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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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209
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Einige Kinder wurden vom Reichhuften befal-len Einige Personen bekamen Schlagflüsse.

Viele lagen noch am Faulfieber krank. Ichselbst ward den sechsten Brachmonat damit befallen/welches mich gar nicht Wunder nahm / indem ich sechs-zehn Tage und Nächte vorher immer auf Reisen undbey Kranken seyn mußte/ also nicht die strengste Diätbeobachten konnte / und daneben am letzten Tag desvorigen Monats eine Leichendfuung gemacht hatte * *).

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cuanha Wurzel, welches oft zum zweyten male geneh-men werden mußte. 2) Nachher gab ich zwey, dreyTage lang ein abführendes Pulver aus Weinsteinrahmund Rhabarber, von jedem zwey Scrupel. Nach»her gab ich alle Morgen die halbe Desis von diesemPulver. 4) Wenn dadurch die häufigen Stuhlgänge,Stuhlzwang und Grimmen im Bauch ein wenig ge-mildert worden, so gab ich alsdcnn gegen die Nachteine Drachme Therme, oder Fracastors Lachen-Knob-lauch Latwerge.

*) Die Geschichte dieses verstorbenen Mannes ist so merk-würdig und sonderbar, daß ich selbige ganz herse-zen will. .Er war siebenzig Jahr alt, von starker undvollblütiger Leibes-Beschaffenheit, hatte in seiner Ju-gend stark gearbeitet, ward darauf Verwalter von Ei»sengruben, deren Befitzer er nachmals in seinem mitt-lern Alter ward , seine Lebensart veränderte er dabeyin eine sitzende und müßigere, liesse sich wohl seyn,und trank häufig Coffee. Unterdessen blieb er doch bisin sein ein und fünfzigstes Jahr bey vollkommener Ge-sundheit: nachher bekam er unvermerkt ein Zittern dnKopfes und der Hände, wovon das letztere vonJahr zu Jahr so sehr zunahm, daß er um das sechzigsteJahr herum nichts flüßigeS mehr zum Mund brineges