Cap. x. Von Eigenschafften der Metallen.
Metallen Zinn wie gemeldet / wegen des vielen Mercurii , alle Metallen begierig an-Nercür^bergreifft/ und sich untermischet. daß sie also/bey der gewaltsamen Entzündunggierig an. des Pulvers/einander nicht starck genung secunckiren/ und nahe vereiniget/Mit einander aushalten können.
5 ? n C b7°" Aus diesem nun / was ich gemeldet / und aus der ersten Erkantniß desStückMetalKupffers / muß die Composition des Stück-Metalls recht erlernet werden/les, muß aussonsten fehlet man sehr weit / und gelanget zu keinem glücklichen Zweck. EsKupfers absind etliche der Meynung/ man setze das Zinn unter das Kupffer / ^solchem ei-macht wrrd/.ne bessere Harte zu geben/damit es fernen im Mund den anschlagenden Ku-Irrige Mey-geln eine KeMentz gebe. Dieses scheinet im ersten Anblick wahr zu seyn/mmg von absonderlich / wenn man zu Erklärung dessen / die Glocken / welche wegen ih-Härtung desx^ letc^t springen / vorstellet.
ZinmNa'tur. Das Zinn an sich selbsten ist weich / und ob gleich solches hundertmahlgeschmelßt wird/verlast doch der feuchte Mercurius solches durchaus nicht /also daß esallezeit seine weiche Natur behalt.
Es machet / wann solches viel unter das Kupffer gemischt wird / dieses auff solcheWeiß hart / daß es seine selbständige nahe aneinander hangende zähe Cörperlein weiterWieeshär-- voneinander theilet /dahero sie weder den Schlag eines grossen Hammers/ut noch der Gewalt des Pulvers / so lange (als wie zuvor / da sie allein warerOausdauren/sondern zerspringen müssen; Wie an den Glocken klar zusehen/und dieseswollen etliche eine Harte genennet haben.
Das Zinn ist ja noch viel weicher als das Kupffer/ wie kan es dann etwas/daßhärter als es selbst ist / noch härter machen ?
Meßing ist Der Meßing ist ein mit Galmey undWeinstein gelb gemachtes Kupffer/
machtes^^ durch welchen es auch im Gewicht vermehret wird / dahero es in grossen Kü-Kupffer. chen spreher / als Kupffer wird / denn der Galmey hat im geringsten nichts
an sich/daß er an dem Kupffer etwas zähe/LompaÄ noch lauter machenJst chEs könre/sondern es thut vielmehr das Widerspiel; daß aber der geschlagenethÄ ge- Meßing gleichwohl zähe ist / komt daher / daß er so vielmahl durch das Feuerschmeidig. und Hammer wandern muß / welches man auch am Eisen siehet / aus wel-' UckwÄT-chem das zäheste Blech geschmiedet wird.
che? als Der Meßing schmeltzet viel eher als Kupffer / weilen seine Theile durch
Kupffer. den Galmey etwas mehrers auseinander getheilet / und die Schweiß - Löcherschwinder^sEer gemacht worden/daß das Feuer geschwinder und beqvemer eindrin-als Kupffer.gen / und solches zum Fluß bringen kan.
Wann man unter Stück - Metall viel Meßing mischen will/muß des
das KupfferZinns destowenigerseyn/ sonsten wird des Kupffers Geschmeidigkeit verätt-gefchmeltzet dert und spreh gemacht. Woferne gut Platten-Kupffer vorhanden/brauchtwitt> ? es wenig Zinn / und gar keinen Meßing; daß aber gleichwohl viel Meßing
unter das Stück-Metall gemischt wird / geschicht mehr / weilen es iezuweilen besser alsKupffer-Blatten zubekommen / auch niemahls so theuer als Kupffer ist.
Cap. XII.
Von Componirung des Stück-Metalles.
^Us vorhergehenden wird ein Verständiger leicht sehen / daß wegen des grossen^Unterschieds/ so wohl des Kupffers/ Zinns/als Meßings/keine General Regulkönne gegeben werden/allezeit ein gleiches Stück Metall zu componiren.
Damit
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