XVI
Um einen aufgezeichneten Maschinenteil oder eine Maschine nach der Zeich-nung nun auch wirklich in der Werkstatt herstellen zu können, müssen alle Maße,welche dazu erforderlich sind, in die Zeichnung eingeschrieben werden. DieseArbeit gerade erfordert die größte Übung und Aufmerksamkeit des Zeichners.Durch ein einziges falsch eingeschriebenes Maß kann die ganze bisher auf-gewendete Arbeit umsonst gewesen sein- Es müssen sämtliche Maße in derZeichnung enthalten sein. Der Arbeiter darf mit den Zollstock oder Zirkel nichtauf der Zeichnung herummessen. Bei Originalzeichnungen in Materialfarben nachTafel I werden die Maßlinien dann in roter Ausziehtusche eingetragen, mitschwarzen Pfeilen versehen und möglichst in die Mitte der Linie die Maßzahlin schwarzer Tusche eingeschrieben. Bei Zeichnungen für Lichtpausen, Tafel II,geschieht natürlich auch dies wieder in schwarzer Tusche.
Es ist nicht nötig, daß die Schnitte stets gerade, senkrecht, durch denMaschinenteil geführt werden, vielmehr können dieselben, wenn es die Deutlich-keit erfordert, einen beliebigen Zickzackweg nehmen. Nur ist dann der Verlauf desSchnittes durch den Maschinenteil durch eine besondere Linie zu kennzeichnen.Man versieht diese Linien an ihren Enden oder an ihren sämtlichen Ecken mitBuchstaben, und sagt z. B. Schnitt ^.-8, Schnitt ^-8-0-v u. s. w.
> Allgemeine Bemerkungen.
Die Beschriftung der Zeichnung hat stets in Rundschrift in schwarzerTusche zu erfolgen. Alles Geschriebene, auch sämtliche Zahlen sind stets in Rund-schrift auszuführen, weshalb es jeder, der zeichnen will, nicht versäumen sollte,sich auch in der Rundschrift tüchtig zu üben.')
Die Werkstattzeichnungen müssen, um eine vollständige Übersicht für denMaschinenbauer bieten zu können, nun auch noch zeigen, welche Flächen einerbesonderen Bearbeitung durch Drehen, Bohren, Hobeln, Feilen oder dergl. unter-zogen werden müssen oder welche roh bleiben können. Für gußeiserne Teilemuß z. B. ein Modell gemacht werden, da muß dann der Modelltischer dort,wo der Teil später bearbeitet werden soll, einige Millimeter zugeben, ebenso derSchmied für geschmiedete Teile- Diese Flächen kennzeichnet man nun dadurch,daß man sie mit roten Linien umrändert. Ganz zweckmäßig ist dann folgendeBemerkung auf der Zeichnung: Bei den rot umränderten Flächen ist für Be-arbeitung zuzugeben, oder die rot umränderten Flächen werden bearbeitet oder dergl.
' ) Hierzu bieten die Rundschrifthefte von Soennecken , die in jeder Buchhandlung zuhaben sind, die beste Gelegenheit.