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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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54 Schmelzmaterinlien. Manganoxyde.

sprach sich Liebig*) dahin aus, die wesentlichste Wirkung des Braunstcinzusatzcsbei der Entfärbung des Glases beruhe auf der chromatischen Neutralisationder Eisenfärbung durch die nahezu complementäre durch Mangan bewirkte,eine Auffassung, die durch von Kohn^) angestellte Versuche gestützt wurde. IndemLetzterer durch Mangan violett und durch Eisenoxydul grün, sowie durch Uran-oxyd grün und durch ein Gemenge von Nickeloxyd und Antimon (Schwefel-antimon?) hyacinthroth, oder durch Gold roth und durch Chromoxyd grün gefärbteGläser paarweise direct zusammenschmolz, erhielt er stets ziemlich neutral gefärbteMassen, und leitete hieraus ab, daß die oxydirende Eigenschaft des Mangans fürdie Entfärbung gleichgiltig.

Hat sich nun auch das Mangan vielfach, namentlich in böhmischem undin Bleikrystall, als recht brauchbares Entfärbungsmittel erwiesen, so besitzen diemittelst desselben entfärbten Gläser andererseits eine Unbeständigkeit in der Fär-bung, die äußerst unangenehm. Wie Pslouze berichtet^), hatte schon Faraday1822 darauf^aufmerksam gemacht, daß mauganhaltiges, ursprünglich farblosesGlas, dem directen Sonnenlichte ausgesetzt, allmälig eine ausgesprochen röthlicheFärbung annehme. Spätere Beobachter, so z. B. Gassield ^), bestätigten dieseThatsache, und wies Letzterer, indem er das Sonnenlicht durch gefärbte Glas-scheiben auf das manganhaltige Glas fallen ließ, nach, daß am intensivsten dieblauen (blauviolctten?) Strahlen wirkten, schwächer die grünen; rothes, orange-farbiges und gelbes Licht endlich ohne jede merkliche Einwirkung sei. Pslouzenimmt nun an, in gut mittelst Mangans entfärbtem Glase sei das Eisen alsOxyd, das Mangan als Oxydul enthalten. Bei dem Rothwerden gebe dasEisenoxyd an das Manganoxydul Sauerstoff ab, und erfolge eine Umsetzung beidernach der Gleichungi Ids^O^ st-2NnO2kdsO-s-Nie^o^. Wird durch Inso-lation roth gewordenes Glas bis auf schwache Rothgluth erhitzt, so wird eswieder farblos, wobei dann, nach Pslouze, die umgekehrte Umsetzung vor sichginge.

Neuerdings hat Flagey die Frage wieder zur Sprache gebracht °) undManches hervorgehoben, das auch auf gleichzeitige chemische und chromatischeWirkung des Mangans in damit entfärbten Gläsern hinweist. So fördernOxydations- und hindern Reductionsmittel das Hervortreten der Manganfärbungresp. der Entfärbung im Glase. Soll Glas nach dem Kühlen gut entfärbterscheinen, so muß es vor demselben intensiv röthlichen Stich besitzen, da dieseFärbung, wie bei der Schmelze, so auch im Kühlofeu, schwindet oder, wie der altetsrminns tsollnious lautet,ausbrennt". In Natrongläsern ist die durchMangan bewirkte Färbung röthlich, in Kaligläsern mehr blauviolett; sollen nunNatrongläser entfärbt werden, so muß dem Rothviolett des Mangans, damit esals Complementärfarbe wirke, durch Zusatz geringer Mengen Kobalt nachgeholfenwerden.

st Liebig's Ann. d. Chem. und Pharm. 90, 112.

2) Dingler's Journ. (1857) 144, 288.

3) Oonixt. rsuck. (1867) 64, 53.

«> Polytechnisches Centralblatt 1868, 1535 und 1870, 264.Polytechnisches Eentralblatt 1870, 608.

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