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hier wieder mit dem Hauptstrom zu vereinigen und mit ihm durch die dickeWickelung zur negativen Klemme zu gelangen.
Die Dauerbrandbogenlampen sind besonders durch dieJanduslampe ver-breitet. Die Jandusbogenlampe ist eine Bogenlampe mit luftdichtem Abschluß.Der Ausbau der Lampe ist einfach, und ihre Handhabung erfordert wenig Um-stände. Der einzig bewegliche Teil behufs Bildung und Regulierung des Licht-bogens wiegt etwa 1300 K und erfordert eine lebhafte Kraft, die jedes Ver-sagen, Kleben der Kohlen oder andere Störungen ausschließt.
DieBremerscheBogenlampe stellt gewissermaßen ein Gegenstück der zuletztbeschriebenen Lampe dar. Denn während jene für kleinere Lichtmengen berechnetist, wie die alte Bogenlampe, handelt es sich bei dieser hauptsächlich um dieErzeuger großer, weittragender Lichtwirkung. Nach der Erklärung Bremers istdas System seiner Lichterzeugung großer Jndensität nicht dazu angethan, dieelektrische Glühlampe zu verdrängen, sondern sie soll einen großen Teil der vor-handenen Bogenlampen zur Beleuchtung von großen Plätzen, Straßen, Eisen-bahnen u. s. w. ersetzen und in Scheinwerfern zu nautischen und anderen Zweckenverwendet werden. Die Grundlage der Bogenlampe System Bremer ist eineVerbesserung der Kohlenstäbe und zwar setzt Bremer den Kohlenstäben einenbestimmten Prozentsatz solcher Metallsalze zu, die beim Brennen der Lampe inein rein weißes Metalloxyd verwandelt werden. Die benutzten Salzzusätze sindBorax, Magnesiumsalze, Calcinmsalze u. a. Die Bedeutung der BremerschenLampe tritt erst bei Anwendung von Reflektoren genügend hervor und es scheintnach den bisherigen Mitteilungen, daß die Lampe nur mit möglichst großenReflektoren verwendet werden soll. Durch Anwendung der genannten Zusätzewird nämlich auf dem Reflektor eine reine weiße Oxydschicht abgelagert, diesowohl den Reflektor vor der Wärmestrahlung des Lichtbogens schützt, als sieauch selbst die Reflektionsfähigkeit des Reflektors erheblich erhöht.
Der Unterschied bei Wechselstrom- und Gleichstrom-Bogenlampen liegt vor-wiegend in den verschiedenen Lichtbogen der Lampen. Derselbe ist bei ersterenderart, daß die Lichtwirkung nach oben und unten ziemlich ganz gleich ist, beiletzteren ist diese jedoch nach unten weit größer, wie nach oben; dies kommtvom ungleichen Glühen der Kohlen. Um den Lichtbogen zu beobachten, benutztman ein dunkles Glas oder eine Brille.
Bezüglich der Kohlen sei erwähnt, daß man hierbei zwei Arten unter-scheidet: die Docht- und die Homogenkohle. Die erstere hat in ihrer Achsen-richtung eine Röhre, die mit Kohle von geringerer Dichte angefüllt ist. Dadiese schneller verbrennt, wird die Kraterbildung in ihr sehr gefördert, wodurchder Lichteffekt ein schönerer ist. Die zweite Art besteht durchgehends ausgleichem Material; sie ist also gleichförmig oder homogen. Bei Gleichstrom-bogenlampen kommt die Dochtkohle als obere (positive), die homogene Kohle alsuntere (negative) zur Verwendung. In Gleichstromlampen verbrennt die positiveKohle doppelt so rasch, wie die untere negative, und man wählt, um gleicheBrenndauer zu erzielen, für die positive Kohle einen entsprechend größeren Durch-