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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
Entstehung
Seite
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13. Das Scherflein der Witwe. (130)

Es setzte sich Jesus dem Gotteskasten gegenüber im Tempelund schaute zu, wie das Volk Geld einlegte. Und viele Reichelegten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zweiScherflein ein, die machen einen Heller. Da rief Jesus seinenJüngern und sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwehat mehr eingelegt als alle, die in den Gotteskasten eingelegthaben. Denn sie haben alle von ihrem Übrigen eingelegt, dieseaber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihren ganzenVorrat eingelegt.

14. Der heilige Martinus. (i3y

Um die Mitte des vierten Jahrhunderts unserer Zeit-rechnung diente im römischen Heere ein Kriegsmann, derwegen seiner Tüchtigkeit zu immer Hähern Ehrenstellen empor-stieg. Er hieß Martinus. Schon während seiner militä-rischen Laufbahn übte er die Tugenden der Demut undBarmherzigkeit. Als er einst an einem furchtbar kalten Winter-tage zu den Toren der Stadt Amiens Hinausritt , traf er einenhalbnackten Bettler, den bitterlich fror. Flugs hieb Martinmit seinem Schwerte seinen Mantel entzwei und schenkte jenemdie eine Hälfte. Bald gab er sein Kriegshandwerk aus, ließsich taufen und lebte nun ganz nur Werken der Barmherzigkeit.Auch als Bischof von Tours war er stets für das Wohl derArmen und Elenden, der Gefangenen und Verfolgten be-müht. Er starb in hohem Alter im Jahre 400.

Wenn je ein Ritter es verdient hat, heilig gesprochen zuwerden, so ist es dieser Martin, der so getreulich die Mahnungbefolgt hat: So du einen nackend siehst, so kleide ihn undbrich dem Hungrigen dein Brot!

15 . Kam und Abel. (139)

Adam und Eva hatten zwei Söhne; der eine hieß Kam,der wurde ein Ackersmann, der andre hieß Abel und ward einSchäfer. Zum Danke für ihr Besitztum brachten sie Gott ihre