XsiilMÜotliok, 1 'UvktlrLII , Lieder-Teyt für den Thurgauischen Kantonal-Gesangverein, ge halten in Franenkeld am 17. 2uli 18Z7. D!«f«r Lrrt dirnt al« Siutrittekartr für die Auhör«. F r a u c n f e l d/ gedruckt in der Kolb'schen Buchdruck««,. Gruß der Länger zu ^frauenfeld, an den Kantonal-Verein. (Musik. v. Sauter.) So bist du endlich hergekommen. Du langersehnte Sängerschaar; Es heißt dich unser Herz willkommen Aum zweiten Mal nach manchem Jahr. Du hast dich frisch und reich gestaltet Durch mancher Blüthe neuen Glanz, Und schöner hast du dich entfaltet, Durchflochtcn von der Jungfrau'n Kranz. Wie wir Euch heute gerne sehen In SangcSlust uub Fröhlichkeit, So laßt unS stets zusammen stehen In Freundschaft und in Einigkeit. Und wie Ihr setzt Vertrauen schenket > Und Freude bringet unserm Ort: So unser freundlich stets gedenket, Getreu in Lust und Ernst hinfort. Und zu des Festes gutem Ende Umschließe uns ein neues Band, Daß Freund zum Freund' sich traulich wende — Drauf bieten wir Euch Herz und Hand! Erste Abtheilung. Gemischter Chor. (Aürich. Gesangbuch Nro. 37.) Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke, Hehr ist sein Nahm, und Groß sind seine Werke; Und alle Himmel sein Gebiet. Er will und spricht'S — So sind und leben Welten; Und er gebeut — so fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. Du tränkst das Land, Führst uns aus grüne Weiden, Und Nacht und Tag und Korn und Wein u. Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. Männerchor. Der Wunderbare. (Musik von Schnabel.) Die Himmel rühmen seine Macht, Die Welten reden laut: UnS rief sein Wille auü der Nacht! UnS hat sein Arm gebaut! Wie prächtig kleidet er die Flur, Die Wälder voll Gesang! Ihm singt die fröhliche Natur 3n lauten Tönen Dank. Er schaut mit väterlichem Blick Die Werke seiner Hand, Und sorgt für seiner Menschen Glück Und segnet Volk und Land. O Mensch! erkenne deinen Werth, Daß dein ein Gott gedenkt; Ein Gott auf deine Klagen hört. Ein Gott dein Schicksal lenkt. Allmächtig wog er deine Zeit, Wog Leben oder Tod. O Bürger der Unsterblichkeit, Erkenne deinen Gott! Ew'ge Jugend. (Mus. v. Anton Gersbach.) Freudig wallt zur ew'gen Zugend, Wessen Geist der Treu und Tugend, Ewig seinen Dienst entbot. Allen die in Sehnsucht wallen. Zu der ew'gen Liebe Hallen, Glüht ein ew'ges Morgenroth! Herr gebeut zu Tod und Leben! Habe Dir mich ganz ergeben; Fall auch früh mein Ziel und LooS Nimm mich auf dann Mutter Erde Bis zum neuen GchöpfungSwerde Still zu ruhn in deinem Schooß. Gläubig ruh ich dir geborgen, Bis zum ew'gen Lebensmorgen, Mich mein Herr und Heiland weckt! Darum treu, mein Geist, der Tugend, Daß der Sieg der ew'gen Jugend Sich durch meinen Tod erstreckt. Ein alt Lied von Gott. (AuS NägeliS RundgksMigen.) Sagt Menschen! o sagt mir, was ist Gott? WaS ist daä erste der Wesen? Gott ist die Liebe!, die Welten gebar, Und Alles, was ist, waS sein wird und war. Gott ist die unendliche Liebe, Sey gnädig unS Armen, o Liebe! Sagt Menschen! o sagt mir, wo ist Gott? Wo wohnet und thronet die Liebe? In jeglichem Punkte der Welten all, Im Saatkorn, im Tropfen, im Sonnenball, Weht allumfassend^die Liebe; Durchweht uns, o Lüfte der Liebe! Sagt Menschen! woran erkennt ihr Gott? Wie beißt sein ewiges Siegel? Die Kette, die Herzen an Herzen drängt, Und Welten mit Welten zusammenhängt Ist Gottes Siegel,o Liebe! Umschling unS mit ewiger Siebe? Sagt Menschen! warum schuf unser Gott, Die Welten und ihre Bewohner? Die Liebe, die Liebe hat Alles gemacht, Sonst schliefe noch Alles in ewiger Nacht; Dankt Engel und Menschen der Liebe! Dankt Engel und Menschen der Liebe! Sagt Menschen', was fordert unser Gott? Was will er von seinen Geschöpfen? Nur Liebe, nur Liebe will unser Gott! O, liebt euch, ihr Kinder! So ruft sein Gebe Sucht mich mit kindlicher Liebe! Laßt ewig uns lieben, o Liebe! Vaterlandslied. (Mus- v. I. H. Tobler.) Der Freude Quell Fließt rein und hell Wo Freiheitssinn erblühet Und Heldenmuth erglühet. Fleuß Freudenquell, Fleuß rein und bell Dem Vaterland. Der Freude Quell Fleußt rein und hell Wo Bruderliebe wohnet, Und Himmelsfriede thronet. Fleuß Freudenquell Fleuß rein und hell Dem Vaterland. Der Freude Quell Fleußt rein und hell Wo Bildungssaat gedeihet. Die Jugend Gott sich weihet. Fleuß Freudenquell Fleuß rein und hell Dem Vaterland. Der Freude Quell Fleußt rein und hell Wo fromme Sitte waltet, Und Edles sich gestaltet. Fleuß Freudenquell Fleuß rein und hell Dem Vaterland. Unsre Berge. (N « geliS MLnmrchor.) Unsre Berge luegen überö ganze Land, Von dem Rhonenthale zu des Rheines Strand; Und in allen Gauen mahnt ihr Heller Schein Sich deö Einen schönen Vaterlands zu freu'n. Daterlandesliebe soll von Alpenhöh'n 3n den tiefsten Gründen fest gewurzelt stehn, Ihnen gleich sich heben, nur den eignen Gaun, Um zu allen Brudern freundlich hinzuschau'n. 8 Unsre Berge luegen übers ganze Land Don dem Rhonenthale zu des Rheines Strand Und in allen Gauen mahnt ihr Heller Schein Sich des einen Vaterlands zu freun. DeS Schweizerjünglings Kampflied. (Mus. v. Waldburg.) Vaterland! Dir ist so oft erklungen Ein Lied aus voller Brust'. Du hörtest es durch WaldeS hallen Von Felsenwanden laut erschallen, Dir tönt es oft mit Hellem Klang, Dem Rhodan und dem Rhein entlang. Und was wir dir gesungen, Wohl war eS deine Lust: Vaterland! Waffenklang! Das sey in unserm Kreise Der schönste Liedeston! Der Freiheit heil'ge Burg zu schllzen, Soll drohend unsre Wehre blizen. Soll unsre Schaar zum Kampfe geh'» Und keck dem Tod in's Auge sehn. D'rum sey auch unsre Weise Und unser Liedeston: Waffenklang! Todesgraun, Mag unsern Blick umziehen, 3m Herzen strahlt es hell. Will unS des Todes Nacht umfangen. Wir sehn im Geist mit stolzem Prangen Der Freiheit Morgen klar und schön Aus unserm Blicke neu ersteh'n. Drum wollen wir nicht flieheu, Du schauriger Gesell Todesgraun! Zweite Abtheilung. Gemischter Chor.f (v. Schnabel.) Dich preist, Allmächtiger! Der Sterne Zubelklangi Dich preist, AUqütiger Der Seraphim Gesang. Die ganze Schöpfung schwebt Zn ew'gen Harmonien So weit sich Welten dreh'n Und Sonnenheere glühen. ' . Dein Tempel die Natur, Wie deiner Herrlichkeit Wie deiner Milde voll. Des Lenzes Blumenkleid DeS Sommers Aehrenmeer, Des Herbstes Traubenhügcl, DeS Winters Silderhöhn Sind deiner Allmacht Spiegel. Was bin ich, Herr! vor d>r! Seit gestern athm' ich kaum Es trennt vom Todten-kreuz Mich nur ein Spannen Raum! Wohl dennoch mir, Wer sanft entschläft in VaterS Armer,, Darf dem Erwcckungöwvrt vertraun Es heipt: Erbarmen. Herbst. (Nagclis Wechselgesang.) Was er giebt, giebt er mit vollen Händen, Gaben in Hüll' und in Fülle will er uns allerwärts spenden. Was er trägt, trägt an viel tausend Aesten, Schüttelt er gern in den Schooß unö Allen, unS Allen zum Besten. Wie er prangt, prangt mit den köstlichsten Beeren Deutet uns an, er wolle mit Labetrank süß unS bescheeren. Wie er's meint, meint es wohl Keiner besser, Jauchzet ihr Winzer zumal! er stillet euch Kelter und Fäßer. Was sich ziemt, ziemt für unS Glückliche alle, > Ist, daß ferne und nah, sein Lob vollstimmig erschalle. * Gott mit uns. (NägeliS Chorlieder.) Mit uns ist Gott. Er ist uns nah, Wenn dumpf die Donner rollen. Wenn finst're Mächte grollen, Wenn sich deS Blitzes Licht, Die Bahn des Schreckens bricht. Hallelufa! Mit unü ist Gott. Er ist unS nah, 3m Strahl der Sonnengluthen, Zm Silberschein der Fluthen, Wenn sproßt der Blumen Pracht, Aus langer Winternacht. Hallelum! 11 Mit uns ist Gott. Er ist uns nah, Zst nah zerrip'nen Herzen, Ist nah in Gram und Schmerzen, Wenn Trost und Hülfe fern, Erblichen jeden Stern. Halleluja! Mit uns ist Gott. Er ist uns nah, Wenn sehnend Heilsverlangen Erfüllung hold umfangen, Wenn hoher Ahnung Lust Bewegt die Menschenbrust. Halleluja! Motett. (von Nagelt.) Es danken dir, Gott, die Völker, Es danken, dir, alle Völker. Das Land bringt sein Gewächs. Es segne unS Gott, Es segne uns unser Gott, Und alle Welt fürchte ihn. Der Wald. (von Wcißhaupt.) Heiliger Tempel ist der Wald; Schlanke Thürm' im Äbendstrahl. Opferwohlgerüche wallen, AuS der Thore Säulenhallen, Und der ernste Dämmerschein Ruft zur Andacht uns herein. Heil'ger Tempel ist der Wald, Wo der Odem Gottes weht, Wenn sich leis die Lüfte schwingen, Lieder mannigfach erklingen, Oder wenn das Heiligthum Sturm erfüllt mit Preis-und Ruhm. Heil'ger Tempel ist der Wald. Lobgesang. (von Weißhaupt) Laut durch die Welten tön'e Zebovahs großer Name. Zhn verehre der Staub, Wie die Engel am Thron. Eh' noch Bergen und Felsen Die Feste geschenkt ward, War Gott. Dringet Lob ihm und Dank! Frohlockt! Dritte Abtheilung. Männerchor. Vaterlandsgruß. (Mus. v. Nllgeli.) Wir grüßen dich du Land der Kraft und Treue, Nimm unsern Gruß geliebtes Vaterland. Hell flammt dein Bild in unsrer Brust ausü Neue, Daü, ach! umwölkt von mancher Wolke stand; Doch was auch rings verwittert. Dein Bund wird nicht erschüttert, Zst Gott mit uns, so mag die Hölle nah'a Wir wandeln fest die alte Heldendahn. DaS große Bild vorn alten Schweizerrudme, Das einst geflammt in alter Völker Nacht, SS zieht uns neu zu seinem Heiligtkume, Und neue Lieb' ist herrlich aufgewacht. WaS ringS die Zeit versplittert. Der Bund wird nicht erschüttert; . Zst Gott mit unS, so mag die Hölle nah'a Wir wandeln fest die Heldendahn. Abendlied. (Mus. v. I. W. Immler.) Kühlend sinkt nach heißem Lag Uns der Abend nieder. O wie strömet neue Kraft In die matten Glieder! Freier Athmet jede Brust,- D'rum hinaus zu Sang und Lust! Fort zu siiffen Liedern! Seht ihr dort daS Flammenmeer, An dem Gternenhimmel, Und deS goldenen Gewölk'S Luftiges Gewimmel? Fort zu fernen Völkern hin. Zieht des Tages Königinn, Zm Tciumphgepränge. Segnend bat sie ihren Lauf, Abermals vollendet, Und dem halben Erdenrund Licht und Wärm' gespendet. Lasst auch uns in Gottes Reich, Künftighin der Sonne gleich, Nur zum Segen wirken. Friedensruhe. (Mus. v. Nägeli.) Vaterland! Ruh in Gottes Hand! Wenn wir deinen Namen nennen, Wird das Herz so froh entzückt, Wenn wir deinen Werth erkennen Fühlen wir uns hoch beglückt. Schütze Gott, Dich vor Noth! Ruh in seiner Hand Theures Vaterland! Recht und Pflicht Wanken ewig nicht. Wo das Recht den Vorsitz führet, Ruht auf ihm so fest der Staat; Wo die Pflicht den Sinn regieret, Folget Segen jeder That. Gott getreu, Fromm und frei. Ruh' in seiner Hand, Theures Vaterland! Schweizerischer Nationalgesang. (Mus. v. Nägeli.) Nazion! Nazion! Wie voll klingt der Ton! Hinab zu den Thälern, hinauf zu den Hügeln, DaS Herz zu erweitern, den Geist zu beflügeln So ruft es, so schallt es, o Schweizer hinan. Die Eine, die große, die herrliche Bahn! Nazion! Nazion! Wie voll klingt der Ton! Uns Wiedergebobrnen in höherem Lichte, Wie reifen des Lebens veredelte Früchte! Daü Schöne und Gute im himmlischen Strahl, Durch Einheit nur Bruder! wirb'S n azional! v Vaterlandslied. (Mus. v. Bau mann.) ^ Rufe mein Vaterland, 8 Sieh uns mit Herz und Hand, Z Dir nur geweiht. ^ Heil dir, Helvetia! m Hast noch der Söhne ja, ^ Wie sie St: Zakob sah, ^ Tapfer zum Streit. Z Nährst uns so mild und treu, Z Bildest uns stark und frei ^ Glück dir und Heil! S ^ Muthig! in Drang und Noth, Wenn das Verderben droht. Hilft dir der Väter Gott. Er ist dein Theil. Vaterland, ewig frei! Sei unser Feldgeschrri, Sieg oder Tod! Frei lebt, wer sterben kann, Frei, wer die Heldenbahn, Steigt als ein Tell hinan, Mit uns ist Gott! Des Sängers Himmel. (Mus. v. Tobler.) Wo weilt der Sänger gern? Wo ziehts ihn mächtig hin? 3si's wo der Freiheit Sinn erglüht, Und frisch des Rechtes Palme blüht. Ja, ja, dahin, dahin. Wie hebt sich da des Sängers Brust, Wie wallt sein Herz in Himmelslust. Wo weilt der Sänger gern? Wo ziehts ihn mächtig hin? Zst'ü wo die Kunst das Leben weiht, Und froh der Bildung Saat gedeiht? Ja, ja! dabin, dahin! Wie hebt sich da des Sängers Brust'. Wie wallt sein Herz in Himmelslusti Wo weilt der Sänger gern? Wo ziehts ihn mächtig hin? Zst'S wo der Wahrheit Leuchte scheint. Und treu die Liebe Menschen eint? 2a, ja, dahin! dahin! Wie bebt sich da des SängerS Brust! Wie wallt sein Herz in Himmelölust! Wo weilt der Sänger gern? Wo ziehts ihn mächtig hin? Zst's wo der Unschuld Freude wohnt. Und holder Friede göttlich thront? 3a, ja, dahin! dahin! Wie hebt sich da des Sängers Brust! Wie wallt sein Herz in Himmelslust! Wo weilt der Sänger gern? Wo ziehts ihn mächtig hin? Wo Lust der Harmonie entfließt, Und heil'qe Freundschaft Bünde schließt 3a, ja! dahin! dabin! Wie hebt sich da des Sä'ngerSbrust! Wie wallt sein Herz in HimmelSluft.