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Dm.Ao^lNOL KIVL>Burg«rmclslkM/ Am. ltöi$ad Aumbett/ vcs Raths/ j Der Hochtent^ i schtn Gemeine I commircierten r'Herren vny J nen. ' Wie auch Einem gantzen Wol.-Ehrwürdigen 6on6ttorLc> - der gemeldeen Kirchen/ als ncmlich/ Hm. David Kamp/ EWen. Hm. Mxaicher Zollickoffer/ EltestenvndSeckelMistern. Hm. Zohann Rudolff Koch/ Hm. Antonio Krämer/ Hm. Bapüfta Peters/ Hrn. David Ritter/ Hm. Ahraham Guter/ Hm. Kaspar von Waldkirch. MZeinen reixeÄivö Gnädigen / Hochgeachken / Hochgeehrten Herren / liebwehrkkn Kollegen pnd sehr angenehmen Freunden. Killen OiaconW. Emnach auff widerholtee Begehren ansehend- cher Per söhnen/ welche gegenwärtige meine Christliche Antritts - Predigt theils selbsten angehöret/ theils / weilen sie ihnen von solchen Leuchtn/ die mir die hohe Ehre anthun / vnd einige Hoffnung von mir fassen/ auch mehr/ als sie verdienet/ geruh« mer worven/sie auch zu lesen / vnd durch sich sechsten davon zuvrthei- len verlangen tragen / ich mich entschlossen / sie durch den öffentlichen Truck gemein zu machen/vnd hiemit die Erstlinge meiner Früchten/ nach demGesätze Most/auch vmb dieZeit desPfingst-Festsdem Allerhöchsten auffseinen Altar zu legen / sohabe ich keinen Augenblick im Zweyfel stehen können/ weme ich sie zuschreiben solte. Ich offeriere E.G.W-E.W-diese meine Arbeit/ nicht alsj etwas sonderbahres/ daß der seltenen Matery/ oder der krafftigen Verhandlung / oder der zierlichen Red-art/ oder der schonen Ordnung halben/ mehr als andere Predigten/welche von Gottsgelehrten Männern täglich an's Liecht kommen / hoch zu schätzen wäre / dann ich erkenne mich selbsten wol/ vnd bin versicheret / daß/ vmb einen vollkommenen vnd gewaltigen Meister in dieser vnser heiligen Rede-kunst zu machen / neben den natürlichen Gaaben vnd den 8ruä ist, auch die Erfahrung vnd das Alter/ so mir aber annoch mangelt / vorhanden seyn muß. Gleichwol aber setze ich auch Dero vornehmen Namen hieher/ nicht in Meinung/die- ser meiner Predigt ein Ansehen zu machen / dann ich hoffe / die Göttliche Warheit/ so darinnen enthalten / understütze sich von sich sechsten/ vnd die Leuthe werden im übrigen wol soviel Biklichkeit bey sich gelten lassen/daß sie theils meinen jungen Jahren/theils den Umstän- den/darinen ich mich befunden/vnddenenzimlichenRäisen/von denen ich mich noch nicht erholen können / da ich diese Rede auffzuftl-en vnd zu halten gemüssrget worden/ etwas zugeben / vnd beyneben sicherinneren daß eine Predigt allezeit mehr Ansehen/ Krafft vnd Nachtruck hat/wann sie öffentlich ausgesprochen/ vnd mit der Stimme/Ge- härden/vnd einer lebendigenAccion begleitet/als wann sie nur schlechthin auff dem Papier entworffen wird. Die einte lst gleich einem Kup fferhlat/ in welchem man einen Menschen einig vnd Mein auß A ij den den vornehmsten Geßchts-Lineamenken erkennen muß/ die andre aber einer wol außgearbeiteken Schilderey/dabey die lebendigen Farben ein merckliches zur Erkaiitlichkeit beytragen. Vnd darumb folge ich auch hierinnen der gemeinen Gewohnheit nicht/ daß ich meine Vnbe- redsambkeit/ vnd andereMangel/ die den -Verständigen envan also- Lald in die Augen fallen werden/ mit vielen Worten entschuldige/dan ich erinneremich dessen/ daß der ernstliche vorzeiten einem Römer geantwortet/der eineHistory in Griechischer Spraach beschrieben/ vnd in der Vorrede des Buchs den Leser gebätten / jhme als einem Römischen Mann/der nicht allzuwol Griechisch rede/gewisse vn- gewöhnliche vndBarbarische Redens arten zu gut zu halten; Es wäre ja/ sprach Cato, besser gewesen/ das Schreiben bleiben lassen/weilen es chmedoch niemandzugemuthet/ alsda es schon geschehen/ wegen begangener Fehler vnd schlechten Schreib-art vmb Verzeihung bjt- ten.Alles/was ich verlange/ist/daß man mir nicht verarge/daß ich dem Begehren meiner Gönnern vnd Freunden gewichen/ vnd in einem Stück/ da ich mich endlich wol hätte entschuldigen können / ihnen ein Genügen zu thun mich entschlosten. E.G-W.E.Waber ersuche ich demühtigst/ daß Sie auß Vbergebung dieser Predigt Messen wollen/ theils meine Erkentlichkeit für dero hohe prorEion, vnd bisher nochvnverdienteWol-Meinung/theils den auch ichtigen Eyfer/ mit welchem ich durch die Gnade Gottes in der Gemeine/ über welche es Jhme/durch Jhro allerseits krässtiges zuthun/vnd gleichsamb durch dieeinmühtige Stim desgantzcnVolcks/ mich zusetzen beliebet hat/ feines theuren Nahmens Ehr/ des Reiches Christi Ausbreitung/ vnd seiner FromenHcyl zubeförderen gedencke. Der HErr wolle denFür- satz meines Hertzens nicht lassen eytel noch veraeblich seyn/ vnd sonderlich zu desto bequemerer Ausführung seines Wercks E.GW.E W. denen ich als meinen gebietenden Herren mit schuldigem Gehorsam/ vnd als meinen hochwerthesten Mit-arbeiteren im Hause desHEr- ren mit hertzlicher Bruderliebe zugethan bin/mit allerhand geistlichem vnd leiblichem Segen in himlischen Güteren in Christo JEsu krönen; Der HErr erhöre Sie in der Noht/der Nahme des Gottes Jacob schütze Sie/Er sendeJhnenHülffauß feinem Heiligthumb/ vnd stärcke Sie auß Zion/ Er gebeJhnen was Ihr Hertz begehrer/vnd erfülle alle Ihre Anschläge! Diß ist/vnd wird jederzeit seyn/der sehnliche Wunsch/ vnd das Gebätt/ E.G.W-E-W. Gchorsamfleii I 6crciftviüfg?ra vnd vienß« trgebcnkm THEODOR GERNLERS. Das köstliche Bl'schoffö-Ampr. 5 Te^t/ i.Timoth. III. f.J. Das ist je gewißlich wahr. So jemand ein Blschoffs - Ampt begehret / der begehret ein köstliches Werck. Eingang. Lö seneemats vnftre ersten Eltern im Pa- radeiß durch die altt höllische Schlang angetastet wurden/vnd dieselbige suchte sie zurSünde zu ver- leiken/von dem allmächtigen Gott jhremSchöpf- fer sie abtrünnig zu machen/ vnd ihrer hohen Glückseligkeit sie zu berauben/hielte sie ihnen diese beeriegliche Rede/Ihr werdet mit Nichten des o».* +.** Todes sterben/sondern Gott weiß/dciß/welches Tages ihr davon esset/ so werden ewere Augen auffgethan/ vnd werdet sehn wie Gott/und wissen was gut vnd böß ist. Sie begreifft einen Inhalt / wie man ihne von dem ienigen erwarten kan/ welchem der Welt-Heyland diß schöne Zeugniß gibek/ daß er in der Warheit niemahls bestanden/ sondern ein Lügner vnd ein Vatterder lob.s. Lügen seye. Dann so ferr ist es/ daß/ durch das essen von dem Baum/die Augen Adams vnd seines Weibes selten erössnee seyn/ daß sie vrelmehr/vnd wir ihre Nachkömlmge muDnen/all vnser Gesicht darüber verlohren/so daß wir nun tappen nach der Wand/wiedie Blinden/vnd tappen als die keine Augen haben/daß wir vns stossen im Mittag/ als in der Dem- merung/ vnd im Düstern seyn wie die Todten. An statt das gute vnd böse zu erkennen/ wie vns arme vnd leichtgläubige Menschen der Verführer dessen Hoffnung gemacher hat / so legen wir vnsern Vnverstand hiermnen stündlich an den Tag/ indeme wir das Gute fahren lassen/vnd hingegen nach den, ienigen greiffen/ welches vns ein tödliches Gisst ist / wann wir es erlangen/ vnd eine Artzncy/die/an statt vnser Hertz zu starcken / uns dasselbige abstößt. Wir seyn nicht anderst/als die Mücken/welch« ohneVnderlaß/auß Liebes dem Gtantz/vmb das Liecht herumb fliegen/ vnd sich endlich darinnen A iij ver. 4 Das' verbrennen; Oder wie die Kinder / die mit Gewalt Messer haben wollen/ vnd wann sie dieselben kriegen/ sich damit in die Finger schneiden; Oder end, lieh/ damit ich zu einer hohem Gleichnisse steige/ wie die Juden/ zur Zeit/ da Sennaherib ihnen ins' Land gefallen/ vnd Jerusalem belagert/welche so sehr nach der Hülste der Egypteren geseufftzet / die ihnen doch an stakt der Hülste tausenk Vngemach verursachen sotten/ wie es der Mund des HErren selb, sten bezeuget/ wann er bey Ezechiel spricht: Die Egypter seyn dem Hause Ezecb 2p. Israel ein Rohrstabe gewesen/welcher wann sie ihne m die Hand faf« 6,7 ' seien / so brach er / vnd stach sie m die Seiten; Wann sie sich aber da- raufflehneten/ sozerbrach er/ vnd stach sie in die Lenden. Vnsere Wissenschastt ist in diesem vnvollkommenen Leber: sehr enge ein, geschloffen/ vnd darumb erkennen wir nicht allezeit die Natur eines Dinges/ so wir verlangen/oder seine vielfältigen Würckungen; vnd zudeme/ so wer, den wir mit einem stoltzen Gemüht /sampt der blinden Eigen-licbr/aust diese Welt gebohren/ dergcstatten/ daß wir vns nicht schewen / solche fachen zu be, gehren/ vnder deren Last wir doch erligen müssen. Wie ein mancher laßt sich sein Leben so säur werden / daß er Reichkhumb samle / vnd hindert sich sjm.u,u. hoch nur selbsten damit/ wie Sprach redet / oder setzet seine Seele in Gefahr des ewigen Verdei bens/ oder büsset würcklich sein Leben ein/wie der demNa, 1,s * 2,1 men vnd der That nach närrische Naba!/ dene vmb seines Reichthumbs wil, Matt.zu s. len der Zorngecodel/ vnd wie der Verrather Judas / welcher dreyßig schnö- ' d'en Silberlingen zu gefallen sich selbsten mit eigenen Handen erwürget hat ? Wie ein mancher denckerTag vnd Nacht auffMiktel vnd Wege/indem weltlichen Regiment zu hohen Ehren zu gelangen/vnd russet vnder dem z.sam.is,*. Thor mit Absalom: O wer setzt mich zum Richter im Lande/ daß ieder- man zu mir käme/der eine Sache vnd Gericht hat/daß ich ihm zum Rechten hulffeBildet sich ein / die Regierung werde ihnre im geringsten nichts zu schaffen geben/ vnd esseye nichts leichters auffder Welt/ alsan- deren befehlen/ nimt aber endlich ein End mit Schrecken / so daß / wann es Hme schon nicht gantzlich gehet/wie dem vngerachenenSohnAbsolom/ er doch nicht viel bessers rühmen kay? Wie ein mancher vnderstehet sich mit Gewalt Hoher-pricster zu werden/ gleich ienem abtrünnigen , von t-Macc.y, solchem die Bücher der Maccabeern reden / nimt die Verrichtung dieses Zl ’ Ampks austdie leichte Achsel/ vnd vermeint/ es seye/ mit sehr wenig Arbeit/ bey demselben grosse Ehr/ oder auch/ wann es ein vnder die Sünde gantz ver- kanfftes Gemübr ist/ ein mercklicher Gewinn zu erlangen; Findet aber end, lrch fern Vermögen viel zu klein/seine Krasse viel zu rnatk/vnd seineSchulte, 7 > Brschoffs^Ampk. renviel zu schwach / als daß sie den Last eines Kirchendiensts ertragen mochten/ vnd stimmet dann bey/ wiewol zimblichspat/ den ernstlichen Worten des Apostels in vnserm verlesenen TeM/ Das ist je gewißlich wahr; So ■».*. jemand ein Bischoffs - Ämpt begehret / der begehret ein köstliches Merck. ' Es scheinet auß dem vorhergehenden zweyten Capitel des ersten Brieffs an Timothenm/daß in der damahligen Kirchen vndrrschredliche Weiber gewesen/ welche auch nicht wissende/ was jhiien gut oder boß wäre / entweder a'uß Einfalt/oder auß Hochmuhk/ oder auch auß Ehrgeiz/ nachdem öffentlichen Lehr-Ampt gestrebet/ vnd sich nicht vergnüget/ Olaconistw oder Dienerinnen zu seyn/ vnd/ als solche/ alten/ vnvermöglichcn / armen vnd kranken Leuthen/ im Nahmen der Christlichen Gemeinde/ Handreichung vnd Hülffieistung zu thunZum wenigsten verbeut es ihnen der selige Paulus mit vielen Worten/ vnd will/ daß sie/ als das schwächere Gefäß / in der Gemeine stille seyn / vnd das Lehr-Ampr den Männern / als dem stärkeren/ überlasten sollen. Diß Gebott ihnen desto nachtrücklicher einzuscharffen/ fangt er nun an in dem vorhabenden dritten Capitel von der Würdigkeit des H. Predig - Ampks/ von seiner schwären -Verrichtung / vnd.von denen dazu erforderlichen Gaaben / die aber tns gemein nach Gottes Ordnung beym weiblichen Geschlechte nicht gefunden werden / weitlauffigcr zu reden / vnd laßt der gantzen Verhandlung einen summarischen Begriff vorhergehen in diesen Partie-istheil Worten. Dasistjegewißlichwahr: So jemand ein v - t - Bisichoffs-Ampt begehret/der begehret ein köstliches Merck. ^ Sintemahlen aber auch das männliche Geschlecht seines orchs mit dem Lehrer der Heyden bekennen muß / daß wir den Schatz des H. Evangeliums in jrrdischen Gcfästen kragen/ vnd ich insonderheit / als der geringste vnder -- cer.+.7* den Dienern des HErren IEsu/ meine Schwachheit erkenne; Veyneben a-erin diesir Gokt dem Allerhöchsten gewidmeten Morgenstunde/ de:r mir von einer Christ!. Hochreutschen Gemeine / tmt app.'-badon Eines Wol- Edlen vnd Hochweisen Raths dieser Löbl. Stadt / anvertrauten Kärchen- dren i/im Nahmen des Allmächtigen GOttes / der ehemals seinen Propheten!» Gesichten vnd Traumen sich kund gethan/ vnd seines gesalbten Sohns mm - 12 - 6 - IEsu/ welchen er zu einem Christ vnd HErren über seine Kirche geseyet hat/ iji Erwartung der chewi en Gaaben des wehrten H. Genies/ als deffelbigen ^" Lehrers der Warheit/ dene die Welk nicht empf -M kan / anzurrerren geden- Iohl ^ t 7> cke; Ais habe ich für gut vnd nöthig erachtet/ von dem köstlichen vnd hohen Werth des Predig-Ampts/ nach Anleitung der verlesenen Worten Pauli/ 8 Das köstliche Pauli/ meine erste Rede zu thun; theils vmb mich selbsten/ gleich in dem An, fang aller meiner Pflichk/die mir von nun an obligen wird/zu erimreren/vnd zu verhüten/ daß nicht mein Fleisch zuviel von seinen Krafften halte/ oder ei, niger vermeinten hohen Ossenbahrungen sich überhebe; Theils auch / vmb Euch/ Lieben Brüder/ zu erkennen zu geben/ wie Ihr gegen dem Göttlichen Wort/ vnv vmb seinetwillen gegen den Botten/ die es verkündigen/sollet ge, .i.Thejs. s. sinnet seyn/ daßjhr nemlich erkennet die an euch arbeiten / vnd euch für- stehen in demHErren/ vnd euch vermahnen. Der grosse vnd getrewe. t.con is, GOtk/ dessen Thorheit weiser ist/ dann die Menschen seyn / vnd dessen -s.--. Schwachheit stärckerist/ dann die Menschen seyn / der das vnedle für der Welt/vnd das verachte/vnd das da nichts ist/ erwehlet hat/ daß er zunicht machewaö etwas ist / auffdaß sich für jhme kein Fleisch rühme/ der wolle dißmahls vnd hinfüro/ so lang es jhme gefallen wird / daß ich Euch seinen Willen verkündige/mir eine gelehrte Zunge geben / wie sei, nem Diener Iesaja; Euch aber allen die hohe Gnade vcrleyhen/ daß jhr mit eben diesem Propheten in Warheik vnd auß aussrichtigem Hertzen sprechen uM. so. 4-, könnet: Der HErr wecket vns die Ohren/ daßwir hörenwie die Jün- s‘ ger; Der HErr HErr hatvns die Ohren geöffnet/vnd wir seyn nicht vngehorsamb/vnd gehen nicht zurück. Alles zur Ehre seines grossenNah, mens/ vnd vnser ewigen Seligkeit! Die fürgenommene Matery aber in guter Ordnung zu verhandlen/ wollen wir Erstlich Dell Fürtrag des Iposttls erklären/ indie- ftn Worten begriffen. Go jemand ein Bifchoffs-Ampt begehret/ dcr begehret cm köstliches Werck. Vnd Aisdannvon seiner ernstlichen Bestätigung/ so in diesen Worten enthalten ist / Das ist je gewißlich wahr / noch etwas weniges hinzuthun. Erster Theil. Es ist vns allen/ sehr Geliebte Zuhörer / mehr als genugsamb bekunde/ i.cor.2.i+, daßwir jawarlichvnd von Natur nicht verstehen die Dinge/ die des Geistes Gottes seyn / daß sie vns eine Thorheit scheinen / vnd wir sie nicht begreiffen können. So wissen wir auch/ daß wir täglich entweder ernstlicher Bestraffung / oder trewherkiger Vermahnung/ oder krüfftiger Auffmumerung/ oder des heilsamen Trostes auß dem Göttlichen Wort vonnöchen A ___ Bischoffö-Ampk. Mnnöchen haben/ je nachdcme vnser Gewissen sich in einem Stand befindet/ vnd den alten oder den newen Adam über sich herrschen laßt. Dieses nun bey vns zu verrichten/ hat Gott seine Diener verordnet/ welche vns theils die Geheimnisse seines Reichs erklären / vnd deutlich für Augen legen/ theils auff vnsern Wandel Achtung geben/ vnd vns vermahnen/besiraffen/ besseren/ 2,Tim.3. vnd in der Gerechtigkeit züchtigen sollen. Zwar hatte der grosse Gott dieses Ampt auff sich stlbstcn nehmen / vnd vnsvnmittelbar predigen können/ entweder durch eine ausserl-iche Stimme/wie er gegen den Vakkeren des alten Bunds zum §ssteren/vnd sonderlich gegen seinemKnechte Mose gethan; Oder durch die innerliche Würckung seines Geistes/ welcher vns zwar auch jetzunder/ aber nicht vtrmittelbar/ die Hertzen eröffnet/ den Verstand erleuchtet/ vnd vns in vnseremThun vnd Lassen auff ebener Bahn führen thut. Oder weilen je der allwetse Gott nicht für gut angesehen / dieser gestalten sich selbstenzu offcnbahren/ so hatte er doch seinen Hcil.Englen dieseVerrichtunz anfftragen können. Gleichwie er sie etwan zuAbraham gesendet/vnd zuMa, noah dem Varter Simsons / vmb jhnen Sohne zu verheissen; Gleichwie er den Würg-Engel zur Zeit Davids mit entblößtem Schwerdt über Jerusa- lem erscheinen lassen; Gleichwie er durch Gabriel der grbenedeyken Jungfra, wen Maria die Geburt seines Sohns verkündiget/ vnd gleichwie er Petro im Gefängniß seinen Engel gesendet/ vmb diesem Eienden zu predigen / diß ufij.it, x, zerbrochene Hertz zu verbinden / zu predigen diesem Gefangenen eine Erledigung/ vnd diesemGebundenen eine Öffnung: Eben also hatte ^r auch vnserc Cantzeln von Engten besteigen/vnd vnsere Kirchen von ihrer Stimme können erkhönen lassen; vnd ist da nicht zuzweyflen/ daß sie nicht weit kräfftiger wurden geredet haben/ als aber wir arme Menschen/ vnd daß jhre Predigt/gegender vnseren zu rechnen/wurde gewesen seyn/ wie die Predigt des HErren IEsu gegen dem Lehren der Phariseer/davon in demEvan- gelio geschrieben stehet: Das Volckentsatzte sich über seiner Lehre/dann Matt - r - er predigte gewaltig/ vnd nicht wie die Schrifftgelehrten. 29 ■ Also aber ist es des VatkersWolgefallen nicht gewesen/ sondern er hat wollen/daß das Evangelium von dem Mittler zwischen Gott vnd den Menschen/ welcherist derMensch IEsns Christus/ auch durch sterbliche Menschen solte verkündiget werden. Vnder dem Alten Testament waren es die Priester vnd die Propheten; Die ersten waren Ordinari-Lchrer/ durch die gewöhnliche Salbung dazu verordnet/ daß sie das Gesatz Mose dem Volck erklären/die Beschncidung/als ein von Gott eingesetztes Sacrament/ verrichten/täglich auff dem Altar opfferen/ vnd in suma des gantzen Gortes, B riensts ro Das köstliche diensts erstlich in der Hütte des Skiffs/vnd hernachmals im Tempel zu Je, rusalem/warten müssen; Die anderen aber wurden msinverheitvonGOtt dem HErren zu seinem Volck gesendet/ wann er jhme etwas wichtiges /es feyegutesoder böses/ wolte anzeigen lassen. Zn dem Newen Testament aber kommen solche verwunderliche Männe r Gottes nicht mehr zn vns/ keinPro- tim is.is, phet prediget vns mehr/ vnd die Gaabe znkünfftige Dinge zu offenbahren / ist mit Christo dem grossen Propheten/ der Mose gleich gewesen / vnd seinen Jüngern abgestorben; Oder wann sich von Zeiten zu Zeiten einige Herfür thun/ vnd/ wie insonderheit auß Anlaß der leisten Zerstrewung der Gläubigen/ in einem benachbarten Königreich geschehen/ vns weissagen wollen / so müßen wir doch allezeit/ vnd zwar/ wann sie vns etwas angenehmes verkündiget/ nrstgrostem Laidwesen sehen/ daß sie von dem Außgang der Lügen be, strafft werden. So haben wir auch/ohnangesehen daß wir geistlicher weise/ es.z. P v das königsiche Priesterthumb/ das heilige Volck/ das Volckdes Ey- genthumbs seyn/ in eigentlichem Verstand doch keine Priester mehr / dann Vie Opffer haben durch Vollendung des einigen Opffers IEsu Christi am so wenig als einer einSchreiber seynkan/ der niemals schreibt/ oder einer ein Prediger/ der niemals prediget. Hingegen werden vnsere Lehrer vom Heill «eo.. Geist Bischöffe genennt: So jemand emBffchoffs- Ampt begehret/ ftgk Paulus/der begehret ein köstliches Werckj. Was ein Bischoffseye/vermeink vielleicht ein jeder zn wissen. Die Chnff, licheWelt istheut zu Tag zimblichmit Leuthen angefüllt/ die diesen Nahmen führen/ vnd zudeme soist jhreMachk/ Reichthumb/ Prachtvnd Herrlichkeit so groß/daß sie niemand verborgen seyn können. Aber sie seyn von einer gantz «nderen Gattung/ als die Bischöffe/ deren die Schliff gedencket/ vnd jhr Ampt ist ein gantzanderesAmpt/ als das jenige/ davon Paulus spricht: v. t. So jemand ein Bischoffs-Ampt begehret / der begehret ein köstliches inlcM- Ampt. Zur Zeit der Apostlenwar einBischoffwas seinNahme fthlechthin w® voca. außweisek/ ein Auffstherüber die Gemeine Gottes. Dieser Nahme kam von fcaturatAr- tzen Griechen/ welche Bischöffe oder Auffsehere nenneren entwrders gewisse Persohnen/ dieauffdtt Gebäude der Stadt mußten Achtung gtben/vnd die, -ienäis-ai. selbigen/ wo es vonnöthen war/ verbesseren; Oder auch die Gesandten / so ficijs prafe. von Athen auß in andere dieser Republicq vnderworffene Provintzien ver, Äuriiäem schicke wurden; Dann gleichwie jene der Hauferen vnd Gebäuden/ diese bw Amte aberdesRechtsvndGerechtigkeit mußtenRechnung tragen/also ist den Leh, fcegat OS in reren die Sorge der Kirchen aribesohlen/ die auch ein Gebäude ist/ laut deme FrovistcuS das Mschoffö-Ampk. « Las Paulus an die Gemeine zu Epheso schreibet: Ihr seyt erbaut aufden miao^uos Grund der Propheten vnd Aposteln/ da JEsus Christus der Eckstein }f cones . ist/ auffwelchem dergantzeBawin einandergefügerwächsitzu einem cfuaL. heiligen Tempel im HErren/ auffwelchem auch jhr miterbawet wer- i„h. i. & * det zu einer Behausung GOttes im Geist. Vnd darnmb seyn die Lehrer Lud ymes. auch Bifchöffe oder Auffschere/ vnd zunzeiten gar Bawlelue genennet wor- ^ Not - ad den/welche nicht nur auff die Mangel des Hauses Achtung geben/ sondern civ.vei. auch selbsten Hand anlegen / vnd wo etwan Steine außgefallen/ oder ein yph.z zä. Riß in die Mauren kommen/ denselbigen wiederumb verbesseren sollen;---. Darumb spricht dorten der Apostel von sichselbsten zu den Corinchern: Ich habeauß Gottes Gnade/die mir gegeben ist/ den Grund geleget als ein weiser Bawmeister. Obaber nun die heutigen Bischösse solche Auff« sehere können genennet werden/davon lasse ich Euch / liebe Christen/vnd auch wol/ wann es Vorwochen ist/ Sie selbsten vrtheilen. Die Erfahrung bezeuget/ daß nicht nur in vnd vor der scl. Reformation / da alle gute Künste vnd Wissenschafftenauß Kirchen vnd Schulen verbannet waren / sonderen auch noch bey vnseren Zeiten / da doch die Erkenmisse der Sachen desHeyls /insgemein zureden/ vnrb ein merckliches zugenommen / bey .einem grossen Theil derseibigen eine erstaunliche Vnwissenheit regieret/ vnd sie alsoAuffsthere ohne Augen seyn. Zwar findet sich allezeit einer vnd der andere vnder diesen Prälaten / der seine natürlichen Gaaben wol anwen, det/vnd durch gelehrte Tchrifften bey der spaten Nachwelt sich einenNahmm machet; Aber zudeme daß es bey diesem Nahmen bleibet/ vnd sie/ weilen die principia-vnd Fimdamenteverderbek seyn/ zurSeligkeit nicht weis machn können; Sokönnendiese wenige doch nichts zu rechnen seyn / gegen der übri- ^EVia-ita- gen Menge / welche/ weilen sie selbsten nichts weiß / auch ihre Gemmen we» E, 6 der mit lebendiger Scime/ noch durch geistreiche Schrifften erbauen kan. rimu5,l.-ki- Vnd wie sollen sie fürbasAufffehere seyn über die ihnen anverkrawteHeerde/ n ' e j. ufer,n ; sintemalen jhro sehr viel mit keinem Fuß niemalen in jhrVistchumb komen/ sondern den Höfen der Königen vnd Potentaten dieser Welt ihr Lebcnlang re.mimciu- nachziehen/oder selbsten irgend an einem vornehmen Ort residieren/vnd vm gar. non se die Schaaffe ihrer Waide sich weniger als nichts bekümmeren. Der heilige c * m Ep,s ’°“ Vaner Augustinus kündet jlmctx diesen Nahmen mit runden Worten auff/ vnd sagt: -«-Ein Biscboff seyn/ heiffet auff seine Kirche Achtung geben/ kxem, n0 n vnd deffentan sich derohalben ein jeder versicheret halten/ daß/ wann P rode f-. er es dahey bewenden läßt/daß er über die Gemeine gesetzet ist/vnddurch J fleiffiges uffseheu sie nichts nü^ct / so ver dienet er den Nahmen eines M»ntu. 'Bischoffs nicht. B ii Zur Q-.--.r-. n Das köstliche Zur zeit der Aposteln war ein Bischofs nichts anders / als ein gemeiner Kirchendiener/ oder ein gewöhnlicher Prediger des Evangeliums. Wir be, '<* Ä»r. 20. tvetfcn diß vnwiedersprechlich auss jener History Pauli / welche in den Ge, v \ & schichten der Aposteln am zwanzigsten Capitel erzehler wird; Dann da wird v 't gestigt/daß derselbige vor seiner Abreise naher Jerusalem habe von Milcw gesendet gen Ephessm/ vnd lassen zu sich federn/wene? Die Eltesten von T« t, er Greine / das ist / wie es niemand leugnen kan / die Prediger der allda wahot- geputzten Christl. Kirchen / welche in H.Schrifft auchEleeste gencnnu **' werden/ als wann der Apostel seinem SohnTimocheo bcfihlt:Die Eltesten/ t.Tims.t?, dix wol fürstehen / halte man zweyfacher Ehren warth / sonderlich die da arbeiten am Wort/ vnd in der Lehr. VndJacobus : Ist jemand frc.s.i*. pvancF/ t>eir lasse zusich rüsten die Eltesten von der Gemeine / vnd lasse sie über sich bätten/ vnd sich salben mit Oehl / im Nahmen des HEr- ren. Nun aber nennet der selige Panlus eben diese Eltesten oder Kirchendiener /weiter drunden/ allzumal Bischöffc/vnd spricht: So habt nun achkauffeuchselbsten/vnd anffdie gantze Heerde/ in welcher euch der Heil. Geist gesetzt hat zuBischöffen/ zu weiden die Gemeine Christi/ die er durch sein eigen Blut erworben hat. Hiemit nrüssen ja die Eltesten vnd dieBischöffe einerley Leurhe gewesen seyn. Vnd dieser Beweißlhumb m. Gttt. in ist so krafftig/ daß Hieronymus zu dessen zelten schon eingrosserVnderschied jfac.i.zo. ynder ihnen gewesen/ vnd man allbereik angehebt das Regiment der Kirchen nach dem Alken Testament einzurichten/ vnd den Hohen, pncstercn kieBi« schösse/ den gemeinen Priesteren die Eltesten / vnd den Leviten die Diaconos oder Diener gleich zu schätzen/ doch wann er über diese Worte schreibt/ vnscre Meinung vielfältig behauptet/ vnd endlich theils die Eltesten zu ihrem Trost berichtet/daß sie den Bischöffen auß einer ledigen Gewohnheit der Kirchen vnderworssen seyen/theils dieBischöffe selbsten ernstlich vermahnet / daß sie vmb jhresStandes sich nicht zu überheben/wol bedencken solle-, «»/daß sie ihre Hochheit vnd Bottmassrgkeltüber die Eltesten m'chtvon demHEr- ren sechsten / sondern nur auß indulgemz der Gemeinde/ vnd einer kürtzlich eingeführten Gewohnheit empfangen haben. Aber davon wol, len nun die heutigen Bischöffe nichts mehr wissen. Wann einer hingehen/ vnd sie schlechthin Prediger oder Priester heissen wurde / dem solke wol übel ge, 0 HxcpropKrei, utostenderemus, apud vctercs eoQenri fuifle Presbyteros quos & Epi. ( fcopos.Paulatitn vertäut diifenfionum plantariatoHerentur,ad unuraomnemsollicitudi- Bcm cstc delatam. Sicut ergo Presbyteri siiunt.fe ex Ecclesia; confuetudine ei.qui sibi pro. positus fuerir.eilefubjectosiita Epifcopi noverim,sc magis consiictudine,qnam difpositio. nisDominicx vericatepresbyteris eile ajaiores.A HierjnTit.x.cx Phil, i u&AB 20.2s 2^ Br'fchoffs-Ampk. 13 gewartet werden. Sie haben sich zu Herren der Gemeine Gottes / zu Fürsten seiner Kirchen/ vnd zu vornehmen Potentaten gemachet/ vnd gehen mit an, deren Kirchendieneren/als mit ihren Officiern/ Knechten vnd Trabanten vmb; Sie haben das Joch der weltlichen Obrigkeit jvon ihren Schulteren abgeworssen/ herrschen jetzunder ftlbsten/vnd schreiben sich nicht weniger / als die höchsten Majestäten auffErden/ Von Gottes Gnaden Bischöffe dieses oder jenes Orts. Von einem Bischofs sagt Paulus/ daß er seyn müsse eines Weibes Mann. Diß muß zwar nicht also verstanden werden / als wann es ein Gebort wäre/ vnd eine vnvmbgängliche Nochdursst / daß ein Kirchen-Diener sich verehliche; Dann der Apostel hak sich nicht nur selbsten des Ehestands enthalten/ sondern auch gewünscht/ der damahligen betrübten Zeiten halben/ daß alle Menschen wie er seyn/ vnd seinem Exempel nachfolgen möchten.So können wirauch die Auslegungen deraltenVatkerenhierüber nicht billichen/ b als welche auß diesen Worten geschlossen/ es ftye einem Prediger nicht erlaubt/ nach dem Tod feines ersten Weibes zur zweyten Ehe zu schreiten; darr obschon er solches thut / so bleibe er doch allezeit mehr nicht als eines Weibes Mann/ sinkemahlen er durch den Tod des ersten Ehegemahls loß worden ist vom Gefatz/ so das Weib betrifft; Seine Meinung ist nur/ den Beschössen zu verbieten/ daß sie nicht viel Weiber zugleich vnd mit einander haben / vnd hiemit die Gewohnheit der Juden vnd Griechen selbiger Zeit nicht an sich nehmen sollen. Aber den heutigen Bifchössen ist der Ehestand/gleich wie allen anderen Geistlichen vnd Ordcns-Lcuthin in der Römischen Kirchen/ durchauß abgestricket vnd verbotten / vnd ist sich dabey höchlich zu verwundern / über die greuliche Vnvcrschampthcit des Jesuiten Lösten, vnd seiner Anhängeren / welche diese recht böllischeLehre aussdie Bahn bringen dörffen/ daß ein Blschossoder Priester so grosse Sünde nicht begehe/ wann er ein Kebsweib össcmlich bey sich in seinem Haufe halte/ als wann er sich ver, heurakhe. Wir rechnen diesen Greuel jhrer gantzen Kirchen nicht zu; Aber der Allmächtige Gott/ der die Ehe als für jederman ehrlich eingesetzt bat/ vnd hingegen die Hurer vnd Ehebrecher richten wird/ der wird auch den Vrheber desselben/ vmb seine Lügenen schon zu finden wissen. B tij End- b Grot. in W.varij citantur Patres, Cltm, Alexmdr Strom III. Chrysde Virg Tertull.de Monog.&Can.Apcst' 0 ts'uai yd/uoit evfxirXa.r.eii fJi y so ßetTtTtttf/,« « waAAswiitr xmG.uwoc, > i c/'uWrct/ eiptq , Il‘7Tt(rx.oTt(&, m « AoXwe t« ■tirjsrv.'r\lyd tS IigXTiKb. Ft ipsa gcntium moratiorum consuctudo ex Tlutarch, queJhBj»» ^# J\« J'iw't * 4 Das köstliche ^ Endlich/ so waren die Bischöffe zur Z«ikder Apostlcn solche beuche/deren fyh 4. fürnehmste Arbeit war/zu halten dieE migkert imGeist/durch das Band des Friedens; Sie waren Diener desjenigen / welcher zum Zeichen / daß er der Fürst des Friedes seyn solte/gebohren worden vnder derRegierungAu- gusti/ da die gantze Welt in tieffem F riede läge/ vnd der Tempel des Abgotts Iani/ durch ein zuvor in Rom nienrahlen erhörtes Wunder-Glück/zwölff gantzer Jahr geschlossen war/ so daß die Menge der himlischen Heerfchaaren das pgx in i'eirix, Friede aussErden/ wol singen kondten. Sie waren die jenigen Botttn aiiff den Bergen / von denen Iosajas gesprochen / daß jhre itfrj.sz. 7. Füsse so lieblich seyen/ weilen sie den Frieden verkündigen. Vnd zwar so ist diß die einige Erbschafft/ welche jhnen der sterbendeHErr IEsusdurch sein Te>- loh. 14.. 27. stamenk überlassen/ der Friede Mit jederman; Meinen Frieden lasse ich euch/ sprach dieser güldene Munde kurtz zuvor/ ehe jhme der Tod dasSM, schweigen ausserleger/ meinen Frieden gebe ich euch. Dieses edle Klei not sotten sie in der Welt herumb tragen / vnd wo möglich/allen Menschen init-. theilen/ja die erste Rede/ wann diese Jünger des HTrren in ein Hauß eintraten/ muß«ein Friedenswunschscyn/ laut demBefchl/dene sie empsan- zuc.io. j, 6 . gen: Wo jhr in ein Hanß kömpt/ da sprecht zu erst/ Friede scyediesem Hause/vnd so daselbst wirdeinKind des Friedens seyn/ sowirdewer Friede aussihme ruhen. Von den heutigen Vischöffen aber können wir leyder! diß nicht rühmen. Die schwären Verfolgungen/so.aus jhrcm Raht vnd Anstissten übervnsere kleine Heerde ergangen/ vndindcnensiealsObri, sie vnd Heerführer allezeit an der Spitzen erschienen/ haben vns mir vnftrem grösscsten Schaden gezeiget/mikwasfür Frtcdens-gedanckensicvmbzugchen rfrhi. 21. Pflegen. An statt der Ochlzweigen haben wir sie gesehen Fackeln in jhren ' Handen tragen > vnd mit denselbigcn einFewr in Jacob / vnd einen Brand Lrar Epi. in Israel anstecken. An statt des geistlichen Kleydes/ welches sie Gott per- scnpus Bei, loben vnd widmen solte/ haben wir sie zum öffteren angetroffen / wie vor zei- sc;In" 2 -«,"n Richardus der König in Engelland einen Frantzösischen Brschoff / dene vaißi) c-.' er in völliger Rüstung mit P.antzer vnd Harnisch gefangen bekommen / vnd xrus,b An. als Pabst§«lcstinus durch Schreiben vmb dieses seiires geistlichen Sohns s}'* '"P r *- Loslassungangehalten/jhmedieselbigeübcrschicket/mitWiederholungjener MatTkelt Worten/so die Söhne Jacobs bey Vberreichung des bunten Kleydes Io- Mst.in nta stphs zu ihrem bemrbken Vatkergebrochen: s Diesen haben wir funden/ Henr. vi. sihe / obs' deines Sohns Rock seye oder nicht. Daß ich nun dessen xxm er ?x nichtgedencke/ baß wir auffeiner selten den jetzunder wahrenden erschröckli, rarif ' tx chen vnd Lands-verderblichenKrieg zum theil dem vnmassigen Ehrgeitz eines f Ge» 37 32. Bt< If Bifchoffs-Ampt. Bifchoffs/ vnd auff der anderen die Erfindung der abscheulichsten Kriegs, Instrumenten/ Bomben/ Carcassen/vnd alles Fewrwercks/damit in einem Augenblick gantzeStatte verbrannt/ vnüberwindliche Vesiungen übern Haussen geworffen/ prächtige Gebäude in die Asche geleget / vnd die ältesten lvlonumenra, die von den Menschen mit Verwunderung angeschawet/vnd von der Zeit selbsten/die sonsten alles aufffrissck/respeQirt worden/zuGrunde gerichtet werden/eben airch dem Mnssrggang eines Bischosss einig vnd allein zu dancken haben.Vnd so muß leyder! auch jhnm a ppHci rt werden/ was der Apostel von den Heyden gefagt/welche Gott nicht kennen/vnö von jhme in tu xom.i. so. neu verkehrten Ginne dahin gegeben werden/ daß sie seyen hossarcige/ rühm, redige/ vnd schädliche Leuch / oderwiees nach dem Griechischen lautet/ Er- ««««>'. ssnder böser vnd fthädlicher Dingen. Welch ein mercklicher Vnderfcheid/ allerliebste Bruder/zwischen den al, len vnd newen Bisch offen! Welch eine grosse Veränderung! vnd welch ein greulicher Abfall von der ersten Reinigkeit dieser Evangelischen Bedienung! Warlich/gleichwie derGohn Gottes in der Ossenbahrung dem Engel oder Bischosse der Gemeine zu Garden durch Iohannem schreiben lassen/ Du hast den Nahmen daß du lebest/ aber du bist tod; Also mögen wir diesen jpoc.s.r. auch zuruffen: Ihr habt den Nahmen^ daßjhr Bischosse seyk/ aber jhr seyt eS nicht. Vnd wie dorten wiederumb vnserHeyland den Juden / die so sehr auff jhrenVatter Abraham pocheten/geantworkek: Wann jhr Abrahams Kinder wäret/ so thätet jhr Abrahams Wercke; Nun aber sucht ihr i 0 h, s. mich zu töden/einen solchen Menschen/der ich euch die Marheit gesagt 4°. habe/ die ich von GQttgehöret habe; das hat Abraham nichtgethan; So antworten wir auch diesen: Wann ihr wahre Bischosse wäret/ jö thätet jhr auch die Wercke rechter Bischöffen vnd Hirten der Schaflein desHEr, m JTsuNun aber sucht/hr sie/ vnd alle Bekenner seines Nahmens zu tö, Len; Was jhr thut im Hause des HErren / das thm jhr vmb schändlichen Gewinns willen/ vnd nicht von Hertzengrund; Jhr seyt keine Fürbilder der Heerde/sondern trachttt zu herrschen / vnd ein Tyrannisches Regnnem zu führen über die Kirche/ welche Gott durch das Blut seines Sohns/ vnd hie, M. 20. 2s, mit durch fein eigen Blut erworben hat; Bas haben dreBischosse / von denen die Schrissk redet/ niemahlen gethan. Auss allem aber/ so wir bißher vermeldet haben / sthet Ewer Lieb leichtlich/ daß wir nur von den Bischössen der Römischen Kirchen reden. Dann vnder den jenigen/welche stch dem Joch des Pabstchu mbs weislich entzogen/ vnd das geschriebene Work des lebendigen Gottes für die einige Regel jhrer Lehre vnd Das köstliche 16 Md Lebens angenommen haben / sonderlich aberinEngelland/ vnd in den Nordischen Königreichen / findet sich auch noch dasBischösslrche Kirchen- Regiment. Vielleicht müssen wir zwar gestehen / daß noch einige Passion oder menschliche Schwachheit mir vnderlauffe / indeme sie sich daran nicht genügen lassen/ daßsievmb besserer Ordnung willen / von der Kirche selb, sten/ oder von gekrönten Haupteren in jhre Würde eingesetzet seyn / sonderen behaupten wollen / daß solches vermöge der Ordnung Gottes geschehen müsi se/vnd die Bottmassigkeit derBischössen über andereGcistliche inH. Schriffk selbsten gegründet seye/ sinremahlen wir des Wiederspiels allbereü überzeuget seyn. Aber daß wir sie im übrigen mit denRömlschenBischo'ssen vergleichen soffen/ daß seye ferne! So viel Gnade haben wir von dem allmachtigenGott wol empfangen / daß wir die Lehrer der Warheit vnd der Gerechtigkeit von denen/ die jhre Traume vnd ihres Hertzen Gesichte predigen/ wol vnderschei- den können. Soviel Vernunfft ist vns wol gegeben/ daß wir die jenigen/ welche die Obrigkeiten dieser Welke/ als Gottes über sich gefitzte Statthalterinnen/ vnd Götter aussErde/ verehren / vnd ihnen gebührenden Gehorsam leisten/vnd die jenigen/welche sich über alles/ das Gott vnd Gottesdienst helf, ftt/ überheben/ vnd selbsten den Königen fürschreiben wollen/ nicht bcysamen fetzen. So thöricht seyn wir nicht/daß wir dieEyferer für die GöttlicheWar, heit/so den Spiegel derBischössen / den Paulus in vnfirem Text-Lapitel fürgestellt / täglich für Augen haben / vnd die Eyfcrer für jhre eigene Hoch, heit/die all jhr Lebeeag sich darinnen nicht beschawen/ als gleicher Lästeren schuldig solten miteinander bestrassen; Was hat das Lischt für Gemein« z.cer.6.i+- schafft mit der Finsternisse ? Wie stimmetChristus mit Belial ? Oder li - was für ein Theil hat der Gläubige mit dem Vnglaubigen ? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleichheit mit den Götzen ?Jene aber seyn der Tempel des lebendigen GOttes. Wie es aber gemeiniglich in rerWelte zu gehen pflegek/daß man dasMik, tel selten treffen kan / so gehet es auch allhier. In der Römischen Kircheu/ die wir bisher wiederleget haben/geschihet der fache zuviel/vnd hingegen thun andere Irrgeister der fache gar zu wenig. Die jenigen nemlich / welche kein« ordenliche Kirchendiener haben/ sondern einemjeden in der Versamblung er, tauben auffzutretken / vnd neben Erklärung der Schrifft/das Volck zu vermahnen; Oder welche keinen sonderbahren Stand auß dem Kirchen-stand machen/ sondern den jenigen auß der Gemeine / der am tüchtigsten erfunden wird/ was Berusss/Kunst oder Handwercks er sonsten feye/zujhrem Lebrer auffwerffen. Wir können nicht begreiffen / wo diese Leuthe jhre Gedancken ge. Bischoffs-AmO. , if gehabt/ da sie so schädliche Gebräuche eingeführt/ no ch woste dieselben jetzun, der haken/ daß sie jhnen so hartnäckig anhangen. Redet dann Paulus von dem Kirchendmrst nicht als von einem Ampt/von einem Bsschoffs.Ampt/ von einem sonderbahren Beruff? Sagt die Schrisft nicht / die Diener des Worts müssen init anderen weltlichen Geschafften keine Gemeinschaffk haben/ vnd glrichsamb abgesörwerte Leucht seyn? Sondert mir auß / sprach der Heil Geist/Barnabam vnd Saulum/ zu dem Merck / darzu ich 4 ha sie beruffen habe; Vnd Paulus nennet sich selbsten im Anfang der bey-' den Sendschreiben an die Römer vnd an die Galaker/einen Knecht JEsu Rom i.t. Christi/beruffcnzum Apostel/ vnd außgesöndert von Mutterleib an/ zu predigen das Evangelium Gottes. Ist dann das Won des unsterblicher» Gottes so verächtlich / vnd sein Brunn/welchen wir bisher für uner- gründtlich gehalten/so vniieff/ daß em jeder ohnevnrerschied hiirein steigen/ vnd jhne mit leichter Mühe erschöpffen kau ? Gehöret dann so wenig dazu/ die Schaaffe des Herren Jesu zu wäiden/vnd eine gantze Gemeine in Himmel zu bringen/daß man nicht einmal bestandiger/voir Jugend auff dazu gewidmeter vnd erfahrner Hirten bedarff/sondern es genug ist/ daßjhnen bald dieser bald jener euren augenblick vorgehet ? Ich weiß zwar wol/daß der Wind blaset rvo er will / vnd daß die im nb s .s. mrllche Würckung des Geistes öffrennals gemeine vnd vNgelehrie Leuthe tüchtiger machet andere zu »nlerwelfen/ats die jenigen/die ihr gantzes Leben Mit studieren zugebracht. Der jenige/soden König Gaul vmer die Propste-' ren kommen lassen/ der den Kühehirten Amos von derHeerde genommen/' vnd jhme Wrlssagurrg gegeben/der Jesum von Na-arech/ den vermeinten Sohn eines armen Zilninernranns/mit recht himmlischer Weißheik/ zu aller Welke Verwunderung/angesüllet/der auß Zöllneren vnd Fischeren plöy-- lich Apostel/ vnd solche Leuthe gemacht/ die in allen Sprachen / so sie zuvor' niemahlen gelehrnet / angefangen gewaltiglich vnd mit vnvrrgleichlichem Nachtruck zu predigm vnd den allerspitzfündigsten Philosophen die Mäuler: zustopffen/ der lebet noch/vnd sein Arin »st nicht verkürtzt/daß er nicht noch täglich dergleichen Wunder verrichten könee. Aber sintemalen vns die Er, sahrung bezeuget/daß er es nicht thun will/vnd hingegen verlang«/ daß wir mit grossen» fleiß vnd arbeit vns die jenige Wiffenfchaffk zuwegen bringen/' die einem Lehrer der Gemeine Gottes vonnöthen ist/st, müßen wir auch auß so wenigen vnd scltzamen Epeiupeln keine gemeine Regel machen. Gehr art- lich se»)n hierüber die Worte Syrachs/ wer die Schrifft lernen soll / sagt ^ r . 3 t z S . 4- Allmächtiger Gott/gerecht vnd warhafftig ftind deineWege/ du König der Heiligen/wer soll dich nicht förchten/vnd deinen Namenpreisen ? Das Heil der Menschen wird dadurch außgewürcket/denn der Glaube an den Mittler/ohne welchen niemand zu Gott kommen kan/ kömpt auß rerPredigtdesWorts/vnd die Heiligung/ohne welche sein Aiigesicht niemand fthen kan / wird gleichwie innerlich durch den Geist/alft äusserlich durch das Wort angefangen/vnd so weit fortgebracht/ als es in diesem Le, ben/welches/ wie die Schrifft sagt/ nichts anders als ein Stückwerck ist/ fortgebracht werden kan. In summa das geschriebene vnd gepredigte Work Gotteszeigetdem Menschen/was er thun/vnd was er hingegen vnkerlassen soll; Es weiset jhme den Wege/auff welchem er wandeln/vnd den Wege- welchen er den Sündern/ die der Hölle zueilen / überlassen soll; Es schleußt jhme auff die Thür/durch welche er zu Gott vnd allen seinen Ausserwchkten kömpt/vnd schleußt hingegen zu die Thür/durch welche man zu dem Satan vnd seinen verdampten Seelen gehet. Es pflanzt in jhme die jenige Er- kenmiße / durch welche man vom Verderben erhalten wird/ denn das ist ith, 17 . s- das kwige Leben/ daß wir den allein wahren Gott/vnd Vene er gesandt Hat/Jesum Christum/recht erkennen. Eines Bischoffs-Ampt ist ein edeles Ampt/denn es hak eine edelevndvn« vergleichliche Belohnung.Nicht zwar hier auffErden/da die Dienere Chri, sti gar offf böses für ihr gutes/ vnd den gemeinen Welt-Lohn/ Spott/ Ve» achtung/ vnd Vndanck davon tragen/ vnd man (wie der Heil. Stephanus AH.7.si,i2. ju dem grossen Jüdischen Rath aesprochen / Jhr chalsstarrigcn vndvnbeschnittenman Hertzen vnd Ohren/welchen Propheten ha- Zl Bischoffö-Ackpk. ben ewere Vcitter nicht verfolget/ vnd sie getödet?) btllich allhier fragen möchte/ welcher Prediger noch güntzlich mit Frieden seine grauen Haare in die &nthn gekragcn/oder/wie feine Arbeit verdienet/ in bestandigenEhrm gehalten/oder endlich nach seinem Tod rechtschaffen bewamet worden?Ihre Stimme mnget leyder! in diesen vnseren Tagen/ da die Welt zugleich klüger vnd verderbter worden ift/als sie vorzeiten gewesen/nichk mehr in das mer» sie desHertzens/ sondern schlagt nur äusserlich an den Ohren an/ vnd verlieh, m sich allgemach in den krumen Gangen derselben; vnd darumb ist ein Pre, diger angenehm nicht langer als man ihn Hörer; man will shme wol / wann er auffdemSmhl stehct/vnd/so zu reden/mu einer lieblichen Melodie dasGe, hör vnserer zarten Christen titelt/ ja viel mehr / so lang er annoch new/ vnd man seiner nicht recht gewöhnet ist; Ein paar Jahre machen alle Verwunde, rung/ damit man seine Reden in der Versamblung der Heiligen angehöret/ verschwinden / vnd tilgen auß alle gute Meinung / die man von seiner Per, söhn oder von seiner Verrichtung geschöpffet/ vnd machen hingegen der Ge. ringschatzung/ Verachtung / Neubegierigkeit / Vnwillen / Haß vnd Neid/ samt anderen verderbten GemühtS.regungen / die nimmer außzubleiben pflegen/ statt vnd platz: Sondern jhr Lohn ist droben in demHimmel/allwo/ laut der Weissagung dcsEngels beym Propheten Daniel/ Die Lehrer werden leuchten wie desHimels Glantz/vnd die/so viele zur Gerechtigkeit z)miz. weisen/ wie die Sternen immer vnd ewiglich. Diß sagen wir gleicht nicht darumb/als wann wir vns/in Hoffnung einer so reichen Vergeltung vnsercr Arbeit/ über andereLeukhe wollen erheben / vnd meinen/ sie werden so vollkommen glückselig nicht seyn als wir; sondern wrr thun es allein/ vmb das Ampk zu preisen / zu welche»'- vns die Göttliche Schickung beruf- fen / vnd demc sie eine grössere Belohnung versprochen hat. Werden schon nicht alle Menschen/ als des Himmels Glantz / oder als die hellesten Sterne leuchten/ so werden sie doch Frewde die Fülle haben / vnd an ihrer Gluckse, ligkeit wird ihnen nichts abgehen. Sie werden seyn/als kleine/vnd die Lehrer als etwas gröffereGcfasse/beyde mit dem Wasser/das von dem SruhlGottes vnd des Lambs außfleußt/ vnd klar rst/ wie ein Erlstall / angefüllt / vnd wird der Vergnügung vnd Zufriedenheit/ die wir alle miteinander besitzen sollen/ in Ewigkeit nichts können hinzugethan werden. Der HEn Zebaoth wird vns schützen/ daß wir essen / vnd vnder sich bringen mit Schleuderstei- zach. $. u n m/ Das wir alle trincken vnd rumoren/ als vom Wein/ vnd voll werden/ als das Becken/ vnd wie die Ecken des Altars. Eines Btschoffs Ampt ist ein edrles Ampk/ denn es hat zu allen reiten vor, L iij nehme n Aas köstliche nehme Leuthe gegeben/ welche es bedienet. Man schätzet eine Familie in dieser Welt hoch/wann es etwan dapffere Helden / kluge Rache / Hauptere einer Stadt/ vnd gar solche Persohnen darinnen gehabt/ welche zu FürstlichenEH- ren erhaben worden: Nun hat sich in demBischoffs-Ampt/ weiches vnftre Familie ist /schon dieses alles befunden; Wir finden in demStam-baum derselben einen Melchisedech König von Salem/ als Priester Gottes des Allerhöchsten/ einen David/König über Israel/ als Propheten/ vnd einenSa, lomon seinen Nachfolger/ als Predigern/ einen Iesaja/ vnd einen Daniel/ beyde von Königen entsprossen/ auch als Propheten/ vnd insonderheit den Allerdurchleuchtigsten Fürsten des Himels vnd derErde/IEsum Christum/ denselbigenGlantz der Herrlichkeit/vnd das außgetruckte Ebenbild des wescns Gottes seines himlifchenVatters/als den von ansang derWelte her Verheiß senen/ vnd in der Fülle der Zeit geleisteten grossen Lehrer vnd Gesetzgeber des x.fet.z. zs. Newen Testaments'/ der da heissec ein Hirte vnd Bischoffvnser Seelen/ wie Petrus redet. LinesBischoffs-Ampt muß endlich nohtwendig ein edelesAmpt seyn/sin, «mahlen jhme die H. Schrifft so viel edele vnd alißbündige Nahmen gebet; Denn da werden die Bischöffe von Christo selbsten genennet Sternen/wel- che/als lauter köstliche Sigel-Ringe/von jhme an seiner rechten Hand getragen werden/ vnd zugleich Engel Gottes/ eben wie der Hohepriester des Al, ten Tcstaments/ welchem die Juden insonderheit diesen Nahmen gegeben/ weilen er a wie die Engel/die Befehle Gottes dem Volck / vnd hingegen das Gebett des Volcks Gott dem HErren fürgetragen; Die siben Sterne/ i. 2c. sagt derHErr in der Ossenbahrung zu Johanne/ so du gesehen hast in meiner rechten Hand/seind die Engel/oder die Bischöffe/der siben Gemeinen. Sie werden geheissen Führer/ welche für dem gantzen Volck hergehen/ vnd jhme den Weg weisen/ dergestalten/ daß ohne sie das gantze geistliche Ist rael wurde jrre gehen/ wie die Schaaffe/vnd sich zerstrewen auffdenBergen/ wie die Schaaffe/die keinen Hirten haben. Vnd daher kömpt die Vermah, ntbr.11.17. nung Pauli an seine Hebreer/ gehorchet eweren Lehrerensnach dem Grie, TtclSn&i chjschen heißt es/ eweren Vorgängern vnd Führern)vnd folget jhnen.Sie rojs «>«■ werden genennet Gesandte des Allerhöchsten / die seine Persohn bey den phou v- Menschen verwetten / vnd deßwegen auch selbsten / noch viel mehr als alle pur, See. weltliche Gesandten/ geheiligte Persohnen feint)/ welche man auff keine weift z.cor.i.zo. antasten oder verletzen darff; Wir seindBottschafften anChristus statt/ dann a ExE.T3nvXimcb.Grot. Et Diod. Sie. de ludiu afud Vhot. t£tw mtfoQ.- yc$iuv» x» tis ** folger bestimmet/auß der St -dtgestohen/ vnd sich in eine Wüste verstecket; ^s t s ’ D ^ c “ Daß Ämbrosius seinen Beruff in die Kirche von Meyland sehr lange auß, Greg ^a*. geschlagen; !$JfljjGregorius \ r az 1anz/nuchBlschoff von Constannnvpel/ tempore Nichknur seine Würde freywillig verlassen/ vnösich meine Emöde begeben/ . sondern auch eine Schrifft auffgesetzek/ in welcher er behaupten will/ ein klu- ^pam se" gcr Mann könne vnd solle nimmermehr frölich seyn/ wann man jhne auff a bdicavitA. den Brjchofflichen Stuhl erhebe; Vnd endlich/ daß Amnamus ein ftomer in soii- Eliisioler/ da man jhme seine Erwehlung verkündiget/ sich selbstendas lincke rudwe tz.A. Ohr abgerissen / vnd gekröhet/ eben deßgleichen mit dem anderen zu thun/ o-Ammo. wann man jhne nicht wurde zufrieden lassen. Dieses alles aber können wir nioAnacho. D ist nicht 3 <> Das köstliche wta socrat. ntc £ { / fmfcmaMcn es dem Willen v:>d BerussGokkes wiederstehen 'fkulZn.A. heißt/ vnd nicht so fast auß löblicher Demuht/ als auß strafMirdigerForchk- c.3ss. ' ' samkeit geschehen : Vnd darumb so wenig als der sonsten thewreMannGot, kes Mose zu loben gewesen/ daß er auff Gottes Befehl nicht in Egypten gehen zxod,+.io. jVsilen/ vnd sichimerdar mit seiner schwären Zungen entschuldiget: Vnd so un.i,3- wenig als derProphetIonawolgechan/daß er/an start genNinivezuraisen/ vnd dieser großen Stadt die Busse zu predigen/ hinab gen Iapho / vnd von bannen ausss Meer geflohen/eben sowenig haben auch diegemeldrenKirchen« Vattere recht gehabt/ daß sie ihren Berufs so hartnäckig außgefthlagen.Wir müssen von dem Bischofs von Hjppona allhiernoch einmal reden/vnd solche L« neceM- Leuthe durch seinen Mund ihres Ampts erinneren lassen; dann also schreibet rscibu; nc derselbigean denAbkEudoxium vnd seineGcistlichcn:Jhr soltewereRuhe/ xr«ponzriz,vde,- Müfstggang dem Dienst der Kirchen nicht fürziehen/ sonsten/ cn/si nuiü wann jl) i'o so zu reden in der Geburt niemand wolte beystkhen / so kön- boni mini. net /Dr wol erachten/daß ihr selbsten auch nienrahlen wäret gebohren tt»re v-i- worden. Das Exempel des Propheten Iesaia/ neben den Worten vnsers Aux&zpiß ^ c . l ‘ (cs/ weiset vns ktarlich/ daß man zu einem solchen Ampt steh wol ankra« st.adzldo- gen/vnd esgebürlich begehren könne; Dann da die Stime des HErren auß xinm. dem Himmel sprach: Wen soll ich senden / wer will vnser Botte seyn ? us. 6 . 8 . Da gicnge dieser Mann Gottes hinzu/ vnd antwortet: Hie bin ich / sende niich. Nur allein muß man wol achtung gcbcn/daß man mit vngewaschenen Handen ein so heiliges Werck nicht angrciffe / noch mit den Schuhen an sei, nen Füssen zum brennendcnBusch sich nahe/eingedcnck dessen/daß derHErr Extdj.s. Mose zugeruffen: Zeuch deineSchuhaußvon deinen Füssen/denn der Ort/ da du auffstehest/ ist ein heiliger Ort. Es gehöret zuvor ein fleissiges studieren dazu/ damit man sich/als ein kluger Schnfftgelehrter/cinenSchatz samle/auß welchem man hernachmals auch etwas/vnd zwarAltcsviMewes Herfürbringen könne. Wie will der jenige sonsten den StuhleinesLehrers begehren/ der selbsten nichts gelehrnet hat ? Wie will der jenige das Volck vn- Verweisen/ der selbsten nichts weißt ? Wie will eine Taube jhre jungen atzen/ wann sie selbsten mchks im Kropsshat? Es gehöret dazu ein ernstliches Exa, men seiner selbsten/vnd seiner so wol Leibes als Gemühts krafften/ sonsten kan es einem Menschen ergehen/ wie jenem Bawmeister/ davon Christus in dem Cvangelio sagt: Wer ist vnder euch/ der einen Thurn bawen will/ 28. vnd sitzet nicht zuvor/ vnd überschlägt die Kost/ ob er s habe hinauß zu i0 ’ führen ? Auffdaß nicht/ wo er den Grund gelegt hat / vnd kan s nicht Hinguß führen/ alle die eö sehen /, ansahen seiner zu spotten/ vnd sagen/ dieser Bischoffs-Ampk. Zr dieser Mensch hub an zu bawen/ vnd kan's nicht hinauß führen ? Es gehöret dazu/ daß man die gewöhnlichen/ erlaubten/ vnd von Gott verordneten Mittel gebrauche / vnd/ wie vnser Erlöser spricht / zur rechten Thür eingehe/nicht aber als ein Dieb vnd Mörder oben zumTach einsteige/ ja daß man auch der erlaubten Miktlen sichln gewisserMaaß bediene/damik es nicht das ansehen habe/ als wann man ein Ding/ so nicht alsobald von statten ge, Stimmum . hek/ erzwingen wolle / dann sonsten gilttt auch in diesem Stücke / was die summ* Rechts Gelehrten sagen/ daß das gröste Recht / zuweilen in das gröste Vn- P injuri». recht verwandelt werde. Es gehöret endlich dazu/ daß man für allen Dingen den Mund des HErren Raths frage/ vnd durch ein eiferlges/zu vnderschied- lichen mahlen wiederholtes Gebatt/ von jhme vernehme/was da zu thun oder zu lassen seye dergcstalten/ daß man nicht das seine/ sondern das JEsu Fht ' 2,21 ‘ Christi ist/ in allem suche / vnd aller Welk zu erkennen gebe / daß es nicht vmb eine eitele Ehr/ oder vmb den schändlichen Eigwmutz/ sondern allein vm die Ehre des großen Gottes/ vnd die Erweiterung seines lieben Sohns zu thun seye/ vnd ein solcher Mensch keinen anderen Zweck habe / als das seinige nach Vermögen zu diesem grossen Werck beyzutragen / vnd mit seinem empfangenen Pfund zu wucheren/damit er auß dem Mund desHauß-Herren/ wann dersciblge von seiner grossen Ralfe zurück kommen wird/ auch diese erfreuliche Rede vernehmen möge; Ey du fromer vnd getrewer Knecht/du Matt.zs.zi. bist über wenigem getrew gewesen / ich will dich über viel setzen; Gehe ein in deines HERREN Frewde. Zweiter Theil. Mir zweifelt nicht/ liebe Christen/ daß/was wir bißher in dem erstenTheil vnsercr Rede vermeldet haben / einen jeden in seinem Gewissen überzeuge/ daß das Ampt eines Kirchen-Dieners/vnd alle seine Verrichtung/auß der Massen köstlich scye.Nun aber vmb dasselbige desto mehr zu beglauben/so körnt Paulus/ vnd bestätiget es mit einer ernstlichen Becheurung/ wann er sagt: Das ist je gewißlich wahr/rc. Etliche Außlcgere -r haben es also gegeben/ Das ist eine menschliche Rede: aber der meiste vnd vernünfftigste Theil/ denen wir auch folgen/ bleibet bey vnserer gewöhnlichen Vbersetzung. Hingegen vermeinen wiederumb einige 6/es müssen diese Worte/ das ist je gewißlich wahr/ nicht zu vnserem Text / sondern zu den letzten Worten des vorhergehenden zweyten Capitels gesetzet werden/ da der Apostel von denWei- beren/ -> Comment. tnscriptM Amlrofi», habet Humana* fermo, quasi eilet inGracco dvfyti- 7W©< Aoj-©-; error ortus ex abbreyiat. I Chrysofiotrm Theophthlfm, zr Aas köstliche bettn/denen er zuvor dasLehr-Ampkvndersagt/ spricht: Sie werden selig i.rim.2. is. werden/durch Kinder zeugen/ so siebleiben im Glauben/vnd in der Lie- be/vndin derHeiligung/samtderZucht. Vnd zwar/so kömen wir es wol zugeben/sintemalen es anfänglich den Leser befrembden möchte/daß dieWei- der vmb ihrer Kinder willen sollen selig werden/ wann sie dieselben/ wie sich's gebühret/wol aufferziehen/vnd derowegen dieser Lehrsatz einiger Bestätigung vonnökhen hat/angesehen es sonsten allenthalben heisset/daß gleichwie die jeni- ge Seele die gesündrgethat / allein des Todes schuldig seye / also auch der Gerechte allein seines eigenen / vnd nicht eines frembden Glaubens leben solle. Aber es duncket vns doch warscheinlicher / daß der sel. Paulus mit dieser Be- iheurung auff die folgendrnWorte/vnd hiemit vnserenTept/dabey wir sie ge- setzet sinden/gesehen habe/sintemahlen er so sten öffkers gewöhnet gewesen/sich ihrer gleich als etnerVorrcde zu bedienen/als wann es bey ihme geheissen; vas i.Tim.i. i j. ist je gewißlich wahr/vnd ein thewreswerthesWort/daßIEsusChri- stus komen isi/in die Welte/die armen Sünder selig zu machen. Vnd z.Tm.i,u- wiederumb: Das ist je gewißlich wahr/ sterben wir mit/so werden wir mit leben/ dulden wir/so werden wir mit herrschen/verläugnen wir/so wird er vns auch verläugnen. Vmb fo viel mehr aber wird die Köstlichkeit des Bischoff-Ampts hiemit außgestrichen/weilen diese Betheurungauch als einegattungErdschwur kan angesel)«n/vnd derjenigen gleich gehalten werden/welche vnseremHErren Christo selbsten sehr gebräuchlich gewesen / wann er seinen Worten einen gewissen Nachtruckgeben wollen/ als wann er gesprochen; Warlich/warlich ioh.j6.z3 . ich sage euch / was jhr den Vatter bitten werdet/ in meinem Namen/ ea^.zjb das wird er euch geben.Warlich/warlich ich sageeuch/wer meinWort höret/ vnd glaubet an den/ der mich gesandt hat/ der hatdas ewige Le- '*’-**- den; Warlich/ warlich es kömpt die Stunde /vnd ist schon jetzt / daß die Todten werden die Stime des Sohns Gottes hören / vnd werden leben. Sonderlich aber/ da er schon würcklich am Gtame des Creutzes gehangen / vnd der einte Schacher/ deme Gott wundersamer weise die Augen sambt dem Hertzen aussgechan / jhne so sehnlich bare/ daß er doch an jhne ge- dencken wolle/wann er in seine Herrlichkeit kommen wurde / da antwortete jhme der HErr IEsus auch mit dieser gattung Eidschwur/ vnd sprach: luc. z 3 . *3. Warlich/ warlich ich sage dir/ heute wirst» bey mir im Paradeiß seyn. stugursnas Iederman zwar ist allhicr mit vns nicht einerley Meinung/ vnd will man ge- affi[m«k> sa meiniglich solche Vttheurungen für keinen Eidschwur gelten lassen/weilen/ ckero. si V c sagt man/in einem Eidschwur Gott als ein Zeuge derWarheit/vnd Richter muß ;; Bischoffö-Ampk. muß angerussen werden/ vnd aber solches in dlesemWorce nicht geschiehet. Aber/ neben deme daß wir Liese Beschreibung des Eidschwurs / so auf nichts anders/ als aufdas Gutduncken etzlichcr vnter den GottS-geichrten/ gegrün- t-Q det ist/ wol verwerten könten / so sagen wir eines theils/ daß wir die Bethen- rung Pauli nicht eben für einen formalen Eid/ sondern nur für einegattung Eidschwur halten/ vnd anders theils/ daß wir die Anrustung Gottes darum rer verstehen/vnd t>kse Rede/ das ist je gewißlich wahr/ einer anderen ^nmuLs. gleich schützen könwn / die in dem Sendbrieffan die Galcuer gefunden wird/ * 4 . da der Apostel sagt: Was ich euch aber schreibe/ sthe/Gott weiß/ ich G,#Lt - 2 ». liege nicht. Vnd was hindert/ daß wir nicht von den Reden Christi vnd der Apostelen eben das sagen/was ein gelehrter Jude * von Gott dem HErren sagt/daß alle seine Becheurungen für Eidschwür zu halten seyen/ vnd daher anziehet jene Verheißung Gottes/ damit der HErr Abraham die Dienstbar- keit/vnd die darauf folgendeErlöfung feinesSaamens zugefagk/vnd gesprochen : Das soltu wissen/daß dein Saamewirdftembde seyn/ in einem g«*.«.«, Land/ das nicht sein ist/rc. welche Worte / das ssltu wissen / in den Ge , co11 - CHm schichten der Apostelen für einen Eidschwur auffgenommen werden / indeme A(l 7 ' iu Stephanus sagk/ da sich die Zeit nahet/ die Gott Abraham geschworen hatte/ wuchs das Volck/ vnd mehret sich in Egypten. Wir wollen vns aber in diese Materi nicht ftrners einlassen/ vnd soll VNS nur noch dieses zur Nachricht dienen. Erstlich/daß wir nicht allenEidschwur für vnerlaubt vnd verbotten ansehen/ wie heut zu tag vnderschiedliche irrende Christen thun/welche in einen allzuweit außgedehNten Verstand ziehen jene Worte vusers Seligmachers bey Matches: Ihr solt allerdingen nicht Matts.}*. schwören/weder bey dem Hinrmel / denn er ist Gottes Stuhl / noch bey der Erde / den» sie ist seiner Püffen Schäme!/ noch bey Jerusalem/ denn sie ist eines grossen Königes Statt; da er doch nur das allzu offt wiederholte/leichtftrrige/vnd zu allen/auch denallerliederlichsten/Dingm gebrauchte sthweeren/wie es vnrer denJuden selbiger zeit imBrauch gewesen/ vnd vonden geistlichenFürgesetzten selbstengurgeheissen worden/hieinik vnter- sagen vnd verbieten wollen. Wiewol auch(welches wir als im vorbeigehen berühren) sehnlich zu wünschen ware/daß man theils dem vnbedachtsamen vnd vnverantworklichen Fluchen/ so vnter vns/ sonderlich bey der vngczehmken Jugend im schwang gchet/abbrechen/vnd der ernstlichen Msrren des dritten Gebotts eingchmck sein / theils auch mit formalen Eidlichen Becheurungen E etwas R. Muses Mnmoniits Afud Grot. in AB 7.17 . omncm vehementem Oei sKrmstio' oesi juramentum dici. 34 Das köstliche etwas sparsamer vmbgehen/ vnd sich nicht/ wie etwan zu geschehen pflegt / in einer jeden geringen Geltsache / welches auch der weise Heide Plaw höchlich gegolten/sich deren bedienen wolte. Wollen wir nicht folgen dem Exempel Mi1 eines gewissenBafllides/welcher zu OriZenir Zeiten gelebk/vnd der/alsman faä rb jhmr einen Eide aufferlegen wollen / zur Antwort gegeben; Er dörffe nicht «sP&THtv schwören/ dann er seye ein Christ; So müssen wir vns doch lassen zu schänden iuvüvq. machen/ durch das Exempel eines Heiden / welches auch der Kirchenlehrer ws-Ktvlv Bafllius den Christen zu seiner zeit fürgeworffen/vnd sie damit schamroch Z uirag- gemacht/nemlich dasExempel Climas/eines Jüngers kyrkLgorL, welcher E. *t ui lieber drey Talente zur Srraaffe bezahlen/ als durch einen Eidschwur/ wie er E«/ek wol hatte thun können/ sich von Erlegung einer so grossen Summa Geldes/ befreien wollen. Vnd zum anderen/ so müssen wir auch nicht meinen / daß/ weilen der selige Paulus eben der Lehre von dem Bischoffs-Ampt/ diese Be, theurung/das ist jegewißlich wahr/fürgescht/daß/fageich/sich etwan andre in seinenSchrissten finden/an dcrenWarheit man zweifle» köne:mkt Nichten/ dann nicht nur diese/ sondern alle Schrifft ist von Gott eingegeistec / vnd der Apostel ist von dem Geist der Warheik regieret worden/nicht nur da er dieses/ sondern auch/ da er alle seine übrigenSchrissien aussgefetzet. Sondern die- weilen in denselbigen vnterschiedliche Warheiten enthalten werden / deren die einen wichtiger / die anderen aber nicht so wichtig/ die einen mehr/ die anderen aber wenigerzu wissen vonnörhen seyn/ so ist jenen etwan ein solches Ne- ta Kene fürgesetztt/ welches die Ohren der Menschen zubereiten / vnd jhre - Hertzen zur Auffmercksamkeit bringen soll. Darumb wann der Apostel von der Genugthuung Christi / an deren all vnser Heil vnd Seligkeit hangt/ reden will/ so spricht er in denen droben schon angezogenen Monen: Das ist st gewißlich wahr/ vnd ein theuer werthes Wort / daß JEsus Christus kommen ist/rc. Vnd invnserem Text : Das ist je gewißlich wühr. >. So jemand ein Bischoffs-Ampt begehret/ der begehret ein köstliches Merck. r j}piic»tn. Dieses alles/ so bisher vermeldet worden/nvn gebührlich zu appllcirm/ darsfich nur mein Hertzjselbsten prüffen/ vnd fragen/ in was für einem stand esM befindet/sinttmablen es heute der Tage ist / an welchem ich die Verrichtung des köstlichen Bischoff-Ampts/ dazu ich von der Göttlichen Fürse- hung beruffen bin / anheben soll. Ich stehe zwar nicht vnrer dem mit Bliij vnd Donner erfüllten vnd schrecklichen Berge Sinai/daß ich mit Mose spre- »ii.ia.3j, $/vnd bey denGriechen selbsten alle Fürgefetz. re/ nohtwendig haben müssen/ vnd das jenige Alrer/ welches die Kirchen- versamblung zu New-Cesinien allen Eltesten/ vnd derKaystrIustinianuS in den RrchksnallcnBischössen fürgchhriebenhat; So daß mich wol/ wie den Propheten Ieremia/meine Jugend erschrecken/ vnd ich GottdemAllerhöchsten antworten möchte: Ach HErr/ HErr/ich tauge nicht zu predi- gen / vielweniger aber/ sintemalen predigen noch das geringste ist / die übrigen Pflichten einesKirchen-Dieners zu verrichten/ denn ich bin zu jung. Ich betrawre einiger Massen den Verlurst meiner Freiheit / daß / da ich zu, vor vm mchtes anders/ als vm drcstn Leibe/vnd vmb diese Seele/darauß ich bestehe/mich habe bekümerrn dörffen/ich jetzunder nicht mein/ sondern ander Leuchen bin/ vnd alle meine Zeit / Mühe / Arbeit/ Achten vnd Trachten jhnen auffopfferen muß. Ich schawe an diese gegenwärtige Versamblung/ dienicht so fast Volckreich/alsvon wegen vieler vornehmen Persohnen/ auß welchen sie zusamen geselzee wird / ansehenlich ist/ vnd mir/ wann ich meine Augen ausshebe / alsobald eine liesse Ehrerbietung für sie einpflautzet. Ich erinnere mich/ daß es die Stadt Kenff ist / in deren ich das Ampt eines Evangelischen Predigers bedienen soll/ das ist der Ort/ auß welchem die C ij Klar- n. 4.5,47.1 Tamlz; 2,5. nkl vocanHir Levit», fity trigintM «morum. Sjnod. Neo.Cejar, CmXl. Novell.CXXXVU, 3 6 DasköM'cht Klarheit Gottes/ vnd das selige Lischt der Reformation mit Gewalt Herfür gebrochen; der Ort/ an welchem die chewre Mannere Gottes / so das Tyran, Nische Joch des Römischen Bischoffs von sich geworffen/ vnd vns in die Freiheit der Kinderen Gottes gefeit/ sich niedergelassen/vnd jbre Hünen auffgeschlagen haben; der Ort / welcher so viel Apollos mächtig in der Schriffk/vndjo viele Chrysostomos, das ist/ so viel güldene Munde / vnd gewaltige Lehrer täglich zeugek/vnd in welchem man von den Kantzeln nichts anders zu hören gewehnet ist/ als lauter Oracula; der Ort / in welchem der isal$7. s. HErr nicht weniger/als ehemals in feinem geliebten Ierusalem/predrgen leßk '. * n allerley Sprachen; vnd dcrOrk/welcher/nicht weniger alsIerusalem/sich ^ge vaHoch- ln aller Weite einen grossen Nahmen gemachet hat. Ich betrachte endlich die gelehrte Hm Klugheit/ Trewevnd Fromkeit/ deß nunmehr dem Leibe nach im Grabe verroll Oartten/aber in ansehen der Seelen zur Gemeine derErst-gebornen/ deren «llß Nieder« Nahmen im Himmel angeschrieben stind/versamelten Predigers/ welcher " nwöble, Mantzig gantzer Jahre/ dieser Kirche mit trefflichem Nutz vnd Er- rvordeu den" bawung vorgestanden/ vnd dessen Platz ich jetzunder nach seinem selbsteigenen Maetil is«;. Verlangen bekleiden soll. O wann meine Krafft sehen steinern/vnd mein €rils« cn?! Fleisch schon ehern wäre / so müßte ich doch durch diese Gedancken mercklich Waffen den bewegt werden/vnd wolte Gott! daß ich insonderheit der seligen Seele mei- -^Mattg ^verstorbenen Vorfahren/ diesen Danck nicht schuldig wäre/ daß er noch iokj.iz, mir gebrochener Stime meiner/ der ich damahls sehr weit von hier enkftrnec war/ so rühmlichgedencken wollen! Wolte Gott/ es hatte der grimmige Tod seiner noch eine zeitlang verschonek/vnd diesen Hirten zum Trost scincrHeei de noch dißmahlenÜbergängen! Wolte Gott/ daßich in gegenwamgerSkuude mit Euch allen von diesem Ort das Work der Gnaden auß seinem Munde hören tonte / an statt daß ich allhier stehe/ vnd seiner Eedachmiß/die imerdar im Segen bleiben wird/ das gebührende Lob erstatte. Aber wo gedencke ich hin ? vnd warumb lasse ich meinen natürlichen vnd mitleidigen Gemüths-regungen/den Zaum also schlössen? Der jenige/ der da Macht hat über vnsernTode vnd Lcben/hat jhme befohlen zu seiner Ruhe zu kehren/vnd biß an's Ende der Tagen daselbsten zu verbleibcn.Er hak diesem Elia zuwissen gethan/daß er jhne gen Himmel holen wolle/ vnd deßwegen gebotten/ einen Elija zum Propheten an seine statt zu salben. Ewer Liebe wolle mir diese Gleichnisse zu gut halten/ vnd gcdencken/daß ich nicht vermeine/ vns dadurch diesen grossen Propheten gleich zu schätzen/als nur in ansehen des Amts/ das vns vertrawer/ vnd der Barmhertzigkeit Gottes/die über vns außgegossen ist. Darnmbaber kan ich vmb so viel desto mehr/ auff den heutigen 37 _Btschoffs-Ampk. heutigen Tag einen frischen vnd frewdigcn Muht schöpssen. Denn das ist je gewißlich wahr; Ist das Ampk schon köstlich/ welches mir anverwawet ist/ so wird doch der heilige Geist seine noch köstlicheren Gaaben / als dasselbige Frewden-vhl/ damit auch IEsus Christus/ mehr dann seine Gesellen gesah ps.+s.&r. bet worden / über mein Haupt außgiessen/ vnd die Gnade des ruffeuden Gottes in doppelter Masse bey mir wohnen/ so daß ich aufs mich werde ziehen können die Worte/ die Samuel zu Saul gesprochen/ als er noch in derGna- de Gottes gestanden: Der Geist desHErren wird über dich gerathen/ *> &»»».«•*• daß du mit denPropheten weissagest/ vnd da wirstu ein ander Mann werden. Ist die Last schon schwär/ die meinen Schulteren aufferleget wird/ so wird doch der himlische Vatker / der niemand über sein Vermögen leßt versuchet werden/meine Glieder auch starcken/ daß ich sie ohne Mühe werde rragen/vnd mit auffgcrichtem Haupte darunter hergehen können. Ist die Gefahr schon groß / so wird doch die Göttliche Allmacht mir auch die Hände bieten/daß ich vnvcrlcht dadurch kommen/ vnd nicht allein / die mich hören/ sondern auch mich selbsten werde selig machen. Nun w-olan! vieler Augen feind aussmich gerichtet; Ich aber hebe die meinige auss zu den Bergen/ p M ISI - r ' 2 - von welchen mir Hülste kömpt; Meine Hülste kömpt vom HErren/ der Himel vnd Erdegemacht hat.VielVnwissende sollen von mir hinfort vnterwiesen/vnd von den Gehcunnisftn vnsers allerherligstcn Glaubens berichtet werden : Ich aber sche mich auffs newe mit Maria zun Füssen des HErren/ vnd mit Paulo zun Füssen Gamalicls/nicht zwar dessen/von deme Paulus gelehrnet/ sondern dessen/den Paulus geprediget; zun Füssen des himlischcn Gamaliels JEsu Christi / der vns diese Dinge/ die er/ in der Schoos des Bauers ligendc/auß ftinein eigenen Munde vernommen / am besten verkündigen kau. Viele Trawrige in Sion werden von mir Trost erwarten: Ich aber lasse mich nieder bey dem Brünnlein Gottes/ welches hat Wassers die Fülle/ vnd falle dem enigen zu Füssen / von dessen Haupt der wahre Trost-Balsam auß Gilead in feinen gam-en-Bart / vnd in sein Kleid pßi. 1 33 . hinundcr fleußt. Viele muhtwillige Sündrre werden sich forcheen für dem Gchwerdt des Geistes/ welches wieder sie muß gezucket werden: Ich aber bitte den HErren/ daß er zu Mir sagen wolle / wie ebemaiszu fernem Diener Ezechiel: Dasgantze Hause Israel har harte Stirnen/ vnd verstockte Hertzen/ aber ich^habe dein Angesi-N hart gemacher wieder ihr Ange- Euch.3.7. sichk/ vnd deine Stirne gegen ihre Stirne; Ja ich habe deine Stir- 9. iie so hart als einen Demant gemachet/ der härter ist dann ein Felft; E iij Da- ;5 Airs köstliche Darumb förchte dich nicht/ entsetze dich auch nicht für ihnen / daß sie so ein vngehorsam Hauß seind. Sintemahlen aber der Hirt vergeblich vorangehet / wann die Schaaffe nicht folgen / vnd er ihnen vergeblich das Futter fürsctzet / wenn sie nicht essen wollen/ so müsset auch jhr allerliebste Bruder vnd Schwester«« / ewers orts nichts versäumen. Bittet für allen dingen für mich / auff daß mir Efbes. 6. ip. gegeben werde das Wort/ mitfrewdigem auffthun meines Mundes/ daß ich möge kund machen das Geheimniß des Evangeliums / welches Botte ich bi n/ auff daß ich darinnen frewdig handlen möge/vnd reden wie sichs gebühret. Vnd dann so gehorchet auch/imVamen des HErren/ ewerem Lehrer/ -erauß dem Munde Gotteseuch weissagen wird/ sintemahlen jhr nun vollkömlich wisset/ welch ein vornehmes vnd köstliches Ampk wir bedienen / vnd deme man sich zu vnderwerffen nicht schämen muß. Ncinek seine Vermahnungen williglich auff/ vnd gedencket / daß sie anß einem Hertzen / so von Lrrbe brünstig ist / vnd in vollen Flammen siehet/ herkommen/vnd ewer bestes zu ihrem einigen Zweck haben. Kommen seine Reden zu zeiten etwas frey heraus/ so liebet jhnc darumb nichtsDesto weniger/ vnd stell« euch ohne vnderlaß für Augen jenes berühmte Exempel des grossen Käysers Ureoöoüj, welchen der BischoffAmbrosius in den Bann gethan / dieweilen er in der Stadt Thessrlonich siben-tausend vnschuldige Menschen auff einen Tag erwürgen lassen/ vnd erinneret euch des klugm Vrtheils/ welches ein anderer Kirchenlehrer hierüber gefallet/vnd gesagt r Ich verwundere mich über dievnvergleichlicheTugend/beide des Kay- sers vnd seines Bischoffs/ nemlich über des einten Freiheit / vnd des anderen Gehorsam/ über den fewrigen Eyfer des einten / vnd den zarten Glauben des anderen. Strebet darnach/ daß dielerGlaube auch bey euch gefunden werde/vnd man von jhme/ wie weiland von dem Glauben derR§mer/in aller Welle reden möge. Befleiß« euch dieses Gehorsams/ als Deut.zs.t, welcher tausendmahl besser ist denn Lpffer / vnd gedencket an dir Verheiß &f. ' sung des Allerhöchsten/daß insolchem sah! all sein Segen / wie köstlich vnd fümefflich er auch seyn mag / über euch kommen / vnd euch treffen werde. Der jenige aber/ ohne dessen Gedeien Paulus vergeblich pflantz«/ vnd Apollos vergeblich wasseret/gebe zu vnsercm heiligen Fürhaben beyderseits seinen Göttlichen Segen! Er mache/ daß sein Work nicht wieder lahr zu jbmr komme/ M Talitanta/); virtute& Ambrosius,& Imperator erant illustres. Nam urrumc]; rgo admiror: illins quidemlibercatem, hujus vcrö obedicnciam: ltcmq; fervoristUurniasil. lius, & hujuspuritacem. Theodoret. />>. Bi'fchoffs-Ampt. 39 komme / sonderen das jenige ausrichte / dazu er es sendet! Meine Lehre trieffe wie der Regen/ vnd meine Rede flieste wie der Thaw / wie der De ^‘ z ‘ Regen auff das Gras/ vnd wie die Tropften auffdas Kraut! Dann ich will den Namen des HErren verkündigen / gebet vnserem GOtt allein die Ehre. Ich bin ja 6 HErr dein Knecht/ich bin dein Knecht/ pfai.ut.xg. deiner Magd Sohn / dir will ich Danck opfferen / vnd des HErren --- Namen predigen; Ich will mein Gelübde dem HErren bezahlen/ für allem seinem Volck/ in den Höfen am Hause des HErren / in mitten Jerusalem/ Hallelujah. AMEN! nPOS$&NHMA. Q Uod munus, qua; fitconcredita cura Ministro, ^ Exponis ealamo, frater amice, tuo* Hxc nobis, postquam nuper me Patna , sed te Paftorem dixit clara Geneva suum; Ha^c nobis prxstanda dehinc: hocNuminis, hoc nos Vox pariter nostri postulat una grcgis. Nos, quia difficile est, nec eö pertingimus, inTe Präsidium solo ponimus, alme Deus. Tu facies, Deus, & dotes accresoere nobis Heu! quondam nostriTupatiere s. Kll. Jul. XTX vulg. 1 693 . Basilear, XI. Kll. Aug. Frutr't conjunßiffimo A.Dio nys. i6y3> J.H. GERNLERUS atnocis moniment. P. F I N I S. ‘ufn Wf y >’> V • • -V* - ■. ... ’üA r.l'j;« . • - ■:»: X- «s'hMö'? .m» n. -u?r ."..^ cs.st ; :u tovwafi'js M?M r.r:.' : .in irj?f• ’%?;!lU'EM.' D«Ke< tfc; er -mi v-nc gi«f -i-i - : •_* 3 i«.: : ' '*■> i; . •' : " .■ •:> .<« 1 \*K'.. - .;;,U‘j‘- **: ' ; .: ’ :. -i. t s . mY< . i.. - -»iiSC-' >!?,': « .. »*.'. >- .i ''^>>1 ''4 2 \ . ;:?fi ;;: 44 MH- .>:. v ,,. n< ■- .<***■ r«w 7 •■* ' Q, • .. «9 ,A l,' -i j <* ■ ^ M '-ime ■ t-m'r‘rb"?i« r ;■ ' fistt ■ s ; J "t) .. 1 .. t -| ; r.fiiJH ■ ■> > ~fck". « . { ?'\ ,;st .OXri' ■ -u pfk-r;..Y itoV -X Eist -v- 4 < : ; ' sTsti <-if ;s‘-ü yAS ftXL ib UUf> s- ?ssv. cUststii" ■ f - •»■{j'.b;l'i/i t I . » ' .' :.> .nX . .i x;T ' - ii. i. j-k,;• •VäM'.l.stlcj'i l . ■ r • £S!Ä 3,1 XX »[■-» 0 * n ,t. __ .H -;tCT , : . c' :.r.S n \ T i“ *u V /. i i.