H HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ Christliche -eich - und Trost - Uredtg / Von !cr Hohen Nothwendigkeit der Medult/ in allerley Trübsalen / welche frommen und gläubigen Kindern GOttes begegnen/ Vey ansehnlicher Whren-Mstattung/ Der Wol-Edlen/Gottseligen/Hoch'Ehr:UndLugend:reichen FRAUEN/ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ HZ räum »nna »arm iochreutmerin/ Des Vorgeachten/ Wo!-Ehren-Besten / Frommen und Wol- Fürnehmen HERRN/ Zerrn Kamel Kuncklers/« 8-A Z-A M Z-A Z-A 8-A 8-A Z-A 2-A Z-A Z-A A Z-A Z-A M Z-A ZG Z-A M Des Wol-löblichen Stadt-Gerichts Beysitzers/ und Wol- verordneten ersten Quartier- Hauptmanns/ Ehelicher Ehren - Beliebten / Gehalten den 8. Tag Lhristmonars ^nno 1710. Michael Wchlatter/ LamerermSt-Gallen. St. Gallen/ Gedruckt / bey Laurentz Hochreutiner. 1.^ 8-A !Z-A -Ns ( ? ) M- ^ ^ * -»k -s- 7«c --c Christliche Über den Text Aus der Epistel an die Hebreer am X.C. F rS.z/. Gedult ist euch nohk/ auf daß ihr den Willen Gottes thut/ und die Verheißung empfahet; dann noch über eine kleine Weile/ so wird kommen/ der da kommen sol/ und nicht verziehen. Eingang. Lürgeliebte und außerwehlke Rinder Gottes/ in Christo Iest» Unserem Erlöser und Seligmacher. Aß unser Leben ein elendes/Jammer-und L«räm«° Kummer:volles Leben seye/ bezeuget neben der heiligen Schrifft/ die tägliche/ ja stündliche Erfahrung genugsam/ so / daß wir wol mit dem frommen und gedultigen Job / aus seinem Büchlein dem /.Aap.sagen mögen: Musi nicht der Mensch immer im Streit seyn/ und sind sob?.,. nicht seilw Tage /wie eines Tag - Löhners. Und wwer-j um aus dem 14. Aap. Der Mensch vom Weib geboren M i.,. lebt kurrze Zeit / und isivoll Ulrruhe; gehet aufwie eür Blume/ und fället ab/ fleucht wie ein Schatten und bleibet nicht. A 2 Lm-! 7 uä 11. i ü-4 Christliche Leich - und Trost- predig. ?LI.I2§. äxoc.7.17 Einmahl dieses gegenwärtige Leben ist ein Traur- und Thränen- Thal; ein rechtes Thal Bochim/im welchem alle Menschen/ sonderbarlich aber die gläubigen und frommen/ außerwehlte und liebe Kinder GOttes/ ihre Stimme aufheben und weinen müssen; in disem Thal müssen sie mit Thränen säen/wann sie anders vermahlen eins mit Freuden erndten wollen; sie müssen hingehen und weinen/ und also ittihrem Weinen/ Leid und Trauren/ edlen Saamen tragen/ bis sie dermaleins mit Freuden widerkommen/ und ihre Garben bringen/ wie David in dem 126. Psalm. redt. Erst das zukünftige Leben/ wird das Freuden - und Lobe - Thal seyn: Hie muß eine jede gläubige Gott - und Khristum - liebende Seele / seufzen und ihre Augen mit bitteren Thränen-Bachen benetzen: in dem künftigen Lobe-Thal aber / wird der HErr Khristus ihr außer- wehlter Heyland/ Freund und Bräutigam kommen/ und mit dem Schwamm seiner ewigen Liebe und Gnad / alle Thränen von ihren Augen abwischen/ laut der gnadenreichen Verheißung/ die uns gethan wird in derOffen- bahrung St. Zoh. am 7. Kap. Hie ist einmahl der Lauff- und Kampf - Platz/ in welchem man ohne Underlaß aus allenKraften desLeibs und derSeelen/ wider alle Feinde/ wider den tausend - listigenSatan/ die gottlose in demArgenligendeWelt/ und das verführische eigene Fleisch streiten und kämpfen muß: Dort aber in dem Himmel/ ist das Ziel und der Ort der Krönung/anwelchem allen gläubigen und ritterlichen Kampferen JEsu Khristi/ die Gnaden-Krön des Lebens / und der ewig - währenden Glori und Herrlichkeit wird aufgefetzet werden. Die Hoffnung und Betrachtung des erlangenden Ehren-Kräntzlins macht den Kämpfer muhtig/ und in mitten seinem Kampf gedultig. Sol Christliche Leich - und Trost - predig. 5 Sol dann/ Außerwehlte Gottes/ die herrliche und unbegreifliche Krön der zukünftigen Herrlichkeit/ nicht einen jeglichen geistlichen Kampfer IEsu Khnsti/ ge-, tröst / muthig / und in mitten seinem schwersten und Igrösten Kampfgedultig machen/ bevorab/ weil er ver-z sicheret ist / daß er durch JEsum Khristum den Sieg behalten wird ? Hierzu aber ist die edle Gedult nothwendig / wie solches der selige Apostel Paulus sehr schön lehret / in denen E. L. bey diesem Lraur-Anlaß fürgelesenen Wor-! ten/ da er alle rechtschaffene Khristen also vermahnet:' Gedult ist euch noth/ daß ihr den Willen Gottes thut/ und die Verheissung empfahet/ dann noch, über eine kleine Weile / so wird kommen/ der Dq kommen sol/ und nicht verziehen. ^ Sind eben die Wort/ welche ich mir dißmahl/ um Anlaß, der angeruffenem Beystand des heiligen Geistes / mit E. L. zubetrachten / vorgenommen. Nach deme wir/ nach dem Rath und Willen des allerhöchsten und voM mächtigen Regierers aller Dingen / ansehenlich und mitleidig zu ihrem Ruh - Kammerlein zur Erden / die unser aller Mutter ist/ begleitet haben / eine gottselige und fromme Ehren-Matron / stille und eingezogene/ eingründige und recht-exemplarische Ehefrauen / wie auch Hoch: Ehrende und Khrist - gläubige Mit-Schwe- ster in dem HErren / welche jederzeit/ wie gantz wol bekandt / einen ehrlichen/ aufrichtigen / ftied-fertigen und unanstössigen Wandel geführet/GOtt und sein HeiligesWort/Wie auch die offentlichenPredigten desselben/ über alles geliebet/die Welt / und die schnöde Eitelkeit/ wie auch die Gottlosen in der Welt/ nicht geachtet/ sondern die Gottsförchtigen geehret / wie es König David in GOttes Rammen haben wil/inn5.Psalmen . küi.xv.5 A Z So Christliche Leicd-und Trost-predig. Korn. XIV. Abtheilung. So hat Sie auch in höchster Zufriedenheit / und liebreicher ehelicher Einigkeit mit ihrem betrübten Ehe- Herren die zi. Jahr ihres Ehe.Stands gelebet. Daß aber ihre Liebe zu GOtt/ den Sie nicht gesehen/ eine wahre und rechtschaffene Liebe gewesen seye/ hat Sie genugsam bewiesen ? mit der Liebe gegen dem armen und dürftigen Neben-Menschen / gegen weh ehe» Sie sich / als eine barmhertzige und liebreiche Mutter/ und gutthätige bezeuget und erwiesen/wor- durch Sie ihre einen schönen Schatz in dem Himmel gesammlet: Nach welchem Sie auch ein heiliges und sehnliches Verlangen allezeit / und sonderlich in ihrer zugestoßenen schmertzlichen Kranckheit / getragen hat/ darinnen Sie ihre recht-Christliche Gedult/ und kindliche Gelassenheit under den großen und durchtringen- den Schmertzen erfreulich hat sehen lassen. Und bey deme/ ihro angenehmen Zuspruch aus GOttesWort/ frey-müthig bezeuget / daß Sie bereit seye / demHEr- ren zuieben und zusterben. Nun solches ihres sehnlichen Verlangens nach ihrem Seelen - Bräutigam / ist Sie durch eine sanfte und selige Auflösung von allem Schmertzen und Beschwerden/ in Gnaden theilhaftig -worden/ wir aber müssen noch under dem Areutz in Ge dult auf dieselbige warten. Damit es aber recht und Christlich von uns geschehen möge / wolan / so lasset uns abgelesenen Worten unsers Texts fleissig nachsinnen / dergestalten/daß wir in 2. Puncten betrachten: I. WorzuderApoftel uns vermahne/ nemlich zur Gedult. II. Was für Gründ und Ursachen er solcher seiner Bermahnung einführe. Erster! Christliche Leich - und Trost - predig. Erster Theil. Betreffend nun das Erste/ oder worzu der Apostels ^heil uns vermahne / so vermahnet er uns alle miteinander zur Gedult / in dem er sagt: Gedult ist euch noth. Es ist aber die Christliche Gedult/ eine solche Tu: ^ GE gend / welche durch den heiligen Geist/ als den GGtt last m s«» der Gedult / in den Hertzen der Außerwehkten und .. Im Gläubigen gewürcket wird / also / daß ein jeder Glau- biger/ Krafft solcher Lugend / alle die ihme vonGLtt zugeschickten Trübsalen / mit demüthigem/ stillem und willigem Gemüth aufnimmt / und underdessenderHülff des HErren / und eines guten Außgangs in getroster Hoffnung erwartet. Es wird aber die wahre Christliche Gedult von der Heuchlerischen fürnemlich darinnen underscheiden/ daß sich dieselbe zuvorderst in demUbelstand und Trübsalen erzeiget und Herfür thut. Die wahre Gedult wird durch Areutz und Trübsalen probiert/ eben wie das Gold durch dasFeurindem Tiegel/ oder ein Soldat und Kriegs - Mann in dem Streit probieret wird. Dann zu gleicher weise wie eines Soldaten oder Kriegs - Mans Dapferkeit sich fürnemlich in dem Streit Herfür thut; eben also erzeigt sich auch die wahre .Christliche Gedult in den Widerwärtigkeiten und Trübsalen. Es gibt viel Leuth/ die/ wann sie etwa bey Hellem schönem Himmel/ und wann die Sonne lieblich scheinet/ auf dem Wasser fahren/ sich eben mächtig rühmen/ wie sie sich in dem Sturm-Wetter / so gedultig undmuhrig verhalten wolten; aberso bald der Himmel erschwartzet/ so bald sich die Wolcken zusammen ziehen/ und ein Um gewitter sich allgemach formieret / so zagen sie/ und werden Christliche Seich-und Trost-ßredicf. d. I,I dem Creutz/ das GOtt selber aufqelegt. t.keeum XVlU.-r. »s-tt.xv.9. werden entweders klernmühtig / oder gar noch darbet) ungedultig. Also gibt es sehr viel deren unöerden Christen/ die sich/ehe die Sturm-Winde des Lreutzes sich erheben/ und die Platz -Regen der Trübsalen sich ergiessen/ eben grosser Streichen außthun/ und viel von ihrer Gedult daher rühmen; aber so bald es zum würcklichenUngewit- rer kommt/ so bald .Creutz und Trübsal sich erhebt/ so zeigen sie in der That/ wie sie so schlechte Helden vorder Gefahr gewesen seyen/ indeme sie in einem kleinen Unge- witter des Lreutzes/ so gar bald feig / verzagt und ungedultig werden. Demnach wird die wahre Gedult von der Falsch- eingebildeten darinnen underscheiden/ daß sie sich in solchen Trübsalen beweiset und erzeiget / welche GOtt selber / und nicht der muht-und eigen-willig ihme aufgebürdet hat. Hiemit ist das keine wahre Gott-gefällige Gedult/ wann schon ein Mensch under dem Creutz / darinn er sich muhtwillig und fürsetzlich gestürtzt/ sich nicht mürrisch und ungedultig erzeiget/ wie alsovorZeitendieBaals- pfaffen sich selbsten auf heidnische weise mit Mesieren >und Pfriemen bis aufdas Blut geriizet/ (wie solches geschehen bey ihrem Opfer zurZeitdesProphetenEliä) und doch darbey sich nicht mürrisch oder ungedultig angestellet haben. > Diesen heidnischen Baals - Pfaffen / arten heutiges iTags nach die Ordens - Leuth / Nonnen und Pfaffen in dem Papstthum / welche sich etwann durch Geiseln/ oder durch strenge Lebens - Gattung quelen/ und darinnen eben grosse Gedult erweisen wollen. Aber von solcher Leuthen Gedult mag billich gesagt werden/was derHErr Christus dorten im Evangelio Match. am 15. Cap. auß- spricht: Vergeblich dienen sie mir / dieweil sie lehren solche Kehre/ die nichts dann Menschen0 I. Gednlt ist riohttrendig. I. 2. Z. 4 » Zweyter Thttl. Aber wir schreiten zu dem 2 . Puncten/ oder zurBe- trachtung der wichtigen Gründen und Ursachen/ bieder Heil. Apostel einführt / warum wir uns der Gedult be- fleissen sollen: Er führet in unserem Text solcher Gründen vier ein. ! Erstlichzeigt er an/ daß wir uns in unserm Areutz ge- dultig erzeigen sollen/ weil es nohtwendig ist. Demnach / weil es billich ist. Drittens / weil es nützlich ist. Viertens/ weil es durch GOttes Gnad/ wol möH? lich ist. j i. Zuvorderst nun ist einem rechtschaffnen Ahristen und Areutz - tragenden Menschen nichts nohtwendis' gers/ als die Gedult: Darum sagt der Apostel so auß druckenlich: Gedult ist euch noht. Freylich ist die Gedult einer jeden Ahnst-gläubigen Seelen nohtwendig/ wann wir betrachten; eintweders die Mänge und Grösse der Trübsalen; oder die arg- listigkeit und Boßheit unserer Feinden; oder die Schwachheit unsers armen Fleisches: und in allen di- fen Betrachtungen mögen und können wir wolsagen: Gedult in L^oht/ ist Himmel-Brodt. . Dann belangend die Mange und die Grösse des A«u§s.^ .Ereutzes und der Trübsalen/ wer Wil oder kan dieselben Stucks - weise erzehlen ? Es ist kein Lag in dem Jahr / ja was sag ich / kein Tag in unserem gantzen Leben/ der nicht seine eigene Plage und Areutz hab e/ wie der HErr Ahristus difes 1eh» ret im Evangelio Match. am 6. Aap. Darum so vergleicht der Areutz - tragende Zob unser Areutz- volles Leben gar artig dem Beruffemes Kriegs- manns und Tag - Löhners. _ We-en d«r tob 7. i Dann Christliche Leich-und Trost-predig. n Dann gleich wie ein Rriegs - Mann/ ob er schon einmahl sieget und überwindet/ so muß er doch für und für rm Streit seyn/ und sich auf einen neuen Kampf und Streit gerüstet halten. > Ein Tag - Löhner / wann er schon des Abends ein wenig Ruhe bekomt/ muß er doch des Morgens frühe wider an die Arbeit und schaffen: Was ist dann einem Kriegs-Mann und einem Lag-Löhner nohtwendiger dann die Gedult ? Ohne welche weder jener den Sieg/ Noch difer den Tag-Lohn empfahenwurde. Nun also und nicht anders haltet es sich in diser Welt mit den gläubigen Kindern Gottes. Dann was ist doch unser Leben anders / als ein immer-währender Streit L Da wir beständiglich mit beschwarlichenKranckheiten/ oder mit Verlurst Ehr und Guts / oder mit Armuht und Mangel / oder mit Trauren und Elend / mit heimlichem oder mit öffentlichem Kummer und Hertzen - Leid zukäm- pfen haben ? Summa diseWelt ist den Gläubigen nichts anders / als eine rechte Creutz - Schul/ in welcher sie täglich ja stündlich geübet und probieret werden. Wie hoch - nohtwendig wil uns dann die Gedult seyn ? > Wie einer eine Bürde auf sich nemmet/ (pflegt man zusagen) also kan er sie auch tragen: thut ers ungeschick- lrch/ so komr es ihn noch so schwer an; thut ers aber geschicklich/ so komt er desto leichter darvon: Also / wer die vonGOtt rhme zugeschickte Kreutz-Bürde mit stiller Gedult und kindlicher Gelassenheit auf sich nemmet/ der tragt sie desto leichter; wer aber under derselben sich ungedultig erzeiget / der macht ihme dieselbe noch eintst schwärer und säurer. Betreffend demnach / die Argliftigkeit unsrer Fein-I». Wesen den / insonderheit aber unsers abgesagten Leibs-und den. "" Seelen - Feinds des leidigen Satans / und seines Anhangs/ so haben wir freylich vonnöhten/ daß wir B 2 wider 6cn. 4 . H7. Weaen schwach keil des fleischks. 7-7nttki. ,6. r^4l. - l2 Lbristliide Lslch - lind Trost - predig. wider seine vielfaltigeAnlauff mit deredlenGedult ver- wahret seyen. Er feyret rrimmer/ aber nie weniger/ dann wann wir in Nöthen sind. Sihet er/ daß nns G-Ott mitAreutz heimsuchet/ so ist er stracks da mit seinen Versuchungen. Und wie er uns im Wolstand frech/ geil/ muhtwillig und sicherzumachen sich understehet; also underwindet er sich in unserenNöh- ren uns zurKleinmühtigkeit/ Ungedult/ undwannsje möglich wäre/ garznVerzweifflung zubringen. Wie viel tausend und aber tausend Menschen/ hat. dieser v erschmitzte und aussätzige Feinde in sein Garn und' Klauen bekommen/ die etwann vonGOtt mit diesem/ oder einem anderen schweren Areutz sind beleget worden/ indeme er ihnen GOtt denHErren/ als einen zornigen und erschröcklichen Richter fürgemahler/ damit er sie also in Ungedult/ und aus Ungedult gar in Verzweiflung stürtzen und fallen/ wie wir das leidige Exempel an dem unguten Lain/ und dem elenden Iuda haben. Hiemit ist es ja durch aus notwendig/ daß der gläubige Mensch / in Ansehung solcher gefährlichen Anstössen und Aufsätzen des Teufels und seiner Instrumenten/ stäts mit dem Schildt des Glaubens und der Gedult verwahret seye. Ja / um so vil nohtwendiger ist/ für das dritte die Gedult/ weilen zu den äußerlichen Feinden / sich noch etwann schlägt unser eigenes schwaches Fleisch. Hie: mit sol billich die treuhertzige Vermahnung unsers werthen Heilands wo! von uns beobachtet werden / welche im Evangelio Match, am 26. Kap. also lautet: wachet und bettet/ das; ihr nicht in Anfechtung fallet: Dann der Geist ist willig / aber das Fleisch ist schwach. Wann in einem geringen Lädlein ein kostltcherSchatz ist/ so verwahren wir dasselbe aufs allerbeste / damit wir nicht darum kommen: Nun heilige Gottes/ wir haben m Christliche Leich-und Trost-predig. r? I-. in dem schwachen Fleisch/ den herrlichsten und grösten Schatz/ die unsterbliche Seele / aufweiche der Satan immer lauret. So istunsja nohtwendig/ daß wir unsere See! durch die Gedult besitzen/ wie der HErr Christus solches haben wil. Luc. 21. Den anderen Grund nimt der Apostel her von der ^0 n. Billichkeit. EsistdieGedult nicht weniger billich/ als D,e G-duir nohtwendig / daß wir nemlich dieselbe in allen unseren Widerwärtigkeiten erweisen und sehen lassen. Dann Außerwehlte Gottes / was ist biUichers/ als daß wir Gottes heiligen Willen und Befehl gehorsam seyen? NunaberbefihltEruns die Gedult/ aufshöch ste; deßwegen auch der Heil. Apostel sagt: Gedult ist euch noht/ aufdaß ihr den willen Gottes thut. Der heilige König und Prophet David erforderet auch die Gedult von uns in dem g/. Psalmen / wärm n n.?. er sagt: Befihl dem Herren deine Wege/ und hoffe auf Ihn / Er wirds wol machen. In der dritten Bitte hat uns unser liebe werthe Hey- land/ um die Gedult gelehrt betten/wann wir sprechen: HimmelischerVatter/ dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel/oder wie wir singen: Gib uns Gedult in Leidens - Zeit/ Gehorsam seyn in Lieb und Leid/ wehr und steur allem Fleisch und Blut/ Das wider deinen willen thut. Ist es nicht billich/ daß einSohn seinemVattergehorsame/ und seinen eigenen Willen / dem Willen des Vatters underwersse? Wie viel mehr wil uns dann gebühren/ daß wir als Kinder des Himmelischen Vatters/ unseren von Natur bösen Willen/ in kindlichem Gehorsam seinem allein heiligen Willen underwerffen. Hiemit ' ^ ' Bz weilm L.uc.-4- /.Ltor. vert. irlsttk. i6. verü »4. Nom. r. 17. ir. ,4 Christliche Leich - und Tr ost - predig. , Weilen es Jhme gefallet / und sein gnädiger Willen"ist/ daß wir uns under der Creutzes-Bürde/ gedultig erzeigen / so sollen wir uns in disen Willen schicken. Füraus/ weilen uns der HErr Christus selber hierin- nen ein abgedrucktes Muster und Fürbild gelassen hat. Der HErr Christus als unser Haubt undHeyland/ ist ja durch viel Leiden in seine Herrlichkeit eingegan-j gen: solte es dann etwas unbilliches seyn/ wann wirj auch durch solche Weg nachfolgen/ und also durch viel Trübsalen eingehen müssen in das Reich Gottes t Er hat um unsertwillen den Himmel verlassen/ ist es dann nicht Mich / daß wir um seinetwillen in wahrer Ge- dultdie Erden/ und alles indische verlassen? Wie so gedultig hat sich der HErrIEsus/ als dasselbe gedultige und unschuldige Lamb GOttes/ allem' Creutz und Widerwärtigkeit / ja dem Fluch des Besatzes und dem Zorn Gottes an unser statt underworf- fen? Warum wollen dann wir auch nicht um seinetwillen das Lreutz/ so Er uns aufladet/ in Christlicher Gedult und Stille auf uns nemmen/ und Jhme nach-, trage»/ wie solches der HErr Christus von einem leg-; lichen erfordert/ der sein Jünger seyn wil/ im heiligen Evangelio Matthei am 16. Cap. ! In Gewinn und Fürschutz mit einem Gemeinschaft, haben/ und doch der Beschwerden und der Unkosten nicht theilhaftig werden wollen/ achtet man ja für die, gröste Undillichkeit. So richtet dann selbsten / heilige' Gottes/ ob difes nicht die gröste Undillichkeit von der gantzen Welt wäre/ wann wir dermahleneins Christi Herrlichkeitwolten theilhaftig werden/ underdessen aber feinCreutz fliehen wollen? Es istja allwegbillich/ daß wir zuvor mit unserem Haupt Christo Jesu leiden/ wan wir auch mit Ihm dermahleneins zur Herrlichkeit wöl !en erhaben werden: wie Paulus lehrt. Den. Christliche Leich-und Trost-predig. rf Den dritten Grund nimt der Apostel her von der Nutzbarkeit -er Gedult. Nachdeme der Apostel die Billichkeit der Gedult gelehrethat/ so fahrt er fort/ und lehret jetz als für das dritte/ den herrlichen Nutzen derselben/ in disen Worten: Gedult ist euch noht / auf daß ihr die Verheiß sung empfahet. Durch die Verheissung versteht der heilige Apostel nicht allein Hülff/ Trost/ Beystand und Errettung/ aus allerley Kreutz / Trübsal und Widerwärtigkeit; sondern auch fürnemlich das ewige Leben/ welches ist dasselbe versporchene Ehren -Bräntzleiir/ welches allen denjenigen / welche ihre Seelen in Gedult besitzen/ nnd im Glauben auf die Erscheinung JEsu Khristi warten/ dermahleneins von demHErren der Herrlichkeit selber wird aufgesetzet werden. Wer nun dises Himmelische Ehren - Krantzlein em- pfahen wil / dem ist die Gedult vonnöhten. Dann es sagt ja unser Apostel außdruckenlich: Gedult ist euch noht/ auf daß ihr den willen GDttes thut/ und die Verheißung empfahet. Ist eben das / was unser werthe Heyland sagt Matth. am 24. Kap. wer beharret bis aus End / der wird selig. Und in der Offenbarung Iohan. am 2. Kap. sagt Er: wer überwindet/ nemlich durch Gedult/ dem wil Ich zueßen geben von dem Holtz / das ist/ von dein Baum des Lebens / der mitten in dem paradeiß GGttes ist. Item / Ich wil ihm zueßen geben von^ dem verborgenen Manna / und wil ihm ein gut Zeu nus geben/ und mit dem Ieugnus einen neuen Mam- men geschrieben/ welchen niemand kennet/ dann der ihn empfahet. Wann der Säemann / den Nutzen seiner Saat haben wil / so muß er mit Gedult auf den Sommer/ kLtio Ikl. Die Gedult ist nützlich. 24. Lxoc. 2.7. r7- Christliche Leich-und Trost-predig. welcher die erwünschte Errw- Zelt mitbringet warten. Eben gleicher gestalten muß der geistliche Säemann/ das ist/ eine jede gläubige Seele / die da mit thränen under demAreutz säet/ in Gedult warten/ bis der liebliche Sommer der Erfüllung Göttlicher Verhetssnngen einbrechen wird / an welchem sie dann mit Freude»; wird erndten können. Wann ein Soldat beydes seines Lebens / und auch des Siegs ungezweifelt versicheret wäre/ so wurde er getrost und unverzagt streiten / und alle Beschwerden/ wie groß sie auch immer seyn möchten/ gedultiglich übersteigen / bis er endlich das Feld erhalten/ und die iSiegs-Eron erlanget hette. ! Nun sind wir / Außerwehlte G-Ottes / auf dieser Erden als in einem l^ampf-Platz geistliche Soldaten/ !und sind zugleich in diesem fürgelegten Kampf versicheret/ beydes des Lebens dergestalten/ daß wann wir !schon dasselbe um Christi unsers Haubts willen verlieren/ so werden wir doch dasselbige finden; und auch des Siegs; dann in Khristo JEsu haben wir alle unsere Feinde überwunden/ so daß wir gar wo! mH dem heiligen Apostel Paulo aus der i. Epistel an die Korinther am 15. Kap. wol singen und sagen mögen: GGtt sey gedanckt / der uns den Sieg gegeben hat Warum wolten wir dann nicht / ihr meme Gelieb ten/ in Gedult ritterlich Kämpfen / bis uns die Krön des völligen Siegs / würcklich wird auf unser Haup gesetzet werden. Es laßt es aber der heilige Apostel Paulus Hiebey RduN!!nicht bleiben/ daß er der Gedult grosse Nutzbarkeit^ angezeiget hat; er vermahnet Viertens zur Khristli °chen Gedult/ mit dern Grund/ weilen sie durch Got tes Gnad wol möglich ist/ angesehen das Kreutz nur eine kleine Zeit währet / dann es sagt der Apostel: noch iQ. i. Lor. is. Katio. IV. über i_ «LhriMche Leich - und Trost - predi g._17 'über eine kleine weile / so wird kommen der da kom; . men sol / und nicht verzeihen. - Wann das Areutz noch so schwer wäre / und lange ! Jahr und Tag währen solte/ und wann noch darzu der HErr Christus mit seiner Hnlff- Erlösung und Zu- kunfft eben lang verweilen wurde/ so wäre doch ein . jeder wahrer Ahnst verbunden / sich under alles Areutz ^ und Leiden mit Gedult und Stillschweigen zuschicken. Wil uns dann / allerliebste Kinder Gottes / nicht viel; . mehr obligen und gebühren / daß wir in aller Wider- wärtigkeit und Trübsal gedultig seyen / Massen unser Areutz leicht und kurtz ist / dann der Apostel sagt: über l eine kleine weile wird kommen/ der da kommen sol/ und nicht verziehen. Freylich ist alles Leiben diser Zeit ein kurtzes und ^ bald endendes Leiden / darum sagt der H. David in dem go.Psalmen: Des HErren Zorn währe ein Au-rüim. genblick. Und der Apostel Paulus nennet unsere Trübsal/ eine zeitliche und äugen-blicklicheTrübsal/ inseiner 2. Epistel an die Aorimher am 4. Aap. ' Der HErr Ahristus sagt dorten in der Offenbah- rung St. Iohannis am 2. Aap. zu der Gemeind zu ^°° »»» Smyrnen: Ihr werdet Trübsalhaben zehen Tag lang/ das.ist eine kurtze Zeit. l Und wie solre wol unser Trübsal lang währen können/ da doch unser Leben selbsten nur einen geringen Augenblick wahrer. Nun aber sind die Trübsalen noch kürtzer/ als aber das Leben selbsten. Wann aber schon unser Areutz und Trübsal kurtz und augenblicklich wäre/ und wir doch darbey nicht ver- «sicheret seyn könten/ daß der HErr Ahristus dermay- j leneins durch seine Zukunft uns unsers außgestaudenen Areutzes und Leidens Gnadenreich ergetzen werde/ so wäre es dem Menschen nicht zuverargen/ wann er sich ' _ K schoas - i8 Christliche Leich-und Trost-predig. schon under seiner Lreutz und Trübsals - Bürde unge- dultiq anstellen wurde. Aber GOtt seye ewig Lob/ neben dem/ daß alles Leyden dieser Zeit kurtz ist/ so sind wir noch darneben versicheret/ daß der HErr Ahristus durch seine herrliche und bald / bald einbrechende Zukunfft uns alles unsers außgestandnen Leids reichlich ergehen werde, j Der Rranckne leidet gedultiglich / aus Begierd und Verlarraen zur Gesundheit/ alles was immerzu- leyden ist: Warum wollen dann wir alles Leiden diser Zeit nicht in stiller Gedult auf uns nemmen / weilen bald kommen wird / der da kommensol/ welcher unser Leid ist Freud/ unser Trauren und Klagen in ein Lachen / unsre Seufzen und Weinen in ein ewiges und unaufhörliches Jauchzen und Jubilieren verwandle» wird. Nutz. Nutz. ^ nung^ Sollen / Außerwehlte Kinder GOttes / diese angehörte wichtige Gründ des Apostels Pauli aus unserem Text uns nicht kräfftiglich aufmuntern und antreiben/ daß wir unsere Seelen/in allem unserem zugestandenen Kreutz und Trübsal in Gedult besitzen/ und auf die gnädige Hnlff des Herren warten ? Dann einmahl ists ein köstlich Ding/ gedultig seyn/ und auf die Hulff des Herren hoffen/ wie der Prophet Jere- mias sagt in seinen Klag - Liedern am z. Lap. ^ Weilen es nun ein soköstlich/und zugleich auch ein so ^ nohtwendig Dingum die Gedultist/ so lasset uns dann uns fleißig in der Gedult üben/ und in der Schul des Kreutzes die edle Tugend der Gedult fleißig studieren. > Wolan dann ihr Areutz - tragenden / die ihr undeh euerem Lreutz/ welches der himelische/ und alles nach seinem Wolgefallen regierende Vatter euch aufgelegt/^ seuftzet und weinet/ bedencket doch allezeit/ daß euch nach! E Gesin den ^ seinen -Lastd !ander !Lröst heisser theil« G etwa, stete ( verlol mend . G tuere» Dann sucht iCrfal E durch reiche Iaco senmi seiner durch und st betrü tet/r widei wirdl selig v naG Inge: alles reden errli- Sun? gierd exzu- diser rbald eid in unset iches Christliche Lerch - und Trost-predig. rs e an- Z un- d an- n zu- ltzen/ Harm darrf Jere- ein so dann l des en. mdep! nach nach der Vermahnung des Apostels/ Gedultnoht seye. Gedult ist euch noht / ihr Rrancken / die ihr euere Gesundheit verlohren habt / wersset euer Auligen auf den HErren/ derwilund wird euer 2 Lrtzetseyn/ nach ftinemWort. Jm2.BuchMosisaml5..^ap. Gedult ist euch noht/ ihr /die ihr etwann under dem ^Last der Armuth seufzet/ oder/ die ihr auf eine oder die »andere Weise / um euer Haab und Gut kommen seyt. Tröstet euch damit/ daß dannöch Gott der Herr euch ver- !heissen/euer Gut und Theil zuseyn/ja/dasiEr euer Erb- theil erhaltet/ wie Davld sich damit getröft im i6.Ps. Gedult ist euch noht/ihr traurenden Eltern/ die ihr etwa euer liebeAinder vor euch sehen müsset durch das finstere Schatten-Thal des Tods gehen: ihr habt sie nicht verlohren/ sonder sie sind vor euch hingegangen einzunehmen das Erbtheil der Heiligen im Liecht. Gedultisteuch noht/ ihr Rinder/ die ihr früh-zeitig ruerer lieben und sorgfältigen Elteren beraubet werdet/ dann ob euch schon Vatter und Mutter verlassen/ so wil duch doch derHEn aufnemmen/ wie Dav.aus eigner Erfahrung bezeuget im 27. Psalmen. Gedult ist euch noth/ihr liebreiche Eheleuth/die ihr durch den Tod voneinander getrennet; da etwa eine liebreiche Rath ihren getreuen Elimelech; oder ein frommer Jacob seine htrtzgeliebre Rachel durch den Tod verlassenmuß: oder da ein gottseliger Ezechiel sehen muß/ wie seinerAugen-Lust/das ist sein innig - geliebtes Eheweib durch den Tod ihme weggenomen wird. Aber nur getrost/ und fasset eure Seelen in der Gedult/ der Herr/ der euch betrübet / wird euch/ wan ihr Jhn liebet und darum bittet/ wider erfreuen/ und der euch verwundet wird euch wider heilen/ und nach vollendetem eurem Lebens-Lauf/ Lxorcl. !s. ^.Lr. Lol. l. IL. euch nach!. elegt/ll wird er euch aufnehmen an den Ort / allwo die im Herrn -.-^selig verstorbenen euer in ewigen Freuden erwarten. Dero v. n. kutll. I. Lreck. »4. »s. Irc. I. 12. ^xoc. s. lo. Christliche Leich-und Trost-Predig. «.Trost.. Derowegen/ liebe Seele/ so lasse dich den Last deines Lreutzes/ wie es immer mag Rammen haben/ nicht zur Ungedult verleiten/ gedenckevilmehr an das / was St. Jacob sagt in seiner Epistel am i.ZIap. Selig ist der Mann / der die Anfechtung erdulvet/ dann nachdem er wird bewahret seyn/ wird er die Cron des Lebens empfahen/ welche GDtt verheissen hat/ denen/die Ihn lieb haben. Sihe/ es ist nur noch um eine kleine weile zuthun/ so komt der HErr/ und wird nicht verzieben: alsdann wird Er dir an statt der dornen Aron des.Ereutzes / die Lron der ewigen Freuden und Seligkeit aufsetzen / nach seiner eigenen Gnaden- Verheißung in der Offenbarung Joh. am 2. Sey getreu bis in den Tod/ so wil ich dir die Tron des Lebens geben. Der HErr körnt/ und wird dir das bittere Thranen- und Trnbsals-Brodt hinwegnemmen/ und dir hingegen zuessen geben von dem verborgenen Manna. An statt des ungeschmackten Kreutz-Kelchs/ wird Er dir ein- schencken einerr vollen Becher seirrer Güte und Barmr hertzigkeit/ ja wird dich trancken mit Wollüsten seines Hauses/als mit einem Strom. NundamitwirdiseGna- den-Verheissung nach disem Leben empfahen/so wolle die Gedult in disem Leben miteinander» in uns allen würken der himlischevatter/welcher ist derGOtt derGedlllt/ durch JEsnm Christum seinen Sohn in Krafft des heiligen Geistes/ Amen! zS. 7