Cap. XXIX was bey Formirurtg der eisernen Granaten zu beobachten ? \vf
Granaten Zum Dritten/ das Gewicht der Granaten.
werffen g um zzierdten muß auch die Distanz wohin man werffen will/ bekant seyn.
Nach Erforschung dieses nun/giebt man die Ladung folgender Gestalt:
Erstlich wird der Mörsel gewischet /die Raum Nadel in das Zünd-Loch der Kam-mer gestecket / das Pulver in die Kammer gefchüttet/den Kammer-Spiegel fest daraufgesetzet.
Zu Bettung der Granaten wird entweder ein Wasen/Hölßerner oder zusammengedreheter rund - gebundener Strohfpiegel / oder was dem gleich und zu bekommen ist /gegeben; aufwelches die Granat in den kerpenäicular-stehenden Mörsel eingesetzet/u.um und um mit Wasen / Merck / Stroh oder Heu fest vertammet wird. Wenn derMörsel gerichtet/räumet man mit dem besten nicht gar groben Pulver/nicht gar starckein'/ schüttet ein wenig Mehl-Pulver aufdie Brand-Röhre / und gibt allda zu erst/nachmals auf der Zünd- Pfanne Feuer.
Man wirfft auch gleichfalsmit zweyen Feuern /wann gleich keine Bettung oder.Hebe-Gpiegcl unter die Granat gegeben wird. Die obere. Vertammung ist mehren-chrils deshalben/damir das Pulver inder Kammer nicht zu früh Feuer bekomme. Die-ses ist also das Werffen mit zwey Feuern.
Mit einem Feuer zu werffen geschihet folgender Gestalt; Nachdem das Pulver/Distanz, Gewicht der Granaten / und die Kammer / wie viel sie Pulver fasset / bekant;ladet man den Mörsel entweder mit oder ohne Kammer-Spiegel / aufweichen die Gra-nat geseßet/ und mit dreyen Keilen im Centro erhalten wird/wie in dem Kupffer-Blat-1 e No. 2i.zu sehen. An der /Brand Röhre darff anders nichts / als ein wenig Ludervon Baumwolle / so das beste / oder in Maugelung dessen / eines von Flachs / mit Dratoder Bindfaden befestiget / vorhero aber der Satz m der Brand-Röhre mit einem Mes-ser/ damit er leichter fange / aufgegraben werden; dann wann der Satz oben gar zu festund blatt geschlagen/gehen die Granaren bund/weilen das Feuer nicht fassen und beqvemangreiffen kan / welches man an polirren und unpolirtcn Pulver bey dessen Entzündungwahr nehmen kan.
Wann man weit werffen will kan der Kammer-Spiegel (ob er gleich kein Loch inderMitten-noch Hohl-Keilen auf der Seilen hat) so fest man ivill/ mir einem Hebe-Prügel eintammen/ohne eintzige Sorge/daß hiervon die Gcairat blind gehen solle/mandarffnur sonsten das Mehl-Pulver nicht sparen/sondern wann der Morset gerichtet/wirfft man eine gute Hand voll in den Mörsel auf die Granat/undgiöt Fester. ’
Dieses ist also der gantze krocest mit einem Feuer zu werffen. ' ' -
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Cap. XXIX. ,; - .. - ...
Was bey Formmunt» Messung aller eisernen Granaten/
nnSGröjsebte auch seyn mögen/zu beobachten?Granat«""'^^ man Granaten; in was Grösse die auch seyn mögen) will giessenlas-muß das Lisr^^stn/muß vorhero wohl obsel vivet werden/ob das Eisen an demselben«Ut/Üichtrc. Ort gut oder schlecht/rein/dicht und zahe/oder aber grob/spkieslg und hart ftp.ten Essen die Wofern das Eisen gut und zähe / können die Granaten schwach undGranaten leicht gegeben werden : Im Gegentheil aber muß man sie desto starker
M Nlachen/wann das Eisen spreheist^o •, .■• - 1 ,J
sprehendesto . Formirung der Granaten soll man einen guten Leimen (welcherstarckerFor-- nicht zu fett noch zu mager) zum Mantel und Kern nehmen/welcher im FeuerGran ^ beständig/und nicht zu leicht schmeißet: widrigens/wann ein schlechter über-a en. geschlagener Leimen darzu gebraucht wird/greifft dasEisen imGuß solchen zuM an/und eben daher, entstehen mehrentheils die.grossen Gallen und Hölungen/
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