze Ziegelftücke gefunden, von der Gattung wie bey Lausen, die auf boden Seiten eine Erhöhung haben und bey dortiger Beschreibung der allda abgedeckten römischen Ueberbleib- seln auf der Kupferblatte mit der viertelt Zahl bemerket sind, Wie auch ein von dein Roste verfressenes eisernes Messer, voll der Gestalt wie beygeht; es ist Eilf Zoll lang, Zween und drey Viertel Zolle breit, und wigt i Pftrnd 26 Loth. Nahe bey Wintersingen ligt das kleine Kloster Wglingen auf Oesterreichischem Boden, aber in dem Wintersinger Dorf-Banne, worinnen aber nunmehr keine Kloster-Leute sich befinden, sondern einen Meyerhof des Klosters Olsberg ausmacht. In Merkwürdigkeiten. 2Z77 In den Jahren 1529. Iszs. und ls4Z. ward zwischen demselben und Wintersingen, wegen der Waldung und Waidgang einige Streitigkeit/ worüber auch ein Verglich getroffen worden. Dises Klösterlein solle von den Beguinen von Rheinfeldett/ mit Erlaubnis Margaretha von Hungerstein, Acbtißin zu Olsberg zu Zeiten des Base- lischen Conciliums erbauet worden seyn, und hatte nachwerts wie alle Beguinen-Häuser, weil dise Secte auf bischöflichen Befehl aufgehetzt und vertrieben worden, das gleiche Schicksal. Bey Wintersingen ist besonders noch anzumerken die ausserordentliche grosse Wassersnoth, womit die Einwohner dises Dorfs den 6. Augftmonats des Jahrs 1748. bey einbrechender Nacht betroffen worden ; nachdem durch den Hcrabfall eines häufigen Regens und sogenannten Wolkenbruchs das Wasser sich gesammelt, ist es in dem Dorfe so hoch an- geloffen, daß Menschen und Vieh alle Mühe gehabt sich zu retten; die Gewalt des wütenden Stroms risse z. Haüser, eine Scheune und Stellung samt 2. kleinen Gebaüden hinweg; was darinnen war gieng zu Grunde; Sechs Weibspersonen waren von den Fluthen ergriffen, weggeschlept und ersaüffet; alles grosse Vieh aber ward gerettet, von dem kleinen vermissete man Eilf Stücke. l8 F) Der 2Z78 Historische Der Schwall des Wassers zöge sich das Tahl hinab auf Magien, allwo die Verwüstung erbärmlich zugenommen, über 20. Haüser waren wegge- schwenunt, noch mehrere nidcrgerissen oder unbrauchbar gemacht; über 40. Personen ertranken, über 140. Stuck groß und klein Vieh ersoffen; Ausserhalb Rheinfelden waren ingleichem Drey Mahlmühlen weggeschwemmt, die meistert Menschen und Vieh, so darin wohnten oder sich dorthin zu retten verhoften, kamen elend um ihr Leber:; Die wütenden Fluchen schaümten an der: Stadt- s Mauern von Rheinfelden, droheten den Einwohnern einen erbärmlichen Zufall, doch stürzten sie sich endlich, nach Durchwühlung des Erdreichs, mit vie- ! ler Wuth in der: Rhein und befreyten also das er- ! schrockene Land von dem fernern Verderben. ! Die besondern Umstände difer Wasserfluth sind sehr umständlich in derjenigen Predigt beschrieben, welche der wohlehrwürdige und wohlgelehrte Herr Samuel Grxnaus Pfarrer zu Winterlingen, aus Anlasse diser Begebenheit in Druck gegeben hat, allwo solche können nachgesehen werde»:. Nuß- Merkwürdigkeiten. 2Z79 > dem alten Dorf-Banne von Winterlingen, d zu äusserst an den Grenzen gegen Hersberg, war vorzeiten eine kleine Waldung und darinnen auch sehr viele Nußbaüme / daher der Bauersmann/ so solche gepflanzet und das erste Haus dabey angelegt, der Meyer im Nußbaum genennt worden; nunmehr ist es ein feines Dörflein. Diser Bezirk ligt in den Märchen sowohl der Herrschaft Farnsburg als der Landgrafschaft des Sißgöus, und dise letztem erstreckten sich bis naher f8 FH r Magten, 2Z8o Historische Magien, daher der Vogt zu Farnsburg, wie aus einer Urkunde des Gottshauses Wiutersmgen zu ersehen, auch zu Magien zu richten hatte, bis daß die Grenzscheidung mit dem Hause Oesterreich in dem Jahre isvs. zur Richtigkeit gekomrmn. Es erhellet auch noch deutlich aus den Zins- Rödeln der Freyherwn von Farnsburg, daß als sie dise Herrschaft in dem Jahre 1461. der Löbl. Stadt Basel übergeben, sie dazumahlen die Steuer von den Leuten zu Magten aufFünfPfund Sechs Schilling Gelts gerechnet haben. Als nun kraft obgemelter Verträge die Land- Märchen bestimmet und gesetzet worden, so hat das durchlauchtigste Haus Oesterreich kraft derselben sich aller Ansprache und Rechte an den Nußhos die dorten fallenden Landgarben, Herbst-und Faßnacht- Hüner begeben; hingegen die Stadt Basel sich derer Rechte verziehen, so sie äußert den neuen Lan- des-Grenzen hatten. Diser unter die Landvogtey Farnsburg gehörige Ort gehet zu Wintersmgen zur Kirche; Ist unter dem Gerichtsftab der Dörfer Mei- sprach, Buus und Wintersingen; Sein Mufterungsplatz ist zu Wintersnrgen. - Dessen Merkwürdigkeiten. 2z8r Dessen Einwohner können sich von ihrem Ackerbau und Viehzucht reichlich erhalten; Wen; wächst allhier keiner. Der Frucht-Zehnten ab den Zelgen der Korn- Felder gehört dem Kloster Olsberg; der Hoh- walds-Zehnten hingegen wird von dein Schlosse Farnsburg bezogen. In disem Dorf-Bezirke ist Buffetschwarz, eigentlich Bischofswart, von der alten Burg also genannt, ein junger Hau mit Tannen und Fichten, und auf der Höhe die Weitwaide mit Eichbaümen bewachsen. Die Halden an der Hard, hat junge Buechen. Ohngeachtet nun alle Ober- und Nider - Herr- lichkeits-Rechte der Löbl. Stadt Basel, als Herren von Farnsburg und Landgrafen des Sisigöus, welchen auch kraft vorgemelter Traktaten die Rechte des Hauses Oesterreich disen Nußhof anbetreffend, zugefallen, unstreitig waren; So hat doch das Kloster Olsberg den Versuch gewaget, an disen Ort verschiedene Artsprachen zu machen; Besonders irr dern Jahre i^o. und nachwerts, da es derr Grund und Boden dises Hofs / Wunn f8 F^j z und rz8r Historische und Waide nebst ändert: angesprochen. Als aber nachwerts, wie bey Olsberg des mchrern angezeigt worden , diser und andere Streitpunkten durch eilte feyerliche Vermittlung in den: Jahre 1664. zur Richtigkeit gekommen, „ so hat das Kloster aller „ seiner Ansprach, Recht und Gerechtigkeiten, wie ,, die Namen haben mögen , an disen Nußhvf sich „ förmlich begeben und auf ewig verziehet:. Wie bey der Abhandlung von dem Hersberg zu vernehmen, so hat die Stadt Basel kraft dises Tractals von 1664. übernommen, aus den von dem Kloster Olsberg erkauften auf der Basel-Bottmäs- sigkeit ligenden Waldungen die Bauersame allhier zu beholzen. Jr: Ansehung der Ackerung und Waidgangs auch auf den: Oesterreichischen Grund und Boder:, sind die alten Rechte disen: Dorfe beybehalten worden. Die Waidfteine dises Dörfleins gehen über die Grenzscheidung ins Oesterreichische hinaus. Die Edeln von Wangen mögen in den alter: Zeiten allhier einige Güter gehabt haben; sie waren Landsässen von Farnsburg und hatten diser Orten keine gefreyte Ritterhöfe. In Merkwürdigkeiten. sz8z In dem Jahre isso. wollten die Nußhöfer an den: kleinen Büchlein / so bey ihnen vorbeylaüft, eine Mahlmühle baue«; , so aber nicht Matter worden. Dise Gemeinde hat zu ihrer besseren Nahrung einige Güter von dem Schlosse Bischofsstein von der Hohen Obrigkeit erhalten, von welchen sie alljährlich einer; sehr geringen Zins von 7 iö 12 6 . Gelts zu bezahlen hat. Es ist ihro auch schor; öfters bewilliget worden, auf disen Burg-Gütern Rütinen ar.szustocken und Viehwaiden anzulegen. M.W 2Z84 Historische >UUs Mst ein grosses wohlbevölkertes Dorf, so unter ^ dem Schlosse Farnsburg gegen Mitternacht ligt und an das Frickthal gränzet; in dem Italiänischen bedeutet Lula ein Loch. Es ligt in der Herrschaft Farnsburg; derselben Herren hatten zu Buus Zwing und Bann, eine Vogtey, die Jahrssteuer und verschiedene Frucht- und andere Gefälle. Als Merkwürdigkeiten. 2 z 8 s Alsdises Dorf in dein Jahre 1467. derLöbl. Stadt Basel abgetretten worden , so waren nur Zehen Knechte oder Haushaltungen darinnen, ohne die Jung-Gesellen; Vorgemelte Rechte waren mit der Herrschaft Farnsburg, und weil Baus im Sißgöu ligt, die Oberherrlichkeit mir der Landgrafschaft des Siß- göus erkauft. Dises Dorf hat keine besoiwere Edeln gehabt, ohngeacht verschiedene derselben darinnen gewohnt oder Güter allda besessen haben. In der Güter-Beschreibung der Grafen von Habsburg von dem Jahre izri. findet man angemerkt, daß Burkhard von Tegerfeld von dem Graf Johannes irr dein Banne zu Buus zu Lehen getragen habe Zehen Vierzel an Korn und Haber. Meni Gensch und Cunrad Genseh Gebrüder von Buus hatten in dem Jahre izzo. eine Ansprach an das Kloster Olsberg wegen einem Pfuild Gelts Bodenzins; fie erwehlten steh Schiedrichter mit Einwilligung ihres Herrn, Graf Johannes von Froburg, welche disen kleinen Anstand sobald verglichen haben: Unter den Schiedrichtern war Ulrich Zielempen s8 s von 2Z86 Historische von Buus, dessen Schwester Susann« Zielempen dazumahl die Aebtißin zu Olsberg war. > Dises Dorf hat einen guten Ackerbau, Vieh- ! zucht und auch Weinwachs. All dem Farnsberg entspringen verschiedene , Wasser-Quellen, welche in den; Dorfe zusammenlaufen und einen Bach ausmachen / der unterwegs j noch andere kleine Wässerlein zu sich nimmt und naher Meisprach hinab lauft; ^ Zu Buus treibet er eine Mahlmühle und eine ^ Holzsage. Dises Dorf hat seine Pfarr, worunter auch , Meisprach gehöret; Sein besonderes Gericht, worzu Meisprach, ^ Winterlingen, der Nußhof und Hersberg gehören. Der Untervogt wird aus den z. erster: Dörfern . genommen, und wo er seßhaft ist/ wird das Gericht ? gehalten; ^ Sein Schießplatz ist auf dem Breitfelde, mit ; hellen voll Winterlingen, Meisprach und Hcrsberg; ; Seine übrigenBeamteten bestehen in z. Geschwor- t nen; ulld das Feldgericht aus 7. Männern. s Das Dorf hat 6 . schöne laufende Brünilen. ^ Dise 2Z87 Merkwürdigkeiten. ^ Dise Gemeinde ist verbunden alles Brennholz in das Schloß Farnsburg zu stöhnen / und em- ! pfängt dagegen etwas weniges in Gelt / Brot und Wein. Der Frucht-und Wein-Zehnten allhier wird auf eine besondere Weise vertheilet: Von dem Korn und Wein bezieht der Herr Com- menthur von Beucken den halben Theil, Ein Viertel die Kirche zu Bims oder Löbl. De- ! putatenamt, und der: übrigen Viertel die Edeln i vonTruchsäß; Der Haber hingegen wird nur irr Drey Theile getheilt: Dar einten bezicht die Kirche, den andern die Truchsässen, und den dritten das Korn- Amt zu Lieftal mit den Edeln von Löwenburg ab- wechslungsweise; Diser Haber-Zehnten wird in den alten Urkunden Somer - Zehnten genannt, und diser sechste Anteil, so das Kornamt zu Lieftal verwaltet, ist mit Bischofsftein erkauft worden. Nunmehr da die Edeln von Löwenburg in dein Jahre 1759. vollkommen ausgeftorben, welche disen sechsten Anteil von der Stadt Basel zu Lehen trugen, so ist solcher hiemit dem Löbl. Stande anheim gefallen und wird nunmehr der ganze Dritte Teil von dem Obrigkeitlichen Kornmeister zu Lieftal bezogen. 2Z88 Historische Die Freyherren von Falkenftein Thomas und Hans/ Gebrüder / Herren zu Farnsburg, verliehen die Quart des Fruchtzchntens in den Jahren 14z 9. und 1454. den edeln Truchsässen von Rheinfelden/ Jngleicherr: einen Teil daran in dem Jahre 1446. den Gebrüdern Melin von Rheinfelden; Nach Abgang diser Freyherren haben die Edeln Georg und Ludwig Bodman in dem Jahre 1579. dem Sebastian Truchsaß dis Lehen erneuert. Der Rütin-Zehnten wird voin Schloß Farns- ! bürg, der Heu-Zehnten von dem Pfarrer genomen. . Mär: findet aufgezeichnet / daß Hernman von ^ Heidecke eheinalen Anteil an dein Zehnter: zu Buus ' gehabt und solchen dem Ottmar: zum Haubt verpfändet habe. ! Da wegen dein Zehnten unter den Benachbarten öfters Anstünde steh ereignen / so ist deswegen t zwischen Wintersinger:/ Buus/ Meisprach, Zeitigen und MagtM/ den iz. Heumonats 1725. - ein Verglich errichtet worden. Zu der Pfarr Vnns giengen vorzeiten auch die , von Ormelingen ur:d Henricken zur Kirche, und vor dem Jahre iszs. war ein besonderer Leutprie- ster aWer/ als zu welcher Zeit Meisprach eine abgesonderte Pfrund war; ' Der 2Z89 Merkwürdigkeiten. Der Herr Commenthur zu Beuckm hat den Prediger zu Buus zu besolden und dessen Wohnung zu unterhalten / und weil die Conunenrhurey das Patronat der Kirche hat/ so wird der von dem Löbl. Stande Basel erwehlte Prediger ieweilen mit einem PräsentarivnS-Schreiben versehen, welches er dem Herrn Commenthur einzuliefern und sich deme darzustellm hat. Weil es aber dem Löbl. Stande Basel bequemer war/ die Pfarr Meisprach/ allwo die Stadt ?3tronu8 LLLleliX ist, mit der nahe gelegenen Pfarr BuuS / wie mit Bubendorf und Zyfen auch geschehen / zusammenzustoßen ünd in eine Pfrund zu vereinbaren , so ist deswegen den 28. WeinmonatS des isZs. Jahrs mit der Commenthurey ein Verglich getroffen worden. Die Prediger/ welche diser Kirche von der Zeit derKirchenverbesserung an vorgestanden, sind 1^29. MatheuS Merkt auch Kenzler genannt; er begehrte seinen Abschied und zog in das Würtenbergische. 1548. Paul Straffer der älter. Johannes kiliopXus der älter / vorhin Schloßprediger zu Farnsburg. isss. Crispinus König, Dekan. 1576. Aaron 2Z92 Historische 1576. Aaron Biberli. i s?8. Samuel König. is8z. Jakob Mersberger. i s94. CunradLützelmann, kam nach Rotenflue. 16n. Cunrad Zellarius, vorhin Prediger zu Lausen. 1612. Hieronymus Parcus / kam nach Munzach. 7618. Crispinus StrübiN/ kam nach Bubendorf. 7 626. AI. Nikolaus Agricola. 1642. AI. Joh. Philipp Zellari/ war vorhin Prediger zu Arisdvrf. i 6 so. AI. Jakob Gernley 7 beyde vorhin Prediger 1682. AI. Jakob Leucht/ 5 zu St. Margretha. 7709. AI. Niclaus Muspach. 177z. AI. Jakob Freyburger, vorhin Prediger zu Langenbruck. 77Z7. Hr. AI. Andreas Merian. Die zu disem Dorfe gehörigen Waldungen sind: Mettenholz. Munihalden, auf Niedern. Binzhalden und dessen Graben-. Stauffen. Hasenhalden. Klein- 2Z9I Merkwürdigkeiten. Kleinmettenhölzlein. ^ Buftrfiue. ! Sommerstalhalden. ^ Schönenburg. Rüghalden. Winterhalden; so meistenteils kleine Buechwalder. Buser Allment, so die Weitwaide ist/ hat Eichen und Fichten; uud die Lochmatt junge Tannen. die Buserhalden am Farnsberg/ har Buechen und Tannen. Kopfhölzlein, junge Tannen. im Schlegel wachsen Fichten- Tann- Eichen- und ^ Buechbaüme. Irr disem Dorf-Banne werden sehr gute Gibs- und Tuffsteine gegraben; der sogenannte Zielem- pen zu Farnsburg ist in dem Jahre is?4- durchaus mit Tuffsteinen von Buus ausgebessert worden. Irr dem Jahre 1499. zur Zeit der Dornacher Schlacht / hatte die Stadt Basel und dero Angehörige sowohl von den Oesterreichischen als von den EydSgenossen verschiedene Anstände, weil die Stadt sich in disen Krieg nicht mischen wollte und sich ohn- parteyisch aufgeführt; die eydSgenößischen Völker mußten nothwendig ihren Marsch durch das Basel- Gebiet nehmen, um naher Dornach zu kommen, worüber 2Z92 Hiftorische worüber die Oefterreichischen Angehörigen böse waren/ daß sie allhiesigeGrenzdörfer beschädigten/die Rheinfelder brannten einige Häuser zu Buus hinweg und raubten vieles Vieh; da aber dise Schlacht, wie bekannt, zu Gunsten der Eydsgenossen ausgefallen, so wußten sich die Baßler für allen erlitt^ nen Schaden auch wieder Recht zu schaffen. Bey Wintersingen ist angemerkt worden, die Verwüstung so das grosse Gewässer in dem Jahre 1748. in dortiger Gegend verursachet hat; das Dorf Buus ftuhnd zu gleicher Zeit größtenteils auch unter Wasser/ allein nur eine Scheune ward umgestürzet/ und von den Menschen ertrank niemand. Merkwürdigkeiten. 2Z9Z Mises Dorf ligt unterhalb Buus gegen Magien ^ an dem Fusse des Bergs Sormenberg an den Grenzen des Frickthals; mit der Herrschaft Farnsburg ist dises Dorf mit Zwing und Bann, verschie, denen Korn-und andern, auch den Rütin-Zinsen und der Steuer erkauft worden; dazumal bestund es aus Zwölf eigenen Knechten oder Haushaltungen nebst den jungen Leuten; mit der Landgraf- schaft des;Sißgöus ist auch die Oberherrlichkeit über dasselbe an die Löbl, Stadt Bafel gekommen. f8 M Ohn- 2Z94 Hrftorischr Ohngeacht es keine besondere Edelleute hatte , so mögen doch einige derselben allhier Güter oder andere Rechte angesprochen haben, so daß die Löbl. Stadt Basel/ um aller fernern Ansprüche befreyet zu seyn/ sich deswegen,in dem Jahre nos. mit dem Hause Oesterreich in eine Unterhandlung eingelassen / in welcher alle fremde Ansprachen an Mei- sprach aufgehoben und der Stadt alle Ober-und Nidere Herrlichkeitsrechte bestätiget worden; Folgende Erzehlung wird es mehrers aufheitern: Ln2linu8 8 pil 3 riu 8 von Rheinfelden versorgte in dem Jahre 1277. seine Tochter Anna in das Kloster Olsberg und begaabte dagegen dasselbe mit Sechs Jucharten Acker in Einech / zu Maispracha; in welche Verschenkung Graf Simon von Thierstein als LeheNherr diser Güter eingewilliget; unter den Bezeugen war Dominus KuäolpiiuL äe Winterlinden. Graf Sigmund von Thierstein war um das Jahr 1290. mit der Kirche zu Basel in Feindschaft, die Stift hatte dazumahl ihre Höfe zu /Vleinlprack. Oempen, 2 .eiZnin§en , der Graf beschädigte solche und ward daher von Domino D 6 e Koetenlen ?rsepolito in Bann gethan; er wollte nicht gern darin bleiben und versprach non ampiius llerbare velle, vel bonA occupare in Luriis ; es scheinet Merkwürdigkeiten. 2595 er habe alsdenn um des Bannes erlassen zu werden seine Rechte, so er an die Mannschaft diser Höfe hatte, der Kirche abgetreten. Aus der Abhandlung von Winterlingen ist zu ersehen/ wie Graf Simon von Thierstein in dem Jahre i zso. dises Dorf den Herzogen von Oesterreich überlassen habe; Und wie die Grafen von Thierstein wenig Zeit hernach solches schon wieder als Eigentums-Herren besessen; derselben Nachfolger Hans von Falkenstein Herr zu Farnsburg verpfändete um das Jahr 1440. dem Michel Sibot Sonnenwirth zu Rheinfelden das Dorf Meisprach mit Zwing und Bann/ der Vischenz / der Steuer zu Magten und von dortigen Reben. Als aber der Stein Rheinfelden in dem Jahre 144-s. von den Kriegsleuten der Stadt Basel und ihren Bundsgenoffen belagert und eingenommen worden, so gieng auch dise Schuld-Verschreibung verloren/ daher der Freyherr in dem Jahre 145z. dem Sibot eine andere gleichen Inhalts ertheilet hat. In dem Jahre 1461. ward dises Dorf mit der Herrschaft Farnsburg von den Herren von Fal- kenstein erkauft; s 8 M 2 In 2Z§6 Historische Indern Jahre 1480. war JohannBöglinvon Constanz/den GrafOswald von Thierstein zu einem Leutpriester zu Meisprach erwehlet hatte, von dem bischöflichen Vicaiio eingeweyhet. Das Jnstru- ment hierüber ist vor: Joh. Salzmann Notarius LuriX epLop. Luül. dcrr 10. Christrnonats ausgefertiget; Aus einer Kundschaft , welche in dem Jahre 1497. Montags nach MlericorlliX aufgenommen worden, erweiset sich, daß die hohen Gerichte und Herrlichkeit zu Meisprach zu Farnsburg gehören. Bey Errichtung desjenigen Vertrags, welcher in dem Jahre isos. mit dem Durchlauchtigsten Hause Oesterreich vermittelt worden, waren denn auch diejenige Ansprachen vorgebracht, welche aus vorangezogenen Urkunden könnten hergeleitet werden ; von Seiten Oesterreich aber sich aller Ansprüchen begeben, also daß, wie in dem Traktat stehet, die Löbl. Stadt Basel bleiben solle: bey dem Dorf Meisprach lind dessen Zwinger: und Dünnen, Wildban, Hohen und Nidern Gerichten, rc. Als Kirchherren zu Meisprach finden wir aufgezeichnet : izs6. Ludwig Graf von Thierstein, Domherr zu Basel und Strasburg. Das Merkwürdigkeiten. 2397 Das Kapitelbuch des Sißgöus gedenket nach- gemelter Geistlichen zu Meisprach: 1480. Johann Böglin von Constanz. Hr. Hans, Kirchherr. Niclaus Westhofer. Ulrich Schertlieb, Leutpriester. Ulrich Stocket. Hr. Hans Kirßner, Kirchherr. r>29. Friedlin Brombach. In dem Jahre iszs. ward dise Pfrund der Kirche zu Buus einverleibt, allwo seit der Reformation die Prediger diser booden Gemeinen haus- häblich sind. Dises Dorf gehört unter die Pfarr Buus, und den Gerichtsftab, wie bey Buus angemerkt worden. Der ganze Zehnden allhier an Frucht und Wein gebühret Löbl. Deputatenamt, so die Verwaltung der geistlichen Güter auf der Landschaft besorget, von welchem auch das Collatur-Recht abhänget. In disen sogenannten grossen Zehnten fällt auch der s8 M Z Zehn^ 2Z98 Historische Zehnten von den Neubrüchen, hingegen wird der sogenannte Rimn-Zehnten von dein Schlosse Farns- brrrg bezogen. Das Gericht wird an demjenigen Ort gehalten, wo der Untervogt wohnet, und von den Buusern, Meisprachern und Wintersingern besetzt, worzu Meisprach 2., Mann gibt; Dises Dorf hat ein besonderes Gescheit» oder Feldgericht für sich, so aus 7. Männern bestehet. In den alten Berainen findet man von folgenden Gütern einige Meldung, als von Unserer L. Frauen, des Herrn Bischoffen, der Stadt Basel, und der Schaler» Gut. Dises Dorf, so nunmehr über 60. Haushaltungen ausmacht, hat einen fürtreflichen Acker-und Weinbau, auch eine gute Viehzucht, daher es ein nahrungsreicher Ort, welcher mit s. laufenden Brünnen gesunden Wassers versehen ist; Das Wasser ist in Sommerszeit gemeiniglich 2. Grad kälter als die Luft, nach dem OuLreti- schen Termometer. Von Buus laüft der Bach naher Meisprach, allwo noch ein kleines Büchlein ab dem Sonnen- berg Merkwürdigkeiten. 2Z99 berg darein fällt und sich joden» diser Meispracher- Bach das Tahl hinab naher Magien, mrd denn bey Rheinfelden in den Rhein ergiesset. Zu Meisprach ist eine Mahlmühle. In dem Jahre i s 46. war difts Dorf übel abgebrannt, deme aber durch die aufgehobenen und von Obrigkeits wegen ertheilte Steuern wieder aufgeholfen worden. Weil es an den Grenzen ligt, fo hatte es in verschiedenen kriegerischen Zeiten, besonders in dem Lreyßigjährigen Kriege, genug mit seiner Benützung zu thun. Die zu disein Dorfe gehörige Waldungen sind: Strickhalden, hat junge Büschen. Hindereck ist eine Weitwaide mit Eichbaümen. auch zürn Teile Hölihan. Gigershalden, hat Buchen; ingleichem ist der Schönenberg ein Buchwald. Kopfhölzlein und der Sonnenberg, so zum Teile Weitwaiden , haben Eichen und Buechen. bey Mehliholz ist eine Weitwaide rnit Eichen bepflanzet. der Oehnsberg, hat junge Buchen und Eichen. f8 Gj 4 Brü- 24so Historische Brühalden, Angerhalden und Ackerfohren such Zinshölzer. Da das grosse Gewässer in dem Jahre 1748. zu Wintersingen und Buus grossen Schaden verursachet, so hat dazumal dise Dorffchaft Meisprach auch vieles gelitten, da der Schwall des Wassers von Buus herab auf sie gestoßen und besonders ihre Wiesen sehr beschädiget hat. Katür- Merkwürdigkeiten. 2401 WL- AM-!!« ? 2SS«ss Natürliche Werklvmötgkeiten aus dem Kraüterreiche -er Gegenden Arisdorf, Hersberg, Olsberg, Wintersingen, Nußhof, Buus und Meifprach. Die Welt ein Wundergarten Von unzählbaren Arten Der Pflanzen (welch ein Heer!) Zum Heil, zur Noht, zur Freude. O schöne Augenweyde! O grosser Gärtener! V'L u Gegenden seyn von zimlich weitün U>n- fange, darinn verschiedene Berge, Hügel und Tähler mit schönen Wäldern von al- s8 GH s lerhand 2422 Natürliche lerhand Bau - und Brennholze, guten und mit köstlichen Obstbaümen besetzter! Wiesen, fruchtbaren Feldern und Weinbergen von treflichem Wein- wachse prangern Es ist nicht rar einen Saum des Arisdörfer altm weißen und Meispracher röhren Weins von guten Jahrgängen für 20 und mehr Gülden verkaufen zu sehen. Da nun auch aus den kleinen Bächen diser Gegenden Forellen, Grundeln, Groppen und Krebse zu haben, aus den Weyern aber ob Arisdorf ein Löbl. Magistrat alljährlich eine beträchtliche Menge Karpfen ziehet, über dies auch neben dem, was die rudere und mittlere Jagd bringet, die hohe Jagd nicht selten Hirschen und wilde Schweine verschafft; so kan man wol sagen , daß dise Gegenden an Lebensnohtwendigkei- ten und Niedrigkeiten keinen Mangel haben , und folglich ein der Haus-und Landwirthschaft verständiger Einwohner sich allhier in Ansehung der Nahrung treflich wol befinden könne. Wenn wir itzo die Gegend von Äugst mitnehmen, weil dieselbe in dem leisten Stücke genug Stoffs aus den römischem Altertümern enthalten wird und also ein merklich grösser Stück ausmachen dürste, so können wir den Kraüter-Liebhabern mit einem und anderrn in vorhergehenden Teilen noch nicht bemerkten und von verschiedenen wolerfahrenen Kraüterkennern in Visen Bezirken gefundenen Pflanzen aufwarren. 24 OZ Merkwürdigkeiten. r. Der grosse, giftige Nachtschatten: 8olanum L. L. k. 166. Lella Donna majo- ribu 8 toIÜ 8 L koribus. V. 77. auf dem Köpft hölzlein gegen Farnsburg und Hemmicken. Herr Dr. Mieg. und bey Äugst. Dis ganze Kraut ist sehr giffrig, doch die Wurzel und Beern, oder Frucht weit mehr, als die Blätter , deren man steh vor Altem schon bedienet, harte und trebsische Geschwülste!:, äusserlich aufgeleget, zu zerteilen: Sihe Theod. Zwingers Rraüterb. Einige der heutiger: Aerzte schreiben, daß ste dise Blätter, in dem Brust- Krebse, nicht ohne gute Wartung und Nutzen auch innerlich in irwulo verordnet: Wie mit mehrerem nachzuschlagen in des Ber. Rud. Aug.Dogels blilior. Mater. meclie. und Journal 6 e Neciecins, Llur. kbarm. Lc. "lom. XIV. ssanvier 1761. a? 3 ris; bey Welchen noch andere mehr angezogen werden. Weil aber andere das Gegenteil erfahren haben: sihe De Haine in ration. meäenäi; und alle alter: und neuer: Aerzte darin:: übereinftirnmer:, daß die Beern oder Frucht innerlich genossen doll und wahnsinnig machen, oder gar ums Leben bringen und das ganze Gewächs schädlich sey, so ist es weit sicherer und rahtsamer desselben innerlichen Gebrauch zu unterlassen. Man tönte also auch diftm Kraut eben so wol denNa- . ^ mm 2404 Natürliche mm noli me tanZere beylegen, als aber der Krebskrankheit selbften oder einem andern Kraut, nemltch der LalLniine. 2. Eine Art Cypergras : D^peroiäes s^Ivarum, tenuiter spicatum. 8cb. ^§r. 418. Hall. 8t. D. 2Z8. z. Dr-unen sylvaticum, c^perol^es, ecbinatL spick nemorum, majus. Larell. Ic. 19. 4. Dr. anAullisol. spicis sellilibus in soliorum alis. ^ szo. Darex 1. Dali. 8t. D. 24z. Herr Dr. Mieg in s^Iv. lnontos äumet. umbr. 10. kleu 6 oÜ 3 c 1 li 8 alpina. L. L. k. 2Z6. Ibi 6 . eo 6 . temp. i r. ^n 6 rolXmon birlutum. L. L. k. 280 . I 67 PL- riLum villos. ereÄ. eauie rotun 6 c> 1 . 2 s s In 6 umetis pailim. 16. stul. 12 . ^uniperu8 vu1Zun8 Iruticosg. L. L. ?. 488 . 1. s88- in pake. a6 mar§ine8 s^lvar. 16. ^ui. iz. Kubu8 i6XU81j)inosu8. L. L. ?. 479. 1'. 614. pallim in 6umeti8. Die Kraft UNd WÜrkUNg der Himbeer sind jedermann bekannt. 14. 6ersnium OinutL kolio, molcliatum. 0. L. ?. z i9- 1 . 268 . bey Angst. is. He 1 peri 8 cauls ki 1 pi 6 o, ramoko procumbe»- te. 1 . H. OxE ZZs. Ko^en. kr. zz 8 . Hall. 8t. n. s 64. Am Rheingestade bey Angst. ^n ea6. cum Hebper. montan. ^s1Ii6. oäoratils. <ü. L. k. 202 . ? 16. Lentuncu1u8. Lpb. N. Lur. Lenk. s. culir 2406 Natürliche Lulis glbis , IruÄu Lorignäri exiguo. Alentr. kuchll. rarior. pl^nt. lab. 7. AllWV eine ZUN- lich gute Figlrr dises raren KraütleinS neben andern stehet. Unser treffliche kotamLus Hr. vL I>^LNL^^I., IVIeäic. I.iLent. Lruäitils. hat selbiges auf dem Felde bey dein Rotheii- Hause geffcn Angst gefunden. 17. Nillelolimn 3^u3ticnm, ilolculig 26 loliorum noclo8. L. L. k. 141. In 2HU2 1l2Zn2nte 26 Riienum suxra üuzull. Kaurac. läem repe- rit. ^ul. iZ. lunica peL2li8 serr 2 Ü 3 , in üne unZui 8 lunu- §inoÜ 8 . U2II. 8 r. II. läem iluZult. Kaurac. in ruäer. 2mx>bitbe2tri. 19. Veronics p2lullri8, LNZuliilolia. Hiv. läem in prat. paluäos. lupra ^uZult. HauraL. 20. ^p-nine p3luttri8, minor , ?2ri6enÜ8, bore Llbo. 1. lä. idiä. 21. Iäcbenoiäe 8 tudulolum, ramolill. kruticuli Ipecie L2näiL2N8 , corniculi 8 ' rufelcemibu 8 . l)ill. 2 OZ. Nuscm terrellris, eorälloiäiz, ere- ÜU 8 , cornibv 8 rufelLent. L. ö. k. Z 6 l. kroär. Is2. In s)Iv. mont. suprs Lpitlorf. Von Merkwürdigkeiten. 2427 Von dem farrhausbrunnen zu Mrisdorf. It dem Wasser des bey dem Pfarrhause stehenden Brunnen neben dem harte -or- beyrauschenden Büchlein seyn folgende etwelche gerneine Proben gemacht worden. r. Wurden 8. Civilpfunde io. Unzen gelinde ab- geraucht und liessen 1 . Quintl. 8. Grane einer Schneeweissen crystalltnischen Salz-Cruste und 2. Quintl. 40. Grane eines gleichfalls Missen, damit vermischten, terrestrischen, alkalischen Pulvers zurücke. 2 . Als 42. Grane von Visen zwey Wesen irr einem steinernen Mörsel abgerieben, mit 2 Unzen gemeinen Brunnwassers ausgelauget durch Fließpapier gezogen worden, so hat man etwas von diser äolmion mit ein wenig 8^rux. Violar. vermischet und bald eine grüne Farbe entstehen gesehen^ 3 . Dift 2428 Natürliche z. Dise Lolution mit Oleo Vitnoli gemischet erweckte eine starke Erhitzung. 4. Unter eine stltrirte 8olurion. bLccllgr. 8murn. selbige gegossen , machte solche milchweiß und xi'Xcipirirte ein weißes ül3§jllerium. s. Mit 01 . Mrtar. per clelig. vermischet wird sie milchweiß und stürzet sich in eine weisse Wolke. 6. Alis der Vermischung Mit Nercur. lublimat. entspringet eine OranZe-Farbe. Nachdem rnan hernach dises Wasser zu verschiedenen Malen wiederum abrauchen lassen/ so erhielte man allzeit eine ungleiche Quantität und Proportion des krocludtl , so daß derjenige / der dise Proben gemacht hat/ urteilte , es müsse der Brunnen vorr Zeit zu Zeit einen fremden Zufluß bekommen und würd deswegen gut seyn / wenn man monatlich rechtschaffene Proben damit anstellen thäte. 4. Unzen des rellucirten und zurückgebliebenen lu- hmäi davon liessen in dem Keller nichts anschießen. Es hatte selbiges gleichwol einen bitterlichen salzich- ten Geschmack / wie die 8olutl0 83I18 8eiäli2enli8 und Wirten dise 4 Unzen eingenommen, ohne die geringste widrige Empfindung, mit s. Wckbus. Obschon nun dises Brunnwasser wegen seines Gehalts, ohne Zweifel etwas mehr,, als ein gemeines 24VS Merkwürdigkeiten. nes Brunn - und Trinkwasser wirken kan, so können wir doch , weil die angeführten Proben nicht durchaus vollkommen seyn, anbey keine damit gemachten innerlichen oder aüsserlichen Euren uns bekannt worden, die wahre Eigenschaft, Kraft und Tugend desselben nicht wol bestimmen. SS Von 24 ia Natürliche ersten,ertrugen ML'Z KNEnn ich deiner Welten Bau der Geschöpfe Pracht und Menge ihr unendliches Gedränge, Grosser GOTT! erstaunend schau! So find ich, bey jeden Blicken in die kleinste Creatnr, eine Welt von Meisterstücken der mir verborgenen Natur: Weesen, aller Weescn Kraft, ich erkenne deine Stärke, durch erstaunensvolle Werke, die dein Wort aus nichts gemacht. der Christ und Philosoph. diejenigen, welche die von dem grossen Schöpfer ihnen gegebene Vernunft zu dein Hemmten Gebrauche anwenden, gestehen, Merkwürdigkeiten. 2411 hm, daß der Bau der Welt mit seinen Geschöpfen ein gewisser Beweis und eine Offenbarung des grossen Schöpfers sey; diejenigen Geschöpfe aber, die ihnen keinen Nutzen bringen, oder solche welche in Betrachtung anderer, dem Menschen gering vorkommen , schauen sie schon wie ein Pvppenwerk an, welches keine besondere Achtung verdienet. Allein alle Geschöpfe, so wohl diejenigen, welche wir gemeiniglich hohachten und preisen, als die geringeren, so wir hindansetzen, sind bey einer nähern Er- känntnis grosse und herrliche Werke. Seneca, Cicero und plinins haben hierüber so vernünftig als Christen gearbeitet: „ In grossen „ zumahl in den gröstcn Cörpern (schreibt der let- „ stere in dem zweyten Kapitel des zweyten Bu- „ ches seiner Naturgeschichte) hat die Natur eine „ bequeme Werkstatt gehabt, die Materie, so sich „ von ihro behandeln lassen, auszuarbeiten; aber „ hingegen an den so kleinen Geschöpfen, die fast „ wie nichts sind , was findet sich da nicht für „ Weisheit, wie grosse Macht und was vor eine „ unausforschliche Vollkommenheit! Die verschiedene Lebensart der Menschen, erlaubet nicht aller:, die ungemetne Kunst und Beschaffenheit der Geschöpfe einzusehen und auszuforschen, doch sind alle so herrlich und bewunderungswürdig geschaffen, daß auch ein unachtsames Auge s8 2 solche 2412 Natürliche solche bewundern muß; je mehr man nun dieselben betrachtet/ ie deutlicher verkündigen sie die Macht und Weisheit ihres Schöpfers: Warum ligen / sie- ! hen und schweben also so verschiedene Geschöpfe allen Menschen so deutlich vor Augen ? Ohne Zwei- ^ ^ fcl darum, daß sie aus solchen das Daseyn und die ! Existenz des grossen Schöpfers erkennen möchten: ! dem grösten Teil des Erdbodens / der ganzen heidnischen Welt/ zu welcher noch keine göttliche christliche Offenbarungen hindurchgedrungen; sind die Geschöpfe die göttliche Sprache// so ihnen die hoher; Eigenschaften ihres Schöpfers verkündigen und aus solchen haben alle Völker geschlossen : Es ist ein GLllt. Die Christen / so einen erhabeneren Begriff von ihren; Schöpfer haben sollen / wisse» / wie diser Weltbau durch sein Wort und Wille aus Nichts erschaffen worden; sie wissen, was ein jedes Tag- Werk bey der Schöpfung hervorgebracht / und wie durch die göttliche Vorsicht und Allmacht alles in seinem Wesen erhalten werde: Glücklich wenn sie, daß dise Vorsicht auch über sie walte / also glauben, daß sie dieselbe auch gebührend verehren. Wir wenden uns nun zu einer nähernBetrachtung unsers Vorwurfes/ der; versteinerten Meers-Schne- ckcn; Es kan nicht ohne Grunde gemuhtmasset werden / daß solche mit den Vögeln und Fischen an dein Merkwürdigkeiten. 2413 dem Fünften Tage derSchöpftmg hervorgekommen: denn viele Gelehrte sind der Meinung, daß / als GOtt das Wasser von dem Trockenen gesondert/ Er zugleich die Saamen aller Thiere und Pflanzen in die Erde und in das Wasser gelegt habe; aus welchen dise Creatoren hernach auf die Machtworte GOttes: die Erde lasse aufgehen rc. bringe hervor rc. das Wasser errege sich rc. vorgemelte Geschöpfe undCreaturen augenblicklich aufund über der Erde und in den Wassern erschienen seyn; und aus disem Grunde/ daß der Saame zu den Geschöpfen schon iir der Erde und dem Wasser war, ehe solchem befohlen worden hervorzukommen; hat auch Jemand die seltsame und sonderbare Meinung gefaßt/ daß die Versteinerungen/ so in der Erde gefunden werden/ daherkommen/ daß einige Thier- und Pflanzen-Saamenbesonders aber die Schnecken / an dem zu ihrer Schöpfung bestimmten Tage sich verspätet / daher in der Erde bleiben und sich wie Loths Weib versteinern müssen. Die Gegenden , welche in diser Abhandlung vorkommen / enthalten aussert den Venus-Muscheln schier alle Gattungen Versteinerungen, so bis dahin von uns beschrieben worden; darüber aber findet man annoch verschiedene versteinerte Seepflanzen: Von solchen haben wir in dem ersten Teile unserer Merkwürdigkeiten 6Z. die Korallenbüsch- HG z gen 2414 Natürliche gen angeführt, welche man «Worten auf Saa- rnen- oder Rogenstetnen findet. In dem zweyten Teile stellet die Figur einen Stein vor, aus welchem Korallenäfte hervorragen ; die Figur 5. die fünfeckigten Sternsteinlein und ' die Figur /. kleine Korallenzweige mit beyligenden kintl'ockitm. Unter 6§. des Dritten Teils werden auch Korallenartige Büschgen beschrieben. Der Fünfte Theil enthält verschiedene Arten und Gattungen einzeler und zusammengesetzter iVIa- llreporen. In dem Sechsten Teile find einige Mlleporen, eine Ketepora, Schwämme so wie die Schwänze der Pfauen gestaltet und Korallenäste mit Sternen und Schwämmen besetzet, beschrieben. Der Sibende Teil hat merkwürdige Stücke von verschiedenen NWeporM, IMleporeN, keteporm, Lmrockieen, Gewürznägelein-Steinen, Korallen- Gewächsen, mit den Aesten, an deren Mündung die evtrocllittsche Gestalt und sternenförmige Bül- dung erscheinet, und denn ein Lncrirms oder See- Gilgen. Denn l Merkwürdigkeiten. 241s In den: Achten Teile werden verschiedene schö-. ne Korallenftauden und Aefte samt Lmrockiten verschiedener Gattmrg abgebildet; Welche Versteinerungen alle zusammen genommen eine sehr zierliche Sammlung von Meerspflanzen vorstellen. In dem io und uten Stücke kommen die kA. troLlliten und ein AllroitL8 des Liestaler Amts vor. Auf der irten Versteinerungs - Tafel befindet sich ein Liwroclliteb des Homburger Amts, und Die i4te Tafel hat einige derselben, so zuBen- weil gefunden worden. In denr i6ten Stücke sind schöne Koralliten und Mroicen beschrieben und werden die Kennzeichm gemeldet, wodurch die lVlaäreporen und Nilleporen unterscheidet; ingleichem werden die Berichte angeführt, welche verschiedene Reisbeschreibungen über die Korallen erteilen. 2416 Natürliche Beschreibung der Versteinerungen. in disen Gegenden verschiedene nachfol- gende Versteinerungen gefunden werden, welche alle ihre Aufmerksamkeit verdienen, so wollen wir uns dismahlen allein bey denen auf der Kupferblatte vorgestellten seltenen und korallar- tigen versteinerten Gewächsen, oder was sie sonst seyn mögen, aufhalten. Unter denselben befinden sich verschiedene runde und eckichte Steine, so wie kleine Walzen und Säulen aussehen, und aus vieler: aufeinander liegenden kleinen Steinlein , so die Gestalt kleiner Räder, Pfenninge und Stern«: haben, besteh«:: Weil nun dieselben mit keinem Seegewächse noch Thiere vollkommen übereinkommen, so haben die Gelehrten bis dahin allzeit angestanden, worzu sie solche zehlen , oder was sie aus ihnen machen sollen; dise Ueberbleibselr: der Sündflut zeigen uns also noch unbekannte Thiere oder Gewächse Merkwürdigkeiten. 2417 wächst an, welche auszuforschen die unermüdeten Naturkündiger nicht unterlassen werden; Etwelche sichert in den Gedanken / weil einige der Korallen-Zweige oben an ihren Oefmmgen eine Vertiefung haben, so ein Sternlein abbildet und dist siernartige Höhle durch den ganzen Zweig bis in den Stamm sich erstrecket, die Korallen noch über dists viele Absätze und Knoten haben, auch die Korallenäfte bald krumm bald gerade gehen; dist sogenannte IroLbites Lntrocbi und MenL möchten von solcher: herkommen; zumahlen noch so viele Gattungen Korallen in dein Grunde des Meers stehen, welche wir noch nicht kennen, und gleichsam ein jeder besonderer Meersgrund auch eine besondere Gattung hervorbringe. Andere vermeinen, es könnten solche Rädlein und Sterrrleinsteine der Saarne von eirrigen Meers- Pflanzen seyn, welcher also gleich der: Saamenkör- nern, so in dem Kelche aufeinander ligen, ausgleiche Weise eingeschlossen, versteinert worden; etwas ähnliches zeige sich bey Apfeln und Birnen, wenn solche quer durchschnitten Werder:, so gestalten die Behältnisse der Kerne, Röslein und Sternen : Oder aber es könnten solche von einer ohnbe- kannten Meerspflanze herkommen, welche Gelänke habe, die an einander hängen, und abgebrochen s8 H) s dist Natürliche 2418 dise Gestalten ausmachen ; dergleichen man etwas ähnliches an dein Stengel des Farrenkrauts beobachte , welcher / ohngcacht er hundertmal durchschnitten werde , dennoch bey jedem Schratte die Gestalt eines doppelten zwcyköpfichten Adlers in dem Mark vorstelle. Noch andere vermeinen, daß dise Sternftein- lein von dem Seethiere herkommen, so man 8tella marine oder Seefternen nenne; und diser Thiere gibt es sehr verschiedene Gattungen. Der Stern, so man das Haupt NeöalX nennet, die 8tell3 peÄmatä , die 8teÜ3 reticnlata, re_ troZracls und ecliinara, haben in ihrer Mitte, da ihr Mund seyn soll, eine Röslein - und Sternen- Gestalt, welche mit den versteinerten kmrocbis übereinkömmt; dise Gestalt wird allein von den verschiedenen Einschnitten in dein Munde diser See- Sterne verursachet, und da diser Mund aus einer harten Knorpel bestehet, welche sehr tief in das Thier hineingehet, so müßten dise gefräßige und räuberische Seesternen-Rachen uns nunmehr in der Versteinerung eine angenehme Abschilderung vorstellen; Das ist gewiß, daß die Mündung der Stelle Lrborelcemis R.oncie1ett mit dein Röslein Von dem Lntroclio N. 5. n. und 22. sehr gleich ist. Andere, Merkwürdigkeiten. 2419 Andere / welchen die Mäuler und Rachen der Seesterne nicht genugsam scheinen zu dergleichen zahlreicheil Versteinerungen, suchen die Lmrocki- ten in den Aermen / Resten oder Gelenken diser Thiere, welche Absätze, Gelenke und Reste mit den Mroiten eine Gleichheit haben; noch andere muht- massen, weil dise Steinlein gemeiniglich einen ü.1- veolum, ein Löchlein oder Höhlung haben, so durch und durch gehet, daß dise Höhlung ein gewisses Zeichen sey, daß eine Nerve dadurchgegangen und also dise Versteinerungen aus den: Thierreiche, von einem Rückenbein, Schwänze oder andeM-dergleichen herkommen möge. Uebrige aber, welchen eben mit einer mühesamen Nachforschung nicht gedienet ist, machen solche zu einem Spiele der Nacur. Unter den unzählichen Gattungen der korallar- tigen Gewächse findet man dero Gestalt sehr verschieden ; einige find ganz glat und rund, andere haben Absätze wie die kmrocbi, und die Sternen- förmigen findet man bey den Moluckischen Inseln: gleichwie viele derselben mit Polipen angefüllt, so gibt es auch andere, welche keine Jnsecten zu Einwohnern haben; andere aber haben Würmer, dergleichen ist nach Herrn Li. ri § Bericht die LorR- Ima TubulsnÄ Ne1itenli8, worinn die 8coIopen- 6re8 fich auchalten ; das Gehaüs diser und andrer Jnsecten hat seine Absätze wie die Lmroclü, einige Würmer 2420 Natürliche Würmer sechsten kommen ihnen gleich / und Herr I) onL ? i , welcher i8. seine Natur-Geschichte über das Adriatische Meer herausgegeben und mit vieler Gescdicklichkeit zeiget, wie die Gewächse und Pflanzen stuffeuweis zur Bewegung und dem Leben hinaufsteigen, schildert darinnen einen Polipen ab, welcher den kimroclüs, so bey den Gelenken oder Absätzen Erhöhungen haben, vollkommen gleich sihet. Es wird also für uns, die wir sehr weit von dem Meere entfernet wohnen und dise Gewächse und Thiere nicht einsehen können, bey so verschiedenen Muhtmassungen das beste seyn unsere Meinung von dem Ursprung diser Art Versteinerungen nach demjenigen so wir schon hierüber in den vorigen Stücken angebracht haben, zurück zu halten, und der Zukunft zu überlassen das mehrere hievon zu entdecken. Dise kmtroLlü, LlkenX Lolumnares Stern-Uttd Rädlein-Saülchen sind meistenteils rund und fünf- eckicht und bestehen aus vielen kleinen Stein- und Sternlein, welche schichtweise veft auf einander li- gen, bisweilen aber auch ab einander können genommen, öfters aber auch einzeln gefunden werden : Merkwürdigkeiten. 2421 9. IO. 14. 27. find Lntrocki columnc>re8 cum liellis L rorunck8 torLMlnibus pervüs von verschiedenen Grössen; ihre Sternlein oder rnnde Höhlen in der Mitte gehen durch und durch, die Strahlen der Streifen, so aus dem vertieften Löchlein herauskommen, gehen gegen dem Rande zu / und die Abschnitte oder die Gelenke gestalten bey einer jeden Schichte oder Lage einen Streif/ so krönleinartig oder gezähnlet; welches ein Beweistum ist, daß daS Bord des abgesonderten Trocknen oder einzeln Steinleitts nicht vollkommen rund , sondern etwas zackicht ist; übrigens ist die Saüle ganz glat, und kau die Anzahl -er Gelenke oder der besondern Trocknen , aus welchen der Lmrockus bestehet, leicht gezählet werden. 2. 7. is. i8- sind dergleichen KmrocKnen , so mit erhöhten Aest- lein, Warzen und Seewürmern gezierer. 1. Z.4. 5. 6. 8. n. 12. r z. 15.16. 17. Lntrockiteu von besonderer Zierlichkeit , verschiedenen Vertief-, Erhöhungen, Ringen und Kränzen. Es wäre sehr leicht einem jeden diser Steine einen besondern Namen zu geben, weil dises annoch ohngetaufte Kinder sind ; weil es aber mit diser Benennung eben gehet wie mit den Pflanzen, da die 2422 Natürliche die Lotanici einer gleichen Pflanze verschiedene Namen ertheilen und dadurch dise Wissenschaft nur schwärer machen und verwirren, so kommt es den Liebhabern der Versteinerungen, welche sieb kein eigenes System formircn, besser zu, die Versteinerungen nur kurz und deutlich zu beschreiben und in der Zeichnung vorzustellen, als aber einen Namen zu geben / welcher; ein anderer verwirft. 2Z. 24. 2s. 26. Lntroclri stellares peMagoni sind solche Steine, welche die Gestalt der Sterne haben; gleichwie nun viele einzele Sterne die ganze Lmroclüten-Saüle ausmachen, so zeigen 19.20.21. und 22. die einzelen von der ganzen Saüle abgelößten Sterne an. Dise kommen sehr mit der Art Korallotden übereilt, deren Herr Franz k^r^ro und andere Jta- liäner Meldung thun. 28 . ZO. ZI. Z2. zz. Lntroclii Majores llriis e meclio perlorato acl circumkerentiam exeuntibus. Dise grössern Lntrocliiten haben ein jeder etwas besonders; 28. Merkwürdigkeiten. 242 z 28. zeiget die Vegetation eines neuen Asts; zo. zeiget, daß die Streifen durch alle Gelenke oder Lagen von den: hohlen Mittelpuncte an das Bord hinaus laufen , anbey unten wo er abgebrochen, wie Streifen sich finden, die noch einen andern Lauf haben. z s. und Z2. sind Lnttocliiten , da die Streifen nicht gar bis an das Bord hinaus laufen. zz. ein Lntroclik mit Würmern und einem korallartigen Schwämme, dessen gespaltene Oef- nung die Figur des Polipen, so solchen bewohnet, verrahten solle. Z4. Iruncus LorZlloicles äuodus tun- Zitis vermiLulis. Man bemerke dises Korallen-Gewächse als ein Stück eines Stammens, dessen Ast einen Lntto- clllten gestaltet oder hervorbringt. 29. KAmi6c3tio corsllmÄ enttocbiticg. Dises abgebrochene Stück eines Korallen-Gewächses zeiget deutlich, wie solches in entroclmi- sche Saülgen auswachse. 2424 Natürliche Zs. Älallä Lor3l1oiäe8, cum columnis entrocliiticis jam lormatis. Sehr deutlich ist an disem Stücke abzusehen / wie in den Korallen-Stauden fich Aeste gestalten / welche ob ste schon die korallenartige Materie behalten/ doch ihre Gestalt verändern; Saülenweise in die Höhe steigen und LntroLlmen werden: wenn die Korallen-Gewächse von ihren: eigenen Saamen wachsen / so kan man muthmassen / daß es eine Pflanze gebe, welche glatte und emroLlmenartige Aeste hervorbringe / oder aber daß der Saame der LntroLlllmiartigen in dise gefallen / rn:d also beyde mit einander aufgewachsen: Nimmt man aber die Meinung an / daß ein jeder Polipe seine Pflanze formire/ so wie die Bienen ihre Zelle»/ so ist die Sache noch deutlicher; der kolvpus entr0Lkiticu8, wenn man sich also aus-' drücken darf / ist zu dem kolypo, so nur glatte Wohnungen machet / geschloffen und haben also beyde mit einander jeder das Gebaüde auf seine an- erborene Weise aufgerichtet. Z6. Iruncus major entroclliticu8. Da wir allein die Versteinerungen/ so wir besitzen und in unserer Landschaft gefunden worden, auf diser Kupferblatte vorgestellt; so kan es leicht seyn Merkwürdigkeiten. 242s seyn zu behaupten, daß noch viel Zwischen-Stücke seyn sollten , um den Bau oder das Wachstum der Lntrockimi deutlicher vorzustellen: Wie nun aber dises grosse Stück eine Nsll- anzeigt, darinnen verschiedene Aefte von grossen LntroLkis durch die übrige» korallenartigen Versteinerungen fortgehen, so weiset sich doch so wohl aus djsem als aus deine was in dem 6. 7. und 8ten Stücke diserAbhandlungen schon angeführet worden, zimlich wahrscheinlich, daß wo nicht alle, doch viele Gattungen LmroLlll, von verschiedenen Korallen-Gewächsen herkommen ; dise Korallen-Gewächse mögen übrigens zu dem Pflanzen- oder Thier- Reiche , oder zu beyden , nach der Meinung des Herrn gehören, da die Koralle durch den Nahrungssast aus dem Boden, worauf fie fte^ het, und dem Seewasser wächst, von dem Polipe aber gestaltet und bewohnet wird. 37. Lntroclütes rsinolus, ve1Lncrinu8» lülium msrinum. Die sogmannte Meer-Lilien-Steine haben die Gestalt einer Blume, die verschiedene Aeste statt der Blätter hat, und eine Figur ausmachen soll, wie eine geschlossene Tulippe: die Aeste, deren ver- Lr I) schiedene 242§ Natürliche schiedene sind, so bald offen bald geschlossen gefunden werde» / bestehen aus unzehlich vielen Abschnitten, welche abgenommen den Lntrocbi 8 gleich sehen. Die Gelehrten, welche dafür gehalten, die Rädersteinlein oder Lmrocin seyen ein versteinertes Ueberblcibsel von den See-Sternen, sind also auch auf die Gedanken gefallen, die Lilien-Steine seyen versteinerte See-Sternen, weil die See-Sterne gemeiniglich wie dise Versteinerung fünf Aeste oder Acrme hat, und wenn sie todt, sich zusammenziehet und der Gestalt des Liliensteins gleich kommet; ohngeacht nun an den Lilienfteinen kein Maul und an den Seesternen keilt Stiel zn fill- den, so sind doch viele Naturkündiger darauf bestanden , daß weil noch viele unbekannte Thiere in dem Abgrunde des Meers sich befinden, noch wohl mit der Zeit eines könnte entdecket werden, welches ihre Muthmaßung bestärken könnte; Ulld solches erwahret sich zum Teile durch die Beschreibung einer neuen Grönländischen Thier- Pflanze, welche Herr Christlob Mylius in dem Jahre i?sZ. dem hochwohlgebornen und- hochgelehrten Herrn Baron von Haller zugeschrieben hat; Die Pflanze war auf dein Wallfischfange bey Grönland aus einer erstaunlichen Tiefe mit dem Senkbley heraufgezogen, Sis Merkwürdigkeiten. 2427 Sie bestünde aus einen: blossen Stengel, worauf die Blume war/ welche 2^ Zoll, der Stengel aber über 4 Schue lang war. Herr Mylius sagt: „ Wegen der Furchen in der Länge, und der Ker- „ ben in die Queere, welche sich auf diser Blume „ zeigten, entdeckte ich ben dein ersten Anblicke ei- „ ne Aehnlichkeit derselben nut denjenigen verstei- „ nerter: Cörpern , welche man Liliensteine oder „ Lncrirmos nennet, aber der obere etwas faseri- » ge Theil diser Blume hatte damit desto weniger „ Aehnlichkeit mit der Versteinerung: Die Blume bestund aus zo. kegelförmigen Ae- sten, unten waren sie alle zusammengewachsen und einige schief zusammenlaufende tiefe Kerben schienen den unteren Theilen derselben das Ansehen eines Blumcn-Kelchs zu geben; der Stengel war vier- eckicht, mit drey unordentlichen Furchen, in die Queere mit vielen Kerben wie an den Liliensteinen; die Substanz des Cörpers besonders des Stiels war hart und braunlicht; Der berühmte Engelländer Herr hat dergleichen Pflanzen , welche wie vorgemelte bey Grönland ausgefischet worden, ebenfalls genau mr- tersuchet und dem Herrn Mylius zu erweisen getrachtet, daß solche wie viele andere Thierpflanzen ein Polype sey; s8 JZ 2 Da 2428 Natürliche Da aber Herr Mylius an disem Gewächse viel pflanzenartiges und Saamen-Behältniffe beobachtet zu haben glaubte, so schliesset er, daß dises Behältnis der Polypen dennoch eine Aehnlichkeit mit der: versteinerten Meersternen habe, welche man Liliensteine nennet, und daß man solches neue See- Jnsect ütteris ^oopkytos compoüta nennen tönte. Weil nun Herr Li^i8. auf welchen Herr Mylius sich besonders beziehet, die Meers - Gewächse und disen Grönländischen Polypen sehr genau beschrieben, so müssen wir auch seine Gedarrten hierüber anführen: Betreffend die Korallen-Gewächse, so zeiget er bey einer jeden Gattung auch die Gattung der Po- lipen an, so solche bewohnen, und hält dafür, daß dise Meers-Gewächse, so wie Stauden und Baümlein aussehen, nicht nur der Aufenthalt und Wohnung der Polipen, sondern auch ihre eigene Arbeit seyen, welche zu ihrer Erhaltung, Wohnung, Schutz und Vermehrung dienen; mit einem Worte daß dise See-Gewächse ohngefehr denjenigen Gebrauch bey disen Thieren ausmachen, welchen die Bienen-Cellen, oder das wachsartige Gehaüse der Bienen, haben; Und beschreibet denn sehr umständlich und schön disen grossen Polipen, welchen er marina Merkwürdigkeiten. 242- grÄica nennet; seine Beschreibung kömmt mit des Herrn Mylius seiner fast durchaus »herein , ist aber vollständiger; bey dem Anfange des Stiels nahe bey der Blume gedenket er einer Art Blase, welche der Polipe gleich denen Fischen zu seiner Bewegung in dem Auf- und Absteigen gebrauchen könne, und seinDurchschnitt der Pflanze zeiget die Figur von 24. LmroLkis; auch hat dise Abzeichnung einen Fuß oder Kelch. worinnen die Pflanzen oder die Thiere stecken, da hingegen in Herrn Mylius Abschilderung hievon nichts zu finden ist. Endlich stellet Herr L1.1.1 8 auch die Figur eines versteinerten Lncnm oder Lilien-Steins vor, erkennet dabey einige Gleichheit mit diser Thier- Pflanze, mit dem Beysatze, daß nichts destoweni- ger nach Herrn Rofinius Untersuchung das luiium lapiäeum mit den Seesteruen eine grosse Gleichheit habe. Nach dem Herrn I.i«xLV8 könnten die kn- trocki , Walzenstein , von den Meer - Würmern und die MeriL und der LnLrinu8 I.ilium I». piäeum von den Seesternen herkommen. Dises ist also, was man bis dahin von denjenigen Versteinerungen , so man Lncrinu8 oder tü» lium inarinum nennet, gemuthmasset hat. sb I) Z Die 24Z0 Natürliche Die Abschildmmg 37- ist eine -er Verstei- rrerungen/so wir besitzen; der Stein ist gelb und sehr hart, das Gewächs darauf Selenitisch, der Stengel ist von der Blume oder den darauf stehenden Äesten abgebrochen, deren man noch acht zehlen karr, welche aneinander hangen; es scheinet aus der Abschilderung, als wenn noch Aeste aus dem Stengel hervorschössen, allein ohngeacht aller Beyhülfe des Vergrösserungs - Glases, kan derr- noch solches nicht gewiß bestimmet werden , und da der ganze Stein von Bruchstücken diser Pflanze angefüllet, so können auch dise grossen und kleinen Aeste also an den Stengel zu ligen kommen seyn, daß man meinet, sie seyen mit selbigem verbunden; Durch das Vergrösserungs-Glas scheinen die aufeinander ligendenlroclliten abgewälzt und Jedes Teil stellt eine kleine runde Figur vor, wie ein Brcrspielstein; auf der verkehrten Seite diser Versteinerung siehet man ebenfalls die zersplitterten Aeste diser Pflanze in unzählbarer Menge. Z8- Lalls Lncrini. z8> ist die erhöhte Seite des untern Teils einer vermeinten Meer-Gilgen; an der in der Mitte erhabnen Rundung zeigt sich ein schönes Röslein und an disem soll der Stiel zu stehen kommen. Z9- Merkwürdigkeiten. 24z r Z9- ist die hohle Seite / woraus die Aeste ge- hen, hiemit das Gewölbe/ worinn der Lncrmu« stehet; Also urteilte man bis anher von diser Versteinerung ; allein alle Anstünde hierüber sind noch nicht gehoben; kommen die Lncrini von den Meersternen her/ so ist das Thier noch nicht gefunden / so etwas dergleichen hat; kommen dise Untersätze oder Blumenfüsse aber von den Korallen und Polipen/ so hat man auch noch nichts dergleichen an disen Thierpflanzen wahrgenommen. Die weitem Muthmaßungen bleiben also eingestellt bis zu mehrern Entdeckungen; Und da überhaubt dise unsere Abhandlung nur zu weitlaüfig worden / da unsere fürnehmste Absicht allein ist, nur die merkwürdigen Versteinerungen unserer Landschaft anzuzeigen; So verweisen wir unsere Leser zu dem gelehrten Werke Herrn Dr. Ioh. Hoffers von Mühlhausem welcher seine Abhandlung hierüber dem 4ten Teile der Physisch, Mathematisch rc. Helvetischen Acten einverleibet hat. EÄ LE-L7>^- ^LxS-M (^. LSrH^ MM 7 MM S«W. ELMM UMW AHM UMtz -L,„r-. »>,'^s° MA MLtz ^ <> - ^i-sW >E-LLL^ SLKAW K-E.L. I.^OL V^O^l ^kriZVOLk' Z^>lLi MM MU ^.'-7 5M XVixr i^>cv(>^v MK- r.^ UND WM ' - MB ÄWM t--S.,I ZMWÄ^ ^ 'M MMG LMMU W-D HL WW MWV MKsWH LI7I78 IMD 8('III.O88 iXir^NIMO WELLM SB-W MW WLM -- - ML'LM. .^ -: E.-«'.^ . . >-^ ./^,i>»-<>-. - ' ^ ?7 . . «M, ->. -, ' ' ' ,; > . M'KL^ L.-' - ..-^M N'L.-' . "KMsZ ^:«-d W,E'^ W sK-W '">»-»'SY WZ MW WMM-M K'W Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher XXI. Stück. UM Es werde die Allmacht des Schöpfers erhoben! Jetzt strebet die Weisheit der Vorstcht zu loben, Nun preiset die Güte, des der uns erhält; Es ruhet die Mutter der Früchte, die Erde, Es ruhet der Landmann nach Heister Beschwärde, Doch Menschen! es wacht der Beherrscher der Welt. Nyl. Basch bey Emanuel Thumeysen/1762. historische Merkwürdigkeiten der Dörfer Rohtenflue, Oltmgcn, Anweil/ und Wenslingen. t8K2^j Historische Merkwürdigkeiten. 24Z5 MSt ein grosses Dorf , tvel- d ches nllmnehr zu der Land- Vogtey Farnsburg gehört / ligt oberhalb Ormalingen und grenzet meistenteils alt das Fricktahl; Unsere Schriftsteller haben uns von difem Orte ^ gar keine Nachricht hinterlassen/ und es ist auch tvürklich sehr mühesam gewesen, das Nachfolgeu- ^ de davor: zu entdecken. s8Kz) Die 24Z6 Historische Die Edeln von Rohtenflue des Thurgöus haben allhier nichts besessen. Dises Dorf, so seinen Namen von -er nahe daran Wenden rohten Flue oder Felsen haben solle, war vorzeiten in Zwey Dörfer abgetheilt, als, Ober-und Nieder-Rohtenflue, wovon das obere um so viel mehrers angewachsen, als das niedere abgegangen, und von dessen ehmahligen Lage das Nöthige nachwerts vorkommen wird. Es ist zu muhtmassen , daß als Rohtenflue in dem Jahre 1460. an die Herrschaft Farnsburg verkauft worden, diser Ort in seinem grölten Verfalle gewesen, und daß die Besitzer desselben, ausser der Rechte der Landgrafschaft, welche sich nicht einmahl über den ganzen Dorf-Bann erstrecket, allhier wenig Einkünfte gehabt; da übrigens der Zinse zu Frick, Weitnau, Wegenstetten und Helligen, so sämtlich nunmehr Oesterreichische Dörfer sind, und allwo viele Gefalle mit der Herrschaft Farnsburg erhandelt worden, umständliche Meldung geschiehet. Dises Dorf, dessen Bann in den alten Zeiten teils in der Landgrafschaft des Sißgöus, teils ausser derselben in dem Fricktahl, doch in der Herrschaft Farnsburg mag gelegen haben, hatte in verschiedenen Merkwürdigkeiten. 24z 7 , fchiedenen Zeiten verschiedene Herren, und auch die Rechte diser Herren waren abgeteilt: Die Herzogen von Teck besassen die sogenannten Hofrechte; die Grafen von Thierftein als Herren zu Farnsburg und Landgrafen des Sißgöus die Vogtey-Rechte; dise Rechte waren vermischet, die Gefälle derselben wurden irr Berainszinse verwandelt und solche von dem Herrn Bischosse zu Basel und der Löbl. Stadt Basel etwelche derselben, den edeln München genannt Löwenbnrg zu Lehen gegeben, welche aber nunmehr, da dises adeliche Geschlecht ausgeftorben, von den Lehenherren wieder zurückgenommen worden sind. Folgende Erzehluug wird dise Umstände erheitern. Hans von Falkenftein Landgraf des Sißgöus, hat in dem Jahre 1450. dem Cunrad Münch von Münchenstein mit Vorbehalt der Wiederlösung zu kaufen geben seine arme Leute von Rohtenfiue um 47. st. Gelts, als, den RudinWagdenhals, Heinrich und Uhle Wendenspieß, samt ihren Weibern und Töchtern, so sämtlich Elfe hiessen; Bald nachwerts war ein Anstand wegen dem Schmied zu Rohtenflue, der in die Grafschaft Homburg gehörte, welchem vor: dem Amtspfleger der Stadt Basel eine grössere Steuer wollte auferlegt werden. Dise s8 K 4H 24Z8 Historische Dise edeln München genannt Löwenberg besassen also alle Rechte, so sie allhter hatten, ausser den wenigen eigenen Leuten, Lehensweise. Alle alte Lehenschriften zeigen, wie die Grafen vor: Thierstein als Lehenherren die Vogtey-Rechte den Edeln v'on Frydingen, den edeln Jrmy von Basel, und den Edeln von Münchenftein geliehen. Zu Anfang des 1502. Jahrs hatten die von Fry- dingen keine Ansprache mehr an dise Vogtey, daher hat der letzte Graf von Thierstein irr dem Jahre 1504. die Vogtey zu Rohtenflue, Arisdorf und Melin dem Balthasar Jrmy von Basel geliehen, welcher Jrmy schon in dem 1484. Jahre von dem Kaiser Friedrich dem Dritten zu Brück in Flandern irr den Adelstand war erhoben worden. Als aber nachwerts die Stadt Basel das Recht der Leherrschafterr von der verwittibten Grästn von Thierstein, wie in der Abhandlung von Barken zu ersehen, in dem Jahre 152z. erkauft und die von Löwenberg die Vogtey in ihrem Lehenbrief ausweisen konnten, so hat die Stadt Basel sie mit disen Vogtsrechten so lange belehnet, bis die Le- herrträger solche der Stadt Basel zurückgegeben und wieder verkauft haben; wie bald wird angezeigt werden. Wir Merkwürdigkeiten. 24z? Wir haben schon bey Abhandlung des Schlosses Farnsburg der Grafen von Thierslein mit meh- renn gedacht, und wie von dem letzten Grafen Heinrich Herrn zu Pfeffingen und Pfalzgrafen der hohen Stift Basel, das Eigentum verschiedener Lehen der Löbl. Stadt Basel zugekommen. Weil nun unter disen Lehenträgern auch die edeln München von Münchenstein genannt Löwenburg sich befanden, welche zu Rohtenflue verschiedene Rechte und Zinse nutzten , so ist zu untersuchen, woher ihnen solche zugekommen. Die Rechte diser Edeln sind Lehens-Nutzungen, welche sie teils von dem Herrn Bischoff von Basel , teils von der Löbl. Stadt Basel zu Lehen haben. Mit dem Lehen der Stadt Basel hatte es folgende Beschaffenheit: Die vorgemelten Grafen hatten die Rechte und Gefalle, so wir nachwerts benamsen werden, um das Jahr 1460. den Edeln von Frydingen geliehen: Ytal, Hans, und Hans Thüring von Frydingen, Gebrüder, verpfändeten aber in dem Jahre 1482. mit Willen des Lehenherrn ihrem Oheim Werner Gelträchinger Bürger zu Waldshut, die Lehenszinse, so zu Rohtenflue fielen; also genoß diser Gelträchinger dises Lehen einige Zeitlang, bis s8Ks) der 244 ? Historische der Graf Heinrich solche einem Michel Rüttener von Rheinfelden zuerkannte; Die von Frydingen entweder hiedurch belaidiget oder auf eine gütliche Weise befriediget, wollten dises Lehen nicht mehr behaltet!, und gaben es in dem Jahre 152z. der Frauen Margreth von Neuenburg, der Wittib und Erbin des obgemel- ten Grafen Heinrichs, mit deme seine Linie abgestorben, auf; also verliehe dise Gräfin in dem gleichen Jahre dem Mathis von Löwenburg dises Lehen, welcher auch in dem Jahre 1526. als die Löbl. Stadt Basel Lehensherr und Eigentümmer derselben war, seine Lehenspflicht getreulich geleistet hat; Doch findet man angemerket, daß anfänglich dise Edeln von Löwenburg mit ihren Vettern denen von Frydingen die Einkünften der Vogtey geteilet haben; Es mögen also vor beschehener Belehnung einige Zinse, welche die von Frydingen mit Einwilligung der Grafen von Thierstein dem Gelträchinger verpfändet und an die Jrmy und David Bürger von Basel gekommen, zurückgeblieben seyn. Als Jacob Münch von Münchenstein den 1. Aprill des Jahrs 1541. das -Lehen frischerdmgen empfan- Merkwürdigkeiten. 2441 empfangen, so hat er getrachtet / wie er sowohl die Rechte des Teckischen Hofs und der Vogtcy, welche letztere das meiste.ausmachten und die er von der Löbl. Stadt Basel zu Lehen trug / wie auch den halben Kirchensatz verkaufen möchte; Welches auch in dem folgenden 1545. Jahre geschehen/ da er kraft des Kauf-Instruments vöm 2z. Heumonat / der Löbl. Stadt Basel abgetreten und auf ewig dahin gegeben hat, Die Vogtey mit ihren Rechten / wie sie damals war mit den Hofrechten vermischet/ die Rechte eines Zwing und Bannherrn/ der über Holz und Feld / Zwing und Bann zu gebieten hatte; das Recht einen Meyer/ das Gericht und Gescheid zu besetzen; das Recht der Appellation von dem Gerichte; das Recht der Stammlöse von den Bau- Hölzern / darzu alle Bussen bis auf io. W; und was nicht malefizisch/ denn solches gehörte schon der Stadt als Landgrafen des Sißgöus; Ferners das Tafernen-Recht/ welches die Obervögte von Farnsburg vergeben hatten; Also kam die Löbl. Stadt zu dem Eigentum di- ser Lehenrechte/ welche sie ehmalen verliehen hatte/ und zugleich zu dem Besitze der vollkommenen Ober - und Nidern Gerichtsherrlichkeit zu Rohten- flue. Ferners 2442 Historische Ferners hat derselbe in disem Kaufbriefe der Stadt Basel verkauft den halben Kirchensatz: der andere halbe Satz ist der Stadt Basel von der Domprobstey zugefallen; Worauf die Unterthanen von Rohtenflue der Löbl. Stadt Basel aufs neue gehuldiget und den Eyd der Untertahnigkeit abgelegt haben. Als nachwerts disem edeln Geschlechte sein Lehen frischerdingen erneuert worden, waren die Vogtey- und vorgemelte verkaufte Lehenrechte ausgelassen und sie übrigens nach den alten Lehen- Briefen belehnet, als: Mit einigen Fruchtzinsen zu Rohtenflue; Den Zinsen und Zehnden in den Vogteyen zu Melin, Zeiningen, Angst/ Butts und Arisdorf; Worunter das Sommer-Zehndlein zu Butts, und die Fahrzinse zu Äugst; Welches alles, wie schon bey Buus angemerkt worden, durch den Tod des Herrn von Löwenburg gewesenen Domprobsts der hohen Stift Basel als dem letzten seines Namens und Stammens, in dem Jahre 1759. dem Löbl. Stand Basel anheimgefallen, welcher dise Gefalle nunmehr durch seine Beamteten einziehen laßt. Vor- / Merkwürdigkeiten. 244z Vorerzchltermassen ist also die Stadt Basel, teils als Herren zu Farnsburg, teils als Landgrafen des Sißgöus und teils als Eigentümmer der Gräflich Thiersteinischen Lehen zu dem DorfRoh- tenflue und dessen vollkommenen Gefallen und Rechten gekommen; Nur fand man noch, weil eben nicht der ganze Bann von Rohtenflue in der Landgrafschaft des Sißgöus mag gelegen seyn, einige Anstünde mit der Herrschaft Rheinfelden; daher in dem Jahre 1514. mit dem edeln Herrn Ulrich von Habsburg Pfandherrn der Herrschaft Rheinfelden eine Ver- kömmnis wegen der Landmarchen des Sißgöus und Rohtenflue getroffen worden; als aber dessen ohngeacht das Durchlauchtigste Haus Oesterreich dennoch einige Ansprach gemacht, so ward indem Jahre 1; 34. als ein Abtausch wegen der Leibeigenen getroffen worden ; von Höchstdemselben, der Löbl. Stadt Basel abgetreten die hohe Herrlichkeit und Gerichte zu Rohtenflue mit allem ihrem Allhange, samt den Leuten, Steuern, Diensten und allen Rechten; wie wir solches bey der Abhandlung von Altweil mehrers anführen werden. An denen Grenzen hierum ist die sogenannte Erfenmatt, allwo die Landsgerichte gehalten worden ; allda grenzten ehmalen an den Lohen eil,es Bin,- 2444 Historische Birnbaums zusammen/ die Burggrafen von Rhein-- selben, die Grafen von Homberg und nachwerts dero Erben die Grafen von Habsburg und die Grafen von Thierstein als Landgrafen des Sißgöus. Dises Dorf hat eine Mahl-Mühle und Vier öffentliche schöne laufende Brunnen mit 2 Röhren/ und einen mit einer einzelnen Röhre vor dem Pfarrhause und etwelche sehr geringe. In ältern Zeiten: war eine Quelle allhier bekannt unter dem Namen eines Augmbrünnleins; von solches weiß man nichts mehr; hingegen ligt im Tahle eine Quelle das Furzbrünnlein betitelt/ weil das Wasser die Winde wegtreibt; und denn in den Matten das sogenannte Gehörbrünn- lein / dessen Wasser von sehr guter Würkuug seyn solle. Dem Dorfe steht ein Untervogt und etliche Geschworne vor; der Untervogt ist zugleich Gant- Meister. Es hat fein eigenes Gericht / unter welchem Anweil, welches zween Männer/ und Wenslin- gen/ welches drey Gerichtsmänner darzu gibt. In dem Rohtenfluer-Banne befinden sich folgende Waldungen: Wifperg- Merkwürdigkeiten. 2445 Wisperghalden, Lehnenburghalden, Auf Berg, haben Buchen, Ficht- und Eich- Baürne. Auf Strick, ist ein schöner Fichtenwald. Rubhalden, wo das sogenannte Gehör- und Wahlen-Brünnlein; Kellerboden, haben Fichten und Tannen. Bannhalden, Ramstelhalden,' Hollwingen, Dornhalden, haben Buchen. Die lange Tannen, Im langen Grund, Kohlholzzopf, Wellhalden, Odleten, Sommerhalden, Tahlhalden, Buechhalden, ist Buechenholz.' Tuckelberg, hat auch Tannen. AN' rMdi-MmMeW-it- Besang und Dibach) Der Frucht-und Weinzehnden wird in Vier Teile geteilt: Zween Quart bezieht -er jeweilige Predi- 2446 Historische Prediger, einen Quart die Stift auf Burg oder die Domprobstey zu Basel, und die letzte Quart die Edeln von Löwenberg, als Lehen von dem Hrn. Bischoff zu Basel , nunmehr aber, da dises Geschlecht ausgestochert, der Herr Bischoff von Basel selbst. Durch das Dorf lauft der Ergetzbach, so von Oltingen herab fällt, nimmt in dem Dorfe noch ein ander Wässerlein zu sich, Tübachbächlein genannt , und bey der Holzsäge unten am Dorfe, welche in dem Jahre i?os. erbauet worden, das sogenannte Lehnenbächlein und stellst also naher Ormelingen und weiters hinab; diser Bach hat gllte Forellen. Mhier hat es einen guten Ackerbau, etwas Rebgelande und eine erträgliche Viehzucht. In den Felsen der rothell Flue läßt sich bisweilen der grosse Uhu, französisch Ouc genannt, sehen und hören; Auch findet man bisweilen bey Ackerfahreu oderUmgrabung des Erdreichs etwelche alte Münzen : als seit etwelche« Jahren in groß Erzt, der Kopf des Alltoninus, aufbessert kevers eilt Tenl- pel mit Zehen Süülen steht; Ferners Merkwürdigkeiten. 444.7 Ferners eine solche, und auf dem ^vers das Haupt dises Kaisers mit einem Lorbeerkranze, mit der Umschrift M. ^M0MNU8 Au§. 6 erm. 8 -irm. Auf dem Revers: Ein stehendes Weibsbild, so eine Waage in der Hände hält. Ferners eine mit dem Haupt des Vespasians, so mit einem Lorbeerkranze umgeben, mit der Umschrift: E^lar Vessnlisn. H,u§. Lon 5 . IIII. Auf dem ^vers Eirr Adler mit ausgespannten Flügeln. Sodeun ein Lommoclus, Auf dessen Kevers: Ein Soldat mit einem Schilde. 8 . L. In dem Jahre 1499. und in dein dreyßigjäh- rigen Kriege haben die Rohtenfluer ihre Grenzen wohl verwahren müssen. l8 Ls Von 2448 Historische Von -er irche zu Mohtenflue. MN denen Schriften -ises Gottshauses findet ^ man aufgezeichnet, daß in den ältern Zeiten Zwey Dörfer gewesen, so den Namen Rohtenflue ! geführet, als das Obere und Niedere Rohtenflue. Beyde hatten ihre Kirche; die zu Ober-Rohtenflue war dem H. Stephan, die zu Nieder-Nohten- ^ ftue dem H. Georg gewidmet; Die Mühle muste beyden zusammen Eilf Pfund c Wachs hergeben. Aus 2449 Merkwürdigkeiten. Aus den zu disen geistlichen Gebäuden und dein Gottesdienste beschehenen Schenkungen ergibct sich, daß allhier ehemalen der von Königftein ein Wi- dum-Gut gehabt; ^ Es wird auch des St. Georgen, St. Niclaus und Johannes Gut, Des Götzleins Bül, des Dieprechs - mrd Jsen- tahls, des Kreyen Bninnens und der Straß wag den Hals gedacht. In dem Jahre 1468. haben die Edeln von Kühnberg ihre Güter allhier der Kirche verkauft. Ferners wird auch gemeldet,daß die Geipenmatte zu Nieder-Rohtenflue lige; die Widmatte an des Sigristen Acker stosse, darüber gehe denn der Pfad zu der Kirche, allwo ein Kirchherr oder ein Leut- Priester einen Platz oder Widerschlag für sein Pferd haben solle, daß er allda, so oft er zur Kirche reutet, solches bis nach gelesener Messe anbinden möge. Der alte Kirchhof lag auf Entfchgen, aus welchem abzunehmen, daß das nidere Dörflein ehemahls unterhalb dem Orte gestanden, wo das sogenannte Säge - Gut ligt, welches nunmehr den Herren iErben Herrn Ich. Conrad Wielands sel. gewesenen Salzschreibers und des grossen Rahts zugehört. (8 L 2) Dise 24-ss Historische Dise Kirche und vermuhtlich die zu Ober-RoP tenflue, wird ein keKorat genannt; - In dem Jahre IZZI. ken'a Quinta polt viem kascliX, hat^olianne8 krior iVIonakerii 8t. l^lba- ni extra muros La61iense8, Vicariu8 LpiicopatUZ Lasil. in tpiritua1ibu8 §c tempora1ibu8 dem Dekan des Frickgöus wegen dem Tod des Herrn Otto München Lanonicu8 zu Basel und R.eÄor diser Parochial-Kirche in Rohtenflue zugeschrieben, den Herrn Jakob Marschalk auch Domherr der Kirche zu Basel als Keckor zu Rohtenflue der Gemeinde zu. verkünden, und so einige Hindernis sich ergäbe, solche an die OKciaiität naher Basel zu melden ; in so fern nemlich Jakob Pfach noch nicht mit diser Kirche investirt wäre, und sich niemand in der kroclamation widersetze. In dem Jahre 1480. haben die Kirchmeyer zum Bester: diser Kirche erkauft, in Wegenstädten das sogenannte Wegenftädten-Gütlein und i o Viertel Habergelt Zins, von des Cuny Mangots Gut. Von den Geistlichen, so diser Kirche abgewartet, findet man folgende aufgezeichnet; In dem Jahre i zzo. Otto Münch, Domherr zu Basel, K.eÄor diser Kirche. Merkwürdigkeiten. »45» IZZI. Jacob Marschalk, Domherr zu Basel. Jacob Pfach; und Hans Schreiber. Vor und nach der Kirchen-Verbesserung: Rabannes 8tucklus , vorhin zu Oltingen, Dekan, und vor der Reformation zugleich dcribL in ^uöicio pa§i Kotllenlluc nomine nobilium äe l_,oevvenbur§ ; unter ihme verbrannte das Pfarrhaus so geschwinde, daß er mit seinem Weibe und Sieben Kindern kaum entfliehen konnte. Hans Ludwig Hummel, vorhin Prediger zu Münchenstein. Jsaac Cellarius; in dem Jahre i sos. war das Pfarrhaus zu verbessern; weil nun die Edeln von Löwenburg als Lonclecimatoreg nichts an die Kosten beytragen wollten, so ward ihnen ihr Anteil des Zehndens inbe- halten. Cunrad Lützelmann, vorhin Prediger zu Buus. Friedrich Schwarz; war erstlich ein Student, denn ein Küefer, ein Schreiber, Pedell , Candidat des Predigamts, Prediger zu Münchenftein, und zu Langenbruck. s 8 L ^ i6Z9.Frie- 1559 . I6n. I6Z4. 2452 Historische - 6 z 9. Friedrich Agricola , vorhin Prediger zu Lausen. 1664. Heinrich Bruckner, vorhin Prediger zu Bretzweil. 1675. Chriftof Burkhard. -708. Dessen Hr. Sohn gleichen Namens, Dekan des Capitels, vorhin erwehlter Prediger zu Oltingen. - 754 . Hr. Joh. Heinrich Eglinger, vorhin Helfer der reformirten deutschen Gemeinde zu Genf. Dises Dorf hat seine besondere Schule. Merkwürdigkeiten. «45 Z E Wtingm. / M8N- WMi dem Fusse desjenigen Teils des Jura-Ber- qes, welcher in der Bottinäfiigkeit des Löbl. Stands Basel ligt, und welcher gememlich die Schaafmart genennt wird / befindet fich das grosse und ansehnliche Dorf Oltingen; Man kan es für eitles der ältester: Dörfer unserer Landschaft ansehen- In dem Jahre 14^. lebte Junker Heinrich von Oltingen, Vogt zu Waldenburg; er befigelte die Gerichtsbriefe von Unweit. Hiebey gehet sein Wappen, so auch in Stumpfen Chronick sich befindet. s 8 L 4 ) Bey 2454 Historische Bey der Abhandlung vm Gelterkinden und Scheideck ist schon angemerket worden, wie eine alte Landstraße, so zum Teile auch nunmehr gebraucht wird, durch das Tecknauer-Tahl hinauf bis Oltingen und über die Schaafmatte gegangen; Auf der einten Seite diser alten Straffe befinden fich die Ueberbletbseln von der Burg Scheideck, und auf der andern, die von Altenburg; Wäre nun dise Strasse ein via miluZris der Römer gewesen, so könnten die verschiedenen römischen Münzen, so man hierum findet, hierzu die Muhtmassungen bestärken. Dise Merkwürdigkeiten. 2455 Dise Anmerkungen gehören eigentlich zu der Abhandlung von dem Dorfe Wensliugen, in dessen Banne dise Burg stehet, doch weil Oltingen von Altenburg einige Ableitung leiden möchte / so hat man so viel in dem Vorbeygange davon melden wollen. Aus einer alten Carte von dein Jahre 1245. erhellet / daß unter den Edeln dkser Gegend viele Feindseligkeiten vorgegangen seyn; Die Überschrift derselben ist: Oompolltio lor- rna?aci 8 inter nobiiem virum Hermannum Oo- mitem 6 e kroburZ, ketrum 6 e OltinZen L eoruni kautore 8 , ex nna Lc. 6 c bleinricum äe LbienberZ A smicos ejus ex 3I- terö parte : meäiantibu 8 boni 8 viri 8 . Daraus erhellet / daß der Heinrich von Kienburg, welcher von dem'Grafen von Froburg gefangen worden, sich verpflichten müssen für sich und seine Söhne, sich aller Rechte an die Erztgruben zu Gunsten des Grafen zu begeben und innerthalb 20. Jahren eine Meile in der Mündung von der Burg Kiehnburg nichts zu bauen; Jngleichem sollen sie dem Grafen wieder aufgeben, das Burglehen/ so von Homburg herrühret, Wie auch das Lehen, so sis von Otto lls kur. Ion gemessen; alles bey Pön ioo Mark Silbers. s8 L ^ Die 2456 Historische Die von Kiehnberg gaben verschiedene Bürgen, worunter die Grafen Friedrich von Homburg und Friedrich von Thierstein waren, Welche alle geschworen, zu Liestal in der Gesellschaft zu leisten; Unter den Gehülfen des Grasen von Froburg und Peters von Oltingen befanden sich Johann von Lutinkon, Heinrich von kurion. und Heinrich Von LilcliberZ. Als Johannes von Eptingen in dem Jahre 1478. der Aebtißin zu Olsberg Mathildis von Schauenburg, seine Güter zu Vuililiorf mit Einwilligung seiner Ehefrau Agnes und seiner Töchter Elisabeth, Anna und Catharina, um iz. Mark Silber verkaufet, hat Graf Theobald von Pfird das Instrument besigelt, und unter den Gezeugen wäre: ileinricus Oll'ärius äs OltinZsn. Hieraus ist abzunehmen, daß zwar besondere Edle von Oltingen gewesen, doch gehörte der Zwing oder die nidern Gerichte zürn halben Anteile an die Herrschaft Farnsburg, wie solches in den Zinsbüchern diser Burg von dem Jahre 1322. deutlich verzeichnet ist. Die Merkwürdigkeiten 2457 Die Herren diser Burg bezogen auch die Land- Garben von dem Gelände der Alimenten / welche aufgebrochen und mit Früchten angesäet worden. In den ältern Zeiten waren gewisse Gefalle zusammengenommen/ in einem besondern Verstand auch Vogteyen genannt; in dem Jahre i z 57. verkauften Lütold von Frick Ritter/ Erhard / Uli, Werner von Frick Gebrüder, Edelknechte, dem Werner Sutur von Zeyningen eine Vogtey in beyden Bännen zuOltingen und Wenslingen gelegen, so Jährlich 7 Viertel Haben:, i ß. Gelts und 4. Hüner abwarf, um 12 Pfund Gelts; In dem Jahre i zss. hatte Johannes von Ep- tmgen Anteil an dem Gerichte allhier. Und als in dem Jahre 1402. Herr Heinrich von Roßneg Ritter, Junker Hans von Roßneg sein Bruder und Frau BiggehHans von Bensweil Wittib, mit Wernlin Wolf, ihrem zweyten Ehe- Mann , denen Vier Kirchenpflegern von Oltingen, ihr Haus und Güter zuOltingen verkauften, ward das Gericht zu Oltingen auf offener Strasse gehalten Namens des Junkers Heman von Scheideck und der ehrwürdigen Frauen Adelheit von Eptin- gen, Johannes Puliant von Eptingen des Ritters sel. Tochter. Der -458 -Historische Der Schild des Sigills, womit der Briefverwahret worden, ist gerade hinab in 2 Teile geteilt; in dem einten Felde ist ein stehender Münch mit gefalteten Händen, in dem andern der Eptingi- sche Adler. Als nun die Stadt Basel die Herrschaft Farnsburg in dem Jahre 1461. an sich erkauft, so war hiemit das DorfOltingen mit einbegriffen, samt dem halben Antheil der nidern Gerichte; die Oberherrlichkeit besitzet dieselbe als Landgrafen des Siß- göus; " Der andere halbe Anteil der kleinen Bussen ! und Besserungen bis an z itz. waren Gemahlen den Edeln von Heideck; einige derselben wurden Bürger zu Solothurn schon vor dem Jahre 1461. und daher kam es daß diser Löbl. Stand Anforderung darauf gemacht hat, und einige Gerichts- Briefe diser Zeit mit den Jnsigeln der Vögte von Farnsburg und der Vögte von Gößgen verwahret sind; In dem Jahre 1528. anerkannte diser Löbl. Stand, daß das Umgelt lind die Appellationen in Ewigkeit der Stadt Basel zustehen sollen; Des Stabs und der nidern Gerichte wegen aber, solle es zu Ölungen wie bis dahin üblich gewesen, gehalten werden. Hiebey Merkwürdigkeiten.' 24 s- Hiebey blieb es auch und ward alljährlich von dem Daßlerischen Obervogt auf Farnsburg und dem Solothurnischeu Obervogt auf Gößgen das Gericht zrr Olttugeu besetzet/ Bis auf das Jahr 1684. da eine Löbl. Stadt Basel der Löbl. Stadt Solothuru die Hohen Gerichte zu Nuuningen / gegen dise Nidere Gerichte zu Oltiugen abgetreten und übergeben hat; das Nöhtige hievon und welche Herren Abgeordnete von beyden Löbl. Ständen dise Sache behandelt/ ist schon in dem i6ten Stücke bey Bretzweil angeführt worden. Der Punct des Instruments / so Oltingen berühret / lautet also: „ Dieweil die Stadt Solothurn in dem Dorf „ Oltingen Farnsburger Amts/ an der Besatzung „ des Nidern Gerichts Theil hat/ und der Stab „ durch ihren Untervogt zu Küehnberg mit dem „ Daßlerischen Untervogt zu Oltingen abwechsels- „ weise geführt wird ; daß denn ermeldte Stadt „ Solothurn gerührte ihre an dein Nidern Gericht „ zu Oltingen habende Rechtsame der Stadt Ba- „ sel eedirt; Hingegen dise ihre in voroftgedachtem „ Distrikt Nonninger Bahns habende hohe Juris- „ dietion des Malefiz, Hagens und Jagens/ samt „ der Waldung Brand genannt / so viel davon „ im Nonninger Bahn gelegen re. re. der Löbl. » Stadt Solothurn überlasset re. 2460 Historische Betreffend aber einige Anstünde sowohl wegen den Solothurnischen Angehörigen, als den Unter- tahnen zu Oltingen, Anweil ilnd Wenslingen wegen Bannscheidung/ so würden solche den iz.Herbst- monats des Jahrs 1575. erörtert. Es war in dem Jahre 1682. als die Löblichen Stände Basel und Solothurn, verschiedene Abgeordnete ernamften, welche die Landmarchen gegen einander besser bestimmen sollten; Von Seite der Löbl. Stadt Basel war hiezu verordnet: Herr Niklaus Weiß, Herr Hs. Heinrich Uebeiin, Herr Sebastian Spörlin, alle des kleinen Rahts, und Herr Stadtschreiber Harder. Von Seite der Löbl. Stadt Solothurn: Herr Urs Sury , Seckelnreister; Herr Joh. Wilhelm Wagner, Stadtschreiber und des geheimen Rahts; Herr Haubtmann Jacob Sury, Stadt-Major; HerrHaubtmann Joh. Carl Grimm; Nebst den beydseitigen Obervögten. Nachdeme man in die Gegend von Oltingen gekommen, so waren die Landmarchen auf der Schaafsmatten bestimmt, bis gegen dem Leutschen- berg und der Burg; Denn heißt es in dem hierüber errichteten I» strument, Merkwürdigkeiten. 2461 strument, weil der Dorf-Bann von Oltingen über die Landmarchen hinaus gehet: „ Jedoch soll die Gemeind Oltingen bey ihrer „ BannSgerechtigkeir (angesehen nichts neues daß „ einer und der andern Gemeind BannSrechtsame „ auch in andere Bottmäßigkeit sich erstrecket) „ durchaus und ohnperturbirt / hierinit auch der „ Bannhag an dem Ort/ wo er bis dahin gestan- „ den / noch fürbaS verbleiben und sie Oltinger „ denselben jeweil erhalten und besichtigen; zu- „ mahlen allerhand weiterS Gezänck zu verhüten, „ neben disem Hag etliche Bannsteine gesetzt wer- „ den, und innert solchem Bannhag die Oltinger „ den Waidgang und ohnschädlicheS Holzen ge- „ messen: Ueber das solle auch Scheid und Einung ihnen Oltingern gebühren, nicht weniger die Fertigung und Nidere Gerichte naher besagtem Oltingen gehören. „ Belangend aber den Zehnden, gleichwie von „ der PalmiS-Matt das Heuzehndengelt naher „ Gößgen und Steußlingm gehörig und den „ Thauen nach bezahlt wird, sollen die Besitzer „ derselben, wenn künftiger Zeit etwas mit Frucht „ angeblümet wird, alsdann anftat des Heuzehn- dengeltS den Fruchtzehnden (gleich anderer Or- »tm 2) 2462 Historische „ ten gebraüchig) ohne Widerred dahin folgen „ lassen; vor: dem Theil aber, so nicht aufgeben „ chcn, das Heuzehndengelt nach Proportion be- „ zahlen und die Oltinger an solches alles keine „ Ansprach haben. In gleichem 1582. Jahre ward auch der Zehn-- den-Streit, zwischen dem DorfOltingen und An- weil, sodann dem Solvthurmschen DorfKienberg beygelegt. Au^ der Landkarte über das Farnsburger Anst kan man abnehmen, welcher Teil der Grenzen von Oltingen gegen Löbl. Stande Solothurn ligen ttnd ! welche hingegen an das Fricktahl flössen. Bey der; Abhandlungen von Riehen und Roh- tenflue ist schort desjenigen Traktats gedacht, welcher in dem Jahre 1534. mit den damaligen Herren Regenten des Elsasses, wegen der eigenen ausgewechselten Leuten, und den Grenzen getroffen worden. Unsere Leser können fleh auch aus der Erzehlung der Landmarchen der Landgrafschaft des Sißgöus erinnern, daß ein Bezirk der Dorf-Bän- nen von Rohtenflue, Anweil und Oltingen, ausser der Landgraffchaft mag gelegen seyn. Also war es nichtig dissorts sich zu vereinbaren, welches auch geschehen, da kraft dises Traktats das Haus Oesterreich sich aller Rechte an dise Gegend auf das feyerlichfle Merkwürdigkeiten. 246 z feyerlichfte begeben hat; in Ansehung Oltingen sind die Worte des Vertrags folgende: „ Zu dem Dritten haben Wir der Stadt Ba- „ sel zu Handen gestellt, die hohe Obrigkeit und „ Herrlichkeiten , sambt allen Rechten und Ge- „ rechtigkeiten, so Se. Röm. Kays. Mai. gehabt „ hat, an dem Winkel oder Spitz Erdreichs, zwi- ^ schen dem Dorf Oltingen und dem Bann Kien- „ berg, und im Oltinger-Banne gelegen ist und „ an den Bann Anweiler anwandet. Also warden mit vieler Sorgfalt die Grenzen diser Gegend vest gesetzet und so viel möglich allen Anstanden vorgebogen. 2464 Historische Von der Kirche zu Minzen. k'HM WS' MIse ist eine der ältesten Kirchen der Landschaft ^ Basel, so auch an dem reichsten begäbet worden , hicmit das stärkste Kirchen-Gut hat und dem St. Niklaus geweihet ist. Herr Heinrich genannt Negelin war allhier ?Ie- danus in den; Jahre iZ48. und sein Vater ehina- len ^clvoc-utus' der Grafen von Thierstein; dise beyde vergabten der Kirche einige Kornzinse teils allhier teils zu Buus fallend, an welchem letztem Orte der Kaplan zu Farnsburg auch eine Vierzel Korn Merkwürdigkeiten. 2465 Korn ab den gleichen Gütern zu beziehen hatte: Heinrich vor; Bendewiler und seine Ehefrau Mech- tiidis vergabten gleichfalls einen Vierzel Dünkel; Damit auf den Fronleichnamstage, in Beyseyn und mit Beyhülfe anderer Geistlichen / alljährlich eine Messe gelesen wurde, für dise Gut- tähter und ihre Anverwandten: Anbey solle die Gemein Oltingen einen ehrlichen Mann zu einem Einzüger oder Kirchenpsieger diser Gefalle erwehlen, so selbige besorge, und an obgemeltem Feste, nach Anleitung des Priesters, den sämtlichen Geistlichen Drey gute Mahlzeiten aufstelle: anbey einem jeden Priester ein doliävs äenznorum tum utu-ümm verehre: und wo möglich auch den Armen etwas gegeben werde; Welchem nachzuleben und die Einkünfte der Kirche zu vermehren , die ganze Gemein angelobet hat. Die Kirche zu. Oltingen hat sich zu verschiedenen Zeiten etwelche ligende Güter erkauft; als in dem Jahre 1 z ^ 8. von Elschina der Tochter Johannes Frickers von Oltingen, mit Beystände ihres Ehemanns des Bedienten des Ritters Cunrads von' Därenfels Bürgermeisters zu Bafel, eine Hofstatt zu Oltingen und einige Aecker auf Haggen und Niederholz. f8 M 2 ^ In 2466 Historische In dem Jahre 14z z. haben sich Wernlin Mot Vogt zu Homburg, dessen Bruder Claus Schneider und Adelheit seine Hausfrau in diser Kirche eine Jahrszeit gestiftet und die Gefalle ab dem Buch- Acker bey der Oedenburg zu Wenslingen dafür vergäbet. In dem Jahre 1440. ward die kleinere und Drey Jahre hernach die grössere Glocke gegossen und in dem Kirchthurme aufgehangen; Die kleinere hat die Umschrift : O kex Llo- riX, Oirille, veni nobis cum pace. Die grössere: Okanna heiß ich, Die Gemein von Oltingen macht mich, Meister Hans Meiger von Weissenberg goß mich. Es lvar um das Jahr »444. da Johannes Gy- sin vor: Leuffelfingen naher Oltingen gekommen^ und allda die Mahlmühle an sich gebracht; Er hatte für seine Jahrszeit der Kirche und dem Priester einige Gefälle gestiftet, worbey die Mahlzeiten und ein ganzes gutes Priester-Gewand nicht vergessen sind: * Er Merkwürdigkeiten. 2467 Er wird in einem Instrumente von gleichem Jahre der HänSlin Müller von Oltingen genannt, welchem Herr Hans von Falkenstein Freyherr zu FarnSburg und Landgraf des Sißgöus einige seiner Gefälle zu Oltingen zu kaufen gegeben hat. Das Kirchenbuch von Oltingen belehret uns, daß um diese Zeit die Andacht zu Oltingen sehr zugenommen habe, denn, heißt eS: Zscrolanck 8^nollu8 LMienlls concellit inllul- Zentias Omnibus vere koenitentibus L conkellis, Hui in kello Lonceptionis beatX iVlarise ^lillarum 8o1emnÜ8 in OltinZen intererunt Lc. Lc. In dem Jahre 1461. fand die Lommunitss ' VillL 7. Hr. Hugo Vitzdum. iz6i. Hr. Berchtold Vitzdum. i Hr. Heinzman Vitzdum. s8 M IZ8S. 2468 -Historische 1Z82. Hr. Rudolf und Hr. Diethelm Vitzdum» 142 s. Hr. Herman oder Heiniman Vitzdum. 14z z. Merlin Mat Vogt zu Homberg und sein Bruder Hans. Diethelm Vitzdum, und viele andere mehr. Johannes ?etru8 6e Kilchberg gab einen Zins von seinem Acker unter der Gäusflue / ungleichem Gertrud Benweiler ein Stück Matten unter diser Flue gelegen. Aussert vorgemeltem Kirchenfeste war noch eine besondere Jahrszeit dem Leutpriefter Ulrich Bastler gefeyret; vorn seiner Bibliothek stnd noch verschiedene Bücher, worunter der vorhanden; er und seine Erben waren sehr besorgt, damit allezeit gelehrte Geistliche in Oltingen seyn möchten; Die Verordnung hierüber ist folgenden Inhalts : ^nno Domini milleümo c^uaärinZentellmo nona§e6mo ^usrto, obüt Oonnnu8 Uiricu8 L 38 - 1er klel)3nu8 LccleliX in OltinZen, cuju8 bereäe8 orclinurverunt cionaverunt prXscriptX b?ccIeÜX V. Üc>reno8 L omne8 1iliro8 loprÜ 8 L non LccleliX. Die noch vorhandenen Bücher haben die Aufschrift : 8 mn 8 . Nicolai in Oltingen, nec niuto Oominuin in Xternum ; einige davon find nur wenige Jahr nach Erfindung der Buchdruckerey gedruckt worden. In dem Jahre 149 s. findet manderKirchen- Pfleger Ordnung verzeichnet , Aus welcher auch zu ersehen, daß von izso. her, nur ein Schaffner oder Kirchenpfleger, vor dein Jahre 1482. aber schon zween derselben gewesen , welche nach einigen Jahren abwechselten und nach der Gemeinds - Verordnung vom Jahre 1595. für alle ausstehende Zinse gut seyn und solche den neuen Kirchenpfiegern einliefern musten. Die Kirche ist in dem Jahre 1454. wo nicht gar neu erbauen, doch wenigstens erneuert und mit andern Thürgestellen versehen worden. Aus dem Gebeinhaüslein wurden in dem Jahre s8M4J 1628. - 47 -> Historische 1628. die Gebeine genommen, auf dem Kirchhofe ordentlich vergraben und dis Gebaüdlein an das Pfarrhaus gehenket, Welches Pftundhaus sehr nahe an der Kirche stehet; Vor solchem ist ein schöner Brunnen gesunden hellen Wassers mit z. laufenden Röhren, Sodann ein kleiner Fisch-Weyer, so in dem Jahre 1560. schon gewesen ist. Allhier gehen zur Kirche die Gemeinen Ölungen, Wenslingen und Unwert, die Sennereyen auf dem Rumpel und im Hof auf der Schafmatte, Von den Geistlichen, fo derselben abgewartet, findet man aufgezeichnet: i Z48. Heinrich Negelin, ein Sohn Hrn. Heinrich Negelins Advoeaten der Grafen von Thierstein. 1416. Johannes Falkensteiner, ?leb3nu8. Johannes Gelterchinger, kletEus. Johannes Meiger, klel>3nu8. i 4 ZZ. Hans Schneider, Lmtpriester, ein Sohn Cunz Schneiders und Margreth von Anweil. Er stiftete sich, seinen Eltern, Geschwi- Merkwürdigkeiten. 2471 Geschwisterten und allen Vorfahren und Nachkommenen eine Jahrszeit. r 48 ?. Ulrich Baßler; er starb 1494. und vermachte seine Bibliothek der Kirche. 1517. Heinrich Schuemacher, Leutpriefter. 1519. Johannes Stuck, kam nach Rohtenflue. 1524. Peter Beck. 1528. Heinrich Schilling. iszi. Hans Huser. 1542. Peter Bräm von Bregenz, vorhin Pfarrer zu Langeubruck. 1^49. Mauritz Bär. -558. Tobias Meyer. i;ss. Anthoni Weitz, vorhin zu Emmedingen bey Freyburg, und zu Kilchberg, ein Geschichtschreiber, welcher von Wursteisen angezogen wird; Zu seiner Zeit fien- gen die Leute an die Todten in Todten- Baüme zu legen, und wollten die Geschlechter einen sonderbaren Platz auf dem Kirchhofe haben, da ehemals der Todte ohne Baare schlecht angekleidet mit verhülltem Angesichts in die Tod- tengrube der Reyhen nach gelegt worden. Diser Prediger hat den Werth der Früchte, welche damahlen naher ssM^ Arau 2472 Historische Arau geführt worden, genau ausgerechnet und die in disem Handel vorgegangenen Abänderungen sehr genau ausgezeichnet. iszz. N. Christian Serin, vorhin Prediger zu St. Jakob. i6sz. N. Johann Stöcklin / vorhin Prediger zu Langenbruck ; unter ihm ward die Laube am Pfarrhause angebauet, wie auch der Weyer mit Mauern umgeben. 1695. Dessen Sohn N. Simon Stöcklin / vorhin geineiner Helfer, nachwerts Prediger zu Baarfüssern und im Spittal, und endl. Pfarrer in der nnndern Stadt Basel. 1728. AI. Christes Burkhard, welcher nicht angetreten , sonder!» die Pfarr zu Rohtenflue angenoinmen hat. 1728. Al. Jeremias Meyer, vorhin Pfarrer zu Bretzweil. 1732. N. Johannes Burkhard, zuvor Prediger zu Klein Hnningen. 174z. Hr. Abraham Schäfer. Dises Dorf ist ein grosser wohlbewohnter Ort, und hat seine eigene Dorfschule. Nachdeme, wie vorhin schon gemeldet worden, der Löbl. Stand Basel den Anteil, welchen der Löbl. Merkwürdigkeiten. 247 z Löbl. Stand Solothurn an disein Olringcr-Gerich- te hatte / eingetauscht, so begaben sich die Herren Obervögte diser Löbl. Stände/ als Herr Johannes Buxtorf Obervogt auf Farnsburg und Herr Urs Peter Sury Obervogt auf Gösigen, in dem Brachmonat des 168s. Jahrs naher Oltingeu/ liessen das Gericht noch einmal versammeln, so in i z. Männern bestund / als s. Mann von Küen- berg und die übrigen 8. von Oltingen, Wenslin- gen und Zeglingen; da man dann demselben den Abtausch eröfnet und Herr Landvogt von Gösigen Namens seiner hohen Obrigkeit die Leute ihrer Code erlassen und alle Rechtendem Löbl. Stand Basel übergeben hat. ! Bis anher hatte das Dorf Anweil ein besonderes Gericht für sich allein gehabtes ward aber dasselbe aufgehoben und dem Gerichte Oltingen einverleibet / dergestalten / dasi der Untervogt zu Oltingen und 5. Mann, denn der Untervogt zu Anweil und 4. Mann / hiemit i r. Personen dises neueGericht ausmachen: an welchem der Untervogt von Oltingen und in dessen Abwesenheit der Untervogt von Anweil den Stab führen solle; Welches neue Gericht einzusetzen und deme den Eyd zu geben Herr Nahtsherr Sebastian Spörlin nebst dem Herrn Obervogt Buxtorf verordnet worden. »474 Historische den, die -ist Handlung noch in vorgemeltem Heumonat des i68s. Jahrs vorgenommen haben. Dem Dorfe stehen ein Untervogt und Zween Geschworne vor; Es hat sein besonderes Feldgericht, so aus 8. Männern besteht, der Untervogt führt solches aus: Acht schöne Brunnen von springendem Wasser tränken und zieren solches. Die Gemeine Anweil hat allhier mit denen von Oltingen ihren Schießplatz. Weil dises Dorf an den Grenzen ligt, so umgehen alle Einwohner desselben an dem AuffahrtsTage ihren Dorf-Bann und die Landes - Grerr- zen; der alte Bauersmann zeigt seinem Sohne alle Marchsteine, und auf dise Weise erlanget ein Jeder die nöhtige Erkänntnis zu Verhütung vieler Streitigkeiten. Der Fruchtzehnden gehöret vollkommen der Löbl. Stadt Basel und wird von der Landvogtey Farnsburg naher Basel auf die Obrigkeitlichen Fruchtkäften geliefert; das Bischöflich - Baselische Dom-Kapitel hat solchen in dem Jahre 1529. den Gemeinden Oltingen und Wenslingen verkauft; ein Löbl. Stand Basel aber hat ihn für sich bezogen Merkwürdigkeiten. 247s gen und den Kaufschilling samt allen Kosten abgeführt. Ein kleiner besonderer Zehnden St. Niklaus- Zehnden genannt, gehört zur Kirche und wird Löbl. Deputaten-Amt verrechnet. Weinwachs gibt es hier keinen. Das Geschlecht der Gysin ist allhier sehr zahl, reich. Hans Gysm der Stammvater desselben kam in dem Jahre 1444. auf einem Karren mit Weib und Kind vorerzehltermassen allhier an; Sehr viele Gysin sind Untervögte des Dorfs worden; Dessen Sohn Hans Gysin, emerwehl- ter Caplan zu Beuken und Chorherr zu Schönenwert, gab, als sein Bruder Fridlin starb, seinen geistlichen Stand auf und ward an dessen Statt Untervogt; Von den Töchtern haben sich viele naher Basel verheyrahtet und sind die Stamm-Mütter der Geschlechter von Gart, David und Engel, welches letztere abgestorben; Fridlin Gysin, der welsch Fridlin genannt, hat fich in dem'Novarresischen Kriegszuge tapfer gehakten, er starb zu Hause 1588. 2476 Historische ZUM d^Us der Geißflue oberhalb der Schaafmatt ist ^ eine Hoch-Wache ; in Kriegszeiten wird ein Wacht-Feuer allda aufgestellt, welches von der Gemeine Oltingen muß bewachet werden. In den ältern Zeiten hat dises Dorf bey kriegerischen Anläsen verschiedenes erlitten: Zur Zeit der Dornacher - Schlacht, vhngeacht die Stadt Basel die Schweitzerische Partey noch nicht ergriffen hatte, fielen dennoch die im Frickthale gelegenen Oesterreich« ins Land und nahmen zu Oltingen ?! und Wenslingen wie auch den Basel-Untertahnen ! zu Mägden das Vieh hinweg. Allein man verfolgte den Feind und nähme ihm allen Raub wieder ab. In Merkwürdigkeiten 2477 In dem Jahre i so§. hat bist Gemeind mit Wenslingen einen Verglich wegen des Waidgangs auf Psiugberg getroffen. In dem Jahre 1575. warden die Grenzen bey^ der Dörfer Oltingen und Anweil durch einen feyr- lichen Verglich, bey welchem Herr Ntklaus Hun- ziger Seckelnieifter und des Rahts zu Arau Ob- mann war, ausgeschieden. Wegen der Bannscheide mit Zöglingen ward ein Vertrag im Jahre 1590. gemacht. Hans Heinrich Großmann, der laufende Bott von Oltingen, lebte in dem Jahre 1620. und hatte so. lebendige Kinder. In dem Jahre 1682. ward zwischen diser Gemeine , Anweil und Rüneberg durch obrigkeitliche Vermittelung ein Verglich über einige Zehndens- Anftände hinter Buchs getroffen; Es sind auch verschiedene angesehene Männer von Oltingen in das Bürgerrecht zu Basel apfge- nominell worden. Die Einwohner dises Dorfs haben sich selbst durch einander vermehret, Massen bey 202. Jahren nicht i o. neue Bürger darein gekommen. Allhiek 2478 Historische Mhier befinden fich / wie leicht zit erachten, viele gute Steinbrüche, besonders wurden in vorigem Jahrhundert schöne Taugsteine gegraben und verführet, als: Zu Ausbesserung des Farnsburger Schlosses, und auf Ansuchen in dem Jahre 1637. zu Erbauung des Ktrchthurms zu Kienberg, so im Solothur- nischen ligt. In dem Jahre 1704. haben die Oltinger mit den Gemeinden Wenslingen und Ormelingen einen Verglich wegen der Ackerig oder Eichelnutzung getroffen. In dem Augstmonat des Jahrs 1725. ist ein st schwäres Hagelwetter allhier gewesen, als nie- malen erhöret worden, es zerschlug alle Früchte, die Grösse der Hagelsteine war wie grosse Baum- Nüsse , auch etwelche grösser. ^ Zu Arau sind die Einwohner von Oltingen, k mit aller ihrer Haabe so sie dahin führen, zollsrey, ^ und liefern hingegen kraft einer alten Verkömmnts , alljährlich auf Martinstag 8 . Viertel Frucht und , ' einen halben Thaler in Gelt. < Die zu disein Dorf gehörigen Waldungen sind: ; Klaffen, ein Hau von Buchen, so junges Holz hat, § darauf findet sich noch altes Gemaüer. Das Merkwürdigkeiten. 2479 Das Kalberwaidlin, eine Weitwaide mit etwas Eichen. Schmpfenflüelein, hat Buchen. Hohe Rütin, eine Weitwaide, so gemein Zinsgut. Kohlholz, hat Fohren, Tannen und Buchen. Ried, hat Buchen, ist Zinsgut. Riedhübel, eine Allinent. Bruhalden, ein Hau von Buchen und Salweiden. Bösacker, hat Tannnen und Fichten, ist eine Ge- mein-Waide. Geißflue, hat Tannen und Buchen, darauf steht eine Hochwache. Leitschenburg, hat Tannen und Buchen. Im kleinen Weglein, Tannen und Fichten, ist eine Weitwaide. Wegenstetter - Einschlag, ein Hau von Buchen. Winterhalden, ein grosser Einschlag von Buchen. Der Sodacker-Einschlag, und die Sodägerten, ein Tannenwald. Munimatt ? und eine Weitwaide. Wasserrütin ) Sodhalden, hat Fichten, Tännlein und Buchen- stocke, ist eine Weitwaide. Fluederhalden, eine Weitwaide mit Fichten. Aufm Hübel, sind Haue mit Buchen, und etwas Fichten. L8 NH Unter- 248s ' Historische Unter und Ober Blat-Rütin, ist eine Weit- Waide. Auf Schwarzligen, sind junge schöne Eichen. In etwelche» diser Bergwaldungen finden sich verschiedene Spuren, daß man nach Erzt gegangen. UM » » Last Merkwürdigkeiten. 248 ! -r-, LKV Eichen; Nebeneck, ) Die Einwohner dises Dorfs sind zu Arau für sich und ihr eigen Gut, so nicht um den Lohn geführt wird, kraft einer alten Verkömmnis, zollfrei) ; und liefert: alljährlich für den Genuß diser Freyheit etwas weniges in Früchten. Zwischen Wenslingen und Tecknau sollen sich in den Bergen verschiedene Höhlen befindet!, welche sich von einen! Tahl zu dem andern erstrecken. Merkwürdigkeiten. 2s2Z 5MM Wedmburg. Mu äusserst an dem Dorf-Banne von Wenslin- ^ gen gegen dem Tahle, so von Tecknan herauf geht, ligen die Ueberbleibseln von diser Burg, gegen dem zerfallenen Schloß Scheideck hinüber; Ölten - oder Altenburg mag sein älterer Name , und hernach da es zerfallen oder zerstöret worden, Oedenburg daraus geworden seyn; in dem i Zoc>. Jahre war sie nicht mehr bewohnt; wenn wahr ist, daß es ein Raubschloß gewesen, woraus die Reisenden beschädiget worden, so kan L8Os) es 2504. Historische es seyn, daß dieselbe zu Kaiser Rudolfs Zeiten, kraft eines Reichsschlusses von den Lands-Einwoh- nern nidergerissen worden; Wursteisen nennet es Entenberg. Bey der Abhandlung von Scheideck haben wir von den Strassen diser Gegend schon etwas gemeldet , und da die Strasse über die Schaafsmatte verschiedene Zugänge hatte, so war auch ein Weg, so zwischen Wenslingen und Oedenburg durchginge, wobey ein grosses viereckiges Felsenftück läge, welches die Wanderer verehrten. Vorzeiten hatten die Gemeinen Wenslingen, Rohtenflue, Anweil, Oltingen, Zeglingen, Kilch- berg und Rüneberg ihrenSchützen-und Waffenplatz zlr Gelterkinden, so ihrren zu weit entlegen war; es ward daher ihnen in dem Jahre 1664. eine besondere Schützen-Gesellschaft bewilliget, doch sollen sie mit einander ihr Schützenhaus zu Wenslingen in gemeinen Kosten erbauen und unterhalten. In dem Jahre i§88. verbrannten allhier durch Verwahrlosung eines Kinds 6. Haüser und 8> Scheunen, samt allen Früchten und Gerähtschaft. Natür- Merkwürdigkeiten. 2sOs Natürliche ÜLKs Von Gltingen. berühmte schweitzerische Geschichtschrei- ber Scheuchzer gedenket in dem Zweyten Teile seiner Naturgeschichte / eines Wassers bey Oltingen der Furzbrmmen genannt, welches viele Bläste durch den After wegtreibe. Dises Wasser entspringet an dem Fusse der Schaafsmatte hinter dem Wirthshause zum Ochsen , allwo schon seit den ältesten Zeiten ein Bad sich befindet, dessen fich ehmahlen die Wanders- Leute, so über dise steile und bergichte sehr hohe Schaas-- 2sO6 Natürliche Schaafsmatte gewandert, zur Erquickuug und Gesundheit gebrauchet haben. Die Quelle ligt, wie es der Baursmann nm- Het, auf der Sommerseite, gegen dem Klopfen und tverden nur vier Teuchel erfordert, solche bis in das Wirthshaus und in die Badftube zu leiten. Wir wollen hier die Proben beysetzen, so mit diesem Wasser gemacht worden: 1. Liesse man 12 tb dieses Wassers gelinde brauchen und erhielte dadurch 16 Grane eines braunen , an Geschmacke etwas salzichten, übrigens selemtisch - terrestrischen Pulvers: 2. Davon ein wenig, auf einer glühenden Messerspitze, über ein Lichtflämmichen gehalten, im geringsten keine schwefelichte Tufftung und Geruch warnehmen ließ. z. Dies Pulver wieder mit dem Wasser, woraus es gezogen, aufgelöset und filtriret, hernach mit Violensaffte gemischet, wird eine etwas grüne Mixtur. 4. Mit Mrcurio sublimst, aber entstehet eine etwas gelbliche Mixtur. Mit Merkwürdigkeiten. 2507 s. Mit 8piritu 8slis, 8piritu düitri, 8piritu 8sÜ8 smmonisci gemischet, bringt keine Veränderung. 6. Mit Oleo Vitriol! zeiget sich, wie mit gemeinem Brunnwasser, nur eine etwelche Erwärmung. 7. Eine 8c>1utio 8scclisri 8sturni macht die Mixtur mit diesem Wasser milchweiß und stürzet ein weisses Pulver zu Boden. 8. Vitriolum commune mit Regenwasser aussen löset und siltriret, davon 22 Tropsen unter 4 Unzen des Oltingerwassers getreiffelt, machet die Mixtur allmählig braungelb und leget endlich einen schwarzgelblichen Satz zu Boden. §. 2 Unzen dieses Wassers, kalt über i. Quintl. geraspelt Ii§num nepkriticum gegossen, zogen bald eine rohtbraune Farbe heraus ohne Wärme. Nachdem diese Mischung 2 Stunden an der Sonnen gestanden, zeigte sich ein sehr grüner Zirkel, der samt der vorigen braunrohten Farbe nach einer Viertelstunde ganz blau und etwas trüblich erschiene. ro. 2 Unzen dieses Wassers kalt über i Quintlein Lesens Loerules gegossen ziehet sogleich eine blaue 2sv8 Natürliche blaue Dnetur heraus, die in 2 Stunden an der Sonnen ins Purper fällt. n. Das Wasser über die Ke?ett 3 in rubram gegossen ziehet eine rohte Tinktur heraus. 12. Dieses Wasser scheinet sonften etwas faulerdicht zu riechen. i z. Dem Gewichte nach ist dieses Wasser merklich schwerer, als das Regenwaffer. Aus diesen wiewol nicht durchaus vollständiger; Versuchen karr man dennoch schliesset;, daß dieses Wasser eines zimlich mineralischen Gehalts sey; der in weniger; alkalischen Salzen und vielen seleni- tischer; erdichten Teilen bestehet, die neben dem Mineralwaffergeiste in ihrer besonder»; Proportion dem Wasser von Seiten der Salzteilchen und des 8piritu8 eine auflösende Verdünnerende, stärkende und reißende oder auch etwas treibende, von Setter; der irdischen Teilchen aber eine absorbirende Krafft und Wirkung geben können. Solche Wirkungen aber, wenn sie sonderlich in dem Gedärme beschehen, mögen gar wol Bläfte austreiben. Doch wollen wir dieses Niemand als eine genugsam erwiesene Wahrheit aufdringen, weil die gemachten Proben, wie oben schon gemeldet worden, eben nicht vollkommen und hinlänglich seyn, die Tugend und den Nutzen desselben gänzlich zu bestimmen. Die Merkwürdigkeiten. 2509 Die Fische, welche in einem Behälter von di- sein Wasser aufbehalten werden, bekommen eine bräunliche und rohte Farbe, und reinigen sich sehr. Wie dise Badquelle auf der linken Seite ligt, wenn man die Schaafsmatte hinauf steiget, so befindet sich gegen über auf der rechten Seite das sogenannte Verena-Wasser, eine sehr wasserreiche Quelle; dises Wasser incrustiret alles, was es an- und überfliest, der Tust ist von weisser und brauner Farbe und wird sehr hart, alle Wände des Canals sind mit Tuftftein gleichsam überzogen, und wenn dises Wasser Moos antust, so entstehen daraus harte Corallenförmichte Tofbüschichen, die sehr schön und artig in das Auge fallen: Es gibt in dem Letschgertahl in Bündten ein solches inkruftirendes Wasser, worein die Anwohner kleine gerade Hölzer legen, so sich mit Tuftstem überziehen, denn wenn dise Tuftrinde stark gmug ist, die Hölzer wieder herausgezogen und die Tof- Röhre zu Leitung des Wassers gebraucht wird; vielleicht könnte ein gleicher oder anderer ähnlicher Versuch mit diesem Wasser zu Oltingen einigen Nutzen bringen. Das mit Schwefel geschwängerte Wasser zu Oltingen, die verschiedenen Farben des Erdbodens und das röhtliche Wasser, welches bey starkem Regen 2s!0 Natürliche Regen von dem Berge auf die Wiesen und Felder hinab fließt und Gras und Kraut auf dem Platze hinwegftißt, wo es stehen bleibt, zeigen vermuhr- lich das verborgene Eisenerzt an, welches sich in diser Gegend befindet, und man hat auch verschiedene Spuren, daß man irr vormaligen Zeiten di- sem Erste nachgegraben habe. Noch eine natürliche Merkwürdigkeit befindet sich in dem Banne des Dorfs Oltingen, bey dem sogenannten Spitzenflüelein, aus welchem zur Sommerszeit ein so kaltes Wasser herausquillet, daß es die darmit gewaschene Hände frieren macht; zu Winterszeit kommen wenig Leute an diser: Ort, doch solle alsdenn das Wasser wärmlich und der Platz der: es befeuchtet grünlich und nicht so ersterben als der übrige Boden seyn; in disem Felsen befinden fich verschiedene Spälte und Oefnun- geri, daß man mit Mühe einigermassen hineinsiblief- fen kan, auch vermutlich in dem Felsen sechsten eine Höle; aus welchen Spülten, so man in der grosser: Somerhitze hineingreifet, öfters verschiedene kleine Eiszapfen herausgebracht werden; auch sind die Winde, so aus disen Löchern wehen, sehr kalt; Zur Zeit der Ernte gibt dises Wässerten: den: nahe darbey arbeitenden Schnitter viele Erqui- ckung; Ver- Merkwürdigkeiten. 2 5 n Vermuhtlich haben dieOefnungm oder Spälte dises Felsens ihre Verbindung mit einer innern verborgenen Hole und dise ihre angemessene Tiefe zu Erzeugung des Eises, welches durch die starke aufsteigende mit Salz oder Salpeter geschwängerte Dünste, so fich hin und wider an den Wanden anhängen, hervorgebrcht werden kan. Ueberhaubt ist bekannt, daß wenn die aüssere Luft an dem wärmsten ist, so ist es in allen Holen am kältesten; und kan also auch das Wasser, so von aussen in dise Hölen herein fich sauget, zu Eise werden; also daß verschiedene Ursachen das Ihrige darzu beytragen können r Dise doch nür zur Seltene und nicht alle Jahre Eiszeugende Felsenhöle ist für unsere Gegend merkwürdig genug, doch nicht von solcher Erheblichkeit, daß wir deßwegen ein Mehreres schreiben noch dasjenige berühren sollen, was die Gelehrten von verschiedenen grossen Eishölen aufgezeichnet haben; Auf und um Visen Felsen herum wachsen allerhand Gebüsche, Baüme und Gestraüche. Gewiß ist es, wenn das nahe darbey stehende Holz abgehauen wird, so hat es einen Einfluß auf die Höle und wird dadurch weniger Eise gezeuget; denn das Holz verwahret die Oberfläche des Bodens von der allzugrossen Hitze, und die Abhaunng des Holzes hat jeweilen an allen denen Orten, wo sich Eis- Hölen befinden, eine Veränderung verursachet. s8 Von 2sl 2 Natürliche kLM UM MÄ W-L» -ML »- /»»«»rcr-al co^»o/cr»rrr/, attame» «»»»» A«/>0F , rLr /ietz/V. k. k. ^Zon Kraütern haben wir in diesen zwar bergich- ^ ten/ jedoch sehr anmühtigen und gesunden Bezirken wenig gefunden, die nicht in vorhergehenden Stücken vorgekommen, als: Vielerley Or- ckicl. Helleborin. LeMian. koIyAsl. kkZIanZ. 6ng. xdal. Lconit. Olobul. Lony 2 . Oenill. Oeran. llis- rac. H^periL. I-inar. I^icNn. I^iümscd. I'rikol. 8c1sr. Vic. Veron. ^!6n. 8ol3n. Lis/mbr. 8iäer. Lerpill. ,Virx. am. OrAW. w. Lc. zu übergehen. i. Ein Merkwürdigkeiten. 251z 1. Ein Alpensonnenblüinchen, oder Ciftenröslein: LtiamXcittu8 repen8, terpillitolia, lutea. L. L. ?. 466. Heliantkemum, terpilli so. lio, üore majore, aureo ollorato. 1. 249. In ju§. mont. Zellakmatteri L HauentteM. ^unio. Man findet es auch mit kleinem Blümchen. 2. Bergruhrkraut mit langem Blättern und Blümchen: Lliclir^tum mont3rl.Ion§iore toi. L llore purpureo. 1. 45 z. Onaxtialium montan. lon^. L toi. L tlor. purp. L. tz. k. 26z, Auf einer Wayde bey Rohtenflue cum varletat. 60 r. alb. z. La1amu8 aromat. otk.^41. ist auch in dem Oltin- ger Pfarrhausweyer zu sehen gewesen. 4. kolium l^avenclulss tolio an§uttiori. L. L. 220.1?. 2o6. aufden Wayden beyOltingen. > Es soll an Tugend dem Hysop beykommen. Vielleicht wäre noch ein und anderes bisher von uns noch nicht bemerktes Pflänzchen zu finden, wenn jemand alle Winkelchen dieser Orte, sonderlich der Schaafmatte durchkraüteln wurde. Das Korn und andere Feldfrüchte, Futter, Obst, Gartengewächse, Milch, Butter und Käse seyn hier köstlich. Bey Nohtenfiue hat es auch noch zimlich Weinberge, die in guten Jahrswitterungen viel s8 P 2^j und 2514 Natürliche und guten Wein geben. Die Jagd ist in diesen und folgenden Gegmden um Kilchberg und Rinen- berg sehr gut und angenehm, wegen der teils ebenen, teils bergichten überaus angenehmen Waldungen von allechand Baümen und Gebüschen, da nicht nur viele Haasen und Füchse, sondern auch Rehe und nicht selten auch Hirschen und wilde Schweine sich aufhalten, neben allerhand wild Geflügel , wie oben schon hin und wieder angezeiget worden. Bon Merkwürdigkeiten 25 ls Von den Versteinerungen. Mensch! du bist ins Himmels Name Herr auf difem Erdrnkreis, zeig in aller deiner Arbeit einen weit erhabner» Fleiß, brauch die Strahlen der Vernunft um dich selber zu besehen und den Schauplatz der Natur, die so voll ist, durchzugehen, denn verehr des Schöpfers Weisheit, welche alles ausgedacht, und erheb mit lauten Liedern ganz entzündet seine Macht! Llsncilmore. vielen Versteinerungen, welche wir auf unserer Landschaft finden, müssen, sogleich bey dem ersten Anblicke den Gedanken erwecken : Woher kommen solche und wie find fie hie- her gebracht worden ? und es ist zu muhtmassen, s8 P Z^I daß, 2 s r 6 Natürliche daß, wenn solche, wie in Böhmen etwelche gefunden werden, mit Goldteilchen geschwängert oder mit ganz güldenen Strichen sezieret wären, die Untersuchung, wo nicht über deren Ursprung und Daseyn, dennoch über derselben Gebrauch weiters wurde getrieben werden. Unsere vorhergehenden Abhandlungen zusammen genommen, enthalten die Meynungen, so die Gelehrten hierüber von den Versteinerungen, so in allen Ländern gesunden werden, überhaubt angebracht haben; Wir machen aber den Versuch zu bestimmen, woher dieselben in unsere Landschaft gekommen. Sind nun die Versteinerungen, so wir finden, die Ueberbleibsel von Gewächsen oder Thieren, die bey uns wachsen und gezeuget werden, so ist zu muhtmassen, daß ein natürlicher meistens aber ein gervalttähtiger Zufall, als ein Erdbeben solche verschüttet und an Orte gelegt habe, wo solche zu Steine geworden; und auf dise Weise hat es auch Versteinerungen vor der Sundflut geben können; Findet man aber versteinerte Gewächse und Cörper, welche uns unbekannt, Fremdlinge und Einwohner des Meers gewesen find; so müssen wir muhtmassen, daß entweder unser Land in der: ältesten Zeiten mit Wasser bedeckt und ein zwar kleiner . , Teil Merkwürdigkeiten. 2517 Teil -es Meers gewesen, oder aber daß dise Pflanzen und Thiere, durch eine wunderwürdige Begebenheit, dergleichen die Sündflm war, so alle Erde mit Wasser bedeckt, dise Cörper des Meers mit sich genommen, auf und in den Teil der Erde, worauf wir wohnen, gelegt, und solche durch die Lange -er Zeit und den Erdsaft so in sie gedrungen, versteinern lassen; Herr Nickeli clu Lreü vermeint in seiner erst jüngfthin herausgekommenen Abhandlung über die Sündflut, daß solche aus den Seen von stlssem ungesalzenem Wasser, so auf den höchsten Erdlagen und Gebürgen sich befunden, bey derselben Ueber- schwemmung herausgestossen und Hingetrieben worden , wo man sie anheute findet. Aus den seit der Sündflut uns bekannten Geschichten, können wir glauben, daß unsere Landschaft ohngefehr wie jtzo den gleichen Abstand vorn Meere gehabt; eine Ueberschwemmung, so von selbigem herkam, hat also dise Cörper nicht zu uns bringen können; und da die göttliche Vorsicht, welche auf eine so mildreiche Weise über unserm wehrten Vaterlande, der Schweiß waltet, selbigem keine feuerspeyende Berge gegeben hat, welche bisweilen grosse Lasten Meersschnecken durch die unterirdischen Gänge an sich ziehen und auswerfen;. s8P4) so 2 ; 7 8 ' Natürliche so könne»: unsere Versteinerungen auch nicht von solchen Zufallen herkommen; Es bleiben uns also nur die zwo Meynungen übrig, entweder zu glauben, daß unser Land vor der allgemeinen Sündflut Meer gewesen , worin- nen solche versteinerte Seeschnecken gewohnt; oder aber, daß in der allgemeinen Ueberschwemmung die Füllten der Sündflut solche zu uns gebracht haben; einige schweitzerische Gelehrte stehen in der erstem Meynung; und der Herr Author der erst herausgekommenen Abhandlung über die Eisgebür- ge der Schweitz glaubet Merkmaale entdecket zu Haber:, innert welchen Gebürgen der Schweitz die See eingeschränkt gewesen, und auch durch welche Oeffnungen sie sich verlosten habe; Aus der grossen Anzahl von dergleichen Art Meer- Schnecken , so versteinert bey einander Familienweise gefunden werden, entstehet die Muhtmassung, daß solcher Platz ehemalen ihr Geburtsort gewesen ; und da anderer Orten alle Gattungen unter einander ligend versteinert gefunden werden, so müssen solche auch in dem Ablauf des Wassers mit fortgenommen und vermischt worden seyn; Disem Versuche solle also ein Jeder, der einen Geschmack an den Naturgeschichten findet, mit einem ungedultigen Vergnügen erllgegen sehen und von Merkwürdigkeiten. ryi- von -er genauen Kenntnis -er Naturwissenschaft dises Gelehrten sich eine gegründete Abhandlung versprechen und erwarten. eschreibung -er auf der Rupferblatte abgezeichneten Versteinerungen. Mir dem neunzehnten Stücke unserer Abhandlun- ^ gen sind verschiedene Gattungen -er sogenannten Venusmuscheln abgeschildert und verhandelt worden; ohngeacht nun dise Versteinerung sehr selten und rar ist, so wurde es dennoch einigermassen unnütze seyn, dasjenige näher aufzuheitern, was dise Muschel merkwürdig macht und die meiste Bewunderung erwecket; der Leser muß oft von sich sechsten entdecken können was schön ist, ander Mahler, so allzu lebhaft schildert, schildert übel. s8 P s) Lon- Ls2» Natürliche Eoncbites Veneris maximug: Eine versteinerte Venusmuschel von der grösten Gattung; weil sie in Boluserde gelegen, so ist dise Versteinerung auch ganz roht gefärbt, und eine solche grosse versteinerte Vcnusmuschel findet man noch nirgendwo abgeschildert. Sie ward zu Ol- tingen gefunden. L. LucZräites, vel Loncliites curviroüralis, äorl'o elatiorl: Dise Versteinerung wird darum LucarcZites genannt , weil sie eine Gleichheit mit einem Ochsen- Herze hat; es ist eine zweyschalichte Muschel, deren Schnäbel des Schlosses nicht vollkommen an einander ftossen; einige diser Muscheln sind auf Hoden Seiten erhaben , einige aber auf der einten Seite eingedruckt und gleichsam flach; die abgeschilderte pranget auf boden Seiten mit einen: erhabenen Rucken, und die Streiffen, zwischen welchen kleine Vertiefungen oder Furchen ligen, stoßen auf dem obersten Teile dises Rückens zusammen; man findet derselben in der Landschaft Basel sehr verschiedene Gattungen, und dise abgeschilderte, so eine harte weiße Versteinerung ist, ward zu Anweil aufgehoben. e. Lu- Merkwürdigkeiten. 2521 j (7. LucZräites LlZtus/ I ^ ^ Dise herzförmige Muschel ist an Gestalt von der , Vorher beschriebenen sehr unterschieden, und ihre Schalen stellen ein paar Flügel vor, welche oben am Schnecke eine Rundung, unten aber derselben Spitze vorstellen; die Vertiefung, so sich zwischen disen Flügeln befindet, und der Aufsatz so ob denselben herausgebet, hat einigen Gelehrten Anlas gegeben dise Gattung der LucaräNen unter die Ve^ nusmuscheln zusetzen; diejenige, so man das Herz der Venus nennet, wird für die schönste gehalten; die abgeschilderte ist auf den Feldern zu Wenslin- gen gefunden worden. D. Lonclntes turbinatus lpirrs guin^ue 1ubÜ3VU8, §r3Nul3tU8 : Dise mit Fünf erhöhten Gewinden versehene Versteinerung hat noch meistenteils ihre natürliche Schale, und die erhöhten Tupfen, so auf den Wendungen fich befinden, geben derselben eine- schöne Zierde; Sie ward zu Oltingen gesunden. L Luccmite8: Dise schöne versteinerte Schnecke und diejenige , welche unter dem Buchstaben F. vorgestellet Wird, nennet man gemeiniglich zu deutsch Rink- Hom, 2s2L Natürliche Horn, Posaunen-und Trompeten-Schnecken, weil sie Visen Jnstminenten gleichen; die heydni- schen Geschichtschreiber" geben den Meersgöttern, ft> sie Tritonen nennten, solche Schnecken in den Mund, wodurch sie blasen, und wenn das Gefolge des Neptuns beschrieben wird, so schwarn- men allezeit viele solcher blasenden Tritonen voraus ; die Abzeichnung stellet dise Versteinerung so deutlich vor, daß es unnütz seyn wurde, solche umständlicher zu beschreiben. IroLbitex. Dise pyramidenförmige Versteinerung siehet den Kreiseln oder Peitsch-Troln gleich, mit welchen die Kinderspielen, da sie einen gleichgestalteten hölzernen Kreisel auf die Erde stellen und solchen mit einer Peitsche herumtreiben, daher wird die Schnecke von diser Gestalt Irockus genannt; dise Versteinerung, welche ihre Gewinde noch bis in die Spitze hinauf hat, ist weiß, sehr artig und wird selten gefunden; sie ist von Wenslingen. Unter dise Art Schnecke, welche in der See gefunden werden, zehlet man diejenige , so in dem rohten Meere gefischet und Pharaons Schnecke genannt wird, für eine der schönsten, weil solche wie die Turbane der Egyptischen Pharaonen mit einer hoch- rohten Farbe und zierlichen Streiffen pranget. LuccI- Merkwürdigkeiten. 252z 6. LuLcmites talciLtu8 ZranulstUL. Dise Versteinerung / so die Schale des Schnecks noch behalten, ist von gelber Farbe und ausnehmend schön; von der Spitze bis an die Oefnung wie mit Bändern umgeben und einige Wendungen derselben mit erhöchren Tupfen als mit Edel- Meinen gezieret. b. /. h. /. >». ». 0 . />. r'. <5. Sind ganze und gebrochene Versteinerungen, welche sehr verschiedene Namen haben; gemeinlich aber nennet man sie LeiemMtes oder Strahlsteine, weil ste wie ein Pfeil aussehen; Lersunites, weil man geglaubt sie entstehen vom Donner und fahren im Schlagen desselben auf die Erde; Loracites, weil einige schwarz wie die Raben; vsÄilite8 , weil sie den Fingern gleichen; Auch Alpschoß und Luchsfteine. Die meisten Gelehrten halten dafür, ste sey» die Versteinerung von einem schalichten Seethiere, andere aber wollen so viel noch nicht bestimmen. Sie werden gemeinlich bey andern Seeschne- cken versteinert gefunden, öfters auch in grosser Anzahl ganz alleine. Di*- 2s 24 Natürliche Diejenigen / so sie für Muschelthiere ansehen, inuhtlnassen, daß es die Versteinerung seyn könnte von dem UMo Merino, einer Schnecke, welche häufig auf verschiedeuen Italiänischen Seeküsten an den Felsen klebend und auch in den Steinen eingeschlossen gefunden und gespiesen wird; Andere nehmen solche für die Stacheln der See- Igel, für versteinerte Hörnlein des Fisches Narwal, für Seetropfsteine, für Meerröhrlein oder für den versteinerten Seeschlam, so sich in solche gesetzet. Die vielen chymischen Versuche, welche man mit den Lelemniren angestellt, verändern dise Versteinerungen in ein solches Salz, welches auch aus den Muscheln gezogen wird, und in eine Asche, welche der Kalchasche der Seeschnecken durchaus gleich ist; und hieraus schliesset man , dise Versteinerungen seyn wie die übrigen, eine Art Seeschnecke. Es ist bekannt aus demjenigen Buche, welches Herr kI. LnLv 8 von Riniini äe OoliLbiL INMU8 noris in dem Jahre i?Z9. herausgegeben, daß vermittelst des Vergrösserungsglases in dem Meersande Viele kleine Muschelkörner entdecket werden, von Muscheln, die sonst nur in der Tiefe des Meers bleiben und nicht, ausgeworfen werden; und von solchen hat er verschiedene Amonshörnlein entdecket und beschrieben; Hr. Ledermüller Hochfürstl. Brau- Merkwürdigkeiten. 2525 Brandenburgischer Culmbachrscher Justitz-Rath, welcher nach Herrn kL ^ r» Ln 8 die gleichen Versuche mit dem Meersande angestellt, hat noch mehrere Entdeckungen gemacht, welche auf der 4. und 8 ten Tabelle seiner mikroskopischen Gemühts- und Augen - Ergötzungen beschrieben sind; und es ist zu hoffen, daß einmalen auch unter den Tubuli 8 ma- rini 8 vielleicht eine Gartung bekannt werden könne, welche uns über die Leiemniten eine nähere Erklärung gibet. Noch haben wir von diser Versteinerung anzumerken , daß Herr LLLL ^ n in seiner Abhandlung von den Phosphoren die Lelemmten unter die Steine setzet, so im Finstern leuchten. L Lelemnite8 cmereub culpiäatU8. Dise vermuhtliche Ueberbleibsel der Sund flut, diser Strahlpfeil, Alpschoß oder Luchsstein, wie man ihne nennen will, hat eine kegelförmige Gestalt, unten wie abgeschnitten, oben zugespitzt, in der Mitte des Bodens ist eine Hölung. L. ist ein Strahlstein von gleicher Farbe und Gestalt, mit dem Unterschiede, daß er keine Hole hat und aus dem Mittelpuncte des Bodens zarte glänzende Streiffen an den Umkreys heraus laufen. H. ist ein solcher kleiner Strahlstein. Man findet derselben noch viel kleinere und stuf- fenweise 2s26 Natürliche fenweise grösser bis zu der Grösse vonL und auch noch grössere. Lelemnites lulLstus: Die Furche lauft nur auf der einen Seite durch die Versteinerung, und wird gegen der Spitze allzeit kleiner. 0. Lelemnites cylinäraceus in bsü LXLLVLtUS. ' Dise walzenftrrnige Gattung ist nicht vollkommen rund, sondern auf jeder Seite entstehet eine ? bauchichte Erhöhung, welche sodann bey ihrem > Zusarmnenstossen eine gerade kleine Vertiefung vermachen. Ein gleicher, so sich aber etwas aussetzet; beyde Haber: auf der einen Seite des Durchschnitts eine Höle, auf der andern aber laufen wie bey /. die Streiften aus der Mitte heraus. Lelemnites ni§er. Diser nach seiner natürlichen Grösse abgezeichnete Belemnit ist von einer kohlschwarz- und zierlich glänzenden Farbe: ohne einer oder der niedern Meinung , welche vorhin angeführet worden , zunähe zu treten; so hat diser Belemnit vollkommen ^ Merkwürdigkeiten. 2527 kommen die Glasur eines Zahns, er ist ganz hol und dise inwendige Hole ist weißgelbe. 5. 2*. ^Iveolus terruZmeus Lelemnites. Es ist schon angemerkt worden, daß einige Strahlsteine hol sind; andere haben keine Hö- lung, sondern machen einen angefüllten Cörper aus, welcher durchaus an einander hänget und wenn er zerbrochen wird, allzeit kleine Streiffen zeiget, welche aus dem Mittelpunkte herauslaufen ; noch andere aber sind gleichsam mit einem besondern Cörper, worvon die aüffere Versteinerung gleichsam nur die Rinde, der Deckel oder das Gehäuse ist, umgeben; nun nennen die Stein- Gelehrten dises Innere des Belemniten, so in dem äußern Gehaüse oder in den äußern Lagen der Versteinerungen liget, ^lveolu8, und disem nach sind vorgemelte Drey Stucke ^iveoU keiemni- te8, von Feuerkiese oder vielmehr eisenartige be- Mnitische ülveoli, so durch einen eiftnartigen Saft, so sie durchdrungen, zu Eisen worden; dergleichen haben wir auch , welche gelb wie Erzt aussehen. L8Q1 Ich 2 s 2 « Natürliche Ich »miß aber erinnern , daß -ise durchaus angenommene Benennung unrichtig ist. Hiveolus will so viel sagen / als ein kleines ausgeholtes Gefäß; disemnach ist in eigentlichem Verstände genommen ein holer Belemnit, wie der unter beschrieben/ der ^Iveolus , das Gehaüse oder Gefäß des Bekannten; und die Figuren ^ sind dasjenige/ wormitder veolu8 ausgefüllt ist; wäre nun der Belemnit ein Meerschnecke, so wären 5. r'. die versteinerten Thiere, so den Belemnit bewohnet haben. L Lelemnites öenullstus, vel Leleinnites trsÄus interiorem kruÄuram rele- rens, cum vermiculo. Dises grosse Bruchstücke eines Belemniten kan i etwas mehrers als bis dahin angebracht worden, < zur Erkäntnis diser Art Versteinerung beytragen: f man sihet an demselben deutlich bey b. und auf der andern Seite den tUveolum oder das Gehaüse, worinnen ein besonderer Cörper steckt, diser Cör- per sieht aus wie die Saüle -er Räder und Walzensteinen; die Streiffen, wo dise Rädersteinlein auf einander ligen , sind deutlich , auch können , ' bisweilen -ise Abteilungen ab einandev genommen werdeiy Merkwürdigkeiten. 2529 werden, und denn sehen sie aus wie Schüsselein oder kleine Gefässe, die auf der einen Seite vertieft, auf der andern Seite aber erhaben sind; diser Belemnit ist also wie ein Lonus emroclmex, wie ein kegelgestalteter Lmrockit anzusehen, welcher eine Decke, ein Futer oder eine Schale hat, auf welcher ein schöner versteinerter Meerwurm sitzet, welcher zu erkennen gibt, daß auch dise Versteinerung aus der See komme. ist die gleiche Versteinerung, worbey noch anzumerken, daß bey solcher eine kleine Oesnung durch die ganze schüsselartige Saüle wie bey den Räderfteinlein durchgehet. Vorgemelte Beschreibung zeiget also Belemni- tm, die durch und durch einen Cörper auszumachen scheinen, und auch andere, welche aus verschiedenen Abteilungen bestehen. Die Figur ?. scheinet die dritte Gattung auszumachen und ein Zahlt zu seyn. Wir haben über vorgemelte noch verschiedene andere Gattungen Belemmten: Als solche, da die Furchen nur bis in die Mitte s8 Q 2 ) oder 25 zv Natürliche oder nicht gar bis zur Spitze der Versteinerung gehen; Solche , welche wie in Papier eingewickelte Zuckerstöcke aussehen, da der obere Teil des Papiers oder der Huth abgedeckt ist; also daß man in dem ^iveolo, welches wir für die gehöhlte Schale neminen, den Nucleum oder Kern des Belemni- ten sehen kan: Belenmiten, welche nur oben bey der Spitze Zween, Drey oder Vier kleine Einschnitte oder Furchen haben, also daß die Spitze ein Sternlein vorstellet, und noch andere mehr. Die Farbe der Belemniten ist blaülicht, gelb- licht, werßlicht, schwarz: dieselben und weißen sind bisweilen durchsichtig. In der: Seltenheiten der Natur und Oekono- mie des Herrn Hanows wird eine besondere Art Belemniten beschrieben, welche den Krebsschwänzen verglichen werdet!; sie kommen in vielem mit den NuclLis oder Kernen der Belenmiten «herein, welche auf unserer Steinblatte unter L und » abgeschildert sind; Der Merkwürdigkeiten. rsM Diser Author nennet die Belemniten auch Schal-- thiere, setzet sie unter die Tubutttm oder Meer-^ röhrlein, so von Würmern bewohnt werden, und» zchlet solche unter eine Gattung von harter Scha-° le, deren Würmer wie eine Gattung Keilerwür-- meraus aneinandergesetzten Ringen bestehen, welche vermittelst derselben Bewegung ihre Schale nach Belieben wo sie- hin wollen, mitschleppen können. Herr VizLe -r ein Mitglied der gelehrten Gesellschaft zu Lbälons lur Mrne , welchem mletzt- abgewichenem Jahre aus den dortigen Steinbrüchen ein Belemnit, der oben und unten ausgesetzt war, zugekommen, hat in der letzten Versammlung diser Gesellschaft seine Anmerkungen dahin eröfnet: daß dise Gattung Belemniten alle Zwo Spitzen haben und Strahlen der See-Igel seyn könnten, wovon aber die untere Spitze, welche an dem See-Igel ehmalen vest angehangen, sehr zerbrüchlich seyn, daher auch wenige ganze gefunden werden. I-. Llcara reticulats, petrelaÄs. Die Corallenartigen Seegewächse unterscheiden sich unter anderm auch durch die Gestalt, welche die Löchlein, so sich in der Oberfläche derselben befinden, ausmachen: die Löchlein, so eine stern- artigs 2 5 zs Natürliche Merkwürdigkeiten. artige Bildung haben, nmnt man Algclreporen; die so rund oder ablang ohne Sternlein Nillepo- ren; und die so wie ein Fischgarn aussehen, klaren oder keteporen : dise Versteinerung ist also Von der letzten Gattung, und weißgelb. Mllepora Laucla ksvonis 6i<üs. Auf diser Versteinerung erscheinen unzähliche Löchlein, Straffen so durch einander laufen und die Figuren und Abbildung eines ausgedehnten Pfauenschwanzes vorstellen; Je deutlicher nun dise Abschilderung auf der Versteinerung steh befindet, je seltner ist sie zu halten; in unserer Sammlung sind auch einige sehr schöne und grosse zu sehen. UM M«W tz!Li^-L?" >! ?-LW ^7 ^?-7L . L^r-. ^8^ 'MM ir-OS», Om^s(ÄM. X^'- s- ' ^L lSL^ -.^ --E-. e^L^L^r/^/^. Ln«>^ c5^ . rTi A«vvSküE.» ?ovosvv xsx,NS«Si- tz«« «Sk!v W MEAP W^D 8öM3^MKE»DW RAK?OL^U8!» MW ^L-;GM'SL4« «M «EAEK»-^M>m«-LMW^ LLi ^ E? L: 6^i< Lco^e-SA L«t- MM ^c'L /?/: WW> StzH'b W»^ !!?--V EZ WMD^ KMDN« ADfEM MKO HM WM sKK> K^vMA . Z. ch' H.-^ -? > '--»L >?v?.2' Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher XXIl. Stück. erkwMgkettcn der _ von Rilchberg, Rüneberg und Zeglmgen. Mal mir die Landschaft, odu! aus dessen ewigen Liedern der Aare Ufer mir duften und vor dem Angesicht prangen, der sich die Pfeiler des Himmels, die Alpen die Er besungen zu Ehrenfaülen gemacht. von Bleis?. Basch bey Emanuel Thurneysen/1762» Wchberg. eineo An- Rüneberg und Zeglinaen, in der Herrschaft Farnsburg; als solche sLRis in Mists Dorfligt auf ^ höhe zwischen 2536 Historische ! in dem Jahre 1461. an die Stadt Basel erkauft ^ worden, wäre»» nur Sechs verheyrahtete Männer k allhier; Zwing und Bann gehörten zum Schlosse k Farnsburg, die Oberherrlichkeit darüber ist mit der Landgrafschaft des SißgöuS, worin es ligt, - an den Löbl. Stand Basel gekommen. ? 0 Dises Dorf hatte aber auch in den ältern * Zeiten noch seine besondern Edelleute: ° In dem Jahre 1226. wird ein Werner von Kilchberg unter den Guttähtern des Klosters i !>- Schönthal angezogen, ' ^ m Und eines Heinrichs von Kilchberg wird m S dem Jahre 1245. in der Abhandlung von Ol- ö tingen gedacht. k> Ä Werner von Kilchberg, vielleicht ein Sohn eines der vorgemelten, besaß in dem Jahre 1275. den halben Hof zu Kilchberg, seine Gemahlin hieß ^ Sophia; sie verkauften solchen mit Einwilligung h, ihrer Kinder dem Herman von Bellikon; der Frau Sophia Beystand war Heinrich Kellhalden; Der Nutzniesser des andern halben Hofs war ^ Rudolf von Löffenheim. ^ Das Instrument ist gegeben zu Kilchberg an A dem nächsten guten Lage nach St. Jakobs Tage, ^ da ^75 vi>i - Merkwürdigkeiten.' 25Z7 da man zehlte 1276. Jahr/ und mit des Werners von Kilchberg Jnsigel besigelt/ in Gegenwart vieler Gezeugen. Das Wappen der Edeln von Kilchberg steht hier vornen; es scheinet aber , daß die Abteilung des Geschlechts auch verschiedene Wappenabänderungen nach sich gezogen habe. Wursteisen meldet uns/ daß nach den Edeln von Kilchberg andere vorn Adel allhier gewohnt haben; als die Edeln von Steinwurk oder Stein- wart/ deren Burg zergangen, die Güter aber an- noch den Namen behalten haben; Werner von Steinwurk Edelknecht, Elsbeth und Adelheit seine Schwestern sollen in dem Jahre 1547. gelebt haben; ihr Wappen befindet sich in seiner Chrontck abgeschildert. Deme kan also seyn, doch findet fich irr unsern Urkunden gar nichts von denselben aufgezeichnet, sondern daß das Kloster zu Frauen Brunnen den andern halben Hof ingehabt habe; Massen Elisabeth die Aebtißirr und das Convent des Gottshau- ses von Frauen Brunnen, des Ordens von Atels, in dem Bistumbe Costa«; gelegen , mit Willen ihres geistlichen Vaters des Abts von Urtenspach, aus dringender Noht fich wieder aufzuhelfen, weil ihr Kloster verbrannt war, dem edeln Herrn Her- (8 Rü Z man 2sZ8 Historische man von Bellikon Visen halben Hof zu Kilchberg mir allen Rechten um r8. Mark Silbers verkauft haben; Difts Instrument ist gegeben Mittwochs nach Mitteifasten des 1280. Jahrs; Unter den Gezeugen war Herman von l^nFon, Und dise Edeln von Bellikon besassen Visen .Hof bis in das Jahr 1420. In welchem Jahre Lurcaräus äe 8tollsl alias 8clmrll, armiZer, L ejus uxor Oomina äs Lellikon, moram tralientes in Rcheint'eläen die Rechte, so sie zu Kilchberg mögen gehabt haben, ,der Collegial-Stift zu Rheinfelden zum Heil ihrer Seelen geschenket und übergeben haben. Dazumahl war dise Pfarrey ein Rektorat und bezog der Pfarrer als ttecror den vollkommenen Zehnten; dises stunde der Collegial-Stift nicht mehr an; sie wandte sich daher an den Päbftlichen Hof, stellte viele widrige Schicksale, so die Stift erlitten habe, vor, und begehrte, daß dises Rektorat zu ihrer der Chorherren besserer Unterhaltung der Stift zu Rheinfelden einverleibet werden möchte; der römische Hof ließ sich auch dises Begehren gefallen und erteilte gnädige Willfahr: Dem Merkwürdigkeiten. 2539 Dem damahligen keäor Johannes 8c!ioiie. konnte dise Bulle nicht angenehm seyn; doch muste er selbiger nachleben; es ward daher die ganze Ge- rneind feyrlich versammelt, eine Meß von ihme gelesen und der übrige Gottesdienst verrichtet, hernach von ihme seine kector-Stelle öffentlich abgelegt. Dieweil aber die päbstliche Bulle dennoch die Vorsehung gethan hatte, daß die Oompetemis oder das Einkommen des Priesters zu Kilchberg „ Lon- §ruL portio elle äebeat: , ex yuä commoöe „ sullentsre vimrn L Jura epifcopLlis kolvere vs- „ leat, so taht der Pabst seines Orts alles mögliche/ dem Pfarrer ein gutes Einkommen zu stiften. Vorgemelte Anna von Vellikon war die Mir- me des Herman Schülers eines Edelknechts von Basel, welcher mit diser Uebergabe gar nicht zufrieden war, sondern die Rechte seiner Baasen ansprach ; allein die Herren Chorherren wüsten demselben also zu begegnen, daß er sich in dem Jahre 1439. seiner Ansprache vollkommen begab. Kraft desjenigen, so bis anher angeführt worden , gemessen also die Herren Chorherren von Memfelden annoch den Fruchtzehnten zu Kilch- berg, haben hingegen das Chor, die Kirche und s 8 Rj 4 das 2542 Historische das Pfarrhaus zu unterhalten, wie auch den Prediger zu besolden, welcher anbey noch einige Güter und anders von Lobl. Stande Basel zu nutzen hat. Der Hochwaldszehnten wird dem Schlosse Farnsburg eingeliefert, und den Mattenzehnten bezieht ein jeweiliger Prediger. Aus vorgemelter Ursache nun wird auch ein jeweiliger von der Stadt Basel neuerwehlter Prediger der Löbl. Stift Rheinfelden präsentirt, d. i. ihme wird ein Schreiben zugestellt, darin der Löbl. Stand diser Stift die Erwehlung kund machet und dene ihrer Gewogenheit zu Gmiessung dessen so ih- me gebühret, empfihlet. Geistliche diser Kirche zu St. Martin in Kilchberg findet man aufgezeichnet: r40O. Johannes Scholle KeQor, so seine Stelle aufgegeben. 1427. Johannes Heller von Liestal. Rudolf Suter, Leutpriester. Hans Mori, Leutpriester. 1516. Daniel Murer, Leutpriester. 1527. Johannes Grell, vor und nach der Glan- bensverbesserung. isZ6. Ulrich Gebhard. 1541» Crispinus König, Leutpriester, kam naher BUUs» 254 ! Merkwürdigkeiten. 1559. AI. Geörg Scherer. 1565. Valentin Gehr. 1569. AI. Georg ^icliu8. ! 1574. Anthonius Weitz, ein Geschichtschreiber, kam naher Oltingen. 1595. AI. Joh. Heinrich Meyer. 1597. Jacob Möschlin. i 6 io. Martin Ryter. ! i6i2. Georg Schickler. 1651. Emanuel Schickler, dessen Sohn. 1672. AI. Joh. Heinrich Drucker. i69O. AI. Johannes Stöcklein. 1704. AI. Joh. Jakob Wolleb, kam naher Ten- nicken. 1707. AI. Joh. Jakob Fritz. 171s. AI. Daniel Schönauer, vorhin Prediger ztt St. Jakob. 1721. AI. Johannes Zwinger. 17Z8. Herr Al. Lucas Gysendöxfer, vorhin Hof- ! Prediger zu Carlsruhe. Zu diser Kirchengemeinde gehören ferners die Einwohner der Dörfer Rüneberg und Zeglingen und der Sennhof Mapprich, so ein Zäßlisches Geschlechts - Gut ist. Das Dorf Kilchberg ist unter dein Gerichtsstab von Gelterkinden; s 8 5 Das 2^42 'Historische Das Feldgericht halt es mit den Rünebergern, welche an dises sogenannte Gescheid Vier und die Kilchberger Drey Männer geben. Dessen Schützenplatz ist nahe bey dem Dorfe. Es hat eine Dorfschule; Im Dorfe ist zwar ein laufender Brunnen, welcher aber bey grosser Trockne zurück bleibt; Unten am Dorfe aber befindet fich einer, so beständig laüft; Das Dorf hat deswegen zween Sodbrünnen und das Pfarrhaus einen für fich, woraus sehr gesundes Wasser gefchöpftt wird. Dife Dorfgemeinde hat einm guten Ackerbau und Viehzucht, aber keinen Weinwachs. Die Waldungen dises Dorf- Banns find: Das Buchholz, so junge Buchen und Eichbaüme hat. Das Küheftüdelein, eine Weitwaide mit gleichem Holze bewachsen. Das Kohlholz hat das gieiche Holz. Lümkrüth, eine Weitwaide, worauf Eichbaüme stehen. Bären- Merkwürdigkeiten. 254z Bäreneichhölzlein, eine mit Buchen bewachsene Weitwaide. und verschiedene kleine Weitwaiden, woraufFiech- tenbaüme stehen. Auf der Zeige hinter dem Dorfe gegen den Wiesenberg findet man im Ackerfahren noch vieles altes Gemäuer; die Einwohner vermeinen, es sey in den ältesten Zeiten ein Städtlein allhier gestanden, weiches aber gar nicht glaublich ist, müssen dises Gemäuer die Ueberbleibsel einer alten Burg oder einzeln Wohnung seyn kau. 2s44 Historische 7 -' Von dem Giessen. Unterhalb dem Dorft Kilchöerg nahe bey Zeg- ^ lingen, ist ein sehr schor,er Wasserfall, welcher der Giessen genannt wird, dessen Abschilde- rung hier beygehet; ein in den Zeglinger - Bergen entspringendes Bächlein , welches steh mit einem andern, so von dein Dorfe Wiesen herabfiießt und in dem Dorfe Zeglingen mit obigem vereinbart, fallt sodenn über eine ansgehölte 6 Klafter hohe Felsenwand mit anmuhtigem Geräusche herab und wässert das ganze Tecknauer-Thal bis naher Gelter- Merkwürdigkeiten. 2545 terkinden ; es nehret dises Giessen-Wasser eine zilnliche Anzahl Forellen von besonderer Grösse und köstlichem Geschmacke. In dem Felsenwerke dises Giessens war ehma- len eine von Natur gebildete artige Hole, welche aber durch die Länge der Zeit und durch die Bewegungen der Erdbeben zerfallen ist; Das unter dem Giessen ligende Thal, so das ftuchlbarsteWiesengelände/ ist von reizender Schönheit und Mmuht; Vor etwann noch 20. Jahren kamen zu Anfange des Frühlings aus verschiedenen umligenden Dörfern die Töchtern und die Söhne des Landes an den Sonntagen dahin; die Töchtern ergötzten sich durch Reyhen und Tänze, die Söhne aber jm Ringen und Wetlaufen; Einige kleine Unglücke, welche hierbey vorgefallen, haben dise Gewohnheit abgestellt. 2546 Historische MW MM, u n e- UM Bald des Hirten Lied und bald des Viehs Gedrülle, o ländliche Musik, o angenehme Stille l Myl. Min kleines Dorf, so auf einer anmuhtigen Ebne ^ und Höhe nahe bey Kilchberg ljgt. Zwing und Bann gehöret zu der Herrschaft Farnsburg, die Oberherrlichkeit zu der Landgrafschaft Sißgöu. Als die Freyherren von Falkenftein der Lobs Stadt Basel dtses Dorf in dem Jahre 1461. abgetreten, wohnten darinnen :z. Knechte oder Haushaltungen, ohne die Jung-Gesellen. Die Mrkwürdigkeiten. 2547 Die Gefälle bestunden in Gelt, Kom, Haber und Hüner, in der Steuer und den Rütin-Zinsen; Welches alles, wie schon öfters angemerkt worden, durch Erkaufung der Rechte der Landgrafschaft Sißgöu und der Herrschaft Farnsburg an die Stadt Bafel gefallen; dtses Dorf ist auch annoch diser Herrschaft oder Landvogtey einverleibet. Aus der Abhandlung der Landgraffchaft des Sißgöus ist zu ersehen, wie daß unter den Vier Landsgerichtsplätzen oder Gerichtsstädten, auch die Matte oder Wiese bey Rüneberg war, auf welcher dem Jahre 1459. eine solche feyerliche Handlung vorgenommen worden. Dises Dorf, dem ein Geschworner vorsteht/ ! gehört zur Pfarr Kilchberg und unter den Gerichtsstab zu Gelterkinden, woran es einen Gerichtsmann gibt; Das Gescheide haltet es mit denen von Kilchberg ; dises Feldgericht bestehet aus 7. Männern , davon 4. von Rüneberg und z. von Kilchberg sind; Sein Schießplatz ist zu Kilchberg; Es hat auch seine Dorfschule, und Fünf laufende Brunnen. Der 2748 Historische ! Der Ackerbau und die Viehzucht allhier ist sehr gut und ernähret den Landmann. Der; Fruchtzehnten beziehen die Chorherren -er Stift St. Martin zu Nheinfelden; den Hoch- waldszehnten aber das Schloß Farnsburg. Von dem Rebgelände, so ein sehr kleiner Platz ist, hat ebenfalls Farnsbnrg den Zehnten. Die Waldungen des Rüneburger Banns sind: Link-Rüti, eine Weitwaide, hat alte und junge Eichen. Bodershölzlein, hat Buchenstöcke und Eichen. Buchhvlz, hat Buchenstöcke und Eichen. Scheideghalden, Buchen und Fiechten. Steinholz, Eichen, Fiechten und Buchen. Riemetstuden, Buchenstöck und Eichen. Banholz, Eichen, und hinden daran ein Buchen- und Fiechten-Einschlag von loo.Iuchar- ten. , Unter Grieben, eine Weitwaide mit Eichen. Staldenholz, eine Weitwaide mit Tannen, Fiechten und Buchen. Kolholz, eine Weitwaide mit buchenen Stöcken und schönen Eichen. Schönt, hat Tannen und Buchen. Lingenthül, hat Tannen, worin zween Einschläge» Stol- Merkwürdigkeiten. 2549 Stoltenwaide, ist Weitwaide. Unter Fohren, ist Weitwaid, und hat verschiedene Zinshölzer. Es sind in diser Gegend schon verschiedene römi- sche Münzen geftmden worden, als: In groß Erz, ein Ha 6 risnu 8 , mit der Umschrift ! Hsäri 3 nu 8 H.UZUÜUS ?. k. auf dem Revers ein ste- - hendes Weibsbild, fo in der rechtenHande ein Horn ° des Ueberflusses trägt, und zu den Füssen 2 . Kinder stehend hat. 8 . L. Ein ^ureiiMUb, auf dem Avers mit der Umschrift Imx. ^ure 1 i-mu 8 Au§. Auf dem Revers: 80 I rL6i3tU8 §raäien8, äex- trs tscem, kmiürs 6-r§rum Zeren8; Zu den Füssen eine kleine Figur XXI. X. mit der Umschrift: Oriem l8 S^! Historische 255s stergöw M'SI MN l^V)uß ein kleiner Bezirk Lands gewesen seyn, wel- cher an Rüneberg, Kilchberg und Rümlicken mag angestossen haben; in den ältesten Zeiten hatte er einen Meyer zur Aufstcht oder Verwaltung; von diesem Göw ist schon etwas bey Rümlingen gemeldet worden; In ! Merkwürdigkeiten. 2551 In einem Instrumente -es Jahrs n?z. da Kaiser Friedrich I. vermuhtlich zu Basel war / weil I -er damahlige Bischof und das ganze Capitel dise j Carte unterschrieben/ wird des kiXäium Oüer- ! Zouwe und altch LuttiLbon gedacht; nachwerts ! waren die Freyherren von Farnsburg Besitzer di- - ses Göus und haben es auch mit der Herrschaft ^ Farnsburg der Löbl. Stadt Basel abgetreten. Sie hatten in dem Oestergöu Zwing und ^ Bann / auch die Landgarben; denn alljährlich aus demselben 6Vierzel i Sefter Korn/ 4 Vierzel s Se- sterHaber/ n Hüner und no Eyer zu beziehen; welche Einkünfte ein Obervogt auf Farnsburg nunmehr zu verrechnen hat. Als Landgrafen des Sißgöus besitzet die Stadt Basel die Oberherrlichkeit über disen Bezirk. l8 s 2ss2 Historische 4 e UMM MMH O beste Trösterin, Unsterblichkeit der Sitten! wie wohl verwandelst du in Schlösser arme Hütten r wenn indem Wassertrunk, der unsern Durst erfrischt, sich keines Armen Schweiß und keine Thräne mischt. tu k tj in Hst nunmehr ein grosses und VolkreichesDorf/ ^ dessen Haüser hin und her dem Bache nach, so durch selbiges flieget, zerstreuet angebauet sind; es gränzet zum Teile an das Dörflern Wiesen, all- wo die Stadt Basel die Oberherrlichkeits-Rechte besitzet, und gegen Rohr, so in des Löbl. Stands Solothurn Bottmäßigkeit ligt; N> t» s< 2ssZ i - '!! L' ^Merkwürdigkeiten. Es ward mit der HerrschaftFarnsburg in dem Jahre 1461. von der Löbl. Stadt Basel erkauft. Es befand sich damahls in schlechten Umstanden und waren ohne die junge Mannschaft nur Eilf Knechte oder Haushaltungen in dem ganzen Dorfe; Und auf disen Fuß/ muß man alle Dörfer der Herrschaft Farnsburg ansehen / als sie an die Stadt Basel gekommen sind: Durch die Belagerung von Farusburg/ die Streifereyen nach der Schlacht bey St. Jakob, und durch den Krieg zwischen dem Haus Oesterreich und den Eydsgenossen / sind viele Einwohner diser Gegend getödet, andere verjagt, die Wohnungen verbrannt und hiemit das Land verwüstet worden. Ein gleiches Schicksal hat auch Zeglingen dazumahl und auch nachwerts betroffen, und hiervon finden wir nachfolgendes in den Schriften des Kaplan Knöbels, so uns viele historische Geschichten seiner Zeiten hinterlassen, aufgezeichnet. Wir wollen seine Worte hier beysetzen: „ Es ist zu müssend, als der gros Krieg ,, vor dry Jahren her, Mischend den Hochdurch- „ luchtigen und hochgebornen Fürsten von Oester- s 8 S) z »rieh i 2s 54 Historische „ rich und den gemeinen Eydgnossen von Schwi- ! „ zerland gewesen, dadurch arme Lüt in dem j „ Land vertriben, ihr Hus und Hof verbrennt, ! „ Acker und Matten wüst und in Mißbu gelegen „ sind; also ist auch für mich Johannes Knebel „ Schaffner des Herrn Thumprobsts Herrn Jör- „ gen von Andelo, Henslin Schieß zuZeglingen » in Varensperger Gebiet kommen, so Tsthuppus j „ von uns hat und Zins gibt, rc. re. und sagt, „ wie iin und sinem Vater, Hus und Hof ver- » brendt, all varend Hab, Roß, Kuh und Schaff ! „ genommen, sie vertrieben, und alles in Mißbu r „ kommen. Es ist leicht z-u erachten, daß es lange Zeit ge-, ' brauchet, bis sowol dises Dorf als auch die übrigen. , sich wieder erholet haben, und daß allein ein lan- , ger Friede und ruhige Zeiten die Landschaft in solchen guten blühenden und nahrungsreichen Zustand gesetzet hat, in welchem sie sich nunzumahlen durch ! die Güte GOttes befindet. ^ Dises Dorf ist unter der Vogtey Farnsburg ^ geblieben und die Oberherrlichkeit darüber mit der Landgrafschast des Sißgöus, in welcher es ligt, an die Löbl. Stadt Basel gekommen. Vorzeiten gieng die Landftrasse über der: Hom- ' Surger-Hauenstein durch dises Dorf, daher hatte es -sss Merkwürdigkeiten. es sehr viele Hufschmidten; der Weg war durch das Grimmenthal hinauf gegen demGebürg/ aber schlecht/ dennoch besser als die Strasse / so damahls durch Bückten war / die nunmehr die brauchbare Landstrasse über disen sogenannten nidern Hauen- stein ist; daher wird die alte Strasse in denTsthu- dischen iVlanuscripeeu folgendermaffen beschrieben: Ollerm > - ^e§ 1 inZarn 2e§1inZ3 - - ^uZulla I^aurgcum. Gegen Kilchberg hinauf ligt ein erhöchtes Feld/ worauf nunmehr einige Holzung stehet/ allwo zu vorgemelter Zeit eine Wohnung gestanden/ die eilende Herberg genannt, um welche Gegend viel altes Gemäuer mit dem Pflugetsen angefahren wird. Ehmahlen hatte dises Dorf eine Kapelle / der H. Agatha geweyhet / nunmehr gehört es zur Pfarr Kilchberg und unter den Gerichtsstab von Gelter- kinden, wohin es 2 Gerichtsmänner gibt; Sein Schießplatz ist zu Wenßlingen. Drey geschworne Männer stehen dem Dorfe vor; es hat seine Dorf-Schule und ein besonderes Feldgericht / so aus 7 Männern besteht; Sieben laufende Brünnen zieren dasselbe. (8 S) 4 Ab 2s s§ Historische Ab den Zeglinger Bergen und von Wiesen fallen zwey Bächlcin naher Zeglingen, allwo sie zu- sammenfiiessen und das Thal hinab durch den Giessen naher Tecknau und Gelterkinden fortlaufen. Dises Wasser treibt in dem Dorfe Zeglingen eine Holzfäge und zwo Mahlmühlen, wovon die letstere in dem Jahre 160z. erbauet worden. Das Dorf hat eine gute Viehzucht und einen s schönen Ackerbau; den Fruchtzehnden bezieht das ! OoiieZiLi - Stift zu Rheinfelden; Weinwachs ist ^ allhier keiner. Difer Ort hat verschiedene Waldungen / deren nachwerts Meldung beschehen wird, worunter die ! sogenannte Zeglinger-Berge hohe / jäche Bergfelsen - sind; über und über mit hohen Tannen und Foh-- - ren bewachsen. In den ältesten Zeiten war dises der Aufenthalt vieler grosser Raubvogel und der sogenannten Steinadler, welche das kleine Vieh wegnahmen und beständig über dem Dorf schwebten und auf den Raub lauerten; da aber ein Preis auf deren Kopf gesetzt ward, so sind sie allgemach vertilget worden; Der letzte Steinadler, so Kinder angestoßen und -557 Merkwürdigkeiten. und junge Lämmer weggeführt / machte sich in dem Jahre 1710. diser Gegend furchtbar; allem der damahlige Wildschütz Daniel Hefelfinger gieng auf solchen los; ehe er die Felsen hinauf steigen konnte / ward schon sein Hund, der bey 20 Pftm- den wog, von disem mächtigen Vogel angepackt und weggenommen, dennoch aber der Steinadler auf dem Neste von dem Schützen erlegt und ge- j tödet. r, ! Als der Landgraf Oswald von Thierstein in ! dem Jahre 1439. z« Äugst über das Blut ge- ? richtet, war bey ihme Hemman von Adlikhen Vogt zu Zeglingen. ) In dem Jahre 1592. ward die Bannfchei- . düng mit Oltingen in Richtigkeit gebracht. In dem Jahre 168 5. ward durch beydseitig Ab- j geordnete von Löbl. Städten Basel und Solothurn der wegen dem Waidgang sich erhobene Streit zwischen Zöglingen, und den Gemeinden Rohr und Lostorf, gütlich beygelegt. Dises Dorf erlidte durch Brand und Wasser-- güsse schon öfters grossen Schaden. (8 SH 5 Die r^F Historische Die Waldungen im Zeglinger-Banne sind: Spitzensinelein, oder im Kalchofen, hat Buchen und Fichten. Bey den verbrennten Fohren, sind Buchen und Fichten. Masseracker, hat Buchen und Fichten. Schwarz Leitschburg, ist ein Tannenwald. In der Fölli, sind Buchen lind Tannen. Burghalden, darin sind Buchen und Tannen. Hotwendhölzlin, hat junge Buchen. Unter dem Kühnberg, sind Buchen und Fichten. In der Lostelhalden, sind junge Buchen. Staubhalden, ist ausgeholzt, hat einen Aufwachs von Buchen. In der Wannen, sind Buchen und Fichten. In der Sodhalden, oder im Sod, junge Buchen. In der Finstergruben, Buchen. Im Glattenftein, Buchen. Neunbrunnhalden, Buchen. Der Leitschenberg, Buchen, Fichten und Tannen. Mellstell, ist eine Weitwaide, hat Fichten. Schaafmatt, ist eine Weitwaide, hat Buchen. Finster Gruben, ist eine Weitwaide und Zinsholz. Hinter den Meyer-Waiden, ist eine Weitwaide, an den Solothurmschen Grenzen. In Merkwürdigkeiten. sis? In der Strühalden, ist Weitwaid / so Zinsholz. Kohlrütin, eine Weitwaide, Zinsgnt und Hochwald, hat Buchen. Sodhübel, eine Weitwaide. Aufm Staub, eine Weitwaide. Bogenrain, eine Weitwaide, ist Zinsgut. Denn bey zo. Stück Zinshölzer in Waiden und Rütenen bestehend. Miesen. Historische Ls6o Unendlicher Schöpfer! Allmächtiges Wesen! wie hast Du den Wellbau so prächtig erlesen! die menschlichen Sinne verlieren sich ganz. Mus der Abhandlung des Sißgöus, welche in ^ dem XVII. Stücke unserer Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel vorgekommen, ist auf das deutlichste enthalten , wie so wohl die Herrschaft Farns- Merkwürdigkeiten. 2561 Farnsburg als die Landgrasschaft des Sißgöus in dem Jahre 1461. mit allen Rechten von dem Löbl. Stande Basel erkauft und erhalten worden. Die allda angeführten wichtigen Urkunden bestimmen die Gränzen diser Landgrasschaft und deren Rechte auf das allerdeutlichste; sie beschreiben selbige in diser Gegend folgendermaßen: „ Unz do die Ergenz entspringet unz den To- „ bel uf unz uf Schochmatt uf den Grat der „ Höche und denselben Grat und die Höchinen „ iemerme uß, unz daß sich die Wasserseigenen „ und Schneeschmeltzenen teilent / ein Teil in den „ Rin und der arider Teil in die Aren: uf den „ Teil des Rines zwüschen Zeglingen nnd Losch- „ dorf die Gebürg und den Grat uß, für Fro- „ bürg über/ unz zu den Blatten ob demKeppe- „ lein uf dein rüderen Hauenstein re. das ist bey „ Horrrburg. Nun in disem Bezirke ob Zeglingen und Leu- felfingen / ligt der Barrn des Dorfs Wiesen vollkommen eingeschlossen und ist aller Orten mit den hohen Herrlichkeits-Steinen / so die Landgrasschaft des Sißgöus ausmarchen/ umgeben. Es sind aber die Rechte über die in diser Landgrasschaft ligende Ort und Dörfer, wie in vorge- 2 s 62 Historische vorgemelter Abhandlung zu ersehen, folgende, st nunmehr Löbl. Stand Basel gebühren; 1. Alle Hochgebürge, Hochwälder. 2. Item alle Vischenzen, Wasser und Wasser- runssen. z. Alle Erzgruben, Stein, Eisen, oder was die bringen. 4. Alle Hergekommene Leute und Bancharten, die in der Landgraffchaft wohnen oder gesessen sind. 5. Alle Wildbänne über Gewilde und Federspiel. 6 . Alle Stock und Galgen. 7 . Alle Geleit und Zölle. 8 . Alle gefundene und verborgene Schätze, all gefundenes Guth unter der Erden und bey schädlichen Leuten und schädlicher Leute Gut über die gerichtet wird oder die böse Lümb- den fliehend, alles verstohlen, verborgen und fünde»! Gut in der Landgraffchaft. 9. Alle Müsse, Müssen und Fäche. 10. All Mulaffe. n.Auch Merkwürdigkeiten. 2s sz n. Auch soll niemand keine missethätige Sach in der Landgrafschaft gethan/ noch schädliche Menschen darinnen/ noch ihr Gut/ was einem Landgrafen zugehört nicht helfen verrücken noch heimlich hinlegen bey Leibe und Gut, noch bey solchen Schulden / darin» der missethätige Mensch ist. 12. Wer auch in den Wildbännen frevlet und tk- gelte thut / jagt oder wildnet ohne Urlaub des Landgrafen / der bessert dem Landgrafen Zehen Pfund, nnd wer ihme dessen hülstet / bessert jeglicher als viel: i z. Auch so mag ein Landgraf einen Landtag gebieten / wenn ihn des die Nothdurft dünket/ nnd auf welche Dingstadt in der Land- grafschaft er will ; „ wenn denn er, oder ,, sein Bott den Leuten in der Landgrafschaft „ gelassen auf den Landtag bietet / der soll da- „ hin auf den Landtag komme»/ zu Gericht- „ Zeit und dem Gerichte warten unz der Rich- „ ter aufsteht / wer es nicht thut, der ist dein „ Landgrafen z ^ guter Münz und ein Helb- „ ling verfallen rc. re. AufdifemLandstage/worinnen die vorgemeltm Rechte in dem Jahre 1576. bestätiget worden / waren 2s <§4 Historische reu nebst vielen andern gegenwärtig und haben teils das Urteil sechsten mitsprechen helfen Hemman von Bechburg, Fryer. Jakob von Küehnberg/ Ritter. Hemman von Menthol. Berchtold Stulinger/ Schultheis zu Ölten. Cunrad Vole. Heinrich Buman von Ölten. Dise Rechte sämtlich haben die Landgrafen hiermit auch die letztem, so um dise Zeit und nach- werts gelebt, als die Grafen von Thierstein, die Freyherren zu Falkenftein und denn die Löbl. Stadt Basel, welche in ihre Rechte durchaus eingetreten, jeweilen ausgeübet. Weil nun das Dörflern Wiesen in diser Land- graffchast ligt, so war es hiemit auch Visen Rech-- ten unterworfen. Es übte also die Stadt Basel von dem Jahre 1461. an, alle Rechte der Landgrafschaft zu Wiesen aus, und nur darum, weil sie die Rechte als Landgrafen mit den übrigen Landsrechten der Herrschaft Farnsburg zugleich durch ihre Obervögte auf Farnsburg ausüben, hiemit dise unterschiedene Rechte gleichsam vermischen lassen, mag es gekom- Merkwürdigkeiten.' 2565 men seyn, daß auswertige Herrschaften und Stände in folgenden Zeiten die Rechte der Landgraf- schaft gleichsam vergessen und daher auch mit Hoch- löbl. Stande Solothurn einige Anstände wegen di- sem Dörflein sich ereignet haben. Der Anfang des Sechszehenden Jahrhunderts war der glückliche Zeitpuncte/ worinnen alle dazumahl zwischen den Löbl. Ständen Basel und Solothurn obwaltende Anstände/ wegen den Gränzen überhaupt / den Leibeigenen / und wegen Wiesen fteund-eydgenößisch beygelegt worden. Betreffend dieses Dorf/ welches zu diser Zeit aus 6. Strohhütten bestünde/ ist, nachdeme vorhin auf verschiedenen Zusammenkünften von beyder Löbl. Orten Abgesandten nebst andern Anstanden auch diser in Bewegung kommen, in dem Jahre 1528. Namens beyder Löbl. Ständen, von den Herren Caspar Schaler damahligen Stadtschreiber zu Basel und Herrn Geörg Hertwig Stadtschreiber zu Solothurn in der Stadt Basel Donstags an St. Philips und Jakobs der zween Zwölfbot- ten Abend ein Vertrag geschlossen worden: r. „ Daß die hohe Herrlichkeit als das Malest; „ und was Leib und Lebens Verwirkung ,, Form der Rechten nach anbetrift, samt „ den ss66 Historische „ den Hochwälden, Wildpännen, Hagen, „ Jagen; so weit der Stadt Basel Hohe Herrlichkeit zu Wiesen reichet, samt den „ Rütenen und deren Nutzung, der Löbl. „ Stadt Basel in Ewigkeit zugehören nr,d die „ Leute dises Dorfs ohne derselben Erlaub- >, nus nichts ausreuten sollen rc. 2. „ Daher auch kein Bauholz ohne Bewilligung „ des Obervogts auf Farnsburg fällen, und „ die Fehlbare wie andere, so in der Grafschaft „ Farnsburg fehlen, angesehen werden; doch „ können sie das nöhtige Brennholz umhauen, „ und den Waidgang, wie dessen Bezirck „ wird ausfindig gemacht werden, nutzen. 3. „ Die Nidern Gerichte, samt allen Frevlen, „ bis an das Malefiz, desgleichen das prrr- „ gelt, die ^pxellgtiones und anders, darzu „ die armen Leute in disem Dörflein setz und „ hienach gesessen, einer Löbl. Stadt Solo- „ thurn in die Ewigkeit verbleiben, ,, doch solle kein neuer Zoll allhier aufge- „ richtet werden. 4. »Sind dise Leute dem Obervogt auf Farns- ,, bürg zu stöhnen noch zu Hagen nicht schul- » dig, sie thuen es denn williglich und gern. » Übrigens Merkwürdigkeiten. 2567 „ Übrigens diser Vertrag den beyden Löbl. „ Ständen an ihren übrigen Rechten und » Gerechtigkeiten kein Nachtheil noch Scha- >, den bringen. Der Solothurnische Geschichtschreiber Fran- ciscus Hafner/ welcher in dem Jahre 1666. seine Chronick heransgegeben / meldet darin / daß der ^ Hochlöbl. Canton Solothurn das Dorf Wysen von Herrn Heinrich von Offringen erkauft/ und daß dises Dorf seine eigene Edelleute gehabt habe. Als zwischen den Baßlischen Dörfern Leuffel- ^ und Heffelfingen und diesem Dorf Wiesen wegen dero Bann und Waidgang ein Anstand stch er- j hoben,waren beyderseits die erforderlichen Schieds- leute ernamset und zu dem Obmanne Hr. Niclaus Hunziger Seckelmeister und des Rahts zu Arau er- wehlet, welche dise Gemeinden unter einander verglichen haben. Das hierüber aufgerichtete und besigelte Instrument ist von dem 6 . Aprill des 1576. Jahrs. Kraft des vorgemelten Vertrags hat die Stadt ! Basel ihre Oberherrlichkeitsrechte bey ereignenden I Anlässen besonders in dem Jahre 1601. wider einen Mann, der seiner verstorbenen Frauen Schwester mißbrauchet, ausgeübet, s8T) r Und 2s 68 Historische Und in dem Jahre 170s. ihre Zinse allhier durch ihren Stadtschreiber zu Liestal, in Beyseyn des Herrn Obervogts von Gößgen , frischerdingen berainigen lassen. .Als in den Jahren 1524.167z. und 1692. Vifes Dörflein durch Feuersbrunft Schaden erlitten, ist den Beschädigten von Seiten der Stadt Basel tröstlich beygesprungen worden. Die Leute zu Wiesen gehörten ehemahls zur Pfarr Leuffelfingen, und sind auch vor der Kirchen-Verbesserung dahin zum Gottesdienste gegängelt ; Als aber die Reformation in der Landschaft Basel zu Stande gekommen, so ist den Leuten zu Wiesen von dem Löbl. Stande Solothurn anbefohlen worden, dise Kirche zu verlassen und nach Trimbach zum Gottesdienste zu gehen; weil nun ein Löbl. Stand Basel solches nicht zugeben wollte, so waren hierüber in den Jahren isZs. is;6. und 1537. von den Gesandten beyder di- ser Löbl. Orten verschiedene Zusammenkünfte gehalten ; und in der letztem, so zu Basel in dem Aprillmonat des 1537. Jahrs beschehen, von den Gesandten einander dise Erklärung gethan: >, Daß Merkwürdigkeiten. 2s6? „ Daß eine ehrsame Stadt Basel ihren lie- „ ben Eydsgenossen von Solothurn zu freundli- „ chem Wohlgefallen gütlich bewilligen und nach- lassen sollen , daß die ehrbarer: Leuthe zu Wie- » sen, wie fie den durch ihre Herren bescheiden, „ wol mögen gehn Trimbach zu Kilchen gar:; „ also lange, bis daß die streitigen Religionssa- „ chen kürssriglich durch die Güte GOttes vergli- ,, chen und beyde Städte in den Händeln christ- „ lichen Glaubens wiederuin vereinbahrt Werder:; „ so daß, als gütlich zu verhoffen , geschehen; daß „ dann die von Wiser: ohne alle Mittel, wiede- „ rum gen Leuffelfingen in ihre rechte Pfarr gehn „ und gehören; und daß auch dises gütlich Nach- „ lassen einer Stadt Basel an ihren hohen Obrig- „ keiten, darzu der Pfarrkirche zu Leuffelßngen an „ ihren Rechten, Gerechtigkeiten, Zinsen, kleinen „ und grossen Zchnder: ir: Zwing und Barn: Wi- „ sen, ohne allen Schaden und Nachtheil seyn rc. Das bis anher ohnbekannte Wappen der Edeln von Wiesen ist diser Abhandlung vorgesetzet worden. s8 T l z 2s7-> Natürliche Natürliche Merkwürdigkeiten der Gegenden Rilchberg, Rmeberg und Zöglingen. klsntsrum formss pingsntis toripts msnerent, tlec neßleÄs olim vermibux cles korsnt; §i xosket plsnlis vivos säkibere coloreb, Nl nslvks psreos üixeric eNe tuss. K. Kilchberg und Rineberg sihet man eine ! der lieblichsten Gegenden unserer London schüft. Denn da seyn nicht nur gras- reiche Wiesen, fruchtbahre Felder und nützliche, Holzreiche Wälder, auf Bergen und in Tählern also ^ durchnrenget, daß es recht angenehme läßt und nach Verschiedenheit der dise Gegenden besuchende» Liebhaber zum spatzieren, kraüteln, steinefuchen, jagen, fischen Merkwürdigkeiten. 2 s 74 fischen und dergleichen nicht wenig Anmuht und Bequemlichkeit verschaft, sondern es ist allda auch sehr reine und gesunde Bergluft; die bey dem Anblicke einer schönen Gegend, einer lachenden Landschaft , eines kühlen Waldes, ja bey den angenehmsten Gegenständen auch der übrigen Sinne / zu Erhaltung / oder Widererlangung der Gesundheit nicht wenig dienen kan. In Betrachtung dieser Vorzüglichkeiten sollte man glauben, es sey nicht wol möglich, daß unsere reichen Leute zur Sommerszeit lieber in frömden Bädern und an fremden Orten ihre Trink - oder Landluftseuren mit eben so viel oder noch mehr Kosten anstellen / als aber in dieser, oder andern solchen lieblichen lind Zur Gesundheit überaus bequemen Gegenden unserer Landschaft, da man bey ehrbahren Dorfsleuten eben so gute Zimmerchen und übrige erforderliche Sachen fände, oder aus der Nähe könnte zu Handen bringen lassen, als in verschiedenen der nahen aber in frömden Herrschaften ligenden Bäder und Orte. Will man aber zugleich baden, so sollte man zu Schauenburg, in dem Bubendör- fer- Oberdörfer- Ramsen- und Raucheptinger- Baade lieber nach dem natürlichen Rechte unsern Landsleuten und Untertahnen den etwelchen Nutzen und Gewünst von den Badgästen gönnen und verschaffen, als aber Frömden und Auswärtigen. (8 TU 4 Ein 2572 Natürliche Ein merklicher Nutzen würd dennoch davon wider den Stadtleuten, aus den richtigern oder kräftigern Zinsen der auf den Badwürthen und Dorsteuten stehenden Lspiwlim zufliessen. Es ist ja kein geringer Vorteil/ wenn in einem Lande Gelt undLebens- nohtwendigkeiten unter den Inwohnern ihren richtigen Kreislauf haben und nur das überflüßige und entberliche ausser Lands gehet. Was man von Wurzeln/ Kraütern/ Blume«/ Früchten undSamen in diesen erhabenen Gegenden findet,ist sehr schmackhaft und kräftig, welches auch von den zur Speise dienenden wilden und zahmen Thieren kan gesagt werden. Ausser vielen schon hin und wider angebrachten Berg- und Alpenkraütern haben wir hier nur einige Moos und Schwämme zu bemerken. r. kol^tricbum minus, captulis rotun6is, cal^p.. tra quak Iscers coronatis. Dill. Lar. 221. HömntliulN aureum, minus, koliis ri^iäis capitulis coronstis. 1^3^. 8. zg. In pinakr. L mont. 2. kol^tricli. capsulis subrotunäis, xeZiculis bre_ viss. inliitentibus, cul^ptra lkrigta, ardo- reum, ramosum, majus L minus. Dill. (üst. 222. ^öiantk. aureum, scaulon, cs- xitulis üriatis. K37. §. Z9. In s) 1 v. Zä csrp. raäices. ^ssn. kedr. §L Mrt. Z. koly- Merkwürdigkeiten. 257z Z. ?olMick. minus, folüs mollibus L pelluci- äi 8 . Dill. 222. Inter mukcos hlvar. mont. kebr. L Illart. 4. kol^trick. minus, koliis capiUaceis. Dill. 222. Ibicl. kebr. L Alart. s. 8plia§num acaulon, koliis in bulbi iormam conAetlis, majus L minus. Dill. Lat. 2zo. pallim in H 4 v. i^ov. L Oecembr. novg cs- pit. prok. 6. kun§oiäes corallikorme. Dill. Ost. 192. Lo. ralloiäes üava L albicla. ^ 564. kunZus ramokus, 6avus L albiöus. ^8. z. 8 Z 7 > kramok. L Imperati. L. 8. ?. 371. In sylv. Leptemb. L OÄob. 7. kun§oiäes öiZitatum. Dill. Lst. 189. kun^us tliZitat. minor. L. 6. k. Z72. In k^lv. üu- §ult. 8- Lmanita citrini coloris. Dill. Lat. i8r. In sj'lv. 9. ^manita LremlinZs, pileo rudro sut rudore kaltem alperlo. Dill. Lat. 178- kunZi ru- kescentes l^lvar. elculenti. ls. 8. 2. 829. In s^lv. ^uZuli. cum variet. color. alb. ^8 TU 5 ro. ^.MA- 2s74 Natürliche iv. ^msnits XremUnZL, pileo purpureo. Dill. 1. c. Ibiä. ut L color. virelcent. n. R.3puncul. sipin. oder Schueppenwurz, ver^ schiedme Arten. Merkwürdigkeiten. 257; MGM ^Mit diesem 22sten Stücke endet sich die Beschrei-- bung der Kraüter und der Versteinerungen. Aus allen Stücken zusammen genommen, sihet man den Pracht unserer Felder und Wälder, an Baümen, Gestraüchen, Kraütern, Blumen und Früchten. Der ylpfel- der Birn- der Nuß- der Kirsch-- und der Zwetschgenbaum: von allen sind wohl die-- se Früchten die nutzbarsten und nährhaftesten für den Landmann: Die Eiche, Buche, Fiechte, Tanne, sind die zahlreichsten Baüme der Waldungen. Das Korn oder Dinkel, der Haber, der Roggen und die Gerste, die Frucht des Feldes, so am meisten ausgesäet wird; Weihen wird wenig gepflanzet; Und in den Brachfeldern findet man Erbsen Wicken und Rüben; Der Ls76 Natürliche Der Landmann pflanzet sich Hanf und viele Erdapfel; Sein Garten hat Bohnen , Kohl, Binetsch, Mangold, Lattich und Wurzelgewächse: Von Blumen, Rosen, Nelken, Gilgen und andere mehr: Auch verschiedene in die Heilkunst dienende Krauter. Das Pferd, der Stier, die Kühe, der Widder, das Schaaf, das Schwein, sind die gewöhnlichen Thiere, so ihm Arbeit und Nahrung geben: der Esel dienet dem Müller und dem Lastträger oder Saümer, der Hund hütet dem Hause, die Katze dem Kornboden. Die Thiere des Walds sind: wilde Schweine, so aus der Nachbarschaft ausreisten; Hirschen und Rehe, Hasen, Füchse und wilde Katzen; bey harten Wintern einige Wölfe; denn Dachsen, Eich- hörnlein, Marder, Iltisse, Wiesel und bey den Wassern der Fischotter. Aller Orte findet man die Maus, die Schär- maus oder Maulwurf, die Ratze, auch Igel, und zu Nachts schwirmet die Fledermaus; Man sihet auch den Frosch, die Krotte, die Heidexe, den Molch, den Blindschleicher, die Schlange, doch in keiner schädlichen Anzahl. Der Merkwürdigkeiten. 2577 Der Insecten oder des Geschmeides gibt es nachfolgende: wir bemerken / um nicht weitlaüfig zu werden, nur das §enu8 die Art der Thiere, und nicht die Gattungen oder dpecies. die Ameise/ kormica. Assel/ Biene, Apis. der Blutigel/ Hirullo s»n§uilu§3. die Braue, labanus. Cochenille, die falsche. Loccinellg. Floh, kulex. Grille, das Heupferd, Lrillus. I.OLUÜS. die Hornusse, Lradro. der Käfer, 8c3r3beu^ leuchtende Käfer, Erd-und Wasserkäfer, OicinllelL. die Laus, kecliculus. Mücke, Nubcs. Wassermücke, I^ibeUa. Mülbe, Lcarus. die Motte, lines. Raupe, LruLZ. der Schmetterling, ?3pilio. die Schnacke, Culex. Schnecke, Loctileä, I.ÜN2X. Spinne, Kranes. dieSguiss dieSquille, 2s 78 Natürliche die Sqmlle, der Vielfuß, die Wanze, Wärre, Wespe, der Wurm, 8guill3. 8Lo1openära. Limex. 6nNotaIp3. Ve5p3. Vermis. In dem Gewässer gibt es verschiedene Würmer , Käfer, Spinnen, Wanzen, sogenannte Wasser-Skorpionen, Lause, Flöhe. Merkwürdigkeiten. §^as sagt uns doch der Dögcl Singen, Umsonst singt nicht ihr Mund so schön; ihr Herz muß den Gesang versteh«, sonst würd ihr Lied st> schön nicht klingen. Allein wer gibts dem Herzen ein, wer lehrt das Herz aus ihnen singen? Ssllts nicht die Liebe seyn? Gellerk. ögel. der sogenannte Stein- Adler ^quils kulva, der kurzschwänzige Adler. 1 ovis sles. Amsel , Äleruls. verschiedener Gattungen. Gold - Amsel / Wasser-Amsel Ringelamsel, Merzen- 2s8o Natürliche Amsel: Merzen - Amsel mit gelbem Schnabel. Auerhan, streicht über die hohen Berge. Bachstelze, gelbe und weiffe. Baumläufer. Brachvogel. menÜ8 H.u- blro 6Lllu8. Notacilla. Zutti. Draunkehlchm, Todten - Vo- 8ilaria lutes. gel, ist ein Fliegenstecher. Buus, mit weissem Bauche, braun mit weißer Blassen. Daücher. iVIerZu8,LoI^mbus- Dohle: Nonecluls, Larru- verschiedene Gattungen. lu8. Drossel: 1uröu8. Mistel-Drossel. luräus vitcivorus. Gesang-Drossel. - - muücus. Eisvogel. H3lcecio. Elster: Holzschreyer, Hatzel. kica LLuäatL. Dornägersten, verschiedene Gattungen. Endte: äns8. zahme und wilde. Eule: niuia. kleine Hauoeule. dloüua minor. Horn- ! Merkwürdigkeiten. 2s8i j Horneule. Lubo capite aurito. Kircheneule. ^.luco. Nachteule. dioNus. grosse gelbbraune Ohr- Eule. I)lul3 MLX 1 ML. Falk: verschiedene Gattungen, der graue Bergfalk, der schwärzliche, das Lerchenfälklein, blau und gelb, auch schwarz und gelb mit weissern Ringe. das Kirchen- oder Thurm- Fälklein. kglco. kaloo montsnus. 8g§itt3riu8. kringillarius. Imnunculus. kkglisiiuz. Fink: Blutfink, Distelfink oder Stieglitz, Gelbfink, Graufink, auf Italiänisch Grünfink, Grünling. Kirschenfink, Kirschenbicker. Leinfink oder Hänfling. Lockfink, so schwarz auf dem Rucken,oder Tann- Fink. krinZillz. kyrrdu1-i,R.ubiLi1lu. E^rcluelis. LZlbuIa. IVlZtone. Lliloris. OoLLOtklÄulkes. 1.in3rig. NontikrinZillz. Gans: ^ntsr. U.^ die 2s82 Natürliche dieGreben oder Seevogel Äler§u8. im Winter auf dem Rhein. bey hartem Winter wilde ü^llter kerus. Gänse. Geier. Vultur. Gell/ oder Blutfink. Grasmücke. Lurrucs. die dunkelbraune, Luculli nutrlx. die wilde, Han. 6sIIu8,63llin3ceu8. Hanflina oder lünsrla. Leinfinke. der karmin Hänfling. Lin^ria coocines. Hun: Lallins. aller Gattungen: Feldhun, KunLoI-r. Rebhuu, Wasserhüner, verschiedene keräix. OlsreolL. Gattungen. Habicht. üccipüer. Hausröthelein. Ivubicillä. Raützlein. Lluk. Rirschenbicker. Looeotliraulles. Röniglin. KeZuIu8. Rrahe. Lornix cinererr. die Blaukrähe, Lornix cosrules. die schwarze Rabenkrähe. Lornix ni§rs. die Merkwürdigkeiten. 2s8Z die Nebelkrähe, Lomix vsrm. die braune Krähe mit Lormx schwarzen Flügeln, so sich auf den Bergen aufhält. Rramisvogel, mit schwarz luröus xllaris. und gelben Füssen, Wacholder-Drossel. das Böhmlin, strohgelb, luröuL minor. aurorenfarb unter den Flügeln, so die besten. Areutzvogel, bleibt gemein- -^vis crucilex. lich in den Bergen. Rnkkuk. Luculu8. Uywitz, mit Federbusch, Lspella, Vgnellus« ohne Federbusch mit Vanellus voLlkerus. schwarzem Husaren- Barte. Langhals, ist eine Gattung lynx. Specht, von der Färb und Grösse einer Lerche. Lerche: ülsucls, Lanora ls« §etum. die Waldlerche, ^lauä-t Arbores» die Baumlerche, Lec6§ue, Lrrrle. Mattenlerche. I-suis» l8 M « ss 84 Natürliche I.OMS, kömmt in kleinen Schaaren auf die Brachfelder, soamRheinligen; ist eine Gattung Schnepf. Mannenwedel. Meerganser, mit einem langen Schnabel, so sich tauchet. Meise: die Blaumeise, die Haubenmeise, die Kohlmeise, die Schwanzmeise ., die Spiegelmeise, die Sumpfmeise, oder Pen- dulinmeise, die Waldmeise. Mewe, weisse. Miftler, eine Gattung Kra- misvogel. ^Iluckenklepfer, aschfarb, auch weiß mid schwarz. R.AlIur. V ÄlerZus longiro- tter. ksrub L«ruleu8. ksru8 crittatU8. , ?Lru8 ater. ?3ru8 ckmäatu8. ?gru8 Major. ^ f - - xenciuliliu8. . Ile§u1u8. ) I.3ru8 cmerev8 xis- i cstor. 1urciu8 vitcivorus. > ^lukLipets. 1 Nachtigal, I.u 5 cinig. mit blauer Brust, die gemeine Nachtigal, Nr»ß- Merkwürdigkeiten. Nußherr, ist eine Gattung Hetzelen, aber schöner von Farbe als die gemeine. Ortolan, Goldammer. Pestvogel, so wie die Hetzeln an Grösse, an Färb aber seegrüne Flügel und einen hochviolettenSchwanz hat, er ist selten hier zu sehen. pfannenstihlein, so mit den Meisen stiegen. Pfau, 2s8s ?3rll8 csuä-Nug. ?LV0, ^unonia 3VI8. .Lorvus. ltellsns. Rabbe, Reiger, i Rohrdummel, Rohr-Ritscherlin, so in den Weyern sich aufhält. Rothbrüftlein, Rothkelchen kubeculL. verschiedene Gattungm. - - - mit weissem Kopfe. Rothkelchen. Lritkscus. s8 M Z Schnepfe. 2s86 Natürliche Schnepfe: Waldschnepfe. Wasserschnepfen, Ried- schnepfe; Lcolopax, kiceäuls. Osllinggo. der grosse Schreyer, der grosse Stumme, der kleine Stumme, der Grünfuß. Denn eine kleine Streich- schnepfe, nach dem Herbst auf den gewässerten Wiesen , so sehr schmackhaft. Schwalbe: klirunäo öomeüics die Mausschwalbe oder Mrunäo ruttin. Speire. die grosse schwarze, die weiß und schwarze, so kleiner; > die weiß und braune , so noch kleiner, und in den kiMis. hohen Gestaden, Sand- Ufern der Flüssen nistet. Schwan: LxZrmz, Wilde auf dem Rhein, zur Zeit grosser Kälte. Specht: Merkwürdigkeiten. -587 Specht: kicus. der schwarze Specht, der grüne Specht, der bundte Specht, kicus niAer. kicus viriöir. kicus vzrius. oder rothe. Mauerspecht, äschfarb mit carmosinrothem Kopf und Brust, hält sich in altem Gemaüer auf. der Blauspecht oder Klen. der schwarzeSpecht mit weis- kicus ni§er minor sen Tropfen besprengt. Zuttatu8. Sperber, mit langem Schwanz 8merillu8. und lang gelben Fusse, ein schlimmer Raubvogel. Taubenfalke, kalumdariub. Ein kleinerer in der Grösse einer Amsel, dunkeler an Federn als der grosse. Sperling: - - Haussperling, kallcr öomekicus. - - Feldsperling, - h'lveltri?. Staar: 8turnus. Seeschwalbe oder Wind- Vogel, verschiedene Gattungen, im Winter auf dem Rhein. s.8 U) 4 Storch. 2588 Storch. Gtrandlaüfer. Natürliche Licomg. 6!sreolA. der Sandlaüfer mit dun- ^renarm. kelrother gefleckter Brust. Schwarzkelchen. IlutiLilla. Sturmvogel oder Lom, Lol^mbu8 llroticus ein nordischer Was- Lummen. fervogel schier gar so groß als eine Gans; er ist überall mau- sefahl, doch unter der Brust etwas Heller; obschon die Flügel nur klein find, so kan er doch zimlich fliegen, aber nicht gehew als mit Mühe und langsam / denn die Füsse stehen ihm zn hinderst am Leibe bey dem Schwänze; im gehen aber hilft er stch mit dem zimlich langen Schnabel, den er in die Erde stosset: Von Zeit zu Zeit werden von Visen Lummen auf dem Rhein geschossen, ausgezogen, und denn als eine Seltenheit aufbehalten. Der gelehrte Bischof zu Bergen kontoppläan beschreibet in seiner natürliche^ Historie Merkwürdigkeiten. 2589 Historie von Norwegen, von disem allda sehr bekannten Vogel verschiedene Umstände, nem- lich daß er sein Nest in Rohr oder am Ufer der frischen Seen und so dicht über dem Wasser baue, daß er ohne Hülfe der Füsse sich ins Wasser wälzen könne: Wenn es viel regnen wolle, daß er besorge das Nest möchte überschwemmet werden, schreye er ängftiglich, wenn es aber schön Wetter gebe, Mich; daher es allda eine gemeine Rede sey zu sagen: Es will schlick Wetter werden,derLom schreyet es aus, oder er rufet uns das gute Wetter aus. Taube: volumdr,. die Holz- oder wilde Taube. Venus, die Ringeltaube. k^umbus. die Turdeltaube. Im-mr. Taucher. NerZus. Trappe. larstg. Zur Seltene bey grossem s8M5 Schnee 2ssv "Natürliche Schnee und sehr kaltem Winter. der Tagschläfer. Laprimulgus. Uhu. Lubo primusl. Wachtel. Loturmx. der Wachtelkönig oder Graskauftr. Ivsllus. die Streichwachtel, nach dem Herbst ist die beste. wasserftelze. lVIotacillz. weidhopf. klpnpa, Lpopx. Wendehals / Halsdreher. ^orc^ui11g. weyhe: Nilvus. - - mit rostigem Schwänze. Mlvus XruZmosus wickerlein, so eine kleine Eule ist. Zaunkönig. k.eZu!u8. der Sommer -Zaunkönig/ der kleinste Vogel oder deutsche Kolibri. — Zeischen. , I^rZurlnur. Ziemmerling, eine Gattung 1urapilli8 imitantur. Diser versteinerte Seeigel hat in gleicher Stellung wie die vorigen sehr schöne Erhöhungen, welche den Brüsten mit ihren Zitzen verglichen werden. Die Bildungen der Brüste laufen von dem Steiße oder der Höhe des Turbans in gerader Linie herab lind denn bis zur Mündung am Boden: es stellen sich in einem Bande allezeit dergleichen drey vor, so auch Schilde genennet werden; die Streiffen, so solche von der andern Bande unterscheiden , sind bald 'einfach bald doppelt und übrigens der ganze Seeigel in allen Zwischenraumm mit Tupfen geziem; ^ Dises ist die Art Seeigel, so die grösten Stahlen oder Strahlen haben soll; an diser Figur L bey den Zahlen i. 2. z. kan man sehen, wie solche zu Lebzeiten des Thiers an selbigem stehen, da jede diser Strahlen durch eine Nerve, welche die Schaale durchbohret, an dein Seeigel fest angeheftet ist. Merkwürdigkeiten. 2597 ki§. ?. Lckinites vertice pluniore sämoäum kormolo, emmentiis c^uaü ^uaclrLtig. Dise Gattung wird selten gefunden, die Rose gestaltet oben eine Zieraht, so von den übrigen Stetsten unterschieden ist; und die Erhöhungen sind nicht rund, sondern wie viereckicht; dise Versteinerung ist nicht sonderlich erhaben und zimlich flach. ki§. 6. Lclunite8 übularis öiÄus, <^uem ^uin- c^ue ZeminLti orclines lmearum in toti- 6em 8eüione8 cliviäunt. Dise Gattung wird gemeinlich Knöpfe genannt, weil sie den Knöpfen an den Kleidern gleichen; aus dem obern Puncten laufen gedoppelte schön gekkön- lete Streifen heraus, so einen Stern gestalten; es laufen aber sodenn noch überzwerch andere schwache Streifen, welche durch ihren Durchschnitt mit. den vorigen eine Gattung Fischschuepe oder auch den eingekerbten Rücke einiger Schildkröte abbilden und also hiedurch dise Versteinerung verschönern: hat hin und wider kleine Tupfen. k.Lbinite8 6bulgri8: catocMos Nll!3tU5. Es iist allhier desselben untere flache Seite vor- L8X^ gestellt, 2598 Natürliche gestellt, in der Mitte der Mund und neben demselben der Steiß; die gekrönleten Streifen und die dazwischen stehende Tupfen geben ihme eine schöne Zieraht. ki'§. /. lüclimireg lmuatu8 scutum rekeren8, in cchu8 fuperbcie 608 xentspli^lloi- 6e8 vel üella. Ein See-Igel, so wie ein runder Schild gestaltet ist, auf dessen Oberfläche die verschiedenen Streifen eine Blume oder Sterne von s. Strahlen gestalten: zwischen disen Strahlen gehet wieder eine Linie aus dem obern Puncten heraus und dise wird wieder durchschnitten wie bey n 6. hat hin und wider kleine Tupfen und könnte, weil die durch die verschiedene Streifen verursachte Einschnitte den Abteilungen einer Schildkröte Deckel gleichen, auch Lc1ünite8 teüu6instu8 genannt werden. Oben sind s. Löchlein um den Steis, welche, wenn das Thier lebt, durch die Schaale gehen. L Lcliinites 'corciiformis. Dise Gattung, so wie ein Herz gestaltet, so oben und unten angeschnitten und eine vertiefte Furche hat, 2s99 Merkwürdigkeiten. hat, werden auch dpatanZi, weil sie kleinen Faß- lein gleichen sollen, genannt; und pleurocMes. weil deren Steis weder oben, noch unten beydem Munde, sondern auf der Seite ist. Die Abschilderung zeiget genugsam dessen Strek- ! fen, Tupfen und Zierathen an; Auf der Schaale der Seeigel stehen, wenn fel- ! bige leben, rings um solche herum, langlichte Cör- per von verschiedener Gestalt, und gleichen den Stacheln , wie solche auf diser Kupferblatte bey lüe. L. o. ?. H ^ §. abgezeichnet sind. Um dem Leser von diseN Stacheln einen Begriff zu machen, so muß man einigermassen eine Beschreibung des Thiers vorhergehen lassen: Der Seeigel, wie wir schon gesehen haben, stecket in einer gewölbten Schaale, welche neben -er Oefnunq zum Munde und Steis noch mit mehr tausend kleinen Löchlcin versehen ist; der Schneck ist mit einer starken Haut umgeben, dise Haut flösset hart au dem innern Teile der Schaale an, und laufen aus derselben durch die Löchlein der Schaale so viele kleine Nerven als Stacheln sind, also daß die Stacheln durch dise Nerven und dise an der Haut des Thiers bevestiget, die Bewegung s8 2 empfan- 26oo Natürliche empfangen, welche das Thier ihnen geben will; dem Bericht nach einiger neuern Gelehrten, so haben die Seeigel zwischen ihren Stacheln noch Rüssel, gestaltet wie die Hörner der Erd-Schnecken, also daß dises Thier mit den Rüsseln wie ein Blinder mit seinem Stäbe, den Weg so es gehen will forschet, und denn mit den Stacheln fortschreitet; weil es nun Seeigel gibt, welche über iooo Rüssel und über 2000 Stacheln haben, so werden bey einem solchen Thiere abwechslnngsweise auf seinem Marsche allzeit über 1^02 Aemre oder Füsse beweget. Der gelehrte Bischof zu Bergen, kontoppiäan, welcher erst vor wenig Jahren eine sehr merkwürdige natürliche Historie von Norwegen herausgegeben, schreibet von dem Lckmo mZrmo dortiger Meere, wenn man dessen Schaale zerbreche, finde man darinnen, nebst Wasser und Schleim, nur einen kleinen schwarzen oder dunkelrothen Wurm, der etwa» ein Finger lang sey; allein es gehen von jhme an allen Seiten m die Wölbung der Schaale, viele dünne Fäden, wie ein dicker Schleim, die eine Art der Gedärme scynd, und die Gemeinschaft mit den aüssern Punkten und Stacheln haben : darzwischen aber befinde fich und zwar streifenweise ein sehr gelbichter Rogen : der Wurm selbst 26or Merkwürdigkeiten. selbst hänge wie gespannet von der untersten flachen Seite/ wo das Loch oder der Mund sey/ hinauf bis zur obersten Ründung/ allwo der ^nu8. ki§. li. kaäiolus ecllinitB, üriis e pelliculo in coronsm ribeuntibu8. Diser Strahl ist ganz mit seinem Fusse / und die Streifen / so von dem dickern Teile hinauf laufen und sehr schön wie mit Körnern gezieret find, gestalten oben eine Rose oder Krone. ist eine gleiche Strahle oben und unten abgebrochen / und krumm / worauf ein kleiner Meer- schwamm sitzet; es ist nicht wohl zu bestimmen, ob der Zufall ihm krumm gemacht / oder ob es auch ursprünglich solche krumme Strahlen gibt. und H R.a6ioIi coronati minores. Dtse sind kleinere Strahlen/ nicht so gekrönt - wie obige. o. und sind sehr schöne Strahlen / welche viele Gleichheit mit obigen haben; aufsitzet ein schöner versteinerter Seewurm. ki§. Il.LäiÜ8 Lc1iimte8 cucumerinug äiÄU8° Dise Gattung gleichet der Frucht / so man Cu- s.8 XU z eumber -60L Natürliche cumber nennet; allein der abgeschilderte hat etwas ganz besonderes: der Kopf ist geöfnet und hat einen Aufsatz, so pyramidalweise aufgestellte Körner darbietet. ki§. 5. llaäius cuspiäatus, krrulsws. Diser Strahl hat Zacken und Spitzen, wie eine l Säge, und ist samt dem obigen rar und selten zu finden. ki§. 7; l/. 7^. Oilci eckmitis msmmillaris. Dise abgebrochene kleine Scheiben, Schilde oder Brüste des Lcbiniten, so msmmiliari« genetp net wird, stuhnden ehmahlen an der Schaale vest und darauf ein Stachel, wie 6 Z. L 1.2. z. zu sehen. Nachdem der Seeigel groß oder klein, so find auch gemeinlich seine Stacheln: Allein es kömmt besonders auf die Gattung diser Thiere an, denn eine trägt viel grössere Stacheln als die andere; die Seeigel, sie mögen so groß am Cörper seyn als sie wollen, und nur in den Versteinerungen kleine Erhöhungen zeigen, haben vermuthlich auch kleine Stacheln gehabt, hie brustförmigen Oer grössere. Dise Merkwürdigkeiten. 2§oz Dise Stacheln werden nicht nur rackoli. öi§iti, Ispicie8 iuciaici , sondern noch anders genannt, nach eines jeden Belieben, welches gemeinlich widrige Begriffe erwecket. So verschieden die Seeigel oder Seeapfel in ihren Gattungen sind, so verschieden befinden sich auch dero Strahlen, deren es sehr verschiedene gibst , welche alle allhier nicht angeführt werden können. Die Seeigel-Steine unserer Landschaft besonders die Mammillaren sind gemeinlich alle von einer selenitischen Materie, oder Eißglasartig, wie auch die Stralen: Die mit grossen Tupfen gelb und hart, wie Agatsteine, Und die glatten Knöpfe von weißgelber Farbe und öfters poros: . Etwelche Stralen gleichen einigen Lammten. ki§. L LogZulum, Lcllimte mzmmellato 2 tubulite äenwli, ollrrrcite, tunZite columns entroLbäli ornstum. Ein zusammengewachsenes Stück Stein, darauf ein duttichter Seeigel, ein Meerröhrlein, so s8X)4 den 26o4 Natürliche den Elephantenzähnen gleichet, ein Stück von einem iUc^onio, eine kleine Austern und ein Ast von ejner emrockitischen Saüle sich zeiget und artig aussiehst. ki§. r. I.3P18 Osrckgroöontes 6iÄus Olollo- xetra: Dises sind z Zähne verschiedener Grösse und wie man darfür hält, von einem Seehund oder Haifisch Lsnis Lsrcli3ri38 oder I.^MI3 genannt; auf der Insel Nelke, allwo der H. Apostel Paulus Schiffbruch gelitten, findet man viele derselben, und wurden solche allda anfänglich für die Zähne der Natterschlange gehalten, welche Visen Apostel gebissen hatte ; In unserer Gegend findet man hin und wider die schönsten bey Schauenburg; man kan nicht sagen, daß dise Zähne versteinert sind, denn sie haben alle ihren natürlichen Glanz behalten und sind braunlicht. 2. 8trombite8 crgllu8 ludüsvu8 sxiri8 lex. Dise dicke Strauben-Schnecke hat Sechs Wendungen, ist von einem gelbichten Steine, bauchicht und dick und wird selten gefunden. Merkwürdigkeiten. 2605 ! kl§. LollZulum vuIZo l7o-r/eÄ' ^ 7Vvo/r clictum. Zu Tivoli in Italien findet man viele Stücke ! von zusammengewachsenen Seeschnecken, so weißgelb und wie Confect oder mit Zucker überzogene Körner aussehen, so von den Zuckerbecken verfertiget werden; Dise Versteinerung kömmt disem sogenannten s Confect vollkommen gleich; ist von Oranien-Farb und besteht aus runden und ablängen Körnern oder kleinen Muscheln, worinnen ein sehr schöner Strau- benschneck steckt. ki§. Lü. kunZiter meLnärite8. Unter den verschiedenen Gattungen Seeschwäm- me findet fich einer, aufdessen Oberfläche die Streifen verschiedene seltsame Wendungen ausmachen; Weil nun der Fluß Nesnäer derjenige Fluß ist, welcher bald für fich, bald wieder zurückfliesset und in einem kleinen Bezirke Land viele Krümmungen macht, so nennet man alle seltsame Krümmungen meanclritische Gänge, hiemit auch disen Stein einen Schwamm, dessen Oberfläche meZn- ckritische Zierathen ausmacht; diser ist in seiner natürlichen Grösse abgeschildert; es findet fich aber sbXHr ein S6o6 Natürliche ein grosser in unserer Samlung, welcher 12 Pfund wigt. Einige nennen sie undeutlich Ncicireporen; Auf disem sind die Krümmungen wie erhabene Bänder, und in den Vertiefungen Tupfen. ki'Z. 6<7, I.Ipis''frumentaceus. Ein sogenamrter Frucht-Stein; Fruchtsteine werden diejenigen Steine genannt, in welchen Körner verschiedener Gattung Früchte wie eingeprägt sich befinden; es ist aber noch nicht erwiesen, daß solches würklich Fruchtkörner sind; Diejenigen, so man in unserer Landschaft findet, sind gemeinlich gelblicht, die Gestalt der Körner weiß, andere aber und besonders die, so man in dem Wasser findet, braunschwarz, und verschiedene derselben sind Wirkliche sogenannte Probier- Steine , worauf man das Gold und Silber streichen kam In der Gegend von Kilchberg und Zeglingm ist ein rechter Steinschatz von aller Gattnng versteinerten Muscheln und Seegewächsen. Ein fleis- siger Liebhaber karr allhier sich in etwelche» Jahren einen schönen Vorrath sammeln» Merkwürdigkeiten. 2697 Verschiedene schweizerische Natur- und Geschichtschreiber haben vermeldet, daß in diser Gegend auch grosse und kleine runde Steine wachsen, wie Mühlesteine und kleiner; ohngeacht aber aller unserer Nachforschung haben wir von Visen Steinen nichts entdecken können, der Landmauir weiß auch nichts davon. UiM' Beschrch 26o8 Natürliche Deschreibung der Wersteinerungen auf der XXIII. Kupferblatte. ki§. ItlaöreporL rotunäa üellis scimollum ai'Äe inter 5e g^Mcentibus. Dise Gattung Al-rcireporen , worauf so viele nahe bey einander stehende Sternlein sich befinden, ist gemeinlich von einer runden Gestalt und hat unten etwas wie einen Fuß, gleichet also einem Schwämme; die abgeschilderte ist einem solchen korallenartigen Gewächse sehr ähnlich, die Sternlein find wie eiugeschnitten, und ligen in Vertiefungen. 26 SZ Merkwürdigkeiten. ki§. ö. Naclrepora cum trunco tuo entro- cliitico. Dise Versteinerung eines korallenartigen Gewächses kan zur Erkänntnus des Baues und des Wachstums der LmroclMen etwas beytragen und die Abhandlung hiervon, so in dem XX. Stücke enthalten/ noch mehreres beleuchten; der Fuß ist ein vollkommener Lmrockus; das Gewächse darauf eine fternartige ltlgclrepora, verschiedene Aeste/ so hin und wider hervorragen / gestalten schon eine eim-ockitische Säule / und dises alles kau die Muhtmassung erwecken / wie der Lntroclw8 sich gestalte/ besonders wenn man noch darbey annimmt/ daß das Seegeschmeisse, so man Polypen nennet/ die Höhlen verfertiget, darinnen wohnet und durch seine Aerme, die er zum Raube herausstecket, die Einschnitte oder Sternlein bildet. Hierüber kan man auch die Anmerkungen nachsehen, welche in dem i4ten Bande der Übersetzungen, so Hr. Rästner von den schwedischen Abhandlungen aus der Naturlehre re. herausgegeben hat, ju der Beschreibung einiger zarten Korallen enthalten sind. 6. Naclrexors üorelcens. Man kan dise seltene und rare Versteinerung eine blühende Madreporen nennen: Unten ist der Stamme, 26zs Natürlichö Stamme, woraus dises Gewächse gekvmnrm, deutlich zu sehe«; aus demselben entspringen unzählige kleine Aeste, so wie entrockuische Saülgen aussehen; viele derselben zusammengenommen gestalten eine Krümmung, so solche mit einander vermengte und durch zwekchlaufende Streifen aneinander Hangende Saulgen vorstellen, und dise Vorstellung bildet gleichsam einen Straus, der sich krümmet: die bald erhöchte bald vertiefte Röslein, so auf discN kleinen emroLbitischen Saülgen stehen , geben demselben eine ausnehmend schöne und seltene Zierats): Dise Versteinerung ist doppelt so groß als sie hier abgezeichnet worden, hat ihre Erhöhungen und Vertiefungen, aller Orten aber die zierlichste en- trvc^itische Blumenbüsche. Jeder Kenner der Versteinerungen wird sich aus disem Stücke, demvor- gemelten unter 6 Z. L. den Absckilderungen der 21. Steinblatte und auch aus verschiedenen vorhergehenden Beschreibungen der so mannigfaltigen Ko- rallengewächsen, vermNhtlich nunmehr einen viel deutlichern Begriff machen können, als man bis dahin gehabt; es würde vielleicht unsern Lesern nicht unangenehm seyn, eine weitlaüsigere Beschreibung von diser seltenen Versteinerung zu haben; da aber die Abschilderung durchaus deutlich ist, so muß man dein Leser auch etwas zum nachdenken überlassen» ki§. Merkwürdigkeiten. 26 n ki§. D. ist eine entrocliitische Saüle; ki§. F. die Bildung der Rose, und ki§. n der Zusammenhang diser Saülen durch das Vergrösserungsglas vorgestellt. Dise kleine Säulen bestehen aus lauter kleinen Röslein so aufeinander ligen, wo solche obenver- stossen, sind solche flach anzusehen, wie bey wo solche Röslein aber in den Vertiefungen annoch ganz, sind sie gebildet, wie 6§. L zeiget, gebogen und vertieft, wie eine ?rimuIzVM8; dasjenige so an den Saülgen wie kleine Knöflein hervorraget, kömmt von dem Ausschnitt des Blümlems her; und dise Blümlein sind nichts anders als kleine LmroLki, also daß eine jede Saüle aus ungleich grossen auf einander ligenden Lnwocbis besteht, rrnd die ganze Versteinerung, so m«s einem Stiel herauskömmt, ein rares Gewachst vorstellet/ so aus vielen taufenden emroclUnschen Saülen und dise von Millionen auf einander ligenden LmroclUs gebildet ist. In dem ersten Teile der natürlichen Historie von Norwegen, welche der dortige Bischof kon- toppiö^n vor wenig Jahren herausgegeben hat, wird bey Beschreibung der Nordischen Korallen- Gewächsen eine dicke Korallenstaude beschrieben, welche mit vielen Blumenknospen angefüllet ist, welche 2612 Natürliche welche auch viele offene Blumen oder Sterne hat, die mit diser Madreporen grosse Gleichnus haben. * kig. 6. I^ungites rneanänteb, plumolus. Darbey haben wir uns nicht aufzuhalten, daß andere dise Versteinerung eine Itl^reporen nennen; die Vertiefungen bestehen aus einer federarti- gcn Verzierung, das Gewachst aber ist ein Schwam und zwar von solcher Gattung, der me-mörnische Krümmungen hat, so wie Vogelfedern aussehen. ki'Z. Ale^nclrites toliaceus. Die Vertiefungen sehen auf diser Versteinerung wie Blatter aus, die zu beyden Seiten an einem langen kriechenden Stiele hangen. ki§. /. kun§ite8 merm»UM»INI»»I»»»NI»I»«,«n M.us den vorhergehenden Abhandlungen ist zu ^ ersehen/ welche Gattung Erde die Oberfläche unserer Landschaft bedecket; solche wird an verschiedenen Orten mit Mergel und Letten gebessert, und der Wiesenwachs ist noch niemals in so gutem Stande gewesen, als er nunzumalen ist, und vcrmuhtlich wird er noch stärker und besser werden , weil er auf alle Weise von der Obrigkeit lgndsväterlicher Weise begünstiget wird: welches auf den Ackerbau und Viehzucht einen guten Einfluß hat: Von den Felsen, Sand, Kalk, Gibs, Mühlen, Feuer, Alabaster - und andern Steinen ist an seiner Behörde schon Meldung beschehrn. Merkwürdigkeiten. 2615 Daß man sehr grrtes Eisenerzt grabe und ehe- mahlen auch Silbererzt geftmdm worden, ist ebenfalls an seiner Behörde vermeldet, Und da die obrigkeitliche Vorsorge auch dahin ' gehet, die Holzungen in gutem Stande zu erhalten, um dißorts keinen Mangel zu leiden; so hat Hochdieselbe auch den Steinkohlen und dem Turf nachsuchen lassen; Da denn Spuren und Nester von Steinkohlen, bey Mönchenstein, Liestal, Sissachuudson- sten gesunden, Torf oder Turbengrund aber hin und wider entdecket worden; als in dem Schauenburger Thal bey Bratteleu, Bey Höllstein in der Wasenmatt, welche stark mit Letten durchzogen und nach Schwefel riechen; Um Langenbruck ist vieles nasses Turbenland durch die Aqden oder unter dem Boden sich befindende Wasser-Ableitungen zu dem besten Wiesen- Gelände gemacht worden. Bey Bretzweil auf Aleten und sonsten zeigt sich etwas Turbenboden; f8 2 Auch 26i6 Natürliche Auch findet man Torf oder Turben zu Leuffel- fingen in der Wüestmatte; zu Rothenflue bey der Sage, und zu Buns, welcher letstere auch viel Lettenartiges hat und nach Schwefel riechet. M'K. MB Obschon Merkwürdigkeiten? 2617 ^bschon die Naturlehre nicht so, wie die Furcht ^ GOttes zu allen Dingen nütze ist, so ist sie es dennoch zu sehr vielen. Ein Mensch, der ohne die Geschöpfe GOttes genugsam zu betrachten, seine Speise dahin nimmt, ohne auf den grossen Schöpfer zu sehen, der speißt, wie das Geschöpfe, so Gras frißt. Grosse Gottsgelehrte haben darfür gehalten, daß diejenigen besonders, so sich daraufzu legen haben, geschickt zu werden andere in den Wegen der Seligkeit zu unterweisen, GOtt in stillen Werken kennen müssen, dessen Weisheit und Allmacht so groß in dem Bau der Milbe als des Elephanten ist: Mit einem Worte: Einem Christen ist die Erforschung der Natur doppelt süsse, weil sie ihne ftuffenweist zu seinem Schöpfer führet. Eine vielleicht nicht unnütze Wissensbegierde hat mich verleitet, einen Versuch zu wagen über f 8 N ^ z die 26i8 Natürliche die historischen und natürlichen Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel. Ohne Vorgänger noch ftemde Anleitung ward dises Werk unternommen und nunmehr durch göttlichen Beystand bis an die Abhandlung von Äugst zu Ende gebracht : und darauf ist so viel Fleiß und Zeit verwendet worden, als meine Amtsgeschäfte nur erlauben konnten; sie haben aber auch öfters Gelegenheit und Anlas gegeben , die Untersuchungen mit Nachdruck vorzunehmen. Alles ist gleichsam in difem Werke neu und unerwartet, aber auch wahrhaft und gegründet; da es aber unmöglich ist, in dem Anfange alles zu stiller Vollkommenheit zu bringen, so zweifle ich gar nicht auch an einigen Fehlern, so ich möchte begangen haben: die künftigen Zeiten können solche verbessern. Die Geschichte belehren einen jeden über das vergangene Schicksal seines Vaterlands; und die Beschreibung der Krauter und Untersuchung der Mineralwasser, welche Herr Friedrich Zwinger Neck Ooctor und krokellor allhier, mein wertgeschätzter Freund, verfertiget hat, kan dem Landmann und andern grossen Nutzen schaffen; Alle Gewächse des Lands findet man in disem Versuche aufgezeichnet, hin und wider die Beschaffenheit des Erdreichs, die Steine und anders; auch Merkwürdigkeiten. brauch was für wilde und zahme Thiere, Vogel, Fische und Jnsecten in diser Landschaft zu finden find. Da auch unter die schönen Wissenschaften diß- malen die Kenntnis der Versteinerungen gehöret, so ist auch dises gar nicht versäumet worden, müssen in disem Versuche so viele und so schöne kecn- ücgtionen abgeschildert stehen, als man sonst nirgendwo beysammen findet; Wer dises alles nun mit Betrachtung lisch der muß nothwendiger Weise daraus die Spuren der Allmacht erkennen und sagen: Das muß ein grosser Herr seyn, der dises alles gemacht hat; aber auch muß er dises gütigen Schöpfers und HErrrr Barmherzigkeit erkennen, der alles dises in Wohlstand , Friede und Ruhe erhält. Daniel Bruckner 5 .17. l.. Basel / den I. Christin. Itexistrawr, -es grossen Rahts 1762. und Mitglied der deutschen stllschaft in Basel. l8Z)7 4 Register egister über die Historischen Merkwürdigkeiten des SißgHu, Farnsburger - Amts Abschildernngen der Dörfer, Landgüter, Alpen, Flüsse, auch anderer anlegender Orte, kommen jeweilen in demjenigen Stücke vor, allwo solche beschrieben werden. A. AErogöu, Ergitzgöu, 2960. Agnes Königin zu Ungarn, 2501. Alban St. 24?o. Albrecht römischer König, 22,9. Adolf » , - Keyser,'?2;9. Alfchwciler, 20,2. Amtspflegereyen, 2,69. Anweil, 197;. 198;. 2140. ?r4i. 2i6r. 2167. LlSy. 2170. 2172. 2487. kömmt an Basel 2488. Nidcre Gerichte 2490. Oberherrlichkeit 2491. Gericht 2494. Zehnten 249,. Untervogtey-494. Waldungen 2496. Zsllfteyheit zu Arau 2497. alte Münzen 2498. Arburg Register der historischen Merkwürdige 262 r Arburg, 2217, . Are, 1965. Ariovist, 2; 17. Arisdorf, 1987. 2042. 2:17.2119.2140.2141. 2166. 2167, 2169. 2172. 2274. r;>7. wird an Dasei verkauft 2,29. wird in Kriegszeiken beunruhiget r;,i. 2,1,. zum H. Creuze allda 2144. Waldung 2;;?. Kir, che2,;S. Schule 2;4v. Weyer 2141. Zehnden 2 ) 4 ). r;;7. Pfarrdrunnen 2407. Aspe, 2047. Äugst, 1960. 1961. Zoll allda 1964. rizv. 2141. 21L6. 2168. 2169. 2172. >49«. V. ^Ad zu Evtingcn, 2-89. Bärenmünster, 2047. Bartcnheim, 2244. Bechburg, >977. Beinwell, 1966. Rollo, 21 >8- Benweil, 227;. Benzenbach, 22,2. Berchbmg, 2,58. Brücken Commenda, 2181. 2184. r;?r. o;?2. s;8s. 2;yc>. Dirs, >96^. Bischof Theodorich der llle, «961. - - Otto, >962. . - - Johannes, 196;. - Humbrecht, 1977. r?78-2022. - - ze Rhein, 1980.2221. 2024.2042, - - Arnold von Rothberg, 198;. . - - Johannes von Venningcn, 1984. » » Christof, > 991 , >996. Peter von Avfeid, 2049. s8 ? S S Bischofs« r62L Register der historischen Bischofsstein, 2040. kommt an Basel, 2044. r; 8 Blotzheim, 2246. Bockten, 4987. 2024. 2041. 2044. Löttikon 2046. kommt an Basel 2061. 2170. Zehndcn aklda 205;. Hug. gerzehnden 20;;. Waldungen so;;, 21;;. 2140» 2141. 2167. 2lüg, 2172. Dolchen, 2261. Brattelen, 2168» 2247. l Bruck, 2424. Bruckthal, Bad allda, -276. Lubinkon, 22;?. Lntinckon 2^7. Buchsgöu, 4977.498;. Duckten, ly8s. Luäenrkgl geire, 22Z8. BÜrch, 226l. Buren, 1990. 1992.1998. 2266. Bus, 196c- 21)9. 2140. 2141. 216;. 2169. 2166. 2l6z. 2169. 2272. das Dorf 2,84. kommt an Basel 2;8;. Zehnden 2; 86. Kirche 2; 88- Butzberg, 226z. 22; 7. C. ^Ardinal ksymunäur, 2027. Collmar, 1990. Commenda St. Johannes bey Rheinfelden, 2907. Cuosthal, 2o;8. ^Erweiler, 2022. Dieckten, 4976.1980.498?. 1992.2042. 21,9.2441.2167. 2168. 2172. wird erkauft 2250 2266. Edle von dar 226;. Zehnden allda 2272. Beamtete,27;. Kirche 2274. Heiden-Kapelle allda 2276. Wal. düngen 2276. Diepflin. Merkwürdigkeiten. 262z Diepstmgen/ 1964. Beschreibung dieses Dorfs 207;. Zoll- ställe allda 207,. Zehnden 2078. 2089- 2140. 2141. 2169. 2167. 2iü8> 2170. 2172. 2177. 2178. Dietrsberg, 2277. römisthe Münzen allda 2277. Dornacher Schlacht. 214;. 2Z9i. Dorueck, - 998 . E. EErgetz, 196;. Ursprung derselben 2481. Eergitzgöu, 19S0. Eichen-Hof, 2042. Eigene Leute werden ausgetauscht, 2492. Entenberg, 2904. Enzliberg, 2269. Eptingcn, 1969. >980. 1989. 2141. 2167. 2iLF. 217s. 2172- alte Besitzer desselben 2291. Abtheilungen der Edltn von Eptingeu 22;;. wird erkauft 2290. 2266^ Le« hen 2292. Pfarr 2299. Zehnden 2294. Waldungen 2299. 2266. Bad 2289. Edelleute, welche nicht sollen zu Bürgern angenommen werden , 2249. Erpffcnmatte, 1977. 199?- 2209. 2449. Eschen;, -248. 2297.2298.2-99. Burg und Sigill. 2263.' Edle 2269. 2270. Eschenzer - Gefalle erkauft 2271. Efthelhürlein, Noval - Zehnden allda, 2004. Eschholz, 2198. Eßken, 2169. F. ^Alkenstem, 1977. Freyherren werden Landgrafen des Siß« göu, 1978. Farnsburg, 1976. 198;. 1987. 2026. 2092. 2062. Schloßalp, 2164. Farnsburg, 2624 Register der historischen Farnsburg, Schloß und Herrschaft, 2113. Dessen alte Best- tzer, ri > 6 . Schloß Farnsburg wird belagert, »ir;. Damahlige Kriegs-Vervrdnungen der Stadt Basel, 2126. Grausamkeiten der Oesterreich. Besatzung zu Farnsburg, 2123. Schloß Farnsburg an Oesterreich versetzt, II»Y. kömmt an Basel, 2i;2. Die Unter' tahncn diser Herrschaft huldigen an Basel, 21 ;s. Wache diser Burg, 21)7. dazu gehörige Dorfschaf- ten, 2,;z. Gränzen der Herrschaft Farnsburg au dcm Frickthal, 2,4;. 214s. Maaß, 2147. Land- Vögte, 2,43. Almosen,-i?o. Kapelle, 2i;r. Gebäude, 2147. ri??. Pfarreyen, 2167. Dorfgerichtc, 2,68. Amtspflegercyen, 2169. Schießplätze, 2172. Farnsburgcr Kapitels Dechanten, 202-. Feldgericht, 2,71. Fieline, 1965. Frauenbrunn ein Kloster, 2;; 6. Frick, die Gipse allda, 2034. Zehnden, ri;;. 21;;. 21^ 216;. 2494. Frickthaler - Verträge, 2146. Froburg, 1965. der letzte Graf, 1967. 22)7. 22;^. Fühlinstorf, r2;8. -456. Fnrzbrunnen zu Oltingen, 2^05. ^)änS, 2244. Geltcründcn, 197^. ' 98 ». 207z. 21;;. 2,;8- 2140.2141. 216;. 216^. 2174. dessen alte Besitzet, -175. kömmt an Basel, 2176. 2177. Untervogkey allda, 2177. Beamtete, Amtspflegerey, 2177. Pfarr, 2173. Waldungen, 2179. Kirche, 2180. Hemmenbüels Hof allda, 2184. Ziegelhütte, 2134. Zehnden, 218;. römische Münzen und Todlen- krüge, 2187. Gempen, Merkwürdigkeiten. 262s Gempen, Hochgericht alda, 1998. 2)94. Gibenach, 2i6;. 2167. r;6r. -4-;. Giessen, ein Wasserfall, 2544. Gips, 2087. Glümplis Büchel, 1977. 201;. Goldbrünnlein, 2942. Grenzen gegen dem Frickthal, 1997. 1999. »>46. Guldenthal, 2)42. Ourbulin, >961. Gutenfcls, 20L6. 20S9. ^)Absburg, Grafen, , 24 ». Hagenau, 2267 . Hagenthal, 2008 , 2009 . Hallweil, 2271 . Hasclburg, 2278. Häsingen, 2129 . Hauenstsin, 196 ;. 2074 . Heersbcrg, 2047 . 2141 . 216 ;. 2168 . 2172 . das Dorf, 2 ) 55 . erkauft, 2 ;S;. Zehnden, 2 ; 6 ;. 2967 . Hefelfingen, 198 ». Heidburg, 21 ;;. Heitberg, 2 ) 29 . Hellicken, 1998 . 21 ) 9 . Hemicken, 2 i; 8 . 2141 . 2169 . 2166 . 21 Ü 7 . 2168 . 2170 . 2172 . 2177 . 217 s. kommt an Bafel, 22 oi. Zehn» deN, 2202. Hsrculsnum, 2017. Hertenstein, 2271 . Hesingen, 204 ;. Hochwache, 20 , 4 . Hohe Schule, 2027 . Hohe 2626 Register der historischen Hvche Stube, 2057. Hochgerichte der Herrschaft Pfeffingen, solle von den Gränzen der Stadt Basel weiter zurück gestellt werden, 199;. Hvf, 248z. Hotklilrei, 20;;. Homberg, Grafen 22;?. Homburg, das alte, 2084. 2036.2249. 2491. Homdurger Amt ist den Landgrafen des Sißgöu nicht untrrgr» den, 197;. 197s. kommtanBasel, »97«. Honoltesvillare, 1962.1964. Horwe, 1964. 2074. Howald, iyy8. Huggerzehndcn, 20;;. Hunnen durchstceiffen das Land, 2;;;. 3 . ^ffcnthal, 2040. 2098. 2086.2297. 2269. Jglingcn, 2976. Jstein, 1966. Jtingen, 298°. 2006. 2029.2091. 2296. die von Itingen sind Achlbürger, 2097. ihr Wappen, 2098. Sigill, 2060. kommt an Basel, 2067. dessen alte Bcsttzer, 2063. . wird der Landvogtey Farnsburg untergeben, 206». 2141.2167. 2168. 2170. 2172. 2Z6l. R. ^Aiser Heinrich der dritte, 1961. 204s. » - - - der 7te, 1-62. » » Friedrich, 1991. 2047. - - Carl der 4te, 2969. Kaiscrberg, 1990. Kallenhöfe, 2262. Karl, Lolharius Sohn, König von Burgund, »r 3 r. Keneri- Merkwürdigkeiten. 2627 Kmerkinden, 1980. 2042. Kienberg, 2024. 2046. 2044.2448.2449. 2462. Kilchberg, 2149. 2140. 2241.2164. 21L7. riög.2170.2172. 2,77. 2178. das Dorf, 2444. dessen alle Besitzer, 24,6. Kirche, 24)8. Zehndm,24Z9. Waldun' gen, 2442. König Rudolf der erst«, 2048. Krutowe, 2241. Kueflhal, 2; 62. Kupferwässerlein zuAnweil, 2494. L. §andgarben, 196;. Landfchreibercy zu Sissach, 2011. Landstäge im Sitzgöu, 1963. Landvögte zu Farnsburg, 2148. Langenbruck, 1964. Lauffen, 202». Lehenhof, so die Stadt Basel von den Grafen von Thierstein her hat, 2160. Lehnenbächlein, 2446. Lengfon, 2)2«. Lenzgnut, 22,8. Letschgencha!, 2409. Letten,2014. Leuffclfingen, 2448- 2287. Liestal, Zoll alda, 196;. ist dem Richterstuhl der Landgrafen im Sißgöu nicht unterworfen, 197;. 2976. kömmt an Bafel, 1978. rsLv. Freyhof, 2042. 204;. Löre, 2464. Loschdorf, 1964. Luffirrgeu, 2047. Lupsingen, »980. Lützel, 2628 Register der historischen Lützel, Abtalda, 1991. 2)48« Lützcliliaun, 2187. M. Ä)!agdcn, 1969- 2049. 2 i; 9 - Mavprich, 2941. Nelin, 196«. 2 ; 6 r. 2 ) 78 - 2 jLo. 2 ) 9 ;. Mcysprach, :y6?. 21:8. 21;;. r,;y. 2140. 2141. 216;. 2,66.2 168 2169. -172. 2;68- dcSDorf, 2,9;. erkauft, 2Z9;. Kirche, 2^6. Zchndcn, 2,97» Michelfelden, 2060. Notier 6rsn6vsl, 2290« Mümliswcil, 1977. Münzen, römiiche 2279. - « gotische, 2-8-r. 2434.248;. Figuren, 243;» - - bischöfliche, 2;;,. Muttenz, 1977. 20». 2,42. 9 ^idaui'sche Güter, 2 n 9. NidcrEicb, 2o;6. Nonmngcn, 1966. 1977. 2129. Noririadingcn, 216;. Nuglar, 1992.^ Nußyof, 2044. 2141. 2169. 2167. 2168. 2169. 2172. 2?49- 2,90. 2; 91. das Dorf, 2; 79. kömmt an Basel, r;8o. Zchnden, -;8r. O. ^)ber Emmerach, so; 7. Oberweiler, 2022. Oedenburg, 290;. Olsberg, 196;. 2047.2:41- s:66. 2:67.2:69,2:72.22;?. sr;8. Merkwürdigkeiten 262 A 2,;8> 2249. 2240. 2272. 2;i8> 2;iy. r;ro. 2;;;. das Dorf, 2,46. Verträge mit dem Kloster Olsberg, 2?49- Ackerig, Waidgang, r;;i. Behvlzung, 2;,,. Zehnden, 2;;2. Olsberg, das Kloster, -?46. r;;6. 2;;7. ;8. 59- 2,60. 6r. 2;S2. 2;6;, 2)64. 2;ö8. 2,71. 2;??. 2;8>. ,zz6. 2;y4- 24 ;S. Ölten erscheint auf dem Landgerichte des Sißgöus, 197». 1977 . 2120 . Oltingrn , 1987. 2027.2o;k 21,9. 2140. 2141. 2142.2169. 2167. 21S9. 2170. 2172. 245;. Wappen, 24;;. Gericht, 24,7. erkauft, 24,8. Landmarchen mit So- lvthurn, 2461. 2462. mit Oesterreich, 2461. Kirche, 2464. Gericht, 247;. Zehnden, 2474. Hochwache, 2476. Waldungen, 2478. 2491. besondere Wasser allda, 2;o;. Spitzeiistüelein, 2910. Onezwill, ,964.1980.204^. 22)7. Orisbach, 1992. Thal, 2042. Ormelingen, 2148. 2140. 2141. 216;. 2167. r> 48 . 2170. 2,72. 2177. 2178. 2180. kömmt an Basel, 2,97. Zehnden, 2199. Pfarr, 2200. Oüsrgove, 2047. 207;. 2122. 21)9. 2140. dessen Bezirk, r;;o. Oesterreich, Herzogen, 2204. P. Psirdt, 199;. rr;?. 22;8- Pfirdter, 2131. R. , grosse, Reichsvogt, 22)7- Reinach, 20,2, L8 Z3 Renken- L6ZO Register der historischen Renken, 2278. Rhein, -96;» Rheinftlden, r;2o. 2127. 212Y. 2l)4. 2i;;. 2i;y. 2;48. 2 ? 78 . -? 9 ?. Rickenbach, rr;8. 2140. 2,41. 216;. 216?. 2^67. 2168. 2169. 2172. 2177. 2178. 2180. kömmt an Basel, 2194. Weyer allda, 219;. Zehnden, 2196. 2Z2l. Rigolrwikr, 2; >8- Ritterhof zu Baftl, 208;. Römische Altertümmer, 2177. - - - Münzen, 2279. - - - Strasse durch Zeglingen, 2;;;. Rotenflue, 196?. >997- 2027. 2049. 2141. 2165. 2167. 2169. 2170. 2172. 24;-:. Besitzer dieses Dorfs, 24;7. an Basel erkaufte Rechte, 2441. 244;» Verträge mit dem Hause Oesterreich, 244,. Waldungen, 244?. Frucht - und Weinzehnden, 2446. Altertümmer, 2446. Kirche, 2448. Alt Rotenflue, 2449. Säge, 2449. Geistliche, 2450. Rüll, 20;7. Rümlingen, 198». 2176. Rumpel, 2470. 248;. Rüneberg, 1976. 21,9. 2140. 2141. 216;. 2167. 2168. 2170. 2172.2,77. 2178. kömmt an Basel, 2,46. Landgericht allda, 2,47. Zchnben, 2548. Waldungen, 2548. römische Münzen, so allda gefunden worden, 2549. S. E^alz-oder Kupferwässerlein zu Anweil, 249;. Sarmansdorf, 226;. Schafsmatte, 19s;. 2484. Schauen- Merkwürdigkeiten. sckzr Schauenburg, 2048. zu St. Man , 2244. Schauenberg, 2N7- Echeideck, 2140. 2189. Schießplätze, 2171. Schlacht bey St. Jakob. 212;. Schlettstadt, >990. -j. Schönthal, iyü;. 2047. 20,9. r;;6. sz6o. Seckingen, 21; 5. Selbisberg, 1980. 20^2. Sempacher Schlacht, 224;. 2257. Scven, 1986. -998. Sißgöu, 1960. der Kirche zu Basel geschenket, 1961. gibt es zu Lehen den Grafen von Homburg, Habsburg und Froburg, 1962. des Sißgöus Grenze, 19S5. Rechte der Landgrafen, 1968- die Dingstädte, 1977. einige Rechte derselben an Bajel übergeben, 1978. verpfändet, 1984. verkauft, -98;. Masstreit, 1981. Sissach, >961. 1980. Landsgerichte allda, 1968. 198°. 1989. 1990. 1991.1992. 1999-2000. Rechte der Grafen von Thierstein an Bafel verkauft, 1992. 1996.2002. Bafel begibt sich einiger Rechte der Landgraffchaft, zu Dorneck, Buren, Seven, Howald, St. Pan- thaleon, Gempen , >998- der Landgrafen Wappen, ,000. der Flecken, 200;. 2047. besitzen die Edcln von Eptingen, 2004. kommt an Bafel, 2008. Flue, 2014. Alterlümmer allda, 2015. Wappen der Edel» von Sissach, 2019. der Kirche allda, 2021. Sigill, 2028. Dechanten, 2029- Schule, 2v;2. Zehnden, 20;;. 2042. 22,7. St. Margrethä-Brunnen, 204;. Streitigkeit mil Jtingen, 2061. 2141. Wappen des Sißgöus,2161. Pfarr, 2167. Gericht, r>68- Amts- xflegerey, 2170. Schießplatz ,217s. alte Urkunde, über die Kirche, 2181. f8 Z) s Spitzen- 26?s Register der historischen Svitzenflüeleinwasser, 2510. St. Alban, 2,27. Stöckhof, -rso. St- Panthaleon, 1998. St Peters Kaplaney, 2148. Et. Urban, 22,3. L^noäus LslilieNlib, 2467. T. ^abackschmauchcn, 2;,r. Tecknau, 21,9. 2140.2141. 2166. 2167. 2168.217a. 2172. 2177. 2178. 2180. kömmt an Basel, 2192. Tennicken, Wasenmeister allda/ 1999. 2167, 21S8. 2170 2172. 2244. das Dorf/ 2231. Schule / 2284. Beamtete/ 2234. Waldungen / 2234. Kirche/ ,28?. Zehndei,/ 2288. Thiere/ so in der Landschaft Basel gefunden werden: - - vierfüßige/ 2776. - - Jnscckte»/ 2777, ° - Vögel/ 2779. - . Fische, 649. Thicrstein/ vergrasen Hof und Private zu Bafel, nun der Schildhof, 1989. 2089. 2141. Abtheilung dieser Grafen, 2177. Wappen, 2158. das Schloß, 2442« 2244. Thiersteincr Hof und Private, 2266. Thürnen, 201;. 2024. 21;-. 21Ü7. Trimbach« 1964. 2974. VEr v. frena-Wasser zu Oltingen, 2709. inomüirt. Vieline, rz>6;. Gränzen allda, 1999 .2,42. Fifche darin, oder 2,;o. Violenbach. Vögel in der Landschaft Bastl, r 779. w. Merkwürdigkeiten. 26z z Äb'Agenburg, 20,6. Waldenburg, 1964. 1976. 198°. rs;?. 2z;6l. Gelterkinde», 2174. - - - Edeln von Eptingen, 22;2-»-;6, Wegenstctten, 196;. 1998. -r;8. Weitnau, Halde allda, 2 ° 8 ». 2087. 2497. Wenßlingen, 2,22. 21)9. 2140. 2141. 21«^. 2167. 2168. 2170. 2172. 2177. das Dorf, kömmt an Basel, 2499- Zehnden, 2500. Waldungen, -;c>i. Zoll- freyheit zu Arau, 2; 02. Wiesen, dieses Dorfs Beschreibung, 2460. Wildenstein, 20;;. Wintersingen, 202;. 2090. 2117. 2113. 21,9. 2i;9. 2140. 2>4>. 2IÜ;. 2167. 2168. 21Ü9. 2172. 2;6i. 2)94. das Dorf, 2,67. Edle, 2;68. Kirche, a;?«. Zehnden, s;7i. Waldungen, r; 74. römische Altertümmer allda, 2;?;- grosses Gewässer, 2177. Witenheim, 21 zs. Witisperg, iy8o. Witwald, -2;6. alt Schloß, dessen Besitzer, 2-!,?. 2258- 2259. Wolstiagd, 217;. Wüchenberg, Herzogen von, 2292. Menrha! 26Z4 Register der historischen Merkwürdig?. ^ffenthal, 2086. §. bEglingen, 1465. 1976. 2071;. ri;8. 2141. 2167. 2,67. 2lü8. 2170. 2172. 2177. 2178. Beschreibung dises Dorfs, 2772. kömmt an Basel, 277;. har- tesSchicksal, 2774. alte Landstrasse dadurch,27 7 7. Kapelle, r^.Zchnden, 2776. Waldungen, 2778. Zeinigen, 2179. 2794. Zielcmpen, 2079. 2147.2162. Ziffen, 1980- -072. Zoffingen, 2184. 2279. Zunzgen, 2024. 2026. 2042. Beschreibung dises Dorfs, 2081. dessen alle Besitzer, 2081. Hard, 2037. wird an Basel verkauft, 2036. der Vogtey Farnsburg einverleibet, 2088. Kapelle, 2089. Zehnden, 208s. »141. 2167. 2168. 2170. 2172, Zweybrücken, 2272. X Register ) o ( HZ 26Zs H -HK* ^ EGDGO:GOO:OGGG:GGGO^ Register aller meist bürgerlicher Geschlechter, so in der Beschreibung des Farnsburger- Amts vorkommen. §lqrico!a, A. 20;i. 2;;8. 2ZY0. 24;!. Llanäus, 2287. Alenstich, 249;. 2494. Altenburger, 227;. Andlau, 20;9. Anklein, 2)70. Aiishelm, 2022. 20; r. vonAnwcil, 1976. 2487. Arnoldsdorf, 2;r;. von Arx, 20)2. B. -^aden (von) 2i84- Bär, 2471. Bärenfels Edle, 1964. 1976.1988-1990.2227.2068.2086. 2I?4. 2249. 2?2O. 2;2I. 2Z2;. 2;24> 2l^. SZ2Ü. 2Z27. 2 ? 28 . 2Z29. 2j;i. Baldeck, 26 Z 6 Register Baldeck, -007. 2i;t» Bart, 2249. Baßler, 2468. 2471. Battier, 2,49. 2-88» Lsukin, 2206. Bebelhcim (von) 2,2;. Bechburg (von) 1968-1976. rj;t, Beck, 2471. Beler, 2026. Benswil (von) 24,7. 2489. Beringn, 2,69. Berner, 2,21. Bertlicken, 2,22. Lercmus, 218;» Besserer, 2179. Biberli, 2,90. Bigel, 2457. 2489. Bischof, 2076. 208;» Blumeneck, 2)48- BlÜMKiN, 22?7. 227S. 2282» Loccsnkein, 20; 8. Bodman, 2079. 2)45. 2;8S» vonBöüikon, 2?;6. 25)8. 2;;». Boni, 1976. Bräm, 247». Brand, 2,49. Brandmüller, 2149. -r;;. 2 »Sr. Braun, 2288. Bremenstein, 2086. Brenner, 2261. 2279. Brodbeck, 199;. Brombach, »r;2. 2z 9?. Drucker, 2?4'. Bruckner, 227;. 24? Brtiggrr, aller meist bürgerlicher Geschlechter. 26z? Brugger, -027. 208;. . Brünner, 228;. l Brunner, 2;;-. Bubcndorf» 226; - - - 2269. Buchser, 2 ;, 8. Bueß, 2489. , , Bulachcr, 2149« Bumcm, 1976. Burkl)ard, 2149.21;;. rlZl. 2492. 247^ BÜttikvN, 2004. 24?Ü. Btixdorf, 2149. 2;;?. 247;. ! ^ämersrti, 2)67. Lsxlus, 2017. i Cellarius, 2,;8. 2;;9. 2451. Eermgen, 20; 8. Lksäslollk, 1960. Lkelksiäo, 2;;8. OInsnderZ, 2; 59. 24;;. Clevelin, r;;6. ClMV, 2022. 22ZO. ^Asolt, 248-. David, 247;. Dienast, 2149. Diessen» -;2i. von Dielikon, 226;.' Dietrich, 2149. Dryenouwer, 2;6y. Dürring, 21 So. D. E. i ls AI Register E. 2§ZS Eckart, 2,70. Eckelin, 197-. >9?6. Eckenstein, 2149- Effringen (von) 217?. »d Egg, 1967. r-7§. Eglinger, 2452. Ehrenmann, 21 ;o. Engel, 247;. Engelmann, 2;;S. Eptingen, Edle, >966. 1976. '977> 298°. 198». 198;. 2004. 200;. 2006. 2007, 2008. 2009. 2019. 202z. 2024. 2027. 2o;o. 2a;6. 2041. 20?;. 2049. 2060. 2062. 2068. 2069. 2«7;. 2082. 2082. 2085. 2086. 21;;. 2löo. 224*. 22S6. 2282» 228;. 2,19. 2,2s. 2)28. -Z4;. -;;8. 2456. Epttngrr - Abtheilung: 22;;. , , - vvn Wildenstein , 22;;. 2240. , , . von Liestal, 22;4. » , - von Ziffcn, 22;?. » « » von Madien, 208;. 22;;. 2240. , - « genannt Pliliant, 22;6. 2241. - , - - « Glurer, 22;7 - - - 2244» » - - von Warlenberg, 22;9. , » - von Gutenfels , 2240. , - - genannt Bitterlin, 2240. - - . - - Svenglin, 224l. ----- Ziffner, 224i. Eriman, 1976. r;3i. Erzbcrg, 1796. ,97;. Eschen; (von) 2027. 2-6;. 2264. 2269. rsKs» Eßig, -288- Etlemin, 2026. Ettenheim, -o;o. 2089. 8 aller meist bürgerlicher Geschlechter, sszs 8 , 2149. »262. 2278. Falkeisen, r;;y. Falkenstein , 1,78. >979- >98». >98'. >98;. >984. >989- 1991. 200;. 204s. 2049. 2o;o. 20; l. 206s. 2070. 2074. 207,. 2076. 2079. roZ;. 2122. »128. 2129. 2i;i. 2246. 22Ü;. 2Z26. »Z2Y. 2)4;. 2;,6. s;,7. -;So. r;?r. 2;8;. »;88. 2,9;. 24;?. 2467. 2500. Falkenkeiner, 247s. Fechlin, 21;;. Fischer, 2; ,9. Flachslanden, 2;rr. Flaßland (von) 217;» kregsuci, 2069. Freuler, 20; 1. 21;). 22 ; 8 > s;2i. Frey, 20; 1. Freyburger, 2; 90. Frick, 2)48. Fricke (von) >976. 2082. 208;. 24;?^ Fricker, 246;. Fritz, 2541. Frodenius, 2149. Froburg (Grafen von) >962. 1964. ,s;;. r» 4 «. r» 4 L S«; 9 . 2268» 22S6. 2454. Frydingen (von) 24)8. 24)9. Fullin, 2082. Fungnot, r;;6. kurlon, 24;;. »4?6. ^ ^Art, 2479. Gaß, 2490. 249;. Gebhard, 2; 40. l9 AZ » Gehe 264» Register Geht/ 2?4S. Gclterchinger, 247«. Gelterkmden (von) 2174. Gelträchrngcr,, 24^9. Genat, 2149. Gensch, 2'6;. s;8f- Gernler, 2; 90. Gerster, 1996. Geülfchei, 2,;Z. Gilg, -2?;. Gilgenberg (von) 2149^ Giftndörfer, 2^41. Gisin, 2460. 2475°. ' Golthard, 2149. Gouwcnftein, 2027» Grabun, 2; >8- Graf, 20z 1. 2085° Grällein, 1966.' Grell, 2540. Grieder, >999. Grineus, 20;,. 2;;?. 2571. rzfs» Großkopf, 2287. Grün, 2460. Grünburg , Edle, 1967. 1976. 2006, soLr, Grünenfels, 20;,. azzs. 2;7l. 2)78. Gugelin, r,; 6 . Gundelsheim, 2297. 2298- Gut, 2489. Gultenburg (von) 1968. H. ' ^Absburg (Grafen von) -962.196;. 1968. 198;. 19^7. 20)4. 20;9. 2oj6. 2c>74. , 084 . 226;. 2269. Ritter, 2Z4V. 244;. Häl, 2287. Hagen- aller meist bürgerlicher Geschlechter. 264: Hagenbach (von) 224.7. Halberen, -009. Hallweil , 2090. 2186. Haller, 2181- Harder, 2460. Haudr zum, 208;. Heel, -L?;. HelLcch, 2024. 22)4. so;;. 20;6. 20^7-. 20;8. 219». r;Lz, - 458 . Heller, 2,40. Hemicke, 2;;y. Herr, 2149. Hertenberg, 1976. - - - von, 2;l§. r;z«. 242;. LZ24,. Heßler, 207;. Hetzel, 2;2i. Heuberg (von ) 208;. Hillbranden, 2;,L6. Hirschhorn, 208;. Hitzig, 1999. Hochberg (Margraftn von) 1-89. 199«. 1992^ sso;. 2994. 2206. Hochenfürst, 2160. Hochenstein, 2160. Hödeliu, 202;. Hof (im) 2176. Hofmeister, L982. 2262. sir;» Holdenstein, 20 ;Z. Holdermann, 2o;8. Homburg (Grasen von) »962. 196;. 2456. Hug, 2176. Hug von Högenau, 2247. Hüglin, 20;;^ Hummel, 227;. s;;8. 24; r. f9 A) ; Hunger- Register 2642 Hungerst«»,, 2,7?» HÜningen/ 2,22. Hunziger/ 2->S8. 2477. Hust (von) 2>;6. Hustk/ , 47 !. A ^MWn, 'yyy. Jffenthal (von) »966. 1976. Im Hof/ 2287. Jvst/ 2,48- Jrmy/ 1988- 2149. r;rs. 24;?. JstliN/ 1988. 2027. 2148. 226». Jstnhulh/ 20 t 2. 20 ;o. JtigM/ Edle/ 2057. 2o;z. 20,9. 2060. 206-,»;»». 24;;. 2490. U. ^Aiserstul/ »976, Keller/ 2»70. Kellhalden, 2?, 6. Kellhard/ 2008. Kenzler/ 2,8». Khienberg (von) »968- 1976. 2008. s»;;. 2^8. 2;^-. 2449. Aiburg (Grafen von) Landgrafen des Burgunds/19S8.2047. Kilchberg (von) 2456. ,;;6. Kilchmann/ 199;. Kirßnev/ 2)97. Klingen (von ) 1976. 2;»y. Klingenberg/ 2197. Knoblauch/ ssr;. 2036. 3090. s; 70. 3;72. >» 2288' König/ 1 aller meist bürgerlicher Geschlechter. »643 König/ -;8y. rzzo. 2540. Köser/ >99?. §Andeck, >999- 2492. Lang/ 2149. Langhaus / 2006. 2062. Lausten (von) 1988. 2006. 2062. 2178. Lauffenberg (Herren von) 2270. Legrsnä, 2261. Leiderer/ 2;; 8. Lengson (von) 2;;8. Leucht/ 2;yo. Löffclhcim (von) 2;;6. Löri/ 208;. Löu/ 2i 8c». Löwenburg / 2148. 2160. 2)87-»9«.- Losch/ 2089. Lupfen (von) 1968. Lvssy/ 2282. Lützcimann/ 2)90. 24;». m. Ä^Aaßmünster, 2006. 2062. ro;8. Aissnsc, 2v;8. Makart/ 20;;. Marggrafen Herren von Baden und Hochberg/ 1989.1990.' iyy4. 220;. 22ÜÜ. Marschakk/ 2006. 2040. 24;». Martin / 2»?;. 2287. Matt/ 2490. 2494. Matzener/ 1976. Mciger/ 247s. 2471. Meli, 2LP4- Register: Meli, s,-o. 2;L8. Mclm, 2079. Mellinger, 1998- Merlan, -019. 227;. 2,9»» Merkt, 2,89. Mersberger, 2,90- Merz,2v;r. Mcßnau, 2130. Mett, 2;2l. Metter, 2180. Meyer, 2992- »99?- 1998- 2004. 2179. ri??. rr«». rrzr. -;;9. 2,72. 2472. 254». Mieg, 2206. Moetl. 2,58- vonMörsberg, -987- l99l- »°°6. 2288. 2,6»- Möschlein, 2540. ÄIvntfsvLvn, 2017° Mori, 2540. Moritz, 2000. Mot,- 2468. 2463. Mülenen (von) -lüe>. Müller, 1999- 2024. 2289. München Edle von Landskrott, 1964. ry76. -rhr-. e- - - von Münchenstcin, 1964. 206'. 2160. 2L44» . - ° - von Gachnang, 202,. 2067.2069.2247 224?» ,565. 2298 . 2,20. . , p - von Löwcnburg, 2;,5. 24,7. 2440.2442» 245». Münzmeistcr, 1976. 2,2;» Munderstät, 21 jr. Murer, 2540. Muspach, 2490. / aller meist bürgerlicher Geschlechter. 2645 d^Assau (Gräfin von) 1994. Negeli, 2,,o. 2464. 2470. Neucnburg, 21 So. Gräfin von, 244». Neuenstcin, 2,2s. von, 2084. Nidau (von) 2;r 1. Nögelin, 2;?v. 2472. O. OxL0>3MP2cIiu8 , 2022. > Oesterreich, 2087. Herzogen, r;6z. Offenburz, 1989. 1996. 2027. 204;. 2049. -12;. rizo. 2147. 2148. 2149. 2;6§. von Ölten, 1976. Oltinger, 2026. 2027. 2v;o. 24;;. Ostre, 22,7. Ott, 2i;6. 2i;z. -r;?». P , 2I^Z. 2;90> Pfach, 24,0. Pfiffer, 1990. Pfird (Grafen von) 245s. Pfirter, 2181. Psrünbter, 2c>8r. kkiliopeus, 2i;2. 2287. 2?89. Plater, 196;. R MAberg, (von) 1,76. Ramstcin (von) 1976.1990- 2027.2176.2;2;,8--4;;. Rnppollsstein, 1990. (9 BZ Rattsenhausen, 2646 Register Raitsenhausen, 2244. Rauchenacker, Ruckenmacher, r;zL. Rechberg (von) 2124.212;. Regesheim , 20S7. 2086. Reinach, 21 so. Refpinger, 2;?l. Rhein (ze) »160. Richvon Richenstein, 1995. 2160. 2176.2Z4». Riecher, 1988- Rietmült, 2022. Rielüller, ro;2. Rihiner, 22Ü0. Ringelin, 2,26. Nippel, 2149- Riß, 2149 - Ritter, 1976. 2274. Rockenbach, 21; 8. Rötenlcn, 2,94. Lore, 2;;8- Roßncg, 24s?- 2489. Rot, 1984. 1988. 2052. 2142. 2i;s. 2)2»» Rüde, 2022.20)0. Rüdin, 2149. Rudolf, Graf, 1961. Rufcck, 2i;8. Ruma», 2;ri. Rüsch, 1991. von Ruus, 1982. 2129. Rüktener, 2440. Ryf, 20)2. 2Z4I. Ryter, 2541. G aller meist bürgerlicher Geschlechter. 2647 G. ^agismann, «7s. Salathe, sigr. Salzmann, 1968- 2,96. Sarajin, 2161. Schäfer, 2472. Schaler von Denken, 196;. 216». 2-4;. 226;. 2598. r;;,. Schande, 207;. Schauenburg, 1976. 1986. 21,4. r;«2.2456. 2488. Scheiber, 202;. Scheideck, 2457. Scherer, 2077. 208;. 2?4i. Scherllieb, 2)97. Schickler, 2275. 2541. Schilling, 20,1. 2148.2287. 2471. Schlamv, 2,70. Schlicngen (von) 2,20. r;2i. äs 8cklien§en , 2;6o. Schlierbach, 2148. Schmied, 1980.1989. 2024. 2077. 208;. 2148. Schnidelin, 20,8. Schnider, 2466. 2470. Schnöulin, 2,21. 2,24. Schönau, 2,46. Schönauer, 20,1. 2?4r. Schönenberg, 2027.21;;. Schönkind, 2148.2259.228;. Scholle, 2;;9-2540. ^ Schorndorf, 2,70, Schreck, 2;, 8. Schreiber oder bcriptor, 2286. Schue, 2024. ro;o. Schuemachcr, 2471. Schwarz, 2451. Schwenkli, 2648 Register Schweiikli, 1976. Eecr, 2,19. Sccvogel, 2027. 2040. 2249. 226;. 2;sr. 2488. Scgestr, 2070.2148. Senn vonBucheg, 1966. Sennheim (von) 2006. 2062. Senn, 2472. Sibat, 249;. Sibold, 2,;4. Sissacher, 2019. 202;. 2ozo. Socin, -;,9- Eoler, 2494. Sonnen (zur) 1976. 2)22. Speir, 2200. Spielenen, 2024. Spistr, 2,68. 2,94. Spörlin, 2149. 2460. 247;. Sprenger, 2287. Stanz, 2200. Stauffen, 2,43. Stehelin, 2262. 2)70. Steinbock, 20; 8. Steinwart, 2;, 6. Steimvurk (von) 2;; 6. 2,5;. Stecker, 2,97. Stöcklin, 2o;i. 21;;. 2;;y. 247». 2541. Stör, 2)48. Stofel (von) 2;,8. Straffer, 2066. 2128-21;;. r;72. 2;8s. Strübin, 2;-o. Stuck, 2471. Stuckius, 24 ;r. 2471. Stuelinger, 1976. Sulz, 212«. aller meist bürgerlicher Geschlechter. 264s 8 uone, r;; 8 . Sürlin, 1988.2160. Sury, 2460 . 247 ). Sur, >976. Suter, 2540. Sulur, 2457. T. ?Eck (Herzogen von) 24;?. Tegerfelken, 2,61. 2)67. 2437. lelamonius, 2285. Thengen (von) iyü8. Thiecstcin (Grafen von) 196;. 1964. 1966.1968- 1976. 77. 1978. 79- >98;. -989- 90. 9». 9r- 94. 9;. 96. 97. 2007. 2009. 2074. 207;. 2117. 2l»8. 2,57. ;8. >» 2>84. 2,98. 224;. 2266. 2)18. 2;ro. 21.22. 2,. 2424.24.26.28. 2444.2461. 64.67.68. 2494. 2494.96.2447.2449.2446. THÜNNg, > 979 . Thurncisen, 2449. Trieg, 2489 . Truchseß Edle, 1967 . 197 ». 1982 . 198 ;. 2027 . 2046 . 204 ;. 2049. 40. 41. 2070. 2079. 2,24. 2,44. 220;. 2)21. 2 , 2 S. 2,4;. 44. 4;. 2487. 88 . Trüf, -i 8 l. Trulman/ 1996 . 2421 . Tscheckenbürlin, 2086 . Tschvppel (von) 2288 . Tschudin / 2048 . Tübingen (Grafen von) 1990 . Tyg, - 448 . Hbelin, 2149 . 2288 . 2460 . Vech, 2144. M, f9 B^! ; Register 26sS Uhl, -I?;. Vitzthum, 2467. 2468. 2488. 24?;. 24-4. Vlaterschuppe , 2,18.2; 19. Umstingen, 2160. Untersthwiler, 224?. Vögelin, r;rr. Vogt, 202;. 2085. Vole, 1976. Völlmy, 199;- Döschle, 224?. Vcmlmskgui, 2060. Vroburg (Grafen von) r;iz. 2;6s. w. 28 'Agner, roo». 246«. Walch, 2068. riy?. 2,22. von Waldeck, 1982. von Waltwiler , 2,21. Wangen, 2;?«. 2,60. 2,64. 2;8r. Weinsperg (von) 21;;. Weiß, 2460. Weiz, 2471- 2541. am Werd, 1967. Wcssenberg (von) 2084. Westhofer, 2,97. Weitstem, 20,1. 2149- ri?o. 21;;. Wetze! , 21?;. ^iclius, 2? 40. Wie!, 21;;. Wicland, 2449. Wild, 2181. 2489. Wildeilen, 227?. Willberg (von) -1;;. aller meist bürgerlicher Geschlechter. 2c; r Willy, 197 ). Wirt, 1976- Wisiner, 20; i. ' Wilwald, Witenheim, ^ 2257. ?8- 60. Waltswil, Waltenheim, ^ 2261. 2282. Wolf, 2457. 2489. Wolleb, - 288 . 2541. V Senberg (von) 2Z22. §Ehnder, 2164. Zellarius, 2)90. Zelle, -;22. ZeRheiu, 2241. 204;. 2160. 2176. Zibold, 2251. Zicgler, 1996. 204-. Zielempen, 1976. 2022. -o;o. 2162. 2;;8> r;8;. 2ini, 2047. 2Z62» Zur Gäns, 2068. Zur Sonne, 217-;. Zwicky, 2;;;. Lwinker, 2290. 2;rv. 294». UM Register 26 ;r MZ ) 2 ( HZ MFAMp Register der U in deutscher Sprache. Äckerglebkraut, 2207. Alpei'sonnenblümchen, 251;. Mich, 209;. ^Aüme (die nutzbarsten) 2,75. Becherleinmoos, 209;. Bergkresse, 2297. Bergruhr, r;i;. Bergsanickel, 2297. Betonte, 2-c>8. Bevfueß, 2207. Brünelle (die grosse) 209«. §hamomillc, 2096. Creutzblume, 2298. Cypergras, 2404. Cypressen (wilde) 229«. Eichen. * Register derRraüter in deutscherSprache. 2§;z Eichenmoys, 209r. Eistenröslein, s;i;. §rüchte, so am meisten ausgesäet werden,r;?;, ^artenkraütcc, 2^76. Gras, 209;. 2094. 2404» Günsil, 2297. «^auswurzen, 229z. Hutschwamm, 20-4. Ä^ausöhrlein, 2297. Meerhirs, 229z. Moos, 209?. 2096. Nachtschatten, 240;. Niderholder, 209;. ^hnblat, 209;. 9 ?amscl, 2298. Röhrlinmoos, 229;. ^chlüstelblümkein, -297. Schwämme, 2094. Sommerwurz, 209;. Steinleberkraut, 2298. Ä)aldgras, 209;. Aaldrose, 209;. sy CZ chier«, 2§s4 Register der Thiere. I Thiere, so in der Landschaft Basel gefunden werden; , , Fische, 649. . » vierfüßige, r;?6» , - , Insekten, 2,77. - . Vogel, 257s. Äögel, so in der Landschaft Basel sich finden lassen, Register ! rsss H 4 - " * " * " * " * " *" Ä " * " * " *^ * ^ * " * Megister der Mraüter in lateinischer Sprache. ^.bies, 2227. Leer, 2207. Leonitum, 2207. 2;ir. Lgsricus, 2094. 209;. Llcinmills, 2207. 2297. Llliar: 2297. Lmllnita, 2094. 2?7Z. Lnäroliemon, 240;. Lnoms, 2207. Lpsrine, 2207. 240Ü. Lquii'olium, 2207. ürtemisis, 2207. Lisrum, rroF. 22-7. Ltelepiss, 2208- Liier, 2208- LlirsIsZus, 22->8. l^eUa vönns, 24s;. LeUis, 2208. r-97- Letnnies, 220z. Lrunelia, 2096. 2208- Br^um, 2096. i^9 C^! - KUAU? Register der Rraüter r 6 s 6 Luxul. 2297. Lupleurum, 220?. Lur 5 a psk. 2297. (Üscslis, ^ Lsmpsiiulg, / Lsrlins, s 2209. Lsucslis, ^ Lslsmintk. > LIinopoiZ. ^09- LsIsMUS JMMLt. 2;i). Lsräsmin. 2297. Lentunculus, 240;. Llism-ecerslur, ^ Lksmseljfis, ^ Llic>n6riIIs, ! Lkriltopkorins, s Lirlium, ^ Lolutes, ^ Llismseciltus, 251;. Lksm^melum, 2S9L. Lonvervs, 209;. Lon^ra, 2512. Luscuts, > L^gnus, Lyperoiäes, 2297. 2404. r»l». 22H. Dsucur, ^ vißttsliz, > 22H. Dipsscus, I!bulur, 209;. kckium, 2297. Lliokr^sum, 241;. kmerus, 2211. in lateinischer Sprache InUcuIs, X ^ ) 22 , 1 . rrsxmu8,> kiüx, 240s. krsZar. 2297. kunMiöes, 257;. ^ kunZus, 2094. Oenik, 2-1,2. Oenkisn. 2; ,2. - Leisnium, 22ii. 24o;.r;i2. 6IokuI. 2? >2. 6n3pKs>. 2^12. 2514. 6rsmen, 209;. 94. 2211.12. 2404. 2; 12 6rollul. 2297. ^Ie6. teir. 2297. lieiisnckemum, 2;>;. lisllebor. 2298- 2112. lielperis, 2212. 240;. I^iersc. 2; 12. ^xpLriLUM, 240;. 2;ir. ^uncus, 2212. 2404. Zuiiipeius, 2401. I^eucsntliem. 2096. I.lbsnotis, 22,r. luckenoiiies, 209^.2406. I.imo6urum, 221;. I^insris, 2096. 2;ir. I^ümsc!,. 2; 12. L)-ckm8, 22ir. 2;ir. 26s 8 Register der Rraüter stlillekoliun», 2406. Orckis, 2212. ,298- 2912. Orizsn. 2209. Orobsncke, 209;. I^ervinca, 2297. kkzlsn^ium, 221;. 2912. kol^ggl. 2297. 2298- 2? 12. kalycriclium, 2972. 297;. kollum l.sven6ulL, 251;. ?rimul. veris, 2297. ?seu6oorckis, 222;. fleuäoÜLLki8, 240;. ?ulmon. 2297. I^rola, 221;. Ri^punculus, 2974- kksmus, 221;. Kola f^lvekris pomikerZ minsr, 209;. Isubus iäTUS, 242;. 8ämducu5, 2099.221;. 8snicul. 2297. 8corp. 2297. - 8erpiU. 2209. 2912. 8i6er. 2512. LitzH. 8s!om. 2297. 8ilvmbr. 2912. 8 olsnum, 240;. 2912. Zxksßnum, S97;. in lateinischer Sprache. 26 sS iLraxsc. 2297. lormentillg, 2097. Irikolium, 2214.2297. 1512. lunics, 2406. Värietss, 2212. VeromLL, 2297.2406.2512. Vic. 2512. Viol. Mit. 2297. Viijia sure», 2214. 2512- 266 Ä - OZ)o(HZ V G S 'O G G G O'4«-K K-P-D A'ch-A G G G G G D D. Mcgister derNersteinerungm, in deutscher Sprache. ^Chat, r;cü. 2,ir. Adlcrsteinc, 2228 . 2 , 12 . Amonshörner, 2228 - 2 , 11 . Alpschoßsteine, 2 , 2 ;. BLccaü von den Phosphoren, r; 2 ?. §R>stallisationen, ,;io. 2 ;ir. ^Äüblcinsteine, 222 z. Hrn. vonsri Naturgeschichte, 242 a. ^Lkinken, 2,91. Seleg. Hr. Li. 1.12 von den Korallen, 2417 . 2419 . §ruchtstei», 2606 » - von den Korallen, - 42 ;. Gruners Gedanken von den Versteinerungen in dcr Schweitz, HAller Reg. der Verstem. in deutscher Spr. 2§6r ^Anow von den Lelemniten, s;;o. Herzmuscheln, 22-8. 2;ro. 2;ri. Hoffer von den Versteinerungen, 24; i. Hornschnecken, 2,22. ^Akobsmuschel, 2227. 2223. ^Orallenartige Versteinerungen, 241;. 2414. 241;. ,42;. 2424. 2;;i. derselben Ursprung, 2424. Körper (menschliche) versteinert, 2;«;. Kreiselschnecke, 2522. ^Edermüller vom Meersande, 252;. Luchssteine, -;r;. Ä^Eantriten, 2S0;. Schwämme, 2612. Meer, desselben Abnemmen, ,;oi. 2z«2. Meergilgen, 242;. Menschliche Körper versteinert, 2;»;. Metallistrte Schnecken, 2; n. Alickeli clu Lreü Gedanken von der Sündflut, 2; 17. M^IiuL von einer Meerspflanze, 2426. Muscheln, zon. ^Aterzungen, 2604. ^Aradeisse, azor. klsnLus vom Mecrsande, 252;. Polypen, ein Insekt, 2424--29. kontoppiägn, von Norwegen, 260«, Mosaunenschnecken, 2522. Re-ei. 2662 Reg. der verstein. in deutscher Spr. §^Ogensteine, ;si2. Rösleinsteine, 2417 , - 24;». ^Chiffkuttel, 2oyy. Schwämme, 2üo;. 26er. 261;. Secapfel, ? j----E-c. Steinkohle, 261;. Sternleinsteine, 2418 - - 24;». St. Jakobs - Muscheln, 2227. Stralsteine, 2223. 2; 2;. rc. ^Opfschnecke, 2522. Trompetenschnecken, 242». Turben, 2616. ÄEnusmuschel, 2)07. 2s2». Versteinerungen, derselben Ursprung,2216. Meinung Hrn. Pros. Hollmanns, 2221. Linnens, 2;oo. Anderer, 241;. Vorurtheil in der Naturkehre, 2217. Visier von den Leiemniten, 2;;o. Register NZ (o ) AS 266z Register der Versteinerungen in lateinischer Sprache. ^kieris ^oopk^to? compvlits, 242z. 8elemnices, ;on. 2?r; - - 2542. Lucgrclices, 2720. Luccinites, 2^21. 2^2;. 6^ii.l.ov 6u kkin, ;on. Laput IVIeöuf«, 2418. Lsrclisronäontes, 2^04. Lersunitcs, 252;. OonckT Vener>8, 2;»7. Lonckices, 2226. Lonckites Veneris mA^imus, r;2». - - - turbm 3 tuz, 2421. Lonfeöti äi ssivoli, 2öo;. Lorscitss, 252;. Lorrllins tubulsria mslitenlis, 24 l?- Lornu fossile, ;on. Lornus Lmmonis, ^on. Dgikiilitez, 252;. Ückinites, ;o, k. 2591. L ksq. Lncrinus, 242^. Lritroekices, ;ol2. 2416. 2417 . - 24;». Lfcsrs teüicul-lts, 2;;l. ^ Ltiter, 2;ir. kungite» 2664 Negist. der Gersteln, in lat. Sprache, I^unzices, 2612. - - mesnäi-ites, 260;. 2612. - - compolitiiü, 261;. krumentArii 1spi6e8, 261;. Olollopetl'T, 2604. 6rypkites, zoll. msrina rircicil, 2428. I^ilium marinum, 242;. AlllärexorL, 2608. 2609. 2610.. Negn^rices, 260;. 2612. Hleconices, zon. !>1e6usa: csput, 2418. ^lillspoig caucla pgvonis 6!>IL, 2;;2^ Nuloulices, 2zio. zon. ^sutilites, 2098- Oürsoites ruxoi'us, 2224. 222;. - - - unäulstus, 2227. ^eciunculites, 2227. ?eÄuncu!u8 ventricosus, 2228- kiiolstites, 2Zv6. IvsmiÜLstio corsil: 242z. 8LoIopenäre8, 2419. Lelenites, 2228. Lwlls xectmsrs, ^ . . reciculscs, . . relro§rs . - grborekcens,^ 8tromdites, 2604. lerebrstulX, zon. Lrockites, 2Z2l. Iruncus corslloiäes, 2424. ^saenii cvncli«, 2Z07. 2109, . .^/L7- . ^L7L ^^ 7 . EM -UE^ MW o6v^s/§. ^ ^ ^^L7/b^vi.. b . r^-. -,^- M>WKr GKLA ÄÄS-K ^--4. l-'^ r^L oL--^ MLM MM SS--ZK WV MMM vW-' »4 ' / MM' OLL OlLSSH L^L>Ä: L«^/. . xT-'O' ^ LWM MW AM LMU f. />. MsNr I? -^-LHWS^^ »rrM- MW MWs?ch§/>- M«ä W^..MKs.'-s ZLM« Ki--> >'«,- " ME? K2»i LE M»rL2s» c) ^>.0 0 x 's^ MMW H°ÄSGE-Z >ÄL!> ^^L-^/s^Ä2^cz> 2s^.-s2^o c^LS -Z..H LMs°°.^r2Z 6?r A°/. V r '<^< c ,7<.x KWÄ xWW^ »M t'.rr-kx: MW HHM HW LÄK7 »-K kKE! WSM M N UM .ÄchK. >> DtzM rV7,«MMs»?WAAMP8O^» K-WMMMWMWtzK WWUM^" >>7' . .WM MÄ rMM-LMH^ r Ls-L'M M^» 'WW-sNW M-! ^L> x.^-', r. > > 'KL»-k»» . V -sx. ->5 . 'X- r° .'.-^Sc.S'' > ^f-q' '' > ^ K5 EP M^' K X .V.><» 7