wo—. ———————— er,,. Reiſtlieder, guter Abſicht geſammelt, n n d dem Druck üßer geben. Zu fi nden bey Au guſtin Schöler, Buchbinder auf der Rheinbruck, in Baſel. 17380. I. Ich will mich auf die Reis begeben; 26. II. Wer nur mit feinem Gott verreiſet, 16. III. 1 Herr! ſoll ich als Pilgrimm wallen: ic. IV. Mein Gott! ich bin jetzt auf der Reiſe: ꝛc. V. Hallelujah ſey dir, du Gotteslamm ge ſungen, ꝛe. d v. N O Gott! im Namen Jeſu Chriſt, 36 VIL N Bin lch gleich hier in fernen Landen, c. al vIII. 3 Nun hab' ich, Gott Lob! vollendet, ꝛc. Mel. Wer nur den lieben Gott, te. 1.§; ch will mich auf die Reis begeben: F komm, Gottes⸗Lamm! führ mich ‚> dahin! du weißſt, ich kann ohn dich nicht leben: du muſt auch da ſen, wo ich bin. Geh nur voran, ich folge dir: mit dir iſt ſchon geholfen mir. 2. Wir wollen ſtets beyſammen bleiben: wo ich geh. irr, zieh mich dir nach! lat mich ja nichts von dir abtreiben, und wen? Ab alles Ungemach. Ich reis mit dir, mein Jeſu fort: bring glücklich mich an Stell und Ort!|. 3. Laß nimmer mich aus Herz und Hans den, es ſey zu Waſſer oder Land; regier' und leit mich aller Enden: behüte mich vor Sünd und Schand: ſchenk mir Geſundheit, Fried’ und Ruh, und was zur Reife noth dazu.. 23 Krbauliche Reiſelieder. II. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten, c. 1. Wer nur mit ſeinem Gott verreiſet, WW der findet immer Bahn gemacht; weil er ihm lauter Wege weiſet, auf welchen ſtetz fein Auge wacht. Hier gilt die Loſung fruͤh und ſpath: Wohl dem, der Gott zum Fuͤhrer hat! 2. Wenn Jakob durch die Wuͤſten gehet, trifft er ſein liebes Bethel an. Wenn Iſrael am Jordan ſtehet zeigt ihm der Herr ein Kanaan. Geht David in das Thal hinab, ſo lehnt er ſich auf Gottes Stab. 3. Gott hat ſich gar zu ſehr verbunden, daß er will bey den Seinen ſeyn. Kein Ort wird in der Welt gefunden, er zieht mit ihnen aus und ein, durch Feuers⸗ und durch Waſſersnoth, auch ſelbſten mitten durch den Tod. 4. Er leitet uns mit ſeinen Augen; er gaͤngelt uns mit feiner Hand. Wann Lu und Wetter nicht mehr taugen, fü uͤberdeckt uns fein Gewand: ja feine diebe kann allein der beſte Schirm im Sturme ſeyn. 5. Er iſt uns Wolk⸗ und Feuerſaͤule, ſo wohl bey Tag als bey der Nacht. Durch ihn wird uns die laͤngſte Meile zu einem .——— — 2—— Erbauliche Reiſelieder. 5 Schritte nur gemacht. Kein Stein wird in den Weg gelegt, den er nicht auf die Seite trägt. 6. Er ſelbſt it Wahrheit, Weg und Leben. Und wer ihm folgt, der irret nicht. Er hat die Hand uns drauf gegeben, daß uns bey ihm kein Leid geſchicht. Und wenn der Weg voll Drachen wär”: ſo geht fein Schutz doch vor uns her.| X. Die Wagenburg iſt ſtets gefchlagen, dir dort um Dothans Berg geſetzt. Er laſſet ins auf Haͤnden tragen, daß uns lein Stoß den Fuß verletzt. Die Engel muͤßen, wo on gehn, zur Rechten, und zur Linken ehn. 8. So wallen wir hier auf der Erden, wo wir nur lauter Pilger ſeyn; bis uns das Vaterland wird werden: da gehen wir zum Himmel ein. Ein ſanfter Tod zeigt uns die Bahn, wo man zum Heimat kommen kann. 9. Indeſſen laſſen wir uns führen, wie Gottes Hand den Wagen lenkt; weil wir aus ſeiner Leitung ſpuͤren, wie er auf unſer Beſtes denkt. Und ob es wunderlich gleich ſcheint: gnug, daß es ſelig iſt gemeynt. 10. Ich reiſe, Herr! in deinem Namen: ſey du Gefehrte, Weg und Stab. Die Helden, die zu Jakoh tamen, ſend auch 3 . Erbaukche Reiſelieder. zu meinem Schutz herab! mach Aus, und Eingang fo begluͤckt, daß mir fein Fall das Ziel verruͤckt. 11. Bleib bey mir, wanns will Abend werden! gib Licht durch deine Gegenwart! ſey du mein Leitſtern hier auf Erden. Und if der Kreuzſteg ſchwer und hart; fo troͤſt mich mit der Roſenbahn, die ich dort oben laufen kann.| 12. Wirſt du mit mir auf diefem Wege durch deinen Sr g Leitung ſeyn; und auch indeſſen deine Pflege den Hinterlaſſenen verleih'n: ſo ſoll diß auch mein Opfer ſeyn: Gelobet ſey der Herr allein! 13. Ich will dir meinen Altar hauen, der Ebenezer heiſſen ſoll; daran ſoll man die Worte ſchauen: Gott fuͤhret feine Kinder wohl. Und alſo ſindt die Loſung ſtatt: Wohl dem, der Gott zum Fuͤhrer hat. III. Mel. Ringe recht, wenn ic. 2. 5 err! fol ich als Pilgrimm wallen: muſt du mein Gefehrte ſeyn. Soll mein Reiſen dir gefallen: fuͤhre mich ſelbſt aus und ein. Ohne dich ſind alle Schritte, die man thut, uniſonſt gethan. Drum er-* ——“ x—⏑—— = il ff I. IE Erbauliche Reiſelieder. 7 höre meine Bitte; tritt mit mir die Reiſe an! mit dir will ich gerne reiſen, und in fremde Lande gehn: du wirſt mir den Weg ſchon weiſen: laß mich glaͤubig auf dich fchn *. Es muß mir mit dir geluͤcken: gieng es auch durch dick und dunn; weil mit allen Reiſeſtůcken ich in dir verſehen bin. Sey du mir mein Reiſewagen, der da nimmer bricht und faͤllt! laß mich deine Engel tragen durch die Wuͤſteney der Welt! Sey mein Reiſeſtab und Stecken, darauf ich mich lehnen kan! Fuͤhre mich durch Dorn und Hecken unverletzt Himmel an! 3. Gib mir ſtets dein Wort zur Speiſe! lah deſſelben helles Licht zeigen mir die rechten Gleiſe, daß ich mich verirre nicht! Komme ich in öde Wüſten, und in Durſt und Hungersnoth: traͤnke mich aus deinen Brůſten, labe mich mit Himmeibrod! Laß in deiner offnen Seiten finden mich mein Nachtquartier! Laß ſie ſeyn, zu allen Zeiten, Ruheſtatt und Reisrevier! 4. Zeuch mir an zum Reiſekleide den Rock der Gerechtigkeit; dein Wort, als Schwert, an die Seite! ſo bin ich zum Streit bereit. Mach mich fertig an den Beinen, durch das Evangelium, zu bezeugen Groß und Kleinen, was ein wahres chriz ichn Mein 4 3 xrbauliche Reiſelieder. Haupt mit dem Helm bedecke; mit dem Glaubensſchild das Herz: daß dahinter ich mich ſtecke, ſicher vor dem Hieb und Schmerz. J. So will ich dein Lob beſingen, holdeſter IJmmannel! So wirſt du mich wieder bringen, wohl bewahrt an Leib und Seel. Eo will ich in meinem Wallen, als ein Pilger auf der Welt, dir nur ſuchen zu gefallen, eilen zu dem Himmels zelt. Da will ich dich hoch erheben/ wann ich nach vollendter Zeit urs erlangtem ew gen Leben, lobe dich in Ewigkeit. IV. Mel. Wer nur den lieben Gott, te. 2. Mein Gott! ich bin jetzt auf der Reiſe; gib du zu Allem dein Gedeihn! Sey du mit mir auf meinem Gleiſe, und laß mich ſtets dein Pilgrimm ſeyn! daß jeder Weg, durch deine Treu, der ſchmale Weg zum Himmel ſey. 2. Laß deinen Engel mich begleiten; und wende Fall und Schaden ab! Laß deinen Geiſt mich immer leiten, von Ort zu Ort, bis in mein Grab! Dein Auge nehme Tag und Nacht mich auch auf dieſer Reis in Acht! 3. Hilf, daß ich mich von allem ſcheide, wa nicht mit in den Himmel geht! Und Erbauliche Reiſelieder.* auch bey dieſer Reiſe meide, was im Gerichte nicht beſteht! Daß ich mein Ders durch nichts zerſtreu, und daß dein Herz mein Wagen ſey. 4. Sey du zu Haus auch bey den Meinen, und bring im Segen mich zuruck Laß deine Gnadenſonne ſcheinen; und gib mir einen hellen Blick! daß ich hier immer aus und ein, ein Kind des Lichtes moge ſeyn. 5. Erinn re mich der letzten Schritte auf meiner kurzen Pilgrimsbahn! Und zeige mir, nach meiner Bitte, wie ich recht ſelig ſterben kann! Und nach vollbrachtem Bil grimslauf nimm mich zu dir im Frieden auf 6. Laß uns, die wir zuſammen fahren, einander auch erbaulich ſeyn! Daß wir uns noch, nach mehrer'n Jahren, ja ewig dies fer Reis erfreun; und dort(ach, laß es 4 geſchehn i) uns ewig fröhlich wieder en! V. Abendlied auf der Reiſe. Mel. O Gott, du frommer Gott, ic. 1. Dal hn fen dir, du Gotteslamm, geſungen, daß es auch auf der Reis mir dieſen Tag gelungen! zu aß mich wohl XL 5 10 Erbauliche Reiſelieder. verſorgt, beſchuͤtzet und geführt, daß ich kein Ungeluͤck, noch Mangel hab geſpuͤrt. 2. Ach! groß und wunderſam find alle deine Werke; du biſt von groſſer Macht, von groſſer Kraft und Staͤrke. Dein Lob, fo gut ich kann, von mir hin, zu dir dring, bis ich dort ewiglich das Lied des Lammes ing. 3. Indeß bleib ſtets bey mir, du treuſter Reisgeſelle Zu Haus und auf der Reis, wend ab all Ungluͤcksfaͤlle Vergib mir alle Suͤnd durch dein unſchuldigs Blut! Und nimm, mit Gut und Blut, mich heut in deine Huth! 4. Ich bleib in und an dir, und kriech in deine Wunden; ich weiß, daß ich allda hab meine Ruh' gefunden: ich ſchlaf ein; ſchuͤtz mich, mein Hüter! dieſe Nacht. Du ſchlaͤſſt noch ſchlummerſt nicht: ich traue deiner Wacht. VI. Mel. Nun freut euch, liebe ic. 9 J Gott/ im Namen Jeſu Chriſt reis ich nun meine Straßen: mein Huͤr und mein Hirt du hiſt; du winſt mich icht verlaßen. Mein Leib und Seel he uch dir, mehr Ehr' und Gut, und was i ZH dieſer Welt heſchreret. Erbauliche Reiſelieder. 11 2. Ich weiß, daß ich allhie auf Erd, bin mit Gefahr umfangen; zu keiner Zeit auch völlig werd' die Ruh' daſelbſt erlangen. Ich bin ein Pilgrimm, der ſtets muß fortſeßen ſeinen Stab und Fuß; der nirgend hat ſein Bleiben. 3. Doch hilfſt du, daß ich immerzu die Noth noch uͤberwinde; bis daß ich dort die wahre Ruh, und rechte Heimat finde: da iſt dann Muh und Sorge aus, da bin ich tlic zu Haus; die Unruh hat ein nde. 4. An ſolche Ruhſtatt denk ich hier, jeßund bey meinem Wallen. Ich bitt, o Herr! mich ſo regier, daß dir's auch mög’ gefallen! leit mich allzeit auf rechter Bahn; und alles, was ich fange an, das ſegne du von oben! 5. Dir iſt am beſten, Herr! bekannt, was mein Yınt mit ſich führet, daß mir zu Waſſer oder Land den Weg zu thun gebuhret. Bring mich geſund, dahin ich ſoll! mein Werk laß mich verrichten wohl, und gluͤcklich wieder kommen. 6. Wend' unterdeß all Unheil ab von meinen Anverwandten, die ich zu Haus gelaſſen hab, von Freunden und Bekam ten! laß fie dir, Gott! befohlen fan; hit ZN 12 Erbauliche Reiſelieder. daß ich ſie, und all das Mein in gutem Zuſtand finde. 7. Darneben mir auch dieß verleih, daß ich behutſam wandle; und immerdar vorſichtig fen, in allem, was ich handle! Durch deines heil gen Geiſtes Gnad gib rechte Zeit, Verſtand und Rath zu meinem Thun und Laßen. 8. Schick deinen Engel vor mir her, den Weg mir zu bereiten; hefiehl, daß er dem Satan wehr', und allen boͤſen Leuten. Nimm mich o Herr! in deinen Schutz, daß ihre Liſt, Gewalt und Trutz mir nimmer könne ſchaden!! 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich: du kannſt ſtets Huͤlfe ſenden: bewahr und fuͤhrmich gnaͤdiglich hier und an allen Enden Und laß mich bald, wo dir's gefällt, nach dieſer Unruh in der Welt, bey dir dort Ruh erlangen. VII. Mel. Pſalm 66. . Bu ich gleich hier in fernen Landen, von allen Freunden weit getrennt: macht doch mein Hoffen nichts zu ſchanden; weil mich mein Gott und Jeſus kennt. Bin ie, cen Herzen gleich verborgen, das ſonſten Erbauliche R eiſe lieder. 13 für mein Beſtes wacht: Genug der Herr witi ſelbſten ſorgen, der jenes Herz fo zart gemacht. 2. O unergrundliches Erbarmen! O unbeſchreiblich ſuͤße Luſt! Er reißt mich aus den Vaterarmen, und legt mich felbſt an ſeine Bruſt. Er heißt mich, in viel tanſend Segen, von Eltern und Verwandten gehn. Er will des Kindes ſelbſten pflegen, das feine Huld ihm auserſehn. 3. Er lehrt mich in den weiten Feldern, und in der Erde grüner Pracht, in Fluͤffen, Gaͤrten, Wieſen, Wäldern: Es iſt ein Gott, der für dich wacht. Der, fo das ſchöne Land gegruͤndet, das dir dein erſtes Leben gab, iſt aller Ort'n, wo er dich findet, dein Stecken und dein ſtarker Stab. 4. Der Samen, der zu Haus dich naͤhrte, keimt auch in dieſem Ort hervor; und was dir Gott daheim befcheerte, ſteht auch all hier in höchſtem Flor. Die Sonne, die dir dort gezunden, iſt's, die dich auch allhier erweckt. Die Huͤtte wird auch hier ges funden, die dich vor Froſt und Regen deckt. 5. Scheinſt du auch gleich auf fremder Straße, von aller Hülfe ganz entblößt: lernſt du doch auch am kleinſten Graſe, daß du nicht ganz alleine geh ſt. Der Gott, der dieſes Grasgen ſchützet, iſt vielmehr fur dein A7 — 14 Erbauliche Reiſelieder. Wohl bedacht, der du mit deſſen Blut beſpritzet, der mit ihm ſelbſt ein Weſen macht. 6. Biſt du gleich ferne von Bekannten; was ſchadet s, da dir früh und ſpaͤt ein Heer von glaͤnzenden Trabanten umher um deinen Wagen ſteht? Was ſchadet's wenn die Freunde ſcheiden, und kein Gefehrte mit dir geht; da dich die Engel ſelbſt begleiten, und Jeſus dir zur Seite ſteht? 7. Was achteſt du der Feinde Bruͤllen, da dich ein ſolcher Schutz bedeckt? Du wandelſt ja nach deſſen Willen, der auch die ſtaͤrkſten Löwen ſchreckt. Kein Sturm noch Wetter darf dich kraͤnken; er ſpricht, ſo wird es ſanft und ſtill. Er kann ja Wind und Wolken lenken, wann, wie, wo und wohin er will. 8. Die ſinſtre Nacht darf dich nicht ſchrecken, die über Land und Menſchen fällt, Will gleich die Sonne ſich verſtecken: dein Jeſus iſt das Licht der Welt. Er, der die Sonne ſelbſt formiret, darf keines fremden Lichtes nicht. Wenn deſſen weiſe Hand dich fuͤhret: Iſt dir die Nacht auch ſelbſten Licht. 9. Ich wohne hier in fremdem Lande: allein, in Gottes Eigenthum. Find ich gleich lauter Unbekannte; ſo kennt mich doch mein hoͤchſter auhm. Mein Hort, in den mein Herz verſenket, zeigt mir ſein hyldes Erbauliche Reiſelieder. 15 Angeſicht; und ſpricht: Mein Kind! ſeh ungekraͤnket! dein treuer Vater laͤt dich nicht. 10, Mein Gott, den ich mir auserwaͤhle! welch ungemein Freudigkeit ſchmeckt meine dir geweihte Seele ſchon hier in dieſer Duͤrftigkeit wenn du in dieſen eitein Jahren mir ſchen ſo vielen Segen ſchenk /f. was werd ich denn erſt dort erfahren, wo du mit ganzen Strömen traͤnk'ſt? 1. Wallt gleich mein Fuß auf fremder Erde: wird doch mein Herze hoch ergoͤtzt, wenn es mit freudiger Gebaͤrde, den Hims mel ſich vor Augen fest. Das Land das ewiglich vergnuͤget, liegt von mir hier nicht weiter ab, als es von jener Gegend lieget, die mir den erſten Odem gab. 12. Sey nur getroſt und ſtill, mein Herze! der Himmel forget ſelbſt für dich. Sey unverletzt in Leid und Schmerze: denn Jeſus ließt dich wiglich. Will ſelbſt der Tod den Lauf vollenden: du bleib in deines Jeſu Hand. Dieß heißt die Reiſe ſelig enden; er fuͤhrt dich in dein Vaterland. cx A* 16 Erbauliche Reiſelieder. VIII. Nach vollbrachter Reife. Mel. Werde munter, mein Gemuͤthe, ꝛc. 1. Nun hab ich, Gott Lob) vollendet, L meine vorgehabte Reis; nun if ſolche ganz geendet: darum viel Lob, Ehr und Preis; weil mich deine Gnadenhand hat ſo ſicher durch das Land wieder bis hieher gefuͤhret; jetzt, o mein Gott! dir gebuͤhret. 2. Du, mein Gott! Haft mich bewachet durch der Engel Schutzgeleit; mich fo gluchlich auch gemachet, daß ich jetzt mit Luſt und Freud hier bin wieder kommen an; und mir ſo viel Guts gethan, daß ich dich muß herzlich preiſen, und dir ewig Dank. erweiſen. 3. Ach! ich bitte dich, erzeige mir noch ferner deine Gnad), daß ich bald das Ziel erreiche, fo mein Geiſt noch vor ſich hat: fuͤhre mich aus dieſem Leid hin in deine Ewigkeit! Ich verlange von der Erden; laß mich ewig ſelig werden. W Zugabe. 17 // ES Erweckungslied zur ſeligen Nachfolge Chriſti. Von Woltersdorf. Nel. Wie ſchöͤn leucht't uns der Morgenſtern,:. 1.(Gs iſt etwas des Heilands ſeyn; Ich E dein, o Jeſu! und du mein, F Wahrheit ſagen konnen: Ihn feinen Burgen, Herrn und Ruhm, Und ſich fein Erb und Eigenthum Obhn allen Zweifel neunen. Selig, Fröhlich, Sind die Seelen, Die erwaͤhlen, Ohn' Bedenken, Ihrem Jeſu ſich zu ſchenken. 2. Schau an die Welt mit ihrer Luſt, Und alle, die an ihrer Bruſt In heiffer Liebe liegen: Sie eſſen, und ſind doch nicht ſatt; Sie trinken, und das Herz bleibt matt: Denn es iſt lauter Truͤgen. Traͤume, Schaͤume, Schlaͤg' im Herzen, Höoͤllenſchmerzen, Ewig's Quaͤlen, If die Luft betrog ner Seelen. 3. Ganz anders iſt's, bey Jeſu ſeyn, Und, als ein Schaͤflein, aus und ein af ſeinen Matten gehen. Auf dieſen Auen i die Luft, Die Gottesmenſchen nur bewußt, Im Ueberfluß zu ſehen: Weide, Freude, 18| ʒugabe. Meine Triebe, Suſſer Liebe, Fried und Le ben, Staͤrke, Licht und viel Vergeben. 4. Schau, armer Menſch! zu dieſem Gluͤck, Ruft dein Erloͤſer dich zuruͤck Von jenem Grundverderben; Er kam deßwegen in die Welt, Und gab für dich das Löͤſegeld, Durch Leiden und durch Sterben. Laß dich Willig Doch umarmen. Sein Erbarmen, Blut und Leiden, Sind ein Meer der Seligkeiten.| 5. Du Haft es lang genug verſucht, Ob das, was Jeſu Kreuz verflucht, Dir wah= res Wohl gewaͤhre. Dein Herz ſagt: Ja, fuͤr wahr! es iſt So, wie man in der Bibel liest: Der Welt Luſt, Pracht und Ehre Luͤget, Truͤget. Wer nur wollte, Wie er ſollle; Ja wer koͤnnte, Machte heut dem Spiel ein Ende. 6. Das Wollen und das Können ſchafft Des Wortes Jeſu Gotteskraft: Mir nach, ihr armen Sunder! Ihr ſeyd für mich, ich für euch da. Wollt, Ednnt ihr nicht? Ich bin euch nah; Nun folget mir als. kinder! Iſt doch Mein Joch Sanft und heilig; Nur daß freylich Euer Wille Mir ſich laſſe in der Stille. 7. O! kannſt du den Immanuel So vor der Thuͤre deiner Seel Vergeblich rufen .* d m ————— 2——— — — a——— c—— Zugabe. 19© laſſen? Sollt feine unzaͤhlbare Bein Gerad an dir verloren ſeyn; Das hieß das Leben haſſen. Ey, mein Schaͤflein, Komm und wende Dich behende Zu den Wunden, Die dein Hirt für dich empfunden 8. Man hat wohl auch ein bißgen Schmach, Und ein und anders Ungemach Bey dieſem Herrn zu leiden. Doch iſts nicht werth der Ehr und Freud’, Die er uns ſchon von Ewigkeit Gedachte zu bereiten, Kronen, Thronen, Hoſianna, Himni— liſch s Manng, Siegespalmen, Folgen auf die Kreuzespſalmen. 9. Ja, liebe Seele, denk daran! Es ſteht ſo lang nicht einmal an; Schon hier auf dieſer Erden Soll dir, bey jedem Tritt und Schritt, Troſt, Friede, Licht und Leben mit. Zum frohen Pfande werden. Kräfte, Säfte, Honigfuͤſſe Liebeskuͤſſe, Taborsblicke Stralen oft auf uns zurůͤcke. 10. Von Stund an kann ich nimmer mein, Des Teufels und der Sünde ſeyn, Die mich bisher gebunden. Mein Herr, den ich ſo ſehr betruͤbt, Der aber mich vielmehr geliebt, Der hat mich überwunden. Nimm mich Gaͤnzlich, Meine Freude, Dir zur Beute, und zinn Lohne Deiner hlut gen Dornenkrone! 20 Zugabe. 11. Wallt noch in meiner Adern Bach Ein Tropfen Bluts, der Jeſu Schma Und feinen Sinn wollt hafen: Der fo ans Kreuz zum Opfer hin: Ich will eh', was ich hab und bin, Als meine Liebe laſſen. Ewig Bleib ich Dir verſchrieben. O dein Lieben Soll, mich treiben Auch im Leiden dein zu bleiben. 1 12. Doch weil ich nir, in eig ner Kraft, Das, was allein die Gnade ſchafft, Schon öfters vorgenommen: So faͤllt mir eben jetzo ein, Daß ich mit aller Muh und Pein Doch nicht zum Zweck gekommen. So eil, Mein Heil, Mich zu retten Von den Ketten meiner Suͤnden, Die mich wider Willen binden!.| 13. Ach mach, mich von mir ſelher frey, Und ſtehe mir in Gnaden bey; Stark’ meinen ſchwachen Willen. Durch deines werthen Geiſtes Kraft Zu üben gute Ritterſchaft Den Vorſatz zu erfuͤllen: Bis ich Endlich Schön geſchmuͤcket, Und entruͤcket allem Leiden, Bey dir darf in Salem weiden. RA 1 J niIN irn 7 em Zugabe 21 — AA LBS Lied, von Jeſu Chriſti Zukunft zum Gericht. Melod. Es iſt gewißlich an der Zeit. 1. J LTacht auf, wer noch zu wecken ff: W Wacht, Boͤs' und Gute, wachet! Ja, wenn du unter denen biſt, Die vis daher gelachet, So oft es hieß: er kommt mit Pracht! So nimms von heute an in Acht: Er, unſer Gott iſt nahe. 2. Wie er zuerſt ganz klein und arm In dieſer Welt erſchiene, Daß er ſich über une erbarm', Und uns mit Gott verſuͤhne: So kommt er nun zur letzten Zeit In ſolcher el und Herrlichkeit, Daß es erſchienen eiſſet. 3. Er hat das Recht zum Panzer an: um Helm, Gericht und Wahrheit; Zum child, den nichts durchdringen kann, Die e ige und Klarheit. Vor ihm geht frefend Feuer her; Sonn“, nd und Sterne, Waſſer, Meer; Kurz: Erd' und Himmel fliehen. 22 Zugabe. 4. Er kommt gleich einem Dleb bey Nacht, So ſchnell, wie Wetterblitzen: Eh' man es ſagt, eh man gedacht: Er komm', ſieh't man ihn ſitzen Auf einem großen weißen Thron, In ſeinem Schmuck, in ſeiner Kron', Als Richter alles Fleiſches. 5. Viel tauſend Heil' ge find um ihn, Mit neuem Jubelſchalle: Die Cherubin, die Seraphin, Die Engel Gottes alle, Die find fein himmliſches Geleit, Und auf des Königs Wink bereit Die Auswahl herzuführen,‘ 6. Hieher, verruchte Spoͤtterſchaar, Die Jeſum ſo verachtet! Sagt an, iſts auch noch jetzt nicht wahr, Er ſey für uns geſchlachtet? Nun fragt er nach dem Loͤſegeld, Als Herr und Richter aller Welt. Schaut alle auf: da iſt er! 7. Wer hat nun recht, ihr oder wir, Die Sein im Glauben harren? Wem gilt es nun, mir oder dir? Wir Narren, o wir Narren! Ihr Spoͤtter, ihr habt ihn verfehlt: Er haͤtte euch gern auch erwaͤhlt: Nun geht von ihm, Verfluchte! S8. O aber, welch ein Gnadenblick Für alle, die fein Lieben Von Suͤnd und Welt zu ihm zuruͤck In dieſer Zeit getrieben: Wann fie, nach feinem Bild erwacht, Ihn Zugabe. 23 kun, in feiner vollen Pracht, Mit ihren Augen ſehen! 9. O, dieſes Feuer laß in mir Von Stund an ſo entbrennen, Daß mich kein Luſt noch Furcht von dir, Nicht Tod noch Leben trennen. Und wenn mirs will zu lange ſeyn; So fall mir, wie Johanni, ein: Ich komm'; ja, Amen, komme! G G CN.. t. Merl Seele, dir dieß große Wort: *. Wann Jeſus winkt, fo geh: Wann er dich zieht, fo eile fort: Wann FJeſus Halt, fo ſteh: Wann er dich Iobet, bücke dich: Wann er dich liebt, ſo ruh: Wann er dich aber ſchilt, ſo ſprich: Ich hrauch's; Herr, ſchlage zu Wann Yefus feine Gnadenzeit, Bald da, bald dort verklärt; So freu dich der Barmherzigkeit, Die Andern widerfaͤhrt. Wann er dich aber brauchen will, So ſteig in Kraft empor: Wird Jeſus in der Seele ſtill, So nimm auch du nichts vor. Kurz, liebe Seel', dein ganzes Herz Sey von dem Tage an, Bey Schmach, bey Mangel u. bey Schmerz Dem Lamme zugethan. —** —**