Fünf 5irb«v»ilen Bechrr. ^vtelodisch tönt beym FreyheitS - Hochgefühle Dein Name, Vaterland! Wie Orgelton und sanfte Saitensviele Hallt er vom Rheines Strand; Und gleitet schnell, durch ferne Tannen - Wälder An Kamors Felsenwall, Don ihm herab auf unsre Blumenfelder Und Steinachs Wasserfall; Laut, majestätisch donnernd im Getöse Des Silberschaumes — rollt Er weiter hin, in seiner sanften Größe, Und weilt be» unserm Volt.--' Ha', diese Lust vertrocknet jede Thräne, Die wir um dich geweint L>, Vaterland! — Erhaben ist die Scene, Die uns mit dir vereint.' Der schöne Tag begeistert alle Herren Und athmet Bürgerglück: Die Nachwelt selbst vergißt der Vorzeit Schmerzen, Denkt sie an ihn zurück; An sie die Stund', wo uns im Morgenlichte Die Freyheit aufersteht, Und Lugendruhm St. Gallcns Zeitgeschichte Wie Bläthenduft durchweht; Den Augen blik , wo wir als freye Bruder Mit hochgehobner Hand: Laut schwören dir! als Lines Volkes Glieder Geliebtes Vaterland: So höre denn — (wie einst in GrüttliS Matten) O, Gottheit! unsern Schwur; Und Seyd bey uns! ihr! unsrer Däter Schatten, Hier auf der stillen Flur. Wir schwören hier, bey dieser ernsten Foyers » Der Muttererde Treu! Wir schwören laut, mit Patriotenfeuer, Entfernt von Heucheleyr «Der Tugend, wie dem menschlichen Geschlechte, Mit Freuden uns zu weihn:: „Der Freyheit, Gleichheit und dem Menschenrechte Stets fürdcrlich zu sey»::: Wir schwören kühn — (beym höchsten Strafgerichte; Das Volks - Tyrannen fallt;) «Dem Freyhcitsmörder, ihm dem Bösewichte «Den Haß der Schwcizerwcltü «Der Ordnung, dem Gesetze laßt uns stöhnen!! Das giebt uns Sccligkeit — « Und dem Verdienst: (der Glanz der Bürgerkrone» Führt zur Unsterblichkeit'.) Hehr, blizt er uns von B o l t e n s Stirn entgegen, Wie's Sterncnlicht bey Nacht; Verscheucht von den Gefahr umschwebten Wegen Der Unterdrückung Macht. Wir folgen Ihm, und wör's zu Todeshallen'. — — Vom Boban bis zur Thür Lieb' Ihn, o Dolk! Vom SüntiS bis St. Galle» Hersch' Eine Liebe nur! Und diese Lieb' schlürft nun beym Becherklange Der Trauben Purpurblut: Auf Boltens Wohl: Er lebe hoch und lange! Auf Bürger! schwingt den Hut! Stoßt an: es gilt Helveziens Volks - Vertrettern: Dem Direktorio: Dem Schweizerstaat: und unsern Landes - Vätern I Drum lerrt die Becher froh: Trinkt auf das Heil der späten Enkelschaaren, Daß sie so frey und gut, Auch werden: wie einst unsre Vater waren. Ein Volk voll Heldenblut. Schlürft muthig nur: noch gehn wir nicht von hinnen: Im Arme stolzer Ruh, Winkt unser Aug den bravsten Schweizerinnen Die treuste Liebe zu. Md freuen uns auf Gottes schöner Erde Das beste Volk zu seyn! Ein Volk so sanft wie seiner Lämmer-Heerde, Und — roh wie Felsenstein:: So trinkt den Kelch bis aus den letzten Tropfen, Wie Götter-Söhne aus: Was kümmert's uns, wenn Sclaven - Herzen klopfen — Wir taumeln froh nach Haus. s Mel. «us, auf ihr Briiderund ,'c«d stark- «Trompete schmettre deinen Ton Und Trommel wirble dn Dem Städter — wie dem Alpcnfvhn Ein lautes Vivat zu: Es halle laut der Hochgesang Der freyen Bürger — die Mit hoher Lust, bey m Becherklang v Verbinden Harmonie: ES töne sanft in jedes Her; Der Tonkunst süßes Spiel, Und stimme es zu munterm Scherz Und Freyheits Hochgefühl: Zum -Hochgefühl! Zur Geelenlast Die dieser Tag uns bringt! Auf, auf ihr Bürger! wölbt die Brust r,: Jum Festgesang und singt! — Gingt ihm! singt ihm dem Vaterland Und schwört ihm redlich — schwört Mit Himmelan gehobner Hand Daß alle AM es hört: Daß kühn der Schwur bis' an das Shr Der Volks - Tyrannen HM: Und unser Eid zu Gott empor Durch die Gestirne wallt: „Dem Vaterland/ dem Menschenrecht ,, Stets treu und hold zu seyn : „ Nie eines Menschen feiger Knecht „ Nein: — immer frey zu seyn: „Wir schwören dir: du hörst es henk »Geliebtes Vaterland: „ (O! daß noch diese Sceligkeit Kein S-lave je empfand ? ) „Wir schwören dir mit frohen, Muth « Und altem Heldenfeu'r „ Au schützen dich mit Gut und Blut » Wir schwörend hoch und theu'r: „Dir Freyheit/ Gleichheit schwören Wirt » All' unser Thun z„ wcih'n; „ Und deiner Sache dort und hier „ Stets fürderlich zu seyn: „Wir schwören: Haß der Lyranney Der Z ü g e llo si g ke, t: des Gesetzes Liehe sey „Der theure Schwur geweiht! Denn ächter Tugend Adel nur Hebt eines Bürgers Herz! Und ohne sie — ist jeder Schwur :,r Ein frecher Buben - Scherz! Die Gottheit, die im Himmel wohnt, HLrt das Gelübde, hört LaS stille Flehn, und sie belohnt Den Frommen, der es ehrt! Drum feyrt mit heiligem Gesang Republikanisch - groß Den schönen Tag — u>id ruhet lang Nun in der Freyheit Schoos! Z' ryel. Holder, lieber, lusser Friede» r. Die Vorsänger» 2-raute Brüden nun geschworen Ist des Vaterlandes Eid: Ihr seyd ihm wie neu gebohren, Daß ihr gute Bürger seyd: < Der Chor der Bürger» Ja, wir wollen ihm uns weihen, Ganz und alle, treu der Pflicht, Wer den Eid je kann bereuen, Ist ein guter Bürger nichk, Die Vorsänger. Wollt ihr die Gesetze ehren? Heilig sind dem Bürger sie'. Ohne Ruh uizd Glück zu stören, ^> - . Stört man die Gesetze nie: Der Chor der Bürger. Ja, wir Huld gen den Gesetzen , Ganz und alle, treu der Pflicht; Wer es wagt, sie zu verletzen, Ist ein guter Bürger nicht. z. Die Vorsänger. Freyheit, holder, süßer Name: Wollt ihr der ergcbm seyn? Freyheit läßt des Guten Saameik In dem Lande wohl gcdeihn. Der Chor der Bürger. 2a, wir wollen unser Leben, Ganz und alle, treu der Pflicht, Dir, o holde Freyheit! geben; Nur der schlechte Bürger nicht: 4 . Die Vorsänger. Freyheit duldet nicht zu kränken; Schützt des Bürgers Gut und Blut; Fodert weise zu beschränken Sich mit cdclm Heldenmuth. Der Chor der Bürger. Nein, wir wollen ihn nicht kränken, Unsern Bruder Bürger nicht; Sich mit Muthe zu beschränken, Ist des edlen Bürgers Pflicht. Die Vorsänger. Wollt ihr an die Gleichheit glauben? Einer istS ja, der uns schuf! Andern ihre Rechte rauben, Ist des Eides Widerruf: Der Chor der Bürger. Ja, wir wollen Gleichheit glauben, Wie Natur gebeut und Pflicht; Andern ihre Rechte rauben, Kann der gute Bürger nicht. 6. Die Vorsänger. Schutz und gleiche Rechte allen; Aber nicht das gleiche LooS! Wird nicht dem das beste fallen, Welcher an Verdiensten groß? Der Lhor der Bürger. Ja, die gleichen Rechte allen, Gleiches LooS für alle nicht! Welchem wird ein gutes fallen? Dem Verdienst zu Gunsten spricht. 7 . Die Vorsänger. Traute Bruder, kennt ihr Tugend? Sie geh' allen Wünschen vor! Neu befreyter Staaten Jugend Blüh' durch sie zur Kraft empor. Der Lhor der Bürger. Ja, wir kennen, ehren Tugend; Sie ist guter Bürger Pflicht! Sie «nacht groß der Staaten Jugend; Ohne sie steht Freyheit nicht. / r. Die vorsänge«» Unsrer Vater schöne Zeiten Waren Lugend dir geweiht! Du halfst ihren Ruhm bereiten Und den Fall die Ueppigkeit! Der Chor -er Bürger. Ja, in unsrer Vätcr Zeiten War die Tugend strenge Pflicht; Wer will Ueppigkeit verbreiten, Ist ein guter Bürger nicht. y. Die Vorsänger. Wollt ihr mit der Helden Trieben, Denen nahe ihr verwandt, Feurig und als Schweizer lieben _Euer schönes Vaterland. Der Chor der Bürger» 2», nnt ihren feur'qcn Trieben; Ja, wie Tell und Winkeln«!» Unser Vaterland zu lieben, Das gehört zum Bundeslied. io. Die Vorsänger. Tell und Winkelried bestunden Für das Vaterland Gefahr; Dieser starb an drenßiq Wunden, Jener gab was rhcu'r ihm war. Der Chor der Bürger. Seyd gepriesen, Patrioten! — — An des Vaterlands Altar Glühen wir, den großen Todten Gleich zu seyn in der Gefahr! ri. Die Vorsänger. Bürger, habt ihr das beschworen» Seyd ihr all' auf einem Sinn? —' Wohl, so sind wir neu grbohren, Und die Sclavercy ist hin'. Der Chor der Bürger. Ja, das haben wir beschworen; Wir sind all' auf einem Sinn! Wohl, uns: wir sind neu gebohren, Und die Sckavcrey ist hin: 12. Die Vorsänger» L so mehre euer Scegen Sich mit jedem neuen Tag! Und die Gottheit sey zugegen Dem, was jeder wünschen mag: Der Chor der Bürger« O so mehre unser Segen Sich mit jedem neuen Tag: Und die Gottheit sey zugegen Dem, was jeder wünschen mag? wallt im feyerkichen Zug. Der Bürger frohe Schaar Dem Heilgen Tempel Gottes ru; Der Bürger schwört dem Bürger rn Treulich und ohn Gefahr. Der Ordnung heiliges Gesetz War' ohne Schwur uns theur. Denn Ordnung ist der Freyheit Geist; Was ohne sie sonst Freyheit heißt, Ists nicht, nur wildes Feur. Wer glaubt, daß dieses Band Gesetz Und Ordnung Gottes sey, Nur thut, was sie erlaubt, und nicht Sie stört und eigenmächtig bricht, Nur, Brüder, der ist frey^ Nehmt diese Ordnung Gottes hin! Wo , liebe Brüder, sprecht, Wo fände dann der Schwächte Schutz Wer böge dann des Reichen Trutz? Wer hälfe dir rum Recht? Vertraun und achter Biedersinn; Der Glaub an Redlichkeit, Bey denen, die wir selbst gewählt, lins zu regieren, nur erhält, O Bruder, Einigkeit. Sie schwörens ja uns Heute zu Vor Gott mit Mund und Hand, Die Väter ihres Volks, und rein Von jedem Unrecht stets zu seyn, Zu schützen Stadt und Land. Drum, Bruder, schwört auch ihnen Vor Gott mit Redlichkeit! Und er, der ims die Freyheit gab, Er höret uns, und sieht herab. Und segnet unsern Eid! Ä anket! betet: Vater wache! Knüpfe fest der Eintracht Band! Unser Heil ist deine Sache! Dein ist unser Vaterlands Du weißst, aller Staaten Kenner! Alles, was uns nützt und fehlt! Send uns weise, dapfre Männer, Die der Tugend Feu'r beseelt! Männer, reich an Heldenthaten, Voller Geist und Herr und Kraft! Alles, was ste thun und rathen, Sey das Glück der Eidsgnoßschaft! Ohne dich und ohne Tugend Ist die Freyheit leerer Schein. Präge, Vater! dieß der Jugend, Dieß dem grauen Alter ein! Nie sey Unrecht uns gelitten! riebe lach' aus jedem Blick! Ach! den Strom der weichen Sitten, Treib, o Herr, mit Macht zurück! Laß das Herr sich nicht erheben! Demuth ziere jeden Staat! Fremden Gaben nachzustreben Sey uns schwarzer Hochverrath! Laß uns seyn ein Licht auf Erden Und ein Beyspiel stäter Treu; Frey, wie nur sind, andre werden; Und zertritt die Tyranney! Gieb, daß alle sicher wohnen. Bis die Zeit die Pforte schließt» Bis aus allen Nationen Eine nur geworden ist!