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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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3. Es sei s der Spannungsverlust in Volt, i die Stromstärke in Amp.,vv der Widerstand der Leitung in Ohm, 1 die Entfernung der Verwendungsstellevon der Stromquelle (Hin- und Rückleitung also 2x1), q der Querschnitt derLeitung in qmin, o der spezifische Leitungswiderstand des Kupfers, d. h. derWiderstand eines Kupferdrahtes von 1 m Länge und 1 qnim Querschnitt in Ohm.Derselbe schwankt je nach der chemischen Reinheit des Kupfers zwischen 1,50 und1,60 Ohm. Das Ohmsche Gesetz lautet für einen einfachen Leiter allgemein:Spannung Stromstärke x Widerstand, oder « i x v. Ferner ist für

Hin- und Rückleitung zusammen >v c-, hieraus findet man

1

2x1 . 1x2x1

v iXo --und <io-

ix2xl

das heißt Querschnitt spez. Widerstand x Stromstärke x doppelte Leitungs-länge, dividiert durch den Leitungsverlust.

Hieraus ergiebt sich z. B. folgende Berechnung. Von der Maschine führteine 46 m lange Leitung von 3,5 mm Stärke, an der 19 Glühlampen vonL 16 8L und 7 von ä 10 8L angeschlossen sind- Eine Lampe von 16 LLbedingt eine Stromstärke von 0,45 Amp. bei 100 Volt Spannung, giebt also19 x 0,45 8,25 Amp. Stromstärke, ferner 7 Lampen von ü 10 8L ergebennach ersterer Tabelle bei 100 Volt 7x0,40 2,80 Amp., macht zusammen8,55-j-2,8011,35 Amp. Die Leitung ist 3^ mm dick, was einen Wider-stand von 0,00182 Ohm Pro m Länge ausmacht. Da die Leitung aber 46 mlang ist, so ergiebt das 46x0,00182 0,083 Ohn. Hiernach stellt sich derSpannungsverlust, der in der Leitung entsteht, auf 11,35 Amp. x 0,083 Ohm 0,93 Volt. Das prozentuale Verhältnis bezieht sich auf die Spannung derin der zu berechnenden Leitung eingeschalteten Lampen. Sind z. B. Lampenvon 65 Volt verwendet, so darf der höchste zulässige Spannungsverlust 1,95 Voltnicht überschreiten, oder die Lampenspannung beträgt 110 Volt, so darf höch-stens ein Verlust von 3,3 Volt entstehen, anderenfalls Drähte von stärkeremDurchmesser verwendet werden müssen.

4. Berechnung der Kraftübertragung. Sollen in einer bestimmten Ent-fernung x k8 übertragen werden, so berechnet man die elektrische Leistung desKrafterzeugers m Watt oder Kilowatt. Die im Krafterzeuger (Primärdynamo)

aufzuwendende Energiemenge ist im Verhältnis bis größer. Es ist

demzufolge der Effekt

100

90

bis

180

85

736 Watt.

Nehmen wir an, daß 40 I>8 auf 2 übertragen werden sollen. DiePrimärmaschine hat einen elektrischen Effekt von 40x736 29440 Watt zuleisten. An den Klemmen gemessen, muß daher nach vorigem Beispiel der Effekt

Watt eintreten. Rechnen wir von diesem Effekt 20 °/,

Leitungsverlust, also 8542 Watt, so muß die Maschine natürlich einen um diesenVerlust höheren Effekt erzeugen, um den Leitungsverlust nicht fühlbar zu machen.

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