ilsnt.- INUNKKU Leitfaden für den Kvnfirman-en-Unterricht cmigkl. Mc des Miilnis S°!i»rgR. Lehrmittelverlag des cvnng. Nirchenratcs 1904 . Druck von Huber k Co. in Frauenfeld. Linlriiung. 1. Der Zweck des Konfirmandenunterrichts und die Bedeutung der Konfirmation. Der Konfirmandenunterricht ist eine zusammenfassende Unterweisung in der christlichen Religion und hat den Zweck, die Lehre vom christlichen Glauben und Leben in ihrem innern Zusammenhang geordnet darzustellen, und die jungen Christen dadurch auf die selbständige Führung des christlichen Lebens vorzubereiten. Den Abschluß des Konfirmandenunterrichts bildet die Konfirmation. Diese ist die persönliche Bestätigung des Taufbundes durch ein freiwilliges Bekenntnis und Gelübde vor Gott und der Gemeinde. Der Konfirmand bekennt sich dabei zum Glauben an Jesus Christus und sein Evangelium und gelobt, daß er diesen Glauben treu bewahren und darnach sein Leben ordnen und führen wolle als lebendiges Glied der christlichen Gemeinde. k. Tim. 2, 4: Gott will, daß allen Menschen geholfen werde, und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. ^ Ps. 143, 10: Herr, lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. — Lied 31, 2. Lukas 2, 41 — 52. Matth. 7, 24-27. ^ Ps. 78, 28: Das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte, und meine Zuversicht fetze auf den Herrn. — Lied 184, 1. 7. 2 Matlh. 16, 26: Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele wieder löse? Luk. 10, 38—12: Maria und Martha. „Eins ist not!" Lieder 148. 178, 1.9. — 2. Tim. 3, 14—17. * 2. Das Wesen der Religion und die verschiedenen Religionen. Die Religion ist ihrem Wesen nach ein Gefühl der Abhängigkeit von Gott, ein Fürchten und Ehren seiner Macht, aber auch ein Suchen und Verlangen der Seele nach ihm, nach seinem Schutz und Segen, nach völligem Frieden in seiner Gemeinschaft; sie ist in der geistigen Natur des Menschen begründet, und keiner kann seine wahre Bestimmung erreichen ohne sie. Es gibt verschiedene Religionen: Das Heidentum, das Judentum, den Islam und das Christentum; sie alle wollen das Verlangen der Seele nach Gott stillen, in vollkommener Weise vermag dies aber nur das Christentum, die Religion Jesu. Durch den Glauben an ihn und sein Evangelium werden wir Kinder Gottes und treten in die innigste Lebensgemeinschaft mit ihm als unserm Vater. Ps. 42, 3 : Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Ps. 73, 25. 26: Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde; wenn mir gleich Leib und Seele verschmachten, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Apg. 17, 22 — 29. Augustinus: „Zu dir, o Gott, hast du uns geschaffen und unser Herz ist unruhig, bis daß es ruhet in dir. — Lied 186, 2. Ein Stein sich nach der Erde neigt, ein Flämmlein in die Höhe steigt. Ein Fisch will in dem Wasser leben, ein Vogel in der Luft muß schweben — Wenn jedes da ist, wo es soll, so ist es still und ihm ist wohl: Mein Geist ist ruhig, ihm ist's gut, wen» er in Gottes Herzen ruht. Ps. 115, 2 —8. Röm. I, 18 —25. 3 Joh. 17, 3: Das ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Joh. 8, 12: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Joh. 14,6: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich. — Lied 190. Joh. 1, 12: Wie viele ihn aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an feinen Namen glauben. x/s In allen Zonen liegt die Menschheit auf den Knieen, >^v Vor einem Göttlichen, das sie empor soll ziehe». / Verachte keinen Brauch und keine Flchgebärde, < Womit ein armes Herz emporringt von der Erde; I Ein Kind mit Lächeln kämpft, ein andres mit Geschrei, I Daß von der Mutter Arm es ausgenommen sei! V, ' Rückert. 3. Einteilung des Unterrichts. Die Lehre vom christlichen Glauben und Leben wird dargestellt in folgenden vier Hauptabschnitten: I. Gott und seine Offenbarung, sein Wesen und seine Eigenschaften. II. Der Mensch, seine Würde und Bestimmung. Gottes Gesetz und des Menschen Sünde. III. Die Erlösung durch Jesus Christus. IV. Die Heiligung oder das christliche Leben. > I. Gott und seine Gfsenbarung, sein Wesen und seine Eigenschaften. Die Offenbarung Gottes. Gott als der Urgrund aller Dinge ist uns seinem Wesen nach ein heiliges Geheimnis. Aber er selbst offenbart sich, daß wir ihn soweit zu erfassen vermögen, als zu unserm Heil 4 und Frieden nötig ist, und zwar gibt er sich zu erkennen in seiner Schöpfung, in unserm innern und äußern Leben und besonders in der Geschichte Israels und durch Jesus Christus. Joh. 1, 18: Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt. — 1. Tim. 6, 16. Jes. 40, 18.25. „Was Gott ist, wird in Ewigkeit kein Mensch ergründen, Doch will er treu sich allezeit mit uns verbünden." C. F. Meyer. Jak. 4, 8: Nahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch. X, Jer. 29, 13: Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr.)< Ps. 53, 2: Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Röm. 1, 19. 1. Kor. 2, 10. Micha 6, 8: XEs ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was"der Herr von dir fordert, nämlich recht tun und Liebe üben und demütig wandeln vor deinem Gott.^ Matth. 11,25: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen geoffenbaret. Viel ist dem Herzen offenbar, doch wird es dem Verstand nicht klar. Wer wandelt fromm und ohne Trug, der weiß vom lieben Gott genug. Lied 41. 5. Die Offenbarung Gottes in der Natur. - Die Natur erweist sich uns als Offenbarung Gottes schon durch ihr Dasein. Die ganze sichtbare Welt läßt uns den unsichtbaren, ewigen Geist ahnen, der alles erschaffen hat und erhält. Ihre unendliche Größe und Mannigfaltigkeit läßt ihn uns erkennen als den allmächtigen. Aus der wundervollen Ordnung und Gesetzmäßigkeit der Natur ersehen wir, daß Gott allweise ist, und die Gaben, welche alle Wesen, insbesondere der Mensch aus ihrem Schoße empfangen, sind uns Beweise seiner Güte. Röm. 1, 20: Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an seinen Werken ersehen, so man es wahrnimmt. X Hebr. 3, 4: Ein jegliches Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet, das ist Gott.X. 1. Mos. 1,1: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 1. Mos. 1, 1—25: Die Schöpfungsgeschichte. 1. Mos. 8, 22: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Lied 20, 3. 278, 1. Ps. 90, 1.2: Herr, Gott, du bist unsre Zuflucht für und für! Ehe denn die Berge geworden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ps. 102, 26—28. - Ob alles im ewigen Wechsel kreist, Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.x Schiller. — ^ Joh. 4, 24: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Jes. 40, 26. Ps. 104. Ps. 19, 2: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. — Lied 4. Ps. 94, 9: Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen? X. Wer oberflächlich die Statur betrachtet. Sich leicht im grenzenlosen All verliert. Doch wer auf ihre Wunder tiefer achtet. Wird stets zu Gott, dem Herrn der Welt, geführt. ^ O. Heer. Ps.33, 9: Gott spricht, und es geschieht; er gebeut, und es steht da. 1. Mos. 17, 1 : Ich bin der allmächtige Gott, wandle vor mir und sei fromm. Ps. 104, 24: Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter! Ps. 145, 9: Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. 6 Pf. 145, 15.16: Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Jak. 1, 17. Alle gute Gabe und alles vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater des Lichtes.^ Ps. 106, 1: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich! Apg. 14, 17. Lieder: 12. 24. 30. 1. 6. Die Offenbarung Gottes in unserm innern Leben. Gott tut sich ferner in unserm Innern kund. Unsre Vernunft vermag ihn aus seinen Offenbarungen zu erkennen, unser Herz fühlt seine Nähe, und unser Gewissen kündigt sich in der Ruhe wie in der Unruhe als seine Stimme an und bezeugt uns, daß er allwissend, allgegenwärtig und heilig ist. Apg. 17, 27.28: Gott hat gemacht, daß die Menschen ihn suchen sollten, ob sie ihn doch fühlen und finden möchten; und / zwar, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; denn in ihm leben und weben und sind wir. Röm. 2, 14^15. 5. Mos. 30, 11. 14: Das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht verborgen, noch zu ferne. Es ist das Wort gar nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, daß du es tuest. Matth. 5, 8.- Selig find. die reines Herzens find; denn sie werden Gott schauen. Apg. 24, 16-. Ich übe mich, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben, beides, vor Gott und den Menschen. Matth. 27, 3 —5. 2. Kor. 1. 12. ^Ps. 139, 1—4: Herr, du erforschest mich und kennest mich. < Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Ge- ^ danken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. 4 - Ps. 139, 7—10: Wo soll ich hingehen vor deinem Geist, und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich in die Hölle, stehe, so bist du auch da; nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meere, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten. 3. Mos. 19, 2: Ihr sollt heilig sein; denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott. Lieder: 6. 34. 249, 2.3. 7. Tie Offenbarung Gottes in unserm äußern Leben. Auch in der Geschichte der Völker und im Leben der einzelnen Menschen gibt sich Gott zu erkennen, nämlich seine ewige Gerechtigkeit und Weisheit, womit er alles durch seine Gesetze ordnet, der Völker und Menschen Schicksal regiert und durch die natürliche und sittliche Weltordnung alles aus das hohe und heilsame Ziel seine« Reiches hinleitet. (Weltregierung und Vorsehung Gottes.) Gal. 4, 4: Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn. 1. Mos. 50, 20: Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen. ^ Gal. 6, 7.8: Was der Mensch säet, das wird er auch ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleische das Verderben > ernten; wer aber auf den Geist säet, der wird vom Geiste das ewige Leben ernten. Röm. 2, 6: Got^wird einem jeglichen geben nach seinen Werken. X.Ps. 145, 17: Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen ^ und heilig in allen seinen Werken. ^ Ps. 5, 5: Du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir. — 2. Mos. 20, 5.6. Ps. 1. „Es lebt ein Gott, zu strafen und zu rächen!" ^ Jes. 55, 8. 9: Meine Gedanken find nicht eure Gedanken, ^.und eure Wege find nicht meine Wege, spricht der Herr; 8 sondern so viel der Himmel höher ist denn die Erde, sind meine Wege höher denn eure Wege, und meine Gedanken denn eure Gedanken. X Jes. 28, 29: Des Herrn Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus. — Lied 12, 16. Ps. 37, 5: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird es wohl machen. — Lied 211. 1. Pet. 5, 7: Alle eure Sorge werfet auf Gott; denn er sorget für euch. Matth. 6, 25 — 34. Matth. 10, 30: Eure Haare auf dem Haupte sind alle gezählt; darum fürchtet euch nicht. 1. Sam. 2, 7: Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Spr. 16, 9: Des Menschen Herz schlägt seinen Weg an; aber der Herr lenkt seine Schritte. „Der Mensch denkt und Gott lenkt." Röm. 11, 36: Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge; ihm sei Ehre in Ewigkeit! Apg. 5, 38. 39. Röm. 11, 33 — 36. Lied 209, 2. Hiob 9, 10. Ps. 77, 15. Ps. 34, 8. 91,11.12. 103,20. 8. Die Leiden und Uebel in der Welt. Auch die Menge der Uebel und Schmerzen in der Welt sind kein Widerspruch gegen die Vorsehung Gottes; denn einerseits sind sie meist Folgen unseres Ungehorsams gegen Gottes Willen und schassen, wenn sie als heilsame Strafe erkannt und ertragen werden, eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit; andern- teils sind sie Prüfungen, welche uns Gott zur sittlichen Erziehung und Bewährung nicht ersparen kann. So ist das Uebel in der Welt teils unser Gericht, teils unsere Schule. 9 Klageldr. 3, 39. 40: Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünden! Lasset uns erforschen und prüfen unsern Wandel und uns zum Herrn bekehren! ^r.Jer. 2, 19: Es ist deiner Bosheit Schuld, daß du so gezüchtigt wirst, und deines Ungehorsams, daß du so gestraft wirst. Also mußt du inne werden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den Herrn, deinen Gott verlassen und ihn nicht fürchten. „Laßt uns besser werden, bald wird's besser sein." — Lied 22,7. Spr. 3, 12: Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er. X Hebr. 12, 11: Alle Züchtigung zwar, wenn sie da ist, dünket X uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; darnach aber wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind. X Jer. 29, 11: Ich weiß wohl, was für Gedanken ich über ^ euch habe, nämlich Gedanken des Friedens und nicht des Leides.^ > Röm. 8, 28: Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum / Besten dienen, x Ps. 126, 5: Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Röm. 5,3 —5. Hebr. 12,1 — 11. Lieder 217. 222. 235. 239. „Durch Kreuz zur Krone, durch Nacht zum Licht!" „Vergiß nicht, wenn die guten Tage schwinden, Daß Gott dich sucht, und laß dich willig finden!" ht. „Kommt dir ein Schmerz, so halte still Und frage, was er von dir will; Die ew'ge Liebe schickt dir keinen Bloß darum, daß du möchtest weinen".^ Klageldr. 3, 26: Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hülfe des Herrn hoffen. Hiob 2, 10: Haben wir das Gute von Gott angenommen, sollten wir das Böse nicht auch annehmen? Jak. 1, 12: Selig ist der Mann, der die Anfechtung standhaft erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott denen verheißen hat, die ihn lieb haben. Röm. 8, 18: Die Leiden dieser Zeit sind nicht wert der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. 1. Kor. 10, 13: Gott ist getreu, der euch nicht über euer Vermögen versucht werden läßt, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es ertragen könnt. Ps. 73. 9. Die besondere Offenbarung Gottes in der Geschichte Israels und durch Jesus Christus. Die Kundgebungen Gottes in der Natur und in unserm innern und äußern Leben bilden die erste und allgemeine Offenbarung Gottes. Sie heißt so, weil sie allen Menschen von Anfang unseres Geschlechtes an zu teil geworden ist. In besonderer Weise aber hat sich Gott in Wort und Tat geoffenbart in der Geschichte des Volkes Israel. Er hat zunächst diesem Volke seinen Willen kund getan durch Moses und die Propheten, die er erweckte und deren Wort er bekräftigte durch das Walten seiner Gerechtigkeit und Gnade in den Führungen des Volkes. Ihren Abschluß und Höhepunkt findet diese Offenbarung Gottes in Jesus Christus, auf den die Weissagungen der Propheten hinweisen als den Messias und Heiland der Welt, durch welchen Gottes Gnade und Wahrheit allen Völkern offenbar werden soll. In dieser besondern Offenbarung kommt Gott uns näher; durch sie erkennen wir ihn nicht nur als unsern Schöpfer und Herrn, Gesetzgeber und Richter, sondern auch als den Vater der Gnade, der uns in Christus zu seiner Kindschaft beruft und zum ewigen Leben. Jes. 43, 21. 2. Mos. 19, 5. 6. Jer. 31, 31 — 34. Luther sagt: „Die Propheten sind sehr heilige, fleißige, geistliche Leute gewesen, die göttlichen und menschlichen Sachen mit allem Ernst 11 nachgedacht haben. Darum hat Gott mit ihnen in ihrem Gewissen geredet und das haben sie für Offenbarung genommen." Hebr. 1, 1.2: Nachdem Gott vor Zeiten manchmal und auf mancherlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Joh. 1,17: Das Gesetz ist durch Moses gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus gekommen. ^ Apg. 4, 12: Es ist in keinem andern das Heil, es ist auch 7 kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch welchen wir sollen selig werden, als der Name Jesus Christus^ Kol. 2, 3: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. 1. Joh. 8, 1: Sehet, welche Liebe hat uns der Vater erzeigt, daß wir Gottes Kinder heißen sollen. X 1. Joh. 4, 16: Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe ^ bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Joh. 16, 12 — 14. — Lieder 190. 143, 2. Ps. 103, 1—4: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat! Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ps. 103, 1—13. Lieder: 8. 18,7. 22,1.4. 175,5. 10. Die hl. Schrift, die Urkunde der besondern Offenbarung. Diese Offenbarung Gottes ist in Schrift verfaßt und für die künftigen Geschlechter erhalten worden in den Büchern des Alten und des Neuen Testaments. Sie bilden die Urkunde, in welcher uns alles gesagt ist, was Gott zu unserm Heil getan hat, aber auch, was wir tun sollen, um seinen Willen zu erfüllen, als seine Kinder vor ihm zu wandeln und einst bei ihm ewig selig zu sein. 12 2. Petr. 1, 21: Niemals ist eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht worden; sondern, getrieben vom heiligen Geist, haben Menschen im Namen Gottes geredet. Joh. 1, 17: Das Gesetz ist durch Moses gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus gekommen. Das Neue im Alters verborgen geht. Das Alte im Neuen offen steht. Joh. 5, 39: Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin, und sie ist's, die von mir zeuget. Joh. 17, 17: Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Ps. 119, 105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. ^ Luk. 11, 28: Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren! «. Joh. 13, 17: So ihr nun solches wisset, selig seid ihr, so ihr es tut. Ps. 19, 8 — 11. 119,1—8. Matth. 7, 24—27. Lieder: 138.141. Anm. Konfirmationsbekenntnis: Wir glauben an Gott, den allmächtigen Schöpfer und Vater, der uns berufen hat zu seiner Kindschaft und zum ewigen Leben. II. Des Menschen Würde und Bestimmung; Gottes Gesetz und des Menschen Sünde. ^ 11. Des Menschen Würde und Bestimmung. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, von Gott geschaffen nach seinem Bilde. Durch seine geistige Natur ist er Gott ähnlich und berufen zur Herrschaft über alles, was auf Erden ist. Seine höchste, ewige Bestimmung liegt darin, immer reiner und vollkommener das Ebenbild Gottes in sich herzustellen, Gott anzugehören, ihn zu lieben, ihm zu dienen und so in Wahrheit Gottes Kind und Bürger seines ewigen Reiches zu werden. 13 Ps. 139, 14: Ich danke dir dafür, daß ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und das erkennet meine Seele wohl. 1. Mos. 2, 7. Apg. 17, 28. Lied 23, 5. „Des Menschen Blick ist nach oben gerichtet, daß er hinaufsehe, wo seine Heimat ist." 1. Mos. 1, 27: Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn. 1. Mos. 1, 26 — 31. Lied 24, 2. 5. ^„Edel sei der Mensch, hülfreich und gut; denn das allein unter- ^ scheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen." >. Goethe. ^Sei Mensch und ehre Menschenwürde, Sei frei und laß es andre sein! Beschwere nie des andern Bürde, ^ Bewahre Herz und Sinne rein! >- ^ Ps. 8, 5—7: Was ist doch der Mensch, daß du seiner gedenkest, und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst? / Du hast ihn um wenig niedriger gemacht denn Gott und ihn mit ^ Ehre und Herrlichkeit gekrönet. Du hast ihn zum Herrscher gesetzt über deiner Hände Werk; alles hast du unter seine Füße getan. x. Ps. 8. Gal. 3, 26: Ihr seid alle Kinder Gottes durch den Glauben an Christus Jesus. Matth. 5, 48: Ihr sollt vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Pred. 12, 7: Der Staub muß wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist zu Gott, der ihn gegeben hat. Vor jedem steht ein Bild des, was er werden soll; > So lang er das nicht ist, ist nicht sein Friede voll. ^ 12. Das Gesetz Gottes. Damit der Mensch diese Bestimmung erreiche, hat Gott ihm sein Gesetz gegeben und ihm darin seinen heiligen Willen geoffenbart. Dieses Gesetz ist zwar dem Menschen ins Herz und Gewissen gelegt, aber klarer und bestimmter noch ist es 14 verkündigt in dem Gotteswort der heiligen Schrift. Darin fordert Gott von dem Menschen vollkommenen Gehorsam gegen alle seine Gebote und verheißt ihm dafür Leben und Wohlfahrt, bei Uebertretung derselben aber droht er ihm Unheil und Strafe an. Das Gesetz, wie es durch Moses im Namen Gottes zuerst dem Volke Israel zu seiner Erziehung und Vorbereitung für das Reich Gottes verkündigt wurde, lautet also: Ale heiligen zehn Kebote. 2. M°f. 20. 1-17. Gott redete alle diese Worte: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Aegypten, andern Diensthause, geführt habe. I. Du sollst keine andern Götter neben mir haben. II. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder dessen, was oben im Hammel, noch dessen, was unten auf Lrden, oder dessen, was im Wasser unter der Lrde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der väter Missetat an den Mndern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen; und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich lieb haben und meine Gebote halten. III. Du sollst den Hamen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. IV. Gedenke des Sabbathtages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge verrichten. Aber am siebenten Tage ist der Sabbath des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, noch dein Lohn, noch deine Tochter, noch dein Unecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Lrde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbathtag und heiligte ihn. V. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, gibt. VI. Du sollst nicht töten! VII. Du sollst nicht ehebrechen! VIII. Du sollst nicht stehlen! IX. Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten! X. Laß dich nicht gelüsten deines nächsten Laufes. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles dessen, was dein Nächster hat. Pred. 12. 13: Lasset uns die Hauptsumme aller Lehre hören: "X Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das kommt allen Menschen zu. / 5. Mos. 11, 26. 27: Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch, den Segen, so ihr gehorchet den Geboten j des Herrn, eures Gottes, die ich euch heute gebiete, den Fluch - aber, so ihr nicht gehorchen werdet. ^ Matth. 22, 37—39. ^ 13. Des Menschen Sünde. Die Menschen aber, anstatt Gott gehorsam zu sein, sind von den ersten Zeiten an von ihm abgewichen und haben seine Gebote vielfach übertreten aus Selbstsucht und Sinnlichkeit, aus Schwachheit, Uebereilung und Vorsatz, durch Tun und Unterlassen, in Gedanken, Worten und Werken. Dieser Ungehorsam ? gegen Gott ist die Sünde. Das Gesetz aber führt, wie zur - Erkenntnis des göttlichen Willens, so auch zur Erkenntnis der Sünde. > 1. Mos. 8, 21: Das Dichten des menschlichen Herzens ist ! böse von -Jugend auf. - Ps. 143, 2: Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Röm. 3, 23: Sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie vor Gott haben sollten. — Röm. 1, 28 — 31. 1. Joh. 1, 8: So wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Matth. 26, 41: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Jak. 4, 17: Wer da weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde. Matth. 25, 45: Was ihr nicht getan habt einem der Geringsten, das habt ihr mir nicht getan. 16 > Mark. 7,21: Von innen, aus dem Herzen gehen hervor arge Gedanken, und die machen den Menschen gemein. ^ Luther: „Du kannst es nicht hindern, daß dir die Vogel über den Kops fliegen; aber daß sie dir Nester in die Haare bauen, das kannst du hindern.'^ Matth. 12, 36: Ich sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am Tage des Gerichtes pon jedem unnützen Wort, das sie geredet haben. 6 Ps. 19, 13: Wer kann merken, wie oft er fehlt? Verzeihe mir die verborgenen Fehler. ^ 1. Mos. 4, 7: Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; ist dir aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen steht nach dir; du aber herrsche über sie. < /^„Erzittre vor dem ersten Schritte, / kl Mit ihm sind auch die ersten Tritte / ^ Zu einem tiefen Fall getan 1. Säm. 16, 7: Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber steht das Herz an., 2. Mos. 20, 17: Laß dich nicht gelüsten! Matth. 5, 21 —30. 7) Römer 3, 20: Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Röm. 7. 14—24. Gal. 5, 19 — 21. — Lied: 249, 1—4. ^ 14. Ursprung und Folgen der Sünde. Die Sünde entsteht dadurch, daß der Mensch, obwohl er den Willen Gottes kennt, seiner eigenen Lust und dem angekörnet, Hang zum Bösen gehorcht oder dem schlimmen Beispiel anderer folgt. Sie scheidet uns darum von Gott, raubt den Frieden des Gewissens, bringt oft äußeres Elend und Unglück, immer aber das drückende Gefühl der Schuld und führt zuletzt, wenn sie nicht überwunden wird, zum geistigen Tode, zum zeitlichen und ewigen Verderben. Diese Folgen erfahren wir als göttliche Strafen der Sünde. ^(. Jak. 1, 13—15: Niemand sage, wenn er versucht wird: „Ich werde von Gott versucht." Denn Gott kann nicht vom Bösen ver- 17 sucht werden, und er versucht auch niemand. Sondern ein jcg- licher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. ^ Böse Gesellschaften verderbe» gute Sitten. — Gelegenheit macht Diebe. Röm. 7, 18. 19: Ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, nichts Gutes wohnt. Das Wollen habe ich wohl, aber das Vollbringen des Guten finde ich nicht. Denn nicht das Gute, das ich will, tue ich, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 1. Mos. 4, 7: Ist es nicht also? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen steht nach dir; dn aber herrsche über sie. 1, Mos. 3, 8 — 24. Luk. 15, 11—16. Gal. 6, 7. 8: Irret euch nicht! Gott läßt seiner nicht spotten; denn was der Mensch säet, das wird er auch ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleische das Verderben ernten; wer aber auf den Geist säet, der wird vom Geiste das ewige Leben ernten. „Wie die Saat, so die Ernte." Spr. 14, 34: Gerechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben. Ps. 73, 19: Die Gottlosen gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken. Jes. 57, 21: Die Gottlosen haben keinen Frieden. Joh. 8, 34: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Jes. 59, 2: Eure Sünden scheiden euch und euern Gott voneinander. Röm. 6, 23: Der Sünde Sold ist der Tod. 1. Mos. 42, 21. Lied 261, 2. Sünde und Strafe sind an eine Kette gebnndcn. — Eine Sünde ist der andern Mutter. « R-Das Leben ist der Güter höchstes nicht, Der Uebel größtes aber ist die Schuld. . !/ X " 2 Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich fein; Wenn mit Langmut er sich säumet, holt mit Schärf' er's wieder ein. Ps. 51, 2 — 4. — Lieder 168. 1—3. 169, I. 1 ^. 15 . Gottes Ratschluß jur Erlösung. Gott aber will nicht, daß der Mensch durch die Sünde verloren gehe und ewig von ihm getrennt bleibe. Er will vielmehr in seiner unergründlichen Gnade den Menschen von der Macht der Sünde und deren Folgen und endlich von allen Uebeln des Erdenlebens erlösen. „Es werde Licht!" spricht der Schöpfer zum zweiten Male und läßt das Licht der Erlösung über uns ausgehen durch den, welchen er gesandt hat: Jesus Christus. Ez. 33, 11: So wahr ich lebe, spricht der Herr, ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe. Joh. 3, 16: Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. , V 2. Petr. 3, 9: Gott hat Geduld mit uns und will nicht, daß ^/jemand verloren werde, sondern daß sich alle zur Buße kehren./ Röm. 5, 20: Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden. Vor Gott gibt es keine Flucht, als nur zu ihm. Ps. 25, 17. 18. Ps. 130. Luk. 15, 17 — 19. Röm. 7, 24: Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Der du von dem Himmel bist, alles Leid und Schmerzen stillest, Den, der doppelt elend ist, doppelt mit Erquickung füllest, Ach, ich bin des Treibens müde, Was soll all' der Schmerz und Lust? Süßer Friede komm, ach komm in meine Brust! Goethe. 1. Tim. 1, 15: Das ist je gewißlich wahr und ein teuer . .wertes Wort, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die ' 'Sünder selig zu machen. 19 Luk. 2, 14: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und an den Menschen ein Wohlgefallen! Jes. 60, 1—3. Joh. 1, 4 — 18. Lieder: 16. 55. 60. z^III. Die Erlösung durch Jesus Ehristus. ^ Sie Person des Erlösers. M6. Jesus von Nazareth, der Messias. Seiner irdischen Abstammung nach gehört Jesus dem Volke Israel an, das Gott selbst auserwählt und geleitet hatte, um in ihm sein Reich auf Erden vorzubereiten. Jesus ist der von den Propheten verheißene Messias, erschienen, als die Zeit erfüllt war. Er ist aber von Gott gesandt nicht allein für Israel, sondern für alle Volker auf Erden. Schon mit seinen Namen ist Jesus von Nazareth als der Erlöser bezeichnet. Jesus heißt Helfer, Heiland, Retter. Den Menschen zu helfen aus aller Not, sie zu heilen vom Verderben der Sünde und sie zu retten aus der Macht des Todes ist sein Beruf. — Christus bedeutet dasselbe wie Messias, nämlich der Gesalbte, der zum Erlöser der Menschheit Geweihte. Er war mit Gottes Geist gesalbt und dadurch berufen und ausgerüstet, das Werk der Hülfe und Rettung zu vollbringen. Röm. 1, 18 — 21. — Sehnsucht nach dem Heil. Apg. 17, 23 — 30. — „Jndengenossen". Matth. 2, 1 —12: Die Weisen aus dem Morgenland. 2. Mos. 19, 5. 6. Lied 143, 2. Die wichtigsten mesfianischen Weissagungen sind: Jes. 2, 2 — 5. 9, 2. 6. 7. 60, 1—3. vergl. Matth. 4, 14 — 16. Jes. 11, 1 — 10. Jes. 42, 1 — 9. 61, 1. 2. vergl. Luk. 4, 16 — 21. Jes. 53. Micha 5, 1. 2. Jer. 31, 31—34. Sach. 9, 9. Joel 20 3, 1 — 5. — Sehnsucht nach dem Messias: Luk. 2, 25 — 38, Simeon und Hanna. — Johannes, der Täufer, der letzte Prophet und unmittelbare Vorläufer des Herrn. — Advent und Weihnacht. Luk. 2, 1 — 14. 1. Mos. 12, 3: In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Gal. 4. 4: Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn. Ps. 33, 4: Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß. Lieder: 53. 59. 63. Matth. 1, 21: Du sollst ihn Jesus heißen, denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. Luk. 19, 10: Des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Luk. 5, 31. 32: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zur Buße zu rufen, sondern Sünder. Apg. 4, 12: Es ist in keinem andern das Heil, es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch welchen wir sollen selig werden, als der Name Jesus Christus. I.Kor. 1, 30: Christus Jesus ist uns von Gott gemacht zur Weisheit und zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Matth. 3,13 —17. Luk. 4,18. Apg. 10, 37. 38. Lied183,1—3. ^17. Jesus der Menschensohn. Jesus nennt sich selbst am häufigsten den Menschensohn. Er bezeugt damit, daß er wohl der Menschheit angehöre und ihre Armut und Niedrigkeit mittrage, aber von Gott die Kraft und den besondern Beruf empfangen habe, als wahrer und gerechter Mensch der Mittler zu sein zwischen dem heiligen Gott und dem sündigen Menschen. Da». 7, 13. Ez. 2, 1. 21 Luk. 2, 52: Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade vor Gott und den Menschen. Phil. 2, 7: Er erniedrigte sich selbst, nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als Mensch erfunden. 2. Kor. 8, 8: Ihr wisset die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, daß ob er wohl reich war, ward er doch arm um euretwillen, auf daß ihr durch seine Armut reich wurdet. Hebr. 2,17.18. Luk. 19, 10: Des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Mark. 10, 45: Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und sein Leben gebe zum Lösegeld für viele. Matth. 12, 40. 50. Vgl. Mark. 3. 31-35: Die leibliche und geistige Verwandtschaft Jesu. 1. Tim. 2, 5: Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus. Lieder: 66. 67. «. 18. Jesus, der Gottessohn. In menschlicher Gestalt und Weise trat in Jesus Christus göttliches Wesen und Leben in einzigartiger Vollkommenheit an das Licht dieser Welt. Denn der Geist Gottes wohnte in höchster Kraft und Fülle in ihm; sein Leben war durch keine Abirrung von Gott getrübt. Er ist mit Gott eins als der Sohn mit dem Vater. Der Menschensohn ist zugleich der eingeborene Gottessohn. Lukas 2, 49: Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist? Matth. 16, 16: Petrus antwortete und sprach: Dn bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. — Joh. 6, 68. 69. Feierliches Selbstzeugnis vor dem hohen Rat. Matth 26, 63. 64. Luk. 23, 46. Matth. 3, 17: Dies ist mein lieber Soh», an welchem ich Wohlgefallen habe. Joh. 1, 14: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vorn Vater, voller Gnade und Wahrheit. Joh. 10, 30: Ich und der Vater sind eins. Joh. 4, 34: Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Joh. 9, 4: Ich muß wirken die Werke dessen, der mich gesandt hat, so lange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Joh. 1, 4: In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Joh. 14, 6: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich. >Joh. 1, 12: Wie viele ihn aufnahmen, denen gab er Macht Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben^ ^ Gal. 3, 26: Ihr seid alle Kinder Gottes durch den Glauben Z^an Christus Jesus. ^ Röm. 8, 14 — 17. Lieder: 62, 2. 206, 2. k. Pas Merk der Erlösung. Die Lehre Jesu. Jesus hat erlösend gewirkt schon durch seine Lehre. Er hat uns nicht bloß Gottes heiligen Willen verkündigt, indem er das göttliche Gesetz erneuert, vertieft und für alle Völker gültig ausgesprochen hat; er hat uns auch Gottes gnädigen Willen kund getan in seinem Evangelium, der frohen Botschaft von dem in ihm erschienenen Himmelreich, zu welchem der eine Gott und Vater aller Menschen einladet und den bußfertigen Sündern Vergebung der Sünden anbietet. Diese Lehre vom Reiche Gottes hat Jesus in Sprüchen, Reden und Gleichnissen dargestellt. Matth. ö, 17: Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Mark. 1, 15: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen; tut Buße und glaubet an das Evangelium. Luk. 4, 16—30. Matth. 11, 28 — 30: Kommet her zu mir alle, die ihr / mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und / von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. ^ > Luk. 17, 20. 21: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeres liehen Gebärden; man wird auch nicht sagen: siehe, hier oder da / ist es. Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.^ Joh. 18, 36. 37: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen sott. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Matth. 6, 33: Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. ^ Matth. 6, 10: Es komme dein Reich. Joh. 6, 68: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Matth. 24, 35: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. ^ Joh. 7, 16. 17: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, ^>er mich gesandt hat. So jemand dessen Willen tun will, der wird inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede. ^ Joh. 13, 17: So ihr nun solches wisset, selig seid ihr, wenn ihr es tut. Lieder: 46. 143. 190. 24 < 2t>. Tas Gebell Jesu. Als Erlöser wirkte Jesus serner durch sein Leben. Leine Macht- und LiebcSlalen zeigen ihn als den erbarmenden Heiland, den von Gott gesandten Helser der leiblich und geistlich Elenden. Durch seinen Wandel in steter Gemeinschaft mit dem himmlischen Barer und in unveränderlicher Liebe ;u den Menschen gibt er uns das lebendige Beispiel zu seiner Lehre. Er ist das vollkommene Ebenbild Gottes und stellt in seinem sündlosen Z'«ben den Menschen tatsächlich vor Augen, wie sie selbst sein sollen. So ist er unser höchstes Borbild und sühn alle, die ihm nachfolgen, zum wahren Heil und ewigen Leben. — Mit seiner Zehre und seinem Leben hat Jesus das prophetische Amt erfüllt. Joh. 4, 34: Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen besten, der mich gesandt hat und vollende sein Werk. Match. 3. 36: Da Jesus das Volk sah, jammerte ihn desselben. Match. 14. 5: Blinde sehen und Lahme gehen. Aussätzige werden rein und Taube hören. Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert. Match. 4, 23. 24. Hebr. 4, 15: Wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unsern Schwachheiten, sondern der in allem versucht ward gleich wir wir. doch ohne Sünde. Joh. 8, 46: Wer unter euch kann mich einer Sünde zeihen? Match. 4, 1—11: Die Versuchnngsgeschichte. — Der Seelen- kämpf in Gechsemane. 1. Petr. 2, 21: Christus hat euch ein Vorbild gekästen, daß ^ ihr nachfolgen sollt seinen Fußstapfenh. z Phil. 2,4: Ein jeder sei gestaut, wie Jesus Christus gestaut war.. Joh. 8. 12: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nach folgt, der wich nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. 25 Match. 16. 24: Will mir jemand nachsolgen, der verleugne sich ielbll und nehme sein Kreuz aus sich und folge mir. — Lied 258. 21. Der Kreuzestod Zeiu. Das Werk seines Lebens, die Erlösung der Menschheit, vollendete Jesus in seinem Tode. Durch sein heiliges Leiden und Sterben bewährte er einen vollkommenen, freiwilligen Gehorsam gegen seinen Barer, bekräftigte die Wahrheit seiner Lehre und göttlichen Sendung und erzeigte eine Liebe, in welcher die große Liebe Gottes ;n den Menschen und seine vergebende Gnade am herrlichsten sich offenbart. Da er keine Sünde getan hat, so litt er als ein unschuldiges Lpfer für die Schuld der Sünder, wurde ihr Versöhner und Miller bei Gott und erfüllte so sein hohevriesterlicheS Amt. DaS Kreuz Christi offenbart aber auch die verderbenvolle Macht der Sünde und die ganze Schwere unserer Schuld und mahm nuS dadurch kräftig zur Buße und zur dankbaren Hingebung des Herzens an ihn. auf daß wir ihm angehören und nicht der Welt und so sein Tod unser wahres Leben werde. Die Leidensgeschichte: Match. 28. 27. Mark. 14. 1L. Luk. 22. 23. Iah. L8. 1S. Dir neben Worte am Kreuz: Drei Worte der Liebe: Luk. 23, 34: Datei, vergib ihnen! denn sie wissen nicht, was sie tun. «Vergebende Liebe. « Luk. 23, 43: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirk du mit mir im Paradiese sein! «Trollende Liebe.) Zoh. 13, 26: Siehe, das ist dein Sohn! Siehe das ill deine Mutter! «Fürforgeude Liebe., Zwei Worte der Klage: Joh. 13, 28: Mich durftet! (Körperliches Leiden. 26 Matth. 27, 46: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Seelenleiden.) Zwei Worte des Sieges: Joh. 19, 30: Es ist vollbracht! (Siegreiche Vollendung.) Luk. 23, 46: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! (Selige Gottergebung.) Phil. 2, 8: Er ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Joh. 15, 13: Größere Liebe hat niemand denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde. 1. Petr. 1, 18. 19: Wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst worden seid, sondern mit dem teuern Blute Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Röm. 8, 32: Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Joh. 3, 16: Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. — Lied 77, 3. Joh. 1, 29: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. — Lied 87, 3. 89, 3. 4. Ephes. 1, 7: In Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. 2. Kor. 5, 19. 20: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünde nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt; denn Gott ermähnt durch uns. Wir bitten nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! 1. Joh. 2, 2: Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unsern, sondern auch für die ganze Welt. 2. Kor. 5, 15: Christus ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. 27 Jes. 52, 13 — 53, 12. Hebr. 12, 2. 3. — Die Passionslieder 77. 87. 89. 191. 256, 3. „Das tal ich für dich! Was tust du für mich?" — Charfreitag. 22. Auferstehung und Himmelfahrt Jesu. Gott selbst hat das ganze Werk Jesu Christi besiegelt und ihn kräftiglich erwiesen als den Sohn, indem er Jesus vom Tode erweckte, ihn zu seiner Rechten erhöhte und ihm einen Namen gab, der über alle Namen ist, als den des Herrn und Hauptes seines Reiches auf Erden und im Himmel. Er ist damit eingesetzt worden in sein königliches Amt. In der Verherrlichung ihres Hauptes haben aber auch die Glieder seines Reiches die Bürgschaft ihrer eigenen Auferstehung vom Tode und ihrer Verklärung zum ewigen Leben. Die Auferstehung Jesu: Matth. 28. Mark. 16. Luk. 24, 1—12. 13 — 36. Joh. 20. 21. — 1. Kor. 15. Luk. 24, 6: Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Luk. 24, 26: Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? 1. Petr. 3, 18: Christus ward getötet nach dem Fleische, aber lebendig gemacht nach dem Geiste. 2. Tim. 2, 8; das Osterfest. Der Sonntag, als wöchentlicher Gedächtnistag der Auferstehung. Die Himmelfahrt Jesu. Luk. 24, 50 — 53. Apg. 1, 4—14. Joh. 16, 28: Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Phil. 2, 8. 9: Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Das Himmelfahrtsfest. (Auffahrt.) 28 / X 3oh. 11, 25: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da / lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben, x 2. Tim. 1, 10: Christus hat dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht gebracht durch das Evangelium. 1. Kor. 15, 55 und 57: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? — Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesus Christus. Ephes. 5, 14: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. — Lied 102, 2. Kol. 3, 1: Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. — Lied 107, 3. Joh. 16, 33: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Die Auferstehung Jesu: Matth. 28. Mark. 16. Lnkas 24, 1 -12; 13—36. Joh. 20. 21. 1 . Kor. 15. Die Himmelfahrt Jesu: Luk. 24,50 — 53. Apg. 1, 4—14. Osterlieder: 95. 100. 335. Himmelfahrtslieder: 105. 106. 108. Anm. Konfirmationsbckenntnis: Wir glauben an Jesu Christum, den Sohn Gottes, in welchem wir die Erlösung haben von unsern Sünden und die Versöhnung mit Gott. IV. Die Heiligung oder das christliche Leben. Der heilige Geist und seine Wirkungen. 28. Der heilige Geist. Jesus ChristusT^lirRechten" Gottes erhöht und leiblich von den Seinen geschieden, bleibt mit ihnen, als das Haupt mit den Gliedern, innig verbunden durch den heiligen Geist. 29 Der heilige Geist ist der Geist Gottes, der schon in der Zeit des alten Bundes wirksam war, in vollkommenem Maße aber in Jesus Christus lebte, nach seiner Erhebung in den Himmel auf die Jünger gekommen ist, in ihnen fortlebt und beständig an der Erleuchtung und Heiligung der Christenheit arbeitet. Er ist der Geist der Wahrheit und der Liebe, des Friedens und der Kraft, der Freiheit und der Zucht, der Kind- schaft und der Heiligung, der diejenigen, welche an Jesus glauben, antreibt zu allem, was gut und göttlich ist, ihnen Zeugnis gibt, daß sie Gottes Kinder sind und ihm angehören in Zeit und Ewigkeit. Joh. 15, 1—11. Matth. 28, 20: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. — Lied 144, 1. Joel 3, 1 — 5. Apg. 2, 1—41. Joh. 14, 16. 17: Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich; den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen; denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr aber kennet ihn; denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Joh. 14, 18: Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch. Luk. 11,13: So ihr, die ihr böse seid, könnet euern Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten? 1. Kor. 12. Joh. 16, 13: Wenn der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. 2. Kor. 3, 17: Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2. Tim. 1, 7: Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Zucht. 30 Röm. 8, 14 — 16: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Der Geist selber gibt Zeugnis unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Gal. 5, 22: Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Keuschheit. DiePfingstlieder: 113. 117. 119. 122. ^24. Die Wiedergeburt durch Buße und Glauben. Durch den heiligen Geist wird der Mensch wiedergeboren zu einem neuen Leben. Dieses neue Leben nimmt seinen Anfang durch Buße und Glauben. Buße ist die aufrichtige Sinnesänderung, da wir unsere Sünde erkennen und bekennen, sie von Herzen bereuen und nach Gottes Gnade und Kraft zur Erneuerung unseres Lebens verlangen. Glaube ist nicht ein bloßes Fürwahrhalten, sondern herzliches Vertrauen auf Gott und seine Gnade, die er uns in Jesus Christus darbietet zu unserer Erlösung und Seligkeit. Joh. 3, 3: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Ez. 36, 26. 27. Joh. 3, 1-8. Ephes. 4,22 — 24. „Der Christ wird nicht geboren, sondern wiedergeboren." Lange hab' ich mich gesträubt. Und so lang' du das nicht hast, Endlich gab ich nach; Dieses „Stirb" und „Werde", Wenn der alte Mensch zerstäubt, Bist Du uur ein trüber Gast Wird der neue wach. Auf der dunkeln Erde. Goethe. Ps. 51, 5: Ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. Ps. 25, 17. 18: Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich heraus aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden. 31 Spr. 28, 13: Wer seine Missetat leugnet, dem wird es nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen. 2. Kor. 7, 10: Die göttliche Traurigkeit wirket eine Reue zur Seligkeit, die niemand gereut; die Traurigkeit der Welt aber wirket den Tod. Luk. 18, 13: Gott, sei mir Sünder gnädig! ^ Ps. 51, 12. 13: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und ^ gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! x Röm. 2, 4: Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Apg. 2, 38: Tut Buße, und ein jeglicher lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi, zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Matth. 3, 8: Sehet zu, bringet rechtschaffene Früchte der Buße. ^Luk. 15, 7: Es wird Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, V die der Buße nicht bedürfen. ^ Ps. 32. 51. 130. Die Büßlieder: 168. l 60. 172. 173. 175,1. Luthers erste These: Da unser Herr Jesus Christus spricht: Tut Buße, will er, daß das ganze Leben seiner Gläubigen eine stete und unaufhörliche Buße sein soll. Hebr. 11, 1: Der Glaube ist eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, eine Ueberzeugung der Dinge, die man nicht sieht. Röm. 4, 3: Abraham hat Gott geglaubt, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Apg. 16, 31: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du und dein Haus selig. „Der Aberglaube ist die Strafe des Unglaubens". Lieder: 182. 183. 184, 1. 7. 32 > 25. Rechtfertigung und neues Leben. Indem der Mensch in Buße und Glauben Jesus Christus ergreift, wird er gerecht vor Gott und angenommen zu seiner Kindschaft. Als ein Kind Gottes trägt er in sich Trieb und Kraft zur Heiligung und bringt in Dankbarkeit die Früchte eines neuen Lebens in der Nachfolge Jesu. Das neue Leben bewährt sich in herzlicher Liebe zu Gott, in rechter Liebe zu sich selbst und in brüderlicher Liebe zum Nächsten. Röm, 5, 20: Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden. Eal. 2, 20: Ich bin mit Christus gekreuzigt. Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Ephes. 2, 8: Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch; Gottes Gabe ist es; nicht durch Werke, auf daß sich niemand rühme. Röm. 5, 1: Nun wir sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. Gal. 3, 26: Ihr seid alle Kinder Gottes durch den Glauben an Christus Jesus. Luk. 18, 13.14. Röm. 8, 31—34. Lied 180. Matth. 7, 20. 21: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr/Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die da tun den Willen meines Vaters im Himmel. Matth. 7, 16 — 23. 5, 13 — 16. Joh. 15,1-8. Röm. 3,19 — 28. Luther: „Der Glaube ist ein göttlich Werk in uns, das uns verwandelt und neu schafft aus Gott. O, es ist ein lebendig, geschäftig, mächtig Ding um den Glauben, also daß unmöglich ist, daß er nicht ohne Unterlaß sollte Gutes wirken. Er fragt auch nicht, ob gute Werke zu tun sind, sondern ehe man fragt, hat er sie getan und ist immer im Tun, also daß unmöglich ist, Werk vom Glauben zu scheiden, ja so unmöglich, als Brennen und Leuchten mag geschieden werden." „Nun ist's offenbar, daß, wie die Früchte nicht tragen den Baum, sondern der Baum die Früchte, — die Bäume also eher sein müssen als die Früchte — also muß auch, wer da will gute Werke tun, nicht bei 33 dc» Werken anfangen, sondern bei der Person, die die Werke tun soll ; die aber wird nicht durch Gebot und Werk, sondern durch Gottes Wort, d. h, durch seine Verheißung der Gnaden und den Glauben fromm und selig." 2. Kor. 5, 17: Ist jemand in Christus, so ist er ein neuer Mensch. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. / Gal. 5, 6: In Christus gilt der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. / Ephes. 4, 23: Erneuert euch im Geiste eueres Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Röm. V, 4: Gleichwie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. I. Joh. 4, 19: Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. — Lied 197, 1. Phil. 3, 12: Nicht, daß ich es schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möchte, nachdem ich von Christus ergriffen bin. Tit. 2, 11. 12: Es ist erschienen die Gnade Gottes, die da heilsam ist allen Menschen und uns erzieht, daß wir verleugnen sollen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt. — Lied 24, 5. Anm. Konfirmationsbekenntnis: Wir glauben an den heiligen Geist, der uns erneuert nach dem Bilde Gottes zu wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit. k. Das christliche Leben oder das Leben in der Liebe, a. Die Liebe zu Gott. 26 . Gott unser höchstes Gut. Die Liebe zu Gott ist die freudige Gewißheit, daß er unser höchstes Gut ist und die völlige Hingabe an ihn, als unsern Vater in kindlicher Ehrfurcht, freudigem Gehorsam und unbedingtem Vertrauen. 3 34 Ps. 73, 25. 26: Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde; wenn mir gleich Leib und Seele verschmachten, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Matth. 22, 37: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte. 1. Joh. 5, 3: Das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. Matth. 6, 24: Niemand kann zwei Herren dienen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Matth. 4, 10: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Ps. 73, 28: Das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte; ich setze meine Zuversicht auf den Herrn. Das erste Gebot: 2. Mos. 20, 1 — 3. - l.Joh. 4, 16 — 21. Lieder 188, 1 und 3. 25. 28. 27. Abgötterei und Aberglauben. Die freudige Gewißheit, daß Gott unser höchstes Gut ist, bewahrt uns vor aller Abgötterei und allem Aberglauben; sie macht uns frei von der Welt und führt uns zur wahren Freiheit der Kinder Gottes. 2. Mos. 20, 3: Du sollst keine andern Götter neben mir haben. 7s->1. Joh. 2, 15 —17: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! So jemand die Welt lieb hat, in dem ist die Liebe des Vaters nicht. Denn alles, was in der Welt ist, nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und das hoffärtige Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. ^ 2. Mos. 20, 3 — 6. Das erste und zweite Gebot. Wer die Welt erwählt, daß er Gott verfehlt, Wenn es geht ans Scheiden, verliert er alle beiden. Tauler. „Der Mammon ist der allergemeinste Abgott auf Erden." Luther. Lieder: 186, 2. 20, 8. 35 Joh. 8, 34 und 36: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wahrhaft frei. Lied 19. 28. Die Ehrfurcht vor Gott. Die kindliche Ehrfurcht vor Gott bewahrt uns vor Entweihung seines heiligen Namens durch gedankenlosen Mißbrauch, durch Fluchen, Schwören oder gar durch Lästerung und falschen Eid; sie treibt uns vielmehr dazu an, daß wir seinen Namen stets recht gebrauchen, ihn ehren und preisen durch Gebet und Danksagung. Ebenso ist uns die Ehrfurcht vor Gott ein kräftiger Antrieb, daß wir den von ihm eingesetzten Ruhetag heilig halten und jede Art von Entweihung desselben gewissenhaft meiden. Hiob 28, 28: Die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Verstand. 2. Mos. 20, 7 : Das dritte Gebot: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Matth. 6, 9: Dein Name werde geheiligt. Matth. 12, 36: Ich sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am Tage des Gerichtes von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben. — Lied 36, 3. 1. Sam. 2, 30: Wer mich ehrt, den will ich auch ehren; wer aber mich verachtet, der soll wieder verachtet werden!^ Jak. 3, 1 — 12: Die Zungensünden. „Hoch schwören, tief lügen!" — „Wüstes Maul, wüstes Herz!" Matth. 5, 34 und 37: Ihr-sollt ganz und gar nicht schwören. Eure Rede sei ja, ja! nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Uebel. „Einmal verschworen, ewig verloren!" Ps. 92, 2: Das ist ein köstlich Ding: dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster! Ps. 103, 1 — 4: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat! Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. — Lieder: 14. 43. 2. Mos. 20, 8: Gedenke des Sabbathtages, daß du ihn heiligest. Ez. 20, 20: Meine Sabbathe sollt ihr heiligen, daß sie ein Zeichen seien zwischen mir und euch. 29. Der Gehorsam gegen Gott. Aus der Liebe zu Gott erwächst der stete, freudige Gehorsam, mit dem wir uns dem heiligen Willen Gottes völlig unterordnen und sein Gesetz nicht bloß knechtisch, aus Zwang und Furcht erfüllen, sondern kindlich, aus Liebe zu Gott und aus Freude am Guten selbst, das er zu unserm wahren Wohl in seinen Geboten von uns fordert. X /-Ps. 143, 10: Herr, lehre mich tun nach deinem Wohl- H ^gefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich ^/auf ebener Bahn! ^ ^Röm. 13, 10: Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung, v / 1. Joh. 5, 3: Das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. Joh. 4, 34: Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Apg. 5, 29: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen. Matth. 6, 10: Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. 1. Sam. 15, 22: Gehorsam ist besser als Opfer. Matth. 4, 1 -11.21,28-32.Luk.I5,25-35. Röm. 8, 14-10. Matth. 26, 39! Phil. 2^ 8. - Lieder: 249. 265. :st>. Das Vertrauen auf Gott. Das völlige Vertrauen auf Gott bewahrt uns davor, daß wir an feiner weisen und guten Leitung aller Dinge zweifeln, oder gar darüber murren und schelten. Es treibt uns vielmehr an, uns in alles, was von ihm kommt, willig zu fügen. Es macht uns im Glück dankbar und demütig, im Unglück geduldig und getrost, verleiht uns freudigen Mut zur Erfüllung aller unserer Pflichten und flößt uns zuversichtliche Hoffnung ein, die nicht zu Schanden werden läßt. Ps. 68, 20. 21: Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Wir haben einen Gott, der da hilft, und einen Herrn, Jehova, der vom Tode errettet. Röm. 8, 31: Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? 1. Petr. 5, 7 : Alle eure Sorge werfet auf Gott; denn er sorget für euch. 1. Sam. 7, 12: Bis hieher hat uns der Herr geholfen. Ps. 37, 5: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird es wohl machen. Pi. 118, 8: Es ist gut auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen. Ps. 27, 1: Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Jes. 54, 10: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer. Ps. 73, 23. 24: Dennoch bleibe ich stets bei dir; denn du hältst mich an meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich zu Ehren an. Jes. 41, 10: Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott! Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Jes. 30, 15: Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein. Hiob 1,21: Der Herr Halls gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt! 38 °X-Röm. 8, 28: Wir wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. ^ Matth. 6, 31 — 33: Ihr sollt nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Röm. 5, 3 — 5: Wir rühmen uns auch der Trübsale, weil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringt, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung aber bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Ps. 23. 121. Matth. 6, 95—33. Luk. 8, 22 — 25; vergl. Mark. 4, 35 — 40: Die Stillung des Seestnrmes. — Lieder: 209. 211. 226. 228. 235. 239. Wie Gott will, halt' ich still. Wer ist ein Mann? Der beten kann nnd Gott, dem Herr», vertraut. Wenn alles bricht, er zaget nicht, dem Frommen nimmer graut. E. M. Arndt. Matth. 4, 7: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. b. Die Tiebo ;u sich selbst. 31. Quelle und Wesen der wahren Selbstliebe. Aus der Liebe zu Gott geht die rechte Selbstliebe hervor. Sie besteht darin, daß wir alles, was wir sind und haben: das Leben, die irdische Freude, den irdischen Besitz, Ehre und guten Namen vor der Welt, betrachten als Gaben Gottes und sie nach seinem Willen treu bewahren und recht gebrauchen. ^ 1. Kor. 4, 7 : Was hast du, das du nicht empfangen hast? So du es aber empfangen hast, was rühmst du dich denn, als ob du es nicht empfangen hättest? ^ 1. Kor. 3, 23: Alles ist euer; ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. — Lieder: 12, 2. 36, 1. 39 32. Das irdische Leben. Daß wir das irdische Leben als eine Gabe Gottes betrachten, bewahrt uns vor mutwilliger Bergeudung und Gefährdung oder gar frevelhafter Bernichtung desselben, treibt uns vielmehr an, Leben und Gesundheit durch vernünftige Pflege zu erhalten und gewissenhaft zur Arbeit und zur Erfüllung unseres Lebensberufes zu verwenden. Doch ist der Christ willig und bereit, im Dienste Gottes oder des Nächsten auch sein Leben zum Opfer zu bringen. Hiob 10, 12: Leben und Wohltat hast du an mir getan, und dein Aufsehen bewahrt meinen Odem. Matth. 4,7: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Apg. 16, 28: Tue dir kein Leid an. — 2. Mos. 20, 13. K Röm. 14, 7. 8: Unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber; leben wir, so leben wir dem Herrn, und sterben wir, so sterben wir dem Herrn; darum, wir leben oder wir sterben, so sind wir des Herrn. ^ Ps. 90, 10. 12: Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind es achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen. Denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir weise werden! — Ps. 39, 5 — 7. Ephes. 5, 16: Kaufet die Zeit aus! Joh. 9, 4: Ich muß wirken die Werke dessen, der mich gesandt hat, so lang es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Matth. 25, 14 — 30: Die anvertrauten Talente. „Es scheinet wohl nicht, daß es große, treffliche Werke sind, wenn ein Knecht auf den Acker reitet und in die Mühle fährt und eine Dienstmagd im Hause kehret, Kinder umträgt, wäscht, badet; aber Gott macht durch sein Wort heilige Werke daraus, und so sie im Glauben an Christum ld. h. in Christi Sinn) geschehe», so sind sie lauter Gottesdienst." Luther. Matth. 10, 28: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber die Seele nicht töten können. — Matth. 10, 39. 40 Joh. 15, 13: Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde. Phil. 1, 21: Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Pf. 90. — Lieder: 30, 4. 36. 252, 1—3. 253. Leben heißt ja nicht: sich plagen Leben heißt: dem ew'gen Frieden Und sich mühen, sorgen, klagen, Unter allem Sturm hienieden i Seufzen aus bedrängter Brust; Siegsgewiß cntgegengehn; Leben heißt ja nicht: genießen Glauben heißt es, lieben, hoffen, / Freuden, die so schnell verfließen Ueber sich den Himmel offen / Wie der Erde eitle Lust. Und den Tod gefesselt seh'n. / X. Die irdische Freude. Auch die reinen Freuden, die das irdische Leben bietet, betrachtet der Christ als Gaben Gottes. Er genießt sie mit dem freien Sinn eines Gotteskindes, hütet sich aber vor Leichtsinn und Ausgelassenheit, Nnmäßigkeit und Genußsucht, Ausschweifung und Fleischeslust, die Leib und Seele verderben und ihn an der Erfüllung seines zeitlichen Berufes und seiner ewigen Bestimmung hindern. Phil. 4, 4: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Röm. 12, 15: Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden! — Lied 18, 5. Miß dein Glück nicht nach fremder Elle. Wenn du Gott wolltest Dank für jede Lust erst sagen, Du hättest gar nicht Zeit, noch über Leid zu klagen. Rückert. 1. Kor. 3, 23: Alles ist euer; ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. . -^1. Kor. 6, 12: Es ist mir alles erlaubt; es frommt aber nicht alles. Es ist mir alles erlaubt; es soll mich aber nichts gegangen nehmen. P. 1. Petr. 3, 3. 4: Euer Schmuck sei nicht auswendig mit Haarflechten und Goldumhängen oder Kleiderpracht; sondern der verborgene Mensch des Herzens mit dem unvergänglichen Wesen des sanften und stillen Geistes, das ist köstlich vor Gott. Eph. 5, 18: Betrinket euch nicht mit Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt. — Spr. 23, 29 — 32. Joh. 2, 1 — 11: Hochzeit zu Kana. 1. Kor. 15, 33: Lasset euch nicht verführen; böse Geschwätze verderben gute Sitten. 1. Joh. 2, 16. 17: Alles, was in der Welt ist, nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und das hoffärtige Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. — Matth. 6, 16 — 18. 1. Kor. 6, 19. 20: Wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, welchen ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehöret? Denn ihr seid teuer erkauft. Darum so verherrlichet Gott mit euerm Leibe! )( Matth. 26, 41: Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Phil. 4, 8: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohllautet, ist irgend eine Tugend oder irgend ein Lob, dem denket nach! Matth. 5, 8: Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 2. Mos. 20, 14. 17. Matth. 5, 29. 30. Pred. 11, 9. 10. Luk. 15, 11 — 17. 1. Mos. 39, 9. — Lieder: 255, 1. 2. 261, 2. Feuer fängt mit Funken an. — Was Sünde ist zu tun, ist auch Schande zu sagen. - Besser allein, als in böser Gemein'. — Besser Scheu, denn Ren. — Scham hindert Schande. — Trunken gesündigt, nüchtern gebüßt. Tanz, Spiel und derlei sind an und für sich sündenfrei; Doch willst du hören guten Rat, der Teufel einen Finger im Spiele hat. 34. Der irdische Besitz. Auch den irdischen Besitz betrachtet der Christ als eine Gabe Gottes. Er ist bemüht, ihn zu seiner und der Seinigen Unabhängigkeit und Selbständigkeit durch redliche Arbeit zu erwerben und durch Ordnung und Sparsamkeit zu erhalten. Doch bewahrt ihn sein genügsamer Sinn sowohl vor Habsucht und Geiz, als auch vor Verschwendung und setzt ihn in den Stand, wohlzutun und mitzuteilen. Zum irdischen Besitz gehören auch die Tiere. Gott hat den Menschen zum Herrscher über sie gesetzt und ihr Leben in seine Hand gegeben. Der Christ übt aber diese Herrschaft mit Vernunft und Barmherzigkeit und meidet namentlich alle Tierquälerei als gottlose Roheit. Jak. 1,17: Alle gute Gabe und alles vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater des Lichtes. Luk. 16, 10: Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. 1. Sam. 2, 7: Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Spr. 22, 2: Reiche und Arme müssen untereinander sein; der Herr hat sie alle gemacht. Spr. 13, 7: Mancher ist arm bei großem Gut, und mancher ist reich in seiner Armut. Reichtum und Armut liegen nicht im Kasten, sondern im Herzen. Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer mehr braucht, als er hat. 1. Mos. 3, 19: Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist; denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Spr. 6, 6: Gehe hin zur Ameise, du Fauler, siehe ihre Weise an und lerne! 2. Thess. 3, 10: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen. — 2. Mos. 20, 9: Das vierte Gebot. — Lied 36, 2. 1. Thess. 4, 10 — 12: Wir ermähnen euch, liebe Brüder, , daß ihr eure Ehre darein setzet, stille zu sein, und das Eure zu schaffen und zu arbeiten mit euern eigenen Händen, auf daß ihr ^niemandes bedürfet.^. 1. Tim. 6, 6: Es ist ein großer Gewinn, wenn einer gottselig ist und läßt sich genügen. — Vgl. 1. Tim. 6, 6 — 10. 48 § Spr. 30, 8: Armut und Reichtum gib mir nicht; laß mich aber mein bescheiden Teil Speise hinnehmen. — 1. Mos. 13. Matth. 16, 26. 6, 11. Phil. 4, 11 — 13. — Lieder 30, 2. 36, 5. Ps. 62, 11: Fällt euch Reichtum zu, so hänget das Herz nicht daran. Luk. 12, 15: Hütet euch vor dem Geiz! Denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat. 1. Tim. 6, 10: Der Geiz ist eine Wurzel alles Bösen. Der reiche Kornbauer. Luk. 12, 16 — 21. — Der reiche Mann. Luk. 16, 19 — 31. Joh. 6, 12. Spare in der Zeit, so hast du in der Not. — Junges Blut, spar dein Gut, Armut im Alter wehe tut. — Wer den Rappen nicht ehrt, ist des Frankens nicht wert. ^ Nicht an die Güter hänge das Herz, die das Leben vergänglich zieren! Wer im Glück ist, lerne den Schmerz, wer besitzt, der lerne verlieren. Goethe. Hebr. 13, 16: Wohlzutun und mitzuteilen vergesset nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl. 1. Tim. 6, 17 — 19. Lieder: 32, 8. 9. 246. 266. Spr. 12, 10: Der Gerechte erbarmt sich seines Viehes; aber das Herz des Gottlosen ist unbarmherzig. 1. Mos. 1, 28. 2. Mos. 20, 10. 23, 4.5. 35. Ehre und guter Name. Ein irdisches Gut von besonders hohem Wert ist Ehre und guter Name bei den Mitmenschen. Der Christ ist deshalb bestrebt, sich das Vertrauen und die Achtung seiner Nächsten durch Pflichttreue und Rechtschaffenheit. zu erwerben und zu erhalten. Er hütet sich aber vor Ehrgeiz und Menschendienerei und achtet das Wohlgefallen Gottes und ein gutes Gewissen allezeit höher als den Beifall der Menschen. Spr. 22, 1: Der gute Name ist köstlicher als großer Reichtum. ^ Apg. 24, 16: Ich übe mich, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben, beides, vor Gott und den Menschen. 44 „Was du ererbt von deinen Vatern hast, erwirb es, um es zu besitzen " Goethe, Gal. 5, 26: Lasset uns nicht nach eitler Ehre geizig sein, einander zu reizen oder zu beneiden, Phil. 2, 3: Tut nichts aus Parteisucht oder Eitelkeit, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, 1. Thess, 5, 23: Meidet allen bösen Schein. 1. Kor. 7, 23: Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. Matth. 5, 11. 12: Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Uebles wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Matth. 20, 21—28: Ehrgeiz der Söhne des Zebedäus. 1. Kor. 4, 1 — 5: Der Herr ist's, der mich richtet. 2. Kor. 1, 12. Lied 30, 3. :!6. Die Sorge um das ewige Heil, die höchste Selbstliebe. Die edelste und reinste Selbstliebe besteht darin, daß wir alle irdischen und ewigen Güter, die uns Gott anvertraut hat, in seinen Dienst stellen als Mittel zur Erreichung unserer zeitlichen und ewigen Bestimmung und zum Heil des Nächsten. . ch Matth. 16, 26: Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ^ ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele wieder löse? Matth. 6, 33: Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. 2. Petr. 3, 18: Wachset in der Gnade und Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus. Matth. 13, 44 — 46: Schatz im Acker und köstliche Perle; Luk. 12, 15 — 21: Der reiche Kornbauer; Matth. 6, 19—21; Luk. 10, 38 — 42: Maria und Martha. Lieder: 178, 1. 2. 9. 37. 262. 263. i 4 - > c. Dir Liebe;nm Nächsten. Die Nächstenliebe im allgemeinen 45 ^ :i7. Quelle und Wesen der Nächstenliebe. Aus der Liebe zu Gott geht auch die rechte Nächstenliebe hervor. Sie ist die auf das Evangelium Jesu Christi gegründete herzliche Anerkennung jedes Mitmenschen als eines Bruders, der wie wir nach dem Bilde Gottes geschaffen und zum Kinde Gottes berufen ist. Wir beweisen die Nächstenliebe dadurch, daß wir des Nächsten Leben und Eigentum, Ehre und guten Namen unverletzt und heilig halten, an seinem zeitlichen Wohl und Weh herzlichen Anteil nehmen und sein ewiges Heil nach Kräften fördern. Matth. 7, 12: Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut auch ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten. Kol. 3, 12 — 14. Matth. 22, 39: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. , 1. Joh. 4, 20: So jemand spricht: ich liebe Gott, und hasset ^/seinen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht / liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht?^ Joh. 13, 34. 35: Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebet habe. Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt. — Joh. 13, 1 — 20. Matth. 25, 40: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan! Matth. 23, 8: Einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. Maleachi 2, 10: Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern? 46 1. Petr. 4, 10: Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. 1. Kor. 12, 26 : So ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied herrlich gehalten wird, so freuen sich alle Glieder mit. 1. Kor. 13: Das Lob der Liebe. — Röm. 13, 8 —10. Lied 130. 38. Das Leben des Nächsten. Die Nächstenliebe bewahrt uns nicht allein vor aller groben Schädigung des Mitmenschen durch Mord und Totschlag aus Neid und Haß, Zorn und Rachsucht, sondern auch vor Gefährdung von Leben und Gesundheit des Nächsten durch Leichtsinn, Verwahrlosung oder rücksichtslose Ausnützuug und dergleichen. Sie treibt uns vielmehr an, daß wir ihn nach unserer Krast und nach seinem Bedürfnis gerecht und wohlwollend behandeln, schonen und schützen, Pflegen und retten. Das 6. Gebot: „Du sollst nicht töten!" und seine Auslegung durch Christus. Matth. 5, 21. 22. 38. 39. Luk. 9, 55: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? DeS Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten. 1. Mof. 4, 3 — 16. Jes. 2, 4. 1. Joh. 3, 15: Wer seinen Bruder haßt, der ist ein Totschläger. Jak. 3, 16: Wo Neid und Zanksucht ist, da ist Unordnung und allerlei Böses. Jak. 1, 20: Des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist. Röm. 12, 19: Rächet euch nicht selbst, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn (Gottes); denn es steht geschrieben: „Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr." Röm. 12, 17 — 21. "f-rLieber Unrecht leiden, als Unrecht tun. — Rache macht ein kleines Recht zu großem Unrecht. ^ 47 Je?. 58, 7: Brich dem Hungrigen dein Brot und die, so im Elend sind, führe in dein Haus; so du einen nackend siehst, so kleide ihn! Matth. 5, 7: Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Lukas 10, 25—35. — Lied 264. :!i). Das Eigentum des Nächsten. Die Nächstenliebe bewahrt uns nicht allein vor grober Schädigung des Nächsten an seinem Eigentum durch Raub und Diebstahl, Betrug und schweres Unrecht, sondern auch vor Ueber- vorteilung und aller Unehrlichkeit im Handel und Wandel. Sie treibt uns vielmehr im Verkehr mit ihm zu Redlichkeit und Treue, Gerechtigkeit und Billigkeit, Dienstfertigkeit und Wohltätigkeit. 1l 2. Mos. 20, 15 : Das achte Gebot: „Du sollst nicht stehlen." Luk. 16, 10: Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großeu ungerecht. Spr. 11, 1: Falsche Wage ist dem Herrn ein Greuel; aber volles Gewicht gefällt ihm wohl. 3. Mos. 19, 35 und 36: Ihr sollt nicht unredlich handeln im Gericht, mit der Elle, mit Gewicht, mit Maß. Rechte Wage, rechte Pfunde, rechte Scheffel, rechte Kannen sollen bei euch sein. 1. Thess. 4, 6: Niemand greife zu weit, noch übervorteile einer seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles. 2. Mos. 22, 25: Wenn du Geld leihest einem aus meinem Volke, der arm ist, sollst du kein Wucherer an ihm sein. Ps. 37, 21: Der Gottlose borgt und bezahlt nicht. Luk. 10, 7: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Spr. 16, 8: Besser wenig mit Gerechtigkeit, als viel Einkommen mit Unrecht. 2. Mos. 20, 17. — 1. Kge 21. - Luk. 3, 12-14. 1. Mos. 27. - 2. Kge. 5, 20-27. - Luk. 16. 1 — 13. - Jes. 5, 8 — 10. — 1. Kor. 6, 10. — Lieder: 35, 6. 34, 7. 48 Unrecht Gut gedeiht nicht und kommt nicht auf den dritte» Erben. — Der Hehler ist so schlimm, wie der Stehler. — Gefundenes verhohlen ist so schlimm wie gestohlen. — Maß und Gewicht kommt vors Gericht. Neid bringt Leid. — Jedem das Seine. — 3) Ehrlich währt am längsten. — Treue Hand gehl durchs ganze Land. Ps. 37, 25. Ueb' immer Treu' und Redlichkeit Bis an dein kühles Grab; Und weiche keinen Finger breit Bon Gottes Wegen ab. Gal. 5, 13: Durch die Liebe diene einer dem andern. 1. Joh. 3, 17. 18: Wenn einer dieser Welt Güter hat, und sieht seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, — wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? Laßt uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit! Hebr. 13, 13: Wohlzutun und mitzuteilen vergesset nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl. Matth. 6, 3: Wenn du Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. 7^-Tob. 4, 9: Hast du viel, so gib reichlich, hast du wenig, so gib das Wenige mit treuem Herzen. ^ Luk. 21, 1—4: Das Scherflein der Witwe. 2. Kor. 9, 7: Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Apg. 20, 35: Geben ist seliger als nehmen. Matth. 25, 40: Was ihr getan habt einem der Geringsten unter meinen Brudern, das habt ihr mir getan. Jes. 58, 7. — Lnk. 3, 10. 11. „Einer für alle, alle für einen." Lied 130, 5. 4t>. («hie und guter Name des Nächsten. Die Nächstenliebe bewahrt uns ferner nicht allein vor grober Schädigung des Nächsten an Ehre und gutem Namen durch Lüge und Verleumdung, sondern auch vor lieblosem Richten, Falschheit und Schmeichelei. Sie treibt uns vielmehr an, daß wir den Nächsten und seine Fehler schonend ertragen, milde beurteilen, seine guten Eigenschaften neidlos anerkennen und uns gegen ihn allezeit aufrichtig und wahrhaftig erzeigen. » 46 2. Mos. 20, 16: Das !). Gebot: Du sollst kein falsches Zeugnis reden Wider deinen Nächsten. Falsche Zeugen gegen Nabot: 1. Kge. 21; gegen Christus: Matth. 26, 59 — 63. >(. Sir. 5, 17: Ein Dieb ist ein schändlich Ding, aber ein Verleumder ist noch viel schändlicher. ^ Potiphars Weib: 1. Mos. 39. „Drei Menschen auf einmal verdirbt Verleumdungsgift, Den, der sie spricht; den, der sie hört; den, so sie trifft." Matth. 7, 1: Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Matth. 7, 1—5. Spr. 10, 19: Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab. Spr. 17, 4: Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher hört gern auf schädliche Zungen. Jak. 3, 2 — 12: Die Znngensünden; 2. Sam. 15, 3 — 5: Absalom; Mark. 12, 13 — 17: Der Zinsgroschen. Irren ist menschlich, lügen ist teuflisch. Der Argwohn ist ein Schelm. — Wer dir schmeichelt, ist dein ^ ^Feind; wer dir die Wahrheit sagt, dein Freund. ^ Spr. 31, 8: Tue deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. Ephes. 4, 25: Leget die Lüge ab, und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, da wir untereinander Glieder sind. Spr. 2,7: Der Herr läßt es den Aufrichtigen gelingen und beschirmt die Frommen. 1. Chr. 29, 17: Ich weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfest und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. Ein Mann, ein Wort. — Der Zweck heiligt die Mittel nicht! — Die Wahrheit in Liebe. — r !^„Die Wahrheit rede stets und wag' es nie, zu lügen; ) ! Die Menschen kannst du zwar, doch niemals Gott betrügen!" ^ 2. Sam. 12, 7. Mark. 6, 18. Ps. 15, 1—3. Lied 244. 4 50 41. Das geistige und ewige Wohl des Nächsten. Die Liebe zum Nächsten bewahrt uns endlich davor, daß wir ihm Anstoß und Aergernis geben mit Worten oder Werken durch böses Beispiel, Versuchung oder Verführung. Sie treibt uns vielmehr an, ihn auch in seinem geistigen und ewigen Wohl zu erbauen und zu fördern durch Belehrung und Warnung, Ermahnung und Vorbild. Matth. 18, 7: Wehe dem Menschen, durch welchen Aergernis kommt! Matth. 18, 6^ Wer einen dieser Geringen, die an mich glauben, ärgert, dem wäre besser, daß ihm ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ertränkt würde im Meer, wo es am tiefsten ist. — 1. Mos. 4. 9. Matth. 27, 5. Ephes. 4, 29: Lasset kein faules Geschwätz aus euerm Munde gehen, sondern je nach Bedürfnis ein gutes Wort zur Erbauung, daß es Segen bringe denen, die es hören. Röm. 14, 19: Lasset uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur gegenseitigen Erbauung. "i-Gal. 6, 1.2: Ihr Brüder! wenn auch etwa ein Mensch von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen wieder zurecht mit sanftmütigem Geist; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. I.THess. 5, 14. Jak. ö, 19. 20. Lieder 243, 13. 14. 342, 11. Matth. 5, 16: Lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euern Vater im Himmel preisen. Matth. ö, 13 — 16. - Lied 29. 42. Die Feindesliebe. Die schwerste und höchste Bewährung der Nächstenliebe ist die Liebe zu denen, die unsere Widersacher sind. Sie zeigt sich als Friedfertigkeit, Sanftmut und Versöhnlichkeit und vollendet sich in der Feindesliebe, wie Jesus sie gelehrt und vorbildlich geübt hat. 51 XRöm. 12, 18: Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt ^mit allen Menschen Frieden, ^ Röm. 12, 20. 21: Wenn deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn; wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Röm. 12, 18-21. Lieber gelitten, als gestritten. Lieber Unrecht leiden als Unrecht tun. Joh. 18, 19 — 24. Apg. 16, 35 — 40. Matth. 5, 5: Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Matth. 5, 9: Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Matth. 6, 12. 14: Vergib nns unsere Schulden, wie auch wir unsern Schuldnern vergeben. — Denn so ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird ench euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben. Matth. 5, 44. 45: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Luk. 23, 34: Vater, vergib ihnen! denn sie wissen nicht, was sie tun. (Vergl. Stephanns: Apg. 7, 59.) Ephes. 4, 32: Vergebet einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus. Lieder: 77, 7. 248, 2. Die wahre Liebe ist wie der Tau; er fällt auf Rosen und Nesseln, r. Die Nächstenliebe im besondern. st:i. Die Kreise besonderer Betätignng der Nächstenliebe. Alle Menschen sind unsere Bruder; aber die Nächstenliebe betätigt sich noch in besonderer Weise in den engern Lebens- kreisen der Familie, der Freundschaft, des bürgerlichen Gemeinwesens und der kirchlichen Gemeinschaft. 1. Petr. 4, 10: Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. 1. Kor. 12, 26: Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied herrlich gehalten wird, so freuen sich alle Glieder mit. Röm. 12, 10: Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich; einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. 1. Kor. 12, 4 — 31. 44. Die Ehe. Die nächste und innigste Gemeinschaft ist die Familie. Sie wird nach Gottes Ordnung gegründet durch die Ehe, bei der Gatte und Gattin sich zu völliger und unverletzlicher Liebe und Treue für die ganze Lebenszeit miteinander verbinden. Christliche Ehegatten vereinigen sich nicht bloß für gemeinsame irdische Zwecke, sondern auch daß sie miteinander an ihrer Heiligung arbeiten und trachten nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit. 1. Mof. 2, 18: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. Ruth 1, 16. 17. Mark. 10, 1-12. 1. Mos. 24: Elieser wirbt für Jsaak um Rebekka. Spr. 31, 10 — 31: Lob des tngend- samen Weibes. Eignn Herd ist Goldes wert. — Gezwungne Eh' bringt Jammer und Weh. — Ehestand, Wehestand, wenn mau freit mit Unverstand. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kürz, die Reu' ist laug!" Dein Leid — mein Leid: meine Freud' — deine Freud'; Deine Not — meine Not: mein Brot — dein Brot. Lieder: 303, 1. 2. 307. 2. Mos. 20, 14: Das 7. Gebot: Du sollst nicht ehebrechen; vgl. Matth. 5, 27-32. 58 Mark. 10, 9: Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. Ephes. 5, 22 — 25: Ihr Weiber, seid Untertan euern Männern, als dem Herrn; denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde. Ihr Männer, liebet eure Weiber, gleichwie auch Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie dahingegeben hat. 1. Petr. 3, 1 — 7; vgl. Mark. 6, 14—29: ein von der Sünde zerrüttetes Haus. Pflichten der Ehegatten: „Zhr sollt beide im Herrn miteinander verbunden sein, auf daß ihr willig seid, in Freud und Leid, in gesunden und kranken Tagen mit Trost, Rat und Hülfe einander zur Seite zu stehen. Demut und Sanftmut soll eure Herzen regieren, damit Eins des Andern Fehler mit liebreicher Geduld ertrage und ihr gegenseitig euer ewiges Heil »ach Kräften fördert. Dazu seid ihr aber nur dann tüchtig, wenn der Geist Jesu Christi in euch wohnt und wirkt. Darum lasset vor allem Christum mitcinziehen in euer Haus, lasset sein Wort reichlich unter euch wohnen, haltet an am Gebet, und seid fleißig, Gott zu dienen daheim in eurem Hause und in der Gemeinde des Herrn." (Thurgauische Liturgie.) 45. Die Familie. Die christliche Familie ist ein Reich Gottes im Kleinen. In ihr waltet der Geist der Liebe und der Zucht. In diesem Geiste sorgen die Eltern für das Wohl ihrer Kinder nach Leib und Seele und erziehen sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn. Die Kinder aber sind ihren Eltern und deren Stellvertretern gehorsam in dem Herrn, dankbar für alle Liebe und Fürsorge und halten als Geschwister treu zusammen. Christliche Herrschaften behandeln ihre Dienstboten, christliche Vorgesetzte ihre Untergebenen, christliche Arbeitgeber ihre Arbeiter gut und wohlwollend; diese aber erzeigen jenen Achtung, Treue und Fleiß. Jos. 24, 15: Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen. 54 Die christliche Haustafel: Kol. 3, 18 — 25. 4, 1; vgl. Ephes. 5, 22 — 6, 9. — Lieder: 301. 303. 308. Ps. 127, 3: Kinder sind eine Gabe Gottes. Matth. 19, 5: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. 1. Tim. 5, 8: Wenn jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, der hat den Glauben verleugnet und ist ärger als ein Heide. Ephes. 6, 4: Ihr Vater, ziehet eure Kinder auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn. Spr. 13, 24: Wer seiner Rute schonet, der hasset seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn bei Zeiten. Warnende Beispiele: Elis Schwachheit gegen seine Söhne: 1. Sam. 2, 12 — 35. 3. 4. Herodias: Mark. 6, 14 — 29. Lied 303, 3. Luther: Besser ein totes, als ein ungezogenes Kind. — Besser das Kind weint, als die Eltern. — Jung gewohnt, alt getan, so hebt das Rechte und Schlechte an. 2. Mos. 20, 12: Das fünfte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, gibt. ^ Kol. 3, 20: Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herrn wohlgefällig, v Spr. 19, 26: Wer Vater mißhandelt und Mutter verstößt, der ist ein schändliches und verworfenes Kind. Sir. 3, 10: Des Vaters Segen baut den Kindern Häuser, aber der Mutter Fluch reißt sie nieder, f I '/'Sir. 3, 13: Der Wohltat, den Eltern erzeiget, wird nimmer- mrehr vergessen werden.-». Jesus: Luk. 2, 51. Joh. 19, 26. 27. — Warnende Beispiele: Absalom, 2. Sam. 15 — 18. Der Verlorne Sohn. 3. Mos. 19, 32: Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und die Alten ehren. Hebr. 13, 17: Gehorchet euern Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben müssen, auf daß sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. Joseph: 1. Mos. 50, 1—13. ^ Ps. 133, 1: Siehe, wie sein und lieblich ist es, wenn Brüder '/einträchtig beieinander wohnen! X Beispiele der Zwietracht: Jakob und Esau; der Friedfertigkeit: Abraham und Lot, 1. Mos. 13, 1—12. — Josephs Geschichte, besonders 1. Mos. SO, 14—21. 1. Kor. 12, 26: Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied herrlich gehalten wird, so freuen sich alle Glieder mit. Beispiele: Abraham und Elieser. — Joseph in Potiphars Hause, 1. Mos. 39. — Der Hauptmann zu Kapernaum, Matth. 8, 5—13. Ephes. 6, 5-9. — Lied: 303, 4. 5. Weißt du, wo's keinen Herrn und keinen Diener gibt? — Wo Eins dem Andern dient, weil Eins das Andre liebt! 46. Die Freundschaft. Wahre Freunde sind die, welche durch persönliche Zuneigung und durch das Band gleicher guter Gesinnung und edeln Strebens mit einander verbunden sind. Sie stehen in aufrichtiger und hingebender Treue zu einander nicht bloß in den Tagen der Freude und des Glücks, sondern auch in Zeiten der Not und Gefahr. Spr. 17, 17: Ein treuer Freund liebt allezeit und wird in is der Not als Bruder erfunden. ^ ^ ^ Freunde in der Not, Freunde im Tod, Freunde hinter'm Rücken, Hsind drei starke Brücken. ^ Und würdest du dem ärmsten Bettler gleich — Bleibt dir ein Freundesherz, so bist du reich! 1. Kor. 15, 33: Lasset euch nicht verführen; böse Geschwätze verderben gute Sitten. 1. Thess. 5, 21: Prüfet alles, und das Gute behaltet. 56 Joh. 15, 14: Jesus spricht: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. -Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer d» bist. 1. Sam. 20, 11—41. — Lied 32, 11. 47. Das bürgerliche Gemeinwesen oder der Staat. Das bürgerliche Gemeinwesen oder der Staat bezweckt, das Volk zu einer größern und wohlgeordneten Gemeinschaft zusammenzuschließen durch Verfassung und Gesetze. Er will Leben und Recht, Ehre und Gut aller seiner Glieder schützen, Friede und Freiheit erhalten und so vorzugsweise die irdische Wohlfahrt aller fördern. Die christliche Lsebe zeigt sich in der bürgerlichen Gemeinschaft darin, daß der Christ die Ordnungen und Gesetze des Staates achtet und hält, weil er auch in ihnen eine göttliche Ordnung erkennt und derselben Untertan ist um des Herrn willen. Er hütet sich darum, zumal als Glied eines freien Volkes, die Freiheit zu mißbrauchen durch Willkür oder sie gar zum Vorwand der Zügellosigkeit zu machen, beweist vielmehr seine Nächstenliebe durch Teilnahme an des Volkes Wohl und Weh, durch treue Erfüllung seiner bürgerlichen Pflichten, durch Gemeinnützigkeit, Opferwilligkeit und Liebe zu Heimat und Vaterland. Röm. 13, 1: Wo Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Röm. 13, 1—7. Heit'ge Ordnung, segensreiche Himmelstochter, die das Gleiche Frei und leicht und freudig bindet, Die der Städte Bau begründet. Die herein von den Gefilden Rief den ungeselligen Wilden, Eintrat in der Menschen Hütten, Sie gewöhnt zu sanften Sitten Und das teuerste der Bande Wob, den Trieb zum Vaterlande. Schiller. 57 1. Tim. 2, 1. 2: So ermähne ich nun, daß man vor allen Dingen tue Bitte, Gebeth Fürbitte, Danksagung für alle Menschen, für die Könige und alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Matth. 22, 21: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. — 1. Petr. 2, 13 —17. Röm. 12, 7: Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts; regiert jemand, so sei er sorgfältig. 5 ^ 1. Kge. 12: Trennung des Reiches. — Matth. 20, 25 — 27. Einer für alle alle für einen. (Alter Schweizerspruch.) X An's Vaterland, an's teure, schließ dich an, Das halte fest mit deinem ganzen Herzen. Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft. Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, In keiner Not uns trennen und Gefahr. Wir wollen frei sein, wie die Vater waren, Eher den Tod, als in der Knechtschaft leben. .Wir wollen trauen auf den höchsten Gott Und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen. > (Rütlischwur aus Schillers Wilhelm Teil.» Die Bettagslieder: 294. 298. 300. 48. Die kirchliche Gemeinschaft oder die christliche Kirche. Ihrem innern Wesen nach ist die christliche Kirche die Gemeinschaft derer, die durch Christus erlöst, zu einem neuen Leben wiedergeboren sind und an ihrer Heiligung ernstlich arbeiten, welcher christlichen Konfession oder Sondergemeinschaft sie auch angehören mögen. Man nennt diese Gemeinschaft die „unsicht. bare" Kirche. Dagegen ihrer äußern Erscheinung nach ist die Kirche die Gesamtheit aller derer, die auf Christus getauft sind; sie bilden die „sichtbare" Kirche. Diese hat sich im Verlauf ihrer geschichtlichen Entwicklung in verschiedene Gemeinschaften getrennt. Die bedeutendsten dieser Gemeinschaften sind: die griechisch- katholische, die römisch-katholische und die evangelisch-protestantische Kirche. Letztere verzweigt sich wieder in die lutherische, reformierte und anglikanische Kirche und in eine Reihe größerer oder kleinerer Sondergemeinschaften. Apg. 2. 4, 32 — 35. Ephes. 2. 19 — 22. 1. Sam. 16, 7: Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an. Gal. 3, 26. 27 : Ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Jesus Christus. Denn so viele euer auf Christus getauft sind, die haben Christus angezogen. ^ ^ Röm. 8, 9: Wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein^ Matth. 13, 24 — 30. 36 — 43. 47 — 52: Gleichnisse vom Unkraut unter dem Weizen und von, Fischernetz. Matth. 16, 18: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. X Joh. 8, 31. 32: So ihr bleiben werdet in meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. ^ 1. Kor. 12, 4: Es sind mancherlei Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter; aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allen. 1. Kor. 3, 1 —11. Rom. 12, 4 — 6. — Lied 130, 1.5. 4i>. Die evangelische Kirche und ihre grundsätzliche Verschiedenheit von der katholischen. Jede der christlichen Gemeinschaften stellt da« Christentum nach Lehre und Leben, Gottesdienst und Verfassung in besonderer Weise dar. Die evangelisch-protestantische Kirche, zu der wir als Reformierte gehören, unterscheidet sich von der 59 katholischen wesentlich dadurch, daß sie nur das als Glaubcns- wahrheit oder sittliche Borschrift oder gottesdienstliche Uebung anerkennt, was in Ehristi Wort und Geist begründet ist und durch Vernunft und Gewissen bestätigt wird; aber auch dadurch, daß sie das Heil des Menschen allein auf Gottes Gnade in EhristuS und nicht auf das Verdienst der Werke stellt. Die christliche Liebe anerkennt indes, daß jede kirchliche Gemeinschaft an der Wahrheit teil hat; sie ist deshalb duldsam und trachtet, bei aller Treue gegen die eigene Kirche, nach dem, was zum Frieden dient und da« Reich Gottes auf Erden fördert. X Xl. Kor. 3,11: Einen andern Grund kann niemand legen mnßer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. ^ Joh. 5, 39: Suchet i» der Schrift, denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darin, und sie ists, die von mir zeuget. Vgl. Apg. 17. 11. Luther in Worms: „Es sei den», daß ich durch Zeugnis der heiligen Schrift, oder mit klaren, hellen Gründe» überwunden werde, so kann und will ich nicht widerrufen, weil es weder sicher noch geraten ist, etwas wider das Gewissen zu tun!" Ephes. 2, 8: Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch; Gottes Gabe ist es; nicht durch Werke, auf daß sich niemand rühme. Röm. 3, 28: Wir halten dafür, daß der Mensch gerechtfertigt werde durch den Glauben ohne des Gesetzes Werke. Luthers 62. These: „Der rechte, wahre Schatz der Kirche ist das heilige Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Gottes." I.Kor. 7, 23: Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. l ^- Gal. 5, 1: Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So stehet nun fest und taflet euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft fangen. ^ Matth. 15, 1—20. Mark. 7. 6 —8. Matth. 6. l—18. Matth. 6, 7: Ihr sollt nicht viel plappern wie die Heiden; den» sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. «'.0 Röm. 6, 10. Hebr. 9. 12. I. Kor. 11, 28. Jak. 6, 10. Matth. 26, 27. 1. Tim. 2, 5: Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst zum Lösegeld gegeben hat für alle. Luk. 15, 17—24. 2. Mos. 20, 4. 1. Joh. 2, 1. Matth. 23, 8: Einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. Matth. 23, 8 —10. Elches. 4, 3: Seid fleißig zu halten die Einigkeit des Geistes durch das Band des Friedens. — Lied 130, 1.5. Augustinus: „Im Wesentlichen Einheit, im Nebensächlichen Freiheit, in Allem die Liebe!" 1. Tim. 3, 2 —4. I.Petr. 2, 5. Luther: „Man soll die Ketzer mit Schriften, nit mil Feuer überwinden!" Gal. 5,-13: Ihr seid zur Freiheit berufen, liebe Brüder! Nur brauchet nicht die Freiheit zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern durch die Liebe diene einer dem ander». 2. Kor. 3. 17: Der Herr ist der Geist; wo aber der Geilt des Herrn ist, da ist Freiheit. 1. Kor. 13, 13: Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Matth. 7, 16. — Luk. !», 52 — 56. — Röm. 10, 12. 13. Lied 126. 6. Die Hülfsmittel der Heiligung. 5". Des Christen Pflicht, an seiner Heiligung zu arbeiten. Das christliche Leben in seiner Vollkommenheit ist das Ziel, nach welchem wir in unserm Erdendasein streben. In beständigem Kampf gegen Versuchung von außen und von innen strebt der Christ unter Wachen und Beten diesem Ziele näher zu kommen. Das heißt an seiner Heiligung arbeiten. Dabei gewinnt der Geist immer mehr die Herrschaft über das Fleisch, die Liebe über 61 alles selbstsüchtige Wesen. Aber diese Heiligung wird hienieden nicht vollendet; wir suchen und kämpfen, ringen und streben, daß wir in der Nachfolge Jesu Christi mit Gottes Hülfe das Ziel der Vollkommenheit erreichen möchten. Um uns in diesem Kamps beizustehen und zum Siege zu verhelfen, gibt uns Gott selbst Hülfsmittel der Heiligung an die Hand. Diese sind: die kirchliche Gemeinschaft, die Sonn- und Festtage, das Wort Gottes, das Gebet und die heiligen Sakramente. 3. Mos. 19, 2: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott. Matth. 5, 48: Ihr sollt vollkommen sein, gleichwie euer Pater im Himmel vollkommen ist. Matth. 7, 17.18: Jeder gute Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ephes. 4, 22 — 24. — Lied 249, 5. 6. 1. Thess. 4, 3: Das ist der Wille Gottes: eure Heiligung. X 1. Kor. 15, 58: Seid fest und unbeweglich und nehmet immer I zu in dem Werke des Herrn, weil ihr wisset, daß eure Arbeit in dem Herrn nicht vergeblich ist. Phil. 3, 12: Nicht, daß ich es schon ergriffen habe, oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möchte, nachdem ich von Christus Jesus ergriffen bin. 1. Kor. 10, 12: Wer sich dünken läßt, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Matth. 26, 41 : Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Ephes. 6, 13 — 17: Die geistliche Waffenrüstung. Lied 262. Das Vollendete hienieden ward nie dem Vollendnngsdrang; Doch der Mensch ist nur zufrieden, wenn er nach Vollendung rang. 62 > Joh. 15, 4. 5: Bleibet in mir und ich in euch. Gleichwie die Rebe keine Frucht bringen kann von sich selber, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben (Schosse). Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Lieder: 194. 204,1. 258. 184,1.5.6. öl. Die christliche Gemeinschaft als Hülfsmittel der Heiligung. Die christliche Gemeinschaft hat zunächst die Aufgabe, die lebendigen Christen in Geistesgemeinschaft sowohl mit Christus, ihrem Herrn und Haupt, als auch untereinander zu erhalten. Sie will den Geist des Evangeliums in allen Verhältnissen wirksam machen und besonders die Gefährdeten innerhalb der Christenheit bewahren und Verirrte retten, aber auch diejenigen in der Ferne, die noch nicht Christen sind, ihrem Erlöser zuführen, so daß ein Hirt und eine Herde werde! (Innere und äußere Mission.) Unsere evangelisch-reformierte Kirche arbeitet nach der ihr verliehenen Gabe an der Lösung dieser Aufgabe mit, indem sie Gesetz und Evangelium verkündigt, die Sakramente verwaltet, die Jugend in der christlichen Wahrheit unterrichtet und erzieht, Seelsorge übt und sich außerdem auf mannigfache Weise um Erhaltung und Fortpflanzung christlichen Glaubens und christlicher Sitte bemüht, um so ihres Amtes zu warten, ein göttlicher Sauerteig zu sein in dieser Welt und ein kräftiges Salz der Erde. Die Teilnahme am kirchlichen Leben und die Gemeinschaft mit lebendigen Christen ist ein sehr wichtiges Hülfsmittel der Heiligung. Denn sie bewahrt sowohl vor Gleichgültigkeit und Erschlaffung des religiösen und sittlichen Lebens als auch vor krankhafter Ucberspannung und Verirrung desselben und leitet die Gemeindeglieder an, von allen Mitteln der Heiligung den rechten Gebrauch zu machen. Jvh. 15, 1—5. — Lied 144, 1. 03 Ephes. 4, 3 — 6: Seid fleißig, zu halten die Einigkeit des jGeistcs durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, ovie ihr auch berufen seid durch eine Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der da ist über alle und durch alle und in allen./ Gal. 6, 1.2: Ihr Bruder! wenn auch etwa ein Mensch von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen wieder zurecht mit sanftmütigem Geist; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Matth. 18, 20: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. 1. Petri 2, 5: Erbauet euch selbst als lebendige Steine zu einem geistlichen Hause, zu einem heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus. Matth. 5, 13—16. Ephes. 2, 19-22. 1. Kor. 3, 1-11. 12. 13. — Lied 128. Bei der Konfirmation geloben wir, „unsern Christenglauben zu bewähren durch einen frommen Christcnwandel in kindlichem Gehorsam gegen den Willen des Vaters im Himmel, in eifriger Nachfolge Jesu Christi, unseres Meisters und Vorbildes, in treuem Festhalten an der christlichen Gemeinschaft und in brüderlicher Liebe gegen unsre Nächsten." Du sondre stolz und kalt dich nicht von der Gemeine Der Betenden, weil du so gut es kannst alleine! Zwar Gott ist überall, und nie wird in der Schar Ihn finden, wem er nicht zuvor im Herzen war! Doch wo der Scheiter viel in einer Flamme brennen, Wird das Gemüt es an vermehrter Glut erkennen! Rückcrt. Gal. 6, 10: Lasset uns Gutes tun an jedermann,, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Matth. 13, 33. 9,35-38. Matth. 28, 19. 20: Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Joh. 10, 16: Es wird eine Herde und ein Hirte werden. Matth. 13, 31.32. Lieder: 135,2.9. 137,6. 142,1.5 — 7. 64 52. Der Sonntag. Der Sonntag ist ein Ruhetag von der irdischen Arbeit und Mühe, ein Tag geistiger Erhebung, Belehrung und Erbauung und darum auch eiu Tag reiner, heiliger Freude und eine unschätzbare Wohltat Gottes. Der Christ hütet sich vor Entweihung dieses Tages durch gleichgültige Mißachtung, leichtfertige Zerstreuung und werktägliche Arbeit. Es ist ihm vielmehr ein Bedürfnis und eine liebe Pflicht, diese dem Herrn geweihten Tage durch Teilnahme am Gottesdienst der Gemeinde mitzufeiern und damit nicht nur sich selbst als lebendiges Glied der Kirche zu bewähren, sondern auch durch sein Beispiel den Nächsten zu erbauen. Mißbrauch und Enlheiligung des Sonntags ist eine Quelle vieler Uebel, seine würdige Feier dagegen bringt reichen Segen nach Leib und Seele für den Einzelnen, für die Familie und für die ganze menschliche Gemeinschaft. Das 4. Gebot: 2. Mos. 20, 8—11: Gedenke des Sabbathtages. daß du ihn heiligest. ^ Ez. 20, 20: Meine Sabbathe sollt ihr heiligen, daß sie ein Zeichen seien zwischen mir und euch. Bete und arbeite. — Ohne Werktag kein rechter Sonntag; ohne Sonntag kein rechter Werktag. — Was wäre das Leben ohne Sonntag? Ein langer Wüstcmveg ohne Herberge. ^ Plag' dich, ringe, sorg' und sinn', ohne Gott ist kein Gewinn! Was der Sonntag erwirbt, schon am Montag verdirbt. Mark. 2, 27. 28: Der Sabbath ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbaths willen. Matth. 12, 1 —14: Vom Aehrenausraufen. Ps. 26, 8: Herr, ich hab lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt. Luk. 2, 49: Wußtet ihr nicht, daß ich sein muß in dem was meines Vaters ist? — Luk. 4, 16. 65 Hebr. 10, 25: Lasset uns nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche Pflegen, sondern einander ermähnen. Jak. 1, 27 : Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt erhalten. 4. Mos. 6, 24 — 26: Der hohepriesterliche Segen: Der Herr segne und behüte euch! Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig! Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden! 2. Kor. 13, 13: Der apostolische Segen: Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! Röm. 10, 12—17. Ps. 84. 92. Pred. 4, 17. Eine Blume ohne Regen und Tau verwelkt, eine Lampe ohne Del erlischt, wer Speis und Trank verschmäht, verhungert — ohne Tcilnahine am Gottesdienst erstirbt des Menschen höheres Leben. Kol. 3, 16: Lasset das Wort Christi reichlich bei euch wohnen; in aller Weisheit lehret und ermähnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen, lieblichen Liedern und singet Gott in euern Herzen. Gottesruhe, Sabbathstillc, komm herab vom Himmelsthron. Schenk' uns reiner Andacht Fülle, Geist vom Vater und vom Sohn. Lehr' uns hören, beten, singen, gläubig uns der Welt entschwingcn. Mache himmlisch unsre Seelen, dämpfe jede Leidenschaft, Wenn uns Erdensorgen quälen, Geist des Herrn, so gib uns Kraft, Wahrheit, Leben, Licht und Stärke, hinzuschaun auf deine Werke. Zieh' des Zweifels dunkle Wolke von dem Geistesaug' zurück. Jesu, schenke deinem Volke in dein Leide» einen Blick, Daß wir mit zu Grabe gehen und im Geist mit dir erstehen. 53. Die Festtage. Zu besonderer Weihe erhebt sich das kirchliche Leben an den hohen Festtagen. Sie sind Gedenktage an die großen Taten Gottes durch Christus, an die Geburt unseres Heilandes, seinen Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt und an die Aus- gießung des heiligen Geistes. Und an diese Festtage, die wir 6 66 mit der ganzen Christenheit begehen, reiht sich für die Mieder unseres Volkes der eidgenössische Büß-, Dank- und Bettag an. Luk. 2, 10. 11: Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Wär' Christus tausendmal iu Bethlehem geboren Und nicht in dir, so bist du doch verloren! )(, 2. Kor. 5, 15: Christus ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. ^ Daß Christ in dir geboren werde, und daß du sterbest dieser Crde Und lebest ihm, nur dieses ja ist Bethlehem und Golgatha. Rom. 6,4: Gleichwie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Es hilft dir nichts, daß Christus auferstanden. Wenn du noch liegen bleibst in Sund' und Todesbanden. Kol. 3, l: Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. — Lied 107, 3. Röm. 6, 14 —16: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen. daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Der Geist selber gibt Zeugnis unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Wer nicht im .kleinsten und Geringsten etwas von Gottes Geist verspürt. Für den gibt es kein Fest der Pfingsten, auch wenn sich Erd' und Himmel rührt. Spr. 14, 34: Gerechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben. — Jerem. 7, 23. Vaterland, ruh' in Gottes Hand! Wenn wir deinen Namen nennen. Wird das Herz so froh entzückt; Wenn wir deinen Wert erkenne». Fühlen wir uns hoch beglückt. Schütze Gott dich vor Not; Ruh' in seiner Hand, teures Vaterland. strüsi. Lied 124. Gal. 5, 1: Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So stehet nun fest, und lasset euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft fangen. ',4. Tas Wort Gottes. Zur Erhaltung und Förderung christlichen Glaubens und Lebens dient vornehmlich die Erbauung aus Gottes Wort. Wenn wir dieses Wort im öffentlichen Gottesdienste mit gläubigem lind ernstem Sinn anhören, zur häuslichen Erbauung andächtig darin lesen und darnach tun, dann wird es uns, wie kein anderes Wort, zum Licht auf unserm Wege, kräftigt unsern Willen, das Gute zu tun und das Böse zu meiden, tröstet und stärkt uns in den Trübsalen und Versuchungen des Erdenlebens, stellt uns das herrliche Ziel unserer himmlischen Berufung kräftig vor Augen und warnt uns, dieses Ziel durch eigene Schuld zu verfehlen. Matth. 4, 4 : Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das aus dem Munde Gottes geht. Chrysostomus: „Das Lesen der heiligen Schrift ist Umgang mit Gott. Er läßt sie darum von Fischern, Teppichwebern und andern Leuten aus dem gemeinen Volke geschrieben werden, damit sie jeder von uns lesen und verstehen kann." Jak. 1, 21: Nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist, welches eure Seelen selig machen kann. ?, 'Z Luk. 11, 28: Selig sind, die das Wort Gottes hören und ^bewahren.'/ Joh. 7, 16. 17: Jesus spricht: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. So jemand dessen Willen tun will, der wird inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede. Jak. 1, 22: Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein. Jak. 1, 21—25. Matth. 13, 4 — 9. 18 — 23. Komm zu lesen, nicht zu blättern; komm zu lernen, nicht zu meistern. > ^Ps. 119, 105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und 'ein Licht auf meinem Wege. ^ 68 2. Tim. 3, 16. 17: Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werke geschickt. 2. Tim. 3, 14 — 17. Joh. 6, 68: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Hebr. 4, 2: Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig, ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Ps. 119, 9: Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten! Wort des Lebens, lautre Quelle, ^ Die vom Himmel sich ergießt, Lebenskräfte gibst du jedem. Der dir Geist und Herz erschließt; Der sich, wie die welke Blume, Die der Sonnenbrand gebleicht, Dürstend von dem dürren Lande Zu der Quelle niederneigt. ^ Lieder: 137. Wort des Lebens, wer dich höret. Dem versprichst du ew'ges Heil; Doch nur dem, der dich bewahret. Wird das Kleinod einst zu Teil. Nun so will ich dich bewahren, Schwert des Geistes, Gottes Wort; Hilf mir hier auf Erden streiten Und die Krön' erwerben dort. Spitfll. 138. 141. 55. Das Gebet. Beten heißt mit Gott reden, ihm die Ehre geben in Dank und Lobpreisung, ihm das Her; ausschütten in Klage und Buße, in Bitte und Fürbitte. Durch den Glauben an Jesus Christus haben wir allezeit freien Zugang zu Gott, wie Kinder zu ihrem Bater, und dürfen mit Ernst, Demut und Vertrauen all unser Anliegen vor ihn bringen. Wenn wir das im Namen Jesu tun, d. h. in seinem Sinn und Geiste, so wird ein solches Gebet auch da, wo unsere menschlichen Wünsche nicht erfüllt werden, von Gott erhört, und er läßt uns erfahren, daß wir ihn nicht umsonst angerufen haben. Ps. 19, 15: Laß dir Wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser! Ps. 106, 1: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. — Ps. 103. Luk. 18, 13: Gott, sei mir Sünder gnädig. — Ps. 42. 51. Matth. 7, 7: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch anfgetan. Matth. 7, 7 — 11. 1. Tim. 2, 1: So ermähne ich nun, daß man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen. v Phil. 4, 6: Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott werden. 1. Kön. 3, 5 — 14: Salomos Gebet um ein weises Herz. Fürbitte: Abraham für Sodom: 1. Mos. 18, 16 — 33; Moses für Israel: 2. Mos. 33, 1 — 20; Christus am Kreuz; die Gemeinde in Jerusalem für Petrus: Apg. 12, 5 — 11. Lieder: 20. 30. 37. Röm. 12, 12: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet! 1. Thess. 5, 17. 18: Betet ohne Unterlaß, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch. 5. Mos. 8, 10: Wenn du gegessen hast und satt bist, so lobe den Herrn, deinen Gott! — Matth. 6, 5 — 8. Durch Beten lernst du beten. Jvh. 4, 24: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Joh. 16, 23: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Matth. 26, 39: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst. Luk. 18, 9 — 14: Pharisäer und Zöllner. — Matth. 26, 36 — 42: Jesus in Gethsemane. — Röm. 8, 15. 16. Ps. 94, 9: Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat. sollte der nicht sehen? 70 Ps. 50, 15: Ruft mich an in der Not, Jo will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. Ps. 145, 18: Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Jak. 1, 6. 7. Lieder: 209. 3. 243, 1. 2. 14. 7^ Ein Tag ohne Gebet, ein Tag ohne Segen. — Herr, nicht das Liebste, sondern das Beste. — Bet' und arbeit', so hilft Gott allzeit! — Bete, als könntest du nichts tun, arbeite, als müßtest du alles timß^ /Wer ist ein Mann? Der beten kann und Gott dem Herrn vertraut; Wenn alles bricht, er zaget nicht; dem Frommen nimmer graut! E. M. Arndt. Strecke die Hand nur empor im Gebet, Gott erfaßt sie von oben, Und die Berührung durchströmt dich mit geheiligter Kraft. Geibel. 56. Das Unser-Vater oder das Gebet des Herrn. Das vollkommenste Gebet ist das heilige Unser-Vater, welches Jesus seinen Jüngern als Vorbild gab, um sie als Gottes Kinder beten zu lehren. Es lautet also: Unser Vater, der du bist in den Hummeln! Geheiliget werde dein Name! Es komme dein Reich! Dein IVille geschehe auf Erden, wie im Kümmel! Gib uns heute unser täglich Brot! Und vergib uns unsere schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern! Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen! Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. Matth. 6, 9 — 13. 57. Die heiligen Sakramente. Damit die Gemeinde von der Erlösung nicht nur höre, sondern sie im Sinnbild gleichsam auch schaue und hievon heilige Zeichen und Siegel ihres Gnadenstandes sowie kräftige Ermunterung zur Heiligung habe, hat Jesus Christus selbst 71 zwei heilige Handlungen eingesetzt und der Gemeinde zu feiern befohlen. Diese beiden Handlungen heißen Sakramente, und es sind die heilige Taufe und das heilige Abendmahl. Sie sind zugleich die äußern Zeichen der Zugehörigkeit zur christlichen Kirche. 58. Die heilige Taufe. Jesus Christus hat die heilige Taufe eingesetzt, da er seinen Aposteln befahl: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Böller, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe!" — Indem ein Mensch getauft wird, empfängt er die feierliche Weihe zum Christentum. Er wird damit in den Gnadenbund Gottes und in die Gemeinschaft der christlichen Kirche mit all ihren Segnungen und Verpflichtungen ausgenommen. Mit der Wassertaufe wird äußerlich und sinnbildlich die Reinigung dargestellt, die Gottes Geist innerlich und wahrhaftig im Herzen der Gläubigen bewirkt. Matth. 28, 19. 20. Apg. 2, 38 — 42. 8, 35 — 38. 10, 44 — 48. Apg. 2, 38: Tut Buße, und ein jeglicher lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. — Tit. 3, 5 — 7. Röm. 6, 3 — 5. Gal. 3, 26. 27: Ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christus Jesus. Denn so viele euer auf Christus getauft find, d« haben Christus angezogen. Mark. 16, 16: Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden. Wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. 1. Petr. 3, 21. 22. — Lieder: 148. 160. 59. Kindertanfe und Konfirmation. Nach der Erklärung des Herrn, daß auch der Kinder das Himmelreich sei und nach dem Beispiel der Apostel dürfen und sollen auch Kinder christlicher Eltern die heilige Taufe empfangen, 72 wobei dann die Eltern und Taufzeugen die Verpflichtung auf sich nehmen, das Kind Gott und seinem Erlöser zuzuführen, damit die Verheißung der Wassertaufe ihre Erfüllung finde in der Geistestaufe. Diejenigen Christen, welche in früher Kindheit ins Reich Gottes aufgenommen wurden, bestätigen nach erhaltener Unterweisung durch die Konfirmation selbständig ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Christen, bekennen sich zum christlichen Glauben und verpflichten sich zum christlichen Leben (s. Einleitung). Mark. 10, 14: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Mark. 10, 13 — 16: Jesus segnet die Kinder. — Matth. 13, 3 — 5. Apg. 2, 30. 16, 15. 33. Joh. 3, 5: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. >(.1. Tim. 6, 12: Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen bist und bekannt / hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen. < Kol. 2, 6: Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Jesus Christus, so wandelt in ihm. ^ 2. Tim. 3, 14: Bleibe in dem, was du gelernt hast und /was dir gewiß geworden ist. x Pred. 5, 4: Was du gelobest, das halte! Es ist besser, du gelobest nichts, denn daß du nicht hältst, was du gelobest. X. Matth. 10, 32: Wer mich bekennet vor den Menschen, den § will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich ^ aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. x. Joh. 13, 17: So ihr nun solches wisset, selig seid ihr, so ihr es tut. 1. Petr. 3, 15: Seid allezeit bereit zur Verantwortung gegen jedermann, der von euch Rechenschaft fordert von der Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Furcht. Offbg. 2, 10: Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Phil. 3, 12 — 14. — Lied 144. 145. 146. Seid eingedenk! ein gut Bekenntnis klang aus eurem Kindermund; Gott hat's gehört! O bleibet lebenslang auf diesem Felsengrund. Was ihr in göttlich schönen Stunden so treu bezeugt, so tief empfunden: Seid eingedenk! Vier- örtiges Gesangbuch Schweiz. Gesangbuch Vier- örtiges Gesangbuch Schweiz. Gesangbuch Vier- vrtiges Gesangbuch Schweiz. Gesangbuch 4 ! 15 66 99 157 fehlt 246 305 6 13 > 67 fehlt ! 160 fehlt 248 fehlt 8 25 I 77 118 161 207 249 306 12,,« 4,17 , 87 112 162 fehlt 251 227 14 6 ! 89,8.4 113,2.» ' 165 199 252 233 16 2 ' 95 133 168 219 253 302 18,s 11,« 100 132 169 214 255 308 18,7 ii,« ; 102 129 172 222 256 295 19 fehlt ! 105 fehlt 173 221 258 294 20 9 ! 106 144 175 218 261 fehlt 22,7 3,!» i 107 fehlt 178,1.2.9 245,1.2.« 262 299 23 17 108 142 180 229 263 300 24 16 ! 113 fehlt 182 235 264 304 25 12 117 148 183 228 265 fehlt 28 fehlt i 119 152 184 232 266 44 29 fehlt 122 149 186 fehlt 278 51 30 36 ! 124 fehlt 188 247 294 fehlt 31 38 > 126 157 190 234 298 fehlt 32 fehlt 128 159 191 256 300 81 34 fehlt 130,s 161,« 194 241 301 72 35 fehlt 135,-.» 162,2.8 197 242 303 fehlt 36 32 137 fehlt 204 250 307 70 37 fehlt 138 189 206 248 308 71 41 174 141 186 209 277 322 328 43 177 142 190 211 266 328 324 46 171 143 187 217 276 330 fehlt 48 172 144 255 222 263 335 344 53 92 145 198 226 284 336 fehlt 55 86 146 197 228 274 337 329 59 90 148 193 235 270 341 330 60 fehlt 150 fehlt 239 268 342,ii 348,7 62 102 153 211 243 fehlt 345 350 63 100 156 210 244 309 Inhaltsübersicht. «Linseitung. s«o 1. Der Zweck des Konfirmandenunterrichts und die Bedeutung der Konfirmation.I 2. Das Wesen der Religion und die verschiedenen Religionen 2 3. Einteilung des Unterrichts.3 I. Kalt und seine Issffrnliarnng, sein Niesen und seine Eigenschaften. 4. Die Offenbarung Gottes. .3 5. Die Offenbarung Gottes in der Natur , . , , 4 6. Die Offenbarung Gottes in unserm innern Leben . 6 7. Die Offenbarung Gottes in unserm iiußern Leben 7 8. Die Leiden und Uebel in der Welt.8 9. Die besondere Offenbarung Gottes in der Geschichte Israels und durch Jesus Christus.10 10. Die heilige Schrift, die Urkunde der besondern Offenbarung , I I II. L>cs Nlrnschrn NNirdr und Srstiinmung: lSottrs vicsrti und des Itlcnschen Sünde. 11. Des Menschen Würde und Bestimmung ... >2 12. DaS Gesetz Gottes. 13 13. Des Menschen Sünde.15 14. Ursprung und Folgen der Sünde . .16 15. Gottes Ratschluß zur Erlösung.18 III. !Ue Erlösung durch Ilesus Elsrilius. .4. Die Verlöt» des Krkölers. 16. Jesus von Razareth, der Messias. ... 19 17. Jesus, der Meuschensohn.20 18. Jesus, der Gottessohn.21 - 88 tt. Das Werk der tzrlösnng. Seüe >9 Die Lehre Jesu. 22 20. Das Leben Jesu.24 21. Der Kreuzestod Jesu.25 22. Auferstehung und Himmelfahrt Jesu . . .27 IV. !Uc Heiligung oder das christliche I'elirn. X. Per heilige Keift und seine Wirkungen. 23. Der heilige Geist.28 24. Die Wiedergeburt durch Buße und Glauben.... 30 25. Rechtfertigung und neues Lebe».32 N. Das christliche Leben oder das Leben in der Liebe. ». Die liebe zu Gott. 26 Gott unser höchstes Gut.33 27. Abgötterei und Aberglauben.34 28. Die Ehrfurcht vor Gott.35 29. Der Gehorsam gegen Gott ... 36 30. Das Vertrauen auf Gott.36 d. Dir liebe zu sich selbst. 31. Quelle und Wesen der wahren Selbstliebe ... 38 32. Das irdische Leben.39 33. Die irdische Freude . . .40 34. Der irdische Besitz .41 35. Ehre und guter Name. .43 36. Die Sorge um das ewige Heil, die höchste Selbstliebe . 44 o. Dir lirbr zum Nächsten. 1. Die Nächstenliebe im allgemeinen. 37. Quelle und Wesen der Nächstenliebe.45 38. Das Leben des Nächsten.46 39. Das Eigentum des Nächsten.47 40. Ehre und guter Name des Nächsten ... 48 41. Das geistige und ewige Wohl des Nächsten ... 50 42. Die Fcindcslicbe.'. 50 2. Die Nächstenliebe im besondern. 43. Die Kreise besonderer Bestätigung der Nächstenliebe . 51 44. Die Ehe.52 84 Seite 45. Die Familie.53 46. Die Freundschaft. .55 47. Das bürgerliche Gemeinwesen oder der Staat ... 56 48. Die kirchliche Gemeinschaft oder die christliche Kirche . 57 49. Die evangelische Kirche und ihre grundsätzliche Verschiedenheit von der katholischen.58 6. Die Hülfsmittel der Heiligung. 50. Des Christen Pflicht, an seiner Heiligung zu arbeiten 60 51. Die christliche Gemeinschaft als Hülfsmittel der Heiligung . 62 52. Der Sonntag.64 53. Die Festtage.65 54. Das Wort Gottes.67 55. Das Gebet.68 56. Das Unser-Vater oder das Gebet des Herrn ... 70 57. Die heiligen Sakramente. .70 58. Die heilige Taufe.71 59. Kindertaufc und Konfirmation.71 60. Die Einsetzung des heiligen Abendmahls .... 73 61. Die Bedeutung und der Segen des heiligen Abendmahls 73 62. Die Vorbereitung auf das heilige Abendmahl ... 75 O. Das kehle Ziel der Heiligung. 63. Das ewige Leben.76 64. Gericht und Vollendung.78 Anhang; Das KonsirmatioiiSbekenntnis und -Gelübde 80 Verzeichnis der im Leitfaden zitierten Gesangbuchlieder nach den Nummern des „Schweiz. Gesangbuchs" 81 ^ >L^ L'LL „L / / e ^ X ^7 ^ X X <,^2^ ^ ^ . ^r M ^ S^sr 981142818