von dem Königreiche Böheim.
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seinen Unterthanen ausserhalb dieser auflag be-schweren / bey Vermeidung ernstlicher hohenstraffe/weil solch kriegs-volck zu roß und fuß/allein zu beschützung dieses Königreichs und dermcarponrterr lander gerichtet ist.
würde aber diesem Königreich und incor-porirten landen nichtvonnöthen seyn/ etwa ei-ner grossen noth sich zu befahren / und es würdestich kriegs-volck zu roß und fuß/von derselbengrantzen ohnegefahr weiter rücken können / aufsolchen fall haben mit der Kays. Maj. sich dieobberührten Land-Ossicirer und Land -recht-fi-her mit einander zugleich entschlossen und ver-einigt/daß/wann die stadt Wien oder die ve-stung Vywar/Neuhäusel/(wie solches die Kay-serl.Maj. gnädigst begehren thut/) ja auch überdißzu sonderbaren der Kayseri. Maj. gefallenund beliebung / wann nemlichen die vestungCommorn vom feinde solte belägert werden/daß stich volckzu roß und fuß diestr dreyen ör-tern einen/ weicher belagert würde/zu retten undzu entsetzen rücken soll/ doch ausserhalb dieserdreyen orten stnsten nirgends wo anders hin/welches dann auch dem verordneten Obristcnüber dieses kriegs-volck/auch dessen Rittmeisterund Hauptleuten / zu ihrer fleißigen erwegunghingestellt wird. Jedoch und wenn also vondenMährifchen oderSchlefischen gräutzen/solchkriegs-volck ingesamt/zu rettungderitztgedach-ten drey vestungen einer gebraucht werden stlt/daß solches die über solch volckverordnete Ooer-sten schleunig und ohn allen Verzug der Kays.Maj. und den obersten Land-Osscirern zuwissen machen / über weiche dann zu Oberstengewehtet seyn sollen diese drey Personen/ als Hr.Peterwack von Resenbergk/ Christoph von Lo-ckewih/ Adam von Sternbergk/ aus welchendreyen die Kays Maj. derselben gefallen/ nocheinen zu diesem zug zu gebrauchen / gnädigst ge-ruhen wollen.
Es sollen auch zu diesem zug die oberstenLand-Ossicirer sich wegen einer mäßigen sum-ma gelbes/als so viel etwa hierzu die nothdursskerfodern würde/ bewerben und alsbald ohn ei-nigen Verzug/von äsrc) an biß zur angestelltenMusterung als aufmittwoch nach SsnÄ Lorentz/nechst künfftlg in die fün ssmahl hundert tausendgülden um gewöhnliche Verzinsung rc- aufneh-men/auch dieselbe summa zur Verwahrung beyderLand-rafel niederlegen/ die auch von denenzu keiner andern ausgäbe oder nothdurssk/ essey in waser gestalt und weise solches erdachtwerden möchte / nicht aufgehoben werden soll.Wie aber hernach solche summa aufbestimmtelermin wiederum abgelegt und bezahlet werdensoll / hiervon so» bey nechst künsstigem Land-tage unter den Ständen gewisse maß und ord-nung geschehen.
wann nun also bis kriegs-volck/ wie obge-meldt/ ins feld rücken würde/ aufsolchen fall solldiebewllligte hauß-steuer in der Stände Ver-wahrung bleiben/als zum unterhalt des rüstenmannes; wie dann/und da es die nothdurfft er-fodern würde/ bemeldt kriegs - volck/ auf z mo-natnach einander / von den Ständen im feldsoll gehalten werden/welches die Kayserl.Maj.mit geschützt und munirmn gebührlichen zu ver-sorgen/gnädigst geruhen werden / zu welchendenn die frey-höfe/vorwerge und andere erbseße-Zwepte Haupt - Handlung.
ne/wie die imKönigreich seyn/angeordnet wer-ben sotten.
Doch bitte» und begehren hierneben dieStande / daß die Kays Maj. wegen derglei-chen Uetenilon - ordnung mit den Ständen inMähren/Schlesien/Ober-undNieder-Laußitz/nichts weniger auch mit den Egerischen/ derognädigstem erbieten nach / aufs eheste wollehandlen lasten.
veßglelchen und daß auch ferner mit denChurfürsten/Fürsten und Grafen/auch Herrenund stadten/ welche Böhmische lehn halten/ dieKays. Maj. durch dero Abgesandten / wie dennnichts noenigers mit den Vastllen/ welche un-ter demHauptmann derTemschen lehen begrif-fen sind/ entweder zu Eger oder an welchem ortes der Kays. Maj. belieben würde/ gnädig wolletractiren lassen/ und solches nicht allein wegenitziger/besonders auch künssliger gefahr: denndaß bemeldte lehens-leute von ihren vornehmen/grossen / und zur Cron Böheim gehörigen gä-tccn ernige hülste neben den Beichs-Sran-den leisten sotten / daroon ist keine wissen-schaffr/derwegen vor billiH eracht wird/daß sie neben uns gleichheit tragen.
Solte aber auf bis Königreich und incor.flirte lander einegrosse gefahr und noth kom-men/(welches GOtt verhüte) als bitten wirdemüthig/ die Kays. Maj. wolle den Chur - undRcichs-Fürsten/welche mit der Kayscrl. Maj.und dem Königreich Böheim erb - einigunghaben/ solches beyzeiten gnädigst zu wissenmachen/ aufdaß sie sich vermöge derselben aufbegebenden nothfall zu erzeigen und darnach zurichten haben mögen. ,
Beschließlichen bitten wir Unterthanigst /weildie so grosse contribuliovesbewilligt / daßwir verhosst aller künfftiger gefahr dadurch le-dig zu werden/itzt aber bis aufgebet nicht mitgeringer beschwer angeordnet/ daß die Kayserl.
Maj. dieselbe in gnaden zu danck auf-und an-nehmen/auch unser allergnädigster König undHerr seyn und bleiben wollen re.
Durch den hernach gefolgten krieg utttek Kö-nig Ferdinanden U und m ist zwar Böhmen attreichthum und kriegs - macht / besonders auchdurch das kriegs-wesen und die cE-xion anmannfchafft fast geschwächte worden ; dochhat sich das land also wieder erholet/ daß nichtzu zweiffeln / es könte eine armee von ivosoofuß-knechten/ und 20002 Reisigen aus Böh-men/ Mähren und Schlesien leichtlich auf denfuß gestellet und zum landcs - schütz gebrauchetwerden. Zn jüngern jähren hat man befun-den/daß/wenn der zehende mann in Böhmenaufgeboten werden solle/ man gar wohl ein cor-po von 2QQOOQ köpffen zusammen zu bringenvermöchte: Die reuter seynd wohl zu gebrau-chen ; die fuß-knechte aber / ob sie gleich alsbauren von ihren Erb-Herren wie leibeigenegehalten werden/ sollen das ihrige doch wohlthun/wann sie in unverdrossenen jähren zu den
wassen angeleitet und exerciret werden. Sie untertha-
ächzen und seuffzen unter der last ihres jochs/ hamrund suchen jezuweilen gelegenheit solches abzu-werffen. Vor einigen jähren meynten sie/die zeikihrer freyheit wäre herbey kommen / und wür-den sie gleich denen Ungarn guten lüccek ha-ben. Allein sie wurden in ihrem aufrührischenMmm vor«