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Sig. ISIS.
Auch die Bedienung des Elektromotors stellt sich sehr einfach; außer demUmlegen eines Hebels, durch dessen Stellung die Geschwindigkeit reguliert wird,ist nur noch auf die Schmierung zu achten, und gelegentlich sind die Strom-zuleitungen nachzusehen. Die Neigung der Elektrotechnik, sich hauptsächlich inder Richtung der elektrischen Kraftübertragung zu entwickeln und zu vervoll-kommnen, ist ganz bedeutend gefördert worden, nachdem nunmehr fast allegrößeren Städte elektrische Zentralen oder Blockstationen zur Verfügung haben.In solchen Fällen bietet die Zuführung von elektrischer Energie auch zu Kraft-zwecken in solchen Städten kaumnoch irgend welche Schwierig-keiten. Sie wird namentlichauch dadurch erleichtert, daß dieZentralen zwecks besserer Aus-nutzung ihrer Anlagen die Elek-trizität wenigstens tagsüber zuwesentlich billigeren Preisen alsfür Beleuchtungszwecke abgeben.
Zu einem wichtigen Faktor wird die Anwendung der elektrischen Kraft-übertragung in Fabriken, denen Wasser- oder Dampfkraft zur Verfügung steht-Wer kennt nicht die oft sehr langen und teuren Drahtseilübertragungen inHütten- oder Bergwerken mit ihren Kraftverlusten und höchst kostspieligen! Ver-schleiß. Welche Unmenge verwickelter Dampfrohrleitungen und Hilfsdampf-
maschinen oder Übersetzungen, Transmissionswellen u. s. w. findet man nichtin allen Fabriken, diesich allmählich vergrößer-ten, um einzelne Säleund Filialen oft aufmehrere hundert Meter
Entfernung in unzweck-mäßiger, weil sehr ver-lustreicherWeisezu treiben.
Der elektrischen Kraft-
übertragung gegenüberverschwinden die mit jenenÜbertragungsarten engverknüpften Betriebsstör-ungen vollständig.
Die elektrische Kraftübertragung setzt sich aus der Primärstation, d. h. derStromerzeugung (Dynamomaschine), der Leitung und der Sekundärstation, d. h.der Umsetzung des elektrischen Stromes in Kraft, zusammen.
Bei der elektrischen Kraftübertragung spielt sich folgender Vorgang ab.Die Dynamomaschine v (Fig. 1242) erzeugt bei ihrem Betriebe einen elektrischenStrom von einer bestimmten Spannung, welcher in der Leitung 1^ weitergeführtwird nach dem Elektromotor N und durch die Rückleitung Uz nach der Dynamo-
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