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Fig. SSS.
Seil oder dergl. getrieben werden kann. Fig. 585 st zeigt die Aufstellung einersolchen Zwillingsturbine. Da das Seit- und Laufrad hier vertikal stehen, müßtendie oberen Schaufeln mit weniger Gefalle arbeiten als die unteren. Es müssendeshalb diese Turbinen stets mit Saugrohr, das immer mit Wasser angefüllt ist,versehen sein. Bei der dargestellten Turbine sind auf einer Welle VV zwei Tur-binen angeordnet mit den Leiträdern I- und den Laufrädern (Zwillings-turbinen). Die ganze Turbine ist in einem geschlossenen Rohr untergebracht,welches auf Trägern gelagertist. Zwischen beiden Turbinenmündet das Druckrohr R (Zu-führungsrohr des Aufschlag-wassers) in das Turbinenrohr.
Die Saugrohre 8 münden hinterden Laufrädern von dem Tur-binenrohr ab. Die Wellegeht durch die Stirnwände desTurbinenrohres hindurch undmuß hier durch Stopfbüchsenabgedichtet sein. Bei Anord-nung zweier Turbinen auf einergemeinschaftlichen Welle ergiebt
sich natürlich bei größerer Wassermenge ein kleinerer Laufraddurchmesser unddamit eine größere Umdrehungszahl. Der Horizontalschub des Wassers,welcher hervorgerufen wird, wenn das Wasser durch die Radkanale strömt undauf die Welle wirkt, wird durch die Zwillingsanordnungebenfalls aufgehoben. Im Druckrohr L> ist eine Drossel-klappe O zur Regulierung angeordnet. Die Saugrohresind zur Inbetriebsetzung ebenfalls mit Drosselklappenzu versehen (in der Fig. 585 sind diese fortgelassen). Eseignen sich derartige Zwillingsturbinen für größere Wasser-mengen und hohe Gefälle, zum direkten Antrieb vonWalzenstraßen und Dynamos und solchen Anlagen, wo Räderübersetzungen möglichstvermieden werden sollen. Bevor wir zur Besprechung der Girard-Turbinen oderAktionsturbinen übergehen, muß erst einiges über die Schaufelung der Reaktions-turbinen und Aktionsturbinen gesagt werden. In Fig. 586 ist ein Schaufelplaneiner Jonvalturbine gezeichnet. Lueger , „Lexikon der gesamten Technik", schreibtdazu: „Da bei Aktionsturbinen das Wasser während seines Durchganges durchdas Laufrad seine relative Geschwindigkeit nicht ändert, muß der Wasserstrahl aufdiesem Wege dieselbe Größe des Querschnittes beibehalten. Bei dem Schaufelplan,Fig. 586, sind aber die Kanäle bei b beträchtlich weiter als am Anfange und amEnde. Der Wasserstrahl kann daher bei d den Zellenraum nicht ausfüllen. Befindet