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Biegung stärker sein müssen, als wenn die Umdrehungszahl eine geringere ist.Diese Inanspruchnahme auf Biegung erfolgt aber nur in der Schwingungsebeneder Schubstange, und aus diesem Grunde giebt man den schnelllaufendenMaschinen — also beispielsweise den Lokomotiven — Schubstangen mit einemSchaft von rechteckigem Querschnitt."
Die Berechnung des Schubstangenschaftes geschieht nur auf Knickung, weildiese die größten Dimensionen erfordert; als normale Kolbengeschwindigkeit gilt1,5 bis 2 m in der Sekunde.
Die zulässige Zug- und Druckbeanspruchung einschließlich der Biegungs-beanspruchung soll in keinem Querschnitt über 300 bis 400 pro gern fürSchmiedeeisen und 400 bis 500 pro gern für Stahl betragen. Die Bügel-querschnitte dürfen ebenfalls keine höhere Beanspruchung erfahren.
Bezeichnet man jetzt mit k den Kolbendruck in llZ, mit l die Länge derSchubstange in am, mit ä den Durchmesser des runden Schaftes an der stärkste nStelle in am und mit m den Sicherheitsgrad, so ist 0,032
Die Länge 1 der Schubstange wird gemessen von Mitte zu Mitte Lagerund beträgt gewöhnlich 5 mal der Länge der Kurbel.
5. Die Kurbeln und Excenter.
Wie wir wissen, wird die hin und her gehende Bewegung des Kolbensschließlich auf eine Welle, die sogenannte Haupt- oder Kurbelwelle, übertragen,welche in drehende Bewegung versetzt wird. Um dies zu erreichen, greift dieSchubstange an einem mit dieser Welle verbundenen Hebel an. Diesen Hebelbezeichnet man als Kurbel.
Jede Kurbel besteht aus dem Kurbezapfen, an dem die Schubstange an-greift, und aus dem Kurbelkörper, der auf der Welle befestigt wird und denKurbelzapfen aufnimmt.
Je nachdem nun die Kurbel am Ende oder inmitten einer Welle sitzt,unterscheidet man:
I. Stirnkurbeln,
II. Kurbelwellen, Krummachsen oder gekröpfte Wellen,
III. Excenter.
Zu den Stirnkurbeln gehören auch die Handkurbeln. Das sind Kurbeln,welche sich nötig machen, wenn eine Welle von Hand betrieben werden soll.
Die Kurbelwellen oder gekröpften Wellen sind an irgend einer Stelle ihrerLänge zu einer Kurbel ausgebildet. Sie werden zu diesem Zweck an der be-treffenden Stelle durchgekröpft, oder die entsprechend ausgebildete Kurbel istbesonders auf einer solchen Welle befestigt.
Pros. Bach, „Die Maschinen-Elemente", erklärt den Excenter wie folgt:„Unter Excenter verstehen wir einen auf den Durchmesser der Welle excentrischausgebohrten Kurbelzapfen, dessen äußerer Halbmesser gleich ist der Summe aus