HrWcher Wretter und Uberwinder: Bey Bestattung Der Vil - Ehr - Zucht - und Tugendreichen Dr. 8mm MrM Linzim gcbohener Wrichin. Des Wol-Ehrwllrdigen ' Hoch - und Wolgelchrten HERREN/ 8r. Johann Kaspar Wetzen/ Der Zeit treueiferigen Pfarrherren zu Leuffen/ ehelich geliebter Hauß - Frauen/ In Volckreicher Versamlung daselbst fürgewiesen/ Von Jacob Defchler / v. v. 5an§aU. Den 24. Aprill/ 1701. Q ?. i k SL. Gallen: Bey Laurentz Hochreutiner/ ämw nrÄWiM sMtnrttM rrß)WW MKWNMK K^rftAU 2 M-W *-W tz;)^rdL^lL?L«ru LrH xnpr^-r^W ;rM >E Ä §5 ^ H ML xr^ n-F--z E75^?E m ?K)M i-MttilMV ljf. 7/ '.. / . :uM6).W .1-^1 dr-.::?. (t-N ^s! "OZ(r) W- 7° LX 7? u 5. > Auß der Offenbahrung St. Johanniö/ Cap.;. -. 2 l. Wer überwindet/ dem wil ich geben mit mir zusitzen auf meinem Stuhl/ gleichwie ich überwunden Habe/ und bin gesessen mit meinem Datier auff seinem Stuhl. Eingang. Vilgeliebte/ Hertzlich-betrübte und Andächtige/ in Christs IEsu unserem Erlöser. As wird man dem thun / der diesen Philister schlägt/ und die Schande von Israel wendet? Also fragte dorkenDavld die Mäner «»Israel in dem Lager / als sie wider die Philister zu Felde lagen / und derungeheureGoliach/denHeer.ZeuLdes lebendigen Gottes hönete: Was wird man dem thun/ der diesen Philister schlägt? Fragte hieraus David/ und das Volck antwortete ihm / der Rönig wil ei- nen solchen sehr reich machen/und ihm seine Tochter geben / und wil seines Vatters Haust frey machen in Israel: Waren wol herrliche Verheißungen / dann Reichthum machet ja alle Gunst/ > Ehr und Ansehen in der Welt. Eines Königs Eidam zuseyn/ ist nach Davids Aeugnuß nicht ein Geringes. Befreyet seyn von aller Knechtschaft/ Zoll/ Schoß und Zinß / ist ein so herrliches Vorrecht / welches den wenigsten auf Erden widerfahret / nur der Röntgen Söhnen/ die der einst ihrer Vätter Thron erben. Solche herltchc Verheißungen geschahen zwaren David / wur» den ihm aber / wie er den Goliath mit seiner Schläuder überwunden/ von dem bösen König Saul schlecht genug gehalten, dann für den Reichthum sahe l Srn"».». Saul den David nur säur an. Seme Tochter gab er ihm nicht mit gutem Her, tzen, sondern daß sie ihm solle zum Fall gerahken / und für die Befteyung von allem Dienst/ suchte er ihn an die Wand zuspissen/ und da David discm emrum «cn/ offlmais zufangen und umzubringen. A 2 Man» Mristlich'e > Wann wir aber in einem geistlichen Verstand fragen/ was wird mal» »em rhuu/ker feine geistliche Feinde schlagt/ und überwinde// und die Schande von sich wendet? sthe so verspricht der Herr Jesu^ weit herrlichere Gutthaten/ als der gottlose Saut/ nämlich himmlischen Reichthum/ geistliche Vermählung/ ewige Befreyung von aller Knechtschaft/ und dtsts alles dereinst zu ge- nicsserr / ausseinem herrlichen Thron/ dann so sagt er in verlesenen ^c-wWor- ten: Wer überwindet/ dem wrl Loh geben/ rc. Sind Wort die sich unsers BedunckenS nicht unfein schicken werden / si> L/rim.-.,. wol auf gegenwärtige Zeit / da wir noch in gottseliger Gedächtnust halte» JEstmi Christum / der auferstandemstvonden Todten/ wordurch er alle seine und unsere Feinde / für sich so sieghaft / und für uns so trostreich übe» wunden hak / alsauchauf gegenwärtige Christliche Leich-Begängnuß/da ein hertzlich-betrübter Ehe,Herr/ seiner hertzverwauten und getreuen Ehegemahlin/ anwesende traurige Verwand« / ihrer so angenehm gewesenen Schwö- ster/ Schwägerin und Vrrwandttn / dise ansihenltche Gemeinde einerhöchst- geliebten Pfarrerin/ und wir gegenwärtige Fmnbde/ einer so aufrichtige» Sreundin / und geehrten Mjtschwester in dem HErren / das Geleite zu ihrem Muhebettlein / nichtohne billtches Trauren / Seufzen und Weinen / gegeben haben r Ach selige Seele! dir gileett wie deines Erlösers anbefohlene Pflicht r Wer öberwmdet/alfi) auch feine verheissene Seligkeit/ dem rvil ichgebe» .Mit mir zusiyen auf meinem Thron: dann du hast freylich)« überwunden/ .nachdem du zuvor so heff.'ig/ aber auch Christlich gestritten wider das von Go« dir aufgelegte Creutz und Leiden: Ach wie willig hast du deinen Willen / Gor« K6 Willen mrderworffen / wie gedulrig sovil Schmertzen so lange Zeit außge« .standen / wie freudig den Trost aus Gottes Wort / so dir bann und wann bey, gebrachtwörden/ aufgefasset/ und noch viel freudiger / ja über Verhoffen/ zu aller Verwunderung deine sekige Gelassenheit/ Christliche Glaubens-Bekant, nuß/ undbeständig.vesteHofrmngaufdemenGott/rvannerdichauch. MÜ-n tobten wolre/bezeuget/ so/ baß hievon alle / die es neben mir gehör« nicht ohne Wehmurh/ und Berührung des innersten Hertzens/ grdencken können ! Wann Gottes Forcht gegen Gott/ wann Treue der Ehe. Lruchenj wann- Tugend und Aufrichtigkeit gegen dem Nächsten/ja wan Liebe gegen jederman/ .mrd jedermans Liebe gegen uns/ jemand könte von dem Tode erlösen / sowäw unsere gechr« Mitsthwester selig / nicht sogcschwinde Todes verblichen / uns , sere Liebe hätte sie ja wol noch etwas Merken Hinverhalten / unsere Thronen sink dessen genügsame Zeugen/ wischet sie aber ab Außerwehlte Gottes mit dem seligen Trost des Herrn Jesu/die selig verstorbene Frau ha« überwunden/ ach Wt.i9,zo> viel unk grosses Leiden / nun kan sie ihrem Erlöser nach sprechen: Es ist volb» Sie hat ühmvunden alle ihre geistliche Feinde in dem Blutde» Lams 5 _ Leich-Predigt. L.MNS IEsu Christi / das sie mit Glauben an ihre Seele gesprengkt/ auch da sie selbsicn scheinet von dem Tod überwunden zuseyn: Sie Hat überwunden Hren Erlöser horch Gebett und Thränen/ wieIac-b: Sie hat,über. Roi7n. wunden die enge Porte / sie hat erstiegen die Mauren des Himlischen Jerufa, pnd sitzet nun mikihremgeistlichen Bräutigam aufseinem Thron / mir Mn zuregicren und zuherrschen in Ewigkeit/ meine Seele sterbe auch des r^um.rz. Todes eines solchen Gerechten/ und mein Ende rverde wre dieser Ende! Ja Herr Jesu gib uns allen zu seiner Zeit eine so selige Nachfahrt zu deinen Ehren und unserer Seligkeit! Wir kommen nun zu unseren »erlesene» Text, Worten / in welchen enthalten: I. Eine anbefohlene Mühe/ und II. Eine verheißene herrliche Ruhe. I. Die anbefohlene Mühe/ ist enthalten in difen Worten: wer Überwindet. Wann wir die vorhergehende Wort unsers TeptS überlesen/ so finden wir / daß der Herr Jesus den Engel oder Vorsteher der Gemeine zu äaodicea fürncmlich diser z. stucken halben bestraft. i. wegen seiner Heuchele? in seinem Christenthum/ daß er weder kalt noch warm / sondern gantz lau seye. L. Wegen seines Hochmuths/ daß c r sich eingebtldct/ er seye reich / habe gar satt / und bcdörffe nichts / das ist/ er seye in seinem Christenthum/ Lehrund Leben gantz vollkommen, z.wegen seiner Blindheit/ daß er seinen armseligen Zustand nicht erkennen / und wie viel ihm noch in seinem Christenthum mangle / nicht wissen wolle / hierauf hcnckct Christus seine gewöhnliche Vermahnungan/ wie an die übrige sechs Sendschreiben/ und sagt: Wer überwindet/ nemlich eben diese drey Stück; Wer überwindet/ a. Die Heuchele? im Christenthum/ so daß er sichs ein Ernst seyn las. set/ sich zum Herrn zubckehren, wer in der liebe Gottes und des Nächsten nicht lau / sondern feurig/ in seinem Geben nicht unachtsam/ sondern andächtig/ und in seinem ganyen Christenthum nicht kalrfinnig / sondern eiferig ist. Wr» überwindet lr. den Hochmuht/ daß er sich wider Gott nicht erhebet/ sonder» demühctg ist / sich und seine gute Merck nicht allzusehr rühmet / und sich einbildet/ Gott seye derenwegen sein Schuldner / wie jener Pharifeer tm Tempel ge« meinet/ sondern wer sich für Gott als einen armen Sünder schuldig gibt / und der Gnaden begehret mit dem armen Zöllner. Wer überwindet c. stmegeist-Nue.^ kiche Blindheit/ wer sein Elend erkennet/ und daß er alles Gute/ was er hak / nicht von sich selbst / sondern allein von GOtt herhabe / und mit Paulo sich Nicht darfür schätzt / daß ers schon ergriffen habe/ sondern daß er rlL z. A z: -ev >§ 6 Ahristliche_ ».'rim.r.! 5 der FAmehmste unter den Sündern stye/ wer also überwindet/ und Mühe hat/ fein Christenthum zuverbestern / dem verspricht Christus. II. Eine herrliche Nuhe/ dem wil ich geben rusitzen mit mir auff meinem Stuhl. i. Der Geber ist JEsus Christus: Ich wil geben/ so ligt es kom.-.is. also nicht an jemands wollen -der Laufen / s-ndern an Gottes erbarmen/sollen wir «was haben/ so muß es uns Christus geben/ und so der 1oK.r.r7. nichtsg-bet/ werwiletwasnemenkönnen? Ein Mensch kan nichts nem» men/ es werde chm dann gegeben vom Himmel/ und so uns Christus die Seligkeit gibet/ werwil sie uns nemmen / er ist ja wie derVatterstärcker 10. r So ist es dann nicht unser Schweiß / sondern Christi Blut / das uns selig machet / der sagt / ich wil ihm geben / und so sagt er auch anderstwo/ ich wil ihm zuessen geben vom verborgenen Manna/ und von dem Holy des Lebens / ich wil ihm Macht geben über die Heyden / das Heister bann wie Paulus sagt: aus Gnaden seyd ihr selig worden/ durch den Glauben / und dasselbige nicht aus euch / Gorres Gaab ist es/ Lxi,.-. , 9. nicht aus den Werken / auf daß sich nicht jemand rühme. r. Die Gaabe ist mit Christo zusitzen auf seinem Stuhl / das ist eliie fürrrefiiche^utchat/ um wie vil ungemeiner/ um so vil desto herrlicher; keine Könige der Erden sind so freygebig wie Jesus Christus der König des Huriels: ».K-Z.-5. Lvilmeroclack der Röntg zu Babel erhub zwaren das Haubt Ioja- chins des Bönigs von Juda über alle andere Rönige/aber er licß jhne darum noch nicht neben sich setzen aufseinem Thron/ Bellazar verspricht Purpur/ güldene Retten und die dritte Stelle in seinem Reich / wer ihm v-n. x. 7. die Schriffr/ so eine Hand an die wand geschrieben/ erklären wur- LÄrtl,.l4. de/ aber seinen Thron behielt er für sich: Hcrodes verheisset die Helsfre seines Röm'greichs/ aber nicht seinen Thron/ und Pharao wil den Josepheb 6en.4r.4o. nen Herren über aantz Eaypkenland seyn lasten / allein des königlichen Stuhls wolre er höher seyn dann Joseph; Aber unftvHErr JEsus wil seinem Uberwinder auch scineiz Thron mittheilen / eben das »echteste er seinen Jüngeren/ da er bey ihnen auf Erden war/ und zwaren mit einem theurenEid, »Ktt.19.-8. schwur: warlich/ ich sage euch/ dasschr/ die ihr mir seyr nachgefol--- " v gerrnderwidergeburt/ da des Menschen Sohn/ wird sitzen auf dem Stuhl feiner Herrlichkeit/ auch siyenwerdet aufzwölfGtühlen -».und richten die zwölf Geschlechte Israels/ und anderstwo ihr feyrs/ ro die ikr bey mir beharret habt in meinen Anfechtungen / und ich wil euch das Reich bescheiden / wie mirs mein Varrer bescheiden hat/ daß ihr essen und trmcken sölt über meinem Tisch in meinem Reich/ und sitzen auf Stühlen/ und richten die zwölfGeschlechte Israels: Wann _Leich-Predigt._7 Wann aber hier Christus Meldung thut von seinem Stuhl oder thront wor, aufer dem Überwinde» zusitzen geben wil mit ihme / so müssen wir uns keinen si-lchen Thron einbilden / wienmekwan auf Erben an der Könige Höfen sc, hen / sonder die H. Schrifft hat im Brauch die zukünfftige Herrlichkeit der Kinder Gottes uns durch alles das fürzustellen/ was bey uns auf Erden majr, stätisch und. herrlich ist rvie l'lreopkrncr »om. 41.^294. sagt. Dahero^^-^ «trd hier durch den Thron IEsu Christi verstanden ,40s'. L. Lönigliche Majestät/ dann die Könige sitzen auf Thronen / wie Sakomo sagt; Ich bin aufkommen an meines Vatters Davids statt / und r^L-r-» stye auf dem Stuhl Israel/ eben also/ wil Christus sagen/ sollen alle Uberwin» der in seinem Reich geistliche Lönige seyn / und ein könrglichcspriester- rhum / sie sollen herrschen über alle ihre Feinde / und mit ihme regieren nicht Xpoc-'-ö. nur taustndIahr/ sonder in Ewigkeit / ein Vorspiel dessen sahe Johannes an den 24. besten/ die auf Stühlen saften/ mir weiften Lleideren angethan / und güldene Leonen auffihren Häubteren harten. b. Richterlicher Gewalt/ dann die Richter pflegen auch aufThronen oder Stühlen zufitzen/ wann sie richten; also werden auch die Heiligen i.cor.6.-. dereinst die Welt richten/ sie werden das Urtheil Gottes/ so er über birGott, losen wird ergehen lassen / spprodiren/ gut Heister,/ und mit David und jenen tweyTnalen sprechen: Herr du bisigerecht/ ja Herr allmächtigerG-tt/ deine Gerichte sind warhaffrig und gerecht. e. Die höchste Ruhe: wer sich ermüdet / der fetzet sich endlich und ru» heraus; also verspricht Christus feinem Uberwinder/ er wolle ihn nach über, ' standener Müh und Arbeit aufErden / in dem Himmel zur Ruhe fetzen/ dass zxvc.14.1r. «ruhen solle von aller Arbeit/ so gar / da» obschon der Gerechte zu Lsp.4.7. zeitlich stirbt/ wie unsere gläubige Mitschwöster selig / soll er doch in der Ruhestyn/ in dem Verstand hat es auchgenommen jener alte Lehrer An- «lre»§ Lselsrienlu: Durch den Thron wird dasReich und die Ruhe der " ^»künftigen Welt verstanden/bas ist auch eben diejenige Ruh/voN welcher »er Apostel sagt / dass sie noch für das Volok Gottes übrig stye. 4. Ich wil ihm geben mit mir zusiyen aufmeinem Stuhl: Als dorten die Mutter der Kinder Zebedäi/ von Christo bäte/ er möchte ihre 2. Söhne ist stinem Reich sitzen lassen / einen zu seiner Rechten / und den andern zu feinet Lincken/ da hat ers ihro abgeschlagen / mit Vermelden / das Sitzen zu sei? «er Rechten und Lincken zugeben / stehe ihm nicht zu/ seye nicht sein Amt / hier aber verheisset er diseS sehr reichlich zugeben / dann dorren redete er rüder Mutter der Söhnen Aebedäi von sich / als einem Knecht Göltest« liessen Stand seiner Erntdrigung/ da er nicht kommen war/Ehrund Herrlich, Kit/ Cronen und Scepter ausizutheilen/ füraus nach ihrer Meimrn-/m eine« e» ^ s_ MWche indischen Welt «Reich: sondern die Seligkeit für die Menschen zuverdienend und die Gläubigen von dem Creutzuragen / als vem rechten Weg zu derselben/^ zuunderweisen/ in denen Texks,Worten aber redet er von sich als einem Kö» nig und Richter / indem Stand seiner Erhöhung / da er alle Macht bekommen/ seinen Gläubigen alle die Herrlichkeit und Seligkeit außzuchcilen/die er ihnen auf Erben durch sein Blut erworben hatte. Nun eben dise Vcrheiffung vergrößert und bekräftiget Christus Mit einer»' Iweyfachen Grund / deren der erste hergenommen: l. Von seinem eignen Sieg/ wie ich überwunden habe.- Gott spracht dorten in seinem ersten Evangelio und tröstlichen Verheißung zu unseren erste» 6«L.z.ir. Elteren: Ich wil Feindrschafr sitzen zwischen der Schlangen und demweive/ und beyder Saamen: des Weibes Saame ist Christus/ daher» war ein beständiger Streit zwischen Christo und der Schlangen/ das ist/ dem Teufel/ und allem seinem Saamen/ diser Streit aber istauf seuen Chrw> fit außgelauffen in einen herrlichen Steg / da er alle seine und unsere Feinde- 6-n.z.ir. überwunden / nämlich den Teufel/dem hat er den Ropfzutrerren; siin i./ok r.s. WereL zustörer/ und diesem starken bewafneren seine Waffen und Luc.ii.r-.allen Gewalt genommen: Er hat überwunden die Welt / siyr getrost/ sagt er zu seinen Jüngern: Ich hab die Welt überwunden. Er dar nber»- «<>L iz. wunden die Hölle/ ihre Porten undGewalt zerbrochen/undistthroeinepestiB kentz oderZerstörung worden: Unsere Sünden hat ernberwunden/ als wel« coi. che er getilget / und die Handsihriffr / so wider uns warans Lreutzge- heffret: Den Zorn Gottes hat ernberwunden / da er dessen Hiy und Glut nur seinem Blut außgeköschet: Allerhand Gattungen Creutz und Trübsalen aber hat er überwunden/da er als das sanfftMnligeLaffi Gottes alles mit Ge« dült überstanden und überwunden. Was waren aber wsl die Waffen / mit ' denen Christus alle dift Feinde überwunden ? Christus hat überwunden Durch simen Tbd/daS war ein verwunderlicher Sieg/Christus überwindet durch den Tob/cr hat wie Siin son in seinem Tod mehr umgebracht dan Neb. »- 14 . in seinem Leben / dann durch den Tod nam er die Macht dem / der des- Todes Gewalt harre/ das ist dem Teufel/ und erlösite die/ si> durch ForchedebTodes im ganyen Leben härten Anechee seynniüssen. b. Durch siine Auferstehung / durch den Tod hat Christus zwaren' überwunden/ aber noch nicht gefieg«/ wäre er immerdar im Tod geblieben/ so wäre der Tod noch sein Meister worden/ weilen er aber wider auferstanden/ so' 1«b. i». Hai er ja völlig gesieget/ und wird dereinst auch der leiste als Überwindet über demSraub der Erdm stehen. ^ c. Durch siineHimelfahrr/durch welche er erst recht ausigtzogen hat hie Lärfienchum-und Gewaltigen / und sie schau getragen ossenrlrchl und Leich-Predigt. 9 ^ NNd einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst. Kein Jo. 0-1.2.15. sua hat dieKrteg des HErren so krässtig gebühret/ kein Sunson seine Feinde so mächtig überwunden / und kein David sich für seinen Feinden so zuförchten gemacht/ als JEsusLHrisiusdcrhimlifcheIosua/ SimfonundDavid/ hier war auch das Schwert des HErren und mehr dann Gideon / hier war mehr dann Saul/ dessen Schwerdr nie leer wrdcrkommen vom Blut der Erschlagenen/ und vom Fett der Helden: Hier war auch mehr dann Jo, nachan/ dessen B-gcn nie gefehltt: Summa Christus hak überwunden und gesieget: Er kau mit besserem Fug sagen als e.suliur L«lär von dem Polnische» Krieg: Veni, viäi, vici, ich hinkommen/ hab sie meine Feinde gesehen/ und überwunden: Von disem Sieg redet der Psalmist: Man singet mir Freuden vom G»eg/ in den Hütten der Gerechten/ ks.nr.15. die Rechte des HErren behält den Sieg. Den andern Grund nimr Christus her: r. Von seiner eignen Herrlichkeit/ und bin gesessen mit meinem Vat, ter auf seinem Stuhl / dieser bedeutet wiederum nicht leiblicher Weise / einen gewüssen Ort in dem Himmel/ sondern nachfolgende Stücke: a. Die höchste Ehr und Herrlichkeit/ zu der» Christus nach seinem Sieg gelanget/ darum , auch duer Thron Gottes genennek wird/der Stuhl der Herrlichkeit, b. Die >ktt.i-.r». Majestät Gortes/ die Christonachsemem Sieg zukommen / daherowird der Thron Gottes genennek / die Rechte des Throns der Majestät in »eb.z.i. der Höhe. c. DieRuheTfEjü Christi/ nach vollbrachtem Merck unserer Erlösung/dann als Christus gemacht hat die Reinigung unserer Sün/«eb. r.;. dendurchsich selbst/ har er sich gefetzt zu der Rechten der Majestät in der Höh.', ä. Die Gewalt und Herrschaft IEsü Christi / über alle seine Feinde / darum hak sich Christus gesetzt aufscmes VaktcrS Stuhl/ da« mit er herrsche bis daß er alle seine Feinde under seine Füsse lege: Discr 1cor.15.-i Gewalt ist also gantz underschiedei» von vem/enigen Gewalt / den Christus sei» neu Uberwinvern zugeben vcrheisset / dann dieser bedeutet nur einen endlichen Gewalt / jener aber / der Stuhl oder die Rechte Gottes/bedeutet einen uncnd» liehen Gewalt und Herrschaft / welche keinem Menschen / sondern allein Christo zukommet / dann zu keinem Engel/ ich geschweige Menschen/ hat Gott jemal gesagt: stye dich zu meiner Rechten/ bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füsse. Herrlich zeiget ja hierinnen JEsuS Christus seine ewige Gottheit / basier gleiches Wesens / Macht / Majestät und Herrlichkeit mit seinem Vatter seye/ weilen er auf gleichem Thron der Herrlichkeit mit ihm seye: Dic Heydcn ha» den ja auch erkant/ daß derjenige / so ausgleichen Stuhl mit den Göttern gesetzt werden / auch gleicher Ehr und Herrlichkeit wiuvig seye/ wie dem Amrlnoo B wider, Christliche «^c. ^ Do ü e widerfahren/ deme zu Ehren dise Überschrift gemach« worden: Ein Stuhl« o^.-.?.74- Genoss derGöttem in Egypren/ welche Redark danahen die Kirchen, Vättervon ihnen entlehnet/ und auch Christumqenennct/ einen der gleiches Thrdns und Sitzens mir dem Varrer seye/ dardurch seine ewige Gottheit anzudeuten. Sehr schön zeiget auch Christus in Visen Worten sein Königlich Amt / so er seiner Kirchen zum Besten in dem Himmel/ auf dem Stuhl seines Vat, ters verwaltet. Woraus sich aber mit den Socinianern als Feinden der Gott, heit IEsu Christi / gar nicht schließen lass«/ daß JEsus Christus erst nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt / von GOtt zu einem König der Kn> chen gemach« worden seye / weil er zuerst überwinden und figen müßen / ehe er. können sitzen / als ein König auf dem Thron seines Vatters: Wahr ist zwa, ren / daß JEsus Christus nach seinem Sieg ein glorioser und verklärter K§, nig worden / daraus folg« aber nicht / daß er nicht auch zuvor gewesen seye/ 2-ck.-.9. ein armer unddemühtiger Röntg/ er hat sich ja einen solchen auch im al, Zok.1z.z7. lemefsten Stand seiner Erniedrigung vorP.Pilato bekennt: Ich bin en» Rönig/ ich bindarzu gebohren. Vllmehr folget aus dlsen Worten / daß auch wir zuerst kämpften / streiten- und überwinden müßen/ehe wir das himlische Königreich erlangen/ und darin, nen mit Christo auf seinem Stuhl sitzen können / ist auf Erden kein Sieg ohne Streit/ und kein Lorbeer,Krantz ohne Sieg/ so ists warlich hier in disem geistii, chen Streit auch also / ja noch vilmehr/ bann so das Göttliche Gesatz einige von dem indischen Streit außgeding«/ so dinget es hier niemand aus: Macht zu, weilender Fried demKrieg ein Lnve/so ist es hier nicht also/sondern es ist ein be, ständiger Streit/so lang wir leben/der Satan mit seiner List/die Welt mit ihrer Verführung/ und das Fleisch mit seiner Anreitzung / liegen jederzeit wider uns zu Felde/ und suchen uns des Throns IEsu Christi zuberauben/ der ist bann ja wc§ würdig/daß wir mit stetem Wachen/Betten und Thränen / wider unsere geistliche Feinde streiten und kämpften: Was Muhe kostete es nicht den seligen David / ehe er das Königreich Israel bekommen? Er musie zuerst Löwen und Baren Meisten / des ungeheuren Goliath / und so viel andere Philister über« winden/und vielen heimlichen Nachstellungen seiner Femden entgehen / wir müssen uitS das Königreich der Himmftn nicht leichter zugewünnen einbilden. Dann der Thron IEsu Christi ist in dem Himmelreich/ deme man zu- vor muß Gervak anthun/ und es zu sich» reiften / ehe man auff dem Thron darinnen sitzen karr. b. Der Weg zu diesem Thron ist durch die enge l.ue. ,z. -4. Pforte/ da es hcisset: Ringer darnach) / dass ihr eingehet durch) die enge «üi. z. ,4. Pfarre. c. Der Thron IEsu Christi ist dasselbige fürgesicckre Zieh!/ und -ashimmelischeRlein-d/ um welches willen wir zuerst inden Schränken Aich-Predigt. rr cfm lausfeirmüsien/ «he wir es erlangen / und da vermahnet uns Paulus/ iauffer nun s- / daß ihr es ergreisser. ö. Und gleichwie niemand gecrH- i.cor.z. nee wird/ er kämpfte dann recht; also wird auch niemand aus den Thron -.im».,, r. IEsu Christi gesetzt / er schlage sich dann ritterlich hindurch/ durch alle seine Feinde/ eben wie die drey Helden Davids/ da sie Wasser gcholer aus- dem Brunnen under dein Thor zu Bethlehem/ dann der Satan / die ^ Welt und das sündlichc Fletsch / verlegen uns gar oft den Weg zu dem Thron des HLrrn IEsu / wider dise muß der Mensch zuerst streiten/ so er wil dereinst aufIesu Christi Stuhl sitzen / als ein Überwindet. Aber ach wie viele Menschen machen sich zu diesem Lausten / Ringen und lHi;. Lxc/. Kämpften gantz untüchtig ! Dann wie wil ein Trunckenbold in diesen Schrancken recht lausten können? er hat kaum leibliche Füsse aufrecht zugehen/ ich geschweige geistliche, b. Wie wil ein aufgeblasener und hochmütiger Welt, Mensch durch die enge Pforte eingehen können ? sie ist vil zu enge für ihn/ er ge, höret auf den breiten weg/ und zu der weiten Pforte/ die zur Verdau-- Nuß abführet, c. Wie wil ein gottloser Mensch mit seiner Sünden,Bürde sich in den Himcl auf den Thron Jesu Christi schwingen können ? Ach! sie zie, her und trucket ihn vilmehr zur Hölle hinunder/darum vermahnet uns sehr wol der selige Paulus / lasier uns ablegendie Sünde / so uns immer ankle--tteb.ir.r. bet/ und träge macyer/ und lasier uns lausten durch Gedult in dem Rampf/ der uns verordnet ist. So wir ansehen den Thron IEsu Christi in dem Himmel/ so müssen wir aus Betrachtung desselben alles zeitliche und indische Weltwesen verachten/ und dargegen suchen was droben ist/ da Christus ist/ sitzend zu der cvl.;.i. Rechten Gottes. Dann sonsten wurde es sich übel reimen / dereinst wollen mit ChristoIEsu sitzen aufseincm Stuhl/ und hieniden aufErden allezeit han, genbleibcn anftinemFußschemmelderErden: Begehren dereinst mitChristo zuherrschen / als ein König auf seinem Thron / und hier auf Erden allezeit bleiben ein Sclafund Knecht des Teufels/ der Welt und Sünden: Nicht also Außerwehltt Gottes / sondern wo unser Schatz ist/ da fol auch unser Hertz ftyn: unser Schatz ist im Himmel / dahin müssen wir bann auch unsere Hertzen gehen lassen. Aber ach wiederum der vielen Welt, Menschen / denen das Indische mehr an das Hertz gewachsen / als das Himmlische! Wie rennet nicht ein - k-sr-rr. Gehasi dem Narman um Silber und Gold nach/ und achtet da kein Ver» bott seines Herren! Wir strebet nicht ein Haman nach Ehr und Ansehen/ daß er sich kein Gcwüsscn machet/ das ganhe Volck Gottes seiner Ehrsucht aufzuopfferen / wo es ihm nicht fehl geschlagen hätte? Wie eilet nicht ein Dcmasder Welt wieder nach/ und verlasset einen seligen Paulum ? Solchen B L allen rs Christliche ' - — .— . — Lvc.r§.-s. allen giltet/ was Abraham zu dem reichen Schlemmer gesagt: Gedencke/ / ^ l haß du dein Gutes aussErden empfangen/ daru»n wirst du nun gepeimget. Sehen wir an das Sitzen auf dem Thron IEsu Christi / und verlangen dereinst dessen auch zugemessen/ so muffen wir hier in Zeit nicht sitzen auss krvv.s.14. dem Stuhl der Sünden/ Mtt jmem gottlosen Weib: Wir müssen ' rLi.i.i. nicht fitzen da die Spötter sitzen/ dienur Gottes/ seinesMorts/ und Die, ; i ner ssokken: Warlich IEsus Christus wird keinen solchen Spötter neben sich aufseincm Stuhl dulden / noch demjenigen seine Himmelische Ehr und Herr, j lichkeit mittheilen / der ihn hier in Zeit nur verachtet / und verspottet/ sondern i er sagt: Die mich ehren / die wil ich hinwiederum ehren / wer aber mich verachtet/ der so! hinwiederum verachtet werden. Wer hier in Zeit Christum erhebet / uiw setzet auf den Thron seines Hertzens / wer ihne küsset mir Horcht und Zittern / wer ihne anbettet im Geist und in der > I->K. 4. Wahrheit / den wtl er dereinst auch fetzen auff seinen Thron im Himmel/ !, 7oK.rL.i;. ihne küssen mit seiner Gnade / und IN alle selige waarheit leiten/ durch - , seinen Geist. I ils-s-o-»/. Diese Betrachtung soll endlich allen rechtgläubigen / frommen Chri« sten / und dapfferen Streitern IEsu Christi/ einen recht seligen Trost bey, 1 bringen. s. Hastu gläubige Seele hier zustreben mit Armut / Kummer und Man» « gel / sihe nur durch Eedult zuüberwinken: Der Thron JEfu Christi ist wol ^ werth/ daß man um seinetwillen etwas leyde; das Königreich JEsu Christi ! wird dich reich genug machen / droben im Himmel / Cron und Thron auf Er, den ist vergänglich/ sie währen nicht für und für/aber Christi Thron ist ein ewi- . ger Thron; HErr dein Stuhl bleibet ewiglich / eine ewige Herrlichkeit ersetzet 7«L,> wol eine zeitliche und ei» cnbnehmende Trübseligkeit: Ist nicht eine Z^ebe Ephraim besser / denn die ganze weinemde Abieer? ,st nicht der geringste Glantz von dem Thron ILsu Christi besser als alle Herrlichkeit/Haab > And Guth dieser Welt? jvd. r-. b. Hastu fcrners zukämpffen mit Verachtung / daß du nur wie ein verachtet Liechtlem/ und öffters sitzen must im Staub und Aschen der Verach, rung / ach nur getrost erdulttt / wer hier also sich selbst erniedriget / der wird dort erhöhet werden / und du wirft sitzen mit Chrisio auss seinem Stuhl/ da du Ehr und Herrlichkeit genug cmpfahen wirst i für deine Verachtung auff Erden / hier verachtet / dorr hochgeachtet / hier entunehrct / dort hoch» zechret / »st ein seliger Tausch / laß nur deine Feinde hier sich über dich freuen / und Gewalt über dich üben / dorren wirst du dich auch über sie freuen «u> herrschen. e. Fichcek Leich - Predigt. c. Fichtct dich an der Satan in Versuchung und Anfechtung / setzen dir deine eigne Sünden ;u/ der Sieg des HLrren JEsu kan und soll dich hier> wider aufrichten und trösten / sty getrost/ sagt du Christus/ ich hab die loK.lS.;r. Melt überwunden/ und den Fürsten der Welt / weine nicht/ sagt ein Eltestcr zu Johanne / bann sahe es hat überwunden der Löw aus dem ^xoc.;. 5. StammenJuda IEsiis Christus/ weme auch du nicht gläubige Seele in Mißtrauen und Zweifel / Christus hat alles überwunden / was dich krancken und dir schaden kontc / gedencke zu deinem Trost / Christus lasse sich oft von uns überwinden / durch unser Geben und Threnen / wie von dem Crtzvattcr Jacob / aber nimmermehr lasse er sich überwinden von unseren Feinden zn unserem Verderben/ darum leyde dich als ein guter Streiter JEsu >st wtrstu aufdemThronITsir Christi wol außruhen/ dann der Geist spricht/ dasi^?oc.l4.i; solche/ die im HErren sterben / ruhen werden von aller ihrer mühst- ligen Arbeit/ darum förchreauchdenTdd nicht/ er setzet und bringet-^,-,41.5. dich nur auf den Thron JEsu Christi/ daß du mit Ihm leben und herrschen mögest in Ewigkeit. Lebens-Lauff. Und also ist es ungezwciftlt auch ergangen unserer in Christo Jesu selig verstorbenen Mitschwester / welche der gewaltige Gott Himmels und der Erden an dieses Tage- Liecht lasten gcbohren werdenden n. Tag Winter-Monat ä-n. 166 6. von ihren hochgeehrten Eltercn/dcm Wol-Ehrwürdigen/ Hoch - und TVol - Gelehrten Hn. Herren Johann Jacob Ulrich / best-verdientesten Chor-Herren löblichen Stifts zum grossen Münster in Aürich/und Hoch-Geacht und beliebt- T reueiftrigsicm )>farrhcrren der ansehenlichen GcmeindeGottcs zum H.Gcist daselbst. Dessen fchnmtzliche Wunde / so ihmc GDtt durch distn Hinscheid seiner so hoch-geliebten und geschätzten Tochter/ geschlagen/ eben diser getreue Artzt in gnaden mit seinem kräftigen Trost verbinden wolle! und von ihrer geehrten Frau Mutter Gusanna Nahm» seligen / die ihro vor schon 2 6. Jahren indie ewige Seligkeit vorher gegangen / wie wol und Christlich sie vonjolchm aufcrzogen B z worden/ r4 _ Christliche _ worden/ hat in vilen Tugenden ihrganHer Lebens-Wandel uns genugsam bezeuget / so hat auch das ihre Liebe zu Gottes Work und dem lieben Gebctt überflüssig an den Tag gelegt/ daß sie nicht nur in gantzer H.Schriftungcmein geübte Sinne gehabt/ auch alle angehörte Predigten Göttlichen Worts/ denen sie mit sonderbarem Aufmerkten bey- gewohnet / mit verwunderlicher Gcschicklichkeit zu zergliedern gewust; sondern annoch neben vielen schönen Gcbetkcn aus fast allen bekant-und gebrauchten Bettbüchcren/ den gantzen Psalter Davids in ihrer Gc- dächtnuß gehabt / und darmir in ihrer Kranckheit/ sonderlich bey hcr- bcyruckendem Ende / bis an den leisten Athemzug ihres Lebens / sieh so hertzerquicklich anfgerichtet/daß alle Anwesende über dcroselbigen brennenden Eifer/ undhertzbrcchende Aiißdruckungcn gantz crstaunen/und fast zu Wasser werden / ja wünschen müssen / ach daß wir alle sterben tönten eines so heiligen und seligen Todes! ach daß unser Ende seye/ wie diser seligen Seele ihr Ende war! Dcme nach hak sie sich nach Gottes weiser Jürschung/in den Stand der heiligen Ehe bcgcbcn/mrt ihrem annoch lebenden/und sehr betrübten Ehe-Herrn/dcn 18.Herbsimonat/ H.n. 168 8. und also in die i ?.Jahr mit ihmc sich so Christlich und gottselig vertragen/daß zuwünschcn stehet / es würden sich alle Christliche Ehe-Weiber bcflclsscn/ihrcm löblichen Exempel nachzufolgen; In di- scr Ehe hat sie Gott gesegnet/ mit 7. Kindern/ deren sie s. in die Seligkeit vorhergehen gesehen / und erst neulich ihr jüngstes liebes Kind/ das sie wol mit unabläßlichem Umhalsen / ihme bald nachzufolgen / gleichsam eingeladen. Ihres geführten Lebens linder euch/dörft ihr kein Zeug- nuß/ ihr seyd sechsten Zeugen / daß sie wie eine geistliche mid leibliche Mutter under euch gewesen / von ihrer gottseligen Gelassenheit und Christlichen Gedult/ in ihrem in du 14. Wochen lang anhaltendem Leyden/Schmertzcn und Kranckheit/ kanich selber zeugen / daßihra Gott fast unglaubliche Gnade verliehen / wie kräftig sie von den Ihrigen gcletzet/ was herrlichen Segene-Wunsch sie über selbige außgegos- ftn/ wie gottselig sie ihren lctsten Willen verdcutet/ und wie beweglich sie alle Gott und dem Wort seiner Gnaden anbefohlen / davon können ihr Ehe-Herr / und die Haust - Genossen / nicht ohne Herybrechen ge- dcncken/ und wie selig sieamvcrwichenen Dienstag Morgens um/. Leich-Predigt. 15/7-- - Uhren chr Leben beschlossen / empfindet nun sie am besten droben in dem Himmel / auf dem Thron ihres Erlösers JEsu Christi/ nachdem sie ihr kurtzcs und mühseliges nur z s. )ahr währendes Leben / mit einem ewigen und seligm Leben vertauschet: Nun lasset mich noch ein Wort reden / zu den betrübten Hindcrlasscnen: Weib/ was weinest du i Also redet dorten der auffcrstandene HErr IEsus die Manam an: Weib / was weinest du? wen suchest du? wann ich diese Wort dem HErrn JEsu darf abentlehnen / so kan ich auch fragen: i. Alle anwesende Frcnidc/dicjc der verstorbenen Frauen Pfarrcrin seligen einige Kantnuß gehabt / was weinet ihr? wen suchet ihr? ach/ fält die Antwort mit Traurcn und hindertribnen Thränen- so wol von mir als anderen: wir beweinen und suchen eine solche Person / deren Leben unsere Freude/ und deren Umgang und Gcscllschafft unsere Ergetzunggewesen/aber nun müssen wirdcro missen! Frag ich 2. bist ansehenlichc Gemeinde/ was weinet ihr / wen suchet ihr / o traurige' Antwort/ wir beweinen und suchen unsere gutthätige lakerm, die in ihrem Leben unser Trost/ unser Rath / unsere Hilff und unsere Aussucht gewcsen/abcr nun ist sie nicht nicht ö Schmcrtzen und Traurcn! Frag ich eure gantze - ehrende Freundschafft / was weinet ihr / wen suchet ihr / ach! gedeneket ein abwesender Herr Vatter/ ich beweine und suche meine so lieb gewesene Tochter/ von welcher ich gehoffet/ sie weide in meinem Alter mein Trost und Stab seyn / aber nun ist er entzwey gebrochen durch den unerbittlichen Tod! ach sagen so an-als abwesende Herren Brüder/ Schwager / Gcschwistcrte und Verwandte / wir beweinen und suchen unsere so lieb gewesene Schwöster/ Schwägerin und Vcrwandtin/ die uns -er bittere Todt entzogen! Frag ich 4. Die zwey hinderlassene liebe Kinder/ wen suchet ihr / ach so muß ich mrt Schmertzm für sie antworten/ wir beweinen und suchen in Unschuld unsere so sorgfältige und liebreiche Mutter/die uns noch so sehr mangelt! Ach wir Kinder müssen noch nicht / was wirverloh- ren! Ach Gott scye unser Vatter! Ach Gott verlasse uns Wäißlein nicht/ sondern so uns Vatter und Mutter verlassen / so nimm« du HErr uns auff! Frage ich endlich s. einen betrübten Ehe-Herren/ Euch meinen werthesten Mitbruder in dem HErren z Was weinet ihre r6 ' Christliche Leich - Predigt. ihr f wen suchet ihr ? Ach wie kläglich lautet euere Antwort/ wie schmcrtzhafft falltstemir/ daßicheuchmuß hören sagen: Mein lieber Mitbruder / ich beweine und suche/ wie ihr wüstet / mein allerliebstes Ehe-Gemahl / meiner Augen Lust / meines Lebens Ersetzung/ und meine Gehülffin/die ruft mir zu/ gleichsam aus der Grufft/ wie Paulus den (Niesten zu Ephcso/ ich weiß/daß ihr mein liebster Ehe-Herr/ LA -0.,5. und mein trauter Schatz/ mein Angesicht nicht mehr sehen werdet : Ach das Angesicht soll ich auf Erden nicht mehr sehen / das mich in meinem Amt und Berufs-Last/ oft so freudig erquicket / und aufgerichtet/ mir so trostreich bcygcsprungcn/ ach und mich so liebreich ergehet / das soll ich nun nicht mehr sehen / ach Brtrübnuß! deine verblichene Augen/ machen meine Augcn zu lauter Thränen--Quellen/ dein Angesicht suche ich/ deine Abwesenheit beweine ich: Ach himme- lischer Gott / ach erbarmender Vattcr / nach so vielem Ungcwtttcr laß mir doch deine Gnaden-Sonne auch wieder scheinen / laß mich nicht gar versinckcn/ sondern hilffmir die Last auch tragen/ die du meinen schwachen Schultern aufgeleget/ und lehre mich »nein Vertrauen von allem Indischen abziehen/ nachdem es so eitel und vergänglich ist/ und ^ . hcrgegen allein auf dich meinen lieben Gott setzen. Ja/ ach ja! so trö- > stet euch/ geehrter Herr Mitbruder / so versässet euch euer Creutz / styd ihr am allermeisten betrübt über dem Wort /daß ihr euercr selig - ver- ^ storbcncn Ehe - Frauen Angesicht nicht mehr sehen werdet / so richtet euch auf mit dism, Trost / daß ihr dcrosclbcn Angesicht dereinst droben im Himmel werdet wieder anschauen/ und daß euch IEsus Christus euer Hcyland nach wolgcübtcr Ritterschaft/ und verrichteter Seelen-, Hute/auch werde einen Platz auf stimm Thron gönnen/ neben euerer Ehc-Liebsten/ nrit ihme cnerenr Hcyland zuherrschcn/ unverruckt in alle Ewigkeit / Amen! Ja HErr IEsu/ es werde wahr/Amen! ENDE.