i-^L 'r< ^T-Vx» K--.--K -< v -- >» -!'.d L- ^ >7--- r'^<7 U'. . ^ Eine bewegliche nrede Des HErrerr JESU CHRISTI An das Menschliche Hertz. Und eine ntwort Des Hertzens daraujf, AnS Offenbahr. Ioh. Cap.^. ro. Von Einer dadurch kräfftig gerührten Seele / zum Druck beforvert. rÄMdibU-sIhti, I —- — . Lssel. BAS E T','...— Drucktö Johann Conrad vonMechels seel. Wittib. 174». , L» O ) ) ( G Offenb. Joh. z. Lap. vers. 20. Jehel Ich stehe für derThür,lmd klopfst ml; fo jemand meine Stimme hören wird, und die Thür auff- thum zu dem werde ich einge- Hen/Und das Abendmahl mit ihm halten/und er mit mir. A 2 Die K> 4 (A Die Anrede Des HERREN JESU An das Hertz. Iehe! * Du blinder Bljchoff zu Laodicea / siehe doch / ich stehe für der Thür! Warum bist du so blind/dast du mich nicht stehest/der ich doch dir für der Thür stehe / und dir so nahe bin? Siehe ! thue deine Augen auf aus dem Schlaff/ und Schlummer deiner Sicherheit / und siehe mich als den hellen Morgenstern/und die dir aufgehende Sonne der Gerechtigkeit. Siehe! du kanst mich zwar freynch nicht sehen/ wegen der Unwissenheit, die in dir ist und wegen der Blindheit deines HcrtzenS; aber da hast du meine Augen - Salbe/ den heiligen Geist/salbe deine Augen da- mik/daß du sehen mögest. Siehe! I» wohl/ ir »!> Ä ÜI »I iik «! « k- G)5(K _ wohl/wann dir der Trüffel zeiget aufei« nem Berge die Reiche dieser Welt/und ihre Herrlichkeit/ da siehest du begierig l hin; und aber nach mir zu sehen/kist du ' viel zu trag / und zu kaltsianig/ weil mei, ne arme Gestalt nicht in die Augen der Welt fället. Siehe ! dein Glaubens« ... Aug muß und kan mich allein sehen/und ' L wirst du mit diesem mich besehen / so E wirst du sehen eine Herrlichkeit als deS »u eingebohrnenSohnrs vom Vatter/vol« ler Gnade und Wahrheit. Siehe! setzt ^ kanst du mich noch sehen in dieser dir be» ^ stimbtenGnaden Zeit/ aber über ein klei« nes wirst du mich etwa nicht mehr sehen , ^ können / darum gebrauche dich des Liech, ^ kes / dieweil du es hast/sonst möchte dich 1. dieFinsternuß ergreiffen. Siehe ! wirst ^ du mich in dieser Gnaden,Zeit recht an« ^ sehen/und mich das einige Augenwerck ^ deinesHertzens seyn laffen/so soll du mich such einmahl sehen in meiner Herrlich« keit/ die mir der Vatter gegeben hat; deine Augen sollen mich schauen/und kein ^ Frembder. Ach/darum/siehe! G)'6(O _. IchUsiehedochU / ich siehe vor der Thüre! Ich, der Amen / und die selbst.ständige Warheit des Vatters/ in welchem alle Verheiffungen GOttcs stynd / Ja/ und Amen! Ich, der treue und warhaffrige Zeuge/der ich die War« heit zeuge / und eS treulich und gut mit derSeele desMenschen darinnen meyne/ nicht zu ihrem Schaden/sondern ewigen und warhafftigcn Heyl! Ich, der An« fang der Creatur GOtteö/ indem durch mich/ als das selbst,ständige Wort alles gemacht ist/und ich auch zugleich der sk- sprung der geistlichen Schöpffung/ und der neuen Creatur bin! Ich, siehe doch/ ich/ ich/ stehe vor der Thüre! Ich binö/ dein Bräutigam/ der ich um deineSeele werbe/ und mich mit dir versprechen will/ und verlsben/in Gericht und Berechtig« keit m Gnade und Barmhertzigkeit/und du soll mich deinenHEnn erkennen/und dcinenBräukigam! Ich bins/dein Kö> nig/der ich dich nicht mirGold/oderSi!« bcr/ sondern mit meinem eigenen GOt« r !, d !!> _ O ) 7 O( k ve reS-Blut erlöset/ und zu meinem Eigen« d!» thun, theuer erkaufft habe; darum sage U ichs dir/ siehe/ dein König kommt zu dir! Äk Ich-bins/deinJEsus/du kennest ja mei- A nen tröstlichen JEsuS-Nahmen/aufden U du sechsten genennek bist/und der mir da» i >l rum gegeben ist/ daß ich mein Volck see« « lig mache/von ihren Sünden; und die« str JEsus ists/ welchen zu sehen/ja end« L lich noch der Mühe werth seyn wird! Ich, siehe/ich bins! A Ich stehe!* das ist meine naheGna» den-Gegenwart umb und bey dir. Ich un! bin zwar allen Menschen nahe/in meiner allgemeinengöttlichen Gegenwart- Wo iivj wilt du hingehen / O Mensch / fürmei- K nem Geist/ und wo will du hinfiiehen für ^ meinem Anzrsichle? Aber dir/ O See» H, le / bin ich anjetzo mit meiner Gnade inS i,H besondere nahe worde/da ich vor deinem NA Hertzen stehe / und mich mit aller meiner jn§ Gnade dir mittheilen will.Wie weithast du dich von mir entfernet / aber ich / als A der treue Hirte/bin dir nachgelauffen / H und stehe nun vor dir. Da bin ich/jetzt ^4 kanst * Ich stehe. K) 8 (K kanst du mich haben mit allem meinem Himmel/ und Seeligkeit . da stehe ich/ jetzt kanst du aus meiner Fülle nehmen / Gnade um Gnade. Ich stehe ! Das ist meine grosse Gedult/UndLangmuth über dir. So viele Jahre und Tage stehe ich schon vor deinem Hrrtzen und habe mich nicht ermüden lassen/ in Hoffnung/ du werdest mir endlich doch die Thüre öffnen. Du lässest ja deinen Freund/ und noch vielweniger einen vornehmen Man nicht in die Länge vor deiner Thüren stehen: sondern eilest vielmehr ihnen alles zu öffnen. Bin ich dann geringer/ und unwürdiger/ da du mich schon so lange draussen hast stehen lassen? Und doch ist meine Liebe so langmükhig gegen dich/ daß ich noch würkiich da stehe/und gleichsam aufwarte. Verachtest du denn noch länger diesen Reichthum meiner Güte/ Gedult und Langmuth? Ich stehe? Aber nicht mehr lang. Jetzt ist noch die angenehme Zeit/ jetzt ist noch der Tag des Heyls. Ob ich Morgen noch vor deinem Hertzen stehen werde mit meiner Gnade / habe ich dir in meinem Wort nicht , § _ A ) 9 ( O _ !N> nicht die geringste Verheißung gethan, ch/ O darum fürchte dich/ ich möchte bald «1/ weggehen/und nicht mehr wieder komen? S>>! Jetzt stehe ich vor deinemHertzen; M»r« ibtt gr„ vor einem andern. Doch/ich gebe noch neuen Raum und Zeir/besinnr dich/ H ich will noch eine Weile stehen bleiben. d„ Thust du ^och nicht auf? Ich gehe fort! P doch ich stehe noch / M Vor der Thür ! * Nemlich / O Seele / vor der Thür deines HertzenS. lh O eine verriegelte Thür! Der Welt/ Ä und dem Leuffc! stehet Sein Hertz offen md Ta; und Nacht / daß der böse Geist hin« W ein gehen kan/wann er will. Aber mir/ und meiner Gnade ist alles verriegelt M und versperret / daß ich auch nicht ein Ritzlein finden kan. Schande/daß mir B die Thür von dir verschlossn ist / der ich ii»j doch der rechtmäßige ErgenthumS'Herr hx! des pauses bin! Du halt eine gedop- pelte Thür deiner Seelen / und beede/ is; ach! be^de sind mir verschlossn. D e ei- d!» neThür ist deinVer stand/ da ich gern als « das Liecht eingehen wolte; und dir an« A 5 deck A * Vor der Thür. __ G ) 10 s A _ dere dein Wille/zu dem ich / als das Leben / kommen möchte/ und in dein Hertz völlig eintretten. Ach/ aber beede Thüren sind verriegelt! und ich muß Haussen stehen! doch ich Klopffe an. * Will du mir die Thüren deiner Seelen / O Mcnsch/nicht vffnen/ich klopffe an/ob du etwann meine Stimme hören/und mir auffthun möchtest . Ich klopffe an , mit dem Hammer meines Wortes / da ich bald hart mit dem Gesatz an deinHertz klopffe/daß dir die Ohren gellen möchten; bald aber gantzsanfft durchwein Evangrlium/da« mit ich dir auf das freundlichste zurufst / und zu Hertzen rede. Ich klopffe an, durch meine offtmahlipe unmiltelbahre/ undunverseheneGcwiffens-Rührungen/ da ich/ wann du es dich am allerwenigsten verstehest/ durch die Stimme deines Gewissens dich anrede: Was thust du ? wie lebest du e wie frech widerstrebest du -er Gnade GOtteS? wilt du dich nicht auch einmahl bekehren / und so weikerS. Ich kloffe an, durch die Stimme mei« * Und klopffe an. Ü l, ki _ A) n (G ^ ner Mund-Botlen/ die in der Predigt/ "tz oder in Privat-Unterredungen / dich so ^ kräffkig rühren / und an dein Gewissen dermaßen klopffen / daß du es wohl fühlest/ wie es dir durchS Hertz gehe. Ich ^ klopffe an, durch das liebe Creutz/daß/ Ä wann dein Hertz so gar fühkloß gegen alle E meine Gnaden-Klopffer gewesen / ich es H versuche/ ob du das Klopffen meinerRu- ^ then besser hören' empfinden/und aber m auch folgen möchtest- Ich klopffe ÜN, durch die getreue und wohlgemeinte Er» ^ innerungen dieses oder jeneöChristlichea ^ Freundcs/der dichBrüderlich ermähnet/ l" und einen Zugang zu deinem Hertzen fin« det / und einen Klopffer dir keäffng bey, bringet. Könnte ich nun/O Seele/an» ders mehr bey dir ank!opffm / sage an! S' So jemand meine Stimme ^ höret ! * Ich habe nun das. Memige !' grthan/Seele/daß ich mitmeinerGnade so lange schon vor dein Hertz hingesian- ^ den / und angcklopffkt habe durch meine '' bißherige Stimme an dein GewZffn. * So jemand meine Stimme höret. Hk ) ir ( K Ach / so doch nur jemand auch meine Stimme hören möchte! Aus so vielen/ bey denen ich bißhero angeklopffet / solte ^ doch noch endlich jemand seyn/der meine ^ Stimme hörete! Jemand/ aber/ lciyder niemand ! doch Seele/ seye du dieser Je, wand; dann dir bin ich anjetzo ins be« sondere mit meiner Gnade nahe worden. Ij Was? wölkest du es nicht seyn? Aber ^ meine Stimme must du hören! Es gibt anjetzo so viel Stimmen in der Welt/die falsch seynd/und es mir nach, schwätzen. Darumb lehrne wohl meine Stimme kennen / und unterscheiden. Meine Schafflein kennen meine Stim, me/und folgen mir. Kennest du sie auch ? Kanst du mit der Sulamith aus dem Thon urtheilen: Dieses ist die Stimme i meines Freundes? Was hilfst dieses i aber / O Seele/ meine Stimme kennen und wissen / und doch dieselbige nicht hören ? Hören must du meine Stimme >> mit dem innwendigen geöffneten Gehör deines Hertzens. Was solte das äusser- i iiche Gehör allein seyn / da mein Wort > atS Sl .L> k _ K ) r; (O __ >m als ein blosser Schall zu einem Ohr ein/ n, und zu dem andern wieder auffahret ? Er Aas verschlosseneGebör deinesHertzenS M muß dir aufgethan weiden/wie ich Vor» dn ten der Lydia das Hertz auffthat /daß sie acht hatte auf das / was von Paulo gebe- sagt war. Ich lege deßwegen meinen M Finger/ den Heiligen Gein/in deine taube: be Ohren/ hörest du noch nicht meine Stimme § Ach / läyder / -aß viele ihre k Ohren muthwillens zuhalten/wie die Juden vor der Predigt meines treuen ? Zeugen Gtephani ! Hören must du . aber auch meine Slimme/mik einem be- » gierigen Ohr. Wann die Welt die mit ! ihrer betrieglichen Delilä» Stimme zu, i rüstet/ da spitzest du bcede Obren/und ! merckest begierig auf. Aber/O wie ver- ! drießlich ist dir meine Stimme/ die doch i eine Stimme des Bräutigams ist / wel- » che die Braut/ wann sie nur auch Liebe ! hätte/ mit gräster Begier auffassen solle, l Schande! daß ich dich meine Stimme - zu hören deßwegen auffmuntern muß / I da du von sechsten aus Begier mit ! Samuel sagen sollest: Rede/ HLRR/ A 7 «-e/ _ O) 14 (A rede / dein Knecht / deine Magd höret! Hast du diese Begierde? Und mirauffthut, * darum sollst du meine Stimme und meinen Klopffer hören / damit du mir die Thüre deines HertzenS öffncst.So du ja jemand klopf« fen hörest/ thust du die Thüre auf.Wa« rum mir nicht ? wann du endlich meinen Klopffer nicht höretest/ so möchte ich es dir desto leichter verzeihen / daß du mir nicht auffthust. Aber gedencke/ hören / und doch nicht auffthun ! Ich ruffe dir deßwegen so freundlich zu/ als ich immer kan/thue mir auf/meine Fromme/ meine Taube / thue mir auf. Thue mir auf Willig. Den Riegel deiner bißherigen Widerspenstigkeit schiebe zurück/und offne mir hingegen deinen Willen / daß er mich begehre und gelassen einnehme. Paulus begunte zwar sich lange Zeit mir zu widersetzen/aber da er aufdem Wege gen Damascon meine Stimme höreee/ that er sein mir so lang und hart ver« schlosseneö Hertz so willig auf/daß ee zu mir sprach: HErr/waS will du / das ich thun is « «>i lü r k r» I! * Undmirauffthut. G) 15 (G Mü s« O Itz L» »- »/ r ß !- thun solle? So mache es auch / daß du mir willig auffchust/und meiner Gnade nicht langer widerstrebest. Wie offt habe ich schon bißhero gewolt/ tu ober hast nicht gewolr; Thue mir auf eilfertig. Was besinnest du dick so lange/ und gehest mit deinem alten Adam zu rath / ob es deinem Stand, deinem Jnteresse/dei« nrm Amt/deiner Geburt/deiner bißheri« gen Compagnie/ und so ferners/ nicht nachteilig seyn möchte / mir dein Hertz auffzukhun ? Warum besprichst du dich so lange mit Fleisch und Blut/ und fährest nicht alsbalden zu / ohne einen Au, genblick zu verweilen ? Wann die Su- lamikh sich verweilete in ihrem Bethe auffzustehen/und mir die Thüre zu öffnen/so gieng ich indessen weg / und ließ mich von ihr hernach die gantze Nacht vergeblich suchen. O ' glaube/Seele/die Vcrweilungen sind kein Nutz! Ich habe meine »or- 8 , 8 c klorsr, meine besondere Gnaden, Stündlein und Heimsuchun, gen des Menschlichen Hertzcns. Wer diese mit Verweilen vorbey eilen lässet / der suchet sie hernach oft lang mit schmer, tzeg O ) i6 (O _ ßtn vergebens. Darum so bald du meine Glimme hörest / thue doch nur eilfertig auf. Und dennoch/ Seele/ da ich eö dir hier sage/ zauderst du noch! Thue mir aufgäntzlich. Das gantze Hertz will ich geöffnet haben; und heiffel eS bey mir: Gantz mein / oder laß es gar seyn. Du thust mir zwar bißweilen dein Hertz ein wenig auf / dadurch ich zu dir eingeben soll. Aber der Welt/und ihrer Eitelkeit stehet die andere Tbüre/rveit/ weit offen. Das kan unmöglich seyn! Widcige Herren mögen ja nicht in einem Hause zugleich wohnen. Was hat das riecht vor Gemeiuschafft mit der Finliernuß/ und wie stimmet Christus mit Belial? O/ darum alles andere ausgeschlossen / und nur mir/deinemJEsu/mir das gantze Hertz geöffnet! Mache dieThore weit/ und die Thüre hoch/vaß ich als der Kö- nig der Ehren/einziehe! Ach Seele/daß du mir doch auf besagte Weise auftyun möchtest! Aber! thust du auf? * So will ich zu dir eingehen. DaS/ meyne ich soite doch dich bewegen/ . ^ mir So will rch zu dir eingehen. K K) !7 ( Ä « mir dein Hertz auffzuthun. Wannjetzo Mj ein grosser König und Herr sich bey dir Sd ansagen ließ / in dein Hauß einzugehen / Nie wie begierig solltest du ihme Nicht die Thüren öffnen/und alles bereiten. Nun m siehe/Seele/wie ichs Zachäozugeruffen / ^ so sage ichs anjetzo dir: Ich muß heute -s; in deinemHause einkehren; eilest du aber !-!- mit Zachäo auch mir die Thür zu öffnen/ tz und mit Freuden mich zu empfangen ? Ich, gedencke/ ich will zu dir eingehen. ^ Ich der einige/und allrrliebsteSohn deS sj VarterS/und dein Erlöser. Ich nicht tl nur allein/sondern meinVatter/und de»: f heilige Geist mit mir. Wir wollen zu dir i? kommrn/undWohnung bey dir machen, i/' Könte deinemHertzenS-Hauß ein grösser ? Heil widerfahren / als daß der Drey» ! Einige GOtt zu dir eingehen will f Zu 'i- dir, gedencke/zu dir, will ich eingehen. H Zu dir / der du nur Staub und Aschen hist/kommet der ewige GOtt. Dahast du sa freylich Ursache zu sagen: Was ist II. derMensch/O HErr/daß du sein gehen» ckcst/und des Menschen Kind / daß du « dich sein so sehr annehmest? Zu dir/ der du _K) i8 A(__ du noch über das ein Sünder und Unreiner bist/ kommet der heilige GOtt. Darüber sollest du dich ja demüthigen / wie sich dorten vor mir demüthigte der Hauptmann zu Capernaum: HErr/jch bin nicht werth/daß du unter mein Dach gehest. Könte ich/ der grosse GOtt/ mich tieffer herab lassen/als daß ich zu dir komme f Eingehen, gedencke / eingehen, will ich zu dir. So nahe ich sonsien allen Menschen bin/ daß sie in mir leben/ weben und seynd; so will ich mich dochge« nauer mit dir vereinigen/und verbinden/ daß du in mir/und ich in dir seye.Obschon ich im Himmel wohne/ der mein Stuhl/ und die Erde meiner Füsse Schäme! ist; so will ich doch zu dir eingehen/ und dein Hertz meine Wohnung seyn lassen; ich will m dir wohnen/und in dir wanvlen. So arm ich in den Tagen meines Flei« schesgekommen bin; so reich komme ich anjetzo zu dir / indem ich allen meinen Himmel mit seinen Schätzen und See» ligkeilen mitbringe/und dein Hertz/ noch mehr/ als Qded-EdomS Hauß/ darin« nen die Bunds - Lade stuhnd/ sregnen j ^ 1 K> ii > _ K) ,9 fG' _ und begnadigen will. Göltest du dich nicht freuen daß ich also zu dir eingehen will? Aber höre noch weitere! »Und will das Abendmahl mit dir halten,und du mit mir. Siehe/ Seele/ dieses ists / was ich dir thun will. Wann ich ehemahlen zu denen Emaun« tischen Jüngern eingieng / so hielt ich mit ihnen das Mahl/ und sie erkannten mich an dem/ daß ich das Brod brach. Ich will das Abendmahl mit dir halten, und du mit mir. Dann siehe/in meinem heiligen Abendmahlgebe ich dir mein Fleisch zu essen / und mein Blut zu trinckcn. Ist dieses nicht ein inniges Liebes - Mahl/ da ich dir meine Liebe zu gemessen gebe/und zu schmecken/ wie freundlich / ich / der HERR seye ? Ist dieses nicht ein Hochzeit-Mahl/wel- ches der Vakter bereitet/ uno mich/ daS Lämmlrin GOtkeS felbsten/geschlachtet/ und denen Gästen sagen lässer/Kommet/ eS ist alles bereitet? Ist dieses nicht ein kräfftiges LebenSMahl/ da ich dir die Speise * Und will das Abendmahl mit dir hallen, und du mit mir. O ) 20 (A Speise der Unsterblichkeit darreiche/ mit der Versicherung / wer mein Fleisch is, setz undtrinckct mein Blut/ der wird ewiglich leben ? Ich will das Abendmahl mit dir halten, und du mit Mir.Dann sihe/ich will,wie ein Freund mit dem andern / mit dir umgehen auf das liebreicheste,in deiner Seele und dir alle HeimlÄkeiten meines Hntzen-s offenbahren/und mich dir vertrauen. Ich will dir das verborgene Manna in dei, ner Seele zu kosten geben/ und du soll von mireffen/ als von dem Baum des Lebens / der mitten in dem Paradieß GOktes ist/und du sollt schmecken meine Süßigkeit im Hertzen. Ich will/als die lebendige Quelle, mich in dich ergießen / und den Durst deines unsterblichen Geistes also stillen / daß er getrancket werde mit Wollust/ als mit einem Strokm. Ich will das Abendmahl mit dir halten, und du mit mir. D eses solle erst einmahl recht geschehen im Himmel / da ich es mit dir neu essen/ und trincken werde in meines VatterS Haust/ s k ö »>! /W schljl IIIII M idk« ^i!s> !tß M K ^S/ /!!> K !l«- >-/ _ K ) 2l ( D _ st / über stimm Tischt. Da wird die Hochzeit des Lammesangrhen/mit dir/ O Seele / als mit meiner Braut; Da wirds heiffen: Seelig/ seelig sind / die zu dem Abendmahl des Lammes beruf, fen sind. Musi du schon indessen dein Brod mit Aschen essen/ und deinen Tranck mit Thränen mischen. Getrost/ die Tafel ist im Himmel schon gedecket / da ich das Abendmahl mit dir halten will / und du mir mir. ES bleibt dabey! Amen/ja ja'ks soll geschehen; Ich der Amen/ und warlich Habs gesagt! Antwort Des Bißher von Lhristo JESU angeredeten Hertzenö- N Ch/HErr JEsu/bist du es nicht/ der mit mir bißhero geredet? Ja/ja/dasistdie Stimme mei, nes Freundes/ und dieses ist der Klopffer meines Bräutigams. Ich beklage / O IEsu nichts mehr / als meine bischerige Blind. _ O ) 22 ( K __ Blindheit/und Unachtsamkeit/ daß ich dich vor meinem Hrrtzen stehend nicht gesehen/ noch wahrgenommen. An statt/ daß ich nach der Eitelkeit gesehen / hätte ick dich / Odu Merschönster unter den Menschen'Kmdern/mkjnAugtN'Werck sollen seyn lassen. Du bist es doch allein/ an welchem sich das unersättliche Aug meiner Seelen nimmer satt sehen kan. Oeffne mir sechsten deßwegen das Aug / daß ich dich sehe in -einemLircht,als das Liecht. Und da zu dieser letzten Mitternacht , Zeit auch die fünff kluge Jung« stauen in einen Schlummer gerathen / so wecke sie sechsten auf/daß sieaufsehen/ und deine Ankunfft mercken / und die Lampen schmücken. Freylich / O HErr JEsu / ist es ein verbuchter Undanck bey nsirbißhero ge« wesen/daß ich dich schon so lange und vieleZeit vergebens vor meiner Hertzens« Thür habe stehen lassen. Wo ich gegangen / und gestanden / habe ich wohl gr- mexcket/daß du mir auf dem Fuß nachgingest / und mir näher wärest / als ich mir selbsten. Aber/läytzer/ ich habe dich K ) r) s K stehen lassen/und du bist/GOttLob/stt- hen geblieben/da du aus gerechtem Ge« richte vor manches Thüren weggegangen. Ach/ gehe nicht vor deinem Knecht/ (vor deiner Magd) über / O HERR JEsu; bleibe noch ein wenig stehen / biß ich dir die Thüre geöffnet. Wahr ist es / O HERR JESU / du hast vi el und oft bey mir angekiopffet. O/wie manche Rührungen und Bewegungen meines Gewissens habe ich gtt spührel! O wie manchen tieffen Eindruck hat mir dein Work gegeben/ und einen Stachel zurücke gelassen! O / wie kraffrig / und nachdrücklich hast du mir mit deiner schwärenHandans Hertz gegriffen/ da es mir am wehesten gethan! O/ wie manchen Menschen hast du zu mir geschicket/ der mich meiner Sünden halben zu Rede gestellt '.Alle diese Kiopf- fer hast du gethan/ an meinem Hertzen und Gewissen; und ich habe es entweder wegen der Unruhe meiner Sinnen,und Affekten nicht geachtet; oder wohl gar öffterS muthwilligerWeise unterdrücket. D» ich dich nun/ O HErrIEsu/bißher verges G) *4 (G vergebensbabe anklopffen lassen; söge. brich mich selbsten schuldig / und Habs verdienet / daß du mich einmahl mit de. «en thörichten Jungfrauen auch vergebens an die Himmels - Thür anklopffen liessest / und mir die Thür nicht öffnetest. Doch schone meiner / OHERR JESU/ ich höre deine Stimme! Alle Stimmen der Welt / damit sie mir biß, hero so freundlich geruffen / sollen aus meinen Ohren verbannet seyn. Ich bin taub dagegen. Aber deine Stimme/ liebster Heyland/ will ich hören. Ich lege mich deßwegen mit Maria zu dei. nen Füssen/ in der Stille / und innwen» digem Sabbath meiner Seelen. Alles müsse in mir/ und ausser mir schweigen / und du alleine reden. Deine freundliche Gnaden.Stimme will ich anjcho hören/ so weiß ich gewiß/ ich werde deine ent. schliche Donner-Stimm an dem Tage des Gerichts nicht hören dörffen. O laß mich doch nur genug deine innere Stim. me hören/ die mir so kräffcigzu Hertzen redet/ wie ichs bedarff/ und eS mir nütz. lich ist: O laß mich nur andächtig hö. ren r«! k 1 A U ß M -_ K) 25 (K _ ^ rrn die Stimme deines Evangeltt/ das uns täglich in dem geschriebenen Worte ^ so freundlich anredet/und zuspricht. Nun ? ich höre HERR JESU / rede doch / f ach rede! !5 Ich solte dir zwar / liebster Heyland/ ^ das Hertz auffthun; aber / läider / ich kan es nicht selbsten. Du must durch ^ deine Göttliche Krafft mein Hertz beste« ^ gen/ und es selbsten öffnen / durch deinen E Geist. Da hast du die Thüren / schliesst ^ auff/ und wann sich dir noch einige Rie- gel widersetzen wölken/ so stoße mit aller Gewalt auf. Kanst du über alles Mei« ster werden/so kanst du es auch über mein böseS verschlossenes Hertz. Ach gib/ daß 7 vor dir / dem Erschaffenen Engel des Bundes/ diese eiserne Thür sich selbsten '-°auffthue. 7 Nun / so gehe dann auch zu mir ein / HErr JLSU/komm herein/du Ge, ^jegneter des HErren/ was stehest du ^draussen; es ist noch Raum da. Alles 7soll dir Raum und Platz machen/komm l^nur du herein / und nimm mein gantzeS Hertz ein. Du sagst/ gib mir/ mein B Sohn/ O ) r6 ( G Sohn/ dein Hertz. Da hast du es/kom x doch nur herein. Ich solte zwar freylich . mit Petro sagen/ HErr gehe von mir / hinauß/dan ich bin ein sündigcrMensch. ^ Dieses solte ich sagen auSDemuth.Aber - eben darum/ weilen ich ein sündiger H Mensch bin/ so bedarff ich deiner/ und j i bitte dich herein zu kommen. Ach/ dar» . um komme doch herein! AlsdasLiecht - in meinen Verstand; Als die Heiligkeit ^ in meinen Willen; Als die Reinigkeit in meine Begierden; Als der Friede in j mein Gewissen; Als die Freude in meine Affecten; Als der Ein/ und Alles in ^ mein Hertz. Ach/ darum/ komm r och herein/ du Gesegneter/ mit allem deinem Geistlichen Segen in Himmlischen Gütern! Ich möchte aber/ O HErr JESU/ / auch aerne mit dir das Abendmahl bal» r ten. Meine Seele hungert/dürstet und ^ verlanget nach dir in einemdürren Lan- , de. Ich habe zwar/läyder! auch die Traber dieser Welt genossen; aber ich k finde keine Sättigung vor meine hunge» « rige Seele/ und die Welt will sie mir - auch ^ K ) -7 (A auch öffterS nicht geben. O dieses macht mich dencken an meines VatkerS Hauff, daß darinnen Brods die Fülle ist. Die, ses bist du/ O HErr JLsu/ darum gib dich mir im Glauben und innwendigem Geschmack zu gemessen. Auch ein Brö- samlein von der Kinder Tische solle mir genügen. Ich balke dir für dein Wort: thue deinen Mund weit auff/ laß mich ihm füllen; Ich thue ihn auf/ geh/ so fülle ihn. Gib nur ani'etzo zuschmeckea die Kräfften der zukünftigen Welt/ biß ich zu dem völligen Genuß des Abend, mahls desLammtö kommen werde/Eja/ wäre ich da ! Eia/ wäre ich da! ja ja/ ich komme bald. Amen. KHAEinFreundin steh! ich stehe hier, für del. P ner innern Hertzens-Thür,und klcpffm, mit Verlangen ob jemand meine Slm, woll hör'n, und wie es wohl soll seyn gewäkr'n, jemand käm raus gegangen, der nur, die Thür, bald austhue, day ich Ruhe, in ihm finde,'uni nicht langer Haussen stünde, j! 2. Ist dieses nicht die süffe Stimm, still! still »1 mein Hertz, und recht vernimm, obs meines ' Freundes Worte? ja, ja er ists, ich kenn sie nun; l-'i auf! auf geschwind, setz alles Thun zurück: Evl -x zu der Pforte, gehe, stehe, brich das Siegel,treib ,, den Rieqehvon den Thüren, memenSchatz her- ' «n zu führen. B r Macht _ G) r8 (K r Macht »och das Thor, die Thüren weis,, ^ räumt alles höckrichte beyseit, der Ronig aller ! t Ehren,der Herr des Himmels, der mit Zier an- j I kommet, dieser soll bey mir gantz prächtig jetzt l einkehrm, fliehet, ziehet, aus mit Haussen, fern zu laussen, all ihr Sünden ! keine laß sich hier mehr finden. ^ 4. Herein memFreund, ach! komm herem, !> von uns soll du willkommen seyn, »vollst draussen nicht lang stehen, das Hauß ist gantz für dich ' geräumt, beliebe, Liebster, ungesäumt, mit al. ' len einzugehen: Dein heißt, mein Geist, und j waS ich hab, ist deine Gaab,HErr, nimm mich hin, weil ich dein Wohn - und Werckstatt bin. b, So jemand meiner Stimm nimbt wahr, gehorcht derselben,ivill ich gar, wann er anftdut «intretten; ich bringe mit Genad und Gaad, sein ist es alles, was ich hab, weil er mich hat erbätten, sein Hirth,und Wirth,will ich werden, guts auf Erden soll zuffiessen, das Mahl soll er mit mir gemessen. 6 . Das Abendmahl, da ich bin Rost,dasLe« bens-Brodt, der süsse Most, der Wirth, Gast' Tranck und Seift ; rver mir ein gläubig Hertz vorsetzt als meine Speise, den ergötzt aufuner- forschte Weise, so fort, mein Wort, Fleisch und Blute, das zu gute vorgegeben, das erhält der Seel das Leben. 7. Wer davon nimmet, ißt und trinckt, im Glauben sein Geist gleich versinckt, hienein in meine Stärcke. Er als ein tüchtig Rebe saugt, aus mrr den Safft, der ihm dann taugt, zur Übung rechter Wercken, diß Safft, gibt Krafft, 7 das er ringet, und bezwinget, was vonnöthen, '' kern Loh ihn mag ewig kübten. Hertzliche und Ernstliche K Hinladung Zur s Hochzeit des Königes/ Aus wank. XXII. -S-. 1 - 14 . Ä An das ^ Hertz und Gewissen geleget / Und AuffBegehren zum Druck beförderet. ÄL ,W Iji« W ßlk sil M«! o'L ___ Gedruckt bey Johann Eonrad von Mechel seel. Wittib / »740. WrchrndLbliothrk ^ ? Sssri. .1 BAS E'^. K ) ?O ( O Gclikbteste Zuhörer i ! ^ ^ ^ ^ Cch bin heute aufgelretten , als ein Wächter aufder : Zinne / welcher seine ! Stimme erhebet/ und i euch die Mitternacht- Stunde anschreyet. Ich bin heute aufgetreten/ als ein Herold/ den der König voraus schicket/ und ihne s8er Orten die Hochzeit seines Sohnes außruffen laßt. Ich bin heute aufgetret- ten/ als ein Braut-Führer/ die kluge Jungfrauen unter euch bey der Hand zu nehmen/ und sie als eine reine Braut meinem ZEsu zuzufuhren.Ich bin heute aufgetretten/als eingeteeuerNathgeber/ einem jeden zu rathen/sich ja nicht zu ver» weilen/sondern eilig die Lampen mit dem Oele des Glaubens zu schmücken/ und Christo mit Lust und Begierde entgegen zu gehen. Ach/ wie wünsche ich dann nun/ G) ;i (G W nun,daß es heissen möchte:Zion hört die LL Wachter singen/ das Hertz thut ihr vor ^ Freuden springen/ sie wachet/ und sieht . eilend auf. Der Wächter wird in dieser u Stunde singen/ ach/ GOtt öffne doch Zion/ und einer jeden Seele das Ohr/ kD daß sie höre die Stimme ihres Freundes M mit einem innweudig geöffneten Gehör D des Geistes. Der Wächter wird in L dieser Stunde singen, ach/ GOtt gebe/ daß Zion/und einem jeden sein Hertz vor i>A Freuden springe/ und es eine süffe Em- M pfindung/und innige Freude im heiligen ilW Geist durch die ftöliche Bottschafft von iMi der Hochzeit des Lamnws bekomme. W Der Wachter wird in dieser Stunde l>»j singen/ ach/GOtt lasse dieses Singenj a ch kein W egen-Liedlein seyn/ Zion/ und ö«. die SeelenderMenschcn einzuschläffern/ sondern er lasse es so krafftig schallen/ M . daß alleGottlose aus dem hartenSchlaf mc der Sicherheit/ und die Fromme aus dem Schlummer der Unachtsamkeit / »r und Trägheit erwecket werden. Der W Wächter wird in dieser Stunde singen/ lr ach/ GOtt gcsegne es dahin/ daß Zion/ »/ B 4 und _ K) )2 (O _ . und ein jeder eilend/ ohne sich länger mit i Fleisch und Blut zu besprechen / auffste, l he/und demHErrnJEsuinBuffe und Glauben entgegengehe. Ach/ja/daS ' gebe GOtt/um JESU Christi willen/ durch den heiligen Geist / Amen! Evangelium aus , riattk. xxn. ^.1-14. ' MLNd IEsus antwortete, und redete abermal durchGleich- nüsse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige,der seinemSohnHochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus,da sie denGasten zurHochzeit rüsteten, und sie wolten nicht kommen. Abermahl sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gasten, siehe, meineMahlzett habe ich bereitet,meineOchsen und j meinMastvieh ist geschlachtet,und alles O) ); (O ^ alles bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das,und gten- k gen hin, einer auf seinen Acker,der ander zu seinerHandthierung.Et- ltche aber griffen seine Knechte, höhneten und todteren sie.Dadas der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte dieseMörder um,und zün- deteihreStadt an.Da sprach er zu semenKnechten: Die Hochzeit ist K- zwar bereitet, aber die Gäste wa- rens nicht werth.Darum gehet hin in, auf die Strassen, und ladet zur ß! Hochzeit, wen ihr findet. Und die tz Knechtegiengen ausaufdieStras- Ul sen, und brachten zusammen, wen « sie funden, böse und gute, und die M Tische wurden alle voll. Da gieng § derKönig hinein, die Gäste zu be- K fthen, und sahe allda einen Men- >«! schen, der hatte kein Hochzeitlich s Kleid an,un sprach zu ihm:Freund !,i B s wie O) 74 (G_ wie du bist hereinkomme und hast . doch kein hochzeitlich Kleid an?Er § aber verstümmele. Da sprach der ^ König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände undFüsse,und werffet ihnindasäussersteFinsternüß hinaus, da wird seyn Heulen und - Zahnklappen. Dann viel sind be- ruffen,aberwenig sind auserwahlt. Abhandlung. so wisset ihr/ Geliebteste Zu- b^r/ lchon zum Voraus/wo- von ich diesesmahl zu euch reden werde. Meine Betrachtung wird euch vorhalten/ Eine hertzliche und ernstliche Einladung zur Hochzeit des Königes. In denen dreyen nachfolgenden Puncten/ darinnen ich euch alkenRathGOt- res von eurer Seeligkeit/und die gantze Heyls-Ordnung also vortragen werde/ > daß/ wann ihr nur diese einige Predigt von >lA 4K ) Zs s O _ von mir hören solte/ dieselbe euch eine genügsame Anweisung zur Sceligkeit seyn könne. ß Der erste Haupt-Theil !hl V0N denenjenigen Leuthen, welche ich heute insbesondere zu derHochzeit R des Königes einzuladen gedencke. Ich fange demnach/ ihr meine Lieben/ § die Einladung zur Hochzeit des Königes ^ damit an/daß ich euch zeuge/ welches die ^ Leuthe seyen/die ich anjetzo ins besondere einzuladen/hcuke hier erschienen bin. Es wer den mir imEvangelio unterschiedliche Leuthe vorgesiellet/und wann ich sie recht Iß- genau betrachte in ihremBezeugen gegen ^ die Einladung des Königes durch seine Knechte/ so finde ich an ihnen ein eigent- ^ liches Bilde unserer Zuhörer/ wie sich ^ dieselbe noch disen Tag gegen GOtt und -en Vortrag seines Worts zu bezeugen 5 pfiegen. Nichts destoweniger bin ich als ... ein Knechl meines Himmels-KönigeS ,1 noch einmahl zu allen solchen Leuthen gr, B 6 sandt/ K ) ?6 ( O sandt/sie einzuladen/ und ihnen aufs be- i? wrglichste zuzuruffen: Kommet / dann ' es ist alles bereitet. k Ich rede dahero zuforderist diejenige ! unter euch an/welche nicht wollen.Dann - heißt es im Evangelio/ und sie walten - nicht kommen. Mein HErr und König ' will niemand par forcc,und mitGewalt » zu feiner Hochzeit nöthigen/ und gleich, sam mit denenHaarendarzu ziehen. Er ^ handelt also mit dem Menschen/ daß Er ^ ihme sein B egehren vortragen läßt / und ^! mit allerhand Beweg,Gründen ihne zu >i überreden suchet/mtt Überlassung so vie« ' ler Freyheit/ daß er kan nicht wollen. Solle nun nicht der Mensch einwilligen mit Lust und Freuden in den gnädigen/ >' und dem Menschen so sehr heylsamen >: WillenGOtteS? Ach/ aber/der grossen § l Rebellion und Widerspenstigkeit unse, ' l reS natürlichen Willens/welcher sich al, . lem/wasGOtt von ihme fordert/wider, ! setzet/ daß es heißt / und sie wollen nicht > kommen! Solcher nicht wollcnden/hilff ! ewiger GOtt/ wie viele gibt es unter euch! ES hat ja GOtt durch mich auf aller, _ H) ?7 (O _ fs k allerhand Weise euch bißhero einladen dSL lassen/bald durchFürhaltung seines Ern- sies/bald durch Zugemüthführung seiner ich Liebe und Gnade. Aber von denen mei- öi« sien hats geheissen / und sie wollen nicht ck kommen. Ihr seyd gleich denen Zuhö« 'q rern Jeremiä/die zu ihme sagten. Nach « dem Wort / das du uns sagest im Nah- U men drSHErren/wollen wir nicht thun. K Ihr seyd gleich denen Juden / die Chri- sd siuS in selbst-eigener hoherPerson ringe, Ä laden / aber die betrübte Klage hat füh- ren müssen: Wie offt habe ich wollen / !k, ihr aber habt nicht gewollt. Ihr seyd li> gleich dem grossen Rath zu Jerusalem / m dem Stephanus in einer langen Einla- düng allenWillenGOtteS verkündigte/ W und aber damit endigen mußte/ Ihr wi- ßs terstrrbet allezeit dem heiligenGeist/ wie H euere Vatter/also auch ihr. Euch alle «I> nun/die ihr bißhero nicht gewollt / lade dm ich euch heute ein/werbe um euerWollen/ H und ruffe: Kommet doch zur Hochzeit A des KönigeS! A Ich rede aber ferners auch unter euch -i an / und lade ein diejenige / welche aus !n, B 7 Liebe __K) ;8H(_^ - Liebe desJrrdischen bißhero diese geist. '' liche Hochzeit des Königeö verachtet ha- ^ ^ ben. Dann helft eö im Evangelio/die andere aber verachteten das. und gien- ^ gen hin/ einer auf seinen Acker/der ande- ^ rezu seiner Handthierung. Ich hätte ge« ^ meynt/ aufs wenigste diePerson desKö, ^ niges solle deine Hochachtung vor diese A Hochzeit bey denen geladenen Gästen ^ gewürckrt haben/ aber sie verachten es. ^ Ich hätt geglaubt/ das geschlachtete/ i ^ und zubereitete köstiicheMast-Vieh solte > ? diesen Lcuthen in die Nasen gerochen ha- ! ,. den/ und ihnen Lust und Liebe darzu ge, ! 5 macht/ aber sie gingen hin zu ihrer ^ Handthierung/ und aufden Acker. So gehtS; Ein so grosser König unser GOtt ! ^ ist, so verachten doch viele unter euch sei- ? nen B fehl/und dörff n wohl gedencken/ oder gar sagen: Wer ist der Herr/ deß , ^ Stimme ich gehorchen solle? So gehtS; ^ Die allerherrlichste Guter und Schätze ^ des Himmels sind so gering in der mei« A stenAugen unter euch/daß ihr ihnen weiß ^ nichtwasgeringeS irrdischesweil vorzie« ^ hrt/ und die Hochzeit des Lammes Vage« ^ gen O) 19 (S _ gui gen verachtet. Was ist aber die Ursach klh! dieser schnöden Velachtung? Die Liebe s/ii des Jrrdischen und Zeitlichen. Wäre ß. der Korn'Acker / und die einträgliche aK Handthierung nichk/was giltst es sollen nicht so vi:le unter euch des Königes Ä Hochzeit verachtcn?Das sind die keuche/ ki welche lieb haben die Weit' und was in ßz der Welt ist/ Äugrn-Lust Jleischrs-Lust ^ und hoffärkigesLeben/und bey dmen deß- wegen unmöglich die Liebe des Vatters/ sA und die Hochachtung des Königes seyn ^ kan. Das sind die Leuthe/welche indisch gesinnet sind/ und deren der BauchHr >,. Gott ist/ und die also schlechterdings kei« ^ nen Geschmack an dem geschlachteten ^ Mast-Vieh und geistlichen Gnaden, Gütern finden können. Euch alle nun/ die ihr bißhero aus Liebe des Irdischen des Königes Hochzeit verachtet/ lade ich ^ heute ein; Ich frage mit Paulo: Ver- L achtest du/ O Mensch/ den Reichthum „ seiner Güte/ Geduld/ und Langmuth? ^ Ich ruffe euch aufs beweglichste zu: Kom» ^ met doch zur Hochzeit des Königes! E Ich rede nach diesem unter euch an/ « und _G) 4v ( G_ und lade ein diejenige/welche sich an dk nen Knechten vergreisten / und sie übel ^ mißhandle«. Dann heißt es im Evan- gelio/ etliche aber griffen seine Knechte/ ^ höhneten/und tödteten sie. Q der boß« A hafftigen Rebellen/ welche sich ihrem rechtmäßigen Könige mit aller Gewalt widersetzten/ und seine Knechte so übel Ä behandelten l O der undanckbaren Gä- M sien/ welche denen/ die ihnen die gröste 7 : Wolthat / nemlich des Königes Hoch» 8 zeit offerierten/ an statt desDanckeSGe» ! ,!i stanck / und an statt der Vergeltung s Hohn und Spott / ja den Tod sechsten »!! gaben! Allein / was vereiste« ich mich >:l wider diese Männer/ und wider die Ju» ch den / die Christus dadurch gemeynet? Z Unter euch gibt eS eben dergleichen Leu- W the/die die Knechte GOttes so übel miß» !«! handlen. Ist es nicht wahr/daß man die y. Knechte da und dorten zu greiffen suchet/ > wann sie euch zu tieff durch ihre Predig« M ten ins Hertz greiffen? Ist es nich t wahr/ ü daß man die Knechte höhnet / und aus U ihrem ernstlichen Vortrag ein Hohn» s, Gespötte treibet / und sie. auslachet und schimpf- ^ _ G ) 4i ( G _ M schimpffieret ? Jsts nicht wahr/daß man E! die Knechte/wo nicht mit derFaust/ doch Kd mitHaß desHertzens/und mir allerhand O Übel,anthun tobtet f Das mag mir ja H ein schnöder Undanck seyn / da uns die ^ armen Knechte gern wollen seelig haben/ O und deßwegen ihr Amt mit so grosser > «k Mühe und Arbeit verrichten / sollen sie N dieses zumDanck haben! Das mag mir Ä ja eine Thorheit seyn/ dencnKnechten eS ch übel deuten/wassie doch im Namen ih- res Principalen thun müssen /und nicht H anders können! Dochgetrost/ihrKnrch, m te l Christo/ dem Knecht GOtteS/ ist es ch nicht besser ergangen / und allen seinen u« nachfolgendenKnechtrn/wie Er es ihnen ^ prognosticieret / ist es zu allen Zeiten so !»l ergangen. Doch getrost / ihr Knechte! h der König nehmtö auf/ als geschähe es d« seiner eigenen hohen Persohn/ deßwegen d-> ward er zornig/ schickte sein Heer aus / h und vertilgete alle diese Möder. Allein alle diese übele Mißhändler der Knechte ü GOttes lade ich doch heute ein zurHoch, t» zeit/ und ruffe ihnen zu: Kommet doch zur Hochzeit des Königes, ß Ich _ G ) 42 CG Ich rede übermal an unter euch/und - lade ein/ dielkrin hochzeitlich Kleid anha« ; ben. Dann heißt es im Evangelio/ da - sahe derKönig einen/der hatte kein hoch. i ^ zeitlich Kleid an/ und sprach zu ihm/ " - Freund/ wie bist du herein kommen und !^- hast kein hochzeitlich Kleid an; Es kam ^ zwar dieser Mensch/ und war der Einla- n / düng der Knechte gehorsam/ und gefolg« " - sam. Es setzte sich derselbe zwar mitten unter die Gäste hinunter/ und genoß al. c leS mit/was aufgetragen wurde. Aber ^ W eines fehlere ihm/das hochzeitlicheKleid ! n O/ mercket dieses wohl/ihr Heuchler! 8 Ihr seydS/die im äußerlichen der Stirn- me GOkteö allen Gehorsam leistet/ und die Knechte GOtteöinEhren haltet/und ^ ! i groffeLiebe gegen sie bezeuget. Ihr seyds/ die ihr mitten unter dem Haussen recht« ^ j/. schaffend Kinder GOttes stecket/ und i aller HeilS-undGnaden-Gütereuchmit j ,s dem grösten Recht anmasset. Aber das « innwendige ist nichts nutz/indem ihr das ! rechte hochzeitliche Kleid durch eine E gründliche Bckehrung/und Erneuerung ,!,» nicht angezogen habt. DieKnechtekön« net _ G ) 4) (Ol _ b/k! nrl ihr leicht betrügen/und euren Mit« l»iii Gästen einen Dunst vor die Augen ma« >»/ ^ chen. Aber ihr sollet wissen/ daß ihr den chf Augen des allwissenden Königes offen« i ik bahr seyd/ und ein Tag kommen wird. -a er euch anreden und bestraffcn wird. i-le Saget an/ ihr Heuchler/ waswolt ihr Ä alsdan antworten?Euer grosses Maul/ O damit ihr euch so grosser Streiche wisset M außzuthun/und auf einem Athem zehen» Ä mahl Herr Herr zu saven pfleget/ wird 2K verstummen. Sageton ihrHeuchlere N wie wolt ihr alsdann bestehen? Euer Leib und Seele/ damit ihr euch mitten » unter die Fromme- und an die Gnaden- M Tafel des HErrn JEsu gesetzet/ solle in m!> die äuffersteFinsternüß hinaus gemorsten M werden. Ach daß ihr demnach noch in ch dieserGnaden.Zeit die Ermanglung des hochzeitlichen Kleides erkennet! JEsuS lhir ruffet euchzu/wie demBischoff zu Laodi« !llii cäa/du weissest nicht/ daß du bist nacket lklii und bloß! und alle diese Heuchler/ mit y Bitte sich umb das Kleid der Gerechtig- >« keil des Glaubens/ und Heiligkeit deS Lebens unversaumt umzusehen/ lade ich N heute _K ) 44 ( G__ heute ein / und ruffe ihnen zu / Kommet zur Hochzeit des Königes Ich rede noch endlich unter euch an / und lade ein alle und jede / keinen einigen außgenommen. DannheißkeS r'mEvan» gekio / daß die Knechte überall hin seyen geschicket worden / und zusammen ge, bracht haben/was sie gefunden/gute und böse. Dieses isi die Allgemeinheit des Gnadeir-Veruffes / da mein GOtt und König keinen einigen Menschen auß» schliesset / sondern allen und jeden aller Orten nachgehet/und sie ausssuchet/ so/ daß die Gnade GOttes erscheinet allen Menschen / und sie züchtiget. Dieses ist der vermischte Zustand derKircheGOt, reS allhier auf Erden/da allerhandLeute/ gute und böse/sich in derKirchlichen Ge, meinschaffk befinden/ und bleiben biß auf den künftigen Tag der Göttlichen Be, sichtigung/undScheidung. Wisset eS demnach/ein jeder unter euch ists/ den ich als einKnecht des Königeö heute einlade! Ich stelle mich deßwegen vor einen jeden hin/ und sage es ihm/ du/ du/bistS/ der zur Hochzeit kommen solle. Ach ihr gute Seelen/ AIS! P? l ! « K Im — _ K ) 45 ( Ek _ Nr Seelen/ ihr sollet kommen! Dann ob ihr schon einen Anfang gemachethabtzu kommen rur Hochzeit des Lammrö/so la, >V de ich euch heute doch wieder von neuem kw ein um gröfferenFleiß/ als bißhero etwa k geschehen/ anzuwenden/und je langer je mzr tieffer in die Gemeinschafft JEsuChristi rü «inzutringen. Ach / ihr böse Seelen / ihr sollet kommen Seyd ihr bißhero böß Ä gewesen in eueren Hertzen und Seelen / ich und habet vorGOtt nichts getauget/ich Ä lade euch heute ein / und ermähne euch jö/ mit denenWortenJesaja/Lasset ab vom L» Bösn/lehrnet Gutes thun / alödan kom- isi met. Mit einem Wort / ihr möget an« jetzo seyn, wie ihr wollet/tch bitte und er« W mahne euch/ich schreye und ruffe an eines jedenGewissen hin/und sage:Komet/ach ais kommet/doch zur Hochzeit des Königes l ^ Der andere Haupt - Theil >>4 von denen Beweg-Ursachen zmHoch- ^ zeit des Himmels - Königes zu L, kommen. Nach- O) 46 (A Nachdem ich dann nun euch gezeigct habe/ ihr meine Lieben/ welches die Leute seyen die ich heutezu der Hochzeit meines Königes einzuladen aufgetretten bin; so will ich weiters gehen/ und alle nur mög« liehe Beweg-Gründe zusammen suchen/ um mit denenselbigen eureHertzen gleich« sam zu bombardieren/ ob ich etwa einen und den andern damit gewinnen/ und zur Hochzeit des Lammes bringen möchte. Es werden solche Gründe seyn/ die alle im heutigen Evangelio ligen/ und aber von so grosser Wichtigkeit und Nachdruck seynd/ daß eure Gewissen sechsten die Billichkeit erkennen/ und wann sie anders nicht Muthwill nS wi» Verstreben wollten/ sich denenselbigen ge« Wonnen werden geben müssen. Laß dich nemlich/ Q Seele/ bewegen zu des Königes Hochzeit zu kommen/ zu« forderist/d eBetrachtung dessn/derdich heute dazu einladen läßt.W r ists dann? Ein König ists/ der seinem Sohn Hoch« zeit machet/ und die Gäste dazu ruffen laßt. Dieser König ist dein/ und mein GOtt. O/ ein rechtmäßiger König/ welcher S! Ä I« K) 47 ( O _, welcher durch die Schöpffung/ Erhal, tung und Erlösung das Recht hat über N- uns zu herschen/ und uns als seinen Un« terthanen zu befehlen. O/ ein grosser und Majestätischer König/ dessen Kö» ,h nigreich gehet/ so weit Himmel und Er- A den reichen/ so/ daß der Himmel sein V Stuhl/ und die Erde seiner Füsse Schä» «z mel ist. O/ ein Souveramer/ und eigen» ch mächtiger König/ der allenKönigen/und ^ Fürsten zu befehlen hat/ und ihme nie- ^ wand/ deßwegen Er in seinem Köniqli- ^ chen Titul dieses führet/ daß Er genannt Ä wird/ ein König aller Könige/ und ein HErr aller HErren. O/ ein zwar gnä- ^ diger/ aber auch zorniger König/ der sein ^ Gnaden-Scepter neiget gegen die Gehorsame/ und aber auch einen eisernen N Scepter in seiner Hand hat/ damit Er ^ die Widerspenstige/ als die Töpffe/ zu- ^ schmeiffet. Siehe nun/Seele/ein sol- cher König istö/ der dich heute zur Hoch- zeit einladen läßt. Wie? solle dich die« ß ses nicht bewegen/ dazu diesen Augen» blick zu eilen r Wann dir ein grosser Kö, tz vig und HErr was befielet/ thust du es tzn nicht _ K) 48 (A _ nicht ohne Verzug ? Ich frage dich/wol- test du dem Himmels,Könige seine Bitte abschlagen? Besinne dich! Ach aber wie mancher darff sich nichts destoweni« ger erkühnen / und sagen: Wer ist der HErr/ deß Stimme ich gehorchen solle? Laß dich aber ferners auch/ O Seele/ bewegen zu desKönigeSHochzeit zu kommen/ dieErwägung deffen/wozu du Heu« te eingeladen wirst. Ist es dann zu der« nem Schaden angesehen? Nein ; sondern zu deinem eigenen geistlichen / und ewigen Nutzen/ indem du geruffcn wirst zu einem herrlichen Mahl/da alles bereitet ist / und alle Gnaden, Schätze und Güter gleichsam auf einen Haussen zusammen geschüttet sind/ womit du deine arme Seele geistlich und ewig bereichern kanst. Ist es angesehen zu deinem Ver- druß und Belrübnuß? Nein; sondern zu deiner wahrhaffugen Freude / und Seelen-Lust/ mästen du zu einer Hochzeit geladen wirst / da der süsse Freuden- Wein des heiligen Geistes eingeschen- cket wird/ und da du an Christo/deinem Bräutigam/in derVerlöbouß mit ihme/ deine HA !,Ä A >W Itzi Ä/ >« A ) 49 (O _— -- deine Lust/ und Liebe haben soll. Jch eS M deiner Unehre angesehen^ Nein; son- l M dem der grosse König Himmels und der ^ Erden würdiget dich der höchsten/ und ^ grösten Ehre/dadurch/daß Er sich gegen M dirAschen'Hauffm/und unreinen Hund O so tieff herab lasset/und dich zu einem ^ Gast seiner Hochzeit / was? gar zur ^ Braut seines ein gen Sohneserwöhlet/ undrusset. Und zu diesem Nutzen/ ^ Freude/ und Ehre läßt dich / O Seele / GOtt heute einladen. Jetzt frage ich "«s dich auf dein Gewissen / ob dieses alles M nicht der Mühe wertk seye/ dem göttli, chen Ruffzu folgen ? Was thust du nicht ^ um eine Hand voll zeitlichen Nutzens/ ^ was / um eine kleine Wollust und Welt« « Freude / was / um dcS eikelen Dunstes W der Ehre willen ? Sollest du nicht eine v ewige und göttliche Ehre / Freude / und »k« Reichthum weit / weit vorziehen? O ja i N wohl weit/ weit! Und dannoch hat noch ^ mancher unter euch viel lieber / wozu ihn ck/ dieWelt und der Teuffel einladen / nem* D lich Augen-Lust/ Fleisches.Lust/ und hof- fchtiges Leben! !? C Lasse ) so f Lasse dich nach diesem / O Seele/ bewegen zu des Königes Hochzeit zu kom, men die Art/und Weise/wieEr dich ruf, settmd einladet. GOttruffet/und ladet dich ein / ohne einen unwiderstreblicherr Zwang/sondern mitBitten und Flehen/ daß Er es gleichsam in deinen Willen stellet/eben/als wann du dazu nicht lang, stens schon zum Voraus obl-Ziret / und verbunden wärest. GOtt ruffet/ und ladet dich ein/nicht mit harten und sauren Worten/ sondern aufdasallerfreund- lichste/und leutseligste/ ungeachtet deiner vorigen Sünden/ und im Fall deiner be, harrlichenWiderspenstigkeit stelketEr die den Schaden / und Gefahr aufdas beweglichste undmitleidendestr vor. GOtt ruffet/ und ladet dich ein / nicht nur zum Schein/ sondern mit dem grossen Ernst/ und sind seine Einladungen keine vcrda bonorlr- nur Ehren - Worte / sondern Er bethruret es mit einem hohen Eyd/ - Er wolle nicht/ daß jemand verlohren / und von seiner Hochzeit außgeschlossen werden möchte. GOtt ruffrt/und ladet dich ein nicht unkräffrig / sondern in und mit V! O) si (H __ äk/k mit seinem Ruff bietet Er auch alle zu» langiicheKräfften dar / durch Hülffder» >chw selben dich aus deiner geistlichen Unver» d>» mögenheit aufzuraffen/ und zur Hochzeit W zu kommen Wie kauft du NUN/O See- !^- le/ diese Art und Weise des Göttlichen Gnaden.Beruffs / und Einladung be-- dencken/ ohne dardurch bewogen zu wer» i k! den / solche anzunehmen / und ihr zn ge» lch' horsamen? Wann du sonften die Ur» « fach gibeft/ warum du diesem o-cr jenem O- seine Bitte nicht habest abschlagen kön» » nen / so pflegest du ja so zu sagen / er habe itl!» dich so freundlich/ so ernstlich/ so kräfftiz 'eUc gebätten. Wie aber thutS mein GOtt/ ^ und König nicht alle» vor in dieser sei» >A mr Einladung? Und doch / layder / zs mußEr bey denen meisten nichts desto» B weniger mit einer abschlägigen Antwort ^ fortgehen! Lasse dich aber nach diesem/ O Seele/ U bewegenzu desKönigesHochzeirzukom. !«/ men/ die Anschau der Knechte / die dich O einladen. Welch häuffige Knechte stnds/ die der König zu dir schicket / einen nach es dem andern / von unterschiedlichen Ga- s ' C -z brn/ _O ) f2 ( O_ ben/vaß/ wo einer nichts hataußrichten können/der andere es thun möchte.Must > i du eSmir/O mein Volck/ nicht bezeu- - gen / daß GOtt schon manche Knechte ^ zu dir geschickte/ die dir gepfiffen/ und ? geklaget haben/und jetzo in der Ewigkeit > vor seinem Thron stehen. Welch bevoll« mächtigte Knechte sinds / die der König . dir zugeschicket/ in seinem Nahmen/daß ^ sie ihr Creäiriv und Befehls'Brieff auf« weisen / und sagen können: Wir sind ' Bottschafften an Christus statt/ und da« » für halte uns jederman / nemlich vor . Christi Diener. Diese haben die Voll- macht / daß / was sie in rechter Heyls« i. Ordnung auf Erden thun/ das solle auch i im Himmel/ ja und Amen / und mithin ii! rarikciret und gut geheissm seyn. Welch lii mühesame Knechte sinds / die der König i' dir zuschicket / indem ja dieselbe einen >, blutsauren Dienst haben / die Menschen i allerOrthen aufzusuchen/einzuladen/und ^ darauf Tag und Nacht bedacht seyn j müssen / wie sie ja nichts verwahrlosen /,. dessen Blut hernach der König von ih« nen fordern möchte. Und bey aller dieser , Mühe ^ __ _ G ) s; (M _ ^ Mühe haben sie von der Welt Hohn/ 'D und öffters gar den Tod zum Lohn. ?? Welch unintereßierte Knechte sinds / die ^ der König dir zuschicket / Massen sse nicht ihren Nutzen suchen/sondern den Nutzen M der Leuthe / sie zur Hochzeit des Lammes ^ zubringen. Sie suchen nicht das euere/ ^ sondern euch selbsten und euere Seelen / ^ dieselbe als eine reine Braut ohne Fle« M chen und Runtzel/ dem HErrn JESu ^ zuzuführen. Das sind die Knechte / O « Seele/ die der König dir bißhero häuffig ^ zugeschicket hat. Und als ein solcher ^ Knecht stehe ich auch anjetzo hier vor dei- ^ nen Augen. Wie f kanst du einem be- vollmächtigen Knecht GOttcS etwas W abschlagen / der in seines Principalen ^ Nahmen hier mit dir redet ? Ich mry» « yx / dje grogx Mühe der Knechte/ welche ^ doch nur zu deinem Besten abzielet/ solle » dir doch zu Hertzen gehen. Kan ich eini« V ger bey dir nichts außrichten / sind dann 1 nicht noch mehr Knechte / die gleiches V von dir bitten und fordern? Ach aber / s" l läyder/ wie mancher kehret es gerad um/ 2 und kommet nicht/ weilen es nur Knech« Cz tt A) 54 CO keseyn/ die ihn einladen undruffenl Laß dich endlich noch / Seele / be, wegen zu des Königes Hochzeit zn kom, wen / die Langmuchdeffelbigen/die sich endlich in einen schnellen und plötzlichen Zorn endiget. O erstaunende / und aller Anbättung würdige Langmukh meines Himmels - KönigeS! Zu dreyen malen schicket Tr seine Knechte aus / und läßt sich nicht ermüden. Was/meyneft du/ sind diese drey unterschiedliche mal ? Es find die unterschiedene Zeilen / der Patriarchen/ MosiS/ und Christi / in welchen GOTT lang mirhig die Menschen eingeladen hatte. Was/ meynest du / sind die unterschiedliche mal? Es sind die drey unterschiedeneZeiten des menschlichen Lebens der Jugend / Mannheit/ und des hohen Alters / in deren einer je, Den sich GÖtt an der Seele des Menschen durch seinen Göttlichen Ruff nicht unbezeuget lässet. Ist das nun nicht eine VerwunderungS-würdige Langmut!) Des Königes/der wie zu allen Welt Zei, keuch» in allen Theilen des menschlichen Alters dich ruffer / und einladet i Must du >4 l Ä K O) 55 (G ch du es nicht aus deiner eigrnenErfahrung >!/k bezeugen/wie viel und offl/ da und dor« !sr trn/in der Jugend und jetzo/dir GOTT öiiii aufdem Fuß nachgegangen / und seine unermüdete Langmuth dich aufgesuchet habe? Oaber auch ein erstaunender/ « und unaufyöelicher Zorn/ worein sich M endlich diese Langmuth des Königes en« >i><^ diget. Da ward der König zornig! So D groß seine Gnade und Langmut!) zuvor/ ?A so groß hernach sein Zorn und Raache/ ch- die alles vertilgete. Je länger der Datk mi das Wasser aufhält / je schneller und lch mächtiger bricht dieFluth hernach durch/ Ä und reiffet alles nieder. Es ist wahr/ ^ mein GOkt hat grosse Gedult/ aber hoch ret diese auf/ so ist sein Zorn und Feuer, M Eyfer hernach unerträglich. DaS ists/ was Syrach sagt: GOtt kan so zornig' z werden/ als gnädig Er ist/ und sein Zorn A hernach hat kein Auffhören. Je grösser M der ist / welcher zürnet/ je empfindlicher icM ist auch sein Zorn. Hier zürnet nicht ein D Mnsch/ sondern GOTT; Nicht je« M mand geringes/sondern ein König. Der K Zorn des Königes/sagt Salomo/ist wie C 4 das? K) 56 ( K das Brüllen eines Löwen. Wann du diesen Zorn an siehest / wie Er mit denen geladenen Gästen rundgegangen / da Er das Heer seiner Gerichte wider sie miß- Zesandk/sie umgebracht, und ihre Städte verbrannt/must du nicht außruffen r Es ist erschrecklich in die Hände des erzürnten GOttes zu fallen! Wohlan nun / Seele / gesetzt / es hätten dich alle vorige Beweg-Gründe nicht zur Hochzeit des Königes bringen können / sollte es nicht die Langmuth thun / die sich in einen so schnellen Zorn endiget? Ach aber/ du verachtest diesen Reichthum seiner Güte / Gedult und Langmuth ! .Ä W sL H' !'A W Ä Der dritte Haupt-Theil von der Art und Weise, der Hochzeit des Königes theilhafftig zu werden. Wann ich nun / ihr meine Lieben/die Hoffnung / ja die Empfindung in meinem Hertzen habe /es werde einer und der andere unter euch durch die angeführte > is kkj —_ K ) 57 ) W __ M»! führteBeweg-Gründedermassn geruh« ldM ret worden seyn / daß er eine Lust und sda? Liebe zu der Hochzeit des Königes be- E« kommen. So ists dann nöthig/daß ich -E solchen Seelm unter euch anjetzo auch O anzeige/dieArt undWeise/wie ste würck« lich der Hochzeit des Königes mögen W theilhafftig werden. GOtt segne auch ilhi Liesen Theil an euch/daß/wie ihr die An- Hc leitungaus dem Evangelio deutlich/und sei gründlich vernehmen werdet/ so ihr auch derselben gehorsamst folgen möget, ilk Vor allen Dingen nun wird von O euch ihr meine Lieben/ erfordert die An« ' hörung des Ruffs / und der Einladung i, zur Hochzeit. Die Knechte mußten ^ ihre Stimme erheben/ und aller Orthen als Herolde ausrüsten: Kommet / eS ^ ist alles bereitet. Aber die Gäste muß« ^ ten diese Stimme hören / und verneh« ^ men das/ was von ihnen erfordert wür-> de. Hären ist demnach das allererste / wodurch der gesegnete Anfang gema« E chet wird zur Hochzeit des Königes zu E kommen. Wie sollen siegiauben/'pricht W deßwegen Paulus von dem si nichts * E k g-hör-l, ._ G ) s8 ( G _ gehöret haben: Wirjoll.m sie aber hö« ren ohne Prediger? An Predigern/ und küssenden Knechten fehlet es euch/ GOtt Lob! nicht/aber das ist die Frage/ ob ihr sie höret f Das äufferliche Gehör ist freylich nöthig / daß man damit ver» nehme das was die Knechte sagm/und die Ohren ihnen gern'und will-g öffne. Anders als die Zuhörer Stephanies machten / welche die Ohren zuhielten/ .und sie verstopffken/ wie ein Otter vor dem Beschwörer/dir wohl beschwören kan. Aber meynet ihr das äufferliche Gehör scye genug / wie ihr anjctzo alle mich mit deneil Ohren des Leibes höret / und meine Einladung vernehmet? O nein! das innerliche Gehör des Geistes undHertzens muß durch den Finger JEsu Christi / den heiligen Geist geöff- net werden/ umb mit Aufmercksamke-t / und erleuchtetem Verstand den Willen GOttes von der Hochzeit des Lammes zu vernehmen. Dieses ist das innerliche Gehör/ wie es dorten von der Lydia sie, het/ und der HErr that ihr das Hertz auf/ daß sie acht HM auf das / was von !!!Ä D » A sü i . ^ _ O ) 59 ( D _ von Paulo gesagt war. O wie wünsche ^ ich euch allen anjetzo ein solches Gehör! ^ daß ihr voll Begierde / und Aufmercks M samkcil ruffet mit Samuel / und sagt: Rede / HERR/ dein Knecht/ deine Magd/höret! Ferners aber muß bey euch / ihr mek- G ne Lieben/aufdas Hören auch dasWol- len folgen. Sie wölken nicht kommen/ il" heißt es von denen ersten geladenen Gas l K sten/um anzuzeigen ihren Widerwillen / « und W derspmstigkeit. Aber bey euch D muß eö heißen / und ste wollen / ach! ^ GOtt gebe / daß es bey allen wahr sey / // sie wollen kommen. Solches Wollen ü aber hat seine unterschiedliche Stuften/ sui und Grad/ b ßein rechtes und vollkom- W menes Wollen werde. Anfangs ist die H Ablegung des Widerwillens wider die lil/ Hochzeit deS Königes/ davor der Wille !ll» rhemalen einen Haß und Eckel gehabt / >inü nur was davon zu hören. Hieraufent- H stehet ein Belieben ^ Lust/ und Begierde O zu dikser Hschzsitzu kommen durch einen M heimlichen Zug und süsse Afficirung deS W llenS. Endlich nach reiffer Überleit C 6 gung K ) 6o ( A gung und Mll gutem Vorbedacht ent« schliesset sich der Wille / ja er wolle z > dee Hochzeit kommen / in einem festen Vorsatz und Resolution. Am besten können wir diese Stuffen des Willens sehen an dreyen Exempeln der heiligen Schrifft. Felix höretePaulum gerne; AggrippaS aber sagte / es fehlet nicht viel / du über, redest mich / daß ich ein Christ würde; und der ungerathene Sohn faßte diese feste Resolution r Ich will aufstehen / und zu meinem Vatkergehen. O/daß doch nur ein rechtes Wollen sich bey euch finde! Zwar es wird kein einiger unter euch allen seyn/welcher/ wann ich ihn fragen solte/ wilt du nicht auch zur Hochzeit desKönigeS kommen/mir nicht antworten wird ^ ja freylich ich will kom, mcn/ ich will! Ader/ wo ist ein mit gutem Bedacht und mit fester Resolution gefaßterW.llefWo/saget an? Ach/ wann ich durch diesen meinen Vortrag nur so viel von euerem Willen erhielte/ daß er ernstlich wolte! Doch ich hoffe/ kS werden einige wollen! Nach diesem aber muß dieses euer Wollen/ Ski A»/ Ä? Äit O !v! d z l! K ) 6l ( K »l Wollen/ihr meine Lieben/auch nach sich ziehen/ das Kommen. Dieses ist ja die Äi Forderung der Knechte / kommet/ ach / » kommet / es ist alles bereitet. Was ist üi:: dieses Kommen anders/ als die Execu- >ch tion/und Vollziehung des ernstlich-ge- faßten Willens? Kommen must du/ K remnach/O Mensch/ mitHindanfttzung irl! des Ackers und der Handthierung/ das dll! ist / mit Verleugnung alles Jrrdischm und Zeitiichen/nach dem Befehl Christi/ lrj wer zu ihme/und zu seiner Hochzeit kom« tz wen wolle / der müsse verleugnen und M verlassen/ Aecker/ Häuser/ Weib/Kind/ O ja sein Leben selbst. Kommen muss du/ U O Mensch / mit einem Hunger / und ch! Durst nach dem geschlachteten Mast- B Vieh/ das ist/ Meinem innigen geist- zr lichen Verlangen nach dem Genuß Christi / und seiner Gnaden«Güter/ Ni nach denen schönen Worten Christi / i,H wen da hungert und dürstet/ verkam- tiü we zu mir. Kommen must du / O tz Mensch / mit der gröstm Eilfertigkeit / ohne den geringsten Verzug / es möch- K ten sonsten indess n die Tische alle voll U C 7 werden/ _ K ) 62 ( O _ werden/ und der Bräutigam alle Thu» ren Verschlüssen / daß du hernach milde, nen fünff thörichten Jungfrauen vergebens anklopffen müßtest. Ach/ Mensch/ ich frage dich / kommest du also? Kom, me doch / es ist alles bereitet! Ja ich komme / HErr JESU / aber da ich / läyder/ keine Krafft in mir habe / zu dir zu kommen/so ziehe mich selbst nach dir/ so lauffen wir l In diesem Kommen aber müsset ihr/ meine Liebem fcrnerS auch das Hochzeit, liche Kleid mitbringen. Es kam einer zu desKöniges Hochzeit/aber der König sahe auf ihn / ob er auch ein hochzeitlich Kleid anhabt. Bey den Jüdischen Hochzeiten war die Gewohnheit / wor« auf auch dieses GleichnußLhristi sich be- ziehek/daß derBräutigam seinen Gästen Kleider austheilet / als seine Liberey/die sie ihmezu Ehren kragen mußten. Da siehet unser HErr JESUS/ als unser Himmels - Bräutigam/ und will allen feinen Gästen hochzeitliche Kleider auß, theilen. Diele sind seine vollkommene Lebens-und Ln-deys-Gerechlrgkcit/ da» mit dü! r:)i G ) 6; ( O _ ltz: mit er unsere nackende Serien bekleiden tz will. Diese sind der röche Purpur« ^ Mantel / und das weiffe Kleid/ womit li: ec in semer Paßwn ist bekleidet worden / k auf daß er uns das rothe und tyeisse hochzeitliche Ehren « Kleid erwürbe, ilj Aber / wie bringe ich dann dieses hoch- !L- zeitliche Kleid mit? Ich antworte / auf k eine gedoppelte Weise Zufo/derst durch den Glauben / welcher Christi Gerechte tigke t ergreifst! und sich damit bekleidet/ p und schlich ausrüsten Ich freue mich / U und meine Seele ist frölich m meinem GOtt; dann er hat mich angezogen mit - den Kleidern des Heyls / und mit dem m Rock seiner Gerechtigkeit hat er mich be« ri> kleidet. Bembenst aber auch durch die bi, tägliche Erneuerung / und Heiligung / h welche nichts anders ist/ als ein Außzie, d« hen des befleckten Rocks des Flersch.S/ L: und ein Anziehm des neuen Menschen / O der nach GOTT geschaffen nt in voll» ill!- kommener Gerechtigkeit und Heiligkeit, ch Sehet/daS ist das nchteHüchM-Kleid/ M wornach die Augen des Königes sehen! da- Habt ihr es an? JC,us ruffet euch lvlk allen A ) 64 (G allen zu/kauffet von mir weiffe Kleider/ damit ihr bedecket die Schande eurrer Blässe! Aber die Schuld ist bey euch/ daßrhrdas Sünden .Kleid nicht adle« get / und mithin auch das hochzeitliche Kleid nicht anziehen könnet. Endlich noch / ihr meine Lieben/folget der würckliche Genuß des Königlichen Hochzeit-MahlS. Dann das sehen wir an denen Gästen / wie sie an denen Tischen sitzen/und alles geniessen/ was ih, nen der König bereitet hatte. O ein süffer/ und fteligrr Genuß dieses königlichen Hochzeit. Mahls! Dieser Genuß geschiehet täglich bey einer gläubigen Seele durch den Glauben/ welcher die Hand ist/ die alle Gnaden - Güter und Schätze in Christo JESU ergreiffet / und die hungerige Seele damit speiset/ daß sie täglich mit ihrem JESU Hoch, zeit hält / und seiner süßiglich geniefftt. Dieser Genuß geschiehet öffters bey einer gläubigen Seele in dem heiligen Abendmahl. Dann was ist dieses anders/ als eine Ausstellung drs durch daS Mast-Vtlh asten Testaments vorgebil, denn/ S O Ä>> Ex h N K ) 6s (K A bettn/und vor unsere Sünden geschlach« M teten Lämmlein GOttes/ JEsu Christi/ dessen Leib wir essen / und sein Blut wir ak lrincken/ und dadurch auf das innigste M mit ihme vereiniget werden. Dieser Genuß wird erst einmahl recht geschehen in der Ewigkeit/da es Christus verspro- Ih chen hat / neu mit uns zu essen / und zu trinckcn über seinem Tisch in seinem l>i Reich/ woselbst wir werden geträncket ^ werden mir Wollust/ als mit einem h! Strom; Und da / da wirds heissen: tz Seelig / feelig sind / die zu dem Abend« W mahl des Lammes beruffen sind! Ist Kz das nun nicht ein seeliger Genuß dieses Sie Hochzeit-Mahls? O Schluß, l/! 11Nd so habe ich dann als ein Knecht tt/ und Hochzeit-Lader des Himmels« ch Königes das meinige gethan! Ich habe G euch zugeruffen/ kommet/ dann es istal« lkS bereitet l Nun/was solle ich meinem P Könige von euch vor eine Antwort zu« sar rück bringen? Saget an! Ich warte auf eine Antwort/und gehe eher nicht A fort.' Was? solle ich sagen/ ihr wollet B nicht H) 66 (O nicht kommen/und verachtetseine Hoch» zeit? Was? wollet ihr mich anjetzo höhnen und mir ftind seyn / daß ich euch eingeladen habe zu der großen Wohlthat? Besinnet euch! Die Knechte sind doch so glücklich gewesen/und haben alle Tische voll gemacht. Wohlan/ kommet auch alle mit/ es ist noch Raum da! Solle ich diese Antwore dem Könige zurück bringen ? O daß es hiesse / und wahr wäre/ was ihr anjetzo gleich wann ich zu reden werde aufgeholet haben/ singen we det: Wir folgen all zum Freuden^Saal/ Und halten mit das Abendmahl! Gebatt. zu der Hochzeit deines Sohnes ILsu Christi einzuladen. Ich A' S Ä! WUn ich dancke dir, du grosser Himmels-König, daß du mich denGerlngsten deinerKnech- te gewürdiget hast,in dieser Stum de die arme Menschen, als Gäste, Habs D ) 67 ( D Habs gethan nach denen Krafften, . die ich imGebätte von dir gesucht, zUi und die du mir zur Stunde nach : ^ deinemWohlgcfallen gegeben Haff. ^ Was ich aber damit außgerichtet, o- das ist dir/ dem Hertzens - Kündi- l-' gepallein bekandt, und denen Ge- wissen dtser meiner Zuhörer offen- ' bahr, ob sich auch dieses Wort an denenselben nicht unbezeüget ge- ' lassen habe. Ach gib, lieber GOtt, ^ daß,wie ich als ein Hochzeit-kader hier erschienen bin, so auch sechsten ein Hochzeit-Gast mit seye, und werden möge i Wie offt geschiehet es,daß ein Prediger andern etwas sec anpreiset,und darzu ermähnet, er ^ sechsten aber bleibet dessen beraubt ch in alle Ewigkeit. Das sind die N Höltzerne-Weg - Zeiger an denen U Strassen, die zwar anderen den B rechten Weg zeigen, aber sechsten U niemalen an den Orth kommen. B Bewah- G ) 68 ( O ' ^ Bewahre mich vor dieser Thor- A heit, und so offt ich anderen was vortrage, rühre und bewege alle- ^ mal zuvor mein eigen Hertz, daß ^ ich mich sorgfältig prüffe, und mir ^ selbsten predige, damit ich vor dir, und vor den Menschen nicht ver- ^ werfflich werde. Wie ich dann nun andere anjetzo zu derHochzeit 'E deines Sohnes IEsu Christi ein-« geladen, so stelle ich mich mit an-« dern hier bey dir, als ein Gast « ein, mit allem Gehorsam, De- muth, und Begierde. Ich weiß, du wirft mich wegen meiner Un- würdigkeit nicht von dir hinaus flössen, sondern mirdie Thüre deiner Gnaden öffnen, daß ich zu dir eingehe,und dein Abendmahl mit- geniesse. So bloß und nackend ich bin, so bringe ich das hochzeitliche Kleid der Gerechtigkeit deines Sohnes IEsu Christi mit, auf daß O) 6? (O daß der König Lust an meiner N Schöne habe. So befleckt mein E Leib undSeele ist,so suche ich mich x durch die täglicheErneuerung dei- ,,x nes Geistes abzuwaschen, und zu heiligen / aufdaß ich herrlich, aber ^ innwendiggeschmücket, vordem W Bräutigam erscheine. Gleichwie i-,- ich aberjetzo in dieserGnaden-Zeit M mich als eine unwürdige Gast ein-- m stelle zu der Hochzeit deines Soh- ^ nes; so wollest du in der Stunde ^ meines Todes mich des völligen, ^ Genusses würdigen,damit ich mit P brennenden Lampen meinem ^ Bräutigam entgegen gehen, und itz mitihme zur ewigen Hochzeit des uji Lames eingelassen werden möge. I Ach, aber, lieber GOtt, gib, daß ich nicht nur einGast seye,sondern D auch ein Gast-und Braut-Führer ^ werden möge.Ichbinjadeßwegen , M Heute aufgetretten, aufdaß ich dise dm Seelen O ) 70 ( O _ ^ Seelen hier vor deinemAngesichte W einladen und zur Hochzelt deines M Sohnes bringen möchte. Es sind W Seelen, auf die dein Sohn IEsus A sein Blut gewandt, und sie zu sei- ^ nem Eigenthum theuer erkauffet hat, daß sie seine Bräute seyn und G werden sollen. Es sind Seelen,de- A nen du grosser König aus Liebe u. Barmherzigkeit alles bereitet,und auch deinenSohnIEsum selbften, m ihnen zum besten geschlachtet haft. Uj Es sind Seelen, die der Ruffdei- neu Geistes innwendig, und auß- » wendig so offt und viel eingeladen, und manchmalcn genöthiget hat. Ä Solche Seelen habe ich heute ein- s,A geladen, und darum zweiffle ich Ä, auch nicht, es werden doch einige W dadurch zu dir, und deinem Gna- U den-Mahl gezogen worden seyn. in!,! Lasse zudem Ende das Wort die- M ser Einladung nicht nur in ihren ß na Hertzen A) ?! (A Ai Hertzen eingegenwartigesWollen würcken , sondern gib auch das ,iiL Vollbringen nach deinem Wohl- K gefallen. Wie offt geschiehet^ daß liß unter dem Gehör viele gute Rüh- « rungenundBewegungen in denen NUL Hertzen vorgehen; aber mit dem M Schall des Worts höret auch aller Nachklang auf. Ach,darum,theu-- resterHeylandIEsu.wann anjetzo IM eine und die andereSeele ist zu dei- ner Hochzeit beweget worden / so M gib doch Gnade,daß ste die festeRe- ch solution fasse würcklich zukamen, N und gehe ihr mit der Zucht deines Geistes so lang aufdem Fuß nach, uß bißsie endlich ein würckÜcherGast 'Iiü worden ist. Bewahre aber solche M Gäste vor der schändlichen, und W schädlichen Heucheley,daß sie ohne sm das rechte hochzeitlicheMid unter Mantel derScheinheiligkeit, ikmMd natürlichen Ehrbarkeit ver- W borgen, ) 7r ( G borgen/sich ja nicht zu dir nahen / und mithin dem erschrecklichen Urtheil ent» fliehen. O gib mir doch diese Seelig. keit einmal an dem Tage deiner Erscheinung/ HSrrIESU/ daß ich als ein Braut »Führer diese Seelen hier vor deinem Thron hinßeklen/und sagen kön» ne: Diesesinds/ die du mir gegeben/ und anvertrauet hast; Diese sinds/die ich in meinem Ampt offt und viel eingeladen und geruffen habe; Diese sinds / und ich habe keinen verlohren! DaS / daS/solle meine gröste Seligkeit / und die Materie meines ewigen Halleluja seyn. Ach / aber / wann ich ja einen so grossen Seegen / läyder/ aus Schuld der meisten Menschen selbsten nicht Hof» fen darff; so solle mir doch eine / und die andere Seele gewonnen zu haben genug seyn. Nun / ich weiß / HErr JESU/du wirst mir in dieser Stunde einen Seegen gegeben haben / dessen ich mich einmal erfreuen werde in der Ewigkeit/Amen/ ach/ gibs doch/ Amen! r«