Gemeilidschafftliche Freud M Der Kirchen Von Mit deren von mbwg Über dieser Wegen der vor zwey hundert Jahren von Ihro angenommenen Sonntags den s. Weinmonat 17Z0. gefeyrtm Iubel - Gedächtnuß. Selbigen Tags auch E. E. Gemeind Mühlenberg aus Anlaß Worten pauli u. Lorinth I. 24. So kurtz, als es die Zeit einer Stund gestattete, und so einfältig, als es der ^ Zuhörrren Begriff zugab; Vorgetragen, und nun etwas umständlicher außgeführt. Vom dortigen Pfarrer V. v. BERN/ »eSSssösWssrsssüAsssrs!«!»«. In der Oberm Dmckerey, bey Eimnml Hortinus, i 7 ; Denen Hoch-Edlen/ Ehren-und Noht-Besten/ Weisen, Fürnehmen und Gestrengen von ro Konialimen Majestät in Preussen und Lhur-Fürsten Von Brandenburg Hoch-verordneten Semn Und Hoch-Ansehenlichen egierungs-Uahten. Denne Den Hoch-Geehrten, Hoch-Achtbaren, Wohl-Weisen, Frommen, Fürsichtigen / ikMN urgermeistern/ Sammt übrigen GeriW-und Rahts- Gliedern einer Wtadt Weuenburg. mncm/ Deß- t l l, / Dergleichen den Hoch-und Wohl-Ehrwürdigen, Eyffrigen, Hoch-und Fromm - Gelehrten, Wohl - Verdienten HERREN, Herren Neu-und Alt-OLL^M, vieL Pfarrern und Heistern / Eines gesamten VcnerMen Lapituts Lhristlicher Re- formirten Kirchen der Städten und Landschafften Neuenburg und Seinen Als Vätter Geehrten, Theurwehrtesten Brudern und Mit-Arbeitern in I. C. U. H. Ueberftndet diese geringfügige Arbeit, zum Zeichen seiner an Dero all- gemeinen erfreulichen Jubel-Fests, so empfindlich gehabten gemeind- § schafftlichen Frmd, daß sie sich auß Mund und Feder darüber ergossen; wie auch zum öffentlichen Denckmnhl damkbahren Angedenckens der ' während seinem Auffenthalt under Ihnen von männiglichen, Geist- und Weltlichen, Fürnehmen und Gemeinen, Hohen und Niederen, genossenen unverdimten grossen Ehr-und Liebes-Bezeugungen Dero Mühlenberg/ Zinstags Zur Fürbltt bey dem Allerhöchsten den rä, Christmonat und allen möglichen Dienst- Gefälligkeiten bereitwilligste L. 0. L I. X. I< H l'exrvs, 2. Lor.I. v. 24. oö» v-r, rev^kvo^ki' rrd^L^Lt' e-r^ 5 V 7^; ^«^««4 r,^L->-. 7"^ )/«§ L^---L-«7'5. Das ist: Nicht daß wir herrschen über eueren Glauben, sondern wir sind Gehülffen euerer Freude, dann ihr stehet im Glauben. Zolüse22. co!I. curll rkllm.z 2 : 6c llcut. ik. 29:S. Eingang. -Ls die Kinder Rubens, Gads, urrd der halbe Stack Manasse nach vollzogener Hülffleistung bey der Einnahm deß Lands der Verheissung gegen Abend des Jordans von den übrigen zehen Stämmen auf den zu Silo von Josua dem Obersten Feld,Herren erhaltenen Abscheyd, nach Gilead zurück gereiset, da,als ihrem schon vormals under Mose erhaltenen Erbthcil, jenseits gemeldten Flusses, sich nun nider zu lassen; Baueten sie sämtlichen bey ihren Land, Marcken an dem Jordan einen grossen Altar; Allein, kaum kam solches Vornemmen den übrigen zu Ohren, würd es als ein treulose That, die allen zusammen noch zum Verderbengereichen könnt, auffgenommen; Deßwegen hielten sie an obbemeldtem Ort, den sich der HErr damalen zur Wohnung erkiesen, einen Reichs- Tag, da der ersten Hitz wider sie Innhalt geschahe, durch die Abfertigung 5 predigt über 2. Lor. I. versi 24. ligung einer anschenlichen Gesimdtschafft miß den Vornehmsten Geiji- und Westlichen Standes , bevor man zu einer Thätlichkeit schritte: von ihnen zu vernehmen/ inwasMeinung sie ohne ihr Vorwissen eiir solch Beginnen habinv vorgenommen/ worüber bey der Verhör die beschuldigte Stämmen sich so fürtrefflich verantworteten, alszuvorensie sich in Eroberung Canaans männlich / ja laut dem öffentlichen Zeu^nuß ihres Bcfehlhabers, in Vollziehung der Gebotten deß,HErren ihres GOttes gefliffen erwiesen hatten; Dann sie betheureten nnt einem Eyd, daß sothaner Altar keines Wegs von ihnen erbauet worden/ in Glaubens-Sachen etwas besonders zu haben; Gestalten sie weder Brand- Opffer/ noch Speist, und Danck-Opfferjemal daräuffzu thun nicht gedencken. Das Wider-Spiel vielmehr auß Beyjorg für ihre Nachkömmlinge / wann etwann frühe oder spach die übrige zehcn Stämme/ wegen ferner Entlegenheit vorn Sitz deß GOttesdiensts / ihnen ihre Gemeinschafft mit dem HErren, Jhme ihre Opffcr zu bringen , als einem fremden Volck wurden streitig machen; So haben die gegen Morgen deß Jordans wohnende Stämme zur Verhütung , daß sie nicht ihres Rechts verschaltet werden/ zum Denckmahl ihres Antheils an der übrigen Jsiacliten Gottesdienst, solchen dem in dem Hooffdcr Stiffts - Hütten stehenden Brand - Opffer - Altar gleichförmig auffge- richtet; zu keinem andern Gebrauch / als daß er zum Zeug diene, ob- wolen sieden Wohnungen nach durch den Fluß von den übrigen gesön, dcrct seyen, bleibind sie doch unzertrennlich in ihrem Bund mit GOtt und den übrigen Mit-Brüdern, die auch in eben dem Gottesdienst verharren , wo die übrigen, under welchen er verrichtet werde. Ja die den HErren vor ihr höchstes Gut halten; von deme sie sich nicht wollind lassen abführen, und immer wie an dem gleichen GOtt also auch an ihrem Schicksal Antheil haben wollen. Woran die Abgeordnete dermajsen sich ersättiget, daß, da sie vermeinten den Krieg anzukünden, mit höchster Freud als Friedens-Botten zu den ihrigen zurück kehrten, wie solches ausführlich zu lesen im Buch Josuä dem 22. Capital. Hatten nun Christg! Zuhörer! die Rnbemtcn und Mitkhaffte im Äpas- Altcn Testament durch Erbauung eines Altars künfftigem Zwist gesucht Ang auf vorzubauen, da es ihnen dennoch vor der. Zeit darzu kam, deffttwegen den übrigen Bescheid und Antwort zu geben; So sahe ebenfais Paulus ha„g un. jm N. T.vornöhtig an,diein der Rechtfertigung seines Außbleibenö an, sersLegs. geführteUrsach vomverschonen derCorinkher samtden Genügen von aller besorgenden Mißdeutungzeitlich zu retten; durch Anfügen der Worten unsers TeptsNicht duß wir herrschen über eueren Glauben, re. A 3 Dann 6 predigt Dann als er vorsähe, es könnten deren seyn, welche bey dem Vertheidigen seiner Abwesenheit das Erwähnen ihrer zu verschonen dahin auflegen wurden; weil er von Verschonen rede, so bilde er sich ein, er sey nun deß gepredigten Glaubens willen hiemit auch im Recht sie zu straffen, zu schlichten und zu richten, so daß zu erwarten stehe, ob er und seine Lehrlinge bey gelegener Zeit nicht vorncmmen werden ihnen allerhand beschwerliche und verdrießliche Ding als lauter Glaubens-Ar- ticul auffzudringen, an welchen eben wie an den bereits angehörten ihr Heil und Seligkeit hange; So fände Paulus rahtsam fürderlichst dergleichen Unglimpff vorzukommen, durch Andeuten, obschon viel an ihrem Wandel außzusetzen seye, daß, wann er und seine Mit-Brüder die Aergernussen trachten werden abzuschaffen, die Corinther es dann nicht rauffnemmen sollen, als werffen sie sich zu ihren Herren auff. Ausheile» VUchk daß wir dann herrschen über eueren Glauben. Da auch den rrmg deß Argwohn abzuschneiden, als wurden sie den Glauben dennoch zum Vor- gantzen Wort haben, dessen was sie ihnen zumuhten möchten: So thut Paulus Verstands Forchtzu benemmen ihnen diese runde Erklärung, den Glauben Terdwor» betreffend , habend sie ihn allbereit in seinem Begriff erhalten, sie steten. hen auch allbereit in dem Glauben, dadurch man selig werd, und habe solchem nichts zuzufügen, folglich sie nicht zu förchten, daß er den Glauben in eigennützigen Absichten zum Vorwand brauchen werde; Im Gegentheil, wann er und die Seinigcn sich angelegen seyn lassen den Unordnungen abzuhelffen, und under ihnen alles besser einzurichten, so sollen sie versichert seyn, daß wie sie es bißher erwiesen, so thüind sie auch diß als Gehülffe ihrer Freude ; hiemit ihnen zum Besten, nicht aber zum Verdrieß. Inhalt Halten also unsere Text - Wort eine Erläuterung in sich, in was deßTcrts. Verstand Er das Verschonen als ein Ursach der Verzögerung seiner Ruckkunfftzu den Corinthern habe angezogen; worinnen folgende Stuck uns vorkommen in der Forcht deß HErren umständlicher vermittelst der Erleuchtung seines H. Geistes zu betrachten. «ch-i- i. Das Erwähnen von Paul, und seiner Jün- gern Aufführung bey ihren Zuhöreren. li. Das Zcugnuß vom Zustand der Lorinthe- ren, betreffend die Haupt-Sach Vom über 2. Lor. I. vees 24. 7 Vorn Ersten. Jenes begreifst zwey gantz unterschiedliche Satz insich. Der Eines besteht in der Mahnung eines unbeliebigen Verdachts. Der Andere aber thut Meldung ihres thätlichen Betragens gegen ihre Zuhörer. H. Christgläubige Zuhörer. DieSach, welche Paulas erwähnet, daß seine Widrig-gesinneteunder den Corintheren ihm auffdrächen tönten , als bey deren er Anlaß nehme den Meister under ihnen zuspihlen, ist die wichtigste und trifftigste von der Welt. 0) Der Glaub. Dann sagt er: Nicht daß wir herrschen über eueren Glauben. (as) Diß Wort bedeutet ein vestes Fürwahrhalten eines Dings, Wasm. auf welches man also Staat machet, daß man darüberhin seine Ab- sichten , Wort und Werck darnach einrichtet; JnReligions-Sachen Glauben hiemit wird überhaupt durch das Wort Glauben die weis verstan- überhaupt den, die man für sicher und zulänglich hält, dem Verderben zu entge- verstan-^ hen, und hingegen nach dieser Zeillichkcit ewig selig zu werden. Die sich selbs ergebende Wahrheit, von der Obwalt eines ewigen göttlichen Wesens, das einem jeden vergelten werde nach seinen Wercken, säurt deren von der Unsterblichkeit der Seelen der Menschen, nach welcher sie billich nach diesem zeitlichen ein ander Leben vernichteten, verleitete alle Völcker darfür zu halten , die Erwerbung der Huld und Gunst deß Obersten Richters durch eine Ihm gefällige Verehrung und Außübung löblicher Tugenden sey die beste Weis selig zu werden; Indem sie so weit GOtt erkennt hatten/ aber/ leider.' Ihn doch nicht ge, priesen als GGtt/noch Ihm gedancket/ sondern sind eitel worden in ihren Gedancken/daß ihr unverständiges Hertz verfinsteret war / da sie sich vor weis außgaben ; Massen sie vermeinten die Weis von sich sechsten zu erfinden, und die einten diese, dir anderen jene Art darfür außgeben haben, sind sie darob zu Narren worden. Gestalten sie neben den schändlichsten Jrrthümmeren annoch in die schnödeste Abgötterey verfielen, an statt GOtt zu verherrlichen, Ihn beleidigten; an statt mit wahrem Glaub versehen zu seyn, mit eitel Wahn und Aberglaub angefüllet waren. Wie über alle mästen kurtz und gut es Paulus in ein paar Worten in der Epistel an die Römer im predigt ritt letsteren Theil des i Cap. so bündig vorstellet, daß, was seirher vom Ursprung der Abgötterei), wie auch den unterschiedlichen Rcligions- Guten der Heyden geschrieben worden, füglich dahin zu ziehen. Bey so bewandren Sachen, weil lange Zeit genug das Fleisch Nanrvem beschämet und die Einbildung deß Menschen überzeuget worden, daß verwahre sein Vernunfft viel zu siumpffdie weis zu ergrüblen, die Glaub ver- Glaub zu diene genennt zu werden. So ergibt es sich von sechsten, daß, wie in erlernen? dem Umgang mit solchen Leuten, von denen einiche Vergeltung oder wasGutes gehoffet wird, man zu erforschen und zu vernehmen habe,worinn man selbigem gefällig seyn könne, und was wohl bey ihme angehe. Also die Weis GOtt wohlgefällig zu dienen, auch von GOtt allein uns könne geoffenbahret werden ; Sintemalen wir nicht wissen könnten, wordurch wir in Gnaden bey Ihm auffgenomen werden, es seye dann, Er zeige es uns sechsten an. Diß hat Er auch gethan, als ein GOtt, Der nicht will den Tod deß Sünders, indem Er uns beydes den Grund deß Glaubens als den Weg und Ursach der Seligkeit verschaffet, und die Weis feineren habhafft zu werden, in seinem Wort geoffenbahret. Deß wah. Der bracht uns zu unser sechs Erkanntnuß, wie wir alle arme Sünder rmGlau» der Herrlichkeit GOttes manglen, und ihm zur Straff verpflichtet bensAug- sind. Wie diese so liechter Dingen nicht könne auffgehoben werden, ^niibalt bey einem so heiligen und gerechten Richter, Der den Schuldigen nicht ^ *' für unschuldig halt; Wie aber uns allen unmöglich falle für die geringste Sünd angemessenen Abtrag zu thun, gestalten sie alle als begangen wider die höchste Majestät GOttes, auch unendliche Straff verdienend , keine Creatur aber den Last deß Zorns GOttes ertragen könne; Er zeigte an bevorderstmit ihm versöhnt zu werden, wie wir seyn müssen, ehe wir wieder die Seligkeit in seiner Gemeinschafft als deß höchsten Guts erlangen. Hicmir ein Mittler erfordert werd, der höher als alle Crcaturen, um leisten zu können, was dem Gesatz unmöglich war, zugleich aber auch wahrer Mensch wäre, daß die Gerechtigkeit GOttes seine Genugthüung annemmen könne: anerwogm seiner Geziemenheit zuwider wär, von einer anderen Creatur erdulden zu lassen , was die menschliche verschuldet hatte; Er zeigte an, wie ein ei- nicher GOtt / so seye auch ein einicher Mittler zwischen GOtt und den Menschen/ nemlich der Mensch JEsirs Christus/ der sich sclbs zum Lößgelt für allerley Menschen gegeben, welcher zugleich Der eingebohrne Sohn GOttes, dessen er aber um unsert willen nicht verschonet, sondern Ihn dahin gegeben zu-einem Schuld--Opffer für die Sund , daß wir die Gerechtigkeit GOttes wurden durch Ihn; Welches über r« Lor. I. vers 24. S Welches auch der Sohn vollkommen vollbracht durch seinen Gehör, sam biß zum Tod, ja biß zum Tod deßCreutzcs, zu erweisen, indem Er durch einen so verschmachten Tod ein Fluch für uns worden, Er uns auch von dem Fluch deß Ersatzes erkaufft, und uns auch ein solch ewige Erlösung zuwegen gebracht hab, daß wir durch Ihn nun wieder freyen Zutritt zu GOtt bekommen, den wir anrüffcn börsten Abba Ueber Vatter; wie dieser der einige Hohepriester, der vor GOtt gilt, der einigeWeg und Ursächer derSeligkeit; Dennoch aber niemanden tröstlich wäre, es seye dann, daß Er einem zu gutem komme, man stehe auf seiner Rechnung, und werd inJhm erfunden. So hat GOtt auch diese Weis, wie man mit Ihm könne vereiniget, und vermittelst seiner möge selig wer- ^ den, in seinem Wort offenbahren wollen; die da ist, daß man zu Ihm als dem von GOtt darzu gesetzten Gnaden-Stuhl mit vollem Zutrauen seine« seine einige Zuflucht nemme, und solches während seinem gantzen Leben eigen! Ii. durch dessen Nachfolg an Tag gebe, mit Verlaugnung eingebildeter chen Ver eigener Gerechtigkeit, wie auch aller Gottlosigkeit und weltlicher Lü- sten, welches in eigentlichem Verstand der wahre Glauben ist, und die einige Weis sicher die Seligkeit zu erlangen; daß gleichwie in keinem andern das Heyl/ auch kein anderer Nahm under dem Fimmel gegeben ist / darinn der Mensch könne selig werden. So ist auch der Glaub das einige Mittel seiner habhafft zu seyn, wie am menschlichen Leib das Aug das einige Mittel zum Gesicht, das Ohr zum Gehör, rc. so der Glaub der einige Weg GOtt zu gefallen: Wie es geschrieben steht . Ohne Glauben ist es unmöglich GOtt zu gefallen, Hebr. am n . Cap. Deßwegen aller Orten Heil. Schrifft dieser Glauben den Men- AM. schen als unumgänglich lnöhtig angedrungen wird , und den wendig. Aposteln , wie auch ihren Nachfolgern im Lehr-Amt so scharff an- Udeß befohlen worden, solchen Glauben männiglichen einzuflößen. , Den Uz "Zuden sollen sie sagen, daß von allem dem man nicht konnte durch das Gesatz Mosts gerecht gesprochen werden / durch diesen (IEsum ) gerecht gesprochen werd ein jeglicher der da glaubt; die Heydcn aber vertrösten, daß'ZEsus Christus der Gerechte die Versöhnung sey nicht nur sur unsere Sünden/ die wir es andern predigen, und auß den Juden und seinen Brüdern nach dem Fleisch sind; sondern auch für die Sünden der gangen Welt/ daß alle Ende der Erden eingeladen seyen , sich zu Ihm zu wenden, um Errettung zu empfahm; ja alle ins gesamt versicheren; B wer predige io wer im Glauben verharre biß ans End / der werde selig werden; Glaub an den ^Erren JEsirm Christum/ so wirst du und dein Hlauß selig; wer den Sohn hat/ der hat das Leben; und der Glaub sey unser Siege / darmit wir die Welt überwinden. Warum (bb) Allein der fürtreffliche Paulus vergnügt sich nicht bloß vom Paulus Glauben zu reden, Nicht (sagt er) daß wir über den Glauben, sondern hinzusetze daß wir über eueren Glauben herrschen, mitsonderbahrerLehrhaffligkeit su , undNachtruck. Dann einerseits er hiermit zu ihrem Lob vermeldet, web vlauvr maffen er nicht nur wahrgenommen, sie haben den Glauben, wie er von ihm bey ihnen geprediget worden, begriffen, sondern auß ihren Reden und Aufführung erfahren, daß sie diese Weis selig zu werden, als die allein wahre allen andern vorgezogen und verihriger, so daß er den Corintheren davon reden dörff als ihrem Glauben; Anderseits dann sie im Vorbeygang underweiftt, auf was Art sie diesen Glauben besitzen, nemlich als ein wahrhaffre Gaab und Geschenck GOttes, das kein blosser Mensch könnt zuwegen bringen. Die Apostel haben zwar geprediget, die Corinther angehöret, daß sie aber glauben, geschehe nach der Würckung der mächtigen Stärcke Dessen, von Dcme alles Gedeycn komme. Endlich, indeme er sagt, euer Glaub, spricht er allen andern die Vähigkeit ab, darmit nach Willkuhr zu walten, und will die Ablehnung deß unbegründeten Verdachts desto bündiger machen, indem er durch diß Wörrlein anzeigt, er sehe und erkenne den Glaub, den sie haben, nicht als sein Merck noch Ding, sondern als ihr eigen Gut an, das sie mit bestem Reckt und Fug besitzen. Wie es aber unfreundlich , wann einer auf seines Nachbaren Acker pflügen wolt, so sollen sie ihn auch nicht für so unverständig ansehen, als wölke er ihnen in ihrem Glauben ewigen Eintrag thun, noch weniger sie bekräncken und beschwüren. Nicht daß wir über eueren Glauben herrschen Wolte GOtt! daß die Die- er am Wort heutigs Tags auch an ihren Zuhöreren auß ihrem Umgang verspührren , daß nach langer angewendter Arbeit sie die wahre Beschaffenheit deß Glaubens gründlich begriffen; ja wolte GOtt! daß sie von ihnen rühmen könnten, sie syen zu diesem Kleinod gelanget! und halten es wärth; allein wir muffen außruffen mit Esaja: wer glaubt unser predigt/und über wem entdecket sich der Arm deß HErren e Mir dem Heiland selbsten aber, der Glaub sey nicht jedermanns Dt»g ; Es ist auch kein Wunder, dann Fleisch und Biut offcnbahrels ihnen nicht, sondern dem es gegeben ist zu fassen, der fasset es; so viel vom Glauben. (b) Höret über 2. Lor. l. vers 24. n (b>) Höret die Matery deß Verdachts, den Paulus als ein böse Ablch. Zulag von sich und den Seinigen wendet, diese ist das Herrschen AMr über ihren Glauben, dessen er den Namen nicht haben, noch als ein der solcher will angesehen seyn. Dann sagt er: Nicht daß wir herrschen herrsch, über eueren Glauben. Er,.» Die herrschen / deren Willen die mehrere Anzahl Leuth im Land Amben, als einer Richtschnur in ihren leiblich-und geistlichen Handlungen nach, was Herr. leben, solchen zu Gebott stehen, und ihrem Entscheyd sich gäntzlich schmseye? underziehen, mit habender Gewalt die Fehlbahren laut gethaner Drciuung zu straffen. Weil aber die Menschen alle zur Freyheit und von Natur gleich gebohren: Daß nun die mehreren sich darzu verste- unddarzu hen einer solch eintzelen oder etlich wenigeren Obermacht sich zu under- erfordert werffen, ist nöhtig sie solcher Vefügsame der Obschwebenden zu über- werd? zeugen, und dar zu thun, sie seyen von einem höheren darzu bestellt, AEV., beruffen und eingesetzet, gegenwelchen aller Verpflichtung gantzunstrei- Ame. ^ tig und unlaugbahr. In dem wehr - und LTlehr-Stand kan solches aus göttlich-na- In allen türlich-und bürgerlichen Rechten Sonnen-klar dargechan werden, daß Standen, aus solch Vorgesetzten auf ein gewisse Art die Strahlen der Obersten Majestät hervor leuchten, und folglich fern sich deß Herrfchens zu verschönten , es in der Hochachtung wie in der Gewalt sie über andere erhebt, und ihnen zu sonderbahrer Ehr gedeyet. Solch Herrschen sey nöhtig, und wann es nach der Absicht deß liebreichsten Menschen-Hü- lers grübet wird, habe man so wenig Ursach sich über dergleichen Obermacht zu beschwören, als die sämtlichen Glieder deß Leibs, daß sie under einem Haupt sind, das über sie erhoben ist. Allein, wo solche Vähigkeit, weder auß solch bey mönniglich vor bekannt angenommenen Rechten und Tittlen, noch glücklichem Laufs und Bestand einessen Vor- nemmen und Schalten erhölet; wo man aber seinen Beruff und Befehl überschreitet. Wie jenem das Herrschen rühmlich, da wird es im Gegentheil einem, der sich unrechtmäßig das Herrschen anmaßet, ta- delhafft, und ist als ein Eingriff und Einmischen in ein fremd Amt anzusehen, folglich straffbahr, so daß ein solch Herrschen Niemanden zum Lob gereichet. ^ Es ist auch um den Lehrstand zu thun: da unlaugbahr ist, je Fn abee wichtiger und weit aussehender ein Ding sey, je nöhliger die Auffwei- im Lehr« sung der Vollmacht solches zu verwalten. Nun ist nichts treffers als Stand die Religion und alle Glaubens-Sachen, als welche die Vermeydung . eines immerwährenden wehe/ oder die Eroberung einer ewigen Se- genAn B 2 ligkeit werden. ir predigt ligkeit zum Vorwurff haben. Hiemit wann nur im blossen Dienst deß Lehr-Stands das Recht ihn zu versehen, mehr als in einigem von der Welt muß können zu mänuigiicher Überzeugung dargethan werden: Dann von keinem so nachdrücklich und prLci8e stehet als diesem: Niemand nimmt sich selbs die Ehr, sondern der auch beruffen ist von GOct / gleichwie der Aaron / Hebe. 5. vers. 4. Wie vielmehr ist man darzu verbunden, die Befugsame gar über den Glauben zu herrschen / unwidersprechlich zu erweisen. Worinn es um die Apostel zu thun ist und alle ihre Nachfolger im Ob 6e die Lehr- Amt. Ob sie nicht so wohl befügt und berechtiget seyen Apostel ZU herrschen über den Glauben ihrer Zuhörer / als sie darrhun gehabt/.o- können/ für die Menschen bestellt zu seyn in Sachen/ die bey derzu ha- GOtt zu verrichten sind? Wann je einer von gar allen Anlaß ge- mmn/? habt hätte zu vermeynen , das Recht zu haben über den Glauben zu den? ^ herrschen, so ist es der überauß grosse Apostel Paulus, dessen Glaubens- Predigten mit Zeichen, Kräfften und Wundern begleitet waren; Paulus, der gantz Griechenland mit dem Evangelio erfüllete; Paulus, der weise Baumeister; Paulus, der mehr gearbeitet als die übrigen alle; Paulus, der die gläubigen Galater betittelte: Meine liebe Lindlein/ die ich abermahl mit Aengsten gebühre; Paulus, der uner- müdete Ackersmann , der so viel Kirchen gepflantzet, als erMarckt- Plätz der Heyden betreuen. O wertheste Zuhörer! wo einer nur den vierdten Theil außgerichtet hätte was Paulus, solte er vermeynen nicht nur im Recht zu seyn , sondern es überflüssig verdient zu haben, da über den Glauben zu herrschen, wo er ihn auf solche Art angebracht. Gleichwie die mchreste Beberrschere vor Zeiten , insonderheit die aller- berühmtesten Land-Bezwingere, als ein ein ^lcxanäcr, ein <ÜDlar, ein l'smerlon, und andere mehr, bey derBeybehalt und Beherrschung, der durch das schnelle Waffen-Glück sich underwürffig gemachten , so vielen Völckern und Sprachen, solchen kein ander Recht vorzuschützen hatten, als daß sie durch ihre Überwindung darzu körnen, und vermittelst ihrer Mühe, Unverdroffenheit und kriegerischen Helden- Paului Thaten solches erworben haben. Was thut aber Paulus? Er findt läbnet es alles was er geleistet, ja auch den gesegneten Fortgang seiner Mühe und srldstm Arbeit weit und fern nicht zulänglich , in einer so träffen Sach der von sich Meisterschafft würdig und werth zu seyn, haltet es auch für keine Tracht, wann man ihm dergleichen zumässe, sondern lehnet es ab, Nicht daß wir herrschen über eueren Glauben. Die über s. Tor. l. vers. 24I 1 z Die Ursachen warum er das Herrschen in Glaubens-Sachen als etwas Ehr-rühriges ansitzet, und kurtzum von sich lehnet, sind under v,n dreyer anderem: Theils / weil es etwas, das seinem Beruff nicht einverleibt Ursachen » noch anhängig, folglich darfür er keine Vollmacht empfangen, und willen, die Seinigen dergleichen nicht; Theils/ daß es wider die Exempel laufte deren vor ihm, die grösser als er seyen; Theils/ daß er solches gar als ein Eingriff in anderer ihr Vorrecht ansehe: Dann sie waren Dürrste nicht gesandt, under dem Vorwand der guten Bottschafft, bey den Ursach. Leuten den Meister zu spilen, sondern zu verkündigen und bezeugen/ was sie mit ihren Augen gesehen/ mit ihren Ohren gehöret/ und mir ihren Händen getastet haben. Act. 4:20. Vergl. mit r. Joh. r: r. Nicht Herren , sondern gesandt Zeugen zu seyn aller der Dingen, die JEsus gethan hat; Zeugen/ wie er nun nachdemGeist der Heiligung, durch die Aufferstehung von den Todten erwiesen sey der SohnGOtteszu seyn. Rom. ng.Vergl. mit Phil.2: n. Act.y: Zeugen/ wie er ein vollkommener Hertzog und U> jacher der Seligkeit seye denen die Ihm gehorsam sind. In Summa, Zeuge», / daß JEsus sey Christus, der allein der HErr ist, zur Ehr GOttes deß Vatters. Wie es im Geschieht - Buch der Aposteln zu finden, und sie vast aller Orten melden, diß seye ihre lnstruölion: gleichwie dann solche auß dem Mund ihres Principalen lautet: Gehet hin in alle welk/ und lehret alle Völcker/ sie under den Gehorsam deß Glaubens zu bringen. Da lautet aber kein Wort weder von herrschen noch zinßbahr machen der Völcker um deß Glaubens willen. Hiemit seyen sie nicht als Regenten, sondern Haußhalter ihres HErren zu betrachten, deren Beruff nicht bestehe weder in muhtwilligem seiner Hauß-Genossen, noch in der Macht mit seinen Capitalien und allerwähttesten Kleinodien nach Belieben umzugehen, am wenigsten sie eigenthümlich an sich zu ziehen; nicht als Principalen zu halten, sondern als seine Gesandte, an dessen statt die Leut freundlich zu bereden, daß sie sich mit GOtt versöhnen lassen. Zum andern, als etwas / deme die Exempel der Allerfürtrefflich- sten zuwider lauften; Ais Mosis deß großen Wunder-Manns, der vbwohlen ihm vom HErren die Führung eines so zahlreichen Volcks anvertrauet war, daß nur die streikbahren Männer, (die Alten, Weib und Kinder und der fremde Troffel ungerechnet) auf die Zahl von 60OOO0. belieffe, so nahm er doch »m geringsten nicht in Sinn über sie zu herrschen / sondern richtete nur an sie aus die Befelch, Satzungen und Rechte deß HERREN: welche von Ihm empfangen zu haben, Bz ex i4 predigt ervorallerWclt Augen erweisen könnt.Daaus dem Lob/welches die H. Schrifft ihm beymiffet, nemlich , daß Moses getreu gewesen sey dem/ der ihn bestellet hatte in seinem gangen Hauß/ das einem treuen Diener und Knecht angemessen ist , erhallet (seinem vertraulichen Umgang mit GOtt ungeachtet) habe er sich dennoch nicht zum HErren erhoben / daß er herrschete über den Gottesdienst der Jsraeli- ter. Von dem aber zugleich zu reden , der grösserer Herrlichkeit werth geachtet ist/ als der das Gcbau der Kirchen sechsten ge- bauet/ncmlich von JESU Christe». Dieser obwohlen Er Macht hatte zu herrschen, Deme der Vattcr alle Ding in die Hand gegeben, und der einige gute Meister in Israel war, hakte dennoch während seinem Auffenthalt auf der Erden so wenig wollen über den Glauben herrschen, daß Er in einer Predigt an ein Menge Volcks die Erfahrung offt und manigfaltig gethan, Er sey nicht kommen das Gesatz auffzulösen, sondern zu erfüllen; Die Geheileten zu den Priestern gewiesen; seinen Jüngern aber gar gesagt, betreffend die Schrifftgelehrtcn, was ste euch sagen auß dem Gesatz.Buch Mosis, der Psalmen und der Propheten, das thut. Übrigens seine Person, Lehr und Predigten, ja seine Wunderwerck alle auß der Schrifft erwiesen , von deme das Herrschen so entfernet war, daß Er gar den Jüngern die Füß gewaschen. Weil nun der Knecht nicht soll über seinen Herren seyn, so ist kein Wunder, wann von einem wohlgearteten Diener das Geschrey gieng, er gebe sich mehr Lüffr, als sein HErr niemals gethan, er solches als ein schimpffliche Zulag von sich lehnete, wie Paulus es hier auch thut: Aicht daß wir herrschen über eueren Glauben. End- Drikie ^ch sthet er' solches gar an als ein Eingriff in deß Allerheiligsten seine ur>acy. gHEchx. Dann wie der Glaub das innerlich und äusserlich Verhaltnuß deß Menschen betrifft gegen den, welcher allein erhaltet und verdammet; weil auch der Glaub das Gewissen angeht, welches einig und allein underworffen seyn kan dem, der beydes Seel und Leib verderben kan in der Hölle, ander dem es unmittelbahr stehet, dahin keine menschliche List noch Machtgelangek, weil sie die Seel nicht töden können, so folget gantz natürlich, daß auch das Mittel, wordurch das Gewissen als mit einer Richtschnur geleitet wird, von niemand als dem HErren , der allein die Gewissen gut erkläret oder verurtheilet, abhängen könne. Diß aber, wie oben berührt, ist der Glaub, der deme, was GOtt zu diesem End sagt, thut, verheißet, dräuet, rc. Beyfahl gibt, und solchem nach sich einrichtet: Hiemit auch der Glaub selbs so wenig als das Gewissen und seine Richtschnur eines andern als unmittelbahr GOtteS über 2. Lor?.l. ver§24. is GOttes Herrschafft underworffen siyn solle. Ja weil neben dem, daß es anders nicht seynkan, auch GOttes Wahrhaffrigkeit darzwischen komt, die seine Herrlichkeit mit dieser Gattung Herrschafft aufs allergenausie verbindet; So fließet auch hierauß, daß so wenig GOtt seine Ehr einem andern / und sein Ruhm den Götzen kan geben , eben so wenig seine Geziemenheit gestatten könne , daß ein Mensch herrsche über eines andern Glauben , welcher Ehr halben eben so wohl als deren seines Namens Er ein starcker Eyfferer ist. Daß folglich über den Glauben herrschen an Thorheit und Straffbahrkeit alle andere Verbrechen übertrifft. Welches ins besondere noch deutlicher erhellet aus der Betrachtung, wie solches ein Eingriff sey in die Vorrechte deß Sohns GOttes, der neben dem natürlichen ewigen Rechten über die Menschen, das Er mit dem Vatter und -tz. Geist, krafft seiner ewigen Gottheit, gemein hat, auch ein Erb - Recht besitzt über die Gläubigen; darbey es sich nicht schicken will, daß er andern überlaß über sein Erbtheil zu herrschen, über das Erb Recht auch ein erworben Recht hat, krafft der Arbeit seiner See!, die er zum Schuld-Opffer gegeben, und seines theuw vergossenen Bluts, darüber Ihm gegeben würd aller Gewalt nicht nur im Himmel, sondern auch auf Erden. Oder worzu der Zusatz aller Gewalt ? worzu auch diente der Beysatz auf Erden? So man irrdischen Menschen anvertrauen könnt über den Glauben zu herrschen. Hiemit Er allein unser HErr ist in allseitiger Krafft und Nachtruck; Belangend die Rechte so wohl als Allgemeinheit der Herrschaft! und Vollmacht selbige außzuübcn; daß wie die Gläubige sein eigenthümlich Volck sind, die Hecrd, vor die Er persöhnlich das Leben gelassen: So habe es Ihn zu viel gekostet, als daß nun deren Herrschafft jemand anders, will geschweigen , sündlichcn Menschen könnt überlassen werden. Schließlich kan ein Kind fassn, warum Paulus den Namen nickt haben will , noch dulden, daß von den Deinigen gesagt werde, sie herrschen über den Glauben. Lieber! Ist es ungczimmend, so jemand unerbätten sich in seines Nachbahren Hauß - Sachen und privat. Händel einmischet ; Ist es so frevelhafte, wann man den Oberteilen in ihrer Regierung Eingriff thut, daß, wie Lsssi, eicarMrix, klaren und sehr vieler anderer Exempel, auß der allen und neuen Hi- siori es uns belehren , solche es mir ihrem Hals haben bezahlen müssen ; So ist es gar zu erschröcklicb und entsetzlich , wann man sich underste- hec der höchsten und obersten Majestät in ihre Vorrechte Eintrag zu thun, und den Euren der Herrlichkeit sclbs nicht will mildem Seimgen schalten Wird naher auß- gefnhrnn Betrach- tiinqder Rechten deß SohnS GOtteS unsers Heilands. Schluß warum er daS Herrschen über ander Leiten Glauben von sich und allen Evangelischen Lehreren predigt als etwas chrrühri- ses Mehrn e Und zwar in mehrerer Zahl daSHerr- schen ab« lehne- i6 ten lassen , könnt ein grössere Unbesonnenheit seyn als diese ? Ist was verweißlichers vor einen vcrnünfftigen Älenschen als solche Zulag ? Ist was zornreitzenders zufinden als diß ? Gleich dann auch die Straffe die an denen soll vollzogen werden/ die sich dessen vermessen / in derOffenb. Johanis nachdrücklich beschrieben wird. Billich dann will Paulus nicht, daß man von den Dieneren am Wort, solchen schändlichen Verdacht hege, und so gar ungereimte GOtts-vergeßne Ding von ihnen solte verruchten ; Das sey fern, nicht daß wie über eueren Glauben herrschen. Obschon sie alles gern um des Evangelii willen leiden, so leiden sie dennoch das nicht, daß man von ihnen vermuhte, als bezahlten sie ihren 6Erren mit einem solchen Undanck ; da sie gesandt sind seinen Wein-Garten zu arbeiten, nun den Herbst-Raub für sich behalten wollen; das seylftrn : Der Kitzel steche sie nicht einmahl sich Rab- bi schelten zu lassen, wider das Verbokt dessen, der ihr einiger 6Err und Meister; vielweniger seyen sie hiemit mit einer Pharisäischen Ruhm- rähtigkeit angesäuret, daß sie deßwegen die Länder aller Orten mit dem Evangelio anfüllen, wie jene die Gräntzen umzogen Profiten zu machen, daß sie dann den Leuten hernach unerträgliche Läsie aufbürden, die sie mit dem äussersten ihres Fingers nicht möchten berühren ; kurtz, nicht daß wir herrschen über eueren Glauben. In diesem Punct ist noch die Behertzigung übrig, warum in mehrerer Zahl stehe Nicht daß wir herrschen über eueren Glauben, rc. Da doch Paulus allhier beschäfftiget ist in Rechtfertigung seiner personal- Aufführung gegen die Corinther, die also nicht scheine andere anzugehen , daß sie hier könnten mit eingeflochten werden. Allein, wann auß einem Ort erhälet, daß an jedem Strichlcin deß Gesatzes des HEr- ren gantze Bergen von Göttlicher Weisheit und Geheimnussen hangen, so ist es hierauß abzunehmen, da der Hoch-erleuchtete Apostel Paulus hier in der mehreren Zahl sich außtruckt, dardurch die übrigen zu schirmen, ehe er von ihnen darzu angesprochen wird; worinn man dann es Er. Christl. L. überläßt zu urtheilen , ob der in die ferne sehende Paulus nicht folgende Ursachen möchte in der Absicht gehabt haben? Daß er nicht setzte; nicht daß Ich rc. sonderen rahlsamer hielt von anderen mehr zu melden, Nicht daß wir herrschen re. Erstlich / ob er es nicht thüe auß Versorg für alle Lehre» und Vorsteher der Gläubigen ? Ihnen hierdurch einen Grund in Mund zu legen solchen zu gebrauchen , wann man sie bey ihren Verfol- geren und den Obrigkeiten verschwärtzen werd : als wußten sie neben eigen gewaltigem Ausstreuen neuer seltsamer, dem allgemeinen Wesen »um über 2. Lok. I. verst 24. 17 zum Undergang gereichender Lehr-Sätzen, ohne begrüßen der Vorgesetzten jeglichen Orts, noch erhaltener Erlaubnuß, die Leut, welche ihnen Gehör geben, also ju binden, daß sie lieber den schwäch-und schmärtzlichsten Tod erlitten , als von ihrer einmahl gefaßten Meynung abstuhndcn ; folglich zu besorgen , daß dergleichen Leut nicht noch gar die Ober-Herrschafft an sich ziehen , die alsdann in ihren Underweisungen öffentlich solche Zulag, gleich wie ersetz , von sich ab- lähnen, daß sie eben so wenig als Paulus nicht einmahl über den Glauben ihrer Zuhörer, will geschweige» über das Regiment zu herrschen, noch die Personen, die an dessen Steur-Ruder sitzen, anzutasten, sich vornemmcn, als die vielmehr mä nniglichen zum Gehorsam undUnder- thänigkeit gegen ihre Oberen vermahnen, wie ebenfahls Paulus mündlich und schrifftlich es gethan. Welches sie so geflissenlich beobachteten, daß einHeyd >, 2 ) der Jünger es auß Kiellinien an den Käyser l^rgssnum zu ihren Gunsten berichtete, darüber ihnen einicheAufiüfftung widerfuhr» Denne e Ob er hierdurch nicht', auch denen Gläubigen mit einem sicheren Lennzeichen habe an die sarrd gehen wollen/ rechtschaffene Lehrer zu allen Zeiten von den Verführeren undee- scheiden zu können ? Um zu müssen , welchen sie trauen, immer nachfolgen und den Vorzug geben dörffen : Welche hingegen als falsche Lehrer zu «neiden und zu fliehen ? Wann in der Kirchen Ketzereyen entstehen , und die Jrrgeister under dem Christen - Namen , sich den Gläubigen werden zugesellen , und under dem Schein der Gottseelig- keit auch in den aller abscheulichsten Dingen sich einen Anhang zu ma- chen , suchen werden , gleich im ersten 8eculo; die bey GOtt und Menschen Haß-würdigen blicolsiten , 8imoniaci, Lsrpoci-LtiLner, die hernach den Namen der 6nc>tticorum annahmen, die Christliche Gemeind beschmützten ; So seye diß das Merckmahl, welcher sich überzeugend, darneben aber auch gantz bescheiden, mäßig , liebreich aufführe , wie er Paulus, und über das allbereit gepredigte, und zum Lehr-und Leben erwiesene nöhtige, nichts neues den Leuten zu- muhte, der seye für einen wahrhafften Lehrer und Diener GOttes, und als ein Mitarbeiter Pauli zu erkennen: Anerwogen keines rechtschaffe, neu Diener GOttes Gebrauch seye, über den Glauben ihrer Zuhörer zu herrschen, sonderen sie diß mit ihm gemein haben, daß sie sich dessen enthalten wie er, wo sich aber jemand anders aufführe, die Leut durch List und Scbmeycheley einnemme, allerley unnöhtiges und unerwiese, ves auf die Bahn bringe, oder under dem Verwand der Lehr ihr zeit, C sich predigt kich Gut suche an sich zu ziehen , da habe die Sach gefehlt, und solle man sich vor solchen Hütten / und in acht nemmen. Ferners ob er nicht / wann die Gchaaff Christi mit der Zeit/ auß der Vergleichung der Apostlen Lehr und Bescheidenheit / wie auch der Gewohnheit ihrer Jüngeren der Kirchen - Vätleren in den vier ersten Jahr-hunderten , gegen dem Beginnen und Auft führung ehr, und gewinnsüchter Leuten / welche sich vor ihre Lehrer / Versichere und Hirten außgeben / die Offenluchrung deß Gottlosen demercket/ und dessen Stimm kurtzum nicht als eines Arten erkennen werden ; Die Gläubigen in ihren Gedan- cken zu steiffen / sich einer solchen Schreib-Art bedienet ? Wann sie jenen werden das Exempel der Apostel und Apostolischer Männcren vorrücken, daß sie gantz anderer Art gewesen , als die gegenwärtigen, gestalten sie niemahls vorgenommen über ihren Glauben zu herrschen. Auf den Fahl, wann dann diese den von den Rechtgläubigen vorhaltenden Spruch Pauli, mit der Außflucht von sich lehnen wollen : Paulus zeige hier nur an,wessen er und seines gleichen nicht Legwältigetgewesen seyen, als die selbsten under einem sichtbahren Oberhaupt seyen gestanden, lähne also mit denWorten ; Nicht daß wir herrschen/ rc. nur ab, was ohne dem weder ihm noch anderen zustehe. Gantz ein anders aber seye es mit Petro und seinen Nachfokgeren, deme Christus mit den Worten , du bistpetrus rc. und weide meineSchaaf- fe / allen Gewalt ertheilet, über den Glauben und die Gcwüssen der Menschen zu herrschen; sie bringen hiemit nichts in Uebung als worzu sie als Nachfahren Petri deß ersten Statthalters befugt, zu dem allein solche Wort seyen gesprochen worden , und dem folglich allein solcher Gewalt zustehe. Gleich solches eint und andere, nachdem sie von ihres gleichen sind zu ihrem Oberhaupt erhoben worden, wider ihre eigene Mitgesellen es oft zu dero Schimpfs und Schaden , haben z'gelten gemacht, und als solche ihnen sechsund ihrer prslenciierten allgemeinen Kirchen einen Schwein-Hirt vorgesetzet, dieser bey der ersten Mahlzeit nach seiner Erhebung den bcthörten sonst schlauen Cardinälen zu ihrer Bestürtzung es meisterlich wußte auffzuputzen, und ftine Eintzel- Herrschafft alle Welt empfinden ließ. Die Rechtgläubigen alsdann crwicdrigcn können, Paulus spreche nicht nur sich, sonderen allen und jeden das Recht ab über den Glauben zu herrschen , in dem, wann er sage, nicht daß wir über eueren Glauben herrschen; er niemand überhebe noch außnemme: sonderen ins gesamt, die übrige rechtschaffene Seelen-Himn alle, ohne Außnahm) insgemein mit eingeschlossen und über 2. Cor. I. verst 24. rs verstanden haben wolle ; Um so mehr/ als das wenigste / das man Paulo zumessen kari/ ist/ daß er als ein Elrester geschrieben, und das minste wo von denen zu vermochten / welchen er sich mit einschließt und zugesellet, ftye / daß er sie als seine liebe Mit Brüder gehalten: Nun aber Petrus / fern sich in Sinn kommen zu lassen / daß er wegen der zu ihm geredten obangeführten Worten einiches Vorrecht oder Vorzug vor den übrigen Apostlen haben solte, nennt sich einen Mit-Ehesten / hiemit ist er von Paulo dem Eltesten / als ein Mit-Eltesterauch begriffen / wann er sagt: nicht daß wir herrschen rc. Nun aber nennt Petrus den Paulum / fern selbs eygenen höheren Ansehens und Würde / seinen lieben Bruder. Hiemit wann Paulus sagt / nicht daß wir herrschen rc. begreifst er auch ihn mit / dann Brüder eins sind ; Wie dann auch / als Petrus sich von Paulo beschulen lassen, er solches willig angenommen / das der sonst eiffrige Petrus / eben so, als da Jacob in der ersten Underredung der Apostlen zu Jerusalem das Wort geführet, erduldet hatte. Schließlich die Parthey - Gänger des Kinds deß Verderbens mit den Worten Pauli, so wie sie gesetzt und eingerichtet sind / verstrickt und getroffen bleiben / ohne daß einiche Außfiucht etwas verfange: es sey dann, daß nach ihrem / seit Cains Religions-Streit mit Abel alt hergebrachtem Brauch sie mit Feuer und Schwerdt darein schlagen ; Hiemit alle, die sich von dem Spruch Pauli ausdingen/ und etwas sonderbahres haben wollen/ klar zeigen , daß sie weder von derjenigen Gattung Lehreren seyen , denen Paulus sich mit einschließe, noch von den Nachfolgeren Petri, der niemahl weder selbs geherrschet, noch was geredt und gethan, daraus der geringste Anlaß natürlicher Weis hatte können genommen werden, under seinem Namen über der Leuten Glauben zu herrschen: Wie dann der jetzigen Vorfahren als sie sahen, daß der Patriarch von Con- siantinopel nur blos um den Vorsitz vor den übrigen Patriarchen sich bey dem Käyser klaunrio beworben , ohne mit einiger Herrschafft ihnen beschwerlich zu seyn; Die von Occiüem aus den Worten Christi den Paulinischen und Johannis Schrifften geschwind einwendten, der solches suche, seye als ein Vorlauffer deß Anti-Christs anzusehen : Deren Worten zufolg, dort hiemit der Anti-Christ sein Haupt gar vol- knds empor hebe, wo man neben solchem sich auch noch die Oberschafft in Glaubens - und Gewissens - Sachen anmaßget. Da aber deren Nachfahren sich deß Vorsitzes an ihrem Ort selbs versicheret, und neben dem Eindringen mit obiger Herrschafft in vast allen Orten der Christenheit sich auch zur weltlichen Herrschafft erschwungen. Ach! da war Cr - es 20 peedr'gk es ihnen schon eben recht und gantz gut-- Es^müßte heissen, da seyeder Apostolische Sitz, und solches stehe dem Statthalter Christi zu. l V. Endlich laßt man euch zu beurtheilen , Christgl. Zuhörer, oh Paulus durch diesen Einschluß anderer in seine Vertheidigung, nicht auch habe den rechtschaffenen Dieneren GOttes / aller Zeiten, die einander die Aand der Brüderschaffc gereicht / und. am wcrck deß SErren arbeiten/ eine Anleitung und Erinnerung geben wollen / wie sie eine genaue und liebreiche Gemeinschafft under einander haben, und alle einen Mann machen sollen? Daß es immer heisse under ihnen: wir herrschen nicht, sondern wir sind Gchülffen. Daß die oben am Brett sitzen, mit mehrerem Ansehen und sonst mit reicherer Bestallung versehen sind, der Nohrdurfft der Minderen als ihrer eigenen annemmen, wann ihreLümbden und ehrlicher Namen sollen in Gefahr kommen, selbige in ihrer Abwesenheit auch unangesprochen suchen zu fristen und zu sicheren, als immer ih-en eigenen, und so wenig dulden, daß von ihnen etwas unglimpfflichs auß- gesprengt werde, als von ihnen selbö, gleich als Paulus hier: pstchr daß wir herrschen /rc. Aber, 6 I'empors, ä Flores l auch bey denen, die von Babel aufgegangen , tragt sich zu, daß die Tochter ihre Mutter frißt. Paulum weiß man, seine Schnfften lißt man, wo aber sind seine Nachfolger geblieben? Wo die, welche, wann Benjamin wegen dem Becher in Gefahr kommt, als ein Dieb zu psEren, mit Juda für ibn in Riß stehen, und auf sich nemmen, was ihm widerfahret? anstatt deren, begegnen einem die Anhänger deß Engels von Laodicea, die offmrahl fertiger im Richten als im Verthädigen ihrer minder-geachteten Mit- Brüdern, sie auch dann und wann bald underForm Mitleidiger das bessere vernichtenden Redens - Anen, bald auch ohne solchen Schminck in tausenderley Verdacht bringen, und mehr als kein Kaninchen under- graben. Bedächten sie die Wort deß Heylands, wo ein Reich wider sich felbs uneinig, wie mag es bestehen? Merckten sie, wie, indem sie wohl lcyden mögen, daß die einten als Kehrwischen beschmutzt weiden, zugleich ibr selbs eigen Ansehen in Koht falle; Thäten sie den Nachtheil, welcher darauß dcm Evangelio zuwachset, zu Hertzen nehmen, daauß dergleichen Anlaß die Grund - Sätz Göttlicher Wahrheiten wie einund schuldig Kind mit dem Bad aufgeschüttet werden; So wurde vermittelst unverfälschter recht hertzlicher Vereinigung Gemüht und Eyssers das Christenthum besser wieder zu Kl äfften kommen können , daß je mehr Vertraulichkeit under den Hirten wahrgenommen würd, soviel üben r. Lor.!. versi 24. 2» mehr Freud man auch darüber under der Heerd verspühren that; Lieber ! wie glückselig waren sie, wann nach abgelegtem Unglimpff sie sich mit Wahrheit ausgeben könnten, wessen Paulus sich und die Seinen : wir sind Gehülffen eueren Freude. k. Welches das andere Glied deß ersten Haupt-Pumtens ist, da Paulus nach fein und der Seinen Rechtfertigung hingegen auch vermeldet, von was Natur, Nutz und Würckung ihre Geschäfftigkcit under den Corinthem seye, mit dem Zufügen- Sondern wir sind Gehülffen eueren Freude. Worbep, was oben im Nachsatz bemercket worden, wir hier gleich beym Antritt dieses Punctens melden: Wie nem- lich übermahl auß der mehreren Zahl, sondern wir sind Gehülffen ruerer Freude, viel herrliche Tugenden Pauli hervor leuchten, als der Demuht, gemcinbsihafftlichen Bruder - Lieb und Vorsorg für die Kirchen. Die Demuhr : Qbwolen es ihm an rechtmäßigem Ruhm in weltlichen und geistlichen Dingen vor allen andern aus nicht ermang- lete, so tieff sich herunder läßt, daß er sich mit den Geringeren an Ge- burt,Schwächeren in der Arbeit, Jüngeren im Alter, Neuerenin Erfahrung dennoch ^gleichem zehlt; Die Bruder-Lieb dann: Daß fern einiges Vorbehalts, er die Frucht und Nutz aller seiner Arbeit, gleich einem guthertzigen Jsiaeliten, der mehr Manna aussgelefen als andere, gern mit den übrigen theilet, auch das wenige und geringe, wo die übrigen geleistet, mit seinen grossen Verrichtungen in eine Rechnung kommen lasset; Das heißt nicht das Seine suchen, sondern so wohl die Lehrling als Zuhörer rechtschaffen suchen Christo zu gewinnen; Das heißt den Anfängern auf ein rechte Art Muht machen , immer mehrers zu leisten : Lieber! wie erfreulich wäre es, wann heutiges Tages die Jüngere und Mindere gleiches von ihren Oberen rühmen könnten, was Paulus gegen feine Schüler, einen 8oüKcnem,i"jmotbcum, und andere mehr, beobachtet, indem er auch ihnen zuschreibt, und ihnen das Lobzumiffet, das ihm am meisten gebührt; daß, wo etwas wohllautendes in Stand kommt, diefe die Ehr dessen nicht sich allein thäten beymeffen, als trugen sie, wie andere ^lklames den Kirchen-Hitn- mel allein auf ihren Schultern, und hätte weder Apollo gewäfferet, noch Keks was beygetragen. Endlich, O derVorsörg für dieGläubigen allerZeiten! sie behutsam zu machen, wann sich deren würden hervor thun, die under dem Verwand deß Glaubens verneinen sie zu beschwehren; an statt kernhaffcen Trost zuzusprechen, nur Händel'auffbringen, welche den Leuten nicht gute Zuversicht machen können, sondern an ihrer Seligkeit so zu zweifflen machen, daß sie ihr Lebenlang einer knechtischen Forcht C z dadurch Evangelischer Lehrer thätliches Betragen ge» gen ihre Mit-Ar» beim. '22 predigt dadurch underworffen werden: die Gläubigen steh alsdann von solchen wenden als wissenden Wölffen; gestalten sie nach dem Mund deß Apostels Pauli gewiß wissen, daß die Art der Evangelischen Lehreren seye, den Leuten zum Trost seyn und Gehülffen ihrer Freud/ nicht aber ihres Leyds. dieheitüch In der Sach selbsten dann kommen uns abermahl zwey Ding vor: segmihre Das Merck ihrer Verrichtung/ - 2 und dann die Verrichtung selbs. ^enes ist ihre Freud / Dieses wir sind Gehülffe euerer Freud- Was x Insgemein ist die Freud eine starcke Regung deß Gemühts, die Freud aus der Empfindung deß Vernügens von einem ersprießlich erachteten M? Ding entspringt / als an deme man Theil habe / es seye durch würck- liehen Genuß oder Hoffnung künfftiger Habhafftigkeit / und sich am Menschen durch äußerliche Zeichen offenbahret. Folglich bey der Freud drey Stuck zu unterscheiden/ nrmlich: (r) die zur Gemühts-Regung veranlassende Sach. (2) Denne das frohe Vernügen selbs/ das man über jene empfindt und bezeuget. (;) Endlichen sothaner Freud-Be- wandtnuß, so wohl in Ansehen deren Gültigkeit als Daur und Auß- gang: Dergestalten/ daß nach Art und Beschaffenheit der Sach/ darin« der Mensch ein Vergnügen sucht/ nachdeme findet er es/ und je nachdem fallt auch die Freud auß. Unter. Sucht er sie in der Welt / weil da alles unvollkommen / und die schiedlich« Creaturen under dem Last der Eytelkeit seuffzen/ alles so eytel ist / daß Eattun- dje Welt vergeht und auch ihr Lust; So ist natürlich/ daß er darinn ?r!udcn keine andere Freud findt, als mit Vermehrung deß Geistes behafftet/ ftmtthrer die, ehe man sichsversihet, wie ein Schatten vergeht/ wie ein Traum Dewand- verschwindet, und mit Seuffzen endiget, dann deß Gottlosen Jauch- nuß und zerr vergehet bald, und deß Heuchlers Freud währet ein Augenblick, AuSgang. Höh' Sucht er sie besonders in der Mehrhabsucht/ weil de, ren Eigenschafft ist, diejenigen mit vielen Schmertzen zu durchstechen, die ihr abwählten; ehe der Geitzige deren sich satt glaubt, widerfahret ihm, daß der Geitz ihn ins Verderben und Verdammnuß versencket, bevor er die Freud hat deß Gesammleten genoß zu werden. Dem Narren , der sich nur noch im Großsprechen ob seinem Vorraht erfreuete, ward die Seel noch in der Nacht abgeforderet. Kaum wird gemeldt, daß Nabal eine stattliche Mahlzeit an sich wagen dörffen, so steht darbe»), wie in der Trunckenheil das Hertz in seinem Leib ihm darob erstorben. Sucht über 2. Lor. I. verf 24. 2 z Sucht man seine Freud in zeitlichen Ergötzlichkeiten, denwol- lüstigkeiten/ und auch in anderen Dingen , die wider die Ordnung deß höchsten und allerheiligsten Wesens lauffen , das ist in der Sund; kan kein andere Freud von solchen Bäumen fallen , als sie Früchte tragen, nemlich nur ein augenblickliche, die gleich anfangs wie Honig im Mund süß vorkommt, aber mit einem so kläglichen la miauffhört, daß sie dem Sünder zur Bitterkeit wird wie Wermuht, zuletst aber mit Schanden endigen , und gar den Tod zum Sold kriegt; Wie könnt mans anders erwarten ? Wie die Speiß , so ist ja auch die Nahrung; wie die Geschlechts-Art, so ist die Bruet; wie die Arbeit, so der Lohn. Was Gattungs Freud ist nun deren Gehülffen zu seyn, derenPaulus bey den Corintheren sich verlauten läßt ? Ist es eine von obigen Ar, ten ? Will er ihnen etwann bey den weltlichen Obermachten grosse krivileZiL außwircken ; entdeckte er ihnen Gold-Minen; oder wiese er ihnen etwann neuen und besseren Vertrieb in dem Kauff- Handel; zeigte er ihnen neue Weis zu kurtzweilen ; oder brachte er gar neue Lustbarkeiten auff ? Weg mit diesem allem ! Wie Christi Reich nicht ist von dieser Welt, so «stauch die Freud, derenPaulus einGehülff, nicht weltlich , nicht vergänglich, sonderen Paulus ist Gehülffen einer Freud, die mit oben und unden erwähntem Glauben sich reimt, hiemit einer Freud, die man auß dem Glauben zu schöpffen gedenckel, oder würcklich darüber hat. Wie aber der Glaub eine veste Zuversicht ist der Dingen / dieman hoffet/ und eine aufvorgangene gebührende prüffung begründte Ueberzeugung derer Sachen / die man nicht sihet / auch der Glaub von GOtt kommt, nach und zu GOtt gerichtet ist. So ist auch die Freud beschaffen, die auß solchem Glauben entsprießet, eine Freud in GGtt / eine Freud des Geistes/ eine wahrhaffte, löbliche, überauß- hohe, ja gar Göttliche, sichere und daurhaffte Freud, auß allem in allem , und über alles, das der Glauben lehret. Oder worauß under dem Himmel ist mehr Materi zu einer rechtschaffenen Freud zu schöpffen, als auß dein Glauben ? Isis einem den schmächlichsten-und schmertzlichsten Tod zu erwarten habenden Ubelthäter, über die Bottschafft deß jhme geschenckten Lebens erwähn froh zu seyn : So gibt der Glaub weit mehr Ursach sich zu erfreuen , durch den wir, ( als die nicht den Menschen , sonderen dem allmäch, tigen GOtt zur Straff verpflichtet und allbereit Tod waren in Sünden und Ucbertrettungen) vernemmen, GOtt habe uns in Christo wider lebendig gemacht; Ist es sich nicht zu verwunderen, wann hart gebunden Von war für einer Freud Paulus rede? Sie ist ei» ne Freud deß Glaubens» Darob man die gröste Ursach hat sich zu er» freuen: L. r. 24 predigt den und Gefangene, wie auch arme leibeigne Knechte, ihre Freud über erhaltene Erledigung und Freyheit außbrechen lassen : So gibt der Glaub in solchem Fahl noch mehr an die Hand zur Freud, der uns, die wir mit den Banden der Sund verstricket waren, versicheret, daß wir durch den, welcher das Gefängnuß gefangen geführt, erlediget seyen, uns gewesene Knechte der Ungerechtigkeit, der Sohn frey gemacht!, und nachdem er den Starcken,der deß Todes Gewalt hatte, das ist, den Trüffel gebunden, auff freyen Fuß gesetzt habe; Isis nicht ohn, wann ein zuvor in äusserster Uugnad seines Königs stehender auff vollkommenen ?aräo» und Begnadigung recht inniglich erfreuet wird? So schaffet der Glaub weit mehr Materi zur Freudanerwo- gen er uns, die wirKinder des Zorns waren, nicht nur-vertröstet, was mästen wir durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren, seyen außgesöhnet worden ; Sonderen baß der Dienst der Versöhnung auch würcklich zu uns gelanget, und was die heydnische Welt-Weisen vergeblich gesucht, wir nun auch bekommen, nemlich die Ruhe deß Gemüths, die Stille deß Gcwüffens, und den Frieden mit GOrt, so gar daß wir freyen Zutritt zu Ihm haben, und so vertraulich bitten dörffen, was wir begehren, als Kinder ihre Elteren, daß wir Ihn vöilends anrüsten dörffen, Abba lieber Vntter! Veranlasset einen tödtlich-kranck darniderligenden, sein Wieder-Genäsung, und den Starr-blinden die Widerbringung deß Gesichts zur Frölichkelt : So erfreuet uns der Glaub noch mehr durch seine Würckung, nach welchem wir von Natur untüchtige zu einigem Guten, GOtt und unseren Nächsten zu hassen geneigter, und dem ewigen Tod entgegen eilende Sünder, mit dem Geist GOttes wiedergebohren, neu-geschaffen, und so wieder zu guten Wercken tüchtig worden, daß nunmehro unsere Glieder als Waffen der Gerechtigkeit können gebraucht werden, der denen auch, die in Finsiernuß und Schatten deß Todes fassen, also die Augen geöffnet, daß sie in Christo den Weg sehen zur Seligkeit, in Christo die Wahrheit schauen, in Christo das Leben erblicken, in Christo die Thür dar- zu offen finden, durch selbige nach dem vorgesteckten Zihl hinein zu dringen , und nunmehro zu wandten als am Tag; Ermunteret einen mit Schulden überhäufften armen Menschen, der derentwegen weichen und ins Elend wandern müssen, ein unvermuhtetes sehr reiches Erb, dar- durch er nach Ausweisung seiner Ansprecheren wieder heim darff, und hernach gemächlich leben kamso wird demarmseligenMenschen weit mehr sein dawider ligend Gemüht durch den Glauben auffgericht,sintemahl durch solchen dem aus dem Paradeiß ins Jamerthgl verjagten Sünder gar der Em- 52 über 2. Cor.l. vers 24. Eingang zu dem ewigen Reich unsers SErreo JEsu Christi wiederum dargereicht wird ; durch solchen GOtt in seinem Sohn dem Menschen dergestalten alles schencker, daß den Armen am Geist gar das Himelreich zugesagt wird;Endlich durchsolchem/ dem Menschen in jenem Leben unerschöpfliche Reichthummen, ein unverwelcklichs Erb, ja die Besitzung deß höchsten Guts zuwachsen. Macht einem Künstler und Weisen ein nützliche Erfindung frolocken, den in Erforschung der Gcheim- nuffen der Elementen unverdrossenen Naturkündiger die Entdeckung deß Steins der Weisen innigst vergnügt. Sihe, so offenbahret der ffchkeitder Glaub nifftigereDing; daß man außruffen mag: Hier ist mehr als Freud/die »lmanclri , ^N3ximcm8 , ^ckimeclis. ^rcliir« und aller Uarkema- ausdtM ricorum invsnra. Sintemahl der Glauben uns dienet, mit allen AAE Seiligen begreiffen zu können/ welches da ftyedie Breite/Län- ge/ Treffe und Söheder Liebe Christi; (die doch höher ist/ denn daß man ste erkennen mög) dardurch wir können ange, füllet werden mit aller Fülle GOttes. Hier ist was vollständige» - als pkolomei /ilmggcttum: Dann der Glauben lehret wie das Heer der Himmlen auch durch uns solle vermehrt werden, und auch uns die himmlische Häuser zubereitet seyen; Hier ist was bessers als die vr>i- versch-Artzney, oder beruffenen panacsen : Gestalten der Glaub auf Christum weißt den Baum deß Lebens, von dessen blossen Blätteren auch die Heyden genesen; Hier das rechte Leclolg, das über den 6s. rosr; Hier der oberste Artzt, der mit einem Wort besser heilet, als alle kvlsclici mit langer Kunst und claboriwen Mittlen curiren können. Christgl. Zuhörer, ziehen obgemeldte Aenderungen von Bösem zu Gutem, durch welche in Heil. Schrifft die Ständ der Natur und der Gnaden pflegen abgeschattet zu werden, natürlicher Weis Freud nach sich; So ist, wie aus dem beygefügten Gegenhalt deß Glaubens erhellet, die Freud wie ein Frucht deß Geistes, also auch ein nohtwendige Folg deß Glaubens: Dann wo die Gaab GOttes der Glaub , da ist auch ein Beweißthum der in unsere Sergen außgegossenen Liebe GOttes durch den S. Geist/ welcher uns gegeben ist. Nun ist es minder möglich die Liebe GOttes zu empfinden ohne Gegenlieb und Freud, als Brenn-Holtz nicht auch solte entzündet werden, wann es ins Feuer kommt; Wie herrlich aber das Augmerck, welches der Glaub als ein sich angehendes Gut ergreifet; So bündig ist auch hie- mit die Freud, die darüber entstehet. O der Vollständigkeit! die alles, was die Welt geben kan , unendlich übertrifft, dessetwegen Asaph mit Ursach ausrüstet: O SErr/ wann ich nur dich hab/ so frag ich nichts nach Sichel und Erden, re. D O der predigt s6 O der Daurhnfftigkeit gestalten sie nicht auffhöret, und der Glaub durch den Tod selbs einen Weg bahnet zum ewigen Leben- O der Furtrefflichkeit l Massen sie keine böse Letze, kein Nagen noch Traurigkeit/ wie die irrdischen Freuden und fleischliche Lüst hinderlas- set, als die durch keine Ströhm der Trübsahl noch Widerwärtigkeit kan außgelöschet werden/ sondern vielmehr/ OMunder-ding! durch selbige die Freud deß Glaubens genehrt und so vermehrt wird / daß wir auch der Drangsalen uns rühmen können/ daß uns Christus und seine Apostel heißen freuen / geb wie sträub es aussthet. Kein Wunder hingegen / wann wir in der Schufst so viel Zeugnussen von Hertz - und Seel-Erhebung, von Rühmen/ von Freuen/ von Jauchze»/ von Frolocken der Gläubigen finden- Da inzwischen die Kinder dieser Welt nichts als Abgeschmacktes und Verächtliches / nichts als Armuht und Elend bemercken. Warum Von solcher Freud Christgl. Zuhörer / die aus dem Glauben komt, Paulus meldet Paulus in unserem Text/ daß sie auch under den Corinthcren von dieser anzutreffen/ als die deren habhafft geworden/ dann wie droben über Freudwie den Glauben allbereit gründet ist/ Paulus nicht bloß überhaupt sagt/ Glauben* wir sind Gehülffen der Freud/ sondern eueren Freud. Auch diß so wbe/nem- wenig als jenes nicht ohne Ursach und Grund. Dann wie den wah- lich ren Glauben zu eroberen es der Würckung GOttes nach seiner mächti- euere gen Stärcke vonnöhten ; so braucht es auch viel / ehe einem die Glau- Freud? bens - Freud zu Theil kommt / daß nicht der Näbel liechtsinniger Selbs- Zufriedenheit für die wahre Freud in GOtt ergriffen/ oder Glimmer vor Gold gehalten werd. Dann diese Freud nur deren ist/ weicheren Glaub Wurtzen gefaßt / durch gute Merck in Frücht der Gerechtigkeit ausschlage/ und wuchere/ dann daß zu einem mög gesagt werden: Gehe ein in meines Vatters Freud/ wird nicht nur erforderet/ einen i'slcnt der Erkanntnuß und allerhand Gaaben empfangen zu ha-' bcn / sondern / daß man ihn auch an Wucher lege / und den geschaffenen Nutzen darkhun könne: Alsdann erst wird vergönnet die Freud zu verseinigen und zu gemessen. Es vermeinte der mit keinem hochzeitlichen Kleid versehene Gast / es brauche auf die geschehene Einladung deß Königs nichts als nur zu kommen sich lustig zu machen: Obwohlen an der hohen Gesellschafft und der Mahlzeit überflüssige Materie zur Freud gewesen, war sie doch nicht für einen entweder offenbahr gottlosen oder heuchlerischen unbußferrigen Sünder, wie deffetwegen er ohne sie zu kosten, in das Ort der Quaal hinauß geworffen würd ; Es folget nicht, daß wie viel HErr/ ÄEre schreyen, so vielen das Recht zu 27 über 2. (kor.!. vers 24. seiner Freud gegeben sey, das ist, wann man der äußerlichen Bekannt- nuß und Rede nach sich anstellet, als halte man etwas aufdem Glauben , so flugs und geschwind der wahren immerwährenden Freud sich rühmen könne, ohne vorgehendes Bestreben zu bewerckstelligen, was der Glaub anbefihlt: Was sagt Christus von solchen ? Diß Volck nahet sich zu mir mit seinem Mund / und ehret mich mit seinen Leffzen/ ihr Hery aber ist fern von mir: aber vergeblich ehren sie mich rc. Hiemit haben solche kein Antheil an der Freud. So natürlich ist als billich: Dann der Sitz der Freud ist das Hertz, ist aber das Hertz fern von Christo dem einigen Urheber der Freud? so ist auch die Freud fern von solchen Hertzen: Wie die murrenden Jsrae- liten, obschon sie sich ausgaben zu seyn vom Saamen Abrahams, den übrigen wahren Jsraeliten in äußerlichem Gottesdienst mitmachten, und ihnen sich mitgeselleten, waren sie dennoch ferne davon , daß sie an dem Eintritt der Ruhe deß HERREN und dem Besitz deß Lands der Verheißung hätten Theil haben sollen. Ist aber die Freud deß Glaubens so wenig jedermanns Ding, als der Glauben selbs, so ist die Barmhertzigkeit GOttes umso vielpreiß- würdiger, welche Paulus ausstreicht, daß sie denCorintheren wieder- fahren, indem er von ihnen sagen darff, daß wie sie an allen Theilen deß Glaubens Recht haben, so haben sie auch an der Freud Gemeind- schafft, die daraus erwachst, wir sind Gehülffe euerer Freud. Allein wie das Recht einen wenig nutzet ohne dessen Zueignung und Gebrauch , so hat Paulus durch das Beysetzen deß Wörtleins guelyuna Euer den Corintheren zugleich das Zeugnuß geben wollen, die grosse hat die Gutthat, die ihnen GOtt gegönnet, haben sie als ein solche erkannt, Freud sich zugeeignet und zu Nutz gemacht, ohne welche weder Freud noch E Trost nicht Platz hätten. Wie Brod ohne Essen nicht sättiget, Tranck ohne Trincken nicht erlabet, Kleider ohne Anziehen den Leib nicht schirmen, und an JEsu dem Sohn GOttes selbs (obwohlenersich allenthalben zu Jerusalem, in Judäa und Galliläa als der verheißene Hey- land und Gesalbte deß HErren , der da kommen solte, erwiesen , und männiglichen so holdselig zum Glauben an Ihn eingeladen :) die wenigsten ihre Freud hatten , die meisten aber, anstatt JEsum bey seiner Verurtheilung looß zu bitten, geschryen , weg ! weg ! mit Diesem. Bey den heutigen sorglosen Zeiten geht es nicht viel besser , weil die Materie der Freud, das Wort GOttes, so reichlich under uns wohnt, und so wohlfeil ist, so haltet mans nicht erwährt sie zu seinigm; Man bezeigt sich weder kalt noch warm darüber; und ach- X Dr tet 28 predigt tet diese freudige Bottschafft nicht vielmehr/ als einen zu hören gewohnten Glocken-Thon. Von den Corintheren aber könnte Paulus im Gegentheil mit Wahrheit zeugen / sie haben bey der Verkürzung deß Evangelii sich so froh erzeiget/ daß sie sattsam haben blicken lassen / sie empfinden den bündigen Trost und die herrliche Freud / die aus dem Glauben entspringe ; sie schmecken die himmlische Gaab / das gute Wort GOttes / und die Kräfften der zukünfftigen Welt haben sie durch« gedrungen. Daß er von dem Glauben reden könn als 'Ihrer Freud/ wie sind Gehülffen euerer Freud ; die ihr nicht bloß dem Schein nach euch anstellet / als hättet ihr Freud an dem gehörten Wort / sonderen von denen wir wüstem daß ihr euch auß dem Glauben ein Ehr machet/ und den Glauben für euere Freud hältet/wie dem Recht so demGenuß nach rc. Die Der- 2» was Absicht Christgl. Zuhörer thut Paulus Meldung ihrer Achtung Freud ? Den Corintheren zur Bezeugung/TheilS/wie er sich bey dieser selbst ihrer Freud erweise / Theils was er geleistet / und Theils was sie noch weiters zu thun gesonnen seyen. Wie bezeigt er sich ? Etwann verbünstig / wie die / welche auß allen Dingen Geheimnuß zu machen pflegen/ oder etwann gehässig/ und so unfreundlich/ daß er ihre Frölichkeit stöhren möcht / gleich denen die nicht dulden mögen / daß andere gutes Daß die Muhts seyn und es ihnen wohl gehe ? Keineswegs/sonderen wir sind Evangc- Gehülffen euerer Freude. Erkläret sich etwann Paulus also daß die tische Leb- Corincher es dahin verstehen / als were er und die Seinigen die Urhe- rer Ge» der und Herren ihrer Freud / worfür als ein von ihnen erhaltenes Ge- dersttben schenck / oder als so viel Ablaß - Brieffen und inciulgcmien / sie ihnen zu seyen bey dancken Haben/Und wegen welcher Gutthat sie das Recht haben zu herr- denGläu» schen ? Wie bey Erlösung gantzer Völcker von dem Joch der Thran« digen. ney / oder bey Beschirmung dero Freyheiten auß Danckbarkeit die Skädt und Länder solchen/ gleich die Meden einen Oioceli ; die Mi- tylener dem weisen ?ittaco ; die Athenienser dem perlcli; die Römer einem ^arquinio prilco, /^ugusto, Hjsno , u. a- m. Die Pohlen einem strimizluo. und hernach auch ?isüo ; Die vereinigten Nlderlande / dem Printz Wilhelm von Nassau / dem Wilhelm» t H. aber gantz Britannien u. dgl. m. die Regierung über sich angetragen? Fern für solche angesehen zu seyn / sagt er schlecht hin / sonderen wir Über« sind Gehülffen euerer Freude/ theils als wahre Christen und haubtin Mit-Brüder / die nach der Schuldigkeit der Nohtdurff der Heili- rwevfa« sich anzunemmen an allem was ihnen begegne / Gemeindschafft ha- A^Der. nndGehülffen seyen inihremWohlstand alsFreuende mit denFreu- rrstlich enden. Gleich wie bey der Entwehnung Jsaacs/ die Einwohner des über 2. Loe.!. vers. 24. 29 Lands mit dessen Eiteren Abraham und Sara sich erfreueten , und Abraham auch Antheil nahm an der Freud der Vermehrung der Familien Nahors seines Bruders ; Wie Hiram ein Gehülff der Freud Salomons war, an Erbauung seiner so herrlichen Gebäuen ; Wie die Gottseligen Juden wegen der Geburt Johannis deß Täuffers sich freueten mit Zachariä und Elisabeth; theils als Mit-Arbeiter und riim an« Beförderer ihrer Freud / die das Ihrige dabey geleistet, nicht als dermal^ Herren , sonderen als Gesandte, nicht als Urheber, sonder als Merck- zeug, nicht als Meistere, sonderen als Haußhalter, nicht als solche, die es durch ihre eigene Klug-und Anschlägigkeit dahin gebracht, sonderen wie das Weiblein den Bürgern von Samaria zu der unverhofften grossen Freud der Erblickung Christi geholffen, das ist als Gehülffe euer Freud. Darbey aber die Corinther weniger nicht gegen sie thut) können, als Gegen- sie für Gehülffen halten , danckbahrlich es gegen sie erkennen , und als Pflicht, solche lieben und ehren: sinkemahl weder im Predigen noch Unverdros- jenheit in der Arbeit, noch Klug-und Heiligkeit im Umgang, noch gegmLch- Gedult in Trangsaal, noch Slandhafftigkeit in Widerwertigkeit sie et- «rdieGe« was haben ermangle» lassen, daß die Freud, darinn sie sie nun sehen, hülffe bey ihnen zum Stand komm. Sey der Land'Mann ein Gehülff, daß MitM das Erbrich geschlacht, zahm und fruchtbahr wird ; sehe man mit Ur- "«uv. fach eine Wehemulter für eine Gchüiffin an der Kinds-Gebährerin, die ihro Danck und Liebe schuldig; Seyen Bau-Leut mit Fug für Gehülffen der erbauten Wohnung zuhalten ; Habe man in einem hartnäckigem Gesucht, die Feld-Oberste und Haubt-Leut, wegen klugen Anstalten und dapferer Anführung der Soldaten als sonderbahre Gehülffe deß Siges anzusehen. So seyen sie um so viel würdiger als Gehülffe für- ters mit zutrauen geliebt zu werden , muffen sie zu einer weit wichtigeren Freud, nemlich der,Widergeburt, der Gemeinschafft der Heiligen, deß Gigs über den Teuffel, die Welt und alles abgöttische Wesen, ihnen bchülfflich gewesen. Erinnerung die bey der heurigen außgelassenm Welt, wegen den Ursachen Nachfolgeren der Apoßlcn imLehr-Amt schier nichtiger ist,als da sie Pau- Er- lusdenCorinthereuzuGemüht führte. Da die, welche ums heiligenEvan- "^nung. geliums willen,sich mit dem blossenHirten-stab zubegnügen pflegen,deßwegen gering geschätzt zu werden: Oder man ihnen das stückleinBrot,das sie von dem Altar kriegen, so vergönnen mag , als verdienten sie es weniger, dann kein Handwercks-Mann, und wären wegen ihrer Anzahl menschlicher Gescllschafft zum Überlast und nur als frühes ccmlumsre D z nali peestgk nari anzusehen: Oder wenigstens man sie in Grund-boden verachtet, weil sie nach erhaltener Orälnsnoir ihren i'slsnt anzuwenden, so wche- mühtig mit Bitt und Flehen, ihre Dienst mit Zwischenkunsst hoher kecommenöationen, Gegen-Versprechungen, Ineerceüionen u.d.gl. m. von Hauß zu Hauß antragen müssen. Lieber! was vermögen sie sich, daß sie zu solchen Zeiten leben? die ihnen so unerbauliche Schritt und ärgerliches Geläuff abnöhtigen, wann sie nicht ihr gantz pserimonium vergeblich an die Seuclia wöllen verwende haben, nicht wollen im Müßiggang veralten , und ohne Bedienung und Nutzen aus der Welt scheiden. Neben dem ist ihr Underweisen, Vermahnen, Zusprechen eben nicht für so unnütz zu halten, das zu theur bezahlt werde: Anerwogen sie durch ihre Gewissens-ausstreckende vom Bösen offc abhaltende Wächter-Stimm in einem Land mehr beytragen zur allgemeinen Sicherheit, Beybehaltung innerlicher Ruhe, Einigkeit, Fried und stillem Leben und männiglichen Wohlfahrt, als alle civü- Oorpora, OoIleZia und Zünffte. Und also, daß ein jeder beymSei- nigen sich erfreuen mög, wahrhaffte Gehülffen sind ihrer reslischen Freud, über die man sich nicht zu beschwüren, wohl aber zu erfreuen hab, und Paulo weder für einen geistlichen Hochmuht außzudeuten, wann er den Weltlichen anbesihlt, die Misten , die wohl vorstehen, sonderlich die arbeiten am Wort und in der Lehr, zweyfacher Ehren werth zu halten, noch für ein parteylichen Eigennutz auszulegen, wann er dem , der im Wort underrichtet wird, zumuhtet, daß er allerley Guts mittheile dem, der ihn underrichtet. Auch dar Hierbey ist auch das zu Verknüpffung der Red vorgesetzte Wort, Wörtlein lein deß Gegensatzes sondern nicht ohne Nachtruck: Anerwogen hier, sonder durch zu verstehen gegeben wird, daß, wollen für Gehülffen der Freud hal ftinen angesehen seyn, und doch vornemmen zu herrschen über der Leuten Ge, truck wissen, zwey gantz widerwärtige Ding seyen, die nicht zusammen bestehen können; Folglich, weil Paulus noch jetzo sich erkläre samt den Seinigen Gehülffen ihrer Freud zu seyn, sie nicht besorgen sollen, als würd ein Lehrer hernach wollen probieren über sie zu herrschen, und so mit der andern Hand zurück ziehen, was er allbereit mit der einten gegeben hatte; Nein: Sey ein Freud under den Corintheren über seine Verrich, tung entstanden, so seyen sie nicht Sinns hernach andere Säiten auffzu, ziehen, und nach dem Fr euden - Gesang ein Klag-Lied anzustimen; Nein: Sie wollen der über deß angenommenen Evangelii bezeugten Freud im geringsten nicht mißbrauchen, oder solche hemmen, sondern sie vielmehr suchen zu vermehren, als die annoch immerfort bleiben Gehülffen eueren Freud. Vom über 2. Cor. I. vees 24. Zr Vom Anderen. Die Gläubigen aber dessen bündig zu versicheren / fügt er einen Der Grund hinzu, der in einem Zeugnuß enthalten, wie sie in der Haupt- ander Sach beschaffen: welcher ihnen völlig allen Argwohn einiger beförch- Haupt, teten beschwärlichen Zumuhtungen bcnemmen solle, indem er sich von ih- ^ nen erkläre, er halle dafür, daß sie würcklich im Glauben stehen. MMch Folglich dergleichen Zusatz weder vonnöhten haben, noch schuldig wa- das Zeug- ren zu erdulden oder anzunemmen. miß vom Lieber betrachtet hier zuerst das Zeugnuß selbs, das also lautet: Dann ihr stehet im Glauben: Hernach auch die Bündigkeit deß Her/be- Schlusses, daß wegen dem Anzug dieses Zeugnusses, sie hiemit nichts treffend beschwärliches von ihm und den Seinen sollen zu befahren haben. denGlau» (ä) Der Glaub ist hier in gleichem Sinn zu nemmen, wie oben schon dargelhan worden: Ein paar Wort aber von dem Stehen zu Was melden, so ist Stehen sich aufein Sach, deren Grund man als vest, durch sicher und haltbahr erkannt, verlassen, sich gründen , setzen und sein st^As" Vorhaben darauf bauen, bey dem es solle sein Verbleiben haben, wie Paulus zu den Colofferen sagt: wie ihr nun den HErren JEsum standen Christum angenommen habt/ so wandelt in Ihm/ gewuryelt werde? und erbauet in Ihm und bevcstiger im Glauben/ wie ihr ge, lehret styd/ und seyd in demselben überflüssig n'it vancksagung. Von Bmotheo auch gleicher gestalten zeuget, daß er der guten-Lehr immerdar angchangec. Woraus erhälet, der Verstand dieser Worten seye, die Corinlher, (nachdem sie einmahl die Lehr, wie man durch den Glauben an JEsum Christum selig werd, erreichet, und be- Weiilauf- funden, sie mache sich bey ihren Gewissen bewährt und angenehm) Ussüh« seyen von nun an dergestalten in diesem Glauben gesteiffet, daß Pau- sung deß lus sie darin» gnugsam hindersetzt glaube, fürters wider alle Einstreu- Verstands und Anfechtungen Stand zu halten; wie sie bißher auch von der crgrif- m wel- fenen Weis sich nicht haben lassen abwendig machen: von denen er sa- gen könne, er wisse, sie seyen überzeuget, daß nichts von allem ande- ^ ren, das man auf die Bahn bringen möcht, mil dem Glauben, wie baden- sie ihn gehört, zu vergleichen, weniger gegen ihm bestehen kön- Dann ne. Es sey der schädliche Wahn der abergläubischen In- ihr ste- den von Beybehaltung der Beschneydung und etlicher Cere- het im monier», von der Gerechtigkeit aus dem Gesätz durch eigene verdienst Glau- liche Werck, die den Stich gegen dein Glauben weniger halten als den. neue predigt neue Lappen auf einem alten Kleid; Oder einige Gattung der Seyd» nischen Welt, weißheit, als die platonische, die Paulus wegen ihren Geschlecht - Registern, närrischen Fragen und anderen Grillen mehr, die darinn vorkommen, insonderheitlich scheint gemeint zu haben , da er Timothcum, davon, als einem nichtigen Betrug der falsch- genannten pkilolopkir, ja als Alt-vättelischen Fablen, abmahnt »' Die Stoische, deren Anhängere sich grösserer Streichen außgaben als es in der That mit ihnen war, und in dem sie einiche Laster, wie den Zorn und dieRaachgier bezwungen, von anderen dann nur, gleich dem 8eneca, ohne daß sie es achteten, desto gewaltiger Hingenomen wurden; Oder endlich die übel-berüchtigte Lpicurseische Sect: Der groben Abgötterey dann und Aberglaubens nicht zu gedenckcn- Keiner von allen diesen Wegen komme dem, welchen der Glauben lehrt und einschlagt, bey weitem nicht bey. Paulus getraue die Corinkher underwiescn ge, nug zu seyn , daß alles was man wider ihren Glauben anbringen möcht, Sie liecht, zu beantworten wüsten , und so stehen im Glauben/ daß nichts zulänglich sey , sie davon zu bringen , noch zu vermögen, daß sie das Gegenwärtige dem könfftigen vorziehen, oder ihre Hoffnung auf etwas anders setzen solten, als allein auf die Gerechtigkeit JEsu Christi. Sie stehen so im Glauben, daß sie auch durch nichts, was sie immer erdulden müßten, von der öffentlichen Bekantnuß Christi als ihres emichen Ursächers der ewigen Seeligkeit sich abschrecken lassen. Auch in diesem Glauben, wie sie ihn Schrifft-mässig empfangen, ge- dencken biß ans End ihres Lebens zu verharren, und nach diesem das ewige Leben , als ein Gnaden-Gaab zu erwarten. Bündig- (-s -s) Diese Erwähnung aber macht die Verthädigung Pauli sehr keit diß bündig, dann indem er von freyen Stucken bezeuget, Sie stehend im M Vcr. Glauben , könnten sie abnehmen, er habe nichts neues imder einigem sicherung Vorwand weiters einzuführen, noch sie die geringste Last zu beförch- kein Herr- ten; Indem er auch sagt, daß Sie stehen im Glauben , sollen sie schm M hieraus auf die Rechtfertigung seines Ausbleibens schliessen, welches anzumm- ^ si> viel rveniger zu verdenckcn, als keine Noht vorhanden Wie rur war, die seine Ruckkunfft beschleuniget hätte: Um die Hauptsach stehe Entschul- es noch gut, welche ist der Glaub, durch den sie ihr Heil würcken, die digung Seligkeit erlangen, und allen Unordnungen sieuren, auch mit Weil den AU«,« Beyhändeln vermittelst der im Glauben gegründten Kirchen-Zucht ab- "" * ' helffen können. Wie, wann ein Artzt weißt, daß die edeln Partheyen, der Däuungs- fasst und das Geblüt deß Patienten gut beschaffen ist, er nicht eylet, solchen weder zu überlauffen, viel weniger mit Artzneyen über 2. Lor. l. verst 24. 3Z zu überhäuffen/ wann er aber dem in der Cur-gehabten sagt / es stehe nun gut mit ihm: solcher dann sich nicht mehr entsetzet/ und wedervor den bitteren eckelhafftenArtzneyen cinichenGrauen mehr hat/ noch sich über das Ausbleiben deß lVleäici erklaget. So könnte Paulus eben das den Corinthern bezeugen / dann Ißr stehet im Glauben. Diß rühmet Paulus von vielen überhaupt in einer von ihm gepflantz- Anritt» ten Christlichen Gemeind. Heut zu Tag könnte ein Seelsorger es kaum kung über von etwelch wenigen versicheren / daß Sie stehen im Glauben, in die heum deme sie sich nicht vest stellen lassen wollen / und deßtwegen man im- senIeitm m-r mit ihnen / weil sie trüg sind an den Ohren / voranfangen muß/ als die bedörffen / daß man sie stets die ersten Buchstaben lehre der Göttlichen Worten/ und deßwegen/ weil sie biß zum Lebens-Endbloß mit Milch können erhalten werden / aus Mangel der Vehigkeit die fiarcke Speiß zu vertragen niemahl im Glauben gelangen zum stehen. Daher dannkommt/ daß f«) viel/ weil sie unerfahren im Wort Der Gerechtigkeit / und die geübten Sinnen nicht vorhanden sind/ ein Underschcid zu machen zwischen dem Guten und Bösen, von allerhand Irrwischen sich verblenden und betrüben lassen/ und so leicht Meynungen als Kleider-Trachten änderen / den Evangelischen öffentlichen Zu- sammenkunfften sich entziehen / hingegen allen Schwärmeren ihre Ohren offen halten; Sie bald hier anzufüllen von einem Mittel- Ort zur Reinigung der Seelen nach ihrem Hinscheid aus dem Leib: Bald dort von Erscheinungen der Geister der Abgestorbenen: Bald heut von einer der Glaubens-Aehnlichkeit widersinnigen Widerbringung aller Dingen: Bald morgens mit neuen Gesichteren und Aussprachen. Da / nachdem sie durch solche frembde Lehren / wie Fähnlin lang genug herumgetrieben worden sind/ an statt Freud zuletst nur Verwirrung und Unruh zu Lohn bekommen; (/ 3 ) Andere aber/wann ste aus Fürwitz/ auf ) End- (),) lieh wieder andere/ welche die Glaubens-Artickel zwar unangefochten lassen/ aber gleich dem Demas die Welt liebgewinnen. Wann Augen-Lust/Fleisches-Lust und hoffärtiges Leben/ Ehrgeitz, Eigennutz E oder predigt Z4 oder einige Busen-Sund mit dem Glauben in die concuri-cntz kommen, oder es um die Ausübung einer vom Glauben anbefohlenen Tugend zu thun, die einen vesien Entschluß und wackeren Anlauff erheischet, alsdann das Böse die Oberhand behaltet, daß diese jenen weichen , und unden ligen muß; Darbey dann aller Trost, aller Ruhm, alle Freud deß Glaubens aberma! dahin sind. Weil der wahre Glaub durch die Nachfolg JEsu Christi sich aufferet, und wie die guten Merck Früchte sind deß Glaubens, so auch Gerechtigkeit, Fried und Freud deß H. Geistes auf die Glaubens, Uebung < wie die Fl ücht auf die Blust folgen. Woher aber solches? Weil so grundwenig der Mühe werth achten sich zu bearbeiten , daß man auß ihrem Wandel wahrnemmen könne, sie stehen im Glauben. Lieber! solte hier- bey rechtschaffenen Gehülffen der Freud ihrer Zuhöreren nicht der Muht einsincken? Daß sie als Menschen-Fischer nicht etwann bloß eine gantze Nacht, sondern gcmtze Jahr zubringen, und doch nichts fangen; daß sie so unablaßlich das eins ist dir nöhrig einschärften, niemand aber es ergreifst; Daß sie so genug pfeiffen , und niemand mit David an den Freuden-Tantz will über das Heyl deß HERREN? Allein Gedult! liebe Brüder und Mit - Arbeiter, unsere Vorfahren klagten ein gleiches: Laßt uns aber bestreben, daß die Schuld niemahlen auf uns falle, sondern vielmehr an jenem Tag vor dem gerechten Richter mögen getreu erfunden werden; Frischer Muht hiemit! uns bey den Anvertrauten immerfort unermüdet zu bearbeiten, daß unsere Zuhörer dem Wort der Versöhnung mit Gehorsam deß Glaubens endlich noch also entsprechen, daß sie ihrer Seelen Seligkeit als ein Ausbeut davon bringen, wir aber die Freud haben ihnen ohne Schmeichele») sagen zu dörffcn: Ihr stehet im Glauben. Haupt-Lehr. Christgl. Zuhörer! was die Naturkündiger von den Thieren, Pflantzen und Klumpen rc. nach deren genauen Einsicht, vermittelst der l^icroscoplen und vielfachen Einmischen Aufflösungen un-d Erdau- rungen mit Wahrheit behaupten : Daß die Gestaltsame deß gantzen in allen seinen Theilen ja in den kleinisten Gesämen verkürtzt, und in verjüngter Gleichmaß bemercket werde. Diß könnten wir zu Ehren der allen erschaffenen Verstand übersteigenden Weisheit deß Urhebers H Schrifften Alt-und Neuen Testaments auch darthun, daß wie in den Werkten der Schöpffnng obiges wahrgenommen wird : Gleich- über 2. Cor. k. versi 24. 3 ? fals derBericht von demWerck derErlösung in selbigen auch also eingerichtet seye, daß in jeglichemAbsatz der Ned (perioclo lermonis) ein Emwurff deß ganßen Verhalts der Seligmachung deß armen Sünders anzutreffen seye: Nicht einmahl die Geschlecht, Register ausgenommen/ als in deren vorkommenden Namen/ Bedeutung/ Ordnung/ Anzahl, ein Ketten Göttlicher Wahrheiten/ ein Zettel der Weissagungen/ und Grund-Riß bestimmter Schicksalen der Kirchen innen ligr; welches auch aus unseren Text - Worten / theils aus den hin und wieder der Erklärung bereits beygefügten Anmerckungcn gantz ungezwungen her, vorleuchtet, und theils noch weiter erwiesen werden könnt. Allein je, tzo nur einer einigen Lehr gedencken wollen/ die zu unser vorhabenden Absicht dienlich ist: Nemlich daß mit unserem Text als einem Pro-- unserTett bierstein könne erkundiget werden / welche under den so unterschiedlichen gibt «in und vielfältigen Versammlungen/ die sich nach dem Namen Christi Kennzei, nennen / und für die wahre Rirch ausgeben/ die wahrhaffte sey/ da GOtt auf ein Ihm gefällige Weis recht verehrt und öffentlich angeruf- fen werd / bey deren man Trost finde beydes im Leben und im Ster- wahre ben, und deren man folglich sich zugesellen solle. Die seye es/ bey welcher das Lehr-Amt mit solchen Personen versehen/ die anzu- frey und rein von der Herrsch. Sucht über Glauben und Ge, treffen wissenFern auch die Religion zu einem Deck-Mantel der '' ' Schand zu brauchen / den Leuten trachten Gehülffen ihrer Freud zu seyn ; Die nach Einflössung der von ihrem HErren ^Esu Christo und der Aposteln empfangenen Glaubens-Lehr/ und bey den Zuhöreren dem Evangelio bemerckten geziemenden Wandel weiters von ihnen nicht suchen noch begehren / als daß sie fürrers stehen im Glauben; Die so liebreich / daß wann schon bey ihren Anvertrauten/ eben nicht alles der Schnur nach gehet, wie es wohl seyn und man immermehr trachten soll / sie nicht stracks verwerffcn noch das Hertz von ihnen abziehen, weniger verdammen: sondern das Gute, wo noch vorhanden, erkennen, durch solches auch die Zuhörer anziehen, und zur Besserung verbindlicher auffmunteren. So hatten Paulus und Johannes ihre Gemeinden under dem zärtlichen Titel liebe Rinder vom Bösen abgemahnt. Niemand wende hier ein, daß die Rcformirten Lehrer vergeblich den Namen der Herrsch- Wirdver Sucht von sich lehnen, so lang sie so sehr aufdie Kirchen-Zucht schreyen, ^avlge» auf den Gehorsam eyfferen, und in den Loulillonis die Leuk helffcn Am Ein» schlichten; Auf eins auch anlauffe, ob es under dem Vorwand deß wurff. Glaubeys, oder Handhabung der Ehrbarkeit geschehe, sey es gleich» E - wohl z 6 predigt wohl allzeit herrschen , hiemit eben nicht so sicher die wahre Kirchen under ihnen anzutreffen. Dann , so wenig sich unser Heyland JE- sus Christus widerspricht, wann Er theils sagt: Wer under euch der gröste seyn will, der sey der übrigen aller Diener; Theils allen seinen Jüngeren verbietet sich der Welt gleich zu stellen: An anderen Orten aber den gleichen die Macht gibt, die Sünden der Menschen zu lösen und zu binden , zu vergeben und zu behalten, mit der herrlichen Versicherung , was sie also nach seiner Vorschriffr machen, solle an jenem grossen Gerichts-Tag auß dem Himmel öffentlich vor gültig erklärt werden, und solchem nach den Leuten ergehen. Eben so wenig mache die Auffsicht der Sitten und Handhabung guter Ordnungen die Lehrer verdächtig, als herrscheten sie gern under diesem Namen: Sintemal sie sich hierum nicht eigcngwaltig eindringen, sondern im Namen JEsu Christi als seine Knechte erhandelt, denen er vollends eingeschärfft, wo weder die Pfeiffen noch Trauer-Lieder etwas verfangen, als kos. nei-Zcz die Leut ohne Menschen-Forcht durch Dräuung göttlicher Straffen, als mit einem Donner - Knall von der Schla fferigkeir im Guten, und einreiffenden Lasiern abzuschrecken, daß ihnen ein Stich darüber ins Hertz gehe, wie es Petrus gethan, ^üor. L: 14-37. Auch das nicht eigengwältig , sondern als Verwaltete der Geheimnussen GOttes; Ja nicht einmahl willkührlich, sondern nach der Vorschrifft ihres Ertz- Hirten und guten Verfügungen, die mehr von den Zuhöreren selbs, als den Predigeren errichtet sind; Welchen nichts zukommt, als bloß deren Zupaffung auf die eräugende Zufahl, die Fehlbahren zur Reu und Büß zu vermögen, überhaupt den Acrger- nussen vorzubiegen, Zucht aber und Ehrbarkeit zu äuffnen; welches alles nicht ein Schatten von Herrschen in sich hat. Gleich wann der Hauß-Dienst einem Kind abwehret, das nach verletzlichen Waffen greiffet, und wann es sich nicht daran kehret, dann gar ihme das Messer aus der Hand reistet, deßtwegen weit und fern nicht anmaß- gender Herrsch-Sucht kan bezüchtiget werden: Sondern das Lob verdient ein Erhalter oder wenigstens ein Gehülffen zu seyn der Freud seines Herren am Erben deß Hauses. Wie dann Lehrer und Prediger die Christliche Büß - Zucht nur in so weit üben, als dardurch ihr Titel als Gehülffen der Freud ihrer Zuhörer erfüllet wird; gleichWeg- weiseren, die deßwegen über den Wandersmann nicht herrschen, wann sie ihn vom Jrr-Weg auf die rechte Bahn, gleichsam bey der Hand führen; Gleichwie die Aertzte niemand anklaget, als maßgeten sie sich das Recht über der Leuten Leben und Tod an / weil sie über 2. Lor. I. vers 24. z? mit reiß-und beiffenden Mitklen die Wunden und den Leib säuberen, sondern als Gehüiffe lhrerGesimdheithaltet. So sinddieLchrer durch ihre Besiraff-Beschäm-und Dränungen Gehülffen der Freud ihrer Zuhörer , daß der freudige Geist sie immer enthalte; Gehülffe / daß sie bewahret werden, vor Sund, Schand und Laster, hingegen aber stehen im Glauben. Glückselig die Heerd! die beredet ist, ihres Hirten Besiraffung geschehe in guter Meynung, und suche nur ihr Bestens; Glückselig und übermahl glückselig die Lehrer und Prediger! welche zwischen der Klippen der Herrsch - Sucht, und dem Strudel der Nachlässigkeit, durch welche gute Sitten zu Grund gehen, in ihren Straff- Predigten so wissen durchzuführen, daß auch die Widerspenstige überzeuget seyn müssen, in der Mitte der Bezüchtigung erweise man sich als Gehülffe der wieder herzubringenden Freud der Fehlbahren. Sich aber können zueignen und bewerckstelligen , was Paulus von ihm und seinen damahligen Brüderen schreibt, erfordert, daß ein Lehrer ein Gefäß seye der Demuht, Liebe und Eyffer, wie auch der Sanfftmuht, Langmuhl und Gedult; Wo diese befindlich, bewährt sich der Lehrer, wie Moses bey Israel; Da findet das Evangelium Eingang; Da fasset das Wort Wurtzel; Da reistet es zur Ernd; Da kan der Seelsorger seine Anvertraute vertrösten , sie stehen im Glauben,- Welche aber dieser Tugenden nicht habhafft, die sind leidige Tröster und schlechte Gehülffe ihrer Freud. Im Gegentheil unglückselig das Volck! das durch Seelen-ver, Verbliche Irrthümer so sehr eingenommen, in falschem Wahn auch so sehr verliesset ist, daß ihm der Aberglaub zur Speis wird. Unglückselig das Volck ! bey dem die Krafft der Verführung so überhandgenommen, daß es gern der Lugen zuhöret, mit solcher Verwerffung der lieben Wahrheit, daß wann man ihm sie schon under Augen legt, es mit offenen Augen sie nicht sehen will, noch mit den Beroenser die Mühe ncmmen mag , selbsten die Beschaffenheit der Lehr zu undersuchen, sonder mehr Lust an der Ungerechtigkeit hat. Ja unverantwortlich heiles das Volck ! welches um das Edelste, was die Menschen in der Welt haben, das ist, die edle Christliche Freyheit, selbsten ihres Glaubens zu leben ; selbsten zum Gnaden, Stuhl hinzu, zutretten; selbsten reüä den Allerhöchsten anzureden/ Abba lieber Vatter / f da man doch um die Beybehaltung blos der leiblich-und irrdischen Freyheit Gut und Blut im Fahl der Noht aufzusetzen pfleget, ^ sich so leichtfertiger Weis bringen läßt. Daß handgriffljch, (,*) die wahre Kirch sey garnicht anzutreffen an Orten, Ez wo Im Gegentheil gibt unser Text falsche Rirch an tag predigt Z8 wo man in Glaubens - Sachen Personen sich übergibt, ohne zu prüften , ob sie mit der Stimm deß Ertz-Hirten zu ihnen reden oder nicht, und ob ihr Wandel mit deme seiner Jüng.ren überein komme ; wo man Lehreren auff ihr blosses Vorgeben, sie seyender heiligen Apostlen Nachfahren, ohne die geringste Erdaurung , ob sie in Lehr und Leben Christo nachfolgen, blindlings Glauben zustellet, und obwohlen man die Leut mit trisstigen Gründen auß Christlicher Lieb vor solchen als blinden Leiteten wahrnet, die andere verführen und selbs verführet sind , mit denen sie noch unfehlbar in dieGrub fallen werdcmDennochsich nichts daran kehren, sonder lieber von ihnen underjochet bleiben wollen,als derVer- mahnung Pauli statt geben ; werdet nicht der MenschenLnechre. (**) Under solchen könn der Mensch, sonder äusserste Gefahr sein Heyl gar nicht würcken, wo Lehrer und Vorgesetzte öffentlich die Aufführung Pauli und der Seinigen in Wind schlagen ; nicht nur eine unumschränckte Gewalt über den Glauben zu herrschen behaupten : sonder der Protektion deß Allerhöchsten ungeachtet sie gar über das theure Wort GOttes erstreckende sich nicht entblöden mit wlllkührlichem darvon und hinzuthun, (auch in den allerwichtigsten Puncten als den heiligen zehen Geborten GOttes, dem Gebett aller Gebetten, den von Christo eingesetzten heiligen Sacramenten ) dardurch über alles, das GOrt und Göttliche Majestät genennet wird , sich zu erheben ; Anstatt aber deß wahren Glaubens den Underworffenen zur Ersättigung ihres Ehr - und Geld - Geitzes nur ersonnenen Menschen - Tand under der Straff deß Bahns, und bey Verlurst ewigen Heyls und Stetigkeit, als ungezweificte Glaubens - Arkicul auffzutringen ; Die anstatt Gehülffen ihrer Freud zu seyn , sie mit eitel Angst, Forcht und Schrecken erweckendenFablen anfüllen, um sie in stetem Zweiffel und Ungewißheit ihrerSceligkeit aufzuhalten; Anstatt endlich nur zu vergönnen,daß die Leut imGlauben wenigstens etwas möchten sehen , sie in einer groben Un- erkantnuß stets underhalten : Das Mittel auch, daraus der Glaub allein kan erlehrnet werden, als dunckel und gefährlich verschreyen ; auß bösem Gewissen aber, man möchte nichts destoweniger hineinguggcn, es den Leuten auß den Händen reisten und so verbieten, daß ohne ihr Speciai- Erlaubnuß niemand ohne Gefahr um zeitliche Freyheit, Ehr und Gut, auch Leib und Leben zukommen, es wagen darffzu lesen. Wie dann als dergleichen Führer und Lehrer sich so zusammen ge- häuffet und sich starck gnug befanden ; in ihrer Frechheit dergestalten gestiegen, daß neben Hindansetzung Pauli und übriger Aposteln, auch im Namm, Titul, Glqntz und weltlicher Herrlichkeit, lieber' deß Wider- über 2. Gor. I vers 24. 3 ? Widerspils frey öffentlich von ssderman wölken angesehen seyn : Do fräch , daß sie nicht einmahl dessen Vermahnung einiche statt bey ihnen finden lassen, dessen Namen doch sie sich vermessen in ihrem Reyhen obenan zu setzen,der heiter verbotten; DieHeerd GOttesum schändlich Gewinns willen zu weiden / oder sich zu erkühnen über das Erbtheil des HErren zu herrschen : Sonder lieber dessen Schlüssel in die Tyber schmeissen ; hingegen nach geistlichen und weltlichen Schwerdteren greissen;und in königkicherKlcidung so wol als priesterlichcm Ornat öffentlich einhertraben wolten; welche vorgenommen Käyseren auf den Hals zu tretten ; gesalbten Häupteren die Cronen mit Füssen abzustoßen ; Fürsterr und Herren den Hünden linder ihrem Tisch zuzugesellen ; Denen endlich nicht zu viel war vollends sich aufdcn Altar zu setzen; dem von ihnen ausgegebenen im Tabernacul seyenden gott den hinderen zu kehren, sich aber selbs auf den Knyen verehren und an- betten zu lassen. Christgl, Zuhörer, wohl dem Volckdessen sich der HErr also erbarmet und nicht mehr zusehen will, daß es länger in dergleichen rhorechten Hirten Händen seye zu ihrer Jagd. Wohl dem Volck! dessen Seelen der HErr von ihren Stricken los machet. Ja wohl dem Volck! dem eine Thür gezeiget worden aus Babel zu entfliehen ; seelig zu preisen das Volck ! das mit einer so grossen Errettung heimgesucht wird von dem HErren. Der zum Zeichen seiner Liebe, und daß er es erwehlet zur Seeligkeit/ durch die Heiligung des Geistes/ und Glauben der Wahrheit / auch beruffen hab durch der Apostel Evangelium zur Erwerbung der Herrlichkeit unsers HErren IEsu Christi / ihm die Augen geöffnet hat, daß es der Wahrheit beypflichtet. Ja ist es der allgemeinen Menschen-Liebe gemäß , daß man sich freue zu vernemmen, wann ein Volck sich deß Jochs entschrittet, deren die es darunder hielten : So ist es noch weit billicher, daß, wann gar die, welche uns wegen Nachbarschafft und Bündtnuffen näher zugethan sind als andere, der allerdärbsten Sclaverey entkommen, man dannzumahl sonderbahr an ihrer Freud theil nemme Und wo selbige solch theure Gutthat, die ihnen widerfahren, immer bewahren , fürters hochschätzen , und bey vorkommender Gelegenheit öffentlich übex das erhaltene Heyl in Freuden mißbrechen , man desgleichen helffe mitmachen , und sich nicht damen lasse, solchen eben so offc auch of- ftnt- 40 predigt femlich zu bezeugen / wie man auch fortfahre Gehülffen ihrer Freud zu seyn. Don dem Nun solches zu erstatten , haben auch wir jetzo einen überaus) er- Iubel- fteulichen Anlaaß anunseren Benachbarten von Neuenburg und Va- von Neu- ienzin; welche wegen glücklich vollbrachter Herstellung der reinen Evan- evburg. ^ gelischen Lehr und deß wahren Gottes-Diensts auf heut ihres Jubel- Jahr feyrcn. Wie wir, denen rhender das Liecht auffgegangen , schon allbereit vor ein paar Jahren, GOttden gebührenden Danck deß- halben abgestattet. DieKir- Ist es aber fein und lieblich zu sehen, wann Brüder eins sind, chm der und sich wol begehen , und wohnen einträchtig beysamen : So ist es Stadt anständig und wohl lautend , daß wir der so brüderlichen Einladung Dem unserer Nachbaren zur Gemeinschafft ihrer Freud auch mit Freuden Theil da» entsprechen. Wie bann das bey unser Christlichen Obrigkeit eingelöst ran fene schreiben, (worinn jene sie ihres Lobl. Vorhabens im besten Vertrauen verständiget, ) so wohl angieng , daß sie der sämtlichen Geistlichkeit, in Dero Haupt-Stadt zu müssen gethan : wie Sie mit ungememen Freuden die Einladung ihrer Mit-Verbündeten und Mit - Verburgerten von Neuenburg aufgenommen. Auch solchem nach wollen, daß in ihren vier Haupt-Kirchen ihrer Erledigung vorn Irrthum und Menschen - Tand feyerliche Erwähnung geschehe , aufdaß unsere Freud , Wünsch und Gebättermit denJhrigen vermenget werden. Welchem zu dero Vergnügung und aller Zuhöreren Erbauung die dasige Ehr- würdige Mit-Arbeiter am Wort fürtreff- lich schön entsprochen , in deme sie es würdig achteten, äußerststem Texten zu verhandle», die sich auf diese Freud schickten. Ist nicht Weil aber eine mitte Regierung , die Diener deß Evangelii auf verholten/ Land , denen über diese fröliche Begebenheit ihr Hertz voll seyn auch die möchte, nicht versperren wollen, wo fern es ohne jemanden Beschwerd auffdem geschehe, daß sie von dieser Freud auch ihren Mund dörffen Überlauf- Land ftn lassen : So lassen auch wir derselben ihren Gang euch Christgl. Zu- wobnen/ um so viel mehr zu gemeindschafflicher Freud mit ihnen auffzuwe- tm/"son» cken, als es gezimmend ist, denen helffen mitfreuen, die sich erfreuen deren lob- über das , was von unser Seithen her bey ihnen sich eräugnet, und lich. allensamt zu Land wie in der Stadt anständig über die Ehr ihres Vatterlands sich zu erfreuen, auch männiglich befügt ist sich froh zu erweisen , wann von unserer Hohen Obrigkeit auch anderswo viel gutes geschaffet wird. Lre- über 2. Cor. I vers. 24I 41 Lieber ! warum solle es euch / die ihr auf dem Lande wohnet, nicht auch erlaubt seyn , Gehülffen jeneren ihrer Freud zu seyn ? Da der SErr unser Vatterland, ins besondere aber unsere damahlige nun in GOtt ruhende Regenten würdiggeachtet/ Gehülffe zu seyn / der Materie und Ursach des heutigen Jubilierens deren von Neuenburg. Indem, wie das Heil von den Juden, so die lautere Lehr der Wahrheit von den Unseren zu ihnen gekommen; von den Unsrigen da beförderet , geschirmet, und völlig bestätiget worden. Dann es würd unsere Haupt-Stadt von dem grundgütigenGOtt zur Zeit unserer sel. Reformation so überschwenglich begnadet, daß Er sie neben erleuchteten Marineren, die in unser Teutschen Mutter-Sprach das Evangelium außkündeten, als fürnemlich einem Berchtold Salier/ Franc. Rolb/ Sebastian Soffmeister/ 8rreliKon, Großmann/ und anderen mehr, ( deren Gedächtnuß im Seegen bleib, so lang die Sternen am Himmel schimmeren) in kurtzem darauf auch mit solchen versehen, die ein gleiches in Welscher Sprach thäten,- Weil GOtt in den Welschen Landen unserer Stadt-Bottmässigkeit Außcrwehlte hatte, bey denen Er nun auch sein Licht auf den Leuchter stellen wolte. Under solchen war fürnemlich der Edle 6ulie!mur farcll, gebür, tig von Gap im Delphinat, gebohren ^rmo 1489. der hernach zu Paris in aller Weißheit der Egypter underrichtet war. Allwo er durch die Erlehrnung der Grund-Sprachen den Zugang erhielt zu den Quellen Göttlichen Worts: darauß er so viel schöpffte, daß er alles Wissen aussert JEsum für nichts hielt, auch von nun an die Schmach Christi in Beypflichtung der Wahrheit für eine grössere Reichthum achtete, als alle Schätze in dem geistlichen Egypten. Gestalten ex allbereit in dem Cardinals-EoII-Zio besagter hohen Schul eine öffentliche Professor-Stell bediente: Die er samt der Stadt verließ, das Evangelium freyer bekennen zu dörffen, und sich naher Metz verfügte, da auf deß Bischoffs V^ÜKclmi Lriconct Einladung, zu verrichten, was dieser als ein Nicodemit (dessen Schuldigkeit, krafft Hirten-Amts es doch gewesen wär) nicht sechsten wagen dörffte, und doch gern gehöret hätte, nemlich dem Volck die lautere Lehr deß Evangelii vorzutragen. karell undersiuhnd es zwar; allein auf wahrgenommenen Unwillen deß Volcks und beobachteter Wanckelmuht deß Manns wegen under brancifco I. entstandenen Verfolgungen begab er sich von bannen, sich naher Straßburg, Basel, Zürich und Bern wendend, mit Butzer, Häuptlin, Haußschein, Zwingli und Haller, wegen benöh- tigter Eintracht in Herstellung der reinen Lehr und wahren Gottesdimsts F zu reit ein Merck» zeug der Letor- mstion. 42 predigt Kommt nach Lern. Lckor- mi'rtAek- len. Wird dortUar- rer und Inss-eKor. TragtdaS Evange« lmmwei- trrS. zu underreden. Worauf aller Gefahr ungeachret, er sich erhub, die umligcnden Ort mit dem Evangelio anzufüllen, und nach derApo- stel Weis bevorderst bey seinen Brüderen nach dem Fleisch, das ist, in seinem Vatterland dem Delphinat, anhube. Ferner von Sud an biß gegen Nord zu Genff und Basel alles so bcgunte aufzuwecken, daß den thörichten Propheten ihre Schlaff-Hauben darob zerrissen wurden: Von Osten erhub er sich auch nach Westen, da, wie Paulo in Macedonien, ihm eine Thür offen stuhndzuMümpelgard,sintemahldessenEinwohner -tlino 1524. das Wort willig und mit Freuden auffnahmen. Darüber er auch die zu Straßburg und herum befindliche Welsche Leut, so lang dergleichen Lichts genoß machte,an deme sich die dortigen Teutschen allbereits erfreueten: Biß auf Vernehmen, wie herrlich die Evangelische Lehr bey Geist-und Weltlichen, ja gesamten Teutschen Einwoh- neren unsers Vatterlands den Menschen - Satzungen obgesi'eget, er Hnno i;r8. vom Geist GOttes verleitet, sich zu uns verfügte, daß die under einer so Christlichen Oberkeit Bottmäffigkeit stehende Welsche, an gleichem Schatz, daraus bereits die Teutschen in GOtt reich worden, auch möchten Theil bekommen. Wie Moses von Jeth- ro, so würd ksrell von unserer Regierung auffgenommen. Welche sonder Anstand ihne zu den auf den Bergen und in den Thäleren ihrer Landschafft Aehlen befindlichen irrenden Schaaffen wiesen, selbige den Pfärchen unsers grossen Hirten einzuverleiben , dahin er es auch innert drey Monats Frist nach Wunsch brachte; Deßtwegen wie Jeth- ro kein Bedrucken trug Mosi eine ftiner Töchteren zum Eheweib zu überlassen: So vertrauete unsere weise Oberkeit Wiltictino ?arell eine Christi. Gemeind zu Aehlen, als eine ihrer Töchteren, fürters zu wey- den, mit dem weiteren gnädigen Ansinnen, auch auf die Benachbarten, in Glaubens-und anderen Gotts-diensilichen Sachen sorgfälrige Auffsicht zu haben, und zur Versorgung der übrigen Kirch-Spilen gleichen Amts mit nöhtigen Seelsorgern ihro tüchtige Männer vorzuschlagen. Allein, weil die feurige Liebe JEsu diesem treu - eyffrigen Knecht damahls noch nicht zugab an einem Ort als ein 8rLkiouLriu5 sich still zu halten , bevor er JEsum als den Hertzogen deß Heils anderswo mehr verkündet hätte; Darneben aus seiner Aufführung und Begebenheiten : sonderlich dem hin und her durch ihn geschafften manigfalti- gen Nutzen, auch andere erleuchtete Männer wobl merckten, der gleiche Geist, der ehedem Paulum, triebe auch ihn das Evangelium noch an anderen Orten mehr zupfiantzen, thaten sie es einer GOtt -ergebenen über 2. Cor.!. vers 24. 4 ? Oberkeit vorbringen. Welche, fern sothanen Zug zu hemmen, als treue Pfleg - Vätter der Kirchen ihrem Pfarrer zu Achten schrifftliche Er- nuß parru laubnuß mit gnädiger Beybehaltung seines Postens ertheilen , die von der reine Lehr an allen benachbahrten Orten, denen, so es von ihm begehr- hoben ten und Verlangen darnach trugen, zu verkündigen, mit Versiehe- rung ihres Schutz und Schirms, wo vonnöhten, so fern er sich ihrer Instruktion gemäß aufführe. Hierüber sieng er zu Murten mit so grossem Segen an, daß in sehr Prediget kurtzer Zeit neben vielen Gemeinen auch etliche Priester von der Gewalt muFnicht deß Satans zu GOtt bekehret wurden; l^ulanne aber, dem sein ru Mur. Vischoff zu sehr in den Ohren lag, würd vor dißmahl als ein erwiide- ^mer. ter Acker durch ihn zu fernerer Arbeit nur auffgebrochen; Von wan- ün Mün- nen er auf innständiges Anhalten der schon resormin-gewordenen fler-Tha» Stadt Viel sich dahin wendte, allwo er dem Welschen Land - Vogt leren, ihres Gebieths , wie Petrus dem Cornelio, die lautere Milch deß Worts GOttes anbotte. Wornach auch den Einwohneren deß Münster, und Immer-Thals, deßgleichen etwelchcn von Neuenstarr der Appetit ankam, diesen so eyffrigen Prediger, von deme aller Orten so viel Redens seye , anzuhören: Er willfuhr aber ihnen solcher Massen, daß nach einiger Verzögerung und Überwindung vor, gefallener Hindernussen, als ein von Christo gemachter Menschen-Fischer, er JEsu auch diese See-Leut, ja die Fischer sechsten, ins Garn . brachte. SeinEyffer war so groß, je mehr und mehr Leut ungesäumt under den ,» Gehorsam seines HErren und Königs zu bringen, daß er ihn nicht Zeit fin- Neuen? den ließ, die Winter-Quartier zu beziehen, sondern mit gutem Muht noch bürg. vor dem End deß Jahrs 1529. in LTseuenburg einzog, allwo er im Oec. weil die Clerisey ihm den Eintrat in Kirchen und Schulen versagte, un, der den Thoren auf offenem Marekt, und in den Tennen bey einem solchen Zulaufs von der Bewandtnuß deß Reichs JEsu Christi predigte, daß da mittlerweil die Bedienten Cajaphä und seine Anhänger ihr Fleisch und Blut beyden Kohl-Feuren wärmeten, die Andächtigen vom gemeinen Volck beymAnhören der Reden karelk das Liebes-Feuer JEsu jö kräffcig in ihren bißher verwahrloseten Seelen verspühr- ten, daß sie darob auch der darbsten Kälte vergaffen. Allein, dißmahl ergieng es ihm, wie Paulo vormahls zu Atheen, etliche liessen sein Wort statt finden, und wurden gläubig, andere wölken ihn hievon wieder hören. Die Vorgesetzten aber geistlich-und weltlichen Stands widersetzten sich gantz und gar, weil jenen die Küssen, mit welchen sie F 2 biß- 44 Predigt Lreck. biß hjehar die Seelen gefangen, von ihren Armen begannen wegge- i;- 2 o. werden: diese aber eine Aenderung in Rcligions- Sachen auch eine andere in der Regierung und ihren Aemleren schiene nach sich zu ziehen. Dringt Bey so bewandten Sachen müßte fai-ell dem schon häuffig in dieauff- ditKefo» gewärmten Hertzen außgeworffenen Saamen deß Worts GOttes Zeit lassen zu erinnen und Wurtzen zu fassen, biß er hervorbreche. Inzwischen Murren begab er sich wie ein Land - Mann im Winter über Murten nach völligzu Achten/ seine Gemeind als einen Acker zu besehen, gute Anstalten zu End. hinderlassen, und sie zu stärcken, von dannen aber auf innständiges Anhalten deren von Murren / und erhaltene gnädige Erlaubnuß C. Hohen Qberkeit er sich wieder dorthin begab. Wo auf das Frühe-Jahr er sahe, daß die von ihm besäyten FHder schon weiß seyen zur Ernd. Gestalten im Jenner i s zo. in dasiger Stadt, innert ein paar Monat, daraufaber bey den sämtlichen Teutschen und Welschen Kirchspilen, die Deformation öffentlich eingeführt war, wie auch bald hernach in dem Münster und St. Immer - Thal, sie durch diß Manns unermüderen Fleiß zur Richtigkeit kam. Worauf aus Anlaß derenvonpleuenstadt, dieSchwürigkeit machten den Gottesdienst öffentlich nach der Weis der übrig Bekehrten zu verrichten, farell under Geleit und Empfehlung von Bern auß, frischer Dingen sich naher Lausanne verfügt. Von dannen, weil die Stund ih- Under- l'"' Wiedergeburt noch nicht vorhanden war, er sich als ein unablässi- nimt fti- M Arbeiter wieder naher Neuenburg begab, zu schauen / ob dee scherDiri« Wemstock blühe / und ob die Granat-Aepffel,Bäum außge- gen die schlagen haben ; Allwo er aber nicht graden Wegs in die Stadt »ton Sleng, weil ihm der (Hubemacor überaus abhold war, und dortauff- rTleue- passen ließ, sondern bey den Gläubigen zu 8ewiers (einem meistens hurn auß Mühlen und von Wasser getriebenen Schmidten bestehenden Ort) mitgmem einkehrte. Bey seinen Predigten, in den Pnvar-Häuseren, die voller Lucceü. Safft und Krafft waren, fände sich eine so grosse Menge aus der Stadt mit ein, daß solche aus seinen abermahligen Reden, mehr als jemah- len in ihrer zuvor gefaßten MeynuW gesteifft seyende, man könne aus keinen kabrigucn der Welt bessere Waffen erwarten , die Anschläg und alle Höhen zu zerstören, die sich erheben , wider die Erkanntnuß GOttes, als seine Wort seyen, ihne auf ihre Gefahr hin zu sich in die Stadt hinein nahmen. Da dann auf sein Lehren und Predigen, an Orten, wie vorwählen der HErr zu der Gemeind täglich mehr hinzu that, sarcll auch Gnad hatte bey dem Volck, so daß alles Schel- tens über 2. Loe.I. vers 24. 45 tens und Wehrens der Baals-Priestercn ungeachtet, sie ihm bevorderst ihren Spitthal öffneten, darinn zu predigen , hernach ihn aber vollends in die Pfarr- Kirchen führten, in selbiger ihnen das Wort der Versöhnung vorzutragen, darinn er auch den rz. 0Kobri8 15 zo. die erste Evangelische Predigt hielt, wobey aber bey dem Bilder-stürmen einiche Ubereylung mit underloffen : Über die der Landpfleger samt dem Stadt-Raht sich zu Bern beklagten ; Die Gläubigen aber, wegen nunmehriger starcken Anzahl, vermeinende in gleichen Rechten mit ihren Klügeren zu stehen,ordneten gleicher gestalten auß ihrem Mittel etliche ab an unseren Hohen Stand ; Da mitlerweil bare!! zu Valentin über eines Delphiners unzeitiges Vermögen und grobe Reitzung der Römisch-gesinnten in ihrer Geschäfftigkeit mit ihrem Gcwärb, der unschuldige bare!! die Wahrheit mit seinem Blut versiglcn müßt, und nicht ein Haar gefählet, daß er zu einem Märtyrer darob geworden wär. Eine weise Oberkeit nun , nachdeme sie beyde Partheyen versöhnet heim wies , mit der Vermahnung, sich under einander biß auf weiteren Bescheid friedlich zu vertragen , sahe demnach vor gut an , wegendenReligions-Streikigkeiten, Gesandte auß dem Mittel ihres täglichen Rahts, jenen nachzuschicken, den Außgelassenheiten zu wehren , und die Verbitterungen best möglichst zu dämpfen. Da sie dann durch dero hohes Ansehen , grosse Freundlichkeit, und fürsichti- ge Vermittlung , mit denen sie bey mätiniglichen von beyden Theilen sehr in Hochachtung kommen , es dahin brachten, daß nunmehro die Römisch-gesinnten sich zu einem Ding bequemten , deme sie sich zuvor hefftig widersetzt, nämlich, daß sie so wohl als die unsers Glaubens sind, sich zu einem allgemeinen Handmehr gesamter Burgerschafft verstuhn- den , über den öffentlichen Gottes - Dienst, der hernach allein platz haben solle, den Außschlag zu geben. Man schritte auch den 4. diovemb. würcklich darzu in Gegenwärtig Herren Gesandten von Bern, welche waren t>!oI!, 8u!pit>'u8 K'rctrer, /acob 1"ribolet. Da, GOtt sey ewig Lob und Danck darfür ! Die Wahrheit die Oberhand behielt ; worüber ohne weiteren Anstand , ein auß sechs Articklen bestehender Vertrag , in Form einer Lapitulgtion auffgericht, in Schrisst versasst, und von dem 6u- keniatoren , den Bürger-Meisteren der Stadt, und etlichen deß Rahts, im Namen der gesamten übrigen Burgerschafft underzcich- net würd. Die bey dem Handmehr an der Zahl dahinden gebliebene, gedachten Krafft ihrer so liebreichen ( teil.-) und exira-chrlichen Maxime: käe- F z reti- Iu Zwilchen komt 53- rell M Valentin in Lebens» Gclahr. Bern stillet sie. Schickt Gesandte Die es dabin brach- len/daß drrReli» gionr- Gireit dnrchs Handmehr bey« gelegt würd. Also würd Neuen- bürg Reformiert den 4 . tgoveml). i;;o. predigt I! 46 Blutige reticis non eck scrvLn^L ckcies, nach der Ruckreiß der Gesandten unser Anschlage Hohen Obcrkeit von Bern ,l saut heimlich gethaner Zusamenschwe- . ^rStdge- ,nng, an dem heiligen Meyhnacht. Fest, zu Neuenburg die Refor, i ^,cl ten ,n dcr Kirch zu überfallen , nider zu metzlen , und das muÄe Sc ! ccle an ihnen zu exercieren , thaten auch schon Wider den Jnnhalt deß 1 Kommen getroffenen Verglichs denen von 8errierc viel Verdruß an. Allein es ! Milch hieß : was toben doch die Heyden / und nemmen ihnen vor/ aup' was vergeblich ist / rc. rc. Dann der GOtt Jacobs lachte ihrer Und wer- so / daß ihr Beginnen frühzeitig verrahten , und noch in der Geburt den von erstechet war : Massen ein Hoher Stand von Bern eiligst noch vor den Der- Weyhnachten eine Gesandtschasst hinüber schickte, welche die Ubcl-Ge- slnnte mit der Drohung , wie sie alles was widerfahren würd, auf ^ ' ihre Rechnung nemmen werden, der g'staltcn abschreckte, daß auf wei- ters Bemercken, wie Israel in guter Verfassung sey gegen sie - kein Philister an gedachtem Fest, sich nicht blicken lassen dörfft : Sonder bey der den 4ten dlovembcr angenommenen ckclormarion, dergestalten t-reil sein Verbleiben hatte, daß von nun an fsreil. einen würdigen Mit-Ar- setzt einen heim am Wort, Namens Hmkonium Uarcourt, sich zugesellcte, ein nebm durch solchen die Stadr-Leut zu underweisen und zu erbauen , mitte» sich. weil er die Graffschafft durchzöge, aller Orten, auch den Land-Leuten, undre- den wahren Glauben einzustoßen. Durch Verkündung vorhandener formiert angenehmer Zeit / da der 6ERR auch sie weyden wolle/ §uf den Bergen Israels / bey den Bächen und auf allen Ane Bvlck. geren des Lands / welches so glücklich von statten gierig , daß alles ( äußert ll.Ln6eron und (iryllack ) dem wahren von Menschentand gesäuberten Glauben und Gottes - Dienst beypflichtete. Folglich ihr Sardon zur Schaaff-Hütten und ihr Thal Achor zu Rinder- Lager einem in derGegend ihres Sees aberHirten-Gruben aufgerichtet wurden- Führt Worauf nach siegreicher Zuruckkunfft in Neuenburg , «meOrd- ?arell dorten zur Beybehaltung deß köstlichen Kleinods, und im- nungtn merwehrender Besorgung der Gemeind JEsu Christi, zu deren er den Grund gelegt, recht Apostolische und höchst - ersprießliche Verfügungen gethan , in Haltung der Capitlen, Besatzung der Pfarreyen, Verpflegung der Armen, wie auch den Pflichten und Gewalt der Sonder- Chorgerichten, rc- rc. Am allermeisten aber durch Einführung einer dem bch an heiligen Wort GOttes und Uebungen der ersten Kirchen gemäßen Christlichen Büß - Zucht, die er weit auff einen besseren Fuß setzen tönt, als es die Umstand bey der Bernerischen kelormsnon unseren Vorbucht fahren gestatteten. Dann er es dahin brachte, daß alle die mit unor- über 2. Cov. l. vers. 24. 47 denlichem,unzüchtigem und llnreinemWcsen offenclicheAergernußgaben, hinwiderum auch öffentlich durch Abbitt der Kirchen GOttes knyend darfürAbtrag thun müßten: Denen Verweigerenden aber,oder Säumigen , so lang die Gemeindschafft der Wahrzeichen Göttlicher Gnaden in der Versamlung der Heiligen undersagt bleibet, biß sie sich darzu verstehen. Weil aber diß bey den fleischlichen Menschen natürlicher weis weit Dieben mehr Herd auffwurff, als der Einfall aller Mauren von Jericho : beyEr- ausgelas- manglung aber der Büß-Zucht die reine Lehr gleichsam ungesaltzen und krafftloß ist , so brauchte es auch sich gesagt seyn lassen , wes- ch-,,. sen Moses Josuam vermahnte, halte vest und sey kack : Auch diese AUemsL- GaabhattekoreilvomAllerheiligsten erhalten,fintemahl er ob der einmahl r-u hält eingeführten Ordnung gantz stciffhielc, und es aus Anlaß eines hartnäcki- gen eigensinnigen Eheweibsgnugsam an Tag gab. Welches von ihrem ^ Ehemann gelassen , zu dem es aller Vorstellungen ungeachtet, kurtzum besondern nicht Widerkehren wolt, und weder an freundtliche noch ?riv3t-noch Begeberr- Lonüüori'gl - endlich auch nicht einmahl an die öffentliche Vermal)- l)ttt- nungen ab der Cantzel sich nichts kehrte ; daß endlich farAh obgemeld- tem höchsten Grad derBuß-Aucht, den Lauffließ,und allesLonssirierens, Zusammenschwerens, re. rc. diß Weibs Verwandten und Bekandten ungeacht, ja ungeacht aller anscheinenden Lebensjahren und schimpflichen Verjagung, gleich einem ^mbrolio bey der Lxcommum'cgrlon Darin» deß Käysers ibeoctotti, so Felsen-vest verblieb, daß nach genauer Un- er sein ge- dersuchung der Abgeordneten eines Hohen Standts von Bern, die rechte um dieser Ursach willen dorthin gesandt wurden ; s obwohlen derglei- chen Kirchen-Zucht bey ihnen nicht platz hat) karcll alles zum höch- ^ ^ sten Lob und Ruhm außschlug. Christgl. Ztihörer, so kan man wohl von Neuenbvrg sagen, Neue- betreffend die Abschaffung der Aergernuß so wohl als deß Papstthums ; burgs Die Verbesserung der Sitten so wohl als die Einführung reinen Got- neue Ge» tes Diensts ; Babel seye dorten nidcrgeriffen, die Vestungen der Hart- flasi. näckigkeit und deß Ungehorsams verstöhrt ; Ja das Alte sey vergangen und zu Neuenburg seye nun alles Neu worden ; Auß einem dem Apocalyptischen Thier zugethanen Nest sey nun eine Stadt deß lebendigen GOttes ; auß einer Jebusiten-Burg ein Burg ?ion ; auß einem Babylonischen Grümpel- Marckt, da man von dem hitzigen Wein deß Weibs , das auf dem Thier saß, truncken war, nunmehr ein Neuer Marckt-Play worden, da man nicht mehr Gelt darwigt für daj 48 predigt das , wo nicht sättigen kan: Sondern nun auf ein Evangelische Weis umsonst und ohne Gelt kauffet , beydes Milch der ersten Buchstaben Göttlicher Lehr, und sknrcke Speist der Gchcimnussen deß Heils, welche die Erfahrnen im Wort der Gerechtigkeit und Erwachsenen in der Gnad frölich machen und stärcken; Wo man umsonst von Christo lebendiges Wasser schöpffet, und endlich umsonst von der Fettigkeit deß Hauses deß HErren kan truncken werden. Ursachen In gleichem Zustand findt man es annoch; Hiemit, Christgl- Zu- unb Be- Hörer! harten unsere Landes-Vätter und Propheten vormahls alles weg» mögliche beygetragen, Neuenburg einer gleichen Freud mit uns theil- Srunv/ ^§^ig zu machen; Wie vielmehr sollen wir setz Gehülsfen seyn ihrer aucdwir Freud / daß sie dessen , was sie von uns angenommen, biß claro ihrJudel. im geringsten nicht gereuet: Zu Widerspiel, deß Tags, da sie uns Ge- Fest mit- hch- gegeben, annoch mit gröfien und allgemeinen Freuden gedencken; feyrensob Ja bemeldtts Ort ins besonders so wohl für die Außübung der unschätzbahren Kirchen-Zucht, als ein fürtrefflich prLservsriv, wider einreihende öffentliche Laster Sorg traget, als es die theure Beylag der Wahrheit in Ehren gehalten. Zum Zeichen auch noch immer froh zu seyn, solcheren vor ein paar hundert Jahren den Eingang verstattet zu haben, hätten sie gern prscis gar den Tag selbsten, an welchem das Evangelium in einem solennen ^»angenommen würd, in freudiger Wiedergedächtnuß gefeyret, der auf gestern als Samstags den 5. dlov. eingefallen, wann sie nicht von dem stracks darauf folgenden heutigen Sonntag waren gemahnt worden, zu mehrerer Heiligung deß Sabbaths das Danck-Fest aufheule zu versetzen. Christgl. Zuhörer! Isis löblich, wann eine Tochter zu dero Freuden-Fest, es seye der Hochzeit oder der Tauffe ihrer ehelichen Leibes- Frucht, ihre eigene Mutter einladet: Gantz natürlich aber und billich, daß diese sich bey jener einfinde, und in allen Gliedmaffen sich erfreue. Gleicher gestalten, da Neuenburg unsere Kirch zu gemeindschafftlicher Freud, mit so verbindlichen Worten eingeladen. Lieber! könnten wir auch wohl fürbey ohne ihrer Erwartung zu entsprechen? Ist es der Anständigkeit gemäß, daß, wann einem Großmächtigen Nachbarnein Erb zur Welt gebohren wird, der ihm in dem Reich folgen sott, man auf erhaltene Noriücation grosse Freud bezeuge, von dem man doch nach der Hand so wohl Verdrieß - als Ersprießlichkeiten gewärtig seyn muß. Wie vielmehr haben wir Ursach Theil zu nemmen an der Wiedergedächtnuß einer Freud der Wiedergeburt einer gantzen Stadt und Lands, deren süffe Frücht wir biß äsm genoß worden: Anerwo- gen über 2 Tor. I. versi 24. 45 gen vermittelst der Beibehaltung eines gleich, theuren Glaubens mit uns, und auch durch diß Mittel erwachsenen beydseitigen weit näheren Verbindung und Vertraulichkeit; Theils ein schöner Strich unsers wahrten Vatterland von etwanigen danahen besorgenden feindlichen Einfühlen gesicheret ist , in dem wir durch den freyen Eintritt und Durch- zug bey ihnen , frömder Macht auf ftömdcm Boden also entgegen ziehen , und den Einbruch ins Vatterland von weitem versperrn und verwehren können; Theils, die so nöhtigc Lommunicarion zwischen den teutschen und weltschen Landen / der Bottmässigkeit unseren lieben Oberkeit zu Wasser und auch einicher Massen zu Land sicherer erhalten wird; Theils / wir bcydcrseitig seithar viel williger und fertiger einander bey- siehen. Oder lieber ! haben sie nicht auch in unserem letsten siegreichen Feldzug mit ihren Hiiffs-Völckeren unser Kriegs-Heer verstärcket, grosse Kösten , Mühe und Gefahr erduldet / und Lieb und Leyd mit uns gehabt ? Sotten dann wir nun nicht auch Gehülffen ihrer Freud seyn ? Um so mehr, als sie sämtlichen bey vorfallenden Mißhä- Ugkeiten , zwischen ihrer Obermacht und den Freyheiten deß Volcks unsere Hohe Oberkeit für Schib-Richter erkennen : welche immer zwischen beyden Theilen, das Gleich-Gewicht behaltet, daß -enercn Vorrechten nicht zu nahe getreuen, dieseren aber ihre Freyheiten nicht gekrän- cket werden ; Ferners findet man geschrieben, daß die Nachbohren deß Hauß- Vatters sich mit ihm über den widergefundenen Groschen erfreuet haben: Wie viel wöhler steht es uns an Gehülffen ihrer Freud zu seyn , nachdem sie die Gerechtigkeit wider gefunden, die allein vor GOttgilt, um so mehr, als wir ihnen dieKertzen (will sagen ksreli) darzu geschaffet, sie zu suchen und zu finden ; Ja die wir ihnen vielmehr die himmlische Perl auf ein so kluge und fürsichtige Weis haben können antragen, ohne dennoch uns deß Unfugs schuldig zu machen , als herrscheten wir über ihren Glauben ; Wann auch Benachbarte sich erfreuen , über einen von ihren zugethanen erfochtenen Sieg , darauff ein dauer-und vortheilhaffter Frieden erfolget : Wie viel grössere Ursach haben auch wir Gehülffen ihrer Freud zu seyn , da sie Widergedachtnuß halten , wie glücklich sie sich deß unerträglichen Jochs deß Antichristts entschritten, und in ein Christliche Freyheit erschwingen können. Da es bey ihnen weit schwärer zugieng als bey uns , wo eine weltliche Oberkeit mit dem Geist Josiä angezogen, sechsten nach der Wahrheit begeirig war, es waren under unserem Mittel sechsten geistlich-erleuchtete Priester, die willig gewesen den Gehorsam und Erhebung deß einigen wahren Hohen - Priesters, allen zeitlichen G Opfer- predigt so Opfer, Gaaben und Einkünffcen vorzuziehen. Daß bey so bewandten Sachen / da under uns Moses und Aaron so einmühtig Hand in Hand schlugen/ die ketormmioli bey dem gesandten Volck / weit besser durchdringen, und im gantzen Land viel geschwinder in Stand kommen könnt: Zu LTkeuenburg aber war es gantz ein anders. Die geist, und weltliche Oberseiten ; Die Obcrhcrrschafft und Stadt, Reiht ; Die Priester und Ordens - Leut / samt einem sehr grossen Theil der Gemeinen widersetzten sich allzumahl/ welche die dortigen Gläubigen hatten zu überwinden/ doch ohne fleischliche Waaffen noch offcnbahre Be- streittung/ zu erkauffen doch ohne Geld / zu gewinnen/allein ohne Miet noch Gaaben. Da sahe man von was Kraffc die Waaffen der geistlichen Kriegsrüstung seyen / dardurch, was sich wider die Erkantnuß GOttes erhoben/ verstöhret/ die Gedanckcn auch der Widrigen gefangen und alles under den Gehorsam JEsü Christi gebracht wurde. Dessen Vertröstung: Förchte dich nicht du kleineSeerd/dannes hat eueremVat- rer gefallen euch das Reich zu geben / sie sich alleinig zu erfreuen hatten. Je augenscheinlicher aber die Gefahr war / je grössere Ursach ist nun zur Freud ; Je grosser die überstandenen Schwürigkeiten waren/ so viel herrlicher die Überwindungen. Was billicher hiemit/als daß wir auch Gchülffen seyen ihrer Freud ? Die wir ihnen beystuhn- den im Kämpfen / was natürlicher, als daß wir auch mithelffen im Triumphieren? Ja Christgl. Zuhörer / neben obangeführten trifftigen Gründen / auch ihrer so nachbahrlichen Einladung / ladet uns noch mehr die Gewißheit ein / daß sie noch stehen im Glauben. Dessen klare Proben sie seit zweyhundert Jahren zu männiglicher Erbauung abgelegt; Dann vetrachten wir überhaupt / die nach GOttes Wort hergestellt Christliche Lehr / so waren sie einerseits von mehrerer Gefahr seither bedrohet / und anderseits auch mehreren Versuchungen weltlicher Vor, theilen / ( darmit Babel als so vielen Lockbißem sie wider in ihr Garn lock, te /) underworffen / als alle übrige Reformierte Ständ Löbl. Eyd, gnoßschafft. Sie stuhndcn über die hundert und achzig Jahr / under - einer so genantenCatholischen Obmacht/ und müßten innert solcher Zeit m ihrem Stadt - Zwing einen Oubemsroren von widriger Religion ob sich dulden: da von den ihrer Seils nahen zu erwarten gewesenen mehre, renBequemlichkeiten / ( wann sie umgesattlet hätten) sie sich doch mt geringsten nicht anfachten liessen / das Evangelium zu verlassen / sonderen noch immer im Glauben stehen. Was aber ins besonders dre Regierung und gesamtes Ehrwükdige Uinilicrmm bey den Ro- über 2. Lor. I. verf. 24. s r misch - gesinnten Benachbarten und Oberherren fürKlug-und Wachtsam- keit muß angewendt haben, daß das Volck um des Glaubens willen, weder bedrängtnoch im geringsten beunruhigetwurd, kan ein jeder ermäs- sen; Ja vor acht und zwantzig Jahren,da die nächste Erb-Linien der jüngst verstorbenen rechtmäßigen Oberherren abgegangen, und es zu thun war, wem di< Oberste Richtere die Obcr-Herrschafft zuerkennen sollind, gaben sie abermahl eine heitere Prob, wie mit Hindansetzung aller Menschen -Forcht sie im Glauben stehen / in dem sie das Scepter eines grossen Pfleg-Vatters der Kirchen und Beschützers unsers allein seeligmachenden Glaubens, nemlich bklOMlLl deß ersten Bönigs in Preussen und Churfürsten von Brandenburg rc.rc.Glorwürdigsten Angedenckens ( obwohlen er sehr fern von ihnen entlegen ) allem aus der Nähe zu hoffen gehabten proür vorgezogen ; auf daß sie ohne für- tere Versuchung fürbas im Glauben stehen können. Gaben wir bey damahliger Gelegenheit auch schon unsere Freud an Tag , warum sollen wir jetzo nicht Gehülffcn seyn ihrer so rechtmäßigen Freud? Da sie von gleichem Thron, mit so gnädigen Augen angesehen werden, daß ihre Kirchen und Schulen noch immer mehr in Aufgang kommen; Vehcrtzigen wir weiters ihre Sorgfalt , in der Wart deß Gottes- Diensts, so kan man zu ihnen ohne Schmeichelet) sagen, ihr stehet im Glauben: Sintemahl der Seegen , mit welchem unsere dortigen Amts-Brüder arbeiten, sich an männiglichen zeiget. Gestalten ( nur eines Musters zu erwähnen ) auch die aller fürnchmsten ihrer KlsZilira- rur an Merck-oder gemeinen Wochen wie an Sonntagen sich eine Glaubens-Pflicht machen , dem öffentlichen Gottes, Dienstlich einzufin- dcn ; In den öffentlichen Gesängen aber, diechon einem sehr fieisfigen Mit-Arbeiter angestimmet werden, sich eine Ehr schätzen, auch sechsten das Lob GOttes überlaut auß ihrem Mund erschallen zu lassen ; under denen viel, die ohne Behilff des Buchs es gar außwendig zu thun pflegen; Woraus erhälet, siejhalten die Psalm-Lieder Davids, obwohlen sie in aller Leuten Händen, und schort so alt und gantz gemein sind, dennoch heilsamer und wehrter, als alle Staats-Regel eines THr-', bflacKiLvelli und blsrarinz, Lcc. Mcrcket man endlich auf die Anstalten, den öffentlichenAergernussen möglichsten Jnnhalt zu thun: auf ihren gerechten Eyfer aber, wo jemand denen Gesätzen, der Zucht und Ehrbarkeit zuwider handlet, solche ohne Ansehen der Persohn unerbittlich zu öffentlicher Kirchen-Büß und Angelobung neuen Gehorsams zu halten, ehe ein Untugend beym pubüco zur Gewohnheit werden könne. So gibt diß so viel immer als alle vorige Gründ Anlaß Gehülf- G L fen predigt (2 fcii ihrer Freud zu seyn. Daß ihre Prediger biß dato darob so siandstaffc gehalten , und nicht eines Fuß breits davon gewichen. Ja da letstlich es nur ein Anschein gewänne, daß in ihre von karsll ungeübte Ordnungen und Gebrauch wolle durch einicheren Widersetzlichkeit ein Riß geschehen, ihre geistliche Wächter sich zusammen gethan, und alle einhellig beschlossen, ehe sie solches gestatten, ehender eine kost- bahrelangweirigeReißzu thun, sich bey deme, von welchem die kräfftigste Menschcn-Hilffzu erlangen, zu Füssen zu werffen.Wie sie es auch r 727. würcklich mitsolchcm Succcss thaten,daß nebensonderbahrgnädigerVer- hör ihres jetzt regierenden Großmächtigen Rönigs siktOLKict II. Ihnen von Jhme nicht nur nach Wunsch Hand gebotten würd, sondern theils von ihme den Platz ihrer Synodal-Versammlungen und Libliotbcc, da sie zuvor nur tollenrt waren, nun eigenthümlich für eins und allemahl inne bekamen, theils dann gar zu Underhaltung der Kirchen - Pfarr - und Schul - Gebäuen aus seinem Königlichen Schatz ein erkleckliche Gelt-Sumix als ein Gnaden, Geschcnck erhielten; Allen Kirchen-Dieneren zum Exempel, wohin, da einer für alle und alle für einen stehen , in Ausführung eines auffrichtigen ein- mühtigen Eyffers in wohlbegründtem Anligen sie es noch dato bringen können; und man sich von keiner Schwärigkeit, Mühe und Hin- dernuß nicht solle abschrecken lassen dem Übel zu steuren, und alles auf besseren Fuß zu setzen. FrvrmH Wohlan dann, Chrisigl. Zuhörer l wie es sich geziemet, daß man AWny für allerley Menschen thüe Bitt, Gebett, Fürbitt und Dancksagung, gung und ^ laßt uns auch Gehülffen ftyn ihrer Freud mit Dancksagung/ Lobpret» Wunsch und Gebett. Gelobet sey demnach der grosse Hirt der Schaaf- sung ftn, der beyde sie und uns gelehrt hat seine Stimme kennen; Der eS GOtttS. uns an nichts ermanglen läßt, daß wir in graßechtcn Auen lägeren, und vonJhm mit sanssten Wasseren zur Erquickung unsererSeelen können geträncket werden; Ewig sey Ihm Danck gesagt, daß Er beyde sie und uns in seinen Schaaff-stall geführet, da wir gesicheret sind vor den reißenden Wölssen, und dem brüllenden Löw, welcher umher gehet, und suchet, welchen er verschlinge. Es preise Jerusalem den HErren, und lobe Zion seinen GOtt, daß Er uns sammethafft von der Finsternuß der Jrrthümmer und deß Aberglaubens versetzet hat zu seinem wunderbahren Licht der Evangelischen Wahrheit; Von der Knechtschasst der Menschen zu der Freyheit der Kinderen GOttes, denen Er durch den Glauben an seine Gerechtigkeit einen Trost bescheret, der beydes im Leben und jm Sterben hasstet- Es werde hoch über L. rr: 56 predigt GPcc: Dann nuffrichcig und gerecht sind Seine Gerichte: Dann Er hat die grosse t)ur verurcheilt/ welche die Erd mir ihrer tdurey verdorben hat / und Er hat das Blutseiner Anechren von ihrer t)and gerochen/ Amen! Hallelujah. Amen. ^1. G. ENDE. c > > MKS MUK/^ >>- L CNN MMK Mk K :/-E ^5E WM