Gleichheit Das Vyllziehungs-Direktorium dir helvetiſchen einen und untheilbaren Republik. An das helvetiſche Volk. Selvetier! Eura laganter dem ſchmächlichen Joch der Knechtſchaft gebeugt, als Werner von Stau ff Walter Fuͤrſt und Arnold von Melehthal, dieſe Edlen in eures Guhrgen gebohren, den hohen Entſchluß faßten ihr Vaterland zu bes freyen. Ihr wißt es, Helvetier— dieſe drey Maͤnner, nachdem fe ihr Vorhaben dreyßig Verbuͤndeten mitgetheilt hatten, begaben ſich in der Nacht Mitwochs vor Martini im Jahr 1307 auf jene an den Ufern des Waldſtaͤtter-Sees gelegene Wieſe, die uns als len unter dem Nainen Ruͤtli ehrwuͤrdig iſt. In jener wilden Einoͤde, unerreichbar den Bedruͤckern des braven helvetiſchen Volkes, bey der feyerlichen Stille der Nacht bes ſchworen fie die Grundlagen des helvetiſchen Bundes, und die Morzenroͤthe des erſten Januars in Jahr 1308 beſtrahlte ſchon auf den Zinnen der Zwingherren-Schlößer die wähnde Fahne der Freyheit. Ob dieſer Kuͤhnheit ergrimmt machten die Unterdruͤcker Helvetiens ihrerſeits den heilloſen Anſchlag, dieſen erſten Trieb zur Unabhaͤngigkeit in ſeinem Keime zu erſticken, aber ihre Kriegsheere, die fie gegen nichtswuͤrdige Sklaven anzufuͤhren glaubten, wur den von einer Handvoll tapferen Maͤnner geſchlagen, und mit Schande bedekt vom Boden der Freyheit verjaget. Wer unter euch, Helvetier, denkt nicht an die ruhmwuͤrdigen Schlachten von Morgarten, von Sempach, von Naͤfels und von Laupen, wo eine kleine Schaar tap— ferer Männer über jene Fuͤrſten und Edelleute, die ſich unuͤberwindlich glaubten, trizumphierten? Die Namen der Helden, die euere Vaͤter zum Siege fuͤhrten, ſind euch von Jugend an bekannt. Die Dankbarkeit der gegenwaͤrtigen Generation uͤbertraͤgt der nachfolgenden das Andenken ihrer Großthaten und ihres Ruhms. Wohin ſich eure Blicke nur wenden, ſeht ihr Denkinaͤhler der Tapferkeit euerer Vater, und ihres, der Sache der Freyheit geweihten, Sinnes. Es giebt da kein Thal und keinen Berg, die euch nicht denkwürdige Begebenheiten ins Gedaͤchtniß rufen, die euch nicht jenes Hochgefühl der Nation einfloͤßen ſollten, ohne welches keine wahre Vaterlandsliehe beſteht. Den maͤhler der Freyheit und des Ruhms, von dem Genius der ſchoͤnen Kunſte errichtet, bedeckten aller Orten Griechenlands Fluren. Diejenigen, die wir uf Helvetiens Bozen antreffen, find zwar ganz einfach, ſir wirken aber: mächtig auf das Herz des Patrioten. —— 2— Auf dem Platze zu Altorf war's, wo Geßler der Freyheit Hohn ſprechen durfte, und nahe dabey ſchoß Wilhelm Tell den Apfel vom Kopfe ſeines Sohnes. Zwo ein— fache Capellen, die eine auf der Tellen⸗ Platte, die andere in der Hohlengaß erbaut, zeigen den Ort, wo dieſer unerſchrockene Mann aus dem Schiffe ſprang, und die Stelle, wo er den Tyrannen niederſchoß. Die Ruinen der Schloͤßer Kuͤßnacht und Rotzberg eden laut von der begluͤckten Tapferkeit der Verſchwornen vom 1Iten Jaꝛinar 1308. Eine beſcheidene auf dem Schlachtfeld von Sempach ſtehende Capelle iſt dem Andenken an den ſich für ſein Vaterland opfernden Winkelried geweiht. Eilf rohe nahe bey Naͤfels zerſtrent ſtehende Steine bezeichnen bis auf die gegenwärtige Stunde die eilf Angriffe der geweihten Kriegsſchaar von Glarus, und verkünden die Tapferkeit eines Matthys pon Buͤhlen. Ein Weinberg bey Baſel ruft die Helden von St. Jakob ins Gedachtniß, und Saxeln erzeugt Erinnerungen, die dem Freunde des Friedens und der Menſchheit ewig theuer ſeyn müßen; da ruhen die ehrwuͤrdigen Gebeine des Frledensſtifters Hel— vetiens, jenes Mannes, der feine einnehmende Berebſamkeit und den Ruhm feiner Ze gend zu Wiederhefeſtigung der ihrer Auſtſung nahen Bundesgenoſſenſchaft, anwandte. Mit einem Wort, alles ſagt uns, daß Helvetien ſcit Jahrhunderten gan; eigentlich der klaßiſche Boden der Freyheit war, aber dieſe ſo thener erkanfte und fo giorreich vertheidigte Freyheit, war zur Zeit unſerer Revolution aus dem groͤßten Theile Helve— ‚Kies verſchwunden. Diejenigen, denen die Gewalt auf eine Zeitlang anvertraut war, hatten ſich nach und nach auf verſchiedrne Art derſelben zu bemaͤchtigen gewußt, und der kleinliche Privilegiengeiſt, der ſich in alle Verfaſſungen eingeſchlichen, hatte dieſelhen ſo weit verdorben, daß fe ganz unkennbar wurden. Einigz Familien, und Huͤrgerliche Zuͤnfte in den Ariſtotratiſchen Kantonen, maßten ſich nich Mir alle Gewalt an, ſie trieben ſogar mit den Erwerhsquellen, bie an allen andern Cra den geringſten Deſpotenknechten uͤberlaßen find, einen ausſchließlichen Handel. Die vollkommenſte Una hangigkeit ſchien in den alljaͤhrlich zuſammen brruffrnen Landsgrmeinden der demo— tratiſchen Kantonen zu herrſchen. Jin Grunde aber ſtanden fie doch, fo zu ſagen, im Gold einer kleinen Anzahl reicher, mit der Prieſterſchaft und beſonders den Mönchen verbundenen Familien, die durch Beſtechung und Fanatismus ein rohes unerfahrnes Volt nach ihrer Willkuͤhr leiteten, welches ſich frey mahnte, weil es gleich den Nds miſchen Stlaven wahrend ihrer Saturnglien, ein oder zwehmal des Jahrs felgen Ge— bietern Hohn ſprechen durfte. Dieſe vorgeblichen Demokraten hatten auch Unterthanen oder vielmehr Sklaven; der Deſpotismus, den ſie gegen dieſclben ausübten, war ſcham— haft und grenzenlos; dieſe Demolratien waren nicht repreſentativ, und beſtunden daher nur aus laͤrmenden Verſammlungen, in welchen nnr zu oft Drohungen, Gewolt, Sit der Luͤgen mit der Liebe zur Eintracht, der Schwäche und der Leichtglaͤubigkeit ihr Spiel trieben. Unvermerkt war die helvetiſche Nation zu dieſem Zuſtand der Erniedrigung herab— geſunken. Durch die ununterbrochenen Bemuͤhungen der Regenten, das Volk in der Unwiſſenheit zu erhalten, daſſelbe unter ſich abzuſondern und für ſein Schickſal faͤhllos zu machen, war ihm die Knechtſchaft beynahe zur Gewohnheit geworden. Es— war ſo weit gekommen, daß die Bewohner der verſchiedenen Kantone ſich fremder ges. worden waren, als wenn fie ſich an beyden Enden Europens befunden Hatten, Schwie— rigkeiten ohne Zahl hemmten die Fortſchritte der Induſtrie bey der unterworfenen Ca— ſte, die ihre Gebieter durch alle moͤgliche Miltel erniedrigten, damit ſie ihnen immer knechtiſcher unterthan würde, Fremde Beobachter, die uͤber eine ſolche Lage der Din—ge einen gerechten Abſcheu fühlten, mußten die erſten ſeyn, die die Aufmerkſamkeit der Unterthanen, naͤmlich der geſammten Nation, erweckten, und nur von dieſem Zeitpunkte an wurden dem Patriziat und den erblichen Privilegien die erſten Stoͤße beygebracht. Die hochmuͤthige Caſte der franzoͤſichen großen Herren lag ſchon im Staube, die ade— lichen Genüeſer und Venezianer waren ſchon von ihrer Große herabgeſunken, und dennoch gedachten die ariſtokratiſchen und demokrgtiſchen Patrizier Helvetiens das gu— r 5= te Volk, deſßſen Gebieter ſie zu ſeyn behaupteten, noch länger dem Joche der Dienſtbarkeit unterwerfen zu koͤunen. In dem Wahnſan ihres Stolzes wagten fie noch mehr: fe unterſtützten die gegen die Freyheit Frankreichs koaliſterten Deſpoten aus allen ihren Kraͤften, und unter ihrem Schutze ſchmiedeten fie ihren Unterthanen nene Ketten, als der ſo lang erſehnte Tag der 2Bieberbergeltungen antrach. Dent ſey es der Huͤlfe der großen Nation, der Zepter der Patrizier iſt zerbro⸗— chen, und hne Blutvergießen wäre er zerbrochen worden, haͤtten ſie nicht einen un— fagen und und gen, Widerſtand gezeigt, Hätten ſie nicht das Volt getan cht, hätten fie es zicht dahin gebracht, daß es unter dem Panner des Deſpotttszmus gegen feine Bruͤrbcr, die ihre Unabhängigkeit erringen wollten, und gegen die Franken ſeine Be— freyer echt.|; Zu Verfuche waren die lezten Zukungen der ſterbenden Ariſtstratie. Der Ges Niue der Grevtcit ſeßegte bald dieſe lezten Hinderniße, und der Angenblick, Helpetien jene Kiräeit und jenen Zuſan: men hang minder zu geben, die es vorhin den Roͤmern ſo furchtè nr MOST, war vorhanden; mit Begierde wide er von allen wahren Fryennder des Vaterlandes ergriffen, die helveriſche Republit wurde proklamiert, eh' irgend ein fert de äecht ſich dieſer Etagatsveranderung haͤtte widerſegzen konnen. Dir lege Tarn, die eure Ketten zerbrach, reichte euch die Conſtttuzionz⸗ Akte, nit oh! unn ſich Tabırd mehr Einfluß in Helvetien zu verſchaffen, als um une CHR Streitigkeiten zuvorzukonnien, welche in dieſen Umſtaͤnden mit der Zuſam— RANG einer Verſammlung von Maͤnnern, denen die Abfaſſung einer Conſtitutions⸗RAtee aufgetragen wird, unzertrennlich verbunden ſind. Jeder Verzug ar nit Gefahr verbunden; ihr fuͤhltet es, und indem ihr die von euch gewunſchten Reränderungen auf ruhigere Zeiten aufſchobet, nahmet ihr die Conſtitution an, und die neue helvetlſche Regierung wurde eingerichtet. Durch die Gegenwehr, welche Uebelgeſinnte in einigen wenigen Diſtrikten veranlaſſeten, wurden zwar Erſchůͤtterungen hervorgebracht; aber wenn man den Widerſtaud 4usuimmt, der von auslaͤndiſchen Emiſnnirs in dem öſtlichen Helvetien erregt wurde,; ar die Zollenduug dieſes großen Werkes zu hintertrethen, fo dauerten dieſe Erſchůtterängen nicht lange, und die helvetiſche Republik war organiſirt, ohne jenen Umwaͤlzuzgen ausgeſetzt zu ſeyn, die an andern Orten den Uebergang von einer alten Ordnung der Dierge zu elner neuen bezelchneten. Das kelvetiſche Volt, waͤrdig ſeiner Vater, zeigte fh, wie fie, edel und großrmuͤ1515 gegen ſeine 1nterdruͤcker, und der Boden Heivetiens wurde nicht durch die ſuürch= tereiczzi: Zeigen der Sache beſleckt, die immer Rüchwirkungen hervorbringen, welche Kit Vlärrergieen fich enden. Es fehlte der helvetiſchen Repuhtik nichts mehr, ais ſch we Ten Nächten Europens zu zeigen. Dies geſchah durch das mit der fran⸗— ze ſiſchrn Rezüuslit am 19ten Auguſi geſchloſſene Oſtenſiv⸗- und Defenſiv⸗Buͤndniß. urchzezet die Artikel dieſes Traktats, und aller Orten werdet ihr Pfaͤnder euerer gegenmwaͤrdigen zinabhäͤngigkeit und eueres künftigen Gluͤckes darinn entdecken. Die franzoͤſiſche Reprmblik, die noch mit keiner andern Republik auf gegenſeitig gleichen Beingen gen nnterhandelte, hat dieſes fo eben gegen euch gethan. Sie garantirt euer. Territorium und die Einheit euerer repräſentativen Verfaſſung. Sie verpflichtet ſich, enth gegen eiere aͤnſſere oder innere Feinde zu beſchuͤtzen, wenn ihr derſelben anzeigen. verdet, daß ihr es wuͤnſchet. Erſt neulich noch hat fie euch einen Beweis gegeben— wie pünetlich ſie dieſe Verſprechungen erfüllt. Voll Zuverſicht auf euere Redlichkeit, und weil fie euere Tapferkeit zu ſchaͤtzen weiß, gieht fie euch die, ihr nach dem Kriegsrecht zugehörige Artillerie wieder zuruck. Sie ſichert euch in Erwartung des Abſchluſſes des in dieſein Augenblicke ſich un— terhandeln den Handels-Traktats die gleichen Handels-Vortheile, wie den am meiſten beguͤnſtigten Nationen zu. Sie behandelt euch in Frankreich wie ihre eigenen Bürger. Sie laͤßt euch die gleichen Vortheile der innern Schiffahrt genicßen; ſie ladet euch ein, Straßen für 4— den Handel anzulegen, Candle zu graben,, und nuͤtzliche Arbeiten zu unternehmen, die die kurzſichtige Politik euerer vormaligen Regenten zu unternehmen verhinderte, und Die für euch von den gluͤcklichzen Folgen ſeyn können. Wenn ſie von euch zwey Heerſtraſſen verlangt, ſo iſt es nur, um nicht genoͤthigt zu ſeyn, durch das Innere eueres Landes ziehen zu muͤſſen, wenn es darum zu thun ſeyn ſollte, daſſelbe gegen einen Feind zu vertheidige en, der ſeinen Boden verletzen, und ſeine Grenze angreifen wollte. Das Offenſiv⸗Buͤndniß ſelbſt if der Befugniß eines gegenſeitigen Aufrufs und gegenſeitigen Verkommniſſen untergeordnet, die für jeden Fall insbeſondere mit beyderſeitiger Einwilligung abgeſchloſſen werden ſollen. Ihr müßt endlich nicht vergeſſen, daß die Exiſtenz der helvetiſchen Republik um» mittelbar von der Exiſtenz der fraͤnkiſchen Republik abhaͤngt, und es alſo nicht nur eine des helvetiſchen Namens unmwuͤrdige Feigheit, ſondern ein unverzeihlicher Fehler waͤre, ſich jetzt von derſelben zu trennen. Europens Gleichgewicht, in welchem die ehemalige Eidsgenoſſenſchaft von gar keiner Bedeutung war, iſt verſchwunden. Europa iſt nunmehr in zwey gegen einander in Schlachtordnung ſtehende Heere abgetheilt, von denen das eine alle diezenigen in ſich faßt, die an die Grundſaͤtze, an die Rechte des Menſchen und an die Freyheit glauben, indem die feilen Knechte des Deſpotismus und der privilegirten Caſten in dem Gefolge des andern ſind. Oder ſollte es wohl einen ſo tief herabgeſunkenen Helvetier geben, der in dieſen Umſtaͤnden zwiſchen den Fahnen der Freyheit und der Sklaverey wanken könnte? Euere Vorſteher konnten nicht glauben, daß es dergleichen Manner unter euch gabe, und deswegen haben ſie den Vertrag abgeſchloſſen, den ſie euch bekannt machen. Ihr ſeyd von nun an nicht ehr Buͤrger dieſes oder jenes Thals, welches faſt immer des benachbarten Feind oder Mitwerber war. Ihr ſeyd alle Heldetier alle Glieder einer und ebenderſelben Familie, ſo verſ⸗ eden auch euere Mund ter euer Gottesdienſt, und euere Gebräuche ſeyn moͤgen. Der Buͤrger des Sentis, ſo wie der des Leman der von Baſel wie der von Lugano genießen gleiche Nechte. Der ganze Umfang von Helvetien ſtehet der Induſtrie aller fen. Es kennt keine andere Monopole, Vor— rechte und Einſchraͤnkungen mehr als diejenigen, welche durch die Natur der Dinge erfordert werden. Dies ſind die Fruͤchte dieſes Allianz-Traktats, des erſten, den die Republik abgeſchloſſen hat. Laßt die Anhänger euerer vormaligen Gebieter, oder der Maͤchte, welche die vers ſchwundene Schwaͤche des helvetiſchen Staatskörpers betrauern, in ihren laͤſternden Reden die große Nation verlaͤumden, welche die unſrige als ihre getreuſte Freundin behandelt, und unſere Feinde durch ihre Großmuth gegen Helvetien zur Verzweif— lung bringt. Laſſet die Emiſſairs der coaliſirten Maͤchte die Weisheit des ehmaligen helvetiſchen Staatskoͤrpers preiſen, deſſen Schwaͤche und immerwaͤhrende Berathſchlagungen ein Gegenſtand des Spotts aller einſichtsvollen Manner waren, und lange ſchon die Ver— theilung der Schweiz vorbereiteten. Laſſet diejenige dieſer Maͤchte, die ſchon mehr als einmal und noch ganz neulich dieſe ſchaͤndliche Theilung vorſchlug, und fie durch die Erſchaffung einer Vendee in eneren Bergen erzwingen wollte, laßt ſie ein Bündnis misbilligen, welches die Ein— heit der helvetiſchen Republik ſichert. Wir wollen dieſe Verlaͤumdungen, dieſes Murren und dieſe Drohungen verach ten! Wir wollen uns, theure Mitbürger! von allen Enden Helvetiens verein n, um die Konſtitution zu vertheidigen. Wir wollen uns alle miteinander feſt an dieſelbe anſchlieſen, wie vormals die Schweizer bey Morgarten, und füllte irgend ein Feind unſere Agenten beſchimpfen, unſere Grenzen verletzen, oder unſere Unabhaͤngigkeit antaſten woilen, fo huͤten wir uns — 5— uns wohl, dieſes zu leiden! Wir ſind verſichert, die unbezwingbaren Vertheidiger der franzoͤſiſchen Republik zu Waffenbruͤdern zu haben, wie ſollten wir nicht alles mit ſolchen Freunden und für eine fo heilige Sache wagen? Die helvetiſche Republik wird dann auch ihre Winkelriede finden, tauſende aus ihren Gebuͤrgen hervorſtroͤmende Vertheidiger werden die Feinde ihrer Unabhaͤngigkeit zu Schanden machen, und von Thal zu Thal, von Berg zu Berg wird jener Ruf zur Vereinigung wiederh allen: Es lebe die Freyheit und die Menſchenrechte! Es lebe die helvetiſche und fran kiſche Republik! Und alle ihre tapfern Sohne! Gegeben in Luzern den acht und zwanzigſten Herbſtmonat des Jahrs Eintauſend ſiebenhundert neunzig und acht. Ao. 179. Der Praͤſident des vollziehenden Direktor iums Sis. Peter Ochs. Im Namen des vollziehenden Direktoriums Der General⸗Sekretaͤr Sig. Mou ſſon. Offenſiv- und Defen ſiv-Buͤndniß zwiſchen Der franzoͤſiſchen und helvetiſchen Republik. Vom dritten Fruktidor im ſechsten Jahr der franzoͤſiſchen einen und untheilbaren Republik. Der Rath der Alten, indem er die Beweggruͤnde und die Erklaͤrung der Urgenz annimmt, welche der folgenden Reſolution vorangeht, genehmigt den Akt der Urgenz. Folgt der Inhalt der Urgenz-Erklaͤrung und der Reſolution vom dreyzehnten Fruktidor im ſechsten Jahr. Der Rath der Fuͤnfhundert, nachdem er in einem General-Comite, zufolge des dreyhundert und vier und dreyßigſten Artikels der Conſtitution, den Rapport einer beſondern Commiſſiion über das Offenſiv⸗ und Defenſiv⸗ Buͤndniß der franzöͤſſchen und helvetiſchen Republik angehoͤrt. In Betrachtung, daß es dringend ſey einen Eutſchluß über dieſes Buͤndniß zu nehmen. Erklaͤrt es ſey Urgenz. Der Rath, nach erklaͤrter Urgenz nimmt folgende Reſolution: B — 6— Erſter Artikel. Das Offenſio- und Defenſiv Buͤndniß zwiſchen der franzoͤſiſchen und helvetiſchen Republik geſchloßen und unterzeichnet zu Paris durch das Vollziehungs-Direktorium am vierten dieſes Monats, und deſſen Inhalt folget, iſt ratifiziert. Z3weyter Artikel. Die gegenwaͤrtige Reſolution ſoll gedruckt werden. Unterzeichnet: Da unou, Praͤſident; Giroz, Thieſſe, Scekretaͤrs. Nach einer zweyten Ableſung genehmigt der Rath der Alten die obige Reſolution. Am drey und zwanzigſten Fruktidor im ſechsten Jahr der franzoͤſiſchen Republik. Unterzeichnet: P. A. Laloy, Praͤſident; Garat, Duſſau, Laſſee, Beerenbrok, Sckretaͤrs. Der Praͤſident des Vollziehungs⸗Diretoriums Fuͤr gleichfoͤrmige Expedition sig. Treilhard. Der Miniſter der auswaͤrtigen Durch das Vollziehungs-Direktorium, Angelegenheiten.. der General Sekretär. Sig. Ch. Mau. Talleyrand-⸗perigord. Sig. Lagarde. Die franzoͤſiſche und helvetiſche Republik, von gleicher Begierde beſeelt, den vollſtaͤndigſten Frieden und die engſte Freundſchaft auf den Krieg folgen zu laſſen, wel—chen die Oligarchie ſich zuzog und der die beyden Rationen auf einen Augenblick trennte, haben ſich entſchloßen, ſich durch ein Buͤndniß, das auf den Vortheilen beyder Voͤlker ruhet, wieder zu vereinigen. Dem zufolge haben die gegenſeitigen Regierungen ernennt: namlich: das Vollziehungs-Direktorium der franzoͤſiſchen Republik den Buͤr—ger Carl Moritz Talleyrand, Miniſter der auswaͤrtigen Angelegenheiten, und das Vollziehungs-Direktorium der helvetiſchen Republik, die Buͤrger Peter Joſeph Zeltner, und Amadeus Jenner, welche nach Auswechslung ihrer Vollmachten uͤber folgende Artikel uͤbereingekommen ſind. Art. 1. Es ſoll zwiſchen der franzoͤſiſchen und helvetiſchen Republik auf immer Friede, Freundſchaft und gutes Einverſtaͤndniß ſtatt haben. Art. 2. Es beſteht von dieſem Augenblik an zwiſchen beyden Republiken ein Of— fenſiv- und Defenſiiv-⸗Buͤndniß. Die allgemeine Wirkung dieſes Buͤndnißes it, daß jede der beyden Republiken im Falle eines Krieges ihre Verbuͤndete zur Mitwirkung auffordern kann. Die auffordernde Macht beſtimmt alsdenn, gegen wen die Mit— wirkung gefordert werde, und vermoͤge dieſer beſtimmten Aufforderung tritt die auf— geforderte Macht gegen die genannte Macht oder Maͤchte in Krieg; ſie bleibt aber im Neutralitaͤts-Zuſtand gegen diejenigen, die zwar mit der auffordernden Macht im Kriege begriffen, aber von ihr nicht beſonders genannt worden wären. Es if aner— kannt daß die Wirkung der Aufforderung von Seite der franzoͤſiſchen Republik nie ſeyn koͤnne, Schweizer-Truppen uͤber Meer zu ſchicken. Die begehrten Truppen werden von der auffordernden Macht bezahlt und unterhalten, und im Aufforderungsfalle ſoll keine der heyden Republiken einen Waffenſtillſtäand oder ein Friedens-Buͤndniß für ſich beſonders ſchließen koͤnnen. Im Falle die Aufforderung von der einen oder der andern Seite ſtatt haben wird, ſollen die beſondern Wirkungen des Buͤndnißes, die Natur und die Größe der wechſelsweiſe zu leiſtenden Hilfe, durch eigene mit gegenſeitiger Einwilligung zu errichtende Verkommniße beſtimmt werden, welchen die in dieſem Arktis kel enthaltenen Grundſaͤtze zur Grundlage dienen ſollen. — 7— Art. z. Dem zufolge garantiert die franzoͤſiſche Republik der helvetiſchen ihre Unabhaͤngigkeit und die Einheit ihrer Regierung, und im Falle, daß die Oligarchie ſuchte, die gegenwaͤrtige Verfaſſung Helvetiens umzuſtuͤrzen, ſo verpflichtet ſich die franzoͤſiſche Republik der Helvetiſchen auf ihr Anſuchen die Hilfe zu leiſten, deren fie beduͤrfte, um uͤber die innern oder auͤſſern Angriffe, die gegen ſie gerichtet werden koͤnnten, zu ſiegen. Sie verſpricht uͤberdies der helvetiſchen Republik ihre guͤtliche Verwendung, um ihr zu dem Genuße aller ihrer Rechte in Anſehung der andern Maͤchte zu verhelfen. Und um ihr die Mittel zu verſchaffen ihre Kriegsverfaſſung auf den nachdruckſamſten Fuß einzurichten, willigt die franzoͤſiſche Republik ein, fie wieder in den Beſitz der Kanonen, Moͤrſer und Artillerie Stücke zu ſetzen, welche ihr während des gegenwärtigen Krieges weggenommen worden find, uͤber welche die franzoͤſiſche Regierung in Lem Augenblike der Unterzeichnung des gegenwärtigen Vertrages noch verfügen kann; jedoch wird es die helvetiſche Republik auf ſich nehmen, ſie wieder abholen, und auf ihr Gebiet fuͤhren zu laſſen. Art. 4. Die Grenzen zwiſchen Frankreich und Helvetien werden in einem beſondern Vextrage beſtimmt werden, welcher zur Grundlage haben ſoll, daß alles das, was einen Theil des ehmaligen Bisthums Baſel und des Fuͤrſtenthums Bruntrut ausmachte, auf immer mit dem franzoͤſiſchen Gebiete vereinigt bleiben wird, ſo wie alle ſchweizeriſche Zwiſchenlaͤnder, welche ſich in den Departementen des Oberrheins und des Mont-Terrible eingeſchloßen finden; mit Vorbehalt der Gegenabtrettungen oder Austauſchungen welche zur volllommenſten Berichtigung der erwehnten Grenzen von Baſel bis Genf unumgaͤnglich noͤthig wären, und den ſchon vollſtaͤndig ausgeführten Vereinigungen mit dem franzoͤſiſchen Gebiete nicht entgegen ſtühnden. Art. 5. Um den Verkehr der franzoͤſiſchen Republik mit dem ſuͤdlichen Teutſchland und mit Italien zu ſichern, wird ihr der freye und immerwaͤhrende Gebrauch zwoer Handels- und Kriegsſtraſſen zugeſtanden werden, deren die eine durch den Norden Helvetiens den Rhein hinauf und laͤngs den weſtlichen und ſuͤdlichen Ufern des Bodenſees hingehen, die andere von Genf aus und durch das Departement von Montblanc, ſo wie durch das Wallis ſich hinziehen wird, um an das Gebiet der cisalpiniſchen Republik zu reichen, nach einer Richtung welche beſtimmt werden ſoll; auch iſt man übereingekommen, daß jeder Staat die noͤthigen Arbeiten zur Vollendung dieſer Straf: ſen auf ſeinem Gebiete vornehmen wird. Art. 6. Desgleichen iſt man uͤbereingekommen, daß, um der innern Schiffahrt der beyden Republiken die vortheilhafteſten Entwicklungen, deren ſie faͤhig iſt, zu geben, jeder derſelben auf ihrem Gebiete die Kunſtwerke errichten wird, welche zur Einleitung eines Verkehrs zu Waſſer vom Genferſee an bis zum Rheine und von Genf weg bis zum ſchiffbaren Theile der Rhone vonnoͤthen ſeyn werden. Art. 7. Die franzoͤſiſche Republik verpflichtet ſich, der helvetiſchen Republik als les Salz, deſſen fie beduͤrfen kann, aus ihren Salzwerken in den Meurthe-Juraund Montblanc ⸗Departementern zu lieſern. Die Salzpreiſe, jene der Fracht, die Plaͤtze nnd Epochen der Lieferungen werden wenigſtens alle zehen Jahre zwiſchen den durch die franzoͤſiſche Regierung über die Ausbeute der Salzbergwerke beſtellten Bürgern und den Vorgeſezten der helvetiſchen Regierung feſtgeſetzt werden, ohne daß je die Salzpreiſe in den Salzwerken jene uͤberſteigen dürfen, welche die franzoͤſiſchen Bürger bezahlen, und ohne daß dieſes den Helvetiern verkaufte Salz je irgend einer Abgabe unterworfen waͤre, welche in Frankreich auf dieſes Lebensbeduͤrfniß geſchlagen wuͤrde. Art. 8. Zufolge des vorigen Artikels thut die helvetiſche Republik ausdruͤcklich auf alle Ruͤckſtaͤnde von Salz Verzicht, auf die ſie gemäß alter zwiſchen Frankreich und den Kantonen beſtandener Vertraͤge, Anſpruch machen koͤnnte, und verpflichtet ſich in den Salzwerken jahrlich wenigſtens 250,000 Centner Salz zu nehmen. Art. 9. Die Bürger der franzoͤſiſchen Republik koͤnnen in Helvetien mit den ges hörigen Paͤſſen aus und eingehen; fie haben freye Hand, alle und ſolche Anſtalten zu errichten, ſolche Erwerbszweige zu benutzen, welche das Geſetz erlaubt und ſchuͤzt. Ihre — 8— Perſonen und ihr Eigenthum ſollen den Geſetzen und Gebraͤuchen des Landes unrer— worfen ſeyn. Die Bürger der helvetiſchen Republik werden in Frankreich und in allen Beſitzungen der ſranzoͤſiſchen Republik die naͤmlichen Nechte, und unter den naͤmlichen Bedingniſſen genießen. Art. 10. In den perſoͤnlichen Streitſachen, die ſich nicht werden koͤnnen guͤtlich und ohne richterliche Huͤlfe ausmachen laſſen, wird der Kläger verbunden ſeyn, ſeine Sache vor den natürlichen Richtern des Beklagten zu betreiben, wofern nicht die Bars theyen im Orte ſelbſt gegenwaͤrtig ſind, wo der Vertrag geſchloſſen wurde, oder ſie in Anſehung der Richter nicht uͤbereingekommen ſind, vor welchen ſie ſich verbindlich gemacht haͤtten, ihre Schwierigkeiten zu ſchlichten. In Streitſachen, welche ein Grundeigenthum zum Gegenſtand haben, fol die Sache vor der Gerichtsſtelle oder Obrigkeit des Ortes, in welchem das Eigenthum liegt, betrieben werden. Die Streitigkeiten, welche ſich zwiſchen den Erben eines in der Schweiz verſtorbenen Franzoſen, in Betreff feiner Erblaſſung erheben Könnten, werden vor den Richter des Wohnorts gebracht werden, den der Franzos in Frankreich hatte; und eben fo ſoll es in Anſehung der Streitigkeiten gehalten werden, welche ſich in Frankreich zwiſchen den Erben eines Schweizers erheben konnten. Art. 11. Die Endurtheile in Civilmaterien, welche die Kraft abgeurtheilter Dinge haben, und durch die franzoͤſiſchen Gerichtsſtellen abgeſprochen worden ſind, ſollen in der Schweiz, und fo gegenſeitig als vollguͤltig vollzogen werden, nachdem ſie vorher mit der Unterſchrift der betreffenden Geſandten werden verſehen worden ſeyn. Art. 12. Im Falle eines Falliments oder einer Bankerott von Franzoſen, welche Guͤter in Frankreich beſitzen, ſollen, wenn ſchweizer und franzoͤſiſche Gläubiger zu fordern haben, die ſchweizer Glaͤubiger, die ſich zur Sicherung ihrer Hypotheke nach den franzoͤſiſchen Geſetzen gefügt haben, von den beſagten Guͤtern bezahlt werden, wie die franzoͤſiſchen Hypothekar⸗-Glaͤubiger nach der Ordnung ihrer Hypotheken; und ges genſeitig, wenn Schweizer, welche Güter in der helvetiſchen Republik beſitzen, fran— zoͤſiſche und ſchweizer Glaͤubiger haben, werden die franzoͤſiſchen Gläubiger, welche die zur Sicherung ihrer Hypotheken in der Schweiz gehörigen Formalitäten werden beob—achtet haben, ohne Unterſchied, nach der Ordnung ihrer Hypotheke den ſchweizer Glaͤubigern gleich gehalten werden. Die einfachen Gläubiger betreffend, werden fie ebenfalls ohne Ruͤckſicht, zu wel» cher von beyden Republiken ſie gehoͤren, auf gleichem Fuß behandelt werden. Art. 13. In allen peinlichen Prozeduren wegen ſchweren Vergehen, welche entweder vor den franzöoͤſiſchen oder vor den ſchweizeriſchen Richterſtellen unterſucht werden, ſollen die ſchweizeriſchen Zeugen, welche in Perſon in Frankreich, und die franzoͤſſchen Zeugen, welche in Perſon in der Schweiz zu erſcheinen vorgeladen werden, gehalten ſeyn, ih vor dem Richterſtuhl, der fie vorgeladen hat, zu ſtellen. Die beyden Regierungen werden in dieſem Falle den Zeugen die noͤthigen Paͤſſe ertheilen, und ſich miteinander verſtehen, die Entſchaͤdigungen feſtzuſetzen, welche nach Verhaͤltniß der Entfernungen und des Aufenthalts zu geben ſeyn werden. Art. 143. Die beyden Republiken verpflichten ſich gegenſeitig, den Ausgewanderten oder Hinausgeſchaften beydſeitiger Nationen keine Zullucht zu geſtatten; fie verpflich= ten ſich gleichermaſſen, bey der erſten Aufforderung die Perſonen der beydſeitigen Nationen auszuli. fern, welche gerichtlich als der Verſchwoͤrung gegen die innere oder aͤuſſere Sicherheit des Staates, des Todſchlags, der Vergiftung, der Mordbrennerey/ der Verfaͤlſchung oͤffentlicher Schriften und des Diebſtahls mit Gewalt oder Einbruch ſchuldig erklärt worden, oder als ſolche zufolge der von der rechtmaͤßigen Obrigkeit ausgefertigten Verhaftsbefehle verfolgt werden. Man iſt uͤbereingekommen, daß die in einem der beyden Laͤnder geſtohlnen und in dem andern hinterlegten Sachen treulich ſollen zuruͤckgegeben werden. Art. 15. Es wird unverweilt zwiſchen beyden Republiken ein Handels-⸗Vertrag geſchloſſen werden, welcher auf die vollkommenſte Gegenſeitigkeit der Vortheile — 9— gegründet ſeyn ſolle. Bis dahin werden die Bürger beyder Nepubliken gegenſeitig, wie die beguͤnſtigteſten Nationen, behandelt werden. Geſchloſſen und unterzeichnet, Paris den zten Fruktidor im 6ten Jahr der franzoͤſſchen einen und untheilbaren Republik.(19ten Auguſt 1798.) Unterzeichnet: K. M. Talleyrand. P. J. Zeltner. A. Amadeus Jenner. Das Vollziehungsdirektortum beſchließt und unterzeichnet das gegenwärtige Offenſiv- und Defenſiv-Buͤndniß mit der helvetiſchen Republik; unterhandelt im Namen der franzöͤſiſchen Republik durch den Bürger Talleyrand, Miniſter der auswaͤrti⸗= gen Angelegenheiten, mit Vollmachten dazu verſehen durch den Beſchluß des Direktoriums vom letzten ſechs und zwanzigſten Prairial, und mit einer Inſtruktion deſſelben. Geſchloſſen im Nationalpallaſt des Vollziehungsdirektoriums am vierten Fruktidoy im ſechsten Jahr der einen und untheilbaren franzoͤſiſchen Republik. Fuͤr gleichfoͤrmige Expedition. Fuͤr den Praͤſidenten des Vollziehungsdirektoriums, Sig. Merlin. Durch das Vollziehungsdirektorium Der General ⸗Sekretaͤr per interim Sig. Aub u ſſon. Vollmachten. Aus zug aus den Regiſtern der Berathſchlagungen des Vollziehungsdirektoriums. Paris den ſechs und zwanzigſten Prairial im ſechsten Jahr der franzöſiſchen einen und untheilbaren Republik. Das Vollziehungsdirektorium auf angehoͤrten Rapport des Miniſters der aus? waͤrtigen Angelegenheiten beſchließt was folget: C Der Bürger Talleyrand Perigord, Miniſter der auswärtigen Angelegen— heiten iſt hevollmaͤchtigt, mit den Bürgern Zeltner und Jenner, bevollmaͤchtig— ten Miniſtern der helvetiſchen Republik, einen Allianz- und Handlungs-Traktat zwiſchen der franzöſiſchen und helvetiſchen Republik zu unterhandlen. Das Direktorium giebt zu dieſem Ende dem beſagten Miniſter der auswaͤrtigen Angelegenheiten alle noͤthigen Vollmachten. Er wird nach und nach vom Fortgang und Ausgange der Unterhandlungen Rechenſchaft geben. Fuͤr gleichfoͤrmige Expedition. Der Praͤſident des Vollziehungsdirektoriums, Sig. Reubel. Durch das Vollziehungsdirektorium Der General ⸗Sekretaͤr, Sig. Lagarde. ——— t 2 2 ᷣ·ᷣ—¶Q—QKQi!—/ ⏑S—? e LSA Auswechslungsakte. Meute am dritten Ergaͤnzungstage im ſechsten Jahr der franzoͤſiſchen einen und unz theilbaren Republik(neunzehnten Herbſtmonat 17598), find wir Unterſchriebene Ch. Man. Talleyrand, Miniſter der auswaͤrtigen Angelegenheiten der franzoͤſiſchen Republik, und Peter Joſeph Zeltner und Gottlieb Fenner, bevollmächtigte Miniſter der helvetiſchen Republik, in Kraft der uns durch unſere gegenſeitigen Nez gierungen gegebenen Vollmachten zur Auswechslung der Akten der Ratifikation geſchritten, unterſchrieben durch das geſetzgebende Corps und das Vollziehungsdirekto— rium der franzöſiſchen Republik einerſeits, und durch das geſetzgebende Corps und das Voll;iehungsdirektorium der helvetiſchen Republik anderſeits, des Offenſiv, und Defenſiv-Buͤndniß und der geheimen Artikel, geſchloſſen im Namen der beyden Maͤchte durch uns oben genannte, am zweyten Fruktidor im ſechsten Jahr der franzoͤſiſchen Republik,(E19ten Auguſt 1798), welche Ratifikationen gegeben worden find durch das geſetzgebende Corps der franzoͤſiſchen Republik, am drey ind zwanzigſten Fruktidor des gegenwärtigen Jahrs, und durch das Volliehungsdirektorium der beſagten Republik am oben genannten Tag, zweyten Fruktidor; und durch das geſetzgebende Cerps der helvetiſchen Republik am 24ten Auguſt 1798,(7ten Fruktidor im 6ten Jahr, und durch das Vollziehungsdirektorium der gleichen Republik am gleichen Tag)(24ten Auguſt 1798.)| Und wir haben uns gegenfeitig die Expeditionen der beſagten Akten gehörig un— terſchriehen und beſiegelt uͤbergeben, und vom Ganzen haben wir den gegenwärtigen | / j Verbalprozeß aufgenommen, den wir unterſchrieben haben, und dem wir Ch. Mau. Talleyrand das Siegel der auswaͤrtigen Angelegenheiten, und wir Zeltner und Jenner das Siegel unſerer Legation beygeſetzt haben. In Paris doppelt ausgefertigt am oben genannten Tag und Jahr. (L. S.) Ch. Mau. Talleyrand. . Sig. 7 P. J. Zeltner. (L. S.) 57 8 A. G. Jenner. Das Direktorium beſchließt, daß das obige Offenſiv- und Defenſiv-Buͤndniß ſammt den dazu gehoͤrigen Aktenſtuͤcken in beyden Sprachen gedruckt und publiziert werde. Gegeben in Luzern den acht und zwanzigſten Herbſtmonat im Jahr Eintauſend ſiebenhundert neunzig und acht.(Anno. 1798.) Der Praͤſident des vollziehenden Direktoriums, Sig. Peter Ochs. Im Namen des Direktoriums Der General- Sekretär, Sig. Mou ſſon. Zu druken und publizieren anbefohlen Der Miniſter der Juſtiz und der Polizey, F. B. Meyer. Luzern,, hey J. S. Gruner, National-Buchdrucker.