OELB51£'V , --'^s : ''o'* L 10987 <\ (9 , SD v SELBSTBILDNISSE SCHWEIZERISCHER KÜNSTLER DER GEGENWART MIT EINER EINFÜHRUNG UND BIOGRAPHISCHEN SKIZZEN AUF GRUNDLAGE DER AUSSTELLUNG VON SCHWEIZERISCHEN KÜNSTLERBILDNISSEN IM WINTERTHURER KUNSTVEREIN HERAUSGEGEBEN VON GEORG REINHART UND DR. PAUL FINK ZÜRICH 1916 KOMMISSIONSVERLAG ART. INSTITUT ORELL FÜSSLI. Sämtliche Originalaufnahmen stammen aus dem photographischen Atelier von Hermann Linck in Winterthur. III Zur Einführung Im Frühsommer dieses Jahres wurde im Vorstand des Winter- thurer Kunstvereins die Anregung gemacht, man möchte im Museum eine Ausstellung von ausschliesslich schweizerischen Künstlerbildnissen organisieren. Der Antragsteller hatte sich schon längere Zeit mit dem Plan getragen und ursprünglich an eine Jahrhundertschau (etwa 1820 — 1920) gedacht. Bei näherer Überlegung erwies sich Jedoch das Unternehmen als zu umfangreich und kompliziert, namentlich im Hinblick auf einen vernünftigen Ausgleich zwischen den Künstlern des 19. Jahrhunderts und der heutigen Generation. So wurden die erstem für eine spätere Darbietung ins Auge gefasst und die letztem aufs Programm gesetzt. Gerne ging der Vorstand des Kunstvereins auf den Plan ein. Nun wurden an alle ihm bekannten namhaften Künstler der Schweiz, an Sammler, Museen und Kunsthändler vorläufige Anfragen gerichtet, die den Zweck hatten, einen Überblick über das vorhandene Material zu gewinnen. In Frage kamen Gemälde, Skulpturen, Plaketten und Medaillen, Zeichnungen und graphische Blätter, die einen bildenden Künstler darstellen, dessen Kunstschaffen noch wesentlich in das neue Jahrhundert hineinragt oder aber sich ganz darin ausspricht. Die Bildnisse konnten Selbstbildnisse oder solche anderer Künstler sein, und der schweizerische Charakter der Ausstellung wurde dadurch gewährleistet, dass entweder der Dargestellte oder der Darsteller Schweizer sein musste. Wie sehr dieser Charakter innegehalten wurde, geht daraus hervor, dass schliesslich nur acht der ausstellenden Künstler und vier der Dargestellten Nichtschweizer waren. IV Auf diese Anfragen hin machten 250 Künstler und Sammler Angaben, die einen zur Verfügung stehenden Bestand von mehr als 400 Werken ergaben, von denen die Ölmalerei mit 265 Bildnissen obenan stand. Einige wenige markante Künstler blieben der Veranstaltung fern, hie und da wohl deshalb, weil einige nie weder ein Selbstbildnis noch einen ihrer Kollegen gemalt hatten, wie das z. B. bei Auber- jonois der Fall ist. Das mögen die bedenken, welche den einen oder andern unserer Künstler hier vermissen. Von den 400 Werken blieben nach sorgfältiger Sichtung 325 übrig. Nun ersuchte man deren Besitzer, diese Werke definitiv anzumelden und einzusenden. Eine bewusst nachsichtig waltende Jury, die dem Betrachter Gelegenheit geben wollte, auch Mittelmässiges mit Gutem vergleichen zu können, und die neben der Qualität der Werke auch deren ikono- graphische Bedeutung berücksichtigte, schied nur weniges aus, so dass 196 gemalte Bildnisse, 36 Büsten, 11 Plaketten und 66 Zeichnungen und graphische Blätter Aufnahme fanden. Diese wurden auf fünf Säle des Winterthurer Museums verteilt und waren vom 13. Oktober bis 24. November 1918 ausgestellt. ¥ * ¥ Da die Ausstellung sich als ein wertvolles künstlerisches Zeitdokument erwies, lag der Gedanken ahe, wenigstens einen Teil der ausgestellten Bildnisse in einer illustrierten Publikation festzuhalten. Die Herausgeber, die an diese Aufgabe herantraten, beschlossen, sich auf Selbstbildnisse zu beschränken, und wählten ungefähr den dritten Teil der vorhandenen (65 von 196) für die Publikation aus. Uber die künstlerische Bedeutung von Selbstbildnissen sind hier nicht viele Worte zu verlieren; frei vom gelindesten Druck eines Auftraggebers schafft der Künstler und offenbart sich. Selbst solche, die nicht ersten Ranges sind, und von denen uns andere Werke gleichgültig lassen würden, wirken im Selbstporträt meist noch interessant. Bei der Auswahl der Bildnisse wurde mit Bedacht darauf gesehen, einen Überblick über das letzte Dezennium zu geben. In der Tat umfassen sie den Zeitraum von 1908 bis 1918, wobei allerdings der Hauptakzent auf dem Ende des Jahrzehntes liegt. Als Extrakt bieten die 68 Selbstbildnisse eine Orientierung über die malerischen Probleme, die Gruppierungen, die Bedingtheiten und Originalitäten unserer heutigen Künstlergeneration. Wir stellen dabei vor allem fest, dass Hodlers einst so dominierender Einfluss schon wesentlich verarbeitet ist und daher nicht mehr so auffallend in die Erscheinung tritt, wie das noch vor fünf oder zehn Jahren der Fall gewesen wäre. Andere Anregungen, namentlich solche aus dem Westen und dem Osten, machen sich geltend, und neue Lösungen werden versucht. Es möge dem Einzelnen überlassen bleiben, Klassifikationen und Gruppierungen vorzunehmen und auch die Bildnisse psychologisch zu ergründen. ¥ ¥ ¥ Die biographischen Notizen, die den Bildnissen als Anhang beigegeben sind, beruhen auf den verschiedensten Quellen. Sehr brauchbar erwiesen sich die letzten Nachträge über die Basler Künstler von Dr. J. Coulin im Supplementsband des Schweizerischen Künstlerlexikons; auch A. Bosshards sorgfältige Zusammenstellungen über die Zürcher und namentlich über Vallotton dürfen nicht unerwähnt bleiben. Mit grosser Zuvorkommenheit stellte der Konservator des Zürcher Kunsthauses die dort gesammelten biographischen Notizen zur Verfügung. Unsere Kunstzeitschriften (Pages d’Art, Schweiz, Schweizerland und das Organ der G. S. M. u. B.), Hans Gräbers Werke über zeitgenössische Schweizerkunst und einzelne wenige Monographien wurden dankbar benutzt. Immerhin gab es noch 25 der hier Dargestellten, über die entweder gar keine oder aber völlig ungenügende Angaben vorhanden waren. Diese Künstler wurden persönlich um biographische VI Mitteilungen gebeten und haben auch in allen Fällen geantwortet. Freilich fielen diese Auskünfte sehr ungleich aus, von der gelassenen Konstatierung: „Je suis ne le 23 avril 1882; le reste a peu d’importance, si toutefois la date de ma nais- sance peut en avoir une quelconque?" bis zur eingehenden sechsseitigen Darlegung aller Verhältnisse. Für die möglichst exakten Angaben über Werke der einzelnen Künstler in öffentlichem Besitz haben sämtliche Konservatoren der schweizerischen Kunstmuseen Aufschlüsse gegeben ; einzig vom Eidgenössischen Kupferstichkabinett in Zürich waren keine genaueren Angaben erhältlich. Wertvoll erwiesen sich auch gedruckte Sammlungskataloge, die leider noch an manchem schweizerischen Kunstmuseum fehlen, Jahresberichte der betreffenden Institute, das Jahrbuch für Kunst und Kunstpflege in der Schweiz (1913 und 1914) und das vom Sekretär für Kunstpflege Dr. F. Vital angelegte zuverlässige Verzeichnis der beweglichen Kunstwerke der Eidgenossenschaft, das bis zum 1. Januar 1918 reicht. Auf Literaturangaben musste, wenige Ausnahmen abgerechnet, verzichtet werden. ¥ * ¥ Wenn die vorliegende Publikation unserer schweizerischen Künstlerschaft und im besondern ihrer Porträtkunst neue Freunde wirbt, so sehen die Herausgeber den Zwecck ihrer Arbeit als erfüllt an. Winterthur, Ende November 1918. GEMÄLDE Die Werke, bei denen der Besitzer nicht angegeben ist, sind im Besitze des Künstlers. 1 i. r 'i' MX mm f Ferdinand Hodler 1916 0,64 X 0.60 Privatbesitz Winterthur /‘•'Aä.JMj KV f Max Buri 1914 Privatbesitz Brienz 0,48 X 0,48 3 . -rA*. sp** * f Hans Brühlmann 1878 - 1911 0,43 X 0.40 Privafbesitz Bern 4 Eduard Niethammer 1910 0,55 x 0,50 Prlvaibesitz Basel ‘iSvJSi:-'* Mmm mm mm K£a& v Paul Barth 1.16 X 0,66 t/V<*, **■- 2 *' Numa Donze 1918 0,65 X 0,42 'te&- ..Sk'.' Franz Marent Kunsthalle Basel 0,66 X 0,57 pstm mm X* - i Mfs; *1' 1 Vj-Sji'’ Ernest Bolens Kunstsammlung Im Museum Winterthur 0,79 x 0 64 9 ^Ut.'dv Aä.J »ft® ü?*ää w- mm *5&£ zßf.h j|gri*4'-^ 4$&g Johann Jakob Lüscher 1918 0,55 X 0,46 Privatbesilz Basel 10 .'3g®" Alexander Zschokke 1918 0,61 X 0,50 Niklaus Stoecklin Privatbesitz Winterthur 0,70 X 0,55 Alfred Heinrich Pellegrini Ernst Schiess 1918 0,58 X 0,41 —j*.y 14 » <* 4 - Wk(. Eugen Ammann 1917 0,46 X 0.35 15 Rudolf Urech 1918 0,35 X 0,31 16 Paul Burckhardt 1918 4.J.. 'mm 0,58 X 0.« ;WwtT lBw AS. 39 . & t FfXGVfiC Rudolf Löw Privatbesitz Basel 0,34 X 0,31 Esther Mengold und Paul Altherr 1917 Privatbesitz Winterthur 0,72 X 0,60 19 i t ■■ msm -m' ’ -r, ;? ^ , 1 , * r ’ '~w £- ^**10^* O *** ,t y 1 ^ { “ A SiÄfili Hermann Meyer 1918 0,70 X 0,50 20 af • J * v: I „Ä^y >„" Fwc v '&' a- Sp?ö •ft?ä#?’/{-;-4fcJ • s»Zr.A?- ■ >. * Burkhard Mangold 1918 0,38 X 0*47 21 ‘mm Ulysse Dutoit 0,55 X 0,4« 22 Skt*’??»' .sßT'lG. Alexandre Blanchet 1918 0,65 X 0,53 Kunstsammlung im Museum Winterthur ■ww V»* -i ’ X Hans Berger 1918 0,55 X 0,46 £ -*&■ M- ;>«Äi Paul Theophile Robert 1918 Privatbesifz NeuchStel 0,79 X 0,65 r$.y-jS#£] . f-j.' t-jr; aJüfi 25 A Rene Francilion 1918 0,55 X 0,46 Edouard Vallet -Sa* v Albert Muret 0,65 X 0,48 A,..f : /-« ■•■AA’ «,' .-w£-,.- v, #-5 /■>/-».'* -'flf Felix Appenzeller 1918 0,55 X 0,46 Otto Vautier mm tfili •m&P-i ;7s£.;Ji: :4y&J£&#jr : i mm Rodolphe Theophile Bosshard 1916 P rivalbesitz Morges 0,58 X 0,45 3fn fefel äSspH pri#lp! K|m* ^ * »tt. 35Ü£*w Alice Bailly 0,80 X 0,60 ’viL* 32 .'jo&i !SäÄ ?'*■'■ •'• Albert Trachsel 1912 0,55 X 0,46 Privatbesitz Genf 33 *-.VÄUL0TT<5N, aß 1SÄ ‘Mg*' Felix Vallotton 1908 0,55 x 0,46 Privatbesitz Winterthur 34 «gif areaas .- äss* **>$■- ä« «K Charles Humbert 1918 0,63 X 0.47 Sk» Madeleine Woog 1917 0,73 X 0,53 i-T. .»■o. 36 wma B ' p • "SÄraE ®«lf 'i-ivyi' Paul.Perrelet 1918 0,73 X 0.52 MWßs^ ^sSf.^e Aloys Hugonnet 1917 0,55 X 0,46 rssS'rV' 38 ' ^ Cuno Amid 1917 0,46 X 0,M Vereinigung Zürcher Kunstfreunde 39 ■?JZ~ ÖS' 'ü&r. ■$&!«& Giovanni Giacomdii 1909 0,60 X 0,50 Kunstsammlung im Museum Winterthur 40 t^äßLi ■*»ai3TTi KlSs -vr>. t#»>A 'v»- v ' :■& - s » ’Bfizrw ■ >«imz - >• V' ; *-. k ** Augusto Giacometti 1918 0,40 X 0,30 Rätisches Museum In Chur ST"'^ . ' • -> • -> . p-4L*v?NP" '■" “ " • ■ mm Arnold Brügger 1910 0,4« X 0,38 >• > ; .<• '>1 Victor Surbek Privatbesitz Winterthur 0,22 X °. 18 43 \ 1/.JP Ernst Georg Rüegg 1918 0,46 X 0.33 44 &'X 4 , ' r t fjt"$‘ : ' ß~ ■%' * 2&OT •JlV* • , ,". -2' f’v'-* . ■£mm I® :g*föS>SE »WwSsW v -V .^■|*'-*J^'' Albert Zubier 1918 0,52 X 0,43 45 r.«üt£ J Hermann Haller 1909 0,93 X 0,72 Privatbesifz Winterthur 46 Gustav Gamper 1917 0,33 X °’ 27 47 Hans Sturzenegger 1918 0,50 X 0,45 Vereinigung Zürcher Kunstfreunde Alfred Kolb 1917 Piivatbesitz Winterthur 0,50 X 0.40 ,?SgrV’ , 'S T m$bg& Privatbesitz Winterthur 50 '■ . r-S?:»: •Oil***' .rtrtW.' Jean Affeltranger 1918 0,49 X 0,38 Jakob Herzog 52 Heinrich Ziegler 1918 0,46 X 0,58 a.^EawLv-. ?',*&*!, .**u*. ; ; : u. -v><-_ 53 3S88PI Hans Schoellhorn 1918 0,55 X 0,46 I Otto Wyler 0,41 X 0,36 H • CV:^ üv ’^ V ,-K Max Tobler 1918 Adolf Holzmann Alfred Marxer 1914 0,50 X 0.42 A - - '•XHvi Olto Sequin 1918 0,50 X 0.35 ffi Otto Baumberger 1918 ■0,54 X 0,45 Theo Glinz 0,45 X 0,35 '•*x**~- Alexander Soldenhoff 1918 62 m Eduard Gubler 1918 0,74 X 0,58 63 :M< 1 ’ .** ■‘•’^V- Max Gubler 1918 1,10 X 0,80 64 ' ä»v WS** Gustav Weiss 1918 0,76 X 0,65 Ignaz Epper 1918 66 V ; V * fr * Otto Morach 1918 0,70 X 0,60 PLASTIK 68 Hermann Hubacher 1918 Höhe 27 cm Kunstsammlung im Museum Winterthur Ernst Kissling 1911 Privatbesitz Winterthur Höhe 38 cm 1 ' w •;' t • -. ■■•.. •„■ ..■■ V • • • • ; : ..><•' »•. ^ ..j _ • : * .. ' *V ’ - V '>&• .... * *. V'-* ■ V-' , i.'h ■ - j -n *x. ■ :' ■ fc? • . . >»? • «-iv. f- : ’-• v^-^VCr“ , i-t*r . ; :• .- ••• . '«-•Mfß'Fv ' • .-»•'• •'• * ’ ÖÜ TJ£&- V ■W:äW >*+'■ m Snterul !?m3 1 BIOGRAPHISCHE SKIZZEN Del den Angaben aber Werke In öffentlichem Desltz tlnd Leihgaben Privater nicht berücksichtigt, wohl aber Leihgaben des Dundes an die schweizerischen Kunstmuseen. Abb. S. SO Affeltranger, Jean Geboren 1574 in Töss bei Winterthur. Hospitant bei Prof. L. Petua an der Kunstgewerblichen Abteilung des Winter- thurer Technikums. Berufliche Tätigkeit, bedingt durch frühzeitigen Tod des Vaters, im väterlichen Malergeschäft. 1599 bis 1903 Schüler der Akademie in München; darauf Stipendiatenreise nach Italien. Von 1904 an selbständig künstlerisch tätig und in Töss niedergelassen. Affeltranger beteiligt sich seit 1907 regelmässig an den schweizerischen und seit 1909, mehrmals auf Einladung hin, an den internationalen Ausstellungen in München, Bremen, Rom und Stuttgart. Werke in öffentlichem Besitz: Bern, Bundes kanzlet, .Der letzte Schnee' (Oel, erworben 1906 vom Bund». Biel, Museum Schwab „Wintertag" (Oel, erworben 1909). St. Gallen, Kunstmuseum, „Wlnferlandschaft' (Oel). Le Lode, Musie des Beaux-Arts, „Dorfeingang' (Oel, Tumusver- losung 1913). Winterthur, Kunstsammlung Im Museum, „Baumgarten Im Winter' (Geschenk 1911). Amiei, Cuno Abb. s.» Geboren 1565 in Solothum. Erste künstlerische Anleitung von Frank Buchser. 1557 nach München zu zweijährigem Studium an der Akademie, 1559 für drei Jahre nach Paris (Acadämie Julian). Amiet studierte dort Bastien-Lepage, die Neo-Impressionisten und Gauguin. 1892/3 erfolgte ein Aufenthalt in Pont-Aven (Bretagne). Erstmals ausgestellt im Salon des Independants von 1893 und 1894. Seit 1893 ist Amiet auf der Oschwand bei Rietwil im Kt. Bern niedergelassen und beteiligte sich an den schweizerischen und internationalen Ausstellungen. 1914 und 1917 veranstaltete die Zürcher Kunstgesellschaft grosse Ausstellungen seiner Werke im Kunsthaus; 1917 auch der Kunstverein Winterthur im Museum der Stadt. Werke in öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung, „Hoffnung" (Oel, erworben 1903), „Frauenbildnis" (Oel, erworben 1910), „Mutter und Kind" (Oel), „Winterlandschaft" (Oel, erworben 1914), „Bauernfrau" (Oel). Basel, Kunsfhalle, „Mädchen" (Oel, erworben 1915). Basel, Öffentliche Kunstsammlung, „Bauerngarten" (Oel, erworben 1914), Federzeichnungen und graphische Blätter. Basel, Rathaus, Panneau am unterm Geschoss der Fassade (1901). Bern, Kunstmuseum, „Mutter und Kind" (Oel), „Schlafendes Kind" (Oel). Genäve, Musäe, „Zwei nackte Mädchen" (Oel, 1910, erworben 1914), „Anna und Rosa" (Erhöhte Zeichnung, 1897). Neuchätel, Musee des Beaux-Arts, „Landschaft" (Oel). Olten, Disteli-Museum, „Handorgler" (Oel, 1913). Solothurn, Museum, „Frau des Künstlers" (Oel), „Bildhauer Max Leu" (Oel), „Glasmaler Adolf Kreuzer" (Oel), Abendglanz (Richesse du soir) (Oel, 1902 erworben vom Bund), „Mutter und Kind" (Oel), „Winterlandschaft" (Oel), „Frühlingslandschaft" (Oel, erworben 1906), „Frau im Garten" (Oel), „Die Wahrheit" (Triptychon), 1 Kohlenzeichnung. Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Herbstsonne" (Oel, Geschenk 1916), 1 farbiger Holzschnitt. Zürich, Kunsthaus, „Sonniger Wintertag" (Oel, erworben 1907), „Mädchen im Garten" (Oel, erworben 1909), „Die blaue Schleife" (Pastellzeichnung, erworben 1914), „Mutter und Kind" (Tusch- zeichnung, erworben 1914). „Bretonische Wäscherinnen" (Oel, erworben 1917), „Cellospieler" (Oel, Leigabe des V. Z. K. 1917), „Jungbrunnen" (Zyklus von Wandgemälden in der Loggia, 1918). 75 Ammann, Eugen Abb.$.i4 Geboren 1582 in Basel. Nach dem Besuch der Schaffhauser Kantonsschule Lehre als Dekorationsmaler. Ausübung des Berufes bis 1904. Darauf zweijähriger Aufenthalt in Florenz; Selbststudium und Vertiefung in die Maler des Quattrocento. 1907 bis 1908 in Paris; Beginn der figürlichen Studien und der Bildnisse. In den Wintern 1909 und 1910 an der Gröberschule in München. Nach der Heirat (Neujahr 1912) abermaliger Aufenthalt in Florenz; Hinneigung zu Tintoretto und Michelangelo. Frühjahr 1915 durch den Krieg erzwungene Rückkehr nach Basel, wo Ammann seither weilt. Im April 1913 stellte Ammann in der Kunsthalle Winterthur aus; im September 1918 waren 50 seiner Werke im Salon Romand in Zürich ausgestellt. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Südliche Landschaft" (Oel, erworben 1917). Basel, Öffentliche Kunstsammlung, Radierungen und Aquatinten. Appenzeller, Felix am,.s.28 Geboren 1892 in St. Gallen. Sein erster Lehrer war W. Hummel in Zürich. Dann folgte ein Studienjahr in München unter Angelo Jank; später freier Schüler von Otto Vautier in Genf. Seit 1912 beteiligt er sich an den schweizerischen Ausstellungen und lebt in Genf. Bailly, Alice Abb.s.31 Geboren in Genf 1879. Sie besuchte die Ecole des Beaux- Arts und erhielt Unterricht bei Hugues-Böoz. Nach dem Verlassen dieser Schule hat sie immer allein gearbeitet, zuerst 76 in Genf, dann 1904, sechs Monate in München. Nach Genf zurüdegekehrt, machte sie 1905 eine Reise nach Neapel und liess sich hierauf von 1906 bis 1914 in Paris nieder. Auch dort schloss sie sich keiner Akademie oder Schule an; seit 1906 beteiligte sie sich an den Ausstellungen der Salons Parisiens Independants und am Salon d’Automne. Um 1910 nahm Alice Bailly an der künstlerischen Bewegung teil, die vom Kubismus zum Futurismus geht. Ihr Stoffgebiet sind Portraits, Kompositionen, Landschaften, Stilleben „et surtout pas de specialites; tout ce qui m’en- chante, quoi! ou m’emeut!" Vor kurzem ist eine kleine illustrierte Monographie erschienen, die der Künstlerin gewidmet ist: Albert Rheinwald, l’Art d’AIice Bailly, Geneve, Galerie Moos, 1918. Schweizerische und Pariser Privatsammlungen besitzen graphische Arbeiten und Ölmalereien von Alice Bailly. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Öffentliche Kunstsammlung, Eine Serie handgedruckter Holzschnitte (1904-1906). Bern, Landesbibliothek, zwei vollständige Mappen mit Holzschnitten, alle Drucke von 1904-1906. Genäve, Musäe, Sechs handgedruckte Holzschnitte (1904 —1906); „Bacchanale dans les rochers" (Oel, 1913, erworben 1915). Genäve, Musee des Arts decoratifs, Zwei vollständige Mappen mit Holzschnitten (1904—1906). Paris, Musäe du Luxembourg, Eine Serie handgedruckter Holzschnitte (1904-1906). Paris, Collection Doucet, Die vollständige Serie der handgedruckten Holzschnitte (1904^-1906). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, Linoleumschnifte und farbige Holzschnitte. Zürich, Kunsthaus, zwei Serien handgedruckter Holzschnitte (1904 -1906). 77 Barth, Paul Abb. S. 5 Geboren 1881 in Basel. Nach dem Besuch der Basler Gewerbeschule (F. Schider) Studium von 1902 bis 1904 an der Münchner Akademie unter Peter Halm und Heinrich Knirr. 1904 bis 1906 selbständig tätig in Florenz und Rom. 1906 Übersiedelung nach Paris; dort achtjähriger Aufenthalt, unterbrochen durch Studienreisen nach Barbizon (1908), auf die Insel Reichenau (1909 und 1910), in die Bretagne (1911 und 1912) und nach der Insel Porquerolles bei Toulon (1913 und 1914). Heimkehr nach Basel bei Kriegsausbruch. Werke in öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung, „Kommende Flut' (Oel), „ Provenzalisdie Landschaft " (Oel), „Sommer auf der Reichenau' (Oel,erworben 1910), „Liegendes Mädchen" (Oel, erworben 1916). Basel, Kunsthalle, „Provenzalische Landschaft' (Oel, erworben 1913). Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, „Artischokenfeld in der Provence" (Oel, erworben 1913); 1 Lithographie. Bern, Gebäude der Bundesverwaltung, „Fremdenlegionäre" (Oel, erworben 1917 vom Bund). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Frauenbildnis" (Oel, erworben 1916). Baumherger, Otto Abb. s. 59 Geboren 1889 in Altstetten bei Zürich. Nach Besuch der Primär- und Sekundarschule des Dorfes Eintritt in die (jetzt eingegangene) Abteilung für Textilzeichnen an der Zürcher Kunstgewerbeschule. Austritt schon nach dreiviertel Jahren. Es folgte eine dreijährige Lehrzeit bei einem Privatlithographen alten Stils. Durch den Besuch von Abendkursen an der Kunstgewerbeschule suchte Baumberger seinen durch das Lithographiegeschäft verdorbenen Geschmack wieder zu heben und die primärsten Elemente der Lithographie zu erfassen. 78 Nach Beendigung der Lehre ging Baumberger 1908 (als städtischer Stipendiat) nach München, wo er Privat- und Kunstgewerbeschulen besuchte. Bei Dasio lernte er radieren und bei Peter Halm akademisch genau und gewissenhaft zeichnen, ln die Münchner Zeit fallen auch die ersten Malversuche; hierin war und blieb Baumberger Autodidakt. Auf München folgte Paris, wo der Künstler nach seiner eigenen Aussage „allerhand nützliche und unnütze Studien auf eigene Faust" trieb. Nach kurzem Aufenthalt in London trat Baumberger 1911 als graphischer Zeichner in den Dienst der Graphischen Anstalt Wolfensberger in Zürich ein. Nach zwei Jahren (1913) reiste er neuerdings nach Paris und blieb dort, bis ihn der Kriegsausbruch zum Grenzschutz in die Heimat zurückrief. Seither lebt Baumberger in Zürich, teils als Maler und Graphiker frei arbeitend, teils als Mitarbeiter von J. E. Wolfensberger. Neuerdings befasst er sich auch mit der Buchillustration. Bilder und graphische BIStfer Baumbergers sind im Privatbesitz; das Kupferstichkabinett der Oeffentlichen Kunstsammlung in Basel besitzt Zeichnungen, Lithographien und Linoleumschnitte von ihm, das Zürcher Kunsthaus vier (vom Bund 1912 erworbene) Holz- und Linoleumschnitte. Berger, Hans Abb. s. 23 Geboren in Biel 1882, von Herkunft Solothurner. Besuchte die Schulen Solothurns bis zum vierzehnten Altersjahr. Vom 15. bis 20. Jahr studierte er an der Ecole des Beaux-Arts in Genf und begab sich dann nach Paris. Bis zum vierundzwanzigsten Altersjahr befasste sich Berger mit Architektur; erst dann begann er zu malen und zwar vollständig autodidaktisch Von Paris aus reiste er öfters in die Bretagne und in die Provence. 79 Seit acht oder zehn Jahren stellt Berger in verschiedenen Städten der Schweiz aus und beteiligt sich auch an den grossen offiziellen schweizerischen und internationalen Ausstellungen; ebenso im Salon des Independanis und im Salon d’Automne in Paris. Verschiedene schweizerische Privatsammlungen besitzen Bilder von ihm. Berger lebt in Genf. Blanchet, Alexandre am> s. 22 Geboren 1882 in Pforzheim. In Genf aufgewachsen; erstes Studium (bis 1903) an der Ecole des Beaux-Arts und an der Ecole des Arts Industriels (Emailmalerei) in Genf. Seit 1903 selbständig. Kurze Aufenthalte 1905 in Paris, 1906 in Florenz und Rom. Von 1907 an sieben Jahre in Paris; Heimkehr nach Genf kurz vor Kriegsausbruch. Werke in öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung, »Junge Römerin" (Oel, erworben 1910). Basel, Öffentliche Kunstsammlung, „Selbstbildnis 1915 mit Pinsel und Palette" (Oel, erworben 1915), „Nature morie" (Oel, erworben 1917). Gendve, Musee, „Deux Emaux" (erworben 1908 vom Bund), „La plage" (Oel, 1910), 1 Zeichnung. Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Selbstbildnis 1918" (Oel), 1 Zeichnung. Zürich, Kunstbaus, „Le Cerisier" (Tempera, erworben 1912). Bolens, Ernest am>. s. s Geboren 1881 in Mühlheim-Wigoliingen (Thurgau), beheimatet in Colombier s. Morges und Bursins (Vaud). Im 80 zweiten Lebensjahr kam Bolens nach Aarau, wo er die Gemeinde- und Bezirksschule durchlief. Schon vor Beendigung fasste er den Entschluss, Maler zu werden und zwar, den einfachen Verhältnissen entsprechend, Dekorationsmaler. 1897 Eintritt in die Fachschule für Dekorationsmaler am Gewerbemuseum in Aarau. Schon 1899 ging Bolens auf die Walz in die Westschweiz; mit 19 Jahren (1900) als Geselle ins Ausland, über Strassburg nach Karlsruhe. Hier Studium an der Kunstgewerbeschule. 1901 in München, zuerst an der Privatschule Weinhold, nachher auf der Akademie bei Prof. Feuerstein (2 Semester). Für den Turnus 1903 entstand das erste Ausstellungsbild; dann kehrte Bolens nach Aarau zurück. 1904 in Paris an der Academie Julian (Bouguerau und Ferrier). Nach halbjährigem Aufenthalt nahm Bolens als stärksten Eindruck aus Paris die Nachlassausstellung von Pissarro mit nach Hause. 1905 sechs Monate in Florenz; hier setzte der Beginn der selbständigen Tätigkeit ein. Vom Herbst 1905 bis Januar 1913 lebte (der Künstler selbst sagt «vegetierte") er in Aarau. 1913—1914 erreichte Bolens in Paris sein seit langen Jahren ersehntes Ziel. Der Kriegsausbruch brachte ihn nach Basel, wo er nun seinen ständigen Wohnsitz hat. Früher war Hodler des Künstlers Wegweiser, bis ihn die Cölner Ausstellung 1912 (Cezanne, Van Gogh, Gauguin) von ihm abbrachte. Bolens pflegt die Landschaft und das Bildnis in Öl und Aquarell. Werke im öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung, «Astern und Dahlien" (Oel), „Lesender Knabe" (Oel), Basel, Öffentliche Kunstsammlung, „Das Bilderbuch" (Oel). Biel, Museum Schwab, „Juralandschaft" (Oel, erworben 1907 vom Bund). Genfeve, Mus6e, „Bords de l'Aar" (Oel), 6 Croquis. Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Selbstbildnis 1915" (Oel, erworben 1915). 81 Bosshard, Rodölphe Theophile Abb.s.30 Geboren 1889 in Morges; Bürger von Wetzikon. Besuchte 1907 bis 1909 die Genfer Kunstschule unter der Leitung von J. Crosnier, E. Gilliard, D. Estoppey, R. Martin und P. E. Vibert. ln Paris zeichnete Bosshard an der Academie de la Grande Chaumiere und arbeitete selbständig. Nach Studienaufenthalten in Deutschland, in der Schweiz, in England und Frankreich liess er sich 1914 in der Nähe von Lausanne nieder. In öffentlichem Besitz: Neudiatel, Mus6e des Beaux-Arts, „Bouquet de fleurs" (Oel). Brügger, Arnold Abb.s.4i Geboren 1888 in Meiringen. Vier Jahre Lehrzeit als Lithograph in Meiringen, hernach zur beruflichen Weiterbildung zwei Semester an der Kunstgewerbeschule in Bern (1908/9) und Abendkurse an der Kunstgewerbeschule in Cöln (1909/10). Dort tätig als Zeichner und Lithograph. Vervollständigung der künstlerischen Ausbildung in Berlin und München (1911 und 1912). Seit dem Winter 1912/13 arbeitete Brügger selbständig künstlerisch in Paris und Meiringen. Brühlmann, Hans f Abb.s.3 Geboren 1878 in Amriswil (Kt. Thurgau) als Pfarrerssohn. Er besuchte die Kantonsschule in St. Gallen und bestand dort die Maturität. Nach kurzem Aufenthalt an der Zürcher Kunstgewerbeschule setzte er seine künstlerische Ausbildung bei Hermann Gattiker in Rüschlikon und von 1899 an in Stuttgart fort. Dort war er Schüler von Pötzelberger, dann von Grethe, Kalkreuth und namentlich Holzel. 1902/3 war Brühlmann vorübergehend in Hamburg in einem Glasmosaikgeschäft, wo Alfred Lichtwark auf ihn aufmerksam wurde und ihn 82 förderte. 1904 und 1906 befruchtete ihn Italien, namentlich Rom, Florenz und Assisi (Giotto), 1908 Paris (Cezanne). 1907 entstanden die Wandmalereien in den Pfullinger Hallen („Resignation" und „Erwachen zur Freude"), 1908 ein Fresko an der Stuttgarter Erlöserkirche („Christus in Emmaus"). Den Auftrag der Familie Schwarzenbach, die Loggia im Zürcher Kunsthaus mit Fresken zu schmücken, konnte der Künstler nicht mehr erfüllen, da ihn am 29. September 1911 in Stuttgart ein tragischer Tod hinwegraffte. Werke in öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung, „Tulpen" (Oel), „Toggenburger Landschaft" (Oel). Cöln, Wallraf- Ridiartz Museum, „Landschaft" (Oel). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Toggenburger Landschaft" (Oel, Geschenk 1907), „Ananas-Stilleben" (Oel, erworben 1915), „Bildnis der Frau des Künstlers" (Oel, Geschenk 1916). Zürich, Kunsthaus, „Primeln" (Eigentum des Schweizerischen Kunstvereins, deponiert 1911). Burckhardt, Paul Abb. S. 16 Geboren 1880 in Rüti bei Zürich als Sohn eines Baslers und einer Zürcherin. Nach selbständigen Studien in München und Basel tätig als Architekt bei den Professoren Dülfer in München und Olbrich in Darmstadt. Reise nach Italien mit längeren Aufenthalten in Süditalien. 1913 bis 1914 war Burckhardt in Indien; seither in Basel. Im Sommer 1915 schmückte der Künstler ein Landhaus bei Basel mit von indischen Dekora- rationen inspirierten Malereien. Wandgemälde Burckhardts befinden sich in folgenden öffentlichen Gebäuden Basels: Städtisches Gymnasium (Homerische Landschaft), Ersparnis- kasse („Das Leben am Rhein"), Restaurationssaal des Bundesbahnhofes. Werke im öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung, „Indische Flusslandsdiaft" (Oel, erworben 1916). Basel, Kunsthalle, »Hafen von Antwerpen* (Temperastudie, erworben 1911). Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, »Hochsommer am Rhein" (Oel, erworben 1912); »Petersinsel mit Gasthaus" (Oel), »Beim Jaggamath Tempel" und „Strasse in Jaipur" (Temperastudien aus Indien, erworben 1915). Schaffhausen, Kunstsammlung im Imthurneum, „Indische Verkaufsbude" (Oel, erworben 1916). Buri, Max f Abb.s.2 Geboren 1868 in Burgdorf. 1885 Schüler von F. Schider in Basel, 1886 an der Münchner Akademie, 1887-89 an der Privatschule von Simon Holloscy. 1889 an der Academie Julian in Paris; nach vier Jahren (1893) wieder in München als Privatschüler bei Albert von Keller. Seit 1896 dauernd in der Schweiz (die 12 letzten Jahre in Brienz, Kt. Bern) niedergelassen. Unmittelbar vor dem Pfingstfest 1915 entraffte ihn in Interlaken der Tod durch einen Unglüdisfall. Buri hat viel im In- und Ausland ausgestellt; im September 1915 veranstaltete die Zürcher Kunstgesellschaft im Kunsthaus eine grosse Gedächtnisausstellung, die mehr als 150 Werke von ihm aus den Jahren 1888—1915 vereinigte. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Selbstbildnis 1905" (Oel, erworben 1905). Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, „Die Politiker" (Oel, 1904 erworben vom Bund). Bern, Kunstmuseum, „Blühender Apfelbaum" (Oel), „Nach dem Begräbnis" (Oel, erworben 1906), „Hedwig Buri" (Oel, 1913), „Politiker von 1847" (Oel, 1914). Frankfurt a. M, Kunstverein, „Aepfel" (Oel), „Brienzersee" (Oel). St. Gallen, Kunstmuseum, „Moritat", 1. Fassung (Oel, erworben 1911), „Musik" (Oel, erworben 1912 vom Bund). Genfeve, Musäe, „Paysage d'hiver" (Oel, 1901), „Paysanne bernoise" (Oel, 1912). Lausanne, Musäe des Beaux-Arts, „La Tricoteuse" (Oel), „La femme aux cheveux rouges" (Oel). 84 Luzern, Gemäldesammlung, „Alter Mann' [Studienkopf] (Oel, 1897), „Die Rothaarige" (Oel, 1913, erworben 1914). Mönchen, Sezessionsgalerie, „Dame in Violett' (Oel, 1909). Solothurn, Museum, „Mädchen aus dem Haslital" (Oel). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Alte Bäuerin" (Oel, erworben 1913). Zürich, Kunsthaus, „Brienzer Bauer" (Oel, 1905; erworben 1915), „Beim Kartoffelschälen" (Oel, erworben 1910), „Das tapfere Schneiderlein" (Oel, erworben 1913), „Selbstbildnis 1913" (Oel, erworben 1915). Donze, Numa Abb.s.e Geboren 1885 in Basel. Nach Besuch der dortigen unteren und oberen Realschule erster künstlerischer Unterricht bei R. Löw. Zwischen 1902 und 1910 studierte Donze zwei Jahre an der Münchner Akademie (Heinrich Knirr) und hielt sich in Italien, Basel, Paris und in der Provence auf. Seit 1910 in Basel. Dort befindet sich am Gebäude der „National- zeitung" ein von ihm 1915 gemaltes Fresko. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Stürmischer Tag" (Oel, erworben 1909). Basel, Oeffentlidie Kunstsammlung, „Befreiung" (Oel, 1906, erworben 1915); 1 Zeichnung und Lithographien. Dutoit, Ulysse Abb. S. 21 Geboren 1870 in Neiruz sur Moudon. Realschule und erste Anleitung zum Zeichnen in Lausanne. Weitere Ausbildung als Zeichner in England und Beteiligung an Ausstellungen in London und Liverpool. Rückkehr 1907 in die Schweiz. Aufenthalte in Griechenland, Südfrankreich und im Tessin. Niedergelassen in Lausanne. Dutoit pflegt die graphischen Künste (Buchillustration, Radierung und Holzschnitt), Oel- und Temperamalerei. Er illustrierte: „Coins de Lausanne", Notice de Paul Budry, Lausanne 1911. 85 In öffentlichem Besitz: Lausanne, Musfie cantonal des Beaux-Arts, „A Cully" (Oelstudie, erworben 1913). Epper, Ignaz Abb.s.es Geboren 1892 in St. Gallen als Sohn eines Stickereizeichners. Er arbeitete erst selbst auch in diesem Berufe und fing 1915 an, als freier Künstler zu arbeiten. Epper ist durchaus Autodidakt. Die Öffentlichkeit wurde durch eine Holzschnittfolge aus der Passion auf ihn aufmerksam. Als Maler ist Epper noch kaum bekannt. Im Dezember dieses Jahres wird eine erste Kollektivausstellung in der Meise in Zürich einen Einblick in das Schaffen des Künstlers vermitteln. Epper lebt seit einiger Zeit in Zürich, wo sich Heinrich Corray seiner tatkräftig angenommen hat. Das Basler Kupferstichkabinett erwarb schon 1915 Zeichnungen und Holzschnitte des jungen Künstlers; dann folgten die Kabinette von Winterthur und Zürich, Hamburg und Dresden. Francilion, Rene Abb. s. 25 Geboren 1876 in Lausanne. Begann seine Studien 1895 an der Ecole des Arts Industriels in Genf unter der Leitung von Alfred Martin (Holzschnitt) und Pierre Pignolat (Zeichnen). Es folgte ein Aufenthalt in Paris, zuerst an der Academie Julian, hernach unter der Anleitung von Eugene Carriere. Darauf vertiefte sich Francillon in die Natur durch öfteren Aufenthalt in der Bretagne, durch Reisen in Italien und Bayern. 1899 arbeitete er einige Monate bei Maler Azbe in München. Francillon ist mit der Malerin Anny Lierow verheiratet und lebt in Lausanne. Den Sommer bringt er in Ritzingen-Biel bei Goms im Wallis zu. 86 Werke in öffentlichem Besitz: « St. Gallen, Kunstmuseum, „Heller Morgen em Qual" (Oel). Lausanne, Musäe des Beaux-Arts, „Paysage" (Oel, erworben 1913). Le Locle, Musäe des Beaux-Arts, „Bras de mer, Belle-Ile" (Oel, erworben 1911 vom Bund). Zürich, Kunsthaus, „Das Meer" (Aquarell, erworben 1906 vom Bund). Graphische Blätter von Francilion besitzen die Kupferstichkabinette von Basel, Florenz, St. Gallen, Winterthur und Zürich. Gamper, Gustav am>. s. 46 Geboren 1873 in Trogen, Bürger von Winterthur. Zuerst Schüler von Hermann Gattiker. Studierte auf den Akademien von Karlsruhe und Stuttgart bei G. Schönleber und L. von Kalkreuth. 1897 nochmals bei Gattiker in Rüschlikon. Seither selbständige Tätigkeit an verschiedenen Orten der Schweiz und auf Studienreisen im Ausland als Zeichner, Graphiker, Maler, Dichter und Musiker (Violoncellist). 1912 entwarf Gamper Bühnenbilder für die erste Aufführung von Wagners Parzival in Zürich; 1915 gab er bei Rascher S. Co. in Zürich das Buch „Rom und Reise" heraus mit Reproduktionen nach Holzschnitten, Aquarellen und Zeichnungen des Verfassers. Werke in öffentlichem Besitz: Schaffhausen, Kunstsammlung im Imthurneum, „Novembertag" (Oel, erworben 1906 vom Bund). Aquarelle, Zeichnungen und Holzschnitte Gampers besitzen die Kunstsammlungen in Basel, Schaffhausen, Winterthur und Zürich. Giacometti, Augusto am>. s. 40 Geboren 1877 in Stampa (Bergell). 1894 Eintritt in die Zürcher Kunstgewerbeschule, 1897 Beginn des Studiums an der Ecole nationale des Arts decoratifs in Paris. 1898 bis 1900 87 bei Eugfene Grassei, 1901 bis 1915 selbständig künstlerisch tätig in Florenz, seit 1907 als Professor an der dortigen Kunstschule Zbinden. Seit 1915 ist der Künstler in Zürich niedergelassen. Die Entwürfe, die Augusto Giacometti 1902 für Mosaiken an der Hofseite des Schweizerischen Landesmuseums einreichte, wurden preisgekrönt. Eine dieser Mosaiken wurde ausgeführt und befindet sich in der Universität Zürich, ln der Kirche von Stampa befindet sich ein Wandbild von ihm „Am Morgen der Auferstehung", ln Winterthur schmückte ,cr die Villa Müller-Renner; 1917 entstand ein Wandbild im Krematorium zu Davos. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, „Blühende Azaleen*' (Oel, Geschenk 1913). Chur, RStisches Museum, „Selbstbildnis 1913' (Oel, erworben 1913). Zürich, Kunsthaus, „Die Nacht' (Tempera, erworben 1914 vom Bund). Giacometti, Giovanni am>. s. 39 Geboren 1868 in Stampa (Bergell). Achtzehnjährig Eintritt in die Münchner Akademie; Freundschaft mit Balmer und Amiet. Mit letzterm im Herbst 1888 nach Paris. Studium an der Academie Julian, bei Bourguerau und Tony Robert-Fleury. Im Louvre angeregt von Rembrandt und Millet, im Luxembourg von Bastien-Lepage und Manet. 1891 Rüdekehr nach Stampa. 1893 siebenmonatlicher Aufenthalt in Italien (Rom, Torre del Greco, Neapel). Seit 1893 abwechselnd in Stampa und Maloja, hier in Freundschaft mit Segantini verbunden bis zu dessen Tod. Letzte grössere Ausstellungen 1917 in Winterthur und Zürich. Giacometti schmückte das Speisezimmer der Villa Planta in St. Moritz und illustrierte die vom Polygraphischen Institut in Zürich herausgegebenen Engadiner Märchen. Die „Rheinlande" widmeten dem Künstler ihr Aprilheft des Jahrganges 1913. 88 Werke in öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung, .Neuer Schnee" (Oel, erworben 1904), .Sommermorgen" (Oel, erworben 1905 vom Bund), .Herbstabend" (Oel, erworben 1905 vom Bund). Basel, Oeffentliche Kustsammlung, .Das Brot" (Oel, erworben 1908). Bern, Kunstmuseum, .Im Schein des Abendrots" (Oel, erworben 1906). Chur, Rätisdies Museum, .Landschaft" (Oel), .Steinträgerinnen" (Oel). St. Gallen, Kunstmuseum, .Paria" (Oel). Genöve, Musfie, .Selbstbildnis" (Oel), .Obstgarten" (Oel), .Alter Kirschbaum" (Oel). Lugano, Museo civico di Belle Arti, .Sera sull'Alpe" (Oel, erworben 1912 vom Bund). Neudiätel, Musee des Beaux-Arts. .Kinder im Walde" (Oel). Solothurn, Museum, .Herbst" (Oel, erworben 1907). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, .Selbstbildnis 1909' (Oel, Geschenk 1915), .Mutter" (Oel 1910—1915, erworben 1917); 2 Zeichnungen. Zürich, Kunsthaus, .Die Lampe" (Oel, erworben 1912), .Hafen von Genua" (Aquarell, erworben 1912). Zürich, Eidgen. Kupferstichsammlung, .Landarbeiter" (Holzschnitt, erworben 1916 vom Bund). Glinz, Theo Abb. S. 60 Geboren 1890 in Lenzburg. Ausbildung am Gewerbemuseum in St. Gallen. 1909 kurzer Aufenthalt in Paris in einem kunstgewerblichen Atelier (Stickereizeichnen). 1911 für zwei Jahre nach München; dort Schüler von Franz von Stuck und C. J. Becker-Gundahl, auch gefördert durch den im Krieg gefallenen Kunsthistoriker Fritz Burger. Es folgte ein zweiter Aufenthalt in Paris (1913/14) und im Sommer 1914 eine Reise nach Italien, wo Glinz vornehmlich in Siena und im Sabinergebirge sich aufhielt. Seither in St. Gallen, am Bodensee (Altenrhein) und im Tessin. Graphische Arbeiten von Glinz finden sich in Bern (im Gebäude der Bundesverwaltung, vom Bund 1917 erworben), in Schaff hausen (In der Sammlung des Kunstvereins) und in St. Gallen (in der Sammlung des Kunstvereins). 69 Gubler, Eduard Abb.s.ea Geboren 1891 in Zürich. 1906 bis 1910 am Seminar Küsnachi. In dieser Zeit erste Anregung und Anleitung durch Emil Anner. Beginn der eigentlichen künstlerischen Studien 1913 in München. 1913 bis 1914 an der Kunstgewerbeschule in München mit Julius Diez als Hauptlehrer. 1914 bis 1916 arbeitete Gubler in der Zeichen- und Radierschule von Peter Halm an der Münchner Akademie. Autodidaktische Ausübung der Malerei. Seit 1916 in Zürich selbständig künstlerisch tätig in Figuren- und Landschaftsmalerei, Zeichnung, Holzschnitt und Radierung. 1914 Studienreise durch die Rheinlande nach Holland; häufige Aufenthalte in den Bergen (Kt. Uri). Eine Meerstudie, „Nordsee", befindet sich im Besitz des Kantons Zürich. Gubler, Max Abb.s .63 Geboren 1898 in Zürich. Besuchte das Seminar Küsnacht und bildete sich autodidaktisch in der Malerei und im Holzschnitt. 1918 begann er in Zürich selbständig tätig zu sein und malte figürliche Bilder und Landschaften, zeichnete und schnitt in Holz. Einige Arbeiten sind in Privatbesitz; Zeichnungen und Holzschnitte im graphischen Kabinett des Winterthurer Museums. Haller, Hermann Abb.s.45 Geboren 1880 in Bern. Studierte Malerei in München, Rom und Stuttgart. Bei einem zweiten Aufenthalt in Rom ging er zur Bildhauerei über und arbeitete ohne Lehrer von 1909 bis 1915 in Paris. Dann Hess er sich in Zürich nieder. Haller führte zahlreiche Werke in Deutschland und in der Schweiz im Zusammenhang mit Architektur aus. Von letztem seien genannt die Nischenfiguren gegen die Rämistrasse am Zürcher Kunsthaus, zwei Figuren vor dem Nordeingang der Universität Zürich, Giebelfeld und Türzwickel am neuen Winterthurer Museum, General Herzog Denkmal am Zeughaus in Aarau. Im Reinhartbau des Winterthurer Museums befinden sich 16 Werke Hallers in Bronze, Terracotta und Kunststein aus dem Besitz des Herrn Dr. Theodor Reinhart. Werke in öffentlichem Besitz: Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „MSnnerkopf" [Ernst Heller], (Terracotta, erworben 1917). Zürich, Kunsthaus, Zwei weibliche Figuren (Terracotta). Herzog, Jakob Abb.s.si Geboren 1867 in Truttikon (Kt. Zürich). Nach einer Lehrzeit als Schmied ging Herzog vom Frühjahr 1889 an drei Jahre lang an die Kunstabteilung des Winterthurer Technikums. Hierauf bildete er sich an der Münchner Akademie weiter. Nach vierjährigem Aufenthalt in Italien (Florenz, Riviera di Levante und Rom) folgte eine sechsjährige Niederlassung in München. Seit 1910 weilt Herzog wieder zu Hause in Veltheim bei Winterthur. Werke in öffentlichem Besitz: Glarus, Gemäldesammlung, „Frühlingsregen'' (Oel, erworben 1908 vom Bund). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Bildnis von Alfred Ernst" (Oel, 1897), „Kistenpass'' (Oel, erworben 1908), „Hundekopf" (Oel, Geschenk des Künsters 1908). Zürich, Kunsthaus, „Ansicht von Bremgarten" (Oel, Geschenk 1911). 91 Hildebrandt, Fritz Abb. 5. 49 Geboren 1890 in Winterthur. Nach Absolvierung einiger Klassen des Winterthurer Gymnasiums und der Kunstabteilung des kantonalen Technikums wurde Hildebrandt mit neunzehn Jahren Zeichner in einer Glasmanufaktur in Schaffhausen. 1910 bis 1912 war er in München als graphischer Kunstgewerbler, wo er durch den Umgang mit Ernst Kreidolf gefördert wurde. 1912 verschafften ihm Winterthurer Kunstfreunde Gelegenheit zum Studium der Malerei in Paris. Er besuchte dort unter Vallottons Anleitung zwei Jahre lang die Ecole Ranson. Vor Kriegsausbruch kehrte Hildebrandt in die Heimat zurück und ist selbständig tätig als Bildnismaler und Landschafter. Sein Wohnort ist das Bäumli bei Winterthur. Einige Zeichnungen Hildebrandts (Landschaften) besitzt das graphische Kabinett im Winterthurer Museum. Hodler, Ferdinand f Abb.s.i Geboren 1853 in Gurzelen (Kt. Bern). Gegen 1872 Schüler von B. Menn in Genf und Vervollständigung der Bildung an den höheren Schulen und an der Universität. 1874 Calame- preis. 1876/77 einjähriger Aufenthalt in Spanien (Madrid). Von 1877 an dauernd in der Schweiz, zuletzt in Genf niedergelassen. Einige Reisen führten den Künstler nach Paris, Wien, Berlin und Italien. 1896 malte Hodler zweiundzwanzig Landsknechte für das Kunstgebäude der Landesausstellung in Genf; 1905 vollendete er das Fresko „Rückzug von Marignano" für den Waffensaal im Landesmuseum in Zürich, 1907 das Wandbild „Aufbruch der Jenenser Studenten" für die Universität Jena, 1911 die „Unanimite" für das Rathaus in Hannover und 1917 das grosse Wandbild „Blick in die Unendlichkeit" für das Treppenhaus im Zürcher Kunsthaus. 92 Die bedeutendste der zahlreichen Ausstellungen von Hodlers Werken war die im Zürcher Kunsthaus, die über 600 Werke des Künstlers, die Zeit von 1872 bis 1917 umspannend, vereinigte. Am Pfingstsonntag 1918 starb Hodler in Genf. Da schon eine stattliche Literatur über ihn vorhanden ist, mögen hier diese knappen Angaben genügen. Werke in öffentlichem Besitz: Der Bund erwarb von 1896—1913 sechs Werke Hodlers, die auf die Kunstsammlungen von Basel, Bern, Solothurn, Winterthur und Züridi verteilt sind. — Folgende schweizerische Kunstsammlungen besitzen Werke des Meisters: Aarau (3), Basel, Kunsthalle (2), Oeffentliche Kunstsammlung (3), Bern (10), St. Gallen (10), Genf (18), Glarus (3), Lausanne (3), Neuchätel (2), Solothum (8), Winterthur (5), Zürich (20). Reich an Zeichnungen Hodlers sind in erster Linie die Oeffentliche Kunstsammlung in Basel und das Zürcher Kunsthaus; auch das Graphische Kabinett im Winterthurer Museum besitzt eine Anzahl erstklassiger Zeichnungen Hodlers. Holzmann, Adolf Abb. s. se Geboren 1890 in Zürich als Sohn des Musikalienhändlers Adolf Holzmann und der Dichterin Klara Holzmann-Forrer. Nach Absolvierung von zwei Jahren am Gymnasium und zweieinhalb Jahren an der Handelsschule in Zürich begann Holzmann seine künstlerischen Studien im Atelier von Hermann Gattiker in Rüschlikon (1907/8). In den zwei folgenden Wintern arbeitete er unter Wilhelm Hummel an der Stadlerschule in Zürich. Im Frühling 1910 machte er mit Hermann Gattiker einen Studienaufenthalt in Oberitalien und studierte vom November 1911 bis April 1912 in Florenz an der Akademie Zbinden (ohne Korrektur) und im eigenen Atelier. Im Sommer 1912 war Holzmann fünf Monate in München 93 an der Malschule Weinhold und Eisengräber (ohne Korrektur) und im eigenen Atelier. Reisen führten Holzmann im Winter 1912/13 nach Paris, 1913/14 nach München und im Juli 1914 nach Holland. Seit dem Winter 1910/11 hat Holzmann die selbständige künstlerische Tätigkeit aufgenommen und hat sein eigenes Atelier in Zürich. Sein Stoffgebiet sind Stilleben, Landschaften, Figürliches und das Porträt, seine Technik ist fast ausschliesslich die Oeltechnik. Werke in öffentlichem Besitz: Bern, Kunstmuseum, „Stilleben" [Tulpen] (Oel). Bern, Gebäude der Bundesverwaltung, „Atelierbesuch" (Oel, erworben 1917 vom Bund). Hubacher, Hermann Abb.s.es Geboren 1835 in Biel. Er besuchte die kunstgewerbliche Abteilung am Technikum in Biel, dann 1905 zwei Semester die Genfer Kunstschule. Ein Jahr war Hubacher Schüler der Akademie der bildenden Künste in Wien und gehörte der Meisterklasse des Radierers William Unger an. Von Wien aus unternahm er eine Reise nach Italien (Venedig). 1907 bis 1909 setzte Hubacher in Genf seine Studien fort und gründete im Winter 1909/10 ein eigenes Atelier in München. Er war inzwischen von der Radierung zur Bildhauerei übergegangen. Seit dem Frühjahr 1910 war er in Bern niedergelassen und arbeitete vornehmlich auf dem Gebiet der Architekturplastik (Eidgenössische Bank in Bern, Universität in Genf, Friedhof in Biel). In den letzten Jahren ist Hubacher zur reinen Plastik gekommen; er arbeitet im Sommer in Oberhofen am Thunersee, im Winter in Zürich. Werke in öffentlichem Besitz: Bern, Kunstmuseum, 15 Radierungen. Biel, Museum Schwab, „Der Durstige" (Bronze). 94 Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Eva" (wird zurzeit in Genf in Bronze gegossen), „Selbstbildnis in Bewegung 1918" (Gesdienk eines Kunstfreundes). Zürich, Kunsthaus, „Selbstbildnis 1917" (Bronze). Hugonnet, Aloys Abb.s.37 Geboren 1879 in Morges. Mit siebzehn Jahren tätig in Paris als Dekorateur und Zeichner in einer Fabrik bemalter Stoffe und Papiere. Dann malte er unter J. Bail vorzugsweise Interieurs und blieb bis 1901 in Paris. Seit 1911 bevorzugt Hugonnet die Temperatechnik. Er schuf Szene und Dekoration für die Dramen von Rene Morax im Theätre du Jorat in Mezieres und im Genfer Festspiel (1914). 1911 veranstaltete die Zürcher Kunstgesellschaft im Kunsthaus eine Sonderausstellung von fünfzig Gemälden Hugonnets in Oel, Tempera und Aquarell. Hugonnet lebt in Morges. Werke in öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung: „La pendule noire" (Oel, erworben 1010). Basel, Kunsthalle, „La petite ferme" (Oel, erworben 1906), „Begonias" (Oel, erworben 1915). Gen6ve, Musee, „Le bassin du roi ä Versailles" (1906), „Le bassin du Luxembourg" (etude), Lausanne, Mus6e des Beaux-Arts, „Chrysanthemes" (Oel), „Le pont sur la Morges" (Oel). Le Locle, Mus6e des Beaux-Arts, „Bouquet de fleurs" (Tempera, erworben 1913). Sion, Musee cantonal, „Valaisanne d'Hirens" (Farbige Zeichnung, erworben 1910 vom Bund). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Les foins dans le Jorat" (Oel, erworben 1911 vom Bund). Zürich, Kunsthaus, „Cineraires", (Oel, erworben 1909). 95 Humbert, Charles am>. s. 34 Selbstbiographie. „Je suis ne le 4 mars 1891 au Locle d’un pere lui-meme originaire du Locle et dune mere originaire de Gross-Eisslingen dans le Würtemberg. Mon pere etait graveur; c’est peut-etre cela qui explique mon goüt pour les lineaires: Ingres, Degas. Apres deux ans d’ecole normale j’ai suivi pendant cinq ans le cours d’art decoratif de M. L’Eplattenier qui nous initia aux beautes de l’ornement. Mais, mon esprit etait ailleurs, je revais plus de musique, lettres, peintures abstraites que de stylisation decorative. Puis, ä la vingtieme annee, quatre voyages consecutifs, chacun de trois mois, qui furent autant de pelerinages aux lieux aimes de l’histoire qu’une abondante moisson de croquis et copies: gens,pays,musees,architectures etc. Deux sejours a Paris et deux en Italie m’ont, en me reve- lant les formes diverses de la beaute, eclaire sur mes desirs intimes: Giotto a Padoue (1911), Rafael ä Rome (1912) m’ont dit avec eloquence la splendeur de la forme claire et precise delimitant une ardeur aussi concentree que contenue. Les deux tendances neo-Cezanne et neo-Hodler ne m’ont ä peine plus influence que l’Ecole des Beaux-Arts ä Paris que je ne frequentai pas. L’artifice academique de l’une ou de l’autre de ces formules m’a jete resolument vers la nature avec le desir violent de sacrifier tout effet „peintre" ä l’expression de la verite sobre et forte. Ainsi tout naturellement le por- trait et la nature morte devaient me solliciter en satisfaisant mon goüt d’analyste. Je crois que Stendhal, muscle et de sang rouge, me fut plus nourrissant qu’Holbein. - C’est en 1916 que je me suis aventure pour la premiere fois ä faire une exposition personnelle ä la Chaux-de-Fonds, puis ä Zürich en 1917 et en 1918." Werke in öffentlichem Besitz: St. Gallen, Kunstmuseum, „La robe cendre" (Oel, erworben 1918). Lausanne, Mus£e des Beaux-Arts, „Souvenir des Ormonts" (Oel), „Batterie vaudoise d'Artillerie" (Oel). 96 Le Locle, Mus6e des Beaux-Arts, „Interieur d'Eglise" (Aquarell). Neuchätel, Musöe des Beaux-Arts, „Le Silence" (Oel). Kissling, Ernst Abb.s.69 Selbstbiographie. „Nun, ich bin ganz einfach in Zürich zur Welt gekommen und das am 12. August 1890. Mein Heimatort ist Wolfwyl im Kanton Solothurn. Nach Besuch der Zürcher Primarund Sekundarschulen kam ich in die Lehre als Mechaniker in die Maschinenfabrik Oerlikon, hielt es aber nicht lange aus. War abwechslungsweise Musiklehrer und Dichter, flog in der Kunstgewerbeschule unter meinem jetzigen Freund Praetere nach acht Tagen hoch und ärgerte darauf zirka drei Jahre lang den alten ehrwürdigen Dr. Richard Kissling, ihm nebenbei manche Arbeit ausführend. Mit 19 Jahren ging ich nach Paris, und da fängt der eigentliche Bildhauer an. Im Januar 1915 zügelte ich heimwärts, und damit schliesst die Geschichte dieses bemerkenswerten Anfangs." Kissling hat sein Zelt in Bergdietikon (Kt. Aargau) auf- geschlagen. Im Garten eines Landhauses in Winterthur wurde diesen Herbst ein grosses dreiteiliges Steinrelief von Kissling angebracht. Werke in öffentlichem Besitz: Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Weiblicher Kopf" (Kunststein, erworben 1917). Zürich, Kunsthaus, „Weiblicher Kopf" (Kunststein). Kolb, Alfred Abb S. 48 Geboren 1878 in Hörhausen (Thurgauischer Seerücken). Nach Absolvierung der Schulen in Hörhausen und Steckborn erhielt Kolb den ersten künstlerischen Unterricht an der Zürcher Kunstgewerbeschule. Den Winter 1897/98 verbrachte er an der Ecole des Arts decoratifs in Paris. 1899/1900 verweilte er ein Jahr in München, ohne sich einer Akademie oder Malschule anzuschliessen. Darauf folgte selbständige künstlerische Tätigkeit in seinem Heimatort, in Randegg (im badischen Höhgau), Schaff hausen, Stein a./Rh. und Winterthur. 1912/13 konnte Kolb in Paris (Ecole Ranson und Louvre) seine Malstudien vertiefen. Von 1913 an ständiger Wohnsitz in Winterthur. Sein Stoffgebiet umfasst die Landschaft, das Stilleben und das Porträt. Werke in öffentlichem Besitz: Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Bildnis meiner Mutter" (Oel, erworben 1917), „Landschaft bei Albisrieden" (Oel, erworben 1917). Schaffhausen, Kunstsammlung im Inthumeum, „Kornfelder", (Oel, erworben 1907). Löw, Rudolf Abb.S. 17 Geboren 1878 in Basel. Er durchlief die Basler Schulen und studierte 1898 sieben Monate lang an der Privatmal- schule von Prof. Knirr in München. Von 1898 an wandte er sich für längere Zeit nach Paris, von wo er jährlich die Bretagne besuchte. Grosse Reisen brachten ihn im Winter 1900/01 nach Rom, im Frühling 1904 nach Terracina und 1913 nach Schweden. Löw pflegt die Landschaft, besonders die Marine, das Bildnis, die Radierung und Wandgemälde. Zeugen der letztem finden sich im Haus Hemann (Basel), Haus Dr. Trog (Zürich) und Sporthotel Saanenmöser. Auch als Kunsttheoretiker und Lehrer hat sich Löw hervorgetan; die Probleme des Sehens und die Aesthetik und Technik der Malerei hat er in Basler Vorträgen behandelt. Jüngere Basler Maler wie Dick, Donze und Niethammer haben bei ihm ihren künstlerischen Anfangsunterricht genossen. 98 Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Marine" (Oel, Geschenk 1908). Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, „Marine" (Oel); Radierungen. Zürich, Kunsthaus, „Aufgang zur Villa Pistoja" (Oel, erworben 1910). Lüscher, Johann Jakob Abb.s.9 Geboren 1884 in Basel. Reisen nach Paris, Südfrankreich und Italien; Studium von Cezanne, van Gogh und Gauguin. Lüscher pflegt die Landschaft (1913 Landschaften aus Holland), die Figur und das Porträt. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Möddien in Weiss“ (Oel, erworben 1909). Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, „Trommlergruppe der Basler Waisenknaben" (Oel, erworben 1911); 1 Lithographie. Mangold, Burkhard Abb. s. 20 Geboren 1873 in Basel. Erster künstlerischer Unterricht an der Gewerbeschule in Basel, dann in Paris (1894) und München (1894 bis 1900). 1909/10 war Mangold Präsident der Eidgenössischen Kunstkommission. Mangolds Stoffgebiet umfasst die freie und die angewandte Malerei, Lithographie, Holzschnitt, Radierung, Illustration und Plakat. Man findet Wandmalereien von ihm in und an verschiedenen öffentlichen Gebäuden Basels (Rathaus, Volksbank, Schalterhalle Hauptpost, Aula Gotthelfschulhaus, Zentralhalle, Gasthof Bären, Restaurant Wolfschlucht). Für die Glasgemälde in der Kirche von Wallenstadt lieferte er die Kartons, und im Herbst dieses Jahres vollendete er die Glasmalereien für die St. Leonhardskirche in Basel. Für das bei Huber in Frauenfeld herausgegebene vierörtige Gesangbuch schuf er den Buchschmuck. Unter dem Titel „Basler Helge" gab Mangold bis jetzt zwei Serien Holzschnitte und Lithographien mit Verslein heraus. 99 Bekannt und verbreitet sind seine Plakate, zuletzt die Plakatreihe für den Verkehrsverein Davos, die J. E. Wolfensberger ausführte. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Fons laetiiiae" (Pastell, 1908); 1 Tuschzeichnung. Basel, Oeffentlidie Kunstsammlung, „Blick von der Famsburg" (Oel), erworben 1912; „Rhein bei Laufenburg" (Aquarell, erworben 1905); „Frühlingslandschaft" (Pastell, Geschenk 1915); Lithographien. Bern, Gebäude der Bundesverwaltung, „Engel und Hirten" (Oel, erworben 1917 vom Bund). La Chaux-de-Fonds, Musäe des Beaux-Arts, „Die Danalden" (Oel, erworben 1912 vom Bund). Le Locle, Musee des Beaux-Arts, „Im Rheinbett bei Laufenburg" (Oel, erworben 1907). Schaffhausen, Kunstsammlung im Imthumeum, „Der Nachtwächter" (Oel, erworben 1904). Die Kupferstichkabinette von Basel (30 Lithographien), St. Gallen, Neudiaiel und Zürich besitzen graphische Blätter des Künstlers. Marent, Franz am>. s 7 Geboren 1895 in Basel. Nach Besuch der unteren Realschule machte Marent eine zweijährige Lehrzeit als Dessinateur in einer Basler Seidenbandfabrik und besuchte hierauf die Allgemeine Gewerbeschule in Basel. Dann folgte bis zum Sommer 1914 eine praktische Tätigkeit in einer Tapetenfabrik. 1915 bis 1917 war Marent Schüler der Kunstklasse von Arnold Fiechter und Albrecht Mayer in Basel. Nach dieser Zeit begann seine selbständige künstlerische Tätigkeit. Sein Stoffgebiet umfasst den Akt, die Landschaft, das Porträt und die figürliche Komposition. Zuletzt befasste er sich mit der Plastik und gedachte auf diesem Gebiete weiterzuarbeiten, als ihn im Januar 1918 eine im Militärdienst zugezogene Lungentuberkulose krank darniederlegte. Seit dem September 1918 liegt Marent im Lungensanatorium Allerheiligen (Kt. Solothurn). Werke in öffentlichem Besitz: Basel. Kunsthalle, „Selbstbildnis 1917" (Oel). 100 Marxer, Alfred an>. s. 57 Geboren 1676 in Turbenthal (Kt. Zürich). Besuch der dortigen Schulen. Erster Kunstunterricht an der Kunstgewerblichen Abteilung des Technikums in Winterthur während drei Jahren. Hierauf zwei Jahre Praxis als Dekorationsmaler. Marxer kam bald ins Ausland und wurde besonders in Ungarn bei wichtigen, dekorativen Arbeiten mit herangezogen. 1597 wandte er sich nach München zu einjährigem Besuch der Kunstgewerbeschule und zweijährigem Studium an der Akademie (Hackl und Seitz). Seitz und eine Studienreise nach Italien brachten den Künstler auf altmeisterliche Bahnen. Nach München zurückgekehrt, widmete sich Marxer vorerst modern kunstgewerblichen Studien und dann der freien Malerei. Dieser blieb er treu, wenn er auch das Gebiet der angewandten Graphik gelegentlich immer gerne wieder pflegt. 1913 erhielt er die goldene Medaille auf der Internationalen Ausstellung in München. Marxer blieb zehn Jahre in München. Kurz vor Kriegsausbruch machte er einen Studienaufenthalt in Paris, den er als höchst anregend und gesegnet bezeichnet. Das zweite Kriegsjahr brachte ihn mit seiner Familie in die Heimat zurück. Seit Herbst 1915 lebt er in Schooren-Kilchberg am Zürichsee. Werke in öffentlichem Besitz: Biel, Museum Schwab, »Morgen auf der Seine' (Oel, erworben 1915). St. Gallen, Kunstmuseum, .Helmatsucher' (Oel, erworben 1915). Solothum, Museum, »Scheiden' (Oel, erworben 1905). Winterthur, Kunstsammlung Im Museum, »Föhniger Abend' (Oel, erworben 1917). Zürich, Kunsthaus, »Stilleben' (Oel, erworben 1905 vom Bund); „Tauwetter" (Oel, Geschenk 191S). Mengold, Esther Abb.vis Geboren 1577 in Basel. Sie studierte in Florenz (1695/99) und in München-Dachau (1900/1901) bei Prof. Hölzel. 1904 101 war die Malerin in Paris und London; hernach liess sie sich in Basel nieder. Sie ist mit dem Kunstmaler Paul Altherr verheiratet. Esther Mengold pflegt vornehmlich das Porträt; hervorzuheben sind auch ihre Rötelzeichnungen und Kohlestudien. In öffentlichem Besitz: Chur, RAtisches Museum, .Malendes MAdchen' (Oel). Meyer, Hermann am>. s. 19 Geboren 1875 in Basel. Von 1894 bis 1897 an der Basler Gewerbeschule unter F. Schider, dann ein Jahr an der Genfer Kunstschule. 1898/99 folgte ein Aufenthalt in Frankreich mit mehrmonatlichen Studien an der Acadlmie Julian und bei den Impressionisten. Seit Herbst 1899 ist Hermann Meyer in Basel als Landschafts- und Porträtmaler niedergelassen. Der Künstler hat grosse Aufträge (Gas- und Wandgemälde) für die Kirchen von Degersheim und Flawil erhalten und auch in Basler Privathäusern Wand- und Deckenmalereien ausgeführt. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsfhalle, .Selbstbildnis 1906' (Oel), .Bildnis von H. B.-B. (Oel, 1915). Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, .Rhelnlandsdiaft' (Oel, Geschenk 1909); .Bildnis der Mutter des Künstlers' (Oel, erworben 1916). Morach, Otto am>. s. 6« Geboren 1887 in Gretzenbach (Kt. Solothurn). Besuchte das Realgymnasium in Solothurn und studierte Naturwissenschaften an der Universität Bern. Die künstlerische Schulung erhielt Morach an der Kunstgewerbeschule in Bern (1909), dann in Paris und in kurzen Aufenthalten in München, Prag, Cöln und Berlin. Seit Kriegsausbruch lebt Morach in Solothurn. In öffentlichem Besitz: Bern, Kunstmuseum, .Bildnis eines russischen Schriftstellers' (Oel). 102 Muret, Albert Abb.s.27 Geboren 1874 in Morges. Er besuchte das Gymnasium von Lausanne bis zur Maturität und hierauf die Ecole des Arts Industriels in Genf. 1894 verbrachte Muret einige Monate in den Ateliers von Benjamin Constant und J. P. Laurens in Paris, dann bis 1899 im Atelier von Luc-Olivier Merson. ln Paris befasste sich Muret auch mit der Technik der Glasmalerei (Glasgemälde von ihm in französischem und englischem Privatbesitz). Seit 1902 ist er in Lens im Wallis niedergelassen. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Le crucifix" (Oel, erworben 1909). Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, „Ete" (Oel, erworben 1914). La Chaux-de-Fonds, Musee des Beaux-Arfs, „Rueä Lou^che" (Aquarell). Vevey, Mus6e Jenisdi, „Mare au d6gel" (Aquarell, erworben 1904 vom Bund). Niethammer, Eduard Abb.s.4 Geboren 1884 in Basel. 1900—1902 machte er die Lehrzeit als Dekorationsmaler. Seine künstlerische Ausbildung setzte 1902 ein bei Rudolf Löw in Basel. Im Sommer 1905 besuchte er Italien (Rom und Terracina); 1906/7 war er bei Heinrich Knirr in München, im Winter 1907/8 wieder in Rom. Niethammer machte Reisen nach Paris und Südfrankreich (1914) und hielt sich zeitweise im Tessin und in den Bergen auf. Sein Wohnsitz ist Basel. Neben der Malerei (Landschaft, Akt, Porträt) befasst sich Niethammer auch mit der Bildhauerei (Grabmal Stingelin-Zahn auf dem Horburgfriedhof in Basel). Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Selbstbildnis 1911" (Oel, erworben 1911); 1 Federzeichnung. Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, „Der Maler" (Oel, 1917); 1 Lithographie und Kohlenzeichnungen. 103 Pellegrini, Alfred Heinrich am>. s. « Geboren 1881 in Basel als Sohn des aus dem Mendrisiotto stammenden Bildhauers Isidor Pellegrini. Er war Schüler an der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel unter F. Schider und hierauf anfänglich Bildhauer in Basel. 1889-1901 studierte er an der Münchner Akademie unter Hackl. 1902-1906 als Illustrator und Plakatzeichner in Genf, wo er auch seine ersten Malversuche in Bildnis und Landschaft machte. 1906 ging Pellegrini nach Stuttgart. Zuerst betätigte er sich auf dem Gebiet der angewandten Kunst, von 1908—1912 an der Akademie unter Holzel. Reisen führten ihn zwischen 1911 und 1913 nach Paris und Belgien, Venedig, Florenz, Rom und Neapel. Seit 1914 lebte er in München, in der letzten Zeit wieder in Basel. Freskomalereien des Künstlers finden sich in verschiedenen Orten Württembergs und Lothringens an Villen, Theatern und Kirchen, zum Teil wieder zugestrichen und böswillig zerstört. 1917 schuf Pellegrini zwei Fresken an der St. Jakobs Kirche bei Basel und 1917/18 dekorative Wandbilder für ein Basler Privathaus. Ueber seine Tätigkeit als Lithograph und Radierer orientieren Dr. J. Coulin, im Supplementband des Schweizerischen Künstler-Lexikons und Dr. H. Gräber im 1. Band von »Jüngere Schweizer Künstler", Basel 1918. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Abend" (Oel, erworben 1918). Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, „Riva dei Schiavoni" (Pastell, 1912); „Flüchtlinge und Ruinen" (7 Kriegsillustrationen). Mannheim, Kunsthalle, „Liegender Akt" (Oel). Graphische Arbeiten des Künstlers besitzen die Kupferstichkabinette von Basel, Köln, Essen, Halle, München, Nürnberg, Stettin, Stuttgart und Zürich. Perrelet, Paul am>. s. 36 Geboren 1872 in Genf. Seine zehnjährige Studienzeit führte ihn zuerst an die Ecole des Arts Industriels in Genf (Prof. Mittey), dann längere Zeit nach Paris zu Rene Prinet, nach Deutschland, England, Skandinavien, Italien und Spanien. An der internationalen Ausstellung in München 1909 errang er die goldene Medaille. Seit 1906 lebt Perrelet auf dem Lande in der Waadt. Er pflegt die Landschaft und das Porträt. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, «Maternitä" (Oel, erworben 1910 vom Bund). Bern, Gebäude der Bundesverwaltung, „L'enfant endormi" (Oel, erworben 1917 vom Bund). Genfeve, Mus6e, „Maison en hiver" (Oel), «L'enfant endormi" (Oel- studie). Lausanne, Musäe des Beaux-Arts, «Montagnard" (Oel, erworben 1914). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Jeune femme lisant' (Oel, erworben 1917 vom Bund). Robert, Paul Theophile Abb. S. 24 Geboren 1879 als Sohn von Leo-Paul Robert im Ried bei Biel. Er begann seine Studien 1898/99 bei Eugene Burnand in Montpellier. Hierauf arbeitete er ein Jahr (1899/1900) in Florenz unter Leitung seines Vaters. Von 1900 bis 1908 war Robert in Paris in den Ateliers von Gustave Courtois, A de la Gandara und Jacques Blanche. 1908/9 lebte er in Berlin. Seit 1909 ist Robert in St. Blaise bei Neuchätel niedergelassen. Sein Stoffgebiet umfasst Gemälde in Tempera und Oel, gelegentlich Zeichnungen und Holzschnitte. 1911/12 schuf er das Wandgemälde «Kreuzigung" für die St. Paulskirche in Luzern. In den beiden letzten Jahren malte er das grosse Gemälde «Suzanne au bain", das die diesjährige Turnusausstellung zeigte. Die Richtung, der Robert angehört, wird von ihm selbst als «neo-classique realiste* bezeichnet. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, «La fuite en Egypte" (Oel, erworben 1915). St. Gallen, Kunstmuseum, «Automne” (Oel, Tumusverlosung 1913). Neuchätel, Musäe des Beaux-Arts, «En promenade' (Oel); Holzschnitte. Solothurn, Museum, „Apräs-midi d'6t6' (Tempera, erworben 1912 vom Bund). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Jeune fille ä la corbeille" (Oel, Geschenk 1917). Rüegg, Ernst Georg Abb.s.43 Geboren 1853 in Mailand. Aufgewachsen im Kanton Zürich. Nach Besuch der Handelsschule in Neuenburg und Lehrzeit in einer Zürcher Rohseidenfirma besuchte Rüegg an der Zürcher Gewerbeschule Abendkurse im Zeichnen und trieb an der Kunstgewerbeschule heraldische Studien bei Prof. Dr. E. A. Stückelberg. Später studierte er an der Akademie in Dresden und lernte Radieren bei Hermann Gattiker in Rüsch- likon. Seit 1905 war er zuerst im Kanton Schaff hausen, dann in Zürich ansässig, wo er jetzt lebt. 1913 entstanden die Wandmalereien am Regierungsgebäude und am Hedwigstift in Schaffhau- sen, 1914 am Regierungsgebäude in Herisau. Ferner stammen von ihm dekorative Arbeiten an den Häusern der Stahlwerke und im Casino zu Schaffhausen, sowie am Pestalozzischulhaus in Zürich. Während der Kriegszeit machte Rüegg einen zweimaligen Aufenthalt in Berlin, um in den dortigen Museen zu studieren und zu kopieren. Rüegg pflegt in seiner Malerei (Oel und Aquarell) vornehmlich die Landschaft, das Interieur, das Figurenbild und die Komposition; bedeutsam sind auch seine Zeichnungen, das radierte Werk und zahlreiche Ex-libris. 1910 gab er im Selbstverlag ein Gedichtbändchen .Landschaft' heraus und illustrierte Clara Forrers .Jungbrunnen". Werke in öffentlichem Besitz: Winterthur, Kunstsammlung im Museum, 8 Radierungen, 6 aquarellierte und kolorierte Zeichnungen. Zürich, Kunsihaus, „Dämmerung im Ried" (Oel, erworben 1918). Das vollständige radierte Werk. Zürich, Eidgen. Kupferstichkabinett, 33 Radierungen. 106 Schiess, Ernst Traugott Abb. s. 13 ^ Geboren 1872 in Basel. Lebte als Kaufmann in Spanien und Mexiko. Erst im 30. Altersjahr ging Schiess zur Malerei über. Er begann seine Studien als Maler in Rom und siedelte hierauf nach Dresden über, an dessen Akademie er Meisterschüler bei Eugen Bracht war. 1908 ging er nach Paris. Von hier aus machte er Reisen nach Tunis, Corsica, Spanien, Süd- ,. frankreich, Rom und Sizilien. Die letzten drei Jahre verlebte Schiess auf den Balearen und in Algier (Biskra u. a. O.). Seit kurzem ist er wieder in der Schweiz, zur Zeit im Tessin. /, > Er pflegt die Landschaft, besonders die sonnige, südliche Landschaft, mit und ohne Figuren. Schoellhorn, Hans Abb. s. 53 Geboren 1892 in Winterthur. Erster künstlerischer Unterricht an der Kunstabteilung des Technikums in Winterthur. 1911/12 an der Ecole des Beaux-Arts in Genf, 1912/13 in München (bei Prof. Gröber), in Dresden und in Leipzig. Hierauf arbeitete Schoellhorn in Paris auf dem Gebiete der Illustration (Beitrage an die Münchner „Jugend" und an den „Simplicissimus"). Seit Kriegsausbruch lebte Schoellhorn (mit Unterbrechungen durch den Militärdienst) in Genf und stand 1917 unter der Leitung von Ferdinand Hodler. ln der letzten Zeit hält er sich in Zürich auf. Sein Stoffgebiet ist das Pariser Leben, Interieurs, Illustrationen und Plakate. Anfangs 1918 veranstaltete er in Genf eine grosse Kollektivausstellung. S£quin, Otto, geboren 1892 in Zürich. Abb. s. 58 Selbstbiographie. „Meine Schulzeit beschloss ich 1910 mit der Maturität am Kantonalen Gymnasium in Zürich, widmete mich dann dem Studium der Architektur an der Technischen Hochschule in Stuttgart, der ich nach einer Studienreise nach Südfrankreich 1913 den Rücken kehrte, um Maler zu werden. Seither hielt ich mich dauernd in Zürich auf und arbeitete zunächst unter einiger Anleitung, im übrigen aber selbständig, in meinen Bildern den Einfluss Hodlers und meines Ratgebers Eduard Stiefel nicht ganz verleugnend. In diese Zeit fällt der Wettbewerb für künstlerische Ausschmückung der neuen Zürcher Universität, wo ich einen zweiten Preis erhielt. Meinen Plan, in Paris oder Italien die alten Meister zu studieren, vereitelte der Ausbruch des Krieges, der seit 1914 auch mir jedes Jahr mehrere Monate dauernden Militärdienst brachte. Ein künstlerisches Erlebnis war eine kurze Reise nach München, wo ich in den dortigen Sammlungen studierte; ebenfalls war die grosse Ausstellung von französischen Meistern des 19. Jahrhunderts im Zürcher Kunsthaus dazu angetan mir einen Weg zu weisen, der von dem äusserlichen und dekorativen Stil meiner früheren Arbeiten wegführte und mich zu bescheidenem, aber um so intensiverem Studium der Natur brachte. Cäzanne namentlich wurde mir ein neues Vorbild. Gestalten der Form durch die positive Farbe und eine gründliche Abkehr von allem nur koloristisch Geschmackvollem ist das Ziel, zu dessen Erreichung mein Selbstbildnis ein Versuch bedeutet.' Soldenhoff, Alexander Abb. s. ei Geboren 1882 in Genf. Mit Schulbeginn kam er nach Zürich und besuchte dort 1899 ein Semester die Kunstgewerbeschule. Hierauf ging er bis 1905 in die Einsamkeit der Berge (Linthal), noch unentschieden, ob er Schriftsteller oder Maler werden wolle. Im Winter war er jeweils bei Rudolf Koller zu Gast und genoss viel Anregung von ihm. .Koller ist weit mehr als Maler gewesen und hat in mir nach seinem Tod die Sehnsucht, die Welt und die Kunst zu studieren, geweckt.' 1904 106 schickte Koller den jungen Soldenhoff für ein paar Wochen nach Paris, wo ihn Veronese, Delacroix und Rubens besonders »* fesselten. Nach Linthal zurückgekehrt, wurde er zum Zeichenlehrer an die Höhere Stadtschule von Glarus berufen. Nach dreijähriger Wirksamkeit zog Soldenhoff bei Anlass der Ausstellung der „Rheinlande" (Februar 1907) nach Frankfurt a. M. , Hier begann er von Grund auf neu zu studieren. „Ich merkte, dass ich bis dahin nur Gefälliges — stoffliches Zeug — ohne • * Kunstwert gemacht hatte. Mit Stilleben fing ich neu an die Form, später die Farbe, dann das Licht zu erfassen, baute langsam ökonomisch auf und verfolge heute noch dasselbe Ziel — den Reichtum des Sinnlichen im Einklang zur subjektiven Anschauung." In Frankfurt wurde Soldenhoff Künstlerischer Beirat und Maler an den städtischen Theatern, in welcher Stelle er drei Jahre aufs angestrengteste arbeitete. Seit 1910 lebt er im Sommer in Linthal, im Winter in Frankfurt, wo viele seiner besten Bilder in Privatbesitz sind. Auch die städtischen Galerien von Frankfurt und Mannheim besitzen Bilder von ihm. 1916/17 schuf er die Wandmalereien (über 200 m 2 ) in der Aula der höheren Stadtschule in Glarus (Phantasien zum Thema „Orpheus und Prometheus"). In öffentlichem Besitz: Glarus, Gemäldesammlung, „Abendspaziergang" (nach Boccaccio), (Oel, erworben 1909). Stoecklin, Niklaus Abb. s. n Geboren 1896 in Basel. Besuchte acht Jahre lang die Primär- und Realschule, wandte jedoch schon von klein auf sein Hauptinteresse dem Malen und Zeichnen zu. Erste künstlerische Anleitung darin gab ihm Burkhard Mangold. Hierauf besuchte Stoecklin die Basler Gewerbeschule und mit 18 Jahren die Kunstgewerbeschule in München, der er jedoch schon nach j, einem Vierteljahr den Rücken kehrte, um von da an selb- ständig zu arbeiten. Nach Kriegsausbruch leistete Stoecklin über ein Jahr Militärdienst im Tessin, wo er eifrig Studien machte und aus dem Zusammenleben mit verschiedenen Menschen und mit der Natur reichen Gewinn davon trug. Eine Frucht dieser Zeit ist das grosse Gemälde „Casa rossa' (Turnusausstellung 1918, jetzt in Winterthurer Privatbesitz). Stoecklin verehrt die alten Basler und Berner Meister yvie Konrat Witz und Niklaus Manuel Deutsch. Werke von Stoecklin, der auch lithographiert, befinden sich in Privatsammlungen in Basel, München, Stuttgart und Winterthur. Sturzenegger, Hans Abb.s. 47 Geboren 1875 in Zürich. Nach Absolvierung der Schulzeit in Schaffhausen zog Sturzenegger 1892 an die Akademie nach Karlsruhe, wo €r unter Pötzelberger und Graf von Kalkreuth malen lernte. 1898 bis 1903 arbeitete er in Schaffhausen — es entstanden da auch einige Radierungen — und wurde 1904 Meisterschüler von Hans Thoma. Seit 1905 lebt Sturzenegger in Schaffhausen, von wo aus er von Zeit zu Zeit grössere Reisen mit Studienaufenthalten unternahm, so nach Holland, in die Auvergne, nach München und 1913 in den Orient. Sturzenegger pflegt die Landschaft, das Stilleben, das Figuren- bild und das Porträt. Werke in öffentlichem Besitz: Schaffhausen, Kunstsammlung im lmthurneum, „Porträt von Dr. Vogler" (Oel), „Gärtnerin" (Oel). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Bildnis des Dichters Albert Steffen* (Oel, Geschenk 1915), „Italienerin" (Oel, erworben 1917). Zürich, Kunsthaus, „Regenbogen" (Tempera, erworben 1905), „Regen- landschaft" (Oel, Legat 1910), „Impressionen aus Holland'' (zwei farbige Zeichnungen, erworben 1911). Surbek, Victor am>. s. 42 Geboren 1885 in Zäziwil (Emmental) als Sohn eines Arztes. Vom 6. Altersjahr an kam Surbek nach Bern. Auf dem litera- 110 rischen Gymnasium der Stadt bestand er die Maturität und studierte dann ein Semester praktische Anatomie. Darauf vollzog sich der Übergang zur Kunst. Surbek brachte zwei Winter an der Kunstgewerbeschule in München mit Graphik zu und zwei Winter an der von Karlsruhe mit einer praktischen Ciselierlehre. Daneben trieb er beständig zeichnerische und malerische Privatstudien. Hierauf arbeitete er zwei Winter in Paris ohne speziellen Lehrer teils im Louvre, teils im Atelier. Verschiedene Reisen führten ihn nach Italien, besonders nach Venedig. Seit 1912 lebt er in Bern. Er ist verheiratet mit der Malerin Marguerite Frey, die im Herbst dieses Jahres in Bern eine Privatmalschule eröffnet hat, an der Surbek die Korrektur gibt. Surbeks Stoffgebiet umfasst vornehmlich die Landschaft, das Stilleben, den Akt und das Porträt; auf graphischem Gebiet widmet er sich der Zeichnung, der Lithographie und der Schabkunst. 1918 erschien im Verlag von Ferd. Wyss in Bern eine Mappe .Das alte Bern*' mit sechs Lithographien von Surbek. Werke in öffentlichem Besitz: Bern, Kunstmuseum, „Brlenzersee bei Iseltwald" (Oel), „Blumen in einem Topf" (Oel), „Knabe" (Oel, erworben 1913), 1 Schabkunstblatt. Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Selbstbildnis 1908" (Oel, erworben 1908); Zeichnungen, Lithographien und Schabkunst- blfitter. Tobler, Max Abb.s. 55 Geboren 1897 in Genf; Bürger von Teufen (Kt. Appenzell). Nach Absolvierung der Sekundarschule in Zürich Eintritt in die dortige Kunstgewerbeschule und einjähriger Aufenthalt in der allgemeinen Klasse. April 1914 Beginn einer dreijährigen Lehrzeit als Flach- und Dekorationsmalerbei Ch. Schmidt in Zürich. Nach einem Gesellenjahr nochmals Besuch der Kunstgewerbeschule während eines Jahres. Toblers Lehrer tu waren dort E. G. Rüegg für das Figurenzeichnen, Paul Bodmer für die dekorative Malerei und Paul Osswald und O. Kappeier für das Modellieren. Tobler machte sich mit allen Maltechniken vertraut und begann im Frühjahr 1916 auch noch zu schnitzen. Für die Werkbundausstellung dieses Jahres entwarf und schnitzte er einen Teil der Marionettenpuppen. Sein Selbstbildnis von 1918 ist das erste Bild, das Tobler öffentlich ausstellt. Trachsel, Albert Abb. S. 32 Geboren 1863 in Nidau (Kt. Bern), abtr vom 3. Altersjahre an in Genf. Schüler der Ecole des Beaux-Arts in Genf, 1881 -82 Auditor an der Architektenschule des Polytechnikums in Zürich und hierauf längere Zeit an der Ecole des Beaux- Arts in Paris unter Guadet. Trachsel machte Reisen nach Spanien und Italien und hielt sich einige Zeit im Berner Oberland auf. Seit 1901 lebt er in Genf. Trachsel malt in Oel und Aquarell Landschaften, Stilleben und Porträts; er befasst sich auch mit Architektur und ist daneben schriftstellerisch tätig. Werke in öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung, „Partie am Wildstrubel“ (Aquarell). Bern, Kunstmuseum, „Landschaft“ (Pastell). Genive, Mus6e, 6 Aquarelle. , Solothurn, Museum, „Mondschein" (Aquarell), „Lawine“ (Aquarell), „Salfcve" (Aquarell, erworben 1906 vom Bund), „Felder bei Jussy" (Aquarell, erworben 1908 vom Bund). Urech, Rudolf Abb. S. 15 Geboren 1888 in Basel; Bürger von Niederhallwil (Kt. Aargau). Während seiner Lehrzeit als technischer Zeichner besuchte er Abendkurse an der Basler Gewerbeschule unter A. Meyer und F. Schider. Nach sechsjähriger Praxis als Zeichner arbeitete er in graphischen Werkstätten, bis er sich im Herbst 112 1912 selbständig machen konnte. 1913 machte er eine mehrwöchige Studienreise nach Oberitalien und Florenz. Urech tat sich erfolgreich als Plakatzeichner und Illustrationsgraphiker hervor, ist aber auch frei künstlerisch tätig. Er lebt in Binningen bei Basel. Seine Lithographie „Aspasia" gelangte durch die Firma, die sie dem Künstler bestellte, in die meisten schweizerischen Kunstsammlungen. Vallet, Edouard Abb. S. 26 Geboren 1876 in Genf. Schüler von B. Menn und B. Bod- mer. Bei Alfred Martin an der Ecole des Arts Industriels erlernte Vallet während dreieinhalb Jahren den Holzschnitt. Nachdem er eine Zeitlang ausschliesslich die Radierung und den Holzschnitt gepflegt hatte, ging er auch zur Malerei über. 1897-99 hielt er sich längere Zeit im Dauphine auf und malte Motive aus dem Bauernleben. Von 1901 an unternahm Vallet fast jedes Jahr eine grössere Studienreise, so 1904 nach deutschen Städten, 1905 nach Paris und Italien. Von 1908 an setzen die längeren Studienaufenthalte im Wallis ein und von 1911 an liess er sich mit seiner Frau, der 1917 verstorbenen Genfer Malerin Marguerit Gilliard in Saviese nieder. Zur Zeit lebt der Künstler in Cartigny bei Genf. Vallet hat als Maler und Graphiker hohe Auszeichnungen erhalten: 1913 an der Internationalen Ausstellung in München die grosse goldene Medaille und 1914 an der internationalen graphischen Ausstellung in Leipzig die sächsische silberne Staatsmedaille. Wer sich über sein Oeuvre zuverlässig orientieren will, greift zu Hans Gräbers 1917 in Basel erschienenen Werk. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Kunsthalle, „Die Gartenlaube" (Tempera, erworben 1908). St. Gail en,Kun$tmuseum, „Selbstbildnis 1913". Genfcve, Mus6e, „Vieux pressoir", „Bonheur rustique". Le Lode, Mus6e des Beaux-Arts, „Bücheron“ (Oel, erworben 1907), „La servanfe valaisanne" (Oel, erworben 1913). I 113 Schaffhausen, Kunstsammlung im Imthurneum, „Le Pot de soupe" (Oel, erworben 1911). Solothurn, Museum, 1 farbige Zeichnung. Zürich, Kunsthaus, „Bauernkopf" (Tempera, erworben 1908), „Sonntagmorgen" (Tempera, erworben 1909 vom Bund), „Kämmende Frau" (Farbige Zeichnung, erworben 1912), „Selbstbildnis 1910" (Gouache, Geschenk 1914). Radierungen von Vallet, von denen einzelne vom Bund erworben wurden, besitzen die Kupferstichsammlungen von Basel, La Chaux- de-Fonds, St. Gallen, Glarus, Lausanne, Le Locle, Luzern, Winterthur und Zürich. Vallotton, Felix Abb. S. 33 Geboren 1865 in Lausannne. Nach dem Besuch der Kantonsschule führte ihn seine zeichnerische Begabung schon 16 jährig nach Paris, wo er drei Jahre an der Academie Julian studierte. Im Salon 1884 stellte er sein erstes Bild „Portrait de Vieillard" aus. Fünf Jahre später trennte er sich von den Artistes frangais und wurde Mitbegründer der Independants und des Salon d’Automne. Auf Reisen besuchte er öfters die Schweiz, das Meer bei Honfleur, Italien und 1912 Petersburg. Bis 1900 widmete er sich vornehmlich der Schwarz-weiss Kunst (Radierung, Lithographie und Holzschnitt), sei es in einzelnen Blättern oder in Serien und in Beiträgen an Periodica, wobei er sich als scharfer Beobachter und Karikaturist erweist. Nach 1900 folgen Jahr auf Jahr die Gemälde: Landschaften, Stilleben, Porträts, Figurenbilder, Kompositionen und Allegorien. Durch Korrekturen an der Academie Ranson übt Vallotton seinen Einfluss auf die junge Malergeneration aus. Schon 1898 beschäftigte sich Meier-Graefe mit ihm in einer grösseren, gleichzeitig in Berlin und Paris erschienenen Publikation über sein graphisches Werk, und 1917 erschien (als Sonderheft der Genfer „Pages d’Art") eine mit 35 Illustrationen versehene Abhandlung über ihn von Paul Budry. 1913 zeigte er 43 Oelgemälde im Zürcher Kunsthaus, ln Winterthurer 114 Privatbesitz befinden sich etwa 50 Gemälde Vallottons, sowie sein vollständiges graphisches Werk. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Oeffentliche Kunstsammlung, Holzschnitte. Glarus, Gemfildesammlung, „Vieux ptcheur" (Oel, erworben 1913). Lausanne, Musfe des Beaux-Arts, „Portrait de l’Artiste 1866“ (Oel), „Soir pr£s de Honfleur“ (Oel), 1 Radierung (1891 vom Bund erworben), Holzschnitte und Lithographien. Neuchfitel, Mus£e des Beaux-Arts, „Nature morte" (Oel). Paris, Mus£e du Luxembourg, „Baigneuse (Oel, erworben 1914). Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Pont neuf" (Oel 1901, Geschenk 1915), „Effet de matin" (Oel 1910, erworben 1911), „Paysage aux baigneuses" (Oel 1913, erworben 1914), „L'homme poignardt" (Oel 1916, Geschenk 1917), 1 Zeichnung, 30 Lithographien und 50 Holzschnitte. Zürich, Kunsthaus, „Portrait de Vielllard (Oel 1885, erworben 1910), „La vlsite" (Gouache 1899, erworben 1909). Zürich, Eidgen. Kupferstichkabinett, Zahlreiche graphische Blfitter. Vautier, Otto am>. s. 29 Geboren 1863 in Düsseldorf als Sohn des Malers Benjamin Vautier. Nach dem Besuch der Schulen in Düsseldorf studierte Vautier 1552 bis 1889 in München, zuerst bei Graf von Kalkreuth, dann zwei Jahre unter Uhdes Leitung. Es folgten Studienaufenthalte in Dachau, in Überlingen und am Untersee. Nach je zweijährigem Aufenthalt in Paris (1889 und 1890) und im Wallis (1891 und 1892) zog er 1893 nach Genf, von wo aus er alljährlich ins Wallis (Savifcse) zurückkehrte. Vautier wohnt jetzt dauernd in Genf. Wanddekorationen von ihm befinden sich im Musäe Rath und in der Ecole des Päquis. Im Frühjahr 1916 zeigte er im Zürcher Kunsthaus über 100 Gemälde und Zeichnungen. Er ist vor allem Frauenmaler. Werke in öffentlichem Besitz: Basel, Oeffentliche Kunstsammlung „La Source" (Oel, erworben 1906 vom Bund); Kohle- und Rötelzeichnungen. 115 Fribourg, Musle cantonol, „Les deux amies valaisanncs" (Oel, erworben 1902 vom Bund). Gen£ve, Muste des Beaux-Arts, „Jeune fille dans unegrange " (Oel, 1899), „L'Orpheline" (Oel), „La barque" (peinture dlcorative), „Le puits" (peinture dlcorailve), „Eglise de la Madeleine 8 Genfcve" (Oel), „La femme en noir" (Oel, erworben 1913); Pastelle und Zeichnungen. Lausanne, Mus6e des Beaux-Arts, „Milancolie" (Oel, erworben 1914). Schaffhausen, Kunstsammlung im Inthumeum, „Jeune femme au clavecin" (Oel, erworben 1912 vom Bund). Weiss, Gustav am>.s.64 Geboren 1886 in St. Gallen als Sohn eines Buchdruckers. 1899 kam der Knabe nach Winterthur. Hier erlernte er den Beruf als Schriftsetzer. 20 jährig besuchte Weiss in München die Privatschule von Heinrich Knirr und lernte während zwei Wintern Aktmalen und Porträtzeichnen. 1908 studierte er zwei Semester an der Münchner Akademie bei Franz Stuck und Peter Halm. 1910 kehrte er nach Hause zurück, wo er abwechselnd seinem Beruf und der Malerei oblag. 1914 zog er für wenige Monate nach Paris; dort erhielt er Anleitung im Malen von Fälix Vallotton und Maurice Denis. Die Grenzbesetzung rief ihn bei Kriegsausbruch in die Heimat zurück. Sein Stoffgebiet umfasst Landschaften, Stilleben, Porträts und figürliche Kompositionen. Einflüsse des Kubismus machen sich in letzter Zeit bei ihm geltend. Entwürfe für ein Kinderbuch mit selbstverfassten Reimen wurden 1915 vom schweizerischen Werkbund prämiert. Zur Zeit lebt Weiss im Löchli bei Teufen (Kt. Appenzell). Woog, Madeleine Abb.s.35 Geboren Ende 1893 in La Chaux-de-Fonds. Schülerin während drei Jahren von Prof. L’Eplattenier. In dieser Zeit machte sie einen Aufenthalt von einigen Monaten in Paris. Nach Absolvierung der Lehrzeit bei L'Eplattenier begann Madeleine Woog allein zu arbeiten und zwar, nach ihren eigenen Worten, „selon mon goüt et surtout selon mon coeur. Et parfois la recompense d’une remarque eclairee vient forti- fier mes desirs de peintre." Seit 1916 stellt die Künstlerin ihre Arbeiten aus, zuerst in La Chaux-de-Fonds, dann in Genf und im Sommer dieses Jahres im (jetzt eingegangenen) Salon Romand in Zürich. Sie pflegt das Stilleben und das Porträt. Wyler, Otto Abb. S. 54 Geboren 1887 in Mumpf (Kt. Aargau). Wuchs in Aarau auf und besuchte dort vom 16. bis zum 18. Altersjahr am Kunstgewerbemuseum die Kurse für kunstgewerbliches Zeichnen und dekoratives Malen. Hierauf wandte er sich der freien Kunst zu und zog 1905 nach Paris, wo er im Atelier Cormon an der Ecole des Beaux-Arts mehrere Winter arbeitete. Zwischenhinein machte er einen Studienaufenthalt in München im Atelier von Heinrich Knirr. Wieder in Paris arbeitete er in den Ateliers J. E. Blanche und Ch. Cottet. Nach seiner Rückkehr in die Heimat lebte Wyler zuerst in Aarau, brachte ein paar Winter auf Maloja zu und hat sich seit 1917 in Fetan im Unterengadin niedergelassen. Sein Stoffgebiet umfasst die Landschaft, das Porträt und die Komposition. Neben der Oelmalerei beschäftigt er sich auch * mit Radieren, Aquarellieren und Lithographieren. Wyler hat öfters in der Schweiz und im Ausland ausgestellt; an der internationalen Ausstellung in München von 1913 erhielt er die zweite goldene Medaille. Werke in öffentlichem Besitz: Aarau, Kantonale Kunstsammlung, „Wicken" (Oel). Graphische Blätter von Wyler, zwei davon 1911 vom (Bund erworben, besitzen die Kupferstichkabinette von Chur, St. GÜiien, Winterthur und Zflrich. Ziegler, Heinrich J. Abb.s.52 Geboren 1888 in Winterthur. Abschluss der Schulzeit nach bestandener Maturität an der Industrieschule in Winterthur. Selbstbiographie. „Jahre, die Selbstbeschäftigung mit sich brachten und zum Studium der Architektur führten, begünstigten und entwickelten eine vorhandene Neigung zur Malerei. Die ungehinderte Tätigkeit als Maler konnte erst nach Abschluss des Architektendiploms an der Zürcher Hochschule im Frühjahr 1917 ein- setzen. Als Grundlage hiefür dienten wenige einfache, während kurzer Zeit 1911 in Genf erworbene Kenntnisse im Zeichnen, die später in Zürich weiter umgesetzt wurden. Ziegler besuchte keine Akademie; er ist durch selbständiges Arbeiten mit der Farbe vertraut geworden und hat durch Beobachtung an Werken moderner Franzosen tiefe Eindrücke gewonnen. Die Landschaft und ihre blauen Farben bewegen den Künstler sehr, Bildnis und Stilleben sind ihm weitere Gebiete der Anregung. Immer aber ist das Interesse auf eine Lösung für das Unmittelbare der Erscheinung, des Gefühlsmässigen und auf die Probleme von Licht und Raum gerichtet." Im Frühjahr 1918 hat erstmals die Galerie Tanner in Zürich eine Anzahl Bilder zur Ausstellung aufgenommen. Das Graphische Kabinett im Winterthurer Museum besitzt zwei Lithographien Zieglers. Zsdiokke, Alexander am>. s. io Geboren 1894 in Basel (Heimatort Aarau). Nach bestandener Maturität an der Basler Realschule zog Zsdiokke im Herbst 1913 nach München, wo er sich als stud. arch. an der Technischen Hochschule immatrikulieren liess, jedoch die Schule nie besuchte. Im Sommer 1914 rief ihn der Grenzschutz zurück. Im gleichen Jahr fasste er den Entschluss, Maler zu 118 werden, und hatte im Winter 1914 sein erstes Atelier in Basel. Zschokke sagt von sich: .Da ich überzeugt bin, dass es einen künstlerischen Unterricht nicht gibt im Sinne eines Erlernens der Ausdrucksmittel, habe ich wissentlich einen Lehrer vermieden. Ich bin überzeugt, dass nur das mit dem Namen Kunst belegt werden darf, was aus einer gefühlsmässigen Notwendigkeit heraus entstanden ist, und der Grad der Gestaltung hängt nur von der Grösse der gestaltlichen Kraft ab*. 1915-17 war Zschokke je ein Vierteljahr abwechslungsweise im Militärdienst und in Zürich. Seine abstrakt aussehenden Arbeiten sind 1916 dort entstanden. Jetzt lebt er in Basel und in Ascona. Mit seinem .Selbstbildnis* 1918 trat er zum erstenmal an die Oeffentlichkeit. Zubier, Albert Abb. S. 44 Geboren 1880 in Mägenwil (Kt. Aargau). Nach Erlernung des Schlosserhandwerks besuchte er von 1896 bis 1899 die Kunstgewerbeschule in Zürich. Seine Studien setzte er bei Hermann Gattiker in Rüschlikon fort. Das Wintersemester 1900/1 brachte er an der Stuttgarter Kunstakademie zu, 1901/2 und 1902/3 arbeitete er an der Grassetschule in Paris. Im Frühjahr 1904 wurde Zubier kurze Zeit Lehrer an der Stadlerschen Privatkunstschule im ehemaligen Boeddinatelier in Zürich. Im Herbst dieses Jahres zog er nach Rom, wo er zwei Jahre blieb. Seit dem Herbst 1906 hat sich der Künstler wieder in der Heimat niedergelassen und hielt sich abwechslungsweise in Winterthur, Basel (mit Kopieren in der Oeffentlichen Kunstsammlung), auf der Kyburg und in Pfäffikon auf. 1913 besuchte er von neuem Italien (Orvieto). In den letzten Jahren lebt er in Zürich. Sein Stoffgebiet umfasst vornehmlich die Landschaft und das Porträt. Viele seiner Bilder sind in Winterthurer und Zürcher Privatbesitz. In öffentlichem Besitz: Winterthur, Kunstsammlung im Museum, „Landschaft bei Kyburg" (Oel, erworben 1911). f-fpwi i.k.p'p.mh wi | M | .«.vwfc m. asrsEa. tte-i