K Wchrer Gläubigen Leben auch in dem Tod. K G Allst denen Worten unsers Heylands/ V H )o1^N. X I. Ls. H ZWer anmlch glaubet/ derwttt leben / ober« § gleich stürbe. K Z Einer Christlichen Gemetnd zu St. Gallen/in St. MangenK Kirchm/dens.TagSepc.JmIahr 1702. M vorqestelc A Bcn Lhristlicher und Volckreicher Bestattung I Der Vil Ehr - Zucht-und Tugendreichen Frauen G> rLacharlimKubenn/ G V Rb G D G G O G G Deß Edlen/Wol-Ehren-Vesten und Vornehmen Herren/ >rn. ^rasmus ZcPumpffet Kauff-rmdHandelS-Herren/Hertzgeliebten Ehgemahlin: P-Y Melchior Wüelboltzer / Dienern am Heil. Work Goms/lmd deß Capitels Cainerer. it. Nassen: .G /K « V G G G « G G G G Getruckt bey Tobias Hochreutiner. I >« c r.) B»> KW- WAL? «MSWK8KL8 -ADZlZM-KÄ M^ZiMM-LZ! Text: /oban. XI. 15. Wer an mich glaubet / der wird leben/ ober gleich stürbe. Erklärung. Amn Wirt uns ein schöner Exempel dreyer gottseliger Geschwüstriqen in H. Schrijst fürgestcltt/ als das Exempel Lazart/Maris / und Marchs : Sie waren von GOtt gesegnet mit zeitlichem lmd irrdtschenvegen/ Sie waren reich und wol vermüglich/ bey ihrem Volek m grossem Ansehen / lebten zugleich in recht brüderlicher Liebe miteinanderen. Sie waren abernoch mehr gesegnet mit geistlichem und himmlischem Segen; Sie waren alle drey Fromm und Gottsforchtig. Marcha war die Gutthatige/die sich überall nichts reuen lassen/ den so warthen Gast / denHErren JEsum liebreich zu em- ssahen / und wol zu cracHeren: und obwol sie wegen ih- er allzugrossen Sorgfalt für die Hauß-geschässte/mit sindansetzung deß Einigen noehwendiaur / von dem HErren JEsu freundlich und liebreich beschossen worden / in dem Er zu ihro gesprochen: Marcha, Marcha/ du hast vil Sorg und Mühe. L.uc.X. 41 . So Wirt dan- l-uc. ro. noch 4-'- ChriDche lokl. 27. n. 42 . Iok. n. loh. r. )ok.n. 2l»Z 2» noch ihre Freygebigkeit gegen dem HErren JEsil btllich gerühmt/und Wirt auch geprisen werden / so lang diß Evangelium verki'mdigct Wirt. Zu geschweiqen ihres wahren Glaubens / und schönen Bckantnuß / die sie von dem Sohn Gottes gethan/da sie gesprochen: NErr/ ja ich glaube / daß Du bist Christus der Sohn Gorces/ der in die welk kommen ist. Maria war die Gottselige / die sich zu den Offen des Herren gesetzt / seiner Göttlichen Lehr mit Begird undEifferzuzu hören/zuwcl- cher der Herr des wegen gesprochen : Maria hat das gute Theil erwehlet/ das sol nicht von Ihr genommen werden. Luc. iv.42.Dahero sich nicht zu verwlmderen/ daß der Herr Jesus dise drey gottselige Geschwistrige so jnniglich geliebet. Lazarum nennet er seinen Freund/ da er zu den Jüngern gesprochen: Lazarus unser Freund ' schläsir. Joh. 11. Dahero beyde Schwöstereu/ als diser „ ihrBmderkranck war/ dem Herren anzeigen lassen/ "tderrsihe den du Lieb hast/der ligeB.ranck Joh. n. z. Die Thränen die der Herr bey dem Grab Lazari vergossen/ sind ja ein genügsames Zcugnus einer sonder- bayren Liebe zu disemFreund / wie dann die beydem Grab stehende Juden nicht ohne Ursach gesagt haben: Sihe wie hac er ihn so Lieb gehabt. Joh. n. 37. Unterdessen ist das liebe Creutz von dem Hauß diser dreyen Gott liebenden und von Gott geliebten Persobnen nicht auß gebliben. Lazarus wird nicht nur Kranck / sonder stirbtmitqrosscm Hertzleyd seiner beyden lieben Schwö- steren. Da gieng es bey ihnen an die Traur- rmd Klag- stimm / als der Herr zu ihnen kommen: N>err werestu hie gewesen ^ mein Bruder were nicht gestorben. Joh. n. v. 32. wie sonderlich Marcha zu dem Herren gesprochen/ da sie ihm entgegen gegangen. Der Herr tröstet sie / und _spricht Lcich-Predig. spricht zu ihre: Dein Bruder sol auferstehen r weil aber Martda dise Wort Christi nur von der allgemeinen Auferstehung am Jüngsten Tag verstanden / sprechende: Ich weiß wol / das er auferstehen wird m der Äusserste hang am Jüngsten Tag / so hat deßwegen der Herr Jesus ihr betrübtes Hertz mit desto grösserem Trost zuer- quicken zu ihro gesprochen : Ich bin die Ausscrstehung »rnd das Lieben / Wer an mich Glaybee der Wird Leben / ob er gleich stürbe. Welche lettzere Wort ich mir für genommen in gegenwärtiger Leichversamlungmtt euer Lieb zu betrachten; da uns die Göttliche Fürsehung in das Traurhauß geleitet / und wir zu ihrem Ruhbech- lein begleitet eine gottselige in Christo Selig verscheidene geliebte Mitschwöstcr/ dero liebe zu Gott und seinem Wort/ dero Treu und Gehorsamgegen ihrem Hertzge- liebten Ehe-Herrn/dero Sorgfalt für ihre liebe Kinder/ deroZucht/BeschetdcnheitimdMasiigkeitgege sich selbst/ dero Aufrichtigkeit / Freundlichkeit und Dienstbarkeit legen dennachsien/der Höchste gekrönt hat mit einem eliqcn End; da sie vor drey Wochen ihrer Leibs-frucht/ wicwol nicht ohne Schmertzen rmd Tramen entbunden/ mit täglich zunehmenden Schwachheiten also überfallen worden/das wol zu erachten / Gott wolle sie / als fein liebes Kind/ auß der Unruh discr Welt / in die selige Ruh des Himmels versetzen / nach welcher sie sehnlich verlangende/und sich darauff hertzlich freuende / ihres Wunsches durch eine sanffre und selige Auflösung inGna- den gewähret/ nun mehr in der That erfahren / das wer an den HErren JEsum glaubet/ der lebe ob er gleich gestorben. Bey welchen Motten wir tubedencken/ Mrs Christliche jok.ir. n. fok.N. 57 . Fürs Erste/ Fürs Ander/ Wem etwas verhciffcn werde. Was ihnen vcrheiffcn werde. Vom Ersten. soll.» ,12. Wem wird dann etwas verheißen? der Herr zeiget solches an in disen Worten: Wer an mich glaubcc So gehet dann die Verhcisslmg desHerren nicht ohne Under- scheid alle und jede an: Sie gehet nicht an die verstörte' Dhartseer und Saduceer/ die stoltze Hobe-Priesterund Eltcste deß Jüdischen Volcks/ welche / wiewol siedle göttliche Lehr Christi gehört / und seine herrliche Zeichen gesehen / da er die Blinden sehend/die Stummen redend/ die Tauben hörend / die Lahmen gehend/die Außsatzigen rein/und die Todten lebendig gemacht/danoch an ihn nicht glauben wollen / sonder vilmehr voll neid und haß wider thn/gesucht und getrachtet ihn zmöden; ja um seinetwillen haben die t^ohen-priester geerachrek / daß sie auch Lazarum rödceren/dan um desselben willen gicngen vil Juden hin / und glaubten an JEsum- Dahero die tdohe-priester und ^hariseerctn Gebore außgehen last stn / so jemand wüste/ wo er wäre / ers anzeigte/ das sie Ihn griffen. -Joh. n. 57. Dise verstockte Feinde des HErren IEsu gehet dise Verheißung überall nichts an/ sonder mir die allein/ die an den Herren JEsum glauben/ das ist/die Jhn/als den Sohn Gottes/und versprochnen Meßiam / mit wahrem Glauben angenommen / wie der alte Simeon / die froinme l 7 >anna Lazarus/ Maria/ Markha und vil andere auß den Jllden. Von solchen sagt Johannes in seinem Evangeuo am ersten: wie vil Ihn Aetch-P'redrg. Ihnaufnahmen/demngaber Mache Gottes R.inder u werden / die an seinen Namrnen fanden. Dom anderen. Und solchen verheißt Christus in dem Text/sie sollen ?eben ob sie gleich Stürben. wer an mich glaubet der wird lieben/ ob er gleich stürbe. Nicht sagt der Herr/ wer an mich glaubet / der wird Leben / und nicht Sterben ; er wird den Tod nicht müssen sehen. Dann wo ist emand / der da lebet/ und den Tod nicht sehe ? der stire Geel errette auß der trollen Nand. Psalm. 89 . 49 . ?Ll. 89. der Tod ist zu allcnMenschen durch Zerrungen/ dieweil 49 realle gesündigee haben. R 0 N 1 .5. 12 . Allen Menschen ist gesetzt etnnrÄzuSceeben/danach aber dasGerichce. 12.' Hrv. 9.27. Sondern der HErr sagt: wer an mich «eb.-. Zauber der wird leben / ob er gleich stürbe. Wtl- 27. che Wort einen zweyfachen Verstand haben. Enttve- ders wilder HErr sagen: Wer an mich glaubet / der wirdaufferweckc werden andern Jüngsten Tag / ober gleich zuvor sterben/ und den Weg aller Welt gehen müssen: Oder der HErr wil sagen: Wer an mich glaubet/der lebet warhafftig auch in dem Tod; er stirbt zwar dem Leib nach / aber in der Warhcit stirbt er nicht / auch wann er stirbt. Dann wer Christo dem Fürsten deß le- bens durch wahren Glauben ein verleibet ist/ der stirbt nicht wann er stirbt/sonder sein Scel wirk mit Christo vollkommen vereiniget/wann dieselbe von den Englen getragen Wirt in die Schoß Abrahams / zur geniessung himmelischer Freud / Herrlichkeit und Seligkeit. Wer also glaubet/der lebt ob er gleich stürbe. Dann der Glaub allein machet/daß der Mensch lebet/auch wann er stirbt/ der 8 Christliche > - i ^ , 7 . der Glaub allem ergreifst Christum den Hertzogen deß Heils/und in ihm das ewige Leben/daß der Gläubige mit Job sagt : Ich weiß daß mein Erlöser lebet / und Er wirr mich hernach auß der Erden aufwecken r und werde darnach mir diser meiner tTauc umgeben werden/ und werde in meinem Fleisch GOrc sehen: denselben werde ich mir sehen / und meine Äugen werden Ihn schauen/und kein fremder. Job. i y. 25/2 6/27. UNd Mit dem Apostel Paulo : Ich w?iß/an welchem ich glaube/ und bin gewiß/daß er kan mir meine Beylage bewahren biß an jenen Tag. 2. Tim. 1.12. O Wie selig sind dann/ die den theuren Glauben in ihren hertzen haben ! weran den Sohn Gottes glaubet der hat das ewige Leben Joh. z. 15. O wie sotten wir nach dem Glauben so eife- rig seufzen / und so ernstlich um ihn bitten! wie gern und steitzigfolten wir diejenige Mittel brauchen/durch welche r Glaub in uns gewurcket/acstarcket/erhatten und vermehret wirk! dise Mittel sind 1. das Work Gottes' wann man dastelbe gern höret/ hertzlich liebet/ sein tust und freud darinnen hat/und sichbefleißt/ftin Leben darnach anzustellen. 2. die heilige Sacrammc/und insonderheit das H. Abcndmgl / wann man dasselbe wurdiglich/ mit gebührender vorbereittmg rmd heiliger Andacht em- pfahet: z. das Gebäre r der Glaub ist eine Gaab Got- tes/wil durchs Gebärt erlanget werden. Biccec/so wirk euch gegeben. Math. 7.7. Das sind die Mittel / durch welche die Gaab deß Glaubens erlanget und erhaltewirt. So bleibt es dann bey der Lehr unsers Heylands: Wer an den HErrenJEsum wahrhafftig glaubet/der lebtob er gleichsturbe. Es ist ein dreyfaches Leben/und ein dreyfacher Tod. 2. Ein : W i^eichoprcdig. 6 en.r./. k^om. 8. io. 3. Ein natürliches Leben / bestehende in der Vereinigung der Seelen mit dem Leib: Da Gott dem auß Erden gestalteten Adam einen lebendigen Athem in seine blasen geblasen /Gen. 2.7. b. Ein geistliches Leben/bestehende in der Vereinigung der Seel mit Gott. Der Geist ist das Leben um der Gerechtigkeit willen/ Rom.8.10. welches hier angefangen/und in dem Himmel vervollkomnet Wirt. c. Ein ewiges Leben/ bestehende in vervollkommn md unaufldßlichen Vereinigung Leibs und der Seelen mit Gott dem höchsten Gut/in unaußsprechlicher Freud md Seligkeit. Hingegen ist ein dreyfacher Tod. 2. Ein natürlicher : Wann die Seel muß scheiden Von dem Leib. Wann der Leib ist ohne den Geist. fac.r.r6. ^)ar. 2« 26» b. ' Ein geMcher: Wann die Seet entfremdet ist von dem Leben das auß Gott ist/ todt in Sünden und i 'Obettretcungen. Eph. 2. i. c. Ein ewiger : Wann Leib und Seel verstoßen werden von dem Angesicht Gottes / und abgeschlossen von dem Ort der ewigen Seligkeit. Wer nun an Christum wahrhafftig glaubet/und durch den Glauben an ihn lebet / der ist von allen Visen Gattungen deß Tods befrevet I . 'Oon dem ewigen Tod. Christus / der da ist das Leben/lehret solches/Joh. 5. 24. Warlich/warlich/ /oi,.f.r4 sage ich euch: Wer mein Wort böree/und glaubet dem der mich gesandt bar / der bat das ewige Leben / und komr nicht in das Gerichc/sondern er ist vom Tod zum Leben hindurch aeerungen. Joh. 6.48. 4 Y. 50. Ich bin /ok.6,4.8 -das Brot deß Lebens/ euere vaecer haben Manna gc- 49.50. ^,B_essen/ !ob.8.fl lob. l 8.^ 14» _ C hristliche _ essen / und sind gestorben; Diss ist das Brot das vsm tAmmcl komt/ avsf daß wer davon issec / nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot vorn tÄmmel kommen: Wer von disem Broc csscn wirr/der wirk leben in E- wigkeit- Joh. 8 . 5 s. War lich/watlich/ ich sage euch/ So jemand mein Wort wirc halten / der wirk den Tod nicht sehen ewiglich. Er wirk den Tod schen/aber nicht ewiglich - Er wird ihn fehcn/aber nicht als einen B.önig deß Schreckens. Job. 18.14. sondern als einen Botten vom Varter gesandt / ihn heimzuholen. Er Wirt den Tod sehen / aber nicht als einen Kerkermeister / die Seel dem ewigen Tod zu liferen; sonder als einen Engel/die Seel/wie Petrum/auß dcmKercker auszuführen. Der Sünden Sold ist jaderTod/und zwar derZeltlicheund der ewige. Aber die Gaab Gottes ist das ewige Leben inChristoJesu unserem l?erren. Rom. 6.2Z. Wer ü- berwindet/ dem sol kein Leid geschehen von demande ren Tod. Apoe. 2 . 1 1. Selig ist der und hcilig/der Theil hak an der erste», Ansferstehung/ über solche hac der ander Tode kein Mache. Äpoc. 20. 6. Der Gläubige ist befteyt. 2 . T>on dem geistlichen Tode. Dann da wir rode waren in Sünden und nbercreccungen/ hac uns Gocc/ der da reich ist von Barmherzigkeit / samt Christs lebendig gemacht/ und samt ihm aufferweckc/ und samt ihm in das himmlische Wesen versezc in Christs Jesu kp!,.2.4.'Ephes.2.4.5.6. Christus hat unser Sünd selbs gcops 5« 6. fcret an seinem Leib arrf dem t^oltz / auf d.rß wir der .. per. 2. Snnd abgestorben / der Gerechtigkeit leben. i. Pet 2. 24. j24. wirst " —» ^ . . - , , K°m.6. !dmTod/ar. den Todten durch dt _ " __sollen kom.6. rz- ^poc.r H. ^poc. 20 . 6 . 4 ^ _ Leich-Predig. _il sollen auch wir in einem neuen Leben wandle». Christus unser Heyland hat uns durch seinen Tod nicht nur mit Gott versöhnet; sondern er hat uns auch erworben den H.Geist/ der uns gibt ein neu Hertz/der uns machet zu neuen Creaturen/in dem er uns/durch denunvergäng- lichenSaamen deß Göttlichen Worts/widergebirtM einer lebendigen t^offnwrg/durch die Auferstehung su Christi von den Todten / zu einer» unvergänglichen/ und unbestekten und unverwelcklichen Erbe. i.Pet. l Z.4. Da heißt es mm: Unser keiner lebt ihm selber, und keiner stirbt ihm sclber.Leben wtr/so leben wir dem k)erren/sterbm wir/so sterben wir dem r)erren. Darum/ wir leben odersterben/ sostnd wir deß k)erren. Rom. 14 . 7.8. Ich lebe/doch nun nicht ich/sonder Christus lebet in mir. Dann was ich jezc lebe im Fleisch / das lebe ich in dem Glauben deß Sohns Gottes/ der mich geliebet/ Der Gläubige ist entlich auch befreyet undstch selbsfür michdargegeben. Gal. 2.20. z. 'Von dem zeitlichen Tod. Erlebt dauzumal/ wann er stirbt. Christus unser Heyland und Haupt errettet nik nur die seinigen von dem zeitlichen Tod/ sonder durch den zeitlichen Todt erlößt er sie zugleich von dein Tod der Trübsalen und Anfechtungen/ denen dises zeitliche Leben underworffen ist. O wie ist doch diß ge- genwertige Leben / furauß bey den Kinderen Gottes so voll Kummer und Jamers/fovoll Trub-rmdTrangfa- salen/die offt bitterer sind/als der Tod selbst; Da seufzet manches frommes Herz mit David: Nilffmie/ mein Gocc/ dann das U?afser gehet mir biß an die Seele/ ich verstncke in einem tiefen Schlamm/ da kein Grund ist. Psalm. 6Y. !. 2. Da ist deß täglichen Hauß-Creutzes so vtl/ daß es nicht zu zehlen ist. Mancher wird auffeinen B 2 Tag r.pet. I. ). 4 » Nom. 14. 7 - 8 . Qr!.s.ro ?ül.6.5 i.r. 12 Tag aller seiner Güteren beraubet. Mancher komnmi >ie edle Gesundheit/ und wirr mit schrnertzlicher Krankheit beleget: Mancher vermehret seine liebe Kinder / wie dem frommen Job diß alles arrff einmal widerfahren: Manchem nimt Gott seiner Augenlusic/sein liebes Eheweib hinweg/wie dem Propheten Ezechicl. Cap.24.i 6. Von allen dtsen Trrchsalen werden die Gläubigen erlöset durch den zeitlichen Tod; ja der Tod selbs Wirt ihnen verwandlet in einen Segen/ weil durch den Tod Christi dem Tod in ansehung der Gläubigen/ der Stachel/Gifft und Gewalt ist benommen worden: Da bleibt nichts/ dann die blosse Gestalt deß Todes/er aber ist verwandlet in eine Thür und Eingang in das ewige Leben. Ja es hat Christus den Tod nicht nur überwunden für uns/ onder er überwindet denselben noch täglich dm-chuns 1.8-m.N 4 . Von Ionaehan wirt r.Sam.i 8 . gelesen/daß er seinem 4' lieben Freund David nicht nur seinen X.ock und Mancel/ sonder auch sein Schwere/ Bogen und Gurret gegeben. So macht es der Himmelische Jonathan mit uns seinen Freunden; weil er sihet/daß wir mit einem solchen Feind zu streiten/der uns zu mächtig wäre/so gibterrms auf der einen Seiten seine eigne Waffen / den Schilt deß Glaubens/ den Helm deß Heils / das Schwert deß Geistes/ auf der anderen Seiten benimt er dem Tod seine gifftige rmd schädlichste Waffen. Dann gleich wie deß Sam- ! sons Stärcke in den Haarlocken seines Haupts bestan- ! den/welcheS die Philister ihnen gar nicht eingebildet bat- iuä. > 6 . ten. Jud. i 6 . iz. Also hat auch der Tod seine Stärcke/ * z» da es dieWelt nicht meynet: und wo hat der Tod seine grdste Macht rmd Stärcke ? In dem Fluch deß Gefäßes/ rmd in unseren Sünden; Die sind die vergifften Pfeil deß Todes. Weil nun Christus uns vonder Sünd/rmd _von I Lcich^ttdig.lZr von dem Fluch deß Besatzes erlöset / indem er ein Auch üruns worden. Gal.z.iz. und unsere Sünden selbsge- 6 »l.z. rz »pfferec an seinem Leib auf dem Noly. i. Pet 2.24. so haben wir uns vor dem Tod nicht zu forchten. Er ist ein rberwundcner und zu Boden geschlagener Goliath: er st ein alter Löw/ der zwar noch um rmsher brüten/ aber ms nicht mehr verletzen kan. Wann wir den zeitlichen Tod nurcusserlich betrachten/so sehr derselbe eine Zer- trennnnq deß Leibs und derSeel/so finden wir in Wahrheit Mischendem Tod der Gläubigen und der Unglau- stgen keimn grossen Underscheid : Aber wann wir die Sach recht durchschauen und betrachten / Wirt sich vil ein grösserer U nderfchetd Herfür thun/als zwüschenHtmmel und Erden. Gleich wie das ährene Schlanglet» in der Wüste eben die eusserliche Gestalt gehabt/wie die feurige Schlangen / aber doch kein Gisst: Also hateS zwar das ansehen / als wann der Gläubigen Tod anderer Lcuhten Todt nicht ungleich seye; gleichwol aber hat er keinGifft/ er ist vilmehv ein Zeichen und Zeugnuß der Göttlichen Huld und Gnad /la der Anfang ihrer Erlösung/und die Heilung von allen ihren Schmertzen. Da Moses das Holtz in das bittere Wasser zu Marah geworffcn/ da hat das Wasser seine vorige Färb behalten/ aber nicht die Bitterkeit: Also / nach dem der Tod der Gläubigen durch den Tod Christi versüßet worden/hat er zwar seine eusserliche Gestalt behalten/ aber die Bitterkeit ist ihm benommen / und in einen Segen verwandlet worden. Bileam ist von dem König der MoabicerenBalac beruften worden/dem Volck Israel zu fluchen. Nttm.22.6. Kum.2», Aber Gort hat den Fluch in einen Segen verwandlet- 6 . Der Tod ist durch die alte Schlang in die Welt kommen/ mrd hat dise arglistige Schlang vermeynt/den gesegneten __ Saament l4_ Christliche __ Samen der Kinderen GottesD verderbenAber die Göttliche Weißheit hat Visen Fluch verwandlet in einen Segen. Und in Wahrheit / wann wir den zeitlichen Tod recht anschauen/was kan er auch an uns angreiften? Wem kan er etwas schaden ? Hat er auch einigen Gewalt über unsere unsterbliche Seel ? O Nein. Was können die brausenden Sturmwind/Platzregcn/Donner/Blitz und Hagel den schönen Sonnenstralen schaden ? Im geringsten nichts; Dieweil die Sonn über dises alles er- höyet/von ihnen nicht kan beschädiget werden. Eben also kan der Tod auch unseren Seelen nichts schaden: Da- iu-ttk.io hero unser Heyland billich vermahnet/Match. 10.28. r8- Horchtet euchuichc für deueu/ die den Leibröden/ uud die Seel nicht mögen cöden: Horchtet euch aber vtl- mebr vor dem/dcr Leib und Seesverderben mag in die Wolle. Wann der zeitliche Tod einen gläubigen erhäschet / so gehet es ihm wie deß sDociphars Weib / da sie den Joseph erareiffen wollen: nur der Rock blib ihro in den Handen/ Joseph kam darvon. Also bleibet nur der Leib eine Zeitlang in deß Todes Gewalt/die Seel aber komt in den Himmel. Wann der zeitliche Tod die zwen getreue Freund/die Gott in derGeburt selbsmtteinan- deren verbluiden/nemlich/die Seel und den Leib vonein- anderen trennct/so hat es das ansehen/als wann der Tod einen grossen Vortheil habe/auch über die Kinder Gottes : Aber wann wir die Sach recht betrachten/ werden wir gantz das Widerspil befinden. Dann was thut doch der Tod/wann er die Seel von dem Leib scheidet? Er thut ihro auft die Thür einer finsteren/stinkenden Ge- fangnuß/und führet sie in einen Königlichen Pallast. Meyner ihr/ es seye dem obersten Schencken deß Königs jPharao eine traurige Bottschafft gewesen/ da man ihm _ ange- i^cich-predig. !5 angezeiget/er werde wider in sein voriges Amt eingesezt werden / Gen. 40.20. Oder solte es Joseph ungern gehabt haben/ da er auß dem Kercker abgehohlct/seine drcp- jahrige Gefangnnß-Kleyder ailßqc zogen / und er für Pharao gestellt / und von demselben mit Fürstlichem Schmuck angezogen worden? Und solte sich die gläubige Seel nicht auch freuen/ wann ibro geöffnet Wirt die Thür der mühseligen Gefangenschafft/in deren sie sich die Tag ihres Lebens aufhatten müssen/und hingegen mit Himmels-Glantz und der Klarheit der Kinderen Gottes überklctdet Wirt? Wann wir disem allem recht nachsinnen/ so werden wir erkennen/ wie wahr die Wort unsers Heylands in unsern Text: Wer an mich glaubet, der Wirt leben/ ob er gleich stürbe. Kinder Gottes sterben nicht wann sie sterben. Die Gottlosen sind todt/ auch in dein sie leben: lebendig todt. Die Frommen leben/auch wann sie sterben. Der Gottlosen Leben ist ein Durchgang zu dem Tod / der Frommen Tod ist ein Durchgang zu dem Le den. Das sol nran nicht ein Leben/ sonder vilmehr einen Tod nennen ^welches den Lebenden von Christo scheidet: Hingegen ist das nicht ein Tod/ sonder vilmehr ein Leben zu nennen/welches den Sterbenden mit Christo vereinn get/saatrecht und wol Ambrosius. Wer wolte nun allzusehr bcrranren die so über 'wunden haben ? Wer wolte zu unmäßig beklagen die/ welche die Ungestümme deß brausenden Welt-Meers überstanden/und mit Freuden angelendet an dem Ufer rmd Gestad deß ewigen Lebens ? O wie selig sind die in dem Herren sterben von nun an. Ja der Geist spricht/ dich sie rnben von ihrer Arbeit/ dann ihre Werck folgen ihnen »räch. Apoc. 14 . IZ. ^ Von Qen.40. 20. äpüc. 14 . >Z. 16 Christliche Leich-Predig. Von Josua lesen wir Judic. io. daß als er fünss Könige der Amoritcrüberwllnden / habe er sie leben lassen/biß er dem Feind genug nachgejaget: Aber hernach/ da er die Feind völlig geschlagen/ hat er dise sünffKönig außder Hole lassen Herfür ziehen/setnenFetdoberstenbe fohlen/sie sollen ihnen mitden Füssen ausslhre Halse tret ten/ er Josua selbst nahm sein Schwert/ und tödtete sie Ein gleiches thut unser Himmelische Josua/der Herr Jesus : Er laßt dem Tod noch etwas Gewalts/biß er alle seine Feinde völlig überwunden: Aber an dem herrlichen jüngsten Triumphs-Tagwirt er auch dtsen letsten Feind unter unseren Füssen zertretten lasten. Alsdann wird erfüllet werden das Wo: t das gcschnben ist: Der Tod is .6or. 15 Iverschlungen in dem Sieg: Tod/ wo ist dein Stachel 55-56. jt)ölle/ wo ist dein Sieg ? Goce sey Danck/ der uns den Sieg gegeben bat durch unseren t^errm Jesum Christum. Amen. ENDE. 57