EC Ya 3 Anzeige der Concerttage FÜR DIE SAISON 1885— 1886./ DO 1885. Abonnements- Concert 18. October. u 1, November, ”„ 15.”„ Concert zum Besten der Orchester-Wittwen- und Waisen-Casse 22. November. ‚ Abonnements-Concert 29, November. v9 13. December. 1886. Benefice- Concert des Herrn Kapellmeister A. Volkland..„10. Januar. Abonnements- Concert 24, Januar. 7. Februar. Druck von Fritz Wassermann. AN ALLGEMEINE MUSIKGESELLSCHAFT BASEL. — Sonntag, den 18. October 1885. Erstes ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE, unter Mitwirkung von Fräulein DYNA BEUMER(Sopran) aus Brüssel, ERSTER THEIL Symphonie(Nr. 3, A-moll)..... F. MENDELSSOHN. a)‘ Introduction und. ‚Allegro agitato. Ed L Es x X. TED WIE: VE T GE GT „ E ED € = EDGE \ / b) Scherzo assai vivace,€) Adagio cCantabile. N a > © d) Allegro guerriere und Finale maestoso. Arie fürSopran ausder„Nachtwandlerin“ V. BELLINI. gesungen von Fräulein Beumer, SF ZWEITER THEIL Ungarische Suite. Mit Benutzung ungarischer Nationalmelodien.. Hema. HOFMANN a) Im Krönungssaal(Largo maestoso). b) Romanze(Andantino). c) In der Puszta(Allegro). — > ®) © 6 © Arie für Sopran aus dem„Barbier“. G. ROSSINI. gesungen von Fräulein Beumer Ouvertüre zu„Oberon“... C. M. von. WEBER. Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr, Das zweite Abonnements-Concert findet Sonntag, den 1. November statt. B xx X Sy c Ss(AI\ x Ds LEDLEDÄIONLEDLED E EC NEED ARG Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt). in Basel, P Arie aus der„VNachtwandlerin“®, Ah! non credea mirarti Si presto estinto, 0 fiore. Passasti al par d’amore Che un giorno solo durd. Potria novel vigore Il pianto mio r@carti. Ma ravvivar l’amore Il pianto mio non puo.— Ah! non giunge uman pensiero Al contento ond’ io son piena A’ miei sensi 10 credo appena; Tu mi affida, o mio tesor. Ah! mi abbraccia, e sempre insieme, Sempre uniti in una speme, Della terra in cui viviamo Ci formiamo un ciel d’amor. Arie aus dem„Barbier“, Una voce poco fa,| Jo sono docile, Qui nel cor mi risuond,| Son rispettosa, Il mio cor ferito& giä,| Sono obbediente, E Lindor fu che il piagd| Dolce amorosa, Si, Lindoro mio sara,| Mi lascio reggere, Lo giurai, la vincerd.| Mi fo guidar; Ma se mi toccano, Dov’& il mio debole, Il tutor ricusera,| Sard una vipera Jo Vl’indegno aguzzerö,| E cento trappole Alla fin s’accheterä| Prima di cedere E contenta io resteröd.| Fard giocar, + Balel,= Zanıfay. den 24. Prinber 1585 Cyneert von Auguft Walter ıumter gef. Mitwirkung hiefiger Künffler und einem verehrl. Gefangehur. MulikTaal. Drei Opernfragmente alter, neuer und neuefter Zeit, 1, Dritter(Iehker) Akt aux„Iphigenie in Aulis“. für Solokimmen und Chor(mit Clavierbegleikung) Frau ‚. Ehr. W. 6Glud. U ierbzealei; Mda Buber.. .. Yphigenie, „- Anna Walter--Sfrauß Clytemnera, Bert An Sirübin. . Adilex, „ Carl Beumann. .. Roamemnon, „ Emil Degar. . CTaldax, 2, Finale dex erffen Aktes auz„Dbheron“,... E. MM. v. Weber, für Soloffimmen und Chor, Araıt Waller 2, u GE Re, » Duber 5 a; Fatıme, 3, Zei Brene des erften Akirz aus„Der Dämon“ für Solofimmen und Frauendyur Frau Buber Ant, Rubinftein. . Tamara. Berr Sirlüibin . Dämon. II. Zwei Ouartette für. Soloftimmen(Frau Walter, Frl. Kiefer, Joh. Brahms ae Stirübin und Begar) mit CMavierbegleitung a)„BD Tıhünge Nacht“ b) An die Beimath. III. Zwei Soloftüde für Violine mit CMavierbegl AND en ) Mrlantolie(in nordifcher Weife) b) Bumurrske, Ernit Rentich. vorgefragen von Beren€. Meniiah IV. Lenz- und Siebeslieder... Bans Buber, Ein Liederipiel für Chor, Zuli(Frau Buber, Frl. Tiefer, Berren Sirübin und Begar) umd Clavier zu 4 Bänden (Berren B. Buber und Aug. Luß) op. 72, (ConrterIAügel von BEE vom Tat der Berren Gebrüder Bug.) Anfang 7 br. Ende gegen 9 Nor. Saaleröffmumg halb 7 Mbhr. Eimmfriliskarfen für Sperrüikhe a 3 Franken, »„ Pacquet a 2 } Balkon bleibt gefhloffen, 3» Tomie Trexie& 20 Cis, find in den beiden Mılikhandlhungen und am Conzerfabend an der Kafle zu haben. IL AFt der Oper:„Iphigenie in Aulis.“| Bon Glud. (Fphigenie, Tochter des Agamemnon und der Klytemneftra, nad) des Seher$ KaldhaS Kath zur Berföhnung der Göttin Diana zum Opfer für diejelbe beftimmt.) Chor der Griechen. Nein, nein, ihr entreißt fie uns nicht, Das Gebot, e& werde erfüllet,| Schnell fließe dahin all’ ihr Blut, So wird der Götter Zorn geftillet. Kiytemneftra. NRecitativ, So zögert länger nicht, die grauenvolle That zu voll:| bringen, fommt und mordet auch mich in ihrem Arm!| Sphigenie! || Sphigenie, Theure Mutter!| Alytemneftra, Ach, meine theure Tochter! bis mich| der Tod ereilt, Ieh’ ih zu deinem Schuß,| SIphigenie, MNichtS vermag Schuß mir zu verleih’n, Die Götter Jeßten| mir dies Ziel in ihrem Zorne; entflieh’, und laß das Volk! vollbringen ihr Gebot; ad! war ich je dir werth nnd heuer,| jo entflieh’, entzieh’ der Wuth dich des tobenden Heer’$, ge:| fährde länger nicht durch eitles Widerfiveben die Chre des| Throns und deinen Hohen Rang. Kiytemneftra, Ha! was ijft mir die Chre, was mein Hang und mein| Leben? nein, wird die Tochter mir entriffen, dann will ich länger nicht der Sonne Slanz mehr jeh’n! SIphigenie. (Arie); D leb’, ach, Ieb’ für DOrejtes, den Bruder, auf den geliebten Sohn hHäuf’ deine Lieb allein; möge er einjt beglücter fein, und wie die Schwefjter, nicht Qual jeiner Mutter bereiten! Mich traf ein Hartes Loo08, gieb nicht die Schuld dem Vater! Kiytemnefjtra. Er, auf defjen Seheiß der gejdhliffene Stahl— Iphigenie. Was ihat er nicht um mich dem Tode zu entzieh'n, doch wer kann vor dem Zorn hoher Götter mich retten! Da | Schmerz, ich f{terbe! |Fenden Stahl, den jelbjt des Vaters Hand für die Arme ge Chor der Griechen, Nein, nein, ihr entreißt fie uns nicht, Das Gebot, e$ werde erfüllet, Schnell fließe dahin all’ ihr Blut, So wird der Götter Zorn geftillet. Iphigenie. Kecitativ, Du Hört das laute Schrein des aufgebrachten VBolfs, do Mutter! ruf zurück Deinen Muth, Deine Stärke, dies[0 mächtige SGejchent, das die Gottheit dir gab. ES ift Beit, idr Gebot zu vollzieh’n! Ken’ erfüll’ fie und Scham ob ihres blut’gen Werkes, Nimm mein legtes Lebewohl! KIytemneftra. Sraujame! willft du denn jeßt hier fterben mid jeh'n? | SO gäbe willig zu, daß dur dem Horn der Götter— die Mutter,— weh’ mir! SJphigenie, DO, Schmerz, forget treulich für fie, o haltet fie zurüc von Dem Dlut’gem Altar, Klytemneftra, OD ihr Götter, jeid Zeugen! ich dulde fie nicht, Dieje That. Hemmen wolltet ihr meinen Schritt! Verwegne! eher nehmt mein Leben, dem ich fluche; in die Nopfende Bruft, in dies Herz ftoßt den Dolch? an des blut’gen Altares Stufen, | dort laßt mich finden mein Grab! Ha, ich erliege meinem Meine Tochter! ha, ich feh’ dem blinjhärft! Sin Priefter, zum Mord gedrängt von dem wüthenden Volke, wagt feine blut’ge Hand gegen fie zu erheben, er zerfleijcht ihr Die Bruft, und mit forjchendem Blick jucht im Herzen, das noch zuckt, er den Rathjchluß der Götter] Haltet ein, Ungeheuer, zittert und Hört, e8 ijt das Blut des Götterfönigs jelbft, womit ihr Heut” die Erde tränfket! (Arie.) Schleudre Zeus, flammende Dlike, Hernieder auf diejes Heer, Verjenkfe die FrevlerJchaar Bu Staub zermalmt in’$ tiefjte Meer! DO Helios, du fönntejt, ergriffen von Grau, Hier in Aulis den Sohn und Erben Des Atreus Jhaw’n, Du, der dıt dem Feft des Vater$ entzogeft dein Licht, Entweiche und Leuchte diejem Tage nicht! Schleudre Zeus, flammende Dlige u,]. ww, | | gt f (Das X ( Opferchor(hinter der Scene). Almächt’ge Gottheit hör, vo Höre unjer Flehn! Klytemneftra. Ha! welch” ein Trauerlied vernehm ich! Chor.; Nimm gnädig an das Opfer, das wir bringen! Klytemnefjtra. mir! es ift um fie gelheh’n! Chor. Allmächt’ge Sottheit hör! Kilytemneftra. Haltet mich nicht zurück! Was fol mir dieß graufjame Mitleid? Euch zum roß bring ich ir Hülf und Schuß, oder fterbe 1 jelbft dort mit ihr. Chor. [99 an Troja’s SGefjtad, laß dir ein Danklied fingen. Web’ ya) une e—— heater ftellt das MeereZufer dar. Stufen des Altares.) ODpferdhor der GriedhHen. Nimm gnädig an, das Opfer das wir bringen Crhöre unjer Feh’'n! Sieb uns entfeffelt die Winde zurück, Und an Troja’8s Geftad— (AdGhiles mit SGefolg erjdheint.) Chor der Thefjfjalier. Entflieht, fliehet all! und fürchtet den Zorn des Achill! Chor der Griedhen. Ha, umjonft wollt ihr fie beichüßen, Die Gottheit fordert ihren od! Achilles. Kommt her und wagt e8, fie meinem Arm zu entreißen! SIphigenie, DO Gottheit, empfange dein Opfer! Chor der Griechen. Die Gottheit verlangt ihren Tod, Und fhnell vollbracht fei jebßt ihr Wille, Klytemneftra, Meine Tochter! vo Achill 1 AHilles, Königin, fürchtet nichts! Chor der Griechen, Ha, umjonjt wollt ihr fie befHüben, A ihr Blut fivröme Hin! AdHilles, Kommt her und wagt e8, fie meinem Arm zu entreißen! Chor der Griedhen. ES treffe der Stahl jNnell das Opfer! - Fphigenie Inieend an den| & | Sphigenie und Klytemneftra, hr Götter, ach! IHüßet uns! Chor der Thefjalkier. trect die Kühnen hin in den Staub! Chor der Griedhen.' Schnell jei vollbracht der Gottheit Wille! EP n“ ( Caldas. Haltet ein! Achilles, Griechen ihr, Hört mid an, die Sötttin befiehlt, ich verfünde ihren Willen| Ener Gifer und Muth hat die Götter verföhnet; bei der Tugend der Tochter |und den Ihränen der Mutter wich ihr Zorn, mitleidsvoller | Huld. Der Unfterbliche Muth diefes Sohnes der Thetis zwingt |die Wuth der ewig Serechten zurüczuzieh’n das blutige Gebot, Sich’re Beichen verfünden uns die Gnade der Götter, Es | verzehrt fidh Der Hohitoß, der Altar ijt zerftört, der Wind |brauft in der Luft, das Meer thürmt fih und tobt, und nicht | mehr fern find eure Siege!! (Mit Chor.) HBetet an das Erbarmen, ad) und der Gottheit Huld, Agamemnon, Meine Tochter!° Iphigenie, DO mein Bater! Achilles. DO FJphigenie! Iphigenie, Achilles! Kiytemneftra, OD dıt, mir ach fo theuer! (Mit Agamemnon.) Noch einmal bift dur uns gejdhenkt, Sei nun das Glück des jungen Helden. Fphigenie. Süß ift eS wohl, doch ach, wie fchwer zu fajfen, fo auf einmal und unverhofft,. ja aus des Todes Hand neıt zu erwachen zu dem Höchften Glück, Quartett, (Fphigenie, Klytemneftra. Achilles u. Agamemnon.) Mein Herz kann das Maaß meines Glücks, Die Freude, fan die Luft kaum tragen, Kaum athın” ich, weldhe Wonne! All dahin find die Leiden Und unjrer hHarret Jüße Luft. Boll Mitleid Jah auf uns Der Gottheit Blig herab, | Hin bis zum Fuße ihres Thrones | Erjhalle heut des Dankes Lied. SchHlußhor.| Hin bis zum Fuße ihres Thrones Erihalle heut’ des Dankes Lied Und preijet laut der Liebe jüße Bande, Preift das Glück, das Liebenden blüht, Von der Götter gerechten Gnade| Sit ihr Slücg unjer erftes Pfand,| Dies Bündniß jei ein fichres Zeichen:| Es ijft der Sieg in unjrer Hand.| $inale des I. Aktes aus„Oberon“ v. Weber. Nezia, (Tochter des Kalifen von Bagdad,) (Recitativ.) Eil’, edler Held! hefreie dir die Braut, die deiner wartet| hier! Eh’ joll die Hand mir Tod verleih'n, al8 eines Andern| jein, denn dein! Sa, vo Herr, mein Heil, mein Leben, Nezia ift für ewig Dein! Liebe wußte wohl zu prägen Meiner Bruft dein Siegel ein, Sa, im Herzen ruht dein Bildniß, Dort beftimmt e$ ganz mein Loo08, Wie der Tropfen in der Tulpe Thaugetränktem Liebes1Hooß. ® Sa, o Herr, mein Heil, mein Leben, 26. 2C. Fatime, Stück! Freude! gerettet find wir in der Noth! Auf! er ift da ıtnd troßet fühn dem Tod. Rezia. Sagt ich’$ nicht? Duett. DO weldhes Slüd; Seine Nähe trag ih kaum, (Sie erträgt e$ faum), Hoffnung gab ihr mir(ihr) zurüc |(Die tung. | Tamara’$, feiner |(Tamara erfheint oben auf der Terrafie und Der Dämon. Phantaftijhe Oper von Ant. Rubinftein. 2ie Scene Des erfien Aktes, Handlung fpielt im Kaukafns in Grufien. Lichte AbendbeleuchAus dem Schlofie des Fürfen SGudal treten die Gefjfpielinnen Tochter; fie tragen Kriüge und fteigen fingend zum Hufe hinab.) Chor der Mäddhen, Täglich eilen wir im Fuge, Eh’ die Sonne niederfinkt, Bur Aragwa mit dem Kriutge, Wo die fühle FluthH uns winkt. Schau’n hinab vom grünen Strande Auf der Wellen eil’ge Flucht; Schau’n auf filberhellem Sande, Wie das Filhlein Nahrung Jucht. AH! Sejang.) Wiß’t, dort fchwimmt ein Meines Fijhlein, Sede aber fieht e& nicht, Sichtbar wird’s nur Einer jein, Die e$ liebt, mit der e8{pricht. Su der Tiefe wohnt das Fijchlein, Sein Balaft ift von Chryftall; Wen e8 liebt, den führt’$ hinein, Dort vergißt man jede Yıral, Tamar a. Liebe Mädchen, die ihr treulich mir vereint, Warum eilet ohne mich ihr zum Strand? Ha, wartet, ih fomme! jherzend zu den Mädchen, welche Waffjer fH&pfen 8))9P Sebet Acht, daß jorglos nicht zu lang am Ufer ihr verweilt! Sebet Acht, ob ihr das feine Fijhleinm Ddrunten nicht erblidt, mijcht fig in Viebe Hat erfüllt den Traum, Fatime, Ha, ha! Wartet nur, ih komme jchomn! (fie fteigt auch mit dem Kruge in der Hand hinab) „Schau’n hinab vom grünen Strande, Horch, Herrin, horh! Auf der Terrafje Bahn| Hört man IHon des Harems Wächter nah'n, Und fieh’ die Stflaven kommen acht, Weil Ihon zur Ruhe ruft die Nacht! Chor der Sklavinnen u. d. Haremswadhe: Auf der Wellen eil’ge Flucht; Schau’n auf filberhellen: Sande, Wie das Fijdhlein Nahrung Jucht.“ Chor der MähchHen. Dunkel ift eS Ihon und{pät, Und von jedem Minaret Stimmen zum Sebet fchon riefen, Die Lüfthen felbft ent]hliefen, Länger bleibt nicht hier am Ort! Hort zur Kuh, fort, fort, nur fort! RKRezia. Seele, froh in Fubelflängen, Wie Joll ich zurück dich drängen? Nur zu laut thıst dich ja fund Das glüh’nde; Aug’, beredter Mund! Daß dich nicht verrath’ ein Wort, dort zur Ruhe, fort, mur fort, Tamara. mehr jpielen und herzen mit euch! Der Dämon Was jehe ich! Gib nur Acht, daß forgloS nicht zu lang am Strande dur verweilft! Sieb nur Acht, daß dır das Keine Fijchlein drunten nicht erblicht! OD, theure Freundinnen, bald werd” ich nicht (erjheint auf dem Feljen, allen unfihtbar.) Mich verwirrt’ wie Träume von vergang’nem Slüc! | Holdjelig glänzt mir ihre Schönheit, ich jhau’ entzückt Dies |Jüße Bild! Chor En MädchHen(zu Tamara) AM ıur wie bewegt fie ift, Sie fie ängftlich ichaut, Sag’ warum erbleicheft dıt, Sag’, was dich erichreckt? 8 A Tamara, Ach, ih erbebe, Furcht ergreift mich, mir i{t bang! Nicht frei mehr athınet meine Bruft, als ob Sefahr mir abe wäre! Doch warum joll ich traurig fein, warum foll ich weinen, bald werd’ ih den Bräutigam liebend ja umfangen, Schweftern fommt, pflückt mit mir Blätter] muc und Hlüthen, Winden eilig laßt uns Kränze und Sunirlanden, So gejmüct wollen wir inbehnd ihn empfangen! Sicher ringt Allen er IHöne Feftgejchenke. Weun mich jhirmt feine Hand, fann fein Un glüc nahen, eder Tag bringt mir nur neue Liebeswonne, Sel’ger Traum, Jüßes Glück, jo vereint zu leben! SS die Welt einft zerfällt, ftirbt erft unire Liebe, AA Komm, geliebter, theurer Mann! Mädchen ı Wenn dıt auch von uns eilft In des Gatten Arme, Nie vergißt doch dein Herz | Uns die Iren dich Lieben, Tamara. Bald joll ich dich nun jeh’'n, bald umarın ich Dich, Ach, SGeliebter, wie fehn’ ich mid) nach dir, Chor der Heil dem Mann, den dur liebft, Hoch ift er zu preifen! Neidenswerth{ft tel vos! So geliebt zu jein, das{ft Schon der Himmel auf Erden! Mädchen. Dämon. Wie Ihön fie ift ir ihrem Slücke, Boll Adel Alles und voll Reiz! Und doch jo Findlich fröhlich noch! Dämon. Mein Kind, erblif ich dich, An ich zu neuer Wonne auf, Tamara, o liebe mich, denn feinem Andern gönn’ ich Dich! OD folge mir in meine Reiche, Ich bin des MetherS freier Sohn! Du meiner Liebe Königin, Sollit Herriherin der Welten fein! Tamara(fieht ih in größter Beftürzung um, und erblict auf dem| Heljen den Dämon, welcher bald darauf verfwindet.) 5 (Die Mädchen gehen fingend d Tantara, Dort auf dem Felijen er ftand, Himmliicdhes Licht ihn umfloß, Habt ihr ihır nicht felber gehört Was er gebrochen zu mir? Mädchen. Nein, Niemand ift dort! Tamara, Saht ihr ihn? MäddhHen, Wen, den Bräut’gam? Tamara, Nein, vo nicht ihn! Mädchen.. ie erzittert, wie wogt ihre Bruft! ift ihr Auge, die Wange erbleicht! Tamara. Hreundiunen! Habt ihr ihır nicht dort gejeh'n? Wunderbar tönte zu mir fein Sejang, Slühend draug jegliches Wort mir in’S Herz, DO, er verlprach mir gar himmlijdhe Kuft! Mädchen. Ah! jei ur ruhig! Tamara. Wenn er mur niemehr er[hiene vor mir! Mädchen. Laß das, fomm, dır träumeft nur! Willit dır uns erfchrecken? Nach Haufe fomm! Tamara, Eilet, IHuell fort von hier! Nach Hauje nur rajd)! Mädchen. Wir kommen! nach Haus’! e Feljenftufen wieder herauf in’$ Schloß.) Chor der Mädhdh en. Wiß’t, dort(Hwimmt ein golda’nes Fijchlein, Sede aber ficht es nicht; Sichtbar wird’8 nur Siner fein, Die es liebt, mit der es${pricht. u der Tiefe wohnt das Fijchlein, Sein Palaft ijft von Chryftall; Wen e$ liebt, den führt’$ hinein, Dort vergißt man joe Qual.“ Ah! Ein Mädchen(zu Tamara, weldhe zurücgeblieben und noch ftarr auf den Felfeu blidt.) Komm, wir geh’n, eS ijft wohl Zeit! Schon find die Mädchen weit voraus! Und fider hHarrt der Vater Dein, Sieh’ dort, jhon birgt die Sonne fich; ‚Komm doch mein Kind, eS ift IHon Jpät. Tamara(geht auch dem Schloffe zu, wendet fiH aber noch einige mal_nad dem Feljen, fih der leßten Worte des Dämon erinnernd:) |„Du, meiner Liebe Königin, | Solljt Herricherin der Welten fein!“ Mädchen, zu mir, herbei! Shor der MädhchHen. Was erjchreckt dich? Was geichah dir? Awei Quartette für Soloftimmen. Bon Joh$. Brahms, a) D fhöne Nacht! DO,[Höne Nacht! Am Himmel mährchenhaft Ergläuzt der Mond in feiner ganzen Pracht; Um ihn der Heinen Sterne Kiehliche SGenoffenfchaft, DO{höne Nacht! Es jchimmert hell der Zhau am grünen Halmı; Mit Macht im Fiederbujdhe[Hkägt die Nachtigall; Der Knabe fchleicht zu jeiner Liebhften facht. DO Ihöne Nacht! b) An die Heimath! Heimath! Wunderbar tönendes Wort! Wie auf befiederten Schwingen Biehft du mein Herz zu dir fort. Subelnd, als müßt’ ih den Gruß Segliher Seele dir bringen, Zrag’ ih zu dir meinen Fuß, Hreundliche Heimath! Heimath! Bei dem fanft Mingenden Ton Weden mich alte Gejänge, Die in der Ferne mich floh'ır; Kufen mir freudevoll zu Heimathlich Lodende Klänge: Du nur allein bift die Kuh’, Schüßende Heimath! Heimath! Sieb mir den Frieden zurüg, Den ih im Weiten verloren, Sieb mir dein blühendes Glück! Unter den Bäumen am Bach, Wo ih vor Zeiten geboren, Sieb mir ein[Hübendes Dach, Liebende Heimath! (Sternau.) Senz= und Siebeslieder. Bon Hans Huber. “Nr. 1 Chor. £iederfrühling. Der Lenz ift da Und fern und nah Siebt’8 neue Weijen und Lieder, Wie einft Merlin So lauf ih hin Und Alles jhreib’ ich nieder, | j Hoch in der Luft, Was die Lerche ruft, Was die Droffel Magt im Holunder, Was den Kofen all’ Die Nachtigall zlötet Sagen und Wunder, Was die Schlange flug Hhre Kinder frug Die im Sonnenlichte{qhillern; Was Hänfling und Fink Hm FJluge flint Einander zwitjhern und frillern. Was die Vögel gewußt, Die voll Wanderluft Aus dem Süden erft gefommen, Was im Walde tief Un Mährchen Ichlief, Hab- Alles, ANeS vernommen, Hab eS abgelaufcht Was lenzberaufcht Die SGlodenblumen Käuten: Lieder und Melodien, Wie Merlin Kann ih fie Deuten, (Zenthold.) Nr. 2, Chor, gändler. Du Lehrit mir den Rücken mit fchiefem Seficht, Sch fpringe in den Nekar drum nicht; Sejchnallt ift das Ränzdhen; der Stock ift zur Hand, Die Welt ift gar helle und offen das Land, Ade! Ade! € glühn wohl viele Sterne am himmlijchen Zelt, Es ziehen wohl viele Straßen an’S Ende der Welt; An jeglicher Straße fteht mannig ein Haus, Schaut immer ein freundlich’s Paar Augen heraus, Suchhe! Jucdhhe! (Z. Pfau.) Nr. 3 Tenor-Solo mit Chor, Abfhied. Hoch auf des Berges Sipfel, Da fteht meiner Liebjten Haus, Das jchaut über Waldeswipfel Su alle Welt hinaus, Das ift jo dd und traurig, Die Fenfter bliden Hohl; Die alte Linde[chaurig Hlüftert: Leb’ wohl! Ieb’ wohl! Einft Jah ih mein Lieb wie die Somne bb al’ den Zhälern ftehn, Da fonnte mein Herz voll Wonne Sein Glück nicht überfehn, Und jebt, fo weit ich fchaue Hinaus in’8s Abendlicht Ueber alle die tanjend Saue, Neberjdhau ich mein Elend nicht. (£. Pfau.) Nr. 4. Solo-Quartett, gändler. Mein Lieb ift eine Lerche Und fingt mit lautem Schall, Sie finget in dem Tag Hinein Das macht mir Burjhen große Pein; SO wollt’ mein Jüßes Liebchen Wäre eine Nachtigall. Die Nachtigall ift KHüger, Die finget in der Nacht, Der Tag das ift ein Ichlimmer Saft, Der läßt der Liebe feine Kaft, Der weckt viel Hundert Augen, Die Halten alle Wacht, Tein’s Lieb, dur mußt noch Lernen Den Nachtigallen|chlag; Mußt zwitjhern in den Tag hinein Mit mir im, ftillen Kämmerlein, Das ift ein Jüßres Liedel AS all der Sang bei Tag, (Z. Pfau.) Nr. 5, Chor der Männer, ) Voll Köthe ftund ihr Angeficht, Bei der ih war alleine; „SO Gherzte fie, fie wehrt fidh nicht, Bei der ich war alleine, OD Ouft! OD Leid! Ade! ich jheid’ Du Soldige, dur Meine! ' Und als fie früh am Lädlein{tand, Bei der ich war alleine, Sie weinend wohl ihr Haar aufband Sm ftillen Morgenjcheine! Und drückt voll Schmerz mich an ihr Herz Bis daß ich jelber weine! ES fteht ihr Herz voll Traurigkeit Bei der ich war alleine, Xaß ab vom Leid, dır füße Maid] Bei der ich war alleine! Bon Berg zu Thal viel taujend Mal Sedent ich dein, du Meine!(2. Ban.) Nr, 7, Dueit für Sopran und Alt. Fiebesflämmchen. Die Mutter mahnt mich Abends: „Trag Sorg’ zur Ampel Kind! Hüngft träumte mir vom Feuer, Auch weht ein wilder Wind.“ Das FJlämmehen auf der Ampel, 30 ih’ e& mit Bedacht, Das Licht in meinem Herzen Brennt durch die ganze Nacht, Die Mutter ruft mich Morgens: „Sind, hebe dich! S’ijt Tag!“ Sie pocht an meiner Thüre Dreimal mit{tarfem Schlag. Und meint fie habe graujamı Mid aus dem Schlaf gefchreckt, Das Licht in meinem Herzen Hat längft mich aufgewect, (SC, SF. Meder.) Nr. 8, Chor, aß deine Sichel raufchen, Wohl raufchen durch das Korn; Hör’ auf, hör’ auf zu weinen, Haft dur dein Lieb verlor'n. Die rothen und blauen Blumen, Sie raujdhen aufs breite Feld; Und Luft und Liebe raufhen, Wohl in die weite Welt, Die Hrünnlein und Bächlein raufchen Bis in das tiefe Meer; Die Wolfen und Winde raufhen, Wer weis wohin, woher, Laß deine Sichel raujchen, Laß raufdhen, dur armes Kind! Denn was da blikt und blühet Verraufjchet fo im Wind, (8, Pfau.) Nr. 9, Solo-Quartett, Die Füße zerriffen, verloren die Schuh’, 30 folge dem Lieb ohne RKaft und Ruby’, Der Kegen, der Hagel, der Sturm und der Schnee, Sie thun der treuen Liebe nicht weh! Mein Schaf ift ein frijdhes, ein junges Blut, Nichts weiß ih auf Erden 1o hold und jo gut, Shr Wort ft gar jüß, ihr Blic ift voll Slut, Sie ift das BVerließ, da mein Herze drin ruht, Sch liebe did Süße und finde nicht HKajt,| Der Wander|hritt des Lebens Der Nachtigall gleich auf dem Hagedornaft:| Sit noch ein leichter Zanz, Sie jchlummert, da{ticht fie der Dorn, fie erwacht, Sch gehe wie im Keigen Da fteigt fie zum Wipfel und fingt durch die Nacht, Mit einem frijihen Kranz. Chr 6 tp1te Qy Xp Oft bin ich der Nachtigall gleich und oft An AALEN FETT AHA Der armen Seel’ die Erlöfung hofft; A EN SOC TE Kein Herz hat gelitten jo viele Bein Seworfen aus den Zürten Um dich, mein Lieb, erbarme dich mein! Und jpielend aufgerafft: (£. Pfau.) Wohl manchen ließ ich welfen Noch vor der Mittagsglut, Nr. 10. Chor. Berriffen hab’ ih manchen Aus reinem Uebermuth. Schlußgefang. inweg Ddır dunkle Klage, (us all’ dem Licht und Glanz! en Schmerz verlorner Tage edeckt ein frijher Kranz. (S. F. Meyer.) Mit edlen Pu irpurröthen Mit hellem Amjelidhlag, Dit Kojen und mit Flöten Stolzirt der junge Zag. 5 eSSSSSSSSSÖSSSSSSSSSS © — {E' ALLGEMEINE MUSIKGESELLSCHAFT BaASseL. nn Sonntag, den 1. November 1885, Zweites ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE, unter Mitwirkung von Fräulein MARIE SCHMIDTLEIN(Alt) aus Berlin. ERSTER THEIL . Symphonie in A-dur.. ES: (Neu, unter Leitung des Componisten,) E — TET TTS > NV SVEN EV ZN, TS MS a) Allegro molto vivace. b) Andante tranquillo e sostenuto. c) Scherzo quasi una gavoltta( Allegretto), d) Allegro assai, non presto, S@SS SOSGsSss € Scene und Arie für Alt:„Ariadne auf Nax0S he ee tee a Neal gesungen von Fräulein Schmidtlein, ZWEITER THEIL Ouvertüre zum„Wasserträger“.. L. CHERUBINI. . Lieder mit Pianofortebegleitung, gesungen von Fräulein Schmidtlein. a) Gertrud’s Lied(aus Jul. Wolff’s „ Rattenfänger von Hameln“) F. von HOLSTEIN. bb) Suleika SCHUBERT. c) Der Nussbaum A AR. SCHUMANN: 5. Ouvertüre, Scherzo und Finale.. R. SCHUMANN. ; 6 © Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr. WED DZ ZZ u = Das dritte Abonnements-Concert findet Sonntag, den 415. November statt. K Die erste Kammermusik-Soiree findet Dienstag, den© 5. November statt.@ sSSS 1 Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel, Ariadne auf Naxos. Morgendämmerung. Ein wildes Meerufer von Klippen umgeben. Seitwärts in ler See entdeckt man das Schiff des Theseus, das sich mit vollen Segeln von der Insel entfernt.) Ariadne: Recitativ. Theseus, mein Leben! Du nicht hier? Wo flohst du hin? Nicht länger tragen kann dies mein zaghaft Herz die öde Stille. Schrecklicher Ahnung Flüstern hör’ ich aus den Klüften ertönen, Deine Gattin erbebt, Theurer, komm’, sieh’ meine Thränen! Arie: Theurer Gatte, ach, erscheine, Bringe Ruhe in dieses Herz. Sieh’ wie einsam ich hier weine, Komm’ und lind’re meinen Schmerz. Schaut herab, ihr guten Götter, Blickt voll Mitleid auf mich nieder, Ihr ja gabt mir dieses schwache Herz. Ach wo weilst du? Theseus! Recitativ: Doch zu wem red’ ich? Meine Klagen gibt Echo nur zurück! Theseus bleibt mir fern! Theseus gibt mir. keine Antwort; kein Lüftchen trägt zu ihm mein Seufzen, mein Rufen! Dort am Gestade hebt sich die Klippe gen Himmel! Auf ihrer Spitze entdeck’ ich ihn, wenn die Thäler ihn bergen. Wohl, ich erklimme sie! Ihr Götter! Ist’s möglich? was muss ich seh’n! das ist das Schiff der Griechen. Ha, wie sie eilen. Theseus! Er unter ihnen! Nein, es kann nicht sein! Und doch, er ist es; er flieht; Theseus verlässt mich, hier muss ich schmachten! Keine Hoffnung für mich, ich bin betrogen! Theseus, Theseus! Ach höre, höre mich! Ach Alles vergebens, die Fluthen, die Winde entreissen ihn auf ewig meinen Blicken! Dass mit gerechter Rache dir alle Götter folgten, Undankbarer! Mein Leben wagt’ ich, dich zu retten! Und du kannst mich verlassen! Und dein Versprechen, deine heil’gen Eide, wo sind sie? Verräther! kannst du sie vergessen?— Wohin mich wenden? Wo Mitleid finden, da Theseus mich verlässt? Mein Blut erstarrt, mein Fuss, er wanket, Nacht verhüllt mein brechend Auge; dunkler wird die Nacht; bald ist’s vorüber! Arie: Götter, o lasst mich sterben, Zum Unheil nur erkoren; Alles hab’ ich verloren, Was soll das Leben mir! Oeffne die trüben Gründe, Birg mich in deine Schlünde, Da nirgends Trost ich finde, Heiliges, ewiges Meer; Verbirg mich Arme, birg mich, Heiliges, ewiges Meer. Gertrud’s Lied. Immer schaust du in die Ferne, Sprachst zu mir mit Händedrücken= Wie die Wolken flieh’n,„Kind, die Welt ist weit“! Wie am Himmel gold’ne Sterne Und ich gab dir bis zur Brücken Ihre Bahnen zieh’n. Weinend das Geleit. Und die hohen Wipfel locken Rosen hab’ ich dir gebrochen, Dich bergauf, bergab, Wie der Dorn auch sticht, Knabe mit den dunkeln Locken| Was beim Abschied du versprochen, Nahmst den Wanderstab. OÖ, vergiss es nicht. Hat ja nimmer dich gelitten} Ach, verweht sind Wort und Lieder In des Vaters Haus, Und verrauscht das Glück; Stürmtest fort mit raschen Schritten| Brauner Knabe, kehrst du wieder An dem Hut den Strauss. An mein Herz zurück? (Jul. Wolff.) Suleika, Was bedeutet die Bewegung? Bringt der Ost mir frohe Kunde? Seiner Schwingen frische Regung Kühlt des Herzens tiefe Wunde, Kosend spielt er mit dem Staube, Jagt ihn auf in leichten Wölkchen, Treibt zur sichern Rebenlaube Der Insekten frohes Völkchen. Lindert sanft der Sonne Glühen, Kühlt auch mir die heissen Wangen, Küsst die Reben noch im Fliehen, Die auf Feld und Hügel prangen. Und mir bringt sein leises Flüster n Von dem Freunde tausend Grüsse, Eh’ noch diese Hügel düstern Grüssen mich wohl tausend Küsse. Und so kannst du weiter ziehen, Diene Freunden und Betrübten, Dort, wo hohe Mauern glühen, Find’ ich bald den Vielgeliebten. Ach! die wahre Herzenskunde, Liebeshauch, erfrischtes Leben Wird mir nur aus seinem Munde, Kann mir nur sein Athem geben! (Gethe,) Der Nussbaum. Es grünet ein Nussbaum vor dem Haus, Duftig, Luftig Breitet er blättrig die Aeste aus. Viel liebliche Blüthen stehen d’ran; Linde Winde Kommen, sie herzlich zu umfahn. Es flüstern je zwei zu zwei gepaart, Neigend, Beugend, Zierlich zum Kusse die Häuptchen zart. Sie flüstern von einem Mägdlein, das Dächte Nächte, Tagelang, wusste, ach! selber nicht was. Sie flüstern, wer mag verstehen so gar Leise, Weise? Flüstern vom Bräut’gam und nächstem Jahr, Das Mägdlein horchet, es rauscht im Baum; Sehnend, Wähnend Sinkt es lächelnd in Schlaf und Traum. (Jul. Mosen.} CT ZT ALLGEMEINE MUuSIKGESELLSCHAFT Basen. DEN E. Sonntag, den 15, November 1885 Drittes ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE, unter Mitwirkung von Herrn PABLO DE SARASATE. ERSTER THEBIL . Symphonie(Nr. 4, B-dur)... L. van BEETHOVEN. a) Adagio, Allegro vivace. b) Adagio, c) Allegro vivace, d) Allegro ma non troppo. . Concert für Violine(Nr. 1, G-moll) M. BRUCH. vorgetragen von Herrn P,deSarasate, a) Vorspiel. 5) Adagio. cc}. Finale. ZWEITER TEEIL . Serenade für Streichorchester( E-dur, Op. 2) 2. NEE A DVORAK. (Zum ersten” Male.) a) Moderato, b) Tempo di Valse, c) Larghettos d) Finale, Allegro vivace, . Solostücke für Violine: a) Habanera Nr. 2(IV. Heft TeSpn nischer Tänze)„= P. DE SARASATE. b): Mazurka... A. ZARZYCKI. vorgetragen von Herrn P. deSarasate. „ Ouvertüre zu Ruy Blas.... FF. MENDELSSOHN. Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr. Das vierte Abonnements-Concert findet Sonntag, den 29. November statt. Das Concert zum Besten der Orchester- Wittwen- und Waisen-Casse findet Sonntag, den 22. Nov. statt. Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel, EINUNDDREISSIGSTE AUADAUAUKKUKKKUAUNUUNTENUUUMUULGG CÄCILIEN-FEIER!| SAUURLELKRKDADUAKKKUKAUADUNURUUKKUDUUKUKUKKUNUKLETUUHUKTUUELEUUUUNN AUADAUKDANDANDAUADUKNKHUUERUNTLLUANEUEUGN BASLER LIEDERTAFEL Samstag, 21. November 1885. BASEL BUCHDRUCKEREI VON FRANZ WITTMER 1885. DZ+ YE am N AUAEUAUENETENEUENEHEHEUEUETETEUUUUNEUUUNUTUUUE UEEZENTEEUTANNTUUTUUTLTUTTTUNLANNN AUUMLANLUAN LEE AO re. Pa PT m I. 1. Chor: Cäcilienlied . Allgm. Chor: Dem Vaterlande mit Harmoniebegleitung HL. 3. Harmoniemusik: Einzugsmarsch aus „Tannhäuser“ 4. Chor: Waldmorgen. 5. Herr Hans Wäffler: a. Hochzeitlied b. Heinrich der Vogler 6. Quartett: a. Still ruht der See b. Jägers Morgenbesuch 7. Chor: a. Spinn, spinn! b. Liedesfreiheit: 8. Duett: a. Schneeglöcklein tut läuten b. Heidenröslein 9. Herr Gustav Brändlin: a. Dein Angesicht b. Geisternähe In. 10. Doppelquartett: a. Lied eines fahrenden Gesellen b. Trinklied Den 11. Harmoniemusik: Potpourri aus „Preciosa“ ar 12: Chor: a. Hei lustger Ritt b. Fingal und Ossian c. Der vernagelte Bua 13. Allgm. Chor: Mein Lebenslauf mit Harmoniebegleilung 14. Harmoniemusik: Die türkische Scharwache Et A PROGRAMM. = ”. Flemming. F. Abt. R. Wagner. C. J. Brambach. C. Löwe. H. Pfeil. Hugo Jüngst. Hugo Jüngst. H. Marschner. Bernh. Scholz. S. Jadassohn. R. Schumann. Schumann. V. E. Becker. Sturm. M. von Sturm. K. Reinecke. Th. Koschat. Weber. Volksweise. (. Michaelis. Toaste sind beim Präsidenten anzumelden. Es wird Jedermann ersucht, vor Schluss der zweiten Abteilung nicht zu rauchen. Jr. CÄCILIENLIED. F. Flemming. Nur in des Herzens heilig ernster Stille Kann erst das Leben schöner sich gestalten: Nur wo der Eintracht sanfte Geister walten, Stärkt sich der Wille. Eintracht und Liebe halten uns zusammen. Wie auch im Wechsel steigt und fällt das Leben. \ufwärts die Blicke! Kräftigt euer Streben. Wahret die Flamme! Rastlos und fröhlich treiben unsre Blüthen: Wenn schon der Jugend Sterne abwärts zogen, Winken sie freundlich doch von fernen Bogen Ruhe und Frieden. Chr. Schulz. Allgemeiner Chor mit Harmoniebegleitung DEM VATERLANDE. F. Abt. Nimm deine schönsten Melodien Aus tiefster Brust hervor, Lass sie dein Sinnen aufwärts ziehen, Du Schweizer Männerchor! Dem Vaterland soll’s klingen, Das Sängerwort, Soll durch die Wolken dringen Zum Vaterort. Geb’ Gott dir seinen goldnen Frieden, Du liebes Vaterland; Doch den nicht, den die Herren schmieden Am fetten Opferbrand. Auf Treu’ sei er gegründet, Auf Menschenrecht: Das, Brüder, das verbindet Ein frei Geschlecht. Dich so zu schauen, so zu grüssen, Ist deiner Söhne Lust. Nimm diese Wünsche, wie sie fliessen Aus tiefbewegter Brust. Zur Weihe lass dir bringen Die treue Hand, Dir unser Herz und Singen, O Vaterland! J. J. Sprüngli. IL. Harmoniemusik. Eınzugsmarsch aus«Tannhäuser>». > R. Wagner. WALDMORGEN. C. J. Brambach. Zs ist so still die Maiennacht, So still des Waldes Hallen; Im Grunde kühl der Bach nur wacht, Tät still vorüber-wallen. Es nicken die Blumen leise im Traum Von gold’nen Tagen rauscht’s im Baum So leise, heimlich und sacht. Horch, eine Amsel in hellem Ton Weckt durch des Waldes Schweigen: j 91121529) SUT‘YOoMNS Sep ul‘1199 SU aIl?H UaYyUPUOW Jap 199 YoISEI WNIG ‘JYdEWS IJ9SSIG[YOM SHE JEY UISION IT "YIEIGITOA JIWWTYyIS YIOU IYIULW YIOP YoM ‚GqEY OS "Yan* € IY9EN U9YyDNSGIdY Jdp UI UNY] NZ dIEM SEA “19WWIZ Ip De Yoaanıp UaLWWWOY IS ‘SNEUIY apuIAM 91p UaYydız ep Ja3sUa-7 NZ j JaWWITYS Np ISapUH dYyISIWIRFI SEC sneH nz np ISIq Ep‘UPPEIH‘UunNu Np 3SI1q LG ‘U9q01SJ3Z 3qEH PUN JaUdIQ YIOG ‘U9q0O UI9[ISSQIYIS US Id PULJ LG ‘83138 UTaJaSSQH WOA dsNEH NZ Id SIE pun ‘8916 uaSıuueLW YdaINp UaNMNSdaS UaIYyHA DZ Say UaSıNay WI JaUal YdIS HEY UNN “3SNEWYISIG‘UDIJYEWIdA DINAY UI ‘UI UaSıjas Sap JMUM Udp IYI OM EG ‘JaSNEYaS dSSOJYIS Wop UI JdIY JS ‘0193 OS U9jeIC) WOA UdaBES puN UdSUls JIAA "9AMOT"D CA LLHZHOOH V A j UI9S 1990798 1108 1109 : SUeJUd PA 9Ip 308UIs pun 1o8UNNM SE ‘Sue[M U19 Is!‘UaSUIS UM ISI SE : UISUIMYIS UIMDIOJ) Oj[E YIIS U19} pPUunN ssns UazJoH Wap UI punN ‘uaSUuIs NZ YINE UdaUUNSSC *ul9Jep UJ9} UdSUNN UaMDOrN puN j UOABP JUDEN Ip J0YdIH OS ‘ssıns 0S‘Jne] os aNEI9 Jop UI SeIyaS ‘ssnJ8 JawwWIH Uap‘94dI7 O0‘soduA ‘U9S19U YdDIS 111 TojdıMm 19G ‘UOYIS UISO WI JoYNIS Sd“JOJeJYIS UI Und als er im willigen Schlummer so lag Bewegt es sich unter dem Bette, Die Ratte, die raschle so lange sie mag Ja, wenn sie ein Bröselein hätte! Doch siehe! da stehet ein winziger Wicht, Ein Zwerglein so zierlich mit Ampelen-Licht, Mit Redner-Gebärden und Sprecher-Gewicht Zum Fuss des ermüdeten Grafen, Der, schläft er nicht, möcht’ er doch schla Wir haben uns Feste hier oben erlaubt. Und weil wir dich weit in der Fernc geglaubt. So dachten wir eben zu prassen. Jnd wenn du vergönnest un« So schmausen die Zwerge, be Zu Ehren der reichen, der wenn dir nicht graut der Graf im Behagen des Bedienet euch immer des Raumes )a kommen drei Reiter, sie reiten hervor, Die unter Dann fol »ossirlicher kle dem Bette gehalten; singendes klingendes Chor Gestal Ind Wagen auf Wagen mit allem Geräth Dass einem so Hören als Sehen vergeht Wie’s nur in den S Zuletzt auf vergoldetem Wagen el Öössern der Könige steht Die Braut und die Gäste getrageı So rennet nun Alles in vollem Galopp ;! 1| DZ 1 und geigt es und klinget un« | schleift es und rauschet und wirrt Nun dappelt’s und rappelt’s und klappert’s im Saal Von Bänken und Stühlen und Tischen, Da will nun ein°r am festlichen Mahl Sich neben dem Liebchen erfrischen: Sie tragen die Würste, die Schinken so klein Und Braten und Fisch und Geflügel herein; 1 ;s kreiset beständig der kös stliche Wein; Das toset und koset so lange, Verschwindet zuletzt mit Gesange. ind sollen wir singen was weiter geschehn, So schweige das Toben und Tosen. Denn was er, so artig, im Kleinen gesehn, Erfuhr er, genoss er im Grossen. Trompeten und klingender singender Schall, wall, } K jnd Wagen und Reiter und bräutlicher Scl Sie kommen und zeigen und neigen sich al Unzählige, selige Leute. So ging es und geht es noch heute Goethe. HEINRICH DER VOGLER. C. Löwe. lerr Heinrich sitzt am Vogelherd echt froh und wohlgemut: ] all! Der Lerche Sang, der Wachtel Schlag Die süsse Nachtigall h schaut so fröhlich drein: „Wie schön ist heut die Welt! Was gilt’s, heut gibt's’nen guten Fang!* lugt zum Himmelszelt. Er lauscht und streicht sich von der Stirn Das blondgelockte Haar: „Ei doch, was sprengt denn dort herauf Für eine Reiterschar? Der Staub wallt auf, der Hufschlag-dröhnt, Es naht der Waffen Klang: „Dass Gott! Die Herrn verderben mir Den ganzen Vogelfang!“ Ei nun! was gibt’s? Es hält der Tross Vorm Herzog plötzlich an: Herr Heinrich tritt hervor und spricht; „Was sucht ihr, Herrn? sagt an!“ Da schwenken sie die Fähnlein bunt Und jauchzen:„Unsern Herrn! Hoch lebe Kaiser Heinerich, Des Sachsenlandes Stern!“ Sich neigend knien sie vor ihm Und huldigen ihm still, Und rufen, als er staunend fragt: „’s ist deutschen Reiches Will Da blickt Herr Heinrich tief bewegt Hinauf zum Himmelszelt: „Du gabst mir einen guten Fang! Herr Gott, wie dir’s gefällt!* N. Vogl. STILE RÜHT- DER SEE: Heinrich Pfeil. y Still ruht der See! Die Vögel schlafen, Ein Flüstern nur, du hörst es kaum. Der Abend naht, nun senkt sich nieder Auf die Natur ein süsser Traum. Still ruht der See! Durch das Gezweige Der heil’ge Odem Gottes weht; Die Blümlein an dem Seegestade, Sie sprechen fromm ihr Nachtgebet. Still ruht der See! Vom Himmelsdome Die- Sterne friedsam niederseh’n. O Menschenherz, gib dich zufrieden; Auch du, auch du wirst schlafen geh'n! H. Pfeil. JAGERS MÖRGENBESUCH. Aus dem ı5. Jahrhundert, bearbeitet von Hugo Jüngst, Es taget vor dem Walde; Steh’ auf, Gretelein! Die Hasen laufen balde, Steh’ auf, Gretelein! Holde Maid, Hallo! Du bist mein, ich bin dein! Der Vöglein Lieder schallen; Steh’ auf, Gretelein! Bald wird der Jagdruf hallen, Steh’ auf, u.:s. w. Die Nacht naht ihrem Ende; Steh’ auf, Gretelein! Den Morgengruss ich sende, Steh’ auf, u. s. w. SPINN! SPINN! Aus dem Schwedischen, nach einer esthländischen Volksweise bearbeitet von Hugo Jüngst. Mägdlein hielt Tag und Nacht Traurig an dem Spinnrad Wacht; Draussen rauschend’s Wasser sprang. Saust’ der Wind und’s Vöglein sang. — 10— „Röslein man holt im Hag, Mich doch Niemand holen mag! Zeiten flieh’n— nein, dieses Jahr Führt mich Keiner zum Altar!“ „Spinn, spinn, spinn, Tochter mein, Morgen kommt der Freier dein!“ Mägdlein spann, die Träne rann, Nie doch kam der Freiersmann. Uebertragen von Herm. Gräser. LIEDESFREIHETT, H. Marschner. Frei wie des Adlers mächtiges Gefieder, Erhebe sich zur Sonne der Gesang, Und ungehindert, wie des Sturmes Dran Ergiesse sich der Strom der Lieder. y S; Denn in der Freiheit nur gedeiht das Schöne, Nur fessellos ergreift es das Gemüt: Wie uns das Reich des Lenzes frei umblüht. Umwog uns auch das Reich der Töne. Dann ruht der Himmel auf der Lieder Schwingen, Das Höchste, was die freie Seele kennt, Die freudig sich vom Druck des Staubes trennt, Zum Aetherzelt empor zu dringen. SCHNEEGLÖCKCHEN TUT LÄUTEN. Bernhard Scholz. Schneeglöckchen tut läuten: Kling, ling, ling! Was hat das zu bedeuten? Ei, gar ein lustig Ding! Der Frühling heut geboren ward, Ein Kind der allerschönsten Art: 11 Zwar liegt es noch im weissen Bett, Doch spielt es schon so wundernett. Drum kommt, ihr Vögel, aus dem Süd Und bringet neue Lieder mit! Ihr Quellen all, Erwacht im Tal! Was soll das lange Zaudern? Sollt mit dem Kinde plaudern. Maiglöckchen tut läuten: Bim, bam, bam! Was hat das zu bedeuten? Frühling ist Bräutigam; Hält Hochzeit mit der Erde heut Mit grosser Pracht und Her Wohlauf denn, Nelk’ und Tulipan Und schwenkt die bunte Hochzeitfah'n, Du Ros’ und Lilie schmücket euch, Brautjungfern sollt ihr werden gleich! Ihr Schmetterling’ Sollt bunt und flink Den Hochzeitreigen führen, Die Vögel musiziren. Blauglöckchen tut läuten: Bim, bim, bim! Was hat das zu bedeuten? imm Heut’ Nacht der Frühling scheiden muss Drum brit Ach, das ist gar zu scl man ihm den Abschieds Glühwürmchen z mit Lichtern hell Es rauscht der Wald, es klagt der Qu Dazwischen singt mit süssem Schall Aus jedem Busch die Nachtigall Und wird ihr Lied So bald‘ nicht müd: Ist Frühling auch schon ferne, Sie hatten alle ihn so gerne. R. Reinick. — MB— HEIDENRÖSLEIN. S. Jadessohn. Sah ein Knab’ ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, War so jung und morgenschön, Lief er schnell-es nah zu sehn, Sah’s mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. Knabe sprach: Ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein sprach: ich steche dich, Dass du ewig denkst an mich, Und ich will’s nicht leiden. Röslein u.S; W... Und der wilde Knabe brach ’s Röslein auf der Heiden; Röslein wehrte sich und stach, Half ihr doch kein Weh und Ach, Musst’ es eben leiden. Röslein u. s. w. Goethe. DEIN ANGESICHT. Rob. Schumann. Dein Angesicht so lieb und schön, Das hab’ ich jüngst im Traum gesehn. Es ist so mild und engelgleich, Und doch so bleich, so schmerzenreich. Und nur die Lippen, die sind roth; Bald aber küsst sie bleich der Tod, Erlöschen wird dies Himmelslicht, Das aus den frommen Augen bricht. 13 GEISTERNÄHE. Rob. Schumann. Was weht um meine Schläfe wie laue Frühlingsluft, Was spielt um meine Wangen, wie süsser Rosenduft? Es ist dein holder Gedanke, der tröstend mich umspielt, Es ist dein stilles Sehnen, was meine Schläfe kühlt! Und was wie Harfenklänge um meine Sinnen schwirrt, Mein Name ist’s, der leise von deinen Lippen irrt. Ich fühle deine Nähe! es ist dein Wunsch dein Geist, Der mich aus weiter Ferne an deinen Busen reisst, HN. LIED EINES FAHRENDEN GESELEEN. V. E. Becker. Bin ein fahrender Gesell, Kenne keine Sorgen! Labt mich heut der Felsenquell, Tut es Rheinwein morgen! Bin ein Ritter lobesam, Reit’ auf Schusters Rappen, Führ’ den lockern Zeisighahn Und den Spruch im Wappen: Lustig Blut und leichter Sinn! Hin ist hin! Meister Wirt, darfst heut nicht ruh'n! Schlag heraus den Zapfen! Back, Frau Wirtin, mir ein Huhn Und zum Nachtisch Krapfen! Was ich heut nicht zahlen kann, Zahlen will ich’s künftig! Darum schreib’s mit Kreide an, Wirt, und sei vernünftig! — A Wein’ dir nicht die Auglein trüb Mägdelein, vor Trauer; Fahrender Gesellen Lieb’ Ist von kurzer Dauer; Fahrender Gesellen Lieb’ Endet vor den Toren; Wein’ dir nicht die Auglein trüb. Hast nicht viel verloren. Kommt ein Stern mit einem Schwanz Will die Welt zertrümmern, Leiert euern Rosenkranz; Mich soll’s wenig kümmern! Wird dem Weltenbrand zum Raub Berg und Wald und Heide, Wird das Wirtshaus auch zu Staub, Schwarzes Bre Rud. Baumbach.,. TRINKLIED. Wilh. Sturm. So lang ich noch am grünen Rhein Ein volles Fass seh’ winken, Muss ich von seinem Feuerwein, Ob früh ob spät auch, trinken. Und schwatzt die Welt auch dies und das, Ich sag’: in vino veritas. Drum schenkt uns ein das goldne Nass: Nur eins ist Und lass n fest halt’ ich dran nicht verstreiten, Das ist: ein ächter deutscher Mann Liebt auch sein Glas zu Zeiten. Als wackrer Tri nker ist bekannt und. Land. frisch zur Hand, Von nun an bis in Ewigkeit Lasst euch den Trank behagen; So lang ihr Rebenfreunde seid, Hat’s weiter nichts zu sagen. Nicht bangt vor Gicht und Zipperlein, Hei, Hei! Gesundheit perlt im Wein. Drum, Brüder, frisch, schenkt ein, schenkt ein Fort, fort mit Grill'n und Klagen! H. J. Frauenstein, Harmoniemusik. Potpourri aus«Preciosa K. M. von Weber. HEIL, LUST’'GER RITT. DERCH'S WALDGEHEG Wilhelm Sturm. lei, lust’ger Ritt durch’s Waldgeheg! Die Vögel flattern und singen, nd über die Büsche und über den Weg die fleckigen Hirs springen Is schäumt und rauscht der Waldesborn, Is spielt der Wind in den Blättern, J)er Reiter nimmt sein Helfanthorn nd lässt es lustı sch Halli, Hallo, der Wald Wird schöner mit jedem Ss steigt der Königsadler hoch 3is über die.eis’gen Firnen; Doch heimliche Minne steigt höher noch Und kost mit des Himmels’ Gestirnen. 16 Mir ist's, als hörte ich fort und fort Mich Engelsflügel umrauschen; Nicht um den Nibelungenhort Möcht’ ich mein Glücke tauschen. Ich habe geküsst zu trauter Stund’ Die junge Königinne, Getrunken hab’ ich von ihrem Mund Den sel’gen Trank der Minne. Rud. Baumbach. FINGAL UND OSSIAN. Karl Reinecke. Der Morgen bestrahlte mit rötlichem Glast Eiona, den schottischen Königspalast, Da sass Fingal, der Vater, Bei Ossian, dem Sohn; Fingal plagt der Kater, Ossian trank Rotspohn. Als der Abendstern blinkte Fern über Ben Nivis, Sprach Fingal: Mir scheint, Dass mein Sohn etwas schief is. Der zweite Morgen mit rötlichem Glast Bestrahlte Eiona, den Königspalast. Da sass Fingal, der Vater, Bei Ossian dem Sohn; Ossian plagt’ der Kater, Fingal, der trank Rotspohn. Als der Abendstern blinkte Fern über Ben Nivis, Sprach Ossian: Mir scheint, Dass mein Vater jetzt schief i 17 Zum dritten Mal prangt im rötlichen Glast Eiona, der schottische Königspalast. Da sass Fingal, der Vater, Bei Ossian, dem Sohn. Fingal plagt’ der Kater, Ossian trank Rotspohn. Als der Abendstern blinkte Fern über Ben Nivis, Sprach Fingal: Mir scheint, Dass mein Sohn wieder schief is! Und so weiter, bis an beider Helden seliges Ende. DER VERNAGELTE BUA. Mit Benützung eines kärntnerischen Volksliedes. Thomas Koschat. Die Lisi von Gmanwirt Wollt’ an Jager zum Mann; I denk mir: probirst es, Fang z’jagern g’schwind an. Han Böcklan derschossen Und Gamslan"lei gnua; Doch wia i zu ihr kum, Schlagt’s die Tür vur mir zua. A so a so a so a Diandle, A so a so a fein’s, A so a so a liab’s Teufele Is kan’s als wia mein’s. Dann han i mir vurg’numm’ A Gartner zu wer'n, Weil d’Leut allweil g’sagt han, Die Blüamlan hätt’s gern. I bind ihr an Buschen So gross wia mei Huat. I gib ihr’n, sie riacht'n Und sagt nix als: schon gual! A so a s0. U. Ss: W. 18 Drauf hat’s wieder g’hassen, An Fischer möcht’s han. I denk mir: wart, Falsche, Hiaz schmirst di doch an. I bring ihr bald Salbling, Bald Karpfen mit z’Haus. Z’lerzt will’s gar an Stockfisch:; Na, hiaz war’s aber aus. Denn so a so a so a Schlanker]. A so a so a klan’s, A so a so a z’nicht's Teufele Is weit umer kan’s. Th. Koschat. Allgemeiner Chor: mit Harmoniebegleitung. MEIN LEBENSLAUF. Mein Lebenslauf ist Lieb’ und Lust Und lauter ‚Liederklang; Ein frohes Lied aus heitrer Brust Macht froh den Lebensgang. Man geht bergaus, man geht bergein, Heut g’'rad und morgen krumm; Durch Sorgen wird’s nicht anders sein; Was kümmr’ ich mich darum! Heida! juchhe! Drum kümmr’ ich mich nichts drum! Die Zeit ist schlecht, mit Sorgen trägt Sich schon das junge Blut; Doch wo ein Herz voll Freude schlägt, Da ist die Zeit noch gut Herein, herein, du lieber Gast, Du, Freude, komm zum Mahl! Würz uns, was du bescheret hast, Kredenze den Pokal! Heida u. sw. 19 Weg, Grillen, wie’s in Zukunft geht, Und wer den Szepter führt! Das Glück auf einer Kugel steht Und wunderbar regiert. Die Krone nehme Bacchus hin, Nur der soll König sein! Und Freude sei die Königin, Die Residenz am Rhein! Heida u. s. W. Beim grossen Fass zu Heidelberg, Da sitze der Senat, Und auf dem Schloss Johannisberg Der hochwohlweise Rat. Der Herrn Minister Regiment Soll beim Burgunderwein, Der Kriegsrat und das Parlament Soll beim Champagner sein! Heida u. s. w. So sind die Rollen ausgeteilt, Und Alles wohl bestellt; So wird die kranke Zeit geheilt, Und jung die alte Welt. Der Traube Saft kühlt heisse Glut, Drum leb’ das neue Reich, Ein Zechersmut, ein wahrer Mut; Der Wein macht Alles gleich. Heida u. s. W. 8 Aug. Mahlmann 1808. Harmoniemusik. Die türkische Scharwache. G. Michaelis. SE sa NG x* AR* sata X Y tete// x/ elta et KÄAOMOAOMOAAHAHON Aünde ihre N O Jahren. N | | mn Frau Sodalitia, vor ERSONEN: D LZeıt: asilius Rhenanus € At Asclepius Justus Sophus Sospita Alma, dess Theophilus B F— mal DD v2 > = < SB m > < Se Satan WWATWETYANTANE 7 Ta 7 7(TAYTAYTAYTATTATTATT OR NOACKOOT 78) SAOKONOKONON SO OS FON NS UN 7 Ss ZU NEU SAALE Cantus der Studenten hinter der Scene Mel.: Bemooster Bursche u.s. w. Leb’ wohl, du Frau am grünen Rhein, ade! Es muss von dir geschieden sein, ade! Wir ziehen mit den Musen fort, Und suchen einen andern Hort. Ade, ade, ade, Ja Scheiden und‘ Meiden thut weh! In deinen Räumen wirds nun stumm, ade! Kein Leben, kein Collegium! ade! Der treue Rhein nur‘ flüstert sacht Dir Beileid zu in stiller Nacht! Ade, u. s. W. Wir, denen Obdach du gewährt, ade! Die du mit Geisteskraft genährt, ade! Die unter deiner Hut gedieh'n, Wir wandern, wissen nicht wohin. Ade, u. S. w. Doch trag’ uns Wind und Welle fort, ade! Wohin es sei— von jedem Ort, ade! Schweift unser Sinn zurück zum Rhein, Und unvergessen sollst du sein. Ade, u. 8. w. O theure Stadt, den schönsten Stein— ade! Verlierst du aus der Krone dein, ade! Fügt eine Hand ihn wieder ein, Sie soll”’von uns gepriesen sein. Ade, u. S. w. Doch keine Hoffnung ferne blinkt, ade! Des Todes Schaale, sinkt und sinkt, ade! Leb’ wohl, du Frau. am grünen. Rhein, Es muss von dir geschieden sein! > Ade, u. S.w. Cantus der Studenten (auf der Scene) Mel.: Integer vite u.s.W. Salve, quz leti tenebris remotis Viribus mater recreata Surgis Integris tristemque Acheronta mutas Lumine divo. Iterum salve, decus o perenne, Alma qug nutrix subolem parensque Lacteo pulcri cupidamque veri Rore beabis. In dies pollens magis, exstitura, Clarior fama speciosiorque Laudibus forma juvenumque ocellis Jam placitura. Ambiit multa prece quattuor te Plus abhinc saclis procus invidendam Virginem justis tenuitque vinclis Accola Rheni. Sed tibi rugas seniumque tempus Attulit longum speciemque languor Decoloravit tremulamque egestas Saeva peremit. Sospiteg donec renovata dote Florida vitam repetis juventa, Hoc die rursus face conjugali Nupta marito. Vivite, et vivat thalami propago Multiplex vestri, decorans parentes, Fceederi sancto quot adestis omnes Plaudite testes. Sospitam Sodalitiamque, largam Pronubam, qua conjugium fovebat, Laudibus dignis celebrate: vivat! Crescat, in zvum! ALTE WEISEN. Zur Erinnerung an schöne Zeiten und zur Erheiterung geselliger Stunden. JUBELFEIER ACADEMISCHEN GESELLSCHAFT 26. NOVEMBER 1885 BASEL. DEM VATERLAND. Rufst du, mein Vaterland? Sieh’ uns mit Herz und Hand all’ dir geweiht! Heil dir Helvetia! Hast noch der Söhne ja, wie sie Sankt Jakob sah, freudvoll zum Streit! Da wo der Alpenkreis nicht dich zu schützen weiss, Wall dir von Gott, stehn wir den Felsen gleich, nie vor Gefahren bleich, froh noch im Todesstreich, Schmerz‘ uns ein Spott. Frei, und auf ewig frei! ruf” unser Feldgeschrei, hall’ unser Herz! Frei lebt, wer sterben kann, frei, wer die Heldenbahn steigt als ein Tell hinan, nie hinterwärts! © GAUDEAMÜUS IGITUR. Gaudeamus igitur, Juvenes dum sumus; Post jucundam juventutem, Post molestam senectutem, :,;: Nos. habebit. humus.::,: Ubi sunt qui ante nos In mundo fuere? Vadite ad superos, Transite ad inferos, z,: Ubi jam fuere. 1: Vita nostra brevis est, Brevi finietur. Venit mors velociter, Rapit nos atrociter, :;: Nemini parcetur.':,; Vivat academia, Vivant professores! Vivat membrum quodlibet, Vivant membra quelibet, 3: Semper sint. in Aore!:,: Vivat et respublica, Et qui illam regunt! Vivat nostra civitas, Macenatum caritas, a: Qui nos hic protegunt!:,:; Vivant omnes virgines, Faciles, formose! Vivant et mulieres, Tenerzx, amabiles, z: Bone, laboriose!.:,: Pereat tristitia! Pereant osores! Pereat diabolus, Quivis antiburschius, 1: Atque irrisores!.:,: HE :;;: Stosst an! Basel soll leben, hurrah hoch!:,: Die Philister sind uns gewogen meist, sie. ahnen im Burschen, was Freiheit heisst.:,: Frei ist der Bursch!:,: :;: Stosst an! Männerkraft lebe, hurrah hoch!:,: Wer nicht singen, trinken und lieben kann, den sieht der Bursch voll Mitleid an.:,: Frei ist der Bursch!::,: z,: Stosst an! Frauenlieb’ lebe, hurrah hoch!:,: Wer des Weibes weiblichen Sinn nicht ehrt, der hält auch Freiheit und Freund nicht werth.:,: Frei ist. der Bursch!.:,:; :,: Stosst an! freies Wort lebe, hurrah hoch!:,: Wer die Wahrheit kennet und saget sie nicht, der ist fürwahr ein erbärmlicher Wicht.:,: Frei ist der Bürsch!:,: :;; Stosst an! Burschenwohl lebe, hurrah hoch!:,: Bis die Welt vergehet am jüngsten Tag, seid treu, ihr Burschen, und singet uns nach: a:«Frei ist der Bursch!»:,; 6 IV. LIED DER: FREUDE. Vom hoh’n Olymp herab ward’ uns die.Freude, ward uns der Jugendtraum bescheert, d’rum traute Brüder, trotzt dem blassen Neide, der uns’re Jugendfreuden stört!:,: Feierlich schalle der Jubelgesang schwärmender Brüder bei’m Becherklang! Versenkt in’s Meer der jugendlichen Wonne, geniesst der Freuden hohe Zahl, bis einst am Abend uns die liebe Sonne nicht mehr entzückt mit ihrem Strahl:,: Feierlich schalle etc. So lang es Gott gefällt, ihr lieben Brüder, woll’n wir uns dieses Lebens freu’n, und wenn dereinst der Vorhang fällt hernieder, vergnügt uns zu den Vätern reih’n.:,: Feierlich schalle etc. Herr Bruder trink’ aufs Wohlsein deiner Schönen, die deiner Jugend Traum belebt; lass’ ihr zur Ehr’ ein flottes Hoch ertönen, dass ihr’s durch jede Nerve bebt!:,: Feierlich schalle etc. V. ERGO BIBAMUS. ijer sind wir versammelt zu löblichem Thun, d’rum, Brüderchen: ergo.bibamus!: Die: Gläser; sie klingen, Gespräche, sie ruh’n; beherziget: ergo bibamus! Das heisst noch ein altes, ein tüchtiges Wort, und passet zum ersten und passet so fort, und schallet ein Echo vom festlichen Ort,:,: ein herrliches ergo bibamus!:,: Mich ruft das Geschick von den Freunden hinweg; ihr Redlichen! Ergo bibamus! Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepäck; d’rum doppeltes ergo bibamus! Und was auch der Filz von dem Leibe sich schmorgt, so bleibt für den Heitern doch immer gesorgt, weil immer dem Frohen der Fröhliche borgt;:,: d’rum Brüderchen: ergo bibamus! Was sollen wir sagen vom heutigen Tag! Ich dächte nur: ergo bibamus! Er ist nun einmal von besonderem Schlag, d’rum immer auf’s Neue: bibamus! Er führet die Freude durch’s offene Thor, es glänzen die Wolken, es theilt sich der Flor, da leuchtet ein Bildchen, ein göttliches, vor,:,: wir klingen und singen: bibamus!:;,: 9 RÜCKBLICK: O alte Burschenherrlichkeit! Wohin bist du verschwunden? Nie kehrst du wieder, goldn’e Zeit, so froh und ungebunden! Vergebens spähe ich umher, ich finde deine Spur nicht mehr. O jerum, jerum, jerum, o qua mutatio rerum! Den Burschenhut bedeckt der Staub, es sank der Flaus in Trümmer, der Schläger ward des Rostes Raub, erblichen ist- sein Schimmer, verklungen der Commersgesang, verhallt Rapier- und Sporenklang. O jerum, jerum etc. Wo sind sie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen, die, ohne Kniff, bei Scherz und Wein, den Herr’n der Erde glichen!— Sie zogen mit gesenktem Blick in das Philisterland zurück. O jerum; jerum etc. 10 Da schreibt mit finster’'m Amtsgesicht der Eine Relationen, der And’re seufzt bei’'m Unterricht, und der macht Recensionen; der schilt die sünd’ge Seele aus und der flickt ihr verfall’nes Haus. O jerum, jerum.. etc. Allein das rechte Burschenherz kann nimmermehr erkalten. Im Ernste wird, wie hier im Scherz, der rechte Sinn stets walten; die alte Schale ist nur fern, geblieben ist uns doch der Kern,:,: und den lasst fest uns halten!:,: D’rum Freunde reichet euch die Hand, damit es sich erneue, der alten Freundschaft heil’ges Band, das alte Band der Treue. Klingt an und hebt die Gläser hoch, die alten Burschen leben noch,.:;: noch lebt die alte Treue!:,: 11 TEMPORA MUTANTUR. Viel volle Becher klangen, viel helle Stimmen sangen vor uns in diesem Raum; doch Sang und Klang verhallten, verweht sind die Gestalten und Alles war ein Traum. Noch klingen Lied und Becher, doch sitzen and’re Zecher, wir selbst in diesem Raum, und lassen’s uns behagen in gut und schlimmen Tagen, doch alles ist ein Traum. Nicht lang, so füllen wieder bei Becherklang und Lieder ganz And’re diesen Raum, und treiben, was wir trieben, und singen, trinken, lieben, bis Alles wird ein Traum. VII. LOB DER EDLEN MUSICA. in lust’ger Musikante marschirte am Nil, o tempora, o mores! da kroch aus dem Wasser ein grosser Krokodil, o tempora, o mores! Der wollt’ ihn gar verschlucken, wer weiss, wie das geschah? Juchheirassassa, 0 tempo-tempora! Gelobet seist du jederzeit, Frau Musica! Da nahm der Musikante seine alte Geigen, 0 tempora, o mores! und thät mit seinem Bogen fein darüber streichen, o tempora, o mores! Allegro, dolce, presto, wer weiss, wie das geschah? Juchheirassassa, o tempo-tempora! Gelobet seist du jederzeit, Frau Musica! Und wie der Musikante den ersten Strich gethan, o temp. etc., da fing der Krokodile zu tanzen an, o temp. etc.— Menuett, Galopp und Walzer, wer weiss, wie das etc. Er tanzte wohl im Sande im Kreise herum, 0 temp. etc., und tanzte sieben alte Pyramiden um; o temp. etc., denn die sind lange wacklicht, wer weiss etc. 13 Und als die Pyramiden das Teufelsvieh erschlagen, o temp. etc., da ging er in ein Wirthshaus und sorgt’ für seinen Magen, 0 temp. etc., Tokaierwein, Burgunderwein, wer weiss etc. ’ne Musikantenkehle, die ist als wie ein Loch, oO temp. etc., und hat er noch nicht aufgehört; so frinkt er immer noch, o temp. etec., und wir, wir trinken mit ihm, wer weiss etc. IX. JONAS. Im schwarzen Wallfisch zu Ascalon da kneipt ein Mann drei Tag, bis dass er steif wie ein Besenstiel am Marmortische lag. Im schwarzen Wallfisch zu Ascalon da sprach der Wirth: Halt an! der trinkt von meinem BactrerSchnaps mehr, als er zahlen kann. Im schwarzen Wallfisch zu Ascalon da bracht der Kellner Schaar in Keilschrift auf sechs Ziegelstein dem Gast die Rechnung dar. Im schwarzen Wallfisch zu Ascalon da sprach der Gast: O weh! mein baares Geld ging alles drauf im Lamm zu Niniveh! Im schwarzen Wallfisch zu Ascalon da schlug die Uhr halb vier, da warf, der Hausknecht aus Nubierland den Fremden vor die Thür. Im schwarzen Wallfisch zu Ascalon wird kein Prophet geehrt, und wer vergnügt dort leben will, zahlt baar, was er verzehrt. X: WIR HATTEN GEBAUET. Wir hatten gebauet ein stattliches Haus, und drin auf Gott vertrauet trotz Wetter, Sturm und Graus,— und drin auf Gott vertrauet trotz Wetter, Sturm und Graus. Wir lebten so traulich, so einig, so frei; z; den Schlechten ward es graulich, wir hielten gar zu treu.:,: Sie lugten, sie suchten nach Trug und Verrath, z: verleumdeten;, verfluchten die junge, grüne Saat,:,: Was Gott in uns legte, die Welt hat’s veracht'’t, zz; die Einigkeit erregte bei Guten selbst Verdacht.:;: Die Form ist zerbrochen, von aussen herein, + doch, was man drin gerochen, ist eitel Dunst und Schein.:,: Das Haus mag zerfallen— was hat’s denn für Noth?:;: Der Geist lebt in uns Allen, und unsre Burg ist Gott!:,: XE WANDERLIED. Wohlauf, noch getrunken den funkelnden Wein! Ade nun, ihr Lieben, geschieden muss sein! Ade nun, ihr Berge, du väterlich Haus! Es treibt in die Ferne mich mächtig hinaus! Ade nun, ihr Berge, du väterlich Haus! Es treibt in ' die Ferne mich mächtig hinaus, hinaus!:,: Juvivallera, juvivallera, juvivallerallerallera!:,: Die Sonne sie bleibet am Himmel nicht steh’n, es treibt sie durch Länder und Meere zu geh’n; die Woge nicht haftet am einsamen Strand, die Stürme sie.brausen mit Macht durch:,: das Land.:,: Juvivallera etc. 17 Mit eilenden Wolken der Vogel dort zieht, und singt in der Ferne ein heimathlich Lied. So treibt es den Burschen durch Wälder und Feld, zu gleichen der Mutter, der wandernden Welt. Juvivallera etc. Da grüssen ihn Vögel, bekannt über’m Meer, sie flogen von Fluren der Heimat hieher; da duften die Blumen vertraulich um ihn; sie trieben vom Lande die Lüfte dahin. Juvivallera etc. Die Vögel, die kennen sein väterlich Haus; die Blumen einst pflanzt’ er der Liebe zum Strauss; und Liebe die folgt ihm, die geht ihm zur Hand: so wird ihm zur Heimat das ferneste Land. Juvivallera etc. Xu. LAURIGER IEORATIUS: Lauriger Horatius, quam dixisti verum: Fugit Euro citius tempus edax rerum! Ubi sunt, o pocula dulciora melle! Rixae, pax et oscula rubentis puellae? Crescit uva molliter et puella crescit, sed poeta turpiter sitiens canescit. Quid juvat aeternitas nominis, amare nisi terrae filias licet, et potare? 19 BRÜDERSCHAFT. Im Krug zum grünen Kranze, da kehrt’ ich durstig ein; da sass ein Wand’rer drinnen, am Tisch bei kühlem Wein. Ein Glas ward eingegossen, das wurde nimmer leer; sein Haupt ruht auf dem Bündel, als wär’s ihm viel zu schwer. Ich thät mich zu ihm setzen, ich sah ihm in’s Gesicht, das schien mir gar befreundet, und dennoch kannt’. ich’s nicht. Da sah auch mir in’s Auge der fremde Wandersmann und füllte meinen Becher und sah mich wieder an. Hei! was die Becher klangen, wie brannte Hand in Hand:«Es lebe die Liebste deine, Herzbruder, im Vaterland!» 20 XIV. der Saale hellem Strande stehen Burgen stolz und kühn. Ihre Dächer sind gefallen, und der Wind streicht durch die Hallen, Wolken ziehen drüber hin. Zwar die Ritter sind verschwunden, nimmer klingen Speer und Schild; doch dem Wandersmann erscheinen auf den altbemoosten Steinen oft Gestalten zart und mild. Droben winken holde Augen, freundlich lacht manch rother Mund. Wandrer schaut wohl in die Ferne, schaut in holder Augen Sterne, Herz ist heiter und gesund. Und der Wandrer zieht von dannen, denn die Trennungstunde ruft; und er singet Abschiedslieder, Lebewohl tönt ihm hernieder, Tücher wehen in der Luft. SCHE BUCHDRUCKE JAHRESFEST DER UNIVERSITÄT BASEL JUBELFEJER DER AKADEMISCHEN GESELLSCHAFT DONNERSTAGS DEN 26. NOVEMBER 1885 MORGENS 10 UHR IN DER MARTINSKIRCHE. nd PROGRAMM. Eröffnungsmusik: Aus der«Zauberflöte» von W. A. Mozart; Rede des Rektors Herrn Professor Dr. Moritz Roth; Gesang: Motette für Männerchor von B. Klein, gesungen von der Basler Liedertafel; Ansprache des Rektors an die akademische Gesellschaft; Antwort des Präsidenten der akademischen Gesellschaft Herrn Dr. Isaak Iselin; Begrüssungen auswärtiger Gäste; Gesang:«Integer vitae» für Männerchor von F. Flemming, gesungen von der Basler Liedertafel; Ehrenpromotionen; Schlussmusik: Aus den«Ruinen von Athen» L. van Beethoven. ALLGEMEINE MUSIKGESELLSCHAFT BaAseL, — Sonntag, den 29. November 1885 Viertes ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE, unter gefälliger Mitwirkung des CONCERT- CHORES und des Herrn MORITZ KAHNMT. ERSTER THEBIL . Symphonie(Nr. 1, C-moll)...... Joms. BRAHMS. a) Un poco sostenuto. Allegro. b) Andante sostenuto. c) Un poco Allegretto e grazioso. d) Adagio ed Allegro non troppo, ma con brio, .„Meeresstille und glückliche Fahrt“ L. van BEETHOVEN. für Chor und Orchester. (ED LT(PDFEDSSEAR A NENNEN NENNE ES SSSSSSSSSGSSSSSSS des NZ ZN IT D (DE . Solostücke für Violoncell, vorgetragen von Herrn Kahnt. a) Nocturne(Op. 55, Nr. 1). FF. CHOPIN. b) Träumerei(aus Op. 15).. R. SCHUMANN. c) Ungarischer Tanz(Nr. 5).. Jous. BRAHMS. ZWEITER THEBIL Vorspiel zu„Lohengrin“.... R. WAGNER. -"nF rühlingsbotechaft.©.;. N. WW. GADE.: für Chor und Orchester. 6: Ouvertüre zu„Alladin“..... CC; REINECKE. (Zum ersten Male.) ; Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr. Das fünfte Abonnements-Concert findet Sonntag, den 1413. December statt. Die zweite Kammermusik-Soiree findet Dienstag, den ) 1. December statt. Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel, Meeresstille. Tiefe Stille herrscht im Wasser, Ohne Regung ruht das Meer, Und bekümmert sieht der Schiffer Glatte Fläche rings umher. Keine Luft von. keiner Seite! Todesstille fürchterlich! In der ungeheuren Weite Reget keine Welle sich. Glückliche Fahrt Die Nebel zerreissen, Der Himmel ist helle, Und Aeolus löset Das ängstliche Band. Es säuseln die Winde, Es rührt sich der Schiffer, Geschwinde! Geschwinde! Es theilt sich die Welle, Es naht sich die Ferne, Schon seh’ ich das Land! (Gethe,) Frühlings-Botschaflt. Willkommen, heller Frühlingsklang! Nach langem, bangem Winterschweigen Willkommen, heller Frühlingsklang! Nun rührt der Saft sich in den Zweigen Und in der Seele der Gesang. Es wandelt unter Blütenbäumen Die Hoffnung über’s grüne Feld; Ein wundersames Zukunftsträumen Fliesst wie ein Segen durch die Welt, So wirf denn ab, was mit Beschwerden, O Seele, dich gefesselt hielt; Du sollst noch wie der Vogel werden, Der mit der Schwing’ im Blauen spielt. Der aus den kahlen Dornenhecken Die rothen Rosen blühend schafft, Er kann und will auch dich erwecken Aus diesem Leid zu junger Kraft. Und sind noch dunkel deine Pfade, Und drückt dich schwer die eig’ne Schuld: O glaube, grösser ist die Gnade, Und unergründlich ist die Huld. Lass’ nur zu deines Herzens Thoren Der Pfingsten vollen Segen ein, Getrost und du wirst neugeboren Aus Geist und Feuerflammen sein. Willkommen, heller Frühlingsklang! (E, Geibel.) ÖrAL0LiR nach Worten der heiligen Schrift componirt von Paulus. Oratorium nad Worten der heil, Schrift gomp. von Felix Mendelssohn-Bartholdy für Soli, Chor und Orchefter, aufgeführt vom Basler Gesangverein unter Leitung de8 Herrn Kapellmeifter VYolkland Donunerftag, den 190. Dezember, /yal6 7 Ubr, im Mussiksanl, Soli: Sopran: Frau Prof. Hildadh, Concertjängerin aus Dresden, Alt: DFel. x*, Mitglied des Gefangvereins, Tenor: Gert Naxl Dierich, Concertfänger au3 Leipzig. Baß:„= Eugen Hildach, Prof. am XIgl. Sonjepgakopium in Dresden. Hauptprobe: Mittwoch den 9. Dezember,“halb 7 Uhr. Eintrittspreise: A. zur Hauptprobe: in Balfon 3 Fr, Balkonfite um das Podium 2 Fr,, Sperrfit 2 Fr, Barquet L FE. B. zur Aufführung: Balfon 5 Fr., Balfonfige um das Podium 3 Fr., Sperrfis S Fr, Parquet 2 Fr, ı Textbuch 290 Cis,} BilietS und Textblicher find von Wontag 7, Dezember an hei den HH. Sue und Hegar,[owie jeweilen Mbends an der Kaffa erhältlich.(48 Paulus Oratorium nach Worten der heil, Schrift comp. von Felix Mendelssohua-Bartholdy für Soli, Chor und Orchefter, aufgeführt vom Basler Gesangverein unter Leitung des Herrn Kapellmeifter VYolkland Donunuerftiag, den 10. Dezember, halb 7 Ubhr, im Mussiksanl, Soli: Sopran: Frau Prof. Dildad, Concertfängerin au Dresden, Alt: Sl.*„*, Mitglied des Gefangvereins, Tenor: Gerr Karl Dierich, Concertjfänger au3 Leipzig. Daß:„ Eugen Hildacdh, Bro], am Igl. Conferuatorium in Dresden. » AOS HEauptprobe: Mittwoch den 9. Dezember; halb 7 Uhr. Eintrittspreise: A. zur Sauptprobe: Balkon 3 Fr, Balkonfige unı das Bodium 2 Fr,, Sperrfit 2 Fre, Barquet I Fre B. zur Aufführung: Balfon 5 Fr., Balkfonfike um das Podium 3 Fr., Sperrfis S Fr, Parquet 2 Fr, 1 Textbuch 20 Cts. BilietS und Tertbücher find von Montag 7. Dezember an bei den HH. Hug und Hegar, jowie jeweilen Mbends an der Kaffa erhältlich.(4875) Diefer rührt einzig da-| ich gleichfalls ein Lleibendes Denkmal gi iß zwifden Wein und| waren über diefe litterarifhe Weihnacht die Hereit3 gefunkene| freut. Das wird Jeder fein, dem fie über vorhanden ift. Zieht N Ueioo6t now Lange Kurs- und Handelsbe) em Faffe, defjen Wein Baumwollwaaren. en ift, nicht einmal| Zürich, 4. Dezbr. Heutige Notirung der Hefe, nodhH ohne| Börse: Hefe, fo Fommt ANez Corrente bis feste Qualiti n Sale langes Früh: Garne. ber mit Zurüclafjung a. Warpcops. hSelemente vorhanden, 3bilden könnte. Bor| Nro. 20 Louisiane Fr, q} 4 n”” 7» N ie Sanur ibm TO 2 OASOIESE /} g*” 40»»” Nachgährung bis zu endet, Die oben er: 0 9 N+. 2 2. A 3. 3 PAULUS. Oratorium Worten der heiligen Schrift componirt 1. Beil Selizx Wendelsfohn-Vartholdn. zu Hr. 2 SEN - ba! 7 286 ibendes Denkmal gi Aufführ UNS terarifdhe Weihnacht er fein, dem fie über des ü Handelsbe): Y v imwollwaaren. Freitag don 1 Juni--18664— r. Heutige Notirung Basler Gesangvereins » bis feste Qualiti in der St /Martfinskirche. Garne. . Warpcops. Fı, 2,1 EEE ” Calicotgarn Druck von Balmer& Riehm in Basel. SEN Erste Abtheilung. Nr. 4. Ouverture. (Ueber den Choral: Wachet auf! ruft uns die Stimme.) Soprano, Nr. 2, Chor, Herr, der Du bist der Gott, der Himmel und Erde und das Meer gemacht hat! Die Heiden lehnen sich auf, Herr, wider Dich und Deinen Christ! Und nun, Herr, siehe an ihr Droh’n, und gib Deinen Knechten mit aller Freudigkeit zu reden Dein Wort. Nr. 3. Choral. Allein Gott in der Höh’ sei Ehr’ Und Dank für seine Gnade, Darum, dass nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade. Ganz unermess’n ist seine Macht, Nur das geschieht, was er bedacht, Wohl uns, wohl uns des Herren, Nr. 4. Recitativ. Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Stephanus aber, voll Glauben und a Kräfte, that Wunder vor dem Volk, und die Schriftgelehrten vermochten nicht zu widerstehn der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete; da richteten sie zu etliche Männer, die da sprachen: Die falschen Zeugen. Soli. Bassol.u.2.„Wir haben ihn gehört Lästerworte reden wider diese heil’ge Stätte und das Gesetz,“ Recitativ. Soprano. Und bewegten das Volk und die Aeltesten, und traten hinzu, und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath und sprachen: Nr. 5. Chor. Das Volk. Dieser Menseh hört nicht auf zu reden Lästerworte wider Mosen und wider Gott! Haben wir euch nicht mit Ernst geboten, dass ihr nicht solltet lehren in diesem Namen? Und sehet, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre! Männerchor. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Mose gegeben hat. Nr. 6.. Recitativ. Soprano. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rathe sassen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Da sprach der Hohepriester:„Ist dem also?“ Stephanus sprach: Tenore. Tenore. „Lieben Brüder und Väter, höret zu! Gott der Herrlichkeit erschien unsern Vätern, errettete das Volk aus aller Trübsal und gab ihnen Heil — aber sie vernahmen es nicht!“ „Er sandte Mosen in Egypten, da er ihr Leiden sah und hörte ihr Seufzen.— Aber sie verläugneten ihn, und wollten ihm nicht gehorsam werden, und stiessen ihn von sich, und opferten den Götzen Opfer!“ „Salomo baute ihm ein Haus, aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind: Der Himmel. ist sein Stuhl und die Erde seiner Füsse Schemel; hat nicht seine Hand das alles gemacht?“ „Ihr Halsstarrigen! Ihr widerstrebt allezeit dem heil’gen Geist! Wie Eure Väter! also auch Ihr! Welche Propheten haben Eure Väter nicht verfolgt? Die da zuvor verkündigten die Zukunft dieses Gerechten, dessen Mörder Ihr geworden seid!“ „Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Geschäfte und habt es nicht gehalten!“ Chor, Das Volk. Weg, weg mit dem. Er lästert Gott! und wer Gott lästert, der soll sterben. Recitativ.. Stephanus. „Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehn!“ Soprano. Tenore, Tenore. Soprano. Fe Da Nr. 7. Arie, Jerusalem! Jerusalem! die du tödtest die Propheten, und steinigest die zu dir gesandt! Wie oft hab’ ich nicht deine Kinder versammeln wollen, und ihr habt nicht gewollt! Nr. 8, Recitativ. Sie aber stürmten auf ihn ein, und stiessen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn, und schrieen laut: Chor. Das Volk, „Steiniget ihn! Er lästert Gott, und wer Gott lästert, der soll sterben.“ Nr. 9. Recitativ. Und sie steinigten ihn; er kniete nieder und schrie laut: „Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Herr Jesu, nimm meinen Geist auf!“ Und als er das gesagt, entschlief er. Choral. Dir, Herr, Dir will ich mich ergeben, Dir, dessen Eigenthum ich bin. Du nur allein, Du bist mein Leben, Und sterben wird mir dann Gewinn. Ich lebe Dir, ich sterbe Dir, Sei Du nur mein, so gnügt es mir. Nr. 10. Recitativ.© Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füssen eines Jünglings, der hiess Saulus; der hatte Wohlgefallen an seinem Tode. Tenore. Bassc. Es beschickten aber Stephanum gottesfürchtige Männer, und hielten eine grosse Klage über ihn. Nr. 41... Chor, Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben! denn ob der Leib gleich stirbt, doch wird die Seele leben. Nr. 142. Recitativ. Saulus aber zerstörte die Gemeinde. und wüthete mit Drohen und Morden wider die Jünger, und lästerte sie und sprach: Arie, Paulus, Vertilge sie, Herr Zebaoth, wie Stoppeln vor dem Feuer. Sie wollen nicht erkennen, dass Du mit Deinem Namen heissest Herr allein, der Höchste in aller Welt! lass Deinen Zorn sie treffen, verstummen müssen sie! Nr. 13. Recitativ. Soprano2. Und zog mit einer Schaar gen Damascus und hatte Macht und Befehl von den Hohenpriestern, Männer und Weiber gebunden zu führen zen Jerusalem. Arioso. Doch der Herr vergisst der Seinen nicht, er gedenkt seiner Kinder! Fallt vor ihm nieder, ihr Stolzen, denn der Herr ist nahe! Nr. 14, Tenore. Und als er auf dem Wege war, und nahe zu Damascus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel, und er fiel auf die Erde, und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Recitativ mit Chor. KR Saul, Saul! was verfolgst du mich?“ AltoLuw2.)”, 58 N Tenore, Er aber sprach: Basso,„Herr wer bist du?“ Tenore. Der Herr sprach zu ihm: Soprano}„Ich bin Jesus von Nazareth, den du verAltoLw2.| folgst!“ Tenore, Und er sprach mit Zittern und Zagen: Basso.„Herr, was willst Du, dass ich thun soll?“ Tenore, Der Herr sprach zu ihm: Soprano„Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird AltoLu.2,| man dir sagen, was du thun sollst.“ Nr. 15. Chor. Mache dich auf, werde Licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe Finsterniss bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker! Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Nr. 16. Choral, Wachet auf! ruft uns die Stimme Der Wächter, sehr hoch auf der Zinne. Wach’ auf du Stadt Jerusalem! Wacht auf, der Bräut’gam kömmt, Steht auf, die Lampen nehmt, Halleluja! Tenore. Basso, Tenore. NE Macht euch bereit Zur Ewigkeit! Ihr müsset ihm entgegen geh'n. Nr. 17, Recitativ. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarrt, denn sie hörten eine Stimme, und sahen Niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er Niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn gen Damascus, und war drei Tage nicht sehend und ass nicht und trank nicht. Nr. 18. Arie. Paulus, „Gott sei mir gnädig nach Deiner Güte und tilge meine Sünden nach Deiner grossen Barmherzigkeit. Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht, und nimm Deinen heiligen Geist nicht von mir. Ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst Du Gott nicht verachten.“ „Denn ich will die Uebertreter Deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu Dir bekehren! Herr! thue meine Lippen auf, dass mein Mund Deinen Ruhm verkündige.“ „Und tilge meine Sünden nach Deiner grossen Barmherzigkeit! Herr! verwirf mich nicht.“ Nr. 19. Recitativ. Es war aber ein Jünger zu Damascus mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr: Soprano. Basso. Soprano, Tenore. Soprano, LO „Ananias stehe auf und frage nach Saul von Tarse, denn siehe, er betet! dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.“ Nr. 20. Arie mit Chor. Paulus, „Ich danke Dir Herr mein Gott von ganzem Herzen ewiglich, denn Deine Güte ist gross über mich und, hast meine Seele errettet aus der tiefen Hölle.“ Chor, Der Herr wird die Thränen von allen Angesichtern abwischen, denn der Herr hat es gesagt. Nr. 24, Recitativ. Und Ananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: „Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamst, dass du wieder sehend und mit dem heil’zen Geist erfüllet werdest.“ Und alsbald fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er ward wieder sehend, und stand auf und liess sich taufen, und alsbald predigte er Christum in den Schulen und bewährte es, dass dieser ist der Christ. Nr. 22. Chor, O0! welch eine Tiefe des Reichthums, der Weisheit und Erkenntniss Gottes. Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Ihm sei Ehre in Ewigkeit, Amen. Soprano, Tenore. Basso. Soprano, Zweite Abtheilung. Nr. 23. Chor und Fuge. Der Erdkreis ist nun des Herrn und seines Christ! Denn alle Heiden werden kommen und anbeten vor Dir, denn Deine Herrlichkeit ist offenbar geworden. Nr. 24, Recitativ. Und Paulus kam zu der Gemeinde und predigte den Namen des Herrn Jesu frei. Da sprach der heilige Geist:„Sendet mir aus-Barnabas und Paulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe.“ Da fasteten sie und beteten, und legten die Hände auf sie, und liessen sie gehen. Nr. 25, Duettino. Paulus und Barnabas. „So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnet durch uns!“ Nr. 26. Chor. Wie lieblich sind die Boten, die den Frieden verkündigen! In alle Lande ist ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Nr. 27. Recitativ. Und wie sie ausgesandt ‚von dem heiligen Geist, so schifften sie von dannen und verkündigten das Wort Gottes mit Freudigkeit. Tenore, Tenore. SoloQuartett, Tutti, Arioso. Lasst uns singen von der Gnade des Herrn und seine Wahrheit verkündigen ewiglich. Nr. 28, Recitativ. Da aber die Juden das Volk sah’n, wie es zusammen kam, um Paulus zu hören, wurden sie voll Neid und widersprachen dem, das von Paulus gesagt ward, und lästerten und sprachen: Chor, Das Volk. „So spricht der Herr: ich bin der Herr, und ist ausser mir kein Heiland.“ Recitativ. Und sie stellten Paulus nach, und hielten einen Rath zusammen, dass sie ihn tödteten und sprachen zu einander: Nr. 29, Chor. Das Volk, „Ist das nicht der zu Jerusalem verstörte, alle die diesen Namen anrufen? Verstummen müssen alle Lügner! Weg, weg mit ihm!“ Choral. O Jesu Christe, wahres Licht, Erleuchte, die Dich kennen nicht, Und bringe sie zu Deiner Heerd’, Dass ihre Seel’ auch selig werd’! Erleuchte, die da sind verblend’t, Bring’ her, die sich von uns getrennt, Versammle, die zerstreuet geh'n, Mach’ fester, die im Zweifel steh’n. Tenore. Basso. Tenore u. Basso. Soprano. Soprano. EEE Nr. 30. Recitativ. Paulus aber und Barnabas sprachen frei und öffentlich: Euch musste zuerst das Wort Gottes gepredigt werden, nun ihr es aber von euch stosset, und achtet euch selbst nicht werth des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden. Nr, 34. Duetto. Paulus und Barnabas. } Denn also hat uns der Herr geboten: Ich habe dich den Heiden zum Licht gesetzet, dass du das Heil seist bis an das Ende der Erde. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, der soll selig werden. Nr. 32. Recitativ. Und es war ein Mann zu Lystra, der war lahm und hatte noch nie gewandelt, der hörte Paulus reden, und als er ihn ansah, sprach er mit lauter Stimme:„Stehe auf, auf deine Füsse,“ und er sprang auf, und wandelte, und lobte Gott. Da aber die Heiden sah'n, was Paulus gethan, hoben sie ihre Stimmen auf und sprachen zu einander: Nr. 33. Chor, Die Heiden. „Die Götter sind den Menschen gleich geworden, und zu uns hernieder gekommen.“ Nr. 34. Recitativ. Und nannten Barnabas Jupiter und Paulus Mercurius; der Priester aber Jupiters, der vor ihrer Stadt war, brachte Rinder und Kränze vor das Thor, und wollte opfern sammt dem Volk, und beteten sie an: Tenore, Basso. Basso, Nr. 35. Chor, Die Heiden, „Seid uns gnädig, hohe Götter, seid uns- gnädig, hohe Götter! Seht herab. auf unser Opfer!“ Nr. 36. Recitativ. Da das die Apostel hörten, zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Volk, schrien und sprachen: „Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen gleich wie ihr, und predigen euch das Evangelium, dass ihr euch bekehren sollt von diesem falschen zu dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himmel und Erde und das Meer.“ „Wie der Prophet spricht: All’ euere Götzen sind Trügerei, sind eitel nichts und haben kein Leben; sie müssen fallen, wenn sie heimgesucht werden. Gott wohnet nicht in Tempeln mit Menschen Händen gemacht.“ Arie. Paulus. „Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid? und dass der Geist Gottes in euch wohnet? so Jemand den Tempel Gottes verderben wird, den wird Gott verderben! denn der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr!“ „Aber unser Gott ist im Himmel, er schaffet Alles, was er will!“ Chor und Choral. Aber unser Gott ist im Himmel, er schaffet Alles, was er will. Wir glauben all’ an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, | Der sich zum Vater geben hat, \ Dass wir seine Kinder werden. Soprano. Soprano. Tenore. Soprano, Basso. BE Nr. 37. Recitativ. Da ward das Volk erreget wider sie, und es erhob sich ein Sturm der Juden und der.Heiden, und wurden voller Zorn und riefen gegen ihn: Nr. 38. Chor. Die Juden und die Heiden. „Hier ist des Herren Tempel! Ihr Männer von Israel helfet! Dies ist der Mensch, der alle Menschen an allen Enden lehret wider dies Volk, wider das Gesetz und wider diese heil’ge Stätte. Steiniget ihn! er lästert Gott!“ Nr. 39. Reeitativ. Und sie verfolgten Paulus auf seinem Wege, aber der Herr stand ihm bei und stärkte ihn, auf dass durch ihn die Predigt bestätigt würde, und alle Heiden höreten! Nr. 40. Cavatine. Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Fürchte dich nicht, ich bin bei dir. Nr. 41. Recitativ. Paulus sandte hin und liess fordern die Aeltesten von der Gemeinde zu Ephesus, und sprach zu ihnen:, „Ihr wisset, wie ich allezeit bin bei euch gewesen, und dem Herrn gedient mit aller Demuth und mit vielen Thränen, und habe bezeuget den Glauben an unsern Herrn Jesum Christum.“ „Und nun siehe, ich, im Geist gebunden, fahre hin gen Jerusalem. Trübsal und Bande harren mein daselbst, ihr werdet nie mein Angesicht wieder sehen.“ Soprano, Tenore. Soprano. AG Sie weineten und. sprachen: Nr. 42. Chor. Die Gemeinde. „Schone doch deiner selbst! das widerfahre dir nur nicht!“ Recitativ. Paulus. „Was machet ihr? dass ihr weinet und brechet mir mein Herz! denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben zu Jerusalem, um des Namens willen des Herrn Jesu.“ Recitativ. Und als er das gesagt, kniete er nieder und betete mit ihnen allen, und sie geleiteten ihn in das Schiff, und sahen sein Angesicht nicht mehr. Nr. 43. Chor. Sehet! welch’ eine Liebe hat uns der Vater erzeiget, dass wir sollen Gottes Kinder heissen! Nr. 44. Recitativ.* Und wenn er gleich geopfert wird über dem Opfer unsers Glaubens, so hat er einen guten Kampf gekämpfet, er hat den Lauf vollendet, er hat Glauben gehalten; hinfort ist ihm beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, die ihm der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird. Nr. 45. Schluss-Chor. Nicht aber ihm allein, sondern allen, die seine Erscheinung lieben! der Herr denket an uns und segnet uns. Lobe den Herrn, meine S.le, und was in mir ist, seinen heil’gen Namen. Ihr seine Engel lobet den Herrn! (ED{ED MEDLEDVEDLED ALLGEMEINE MUSIKGESELLSCHAFT BASEL. m Sonntag, den 13. December 1885 Fünftes ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE, unter Mitwirkung von Fräulein ARMA SENKRAH(Violine). (EDUEDME ERSTER THEIL „ Symphonie in D-dur... 2.,. W. A. MOZART. (Köchel’s Catalog Nr. 504.) a) Adagio. Allegro. b) Andante, c) Finale(Presto). . Concert für die Violine..... F. MENDELSSOHN. vorgetragen von Fräulein Senkrah, Lt =(ED (EDLEDALED. ED. ZWEITER THBIL . Balletmusik aus der Oper„ Der Dimonke EN a. 0. h Ayr. RÜBINSTEIN. a) Allegretto. b) Allegro. (Zum ersten Male.) . Solostücke für Violine, vorgetragen von Fräulein Senkrah. a) Klegie- Ürmamnga 0(amt Verla An 4| F—BISZE. b) Capriccio(aus einer Suite)”. C. BOHM. 5. Ouvertüre(Nr. 3) zu„Leonore“. L. van BEETHOVEN. _Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr, Die dritte Kammermusik-Soirege findet Dienstag, den 45. December statt. Sonntag, den 410. Januar 1886 findet das BenefizConcert des Herrn Kapellmeisters Volkland statt. SSSSSSSSSSCSSSSSS N gi A BE Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel. der BASLER LIEDERTAFHEL Sonntag den 20. Dezember 1885, Vormittags II Uhr Konzert aale, Tr Mitwirkung der Herren Konzertmeister Ad. Bargheer, der Basler Liedertafe ll" Sonntag den 20. Dezember /Vormittags 11 Uhr im Musiksaale, Ende 12 Uhr,| unter Leitung des Herrn Kapellmeister Volkland und unter!% RRN Mitwirkung fer HH. Konzertmeister Ad. Bargherr, Hans“CSA Wäffler und H. Zickendraht,| 4.-REverie 2 A Vieuxlemps: Ungarischer Tanz EZ JS EBrahms. vorgetragen von Hrn. KonProgramm: 1. Motette J. H. Nägeli, Dem Vaterland F. Abt. Heinrich der Vogler C. Löwe, Hochzeitslied C, Löwe. gesungen von Herrn Hans Wäffler. Waldmorgen C. J. Brambach. Spinn, spinn}) Hugo Jüngst. Röverie, üngarischer Tanz zertmeister Bargheer. . Heini von Steier.....£E. S. Engelsberg. Chor mit Violinsolo und Klavierbegleitung. Hei, 1ust’ger Ritt. 1 2 WESWTrM, H. Vieuxtemps. irschall, Der Staub wallt auf, der Hufschlag dröhnt; {all Es naht der Waffen Klang: |„Dass Gott! Die Herrn verderben mir Den ganzen Vogelfang!“ vorgetragen von Herrm Konzertmeister Bargherr. Heini von Steier E. S. Engelsberg. Chor mit Violinsolo und Klavierbegleitung.| Hei, lust’ger Ritt W. Sturm, { 2== Wor! Zi nun! was gibts? Es hält der Tross Eintrittspreise: VO gibt's? Es hält der 7 Drt Vorm Herzog plötzlich an: Balkon Fr. 2.—, Sporrsie ET Cu SD enfals nummerirt)|. Konklane, Herr Heinrich tritt hervor und spricht; Kassaeröffnung Sonntags 4 En Uhr. rchensang.„Was sucht ihr, Herrn? sagt an!“ ı’ die Lust S]; KA® ; Billete sind von Freitag an in den Musikalienhandlungen© Brust Da schwenken sie 4ie Fahnlein. hun! der Herren Gebrüder Hug und Aug. Hegar und. Sonn- Und jauchzen:„Unsern Herrn! tags an der Kassa zu haben.(5479) Hoch lebe Kaiser Heinerich, Und der ist allmächtig, Hallelujah! SPACE; Des Sachsenlandes Stern! Ist barmherzig, Hallelujah, Amen! Ehre seinem grossen Namen! Heinrich der Vogler. Sich neigend knien sie vor ihm CC Löwe: Und huldigen ihm still, Matthias Claudius. Und rufen, als er staunend fragt: Herr Heinrich sitzt am Vogelherd„’s ist deutschen Reiches Will!“ Dem Vaterland. Kecht rofl uml wohlgennut SE Da blickt Herr Heinrich tief bewegt Aus tausend Perlen blinkt und hlitzt Hinauf. Hi iszelt: Fr. Alt. Der Mörkenröte Clul inauf zum Himmelszelt: Cr MOTBEHTOSCZETENS.„Du gabst mir einen guten Fang! Dem Vaterland! In Wies’ und Feld. in Wald und Au, Herr Gott, wie dir’s gefällt!“ N. Vogl. a3 3 YS{hres Tort!;. nr Das ist ein hohes, hehres Wort! Horch’, welch ein süsser Schall! Der Lerche Sang, der Wachtel Schlag, Hochzeitlied. Die süsse Nachtigall! C. Löwe. Das hallt durch uns’re Herzen fort, Wie Waldesrauschen, Glockenklang, Trompetenschmettern, Lerchensang. Das fällt ein Blitz in uns’re Brust, Herr Heinrich schaut so fröhlich drein: Zu heil’zer Flamme wird die Lust„Wie schön ist heut die Welt! Dem Vaterland! Was gilt’s, heut gibt's’nen guten Fang!“ Wir singen und sagen vom Grafen so gern, Der hier in dem Schlosse gehauset, Da wo ihr den Enkel des seligen Herrn, Er luet zum Himmelszeit: Den heute vermählten, beschmauset. Dem Vaterland! Nun hatte sich jener im heiligen Krieg Dies Wort gibt Flügel dir, o Herz! Er lauscht und streicht sich von der Stirn Zu Ehren gestritten durch mannigen Sieg, Flieg’ auf, flieg’ auf, schau’ niederwärts, Das blondgelockte Haar: Und als er zu Hause vom Rösselein stieg, Die Wälder, Ströme, Tal und Höh'n,„Ei doch, was sprengt denn dort herauf Da fand er sein Schlösselein oben: O0 Schweizerland, wie bist du schön! Für eine Reiterschar? Doch Diener und Habe zerstoben. Konzert Basler Liedertafel Sonntag den 20. Dezember Vormittags 11 Uhr im Musiksaale, Ende 12 Uhr, unter Leitung des Herrn Kapellmeister Volkland und unter Mitwirkung der HH. Konzertmeister Ad. Bargherr, Hans Wäffler und H. Zickendraht, Programm: 1. Motette J. H. Nägeli. Dem Vaterland F. Abt. 2, Heinrich der Vogler C. Löwe, Hochzeitslied C, Löwe. gesungen von Herrn Hans Wäffler. 3. Waldmorgen C. J. Brambach. Spinn, spinn S 2»+ Hugo Jüngst. 4, Röverie, üngarischer Tanz, /J,(doku) AH. Vieuxtemps. vorgetragen von Herrm Konzertmeister Bargherr. 5. Heini von Steier E. S. Engelsberg. Chor mit Violinsolo und Klavierbegleitung. Hei, lust’ger Ritt W. Sturm, Eintrittspreise: Balkon Fr. 2.—, Sperrsitz und Parquet(ebenfalls nummerirt) Fri 1.—:. Text’ 10 Cie, Kassaecröffnung Sonntags 19'/,, Uhr. Billete sind von Freitag an in den Musikalienhandlungen der Herren Gebrüder Hug und Aug. Hegar und. Sonntags an der Kassa zu haben.(5479) Ur Beliebtes D Fefgefhenk, Belie Feftgef Rotondes, Schl grösste röcl Auswahl, größte und Hanell- TAU futter, von Fr. 17 an, iwattirt D. mit Pelz ge:|| in IOmere| > füttert von> von FT.| Fr. 40 an, X@$ Wormann Söhne, Wormann Söhr 17 Eisengasse 17. Eisengasse 20. (5593)(5594) Zu bedeutend b t a8| 3 Su Dede Setcaten! Kopp Yakkifa zu Boftfendungen, billig a MM a N Taufen. Mäntel in bekannter folider Anz fertigung und guten Stoffen empfiehlt von den billigjiten Preijen an. zu gefl. Beachtung beftens de Blumenrat fit u verkauft: N P Mn egen Mbreife ein Leidin 23 führendes, nachweisbar rento'n El SGejchäft. Erforderliches Kahn DL AAN a n KONZERT der BASLER LIEDERTAFEL Sonntag den 20. Dezember 1885, Vormittags Il Uhr Felge Sch . FOL größte wall fertig und« Me 1. Motette Wwattirt vn. in{Öwere. von Fr. | Hochzeitlied Dem Vaterland N . Heinrich der Vogler gesungen von Hrn. H. Wäüßer. ann Söhr 3. Waldmorgen ;NgaSSe 20. (5594) Parkifeh ngen, billig 3 Öher Mensch lebt und bestehet 7” eine kleine Zeit, an YUnd alle Welt vergehet 25 A Mit ihrer Herrlichkeit. 08 AUTeR-: Einer, der ist ewig ff f Ind an allen Enden, ‘eife ein leicht Und wir in seinen Händen ah meis;. fordere tn der ist allwissend, Hallelujah! 95 Sail und der ist heilig, Hallelujah] Und der ist allmächtig, Hallelujah! Ist barmherzig, Hallelujah, Amen! Spinn, Spinn!. Motette. H. G. Nüägeli. Ehre seinem grossen Namen! Matthias Claudius. Dem Vaterland. Fr. A ht. Dem Vaterland! Das ist ein hohes, hehres Wort! Das hallt durch uns’re Herzen fort, Wie Waldesrauschen, Glockenklang, Trompetenschmettern, Lerchensang. Das fällt ein Blitz in uns’re Brust, Zu heil’zer Flamme wird die Lust Dem Vaterland! Dem Vaterland! Dies Wort gibt Flügel dir, o Herz! Flieg’ auf, flieg” auf, schau’ niederwärts, Die Wälder, Ströme, Tal und Höh'n, O Schweizerland, wie bist du schön! €. Löwe. Löw 5. Heini von Steier....£E. S. Engelsberg. im Musiksaale, H. Wäffler und H. Zickendraht. 8 Me N A| HK H. G. Nägeli. 4. Reverie F. Abt. BeliDirektion von Herrn Kapellmeister A, Volkland und unter Mitwirkung der Herren Konzertmeister Ad. Bargheer, H. Vieuxtemps. Ungarischer Tanz Ed BFrANMS: vorgetragen von Hrn. Konzertmeister Bargheer. Chor mit 0. J. Brambach. H. Jüngst. Und überall klingt Liederschall, Und überall ein Wiederhall Dem Vaterland! Dem Vaterland! O hohes Wort, o helles Wort! Du tön’ für alle Zeiten fort, Wie Waldesrauschen, Glockenklang, Trompetenschmettern, Lerchensang. Zu heil’zer Flamme weih’ die Lust So lange schlägt die freie Brust Dem Vaterland! Heinrich der Vogler. C. Löwe. Herr Heinrich sitzt am Vogelherd Recht froh und wohlgemut: Aus tausend Perlen blinkt und hlitzt Der Morgenröte Glut. In Wies’ und Feld, in Wald und Au, Horch’, welch ein süsser Schall! Der Lerche Sang, der Wachtel Schlag. Die süsse Nachtigall! Herr Heinrich schaut so fröhlich drein: „Wie schön ist heut die Welt! Was gilt’s, heut gibt's’nen guten Fang!“ Er lugt zum Himmelszelt. Er lauscht und streicht sich von der Stirn Das hlondgelockte Haar: „Ei doch, was sprengt denn dort herauf Für eine Reiterschar? Violinsolo und Klavierbegleitung. Hei, Just’ger Ritt... WEST, Der Staub wallt auf, der Hufschlag dröhnt; Es naht der Waffen Klang: „Dass Gott! Die Herrn verderben mir Den ganzen Vogelfang!“ Ei nun! was gibt's? Es hält der Tross Vorm Herzog plötzlich an: Herr Heinrich tritt hervor und spricht; „Was sucht ihr, Herrn? sagt an!“ Da schwenken sie die Fähnlein bunt Und jauchzen:„Unsern Herrn! Hoch lebe Kaiser Heinerich, Des Sachsenlandes Stern! Sich neigend. knien sie vor ihm Und huldigen ihm still, Und rufen, als er staunend fragt: „’s ist deutschen Reiches Will!“ Da blickt Herr Heinrich tief bewegt Hinauf zum Himmelszelt: „Du gabst mir einen guten Fang! Herr Gott, wie dir’s gefällt!“ N. Vogl Hochzeitlied. C. Löwe. Wir singen und sagen vom Grafen so gern, Der hier in dem Schlosse gehauset, Da wo ihr den Enkel des seligen Herrn, Den heute vermählten, beschmauset. Nun hatte sich jener im heiligen Krieg Zu Ehren gestritten durch mannigen Sieg, Und als er zu Hause vom Rösselein stieg, Da fand er sein Schlösselein oben: Doch Diener und Habe zerstoben. Da bist du nun, Gräflein, da bist du zu Haus Das Heimische findest du schlimmer! Zum Fe Winde Sie kommen durch alle die Zimmer. nster da ziehen die hinaus, Was wäre zu tun in der. herbstlichen Nacht? So hab’ | | | | ich doch manche noch schlimmer| vollbracht, Der Morgen hat alles wohl besser Drum gemacht. Helle ins Gestelle! mondlichen das Stroh, rasch bei der Ins Bett, in Und Bewegt Die Ratte, Ja, wenn Doch Wicht, Ein Zwerglein so zierlich mit Ampelen-Licht, Mit Zum Der, als er im willigen Schlummer es sich unter dem Bette: die raschle so lange sie mag! sie ein Bröselein hätte! siche! da stehet ein winziger Redner-Gebärden und Sprecher-Gewicht Fuss des ermüdeten Grafen, schläft er nicht, möcht’ er doch schlafen. Wir Seitdem du die Zimmer haben uns Feste hier oben erlaubt, verlassen, Und weil wir dich weit in der So dachten wir eben Und Zu prassen. wenn du vergönnest und wenn dir nicht grauft, So schmausen die Zwerge, behaglich und laut, Zu Ehren Der Graf Bedienet der reichen, der.niedlichen Braut. im Behagen des Traumes: euch immer des Raumes! drei Reiter, sie reiten hervor, Bette singendes Possirlicher Ges Und Wagen auf Wagen Dass einem so Hören als Schen Da kommen Die unter Dann dem gehalten; folget ein klingendes Chor kleiner talten; mit allem Gerät. vergeht, Wie’s nur in den Schlössern der Könige steht;| Zuletzt auf Die Wagen getragen. vergoldetem Braut und die Gäste So rennet Und Zum Drehen und Walzen und lustigen Hopp nun Alles in vollem Galopp kürt sich im Saale sein Plätzchen: Erkieset sich jeder ein Schätzchen. Da pfeift es und geigt es und klinget und klirrt,| Da ringelt’s und schleift es und rauschet und wirrt, Da pispert’s und knistert’s und flistert’s und schwirrtt: Das Gräflein, blicket hinüber, cs Es dünkt ihn, als läg’ er im Fieber. Nun dappelt’s und rappelt’s Saal Von Bänken und Stühlen und Tischen, Da will nun ein jeder am festlichen Mahl Sich Sie tragen Und Br. Es kreiset Das\ toset Verschwindet im nchen dem Liebchen erfrischen: die Würste, Fisch die Schinken Geflügel Wein: klein so aten und und köstliche lange, beständig der und koset so zuletzt mit Gesange. | Von Und sollen So schweige das wir singen was weiter geschehn, Toben und Tosen. Denn was er, so artig, im Kleinen gesehn. Erfuhr er, genoss er im Grossen. Ferne geglaubt, und klappert’s| herein; Trompeten und klingender singender Schall, Und Wagen und Reiter und bräutlicherSchwall, Sie und kommen und zeigen Unzählige, selige Leute. heute. Goethe. So gieng es und geht es noch Waldmorgen. J. Brambach. Es So still Maiennacht, Hallen; Bach die Waldes kühl vorüber ist so still des m Grunde der wacht, Tät still 3s nicken Von So nur wallen. die Blumen leise im Traum, gold’nen Tagen rauscht’s im Baum, leise, heimlich und sacht. Torch, eine Amsel in hellem Ton Weckt durch des Waldes Schweigen: Schläfer; Osten Wipfel will sich neigen. es glühet im schon, Der impor, 0 Lerche, den Üüss, Himmel& Bläue so Nacht Schlag in der so So flichet laut, süss, die davon! Und Glocken Beginnen klingen fern darein. auch zu singen. Und in dem Herzen süss und fein Sich alle Glocken Das Das Gott schwingen; ist ein Sir ist ein Klang, die Welt gen, klinget und singet entlang: soll gelobet sein! FA: Muth Spinn! Spinn! Aus dem Schwedischen, nach einer esthländischen Volkweise bearbeitet von Hngo Jüngst. Mägdlein hielt Tag und Nacht Traurig an dem Spinnrad Wacht: Draussen rauschend’s Wa Wind Sser sprang. Saust’ der und’s Vöglein sang. „Röslein man holt im Mich Zeiten Führt Haze, doch Niemand holen mag! flich’'n nein, dieses Jahr mich Keiner zum Altar! Spinn, spinn, spinn, Tochter mein, Morgen kommt der Freier dein!“ Mägdlein spann, die Träne Nie doch rann, kam der Freiersmann. Vebertragen von Herm. Grüser, Heini von Steier. E. S. Engelsberg. Den Finken Waldes schallt des die Nachtigall Geigenstreich goldrein durch die Luft, Schreier, nun spart den Diskant, wieder cs Ihr Zwitschrer, ihr Der Heini von Steier ist im Land! neigen sich all’.| | Im Gärtlein | Hei, ruft,| | Flickschuster im Gaden schwingt s’Käpplein und spricht: | Der Himmel in Gnaden vergisst unser nicht; Sohlleder wird teuer, Bundschuh platzt am Rand, Der Heini von Steier ist wieder im Land. Schon und entschwirren zur Linde, berückt zückt Die lieblichen Kinde mit Kränzen geschmückt: Wo säumen Manch Herz Brand, die Freier? steht in Der Heini von Steier wieder»im Land. ist Der Hirt lässt die Herde, der Wirt Krug, Pferde, der Pflug, kommt gerannt, wieder den Der Knecht lässt die Bauer den Der Vogt und der Maier scheltend Der Heini von Steier ist im Land der Nonnen auf Höh’, Lehnt Eine am Bronnen und weint in den Klee: O Gürtel Schleier, Der blumiger und 0 schwarzes Gewand! Heini, der Heini ist wieder im Land. Der aber hebt schweigend die Fidel zur Brust. Halb brütend, halb geigend, des Volks unbewusst; Leis knisternd strömt Feuer um Saiten und Hand, Der Land, Heini von Steier ist wieder im V. von Hei, lust’ger Ritt durch’s Waldgeheg! Wilhelm Sturm. lust’ ger Die Vö Und Die fleckigen Ritt durch’s Waldgeheg! flaltern die gel und singen, über Büsche und über den Hirsche Weg Springen. Es schäumt und Waldesborn. den Blättern Helfanthorn ımettern. rauscht der Wind in nimmt Es spielt der Der Und Reiter sein lässt lustig se Halli, Wird Frisch auf, Was Hallo, schöner Wal«c mit jedem Morgen. der steht grün, mein Herz, lass es fröhlich blüh'n. tief darin verborgen. Es steigt der Königsadler hoch über die Doch Und Bis Firnen: Minne steigt des eis’gen heimliche höher noch kost mit Himmels Gestirnen. Mir Mich Nicht Möcht’ fort umrauschen: als hörte ich und fort ist's, Fngelsflügel den um Nibelungenhort ich mein Glücke tauschen. ; Ich Die Getrunken Den habe geküsst zu trauter Stund’ junge Königinne, ihrem Mund Minne. Rud. hab’ ich Trank von sel’xen der Baumbach, ALLGEMEINE MUSIKGESELLSCHAFT BaseL. En Sonntag, den 10, Januar 1886. CONCERT IM MUSIKSAALE, zum Benefiz des Herrn Kapellmeisters Alfred Volkland. Unter gefälliger Mitwirkung des Fräulein MARIE FILLUNGER(Sopran), Concertsängerin aus Frankfurt a. M., Fräulein ANNA BUSSINGER(A10), der Herren EMANUEL SANDREUTER (Tenor) und JOSEPH ENGELBERGER(Bass), sowie des Gesang-Vereins und der Liedertafel. ERSTER THEBIL . Ouvertüre zur„Zauberflöte“... W. A. MOZART. 2. Scene und Arie aus„Oberon“.. C. M. von WEBER. Gesungen‘ von Fräulein Pillunger., . Zwei Männerchöre: a)„Der Menschen Vorsicht irret in Nacht umher“, aus„Promotheus“ C. Jos, BRAMBACH. (Mit Orchesterbegleitung.) b)„Bist du im Wald gewandelt“, aus „Der Rose Pilgerfahrt*“... R. SCHUMANN. (Mit Hörnerbegleitung.) . Lieder mit Pianofortebegleitung, gesungen von Fräulein: Fillunger, a) Liebesbotschaft.....,. FF. SCHUBERT. b)„Wehe, so willst du mich wieder“ Jous. BRAHMS. (aus Op. 32.) ZWEITER THEBIL . Neunte Symphonie mit Schlusschor über Schiller’s Ode„An die Freude“ L. van BEETHOVEN. a) Allegro ma non troppo, um poco maestoso. b) Molto vivace(Scherzo).©) Adagio molto e cantabile, d) Finale. Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr. a EEE Das sechste Abonnements-Concert findet Sonntag, den N 24. Januar statt. Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel. Scene und Arie aus„Oberon“. Ozean, du Ungeheuer! schlangengleich hältst du umschlungen rund die ganze Welt! Dem Auge bist ein Anblick von Grösse du, wenn friedlich in des Morgens Licht du schläfst! doch wenn in Wuth du dich erhebst, o Meer! und schlingst die Knoten um dein Opfer her, malmend das mächtige Schiff, als wär’s ein Rohr: dann Ozean, stellst du ein Schreckbild dar. Noch seh’ ich die Wellen toben, dern, An der Brandung wild gehoben, Jede Lebenshoffnung scheitern. Doch still! seh’ ich nicht Licht dort schimmern, Ruhend auf der fernen Nacht, Wie des Morgens blasses Flimmern, Wenn vom Schlaf’ er erwacht. Heller nun empor es glühet, In dem Sturm, der Nebelzug Wie zerriss’'ne Wimpel fliehet, Wie wilden Rosses Mähnen Flug! Und nun die Sonn’ geht auf! Die Winde lispeln leis’, Gestillter Zorn wogt nur Im Wellenkreis, O0 Wonne! Sie seh’n mich! | Wolkenlos strahlt dann die Sonne Durch die Nacht ihr Schäumen schleu-| Auf die Purpurwellen nieder, Wie ein Held nach Schlachtenwonne Im Triumpf sein Zelt sucht wieder. Ach vielleicht erblicket nimmer Wieder dieses Aug’ ihr Licht! Lebe wohl, du Glanz, für immer, Denn für mich erstehst du nicht! Doch was glänzt dort schön und weiss, Hebt sich mit der Wellen Heben? S’ist die Möwe, schweift im Kreis, Wo die Fluth raubt’ ein Leben! Nein! kein Vogel ist’s! Es naht! Heil! es ist ein Boot, ein Schiff! Und ruhig segelt’s seinen Pfad Ungestört- durch das Riff. Mein Hüon zum Ufer herbei! Schnell ‚ schnell diesen Schleier! Er weht! o Gott sende Rath! Schon Antwort! sie rudern mit Macht! :,; Mein Hüon, mein Gatte, die. Rettung, sie naht! Oo Chor aus„Promotheus*, (Vor Themis Thron.) Der Menschen Vorsicht irret in Nacht umher, Der Menschen Trugsinn findet viel der Wege; Und du bist allein, die sie ordnet, Göttliche, menschliche, weise Themis! Du beugest den Stolzen, hebest den Niedrigen, Am starren Nacken stürzend den Uebermuth. Der Erde tiefgebeugte Völker Fleh’n dir alle, der heil’zen Göttin. (Nach J. G, von Herder.) Chor aus„Der Rose Pilgerfahrt*, Bist du im Wald gewandelt, Wenn’s d’rinn so heimlich rauscht, Wenn aus den hohen Büschen Das Wild, aufhorchend, lauscht? Bist du im Wald gewandelt, Wenn d’rinn das Frühlicht geht, Und purpurroth die Tanne Im Morgenscheine steht? Hast du da recht verstanden Des Waldes zaub’risch Grün, Sein heimlich süsses Rauschen, Und seine Melodie’n?— O Herz, wenn dir die Erde Nicht hält, was sie versprach, Wenn Lieb’ und Treu’ die Schwüre In arger Falschheit brach, Dann komm’, ruft’s aus dem Walde, Komm’ her in meine Ruh’, Mein leises, kühles Rauschen Küsst deine Wunden zu: | | CO: Herz, Bist du im Wald geblieben, Wenn’s still zum Abend wird, Wenn durch die dunklen Tannen Der letzte Lichtstrahl irrt: Bist du im Wald geblieben, Wenn sich das Mondenlicht Wie eine Silberbinde Um jedes Bäumchen flicht; Hast dich da an dem Herzen Des Waldes angedrückt, Nicht selig froh zum Himmel Dein Nachtgebet geschickt?— wenn dich die Menschen Verwunden bis zum Tod, Dann klage du dem Walde, Vertrauend, deine Noth, Dann wird aus seinem Dunkel, | Aus seinem Wundergrün, | Beseligend zum Herzen Des Trostes Engel zieh’n. (Moritz Horn.) Liebesbotschaft. Rauschendes Bächlein, so silbern und hell, Eilst zur Geliebten so munter und schnell? Ach! trautes Bächlein, mein Bote sei du, Bringe die Grüsse des Fernen ihr zu. AW ihre Blumen, im Garten gepflegt, Die sie so lieblich am Busen trägt, Und ihre Rosen in purpurner Gluth, Bächlein, erquicke mit kühlender Fluth. Wenn sie am Ufer, in Träume versenkt, Meiner gedenkend, das Köpfchen hängt; Tröste die Süsse mit freundlichem Blick, Denn der Geliebte kehrt bald zurück. Neigt sich die Sonne mit röthlichem Schein , Wiege das Liebchen in Schlummer ein: Rausche sie murmelnd in süsse Ruh’, Flüstre ihr Träume der Liebe zu. (L,. Rellstab.) „Wehe, so willst du mich wieder, Wehe, so willst du mich wieder, Hemmende Fessel, umfangen? Auf und hinaus in die Luft! Ströme der Seele Verlangen, Ström’ es in brausende Lieder, Saugend ätherischen Duft! Strebe dem Wind nur entgegen, Dass er die Wangen dir kühle, Grüsse den Himmel mit Lust! Werden sich bange Gefühle Im Unermesslichen regen? Athme den Feind aus der Brust! (Aug. von Platen.) Schlusschor zur Neunten Symphonie über Schiller’s Ode„An die Freude“, O Freunde, nicht diese Töne! sondern lasst uns angenehmere anstimmen, und freudenvollere.*) Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium, Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligthum! Deine Zauber binden wieder, Was die Mode streng getheilt; Alle Menschen werden Brüder, Wo dein sanfter Flügel weilt. Wem der grosse Wurf gelungen Eines Freundes Freund zu sein, Wer ein holdes Weib errungen, Mische seinen Jubel ein! Ja, wer auch nur eine Seele Sein nennt auf dem Erdenrund! Und wer’s nie gekonnt, der stehle Weinend sich aus diesem Bund! , *) Diese Worte sind von L. van Beethoven. Freude trinken alle Wesen An den Brüsten der Natur; Alle Guten, alle Bösen Folgen ihrer Rosenspur. Küsse gab sie uns und Reben, Einen Freund, geprüft im Tod; Wollust ward dem Wurm gegeben, Und der Cherub steht vor Gott. Froh, wie seine Sonnen fliegen Durch des Himmels prächt’gen Plan, | Laufet, Brüder, eure Bahn, Freudig wie ein Held zum Siegen! Seid umschlungen, Millionen! Diesen Kuss der ganzen Welt! Brüder! über’m Sternenzelt. Muss ein lieber Vater wohnen. Ihr. stürzt nieder, Millionen? Ahnest du den Schöpfer, Welt? Such’ ihn über’m Sternenzelt! Ueber Sternen muss er wohnen. "OO——— 3SSSSSSSSSSOSS SSSSSSSSCECHN 25 ALLGEMEINE MUSIKGESELLSCHAFT BASEL. Sonntag, den 24, Januar 1886, Sechstes ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE. Unter Mitwirkung von Fräulein JULIA HERING(Sopran), aus Genf und Herrn AKTKUR FRIEDHEIM(Fianoforte), aus Wien nn 3 DT DZ we Z PT<<, CT =T ; ERSTER THEIL Symphonie(Nr. 4, D-moll).... R. SCHUMANN. a) Introduction, Allegro. b) Romanze, c) Scherzo. d) Finale, Scene und Cavatine für Sopran aus EEurgantho“;.‚ C. M. von WEBER. Gesungen von Fräul ein Hering. Concert in Es-dur für Pianoforte. F. LISZT. Vorgetragen von Herrn Friedheim. ZWEITER THEIL Lieder mit Pianofortel jegleitung, gesungen von Fräulein Hering. a) Die junge Nonne.. EV. SCHUBERT. b)„Ach, wende diesen Plick* Jous. BRAHMS. c) Aufträge NER, SCHUMANN. Solostücke für Pianoforte, vorgetragen‘ von Herrn Friedheim, a) Pc lonalse in As-dur( 37. CHOPIN b) Preludium in G-dur X c) Ungarische Rhapsodie Nr. 2. F. LISZT. Fest- Ouvertüre A GER VOLKMANN. ( Zum ersten Male.) NV GES = N \. liquot-Concertflügel von Blüthner in Leipzig ist vomLager der HH.Gebrüde rHug hier, Cassa- und Saal-Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb z Uhr._ Ende halb 9 Uhr. SS SE Das siebente Abonnements-Concert findet So nntag, den 7. Februar statt. Die vierte Kammermusik-Soiree findet Dienstag, den 26. Januar statt. Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel. So bin ich nun verlassen, So muss ich hier erblassen Im öden Felsenthal, In Einsamkeit und Qual! Was rieselst du im Haine, Du Quelle mildiglich? Was blickst mit gold’nem Scheine So lieblich, Mond, auf mich? Nicht sieget deine Pracht Ob meiner Leiden Nacht, Wo.irr ich hin?‘— Ach nirgend hin!— Die ganze Welt ist öd’ und leer, Mir blühet keine Heimat mehr! Hier dicht am Quell, wo Weiden steh’n, Die Sterne hell durchschauen, Da will ich mir den Tod erfleh’n, Mein stilles Grab mir bauen. Vohl kommt auch er einst weit daher, let kaum die Stätte mehr: yuscht ihm sanft die Weide zu: jxie Blum’ im Thaue spricht: Nein, sie verrieth dich nicht! Scene und Cavatine aus„Euryanthe*®‘. ( Wilhelmine von Chezy.) Die junge Nonne. Wie braust durch die Wipfel der heulende Sturm! Es klirren die Balken, es zittert das Haus! Es rollet der Donner, es leuchtet der Blitz, Und finster die Nacht wie das Grab! Immerhin.— So tobt’ es auch jüngst noch in mir! Es brauste das Leben, wie jetzo der Sturm, Es bebten die Glieder, wie jetzo das Haus, Es flammte die Liebe, wie jetzo der Blitz, Und finster die Brust wie das Grab. Nun tobe, du wilder gewalt’ger Sturm, Im Herzen ist Friede, im Herzen ist Ruh’, Des Bräutigams harret die liebende Braut, Gereinigt in prüfender Gluth der ewigen Liebe getraut. Ich harre, mein Heiland! mit sehnendem Blick, Komm, himmlischer Bräutigam, hole die Braut, Erlöse die Seele von irdischer Haft!— Horch, friedlich ertönet das Glöcklein vom Thurm! Es lockt mich das süsse Getön allmächtig zu ewigen Höh’n. Alleluja! (Craigher). „Ach, wende diesen Blick.‘ Ach, wende diesen Blick, wende dies Angesicht! Das Inn’re mir mit ewig neuer Gluth, Mit ewig neuem Harm erfülle nicht! Wenn einmal die gequälte Seele ruht, Und mit so fieberischer Wilde nicht In meinen Adern rollt das heisse Blut— Ein Strahl, ein flüchtiger, von deinem Licht, Er wecket auf des Weh’s gesammte Wuth, Das schlangengleich mich in das Herze sticht. (G. F, Daumer.) Aufträge. Nicht so schnelle, nicht so schnelle! Wart’ ein wenig, kleine Welle! Will dir einen Auftrag geben An die Liebste mein. Wirst du ihr vorüber schweben, Grüsse sie mir fein! Sag’, ich wäre mitgekommen, Auf dir selbst herabgeschwommen: Für den Gruss Einen Kuss Kühn mir zu erbitten; Doch der Zeit Dringlichkeit Hätt’ es nicht gelitten. Nicht so eilig! halt! erlaube, Kleine, leichtbeschwingte Taube! Habe dir was aufzutragen An die Liebste mein) Sollst ihr tausend Grüsse sagen Hundert obendrein. Sag’, ich wär‘ mit dir geflogen, Ueber Berg und Strom gezogen: Für den Gruss Einen Kuss Kühn mir zu erbitten; Doch der Zeit Dringlichkeit ” es nicht gelitten. Warte nicht, dass ich dich treibe, O du träge Mondesscheibe! Weis ja, was ich dir befohlen Für die Liebste mein: das Fensterchen verstohlen ' ” zu ihr hinzufliegen: ° den Gruss Einen Kuss (Ch, L’Egru, SSSSSSSSSSSOSSSSSSSSSS ALLGEMEINE MUuSIKGESELLSCHAFT BaAseL. Sonntag, den 7. Februar 1886. Siebentes ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE. Unter Mitwirkun von Frau AMALIE JOACHIM und Frau LAURA RAPPOLDI-KAHRER, Kgl. sächs. Kammervirtuosin, ERSTER THELL Symphonie in C-moll..... H.von HERZOGENBERG. a) Adagio. Allegro. b) Adagio ma non troppo. c) Allegro agitato und d) Allegro(Finale), ( Zum ersten Male.) 2) Scene der Andromache aus KA leüs*. 2) ge 19r Max! BRUCH: (Zum ersten Male.) Gesungen von Frau Joachim. ZWEITER THEIL . Concert für Pianoforte(Nr. 2, G-moll) C. SAINT-SAENS. Vorgetragen von Frau Rappoldi, . Lieder mit Pianofortebegleitung aus dem BEichendorff’schen Liederkreise R. SCHUMANN. Gesungen von Frau Joachim, a) In der Fremde. b) Waldesgespräch. c) Die Stille. d) Wehmuth. e) Frühlingsnacht. . Solostücke für Pianoforte, vorgetragen von Frau Rappoldi. a) Gigue. 2... D. SCARLATIE b) Liebeslied;. T 5.YA,. HENSELT. c) Etude(F-moll)- AN NNOISET: 6. Ouvertüre zu den„Hebriden“.. F. MENDELSSOHN. *) Die Aufführung der»ersten Scene der Andromache« aus» Achilleus« von M. Bruch, sowie der Abdruck des Textes dazu erfolgen im Einverständniss und nach Vereinbarung mit dem Verleger des Werkes, Herrn N. Simrock in Berlin, Der Aliquot-Concertflügel von Blüthner in Leipzig ist vomLager der HH.GebrüderHug hier, Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr. Das achte Abonnements-Concert findet Sonntag, den 21. Februßr statt. sr Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel. = Scene der Andromache aus„Achi lleus.**) Noch lagert Dämm’rung auf Berg und Thal, Noch schweigt das Leben rings umher, Nur leise athmet das ferne Meer! Ich wandle allein, im Herzen nie schlummernde Sorgen, Hinaus in den thauigen Morgen! Wie glänzt der Flüsse silbernes Band, Wie lieblich wogen die Felder, Wie ragen feierlich in’s Land Die dunklen Kronen der Wälder! Doch weh! der nächsten Stunde Gang Entfesselt das wilde Verderben, Ring’s wüthet des Krieges mörd’rischer Drang, Verzweiflungsschrei und Sterben! O Friede, Friede, wann kehrst du uns wieder? Wann kommt mit dem Oelzweig geschmückt aus dem Feld, Der trauteste Gatte, der herrlichste Held? O lösche die Fackel des Kriegs! Zieh’ selig daher mit Kranz und Lied, Auf dem goldenen Wagen des Sieges!— (H. Bulthaupt.) Die Aufführung der»ersten Scene der Andromache« aus»Achilleus« von M. Bruch, sowie der Abdruck des Textes dazu erfolgen im Einverständniss und nach Vereinbarung mit dem Verleger des Werkes, Herrn N, Simrock in Berlin. In der Fremde. Aus der Heimath hinter den Blitzen roth, Da kommen die Wolken her. Aber Vater und Mutter sind lange todt, Es kennt mich dort Keiner mehr. Wie bald, ach wie bald kommt die stille Zeit, Da ruhe ich auch, und über mir Rauscht die schöne Waldeinsamkeit, Und Keiner kennt mich mehr hier. Waldesgespräch. Es ist schon spät, es ist schon kalt, Was reit’st du einsam durch den Wald? Der Wald ist lang, du bist allein, Du schöne Braut, ich führ’ dich heim! „Gross ist der Männer Tryg und List, Vor Schmerz mein Herz gebrochen ist, Wohl irrt das Waldhorn her und hin; O flieh’, du weisst nicht wer ich bin.“ So reich geschmückt ist Ross und Weib, So wunderschön der junge Leib; Jetzt kenn’ ich dich, Gott steh’ mir bei, Du bist die Hexe Loreley! „Du kennst mich wohl, von hohem Stein Schaut still mein Schloss tief in den Rhein! Es ist schon spät, es ist schon kalt, Kommst nimmermehr aus diesem Wald!“ Die Stille. Es weiss und räth‘es doch Keiner, Wie mir so wohl ist, so wohl! Ach! wüsst’ es nur Einer, nur Einer, Kein Mensch es sonst wissen sollt’! So still ist’s nicht draussen im Schnee, So stumm und verschwiegen sind Die Sterne nicht in der Höh’, Als meine Gedanken sind. Ich wünscht’, ich wär’ ein Vöglein Und zöge über das Meer, Wohl über das Meer und weiter, Bis dass ich im Himmel wär’. Wehmuth. Ich kann wohl manchmal singen, Als ob.ich fröhlich sei, Doch heimlich Thränen dringen, Da wird das Herz mir frei. Es lassen Nachtigallen, Spielt draussen Frühlingsluft, Der Sehnsucht Lied erschallen, Aus ihres Kerkers Gruft. Da lauschen alle Herzen, Und Alles ist erfreut, Doch Keiner fühlt die Schmerzen, Im Lied das tiefe Leid. Frühlingsnacht,. Ueber’m Garten durch die Lüfte Hört’ ich Wandervögel zieh’n, Das bedeutet Frühlingsdüfte, Unten fängt’s schon an zu blüh’n. Jauchzen möcht’ ich, möchte weinen, Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein! Alte Wunder wieder scheinen Mit dem Mondesglanz herein. Und der Mond, die Sterne sagen’s, Und im Traume rauscht’s der Hain, Und die Nachtigallen schlagen’s: „Sie ist deine, sie ist dein!“ (J, von Eichendorff,} — u) 1-11 1-11(Si E NEN ; ) ) SS BE RCE-SSSSSSSSSSOGOSSSSSSSSSSE A LLGEMEINE MUuSIKGESELLSCHAFT Baseı. Sonntag, den 21. Februar 1886 Achtes ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE. Unter Mitwirkung von Herrn ROBERT KAUFMANN aus Frankfurt a. M. und Herrn Concertmeister ADOLF BARGHEER. ERSTER THEIL . Symphonie(Nr. 8, F-dur)... L. van BEETHOVEN. a) Allegro vivace e con brio, b) Allegreito scherzando. c) Tempo di Menuetto, d) Allegro Vvivace, . Cavatine fürTenoraus„La dame blanche“ A. BOIELDIEU. Gesungen von Herrn Kaufmann, „Concert für Violine... N. W. GADE. (Op. 56; zum ersten Male.). Vorgetragen von Herrn Bargheer. ZWEITER THEIL . Larghetto aus der Symphonie in C- Soll(Nr: 8)i0410, xx. . Lieder mit Pianofortebegleitung, gesungen von Herrn Kaufmann. a) La PromMessaL EL NG, RÖOSSINK b) Trockne Blumen‘. EN TNGSCHUÜBERT. c) Der Hidalgo HER. R. SCHUMANN. 6. Vorspiel zur Oper„Pi Meistersinger von. Nürnberg“... R. WAGNER. Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr. Das neunte Abonnements-Concert findet Sonntag, den den 7; März statt. Die fünfte Kammermusik-Soiree findet Dienstag, den 23. Februar statt; Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel. Ssssessssssss& 8 x sd ©®SS AED AED AFFE AFDLAD LIED Cavatine. Viens, gentille dame, De toi, je re&clame La foi des serments. A tes lois fideles Me voici, ma belle, Parais, je t’attends. Que ce lieu solitaire, Et que ce doux mystere Ont de charme pour moi. Qui, je sens qu’a ta vue L’äme doit etre Emue, Mais, ce n’est pas d’effroi. Deja la nuit plus sombre Sur nous repand son ombre, Quwelle tarde ä venir. Dans”’mon impatience Le ce@ur me bat d’avance, D’attente et de plaisir. La promessa. Ch’io mai vi possa lasciar d’amare, No nol credete pupille care; Nemen per gioco v’ingannerd. Voi solo siete le mie faville E voi sarete, care pupille Il mio bel foco sin ch’io vivrd, (Metastasio.) Trock’ne Blumen. Ihr Blümlein alle, die sie mir gab, Euch soll man legen mit mir in’s Grab. Wie seht ihr alle mich an so weh, Als ob ihr wüsstet, wie mir gescheh’? Ihr Blümlein alle, wie welk, wie blass? Ihr Blümlein alle, wovon so nass? Ach, Thränen machen nicht maiengrün, Machen todte Liebe nicht wieder blüh’n. Und Lenz wird kommen und Winter wird geh’n, Und Blümlein werden im Grase steh’n, Und Blümlein liegen in meinem Grab, Die Blümlein alle, die sie mir gab. Und wenn sie wandelt am Hügel vorbei, Und denkt im Herzen: der meint’ es treu! Dann, Blümlein alle, heraus, heraus! Der Mai ist kommen, der Winter ist aus. (W. Müller,} Der Hidalgo. Es ist so süss, zu scherzen Mit Liedern und mit Herzen Und mit dem ernsten Streit! Erglänzt des Mondes Schimmer, Da treibt’s mich fort vom Zimmer, Durch Platz und Gassen weit, Da bin zur Lieb’ ich immer Wie zum Gefecht bereit! Die Schönen von Serilla Mit Fächer und Mantilla Blicken dem Strom entlang, Sie lauschen mit Gefallen, Wenn meine Lieder schallen Zum Mandolinenklang, Und dunkle Rosen fallen Mir vom Balkon zum Dank. Ich trage, wenn ich singe, Die Zither und die Klinge Vom Toledan’schen Stahl. Ich sing’ an manchem Gitter Und höhne manchen Ritter Mit keckem Lied zumal, Den Damen gilt die Zither, Die Klinge dem Rival! Auf denn zum Abenteuer, Schon losch der Sonne Feuer Jenseits der Berge aus. Der Mondnacht Dämmerstunden, Sie bringen Liebeskunden, Sie bringen blut’gen Strauss, Und Blumen oder Wunden Trag’ morgen ich nach Haus! (E. Geibel.) RASLFR_GESANCVERKFIN Aufführung des Basler Secfangvereins | unter Leitung des Herrn Kapellmeijters AM. Bolkland und gefl. Mitwirkung von Frau Dr. Fiechter, It. WM, Buffinger, den OS€. Sandreuter und F, Engelberger yeitgliedern de3 Gejangvereins, Samstag, den 27. Febrü r,/Abends 7 Uhr, im Musiksaal Programm. . O©uverture zum Sommernachtstraum für Orchefter F. Mendel$john. 2. Lieder für gemifchten Chor: a) Tragödie, b) Auf dem See. MendelSjohn. wei NMotturnoSs für vier Soloftimmen mit Klavierbegleitung SH. vo. Herzogenberg, , Qieder für gemifchten Chor aus Op. 62 a) Waldesnacht, b) Dein Herzlein mild I. Brahms. . Der 23, Pfalım, für Heinen. Frauendhur(viers ftimmig) mit Klavierbegleitung. Schubert. . Qicder für gemifchten Chor: a) John Anderjon, b) Der Schmied, c) Schön KRohtraut. Schumann, 7. Fragmente aus„Preciofa‘“(für Chor und Orhefter): a) Duverture, b) Im Wald, c) die Sonw’ erivacht, d) Lied für Sopran(Einfjam bin ich), e) 68 blinfen fo Iuftig die Sterne SE. M. v. Weber. Hauptprobre: Zonnerfiag, den 25. Februar, 7 Ahr. Sinutrittspreife: Hauptprobe: Ballon 3 Fr., Sperrfit 2 Fr., Parquett 1 Fr, Aufführung:#8. 88 BTL,„AI 1 TextbudH 20 Gt8s, 2146]_ BiNetS und Teytbücdher find von Montag den 22, Februar an bei den DO. Gebr. Hug und Hegar, fjowie ÜNbends an der Kaffe erhältlich. Aufführung des Basler Sefangvereins unter Leitung des Herrn Kapellmeijters MW. Bolkland und gefl. Mitwirkung von Frau Dr. Fiechter, J4. M, Buffinger, den OH€. Sandreuter und 97. FeDrgS Mitgliedern des Gejangvereins, Samstag, den 27. Febrügr, Abends 7 Uhr, im Musiksaal. Programm. 1. Ouüverture zum Sommernachtstraum für Orchefter F. MendelSjohn. 2. Lieder für gemifchten Chor: a) Tragödie, b) Auf dem See SF. MendelSjohn. wei NMotturnosSs für vier Soloftimmen mit Klavierbegleitung DH. v. Herzogenberg, 4. Qieder für gemifchten Chor aus Op. 62 a) Waldesnacht, b) Dein Herzlein mild 3. Brahms. 5. Der 23, Pfalım, für Heinen. Frauenhıur(viers ftimmig) mit lavierbegleitung F. Schubert. 6. Qieder für gemifchten Chor: a) John Anderjon, b) Der Schmied, c) Schön RKohtraut NR. Schumann. 7. Fragmente aus„Preciofa'“(für Chor und Orefter): a) Duverture, b) Im Wald, c) die Sonn’ erivacht, d) Lied für Sopran(Einjam bin id), e)€8 blinfen fo Iuftig die Sterne E. M. v. Weber. Hauptprobe: Zonnerfag, den 25. Februar, 7 Ahr. Sinutritts$preife: Hauptprobe: Ballon 3 Fr., Sperrfit 2 Fr., Parquett 1 Fr, Yufführung:„BGE u FE, vn CR . 1 TextbudhH 20 GEt8s, 2146] BiketS und Texytbücher find von Montag den 22, Februar an bei den DO. Gebr, Hug und Hegar, jowie Wbends an der Kaffe erhältlich. beftehend in einer Xafferwerkanlage von ca. nn Yfordi mit Turbine ijt in Folge Liquidoton der Gefelljhaft bh verkaufen.(1711 Situationspläne und Detailbejhreidbungen werden abgegeber Yapierfabrik Wälflingen in Ziqguiüt Carl Tadendorf, Bafel Chemische Waschanstalt& Färbe Nr. 18 untere Rebgasse, Nr. 61 Aescht vorstadt, Nr. 40 Spalenvorstadt. MNeinigung aller Art unzertrennter Herren: u. Dai Garderobe, Seidene Kleider in den heiten und un {ten Farben mit jedem Befat, Handfchuhe, Federn,€ dinen: Points: Spigenwafcheret auf Nıu. Tull: und Mull:-Sardinen werden ohne jede erhöbung auf WunidH umverbrennlich bhergeftellt, 2 heißt infofern, al8 diefelben nicht in Flammen aufgehen fü a jonvern nur fohlen. zn Färberei für Sammet- Gegenftände, ei 2 Sletder und Stoffe, Damen: und Herren kleider,| 22 belftoffe, Chäles, Spigen, Bäuder, Handfk Federn 2C. 2. % Um meinen geehrten Kunden jede Bequemlichkeit zu| werden fortan nicht nur größere Gegenftände, fondern jed wünfchte often franco abgeholt und wieder. abgeliefert. Wichtig£. Magenleider BASLER GESANGVEREIN. ‚60 Pierdi GejeXjdhaft D En (1711 ‚den abgegeber AUFFÜHRUN G gen iur Ziqguül ö UNTER LEITUNG DES Balel HERRN KAPELLMEISTERS A. VOLKLAND. & Färbe 61 Aescht Samstag, den 27. Februar 1886, orstadt. rreinz u. Dai Abends 7 Uhr, elften und un: oe, Federn,€ im u. z ı ohne jede Musiksaal. ch bergeftellt, en aufgehen fü nftände, fei EN w ‚ren Fleider,| xt, Haudicd: BASEL. Schweighauserische Buchdruckerei. yemlichfeit zu 1 1886. je, Jondern jed ;. abgeliefert.( leider PROGRAMM: Ouverture zum Sommernachtstraum, für Orchester v. F., Mendelssohn. 2. Lieder für gem. Chor v. F. Mendelssohn. a) Tragödie. 6) Auf dem See, 3. Zwei Notturnos für vier Solostimmen mit Klavierbegleitung v. H. v. Herzogenberg. 4%. Lieder für gem. Chor v..]. Brahms: a) Waldesnacht. 6)„Dein Herzlein mild.“ 5. Der 23. Psalm für Frauenchor mit Klavierbegleitung v. F. Schubert. 6. Lieder für gem. Chor v. R. Schumann. a) John Anderson. 6) Der Schmied. c) Schön Rohtraut. 7. Fragmente aus ‚„Preciosa‘* mit Orchester V:: C. M..v. Weber. a) Ouverture. 6) Im Wald.(Chor.) c) Die Sonw erwacht.(Chor.) d) Lied für Sopran(Einsam bin ich). e) Es blinken so lustig die Sterne.(Chor.) 1. ÖUVERTURE ZUM SOMMERNACHTSTRAUM für Orchester. F. Mendelssohn. 2.-LIEDER FÜR GEMISCHTEN CHOR. F. Mendelssohn. a) Tragödie. Entflieh’ mit mir und sei mein Weib Und ruh’ an meinem Herzen aus; In weiter Ferne sei mein Herz Dir Vaterland und Vaterhaus. Und fliehst du nicht, so sterb’ ich hier, Und du bist einsam und allein; Und bleibst du auch im Vaterhaus, Wirst doch wie in der Fremde sein. 4 Es Er fiel auf die bunten Blaublümelein, fiel ein Reif in der Frühlingsnacht, Sie sind verwelket, verdorret. Ein Jüngling hatte ein Mädchen lieb, Sie flohen heimlich von Hause fort, Es wusst’s weder Vater noch Mutter. Sie sind gewandert hin und her Sie haben gehabt weder Glück noch Stern > Sie sind gestorben, verdorben. Auf ihrem Grab, da steht eine Linde, Drin pfeifen die Vögel und Abendwinde, Und drunter sitzt auf dem grünen Platz Der Müllersknecht mit seinem Schatz. Die Winde weh’n so still und so schaurig, Die Vögel singen so süss und so traurig, Die schwatzenden Buhlen, sie werden stumm, Sie weinen und wissen selbst nicht warum. X. Heine. b) Auf dem See. Und frische Nahrung, neues Blut Saug’ ich aus freier Welt; Wie ist Natur so hold und gut, Die mich am Busen hält! Die Welle wieget unsern Kahn Im Rudertakt hinauf, Und Berge, wolkig, himmelan, Begegnen unserm Lauf. Aug’, mein Aug’, was sinkst du nieder? Goldne Träume, kommt ihr wieder? Weg, du. Traum! so. hold du: bist; Hier auch Lieb’ und Leben ist. Göthe, 3. ZWEI NOTTURNOS FÜR VIER SOLOSTIMMEN 3 HA. v. Herzogenberg, (Frau Dr. Fiechter, Frl. A. Bussinger, HH. Sandreuter und Engelberger) mit Klavierbegleitung(Hr. Volkland). a) Die Nacht: Nacht ist wie ein stilles Meer, Lust und Leid und Liebesklagen Kommen so verworren her In dem linden Wellenschlagen. Wünsche wie die Wolken sind, Schiffen durch die stillen Räume, Wer erkennt im lauen Wind, Ob’s Gedanken oder Träume?— Schliess’ ich nun auch Herz und Mund, Die so gern den Sternen klagen: Leise doch im Herzensgrund Bleibt das linde Wellenschlagen. 7. vn Eichendorff. b); Die Nacht: Wie schön, hier zu verträumen Die Nacht im stillen Wald, Wenn in den dunklen Bäumen Das alte Märchen hallt. Die Berg’ im Mondesschimmer Wie in Gedanken stehn, Und durch verworr’ne Trümmer Die Quellen klagend gehn. Denn müd’ ging auf den Matten Die Schönheit nun zur Ruh’, Es deckt mit kühlen ‚Schatten Die Nacht. das Liebchen zu. Das ist das irre Klagen In stiller Waldespracht, Die Nachtigallen schlagen Von ihr die ganze Nacht. Die Stern’ gehn auf und nieder— Wann kommst du, Morgenwind, Und hebst die Schatten wieder Von dem verträumten Kind? Schon rührt sich’s in den Bäumen, Die Lerche weckt sie bald— So will ich treu verträumen Die Nacht im stillen Wald. v. Eichendorff. ———‚— 4: ZWEI LIEDER FÜR GEMISCHTEN CHOR aus Op. 62 von FF. Brahms. a) Waldesnacht. Waldesnacht, du wunderkühle, Die ich tausend Male grüss’, Nach dem lauten‘ Weltgewühle, O, wie ist dein Rauschen süss. Träumerisch die müden Glieder Berg’ ich weich in’s Moos, Und mir ist, als würd’ ich wieder AN’ der irren Qualen los. Fernes Flötenlied vertöne, Das ein weites Sehnen rührt, Die Gedanken in die schöne, Ach, missgönnte Ferne führt. Lass die Waldesnacht mich wiegen, Stillen jede Pein, Und ein seliges Genügen Saug’ ich mit den Düften ein. In den heimlich engen Kreisen, Wird dir wohl, du wildes Herz, Und ein Friede schwebt mit leisen Flügelschlägen niederwärts. at — Singet, holde Vögellieder, Mich in Schlummer sacht! Irre Qualen löst euch wieder, Wildes Herz, nun gute Nacht. b)» Dein Herzlein mild.« Dein Herzlein mild, Du liebes Bild, Das ist noch nicht erglommen, Und drinnen ruht Verträumte' Glut, Wird bald zu Tage kommen. Es hat die Nacht Ein’n Thau gebracht Den Knospen all’ im Walde, Und Morgens drauf Da blüht’s zuhauf Und duftet durch die Halde. Die Liebe sacht Hat über Nacht Dir Thau in’s Herz gegossen, Und Morgens dann, Man sieht dir’s an, Das Knösplein ist erschlossen. 5; DER 23. PSALM, FÜR FRAUENCHOR mit Klavierbegleitung(Hr. Volkland). F.. Schubert. Gott ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln, er lagert mich auf grüne Weide, er leitet mich an stillen Bächen, er labt mein schmachtendes Gemüth, er führt mich auf gerechtem Steige zu seines: Namens Ruhm. Und wall’ ich auch im Todesschattenthale, so wall’ ich ohne Furcht; denn du beschützest mich, dein Stab und deine Stütze sind mir immerdar mein Trost. Du richtest mir ein Freudenmahl im Angesicht der Feinde zu, du salbst mein Haupt mit Oele, und schenkst mir volle Becher ein; mir folget Heil und Seligkeit in diesem Leben nach, einst ruh’ ich ew’ge Zeit dort in des Ew’gen Reich. 6. DREI LIEDER FÜR GEMISCHTEN CHOR, a) John Anderson. John Anderson, mein Lieb! Wie rabenschwarz dein Haar, haben uns geseh’n, 3 5 Die Stirne glatt und schön! Nun Gilätte nicht, noch Locke Der schönen Stirne blieb; Doch segne Gott dein schneeig Haupt, John Anderson, mein Lieb! John Anderson, mein Lieb! Wir klommen froh bergauf, Und manchen heitern Tag Begrüssten wir im Lauf! Nun abwärts Hand in Hand, Froh wie’s bergauf uns trieb, Und unten sel’ges Schlafengehn, John Anderson, mein Lieb! b): Der Schmied. Ich hör’ meinen Schatz, Den Hammer er schwinget, Das rauschet, das klinget,} Das dringt in die Weite, Wie Glockengeläute, Durch Gassen und Platz. Am schwarzen Kamin, Da sitzet mein Lieber, Doch Die Bälge dann sausen, geh’ ich vorüber Die Flammen aufbrausen Und lodern um ihn. c) Schön Rohtraut. angs Töchter Wie heisst König Ringang 0Q ' Rohtraut, schön Rohtraut! Was thut sie denn den ganzen Tag, Da sie wohl nicht spinnen und nähen m Thut fischen und jagen. O dass ich doch ein Jäger wär’, Das Fischen und Jagen freute mich Schweig stille, mein Herz! Und über eine kleine Weil? Rohtraut, schön Rohtraut! So dient der Knab’ auf Ringangs Schloss, In Jägertracht und hat ein Ross, Mit Rohtraut zu jagen. O dass ich doch ein König wär’, Rohtraut, schön Rohtraut lieb’ ich so sehr, Schweig stille mein Herz! Einstmals sie ruhten am Eichenbaum, Da lacht‘ schön Rohtraut: »Was siehst mich an so wonniglich? Wenn du das Herz hast, küsse mich!« Ach, erschrak der Knabe, Doch denket er, mir ist’s vergunnt, Und küsset schön Rohtraut auf den Mund! Schweig stille, mein Herz! Darauf sie ritten schweigend heim, Rohtraut, schön Rohtraut! Es jauchzt der Knab’ in seinem Sinn: »Und würd’st du heute Kaiserin, Mich sollt’s nicht kränken: Ihr tausend Blätter im Walde wisst, Ich hab’ schön Rohtrauts Mund geküsst! Schweig stille, mein Herz!« E. Mörik a FRAGMENTE AUS PRECIOSA mit Orchester. C. M. v. Weber, geb. 1786. a) Ouverture. b) Chor der Zigeuner. Im Wald, im Wald! Im frischen grünen Wald, Wo’s Echo schallt, Im Wald, wo’s Echo schallt, Da tönet Gesang und der Hörner Klang So lustig den schweigenden Forst entlang. Trarah, trarah, trarah! Die Nacht, die Nacht! Die rabenschwarze Nacht! Gesellen wacht, Durchwacht die schwarze Nacht; Die Wölfe, sie lauern und sind uns nicht fern, Das Bellen der Hunde, sie hören’s nicht gern. Wauwau! Wauwau! Wauwau! Die Welt, die Welt! Die grosse weite Welt Ist unser Zelt; Die Welt ist unser Zelt! Und wandern wir singend, so schallen die Lüfte, Die Wälder, die Thäler, die felsigen Klüfte. Hallo! Hallo! Hallo! c) Chor der Zigeuner. Die Sonn’ erwacht! Mit ihrer Pracht Erfüllt sie Berge, das Thal. O Morgenluft, O Waldesduft, O goldener Sonnenstrahl. Mit Sing und Sang Die Welt entlang! Wir fragen woher nicht, wohin? Es treibt uns fort Von Ort zu Ort Mit freiem und fröhlichem Sinn. In Weit’ und Fern’ Führt uns ein Stern; Auf ihn nur gerichtet den Blick! Preciosa, Dir, Dir folgen wir, Und keiner bleibt, keiner, zurück! d) Lied für Sopran. (Frau Dr. Fiechter.) Einsam bin ich nicht alleine; Denn es schwebt ja süss und mild Um mich her im Mondenscheine Dein geliebtes, theures Bild. Was ich denke, was ich treibe Zwischen Freude, Lust und Schmerz, Wo ich wandle, wo ich bleibe, Ewig nur bei dir, mein Herz. Unerreichbar wie die Sterne, Wonneblinkend wie ihr Glanz, Bist du nah’, doch ach so ferne, Füllest mir die Seele ganz. 16 e) Chor. Es blinken so lustig die Sterne, In’s Dunkel des Lebens herein; Sie lächeln aus dämmernder Ferne Und schlingen die funkelnden Reih’n. Die Erde, verwandelt zum Himmel In bunter, feuriger Pracht Durchblitzet mit Strahlengewimmel Die fröhliche, festliche Nacht. Doch heller als Lampen und Sterne Erglänzet Feinsliebchens Gesicht, Es schwindet die Nähe, die Ferne Vor seinem erquickenden Licht. Wir jubeln in frohem Getümmel Uns lächelt ein dreifacher Schein; Es dreht sich die Erde, der Himmel, Es lebe:die Liebe, der Wein. Progra mm-Aenderung: Herr Robert Kaufmann hat wegen plötzlicher Erkrankung telegraphisch abgesagt. An seiner Stelle hat Fräulein Versee vom hiesigen Stadttheater die Gefälligkeit zu singen: Als Nro. 2: Recitativ u. Arie für Sopran:»Abscheulicher, wo eilst du hin», aus Fidelio von L. van Beethoven. Als Nro. 5: Recitativ u. Arie für Sopran:»Und Susanne kommt nicht«, aus Figaro von W, A. Mozart. Sonntag, den 7. März 1886 Neuntes ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE. Unter Mitwirkung von Herrn ROBERT KAUFMANN aus Frankfurt a. M. ERSTER THEIL 1. Symphonie. in D-dur: 4.0 Jos, HAYDN. (Nr. 5 der Breitkopf u. Härtel’schen Ausgabe.) a) Adagio ed Allegro assai. b) Largo cantabile, c) Menuetio(Allegretto). d) Finale(Presto ma non troppo), x. 7.5 NZ 2, Cavatine fürTenoraus„La dame blanche“ A. BOIELDIEU. Gesungen von Herrn Kaufmann, ©® H. BERLIOZ. 3. a) Sylphentanz aus Oi b) Rakoczy-Marsch mung Faust’s“ ZWEITER THEIL . Lieder mit Pianofortebegleitung, gesungen von Herrn Kaufmann, a) ba promessa 0 N G--RÖSSINT. b) Trock’ne Blumen EA SCHUBERT. c). Der Hidalgo:*„55.00 Cute ed. SCHUMANN. Symphonie(Nr. 2, C-dur).... R. SCHUMANN. a) Sostenuto assai ed Allegro ma non troppo. b) Scherzo(Allegro vivace),, C) Adagio espressivo. d) Allegro molto vivace. SLEDLEDLEDLED.(EDS \ AS SSS= LED. wg Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr. Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr. Das zehnte Abonnements-Concert findet Sonntag, den 21. März statt. Die sechste Kammermusik-Soiree findet Dienstag, den 9. März statt. N Cavatine. Viens, gentille dame, De toi, je re&clame La foi des serments. A tes lois fideles Me voici, ma belle, Parais, je t’attends. Que ce lieu solitaire, Et que ce doux mystere Ont de charme pour moi. Qui, je sens qu’'a ta vue L’äme doit&tre emue, Mais, ce n’est pas d’effrol. D6ja la nuit plus sombre Sur nous repand son ombre, Quelle tarde ä venir. Dans mon impatience Le ceur me bat d’avance, D’attente et de plaisir. La promessa. Ch’io mai vi possa lasciar d’amare, No nol credete pupille care; Nemen per gioco v’ingannerd. Voi solo siete le mie faville E voi sarete, care pupille Il mio bel foco sin ch’io vivrd, (Me Trock’ne Blumen. Ihr Blümlein alle, die sie mir gab, Euch soll man legen mit mir in’s Grab. Wie seht ihr alle mich an so weh, Als ob ihr wüsstet, wie mir gescheh’? Ihr Blümlein alle, wie welk, wie blass? Ihr Blümlein alle, wovon so nass? Ach, Thränen machen nicht maiengrün, Machen todte Liebe nicht wieder blüh’n. tastasio.) Und Lenz wird kommen und Winter wird geh’n, Und Blümlein werden im Grase steh’n, Und Blümlein liegen in meinem Grab, Die Blümlein alle, die sie mir gab. Und wenn sie wandelt am Hügel vorbei, Und denkt im Herzen: der meint’ es treu! Dann, Blümlein alle, heraus, heraus! Der Mai ist kommen, der Winter ist aus. C(W. . Müller.) Der Hidalgo. so süss, zu scherzen Mit Liedern und mit Herzen Und mit dem ernsten Streit! 1 Erglänzt des Mondes Schimmer, Da treibt’s mi rt vom Zimmer, Durch Plat Da bin zur Lieb’ ich immer Wie zum Gefecht bereit! om entlang, lauschen mit Gefallen, Ilka Zum Mandolinenklang, Und dunkle Rosen fallen Mir vom Balkon zum Dank. 1 h4 N ch trage, wenn ich singe, Die Zither und die Klinge Vom Toledan’schen Stahl. Ich sing’ an manchem Gitter Und höhne manchen Ritter Mit keckem Lied zumal, 1 Den Damen gilt die Zither, Die Klinge dem Kival! Auf denn zum Abenteuer, Schon losch der Sonne Feuer Jenseits der Berge aus. Der Mondnacht Dämmerstunden, Sie bringen Liebeskunden, Sie bringen. blut’gen Strauss, Und Blumen oder Wunden Trag’ morgen ich nach Haus! (E, Geibel,) ZI EFF Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel. AS ALLGEMEINE MusSIKGESELLSCHAFT Basen. —,s Dienstag, den 9, März 1886 Sechste KAMMERMUSIK-SOIREE IM SAALE DES STADT-CASINO, Unter gefälliger Mitwirkung von Fräulein F. R. Sonate in A-dur für Pianoforte und Violoncello.(Op. 69.).....:L. van BEETHOVEN. Herren Zickendraht und Kahnt, a) Allegro ma non tanto. b) Scherzo(Allegro molto),. c) Adagio cantabile ed Allegro vivace. Lieder für Mezzo-Sopran mit Pianofortebegleitung, gesungen von Fräulein F.R. a) Von ewiger Liebe 2,=... Jols.. BRAHMS. b)„ Wie soll ich die Freude“ ( Magelonen- Romanze Nr. 6.) c) Sonntag » » Quartett in D-dur für Streichinstrumente Jos. HAYDN. (Op: 20; Nr. 4.) a) Allegro di molto. b) Un poco affettuoso (Tema con variazioni). c) Menuetto(Allegretto alla Zingarese). d) Presto scherzando. Mitwirkende Herren: Concertmeister Bargheer, Nordmann( Violine), Hoyer(Viola), Kahnt(Violoncello), Zickendraht(Pianoforte). Der Aliquot-Concertüügel von Blüthner in Leipzig ist vomLager der HH.GebrüderHug hier. Anfang 7 Uhr. Ende nach 8 Uhr. Eintrittskarten zu Fr, 2, 50 sind Abends an der Casse zu haben. Von ewiger Liebe. Dunkel, wie dunkel, in Wald und in Feld! Abend schon wird es, nun schweiget die Welt. Nirgend noch Licht und nirgend noch Rauch, Ja, und die Lerche, sie schweiget nun auch. Kommt aus dem Dorfe der Bursche heraus, Giebt das Geleit der Geliebten nach Haus, Führt sie am Weidengebüsche vorbei, Redet so viel und so mancherlei: „Leidest du Schmach und betrübest du dich, Leidest du Schmach von Andern um mich, Werde die Liebe getrennt so geschwind, Schnell wie wir früher vereiniget sind. Scheide mit Regen und scheide mit Wind, Schnell wie wir früher vereiniget sind.“ Spricht das Mägdelein, Mägdelein spricht: „Unsere Liebe, sie trennet sich nicht! Fest ist der Stahl und das Eisen gar sehr, Unsere Liebe ist fester noch mehr. Eisen und Stahl, man sehmiedet sie um, Unsere Liebe, wer wandelt sie um? Eisen und Stahl, sie können zergehn, Unsere Liebe muss ewig bestehn!“ (Jos, Wentzig, Nach dem Wendischen.) Romanze aus„Magelone“. Wie soll ich die Freude, Die Wonne noch tragen? Dass unter dem Schlagen Des Herzens die Seele nicht scheide? Und wenn nun die Stunden Der Liebe verschwunden, Wozu das Gelüste, In trauriger Wüste Noch weiter ein lustleeres Leben zu ziehn, Wenn nirgend dem Ufer mehr Blumen erblühn? Wie geht mit bleibehang’nen Füssen Die Zeit bedächtig Schritt vor Schritt! Und wenn ich werde scheiden müssen, Wie federleicht fliegt dann ihr Tritt! Schlage, sehnsüchtige Gewalt, In tiefer treuer Brust! Wie Lautenton vorüber hallt, Entflieht des Lebens schönste Lust. Ach, wie bald Bin ich der Wonne mir kaum noch bewusst. Rausche, rausche weiter fort, Tiefer Strom der Zeit, Wandelst bald aus Morgen Heut, Gehst von Ort zu Ort; Hast du mich bisher getragen, Lustig bald, dann still, Will es nun auch weiter wagen, Wie es werden will. Darf mich doch nicht elend achten, Da die Einz’ge winkt, Liebe lässt mich nicht verschmachten, Bis dies Leben sinkt; Nein, der Strom wird immer breiter, Himmel bleibt mir immer heiter, Fröhlichen Ruderschlags fahr’ ich hinab, Bring Liebe und Leben zugleich an das Grab. (L, Tieck.) Sonntag, So hab’ ich doch die ganze Woche Mein feines Liebchen nicht gesehn, Ich sah es an einem Sonntag Wohl vor der Thüre stehn: Das tausend schöne Jungfräulein, Das tausend schöne Herzelein, Wollte Gott, ich wär’ heute bei ihr! So will mir doch die ganze Woche Das Lachen nicht vergehn, Ich sah es an einem Sonntag Wohl in die Kirche gehn: Das tausend schöne Jungfräulein u. s. w. (Aus Uhland’s Volksliedern.) ® Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel. Seien RTRTNRONOR ZEN ZERZEIUR BADER ON WON ON KNOOMNHAHNHHAUN ännerdors unter Divection des Hın. M. Kahnt Mittwoch, den 10. März 1886 im 3Xufißfaal. AA f NV AA HE AB IN Y) N Kufang 7 Uhr. Calla-Eröffnung halb 7 Uhr. IN ) S AU A VO MW A TV || Textbüchlein gelten als Eintrittskarten. Y Refervirte Pläge für die Berren Profef foren und freien Mitglieder. (U AN AS N HOAHOK ANA VAN YA TANTE VATER AA N 4 HOCH IC(aa A AA N 7 Ak Bafel Schulkge’jhe Budhdruckerei(L. Reinhardt 1886. AA MRS TONONTOIOC state Sam Xrogramm. Introduction. 1. Wer ift frei? Chor Baumgartner. Prolog. 1, 2. a) Weihe des Gefanges| Mozart. b) Die Minnejänger Chöre Schumann. c) Altdeutjches Mailied| Rieß. 3. a) Novellette Nr. 3 au Opuz 53 Sade. b) Scherzo aus Op. 18, f. Streichinjtr. Brahms. 11. 4. a) Sturmbefjdhwörung] Chöre Dürner. b) Siebenbürgifdes Bolkslied) Baumgartner. 5. Romanze für Bioloncell Soltermann. 6. a) Der Philijter| 66 Methfefiel. Shape 1 rhhennan b) Margret am Thore* Attenhofer.| 188 ba] . a) Mufikftüce f. Streichinftrumente Mozart uns Bocdherini. b) Theaterftüd:„Zum grünen Ejel“. Schwank in 1 Akt von Rudolf Hahn.| —— a)— DD L—— Introduction. 1. Wer IH Frei? Bon Baumgartner Der it allein ein freier Mann, Und feiner fer gedacht, Der fie fich Jelbit verdienen kann, Die Freiheit in der Schlacht; Der mit der cignen Klinge Sie Holt herbei, Der Mann i{t’8, den ih finge: Der Mann ift frei! Die Freiheit wohnt am Don und Belt, Sie trinkt au unjerm Rhein, Die Freiheit Ihläft im Wüjtenzelt Und alänzt im Sternenfchein. DohH muß man um fie werben, IWo’8 immer jet, DochH muß man für fie jterben, Dann wird man frei! Viel Taufend Funken, Eine Slut, Viel Herzen und Ein Schlag, So hHarren wir gar wohlgemuth Bis an den jünajten Tag; Die Freiheit muß ver]hlingen Die böfe Zwei, Dann fol e& donnernd fingen: Wir, wir find frei! Herwegh. FPrologsg. I. In(A°C R%& 2.a) Weihe des Gelanges. VBon Mozart. © Schußgeift alles Schönen, fteig Hernieder! Sn Janftem Wehn, zu weihen unjre Sieder, Daß fie fichH freudig auf zum Himmel jHwingen, In Gheilger Kraft von Herz zu Herzen dringen! Bon deinem Hauch die Bruft durchbebt, Hoch über Welt und Zeit ung hebt. Vereine alle Menjchen und verföhne, Wa8 fich getrennt, im WohHllaut deiner Töne! Dem Edlen ijt das Schönfte nur bejchieden,| In der Gefühle rein erklung’nem Frieden.| Bon wilder Luft der Erde rein, Kein muß da Herz des Sänger3 fein. Denzel. b) Der AMinnelänger. Bon Schumann. 3u dem Wettgefange fOHreiten Minnejänger jebt herbei, Ci, da3 gibt ein Jeltjam Streiten, Ein gar jeltjame8s Turnei! Phantafie, die Häumend wilde, Sit des Minnejänger3 Pferd, Und die Kunft dient. ihn zum Schilde, Und daz Wort das ijt jein Schwert. Hübjdhe Damen jchauen munter Vom beteppichten Balkon, Doch die Rechte ift nicht drunter Mit des Sieges Myrtenkron! Andre Leute, wenn tie ipringen In die Schranken, find gefund; MAoer Minnejänger bringen Dort jhon mit die Todeswund”. 3Zu dem Wettgejange fcOhreiten 11. 7. w. 9 I— c) Altdeuffches Aailkies. N Bon Rieß Der Mai tritt ein mit Freuden, E3 flieht der Winter Kalt, Die Blümlein auf der Heiden, Die blühen mannigfalt. Sin Röfelein zarte, Bon Farbe jo jhön, DazZ blüht in meinem Garten, Vor Allem ich’8 rön’! 3 ift jo wohlgemuthe Das Röjelein roth, Erfriichet Sinn und Muthe, Errettet au® der Noth; 683 ilt mein Ehrenpreije, Dazu mein Augentroft, Und Hat mit allem Fleiße VBom Tode mich erlost. Für Silber und Golde, Für Perlengeftein Bin ich dem Röslein Holde, Nicht? Lieb’re8 mag fein. Der Edelitein Karfunkel Mit nichten ihm gleicht, Tie wohl er leucht’t im Dunkel, KRubindhen ihm erbleicht. AH Röslein, mein Wegwart, Sar freundlich ich bitt”, Mein Wanderftab in aller Fahrt, Dazu VBergiß mein nicht! Die Nacht muß vertilgen, So lang du nur mein, Kathrindhen von der Lilien Mein Röschen muß fein. 3. a) Movellelte Yır. 3 au8 Qpus 53.— Von Gade. b) Scherzo aus Qpus 18, für Streichinftrumente.— Bon BrahHm38. 11. 4. a) Sturmbelhwörung. Bon Dürner. Wie mit grimmgem Unverftand Wellen fich bewegen! Nirgend3 Rettung, nirgend8 Land Bor des Sturmes Schlägen. Giner ijft, der in der Nacht, Giner ift, der ung bewacht. Chrijft Kyrie; Komm zu unZ auf die See! Wie vor unjerm. Angeficht Mond und Sterne. Jhwinden! Wenn des Schiffleinz Ruder bricht, Wo dann. Rettung finden? Yo jonft, al8 nur beim Herrn! Seht ihr nicht den Abendftern? Chrijt Kyrie! Erjdhein uns auf der See! NachH dem Sturme fahren wir Sicher durch die Wellen, Safjen, großer Schöpfer, dir Unjer Sob erfchallen! Lobet ihn mit Herz und Mund! Lobet ihn zu jeder Stund Chrijt Kyrie! Sa, dir gehorcht die See! b) Siebenbürgilches Wolkskied. Von Baumgartner. SI jchieß den Hirfh im wilden Forvit, Sm tiefen Wald da3Z Reh, Den Adler auf der Kippe Hort, Die Ente auf dem See. Kein Ort, der Schuß gewähren kann, Io meine Büchje zielt; Und dennoch hab ih hHarter Mann Die Liebe auch gefühlt. Kampire oft zur WinterSzeit Sn Sturm und Wetternacht, Hab überreift und überjchneit Den Stein zum Bett gemacht; Auf Dornen jchlief ich wie auf Saum, Bom tordwind unberührt; Und dennoch Hat der Liebe Traum Die Harte Brujt gejpürt. Der wilde Falk ijt mein Sejell, Der Wolf mein Kampfgejvan, Der Tag geht mir mit Hundsgebell, Die Nacht mit Hufja an; Ein Tannrei8s JHmückt jtatt’Blumenzier Den jhweißbedecten Hut; Und en iOlug die Liebe mir SIn8 wilde Jägerblut. 5. Romanze für Wioloncell. Bon Soltermann. Der Ybilikter. Von Metihrjeijjel Wißt ihr, was em Philijter heißt? Sch will fein Bild entidhleiern! Sei irgendwo ein finftrer Geift Behutjam, wie auf Eiern, Uno trägt gejOmüct den hohlen Kopf Mit Abel, Haarfact oder Zopf, Das n ein Herr Rhilijter, Sol dn der Kukuck und jein Küfter! Wer da, wo Traubenfaft vom Rhein Der Männer Herz erquidet, Den Göttertrank mit Gäniewein| Sn Jeinemn B Secher mijchet,| Und wo ein freie8 Lied ertönt, Sefichter 3ieh t und Seufzer ftöhnt, Der ijt ein Herr Pbhilifter, Hol’ ihn der Kukuck und fein Küfter! Wer immer vom gefunkinen Staat Und böfen Zeiten pimpelt, Und jede Fühne Müännerthat Spießbürgerlich begimpelt, Und alle Mufenkünfte IoHilt, Weil fich dadırrch der Sad nit füllt, Der N ein Herr Vbhilijter, Hol’ ihn der Kukuck und fein Küfter! In Summa: Wer die Welt um lich So NEE betrachtet, AS wär fie feinem lieben„Koh“ Vom Lieben Gott verbachtet, Und drum verlangt mit dummem Groll Daß, wie er tanzt, fie pfeifen ol, Der bleibt ein Herr Philifter, Hol’ ihn der Kukuck un jein Rüfter! @ b) Margref am Tbhore. CS Von Attenhofer. Das befte Bier im ganzen Neft, Das hat Margret am Thore, erweil das FrijchH den Gaumen näßt, Spricht hold Mararet zum DOhre. Steht vor der Zhür ein Lindenbaum, Da Ichenkt fie mir den fühlen Schaum, Yararet am Thore! \ LU Süngit Nächtenz Hatt? ich feine Ruh’, Mir war fo weh, fo bange, Da wandert” ich der Linde zu, Mein Leiden währt’ nicht lange, Der Mond ging auf Jo wunderfam.: Margret, fteh’ auf! Margret fie kam! Margret am Thore! Und wandr’ ich einften8 wied’rum aus, Da3Z ganze Nejt vergeß ich, Margretlein Hold im Lindenhau8, Dran dent’ ich unabläffig. Der Mond, dazu die qoldren Stern’, AG, fönnten fie’3, fie Jagten’3 gern. Mararet am Zhore! XaT, ) Mufißftücke für Streichinkfrumente CS von Mozart und Bocdherini. b) TWbeaterftück: Zum grünen Xlel. Schwank in 1 Akt von Rudolf Hahn. BPerfonen: Schülle, Wirth zum grünen Ejel. Nandl, feine Bathe, ix Hrig, fein Neffe. Benjamin, Kellner. Ort der Handlung: Eine feine Stadt in Norddeutjhland SZSSSSSSSSSSOGS ALLGEMEINE MuSIKGESELLSCHAFT BaseL. ——_— Sonntag, den 21. März 1886 Zehntes ABONNEMENTS-CONCERT IM MUSIKSAALE. Unter. gefälliger Mitwirkung der Damen Frau Dr. SOPHIE FIECHTER, Fräulein FANNY REIMSCH(Sopran), Fräulein ANNA BUSSINGER (Alt), der Herren EMANUEL SANDREUTER(Tenor), EMIL HEGAR(Bass) und des Concertchors, ——>— x ED MFSLAES. <> = \= Tg SVEN NZ SPASS TEE TIT Ouvertüre'zu„Anakreon“ 95.01‘ 001, CHERUBINI. AED .. Recitativ und Arie aus„Samson“. GT. HÄNDEL. Gesungen- von Herrn Hegar; Balletmusik aus„Paris und Helena“ Cur. von GLUCK. ** ®© EDEN € STD WISE .„Vom Pagen u. der Königstochter“. Vier Balladen von Emanuel Geibel, für Solostimmen, Chor und Orchester R. SCHUMANN. . Symphonie(Nr. 6; Pastorale).. L. van BEETHOVEN. a) Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande.(Allegro ma non troppo.) b) Scene am Bach.(Andante molto moto.) c) Lustiges Zusammensein der Landleute( Allegro) und d) Gewitter. Sturm(Allegro); Hirtengesang. Frohe u. dankbare Gefühle nach dem Sturm ( Allegretto). EDEDEDED. Tee AZ AZ AS NV Es. —_ w—< es EDEDGS TTS wo Cassa- und Saal- Eröffnung halb 6 Uhr, Anfang halb 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr. a En < SGSsessssesss<$% Recitativ. Arie, Recitativ und Arie aus„Samson“ von Händel. Welch Lustgeschrei war das? Sie rasen wild. Sie schrie'n vor Lust zu sehn den kühnen Feind gefangen, blind, ein Spielwerk seine Kraft.— Gern all mein Gut böt’ ich zum Lösegeld; auch ohne Habe wäre ich mit ihm der reichste meines Stammes.— Sonst pflegt der Sohn den Vater, wenn er alt; doch ich den Sohn. Wie willig trägt mein Vaterherz die Bürde nicht der Kindespflicht, und theilt der Pflege Sorg’ und Schmerz! Ob Nacht auch deckt sein Angesicht, weil ich noch seh’, braucht er kein Licht. Vom Pagen und der Königstochter. Erste Ballade. FPrinzess. AN 8010. Und hörst du die süsse Nachtigall? D oo Der alte König zog zu Wald, A han+ AS Das ist ein Jagen‘heute! Und die girrenden Turteltauben? Der Renner schnaubt, das Hifthorn schallt, Prinzess. Im Busche bellt die Meute. O schau’ die rothe wilde Ros’, Chor der Jäger.| Wie im grünen Moose sie blühet. Auf zur Jagd! Ihr Jäger, auf zur Pirsch! Wir woll’n den Hirsch erjagen, Den edlen rothen Hirsch! Der Tag steigt auf in Frische, Page. O gleich der rothen wilden Ros’ Mein Herze brennet und glühet! Prinzess. Der Hirsch kehrt heim vom Feld;| Ich pflück’ sie dir, geliebter Mann! Frisch auf denn in’s Gebüsche,| Page. Wo er den Wechsel hält! An meinem Herzen heft’ ich sie an! Auf zur Jagd u. 8. w. N 8 Beide. Alt. O traulich Minnen, selig Loos! Und als die Sonn’ im Mittag steht, Da hat im Buchengehege Des Königs rosiges Töchterlein AU Sie ruh’n im Moos bei der wilden Ros’; Verloren sich vom Wege.— Die Rosse sie lassen grasen; Sie reitet sacht, es reitet mit äh| Sie hören nicht mehr die Nachtigall Der Pag’ im gelben Haare,| Und nicht der Jäger Blasen. Und wäre sie nicht des Königs Kind, Sie taugten zum schönsten Paare.| Er schaut sie an, sein Herz erbebt Du alter König, harre nicht! Die schönste der Prinzessen, Sie hat in deines Payen Arm Der Forst wird immer dichter; Dich und die Welt vergessen! Die Wangen brennen ihm bis zur Stirn, Ar} N Mit brennenden Augen spricht er: Chor der Jäger. (Aus der Ferne.) Ihr Jäger, auf zur Pirsch! Auf zur Jagd! Page(Tenor). Du hold, holdselige Prinzess, Ich kann’ s nicht mehr verschweigen, Mein junges Herz, das bricht vor Lieb’, Mein Herz, das ist dein eigen!| Zweite Ballade. O dürft’ ich auf den rothen Mund| Alt. Ein einzig Mal dich küssen, 8 Zwei Reiter reiten vom Königschloss, Ich wär der seligste Mann von der Welt Sie reiten hinab zum Strande: Und sollt’ ich drum sterben müssen! In hohen Lüften pfeift der Wind, Alt. Die Wellen schäumen zu Lande. Sie sagt nicht Ja! Sie sagt nicht Nein!| Sie sind hinauf am Ufersteg Sie hemmt des Rosses Zügel, In Schweigen dumpf geritten; Und als sie sich vom Sattel schwingt, Blutrunen aus uralter Zeit Da hält er ihr den Bügel. Steh’n droben eingeschnitten. König(Bass). Prinzess(Sopran). N ind König. P: nn BAR Tr un mir, dem König, Page mein ass ande] i ald cam.>.) Komm, lass uns wandeln im tiefen Wald Thu kund mit freiem Muth: Page. Wer gab das Röslein dir, Gesell, Wie sind so schattig die Lauben! Das Röslein auf deinem Hut? Ss U Page.| Das Röslein gab die Mutter mir, Da sie mich liess in Sorgen; Ich stell’s in Wasser jede Nacht, So blüht es jeden Morgen. König. Wess’ ist die Locke, die ich sah Um deine Brust geschlungen, Da vorhin dir vom scharfen Ritt Das Reitwamms aufgesprungen? Page. Das ist meiner Sehwester lichtbraun Haar, So fein und weich wie Seiden, Es duftet süss wie Rosenöl, Sie weinte drauf beim Scheiden. Könte,: Nun sag’ und red’ die Wahrheit mir, Gesell, es gilt dein Leben! Wer hat den Ring am Finger Den gold’nen Ring gegeb en? Page, Die mir den Ring am Finger gi zab Gab mir ihr Herz desgleichen; Das ist die allerschönste Maid In allen deinen Reichen! dir, ’ König, Der Ring ist meines Kindes Ring! Sein Blinken muss ich kennen. Page. Weh! deine Stirn furcht Zorn! Blutrunen seh’ ich brennen! König. Ha! wagtest du in frechem Muth Um ihre Lieb’ zu dh han Schon’ ich dein jung frisch Des Todes musst du sterben Page. Des Todes muss ich ı Lel jen nicht, sterben! König. Des Todes! Wohlauf mein kühl s’Herzlein dem Gesellen! Schwert, Page, Weh! König. Und deinen Leib verschling”’ Und steht so hoch dein Weh! Weh! die Fluth, Sinnen, So magst du um die Königin jetzt Der Was sernixen minnen! Alt, Den Strand entlang zum Königsschloss Heim reitet ein düstrer Reiter: Hinaus in’s Meer die Leiche schwimmt, Die Wellen rauschen weiter. Dritte Ballade. Chor(Sopran), Den Runenstein in der Sommernacht Umspielen die Wasserfrauen; Das Wasser klingt, es singt die Luft, Der Mond steht hoch im lagen. Das plätschert und lacht, das wogt und taucht Wie Lilien auf und nieder; Es schwimmt auf der Fluth das gold’ne Haar, schimmern die weissen Glieder. Bass-Solo. Mit schilfigem Bart der Meermann bläst Die gewund’ne Muschel lposaune, Die Nixen schlingen den Reigen Sie sind in der besten Laune. Da schreit die Jüngste und kichert drauf: dazu, Nixe(Sopran). Ei seht, was ich fand in der Welle! Ein blinkendes, winkendes Todtengebein, Wie Silber glänzt es so helle. Ich stiess mit dem Fuss an’s zeim lustigen Untertauchen, Da lag’s in den Aesten, ich zog’s hervor, Nun sagt, wie können wir’s brauchen? K orallenriff Königin(Sopran). Was thun damit? Hei. Wer von solchen Sachen? Das beinerne Ding ist hübsch und fein, Eine Harfe woll’n wir draus machen! feiner Fund! weiss Komm, Schilfbart, alter Musikant, Du weisst von solchen Dingen; Ich schenk’ einen Schwertfisch dirzum Ross, Kannst du’s zu Stande bringen! Meermann(Bass). Dem Meermann her gebt das Gebein, Er fügt’s mit schlauem Geklügel, Er macht aus den Fingern die W irbel gut, Aus dem N HATTEN macht er den Bügel. hor(Sopran und Alt). Dank OHREN! Meermann. Leih’ Königin, mir vom gold’nen Haar,| Das spann’"ich darüber als Saiten. Nun töne die Harfe wohl auf und ab, Ihr Wellen, lasset das Rauschen; Du, Wind, halt’ leise den Odem an Und schlumm’re ein im Lauschen! Ihr Möven, fliegt zu Strand, Goläfischlein, steiget vom Grunde! Es horcht die Luft, es horcht das Meer Bezaubert in der Runde. Chor(Sopran und Alt). Nun klinget die Harfe wohl auf und ab,| Es lassen die Wellen das Rauschen, Der Wind hält leise den Odem an Und schlummert ein im Lauschen. Die Möve fliegt zum Strand, ‚, Goldfischlein steigen vom Grunde; Es horcht die Lutt, es horcht das Meer Bezaubert in der Runde. Vierte Ballade. Chor. Die Säle funkeln im Königsschloss,| Kommt an mit Flöten und Geigen; Das schöne Königstöchterlein Tanzt drinnen den Hochzeitsreigen. Alt. Sie trägt im Haar den Myrthenkranz, Doch wandelt sie stumm und befangen; Sie trägt an der Brust die blühende Ros’; Doch sind so bleich ihre W angen. Sie tanzt mit dem fremden Königssohn, Er geht in Purpur und Seide, Doch schöner, tausendmal schöner war Der Knab’ im Pagenkleide. Chor. Heil! Heil der Braut! der hohen Braut! Kommt an mit Flöten und Geigen! Am gold’nen Tisch zw ölf Jungfrau” n stehn, Den“perlenden Wein zu kredenzen; Zwölf Pagen schwingen sich um das Paar Mit lod jernden Fackeln und Kränzen. Meermann. (Aus der Ferne.) Hei, leise! Feines Schloss am Meer, Horch auf des Meermanns Harfen! Chor. Die Fackeln verlöschen, Die Geigen verstummen— Köni g. was soll das Schweigen? Spielmann(Bass). Herr König, nicht entbrenn’ im Zorn, Wir dürfen nicht blasen und streichen; DerMeermann harft vor demSchlosse dein, Dem Meermann müssen wir weichen. Chor(Sopran und Alt). Horch! wie’s empor von dem Meere wallt! OÖ süsses, trauriges Schallen'! Es schleicht so sacht durch die dämmernde Nacht Hinauf in die festlichen Hallen. Sagt an, ı Es schleicht so sacht in dasOhr der Braut, Es ist, als ob aus der Tiefe, Als ob aus der Tiefe mit Al ilgewalt Der lieblichste Buhle sie riefe. Prinzess Mein arm’ Herz lässt des Lied’s Im Tod zerfallen! Prangt auch mein Ritter wunderbar Im glänzenden Geschmeide, Ach schöner, tausendmal schöner war Der Knab’ im Pagenkleide! Chor. Es schleicht so sacht durch die dämmernde Nacht Hinauf in die festlichen Hallen. Aus ihren Locken der Myrthenkranz Fällt welk zu ihren Füssen. Alt. Dem König rieselt’s durch Mark und Bein, Er fleucht entsetzt aus der Halle; Es eilt der fremde Königssohn Nach seinen Rossen im Stalle. Chor. Im Saal liegt bleich die Braut, Ihr ist das Herz zersprungen; Der Morgen trüb in die Fenster graut, Des Meermanns Harf’ ist verklungen. (EZ, Geibel) Gewalt —— DISS=— Druck von Fritz Wassermann(Fischmarkt) in Basel, Konzert Konzert der asler Liedertafel Sountag den 11. Ayril Yormittags 11 Mhr im Musiksaale |unter Leitung von Herrn Kapellmeister A. Volkland{und |unter Mitwirkung der HH. Himmer, Vaupel& Fischer A Basler Stadttheater und des Orchesters der Allg. Musikgesellschaft,. | PROGRAMM: ‚ Ouverture zu.,Fidelio'* L. van Beethoven, . Sonnenaufgang” C. J. Brambach. . Rezitativ und Arie aus„der Maskenbkall‘‘ G. Verdi, gesungen von Herrn Vaupel. . Herbstgesang, Wettgesang für das eidgen. Sängerfest in St. Gallen_ J. Rheinberger. . Ouverture zu.‚Tell“ G. Rossini. Terzett aus,„Tell“, gesungen von den Herren Himmer, Vaupel und Fischer. Finale von Akt II, Schwurscene auf dem Rütli. Eintrittspreise: Balkon Fr. 3.—. Sperrsitz Fr. 2.—. Parquet Fr. 1.—. Alle Plätze sind nummerirt. { Billete sind von Donnerstag an in den Musikalienhandlungen |der Herren Gebr. IIug& Aug.“Hegar, sowie Sonntags an der |Kasse zu beziehen. 4344 | Die aktiven und freien Mitglieder ‚werden eingeladen, ihre Billete Dienstag und Mittwoch von!/,2—3 Uhr an der Kasse_ des s Stadtkasino zu beziehen. EEE OS© Konzert der Basler Liedertafel S$ountag den 11. April Hormittags 11 Ahr im Musiksaale ‚unter Leitung von Herrn Kapellmeister A. Volkland{und unter Mitwirkung der HH. Himmer, Vaupel& Fischer [rom Basler Stadttheater und des Orchesters der Allg. | Musikgesellschaft, | PROGRAMM: 1. Ouverture zu.,Fidelio‘* L. van Beethoven, 2. Sonnenaufgang C. J. Brambach. 83. Rezitativ und Arie aus„der Maskentall‘‘ G. Verdi, gesungen von Herrn Vaupel. 4. Herbstgesang, Mare für das eidgen. Sängerfest in St. Gallen J. Rheinberger. 5. Ouverture zu.‚Tell“ G. Rossini. Terzett aus„Tell“ ,‚ gesungen von den Herren Himmer, Vaupel und Fischer. Finale von Akt II, Schwurscene auf dem Rütli. Eintrittspreise:: ; Balkon Fr. 3.—. Sperrsitz Fr. 2.—. Parquet Fr. 1.—. || Alle Plätze sind nummerirt. | Billete sind von Donnerstag an in den Musikalienhandlungen der Herren Gebr. Iug& Aug. Hegar, sowie Sonntags an der Kasse zu beziehen. 4344 | Die aktiven und freien Mitglieder werden eingeladen, ihre Billete Dienstag und Mittwoch von!/,2—3 Uhr an |der Ke Kasse des Stadtkasino zu beziehen. in allen Farben und(hwarz, zu den bekannt; 5 Nad Manag liefern wir in Fürzefl 21 Eisengi Wir find ANbgeber von(1494 I Marknoten& 123.6 Basler Handelsb|; 37 x 3 4 BE- erhiNSE bis Rigi-Kulm Täglid zwei Fakultativzüge kei Löfung von weni MRetourbilleten Bignan: Kulın, Nbgang in Bignan IL Uhr und 2 Uhr 50, Yı Vignan 2 Nhr 40 und 6 Nbhr 30.(448 Die Betriebs-Dir Günfige Gelegenheit für Möbel: On Per; Patent-Möbelwagen fuche auf folgenden Strecken S Retourindung Z von Zürich über Franffurt bis Borlin xefp. SZwisdht ür fofort,(4484 Y Konzert: der Basler Liedertafel u den bekannt 5 wir in Fürzefi Sonntax den IL. Ayril 1886, Vormittags IL Uhr; 1 Eiseng: im Musiksaale 3 unter Leitung $ von Herrn Kapellmeister A. Volkland S| (1494 I NIE N| 123.€ und unter Mitwirkung NY| k X al H q 1 bh“ or Herren Fr. Himmer, E. Vaupel& L. Fischer - Handelsb vom Basler Stadttheater und des Orchesters der Allgem, Musikgesellschaft. Sm 10.01 BER gi-Aulm EAN fung von weni ST un: Sul, N 2 Uhr 50, Yı 6 Uhr 30.(448 e Betriebs-Dir| Möbel-( Or_ z jenden Streden N &% un Sonnenaufgang Rezitativ und Arie a. Ouvertüre; b. Terzett und c. Finale des II. Aktes Ouvertüre zu ‚„,Fidelio“...L 1 R van Beethoven. C. J. Brambach. „Der aus ). 1 Kütlischw ur aus der Oper„Wilhelm Tell‘‘ G. Rossi: Die Soli Fr. Himmer, E. Vaupel und L. Fischer. esun 1 Sonnenaufgang. ). J. Brambach. Lebensfrische Morgenwinde| Wehen über Hain und Flur, Weh'’n mit süssen Düften linde Aus dem Schlummer die Natur.| Dort im Ost der Rosenbogen Wölhbet schon sich zum Empfang; Sänger kommen viel gezogen, Sie zu grüssen mit Gesang. Ja, sie kommt, sie steigt! Frohlocken! Ringsum fliesst ein Segenstrom; Ihr entgegen, Festt agglocken Klinger auf zum Himmelsdom! Walle du zum Herrschersitze, Heil’ge Tageskönigin, Spende deine Wunderblitze Auf die dunkle Erde hin. In die Himmel feuertrunken Steiget sie voll Herrscherlust, Wie der Liebe Götterfunken Aufsteigt in der Menschenbrust. Wüilh, v. Waldbrühl, Rezitativ und Arie aus„Der Maskenball“. G. Verdi. Erhebe dich! Dort im Zimmer magst deinen Sohn du wieder sehn. Verbirg in Nacht und Schweigen dort des Gatten Schmach und deine tiefe Schande. Nein, nicht an ihr, die ihr Herz nie Rn bewachte, darf den Schimpf ich rächen. In anderm Blute will ich den Frevel verlöschen, in deinem Blute! Aus deinem falschen Herzen lässt dieser Stahl es fliessen; ja, er soll meinen Qualen ein Rächer sein. | Ja, du warst’s, der das Herz mir entwendet, Das der Himmel zum Glück mir gesendet, Du vergiftest durch den schwärzesten Frevel Jede Lust, die das Leben mir beut. Durch Verrat lohnst du mir jene Treue, Die ich, arglos vertrauend, dir immer geweiht. O entzückende selige Stunden, Ihr seid ewig für mich entschwunden, Wo Amelia so schön und so unschuldsvoll Ihre Liebe mir schüchtern gestand. Welcher Wechsel! von Wut und von Rache Ist heute das Herz mir entbrannt. Üa Herbstgesang. Jos. Rheinberger. Still ist's im Wald geworden, Wo sonst so freudenvoll Rings von den Tannenborden Der Vögel Sang erscholl. Ach! soll kein Lied verschönen Dem Lenz den frühen Tod? Ach! will kein Klang mehr tönen Mild in des Scheidens Not? Nordsturm, komm und entblättre die Bäume, Welk sind alle Blumen schon, Und es flieh’n die letzten Träume, Es verklinget der letzte Ton! Nordsturm, komm und brause darein, Mach’ ein Ende der Sterbenspein. Kein Vöglein trifft die Weise, Wie treu’s auch blieb dem Wald, Wie traurig auch und leise Sein Sterbelied erschallt. Der Sturm nur in den Der weiss den rechten Ton: Horch! wie’s von allen Gipfeln Im Chor erbrauset schon! Nordsturm, komm! in das schweigende Grauen Brich mit deinem Klagelaut, Dass nicht länger wir müssen schauen Unbejammert die tote Braut. Nordsturm, komm! was zögerst du noch? Brich, ach brich sie, die Stille, doch! a FE S AL SL A nn a Walther. Ein Vo Arnold. Ha solche Tat heischt Racl Walther. Walther. Er starb, dein Vater Der selbst die schönen Tage Begleitet Schritt für Schritt, Horch! wie in hehrer Klage Nunmehr er trauert mit! Und wie er’s muss verkünden Mit bängstem Schmerzensschrei, Dass, ach! in allen Gründen Der Lenz, der Lenz vorbei! Nordsturm komm! und des Todes Schrecken Decke bald mit blankem Schnee; Kannst die Fluren du nicht mehr wecken, Birg voll Mitleid doch ihr Weh! Nordsturm, komm! und durch alles Grau’n Lass zum Trost uns den Himmel schau’n. Friedrich Oser, Terzett und Finale aus„Wilhelm Tell“ Schwur auf dem Rüitli. G. Rossini. Terzett. Tell, Es liegt dein Vaterland in Sklavenketten, Ha, Fluch der blut’gen Tyrannei! Du willst dein Heimatland, die Schweiz, nicht retten? Stirb, Feiger, stirb, wir werden frei! Arnold. Mir blüht der Ruhm im Waffentanze; Ja, dort, wo Oestreichs Banner wehn; Da winkt der Sieg mit blut’gem Lorbeerkranze, Mag unsre Freiheit untergehn! jiel gab dir schon zum blut’gen Tanze Der Tyrann, schon floss dein Blut, Zur Rache ruft ein Greis im Totenkranze, Erwürgt, er starb von Gesslers Wut. Ha, Fluch! Sprich, wer war, wer der Greis? Er fiel der heil’gen Sache! Sein Blut heischt Racl Tell. Ach, armer Sohn, ach frage nicht! eischet Blut: edle Greis fiel durch Tyrannenwut! O Herz brich! Entsetzen! O Gott! Ha Rache! Er fiel, er starb der heil’gen Sache, Ihm zur Seite stand nicht der Sohn,| Blut’ge Tat, sie heischt Rache!| O0 Gott!=-O Gott4 Er steht vor Gottes Tron! Tell und Walther. Er erbebet, er sinnet blut’ge Rache, Er erbleicht, er sinnt blut’ge Rache, Er entsagt erträumtem Liebesglück, Kehrt zurück zur heil’gen Sache, Rache führt ihn der Schweiz, uns zurück! Arnold. Ha, also wahr?! Walther. Ich sah ihn enden. Arnold. Wahr? Walther, Ich sah Arnold. O Gott! 1 Arnold, inden! n erschlagen, ach, von Mörder! üntsetzen! Tell. Sei ein Mann! Arnold. Auch mir den Tod! Tell. Auf zur Rache! Arnold. Fluch dir und Tod, du schändlicher Tyrann! Freunde, auf! Freunde auf zur Rache! Tell, Fassung, Freund! Es heischt Vorsicht unsre heil’ge Sache, Unser Land, Rache ihm, und deines Vaters Blut. Tell. Arnold. Der Freiheit Sieg! Ihr unser Leben: Walther. Dem Lande sei es hingegeben, Dein| Vater wir San S N) Mein: ater wird, wird uns umschweben, Ihm blut’ge Rache weiht der Sohn, Für unser Land gab er das Leben, Der Freiheit ward es hingegeben, Wo ew’ge Wonnen ihn umschweben, Geniesst er seiner Taten Lohn! Finale. Tell, Horch, aus des Waldes dunkler Oede Ein dumpf r Laut von Tritten schallt; Arnold. 1)unde N Walther; on Lö Tell, 1 Chor. Tell. Arnold, Tell. Wa Chor. v nold. I } | < 4 L, ruft die Schw Bis zum Tod, der gerechteı Wer verzagt, wo es gilt des Es erschallet der Ruf zur Racl Fels und Strom, Wald und N: Tell. Unterwald, sei gegrüsst, mit Väter Ruhm gekrönt, Stets sah manfürdie Schweiz dich kühn zum Kampfe eilen. Walther. Horch, die Schwyzer, sie nahn! ihr Horn vom Felsen tönt, Sie kommen, treu den Ruhm zu teilen, Der uns am Ziel, am hohen Ziele krönt. Chor, Unser Joch lastet schwer, Lastet schwer auf dem Lande, Nicht sind wir Schweizer mehr, Ach, uns drücken Knechtesbande, Kaum ertönt eine Klage, Es verstummt höchstes Leid. Tell, Wir verzeihn dies Zagen in blutig schwerer Zeit; Sie sind getreu dem Ruf der Rache, Dem Lande ist ihr Arm geweiht; Heil, Heil gerechter Sache! Tell. Walther. Arnold. Unterwalden, Heil, Heil gerechter Sache! Walther. Nur Uri fehlet noch, hört es den Ruf der Rache? Tell. Sie sind uns treu, bereit zu Rat und Tat: Die Vorsicht will’s: auf andern Wegen, Führt dem Bruderbund der stille See entgegen, Seiner Flut dräuet nicht Verrat. Walther. Seht, Freunde, seht, schon nahen sie dem Strande, Die Brüder nahn! Tell. Ner naht? Uri. Heil, Heil dem Vaterlande! Tell. Heil euch, die Bundesbrüder grüssen wir! Ale(ausser Uri). Heil euch, u. s. w. Uri. Du siehst bereit uns hier, O Tell, dir folgen wir, Die Schweiz vertrauet dir, Wir brechen Sklavenbande, Dein Wort erfüllt mit Mut, Wir brechen Sklavenbande, Die Freiheit winkt dem Lande, Ihr unser Gut und Blut! Chor, Du siehst bereit uns hier u. s. W. Tell, Minder schreckt uns der Donnersturz, Lawinenbrausen Als unsers Sklavenjoches Grausen, Getreu dem Pflichtgebot, Kühn trotzen wir dem"Tod, Er befreit uns von Schmach und endet alle Not! Walther. Uns winkt der Ruhm! Brüder brecht schnöde Sklavenketten, Die Freiheit winkt dem Lande, Erbebe, T'yrannei! Schwyz. Ach, uns erfasst geheimes Grauen; Weh den Kindern, weh den Frauen! Walther. Seid freie Schweizer ihr geboren? Erloschen ist der Ruhmesglanz, Verwelkt der tapfern Ahnen Si Seht zürnend sie herniederschau skranz, Sohn! de a Chor. m 1.. und Blut zum Streit! ir pie f NOT, izerhandschlags heil’ge Bande rm Lande! 'er Schmach, Lande, Zum Streite! .° Arnold, Zum Streite! & Mittwoch, den 21. April 1886. Geistliches Concert IM MÜNSTER von August Walter unter gefl. Mitwirkung von Frl. M. Kieffer, Frl. Marie Paravicini, Frau Walter-Strauss, der Herren Rud. Eckenstein, Alfr. Glaus, Emil Hegar, Carl Neumann, Ph. Strübin und einem verehr]l. Gesangchor. WWW WS DE Ir NACORAG EEE EEK RE RE PORT zen CN w SI Ba SE CS WAS 1)„Popule meus‘“(Improperien) für zwei Chöre...... Palestrina 2) Choralvorspiel über„O Mensch, bewein’ dein’ Sünde gross“ für Orga... J. Seb. Bach (Herr Alfr. Glaus) 3) Duett für Alt und Tenor aus dem„Stahat mater“.... Em. d’Astorga (Frl. Kieffer und Herr Strübin) 4) Terzett für zwei Soprane und Alt aus dem Oratorium:„Des Heilands Teizte Stunden? 2 2 UN. Spohr (Frau Walter, Frl. Paravicini und Frl. Kieffer) ww SPS DO a WS WINE Va DOMAIN NO OOOA 4* ca* ca Y V 4 WS CN ) 4 5) Die Passion von Heinr. Schütz für Chor(a capella) und Solostimmen(mit Orgelbegleitung) in drei Abtheiluugen WA WAS SS Die Gefangennahme— Das Gericht— Die Kreuzigung Evangelist(Tenor)..... Herr Strübin Jesus(Bass) 12.„ Hegar Hoherpriester(Bass).....„ Eckenstein Pilatus(Bass);„Neumann ze NEE DRDED PIRLT N ) “+ — nach der Bearbeitung von Prof. Riedel in Leipzig. SS + DO Anfang 7 Uhr. Ende halb 9 Uhr. Die Kirche wird um halb 7 Uhr geöffnet. Eintrittskarten sammt Text für Mittelschiff und Chor zu 2 Franken— Seitenschiff und Gallerie zu 1 Franken sind in den beiden Musikalienhandlungen und am Concertabend in der Wohnung des Siegristen zu haben. Improperien von Giovanni Pierluigi Sante da Palestrina. 1524—94. Erster Chor. Popule meus, quid feci tibi? aut| Mein Volk, was habe ich dir gethan? Oder woin quo contristavi te? responde mihi. mit habe ich dich beleidigt? Antworte mir. Zweiter Chor. Quia eduxi te de terra Aegypti,| Weil ich dich aus dem Aegyptenlande führte, parasti crucem Salvatori tuo. hast du deinen Erlöser an das Kreuz gebracht. Erster Chor. Popule meus etc. Mein Volk ete. Zweiter Chor. Ego propter te flagelavi Aegyptum| Ich habe um deinetwillen Aegyptens Erstgeburt cum primo genitis suis: et tu me flagel- geschlagen, und du hast mich zur Geisselatum tradidisti. lung überantwortet. Erster Chor. Popule meus etc.| Mein Volk etc. Zweiter Chor. Ego ante te aperui mare: et tu Ich habe vor dir das Meer geöffnet, und du hast aperuisti lancea latus meum. mit der Lanze meine Seite geöffnet. Erster Chor. Zweiter Chor. Agios o Theos,— Sanctus Deus O heiliger Gott— Heiliger Gott Agios ischyros— Sanctus fortis Heiliger, starker— Heiliger, starker, Agios athanatos— Santus et Heiliger, ewiger,— eleison imas. immortalis. erbarme dich unser. Heilig und ewig. Beide Chöre. Miserere nobis. Erbarme dich unser. Duett aus dem Stabat mater von Astorga. (1681—1736) Fac me poenitentum flere, Lass mich Reumütigen weinen, Crucifixo condolere, Schmerz empfinden mit dem Gekreuzigten, Donec ego vixero.| So lang ich lebe. Juxta crucem teco stare, Neben deinem Kreuze stehen Et me tibi sociare Und mich Dir zu vereinigen In planctu desidero. In Schmerzenklage ist mein Verlangen. Terzett aus„Des Heilands letzte Stunden“ von Spohr. Jesus, himmlische Liebe! Dein treues Herz vergisst der Seinen nicht, Auch wenn’s der Schmerz des Todes bricht. Kein Auge weint zu Dir vergebens, Dein holder Blick ist Quell’ des Lebens; Denk’ auch an uns, wenn wir einst scheiden, Und für uns ein zu deinen Freuden. _ Die Passion (Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi) von Heinr. Schütz. (1585—1672) Chor.(Indroduction). Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi, wie es uns beschreibet das Evangelium. Die Gefangennahme. Evangelist. Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus an den Oelberg; da spricht Jesus zu ihnen: Setzet euch hie, bis dass ich dorthin gehe und bete. Evangelist. auf sein Angesichte und betet’ und sprach: Jesus. Und ging hin ein wenig, fiel nieder| Das Gericht. Evangelist. Die aber Jesum gegriffen hatten, führeten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas. Der Hohepriester aber und der ganze Rath suchten falsch Zeugniss wider Jesum, auf dass sie ihn tödteten, und funden keines. Zuletzt traten hinzu zween falsche Zeugen, welche sprachen: | Zwei falsche Zeugen. Er hat gesaget: Ich kann den | Evangelist. Tempel Gottes abbrechen und ın dreien Tagen denselben bauen. Und der Hoheprister stund auf und sprach zu ihm: | Hoherpriester. Antwortest du nichts zu dem, was Jesus. Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser| Kelch von mir; doch nicht wie ich will,| sondern wie du willst. Evangelist. Dann kam er zu seinen Jüngern und fand sie schlafend, und sprach zu ihnen: Jesus. Ach, wollet ihr nun schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist da, dass des Menschen Sohn überantwortet wird; stehet auf, lasst| uns gehen, er ist da, der mich verräth. Evangelist. Und als er noch redete, da kam Judas und mit ihm eine grosse Schaar mit Schwertern und mit Stangen, ihn zu fahen. Jesus aber sprach zu ihnen: Jesus. Wen suchet ihr? Evangelist. Sie antworteten ihm: Chor. Jesum von Nazareth! | Evangelist. Evangelist. Da aber seine Jünger sahen, was da| werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Evangelist, Aber Jesus sprach zu seinen Jüngern: Chor. Jesus. Steckt euer Schwert in die Scheide; soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gesendet hat? Dies alles muss geschehen, dass erfüllet würden die Schriften der Propheten. Evangelist. Da verliessen ihn alle Jünger und flohen. Chor. Dank sei unserm Herrn Jesu Christo, der| uns erlöset hat durch sein Leiden von der Höllen. diese wider dich zeugen? Evangelist. Jesus aber schwieg stille. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Hoherpriester. Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest, ob du seiest Christus, der Sohn Gottes? Evangelist. Jesus sprach: Jesus. Du sagest es, doch sage ich euch: von nun an wird es geschehen, dass ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Hoherpriester. Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugniss, was dünket euch? Evangelist. Sie antworteten und sprachen: Chor. Er ist des Todes schuldig. Evangelist. Da speieten sie aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten, und sprachen: Chor. Weissage uns, wer dich schlug? Evangelist, Und banden ihn und führeten ihn hin, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du ein König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Pilatus. Evangelist. Jesus. Du sagest es, ich bin ein König und in die Welt kommen, dass ich die Wahrheit zeugen soll; aber mein Reich ist nicht von dieser Welt. Evangelist. Und Pilatus ging wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Pilatus. Ich finde keine Schuld an ihm. Auf das aber habt ihr die Gewohnheit, dass ch einen Gefangenen losgebe, welchen ihr wollet. Welchen wollt ihr nun, dass ich euch losgebe: Barrabam oder von dem Jesum, gesagt wird, er sel Christus? Evangelist. Da allesammt und sprachen: Chor. Nicht diesen, sondern Barrabam. Evangelist. Da nahm Pilatus Jesum und geisselte ihm setzten ihm ihn, und die Kriegsknechte legten inen Purpurmantel an, und ine Krone von Dornen auf sein Haupt, spotteten sein und sprachen Chor. Sei Evangelist. Judenki *1 11 In Pilatus aber führte ihn heraus und sprach zu den Juden 1 Pilatus. Evangelist. Da ihn die Hohenpriester und Sehet, welch ein Mensch! Diener sahen, schrieen sie Alle: Chor. Kreuzige ihn. Evangelist. Spricht Pilatus zu ihneı Pilatus. Was hat er Evangelist. | ebels denn Chor. Kreu: Die Kreuzigung, Evangelist. Sie nahmen aber ihn hin, sein Stätte, di Golgotha. Allda kreuzigten sie ihn. Pil: und er trug gieng hinaus zu deı a aber machte eine VUeberschrift aı Kreuze, und es war geschrieben: Jesus ı Nazareth der Juden König. Da sprachen die Hohenpriester zu Pi Chor. Schreibe nicht der Judenkönig, sondern dass er gesagt habe: Icl ı bin der Judenkönig. Evangelist, Pilatus antwortet: Pilatus. Was ich geschrieben 3} s} geschrieben. Evangelist. Und es wurden zween Mörder mit ihm gekreuziget, einer zur Rechten und einer zur Linken. Jesus. Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht was sie thun. Evangelist. Und die vorübergiengen lästerten sein Jesus aber sprach: und sprachen: Chor. Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Temdrei Tagen, hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz. Evangelist,. pel und bauest ihn in Und um die sechste Stunde ward eine Finsterniss über Land bis zu und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und s}ı Jesus. Eli, Eli lama asabthani! Evangelist, Das hast du mich verlassen? Etliche das ganze der neunten Stunde, ist: Mein Gott, mein Gott, warum aber, die das höreten, sprachen sie: Chor, Siehe, er rufet Evangelist. Und einen Secl den 3 3+> x 1 bald lief einer hin wamm und füllet’ ihı und stecket’ ihn auf ein Rohr und tı Andern abeı Halt lasset ihm helfe. Evangelist. Da sprachen: Chor. sehen, ob Elias komme nun Jesus den hätte, sprach er: Jesus, Es ist vollbracht. Evangelist. Und neiget’ Kssig genommen und verschied. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriss von oben an unten und aus, die Erde erbebete, ıd die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und stunden auf viel Leiber der Heiligen, die da schliefen. Und Gräbern nach kamen in die heilige Stadt und erschienen Vielen. Aber der Hauptmann, der dabe da eı Gott und sprach: gingen den seiner Auferstehung, und aus sahe, was da geschah, Wahrlich, dieser] ist Gottes Sohn gewesen. Ehre sei dir. Christe, der du littest Noth, An dem Stamm des Kreuzes für uns den bittern Tod, Vater dort i Ewigkeit. der Seligkeit. Kyrie eleison, Christe eleison. Und herrschest mit dem Hilf uns armen Sündern zu Allgemeine SMufikgefellfchaft. Unterhaltungs- Concert im Musiksaale‘ Freitag den 30. April 1886. PROGRAMM. 1. Fackeltanz.::.... FF Manns. 2. Lied:„Der Wanderer“..„Fr. Schubert. 3 3. Walzer:„Frühlingskinder“... E. Waldteufel. 4. Huldigungs-Marsch.. . Gebet der Elisabeth aus der Oper „Tannhäuser“.&: ). Einleitung und Brautchor a. d. Oper) R. Wagner. „Lohengrin“ . Grosse Fantasie a. d. Musik- Kama „Die Walküre“ 3. Walzer:„Du und Du“.. Joh; Strauss. 9. Serenata.. A.;. M.Moszkowski. . Reunion-Ball-Galopp..; 5. Bach. Man ist höflichst ersucht, während der Musik lautes Gespräch zu. vermeiden. Buchdruckerei von J. G. Baur, MISSA SOLEMNISvon £udwig van Keethoven. Op..123. Missa Solemnis comp. von L. van Beethoven, 0p. 125 für Soli, Chor, Drchefter und Orgel, aufgeführt vom Basler Sefangverein unter Leitung des Herın Kapeflmeiiter® VBolkfland Sonntag den 23. Mai, Abends 5 Uhr, im Münster. nn 4888 Hayuptprobe: Samfag, den 22. Mai, Abends 7 Uhr. Soli+ Sopran: Fıl. WE. Filunger, Concertjängerin aus Frankfurt, Alt: Frl. Wd. Amann, Concertjängerin aus Berlin. Tenor: Hr. Carl Dierich, Concertjänger aus Leipzig. Baß: Gr. Max Stange, Concertjänger aus Berlin. Orgel: Gr. Mı Sfaus, Münfterorganift aus Bajel. Violine: Hr. M., Bargheer, Concertimeifter aus Bafel. Eintrittspreise: ; 1 nicdtrefervirter Plag Fr. 1. 3. " Hauptprobe: 1 refervirter Plak Fr. 3; 1 Textbuch mit Einleitung von Mud, Löw? 20&t8, Billets und Tertbücher find von Montag, den 19. Mai an bei den HH. Hug und Hegar, jowie am Abend der Hauptprobe und der Aufführung beim Siegrift, Münfterplaß 18, erhältlich.(6499) Der Zutritt gefchieht zu den refervirten Pläßen durch die SaNusSpforte, zu den nichtrefervirten Plägen durch die zwei Seitenportale, Sm Störungen zu vermeiden, wird das Publikum dringend um recht, zeitiges Srfcdheinen erjuct. Buddrucderei von Frig Waffermann(FJijHmarkt). Missa Solemnis comp. von L. van Beethoven, 0p. 125 für Soli, Chor, Drchefter und Orgel, aufgeführt vom Basler Sefangverein unter Seitung des Herın Kapellmeijters Bolkland Sonntag den 23. Mai, Abends 5 Uhr, im Münster. ah (30% Hanuptprobe: Samfag, den 22. Mai, Abends 7 Ahr. Soli+ Sopran: Frl. MW. Filunger, Concertjängerin aus Frankfurt, Alt: Fu. Md, AMemann, Concertjängerin aus Berlin, Tenor: Hr. Carl Dierich, Concertjänger aus Leipzig. VBaß: Gr. Max Stange, Concertjänger aus Berlin. Orgel: Gr. Mı Staus, Münfterorganift aus Bafjel. Violine: Hr. M. VBargheer, Concerimeifter aus Bajel. Eintrittspreise: SE Hauptprobe: 1 refervirter Plag Fr. 3; 1 nichtrefervirter Plag Fr. 1. Aufführung: 1 Ü”” 5 1””" 2. 1 TeytbuchH mit Cinleitung von Rud, Löw: 20 Gts, VBillet$ und Tertbücher find von Montag, den 19. Mai an bei den HH. Hug und Hegar, jowie am Abend der Hauptprobe und der Aufführung beim Siegrift, Münfterplaß 183, erhältlich.(6499) Der Zutritt ge[ohieht zu den refervirten Plägen dur die GSaNusSpforte, zu den nichtrefervirten Plägen durch die zwei Seitenportale, Sm Störungen zu vermeiden, wird das Publikum dringend um recht. zeitiges Erfcheinen erjucht. Banzen bedeutend unter Händler-Preijen Kenjammler unfjerer Stadt ein, unferem drefje„Parcifal“ Hier. 6462 Tausch-& Kanfverkehr. e Gant, ttags von 10 Uhr an, lässt die Civilbs Antonio Masi in Nr. 4 Schwanenrsteigern: circa 100) Ko. Kuoblauch, ass Essig u. a. m.{6549 H21 6Q] jo Dutzend eingetroffen, in uSgezeichnetem Schnitt, | votat, place Bel- Air brikpreifen. und Nemije, Gartenhäusch ‚Ion8, Seehafen, Pumpe,© garten und ertragreihe€ men einen Flächenraum v M. Dieje Villa, mit her auf den See und die 5 ‚ Minuten von der Station fernt, wofelbft ale Stundt jchiffe der Linie Genf:Bow AnihlagSpreis Fr. 50,000 rer Auskunft und zur Befi man fig an Herrn Ch. 9 *) Th. Piguet, Notar, 1' Genf. 6: 3 allen möglidjen folide| is, tabac. myrthe. olive, electrique, prunne, gendar! uen geschmaskvollsten Facon’s ichen reellen Quniitäten MISSA SOLEMNISvon £udwig van Keethoven. Op. 123. = DAN d Nemije, SGartenhäusch a— 18, Seehafjen, Pumpe, 6 rien und ertragreihe S m einen Flächenraum v Vom Dieje Villa, mit her f den See und die Y Se x Toten bon der Cintion Wasler Gefang-Verein nt, mwofelbit ale Stundt ifje der Linie Genf: Bow aufgeführt U OlagSpreis Fr. 50,000 ; Auskunft und zur Befi ın fi an Herrn Ch, fat, place Bel-Air 2, h. Piguet, Notar, 1‘. em 6: vunftag, den 23, Mai 1886, zu Abends 5 Uhr a) Einleitung von Rudolf Löw, b) Meßterxt, en mögliden folide 1e, prunne, gendarı n Facon’s ten Budhdruderei von Frig Wafjffermann(FJijQmarkt). £f. van Beethoven’s Mila Solemnis. Vortrag von MRud. Löw, (29. Ypril 1884.) Auf dem Gebiete der Firchlichen Mufik haben ung Bach und Händel Werke hinterlaffen, die bis heute noch als unerreichte Denkmäler der Kunft daftehen. Niemand war bei ihrem Tode fähig in ihre Fußtapfen zu treten und auf dem von ihnen gelegten Fundamente weiter zu bauen. Nur die Formen, in denen fie gearbeitet hatten, wurden von den Nachkommen theilweife aufgegriffen. Mit Contrapunkten, Fugen und allen anderen fünflichen Disciplinen wurde nicht gefpart, man glaubte dadurch eine der vorigen ebenbürtige Kirchenmufif zu(chaffen, brachte e$ aber meift blos bis zu einer abgeblaßten Nachahmung des Styls. Ss entftanden Locker umfleidete Gerippe, denen Fleifch und Blut und vor allem der belebende Geift fehlte, Fede Form hat eben auch ihre Zeit, in der fie blüht, grünt und fruchtbar if. So war e$ zu Bach’s und Händel’s Zeit mit der Fuge, dem Canon und allen‘ nur möglichen Contrapunkten, Frei und ungezwungen bewegten fich diefe Meifter darin; ihre Sprache und Ausdrucksweife wurde dadurch nicht gehemmt, der Flug ihres SGeiftes nicht nieder gehalten, die äußere Form war nur Mittel zum Zweck, und die Macht, mit der fie diefe Form beherrfchten, war fo groß und unumfchränft, daß der geiftige Inhalt fHets weit über die formelle Geftaltung hinausragt, auch wenn diefe leßtere das Intereffe im höchften Grade zu erregen und anzufpannen im Stande if und als bewundernswerthes Meifßterfktück der Compofitionstechnif vor unfern Augen ftebt, Sm Schooßfe der proteftantifchen Kirche hatte der trockene Rationalismus Pla gegriffen und allen poetifchen Schwung gelähmt, Fn der Fatholifchen Kirche war die Meffe fark auf finnliche, vom Theateruiyl mächtig beeinflußte, Bahnen gerathen, Much unfre größten Meißer, Haydn und Mozart, waren von Ddiefem Sinfluß nicht frei und zeigten fich hierin al$ ächte Kinder ihrer Zeit und deren Anfchauungen, denn fie umgiengen die Conceffionen an diefelben nicht, wie fe es Kraft ihres Genies hätten thun Ffönnen, Nur in feinem Requiem macht Mozart eine Ausnahme; da finden wir ein tiefes Eingehen in die ernite Aufgabe, ein gründliches Durchdringen Dderfelben und eine AMusdrucksweife, die nicht blos äußerlich, fondern auch innerlich an Bach und Händel mahnt, Beethoven aber war berufen, der Kirchenmufif in feiner D-dur-Meffe wieder ein Werk zu fchenken, wie feit Bach’s h-moll-Meffe feines gefchaffen worden mar, Vie bekannt, hat Beethoven zwei Meffen componirt. Seine erfte in C-dur if die weniger bedeutende; er fchrieb fie für den Fürften ESiterhazsy und führte fie im Fahre 1810 in Sifenftadt auf. Sferhazy, ein frenger Anhänger Haydn’s, fragte Beethoven nach der Aufführung in gleichgültigem Tone:„Aber lieber Beethoven, was haben Sie denn da wieder gemacht? Diefe Frage erzürnte den Meifter, und er verließ fofort Schloß und Stadt und widmete das Werk bei feiner Herausgabe dem Fürfen von Kinsiy. In diefer C-dur-Meflfe if Bee= thoven von feinem Gegenftande noch nicht fo durchdrungen, es if noch nicht die innige Hingabe an denfelben, wie wir fie in der D-dur-Meffe finden, Beethoven war Katholif, fand fich aber von den Saßungen feiner Kirche nicht befriedigt. Er gieng feinen eigenen Weg, um der Gottheit näher zu treten und den feelifchen Zus fammenhang zwifchen ihr und fich zu finden. Die Findliche Unbefangenheit, mit der Haydn und Mozart ihre Werke für die Kirche fchufen, fehlte ihm. Diefe beiden Meifßter Kannten die Bedürfnife der Gemeinde, weil fie auch volltändig Die ihrigen maren, und darum verftand auch die Gemeinde ihre Sprache, Bei Beethoven treffen wir mehr ein fubjectives YMuffaffen des Textes an; ihm war es weniger darum zu 5 thun, der Gemeinde die allgemeinen Dogmen zu vermitteln, al$ vielmehr darum, feine yerfönliche Empfindung auszut= forechen und fein innereigenftes VBertiefen in alle Ddiefe Seheimniffe des Cultus zu offenbaren, und fich felbft daraus für Herz und Seele das zu fuchen, was ihrem tiefften Bedürfniffe entfprach, ES if fchwer zu ermitteln, mie Beethoven feinem Gott gegenüber fich fühlte, wie er felbft als Menfch fi zu ibm ftellte. Was er aber unter dem SGottheitsbegriff verfand, laffen ung folgende Sprüche ahnen, die, von feiner Hand gefchrieben, eingerahmt über feinem Schreibtifche hiengen: „Sch bin, was da if, ich bin alles mas if, was war und was fein wird, Fein ferblicher Menfch hat meinen Schleier aufgehoben.‘— Sodann:„Sr if einzig von ibm felbit, und diefem Einzigen find alle Dinge ihr Dafein fchuldig.‘” Diele Worte zeugen von einem ernten Srfennen des almächtigen Sottes, den Beethoven eben überall fuchte, fand und fabh, fowohl um fich al$ in fich. Sie zeugen auch von dem hohen Bedürfnif, Ddieß fNet$ unmittelbar vor Augen zu haben und es fich in die Seele rufen zu laffen.€E€$ mag ihm dieß um fo mehr ein beiliges Anliegen des Herzens gewefen fein, da er ja durch feine Taubheit vielfach von der äußern Welt getrennt war und darum mehr in der innern lebte, Diefer Brundflang innern Lebens tönt auch durch feine Mufikfz ihr S$lug geht hoch, acht ing Unendliche; es if darum auch fhmwer bei Beethoven die Grenze zu ziehen, wo Meltliches und Kirchliches fich berühren oder fcheiden. Beethoven if eben immer ernft, und feine ganze mufifalifche Rroduktion ift fet$ von Hoheit und Majeftät durchdrungen und verflärt, Alles Plane Iag ihm fern, ia mar ihm verhafßt. Zumal nun in diefer Melle ik es ihm Herzensfache, fein heftes zu geben, und es{ft oft zum Staunen, mie er den mufifalifchen Ausdruck für die Worte auf eine Weife fand, wie e$ andern nie gelungen if. EF$ muß ihm dabei ein inneres Schauen zu Gebote geftanden haben, das ganz mit dem Üübereinfimmt, mas vor Fahren aus dem Munde eines feiner Freunde mitgetheilt wurde. Beethoven fei bei der Befchäftigung mit diefer Melle oft ganz wie in einer andern Welt gewefen, faßt unzugänglich für’s Neußere, aber engel» 6 gut und freundlich, Mofcheles, welcher dieß erzählte, fchrieb diefe Stimmung dem tiefen Eindruck zu, den Beethoven durch das fi hinein verfenfen in feine heilige Arbeit empfangen hatte, Bei aller Begeifterung aber, die ung das wirklich grandiofe Werk abringt, und die wir hoffentlich auch nach feinem Anhören mit uns nehmen und behalten, dürfen wir ung nicht verbehlen, daß demfelben auch gewifle Schwächen anhaften. Srfens fort etwa die Ungleichheit in der Bes handlung einzelner Theile in Bezug auf ihre Länge; befonders werden ung Stellen im Gloria, im Credo und im Agnus Dei auffallen. Dann aber if es hauptfächlich die Art und Weife, auf welche Beethoven mit der menfchlichen Stimme umgeht, mobei er oft und viel fat Über die Grenze des möglichft erreichbaren hinausfchreitet, Beethoven war eben doch zu ausfchließlich Fnfrumentalift und berückfichtigte die Leitungsfähigkfeit und die Leintungsmöglichfeit der Singktimme zu wenig, Diefer infrumentale Zug hat dann zudem auf die Geftaltungsweife des Ausdrucks großen Einfluß ausgeübt und trägt auch viel zu der technifchen Schwierigkeit des Werkes bei, die fich nicht blos im Melodifchen, fondern viel= fach auch im NRhythmifchen geltend macht. Mit der Compofition der D-dur-Meffe, der Missa solemnis, begann Beethoven im Winter 1818 auf 1819, Sie war zur Feier der Fnfalation feines Schülers, des Srzherzogs Rudolf, zum Bifchof von Olmüß beftimmt, wurde aber erft 1822 zu Baden vollendet, Der Meifter befchäftigte fich alfo drei Fahre damit und zwar in der Zeit feiner höchften geiftigen Reife, Wir wollen nun verfuchen dem Werke in feinen Einzeln. heiten etwas genauer nachzugehen, wobei aber von einer erfchöpfenden Darftellung nicht die Rede fein kann; Diefes würde zu weit führen und den ung gemährten Raum ange überfchreiten. Kyrie und Christe eleison. Mit mächtigem Klange beginnt das Orchefter das Kyrie eleison. Ohne Worte führt uns der Nhythmus fchon den 7 Ruf zu Gott vor die Seele, Darauf entfpinnt fich ein geheimnifvolles Weben im Orchefter, als trete ung Gott näher, aber eingehüllt in Wolfkendunfel, aus dem einzelne FInfirumente mit der Bitte um Srbarmen hervortreten und den Singfkimmen den Weg bereiten. Da bricht plößlich der Chor in den Ruf Kyrie aus, und das gefchieht zu Ddreienmalen nach einem hergebrachten alten Firchlichen Canon, in fich freigernder Tonhöhe und Tonftärfkfe, Wenn dann jedesmal die leßte Silbe in plößliches Piano übergeht, fo ergreift je eine Soloftimme diefen Moment, um den Ruf Kyrie mit innig rührendem, melodifch tief ergreifendem Tonfall zu wiederholen; Die als Dritte eintretende Altftimme fchließt fodann dem Kyrie das eleison an, welches fofort vom Chore ergriffen wird. Ss if als hätte zuerfi eine Stimme den andern Muth machen müffen, um das„Srbarme dich‘ über die Lippen zu bringen. Wunderbar find die Wirkungen der fi über einander aufbauenden Stimmen, die mit furzen SFmitationen und etwa auch durch Unisono zu breit ausflingenden Harmonien führen, bis im Pianissimo das Jeßte Kyrie eleison au$tönt, Das Orchefter umfpielt theils in weit ausgedehnten Afforden, theils$ in hin- und herwogenden ruhigen Figuren den Chor, und eine reich abwechfelnde Dynamit erhöht den myitifchen Eindruck, Eine ungemeine Steigerung der Tonfülle verurfacht dabei auch die ftellenweife eingreifende Orgel. Der ganze Saß if durchdrungen von tiefer Ehrfurcht und wir erblicfen in demfelben gleichfam das ängftliche Hinzunahen der Seele zum richtenden Gotte, zu Sehovah, wie er fich am Sinai offenbarte, Wunderbar entwickelt fich das Christe eleison. Eine größere Fnnigkeit und Fnbrung if faum denkbar, Hier fommen die Seelen vertrauensvoll zu ihrem Eriöfer, Gleich KRanfen umfchlingen die Figuren des eleison das Wort Christe, eg ift ein ietes Umfaffen des Kreuzes Chrifti, Dazu ertönt unaufhörlich das Wort Christe, das für den ganzen Sag den fejten Mittelpunkt bilder; wenn die menfchlichen Stimmen daffelbe nicht ausfprechen, fo Flingt es im ODrchefter nach, und damit Hellt fich das Heilige Bild Chrifti von Anfang bis Ende vor die betende Seele, Die Klang 8 wirfung diefes Sagpes wird durch den Wechfel von Soli und Chor, und wieder durch das Vermifchen beider Elemente zu einer ganz eigenthümlichen, und bringt einen, gewiß Manchem noch fremden, vollftändig neuen und überrafchenden Effeft hervor. Wir müffen darum auch vom mufifalifchen Sefichtspunkte aus diefen‘ Saß als auf der höchften Höhe itehend betrachten, und dieß gilt fowohl von feinem innern feelifchen Ausdruck als auch von feiner Fünftlerifchen For> mation. Mir begegnen da einer meifterhaft vollendeten Contrayunfktif, die fich in prächtigen canonifchen Wendungen, in reicher modulatorifcher Abwechslung doppelchorartig ent» faltet und eine Polyphonie erzeugt, wie wir fie nur in Bach’$ achtftimmigen Motetten antreffen. SCbhenfo ik auch die, un gemeine Sorgfalt erheifchende, Dynamik ein Faktor, diefem Stück eine heilige Weihe aufzudrücken und mitzuhelfen, einen über alles erhabenen Eindruck zu erzielen. Wenn dann das Christe eleison im zarteften Pianissimo verflingt, fo lagert fi über alles ein Hauch der Andacht, der auch das härtefte Herz bewältigen muß, und die fafß lautlofe Stile, in der die Töne noch nachzittern, erregt in ung das Gefühl der Srhörung unfrer Bitte, Much der Contraft gegenüber dem Kyrie if großartig. Schon die hauptfächlich herrichende weiche h-moll-Tonart im Christe veranfchaulicht ung den milden Erlöfer gegenüber dem majeftätifchen Gott, der in der blendenden D-durTonart des Kyrie ung entgegentritt. Gleichfals ift es die rhuthmifche Verfchiedenheit beider Säke: im Kyrie der Vier-viertel-Takt mit feiner fkarren Symmetrie, im Christe der Drei=zweitel- Takt mit doppelter Arsis, alfo viel biegfamer, fähiger und geneigter zu allen möglichen rbythmifchen Combinationen und innigen taftlichen Verfchlingungen und SGliederungen. Zudem fchweigt auch im Christe die Orgel mit ihrem fich vielfach gleichbleibenden Klange und läßt der individuellen Vortragsentmwicklung der einzelnen Stimmen mebhr freien Spielraum, Das zweite auf das Christe folgende Kyrie{ft nicht eine bloße Wiederholung des erften. Obfichon es fich aus den gleichen Motiven aufbaut, gruppirt es fich befonders in 9 modulatorifcher Hinficht anders, und Fflingt auch theilweife maffenhafter, Seine Steigerungen find intenfiver, und die Stimmführung if befonders in den Mittelftimmen fühner. Es if nicht mehr das Ängfiliche Suchen in dem Maße wie beim erfien Kyrie; alles Flingt vertraulicher, das fühlen wir hefonders auch der Begleitung ab. Wie verföhnend neigen fih doch gegen den Schluß die Orchefterftimmen dem Gefange entgegen, als ob eine Friedenspalme zum Zeichen der Erhörung des Gebetes über dem Chore gefchwungen würde, und als hätten fich die Wolfen am Sinai gelichtet, und wäre der Herr feinem Gnade fuchenden Bolfe näher gerückt, das fich am Schluffe feines SGebetes wie mit verdectem Angeficht demuthsvol zur Erde beugt, Gloria in excelsis Deo. Das Gloria, der Hymnus angelicus oder die Doxologia major führt ung die Verherrlichung des Dreieinigen Gottes vor, und zwar in allen feinen Eigenfchaften und Kundgebungen dem menfchlichen SGefchlechte gegenüber, Selbftverfändlich entwickelt fich darin eine große Mannigfaltigkeit der Momente, und diefe find für die mufifalifche Bearbeitung fehr günstig und bieten Gelegenheit zu weitem Musholen und fich aus breiten, Bom Lob und Preis geht es bis zum demüthigen Flehen, und bis zur ehrfurchtsvollen Anbetung, und überdieß gefchieht das in poetifchen, für die Entfaltung der mufikalifchen Kunf fehr günfigen Worten, Beethoven greift auch gleich mit feßlter Hand in feine SGottesharfe, und als wollte er Himmel und Srde bewegen, läßt er das Orchefter in lang andauerndem Unisono einher. braufen, aus dem aber fet$ einige Fnfirumente hervortreten und das Gloria intontren, und fomit dem vocalen Siemente zur Stüße dienen. Canonifch gefchieht der Eintritt der Singftimmen; zuerfi find es Alt und Tenor, dann Baß und Sopran, erftere auf der Tonica, leßtere auf der Dominante,” Beim Eintreten der Lekteren füllt fich der Chor und geht in voller Bierfkimmigkeit weiter mit feter Benüßung des Hauptthemas des Gloria in excelsis Deo. Wie der leuchtende 10 Stern von Bethlehem gligert über dem ganzen vom dritten Takte an, ein gehaktenes hohes A der Flöte, bis fich Ddiefelbe nach 17 Takten in den melodifchen Fuß einmifcht, um fpäter dann noch die leßten 8 Takte diefes Saßes mit dem gleichen Tone zu Üüberfirahlen. So lange die Worte des Gloria in excelsis erfchallen, wogt im Orchefter und in der Orgel das überwältigende Unisono weiter, getragen von mächtigen Miforden der Holz- und Blechinfrumente, PLöblichH bricht alles im Härkften Forte ab, und file Ruhe, heiliger Friede lagert fich um uns bei den Worten: et in terra pax hominibus bong voluntatis. Die ruhig angefchlagenen oder gehaltenen Horntsne vergegenwärtigen ung gleichfam den Frieden auf grüner Mue und an den finlen Bächen, von dem ung der 23fße Palm erzählt, Die einfach harmonifch behandelten Singftimmen find getragen durch das Streichquartett und eben Ddiefe Hörner und dann fchließlich noch durch zwei Fagotte, Das if ein Bild, davor man lange weilen möchte, harmonifch und melodifch einfach und dem Herzen wobhlthuend; aber gleichfam wie ein für ung Menfchen unerreichbares Land oder Ziel geht es gleich einem furzen Traum an uns vorüber, denn Beethoven mäßigt das Tempo nicht, nur die längere Notengattung verzögert die Sile, Mit dem Thema des Gloria, das im Orchefter volftändig erflingt, intoniren die Singftimmen das laudamus te auf die zweite Hälfte eben Ddiefes Themas, zuerft Unisono, dann har monifch ausgefüllt wieder von gewaltigen Unisono- VBer= doppluugen im Orchefter mit harmonifcher Unterlage einzelner Fnfirumente und der Orgel begleitet, bis beim adoramus alles betend niederzufallen fcheint, und wobei faß ale Fu firumente verfiummen, Sn furzgem Fugeneinfaße und mit neuen Wendungen tritt das glorificamus und benedieimus gemifcht mit dem laudamus auf,€$ treten bier unter= fchiedliche Themen zufammen, bis plößlich fich wieder alles im adoramus te zwifchen binein niederbeugt, In zwei Engführungen des Themas und mit etwas reichlicherer figuraler Ausfchmückung fchreitet das glorificamus zu einem Plagalfchluß, von dem aus dann in das Gratias modulirt wird, Hiehei mildert fich das Tempo, und Clarinetten und 11 Fagotte mit den Saitenbäffen und Hörnern leiten zum SGefange das gratias agimus tibi über, der zuerft von Soloftimmen, dann vom Chore vorgetragen, in canonifchen Einfügen{ich ruhig weiter bewegt, Sobald der SGefang eintritt, übernimmt das Streichquartett die Begleitung mit, und es entfpinnt fich cin Saß von durchfichtigfer Klarheit, über den eine wohlthuende Ruhe ausgegoffen ik, Beim Domine Deus nimmt das Orchefter das Thema des Gloria wieder auf, und mit eigenthümlichen Unisono- Effekten ver= fündigen ung die Singfkimmen die Worte über den almächtigen Gott, Beethoven feigert hier Chor und Orchefter bis zum forcirteften Fortissimo. Bei dem Pater omnipotens treten zum erften Mal die Pofaunen ein, die der Meifer für diefen Moment der Verherrlichung der Almacht Gottes aufgefpart hat, Das riefige Fortissimo, das fich auf einem Septimenafford aufbaut, um dann in einen Einklang fich aufzulöfen, gibt diefen Worten etwas übermältigendes, und das immer= mwährende Raufchen des Engelgefanges Gloria dazit, alles dieß läßt uns recht die Almacht Gottes fühlen, der alles zu Füßen legt und die von Menfchen und von Engelzungen gepriefen wird, Die Fußrumentenfülle lichtet fich nun wieder, und es wird ftiler im Orchefferz wir werden UÜbergeführt zum Domine fili unigenite, Jesu Christe. Dieß in ein zarter Saß, von Soli vorgetragen; nur das Jesu Christe wieder. holt der Chor ehrfurchtsvol. Durch die ruhige Führung der Singfkimmen und der Blasinfrumente ziehen Leichte Wolfenfchatten der Celli und Bratfchen, fpäter auch einmal der Biolinen, als wollten fie von ferne fchon dem Singeborenen vom Vater die Dornen zeigen, mit denen fein edles Haupt dereinft gefrönt werden folte. Auf das zarte Jesu Christe hebt nun der prächtige Lobgefang an: Domine, Deus, agnus Dei, filius patris. iegu erflingt wieder im Orchefter der Engelchor gloria in excelsis, und wie die ausgebreiteten Heilandshände dehnt fichH das Wort patris lange aus, als follten fich Alle fammeln unter diefen mächtigen Schirm deffen, dem alle Gewalt gegeben if im Himmel und auf Erden, 12 Stil verhallen die Tine, und ein mehnuthsvoles Bild entrolt fich, bei welchem Beethoven lange verweilt: qui tollis peccata mundi. Das if ja ein Mittelpunkt der Melle, das if auch der Mittelpunkt des Chriftenglaubens: das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt. Der Meifter geht hier mit zarter Hand an den Text. Sine weiche, feine Sinleitung führt zu den von den Soli vorgetragenen Worten: qui tollis peccata mundi. Beim miserere trennen fi zuerft die Stimmen und tragen das miserere nobis in tief ergreifender Melodie vor; der Chor wiederholt, und fo geht e$ eine Anzahl Takte weiter. Beim legten peccata mundi wirft ein Tremolo in den Streichinffrumenten erfchlitternd, Ss ift dieß wie eine vorausgehende Mahnung an das Gericht, das unfer um unfrer Sünde willen wartet, Yeberhaupt wird auch beim folgenden Suscipe deprecationem nostram, qui sedes ad dexteram patris, miserere nobis die ganze Orchefterbegleitung unheimlich; da und dort zeigt fich ein freundlicher Blid wie Gnade, den die Blasinfkrumente un$ vergegenwärtigen, aber im Streicherchor if ein unfiheres Fußen auf irdifchem Boden und irdifcher Gerechtigfeit, Dazu fommt ein merfkflicher Unterfchied zwifchen den Soloftimmen und dem Chorz erftere find gleichfam die MWortführer und Fürfprecher der Gemeinde und wagen fich mit freierem Schwung vor den Thron Gottes, der Chor hingegen Täßt fich mehr im gefchloffenen Maffenton des ritualen Canons vernehmen, Beethoven muß von Ddiefer Tegxtftelle felbit befonders tief ergriffen gewefen fein, denn ihm genügte das miserere allein nicht, und er fügte aus eigenem Antrieb und Bedürfnif demfelben noch den AMusruf Ah! voraus, Diefer Saß enthält einen unbefchreiblichen NReichthum an mufifalifcher Schönheit und zeugt auch wieder von der undefrittenen Fähigkeit der Mufik, tief in die Seele zu greifen. Nach einer furzen Sinkeitung bricht nun mit Zuverficht und mit Vertrauen das quoniam tu solus sanctus hervor, wobei zuerft die Tendre mit prächtiger dynamifcher Beugung auf das Wort sanctus, dann die Soprane mit dem quoniam tu solus Dominus und dann der gefammte Chor mit dem quoniam tu solus altissimus mit 13 fucceffiven Sinfägen und einem auf altissimus Jesu Christe riefig anzuhörenden Unisono ausflingen, alles umgeben und getragen von grandiofen Orcheffermaffen und einer voll tönenden Orgel. Der Schluß diefes Sakes mit den Worten: cum sancto spiritu bis Amen bildet zugleich Die Fntroduction zur fommenden Fuge: in gloria Dei patris. Da entwickelt fich nun vor ung ein Kunftwerk höchfter Art; eine Fuge mit doppelten Contrapunkten, reich an Gedanken, reich an melodifchen und reich an harmonifchen Wendungen, Bei diefem Sage zwingt ung Beethoven befondere Bewunderung ab, denn es if dieß Fein ihm gewohnter Boden, auf dem er fich da bewegt. Wenn Bach gleichfam mit diefen contrapunftifchen Kunftformen, mit Canon und Fuge fpielt, alg märe dieß fo feine gewöhnliche Tagesfprache, fo arbeitet fi Beethoven gemeiniglich mühfamer durch Ddiefe Formen hindurch. Hier aber ik ihm ein freierer Flug befchieden, und die Fühnfen Combinationen find ihm unterthan; Die verfchiedenartigfen Engführungen führt er mit Freiheit durch, Während dann das Amen und in gloria Dei patris ertönt, das die Soli vortragen, wobei auch das Thema in der Ber fehrung auftritt, bearbeitet der Chor das Thema des quoniam.®emwaltige Wirkungen erzielt der Meifter auch wieder mit dem Unisono, und fo führt er diefen Saß bis zu fei, nem Schluffe durch und rundet die ganze Dorxologie dadurch ab, indem er nochmals das gloria in excelsis erfchallen Jäßt. Zuerft erflingt’s mit feinem urfprünglichen Thema, dann aber breitet es fich mehr rbythmifch und in getragenen Harmonien aus, und die Singfkimmen fchließen mit einem Nachflange, nachdem das Orchefter fchon vorher fchweigt, alg wären die himmlifchen Boten, die das gloria in excelsis Deo zuerft verfündigten, wieder in ihre ewige lichte Heimath zurücgefehrt, Credo. Durch einige volle Mfkforde und mit Üüberrafchender, leife an die Iydifche Tonart anfreifender Harmoniefolge feitet Beethoven das Credo ein, Befonders der der Anti= 14 yhonie nachgebildete Tonfall des Wortes credo trägt auch diefen tonartlichen Charakter etwas an fich und zwar fo oft dieß Wort im Verlauf des ganzen langen Theiles der Meffe al$ Introitus zu den Hauptartifeln miederfehrt. Der Glau bensartifel von Gott dem Vater bringt uns herrliche Momente. Schon der fichere und zuverfichtliche Anfang mit feinem doppelten credo, das das zweite Mal noch befonders betont wird, macht uns fofort den Eindruck der unumftößlichen und für alle Zeiten feftftehenden Wahrheit unferes Chriftenglaubens, Wenn dann VBeethoven bei dem Wort omnipotentem die drei obern Stimmen in langem Einklang aushalten läßt, mährend im Baf das factorem ceali et terrze ertönt, fo if es, als läge Himmel und Erde zum Schemel der Füße Gottes. Sodann ift auch der Gegenfaß zwifchen visibilium omnium und et invisibilium mächtig. Der Chor möchte das Keßtere Wort gleich dem erften laut aus. rufen, aber nach dem Mörtlein„et“ bricht er plößlich ab, und wie von Schrett oder Schauer durchdrungen, fyricht er nur in leifem gebeimnifvollem Ton von der unfichtbaren Welt,— Auf gleiche Weife mie am Anfang folat nun das credo, credo al$ Eingang zu den Mrtifeln von Fefu Chrifto. Es it wieder eine charafkterififche RNecitation, in welcher dem SGeheimnifvollen befondere Aufmerkffamfeit gefchentt wird, Wenn die Worte ante omnia sxcula eintreten, fo Hhüllt Beethoven diefes für ung Menfchen undurchdringliche Se heimnif in ein momentanes files Dunkel ein, um aber dann beim Deum de Deo mit imponirender Macht weiter zu geben und die göttliche Natur Chriftt und fein Kommen zu uns vom Himmel mit glühenden Farben zu fchildern. Bon Anfang an folat das Orcheffer mit der Orgel den wechfelnden Stimmungen und Situationen, um bald mit hellen Strahlen die hohen, heiligen Eigenfchaften Gottes des Vaters und des Sohnes zu beleuchten, oder zu filler Andacht in feierlichem Piano aufzsufordern, wobei die fchnellen dynamifchen Abmwechslungen von gewaltiger Wirkung find, und oft unermartet überrafchen, Fun Langfamem AdagioTempo verfündet nun der Chor-Tenor das SGeheimnif der 35 Menfchwerdung: et incarnatus est, wieder mit einem farkfen MAnflang an die Firchliche Antiphonie und mit entfchieden dorifcher Färbung. Mit gedämpfter Stimme führen nun die Soloftimmen in fchönen contrapunfktifchen Sinfägen und Verfchlingungen diefen Artifel aus, Der Chor recitirt im Tone des Ritual- Refponforiums die Worte nach, und fo entfteht ein feierlicher ächt Firchlicher Moment, Dazu zittern die Clarinetten und Fagotte in geheimnifvolem Pianissimo, und darüber wiegt fich die Flöte in zarten Figuren, während fid die Streichinfirumente den Singftimmen anfchließen, Ueber dem ganzen Kiegt ein heiliger Duft und Schauer, als forte man das file, geheime Wehen des SGeiftes Gottes, Durch wenige Takte leiten ung die Worte; et homo factus est über zum Crucifixus. Unter bebenden Orcheftermotiven wird ung die Kreuzigung Ddargeftellt. Soli und Chor theilen fich in die fchauerlich fchöne Schilderung, Mnes it Ausdruck und tiefes Gefühl. Wehmuthsvol fpricht eine Stimme der andern das crucifixus zu, um dann beim etiam pro nobis fich flet$ im Zufammenflang zu vereinigen im Bewußtfein der gemeinfamen Schuld. Mit welch fchmerzlicher Klage ift dag passus ausgedrückt, und welche heilige Ruhe fchwebt über dem Grabe Fefu bei den Worten: et sepultus est. Sn dem ganzen Crucifixus tritt fo recht jede Stimme einzeln charafteriftifch auf, und nimmt perfönlich Antheil an diefem heiligen Sreignif, und wenn fie ich hie und da in furzem Unisono vereinigen, fo Keidet darunter die Selbftändigkeit des individuellen Musdrucks nicht im mindeften, MAuferftebung, Himmelfahrt, das Sigen zur Rechten Bottes, das Kommen zum Gericht und das ewige Reich Chrifti faßt Beethoven fo zu fagen in einen Saß zufammen, Dabei treten ung nun wieder einzelne merfwürdige Züge entgegen. Ohne ale Begleitung fchildert uns der Chor im Raum von fechs Takten die Auferftechung. Rafch wie das Erdbeben, das die Hüter des Grabes am Oftermorgen obhnmächtig zur Erde warf, ohne irdifche Zeugen, feigt der Herr aus dem Grabe, Die ganze Umgebung if file, Sofort mit flarfer Tempofteigerung gefchieht die Himmelfahrt, umraufcht von reichem Orcheffer., Bom Baß aus feigt eine 16 Stimme der andern nach in die HShe, um auf dem Worte celum in ftolzer Ruhe anzubhalten. Majeftätifch erklingt das Wort: sedet ad dexteram patris, dag durch die Blasinfrumente und die Orgel wie auf ehernen Säulen getragen fcheint, während dem die Saiteninfrumente die Harmonie rhythmifch bewegen und hie und da frei figuriren. Durch eine rafche Modulation führt ung Beethoven zu den Worten: et iterum venturus est cum gloria. Obfchon diefe Stelle der vorigen motivifch ähnlich if, fo wird durch die fchnelle Nücung der Tonart eine ganz andere Klangfarbe gewonnen; e$ flingen diefe wenigen Takte ftarrer und härter. Das Herabfahren des Herrn gipfelt dann im Eintritt der Vofaunen, die ung das Gericht verfündigen: judicare vivos et mortuos. Eine blendende, ja vernichtende Glut Kagert fich über dem Worte judicare, und vom Schrecken aufgefcheucht ertönt das Wort vivos im abgeriffenen Afforden mit Trennung der beiden Silben, während dann beim Wort: mortuos fich ein Grab zu öffnen fcheint, in welches ung ein furzer Blick vergönnt ift. Der Klang diefes Wortes if hobler Todtenflang, denn das Unisono und die fchließende leere Huinte machen den Eindruck des Leblofen und Erftarrten, In einfachen eontrapunktifchen Fmitationen entwickelt fich das cujus regni non erit finis auf compakter Orchefter» und Orgelmaffe ruhend mit bewegten Violinen und Bratfchen. Charafteriftifch if der Schluß, den Beethoven durch drei energifch gefprochene non! und eine überrafchende Trugcadenz macht, Sigenthümlich gefaltet fich das credo in spiritum sanctum. Da mifcht Beethoven mit dem fet$ durch zwei Stimmen contrapunktiidh und melodifch durchgeführten Worte: credo den Nefponforienton bis zum Worte peccatorum, aber bei den folgenden Worten: et exspecto resurrectionem mortuorum fommt er in eine{tarfe Tonmalerei es iff al$ ob Bäffe, Bratfchen und Violinen und der Contrafagott die Gräber Sffneten, und mit hehrer Majeftät erhebt fich die ganze Stimmenmaffe in die Höhe, um nur beim Wort: mortuorum wieder in die düfßere Grabesnacht zurüczufinken. Diefes Tempo fchließt mit dem et vitam venturi seweculi. Diefent Leßten Artikel des Glaubensbhefenntnifes widmet nun 17 Beethoven noch einen Sag befonders, nämlich eine Doppel fuge, die aber an die Stimmen Anfprüche macht, wie fie nicht mehr höher gefchraubt werden dürfen. Dabei if diefelbe aber von einer Unbefangenheit in ihren contrapunftifchen Formationen und ihren Entwicklungen, wie fie ung, wie fchon ermähnt, bei Beethoven nur in diefer Meffe begegnet. Ss if gleichfam ein Schweigen in allen möglichen Combinationen, und eine überreiche Srfindung gibt dem ganzen Stücke eine außerordentliche SESrhabenheit, und es überfommt ung dabei fo recht das zuverfichtliche Gefühl von der Unendlichkeit und Unerfchöpflichfeit der Kunfk, und von der Unverfiegbarfkeit ihrer Ouellen, Sntweder treten Die Motive in veränderter Geftalt auf, oder es kommen neue dazu; Umfehrungen, Verkfleinerungen, alles mögliche wird angewandt, um den vorhandenen Stoff nach allen Seiten hin auszubeuten, Auch die genialiten Texteombinationen treffen wir hier. Während die Einen vom ewigen Leben fingen, befräftigen die andern die Wahrheit Ddeffelben mit ihrem Amen. Gegen den Schluß im Grave- Tempo treten noch die Soloftimmen mit dem Amen hinzu, und dadurch hebt und vermannigfaltigt fich der Klangeffeft noch ganz bedeutend, Das dann fchließlich mehr und mehr Yeberhandnehmen des Piano entrückt uns gleichfam felbft mit in die obere Welt, oder zeigt ung wie aus weiter Ferne das von uns allen erhoffte und erfehnte ewige Ziel mit feiner dem Volke Gottes vorhandenen Ruhe, während dem man wie von weitem das RMaufchen der Verlenthore hört und gleichfam die Engel Gottes hinauf- und herabfteigen fieht. Sanctus md Benediectus mit 0sanna. Um Beethoven in feinem Sanctus ganz zu verftehen, müfen wir ung Den erften bis vierten Vers des fechsten Eapitels des Propheten Fefajas vergegenwärtigen: Sch fah den Herrn fißen auf einem hohen und erhabenen Stuhl und fein Saum füllete den Tempel. Seraphim fanden über ihm, und einer rief zum andern: Heilig, heilig, heilig if Der Herr Zebaoth; alle Lande find feiner Chre vol! Daß die Yeberfchwellen bebten von der Stimme des Rufens, und das Haus ward voll Rauch, Wohl in feiner Meffe if Ddiefe heilige Scene treuer ge fchildert worden als e& Beethoven in der gegenwärtigen thut. Ueber dem Ganzen liegt bis zu den Worten pleni sunt celi et terra gloria tua ein düfteres Colorit. Ale helflingenden Infrumente fchweigen, es erflingt feine Violine, Feine Flöte und Feine Oboe; Bratfchen und Celli find getheilt und dadurch entfteht ein Klang von tiefem Ernft, bei dem es einem wirklich if als ob der Saum des Sewandes Gottes alles umbüllte und erfüllte, Nun ruft ein Seraph dem andern das sanctus zu, und auf das Wort Sabaoth folgt das erfemal ein geheimnifkvolles Echo der Pofaunen, Bald erbeben die Schwellen des Tempels und ein leifes Tremolo läßt ung die Schauer der Nähe Gottes fühlen. So gebt es fort bis zum pleni sunt celi et terra gloria tua. Da bricht e& nun mit hellem Glanze hervor, Wieder ruft es ein Seraph dem andern zu, einer nimmt dem andern in canonifcher Meike das Wort aus dem Munde: Ddazır treten jeßt auch noch die übrigen Snfrumente mit ihrem hellen Klange, Flöten, Oboen und Violinen, und es erbebt fih ein raufchender Flügelfchlag, in welchen mächtige Orgelflänge bineinbraufen, und fich fo Himmel und Erde füllt mit dem Nuhme Gottes. Mit dithyrambifchem Schwunge fchließt fih das Osanna in excelsis an, als furzes Fırgato mit eigenthümlich accentuirtem Schluß, der nach einer Fermate unerwartet abreift, um uns fofort in eine ganz andere Stimmung zu verfeken. Denn Tleife er= tönen die Bäffe, getheilte Celli und getheilte Bratfchen, tief liegende Flöten und Fagotte, fyäter dann die Clarinetten, und begleiten die Mandlunag oder die Transsubstantiation, in der fich das Brod in den mahren Leib und der Wein in das wahre Blut Chriftti vermandeln. Alles umaibt eine athemlofe Stille, und unmillfürlich fühlt man, daf man hier einem SGeheimnif gegenüber fteht, das für ung verbüllt Hleibt. Diefer tiefernfte Infrumentalfag Teitet ing Benedietus ein, das fi mit zauberhaften Klängen anfündigt, Wie aus 4); 19 der Ferne tritt die Solo-Bioline auf, zuerft getragen von den Flöten, dann von Horn und Clarinetten. Der Chorz Baß intonirt leife: benedietus qui venit in nomine Domini. Darauf füllt fich das Orchefter; Hörner, Trompeten, Bofaunen und Pauken intoniren von Zeit zu Zeit das benedietus, alg mürde es von einem unfichtbaren Chore gefungen, und über Allem fchwebt gleich einer Engeksgeftalt mit der Friedenspalme in der Hand die ans Yeberfchwängliche grenzende Melodie der Solo- Violine, die fich unauss gefeßt in melodifcher und rhythmifcher Mannigfaltigfeit phantafieartig entfaltet. Die Solo-Stimmen ergreifen nun dag benedietus, theilweife canonifch einfeßend, und im Ton des Refvonforiums fchließt fich der Chor mit dem in nomine Domini an, um dann bald nachher fich felbftändiger an dem Mechfelgefange zu betheiligen, fchließlich aber wieder in den Ton des Refyonforiums überzugehen. SGedrungen und furg behandelt Beethoven das Darauf folgende Osanna in excelsis. Zuerft fprechen e$ die Soli aus, dann der Chor fugatoartig, und in einfachen Klängen bringt er noch einmal das benedietus, theilweife all’ Unisono, und den Ruf osanna in excelsis, gegen den Schluß fich zum Forte fteigernd, aber auf der leßten Note pISBlich im Piano verflingend. Mit höchfter mufifalifcher Schönheit ift diefes Benedietus ausgeftattet, es entfaltet fich Darin zudem eine prachtvolle Detailarbeit, fowohl im Bocalen als auch im nfrumentalen, befonders aber in der dem Frdifchen entrückt fcheinenden Solo-VBioline, Agnus Dei Das Agnus Dei if jedenfalls der fchwerft verfändliche Theil Ddiefer Melle. ES it ein Gebet, unterbrochen von heftigen Anfechtungen; darum zeigt fich auch darin ein {tarfer Wechfel zwifchen Ruhe und Unruhe, zwifchen Wohl und Wehe, zwifchen Frieden und Kampf. Nach vier Takten Teiler Einleitung beginnt der Solo-Baß: agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis in inbrünftiger 20 WBWeife und in breiter Melodieentfaltung, Bäffe und Tendre ergreifen fofort die Worte peccata mundi, miserere nobis, und es erhebt fich ein herrlicher Wechfelgefang zwifchen dem Solo-Baß und den Männerftimmen des Chor$; alles if in zartes Piano eingehüllt und umwoben von einer weichen mel[odiereichen Orchefferbegleitung, aus welcher die Blasinfrumente mit ergreifenden Solofellen hervortreten, Der Saß erweitert fich dann zum Duett zwifchen Solo-Alt und Solo- Tenor, welchen beiden Stimmen wieder der Männerchor im Verein mit den Alt-Stimmen zur Seite fteht. Breit ausflingend verweilt der Solo- Alt auf dem Wort miserere, bis fich bald Darauf das ganze Solo. uartett mit canonifchen Einfägen in reicher Fülle entfaltet, und dann fpäter der gefammte Chor dazutritt, um mit den Soloftimmen rheilmeife zu alterniren. Mit außer ordentlicher Feinheit verweben fich die Stimmen in einander, die von einem fillen Wehen der SInfirumente überfchattet erfcheinen, Nach einem KLeifen Anruf Agnus Dei ändert fi das Tempo und die Taftart, und der Chor erhebt die flebende Bitte dona nobis pacem. Unter die Tempobezeichnung fchrieb Beethoven bei diefer Stelle die Worte: Bitte um inneren und äußeren Frieden. ZAuerft vernehmen wir ein abgebrochenes Raufchen in den Violinen und Bratfchen, das bis zum Pianissimo abnimmt; nun tritt der Chor im Doppelcanon ein. Weit, weit fpannt fich das Wort pacem aus, auf Melodien voll wmonnigen Wohlkflanges, und darüber ergießt fich ein fliller Friedensfirom, Wir fühlen ung wie derum gelagert wie an den Waffern der Ruhe. Doch bald regt fich die Stimmung auf, die Orchefterfiguren verändern ihren Charakter und werden unrubiger und bilden einen ftarfen Gegenfaß zu den Singftimmen, Sodann beim Tempo allegro assai erflingen abgebrochene Baufenfchläge, die ein unheimliches Gefühl wach rufen und die unterbrochen werden von einer fcheu auftauchenden Biolinfigur, Stil erfchallen die Trompeten, als wollten fie Worte finden, Da ergreift der Solo-Alt ängftlich in reci. 21 tativifchem, der(ubjeftiven Auffaflung Spielraum Iaffendem, VBortrage die Worte: agnus Dei qui tollis peccata mundi, ibm folgt der Solo-Tenor in gleicher Weife mit den Worten agnus Dei und einem dreifachen miserere. Die Tremolos der Streichinfirumente, der Paufenwirbelk und einige fpärliche auffchreiende Figuren in den Flöten und Fagotten geben der Scene etwas höchft beunruhigendes. In alles hinein ruft der Chor nochmals miserere nobis, worauf der Solo. Sopran in hoher Lage das agnus Dei, dona nobis pacem intonirt, und nach und nach Die Soloftimmen wieder beruhigter das Gebet um Frieden anheben, dem aus der HShe die Sterne in hellem Schimmer aufgehen und zuwinkfen, In den Soloftimmen zeigt fich eine eigenthümliche Stimmungsverfchiedenheit z auf dem Worte pacem fcheinen Sopran und Alt auszuruhen, mährend Baß und Tenor noch unaufhörlich in dem Worte Dona ringen, bis fie fich endlich auch mit den andern Stimmen im Dona nobis pacem vereinigen. Der Chor bringt darauf ein kurzes Fugato mit interefantem Figurenwerf, das befonders im Tenor eine ganz feltfame Behandlung erfährt. Stil und feierlich flingt das Wort pacem in gehaltenen Noten nach und bildet einen merfmürdigen Contraft gegenüber der fo eben vernommenen unruhigen und heftigen Bewegung. Mild und verföhnend fchließen Chor und Soli zufammen Diefes Tempo. Ein felbftändiger höchft Funfreicher Orchefterfaß Presto, reißt ung aber wieder fofort aus der beruhigteren Stimmung heraus; ungebunden fcheint der alte bsfe Feind wieder auf» zutauchen., Wie Nachtgeifter fliegen da die Gedanken herum, von allen Seiten ftürmt e$ auf die Seelen ein; der Friede, der nun bald erreicht fchien, if wieder geflört. Darum mahnt e$ zu neuem Beten und in allgewaltigem Mufruf erfchallt das agnus Dei noch einmal. Wie Riffe in den Himmel hinein tönt das Orchefter und die wuchtige Orgel, um dem Keidenfchaftlich erregten Dona nobis pacem Bahn zu brechen zum Dhre Gottes, Dazu fchmettern einfchneidende Trompetenfanfarren, Mit Leidenfchaft und in verzweiflungs. vollem Auffchrei erfhallt dag agnus Dei, BWuchtige 22 Schläge drängen vorwärts, das dona pacem erfcheint im höchiten Affeft, befonders im Solo. Sopran. Hier if nun der härteiie Kampf UÜberfanden, bald mildert fich die Stimmung und, Chor und Soli werden umlagert von Frieden und Ruhe; fie wollen auch das Wort pacem nicht mehr laffen, Es folgen noch ergreifende Momente, befonders bei der Stelle, wo die Paufe mit lLeifen Klängen den Violinen und Hörnern vorangeht und daraus das Wort pacem hervortritt, und wir den uns näher und näher fommenden Herrn mit feinem Ofergruße„, Friede fer mit Euch‘ ahnen und fühlen. Noch einmal läßt der Chor das Dona pacem erflingen und mit wenigen, aber fich hoch himmelwärts emporfchwingenden Takten des Orcheiters fchließt in einer für den Hörer überrafchenden Weife diefer Theil, und damit auch Das gewaltige Meißtermerk Beethovens, Cine Hauptfache if aber nun, daß man dem Werke wirflich Bahn bricht und es in unfern mufifalifchen Boden einpflanzt, daß e$ nicht etwa nach einmaligem Horen an un$ vorübergegangen if wie ein Traumbild, denn da wäre e$ nicht möglich, alles Schöne und Herrliche zu ent= Decken und zu genießen, Das Demfelben innewohnt, Man befindet fich bei der Befchäftigung mit folchen Kunffchäßen, fei fie theoretifch oder praktifch, fer man dabei aftiv oder empfangend, wie in einem Bergwerk, Ddeffen tiefe Gründe immer wieder Neues bieten, wenn das eine abgelöst if, es werden befonders an den Hörer große Anforderungen geffelt, und er muß auf der Hut fein, daß er nicht über Sinzelnheiten das Ganze in feinem 3Zufammenhange verliert, oder daß ihm umgefehrt über dem Ganzen die fyecielen Punkte entgehen, In der Bachfchen h-moll- Meffe Fann man troß der schien Fünftlerifchen Complication mit Ruhe die einzelnen Theilfäße verfolgen, weil fie in fich abgerundete und formen 23 gefchiedene Mufikfiücke find, die jeweilen einen totalen Abfchluß haben, und obgleich fie den Anforderungen einer Cultusmeffe damit nicht ent{prechen, doch dem Hirer bei der Aufführung einen fichern Halt verginnen und gewähren. Bei Beethovens Mefje if dieß aber eben nicht der Fall; Da geht es oft Schlag auf Schlag weiter mit Neuem, wie im Gloria und im Credo, oder e$ wechfelt fich wie im Agnus Dei auf furzgen Worten mannigfach die Stimmung, und wir werden hin und her getrieben, je nachdem der Text der fubjektiven Auffafung und der Cregefe des Componifen unterliegt. Alles diefes macht das Werk fchwerer verfändlich, nicht blos im Einzelnen, fondern auch im Ganz zen.€ fchließt dieß aber das Vertrautwerden mit demfelben nicht aus, Mit Händel’s und mit Mendelsfohn’s Oratorien find wir vertraut feit langer Zeitz denn von Sr= fierem haben wir aus der großen Zahl feiner oratorifchen Werke Manche gehört, die uns nach und nach den Com= yonifen zum lKieben Freunde machten; und von Leßterem wurden Paulus und Slias mehrmals bei ung aufgeführt, ebenfo feine bhauptfächlichften Pfalmen, und e$ wurde uns Dadurch ein inniges Verftändnif Mendelsfohn’sS zu Theil. Sodann hat Seh, Bach mit feinen wiederholt aufgeführten Baffionen nach Matthäus und Fohannes und mit einer Anzahl Cantaten unter uns helles Feuer gefangen, Nun handelt es fich darum, auch für Beethoven’S größtes Vocalwerf, für feine Missa solemnis, eine tiefgehende Pflugicharr einzufeßen. Den alten Meiftern wird dadurch fein Abbruch gethan;z aber das ift dabei ficher, daß damit auch das Futereffe für größere Firchlidhe Werke neuerer Componiften geweckt wird, denen man zwar immer noch da und dort mit Miftrauen ins Muge fieht, als würde durch fie die Kunft auf Abwege gebracht, Diefe Furcht, die aus einer gewiffen Sinfeitigfeit entfpringen mag, möüch= ten wir nicht theilen, Ale neuen, aus Wwirflihem innerem fünftlerifchem Antrieb und Begeifterung entfandenen Werke haben der Kunftentwicklung fet$ reiche Früchte getragen und ihr feine Sinbuße gebracht,„Und wenn das Eine oder 24 das Andere für manche Anfchauungen noch der Zeit vorzuz greifen fcheint, und man Ddeffen Einfluß als gefährlich erachtet, fo wird fich Dieß ficher abklären. Zudem weiß jeder gewiffenhafte Componift, daß er nur das Feld behält, wenn er fein Beftes gibt, und Ddiefe Gewiffenhaftigkeit wollen wir auch unfern neuen, dem Ernften zugewandten Künftlern zutrauen. SFede Kunft if, wie alles andere, in Gottes Hand, die ja auch die Gaben dazu austheilt. Dazu bekennt fich auch ein Dichter mit den trefflichen Worten: Bon der Gottheit einftenz ausgegangen, Muß die Kunft zur Gottheit wieder führen. Messtext. (Vorbemerkung, Der Chor if in der ganzen Missa solemnis vierfimmig befekt. Die Soli(Sopran, Alt, Tenor und Baß) treten meiffentheils in Verbindung mit dem Chor, felten allein auf.) 1. Kyrie,(Soli und Chor.) Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. 2. Gloria. Gloria in excelsis Deo, et in terra pax hominibus bonz voluntatis, laudamus te, benedicimus te, adoramus te, glorificamus te. Gratias agimus tibi propter gloriam tuam, domine Deus, Rex celestis, pater omnipotens, Domine fili unigenite, Jesu Christe, domine Deus, agnus Dei, filius patris, qui tollis peccata mundi, ah! miserere nobis, suscipe deprecationem nostram, qui sedes ad dexteram patris. 27 1. Kyrie. Herr, erbarme dich unfer; Chrifte, erbarme dich unfer, 2. Gloria. Ehre Gott in der Höhe, und auf Erden Friede den Menfchen, welche guten Willen? find, wir loben dich, wir preifen dich, wir beten dich an, wir verherrlidhen dich. Dank fagen wir dir wegen Deiner großen Herrlichkeit. Herr unfer Gott, himmlijcdher König, aNlmächtiger Vater, Herr, de8 Vater8 eingebvorener Sohn, SJefus Chriftu8, Herr unfer Sott, Lamm Gottes, Sohn des Vater8, der du hinwegnimmft die Sünde der Welt, erbarme dich unfer, nimm unfer Flehn auf, der du fikeft zur Rechten des Vater8, Quoniam tu solus sanctus, tu solus dominus, tu solus altissimus, Jesu Christe, cum sancto spiritu in gloria Dei patris, amen. Gloria in excelsis Deo! 3. Credo. Credo in unum Deum, patrem omnipotentem, factorem celi et terrg, visibilium omnium et invisibilium. Credo in unum dominum, Jesum Christum, filium Dei unigenitum, et ex patre natum ante omnia sgcula, Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero, genitum, non factum, consubstantialem patriı, per quem omnia facta sunt, qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de celis. Et incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine, et homo factus est, Crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato, passus et sepultus est. Et resurrexit tertia die secundum scripturas. Et ascendit in celum, sedet ad dexteram patris, et iterum venturus est cum gloria judicare vivos et mortuos, cujus regni non erit finis. Credo in spiritum sanctum, dominum et vivificantem, qui ex patre filioque procedit, qui cum patre et filio simul adoratur et conglorificatur, qui locutus est per Prophetas. Credo in unam sanctam catholicam et apostolicam ecclesiam. Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum, et exspecto resurrectionem mortuorum, et vitam venturi sgculi, amen. 29 Denn du allein bift heilig, du allein bift der Herr, du allein bift der Höchfte, SIefu8 Chriftus, mit dem heiligen Seifte in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen. Ehre Gott in der Höhe! 3. Credo. Ich glaube an einen Gott, den almächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtharen und Unfichtbaren, Ich glaube an einen Herrn, Sefum Chriftum, den eingeborenen Sohn Gottes, und vom Vater abftammend vor allen Zeiten, Gott vom Gott, Licht vom Lichte, wahren Sott vom wahren Gott, gezeugt, nicht erfchaffen, gleichen Wefen8 mit dem Vater, durch den ANe8 erfchaffen worden ift, der wegen ung Menfchen und unfere8 Heil8 herniederftieg vom Himmel, Und empfangen wurde vom heiligen Geifte, geboren von Maria der Jungfrau, und Menfch ward. Und gefreuziget wurde für un8 unter Kontiuß Pilatus, litt und begraben ward, Und wieder auferfiand am Dritten Zag nach der Schrift. Und aufftieg in den Himmel, fißet zur Nechten des Vater8, und wieder kommen wird in Herrlichkeit zu richten die Lebendigen und Iodten, deffen Neich ohne Ende fein wird. Ich glaube an den Heiligen Seift, der Herr ift und Leben gibt, der aus dem Vater und Sohne hHervorgeht, ver mit dem Vater und Sohne zugleich angebetet und wverherrlicht wird, der geredet hat durch die Propheten. Ich glaube an eine heilige, fatholi[dHe und apoftolifihe Kirche, 4. Sanctus. Sanctus dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt celi et| terra gloria tua, osanna in excelsis. Benedictus qui venit in nomine Domini, osanna in excelsis. 5. Agnus Dei. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis, dona nobis pacem. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Dona nobis pacem. 31 Ich bekenne eine Taufe zur Vergebung der Sünden, und erwarte die Auferftehung der Zodten, und ein ewige8 Leben. 4. Sanclus. Heilig, Herr Gott Zebanoth. Von find Himmel und Erde von deinem Ruhme, Hoftanna in der Höhe, SGelobet jet, der da kommt im NMamen des Herrn, Hofianna in der Höhe, 5. Agnus Dei. tamm Sotte8, das du hinwegnimmft die Sünden ver Welt, erbarme dich unfer, gib ung Frieden, } WA vr. HC| N TOT EST SSL DE N DE RE NL ER X HN y? NH A Ra N # (OD LATE Ah 5A"3 WA DR „e Y € a € d 5 3 Mittwoch, den 7. Juli/Abends 8 Uhr Oeffentliche Probe A TE TUN IE ONE AN WON GERINGER IT EEE, A ws PROGRAMM. a) Scheidegruss an die Heimat.. J.: Heim: SET GE Cie = IN b) Der König in Thule... Volksweise, wv c) Gott grüsse dich, mein Heimatland,. U. Alttenhofer. EI N W EN IS (Wettgesang ze> Ne gesungen vom Basler Liederkranz. = & Dr a) Sturmbeschwörung: 4. J. Dürner. CM AN b) Pfingstmorgen... Linder. S ZT ?) % Ü sanctissima @? ‚ad: gesungen vom Basler Männerchor. a Die letzt« Nacht.:. Volkslied. b) Volkslied:..; Max Zenger. C Herbstgesangz... JS. REheinberger. we A AA) IN AS d2 &% wo 7A =» Wettresan: (Wettgesang € & IE es 4. gesungen von der Basler Liedertafel. ey & N N SE OR, WEL Eintrittspreis 50 Cts. > e Ha is €* 8 Der Erlös ist für die Ferienversorgung bestimmt. Nas — X Wu 3 Für freiwillige Beiträge werden Kistchen aufgestellt sein. SIR A N N vn) Programme, welche als Eintrittskarten dienen, sind in den iden Musikalienhandlungen und Abends beim Siegrist zu be+ LA Cu DL LAN 1 men. X wa, TS 9,13G Het x A MEN DE NN NN NN TE RT SLÖSLÖESL ET SZENE LUST SCI 1 A WE “ N SS (68) CN CO VE CT FAR 1 Na 3 N A 1945/86.