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ein Aktionskomitee, bestehend aus lauter Aargauern, zusammen-gesetzt; an seiner Spitze stand Oberst Eduard Rvthpletz ausdem Binzenhof bei Aarau , durch und durch eine Soldaten-natnr, der schon in jungen Jahren sich in holländische Kriegs-dienste hatte anwerben lassen, wo er im Schweizerregiment Nr. 80erster Leutnant geworden war. Kurze Zeit einem Zivilberufeangehörend, spürte er doch den Zug zum Militär. Mit 25 Jahrenwar er in seine Heimat zurückgekehrt und betätigte sich von nunan als Jnstruktionsoffizier seines Kantons für Militär wieLandjägerkvrps. Mittlerweile Oberst geworden, übernahm erdie durch das Militärgesetz von 1842 neu geschaffene Stelle einesaarganischen Milizinspektvrs.
Die Tätigkeit dieses Komitees konnte nicht lange verborgenbleiben; die Regierung mußte einschreiten und veranlaßte am26. März seine Auflösung. Da aber der Gedanke an einenzweiten Freischarenzug schon greifbare Gestalt gewonnen hatte,so übernahmen nun Luzernen Flüchtlinge, an ihrer Spitze derArzt Robert Steiger , die Leitung der Vorbereitungen, getragenvon der Sympathie eines großen Teils der aarganischen Be-völkerung.
Zum zweiten Angriff auf die Luzernen Regierung, demzweiten Freischarenzuge, wurde der 81. März 1845 be-stimmt. Tags zuvor sollten die Teilnehmer sich in Zofingen und Huttwil vereinigen; dort die> geflüchteten Luzerner, dieAargauer, Solothnrner und die aus Baselland , hier die Berner .Man war diesmal vorsichtig zu Werke gegangen. Ein Kom-mandant, Hauptmann Ulrich Ochsenbein von Nidau , leitete dieganze Unternehmung, Major Billo von Aarau führte dieKolonne der Berner , Oberst Rvthpletz übernahm den Befehl überdie in Zofingen vereinigten Freifcharen. Die Gesamtzahl derTeilnehmer wird auf etwas über 4000 angegeben, wovon einDritteil Luzerner , 1274 Aargauer waren, der Rest aus andern Kan-tonen stammte. Man verfügte über zehn wohlbespannte und mitMunition reichlich versehene Geschütze, die man den verschiedenen