k A Abhandlung u ber das VerhâltniH -er Geistliehen z lt m Staate un- seinenBûrgern «berhaupk, u n d ûber die Frage insonderh^itt Sind Geistliche zu bûrgerlichen Aemtern stimm- und wahlfahig? von I. R. Fischer, D. P. A. Candidate». B a sel, gcdruckt bey Samuel § l i e k, und in Commission der Steinerschen Buchhandlung in Wintcrthur. May i?9L. î j'Aìràtzilàkek^ ? 8»seì. - V o r r e d e. §)ie nachfolgende Abhàndlung ist ìveitlâuftiger ausgefallen , als ich es mir anfânglich vorgenommen hatte. Es haben sich Untersuchungen darge- boten, welche ich nicht ganz unter- drucken konnte. Z. B., âber die Be- soldung der Geistlichen oder das Recht des Staates geistliche Gâter einzuzie- hen, und zu andern Zwecken zu ver- ivenden. Dahm gehort auch der Ar ì 4 - ' - - Schlutz, welcher die Ergietzung eines Herzens ift, in welchem Vaterlands- liebe glâht. Jch erkenne / ich ehre dieses erhabne Gefàhl, aber ich suche es auch zu lâutern, nicht auf Gegen- stânde zu beziehen, welche auf einer hbhern Stuft der Cultur von ihrem Werthe verlieren, wie z. B./ die Anháiiglichkett an Clima/ Sitten und Gebrâuche seines mutterlichen Landes. Die âchte Vaterlandsliebe zielt darauf, seine Mitburqer zu veredlen, und in dem Grade/ in welchem sie diefer Veredlung Wg sind/ steigt die wahre Liebe zu ihnen/ wâchst die Thâtig- keit des Patrioten. Geistliche/ Volks- lehrer sollten vorznglich ans diesem r Gesichtspunkte Patriote» seyN/ ich suchte daher den Zusammenhang ihres Berufs mit einer solchen Gesinnung einleuchtend zu machen, mochten sie sich vereinigen, ohne Partheygeist, ohne wechselseitiges Misitrauen in die Rechtglâubigkeit der Gefâhrten das grosieWerk der Menschenverbesserung zu fbrdern! mèchten sie mit Bârger- sinn unser Vaterland zu einer hohern Stufe der Cultur und sittlichen Gâte erheben helfen! Ich bin Berner — daher manche provinzielle Zâge, und die Un- tersuchung âber das ewige Gelâbd der Geiftlichen, welches in Bern von jedem Eandidaten des Predigtamtes gefordert mrd. Jch hoffe diese un- gerechte und unkluge FeHel fty nun- mehx zersprengt, me so manche andre. — Jch bitte endlich um Verzèihung wegen der Sprachfehler / und Idiotisme» , welche dem Schweizer ge- ivbhnlich ankleben. 3 m April ,788. Untersuehung der Frage: Sind Geistliche auch zu burgerliche» Aemtern stimm - un- wahlfâhig? Vorerinnerung. Es giebt eine Clasie von Biîrgern inr Sraate, welche einst im Genusie bey- nah' aller Vorzuge war, und sich dìesev Begàstigung nicht selten stolz ûberhob, jezt aber tâglich mehr sinkt, und einen Vorzug nach -em andern sich musi ent- win-en lasien, es tsi -ie Clasie der Geist- Uchen. Der Eine seufzt iìber diesen Wech-, 8 sel der Dinae, der André klagt mitbit- term Unmuch, und Diejenigen, welche den Verfall des getstlichen Standes wun- schen, spotten des Mkrâftigen Mornes, indem sie in ihrer Unterdrûckung fort- fahrew Manche der vermeynken Unge- rechtrqketten gegen die Geistlichen ist Slyfi Werk der forrgèyenden Culiur; der Prie- ster kan n nicht mehr glanzen wie ehe- mals, denn neben ihm leuchten auch André /deren Btldung ohne dafi fie theo- logische Horfáre besucht haben/ kewirkt worden ift. Wollen wir daruber klagen? rretn / so wenig aïs es der Lehrer thun V. . M / wenn jezt sein Zoqling selbfistándig geworden ifi - und ihm vielleicht gar zu- voreilt. Ferne ftyen dergleichen An- mafiungen, welche die Fortschritte der Menschheit anklagen und nicht die Men- schen; allein gegen die leztern kann fich doch der Geifiliche in andern Ruckfichlen, uur M sehr - heschweren. Man heschâf- - -^.- s tigt sich nberav mit Untersuchungen ubep burgerliche Rechle/ und indem man dis Gleiehheik derselben ais Grmrdsatz aufstellt: so libers,ehl man es / dasi man keinen Srand zurricksetzen darf, ohne ienen Grundsatz umzuwerfen. Man er-- innert sich jener heftigen Debatten/ welche vor wenigen Monaten, die ftánkischen Gesetzgeber ûber die burgerlichen Rechte des ehemaligen Adels fuhrten, und wis man im Begrtffe war, ungerecht gegen eine grosie Clasie von Bârgern zu wer- den, denen dvch das Vateriand manche» Sieg / manchen Beytraq zur gefetzlichen Ordnung und zur Vermehruirg politi- scher Einsichten verdankt. Eben so ist man in Ansehung der Geistlichen gestimmt/ und was in Frankreich durch den Drang der Umstânde nothwendig ward, das dehnen jezt viele liber andre Lânder aus/ der Geist der Nachahmung verbirgt ih- yen dis Verschiedenheit der Hitten und der Verhaltnisse. Warum sollen die Schweizer ihre Geistlichen ausschlies- sen von Surgerlichen Aemtern? warum sollen sie, durch die aus Frankreich ih- nen zugeschickte helvetische Constitution in dem Grade gebunden werden, dast fie die BMgkeit und die Lokalumstânde Nichl in Anschlag bringen sollten? Der Burger Ochs, der zu diesem Plane am meisten mitgewtrkt Hat, moge mei- nen Versuch lesen, und noch einmal ûberlegen: ob er wohl gegen einen wahrhaft ehrwûrdigen Theil der Nation ungerecht seyn durfe, indem er densel- ben von der Ausûbung bûrgerlicher Rechte entfernt, oder doch Bedingungen unterwirft, welche beynah' eben so viel stnd als vôllîge Ausschliestung. Jch wei§ nicht, ob meine Scimme laut ge- nug seyn wtrd, die Rechte etnes ûber- vorlheilten Standes zu ' vertheidiqen; vielleicht ist die auswârtige Auto- ^ ' ritât so entschieden / vielleicht durch lU- Befehle und Gewalt so unterstnzt/ -asi mein Mort nirgends wird -urchdringen ^ konnen / auf diesen Fall werde ich mich >lim wenigstens freuen, von der Presifrey- ^ heit Gebrauch gemacht zu haben. —, à Meine Untersuchung soll sich nicht zu Der sehr ausbreiten/ und einen gemàsiigten lans Gang nehmen. Nachdem ich die Nechts, m- frage werde besiimmt haben/ soll ihre mal ' Beleuchtung und die Auflosung dersel- mm hen folgen. So ergeben sich drey M Hauptflucke, es sind folgende: O cher Erstlich/ Untersuchung uber die Zn» W rucksetzung der Geiftlichen, worinn eiel sie bestehe, und welches ihre Quel- W len seyen? ge- ber- Z wey t en s, Beurtheilung dieser Hint- M; ansetzung; o- sie gerecht und klug ale- sty? / D.rit ten s, Bestimmmrg dev Grânzen fur die Wahlfáhigkeit der Geistltchen zu burgerlichen Aemtern. Auf màm Wege werden sich noch nrancherley Betrachturrgen darbieten/ wel- che in die neueve Politik einschlagen, ich wûnschte dieselben von gâter Hand ausgefâhrt zu sehen, ich werde sie nur beruhren und meinem Zwecke gematz peiter eilen» Gedrângt wtll ich noch die Grundsatze aufstellen/ auf welchen meine Uutersn- chung beruht/ man prûfe vorerst die Richtigkeit derselben/ und d an n fthe man nach/ ob ich ihnen im Fortgangtz der Abhandlung treu geblieben bin, i) Derjenige ift Buvgev eines S t a a t s, in dem er politische Rechte Wsûben darf: noch > wel- W, Hmh iîW ilech- sk èie sehe lilngî ines ìrchk ' --—--s—« ^ a) Wer seines eigeiiêtt Rech-> tens ist/ d. h. wer das Mer der Mmldiakêit erreicht Hat, und ubri- gens unter keinem der Fâllen begrisi fen ist, unter denen das Gesetz bâr- gerliche Vormundschaft auferlegt. b ) Wer nichk Glied irgend eitter Ver- bindung ist, deren Zwecke, mik denen des Staates in Wtderstreit gerathen konnen; c) Wer stch von den allgemeinen buk- qerlichen Lasten nicht selb s t, otznê Einwilligung des Staates, frey- spricht. r) Kein Burger dàrf tn Ser Aus^ àng irgend èines seiner burgerli- chen Rechten gehuidert Werden, als wenn er gegcn die Gesetze gefèhlt, andre in ihren Rechten gekrânkt Hat/ und also der seinigen verlustig sv-- klârt worden ist. 14 Z) Das Oeste des Staates erfordert/ dasi er sich selber kein Werkzeug ent- ziehe, welchêS zur gesetzmâsiigen Be- fàrderung der allgemeinen Cultur und des allgemeinen Wohlftandes Etwas beytragen kann, sey es durch Ver- mehrung der Einsichten bey den Ge- setzgebendek Gewalten, vder durch Erleichterung und Verbesserung der Ausûbung und der Verwaltung der Gesetze. 4) Der Staat isi es sich seldst schuldig, bey allèn Burgern aufs môglichste, Gemeingeist und Bûrgersinn zu pflan- zen und zu uâhren / damit das Jn- reresie der Einzelmn sich nie von dem Jnteresie des Staates absondem îasie» pntersuchung «ber die Zurûcksetzung der Geiftlichen; worinn sie vestehe, und welches die Qnellen derselben ftyen? Aer Stand der Geistlichen vcrdient semer Gescbâften wegen die Achtung des Recht- schaffenen, des Verehres der Religion und des Menschenfteundes. Dieft Achtung ist in den Zeiten der Unwissenheit in blinde Erge-> benheir ausgearker, und einer bên Aufklâ» rung blieb es vorbehalten, den Lehrern der Sitilichkeit und der Religion eine Scelle an- juweisen, welche der Wârde ihres Amtes und der Menschlichkeit der Beamleten gleich zu, kômmt. Auf dieser Mittelstufe findet der Geistiiche das schônste Feld seiner Wirksam, krit. Mitzverstandene Freyheitsliedc ,ucht ihm indetz nicht ftlten auch dieftn Platz zu taiibèiì, îndem sie Ms aNfsucht, was dm grisilichen Stand der Gcrinaschâtzuna vreis gebcn kann. Rohe Leidenschaft sotvohis als semer Snott vcrucsachen znweiien àn îtznt , ihre Waffen, und datz sie nicht lángst etnen — fur dl? Mcn^chheit traurigen — Sieg rrfochten ha'oeu. das sey uns Wink, datz es sich der Mûhe verlohne, ihre Angnffr ab;m wehren, indem man ihre Einwârfe pruft, hcurtheilk und derichrigt — Wenn nìaN die ncuestc Zeitgeschichte, die Verfoigungcn deS Priesterstandcs und vie Ausschlietzung der Gcist- lichen von der burgeUlchen Slimm - und Wahk, , fâhigkcit âberdenkl: so bietet sich die Fráge dar: rst nicht eine vèlliqe Zurûckfttzung odeè Heramvûrdigung des gustlichen Stàndes im Werke? baden sie sich dicselbè mgechgen? îvodurch, was kann sie rrchtfertigen, was ihrè âllfàlligen Grenzen bcstimmen? Jch nehme/ dhne bcwndre Thatsachcn áNzufàhren, als Vorausfttznng an: datz man die Geistlichekt juruckmsetzen versuche, und dafi es in meh- tern Rsicksicht-n schon geluNgen seh, und dantt ivilt ich den Ursachen dieser Erscheinung nach« forschen. Sobâld ich eine Uebersicht derftlbett ^ werde geliefm baden: so will ich ;u der Um ttrstichung l'idergehen; was fur eine Zuràcks setzung setzung den Gcistlichen in bârgerlicher Ri'ckstcht wicderfahre? Diesc ik drcyfach — ste bestcht in der beybchaltcnen Jndelebilitât des geiff, lichen Standes; in der durch die neue helve- tische Constitution erfo'gten Zlusschliestung der Geistlichen von den Urversammlungen, und durch die Entziehung der Wahlfâyigkeit zu burgerlichen Aemtern. — Viclleicht war di« Quelle dieser politischen Zuruckfttzung weder Verachtung noch Hast gegen den Stand, allein mir ist ihre Wirkung wichtiger, und darum beruhre ich die môglichen Ursachen, um durch ihre Wârdigung allen Verwechslungen ent» gegenzuarbeiten, und wo môglich eine Revi, fion der Gesctze svwohl als der èffentlichen Meynung zu veranlatzen. *) ') Ein Freund machte ûber die Aufschrift -eL er st en Hauptstucks folgende Anmerkung: —^ " sie sey etwas unbestimmt,r n t w e d e r seyvon der bisherigen Inrueksetzung der Geistlichen die Rede, oder von ihrer Auêschliestung von politischen Funktione» in Fvlge der neuen Constitution, im e r st e r n Falle wcrden mit Recht die Qucllen untersucht, im lez ter n aber wârde dicse Un» tersuchung unnutz seyn, weil kejneswegs Gering» schátzung die Ursache sey, warum den Geistlichen die Stimm « und Wahlfâhiqkeit sey entzSgen B Datz der Geistliche in unftrn Tagen vst der Gegenstanb dcr Gerinschâtzung und des Spot- tes sey, weitz jeder, welcher den feinern Ton der Gescllschaft, und die groben Aeutzerungcn des gemeinen Mannes kennt. In jenen mutz sich der Predrgcr Scherze gesallen latzen, dcncn er nur dann entgeht, wenn er ausbleibt oder den Stand gleichsam verlâugnet, die leztern rvorden. " — Es mag vielleicht wahr seyn, datz die Geistliche» nur detzwegen von politische» Funktionen entfernt wurdcn, weil man sie als Anhánger, als Créature», der ehcmaligcn Re- gierung ansah; allein dieser Grund ist wenigstens nicht angefuhrt, mau kann also auch auf vicie andre rathen; ûberdietz Hat man vielleicht sich des Undanks schuldig gemacht, indem in ci» riigen Gegenden der Schweiz, die Geistliche», z. B. m der Waat, sogar ost beftiger, als es der Wûrde ihres StandeS zukam, fur das neue System sich verwendeten; endlich darf man tuhn bebaupten, datz jene Ausschlietzung in ihren Folgen soviet als eine brleidigende Aurucksctzung sey, datz sie Widerwillen qcqen die neue Ordnung er-euge, und derselden einige, ost nicht unbe» dcutende, Stûtzen raube, und datz man also nnt Recht jeden Vorwand einer solchcn An» rncksetzunz ie eher je betzer abzuschneide» suche» foll. v 19 «st Svvl- - kkUllg!» WMtz , têW ibl cîii lîftrv siM, è«k sliiisà n ft a>z W W., MiMkllî auch a»! MM !M j» ij. nWm, z», alS èàui arf l»m iii ihnn >Otz»nz SrdnM, ihi uick- imn hk!s " Mh, et» iichln tilich sîiiîk »!cht rchlll, alch, liichl» >1 sch n «SIl M/ lUà, alê j» v, l>!S iiicbm lio»s, flgle: Wahl. >cmîr> ' Sâitk, à» auSgewicsen oder appanagirt, sie sollen nicht allcs geniessen wollcn" das sezte wirklich ein Andrcr cben so naiv hinzu, und barum also kann man sie wohl mit Worten ehren wie Fraucn, aber auch unter bûrgerlicher Vormund- schast behalten wie dieft. Dicse Herabwàrbi. gung dcr Gcisiiichen musi wohl nothwendig Ge- ringschâtzring ihrcs Standes nach sich ziehen, die burgcrliche Lage derftlben sezt in dieftm Falle, als Ursache den Grad ihrer Achtung herunter. In Frankreich und in andcrn katholischen Lân, dern schcn wir den cntgegengesczten Gang, man entreitzk ihnen dort ein Privilegium, soga r ein Recht nach dem andern, weil man den Mitz. brauch dcstrafen will, den sie ehemals davon machten, weil man den Hatz oder die Verachtung die sie sich vorhcr zuzogcn, jezt gesetzmàtzig machen will, uad das crrcicht man nnr zu gut. Es ist sich nicht zu wundern, dasi sich die Mcnschheit gleichsam râchen will fur alle das Unrccht, wclches ihr die Priestcr zugcfûgt haben, nm soviel weniger, da sie selbst ihr die Waffen dazu in die Hand geben. Was ehemals Monovol des Priesteramtes war, Gelehrsamkeit, das ist jezt frey gegeben, und dcr Geistliche scheint doch nicht ftlten zu wâh- nen, als ob r r pvch bieses Monopol dcsitze. Ieder Stand bereichert sich mit Kenntnissen, verfcinert dicfelben, pasit sie dem Zeitaltcr und ftinen Bedmfnissen an, und vicie Geist. liche stehcn ftill, bieiben Lobredncr ailes Alten, scheuchen die Aufgcklàrten ihrcr Zeitgcnossen von sich, und ziehcn sich so den Vorwupf zu, datz sie blotz aus Trâgheit und Bequemlichkcit, aus Noth oder aus Eigennutz den Fortgang ihrcr Brldung verfâumen. Dann tritt dev Spôttcr auf, macht aufmerksam auf jede ge- gebne Blotze, und die Mângel fallen um fo- viel cher inâ Aug , je weniger sie der verallete priesterkiche Ornât zu decken vermag, und je mehr sich der Geistliche aus dcnsclben zu ver- lasien schkinr. Es ist ein Bewcitz, die Auf. klârung habe ûber den Werth der Religion und uber die Bestimmung ihrcr Lehrcr noch manchcn Schritt zu lhun, datz man noch nicht ruhig gewordcn isi, noch nicht es unterlatzen kann, auf die Religion hâmifchc Seitenblicke zu werfe», wenn von bûrgerlichc» Angc-le- genheitcn und ihrcr Vcrwaltung die Rede isi. Ich gestche cs zwar gerne, datz es im un. anfhaltsamcn Fortgangc der Culknr gcgrûndcl fey, wenn man dcn Geistlichen aile Privile. gien cntzicht, und dann wohl auch^wciter gcht, ais man follte, allein es gicbt noch o >"lHn,. Zàiln kirSH. is Aliio, °urf î», nlichkch ;tt!âDg lrill kn ' ick gk, > m ss, Mll!l!. , j! ^ M «II- diîW Mis» èlkk mch ch»W «mlaxcn illutlilk! M ii ! Pià ch»« >i?il «îj »r tine andre weit unedlere Quelle dieser Ver. fahrungsart, nâmlich Die Verachtung der Religioà se l b st. Ich ehrc den Zweifler, welchcr aus Wahrheitslicbe Uebcrzcugung sucht und sie nicht sinden kann , allein dicser ist es gcwitz nicht, welchcr mil hartherziger Kâlte und Spott die Religion antastel, rhrcn Trost ftincn Mitmcnschen raubt, und die Lchrer dersclben vcrunglimpft. Wahre Auftlârung erhebt wo. môglich den Glauben zum Wissen, kann sie das nicht, so ehrt sie densclben. Nicht so derjenige, welchcr blotz dem Genutze, und zwar dem grobern sinnlichen Genutze leben will, der hôhnl die Religion und ihre Diener, und diese Dcnkungsart ist im Geiste des Zeit, altérs, dahcr auch ihre Wirkungcn, es ist bloZ Inkonscquenz, wenn man das Glocken- gclâute und ein schwarzes Kleid noch duldet, so unbequcme Erinnerungen sollten verbannt scyn. — Eine andre Ursache der Herabsetzung des gcistlichen Standcs habe ich schon berûhrt, es ist der Einflutz der bûrgerlichen Veriassung, hicher gehôren dann auch die Wirkungen der hierarchischen. Beyde fordern oft eine Zu, ruckhaítung vom Gcistlichen, welche ihn M Pédanterie leitet, ihn der Gcwalt des Lâ- cverliehen Prcis giebt. Von der unge» wôbnilchcn Canzelkleidung an, bis ru der reichsjîádtischen Entfernung des Predigers von jebem Vcrqnûgen der femern Welt ist die gleichc Aengstlichkeic sichtbar < welche den Lauf des Zeitalters aufbalten / durch kleinliche For» meln gleichsam beschwôrcn will. Wenn der Geistliche, z. B. rein Schauspiel von einrm Jffiand besuchcn darf: so ist er ein Gegen» stand des Mitleidens, und auf diefts folgt Verachtung schr bald, besonders wenn er stch auf andre Art zu entschâdigen sucht. Eden. so ist es der Fall, wenn er unter bûrgerli- cher Vormundschast steht, oder wenn er» wie bis vor kurzem in Holland, im rosten Iahre schon cine Perrâke lragen m u st, welche dann sein àltercc Bruder, ein Officier/ durch witzigcn Spott ihm schwerer machte als ei» nen eifernen Helm. Jrne Verlegenheit und hundcrt áhnliche kann ost ein wohlgemcyntts aber àbcl ausge- sonneneâ Benehmen Deojenigen hcrbeyst'ihren, welcher, indem er die Hauptsache uberstcht, an Nebensnchcu seine Vcrbrsterungen an» brin.it. So arbeitel ost ein bclebler Kôrper ftiîìcr eigcncu Austosung cnrgegen, wenn seme Kràfre, die in gehorigcr Proportion und m gchoriger Richtung vie Gesundheit herstetlen îànnten und wûrdcn, wcnn dicse Krâste dann -urch einen schádlichen Rcitz nach einem Lhcile, ansialt nach allen, geleitet wcrden. Die englische Ccistlichkcit, B. schadct sich bey vielen Aufgeklârten dadurch, datz sie ûber «nbedcutende StreilfraLen sich entzweyt, un- jhrer Gelehrsamkcit die ichiefe Richrung gicbt, wclche sie dem Lâcherlichen blotzstellen mutz, denn srlbst die neuesten rheologischen Nachrichten beweisen es, datz man nicht einmal die Mátzigung dabey beobachre, welche dcr ehrliche Landprediger von Wake. sield sich auferlegte, indcm er die zweyrc Prie- sterche so warm bcstreitet. Das Publikum weist dann mit schadenftohem Lâcheln auf die Verblendeten, wclche in ihrem Sclbstvertrauen und Genugsamkcil die Erndte uberschen, welche sie dem Spôtter darbieten. Mit einem Morte, Fehler welche von Jnnen heraus kommcn, die sich im Innern des geistlichcn Standcs gleichsam von selbsi erzcugen, ver-, setzen seiner Achlung oft die hârtesten Stôtze. Wer dann nichk weiler zmûckgeht, sorgfàlti- ger nach den crsten Qucllen und nach dcn Gelcgenheíts-Ursachen forscht, der wird die Thatsachen strenge und gewôhnlich zu hart beurtheilen. Jch will meine Zuflucht zu cinem Bi!de nehmen. Ein Gcbàude, welches einst âusierst wohl den Umstânden angemetzen war, bleibt lange unverândert siehen , es wird alc, die Witterung odcr die Hand eincs Muthwilligen beschàdigt es, und jezk greift hier die Fâulnitz um sich, dort lôst sich dcr Mortel und ein Stem nach dem andcrn ab, muge derselbcn erschl'ittcrn im Hcrabfallen das Gebàlke, es trcnnt sich, und bcy den entstandenen Rissen drángt von ausien der zersiorcnde Schnee odcr Regen sehr leicht hinein. Man kann mit Recht sagen, cs wahr der Fchler des Gcbàudes selbsi, datz cs seinem Unlerqange entgegeneilt, aber man bcdenke auch, dasi betzere Sorgfalt des Besitzcrs es batte crhaltcn, und scinen Beturfnlsscn angcmcssen entwcder verbesicrn, odcr aus den glcichen Matcrialicn neu bauen kànnen. Jch wende dieses Bild aufden geist- lichen Stand an, um noch einige Ursachen seines Verfalls anzuzeigen Dem Gcbàude àhnlich, lictz man die gcistliche Verfassung und besondcrs die Bildungsanstalten veraltcn, ohne sie dem Fortgange dcr Cultur und ihren stcigcndcn Bcdûrsnissen anzupatzm, und «o rrzeugten sich dann aus den âltern Mangeln neuc, kî>W Wtt WM 'ráchiîl >, m : à Mln* zm-lî» N,!! -ch>à « ulid Là àmâ! >i lich lli>>, alS indem ich die Qucllen dieser Ausartung anzeige, und jeden Wohldenkenden auffordere, wo er kann sie verstopfen oder abletten zu helfen. Aus der Geringschâtzung oder dochVer, nachlàssigung, welche hin und wieder der Stand der Gcistlichen erfâhrt, erzcugt. sich noch ein neuer Grund, der jene vermchrt. So nimmt die Schnelligkeit eines fallenden Eteines in scinem Falle immer zu. Es wied. meten sich dem Berufc des Gcistlichen nur zu oft unfàhige und unbedeutende Menschen / welche dem Stande ftlber an Ansehen mchr «ntzogen, als datz sie dasselbe erhobcn hâtten. Die geringe Besoldung, die spàrhe Bcfèrde» rung, die Parthcylichkeit in derselbcn, daS schreckte Manchen ab, nicht cine Bahn zu wâhlen , in der er zunickbb iben mutzte, menu seine wcltlichen Jugendfreunde lângst bcdien, stet, wobl verforgt, HauSvàter und augeft. hcne Bàrger waren. In ben aristokratifchen bantoncn kam hiezu, datz sich die hellen Kbpfe lieber fur die weitgechrtcren polilischen Fâcher «nlftylvtzen als fur das gcistliche. Ost ge- schah' es, datz der Sohn, welchen die Eltcrn sonst nirgmds unterbringen konnlen, Geistlz, cher werden mutzte. Die àrmcrn Bûrgeè bestimmten thre Sôbne gern zu diessm Stands H rvmn die Handwerke durch Hinaufblicken nach ^ Oben ihnen vcràchtlich werden , und der Man- I d«ilt> gel an Betzern mutztc es schon ersetzen, wai ^ là an Vorbereitung an Vermôgen zum Bâcher- ^ ankaufe und zu betzern bildenden Vergnugun- , Dê gen ihnen abgieng. Diese Clatze von Stu, > M dierenden erôffnete sich dann eine Hulfs, ^ à quelle, die manche» anstatt der gehoffte» kè Vortheile den grvtzten Schaden brachten/ sie «iA wurden Hauslehrer. Wie darf es der sechszehnjâhrtge Jungling êD ehne einige Kenntnitz der Erziehungsgrunbsàtze ^ Wà wagen Erzieher zu werden? die Noth lreibt ihn l ir ^ da;u, odcr cr hoffte sich einen Gônner und kânf» à ligen Versorger zu gcwinnen, dicsem opfcrte er > W ;ezr seine beste Zeit auf, und machte sich nicht j >i! etnmal durch zweckmâtzigc Bildung semer Kin, làt! H der um ihn verdient. Es ist nicht môglich, jà datz ein Jungling, bey dcm erst seine beste» m l" Kràfte erwachen, das ehrwàrdige Geschàfte der > sà> Erziehnng mit reiftm Urtheile, gesezrer Ge» t duld und Mâtzigung und wabrer Kenntnitz der ( li;iî î Méthode betrriben kônnte. Diese Erforder» ^ uisse finden sich, wenn er einmal seine Stu» - kiL bien absolvicrt Hat, und d andre Beîrachtungen eine Jnformatorstrlle zu cdt gcsczt, abcr nicht nbcrall abzuschaffen vcrmochl. Noch herrscht M z B. imFccystaate Ber n, weicher semer Geistlichkeit das Ioch der Jndelcbilitât noch nicht abgmommen Hat, d. h. noch immer ist es emcm Berncrschen Prcdiqer untersagt,. nach ernmal erhallener Conscêratlvn eineu anbern Bcruf zu wâhlcn oder irgend ein bûr- gcrliches Amt zu àbcrnehmen, er bleibt zeit, lebens Geistilcher, wenn er gleich kein gcist, liches Amt ubernimmt Ich hoffe indetz dieser Ueberbleibscl des Eatholizismus werde bald aufhôrcn, da seine Stàtze der AristokratismuS wcggcfallen ist. Wcr in ben gcistiichen Siand trat, der pstegte dadurch auf aile politischen Aemtcr Verzicht zu thun , denen also welche die politische Bahn durchlaufen woltten, mvtzte eine solche ewige Abmarchung der beyden Stânde ermunscht scyn, ste waren stchcrer, ungestàrter. Dafàr trat dann freyiich der Umstaud ein, datz Zunglinge immer mehr von dieser ewigen Fetzel sich zu fcheuen an. tzengcn, der geistliche Stand wurde w'N'gcr von Patriziern gewâhlt/ und so wmde viel- leicht die Indelebilitât endlich aus dem g!ci- cdm Grunde aufgchoben worden scvn, aus welchem sic bisher war bcybehalten worden. Icjt m u si dieft ungerechte Einschrànkung auf« hôren, nicht aus Gnade, sondern wcil die anerkanyten Grundsâtze bàraerlicder R e cvt e auch den Stand der Geiiìlichen umfassen, und ihre Anwendung nur davon adhânaen wird, ob die GUeder dieser Gestlischaft sich dieselben zu vindieicren vcrstchcn. Ste mûsicn selbsi austreten, ftlbst gcllcn machen, was daS Gesetz und das e wige R e c h t ihnen zuspricht, denn auch hier bleibt wahr, was man vom gesellschaftlichen Umgangc zu sagcn pflcgr: ^jeder oimmt in der Gcsellschaft die Sicile ein, welche er sich selbsi anzuwejscn vcrsicht." Den Schein der Briliakeit Hat man m vielen andern Staaten beyzubehalten gewusit, indcm man indirckt die Geisilichen cbenfalls von bmgeriichen Aemtern auâsà'iicsit. Man vergônnt ihnen zwar ihren Stand umzutau- schen gegen jeden andern, wenn sie es gui» finden, aber dann mûtzen sie dcmiclbcn auch anf immey entsagcn, und vyr der Wadi, fàhigkei't zu eincm bàrgerlichen Amte mutz diese Entsagung Platz haben. Es ist nicht schwcr zu zeigcn, dasi dadurch im Grunde wenig gewonncn sey, denn wird sich wohl ein Geistlicher, der nicht reich genug ist, um ohne Amt zu leben, entschlictzen seine Stelle niederzulcgm auf die blotze Môglich, kcit hin, datz cr zu eincm bàrgerlichen Amte befôrdert werde? Jn B a sel z. B halte der Prediger dicse Freyheit, allein die Er. wâhlung zu dcn meisten Aemtern war grôsiten» thciîs Werk des blinden Losses, wcr halte d a das Sichere aufgcben wollen, um viel. lcicht nachhcr Zeirlcbens um politische Stcllen glcichsam spiclen, nach ihnen haschcn zu màtzen? Auch der brauchbarste Mann wird sich nicht in das Gedrânge der Bewerber mischen, wcnn cr seine bescheidcne Pfarrcy niederlegen soll/ um nur wahlfàhig zu werden, wovon soll er leben, wenn seine Hoffnungen fchl. schlagen? wovon wenn die Verwaltung eines bàrgerlichen Amtes zu Ende ist, unb er sich kcine Capitalien dabcy sammeln konnte? Das zweyte Unrcchl, welches der Staat gegen die Gcistlichen haben kann ist, wenn er ihnen die Wahlfâhigkeit zu politischcn Scelle» ent- îieht, so lange sie ihren Stand behaltcn. àî U iîrch» 8«î Hch »îtz >P» àî l Nizà ichknil- - L h« !>l> h,! êd ^«P« >vtt tzL ' UIINL'' 4c Liê 4 ji- lit r >!iW^ Mchi: L mono: ûh!> llillg là! llld îl >1E M? U Al jl^g n krihuL- !lîl>'.II W thà> Weit empstndlicher aber ist die Hcrabsttznng diescs Srandes, wenn man ihm auch die bàrgerliche Stimmfâhigkeit raubt, wenn die Geistlichen ausgeschlotzen flnd von dcm Rechte, wahlen zu helfen zu politischcn Aem- tern. 3» den Volksvcrsammlungcn Hat icder, welcher das raste oder i6te Jahr angetrcrcn Hat, bas Stimmrecht, wofern er nicht ent- rhrt ist, odcr die nôthigen Bedingungen dcS Bûrgers ihm noch fehlen, — nur allein dcr Geistliche sollte diests Rechtes nicht Genost werden? Jch hoffe, man wird diesen Stand nicht so weit hcrabwàrdigen, datz er mit ebm d e r Geringschâtzung ruruckgesezt werde, wie rhemals bey den Rômern die kràsnî, Ls- xits Lenll, oder die âersrii. Man Hat *) So nannte man in Rom die Burger dcr un- tersten oder ftchsten Clatze, welche in den Wolksversammlungen kein S t i m m r e c h t h a t- ten, nnd daher gleichsam nur mit ihrem Kopfe zâhlten, (Loxîte oenk) indem sie bloê LieVolksmenqe vermehrten, und nur dnrch Kin- dererzeugen (Vroletsrii, t-ln^uam !^ MzU !» aM » «bmtz Jch gche rum zweyten Theilê meiner Untersuchung àber/ ich habe jrzt die Frage bestimmt erbrtert, entweder man legt dcn Geistlichen rin ewigcS Gelûbd auf, bindet fie auf immer an ihren Stand, o der, man entzieht ihncn die Wahlfàhigkeit zu burgerli» chen Aemtern/ oder endlich man versagt ihncn sogar die Stimmfàhigkeit; — ist dieses ailes rccht? ist es klug? — das ist jezt zu untersuchen» Zweytes Hauptstûck, Beurtheilung der bûrgerlichen Zurûck- setzung des geistlichen Standes. Dicse Beurtheilung kann von einem doppel, ten Gesichtspunkte aus angestcllt werden, rut. wedcr man fragt nach dem strengen Rech. t e, odcr man pràst die Zweckmâtzigkeit, die Klugheit jener Maakregcln, welche dir Geistlichen von bûrgerlichen Geschâften entser* ncn. Hieraus entstehen zwey Abschnitle. Erster Slbschnttt. Ast es recht / die Geistlichen von bM gerìichen Aemtern auszuschlietzen? Daj? die Geistlichen Staatsbûrger seyen, das bczwcifclt niemand, allein man àbcrsteht, datz man ihncn durch gcwiffe Einschrànkung dicse Wûrde raubt, oder so wcit hcrab- scjt, da§ cine ncue Classe von Bûrgern her. vorgeht. Man Hat wirklich sûr cène solche Unterscheidung sehr be;eichne»de Ausdrûcke aufgestcllt, man Hat die Bmger, in Aktlv- und Patziv - Bûrger getheilt. Wenn ein B û r- ger diejenige Person ist, welche durch ihre Verbindung mit dem Staate sich die Aus- Lbung ihrer Nechte sichert, und hinwiebcr zur Sicherung andrer das Jhrige leistct; so wâre ein Patziv-Bûrger dcrjenige, wet» cher zwar vom Staate Sicherhcit genietzt, aber leiden mutz, das ihm diestr will. kàhrlich die Rechte bestimme, welche er ihn will genietzen latzen, — da hingcgen der Akliv-Bûrger von keiner Wtllkàhr «ingcschrànkt alle die Rechte ausûben darf, welche ûberhaupt mit dem Bcsten de- Staats und den Rechten aller semer Glicder vertrâglich sind. Patzlv-Bûrger kann man auch so erklàrcn, es sey derjenige, der durch Lie Gesetze des Staates als bûrgerlich oder politisch unmûnbig erklárt ist, so datz er aus. geschlotzen ist von jedem thátigen Antheil an der offeittlichen Gewalt, ûbriacns aber jeden Schutz des Staares geniesit- Man ftoffc sich nichk an dem Ausdrucke: ihre Rechte scyen nach Willkûhr eingeschrànkt, denn ich lâugne nicht, das die Klugheik Gesetze er- forderè, wetche iene Einschrânkûn^ vèdhângrn- sonder» ich behaiivte / datz ded Grad derftlben willkàhrlich bestimtnt werde. *) So flnb Wêiber *) Die Grenzen zwischen Aktiv - und PaKiv- Bàrqern sind m den meisten Staatcn fthk willkuhrlich gezogen. Vormals war in den demokrâtischtn Cantonèn der Schwei; ein Iânglingvon i6 Iahren schvn Aktiv-Burgerr ber neuen Constitution zufolg wird unter an. dern Bedingungen das Alter von ro Iàhrèn gefordert. In der frànkischen Constitution von 1791 war derjenige als Patziv «Burger erklârt, welcher die Bedingungen nicht aufweisen konnte, die zur Ausûbunq pvlitischer Rechte erforder- lich wáren. i) Ein gewitzes Eigenthum; ein Contributions - Mthcil gleich déni Werthe dreyer Laglèhneii; 2) eine bestimmtè Dauec des Auftnthaltcs an dem Orte wo er sich zu- lezt nicdcrgelaHen har; z) Nicht Diener zu ftyn, 4) nicht im Austande einer Anklage, banquerot vder burgerlich entehrt ru scyn - u. st w. Am auffallendsten ist jene Willkuhr in der Bestim» mung der Rechte der Weiber/ bald schliestt ma» sîe blvtz von burgerlichen Aemtern auS, bald entzicht man ihnen das Recht ihr Vermogen ju verwalten vder Vertrâge zu machcn, bald fordcrr inan z bis ; derftlben um ein gultiges Zeugnitz zu Stande zu bringen, u. s. w- E< ist «êd. >d tchîî, C« tz Wà » j» : - «,-G ild «2 N îS'à >»M:^ Mzn «à ìlâ»i à iMi«" c è» L iiriîl îs vmî«« M, iNM L'.». - I îkr Dà >'Muni Dj,K u ««t». !, NN D.U ».î»> ^ 1 Weiber und Kinder, oder Bevogtete sind da. her PaHiv.Bûrger, sie werden vom Staate geschàzt, aber sie musse n sich von ber AuS, ûbung mancher Rechte ausschlietzen lasse», welche doch ûberhaupt mit bcm Bcsien des Slaates und der Eìnzelnen zusammen bestchen kônnten. Zu welcher Clatze nunmehr die Geistlichen 1» rechnen scyen, wenn man ihnen Stimm. und Wahlfâhigkeit zu bûrgertichen Aemtern abspricht, das ist bald errathen; sie werde» PaHiv-Burger, indem sic den geistltchen Stand ist hier der Ort nicht zu zeigeu, wie ungerecht man gegm eine Hàlste der Burger verfáhrt, vielleicht ist es ûberhaupt noch nicht daS Zeit» alter, wo man gege» dieselbe gerecht seyn wird, und die Inkonsequenz einfieht, die Regierung einer Elisabeth, einer Christina zu lobe», und doch durch Gesetze den Weibern willkûhrlich «me sehr tiefe politische Stufe anzuweisen. - Diese Digression ward îmrch Widerspruch ver» anlatzt, ihr Werth fur die gegenwârtige Abhand- lung besteht blotz darinn, daK fie den Stand des Patziv-Bûrgers ins Licht sezt, und, da «r doch nieht ganz aufhôren kann, daman sorgfàltiger die Burger klatzifizier, welch« man in dmftlbm verweèst. D 4 » v «nnehmen. Sie thun zwar, wie es scheint, freywillig auf ihre bârgerliche Selbststândig, keit Verzicht, aber ist der Staar nicht dem. vngeacht ungerecht, indem er à solche Verzichtleistung von ihnen forderl? Jm Staate wachsin Bûrger auf, er wacht darâber, datz sie nicht vor den Iahren der Mândigkeit sich der bârgerlichen Rcchten und Pflichten unwàrdig oder dazu unfàhig machen, und nun vrranstaltet er selbst, datz eine gewísse Anzahl derselben jenen Rechten ent- sagen musi, ist das nicht widerfprechend? Der Staat erlaubt oder besordcrt gar den Beruf des Geistnchen, aber er belegt densel, ben mit einer Einschrànkung, zu der er keinen rechtskrâftigen Grunv Hat, er nimmt etwas zurâck, was er sonst nur zur Strafe zuruck- nimmt, kann sich da der Geistliche nicht àber Herabwnrdigung beklagen? Wir wollen die Fàlle aufjàhlen und prufen, in welchen .es einzig erlaubt scheint, die allgemeincn Rechte eines Burgers etnzuschrânken, man urchcile dann, ob der Prebiger sich in einem derselben befinde? Die Ausubung cineâ durgerlichen Rechtes kann eingeschrânkt, eingesteUt oder entrogen werden: Erstlich, wenn dadurch die ûbrigenBnr, ger benachtheiligt wûrden. »>à «stz -I? krnH !à^i! tâi!>l! !chl!N !l!> smchich! I gar dî» iGichi nnîà RMlIKj :l!M B à à k »r M!î y wà,i! l!M Zîà aim mL- làiL :Mià «M!: ^ Wêc Z wey tens, wenn die Person, welche es trist, gcwissen Bedingungen des Bàrger- rechts entweder gar nicht oder noch nicht entspricht. D rilten s, wenn sie frcywillig sich gleichsam ausweistn, oder von der Ausûbung ihrer Rechte auskaufen lasien will. Unter mancherley Formeln môchte man die Geistlichen unter einen jener Fálie befatzen, wir wollen sie genauer aus einandcr setzen. Der erste Fall wâre also, datz die Aus, ubung eincs Rechtes die Rechte der andem Bûrger hemmt, und wenn der Prediger sich d,ests zu Schuldcn kommcn lietze, indem er den geistlichen Stand ûbernimmt; so inusité er wirklich aufdiejenigen Rechte Verzicht thun, welche ihm sonst zukommen, sollte es gleich neben der Wahlfâhigkeit auch die Stimmfâ, higkeit seyn, welche Collisionen verucsachen. Allein — man beantworte doch zuvôrderst die Frage: ob dann der Stand des Geistlichen dcmjenigen, der ihn ûbernimmt, etwas gâbe, Andern aber etwas nâhme? Wenn er nichts andcrs ist, als eine blotze Fàhig, keit, welche weder etwas Aeutzers giebt noch nimmt, kann man denn sagen, datz D » v î- gewiffe Burger durch Erwerbung dieser Fâ« higkeit andern etwas entziehen, und folglich §ch hinwieder etwas màtzen entzichcn latzen? Dadurch, datz der Eine die griechische und hebrâische Sprache erlernt, Kirchengeschichte und Bibelauslegung studirk, sich der Bered- samkeit und Katechetik bcsteitzt, Hat er sich die Fàhigkcit erworben, gewiffe Gcscháfte zu ûbernehmen, allein dieser gedoppclte Fleitz gicbl dcmjenigen, der sich nicht so viclen Vorbereitungen unterworsen Hat, kein Recht zu fordern: mir sollst du jezt das minder Be. schwerliche und das Eintrâglichere auf immer àberlatzen, du hast dich durch deine feyerli, c h e Vorbereitung geb u n den. Kann man den Reichern zwingen, datz er gekunstelte Speitzen genietzen solle, weil er sie zu kauftn vermag, wenn er doch die einfachcrn und wohlfeilern vorziehc? Mit einem Morte, der Beruf ber Geistlichen sollte bûrgerlich be, trachtet, kein besonderer Stand seyn, so wenig aïs die Fâhigkeit Arzt oder Rcchts, gelehrter zu seyn, den emen oder den andern an ein bestimmtes Geschàft an diesen bestimm, ten Broderwerb fetzelt. Mer sich die nôthigen Kenntnisse oder Fertigkeiten zur Ausubung eineS geistlichen Amtes erworben Hat, der n wag sich einer Prûfung unterziehen, fich das Zeugnisi semer Fâhlgkeit geben latze»/ Candidat scyn/ die vo-lâusige Consekration er- halten/ aber er soll nichls dcstoweniger seine voile Freyhcit dchàn / nach Belieben jene Fàhigkciten geltcn>zu mâche»/ odcr etwas andcres vorzunchmen, wozu cr ebensoviel, oder noch mehr Gcschick / Lust und Veran- latzung Hat. Wenn er zum Candidate» er. wàhlt wird; so erhalte cr dadurch gleichsam einDiplom, das er vcrschlietzen odcr gebran. chcn kan»/ welches Zeitlebens gûllig bleibt, woftrn er sich dessclben nicht auf irgend cine Wcise unwûrdig macht. Auf diese Art wird weder der Beruf des Geistlichcn ganz aufgc. hoben, wie es der Fall wâre, wenn der Slaat weder uber die Vorbereitung noch die Prûfung dessclben etwas verfûgen, .sonder» ganz es dahingestellt lasien wollte, noch wàrde dicser Scanb mil den Rechlen der Bârger unvertrâglich scyn. Es ergiebt sich hieraus, datz dem Geistlichcn als solchem — ohne Nach» lheii seiner Mitbûrger, i) die Stimmfâhig- keit, 2) die Wahlfahigkcit zu pylitischen Aem, lcrn zukomme, und dasi die Indelebilìtât der Constkration, oder die lcbenslángîiche Verbindlichkcit des Prcbigtamtes aufyvren 54 folle. — Die Billigkeit vicier Forderung grundct sich darauf, datz der Bcruf der Geist- lichen an sich kein Stand scy, welcher mit andcrn Bmgcrn Collisìonen veranlatzen kônnte, indeu der Prediger, che er bcdienstet ist, blotz die Fàhigkeit Hat, es zu werdcn. Aber, gilt dann eben dieses auch von den Bcdicnsteten unter ihnen, konncn diese noch wahlfâhig seyn zu bûrgerlichen Aemtern? Jch weitz es, datz es selbst unter den Geist, lichen, Freunde der belirbtenMittelstratze giebt, welche eincm Candidaten, ehe er ein geistliches Amt ûbernommen Hat, die Frcyheit besRàck- tritls versiatten wollen, aber sie ihm versagen, sobald er einmal eine Stelle angetreten Hat. Als ob er jezt mit dem Amte auch die Sank. lion aller der Bedingungen erhalten hâtte, unter denen man einzig sich mit Erfolg eincm Geschâtte Zcitlebens wicdmen kann, als ob er von nun an Herr seiner kànsiigen Ucber- zeugnngen , und Verhâltnisse geworden wâre. Doch, da man durch diese klcine Erweiterung der Freyheit einmal zugegeben Hat, datz die Consekration nicht an sich, wie man es wohl sonst geglaubt haben mag, unverletzlich scy: so mutz man irgend cínen Vorwand haben, voter dem man einen Predigcr durch Ueber- nahme eines Amtes aufimmer an semer, Stand fetzeln will. Ia, wenn ein bcdiensteter Geist- lichcr em Gescháft ûbcrnommen Hat, da- schlccktcrdings mit jedem andern profanen, burgerlichen unvertrâglich wâre: so hâtte man Recht ihn davon auszuschlietzen; ob es stch so verhalte, wollen wir unten noch nàher untersuchen. Diesem Falle steht der andre gegenàber, datz geistliche Stellen so gut wie alle andern als bûrgerliche Aemter konnen be» trachtct werden, und wenn sich das also verhâlk: so wurde daraus folgen, theils, datz die Gesetze, welche gegen die Verwaltung mehrerer burgerlicher Aemter durch eine Person auch die Geistlichen beschlagen, theils, datz die Wahlfâhigkeit keineswegs durch den Stand aufgehoben werde. Beydes gicbt uns nachher noch Stoff zu mehrern Belrachtun, gen. — Em zwcyter Grund, dieAusûbung bàr. gcrlicher Rechte zu untersagen wâre, wenn derjcnige, welchem sie zu gut kommen sollcn gewisse» Erfordernissen nicht entsprâche, welche zum Bàrgerrechte und zur Wahlfâhigkeit ge« sctzlich verlangt werden. Die frânkische Con. slitutwn erkennt, z. B. nur den sûr Bur- gcr, welcher das siste Jahr znràckgelegt hah geborner Franke ist » und cin Jahr fich im Lande aufgehaîten Hat, oder, wenn er, als Fremder, 7 Jahre nach cinander in Frank- reich gelebt, oder eine Bûrgerinn gcheyrathet Hat u. s w. Zur Stimm. und Wahlfâhig- kcit zu burgerlichen Aemtcrn vcrlangt fie ûber» dietz, datz der Ansprecher dieser Rechte einen gewissen Antheil an den Staatsabgaben leisie, datz er kein gemietheter Knecht oder Hausbc. dienter scy, datz er schreiben und lesen, und eine Handarbeit, die ihn im Falle der Noth náhrrn kônne, zu treiben verstche. dìllediese Bevingungcn sind weist, das Gesctz Hat sie fur das Beste des Staates und der Emzelnen wohlthàtig berechnet, ihnen mutz enlsprochen werden Datz Gcistliche, aïs solche jencn Er, fordernissen nachkommen oder doch nachkom- men kônnen, das ist einleuchtend; giebl es daher vicllcicht andre Bcdingungen, die ihm mil Necht die Stimm- und Wahlfâhigkeit zu po» l'ikischen Acmteru entziehen? — Man untersuche ob seine Bildung und seine Lehre sich nicht mit den Gesetzen des Staates vertragen? Wenn das ist, wenn durcb ihn das Anfthen der Gesetze, der Fleitz, der Wohlstand, die Ruhe der Bàrger untcr- graben und gesâhrdet wird: so scy man kon. serment gemig, dcn Geistlichen nicht nur von bàrgerlichen Aemtern auszuschlietzen, sonder» scincn Stand licber ganz zu unterdrûcken. Wcnn sich jene Voraussetzung erweifen lictzc: sv mûtzen Gcistiiche gleichfam als Hummcîn bctrachret werden, die man verbannen foll, danndûrftn fie nicht einmal geduldet gcfchwci» ge, vom Staat autorisirt und besoldet wer. dcn. — Es kann seyn, datz die Ausâbung eines geistlichen Amtes den Einen oder den Andcrn unfâhig macht zu cincr politischen Stelle, die Gewohnheiten die er annimmt, die Anstchten, die er allmàdlig fatzt, rauben ihm vielleicht die Gîschicklichkeit z. B. offentlicher Anklâger oder Referent zu seyn, allein das ist Sache der Person, nicht des Standes. Mit einem Morte, die einzelnen Ersordernisse ivcrden bey einzelnen Aemtern jederzcit bercchnet werden màtzen, man pruft also Diejenigen, welchc sich darum bewerben, und wâhle oder ver» werft, sie môgcn bis dahin fur einen Stand haben, was fur einen fie wollen, der Geist- liche kann, als folcher, nicht ausgefchlotzen seyn. "Es ist aber doch nicht schicklich" hère ich iemand mir einwendcn, " datz Geifr- liche gewitze Sttllen bekleiden, die ihrem bis- hcrigen Beruft bcynah' ganz widersprechen, wie z. B. das Aml eines ôffentlichen Anklâ. gérs, und dann nachher wieder auftreten als sanfte Lchrer des Fricdens. " Jch gebe dcn ganzen Einwurf zu, und werde auch unten billigc N^-cksicht darauf nehmen, allcèn hier crinncre ich nur, dafi diese Bemerkung die Ansschlictzung dcr Geisilichen nicht wcgcn ihrcr bwgerlichcn Unfâbigkeèt fordert. sonder» dieftlbe nur theilweise verlangt, um den Stand dcr Prediger sclbsten zu schonen oder ;n chren. Diescr Beweggrund soll billig in Anschlag kommen, allein bey dcn wcnigsten Nersi'igungcn gegcn die Stimm- und Wahl- fâb'gkeit der Geistlichen ist er es, welcher znm Grund licgt. Einen dritten Vor. wand die Geistlichen von bûrgcrlichen Aem» tcrn zuriickîuweistn, kbnnen wir so darstcllen: " diese begl'iîistigcc Clatze von Bûrgern geniestt so mancher Vvrzûge und Jmmunitâten, datz sie billig auf gewitze Rechte Verzicht thut, nnd sich gleichsam als ausgekauft bctrach- tct. " Dicser Grundsatz schob ehcmals in Frank, rcich manchcn csclec âe fsmille ins Kloster, und ins Chor, wir wollen schcn, ob er in einem wohleingcrichteten Staate gûltig seyn kènne? Immunitâtcn geniesit also dcr Gcistlicbe, er ist frcy von mancherlcy Abgabcn, von Kriegsdtensten, von personlichen bàrqerlichen Lasten, Wachen z. B., u. a. m. Es ist wahr, man Hat ihn in manchcr Hinstcht gcschont, und er soll es billig in Anschlag bringcn; aber, wenn cr dann diests thul, wenn cr dicft negativen Vortheile seines Amtes berech- net, was folgt wohl anderes daraus, als dass allc jcne Immunitâien Artikcl odcr Poste» seiner Bcsoldung sind; batte man fie ihm nicht zugekheilt: so wûrde der Abzug von seinen Einkànften desto bctrâchtlicher áusfallen. André jencr Privilégié» stnd genau mit den Geschàften seines Berufs verbunven, er soll Nicht ins Feld ziehen, weil die Zî'irûckblei- benden seines Trostes, die Iugend seiner Be° lehrung immcr bedarf. Will man ihm dicsc Schonung hccher anrechnen als ctwa dcm Rathsgliede, welches fern vom Schauplatze des Krieges seine ruhigen Sitzungen fort, sctzen mutz, odcr dcm Canzleybeamten, dgr seine Feder ohne grotze Stôrung dcr burger- lichen Geschàfte, nicht mit dcm Schwerdte vcrtauschen darf? Ich dcnke man gcbe dcr Sache ihren wahren Namen, und wenn dcr Ausdruck, Privilegium oder Jmmunitât stôHt: so enkziche man diesclben den Geistlichen, und wcnn dann dadurch ihre Besoldnng zu schr hcrabgcstzt, oder ihre Amtsgeschàfte zu sehr unterbrochen wûrden: so wcift man ih« nen einen andern Ersatz, einen andcrn Aus- weg an. — Wie gcsucht indctz jener Vorwand sey, kann daraus erhcllcn, datz die Immunitàtcn, von denen man sovicl AufhebenS macht, nicht einmal allcn Prcdigcrn gemein find. Es giebt vicie gêistliche Stcllen, weîche aile bàrgerli, che Lasten mittragen, und wcnn das ist, darf man drnn auf einc solche partielle Befrcyung , eine totale Zurûckstzung des Standes grànden? Man fraqe einen Mann von wahrem Ehrgefàhle, ob er wohl fur gcwitze Bcquem- licbkeiten oder ôkonomische Vorlhcile dasjenige hingcben molle, mas ihm Seldststândigkeit und bàrgerlichen Werth verleiht? Er wird lieber darben, als sich der Vormundsckaft m'.ttrwmen. Gêistliche kônncn also nicht §leichgûltig sehen, wie man ihrcn Stand herabwàrdnzt, und ihnen dann zur Entschâ. digung einige Immuniláten verstattct, wciche nicmals ein Kaufpreis werden kônncn noch soten sur bàrgerliche Erniedrigung. Man s H» ficht die Abnahme der Geistlichen, man mdch. U,z g' le ihre Zahl mit wûrdigen Glieder» vermch- ren: darf man denn Bedingungen aufstellcn, st N,. welche jeden chrliebenden Jûngling davan abschrecken? M h, mà r: - êr p » oarià' >n à chà- ! A!7> WM O L- N U, 11^1 s'« !>r; Zweyter A b se h ni t t. Jst es klug, die Geistlichen von bûrger:- lichen Aemtern auszuschlietzen? Auf dem Wege des strengen Rechtes findet fich wvhl kein Grund den Stand der Prediger hintanzuftyen, ihm die bàrgerliche Stimm» und Wahlfadigkeit W-îr m W rulêiLL Wtz >>î°,12 U à M;c: md v' rimichii à xà ! ?mch kr! à c, M 2à Ws skiihîl W 2ÍI ?N>!< ^! fich dann alle Vortheile dieses Unterrichts ver. sprechen kônnen, wenn man Kinder» oder Junglingen aus einem Compendium die Ge- setze des menschkichen Gcistes im Begreise», Urtheilen und Schlietzen vorsagt? Cr wird die Sátze mit dem Gedâchtnisse auffnssen und fich allenfalls wundern, datz das unbegreifliche unsichlbare Wescn in ihm auf diese oder jene Weise verfâhrt, aber noch ist sein Kopf nicht aufgeheitert/ er ist noch nicht aufrnerksam auf die wahre Wcrkstâtte der menschlichen Ge- danken geworden/ er ist noch nicht zur Scldst- beobachtung, zum Selbstdenken angclcirer. Diescs ailes kann kein trockener Untcrricht in der Loglk beybringen, es bedarf dazu des Studiums der hohern Philosophie oder doch der Seelenlehre. Der Geistliche muH diese zur Grundlage machen semer thevlogischcn Studicn, er muk auf dem Wege der Philosophie die ersten Grundsâtze der natàrlichen Religion aufsuchen und bewâhren, er must die verschiedenen religwsen Bcgriffe der Men. schen, ihre Emstehung < ^oribildung und Làuterung psychologisch untersuchen und aus einandersetzcn, und das fuhrt ihn zur gc« nauern Kenntnitz des menschlichen GcistcS, zur Entdeckung seiner Gefttze, zur Anwendung dcrsclben, mtt einem Morte: zur Quelle und zum Gebrauche der Logik. Seine Studien entsalten ihm die Nakur des Menfchen, seine Begierden, Leidenschasten, Bedàrfniffe, uni» «idem er diese kennen lernt: so bildct er sich nicht nur ;um Prediger sonder» auch zum Gesctzgeber, ;um Demagogen, zum Volks- vorsteher jeder Art. Es scheint zwar als ob seine Bibelstudien ihm ;u diesem leztern Be, hufe wenig oder nichts nutzen sollten, alleiy selbst diese geben ihm , recht getrieben, wich» tige Fàhigkeiten. Er soll die Bâcher der H. S. àbcrfttzen und austegen, jedes Mort, jeder Punkt mutz da in Anschlag gebracht werden, er lernt Genauigkeit; er mutz unter vieleri Auslegungen wàhlen, er lernt abwâgen, prûfen; er mâtz seine Erklàrungen rechtfer- tigen, er lernt vergleichen, im eigentlichen Sinne diplomatisch mit den heiligen Urkun. den verfahren; er forscht nach dem Ieiste der heiligen Schriftsteller, er lernt also Zeugen abhôren, den Gehalt ihrer Acutzerungen un« tersuchen, mit einem Morte, er ûbt hier Logik, und bildet sich dadurch zum gewissenhaftm gràndlichsorschenden Richtcr oder Gejetzge, lehrlen, svwoh! als zum Ausleger der Bibel. Gleìche Bcwandnitz Hat ks, wenn er auf gehôrige gchôrige Weise die Kirchengeschichte studirt, auch diese giebt ihm Menschenkenntnitz, Prûfungsgeist und Genauigkeit. Wofern seine Vorbereitungsstudien recht geordnct und gelei. let werdcn: so mutz cr sich auch mit ber Pro, faugeschichte beschâftigen. Jm Aller, wo die Einbildungskraft am thâtigsten ist, wird er auf den grotzen Schauplatz der Mensch. heit gefûhrt, wo er in lebendigen Gemàlden die Wirkungen der Weisheit, die Folgen der Thorheit, der Leidenschaften und des Jrr. thums kennen lernt. Kânflig wird er ein. dringender warnrn vor den Uebeln, welche die Staaten und bas Glàck der Bûrger un. tergraben, die Miltel Gemeingeist, Bûrger. sinn, Vaterlandsliebe zu pflanzen werdcn ihm bekannter siyn , er weiH aus der Geschichke, welche Ach bewâhrt haben, und welche blo§ zur Tàuschung gut sind. Wenn er auch dieses Fach menschlicher Wissenschaften frûher ver- sâumt hâtte: so leitet ihn doch die Kirchen, geschichte wieder dazu, und sein Muth, seine Ausdaurung, seine Klugheit, die Achtung und Sorgfalt sûr jeden guten Keim im Staate steigt, wenn ihm seine historischen Einsichten grotze Beyspiele vor Augen stellen, und dieFol. gen jebes ost klcinen Versuchs vorlegen. Das E Vertrauen auf eine leitende Vorschung wird î durch bie Geschichte bcfcstigt, und desselben 'î bedarf fûrwahr niemand mehr als derjemge, ^ welcher imStaate wirken, und Saamen unter seinenMitburgern ausstreuen wichdessenWachs, thum oft so lange gchindert und gestôrt wird. Im Gange seiner ptzilosophischcn Studien be- schâftigt er sich mit der Sittenlehre, dem Naturrecht, der Erziehungslehre; wâre es nicht zu wânschen, datz jedcr Vorsteher des Volks, jeder seiner hôhern Beamteten dicse Wissenschaften sich zu eigen gemacht hátte? ! der Gcistliche ist censirt es gethan zu haben, ^ und er wird ausgeschlotzen von denjenigen Stellcn, welche dieser Vorbereitung so fthr bedàrfen; wird dadurch nicht der Staat ûber- vortheilt? entzieht man ihm nicht Diener, welche durch ihre Einsichten sein Vestes wirk. sam befôrdern kônnten? Die Amtsfiihrung desGeistlichenscheint ebenfalls eher zu bàrgerlichen Aemtern zu em- pfehlen als ihn davon zu entfernen. Er ge« ! wôhnt sich offentlich zu reden, erwârdedaher î in einem Collegium von bûrgerlichen Beamteten , wcniger eine stumme Rolle spielen als so viele Beysitzer derselben, welche bey viel. lricht richtigen Einsichten, von Schûchternheit o 67 gefetzelt, stille schweigen, und kein Gewicht in die Berathschlagung legen. In Republi- ken sind ôffentliche Redner zuglcich die vor« zàglichsten Befôrderer der allgemeinen Cultur und zugleich der Maatzstab derselben; will man also die Clatze von Bmgcrn, welche im politischen Fâche sogut, wie auf der Can» zel, Redner werden kônnten, zurâckweisen von diesem Zweige der èffentlichen Cultivi» rung? Der Prediger wûtzte oft betzer als der in der Canzlcy gebildete Magistrat, wie man dem Landmanne beykommen, wie man seine Svrache, edel à einfach, zu ihm reden màtzte, denn er Hat sich Popularitât erwerben kânnen, er kennt ubcrdictz die Sitten, die Bcdûrfnisse, die Ansichten und Vorur- theile des Volks, er Hat die Waffen kennen gelernt, mit dcnen man dieselben am besten bekâmpft, er Hat vernunftige Schonung und ernsthafte Zurechtweisung in Ucbercinstimmnng bringen nmsten, und so wurdr er von oben herab, von dem Anfthen des burgerlichen Amtes unterstâzt, oft da Aufklârung verbrei- ten, wo das blotze Wort des Predigers ganz unkrâstig bliebe. Der Geistliche steht in Ver» hâltnissen, welche ihm die wichtigsten Erfor» vernisse jur Fàhrung bàrgerlicher Aemkek E » verschaffen kônnen. Erstehtin einer wohl, thâtigen Mitke zwischen den hôhern und den unlern Stânden, mit beyden Hat cr Verkehr. Seine wissenschaftliche Bildung unb seine àutzere Lage gebcn ihm Ansprûche auf die TheUnahme an jeder gebildetern Gesell- schaft, und sein Beruf forderl ihn auf, die gesammelten Einsîchten und Kenntnisse auch rohern / unkultivirten Menschen mitzulheilcn. So wird er von der Théorie zur Praxis ge- leitet, jene kann er nicht entbehren diese noch wenigrr; er ist im Stande die ttcftrn Grund- sâtze einer weisen Regierung einzusehen, so wie er durch Erfahrung und Kenntnitz des Landmanns wissen soll: wclches die Bedûrf. nisse und die Wirkungen einer guten Gesetz» gebung seyen? Er kann Ausleger seyn der Wûnsche und der wahren Bedârfnisse des Volks, und hinwieder die Vorurthcile dessel, ben durch seine grûndiichcrn Einsichten auf- klàren. Als seiches Mittelglied im Staate vecdient er Achtung von diesem, er wird be- fugter Kenner des Ganzen und des Einzclnen und eben dadnrch fàhig bûrgerliche Aemter mit Erfolg ;u bekleiden. Was Hat nicht sogar das neue Frankreich sei- KM Priestern ru danken? Erfîndungen, Râthe- Handlungcn — k»rz so viele gemeinnâtzige Untcrnchmungen. Der Eid des Vatcrlandes wird gewitz immer weniger Schwierigketten sinden am wenigsten in der Schweiz, und dann kommen dem gcschwornen Priester aile Rechte des Bi'irgers zu. Unter Frank- reichs Gcsetzgebern zeichneten sich protcstantische Gcistliche aus durch vorurtheilsfteyen Patrio. tismus. Wer erinncrt sich nrcht eines kabaur 6e 8t. Ltienns, und frcut sich nichk, datz das ihm wiederfahrne Unrecht cinigermatzen gut gemacht ist durch die Erwàhlung seines Bruders, cbmfalls eines Geistlichen, in dcn Ralh der Allen. — Mit einem Morte der Gcistliche schôpft aus sciner Amtsfuhrung die wlchtigsten Eigenschaften zum burgcrlichen Be- amteken. Er erwirbt sich Beredsamkeit, Men- schcnkenntnitz, Popularitât und Erfahrungs, klugheit, und zwar um soviet mehr, je we- nigcr man seinen Stand zuràcksezt / oder das Jnteretze der Selbstbclehrung ihm raubt. — Noch auffallender ist es/ datz die àutze- re Lage des Geistlichen/ zumal des Land- predigers ihm das Studium mancher Wlsscn- schaft erleichtert, deren Frâchte der Staat billig erndten sollte. Die Landbkonomie in allen jhrèn verschiedencn Theilen mûtzte ge- 7 » winnen, wenn à Prediger, der sich mit besonderem Gefchicke damit beschâftigt, Ein, flutz erhalten kônnte auf die Gefetzbcbung, ! wenn er angestellt werden kônnte in Dikaste. j rien, denen die Aufsicht ûber dirsen Zweig ^ des bûrgerlichen Wohlstandes obliegt. Hier ^ wàrde ein einsichtsvoller Forstkenner, dort ein j Mechanikus, oder ein Technolog unter den ! Geistlichen auftreten, ihn haben der Zufall oder eigne Wahl in eine Lage gcsezt, wo er ruhig ftlnen Liedlingsstudien sich hingeben kônnte, ncbcn seinen geistlichen Amtsbeschâf. ^ tigungen Hat er sich mit Erfahrungen und 1 Kennlnissen bereichcrt, und jczt ruft ihn der Staat auf, er folle seine gefammclten Schâtze ihm mittheilen, er ftcllt ihn an, àbertrâgt ihm dasjenige bûrgerliche Amt, zu dem er der Fâhigste ist, und so Hat der Staat sich ein Werkzcug erhalten und gesichert, das ihm wâre vorenthalte^ wordcn, wenn das Gefttz die Geistlichen von politifchen Stellm > ausschlotz. — j Eine folche Verfûgung ist zweytens ì auch destwegen unklug, weil d a n n dieVer, î waltung der Gesetze eine ihrer , wichtigsten Stutzen entbehrt; fo- ! . wohl die Perfon des Predlgers als der Emstiitz dcr Religion wird dann dem Staate gleich. sam cnlzogm, und beydes ist ein wahrer Verlust. Kami man erwartcn, datz ein GeWcher wahrcs Interctze nchme an den bârgerlichen Einrichtungen, an der Aufnahme des Staa- tes und semer Verfassung, wenn er durch die bestehendcn Gefttze schimpflich herabgewûrdigt ist, wenn ihn allcs erinnert, datz er, wie seine Gattinn und seine Tochtcr nur in die Clatze der Patzivbàrger gehôre, wâhrend dem sein Tagclôhncr als Mivbûrger sragen kann: wie kommt's dann wohl, datz man den Pfarrern nicht einmal soviel trauet als mir, und datz fie zu ailen Aemtern, autzer der Pfrânde, untauglich sind? — Man bercchne die Zahl der Prediger im Lande, und sage dann ob es gleichgiìltig scy, wenn z. B. im einzigen Cantone Bern ûber zwey hundert knltivirten Purger» diese Kâlte, oder gar dicser Unwille gegen den Staat eingehaucht wird. Sie haben ûberdietz ost viele Kinder, sollcn denn auch diese die Abneigung ihrcr Bâter crben? In manchen Dôrfern ist der Prediger der ein- zige Mann, der als cinsichtsvoller und unpar- theyischcr Rathgeber in burgerlichen Angele- genheitcn auftreten kann, man zwinge ihn nicht sich znráckzuziehen, oder nur als gedul, dctcr Fremdling zn sprechcn, und vom erstcn dem bestcn Schrcycr sich zuruckiveîsen zu latzen. Wer nicht mit glcichen Rechrcn sich verwahrm kann, der wird nicht gern sich einer Demu- thigung blotz geben , und der Predigcr, wel- cher unter burgerlicher Vormundschaft steht? wird lieber sein Gàrtchen am Hanse bearbei- ten, als dem stolzcn Dorstyranncn sich ent- gegcnfttzen, wenn er glcich der Retter von manchcm Unkerdruckten wcrden konnte. — Man evinncre sich hiebey ciner grotzen In- konseauenz, welche weniastens im Cantone Bern bcgangen wird, der Prediger ist Schrei- ber/ Beysitzcr und Sprecher der Unlerkon- sisiorien/ oder des untern Chorgerichts in seiner Gemeinde, und dieses Amt entfernt ihn doch ost so fthr von seinen gcistlichen Bcschásti- gungen, bringt ihn dem gewôhnlichen Poli- zeyauf'eher ost so nahe, dasi er weik schickli. cher ms Collcgium der Gesetzgeber oder in cin bsirgerliches Nerwaltungskomite aufgenom. men wàrde, ohne scinem Stande nahe zu trctcn. -- Will man. indesi die Person des Predigers nicht in Anschlag bringcn, so nehme man doch Rucksicht ans den Einflutz seines s 7; A m t e s. M 0 n t e s q uie u und F i k a ngi e r j sowohl als clendc Machiave llikenvereinig:!! sich, der Religion cin entschiedcnes Gewicht im Staate bcymlcgen, und wenn dic Franken bey ihren Armee» nicht alle religioscn Ge- fàhle hâtten ersterbcn latzen , so wûrden ihre Sicge niche durch so viele Untharen dcr ver-, wildcrten Kriegcr entehrt, und dcr Rame der groHen Nation zum Schrccken gcworden ftyn. In meinem Vatcrlande will man den Gotteêdienst aufrecht erhalten; nun dann man frage sich: ob wohl das Gesetz zweckmátzig scyn kènne, wcîches kûnftig Religion und Laeriotis- mus trennen wird? Der wahre, mitEhrgefûhl erfàllte Bmger wird nicht leicht einen Stand wahlen, der ihn bàrgerlich herabwûrdigt, und wenn man nicht âchte Patrioten zu Leh. rern der Religion Hat; so wird ihre Lchre den Bârgersimi und Gemeingeist nicht mit Wârme empfelen. Die Religion ftlbsî wird sinken / weil ihre Verkândigcr nicht Mânner sinv, die ihr gehorige Achtunq verschaffcn kônnten. Man weist den Geistlichen die Am"- sicht àber die Schulcn an, und erftickt;uglelch in ihnen Vaierlandsliebe, wird dann wohl diese in der Erziehung und Bildung der Iugend sie bcleben ? cs ist nicht môglich, diese Erziehung und Bildung kônnen nicht b à rge rlic h ausfallcn, und der Staat ver- lien dcn wohlthâtigen Einstutz, welchen die Religion und ihre von ihm besoldeten ^chrek guf seine Bûrgcr haben sollten. Ein gcwôhnlicher Einwurf muZ hier noch beantwortct werden, und diese Beantwortung enthált den Stoff zu einer dritten Bctrach- tung, welche die U^klughcit einer Maatzrcgeì zeigt, durch die der Stand des Geistlichen jn der Ausûbung bârgerlicbcr Rcchte zurûck- geftzt wird. Man fûr c h t el b e n G e sell? schafts. oder Partheygeist, ben esprit 6e corps der Geistlichen, schlietzt sie daher aus von politischer Stimm- und Wahlfahigkeit, und bemerkt nicht, datz man cb?n dadurch am tpirksamsten den clprit 6e corps derstlben erzeugt und unterhâlt. Eine Claste von Menschcn, welche von andern durch unpcrletzliche Grcnzen geschieden ist, wird allmáhlig sich diesseits ihrer Grenzen cine eigne Lebensweise, eigne Bedurfnisse, eigne Frcuden, eigne Grundsâtze bilden, wohl ihnen und dcm Staate, wenn sie mit dcm Wohlstande und der Cultur der andern Bàrger vertràglich sind, es ist aber ost das -- v- 7; Enlgegengesezte. Die ersten Christen / so wir jn neuern Zciten drc unten licgcnden und vcrfolgten Widertâufcr in der Schwci; sahen sich vom àbrigen Volke getrennt / vcrworfen, verachtct, und sic hielten zusammcn cinmû- thiglich lin Gcbete und im Brodbrechcn, d. i. im innern und âusicrn Goltcsdicnstc, sie gcwannen dabey, die Reinhcicihrer Sitten blicb ungctrûbter, sie beschâmtcn dadurch ihre Feinde / ihre Grundsàtze wirkten stàrkcr, sie wurdcn ost mit ihrem Blute vcrsicgcit. Man betrachte aber dagegen das Schicksal vnd die Sitten der Judcn, abgcsondert von dem andern Volke, theils gezwungcn, thcilS freywillig, haben sie eine Gleichformigkcit m ihrem Scyn, Denken und Handlcn anqenom- men, welche wir gcwohnlich mit unscrm Eckel, mit MiWlligung und belrâchtlichcn Einbusien an unserm Vermogen erfahren. Jeder dieser beyden Fâlle findet sich bey den Geistlichen, ihr êst-rît às cory8 erhàlt manchen Kcim des Guten, der Schicklichkcit, der Biederkeit und Einfachheit / welcher sonsi im Strome der grotzen Wclt verschwcmmt wârde, allcin cben so legt sich bey ihncn auch manches Unrcine an, das nur dann -bgespult werdcn konnte, wcnn sie mik andern Stándcn mehr znsammcntreffen, mehr Mît lhnen geMcinschaftliches haben kànnten. Besonders trit der lezttre Fall ein bey der Unverânderlichkeit (Jndelebilitât) ihres Stan-> des, da sind sie gezwungen manches Glied in ihrem Schootze zu duldcn / wclches sich rntwcdcr ftlbst absondern wurde, oder das sie leichtcr ausstosien konnten, wenn der Uebcr, gang zu cinem andcrn Berufe leichter wâre; da sie hingegcn dasselbe bchalten mûtzen, so werden sie scharfsinnig, nm Entschuldignngen zu findcn, damik nicht der ganze Stand Nntcr dcn Fchlern des Einzclncn leide, sie haltcn engcr zusammen, vcrschleyern die Blvsien, die Eincr ans lhnen giebt, und râumen so dem esprit 6e corp8 Rechte ein àber die Billig- kcit und l'lbcr die Wahrhcit. Man klage dahcr nicht ûbcr pfâffische Heuchcley, ûber Iesniten» strciche u. s. w. so lange man ein einfaches Mittcl nicht anwendet, eine der vorzûglichsten Qucllen dicftr Uebcl zu vcrstopfen, d. i. die gânzlichc Absondcrung des gcistlichen Standes von andcrn Stânden aufzuheben. Wenn ein Prcdigcr mit einiger Lrbhaftigkeit die Reli. gisn f oder Etwas, das auf sie Beziehung Hat, in Schutz nimmt: so wirft man ihm fogleich vor, er kâmpfe ans Eigennutz/ weil, wen» die Religion weniger Gewalt hàtte âbcr die Menschen / auch seine Einkûnfte oder seine Achtung abnehmen wûrden. Man setze ihn daher doch lieber in denFall, ausier den gcist- lichen Einkûnften, sich noch andre Aussichrcn Mffnen zu kônnen, und dann lasie man ihn der Religion und den guten Sitten das Wort reden , vielleicht wird er es in der That mir minder Bitterkeit thun, gewitz aber wird dann der Vervacht sich nicht sobald darbietcn: er spreche aus blotzcm Eigennutze. Es isi sich, ueben den verschiednen Graden der Wurde und der Ernsihaftigkeik, auch desiwegen nicht zu wundern, datz der ilrzt und Rechtsgclebrle eher ûbcr ihrcn Stand scherzen als der Gcist, liche, jene sind nicht so -an denfelben gefttzelt wie dieser, man lèse ihm daher die Fesieln, und er wird ihn desiwegen nicht verlatzcn, wenn er ihn liebt, aber er wird ihn vhne Pédanterie, ohne esprit 6e corp8, beybehalten und ausàben. Die Religion, deren Dieners er ist, wird ihm die Reaeln des Schicklichen angeben, er wird sie enkwcder sclbst treffen, -der seine Vorsteher -werdrn sie ihm mit zwangloser Wurde anweiien, und man wird hoffentlich wenig Frivolikâî, aber vielen An- stand, und piele Uygejwunzenhrit in seinem Stande erwarten und sinden. Man sage ja uichr, vatz dcr Trust der Religion diestrenge Adsonderung der Mcistlichen fordre, wir stnd nicht mehr in den Zeitcn, wo mônchische Slrenge oder Dllsterheit das, was heilig scyn sell ankûndige, stille Heiterkcit, sanfte Wûrde, einfacher Anstand, das verschaft der Religion Eingang, und ziert ihre Lchrer. Der Geist, liche nàhere sich also allen Stânden, und fûhre ihnen die vcrkannte Freundin zu, welche man sonst nur noch an gewitzen Tagen in der Kirche aufsticht, und ju ehren scheint, am Ende aber gânzlich vergisit. Er sey Bûrger, wo es Ehre ist, es zu seyn, und die Religion vcredle blog die Art, mit dcc er es ist. Er mische lîch nicht in stàrmische Zusammenkûnfte, aber durch seine Gegenwart vermehre er den Ernst dcr burgerlichen Versammlungen; er hûte stch vor den Ausbrûchen des Ehrgeitzcs, aber er ergietze sich in mânnliche Beredsamkeit, wenn er glaubt, das Wohl des Staatcs durch weise Gesetze, oder durch menschenftcundliche Râthe vermchren zu kônncn; er sey nicht zânkischer Anfûhrer einer Ovpositionsvarthey, aber er spreche das Wort dcr Wahrheit, er entlarve mit Nachdrnck das Lastcr, wenn es die Sâfte des Vaterlandes verzchrt oder vergiftet, und s 7 S M îHîliz» 8rr U îm, liâ u, W Diillc à!, m Un:> !!UsZ ElM Nl/à irî«W ^ à L, W kllihW! chZîD àW , àil n «à >ttê dann stage ich: entchrt es dcn Geistlichen, Burger und bàrgerlicher Beamtcler zu styn? Rein, anlwortete ich kûhn, und nur so kaim man densclben hindern mit scinen Amtsgc- noHen sich zu einrm Jàctze zu vercinigen, welches cinm Staak im Staate bildel, wel, ches ihm die Ehre und Einkûnste scines Stan. des wichtiger macht als das Veste des Vatcr. landes» nur so kann der schâdlicheêljà s- «orxs der Geistlichen vermieden werden. *) *) Ein Freund, derselbst Geistlicher ist, schrieh tteulich folgendes an mich: Cben unsere AbsonLerung macht uns ost nièn- chisch und stcif, datz wegen Mangel an Welt- und Geschâstskemttnitz/ unsere Lehrc vicl an Jn- teretze/ Eindruck/ Bestehungen und Anwendbar- kcit verliert. Wir verlieren auch mit der §u- uahme der Cultur in den Auge» des Landvolls, und dadurch cntaehctt unserer Amtsfuhrunq vicl gescegnctc Wirkunqen. Absonderung und Drurk, rvie uverhaript Noth, fetzelc / daher der pfàffische Gemeingeist der uns vorgeworfen wird. ( Man denkean die Parias in Hindostan, an die Jude» u. s. w. ) Kurz bey fortdaurender AuS» schliestunq von biirgerlicken Aemtern, oderthá- tigem Anthcil an der durqerlichen Gescllschast tvurden die Geistlichen, verni ô j ihres Jnîcresr 8 » > jede Geqenrevolution begànstigeii, und mit Lee aegcmvLrtigen Ordnung Ler Dinge unzuftieden se y n muHen, wobey dann ibr êsxrit àe eorxs um so furchtbarer wàre. — Selbst unsre Dortráqe mister vrtheile tragen tiicht selten das Geprâge einer linken und unge- lenksamen, einseitigm Richtung des Gejstes. So viele Détails der burgerlichen Welt, die unscrn Geist und Vortrag bereichern konnten, so vicie Kenntnisse bleibe»/ zu unserm und Andcrer Schaden, uns ftemd. Da uberdietz die Anfklârung eines Landes in einem gleich- mâtzigen Fortfthreiten aller Stânde in der Cultur bcstcht, dieses aber nicht bewirkt werden kann, obne die Erleichterung deS geistigen VerkehrS unter allen Stândcn: so mus dann auch bald Ler geistliche Stand vcrhâltnitzwâtzig weit in der Aufflárung zurûckbleiben, in der er / bey einem mehr umfassenden WirkungSkreise voran- gezangen wàre. — Drittes o 8 » »iNs à. Drittes HauptstSck. à W ìn », n !!>kà dML r-à' «j" î«u â s >l!st Bestimmllirg der Grenzen fur die Wahl- fáhigkeit der Geistlichen zu burgerli- chen Aemtern. Ich bin im Laufe der bisherigen Unter- suchungen auf mehrere Einwûrfe gcstotzen, wclche Bedenklichkeiten rege machen mutzten, ob dann der Geistliche wirklich zu alleu bâr- gerlichen Aemlern Zurritt haben dàrfe? Ich gieng darauf aus, die hieràber obwaltendm Zweifel zu zerstrcuen, aber einige derfelben lictz ich unaufgelèst, und diese veranlatzen das gcgcnwârtige dritte Haupcstûck. Wenn man dcn Geistlichen unetngeschràukte Wahl- fâhigkeit gâbe, wurden da nicht oft Collistonen entstehen, welche die àbrigen Bârger benach. theiligen? wûrde nicht auf den ehrwârdigen Stand des Predigers mancher Schatten zu- rûckfallen, wenn der Uebergang von ihm zu Aemtern aller Art, und von dirsen wieder zuràck erlaubt wàre? Die erste Frage ist ganz politisch, und kann nur durch à F Berechnung der billigen Ansprâche cinzelnev Bûrger beantwortet werden; die zweyle Frage hingegen erwartet ihre Auflbsung von einer Vergleichung der geistlichen Wârde, mit der Wàrde der verschiedenen bàrgerlichen Aemter. - Ehe ich weiter gehe, glande ich wohl aus dem bisherigcn als ausgemacht annchmen zu dârfen, "datz der Geistliche nie auf- hôre Bàrger ju seyn, datz man ihn also keineswegs an der Ausubung seiner bàrgerlichen Rechtehindern dârfe, und datz er sich mithin nie durch ein ewiges Gelàdd auf Zeit. lebens binden kann, datz die Inde- lebilitât seines Standes aufhoren folle.» *) *) Ich âberhebe mich einer weitlânstigern Peu- fung und Anwendung dicses Satzes, da im Vorherqehenden beydes seine Stelle gefunden Hat, nàmlich im ersten Hauptstàcke bey An- latz der unvergânlichen Lonsur uud imzwey- ten, bey der Darstellung: datz der Candidat tines Geistlichen AmteS dadurch, datz er sich zu einem solchen tuchtig gemacht und das Diplom dieser Tuchtigkeit erhalten habe, keineswegs in einen Stand eintrete, der von andern bur- Lerliche» Stánden verschieden sey. Hie Hârte An dicsen Satz reiht sich zunâchst ein anderer an: also sind auch die Stel, eines VerfahrenS / das einen fteyen Menschen an einen Bcruf auf immerfeselt, ist einleuchtend, er kann unmôglich durch einen Eid fur sein Lc- belana burgen, das er nie Mcynunqen ándern, das er nie iu andern Geschâftcn Lustund Anlatz, gegen die ûbcrnommcnen aber Abneigung be- kommen merde. Der Beruf des LehrerS muK immer mit Freyhcit, u»d der darauS folgendeir Heilcrkeit auSgcâbt werden konnen, man mufi nicht durch ein unauflôsliches Band Menschen in der Kirche festhalten, die fie verrathen oder schânden, denn, wenn man fie auch absetzen kann: so lást man Vicies geivôhnlich bis zu offenbaren Verbrechen anstehen. Man fûrchte nicht/ das man vicie Abtrminige haben werde, mer einmal fich auS freyer Lntschlietzung zum Gcistlichen gebildct Hat, vvllends wenn er den Bcruf schon ausgeâbt «nd fich darinn einige Fáhigkeiten erworben Hat, der entschlietzt fich nicht so leicbt eine neue Laufbahn anzutrelen» Jch frage bingegen: ob nicht in Bern dem geist» lichen Glande detzwegen viele Candiadten ent- zogen wordcn, w eil fie in den lezten Iahren vor der Consécration, die lebenslângliche Der- bindlichkeit kennen lernten und fich ihr nicht unterwerfen wollten? Man Hat daher die Noth» wendigkcit, diesen Ueberbleibscl aus dem Catho- T, s 84 len dev Geistlichen burgerliche Aemter, màtzen betrachtet, besezt, lizismus abzuschaffen, cingcsehen, und der Kir- chenrath selbst Hat den Vorschlag dazu gcmacht, allein ich furchte, datz man nicht gcnug aus Grundsátzen gefolgcrt habe, da man nur auf Palliative bedacht war. Mir scheint das Lee Fall zu seyn mit dem Projekte: zwar den Candidate», ehe sîe eine Stelle erhalten habcn, den Rucktritt in den weltlichen Stand zu verstat- ten, aber nicht so den Bediensteten; durch die Uebernahme eines geistlichen Amtcs soll er daim fur seine kûnftige Lcbenszeit an seine» Stand gebunden blcibcn. Warum das? doch nicht, tveil daS erlangte Amt ihm jezt ein Pfand ist einer unvcrândcrlichclr Ueberzeugung, auch nicht, tveil der bediensteke Prediger durch seine» Râck- tritt eine auffallendere Verânderung vornâhme alS der Candidat, denn dieser ist ia auf der Canzel und am Altare ebensowohl aufgctrcten als jener, ebcn so wenig, weil cr andern Bur- gern Unrecht tháte; vorerst ist es nicht zu rrwarten, da§ viele lcichtsinnig ihren geistlichen Stellm entsagen solltcn, Und dann wenn cr cS thut r so macht er ja einem andern Burgcr fur seine Versorgung Platz. Es ist so zufâllig, dast rin Candidat frûhcr, oder erst spâther angestellt werdc, kônnte ihn nicht eine gute Versorgung ûbereilen, ehe er noch ganz entschlosten istr in Anfchlag gebracht werden, wie diesc. " Dic Stelle eines englischen Bi- schoft sowohl als das Diakonat einer niedri. gcn Dvrfpfarrcy sind bârgerliche Aemter, denn dcr Staat unterwirft sie feinen Gesetzen, semer Polizey, und besoldet siemittelbar oder unmittelbar. Man stcht leicht, dasi, wenn diescr Satz angcnommcn ist, die Pluralitât geistlicher Bcncficien sowohl, als die Vcrbindung eines geistlichen Amtes mit cinem weltlichen, aus dicftm Gesichtspunkte beurthcilt werden mâtzen, nian fràgt nicht mchr; kann einGeistlic her zu cinem bârgerlichen Amte jugelatzen werden? sondcrn: kann ein Bûrger m eh. rere bârgerliche Aemter zugleich beklei. den, oder nach Belieben von cinem zum an- dern àbergehen? oder soll er jene sahren lasten? Man fieht, datz diese leztre Alternative so hart ist, als ob cr die cwigc Vcrbindlichkeit gleich bey der Er- iváhlung ;nm Candidaten ,'ibcr s:ch náhme. — Man scy konsequent, die Indclebilitát darf nicht nur z uni The il, sie mus ganz abgeschaft werden, die Grnnde;ur partielle» Abschaf- fung sind ilnstaHast. 86 D -- Wenn die Frage so gestellt ist: so haben wir schon viel gewonnen, dcnn aufdiesc Weisc fàllt wenigstcns die Klust zwischcn dem geistli- chen und weltlichen Glande vorlâusig ganz weg, mithin auch die Eiftrsucht zwischcn bcyden, und das was ich zu Anfang dcs zweyten Hauvtstllcks behauptct habe, erhâlt seine Anwendung, ich dehauptcte námlich: der geistliche Lizentiat, dcr Candidat habe noch uichrs weitcr als blosie geistliche Wahlmhig- keit, und biese bringe ihn mit kcrnem andcrn Bârger in Collision — Da§ geistliche Aemter in die Clatze der lbsirgerlichcn gehôren, so lange fie der Staat autorisiet, ist wie mrr scheint, einlcuchtend, allein man greift heut zu Tage diesen Satz an, indem man seine Voraussetznng umzu- stûrzen sucht. " Warum, sagk man, soll der Staat die Zcifilichen autorisiren und besolden? mag sich jedc gottselige Gemcine, nach ihrcm Glaubeusbckenntnisse, Prcdiger wáhlen und sue fie sorgen." I h bin nicht gcsinnt, wie cin Spalding die Nutzbarkeit des Prcdigt- aattes fur den Staat aus eiaandcrzusetzen, ich latzc es bahin gestellt scyn, was cr zu thmi hâtte, wenn er sich ganz ne u bildcte, wenn cr keine Einrichtungen, keine Rcchtc vorfànde, die er auch bey jedcr Révolution schonen soll. — Sovicl scheint mir klar, datz der Staat die Stisiungen / welche zur Besoldung der Geist- lichcn bestimmt stnd, nicht ncich Beltcben ein» ziehcn d a r f, wenn er gerecht ftyn will, und so lang er das nicht darf, sonder» die von jhm garantirten Skistungen zum Nutzen ber Prediger vcrwalten must: so màtzcn auch die Geistiichen von ihm geschûzt und autoriflrt, und ihrc Stellcn als bûrgerliche Aemter be, trachlct wcrdcn. Jch wûrde ein ganz eige- nés Fcld betretcn, wenn ich die Unvcrlctzlich. kcit der Geistiichen Gâter vertheidigen wollte, da es aber mit denjcnigen, auf welchcm ich nicine gcgcnwârtige Untersuchung anstelle, zu» sammcnstostt: so will ich wenigstens die Grund. sâtzc aufstcllen/ nach denen ich jene Frage ent» schciden wûrde. Dem Staate / d. i. dem Volke oder feinen Stcllvcrtretern bleibt unwidersprechlich das Recht zu entscheiden: ob irgend ein Institut mit dem gemcinen Besten zusammenbestchen kônne, oder nicht? Wenn z. B. ein Bûrgcr testamcntlich cine Summe aussetzen wollte zu Stivenkien fur jungc Kûnstler, und eine andre zur Errichlung eincs Asyis fur Missethâter: so wûrde der Staat entscheiden kônnen; vb er diefe Institute fur zulâtzlich halte? er konnte das erstere sanktioniren und die Vcrwaltung liber sich nehmen, das leztre verwerfen und sogar kànftige Legate diefer Art vcrbieten, oder erklâren: cr werde sie nie respektiren. Dieses Recht behâlt der Staat auf cwige Zei. ten, er kann bcstimmen: ob bey dcm Fort- gange der Cultur irgend eine, ehemals schickliche, Verfngung noch beyzubchalten rathfam sey? und nach diesem Rechtc schast er gelehrte Zànfte u. dgl. ab. Auf gleiche Weise imterwerfe ich Klôster, Klosterschulcn, geist- liche Stiftnngen aller Art dem Urtheile der obersten Staatsgcwalt. So wnrde ich alfo alle Besoldung ber Geistlichen auch preisqegcben Haben? ja, allein fàr sie sowohl, alsfûralles andre, woràber der Natur der Sache nach, das Volk eine Stimme Hat, und bey dem Es zunâchst interctzirt ist, mâche ich den demlichcn Vorbehalt: man erforfche unzwcydeutig den Wtllen des Volts ! Wenn eine ganze Nation, aber ja nicht etwa durch eine gewaltthâtige Faktion und durch Guillotine» gczwungcn, «inem ôffentlichen Rcliqionsbekenntnisse cntfagt, dann fallen auch die Gcbâude und die Aemter weg, wclche darauf sich bezogen. Man urtheile, ob das m Frankreich der Fall war? s 8 - Ich bchauvte kûhn gegen jeden Feind der Religion, datz zu dicscr vcrmcynten Aufklârung odcr Régénération noch kein Volt reiffty, und sagt er mir, datz ich einen Cirkcl begehe, datz es nie reif wcrde, wenn ich das Alke nicht vorher umftûrze, so antworte ich ihm:" vcrbrcite Rcligionsftcyhcit, Tolcranz, wahre Sittlichkeit und Aufklârung, und erwarte dann ruhig dic Cntscheidung vom Gcisic dcr Zeiten, Er isi der kompekente Richter, — und kei. neswegs deine individuelle Ansicht. " Der Staat cntscheidet alfo ûbcr die Zulâtzig- keit'allcr Jnstitute, aber, wenn cr nun einige dcrscìden abschaft, und die dazu angcwiesenen Summen ihre Anwcndung vcrlicrcn, wem kommen dann diefe zu, darf sie der Staat nicht zu beliebigcn Zwcckcn enlziehen? Angenommen, datz er es thun dûrfc, so mutz er doch vorher noch sûr diejenigen sorgen, die, sich auf die bisherige Einrichtung vcrlassend, jezt ihren Un- terhalt verlicren, er mutz anstândige Pensionen aussetzen. Aber, worauf grûndet sich dann das Recht des Staates jene Summen einzuzie- hen? Ich sche keinen andern Grund, als datz er die Hand darûber schlàgt, weil sie iezt her. renlos odcr res âerclà sind, und nur indem , Grade, in wclchem sie es sind, kann der Stac,r sie in Bejltz ,nehmen. Nach dicsem Grund- satze lasen sich iczt folgende Fàlle bcuriheilen: Ersllic h. Der Staat halte ehcmals aus seine» cigcnen Einkunftcn sur irgend ein Institut gewitze Summcn ausgesezt, iczt schast er jmes aus triftigen Grànden ab, und er nimmt mit Rccht die angcwtcsencn Summcn wicder zu scinen Handen. Z w e y t e n s. Unter Bewilligung des Staa- tes Hat ein Bûrger testamentlich einc Stif- tung gemacht, jcner nimmt aber seine Bcwil. ligmig, in spâthern Zciten zurûck, und er zicht auch die Einkûnste der herrenloscn Stif. îung ein, wofern der Testator nicht aus dicscn Fall eine Substitution vcrordnet Hat. Man kann nicht sagen: die Summe foll den Erbcn des Stiftcrs zufallcn, d e n n, wie kann man wisten : ob er den Erbcn ge r a d e a uch dièse» Thcil der Erbschaft ûbcrlasten wollte? vielleicht wollte er denselben uberhauptzu irgend cinem wohlthâtigen Zwecke ver. wcnden, und wâhlte zufâllig einen, den der Staat nach eincr gkwitzcn Zeit aufhcben mutzte, die Erben haben also keincn Anspruch aus dieihnen einmal entzogeneSummcund der Staat cignct sich dicselbe als hcrrcnlose Sache um soviet cher zu, da er durch kluge wohlthâtige Vcrwendung dcrsclben, den v e r. m u t hlic h c n Wiilen des Tcstatvrs am bcstcn erf.llen kann. Dritrens. Eine sreye Gescllschaft, wel. che dcm S t a a r c ga n z u n sc hâdlj c h i st, har sich vercinigt, und zur Beforderung jhres Zwcckes cnlwcder selbst eine Summe zusam. mcngclcgt und ausgcsezt, odcr es ist ihr ein Fond von einem andcrn Privatmannc, ja vom Staate selbst abgctreten worden, — die Gesrllschaft daucrt fort, und so lange sie sich nicht selbst aufhcbr, darf der Staat ihr gc- mci nés Eigcnthum nicht antasten. Wenn z> B. eine Dorfgemeinc ein Kir- chcngut so bcsizt: so mutz es ihr auch so lange eigenthûmlich und unversehrt verbleiben, als sie selbst den religiosen Zwcck ihrer Vercinigung nicht aufgicbt, oder bis die ganze Nation sich davon losgesagt Hat. Bey der Reforma- tion war der Staat in dem zweyten Falle den ich beurtheilke, er hob mit Rccht die Klôster auf, aber was seither von ihm odcr von andcrn zu unschâdlichen religiosen Zwcckcn ausgesezt ward, bas blcibl so lange als sich die Gemeinhciten, wclche es unter dicstm Titcl bcsitzcn odcr vcrwaltcn, nicht auflôscn. Die batavische Nationaîversammlung Hat dicftm Grundsatze gemâsi, aile stit der Rcformation gemachten kirchiichen Stiftungen unangelastct gelatzen; inwiefern sie aber mit Rccht das an sich gezogen Hat, was schon vor der Reformation den Kirche» geschrnkt und damais ihncn bcstâtigt wurde? das lietze sich noch nàher untersuchen. *) *) Man wurde mir mit Recht nicht einwenden kônncn, dast ich die Erorterung sibersehen habe, welche der scharfsinnige Verfasscr des Bey- IraqS zur Berichtigung der Urtheile ûber die franzos. Révolution/ von den Rcchtcn der Kirche gemacht Hat. Er bc- hauptet/ die Kirche/ als ein blotzes Gedan- kending, tonne nichts bcsitzen. Er Hat Recht/ allein mir ist die Kirche nichts Abstraktes/ das Loch fur sich bcstehen kánnte/ souderu bloê der Lite!/ die gcmeinschastliche Firma/ miter der rine Anzahl destmiinter Menschen zusammen- tretcn/ uud zusammen etwas besitzen, und riach gcwiHeu sclbstanqenominenen Gesetzen, verivaltcn. In gleichcm §all ist icde Junft/ icde Handlttngsgescllschast / iede Gemeinheit/ ,md wer Hat das Rccht diesen, untcr irqcnd ciucm gcmcinschaftlichen Lite! vercinigten Mcn- fchen ihr gemcinsaines Eigenthum zu entzie- heu; — Hochstens kann sie sclbst nach eiucr Entschcidung ihrer Maivritât sich tteunci-, und Viertens. Ein ganzes Volk Hat zu irgend cinem Zwccke gewitze Abgaben ftst» geftzt; cs will den Zweck immer noch, und verfûgt nichts bestimmtes ubcr die Mittel, dicse dârfen also nicht angetastet werden, um sie zu eincm anderen Zwccke zu verwenden. Die Mittel, d. h. die ausgeftztcn Abgaben, z. B- die Zehnden sind nichtres âerelîâ-e oderhcrrcnlos, so lange der Zweck noch gâltig jst, daher darf eine vom Volke gesezte Obrig. die Minoritât zwingen, ihr den verhâltuitzinás- sjgen Antheil Les Ganzen heranszugeben, odcr wcnn Lieses untheilbar ist/ Loch einen billigen Ersatz. Der Minoritât bleibt unbeiiommcn so lange sie will. Len ihr ûbrigblèibcnden Antheil un;ertrcnnt beyzubehalken. So B- kônntè rine aufgcklàrte kirchliche Gemeinde in N. de» Rcst des KirchcngutS der Minoritát der dortigen Burgerschaft nicht raubcn, wcnn diese ihn beybehalten und èaraus die Kirchc nnter» halten und den Prcdiger besolden will. Mens indetz ein solcher Fond nicht einer Gemeinde bestimmt als ihr blcibendes Eigcnthum Mchchert wàre: so kônnte Nur die ganze Nation, und zwar beliebig^ daràber dispo» niren, wenn sie den ganzen Zweck des In» Mutes, also hier die Religion, nicht mchr «nerkennen wvllte. kcit nicht willkuhrlich, ûberstutzig scheinende , religiose Stistungen einziehcn, und nach Be- liebcn zu andern polilischen Zwecken verwen- den. Ganz etwas andcres ist es, wenn diese Obrigkeit, welcher die Vcrwaltung aller ôf- fentlichen'Gâter anvcrtraut ist, die geistli- chen Stistungen, nach vcrânderten Lokalum. stânden und Bedârfnissen, zwcckmáfstger zu verwalten beschîietzt, wenn ste z. B. — nicht die Zahl der Pfarreyen ohne Einwilligung der Gemeinden vermindert, — a ber die Besoldungen der Prediger billiger abtheilt, eincr bcschwerlichen Stelle mehr als bisher, rince leichtcrn wenigcr Einkànfte anweist. Dadurch wirv der Mille des Vvlks und das Eigenthum, das Es untcr der Rubrik „re. ligiose Stistungen" bcsizt, gehèng qeehrt. Wenn anders diese Abschweifung ûber die geistlichen Gâter richtig ist: 10 wird der Pre. digerstand vom State so lange besoldct und autorisirt werden mutzen, als das Volk nicht sich der Religion entschlagen will, und die geistlichen Stellen stnv anzusehcn wie bàrger- liche Aemter. Ich wecfe im Vorbcygange auch die Behauvtung hin: datz der Slaac der Geistlichen nicht wohl cnkbchren kann, info, sern sie èffentliche Sitkcnlehrcr und Anfseher der Schulen ftyn sollcn. Frcylich kann man mit Rccht alsdann fordcrn, datz dicsclbcn in ihrcr Vorbereitung mchr Rûcksicht auf dicse beydcn Geschâfte nehmen sollen als gcwôhnlich geschieht. Wenn es der Ort wàre: so wollte ich versuchen, ob sich nicht auch in die Staats- wissenschaft der Satz bringen lietze: "der Staat soll die Getstlichen als Religionslehrer besolden und schûtzen; " freylich wûrde dann der Anhang aufgestcllt werden: die Religions- ûbung soll fur alle Rcligionsparthcyen gleich frcy ftyn, und die Errichrung neucr geistli» cher Sttllen musi denselbcn verstattet werde». Es wûrde daS leztre so schwer auch nicht ftyn, wenn die Abgaden, welche jeder i,n Volke zur Erhaltung d's Gottesdienstcs enirichten soll, nach der Zahl der Anhângcr der cincn vder der andcrn Lehre unter die Geistlichcn dersclben gethcilt wûrde. Doch, ich sche, das sind fromme Wûnsche, der Gcist der Zeiten Hat sich fetzcllos gemacht, und cr will gcwôhnlich liebcr gar kctne Einschrànkung als eine ctwas zusammengcsezte Verândcrung, bey der die alien Grundlagen bcybehalten wàrden. Ich kchre wieder znrûck, um den Fadeir meiner Untersuchung aufs neue ;u verfolge». s 9<î Ucber der Verfechttmg der ôkonomischen Be- dingungen des geistlichen Glandes halte ich bald vergetzen, datz ich seine bnrgerlichen Rechte vertheidige. Ich greife zurûck und erinnere an das vorhergehende Hauplstâck. Da ward gczeigt, datz sich im Bernfe des Pre- digers nichts finde» das eine Ausschlietzung desselben von bnrgerlichen Aemtern rechlferti- gen kônnte; denn wedcr seine Bildung, noch seine Amtsgeschâfte, noch seine âutzere Lage, noch wie wir eben sahen seine Besoldung verweisen ihn in eine besondere, von allen andern getrennte Kaste. Es gicng viclmehr » wie ich hoffe, aus allem bisher Gesagten so viel hervor: datz die Geistlichen vielmehr die volle Achtung und Auszeichnung des Staates vcrdienen, datz es in der Hand des lêztcrn sry, ihre Wirksamkeit fàr das gemeine Beste zu gcwinnen. Es ist daher einleuchtcnd, datz man dcn Geistlichen nichl ctwa wegen des S t a a tes, sondern blotz seiner selbst wegen von bnrgerlichen Aemtern ausschlich sen kônnte, d. h. insofern aïs ihn dieselben mehr oder wcniger hcrabwurdigcn môchten. Wenn es gelingt, hicràber ctwas Sicheres ftstzusttzen: so werdcn wir hier die Gren;cn stnden fur die poiitische Wahlfâhigkeit der Geistlichen. o >7 'AH, Ar jj » «Bà «L áâllliU ittkìà ischlmi»; > «à tu^, sH jîkk Z!s»I!>W ««» à zàch. Wzlii; àhrlî ìstv« !> kil ik!v »U chs, kj vi Dtztt mstidsl I Mui î- tusildn A «ià ^ » tu 8i>»r -ìtià 5 êriKii». Geistlichcn. Dcm Politiker blcibe es anhcim» gestellt, genau zu berechnen, in wie wcit die Predigcrstcllcn als Beneficien tnAnschlag grbracht / mit andern polirischen Aemter» ver» glichcn, und nach Maatzgabe der Einkânste klatzisicirt werden kônnen? Er maq daraus Folgcrungcn ziehen àber rive billiqe V'rthei» lung dcr Einkànfte, liber die Sriiftnfolge in denselben/ àber das R chl mehrere dersel» ben ;u verwaîlen u. s w. *) Ich bleibe auf meinem enger abgestecklen Felde. ») Hjeher gehôren E. die Fragen: kann man nicht gewiste leichte aber doch gutbesoldete Stellen beybebalten / um verdienten Greism cin ihrcn Kràften angemeHenes Amt und ei» anstândiges AuSkommcn anzuweisen? kann dieseS nicht auch in der Clastifikation der Pfarreyen Platz haben r kann nicht der Geistliche Stand mit dem weltlichen hierimi Verkehr haben, datz z. V. cin aller verdienstvoller Prediger, ;um Beschlutz seiner Tage, ju ciner burgerli» chen Stclle befôrdert wàrde, welche ihm leich» tere Gcschâfte, den Aufenthalt in einer Stadt vder andre lang ersehnte, unsàldige, Dor- theile gewâhrt? wâre es aber billig, datz ein fâhiger Kopf aus den Geistliche» gan; unver» sehenS sich âberall eindringen kènnte? wrnn G Den Geistlichei» aïs solchen kann man in der That nicht auf dem danzen Gebiete der bàrgcrlichen Aemter herumschwàrmen lafcn, oder er wârde seine» Beruf ganz vernachlâxi, gen, ja oft entehren mutzen. Jch stelle daher folgenbe Grundregeln auf, deren Anwendmig fich leicht ergeben wird. Erstlich. Der Geistliche, wenn er es blei. ben tvîll, ist von denjenigen bàrgerlichen z. E. die Belohnung der Ilnterbeamteten in der Anwartschaft auf hôhere Stellen in ihrem De» portement bestànde, dûrste da ein Geistlicher «der ein andrer der zwar tauglich wáre, aber jn diesem Fâche bisher nicht gearbcitet Hat, die Stufenfolge des Hinaufrûckens durchkreu- zen, und jene Unterbeamteten benachtheiligenr dârste ein Prediger in seinem Kirchspiele meh- rere eintrâgliche, wenn an fich gleich hochst ehrenhaste und seinen Fáhigkeiten angemetzne, Aemter verwalten? wie Hat die Gesetzgàng dafàr zu sorgen, daH bey einer ordentlichen wohlberechneten Staatsverwaltung die munit- telbaren Frnchte derselben, fich gleichmâtzi- unter die Burger vertheilen r Me diese und àhnliche Fragen geben zu Bestimmungen An- lah , die mjch hier ru weit fàhrm wurdrn. Stellen ausgeschlotzen, welche mit dem Ernste, der Wûrde und dem Anspruche auf aUgemeines Zukraucn, welche mil dem gcistlichcn Berufe verbunden ftyn mûtzen^ nicht vertráglich wâren. Z wey tens. Er ist ausgeschlotzen von den Skellen, welche ihn an der Ausûbung set» nés gcistlichen Amtes hindern wûrden. Drittens. Diesc Ausschlietzung gilt aber auch nicht weiter als insofern er a» jcner Ausàbung des geistlichen Berufes gehindert wird. Es ist offenbar, datz der Geistliche, wrl» cher durch seinen Beruf aufgcforderr ist, die Gesetze des Schicklichen auss genaueste z» befolgcn, nicht jede Begangenschaft, nicht j.cdes Amt ubernehmen darf, welchem rtwaS Niedriges anklebt, ober welches auf erniedrt» gende Nrbenbegriffe leitet. Daraufbeziehl fich meine erste Regel. Der Prebiger tritt ôffentlich auf als Verkànbiger erhabener Wahr» heiten, ftyerliche Stille und Ernst herrscht im Tempel der Gstlheit, sein Work soll dm Zuhbrer zu hohen Belrachtunqen, zur sanftcn RâHrung, ju rrtnen Vorsâtzen erheben, « - stimmen, leiten, er darf sich also nicht diesen Eindruck, den ganzcn Erfolg seiner Ncdc, vorher abschneiden, indcm er sich dem Volke bey andern Anlàtzen auf eine Arl zeigt, welche durch âutzere Nachlâtzigkeiten, durch wildes Geràusche, durch Theilnahme an ro. hern Freuden oder uncdlen Geschâften, einen Abstanv macht gegen die Wûrde seiner geist. lichen Vcrrichtungen. Man sieht lcicht , datz diescs sowohl bey gewitzen Begangenschaften, aïs bey gewitzen bûrgerlichen Aemtcrn der Fall seyn kann. Ein Prediger, der zuglcich Gastwirlh wâre, oder bald das eine, bald das andrc, mûtzre gleich wenig die áutzern Erfordernisse des geistlichen Berufes kennen, aïs derjenige, welcher die Kanzel und die Gerichrsstube, in der er Abwart wâre, ver» binden woltte. Ich bm weit entfernt, ir- gend eine Begangcnschaft oder ein Gcschâft zu verachlen, durch welches der menschlichen Geselll'chaft, S>chcrheir, Wohlstand und edler Lebensgenutz verschaft wird, allein nicht jebes patzt zu der Wàrde des geistlichen Standes. Ich wurde z. B- dieses behaupten von Acm, tern oder Begangenschaften, welche den Pre» di-er mit rohen Menschen in weitlâuftigcn Vcrkehr, des Jnteretze wegen brâchten, oder, die ihn m Verhàltnisse verfttzen, wo gehâtzige Leidenschaflcn gcwohniich herrschen, oder, die seincm Aeutzern etwas Widrigcs oder Eckel. haftcs aufdrângm, oder, die ihn ins Lâ- chcrliche zôgcn, in Frivolitâten verwickcllcn; oder ihn zur Schlauheit, zur Zurûckhaltung nôtdigren, wclche der Geradheit und der Of- ftnhcik seines Berufs widerspràchen, u. s. w. In allcn dicstn Collistoncn mûtzte er enlweder tcm geistlichen Glande entsagcn, oder Ver- zicht lhun auf iene Geschâfte und Unterneh. mungen, oder, wenn er ste schon getrieben hâtte, und sich W mit den erfordcrliche» Fàhigkciten zum Edlern, d. h. zum geistlichen Anite wcnden wollre : so mûtzte er wenigstens eine Zeitlang stille stchen, um den Embruck sich zu verwischen latzen, welchen seine vorige Begangenschaft zum Nachlheile ber spâthern, bey dem Publikum zurûckgelatzen Hat. Ich glaube, der Staal, dem es darum zu thun wâre, scincn geistlichen Stand wahrhaft ehr. wàrdiq zu machen, und zugleich mit voller Gercchtiqkeit alle seine bârgcrlichen Rechte zu schonen, mûtzte hierûber Verfûgungen trcffen, er fânde ohne Zweifel die meisteu derselben auf dem Wege, wclchen ich ange. geben h'abe. Wenn die Gefetzgebed anf dicser Svur die ;u entwerfenden Verordnungen eni. decken wârden: so wàrde htngeqen der Geist. liche auf eben derfeibcn die leifen Andentun. gen finden, welche ihm die Achlung des Schick. lichen nahe legen kônnen, er wurde zu berechnen im Stande ftyn, in wie wcit ihm die Theil. «ahme an gewitzen Moden, Ergôtzlichkeiten, Gefchàften u. s. w. anstândig wâre? — Der Prediger kann sich wohl nicht be- schweren, wenn von ihm gefordert wird: entweder lege auf immer dinen Stand ab, ode r enthalte dich bàrgerliche Aemter zu suchen < welche mit ienen nicht vertrâglich sind, z. B. Polizeybedienungen, Zoll - oder Zehndpachtungen, Militársiellen, Advokatu, ren vor niedern Gerichtshôien, infofern sie nicht vffiziell sind, Handlungs-Unternehmun, gen gcwitzer Art, infofern sie Elwas Gehàtzi. ges an sich tragen, Gefchâfte die sich blotz auf ôffentliche, nicht ftlten regellofe, Ergô- tzunqen beziehen z. E. cines Schauspieldirek. tor's, Redouten-Unternehmers, Stellen eines Gerichtsdieners, Schulden-Eintreibers, Ver- waitungen von Leih-Jnstituten, Auchtan- " H,, ^ anstalten / — ( cin mildcrndes Aufseheramt k oM'i, dcrselben ist etwas ganz anderes) —Ver* ""VT richtnngcn eincs geheimen Kundschafters oder 'dirU Untcrhàndlers u. s. w. Alle Geschàfte und àw Stcllen dieser Art soll derGcistliche ablehnen, oder man soll. ihm dieselben untrrsagen, oder man soll umgckehrt, bey denjenigcn, tik M welche mit scincm Stande vertrâglich sind, Mà/ ihm die Wahlfáhigkeit vorbchaltcn. Die k'- Zahl der le;tern ist wahrscheinlich nicht ge. l »icht ie. ring. Alle Aemter der Gesc t zgc b u ng und t«i M! der Vcrwallung der meisten Staatsangele- m Lw" genheitcn nwgen daher dcm Geistlichen zu. ìchr à gânglich scvn, alle Stcllen denen bffent, » Mijlîîi liches Z u t r a u e n ihren Werth giebt/ z. E. ! Zil-à Stcllen der Wahlmânner » der obcrstenAuf. , Nà scher ûber die Rrchte des Volks und die ge. ià i! hôrige Derwaltung der Gesctze, alle Aem. âhM ter / wciche die Beforderung des ôffenlli. Mi. c h en Wohlstandes durch betzere Versor. «i-U gung der Armen, Beforderung der Land- ^ èkonomie, der Gewerbe, der Handlung zum «iàl, Zwecke habcn, eben so die Aemter die sich à mii auf die ôffentliche Cultur beziehen, ài, Vr " die Aufsicht auf Erziehungsanstalten, witzcn, schastliche und Kunst-Jnstitute, ftrner alle Aemter denen die Verwaltung der bf- fentlichen Einkûnften obliegt, bcy denen gewôhnliche wiss^nschastliche Bildung und genaue Sachkcnntnitz erfordcrt werdcn. — hieher gehôren z. B. Forst- Bergwcrks. Domaine». Finanz, Ban - Collcgien , endlich alle Aemter der hôhern Gerichtsbarkeit, dercn Wûrde niche durch kicinliche Geschâste herabgesezt wírd. Jch sche nicht ab, warum ein Geistli- cher, welcher, wenn er als Prediger dedicn- fiet ist, das schône bârgerliche Gefchàft ver- waltet, a lien Rechten die hôhere mora. lische und religiose Sanktion zuzueignen, — warum sage ich, ein solcher nicht Zutritt haben sollte zur Ausûbung und zur Verwaltung jener Rechten? Nur mutz er sich einen môg, lichcnRûcktritt zum Lchramte nicht vcrschlictzcn, indem er Verzicht thut auf den Anstand, den Ernst, daS Zutrauen, die Uneigennûtzigkeit, welche dem Lehrer so nothwendig sind. Jch habe oben als zweyte Grundre, gel festgesezt: der Geistiiche, als solcher, solle ausgeschlotzen scyn von bûrgerlichen Stcllen, wenn er dadurch an der Ausûbung seines gcist. lichen Berufes gehindert wûrde. Jch vcrstehe imtcr diescr Vcrhínderung eine solche, die ih» abhált, ein schon ubcrnommcnes geistiichrs Amr zu verwaltcn, folglich bcschlàgt diescr Satz keineswegs dcn blotzen Candidaten des Predigtamtes / so lang er unbedienstet isi, ist er wahlmbig zu was fur Stellen er immer will. Eben so mag dcr Prcdiger sein jetziges Amt ablcgen und ein andercs ûbernehmcn, wenn er es gutfindt; er mutz sich billig allen den Bedingungen unterzichen, wclche jcden andern Bediensteten auch trcffcn, er mutz es witzen: ob seine Constiluenren ihn seincr bis- hcrigen Stelle enllatzcn wollen? Das Gesetz spricht nur: es sey kein Grund vorhanden, datz dcr angestellkc Gcistliche, unter Dorbe. halt seiner zu erlangcndcn Entlassung nicht wahlfahig styn sollte, aber in seinem Belieben soll es nicht stehcn, ob er neben odcr mit seincr geistlichcn Stelle auch eine politische sich wollte ûbcrtragen latzen. Sowohl als man in andern bàrgerlichcn Verhâltmssen mchrere Geschâfte zugleich besorgen kann, so mag es anch hier dcr Fall seyn, der Prcdiger mag z. B. sowohl zugleich als Wahlmann oder Waysenrichter beamtel werden, als der Ad« vokate oder der Justitzrath rngleich Bau- oder Finanzrath ftyn kann. Dcr Dokitikcr fcâgt hier blost: «st cs schicklich und billiq zu vicie Lasten odcr zu vicie Einkl'mften auf cilié Persan;u hâufcn? und ich frage: kann rine Pfarrey , ein Diakonat, oder eine andre geistliche Sicile wohl ;uglcich mit mehreren bsirgerlichen Acmlern verwaltct werdcn, ohne datz jene darunier leiden. — *) Ichgetraue ') Ich bitte sehr diese Unterscheidung ru bemer- kcn. Ich ráum.e dcm Politiser oder dem Ge« sekqeber gerne die Bcfugnitz ein, zu bcstimmen, ob der Geistliche inchrere <^cllen, o h n c N a c h, theil seiner ebcnfalls fâhjgen Mit- burqer, verwalten folle; ich frug nur: ob in seinem Stande ein Hindernitz licgc » Mich trift also der Linwurf keineswegs / der mir gc> macht wurde: « ein Mann der zwcy Acmter versieht, odcr zwcy sclbststândigen Bedienunc>cn vorstcht, scy im Grunde sehr unbillig einen Play zu besetzen, dcr zwcy bequem fatzcn kônntc. " Ich gebe das Ganze zu, und cS kann so gut der Fall scy», datz der Staat eine rrennung mehrcrer an sich nicht unvertrâglicher Acmter vcrordne/ als da§ er — nach einer obcn ce« machtcn Bemerkung — leichte Bedienungen sehr «zut besolde , um einem verdienstvollen GreiS nn ehrenhaftes Auskommen zu fichern. mir nicht rine allacmeinc Antwort hien'ibcr zu gcbcn, die Zwcige der bàrgrrlichen Be- Einen âhnlichcn Einwurf musi ich auf àhnlichc Wcise ablehne». " Ein Vorzug, sagt man, des geistlichen StandeS ist cs doch, dasi seine Aeintcr lcbenSlânglich sind, waS cr vor politischen Bcdicnrmgen vvraus Hat, will man ihm jczt noch die Frcyheit zugestchcn, bey qchériger Fàkigkcit, auf alle burqcrlichen Acmter Anspruch zu machen, da doch der Bur- ger nicht das Rcckt Hat, umqekchrt, um gcist- liche Stellen anznsuchcn und sie zu ubernehmcn; so scheint es unbillig, demselben den Zutritt zu alleu bûrgerlichen Bcdienungen zu ôffnen. ' Ich antworte hierauf folgendeS: erstlich ist cs nicht der Fall, dasi einzig geistlichc Aemter lebenslánglich sind, ûberdiesi kônnte cs lcicht geschehcn, dasi bey zunehmcndcm Mangcl'an Geistlichen, der Prediger im nn- behûlflichen Aller seine Stelle niederlegen inusité , weil er kcinen ii'ingern Dikar fânde. Bcy- lîufig zu sagen, sollte also der Staat, uni diescm Falle vorznkommen, entweder die Wanzschule der Geistlichen sich besier angelegen scyn lasien, o der die Stellen besier besolden, damit man fur'S spâthere Alter etwaS cnt- ûbrigen konne, ode r sich gefatzt machen, den diemmgen stnd so manntgfaltig, mid ihrr Verrichlungcn so ungleich verlheîlt, daZ man Grcilen, nach ihrer Résignation, austqndige Peusionen auszumitteln.— Iweytens vcr- startc ich dem Gcisttichen, wofern er es bleiben will, keineêwegs dcn Zutritt zu allen bur- gerlichen Aemtern, »nd die Linschrâukungcn, wclche ich hier ftsiletze, vermindern schon die anschcincnde Ungcrechtigkeit, die einen vvlliaen gleichen wechselseitigen Uebcrgang vom gcistli- chcn?um weltlichcn Glande, und umgekehrt, mochte vorgeworfen wcrden. D rit t en s, bedenkc man nur, warum und in wie weit ich dcn Weltlichcn dcn Eintrit in den geistli- chcn Stand vcrschlietze? nur insoweit, als ihre vorige Begangenschaft ihnen ctwas uncdles be»lcgte, odcr als sie nicht alle die Vorkennt- nissc sich erworben haben, welche der Geistlr- che besitzen mutz. Der Prediger bingegen Hat sich durch Kostcn und Flech diese Fâhigkeiten ncben dcn andern bûrgerlichen Erfordernissen, erworben, billig Hat er also fur seine dop- pelle Vorbercitung auch ein voppeltes Feld, auf dcren einem er anpflanze» und erndten kaun. Wichtiger als obige Tinwurfe ist der Zweifel r « vb es einem gewissenhaften angcstellten Geist- i «àj! n «llr» té,. n> là »« M ««Iw rm gM- !ritt!i>z, II Li! Iklj- lìmM m, «i-èi »IÍ M îii §à eîeKnib ilUM k < ?Wli Mdrà, ír W! !!> rà M, «l-à înZE iltzk»?!» die bcsiimmtern Versàgungen hieruber nach de» Lokal- und Zàimstânden trcffen u»d bcurthciien muH. Von vielen Aemlern lâtzt es sich indctz geradezu absthen, dasi sie die ganze Mutze und alle Kràtze des Beamtetcn in Bescblag nehmcn, und bey solchen màtzte der Prcdiger seine geistliche Bedicnung nieder» lcgen, wenn er z. B. rum Beysitzer nn einem Tribunal erwâhlk wurde, welches sich tâglich lichen nicht schwer fallm muse, fur ei» Ne- benamt Mutze zu finden? und ob eS genug sey, kcin Mut zu ubernehnicn, welches mit dem gcistlichen imverttàqlich scy, ob er nicht darauf sehen mutze nu r solche zu ubernebmen, wclche mit scinen gcistlichen Gcfchásten inniq verbun» den snw/ als E. ôffentliche Eniebung, Lci- tung ftoinmcr auf Lehre abzwcckender Anstal- ten u. s. w.? Diese Aweiftl inag sich in der Lhat ein jeder fiativnirter Geistlicher aìif- wcrfcn und beantworten, ehe er neben sei>>?m Amte in der Kirche nvch nach eincm andern im Staate greist/ diese Fragen gehoren vor sein Gewisscn « allein, da ich hier mchr das R e r h 1 als die Pflieht, mrhr die àussere Wcr- trâglichkeit, alS die inner e, untersucher s» kann ich dieselben iysofern abweisen. versammelt, oder sonst mit Geschâsten ûbcr- hâuft ist, odcr keine vrdentliche bcst'mmle Zctt- eintheilung zulàtzr. — Ihm lâge es dann biotz vb, zu fragen: ist die gegebne Sicile nicht aus der Clatze deríenigen, welche nach ihrer Ausbcdienung den Ràckcritt zum Predigtanue verschlietzen? wàre er daràber im Rcinen, so mèchte er dann seine ôkonomische Lage, sein Geschick und seine Lust berathen, ob er auf rine Zeitlang in das neuerôfncte Feid hin- àbertrcten und auf so iang sein geistliches Amt niedcrlegen wolle oder nicht? Jch sage auf eine Zeitlang, denn hier bcrufe ich mich auf meine d ric te Gr u n d regel: die Unvertràglichkeit ci. neS gcistlichen Amtcs mit einem anstândigcn politischcn gcht nicht weiter, ais info, weit dadurch die Ausûbung des erstern ge- hinbert wird. Man steht, daH hier die zweyte Regel bloH náher bestimmt wird. — Es kann Bedienungen geben, welche allerdiogs auf eine Zeitlang die Ausàbung des Predigtam- tes unterbrechen, allein sobald sie zu Ende sind, mag der Gcistliche wieder Gebrauch machen von seiner Wahlfâhigkeit zu gcistlichen Aemkern. Darum Hat er cinst die Consekrativn N!» à, «MZîil- ' .'lll! W "at tzl! k!dljI>L,.> KlW,j« ^k/sîi, l>d lr c»f U jì à' ìnu! M!îji» âniiâch,i > à K ,7kM - K km «ilji M îiàzlà t iU U! ^ FtdM!- »Dà' !snà erhalten, damit cr durch sie in die Clatze berer aufgenommen wurde, welche, wcnn sie nicht selbst durch ihre Auffâhrung oder gewitze Be» gangenschaften sich herabwârdigen, wahlfàhig seyn solllen, nicht blotz zu volitischen Srellen sondera auch zugeistlichen. Der ausbediente Gesetzgeber, Bcysitzer des hohen Gerichtshofes; Vorsteher des Arme». oder Schulwesens, Mitglied des Finanzkollegium u. s. w. trâke wicder in die Zahl der Candi- baten zurûck, wenn er ber politischen Skclle wegen, sein bestimmtes geistliches Amt vorher halte nieberlegen màtzen. Es kann sich indetz fàgen, dah bcyde Aemter mit einander ver. tràglich sinb, warum z. B. sollte nicht eiit bedienstcter Prediger zugleich Wahlmann semer Gemeinde seyn kbnnen, oder Waysen- oder Spital - oder Landwirthschafis - Commissár. In Bern, wo man doch so eiferjsichkig war, datz man den Geistlichen krinen Zuttirt zu po. litischen Geschâften verstartete, war man doch inksnsequent geuug, Ausnahmen zu machen, svdald es um Stellen zu thun war, die weder eintrâgllch waren noch bedeutend, dabey aber deschwerlich. Sv z. B. wàhlte man Prediger ì» Bornmnb.ern, zu Wayse-ngerichtSaftssoren, zu sogenannten Stubenmeisiern / d. i. Zllnst. vorstchern, denn diese leztern sind gewôhnlich mit manchcrlcy Auslagen belâstigt, von dencn man die Geistlichen nicht etwa lossprechcn wollte wie von andern Ehrenstcllen. Manche andre bârgcrliche Bedienungen beschàfligen zwar anf eine Zeitlang ausschlietzend/ allein sie dauern nicht lange, bey solchcn kônnte der Prediger doch wohl nicht angehalten werden/ rim ciniqer Monate willen sein gcistliches Amt niederznlegen, es wâre hart, ihn/ weil er dem Staate Dienste gelcistet Hat/ in dcn Fall zu setzen / entweder nachher brodlos zu seyn, oder aufs ncue sich vicllcicht mit Ungewitzhcit und Bcschwerde um eine geistliche Stelle zu bewerben / oder endlich auf diese Amtslosig- kcit hin sich im Voraus cinen Ersatz zu sam- meln / bey dem vielleicht der Staat am meistcn lciden wârde. Ihn detzwegcn von solchen temporaire» Geschâsten ganz ausschlictzcn zu wollcn, das hietze den Knoten zerschneiden/ nicht auflô. sen> Man verstatte in eincr solchen Collision/ dah der Prediger sein Amt durch cinen Vikar besorgen latze, welchen er wiedcr entlàsit/ so- bald er der Aufforderung des Staates oder dem Zutrauen semer Mitbârger ein Genûge gethan R«t! «Iviktll, àsziL !>i!kàa > W i« P sm,-, l>Wà > M !I àllîtz « jll sâ MSIMIS î>!it!»,'!v getban habcn wird. Was hátte z, B. gehin- dert, datz im vcrflotzne» Fcbruar auch Geist- lichc hàttcn gcwâhlt werden kônncn / um Mir- glicdcr n> werden dev nachher fthr bald auf, gclôstcn Constitntionskoininitzion? Hâtten sie nicht auf cinige Monale ihre Gcmcinen eincin Vikar àberlaycn kônncn, uni ihre Einsichtcn ìn dcn Mittelpunkt hinnitragen, von dem auS ein ganzss Land auf Iahrhundcrte die Sichc- rung seines Wohlstandes, seincr Rcchtt/ und sciìier Cuilur erwartete? — Ma» sicht ich wolUc dcn GeWchen gewitz nichl auf llnkosìen der andecn Bûrger scho- nen, odcr ihn bcrcichern und ehren, allrin seine Rechke vertheidigcn, und dem Ltaate die MaHe von Einsichten, Kenntnisscn und Fcrtigkeit zuwenden, welche der geijîliche Stand offenbar in stch fchlictzt, das war mcin Zíel, oder wenigstcns mein Wunfch. — «â mis, Lîîìm», ».!« Wi Mè sà u!» cil! M tzlch jîl^I Wenige Morte mbgen noch z u m S c hlu sise , die Ergictzungen mctnes Herzens darstellen. Es krânkl mîch, datz bey der Régénération meines Vaterlandcs / der Schwcij, da mit soli angefangen werden, eincr ansehnlichenClatze von Staatsbûrgcrn das zu entziehen oder iu H Il4 -- D- versagen, was allcn andern hcilig zugcsagt wird. Ich wcrde mich zwar nichts desto wcniger des grotzen Schrittes zur Vcrvoll- kommnung frcuen, den mcm Volt gerhan Hat, allein kann ich es láuqnen, datz es schmcrzt, wenn man bcy'm Elûckwûnschcn si c h sel b st gan; vergetzen svll? warum sollcn dcr Gcist- lichen so vicie sich nicht mitfrcuen kônnen, wenn Rechte der Menschcn ihrcn Mitbûrgcrn zugesichert werdcn, wenn sic bcginncn diescl- ben auszuàbcn? warum sollcn sic allein, gedemûthigc zu Hanse blciben, wenn das ganzeVolk seine Souverainetât fcycrt? Vo r steher eines Volkcs, das bisher von dem Ruhme semer Voreltern lcbte, und jczt er- fuhr, datz diese Capitalien aufgezchrt, odcr ihreMânzcnnichtmehr gangbar seycn, denkct jczt darauf, ihm andre Schâtze zu vcrschaffcn, Schâtze der wahren Cultur. Dcr Schweizer Hat Anlagen zur hohen Vcredlung, seine Na- tur nâhret sie wohlthâtig, Kraft und Stârke ist da mit Schônhcit und Sanftheit gcpaart, eS bedurste nur des Zunbcrs belcbender Nach- cifernng, und der ist jczt da, Frcyheit und Glcichheit syen die Zauberworte, welchc uns zu grotzen Versuchcn aufwccken. Benutzct . diese Emvsânglichkeit und diese schnellwirken- dcn Krâste, snchct euern Staatsdurgcrn ihre neuen Verhâitnisse èhrwûrdrg zu machen, bclehret sic, datz glciche Reprâsentation nur dann einen Werth habe, wcnn Einsichten und Kenntmsse uberall bey'm Landmanne, wie bey'm Stádlcr, im gehôrigen Verhált» nisse sich finden. Ihr wollc hoffcntlich nicht ein kriegerisches Volt aus uns machen, datz die Vcrwrîderunq cines Iahreâ wieder zerstôre, was ein Iahrzehend bauel wir wollen, wir sollen Kunste des Friedens ûben. Ihr ver- langt auch nicht datz wir ein reic h c s Volk werden sollen *) aver Aufklârung. âchten Gcmeingcisi und Bárgcrsinn wànscht ihr bey uns zu verbreilcn, ** ) wohlan, datz es Euch desto betzer gclinge: w verschmâht keines der Mtttcl, Euern cdlcn Zwcck zu errcichen. Ihr habt Volkslehrcr, ihr aurorisirt sie als solche, nun macht sie zu solchen in Euerm *) krojet cle Lookitution Helvétique lit. I. h. 4 . " I^es lumières tout xrê5êr geben aïs Euere Magistraten? *) Kènnen sie nicht sich verhcyraihen vo r ihrer Bedien. siung, so sezt ihnen einen angcmesienen Ter, Niin nach dersclben. **) Und damit ein kroset lie Lonlìitution Helvétique, lit. V. §. Z8- kour être élu membre ciu 8e'n.it — il kaut être marie ou 1',avoir êtê. Ebendas. lit. VII, Dès à prêient il kaut avoir atteint l'âze âe quarante an8 L être marie ou veuk, pour pouvoir être élu Oireâeur. ) Abcr, ist cs nicht unedel / dcm Stande des Lehrers eine Vcrbindlichkeit anfzulcgen / welche ihn in den Fall seken konnte, ans Eigemink sich zu vcrhcyrathen r " Es ist wahr, dast ich mcinen Rath nicht nnbcdingt auftustcilcnwage; man nnternichc sorqfâitiqob es sich mit der Wurde des Amtcs so wic mit der Wurde eincr freyen, ans reine Grundc gebautcn Derbin- dnng, mie cs die Ehe seyn soll / ob es sich mit diesen Rucksichtcn vertrage, wcnn jencs Gesck abqefasst wurde? Wcnn cS nicht intéressant wârc, zum Nachdcnken bicrûbcr einzuladcn / so wolite ich meine» etwaS raschcn Vorschlag cinstweilcn zurûccnehmen, allein da eben je;è anch die ftánkischcn Gesctzqebcr dicse Fraqe m Vczichunq ans die Vorstehcr der offcntlichen Erzichuug disputiren, so ist es temporaire Anf? gade der Vernunst, Haupteinwur' gegen die katholischen Gristll- chcn wegfalle: so sprecht sie von ihrem Ge- horsam gegen den rbmischen Blschof los, so wie sich Luzern und die andern katholischen Cantone schon voclàngst den Anmatzungen des pàbstlichen Nuntius widersezt haben. Gebet die Peiestcrche frey, sctzet pakriotische Eide fcst/ wcnn ihr anders Eide beybchaltcn wollt/ — und ihr wcrdet Eure Weltgeistlichen bald zu warmen Bmgen umschaffen. Luzern zâhlt schon viele unter ihnen, welche dcr wahren Aufklâning grlâuterte Grundsâtze vcrdanken Die Zahl der Mouche wird sich ohnehin mit der Zahl der Kiostcr vermindern; oder, ver- schlietzct sie/ allmâhlig durch Ausster- bu ng, ganz, dieft Gcfángnisse wahrer mensch- lichcr Freyheit; siiftet dafûr Schulcn, und hôhere Bildungsaiistaltcn. Erhebt B a sel oderBern zur gemeineidgenôssischen Universitât bcyder Religioucn/ dort sind schon Stiftungen / dort werden die Geister grosier Vorfahrcn / eincs Platcr / cines Eras- muâ/ der Buxtorfe und Wcttsicine/ cines Wittenbach/ Haller u. a. wieder aufleben! Untcrwerfr dicse Universitât cincr H o hen Schweizerschen Cnratel, nnd latzt 'K-W. ^ D!Wk!j à -iisltc êd IMwM,- nli bais ji "!M lâtzji t» lHâhA «îlîwlm iWttU * !>ì»zslii> ikkr»!!i!î, :à!L, w 'L Sis!! «ssiscèkii ".à!îil ii) > !r Zilîii !"!- è^-- !ik!/ !î!!!í ::: yrji! ^ >l M lis! dort wahre patriotische Erzicher und Theolo- gen gebildet werdcn. Dann wird unftr Vo!k aus klarern Qucllen, als bisher , Belehrung schôpfen, dann wird mit dcr Aufklàrung die Vaterlandsliebe gleichen Schritt halten , dann mifchen sich die Geistlichen unker jhre Mik- bûrger, ihr Intéresse wird das des StaatcS seyn, und es wird gemcin werden, an kcinen Stand gebunden, was sonst dcr eine oder dcr andre sich vorbehielt. Dann werden wir nicht mehr auf den blutigen Ruhm eines kricgcrischen Volkes stolz seyn, den nnsre Vor- eltcrn uns hinterlietzen, wir werden die Ehre suchen, durch Aufklàrung mil unftrn Nach, barn den Deutschcn und Franken zu wcttcr- fern, und die Produkte von beydcn auf un» scrn Boden zu vervflanzcn, so wie uns die Natur in ihrc Mitte gcsezt Hat, damit wir von beydcn lernen und bryde freundlich vcr- binden. — Gesetzgeber, hort die be. scheidcne Stimmc eines Patriote» : macht die Volkslehrer zu Bûrgern, fiôtzet ihncn, und durch sie dem Volke Patriotismus ein! Ihr werdet es ohne Zweiftl den Gemcinen libcr, lassen, unter der Anfsicht eines Consistoriums, ihre Predigcr ftlbst zu wàhlcn, nun so verstarm «s/ datz sie Mânner wâhlen konnen, die m jedem Fâche ihre Rathgcber und Vorstcher zu werden im Stande scyrn, damit sie mit Zutrauen ihre Stimme hôren, wenn die« selbe zu bsirgerlichen Psiichten sie ausruft. Leget den Predigern schwcre witzenschaftliche Prûfungen auf, sorget dafàr, datz sie forlzu- studieren genôthigt scyen, aber latzet sie dann auch aller der bàrgerlichen Achtung und Ehre genietzen, welche ein wârdiger Geistlichec so sehr verdient. Es ist kein Kíeines, wenn der Bûrger einer Skadt sich entschlietzt, Land- prediger zu werden, wenn er seine bisherigeu Verhàltnisse verlàtzt, Verzicht lhut auf so viele gesellschaftliche und litterârische Vortheile der Stadt, — abcr latzet es ihn nicht bercucn, latzet ihn Entschâdigung finden, in allem, was ohne den Schaden seiner Mitbûrgcr, jhm zukommen kann; latzet ihn nicht die Demàthigung fûhlen, bey warmem Patriotis- mus und grotzen Kenntnissen nicht cinmal stimmfâhig zu seyn in den Urversainnilungen; lohnet ihn fâr seincn redlichcn Flcitz nicht so, datz er entweder sein Brod aufs Ungewitze l)in / o der seine polilische WahlfWgkeit sus. grben msitze. —^ Schliesiet die Prcdigcr nicht aus, weii sie noch nictht aile so sind wie sie ftyn sollten, sorgct lieber dafûr, datz sie kynfkiK alle werdcn, was ihr Beruf und die wichtige Sicile, die ihnen der Staat anwcist, voit ihnen fordcrn. Vernehmcl hierûbcr die Stim» me Derjenigen, welche sich scibst liber die Schwicrigkciten einer schicfev Vorbcrcitung crhvben habcn; rufet sie auf: die Régénéra, tien der Gmnnasie» in den meisten schweizcr, schrn Hauptkàdten zu brtreiben und zu îeilcn; hôret eincn Jth, wclcher in Bern Rcforma- tor ward, einen Ochs und Leg r an d in> Baftl, denen die dasige berbeHerte Purger» schuìe ihre Wicdergeburl verdankt, hôret die cdlen Mânner in Zurich und Luzern, welche fur Aufklàrung leben und uneigennsitzig jedcL gute Institut fàrdern, die Kámpfcr in Graubûn. den — hôret sie auch — sie habcn bishcr gegen Manches, vorzûglich gegen die wilden Wogcn einer Ochlokratie gekâmpft, eine wahrc De, mokratie wird ihnen kàftig den Sieg crleich. tern. Hôret die Stimme jedes Edlcn, der die erneuerte Schweiz gern zu ftinem Pater, lande habcn wiU; mancher Auslândcr ha^ zn ihr Keime zu grotzcn Fyrtfchritten gchdft^ entwickelt sk jett, siellè die Ruhr wirder her, sôhnt Euch aus mit Fra-krerch, und dann ar- beitct daran, von o d en die hôhern Stânde zu belehren, zu verbeliern, so wie die u n ter n -urch die dffenNiche Erzichung jenen nàher ;u bringen, und dadurch wahre, unschàdliche Gleichheit zu pflanzen. Latzet den Geistlichen in der Mitte stehen zwischen dcyden, aber verbunden mit beyden, durch den Namen und die Rechte des Bàrgers; und dann ladet ihn ein, zu erndten indem er sàet, dem Staate seine Bemerkungen, die Schâtze sciner Erfah. rung zu schenken und das Vvlk Achtung fur die Gesctze zu lehren, so wird sein Stand geehrt, aber auch vcrdienstvoll seyn. Und jezt » meine Lcser! babct ihr mich sreygefprochen vonAnmasiung, trauetihrmir hingcgen Wârme zu fur die aule Sache, Rcchtfchassenheit und Muth: fo latzt es mich Euch noch faaen, was ich sonst nur Frcunden sagte: — die Régénération meines Bâter, landes Hat in mir fchlummernde Kráste ge, wcckt, ich mdchte ihm iìe weihcn, und der Aufforderungen sind vieîe. Ich fàhle den Wcrth les Bmgcrs, mein Leben, wie mein Tvd o >-r ^ kônnte uud sollte, wenn es Noth thut, dafLr zeugm. Jch habe tinter den GMlichen viele Bri'ider und Frcunde, die gleich dcnkcn. aleich "lui fûhlcn wie ich — und soll jezt diese Wàrme > G erkêcn, dnrch das Mesetz; "die Geistli, dà>tzi chen sollen nicht Bàrger seyn — à oder hbchstens nur Passivburger? ' à — Rein, — belcben nicht wdtcn soll der k" l!»t Gesttzqcbcr, er fty gcrecht und der Bclchrung kttih» empfánqlich! Und — wenn er dieses leztre :W seyn will, wenn er Kraft geben will demie, ksch nigen, waâ der Menschcnfreund im stillen Gcmache ;ur Vcrbcsierung und Bcglûckung Lich ftincr Mitmenschcn und Mrtbàrger crbenkt, d an n will ich ihn scegnen und will noch ôster auftcctcn mit den bescheidenen Rcsultaten jrch meincs auftichtigen Forschens, will zunâchst der ôsscntlichen Erziehung und ihren Grund- êch sátzcn mein Nachdcnken wiedmen, und Freunde ilmich auffordern mich zu belehren und ihre Krâfte mà mil den mcinigen zum guten Zwecke, jezt à und kì'inflig / warm und treu zu verbindrn. líl!! ft Will! IIA ——— là «à! s-M' ^-âL,-.