WWW MUMM KWM MMDW WÄBW WM -«K! MV. j-rE ^?- vnr-^ / WE > . XV - ,7, > ^ , >t<7 . '»'^.V/ > '^..''rrL-L ^5 1 ION. >a Predigers inLoppenhagen itttn - Kehre. Abgekürzt und auf drey pflichten/ Die Wust der Runderen: We Beharrung der Gerechten / und der Beharrenden Wachsthum in der Gottseligkeit / ein, gerichtet. Aus dem Französischen/ mit Gmhcissung des Lmkvri« i« das Teutsche gebracht. Don Johann Jacob Scherer/ Prediger und?- t- LonreÄore in St. Ggllen. St.Gallm/ Bey Laureny H-chreuritrek ^«no -i vec u. vttMMtzHyc ckck :)izL .-L ».^.., .««». M»k.ötzkUAWmrch »i^ruLL /; >ll L'22 -E(oXW» r r Denen Hochgeachtcn/ Wol-Cdlen/ Gestrengen/Frommen/ Für- stchttgen und Wokweisen HERREN: Wn. Wnthoni Uochem/des inneren Nahes/ hochverdientem Seckel-Meistern. Un.Wndreas Wägelrn/des inneren Nahes/ wolverord- neeem öjl)1i6dIiecLri0 und Schul-Rahts Beysitzern. Mn.Uaspar Dcherer/ bey löbl. Sradt-Gericht/ wölbe- steleem Statthalter. Unseren Großgünstiaen Hochehrenden Herren unv großen Donneren. Zueigmmgs - Schrift, Wockqeachte /Wol - Ddlc/ Gestrenge/ zromme/Fürstch- tige und Wolweise Herren. gleich die wahre Gottseligkeit so herrlich/ daß sie von keinem indischen Dinge mag überstiegen werden / und so heilsam ist/ daß ohne die Heiligung niemand GOtt sehen kan / zudeme (laut denen vielfältigen in heiliger Schrift uns von Gott geschehenen Zusagungen) sie Verheißung hat / diefts und des zukünftigen Lebens / so bezeuget doch die tägliche und kiägltcve Erfahrung / daß / be- vorab Zuergnungs - Gcbrifr. vorab zu diesen letsten verderbtem Zeiten / die Heiligen aller Orthen sehr abgenommen haben / und der Gläubigen/ Fromen und Gerechten sehr wenig wor- / den under den Menschen-Kindern: Da- ^ nahen an verschiednen Enden der Welt/ die allerfleissigste Diener Gottes / sich nicht nur die mündliche Aufmunterung ihrer Zuhöreren zu der wahren Gottes- Forcht/ neben der Lehr des Glaubens etfferrgst zutreiben angelegen seyn lassen; sondern ihrer Schuldigkeit gemäß zusetzn erachtet/auch dann und wann ihre/ aus Gottes Gnad nützliche Ennnerun- . gen / durch Befördenmg ihrer Schriften in den offenen Lruck / allgemein zu- , machen / und dero Nutzbarkeiten desto ^ Wetter außzubreiten. Wann dann under ^ anderen um die Kirche Gottes höchst- , verdienten Männern/der gottselige Leh- ^ rer der Französischen Gemeind in Fop- ^ penhagenHerr JohüNN In?1accrrc, r nicht nur mit Verlassung alles / was ih- k me aufdieser Erden angenehm seyn kön- r Nen/ wie getreulich er bis in den Tod bey ? Bekaytnuß der allein seliginachenden - Glaubens - Lehr / unter Gottes Bey- - stand rubeharrenentschlossen/aller Welt » sz kund Zueignungs - Schrift. kund gemacher; sondern auch anderen/ t wie sie ihren Glauben aus ihren Wer-- t cken zeigen sollen / gantz geistreich und c nachtruckltchst / durch herrliche Schuf/ c ten/ vortreflichen Underricht/ und dar/ t mit aller Welt eine klaren Beweißthum z gegeben / daß er der hohen Gnad / mit t dero er von der gottseligsten Königin in y Dännemarck und anderen Durchleuch- j, tigsten Haupteren der Evangelischen g Christenheit / allergnadigst angesehen h wird / nicht unwürdig seye: So haben e wir unsers wenigen Qrths auch etwas/ t nach dem vonGolt uns gnädigst ertheil/ § ten geringen Talent / zu diesem heiligen § Merck etwas beytragen wollen / und zn h diesem Ende hin / diese abgekürtzte § Sitten - Lehr des wolbedeuteten Herr- ^ lichen Dieners Gottes / aus dem Fran- x Löslichen/ so gut als es möglich war / so q viel lieber in das Teutsche übersetzen las- H sen/ dieweilen der ^urbor selbsten sie un/ der seinen Werckcn für das beste haltet; t nicht zweiflende / die grosse Güte unsers . Gottes/ werde zu dero Außfertigung/ ^ das von ihme demühtigst außgebettene ^ Gedcyen/ gnädigljch ertheilen Wie wir Z m Außgedung dieses und anderer aus fremd- Zueignungs -- Schrift. frembden Sprachen übersetzten Schriften/ nichts anders/ als die gemeine Erbauung/ und denen Heilsbegierigen; aber die darzu anleitende kostbare Bücher zuerkauffen/ unvermöglichen Leuchtn etwelcker Gestalten an die Hand Angehen/ aufrichtigst suchen: Also gelegn wir der tröstlichen Zuversicht / es werde unser Vorhaben/ von allen Gott- ttebenden Khristen gebillichet / und für gut aufgenommen werden: Sind auch des Anerbietens / nach und nach/ under erbittender Hülffe und Beystand Gottes/ mit anderen dergleichen heilsamen Bücheren / dem begierigen Leser / nach äusserstemVermögen/an die Hand zugehen. Daß aber/Hochgeehrte/Groß- günsijge Herren und hohe Gön- nere / wir dieses gegenwärtige Merck/ dessen hohe Fürtreflichkeit und aus dem Französischen Aufsatz schon überall er- schallne Nutzbar kett keines Lobs bedarf/ sdndern wir nur wünschen möchten/ daß die Übersetzung seinen Glantz nit verringeren wurde/ under dero pretßwürdigem Ehren Nammen/an das gemeine LiechL Zustellen / uns underfangen/ wird veröffentlich/ gestalten sie von uns darum -j- 4 gehör- Fueignlings - Schrift. gehorsamst ersuchet werden / von ihnen r um so viel geneigter aufgenommen wer- f den / dieweilen solches nicht so vast ge- e schtehet/ ihre/ in unserem wehrten Vat- t terland bey männizlich bedanke Wercke r der Gottseligkeit und Liebe: Als aber t unsere schuldigste Danckbarkeit / für die zu unserem Vorhaben / miltreich mitgetheilte Beyhülfund hohe Beförderung kundzumachen. Wie wir hierdurch eine ^ offene Handschrift unserer obliegenden hohen Schuldigkeit ihnen einliefferen/ und uns zu allen gehorsamsten Diensten/ und möglichsten Gefälligkeiten gantz ergeben : Also ersuchen wir den grunvgü- * rigen Gott/ mit hertzlichsten Seuftzen/ daß er unserer hochchrenden Herren wehrteste Personen/ weise Rahtschlage/ wichtige Verrichtungen / wolgesegnete Haußhaltungen/ und alles so ihnen zustehet/ mit leiblich - und geistlichem Segen bekrönen/ und wann sie/ bcyunge- zehlten Jahren/den Naht des Herren zu dessen heiligster Ehre / der Kirchen und Schulen Erbauung/ des gemeinen Wesens Besten / vieler frommer Seelen Trost/ der Armen Erquickung/ män- r.ialichcsVergnügen ihrem eignen Heil «nd unsterblich verbleibendem Nachruhm/ ;n r- e- t- ke er te e- 'g re n l/ r/ r- i- 1/ !N e/ te e- e- u d n i- tl Zueignungs-Gchrifk._. rühm / wol werden außgeführek haben/ sie zu der seligstenGesellfchaft aller Auß- erwehlten in den Himmel auffnehmen wolle. Wir aber beharren Lebenslang/ uns dero hoher Gewogenheit linder- dienstlichst empfehlende/ Hochgeachte/Wol-Me/Hoch- geehrtefle Herren Tt. Gallen/ den i. lunij ^»>170;. Drro Dienstgchorsamst« AieVcrlegere. 1- f Vorrede --WXo)(M- ^uciion8. Iejenige aus meinen Freunden/ welchen meine Meynung /die ich allezeit wider die «rbge- kürzteUnderrichrungen Häge/ nicht unbewußt ist/werden sich/ohne Zweiffcl darüber be- stünzeij' das »eh sclbsten meine Christliche Sir- ren-Lehre in einer AbküryunI vorstelle; und das um so viel destomehr/ dtewcilen an stark der Uudertruckuiig dieses Wcrcks/ ich nun die zweyte Auflag destelbigen gestatte. Es ist wahr/ich habe die Ahknrtzunczen memahlen gut geheisterr. Äann gleichwie ste die fürfalleudc Schwerigker» tcu nicht auflösen/ die Mareri nicht genugsam biß auf den Grund un dersuchen / und / weilen ste nur die allgemeincste Sachen berühren / die fürnehm- ste nrcht ausführen können/ so vermögen sie auch keine andere / als nur eine imordenllchc und obenhin genommene Erkammiß/ die nicht viel bester/ als eine völlige Umrüstenden ist/ zuwegen zubrni- gcn. Welches mich dann allezeit bewogen zuwün- scheu / daß diejenige / welche eine Wüstcnschast zuerläukeren sich underfangen/ je nach der Für- lreflichurndNohtwendigkeit derSach/ihre Nachricht weitlauffiger crcheileii möchten. Und die- weilen/ Niemes Erachten«/ keine / wie herrlich sie sonst seyn möchte/ in diesen beyden Stücken mit l>cr ChrirUlchen Sitten-Lehr in Verglei- chung __ Vorrede. _ chung zuziehen ist/ habe ich allezeit für dasrahk« samste angesehen / dass sie aus dem Grund / und mit einer anständlichen Weitläufigkeit möchte verhandelt werden. Ob ich nun gleich diese Meynung an sich selbst ungehindert behalte / so hab ich doch darum diese Abküryung weder undcrlas« sen / noch sie der allgemeinen Welt entziehen wollen. Drey Gründe haben mich zu diesem Entschluß verleitet. Der erste ist mein Urr- vermögen/ eine rechtschaffen völlige Sitt cn-Lehre vorzustellen. Weder meines Leibes Beschaffenheit/ noch meiner Geschaffen Mänge/ gestattet mir / mich selbsten mit dieser Hofnung zuwider- halten. Weil ich hiemit nicht thun kan/ was ich wil/ finde ich mich genöhtiget zuwollen/ was ich kan. Demnach aber gesetzt/ dass ich eine vollkommene Sitten-Lchre zuEnde bringen köme/so wurde sie doch von denen meisten ungelesen bleiben/ dann es sind ihrer sehr wenig/ welche Weil oder Willen haben/ grosse Bücher/ zu allen Zeiten und MitbedorffigerAufmercksamkeit zulesen. Gleichwie nun die Liebe nicht gestattet/ daß wir deren keine Rechnung tragen / welche selbsten ihres Heils halben/ die gebührende Sorge nicht haben; also habe ich meiner Schuldigkeit gemäss zuseyn erachtet / um derselbigen willen etwas abzufassen/ und ihnen ein solches Wercklein an die Hand zukleben/ welches sie (wie mit gegenwärtigem geschehen kan ) in wenig Tagen durchlauffen mögen. Endlich) habe ich nur zu Gemähte gezogen/ daß es eben keine ledige Unmöglichkeit seyc / solche Abtürtzungen zumachen / welche von denen Sewohnlichcn Mangeln bestehet seyen. Ich hab» gegla» Vorrede. geglauber / man könne aufs wenigste etlichen Sa» chen auch dannzumahlen genäner nachsinnen/ ^ wann man sich vergnügen muß/ etliche nur oben, ^ hin anruregen: Und das ist eben dasjenige / so ich st in diesem Merck geleistet zuhaben behaupte. Ich ° gestehe gern / daß darinnen / wie in allen andern ^ abgekürzten Nachrichten / nur eine allgemcure ^ Vorstellung der Sitten - Lehre Jesu Christi gc, ^ schehe. Indessen bleibet gleichwol auch wahr/ daß st die Natur / Notwendigkeit und Billlchkeit de- 6 ren dreyen Pflichten / auf welche ich alle übrige ^ eingezogen hab / deutlich genug darinnen vorgc- st tragen werde. Es werden hiemit Zirm wenigsten A diese Sachen in diesem Merck genugsam und er- st suchet/ und bey nahem so weitläufig außgcführet/ E, als man wünschen möchte/ daß sie von allen Lhri- sj sten begriffen wurden. Inzwüschen ist dieses nicht ^ ein geringes. Einmahl / diese Pflichten sind/ wie '' ich in dem »Luch sechsten erweise / lediglich und *> ohne alle Außnahm/ notwendig. Zudem« sind st sie genugsam zu dem Heil denenjemgen/ welche ih« nen genau nachkommen/ und ich weiß nicht/ was 4 weiters ermangle» solre/ demjenigen/ welcher mit ö allem Fleiß sich auf die Erlernung nnd Außübung st deren darinnen enthaltenen Lehr-Sähen legen st wird. Oder was kan ein Sünder mchrers thun/ oder begehren / als daß er/ nachdem er einmahl st wahrhaftig und aufrichtig über seine Sünden ^ Busse gethan und sich bekehret hae / hinkünftig in , st diesem gesegneten Stand/ in welchen er durch die st Bekehrungverscyctworden ist / beharre/ und sich ^ Vor allem dem hüte / welches ihn sonsten von dem ^ Wachsthum und Kortlauf in der Gottseligkeit ^ zuruct« i Vorrede._ fa, Iw nckzichcn machte? Gleichwie nun in diesen 11/ Bucheren sehr wenig zurück bleibet / welches zu m, Ausübung dieser Pflichten gereichen möchte: Al« ich so erachte ich/ sie ei-strecken sich genugsam aufalleS sch ^s/ was zu der Seligkeit zuwüstenam allernoht« rn wendigsten und heilsamsten ist. Auf der anderen ,rt Seiten wird meinem Beduncken nach/ die Grob« ;e, !>eik und das Gifa vieler nrir gar zngcmeiner und aß hch allzuweit anßvrettender Irrthumen deutlich )e« genug entdecket. Das erste Buch allein widerleget ge diel aus denen allergesahrlichsten. Es zeiget/ was ;e, für ein unverantwortlicher Fehler es sene/ wann en wan die Busse aufschiebet. Es weiset / wie sehr :r, flch diejenige bekriegen / welche sich einbilden / st« >t/ können «ine heilsame Busse / ohne sich zuverbesse» ri« den/ leisten. Es eröfnet die Kennzeichen derrrr ht Sünden / welche neben einer wahrhaften Bc« >ie kehrung bestehen können / oder dieselbig« über ei» id dx,i/)a„st'r,i n)erffeii. Dieses sind Ding/welche/ id wann sie rechtschaffen gefastet werden / verhinde-- h« den mögen / den Undergang unzchlich viel elender a§ Personen / welche nur darum in das Verderben lit Drahten / dieweilen sie diese Ding eintweders ig drichr wüsten / oder / wann sie dieselbige wüsten/ en wcht genügsame Achtung darauf geben. Dana, n/ heil hab ,ch die Lesung dieses Werckleins/ zum be- hl anbefehlen wollen/allen denenjenigen/welche/ m weine Nachricht bey ihnen etwas gelten zulassen/ in scheinen. Ich habe schon öfters diese Schrift / al« ,e «en denen / so ich sonst in den Truct gegeben /bey ch Wir selbst«» vorgezogen/ und zusagen / wie es mir m diw das Her«; ist/ ich möchte wol leiden/ daß man «t übrige alle verbrenne« / wann may nur dieses t« aus« Vorrede. ausinereksam lesen/ und flüssig in das Werck richten wölke. Ich bleibe auch annoch aufdieser Meynung / und^dahero hab ich mit sonderbaren Freuden verstanden /.daß / an statt zuhören/ als wäre die erste Auflag übel aufgenommen worden / der ^ Entschluß zu dieser zweyten Auflag seye abgefasset ^ ivorden.Ich hätte zwar gern eines und das andere beygefüget. Aber dieweil meine Leibs. Beschaffenheit mir solches nicht gestatten wollen/ habe ich wich vergnügen mü ssen/ daß eint und andere auß- -nbcstcren/ und anbey in etwas von dem Gift/ welches die Römische Kirchen/ der Lehr von der Zerschlagung des Gemühts undermischet/ zure- Len.Gort segne mein schwaches Underfangen/und last« es zu dem Heil deren / durch das theure Blut seines Sohns erlöseten Seelen gereichen! C MZH , Lt Der hierinnen enthaltenen Büchern und AaMm. Das erste Buch. Der erste Theil. Von der Notwendigkeit der Büß. Cap.I. Allgemeine Beweißthum/ daß die Büß nohtwendig srye. psx. i Cap.Ii. Der jämerliche Zustand eines Sünders sol dcnselbigen zur Bllß vermögen. z Cap. M. Es ist ke»n Ding so entsetzlich / das mau nicht von einen» Sünder sagen möge. i; Cap.i v. Gottes Ungnad und Zorn ist auf den Sünder gerichtet. i z Cap.V. Daß die Sünder unerträglich seyen/wel- chc niemalen an den grossen Vortheil/so aus der Büß ihnen z«rwachset/zedencken. 2; Cap. Vl. Daß diejenigen Sünder noch viel weniger vertragen seyen/ welche zwaren sich dieser Wahrheit erinneren; aber darinit das Gespött treiben. , 27 Cap» VII. Daß diejenige Sünder/ gar bis zu der - Rasercy/aller Gebühr vergeffen/welche zwa. __Register. _ reit hie(e. Wahrheiten glauben / und ihnen § würcküch nachdencken; Indessen gleichwol sich nicht bekehren wollen. ; p , Cap.V 111 . Daß die Aufschiebung der Büß unfeine andere Zeit/eine Gvttlosigkeit/Uggercch- rigkeit rmd Unsürsichrigkeit seye. ' ;8 Cap. I X. Daß man sich durch Aufschub der Büß in die Gefahr des ewigen Verderbens stürm. - ^ Cap.X.-Daß man nicht gewüsi versicheret seye/ daß man zu anderen Aeinn die nohtwendige Gnad zur Bekehr ung erlangen werde. 49 Cap.Xl. Daß es unmöglich seye/ sich eine Sach von grösserer Gefahr vorzustellen / als diese »st/ so man die Bekehrung auf eine andere Zeit aufschiebet. Cap. XII. Eure andere Gefahr/ welcher man sich underwirsset/ wann man sich nicht alsobald bekehret. 70 Des ersten Buchs/zwepterThelk. Von der Natur und denen Kennzeichen derBvß. Cap. l. Dreyerlcy Garmngcn der Büß. 77 Cap. 11. Von der vollkommenen Büß. Daß die Aussucht zu der Barmherzigkeit Gottes/nie dasjenige Kennzeichen seye/ durch welches sie vorder unvollkommenen underscherden wird. Dreyerley Vorstellungen/so man sich hiervon machen kau.- 8) Lap.Ul. Von dem Leidwesen / welches das erste Htuck der Büß aujnnachet.Daß solches Leid sehr heftig seyn müsse. Cap.lV. _Register. Cap. I V. Von denen Quellen difes Leids. Die er- , ste Quelle. Die Forche für der Hollen, r oi Cap. V. Die andere Quelle / des zu der Büß wesentlich erforderten Leids. Der Greuel und die Abfchettkichkcit der Sünden.Etliche Betrachtungen/ aus denen dieser Greuel zuer- sehenist. ' roz Cap. V I. Daß es unvermeidenlich nohtwcndig seye/ daß das Leidwesen/ welches wir ab der Sünde empfinden / von der Abfchculichkeit der Sünde sechsten herrühren/ und uns die« . selbige zichassen/ bewegen solle. 11,7 Cap. VII. Dritte Quelle dieses Leidwesens. Die Liebe Gottes irr Cap. VIII. Von der Verbesserung/ daß dieselbi- ge zu einer rechtschaffenen Büß / lcdtglrch höchst nohtwcndig seye. r r6 Eap.lX. Daß dasjenige/was bißdahin ist vorgebracht worden / fich nicht ohne Undcrscheid anfalleundjede Sünden bestehe/ ohne Anß- nahm. Daß eine gewüffe Gattung der Sünden seye / derenhalben die Büß nichts desto- wenigcr heilsamffeye/wann man gleich nicht alles an denenselben verbessert. Cap.x. Zwey grosse Undcrscheid / durch welcl-e diese zwey Gattungen der Sünden vonein- anderen underscheiden werden. 148 Cap. XI. Zwey andere Underschcid / welche mit denen vorhergehenden von gleicher Wür- ctungsmd. isS Cap. XII. Ob es möglich seye/ daß auf die wahre Büß ein öfters Widerumfallen in die grosse und schwere Sünden folgen könne. 166 f-f'r Gap.XM. Register. Cäp. ÄII. D.rß man nohkwendig ^rch von allen grossen Sünden verbessern müsse. 17- Cap. XIV. Daß dasjenige/ so in dem vorherge, < henden Capitel enthalten ist/ allezeit under denen Christen seye geglaubte worden. 187 Cap. XV. Ob eine angewöhnte Sünde ein Ken- < zeichen seye/ daß man niemahlen widerge- bohren gewesen seye. . i-f Cap.XVI. Von denen »»bekamen Sünden. 1^7 Cap. XVII. Daß man das verursachte Übel / so > oft man es thun kan/ widerum zuerscheii schuldig seye. , 204 < Cap. XVIII. Daß über dasjenige/so bißdahin ist angemeldt worden/man in Demut seine Zu- flucht zu der Barmherzigkeit Gottes/undem Verdienst Jesu Christi nehmen müsse, rn ^ Cap. XIX. Was der Glaube zuHervorbringnng der Büß beytrage. riS ^ Cap. XX. Zusammenfassung aller bißdahin vor, gelegten Kennzeichen der Bnß / samt einem ' Bericht/ von dem rechten Gebrauch dersel- bigen. rr; ^ Cap. XXI. Der Haubt-Nnyen/den man aus diesen Kennzeichen der Büß zuziehen hat. rr 3 Cap. XXII. Andere Nutzbarkeiten/ so aus diesen l Kennzerchen können gezogen werden. L; r Das zweyte Buch. Won der Wcharrlichkcit in ! der Gottseligkeit. Cap. I. Daß die wahrhaftig bekehrte Sünder/sich > befleissigensollen/ m der Gottseligkeit znb«-- harren. Register. eil ?? ;e, er w ;e, -r s- eri >4 »si u- M l 'g s r- in !l, ; <- z n r e- >. harren. Underschiedliche Meynungen die. ses Vortrage. 242 Cap. I'. Daß man die grosse Hindernusscn der Beharrlichkeit in der Gottseligkeit überwinden müsse. 247 Cap.ttl. Von denen seidigen Würckurrgen/ ss von denen Sünden/ die uns an der Beharrlichkeit in der Gottseligkeit veränderlich sind/entspringen. 256 Cap. l V. Daß die Sünden/von denen man redet/ sehr heßlich und abscheulich seyen. 262 Cap.V. Daß man / diese Sünden zuvermeiden/ einen tapferen und beständigen Entschluß fassen muss«/ alles zuthun/ was man kan/da- mit man nicht darein falle., 26- Cap. VI. Daß man seine Gemühts- Regungen müsse bemeistern können. 27; Cap. VU. Daß man sich müsse von denen Lrea- tureu abziehen. 280 Cap. VIII. Daß man sich selbsten verläugnen müsse. 287 Cap.lx. Daß es vonnöhten seye / immer etwas zuschaffen zuhaben/ wann man in der Gott- seligkeit beharren wil. 2?; Cap. X. Daß man / zu Vermeydung der groben Sünden/ sich auch deren einschlagen müsse/ - welche uns sonsien die allergeringste zu seyn beduncken. ;oa Cap. Xl. Von denen Versuchungen. )c >!5 Cav. XU. Daß man alle Versuchungen / mit denen w,r angefallen werden / hindertreiben; aber zuvor sich gcwüß versichert haken müsse/ daß es Versuchungen seyen. ; i r ss ; Lap.Xill. Register. Cap. XIII. Obwolen es sehr gefährlich ist/ wann ^ man dasjenige für eine Versuchung ansie- - het/welches doch keine ist/fo ist gleichwol eben ^ so gsfährlich/wannMan das für keine haltet/ welches eine ist. ;i4 Cap. XIV. Daß man die Versuchungen fliehen „ und vermeiden solle. ;i 8 ^ Cap.XV. Wie man denen Versuchungen/ sie zuvermeiden/widerstehen solle. ;rr „ Cap.XVI.Dlc Mittel/welche man denen Versn° ^ chungenzuwiderstrhen/anjuwendchat.;27 ^ Cap. XVII. Von etlichen andern Mitteln/ wrsi ^ che dienstlich sind/ uns in den Stand zustel, len / daß wir »n der Gottseligkeit beharren , können/von denen anderstivo mit mehreren! geredt wird. Wie auch von dem/ was die Gerechken/so gefallen sind/zuthun haben/da- ^ mit sie wider aufstehen können. ;; l ^ Cap.XV III. Der letstr Staffel der Beharrlichkeit in derGottscligkeir.Man >nuß nicmahlen geschehen laffen/daß sie sichvergeringere. ; ;4 ^ Cap. XIX. Daß es ein großes Übel seye/ wann man in die angedeutete Nachlässigkeit verfallet. Woher solches komme. Und wie dem- selbigen abzuhclffen. Das dritte Buch on dem Wachsthum in der Gottseligkeit Cap.I. Was in der Gottseligkeit wachsen seye. 548 Cap.ll. Daß uns viel daran gelegen seye/ daß w»c in der Gottseligkeit junchinen. ' ;s 4 Cav.ttl Register. B reell et/ i4 eil l8 sie rr su- r7 ei- el- eil :M >a- e«t -ze- nN cr- m- 4l oit s4 lli Cap.M. Daß es Gottes Wille seye/ daß man in der Gottseligkeit wachsen solle. ; s? Cap.IV. Bestätigung deffeir/ so brßhiehergelch- rct worden / durch die Gleichnuß von denen Pfunden oder Talenten. Zwey Einwürste. Beantwortung des erstem Cap. V. Es wird auf den andern Einwnrfgeantwortet. Es ist kein Kind Gottes/ welches nicht in der Gottseligkeit wachse. ; 7; Cap.VI. Mehrere Bestätigung dieser vorgebrachten Wahrheit. ;84 Cap. V II. Welchen Dingen man vorzubauen habe/ wann man in der Gottseligkeit zunehmen wil. ; 90 Cap.VHI.Von andern Behutsamkeiten/welche nicht welliger nohtwendig sind zubeobach« ten/als dre vorhergehende. 40 r Cap. IX. Was man zuthun habe/ damit man in der Gottseligkeit zunehme. Daß man dieses ersterig und mit Ernst verlangen muffe. 41 c> Cap.X. Daß wir uns besteiffigen muffen / die Mittel / welche Gott zu dem Wachsthum unserer Heiligung bestimmet hat/ wol an» zuwenden. 41.8 Cap. XI. Daß neben denen Mikkeln/welche Gott den Wachsthum unserer Heiligung zubcför- dern anwendet/noch andere seyen/die er uns andesiehlet. Das erste Mittel von diser Gattung: Die Lesung der H. Schrift. grf Cap. XI l. Das zweyte Mittel. Die Betrachtung deren Gründen / so uns die Vegierd nach der Gottseligkeit einzupflamzen / bequem sind, 4;i Lap.xm. Register. _ Cap.XIII. Das dritte Mittel. Man muß nicmah- ^ len vergessen/daß man allezeit vor den Augen ^ und in der Gegenwart Gottes seye. 440 Cap. XIV. Das vierte Mittel. Öfters an den Lodgedencken. 44s Lap. XV. Das fünfte Mittel. Fleißig seyn in der Übung des Gebetts. 4s; Lap. X VI. Das sechste Mittel. Alle Morgen sich eine genaue Vorstellung dessen machen/was man den Lag hindurch juverrichten gesin« netist. 4s 8 Cap.XVIl. Das siebende Mittel. Einen jeden Tag mit genauer Undersuchung / was man an demselbigen gethan habe/endigen. 467 Lap.XV Ill.Das achteMittcl.Sein ganyesLhun durch den Glauben anführeirlassen. 47s Cap. XIX. Das neunte Mittel. Die Lugenden zum öfter» außnben. 48L Cap. XX. Das zehende Mittel. Sich befleißen/ daß wir eine jegliche / uns fürfallende Ver- richtung/auf das allerbeste und vollkomneste/ als es seyn kan/ außfuhren. 48 S Cap. XXI. Das eilfte Mittel. Die Freund-und Gesellschaft frommer Lenthen. 49 p j Cap. XXII. Das zwölfte Mittel. Die äusserlich« Dinge der Gottseligkeit nicht verabsau- 1 men. svl Cap.XXUI. Das dreyzehende Mittel. Andächtig das H.Abendmahl begehen. so>S > Cap. XXI V. Beschluß dieses Buchs. Daß man > die angezeigte Mittel in das Merck richten l solle. sio l -»G X°X§W- ^ . l Das - 84 ZO)W- Das erste Buch Sonder Der erste Theil Won der Uohtwcndigkcit der Büß. Das erste Capitel. AllgenleineBeweissthüme/dast die Büß nohtwendig seye. F. r- )Sistwolwahr/ dasidietAohk- ^ wendigkeic der Buß/ einer gany andern Art ist / dann die übrige pflichten/ welche uns in dem Evangelio vorge- ^ ^ schrieben werden. Die übrige sur sich selbst / und ihrer eigenen Natur e^oen nohttvendig/ dergestalten/ daßdiescl- ,.^^ersaumeN/unsin keinem Zustand jemah^ Uep stehest; Dahingegen alle LAohtwen* ^rgkeir der Bnß/ allein von der Sünde her- '^'"mec.Dann wann ein unschuldiger Mensch m der Welt anzutreffen wäre / ss wurde ihn Nichts zu der Büß verpflichten. A VV 2 Des ersten Blicks/erster Theil —-— --—— - > >> I'i 2. Mb nun diese V'ldhcwendigkeit/ ernt ^ gamz eigene und sonderbare Art an sich ^ Kar/ kan sich doch deren niemand einreist ^ sen. Es ist nicht zuläugnen / allein die Sünder ^ sind Busse zuthun gehalten; gleichwie aber kein .j Mensch m der Welt ist/ welcher nrcht ein Sün- ^ der seye: also ist auch kein Mensch dem die Büß nicht nohlwendig / und zwaren so nohlwendig ' sehe / daß er ohne diesclbige ewig zu Grund gee ^ henmuß. i, z. Ich gestehe gern/daß wie die Sünder um h. derschiedllch sind/ also auch verschiedene Gacr ^ ttingen der Dust seyen. Man findet Sun-» ^ der / welche gamzlich under der Tyranney y »nid Gewalt der Sünden liegen/namlich sosi ^ che/ die durch die-Gnade Jesu Christi noch nicht ^ widergebohren sind. Man fiirdet Gerechte/ ^ die sich in schwere Lalle gesiüryer/ den Zorn ^ Gottes wider sich gereitzet / und denen erwest ^ cher »nassen tue Thüre des Hin»mels verschlossen ^ worden / wie wir solches in der Folge außzu- sg führen / verhoffen. Man findet endlich sol- che Gerechte/ welche in der Liebe und ^ Lorcht Gottes beharren / jedoch von Zeh ^ tettzu Zeiten in allerley geringere Schwach- g Heiken verfallen/ die gleichwol das Werck ihrer Heiligung nicht zerstören / noch verbinde- si ren / daß sie nicht GOtt allezeit mit seiner Liebe § beehren solte. n Ein jede von diesen dreyen Arten dev h Sunderen bedarf einer sonderbaren Gar- ^ tung der Büß: Aber in diesem Buch hab ich ^ wen» Absehen sürnehmllch auf die erstere geriet^ von der Bus. Cap. I. liit ich iss )ek ein in- uß )>S jL- in- rt- n- ey )l- ht e/ rn el- ett u« l, >d n- b- h- e- de r- l) e- richrer/ und diese bin ich willens / in diesem ersten Theil zuüberzeugen / wie unumgänglich ihnen diese Pflicht zubeobachcen obliege/ mit Vorbehalt/ in dem anderen Theil die vornehmste Rennzeichen / durch welche eine heilige und heilsame Büß / von der falschen und unnützlichen underscheiden wird / an, jumeiden. s. Wann ich aber von denen Sünderen dieser ersten Reihe rede / so verstehe ich alle dar« durch/ und wünsche/ daß mir meine Wort/nicht durch eine, sonst gemeine Doppeldeutung/ aus deren eine ubele Würckung erfolgen möchte, E>«rst dann ich sie meine / außgeleget werden. Man möchte villeicht sich einbilden ich rede mm von denen ruch-und gottlosen Leuthen/ welche durch die Grösse ihrer Lästeren getrieben, gegen alle Vorwürffe des Gewüssens / sich verstecken, und ohne einiges Bedencken/ sich den ärgsten Ubelchaten ergeben. Aus diesem Grund möchten diejenige / welche durch die Laster noch nicht so weg hingerissen worden/ sichschweichlen/ es gehe sie nichts an / was ich hiernächst vermelden wird / und möchten danahen vermepnen der -«uß/ welcher Nohtwendigkeit ichdarjuthun/ mir furge setzet habe* .sich zuentriehen. ^-.Es kan aber nlchtö fälscherö und nichts MwNch«rs außg«vachl werden/ als eben dieses. ^ Gottlose»,/ von denen ich rede/ sind MMt allein diejenige / die sich vorseglich in Verderb«, nürtzcn. Es ist wahr/ ihr, -Volle wird etwas besonders haben / und die ^uaal / so auf sie warttk / ist viel erfindlicher A L und 4_ Des ersten Buchs/erster Theil_^ Und viel verzweiffeiker bös / dann die Pein dek ß übrigen unseligen Menschen. Es seye aber dem/ ^ wie «hin wolle / so werden sie die Pein nicht äst is lein außzustchen haben. Eine unermeßliche Zahl ö vieler elenden Menschen / welche ihnen an der h Vcrderbnuß nicht gar beykominen / werdet! gleichwol / wo nicht eben diejelbige / jedoch r nicht weniger unerträgliche / an sich selbst sehr s scharpfe und gleich ewige Schmertzen erleidet! l Müssen. i 7. N)ir wollen uns einen Menschen vor/ t stellen/ welcher nnder die ehrliche Lenrhe s dieser Melk gehöret / die zwaren ecwanN < mir denen Tugenden der<öe>'den un d weltt l weisen gezierer; vardey »rber von aller , wahren Gottseligkeit entfernet sind. Wir s nehmen für uns einen von denen jenigen halb/ l Christen / deren wir audekstwo gedacht haben/ 1 welche neben ihrem schwachen Verlangen Gott ! zugefallen und selig zuwcroen / allzuviel an dek ! Erden und deren falschen Güteren/ kleben. W>k i nehmen / mit wenigem zureden / für uns eine»/ der am allerwenigsten unordenlich lebet / aus l denjenigen / welche die Gnade Jesu Christi noch i nicht wahrhaftig bekehret / oder ihnen den wal? ren Glauben / die aufriclMe Liebe / und mit eß nem Wort / eine solche hiebe Gottes / welch* alle andere Liebe übcmiffet / noch nicht gescheM cket hat. Gewüßlich/ ein solcher Mensih ha* diejenigen Ding / welche zur Seligkeit le? digtich vonnöhcen sind noch nicht empsaft/ gen / und wo er in einem solchen Zustand M bet / so ist er/ ohne alles Zurücksehen / verlohren- -- ^ _ Von der Birst. Tap. r. s P- w.Der gerechtftl tigel noch widergebohren. , Sünden sind ihme nicht vergehen. Er kl r'i.ÄEsu Christo nicht eingeleihet. Er ist kein M Kind Gottes. <§x jst „och immerdar ein Knecht 'ek desTeuffels. 8. Es liehet ihme derolmlden zu/ ernstlich dar- k? jukracl ren, wie er von diesem elenden Auch^ stand möge bssrcyct werden; welches aber ohne M die Baß nicht geschehen kcm. Dann die Büß stk der erste Schritt / den wir aufdem wec; ^ vem Hi,nmel zu/ thun müssen. Sie ist die ^ Widerhringung/ und die erste Handlung des n ?"deren Lehens / welches auf unsere neue Ge« vurt erfolget. Durch sie wird der Weg ;u dem u» Himmel angetretten. Durch sie fanget man an/ u« ^hun nach der Ewigkeit zurichten. Ohne ^ vieselhjye / hleihet man immerdar under der Ty- 'kanncy des Tcuffcls / man hierher underworffen on dem Hast und Fluch Gottes / und hat nichtsan- M / gis die Würckungen feiner erschrecklichen Ursache zucrwarten. b"! 9. Das ist es / darvon uns die H.Schrift gar genauen Underricht an verschiednen Orten/ ocv erstattet. So bekehret euch doch nun von ^ EUerein dosen Wesen saget der Prophet Eje« ep Gel XXXlH. rwarum wollet ihr ster-e ch» den / ihr vom Hause IsraelSo ihr euch r Mr besserer / sind Work IEsu Christi / Luc. A k ^- werdet ihr alle arich also um- ^ konmicn. Du aber/ saget der heilige Paulus/ '^öm. l I. s. Nach deinem ^stockten wid ^hiisifterrgen Heryen / hauffesr dir selbst e». den Zorn / „„s- Tag deo Zorns / und ; der I ^_Des ersten Buchs / erster Theil_ der Gsfenbahrung des gerechten Gerichts , Gottes. l ! o. Aus diesem Grund stellen uns die alten t Kirchen - Lehrer die Büß / gemeiulich als ^ eine Tafel für/ dre uns G(!ött / nach dein ^ Schis-Bruch zu unserer Errettung dar- , bietet. Schlagen wir aus / uns derselbigen zu- j bedienen / so stürtzen wir uns ftlbst in einen sol, , chen Abgrund des Fluchs und der Naache/ wcl- ^ eher weder Grund noch Boden hat. § 11. Diese Wahrheit ist so sonnenklar /daß , man behaubten käme/ es scye eben keiner sonder- , baren Offenbahrung vonnöhten / diesclbige zu- , begreiffen. Sie begreift solche deutliche Sachen - in steh / an denen die Beruunfc selbsten / uns z nichtzweiflen lasset. Dann wer wolre sich wol < einbilden können / daß Gott einem unbuß- fertigen Mensiben / feine Gnade erzeigen < solt?^ Wer dürfte von ihm forderen/ daß er der j Menschen Gottlosigkeit und Vcrstockung mit j aller Glückseligkeit / ja mit aller Herrlichkeit sei, , nes Reichs belohnen solte? Kan auch jemand j gedencken / GOtt werde erst in dem ewigen , Leben den Underscheid zwüfchen den Frommen j und Gottlosen aufheben / welche er in diesem § doch so sorgfältig in viel Wege gezeiget hat? , Wo wurde alsdann seine Gerechtigkeit bleiben ? § Wo wurde seine Heiligkeit/und die unverander- j liehe Richtigkeit seiner Gerichten / hinkommen ? , Wer wolle sich mit Ernst auf die Gottseligkeit , legen/wann dieselbige uns in diesem Leben so viel j Trübsal zuzöge/ und wir in dem zukünffügen kei- i ilen Vortheil darvon zuerwarten hätten? I 2 .Es 7 Don der Büß. Lap. >. ir. Esstimniethiemitauch die Vernunft die, sem Lehrsatz bey / daß die Büß der Vergebung der Sünden vorgehen/ und derjenige / welcher stch durch seine Laster von GOtt entfernet hat/ lmderum durch seine Bekehrung zu ihm nahen müsse. Derjenige/ welcher durch feine Wider- spänliigkeit und Hochmuht sich wider Gott erhe, bet hat / muß steh durch Demuht/ Underthamg- Mgkeit und Büß / der Ordnung Gottes/ welche er überschritten / wiederum underwerffen. Sonst wurde nichts als Unordnung und Ver» wirrung anzutreffen seyn. Dieses brächte eben eine so ungeheure Vermischung aller Dingen Mit sich / als zum wenigsten die>enigewar/ die sich in der Welt befunden / ehe ein Geschöpf von dem anderen ordeniich und sonderbarlich under«. Icheiden worden. i Z. Diese Nohrwendchkeit erstrecket steh so weit / daß kein VNensch weder nach der Schuldigkeit/ noch ür der That selbst/ sich deren entreißen kan. ES müssen alle Sünder ihre Ubertretrungen bereuen / gutwillig oder durch Gewalt; in diesem / oder in dein zukünftigen Leben. Der Schmerlen muß auf die Sünden folgen: Wir können die Empfindlichkeit desselben zwar wol für eine Zeit aufschieben/ oder unnützlich machen; aber wir können dessen Unwidertrcibliche Nohtwcndigkeit nicht aufhoben. Wollen wir denfelbigen nicht auf Erden empfinden/ so müssen wir ihn in der Hölle/ ja ostt bor der Hölle / empfinden. Dann wer wilzwels, / daß nicht die Seelen der Gottlosen/ in dem Augenblick/ da sie bey dem Austritt aus dieser A 4 Welt, s De s ersten Buch« / erster Theil _ ! Weit bereit stehet für den Ricyrer-Etuhl Gottes zukommen / und da sie die Vorbereitung zu dem erschrocklichen Gericht' für welches sie mutz gesteilet werden/ anhebt zurrblicken/ zum aller-' heftigsten sich entsetze über diejenige Gottlosigkeiten / von welchen sie anjetzo Rechenschaft gehen muß / mir) die sich ihro mit gcmtzem Hauffc>> auf einmahl / in ihren Gedancken / fürstellen? Wer wil zweifien / daß sie nicht nur dannzumah- len durch Horcht und Schrecken; sondern auch durch Schmertzen/ und zwar durch den allerem» Pfindlichsten Schmertzen befallen / und gantzlich über - und eingenommen werde ? 14. Das einige N ntcel/sich dessen zuentla- den/ und mir aufgerichtem-haubt vordrem fein entsetzlichen sichrer - Stuhl zuer schein «en/ist/daß inan die Empfindung oer Ixeue- «icht auf den letften Augendlick arrfichie- be: sondern daß man bey Zeiten/ und weil eS am nützlichsten seyn kan / sich zur Busse schicke., Sonsten wird der Schmertzen / wie heftig ee immer seye/ nichts mehr nützen/ daanjetzo dersel» biac/ ob er gleich nicht so groß wäre/wann er nur aufrichtig ist / grossen Nutzen schasset. Das l l. Capitel. Der jämmerliche Zustand eines Sünders / solle denfelbrgen zur Büß vermögen. stellet aber nichts dieVlohcwen» digkeic der Büß/uns so deutlicl> under die Augeir/als die Berrach« M'ng _Von der Büß. Cap. 2._y t- tur»g des unseligen Zustands aller Unduß-- jl» fertigen. Ihr Unglück ist so groß/ daß man sich >tz richt genug verwunderen kan / wie ein Mensch r- einen Augenblick in demselbigen / ohne die Vor- z-» zweiflung/beharren könne. Was verdienet auch e-» mehr/ bitterlich von uns beweinet ZUwerden/M lt der Zustand dieser elenden Teuffels - Knechten/ ? dieser erbärmlichen Schlachk-Opferen der gött- )-» lichen Raache ? Man muß sich hier nicht bey de«. l> uen Dingen aufhalten / welche die äusserlich^ i» Sinne berühren: Man muß sich nicht verölen-» l> den lassen/durch den eitelen Schein/mit deme sis umgeben sind; sondern man muß darnach tracht r- ten/ wie man durch das Hecht des Glaubens/ die ^ verschiedene Stuck der Forcht/ welche sie bcstür- met/entdecken möge. Wie wenig man sich diese!-» e- hige zu Sinne leget / so bin ich doch gewüß / daß - Man sich heftigst darüber entsetzen werde. ä 2. Sie sind zu allervorderist linderworft» fen der Tyrannev des Sacans / welcher mit e ihren Hertzen / als mit einem eroberten Land- k Umgehet: Er richtet täglich einen neuen Ianr- k Mer darinnen an / und hinderlaffet traurige Kennzeichen seiner Grausamkeit. Ich gestehe es/ man mercket diese Würckungen der teuffelischen Bosheit nicht / oder / wann man sie mercket/ so liebet man sie und erfreuet sich darüber. Aber ' eben dieses ist die allergewüffeste Abbildung des . Mimerlichen Zustand des Sünders: Eben die-, fts zeiget / wie tief er diesem grausamen Meister Underworffen worden / sintemahien man ihme ^ knechtischer nicht underthan seyn kan / als waim - may ihme so meit uudcrworssen ist/ daß mmr j. A, 5. einen» «v_Des ersten Buch s/ erster Theil einen Gefallen an seiner Knechtschaft traget/und nur nicht nach der Widererlangung der Freyheit seufzen kan. Dahero kommet es / daß der Sohn Gottes diesen falschen Frieden eines Sünders/ für das gewüsseste Zeichen seiner Knechtschaft haltet. So lang ein Scarcker/ saget er / sein Haust bewahret / bleibet das Seinige in Sicherheit; imGrundkexkwirbgefetzet: Sie hleiben im Frieden. z. Indessen ist der Tenffel nicht der einige Ty- rann des Sünders. Er findet noch andere in seinen Gemuhrs-Bewegungen / welche nicht weniger grausam find. Es sind keine aus diesen Gemühts - Bewegungen / bey deren nicht etwas bitters und unerträgliches anzutreffen seye / bevorab / wann man nicht in dem Stand ist/ sie zuvergnügen/ welches sich vast täglich zutraget. Was für Schmertzen und Pein sind zuvergleichcn mit der Wutt eines Raach- gierigen / der seine Zorn - Empfindlichkeit nicht «Massen darf ? Was kan mit der Bestürtzung eines Geihhalses verglichen werden / wann er eintweders den Raub seiner Güteren / oder die Versaumuiig eines Gewünnes / auf den er sich selbst Hofnung gemachet hat/ vor seinen Augen sehen muß? Was mag mit der Unruhe eines Ehrgeltzigen in Vergleicht»^ kommen/ welcher/ unerachtct alles angewandten Fleisses/ sich nicht aus dem Staub und niederen Stand erhöhey kan? Wer wil sich etwas einbilden / das der Verzweiflung eines Hochmühtigen/welcher sich verachtet / oder eines Neidigen / welcher seinen Feind in Freuden / die er nimmermehr zerstören — _ Lap.r. «» ?an/ sehen muß/ zukomme? Gewüßlich/ ein jeg- ^ licher aus ihnen / haltet dasjenige / worauf sei- ^ ne GemühtS--Bewegungen gerichtet sind/ für ^ sein höchstes Gut; er siehet alles übrige mit ci- ner schlechten Bcgierd / ja viermahl / mit Ver, !" Achtung dargegen an. Jii was grosse Verww- ^ rang müssen die keuche dann gerahren / wann ^ sie sich ausser! dem Vermögen / dasjenige/ welches sie so sehr verlangen / und darnach sie mit p' grosser Begierde streben / zuerlangen / gesetzet ^ lusryn wüsten? . 4 - Aber auch dieses sind noch nicht die ausser- ^ sie Grantzen ihres Jammers. Dann wann th- ? nen ihre Sachen schon nach Wunsch ab- ^ laufsen / so kommen sie dieselbige wol so ? kheuran/ dass man sagen kan/sie haben viel, ^ weniger genxnmen/ damr verlohren. Was ^ Müssen iw nicht thun / ihren Zwcck zuerreichen ? ^ Sie müssen eine Gemühtö.Regungder andern t aufopften / und sie mögen kein verlangtes Gut 5 erwerben / ohne verlurst eineSandcren/ welches ' Nicht weniger wchrk stt. Sie lieben das Leben/ ' und müssen cS doch der Gefahr underwcrst ' fen. Sie lieben die Ruhe / und müssen sich doch ^ deren einschlagen. Sie lieben die Ehre/ und' ' müssen tausenderlei) verächtliche Sachen auß- richten. s. Man berr-ieger sich hiermit hcßl'ch/ wann inair sich den Stand der Sünden/ als einen Stand der Vergnügung vorstellet. Er ist nichts anders als eme immerwährende Folge von lauter Cchmertzen und Klagen / von Verdruß und Mruhe; und wann man gleich die »r ersten ^uchs/erster Theil_ die unzchuch viel vergebene Underfahungen / ei- tele Begierden / und verlohrne Hofnungen/ nirgendshin rechnen wolle / so sind allein die gewaltige Bemühungen / so man seinen Zweck zuerreichen / anzuwenden hat / genugsam uns zubereden / dasi der beste Fortgang der Sachen nicht wehrt seye/ der Mühe und Arbeit/ so daran verwendet worden. 6. Man muß indessen auch für nicht ein geringes anrechnen den Stand einer Seelen / welche sich unendlich vieler Sünden schuldig gemachet hat. Eine jegliche aus solchen Sünden ist eine tödliche Wunden / welche diese Seele durchstichek / ihro alle Kraft benim, met / und sie ihrer Schönheit gantz emblöffet. Man stelle sich denjenigen Verwund ten/ aus der Gleichnuß vor / welchem der barinhertzi- ge Samariter zu Hülste kommen ist. Man lnl« de sich ein / wie er mit Blut und Streichen bedecket / der Lange nach / auf der Strassen liege/ und alles Vermögens / nur einen Tritt zuthun/ beraubet seye. Ein solcher Anblick/ kommet dem leiblichen Besicht nicht so entsetzlich vor; als aber dem Gemähte vorkommet eine Seele/ welche mit vielen Sünden beflecket / welche die Krafft und das Leben der Gnaden verlohren hat: ja eigentlich zureden / ist jenes lang nicht ss abscheulich / dann der Anblick des verwandten Herbs bringet Mitleiden; aber die Betrachtung einer befleckten Seele / bringet Schrecken. Das Von der Büß. Lap.h Das III. Capitel. Cs ist kein Dmg so entsetzlich/ das man nicht von einem Sünder sagen möge. ich bischer gesaget/ stellet uns nuk Wls ä obenhin und unvollkommen den klag- llchcn Zustand eines Sünders vor. Man muß denselbigen um viel genauer undersu- chen. Man nnrst/ eigentlich von der Bach zure- den/rund bekennen/dasi bey demselbigen alles/ was man verachtet und verfluchet/ anzutreffen seye; Thumheit/ Unempfindlichkeit/ Blindheit/ Thorheit/ UndertruckungundAuß- rottung deren sonst am meisten in der Natur be- vesijgtenUrthoilen/Undanckbarkeit/Vlödigkeit; aus welchen schändlichen Unvollkommenheiten/ keine einige ist / die man bey demselbigen nicht ul dem höchsten Grad antreffe. , r. Seine Tbumheit kan nitgroffer seyn. Er verstehet die klaresten und leichtesten Sachen Nicht. Es ist nichts so klar/ als die Gründe/ welche ihn sein Leben zuveränderen/ antreiben sollen; doch schlaget er die geringste Achtung nicht auf diefelbiae. Die an sich selbst wichtigste und ihm nützlichste Dmg / werden von ihm nirgends hin gerechnet. Der gerechte Gott / welchen ek durch viel tausend abscheuliche Unthaten gerei- tzet; die Hölle/ welche allezeit ihren Rachen auft sperret ihn zuverschlmgen; die Teuffel/ welchö bereit sind / ihn in dieselbige zuschleppen; die! Ewigkeit alles Unglücks/ die Ewigkeit allst Un/ Vergnügung / uyp pjrl dergleichen Ding mehr/ möM «4 Des ersten Buchs/erster Theil mögen ihn allzumahl in dem geringsten nicht bewegen. Man redet init ihm darvon / man leget es ihm für Augen; aber er achtet dessen alles nichts. z. Seine Nnempfindlichkeit ist nicht geringer. Er rst beiägeret/ ja näher darvon zureden'/ eingenommen und überhäuffet / mit einer unbegreiflichen Menge solcher Üblen / welche auch den allerleichtfertigsten Menschen/ in die Verzweiflung zustürtzen / genugsam waren/ wann er dero Grösse begreiffen wurde. Es ist weit gefehlet/ daß er ein Mittel darwider ver« langen solle; dann er gedencket nicht einmahl daran. Er leget sich gantz auf andere Sachen; er ergiebet sich überall der Freude / und ist so thum/ daß er in einem solchen Stand / noch Freude haben kan. 4. Er ist so blind / daß ob er schon die -Hölle under seinen Füssen offen scher / er sich doch in diesclbige plötzlich hinabstür- tzcr. Man begehret ihn zurück zuziehen; aber er entwütschet/ wie ungern man es geschehen lasset. Man leget ihm in die Hand / und stellet für seine Augen eine Fackel/ darmit er den liessen Abgrund des Verderbens/ in welchen er sich zustürtzen laustet / ersehen könne; aber er be- schliesset seine Augen vor diesem Liechr. Die Fin- sternuß und seine Blindheit/ sind ihm viel lieber/ als die Klarheit/ die ihn von dem Under- gang abziehet. s. Er ist st> lmbesmnet / daß er nicht wil glückselig seyn / ob er schon konre. Die Glückseligkeit selbst / suchet ihn Mltten in seinem Elend; Von der Büß. Tap.z. Elend; aber er verachtet sie; wasmanchmeda- von saget / nimmst er mrt Verdruß und Unwil- len auf. Er mag sich einen gewüsien Zweck in seinen Geschäften vorstellen / odermcht; so gebraucht er doch allezeit solche Mittel/ die ihm an seinem Vorhaben am meisten hinderlich sind. Was er zu seiner Erhöhung brauchet/schlaget ihn darnieder. Jndeme er Liebe suchet / machet er sich verhaßt. Er suchet Freud und verursachet sich tausenderley Schmecken. Er trachtet nach der Glückseligkeit/ und wältzct sich in das Elend. L. Er ist so widersinnig/ daß ihm keiner von seinen Feinden so viel Leides thun kan/ als er sich sechsten zuziehet. Seine Feinde können ihn seiner Ehren / Güteren und des Lebens berauben; aber der Verlurst seiner Selig- keit/ kan ihm von niemand/ als von ihm selbst und aus seinem eignen Willen / zugezogen werden. Seine Verdamnuß ist sein eigen Werck/ und er kan sie keinem andern Dmg/ als seiner eigenen Wahl zumessen. Alle Menschen insgesamt/ ja alle Teufel aufeinen Haussen könten ihn/ ohne sein Zustimmen/ nicht in das Verderben bringen: und traget schon der Teufel etwas bey - zu des Sünders Verdammte; so steu- ret doch der Sünder selbst noch vilmehr darzu. Der Teufel kan nichts bep ilgn ausreichten als durch Einrathen und Einbtasen. Er kan uns nicht nothzwingen: hat er das Vermögen uns anzugreifen / so siehet es bey uns ihme zuwider- siehen. Er kan uns das Böse rechten / und wir können feinen bösen ^aht verwerffen. Sein ,6 Des ersten Buchs/erster Eheil ^ Haß ist hiemit unmachtig genug. Aber der Haß/ den wir gegen uns selbsten tragen / ist so kräftig/ daß ferne Würckungen durch nichts sich hindere treiben lassen. 7. Alles was Gott von uns erforderet / gehet dahin / daß wir mit uns selbst Mitleiden habest sollen. Wir haben Vassclbige oft gegen Leuthe/ ^ an denen uns nichts gelegen ist: ja manchmahl gegen unsere Feinde. Aber der Sünder hat kein Mitleiden mir sich selbst» Die Übermaß seines Elends gehet ihm nicht zu Herßen. Er sie» het es ohne Bewegung an. Er laßt sichs nicht angelegen seyn/ darnach zukrachten / wie er eint- wedersdas Übel/ so er empfindet/ abwenden/ oder sich gegen dasjenige/ so ihmebevorstehet/ bewahren möge. 8. Er vergiftet alles / woran er geben- cken solte / insonderheit zweyer Haübrstu- cken / die er sich doch allezeit in seinem Gemüht ^ vorzustellen/ pflichtig ist/ nämlich seiner Sünden und der Giftigkeit seines Gottes. Et ! solte an seine Sünden gedencken / darum er de- > tcn Vergebung erlangen und sich darvor hütest könte; an die Gütigkeit Gottes solte er geden- ^ cken / darmit er darfür danckbar sich erzeigete. l Eine jede Sünde/ welche er begehet ist eine neue ! Verwundung seiner Seelen / und kan nicht an- ! derst geheftet werden / als durch die Kraft des 1 heilsamen BlutS JEsu Christi/ angenommen durch einen lebendigen Glauben und aufrichtige ! Büß. An statt nun / daß er zu diesen Mittelst ! seine Zuflucht nehmen / und kräftigst darnach/ ! W er möge geheftet werden/sich bewerben solte? ! pergis- ^ _ VonderBuß. Lap. ?. 17 ßl b-'rqisscl er seines Schadens / und wird der g/ Wunden seines Hertzens niemahlen so wol in- :r- neu / daß ihm nicht ein unvergleichlich mehrers verborgen bleche. >et . 9. Gorr hat ihn mit seinen Wohlthaten über, est Mittet. Er ist der Gütigkcit Gottes zudanckctt >e/ verbunden / für alles / was er hat; ja/ noch viel- ihl mehr für das / so er nicht hat/ was er verlohnn at hat / und was er haben könte. Geziemet es steh/ aß ftmahl dieser Gnaden zuvcrgessen ? Geziemet eS ie, s»ch nicht Fleiß anzukehren / daß er kein Ding ht verabsäume / mit dein er seine Dankbarkeit bett, Argen tönte ? Aber was thut er in diesem Fahl ? n/ Gedencktt er an ein einige Wohlthat Gottes? !t/ Was vergütet er ihme darfür anders / als lauter Unbill? n- r.o. Seine Zagheik ist überaus groß. Das u-° geringste Ding machet ihn erzitteren.Em Wort/ ht ein ernsthafter Geberd / erschrecket ihn. Er ent- n-- setzet sich ah denen widrigen Urtheilen der aller- N geringsten Leuthen; auch deren / welche er seb- >e- der verachtet. Er erniedriget sich vor ihnen auf eN tausenderley Weise / nur damit er ihnen einen n> elenden Ruhm aviage / oder Anlaß von ihm zu- lk reden gebe. Er Hasser diegantze Weit / und lieb, ue koset der gantzen Weit. Er fpabret keine Gelenk genheit / denen zuschaden / welchen er die bestes Wort gibst. e»1 ^ l. wil nicht sagen von seiner Nnbe- gt standjgkeit/ von seiner Gottlosigkeit/von lrt seiner Eitelkeit /und seinen übrigen Manch geln. Was ich erzehlet kab/ ist genügsam zuzei- e/ 8en / mit was sich Augen er sich selbst ansehen it- B solle/ «s Des ersten Brrch's/ erster Theil _ solte / und was für einen Abscheu er ab sich selb» sien haben wurde/ wann er sich recht erkcnnere. Das I V. Capitel. Gottes Ungnad und Zorn/ ist auf den Sünder gerichtet. n ,^Ver siehe i es folget ein Ding/ welches ^ noch viel erschröcklicher ist / als alles/ von deine wir bißhero geredet haben. Siehe! den letiien und kräftigsten Beweißchum des kläglichen Zustands eines Sünders! Das völlige Gewicht des göttlichen Zorns/ stehet in Bereitschaft ihn zuertrucken. Damit wir / was dieses seye / begreiffen / ist nicht von» nöhten/ daß wir uns aufhalten mit der Verglich chung einesHöflings/vem ein bloffesSchwerdt/ also über sein Haupt gehenckt ist/ an einem Har- lein/ daß es unmöglich ist/ daß es ihm nicht/wasi das Härtern bricht / aus das Haupt falle/ und ihn elendiglich durchsteche. Diese Abbildung/ kommet nicht in die geringste Gleichheit milde» me / so ich in meinem Hertzen darüber abfasse. Man muß sich ein gantzes Meer; aber ein feuriges Meer vorstellen/ welches über den Wolckeii hanget/ und fertig ist/ sich alle Augenblick scher die Gottlosen außzugiessen / sie zuverschlingen/ ihnen bis in das innerste Markhineinzudrinqen/ und zumachen / daß mich das allerkleincste Thei» Im/ daraus es bestehet / ihnen ewige Schmer» tzen und Pein verursache. r. Der Zorn des Menschen/ ist entsetzt lich. Die tägliche Erfahrung/leget darvon die kräftig- Von der Bü ß. Eap.q. _^ kräftigste BeweisilhUr Augen, was sott aber dieses seyn gegen dein Zorn Gorces/ desselbtgen Goites/ dessen Gewall mcl)ts aufhalten kan ? Desselben Gottes, welcher die Sünde über alles hasset / und welcher mit seiner gerechtesten Wag auch die allerleichteste Gran der Bosiheit und geringste Unordnungen unsers Thuns abwiget? Er stehet diejenige Ding' ab denen wir erstauneten/ wann wir nur den wenigsten Theil darvon bemercken wurden. Er siehet tausenderley heimlicl-e Einwürsse/ gegen unsere Pflicht. Ersiehe! unzehljchviel Umstände, deren jede die Sünde vergrößeren. Mit einem Wort / er siehet mehr dann tausend Sünden in einer Sünde. O welch ein Sach/ für so reine, ^heilige Augen ! O welch ein erscl-röckliches Schauspiel? Könte man sich auch etwas einbilden/ das nachttücklicher seine Raach aufzuwecken / vermöglichseye? ?. Gern Ernst/ ist mrht weniger unendlich/ dann alle seine übrige Vollkommenheiten: Es ist keine under denselbigen/ welche nicht die Unermeßiichkeit ein-und alle Einschran- ckung / außschliesse. Mau kau dsrohalben bey Wer jeden abnehmen/ was alle übrige vermögen außzurichten. Wil man zum Erempel wüst ftn/ was seine Gerechtigkeit für die Gottloser» bereite; so darf man nur erwägen / was seine" Barmhertzigkeit den Heiligen zum Besten ge- machet habe. Sie hat ihnen den Himmel zubereitet. Sie behaltet ihnen an düstm herrlichen Freuden,Orth/ unermDiche und unbegreifliche Güter auf. Sie hat ihnen nicht die Besitzung B 2 emiger ro Des ersten Buchs/erster Theil __ einiger Ereaturen bcsiimmel / deren ^ürtref- lichkeit und Nutzbarkeit nicht änderst als cingc- schranchet seyn kan ; sondern des Schepffers selbst / welcher ibr Schatz/ ihr Theil/ und ihr Lohn seyn wil. Sehet was seine Barmhertzig- kelt denen Gefässen seiner Gnaden, habe zuberei- ten können : Was wird dann seine Gerechtigkeit gegen die Griffe seinesZorns undErnsts außricht.'n mögen? 4 IManmocbre sagen/ seineBarm her- yigkeit werde villeicht seinen Ernst milre- ren/ und ihnen mit dem grösten Theil dn-verdienten Pein und Straffe verschonen. Watt bekrieget sieb aber / wann man dergleicben Gedancken hager. Gk.Iacob gibt uns hiervon einen gantz anderen Bericht/ Cap.ll.ir. sagende: Es wird aber einunbarmheryig Gcrictrr üaer den gehen/ der nict)t Barm- hcrtzlgkeir gethan hat. Ein unbarmheryig Gericht / jaget der Apostel/ das ist, ein Gerrcht des gröffesten Ernsts. Die Strenge wird sich da in dem allerhöchsten Grad erzeigen / und das ge-j ringst« von ihremRecht nicht verabsäumen. Das ist es, was die Unbulffertigcn zuerwarlen baden. Mangelt noch etwas weners/ uns die Grösst und Schwäre ihrer Straffen/ auf das nach* trück ii-t-ste anzuzeigen? 5. Ebnermassen sehen wir/ daß die heilige Schrift / alles was beschwerlich auf dieser Welt seyn mag/zusammen fasse/ das Elend und die Schmerzen der Verdamren/ dar- durch vorzustellen. Die Geburtb-Schmer- tzen / die Pein Mid L)ugqi eines verzehrenden Feuers/ _Von der BE« Lap.4. _r, ss, Feuers; der feurige p,ul; der Psul so non Schwefel brennet; der nagende wurm/ ^ so nimmer snrdet; und hundert dergleichen hx Vchmertzen/ sind dasselbigr greife Übel. welches ^ diese Elende ewig außzustehen haben, bj, 6 Man inschte hier einwenden/das seye q, blosse Gleichnuß-Reden/ und man müsse sich woloarvor hüten / daß man keine derselbigen m eigenliichem Verstand nehme. Ich gestehe es r, gern; aber ich bekenne zugleich/ daß eben dises mir am allerencsetzlichsten vorkonie. Dann x- wem ist nicht bekant / daß die Gleichnussen mit ^ welchen die H. Schrift / uns die Dinge des zu» künftigen Lebens / beschreibet/ weit geringer !r, ' seyen/als das Wesen derselbigen selbst? 7. Man urtheile von demjenigen/ was sie von ic» denen V rdamten saget / durch cine^Vergleb ,> chung mit deine / was sie von denen Seligen re-> jq det. Die bezeuget von diesen / sie werden in dem hl Himmelreich zu Tische sitzen; sie werden dw stlbsten das Brod essen; sie werden gcsattiget >§, werden nur dem verborgenen Manna / und de» »ien Früchten des Baums des Lebens; sie N. Werden gesättiget werden von dem Marek und ^ Fetten/ undmir wolluji gcrrancter/ wie mit h, einem Strobm. Wie wei?mögen diese Gleich- vuffen / die Sach sellssten nicht erreichen? Und was wäre das für eine Seligkeit der Heiligen/ wann diese Vorstellungen derselbigen/ in ihrem ,y eigentlichen und buchstäblichen V-rstavd, mü - r, stenaufdas genaueste geuouuneu werden? r, 8. Gleichwie deßhalben die Herrlichkeit der u twig-Seligen / eine weit herrlichere und solche ^ B? Sacb rr Des ersten Buchs/trster Theil_ Sach ist / die wir unvergleichlich mehr zuwün- schen haben , als alle Mahlzeiten / d»e in Brod/ c Nianria / Früchten und dergleichen Diilgen bs- / stel-en: Also ist auch ungezweijftll gewüß/ daß ' der Jammer der Verdamten/viel erschröcklicher seye/als waim sie allein die Pein/ Flammen und andere Schmertzen/welche chnen Gottes Wort/ ' androhet/ zuerwarten hätten. 9. Man muß hier keines wegs den al-r lerenrsetzlichften Umstand ihres Unglücks/ : verhelfen / welcher ist dejselbistcn Ünver- : änderlichkcit. Alle Übel / die man auf dieser . Welt außzustehen hat / können noch einiger maß , sen verbesseret werden. Man findet wider alle cm Mittel / zum wenigsten in dem Tod selbsten. , Derowegen ist nichts / das nicht / ohne die Ge- ^ dult darüber zuverliehren / und den Muht völlig ^ sincken zulassen / könne und solle erduldet wer- ^ den. Aber die Plagen / von welchen ich hier ke- ^ de / sind gantz einer anderen Art. Sie werden s nimmermehr aufhören. Sie werden niemahl ^ geringer werden / und niemahl wird man sich ^ deren angewöhnen / und sich darinnen erhar- ten können. Nach vielen tausendmahl tausend , Jahrhunderten/ werden sie eben so lebhaft/ und c so empfindlich seyn / als an dem Anfang: Es f mag sich die Ewigkeit selbsien / so weit / und aber weiterstrecken / so tvird sie doch ihnen nun» ^ mer einigen Trost / Verringerung oder' § Hülfs-Mittel an die Hände „ gehen. d Das I- '/ ß k v c/ l/ r e s. e r. - z - - i l - > ) > ^_von der Büß. Lap.s. _21 Das V. Laptrel. Daß die Sünder unerträglich styen/ welche ntinnahlenanden grossen Vortheil / so aus der Büß ihnen zuwachset/ qcdcncke». k -^^8Ier habeir wir einen Theil des Uir- glücke/welches aufdie Unbußfew rigen warcet/becrachter. Ich fra ge sie jeyund / ob sie auch zuin öftern daran gedencken/ oder obsiegar in denen Lasieren und Liebe dorwelt erfossen seyen / dasi es ihnen niemahlen zu Ginne kommet/ an diese hochwichtige Dinge zusimien ^ 2. Beschicht das Letsiere/so sind sie mehr dann unglückselig. Dann es erhellet zuallcr- vorderist daraus/daß sie/ ohne Zurücksehen.' verlohrcn seyen. Oder / was wil man auch imcker von solchen Leuthen erwarten / welche einen so abscheulichen Nebentritt zuthun / fähig lind ? Was mag dann gefunden werden/ solche Leuthe zubewegen / welche ein Mittel außgeson- nen haben/ ihr Gewüssen überal zuvermchrigen/ das Liecht, welches die Natur sechsten ihrer Seelen eingepflantzet hat / außzuloschen / und ihre Vernunft in einen so liessen Abgrund der gräs- sesien Thumheit/ darnieder zustürtzen? Solle nian nicht billich daraus einen richtigen Schluß Machen / daß alles / was sie hinkünftig vsrneh- Nien / daß alle und jede aus ihren Handlungen/ alle und jede aus ihren Gedanckcn/zu nichts anders ihnen dienen werden / als die Lasier je mehr Und mehr in ihrem Hertzen Wurtzelvest zusetzen/ B 4 den )4 Des ersten Sttck«/erster Theil den Teußet/ m der Macht so er über sie hat/zube- starcken/ den Zorn Gottes zureitzen/ und sie zu- verhinderen / daß sie nie! l die geringste Wüst ckung seiner Gnaden/ empfinden können? z. Man weißt wol/ daß ein gcwüffer Stand der Verhärtung und Eigensinnigkelt seye / in »velclxm man nicht anders / als nach und »ach/ verfallet / ja/ in welchen man/ nach dem Artheil vieler Gotts-Geiehrten/ niemahlen/ oder doch/ nach anderer Meynung / so gar wenig gerahtet/ daß wann es je geschiehet / es für eine Gattung der Wunderwerckcn angesehen wird. Besetzet nun / daßienrandin demsilbigcn wäre/ so köntö man schwerlich eine grössere und unüberwindlichere Hinvernuß des Heils finden / als/ so jemand sich sechsten in diesen entsetzlichen Zustand verseilen wurde, vaulus redet diese elende Menschen also an: Röm.ll.s. Du aber/ nach deinem verstockten und unblißferrigeiiHer- yen/ häuftest dir selbst den Zorn/'ausden Tag des Zorns / und der Oftenbahrung des gerechten Gerichts Gorres. Es ist indessen augenscheinlich zubemercken / daß diese Verhärtung nicht weirers gehen könte / als daß sie die Gottlosen immerdar von dem Nachdrucken der Ewigkeit abhalte. Dieses lsi der leiste Staffel / und der allerhöchste Grad zu welchem es ohnmöglich ist / etwas weiters hinzuzuthun. Was hat man dann für Anlaß/ sich sechsten von ihrer Widcrkehrung die geringste Ge« danckea zumachen? 4. Um soviel destomchr/ diewcilenzwüschen diesem Hlgffel der Verhärtung/auf welchen sie gestic- von der BG. Lap.?._2? gestiegen / und einer aufrichtig«wahren Bekehrung/ eine so grosse Weite liget/ daß/ wann es sich begebe / daß sie gleich einige Schritt gegen den Weg des Himmels thäten/ sie gleichwol so langsam darauf/ allem Ansehen nach- fortschreiten wurden / daß es ein übergroffes Wunder tväre/wann sie/ nachdem sie einmahl so weit von ihrem Zieh! zurückgeblieben / den völligen Weg so sich befindet / zwüschen ihnen und dem Orth/ nachdem sie ihr Absehen gerichtet haben solten/ durchlauffen wurden. s - Es ist derowegen keine Hofnung von ihrer Seligkeit zuhaben / und dieses ist die erste Betrachtung / welche ihren jämmerlichen Zustand entdecket. Die viehische Thumheir/welche aus ihrem ganzen Thun herfirr scheinet/ wacher dieses noch klärer. Oder kan auch et- tvas thümmers außgesonnen werden / als daß wan mit einem so entsetzlichen Übel bedrohet/ und immerdar in der Gefahr ist/ darvon übeira. schet zuwerden / und gleichwol nicht einmahl begehret/darvon errettetzuwerden/ja nicht einmal daran gedencket? Daß man gleich denen aller- thumesten Thieren/sich allein an das Gegenwär, tige bindet / und nicht das geringste Nachsinnen auf das Zukünftige richtet ? Ist dieses nicht ein solch abscheulicher Nebentrilt/ daß denselbigen keiner begehen kan / welcher nicht ein Mittel die Natur sechsten außzuziehen / und aller Menschlichkeit abzusagen / erfunden hat? 6. Sie sinnen nicht an die Ewigkeit. A- der / warum sinnen sie nicht daran ? Ist sie der Muhe/ ihrongchzudenckeli/ nicht wehrt? Kan Drs erste n Buch s/ er ster Theil ^ man dann etwas finden'daß mchr unsers Nach- ^ finnens würdig wäre? Ist sie nicht das allergrös- ^ feste/ undcigentlicher darvon zureden/ ein an sich ^ selbst unermäßlichcs Ding? Woran ist einem jeg« lichen under uns mehr gelegen/ als an der Ewig- . keil? Man vergleiche sie gleich / ich wil nicht sa> w gen mit jeder geringen Sael) / deren wir uns doch sehr ergeben/ allein; ich wil auch nicht sagen ^ mit allen zugleich; sondern mit allen und jeden A guten / wie nicht weniger mit allen und jeden bö- ^ sen Dingen / welche aufdergantzenWeltanzu- ^ treffen sind/ oder nur in der Einbildung densel- A bigen möchten ^gesellet werden. Was wil die» ^ seö alles seyn / wann man es auf einen Haussen ^ mit ihro in eine Vergleichung stellen wil ? ^ 7. Daß aber viel nicht daran ged encken/ ^ komt es vielleicht dahero / weilen man sie »' ineinahlenderselbigenerrinnererhat^ 2lch nein. Man redet mit ihnen alle Tag darvon. ^ Aber/ gesetzt/ daß niemand mit ihnen darvon re-- " bete. Gölten sie nicht von sich selbsten daran ge- .. dencken? Solle ihr eigener Nutzen / ihr eigen ^ Gewüsien / ja ihre eigene Vernunft / ihnen ge* A statten können / daß sie niemahl an eine so wich- tigeSachgedcncken? ^ 8. Daß sie niemahlen daraw gedencken/ kommet in Wahrheit nur dahero / weilen sie nie daran zugedeneken verlangen. Sie A zagen diese Vorstellung / welche sie in Verwir- rung setzen möchte / gern von sich hinweg. Sie erfinden allerley Mittel / diesclbigen von sich ab-- zubalken/und fallen mir dieses OrthszweyDmg vor / deren ich eines so wenig begreiffen kan/ " Von derBusi. Lap.§. _A als das andere: Nämlich/ daß sie sollen dieft Gedancken abzuschaffen begehren / und so sie «6 begehren / ihr Verlangen in das Werck stellen können. 9. Dann was hat man doch bey dem ersten / für einen Vortheil zuerwarteu. wann Man niemal an die Hölle gedrncker? Aan man dardurch das besorgende Übel verhinderen / daß es desto langsamer einbreche? Kan man dessen Ankunft verzögeren? Machet man dardurch nicht vielmehr / daß man ihm 8 «r nicht entgehen kan? O verwunderliche und entsetzliche Blindheit! Wann man ernstlich an dieses abscheuliche Elend gedächte/ so könte man es vermeiden; aber man wil sich lieber der Empfindung, als der Betrachtung desselbigen/ um derwerffey. Man wil lieber darmit in alle Ewig» reit überfallen werden / als demselbigen einen Augenblick nachsinnen. Wer wil diese Sache recht begreiffen mögen? . rv. Oder ist es leichter zufassen/ daß sie chren Zrveck/mmmer an die Ewigkeit zuge- dencken/ werden erreichen können ? Wir kehren täglich den grossen Fleiß an / solche Sachen aus dem Sinne zuschlagen/ die uns beunruhigen ; aber wir müssen doch unser Vorhaben mcht nußzuführen. Wir mögen das Nachsinnen an diesclbigen außzubannen / so viel Kräfte anspannen/ als wir können/ und uns aller möglichsten Kunstgriffen darzu bedienen / so erreichen ivir doch das vorgesetzte Ziel lange nicht. Solche perdneßlicye Einfälle stellen sich / uns zu Trutz, immerdar bey uns ein/ und je unangenehmer sie ersten Buchs/ uns sind/ je hartnäckiger suchen sie unsundcr die ^ Augen Mretren. Wie so!t> es dann köni.en ge- ^ fchehen / daß wir die Ewigkeit sechsten gänh.lch ' aus unseren, Sinne schlagen / da uns doch die* selbige durch so viel Dinge nachlruckilchsi und ' liessest eingepräget wird ? , ! r i. Ich tun die Ursachen dieser zweyfachen ' Würckung wol absehen,aber diese Ursachen kom» ' wen mir / bey nahem/ eben so unbegreiflich vor/ als dero Würckung selbst. Man begehret an die Ewigkeit/ wre viel auch unmerunv daran gelegen seyn mag/ darum nicht zngedencken/ weilen man an das Gegenwärtige so genau verstricket ist / daßmandas Zukünftigefüc lauter nichts achter. Die Vorstellung des Künftigen/ greifs t unser Hertz nicht an weilen sie eine entfernte Vorstellung ist / weiche durch die äußerliche Sinne/ noch nicht in unser Ge- müht sich hat hinemgedrungen. Wir sind gat zu grob/ und an dir äusserlich- Sinnlichkeiten/ s» sehr angebunden / daß die Dinge / so allein durch den Verstand müssen begriffen werden uns nicht sonderlich zubewegen pflegen. Und dahero geschiehet es/ daß das Zukünftige/ welches wir nicht sehen/ bey uns gegen dem Gegenwärtigen/ welches wir sehen und fühlen / in keine Achtung kommet. i r. Aber was kan mehr derVermmft entgegen streiren/als eine solche Gemühts-Be- wandnuß? Was ist daran gelegen/ das Übel siyr schon vorlxmden/oder man erwarte es noch- Was ist daran gelegen / man bemercke es durch den Verstand oder die Sittlichkeit wann es nur eine» »e ,e- ch id rn n« r/ in 1/ m rc es !N ch e- ic so ch ht >e- ir n/ h- p- e- ei )? ch lir -e» .. _ Von der Bn ß. Cap.^. _rZ rinerscirs gcwüß und unfehlbar über uns kom- wen/ anderseits aber^ seiner Natur nach und an sich selbst/ groß und abscheulich seyn wird ^ Wer wil aber zweiffeln-daß diese beydeBeschaffenhei- ten nicht bey demjenigenElend/init deine uns die Ewigkeit bedrohet/ anzutreffen seyen? Kan man demselbigenobne Büß entrinnen ? Ist es nicht ohne dem unermäschch und unendlich? Was kan dann thummers erdacht werden/ als daß man es liederlicher Weise aus dem Sme schlage/nur al, lein aus de.nGrund/weilen es erst in das zukünftige kommen solle und so bewandt ist daß man es nicht schcn kan ? Was hilft es/ wann man es nur dermalen eins schcn/empjniden ja eigentlich gar darvon eingenommen und überfallen seyn muß? i Z Es bleib, t hiemtt darbey d ch ev eine vast Unbegreifliche Sach sey' / daß jemand nicht an die Ewigkeit zngedencken begehre/ oder würklich M) dicseibige niemahlen zu Sinne legen solle.^S Ware zuwünschen/ daß diejenige/ welche sichcmf diese Seiten lcncken/ ihr eigen ^erfahren nur «in wenig undersucheten. Wie geringen Fleiß sie darauf verwenden wurden / so wäre es doch unmöglich daß sie sich nicht darüber entsetzen sollen. Das V1. Capitel. Daß diejenigenSünder/noch viel weniger Zuertragcn ftyeu/welche zwarett sich dieser Wahrheit errinneren; aber dar- mrt das Gespött treiben. es brincren es nickt alle Sän-« der / so rveic mir ihrer viehrfcheit Thuri^ zo D es er sten Bu chs / erster Theil_ Thumheic. Man findet solche / die würck- . lrch diesen wichtigen wahrheirs - Sätzen ' nachsinnen. Sie Assen darüber ihre Gedan- cken ab : Gleichwol ist ihnen dieses alles nicht genug / sie zu der Büß zuverleiren, ! Woher kommet doch dieses? Nommec es da- her/ daß sie diese Sachen nur zu dem Ende bey sich selbst überlegen / damit sie ihr Gespötts darmir treiben / und als mit Träumen und blödsinnigen Einfallen darmit umgehen mögen ? Man wil mich vergewüsseren/daß vrel der- gleichen Leuthe anzutreffen/welche dieses zuthun sich entblöden: und gewüßlich / man stellet mir dieses so lebhaft und mit so genauen Umstanden für/ daß/ wie schwer mir dieses Ding zuglaubeN vorkommet/ ich gleichwol nicht weis/was ich dargegen einwenden solle. ' 2. )st dem also/so übersteiget ihre Blind- ^ heic meinen Derstand. Deroselbigen Grösse zuentdecken / wil ich keine Beweißthum zu Be- , stärckung derWahrl)eit unsererChristlichen Re- ' ligion einfül-ren. Ich wil micl) nicht bemühen/ . zuzeigen / daß diese Beweißthum von sich selbst genugsam seyen / einen besten / vernunftmässl- , gen / und mit allem gesunden Urtheil überein- : stimmenden Bepfahl / zuergwünnen. Ich nrü- ! sie mich allzulang darbe») aufhalten. Ich wil da- > hero mich mit einer einigen Betrachtung vergnü- ^ gen. Nemlich/ daß wann es sich solle zutragen/ , daß die Christliche Religion / in der That falsch § wäre / gleichwol diese Leuthe die wenigste Ge> « wüßheit von der Falschheit derselbigen / niB » haben könten. 5 . rast Von der Büß. Cap. 6 . _ ?. Lasset uns zum Beyspiel nchmen/die Lehr/ daß ein Gott seye / als aufwelcherder erste Grund unserer Religion bestehet. Ich sage/ ein Gortes-Verläugner/könne M) keineswegs rühmen/ daß dasjenige/ was er darvon ger denckec / die Wahrheit seye. Dann wann wahrhaftig kein Gott wäre / so es änderst erlaubet ist/ einen solchen Satz jutichten/ so könle doch dieser entsetzliche Grundsatz nicht erwiesen werden. Es wäre unmöglich / Beweißthum dessen aufzubringen / und wann man gleich einige Her- für brächte / so waren sie doch gantz kunbiich falsch. Die Falschheit solcher Dingen / welche denen Sinnen unbekant sind/ kan niemahlen erwiesen werden. Wormit wil man darthun/ daß keine andere / von der unfirigen underschie- dene Welt seye / in deren kleinere oder grössere Menschen/ als wlr sind/ anzutreffen? Wie wil umn gründlich behaupten / daß in dem Mond/ oder denen sogenanten Trabanten des Jupiters/ keine Thiere zufinden seyen? . 4. Wann ebenermassen der Gorcs-Wer- laugneren Weynung wahrhaftig wäre/ so Ware es ihnen doch unmöglich) / dieseldige Zubewähren; folgbarlrch können sie auch der- ftlbigrn nienrahlen gewüß versicheret seyn. Sie kanten zwar villeicht die ihnen entgegen streitende Gründe außschlagen; aber sie können me- wahlen unwidersprechlich behmipien/ es fty kein Gott. Nur ein einiger Beweißthum könte hiev ^gedacht werden. Wann nämlich die Vorstellung/ daß ein Gott seye / etwas/ das wider: die Natur der Sgshrn selbst streitet/ in sich be- . Svciffm _Des ersten Bnchs / erster^heil_^ grciffen wurde. Aber dieses kan man nimmer- , mehr mit Bestand aussagen. Dann neben dem/ » daß die Vollkommenheiten/so in dieser Vorfiel- ^ lung zusammen kommen / von einanderen nicl-t . können abgesönderct werden / wil geschweige!)/ ! daß erne die andere aufheben solle/ so könte man/ > in dem Fahl es sichs ansehen liesse / als ob eine ; die andere über einen Haussen werffe / viel ehrt ! den Schluß machen / diese Vollkommenheiten , selbst / bestehen in einer blossen Einbildung; als § aber / daß kein Wesen anzutreffen scye/ weiches die übrige besitze. ^ s. Gesetzt inln/ daß ein Gott seye/ wie ^ wil inan zurechte koirren nut dern Bewies)/ , daß er aus der Menschen Thun und Hand- . langen/ selbige zubelohnen oder zuftraffen/ j keiire Achtung gebe ? Ist dieses eine umnögli- ^ che Sach? Liegt eine Ungerechtigkeit darunter ^ verborgen? Ist etwas darbey anzutreffen / daß , Man eines Umstands oder Wider srnnigkeit an- ^ klagen möchte ? Mit wenigem/ wer wil zwei- ^ fein/ wann es Gott thun wil/ daß er es nicht kör)' , Ne ? Und wer hat denen Gottes- Verlaugnererr , angesagt/ daß er es nichttbun wolle? j 6. Man möehte hier einwerffen'wann Gott/ , aufdicse Weise aufdie Menschen Achrurig geb// so wurde er weder die Laster so lang unqestr Ut/ . noch die Unschuldigen so lang undergetruckct , bleiben lassen. Dieses zwar / ist noch lang kein , Beweißrhum für diese Leutbe; indessen wil ick j gleichwol behaupten / daß disse Gedancken d>r ^ allerfalschcste und unvernünftigste seyen / vos i der ggntzen Welt. Diese Leurhe/ können webt begreif" er- nil >l- c!)t n/ in/ ine )-e ^en >c- ste >o- ,1/ ili- tek aß in- ei- )N- en tt/ ?e/ st/ kct :>N icS v>e »n tl>t if' _Don der Büß. Lap.6. _ Kegreiffen / wie es solle geschehen können / daß Gott die Tugend eine kurtze Zelt unbelohnet und die Laster ungestraft hingehen lasse; Indessen duncket es sie keine Unmöglichkeit seyn/ daß Gort solches in alle Ewigkeit zugeben solle. Sre hal- ken es für gantz ungereimet/ daß ein kurtzer Au- tzenblick/stchzwüschen dem Laster und der Straf» fe/ zwüschen der Außübung der Tugend und Veto Vergeltung / verlauste; aber es duncket sie nicht ungereimet zuseyn / daß in Ewigkeit weder Strafnoch Vergeltung erfolge. Ich kan ausgleichen Schlag von der Unsterblichkeit der Seelen reden» Gesetzt!/ tö wäre unmöglich/ dieselbige zuerweisen/ wolle kuan sich darum vermessen zubeweisen / daß sie sterblich seye? Ist es dann etwas unmögliches daßGvtt eine unsterblicheSeele mit einem sterblichen Leibe verbunden / und denselbigen ein solches Besatz vorgeschrieben habe / daß diese und diese Bewegungen eines solchen Leibs / mit diesen und bissen Bedancken der Seelen übereinstimmen sollen? Ist etwas hierinnen zufinden/ das sich sechsten widerspreche? Wie können wik dann gewüß dessen versicheret seyn / es seye eine lautere Falschheit/ wann man lehret die Seelen der Menschen seyen unsterblich? 8. Ich konte ein gleiches vott anderen Hanbrstücken der Religion beybringend Weilen aber ein ,eder dieses von sich sechsten ge- dugsam erstehet/ so vergnüge ich mich diß- mahl mir der Schluß - Rede: Es seye keine Blindheit so groß / welche mit derjenigen/ darinnen die Libertiner und vorschliche C Sun- ;4 Des ersten Buchs/erster Thekl ^ Sünder stecken/möchre verglichen werden. . Sie haben kerne Gewüßheit / daß rhre eigeiK ^ Grundsätze wahrhaftig seyen. Sie sind dessen »c nicht versi6)erei / daß kern Gott seyc / daß Gott 7 ! nicht auf ihr Thun Achtung gebe/ daß er nicht fit ^ dcrmahleneins werde zur Rechenschaft ziehen/ ' daß er sie nicht werde straffen/ und hicmit in das '! ewige Elend und Verderben stürtzen. Sie wüst sen wol / daß dieses alles möglich ist; sie haben .' indessen keine Ursach zuglauben / es seyen dieses ^ nur eitcle und vergebliche Einbildungen. Könte " dann,bey solcher Bewandnuß der Eachen/auch z, etwas unvcrnünftigers erdacht werden/ als daß man sich also verhaltet/ wie man sich verhalten ^ wurde/wann man versicheret wäre/ es seye alles A fälst!)/ was man immer hiervon vorbringet? ^ 9. weilen nun deme also ist/ so erforts- . rer die gesunde Dernunfr zwey Ding von ^ dem Menschen. Zum ersten / daß er mit ah ^ lem erstnlichen Fleiß und Ernst der Wahr- ^ heit nachforsche / daß er diejenige /. so uns dl^ ^ selbige zuzeigen uns einige Hofming machen/ ^ aufmercksam anhöre/ und ihren Gründen ernst' ^ lieh / aufrichtig und in allen Treuen nachsinne. < Demnach aber / im Fahl er / welches doch um zu möglich ist / mit aller solcher mühsamen/ fielst wi sigsten utid eifferigsten Nachforschung nichts außrichtete/ und hinder die eigentliche Wahr* heit mchr kommen könte / daß er doch das cherste erwehie/ bey deme die allergeringste , > Gefahr zubeforgen ist / welches in der ligisn und Gottseligkeit allein kan gesund ^ den werden. ro.M* VondcrBusi. Cav.6. !I1< fett o-l sie ri/ at> üst ei s-- itt >K aß eli es s- >n rb >r- 1/ st' >e. n- -st c- - re e« . ' o. Betreffend diejenigen / welche sich auf ven Gegentheil lencken / uni) sich der Sünden Amtzlich ergeben /so achte ich dieses für eine solche unsinnigkeit/ in welche/ meines Bedunckens/ vie Natur niemahlen einwilligen kan. Dann llt nicht eben dieses der elendeste und angsthaf- lWe Zustand / bey deme man nicht wüsten kan/ vv nicht dasjenige/ so man thut / Vermahlen eins vem Menschen das grösseste und entsetzlichste U- ^1 auf den Hals ziehen werde ? Da man nicht ^"ßt wo man Hinrennet / und ungewüß ist / ob die Ewigkeit / zu deren uns der Tod über, ^"iget / eine Ewigkeit aller Pein und Marter styn werde? Ich für meine Person kan nicht be- Miffen/ wie ein Mensch diese Gedancken ertra« könne: Dann mich beduncket/ sie seyen so gewandt / daß sie einen eintweders in die Ver- iweiflung stürtzen/ oder kräftig dahin bewegen ^uffen/baß er trachte sich deren zuemladen/wel- W allein geschehen kan / wann er sich auf den der rechtschaffenen Busse bcgibet. Das VII. Capitel. Daß diejenige Sünder / gar biß »u der Raserey/ aller Gebühr vergessen/ "'-ichc zwaren diese Wahrheiten glauben / und ihnen würklich nachdenckrn; indessen gleich, wol sich nicht bekehren wollen. ' wollen wir nun von denen st» gen/welche die vorgestellte war- ^ Heiken glauben / ihnen nachden* C cken/ qs Des ersten Äncks/ erster Thei l ckcn/unb gteicmvol dardurch nicht zur Se- v kchrunes gebracht werben? Dieses kometinik ij ss unglaublich vor / baß ich nicht könleglauben/ d daß es jemahl geschehen würbe / wann nicht die Z tägliche Erfahrung uns unzchlich viel Exempel s, darvon für Augen legte. Obgleich / wie ich am n berstwo Anregung gethan habe / nur allzuviel e vorsetzlich Gottlose in der Welt anzutreffen sind/ z, so kommet ihreAnzahl dennoä) lang nicht bey/de« ^ ncn unvollkommenen Christen/welche etwelchek Massen die geoffenbahrete Wahrheiten glauben; e ihnen öfters nachsinnen; indessen aberimmerdak r in ihren Sünden verharren. t r. Drcses ist erschröeklich! Dann sie können ) einmal keinen Zweisfel tragen/ daß sie nicht j sündigen/ und baff ihre Sünden/ welche sit I begehen / sie nicht bermahlen eins in die , Holle hinunder stürzen werden.Sie wüssen/ j daß sie durch nichts / als durch die Büß sich der» , selbigen entziehen können. Indessen bekehren sie l sich doch nicht. Sie fahren immerdar in ihres l Sünden fort. Wie wil man dann dasjenige/ s» > sie glauben/ mit ihrem Leben vergleichen? > z. EswarevilleichtnitfogarauSdemWeg/ > wann es möglich wäre / daß sich viel Leuthe/ icl) wil nicht sagen die Verdamnuß selbjien anwürr- sehen/ jedoch in dieselbige zukomnien/ sich dlt Rechnung machen wurden. In solcher voraus gesetzter V/eynung / könte man leicht begrerfferr/ daß einem eine gegenwärtige Wollust oder ariderer Vortheil / viel eher zu Hertzcn gehen melde / als em erst erwartendes Unheil. Aber daß dieses geschehe/ist eine Unmöglichkeit. DieVel' vamiM >- ^ i/on der Büß. Cap.7._^ > damnuß,stein sogrosses Übe!/daß es unmöglich , 'st'eine» vorstriche» uü UubeschranktenSchluß/ 11/ ^ Meselbiqe zuerdulden / bey sich selbst abzufassen. >' Dann weilen die Liebe seiner selbst keinem/ einen " wichen Vorsatz zuunderhalken gestattet so nmste ^ Man diese natürliche Neigung/ ohne Außnahm/ ^ ksstecken/und folgbarlich alleMelisthlichkeitauß» v' iichen/wann man oufeinen solchen abscheulichen >k' Absprunq sich selber begeben wolle. . . 4 - Ich kan danahen nicht glauben / daß ein M einiger Sünder anzutreffen stye/der dieses lbüe/ ^ Und ich bin dessen gantzlich beredt/ daß diesenl- ste/welche die heilsamen Wahrheiten glau- ^ den/ und würcklich ihnen nacbdencken/ in- A oessen aber nichts desioweiriger in ihrerUn- st, oußfertigkeic beharren / solches allein dar - um chlin/ dieweilcn sie von einer aus denen sollenden falsthenEinbiidnngen/allzufthr 5! oingeiron nucn sind. Der einte Irrthum ist/ sl^ daß sie sich-» einbilden/ es mangle ihnen an k ^ wahren Bnß nicht / sie haben dieselbige ' n schon bey sich sclbsten gcipührt/und fühlen sie an- . uoch zu gegenwärtiger Stunde. Dann wer ein- bs Mahl dieses für bekam anmmet/der gibet sich gar ic>/ leichtzrssrisden/unb stellet sich sicherm eine solche 'ss Entschläffung/ welche für einen wahren Frieden ^ ^ GeniühtS/ gantz fälschlich angenoinsn wird. U»' Der andere Ilrrthunr ist/ daß diese Lenthe ^ zwar wol müssen/ daß sie bißhcr noch keine at> rechw Büß gethan haben; aber sie fege sich u sich noch wol dermalsten eins zubekeh- ^ re» / und in Hofnung / solches seiner Zeit zube-- ser werckstciligen/ beharren sie in Verrichtung ihrer M ungewohnten Lästeren. x.Die» Des ersten Buchs / erster Theil 5. Dieses sind die zwey gemeineile V"blin- düngen / durch welche die Menschen in das Ver- decken gestürtzct werden. Dieses sind diezwc? grosse Land-Strassen/ welche viel tausend mahl tausend Menschen in die Hölle füh^ ren. Mit einem Wort / es ist nichts dessen sich der Trüffel/ mitmehreremNachtruck/ zudcch Verderben der Menschen bedienet / als diese zwey schädliche und gantz verderbliche Einbisi düngen. Welches mich dann beweget beyde zu- undersuchen/ und allen Fleiß anzukehren/ wie ich meinem freundlichen Leser/ dcw Falschheit deutlich genug entdecken möge. Gleichwie ich aber von der anderen nicht so viel/ als von der ersten zureden habe, und sie ohne dem schnurgrad der Notwendigkeit der Büß/ von deren in detti ersten Theil gehandelt wird/ zuwider laustet/ s» wil ich dißmahl die erstere allein zucrwcgen v»r< nehmen / und die andere auf den zweyten Theil dieses Buchs verschieben. Das VIII. Capitel. Daß die Auffschiebung der Büß aufetne andere Zeit/ eine Gottlosigkeit/ Ungerechtigkeit und Unfür- sichtigkcit ftye. ^Ch kau denenjenigen / welche die Büß aufschieben/ das Unrccht/da- mit sie sich selbsten beladen / nicsis kräftiger vor Augen mahlen / als wann ich ihnen zuerkennen gib / daß ihr DerhalreU gottlos/ ungerecht/ unfursichtig seye/ und widek l f r z f s. 1r a <§ ei b dl a, ä> ss w vr d« dc th er do er w he von der Ruft. Lap. s. Z5 wider ihren wahren eignen Nutzen lauste» Gehet ihnen diese Betrachtung nichtzuHertzen/ so weiß ich nicht was ihnen sonst empfindlich ge- lsug seyn möchte. Eö wird deßwegen sehr dienlich seyn / daß alle drey Stuck an den hellen Tag öeleget werden. r. Die Gottlosigkeit dieses Verhaltens/ «9« öffentlich vor Augen. Dann welcher sich erkläret/ die Büß biß auf eine andere Lewüsse Zeit auszuschieben/der erkläret sich zugleich / so lang in denen Sünden fortzufahren. Er nicket steh dieses für/ und entschliefst sich dar;u. Ist aber dieses nicht der allerem- sitzlichste Entschluß von der Welt ? Dann / zu, Aervorderist/ weißt man auch genugsam/ was Kundigen eigentlich seye? Betrachtet man/daß ^ nichts anders seye/ als Gott beleidigen / seine Ersatz übertretten / seinen Zorn reihen / ihme vaHenige vor sein Angesicht stellen / was ihm am allermeisten mißfallet/ und dardurch er am - Muen beschimpffet wird ? GOtt verachten/ NH wider ihn erheben / ihme absagen / sind gar ü > liche Eigenschaften der Sünden / daß sie r »^einanderen keines Wegs mögen abgesön- ^kret werden. ist dann das für eine Gottlosigkeit/ ^»sich ein Mensch vorsetzen darf/ Sünde zu- ,^^und welches das erschröcklichste ist/ daß ^oaffelbige leichtsinnig zuthun sich entblödet/ u chn keine sonderbare Noht darzu treibet/ noch k etwa durch Übereilung seiner Gemührs - Be- kgungen darzn verlocket wird? Es ist in Wahr- Mlwsl möglich / daß etwa ein Sünder / durch C4 die ersten Buchs/erster Theil , die Heftigkeit seiner GemühtS« Bewegungcst/ il angetrieben,durch den äußerlichen Schern eines a solchen Gutes/ welches genugsam »st/ seine M gen zulxrblinden/ und sein Hertz rege zumachen/ Y zu einem Entschluß/ nicht so vastzusündigen als a aber sich um einen solchen Vortheil/ den er ohne H Verletzung seiner ehemahligen Unschuld / nicht k wol erlangen kan / zubewerbrn / gebracht wird. b In diesem Verfahren findet sich etwas/das mit e denen Gesetzen der verderbten Natur / ziemlich o genau übereinkommet/ und dahero für nichts s» ^ seltenes zuhalten ist. Aber daß jemand / ohne « Zwang und Trang/sich entschließen solle/geivüß e 1« Sünden zubegehen/ zu denen uns keine besonn s dere Versuchung treibet/ und deren Heßlichkeit t zuerkennen / wir durch keine Widerwärtigkeit r verhinderet werden / das ist eine Sach / weicht k den höchsten und gantz ungemeinen Grad und b Staffel der Verderbnuß/ entdecket. H 4. Es ist dieses demnach eine kundtlicbt ^ Ungerechtigkeit. Umn begehret zulebcn/ d und weigeret sich Givrr züdienen. Oder/ 2 heißet das Gott dienen / wann man in dem La- *i ster fortzuleben/ und seine Gebott täglich zuüber/ S tretten verlanget? Man begehret das riecht sei/ ner Sonnen zugemessen bey seinem Luft Atheist 8 zuschöpffen/auf seiner Erden herzimzugehen/und >> sicl, von seinen Güteren zuernebren: Mit cmeist ^ Wort /man verlanget durch seine Gnad aufrecht k zubestehen; aber man wil das geringste nicht bey* ^ ttasten/zu feinem Dienst. Man ist begierig/dst ° Wurckung seiner Freygebigkeit zuempsinden; '' aber an statt schuldiger Danckbarkeit / wil mast 8 ihm« 4 » ^ , V onderBufi. Lap.K. 1/ ibme lauter Verdrieß anthun, Kan man jrch es auch etwas ungerechters einbilden? u/ s. Man möchte hier vorschüyen/das feye 11/ twaren wol wahr / aber man begehre nicht >ls allezeit in gleichem Zustand zubeharren. »e Man seye entschlossen sich vermahlen eins zube» ht «ehren / und wann man Gott zuvor erzörnet hall. be/ jhme hernach zudienen. Ist aber diese- nit lit eine neue Ungerechtigkeit? Man theilet ja ch aufeine solche Ärt sein Leben mit Gott und der so Bünde/ und an statt / daß man das Leben Gott ne allein widmen solle / überlastet man ihme nur 'is einen / und »waren den geringeren / und aller- n- schlechtesten Theil desselbigen. Das Gegemvär, sit tige / und folgbarlich das Gewüffere / sthencket rit wan der Sünde; Gott aber wil man das Zuist künftige/ welches dochgantzungcwüß ist/über- id lassen. Die Jugend ergibt man den Wollüsten/ Has männliche Alter/ denen Geschäften. Für he GOlt behaltet man nichts auf/ als das Alter/ n/ An abgeschmackten Theil des Lebens/dic zweyte r/ Kindheit / welche uns anderen beschwerlich und a- ans selbsten unerträglich machet. -O wie eine xp grosse Ungerechtigkeit ist das! ei» 6 . Es ist hiemit keinDing / welches unserer is Segen Gott schuldigen Pflicht / so sehr entgegen iy streite/ als eben dieses Verfahren E-streiret ni aber auch nicht weniger wider die Sctiuldig,- ht keit / die man gegen sich selbsten zutragen/ y, verbunden ist? Man handelt in viel Weg dar« 'ie vurch wider seinen eigenen Nutzen. Dann an- i; tanglich bleibet man dadurch mubtwilliq in dem Slterkläglichsten Zustand. Dann es ist genüßlich lt< Cr yichtK 4r_Des ersten Buch«/erster Theil ^ nichts anzutreffen/ das mit dem Elend der Sün» den / könte in eine Glcichnuß gebracht werden/ wie wir dasselbige klar genug in dem U. und Ul. Capitel dargethan haben. Ist es dann nicht ab» scheulich / daß man sich sechsten darinnen wolge» fallet/und nicht schlechthin darinnen verbleibet; sonderen zuverbleiben wünschet! 7. Man weißt anderstwoher/ daß der T»» unsere Wahrung in zwey sehr ungleiche Haubt» theil zertheile / nämlich / in die Zeit und in dir ^ Ewigkeit: In das gegenwärtige / so schnell da» ^ hinfliessende / und in das zukünftige unendliche Leben. Beharret man in Sünden / so rüstet ! man sich keineswegs zu dem zukünftigen Leben. ! Man bearbeitet sich vielmehr nur um das ge» genwärtige Leben. So haben wir auch ander» Werts vernommen / daß die Sünde unser Leben , gantz unselig mache / und es mit vieler Unlust und mancherlei) Widerwärtigkeit erfülle. Aber ' gesetzt / sie wurde es süß und erfreulich machen. ^ Bleibet es nicht dennoch darbey / daß es eint grosse Unbesonnenheit seye / wann man für das so sehr Hmfailiqe/sich so mühsam bearbeitet/und auf das / welches so lang dauren wird / keine , Rechnung machet? Ist es nicht billich/ daß man zwüschen denen Dingen ein rechtes Ebenmaß > beobachte / und so man je für beyde Zeitwährung , gen zugleich sich bearbeiten wil / solte man nicht ^ billich in dem Underscheid der Zeit/ so man darzu j anwendet,sich der Natur undVcrnunft gemäß/ nach dem Underscheid derWäkrung deren DiN' , gen/ auf die man sich leget/ richten? I 8. Derjenige Mahler/ welcher seine Lang» samkelt _Von Verguß. <5ap. K._ 44 ^mkeit in dem Mahlen darmit entschuldigte/ daß er zwar lange Zeit zu seinen Gemählden an» wende; aber diesclbige auch für eine lange Zeit verfertige/ hatte eine wolbegründete Meynung. Es ist billich/ daß man nicht geitze in Erspahrung etlicher wenig Stunden / an demjenigen / welches viel hundert Jahr daurcn solle. Thorecht aber wäre es / wann man gantze Jahr hundert an solche Sachen verwenden wolle/ welche nur etliche Augenblick lang wahren werden. Man urtheile nun nach dieser Regul / ob under den Menschen diejenige klüger handlen / welche ihr gantzeLLeben mit Arbeiten zubringen / in denen Dingen/deren sie doch nur etliche wenig Augen» blick gemessen können/ oder diejenige/welche sich Um die Ewigkeit bemühen ? , 9. Man wird weniger Mühe haben/sich hier» über zuerklären / wann man bedcncket/ daß es Nicht zuviel seye/ wann man schon das gantze Leben darzu anwendet/sintemahlen das Merck/ so unsere Seligkeit berühret/ keine kürtzereZeit erforderet. Wie cifferig man sich darauf leget/ wie ernstlich man sich darhinder macbet/so findet wan doch keinen Augenblick/ den man muffig kome hinschleichen lassen. 10. Diejenige/ von denen ich rede / haben drey underschiedliche Verrichtungen außzufüh, ven; sie müssen sich bekehren/ sich bevefri- Nen/ und zunehmen in der Gottseligkeit, bm jegliches Werck aus diesen dreyen / bedarf stmer sonderbaren Zeit. Dann die Bekehrung geschihet / wie ich anderstwo angezeiget/ nicht in einem Augenblick. Es müssen ihro grosse Vor- bcrri, 44 Des ersten Buchs / erster The il bereitungen vorhergehen. Wir müssen undek< schievliche Bande zerreißen / welcl'e uns an die Erven samt deren ettelen Vortheilen verknü^ pfen / und uns verhinderen zu GOtl zunähen. Man muß viel böse Neigungen und lasterhaft« Gewohnheiten von der Seelen abreisten. Mali muß den gantzen Zustand des Hcrtzens veränd^ ren / und dieses lasset sich nicht auf einmahl auß> richten. Ist man bekehret/so muß man sich in der Gottseligkeit bevestigen/ ja man muß oarinncli je mehr und mehr zunehmen; wie wir solches i>' der Folge darzuthun »erhoffen. ^Lehmen wie diseDing alle zusammen so erforderen diejeibige soviel Mühe/ so viel Arbeil/soviel Sorgen unv ein so anhaltende Beständigkeit/daß auch die aß lerheiliqste dises Leben zu Verrichtung der schufi digen Obligenheil/ allzukurtz zuseyn befinden. r r. Konte man sich dann etwas unbedacht^ mers einbilden / als die Gedancken derjenige" sind/ welche sich die Rechnung machen/ sie wei? den zu diesem Geschäfte noch Zeit genug finden- Ist es nit hingegen gantz gewuß/ daß sie niemals len zuviel; aber gar leicht nicht genug Zeit dar;" haben werden? Gestalten wir solches in dem foß genden Capitel deutlicher darthun wollen. Das I X. Capitel. Daß man stch/dnrch Anffchubder Büß / in die Gefahr des ewigen Verderbens stürtze. >Ehet hier / etwas noch wichtigers/ dasjenige / von deme wir bißdM geredt* er« >ie ü« !N. ftt B )L« >ß« >ek est § sik iAS nv al« ul« sa« er« ah« rjl> Ä« er al^ iq __Von der Büß. Lap.-._ geredet haben/diejenige Günder/welche ihre Büß auf eine andere Zeit verschieben / ver^ abfaumen nicht allein das liVerck ihres -Heüs; sondern sie stüryen sich über das m die augenscheinliche Gefahr ihres l^erder- Hene/Welches wir gar leicht werden außfun- dig machen können. a. Man muß zu dem Ende hin nur betrach- ten/ daß weilen unsere Seligkeit an der Be^ kehrung hanget/ und es unmöglich ist daß ein Sünder/der sich nicht bekehret selig werde/ man hiemit augenscheinlich sein Heil auf die äusser« sie Spitze wage/ wann man sich sechsten der Gefahr niemahlen bekehretzuwerden/ underwurf- §g machet. z. Kan man indessen verlaugnen / daß diejenige/ welche ihre Büß auf eine andere,kurtz oder lange/ bestimteoderunbestimreZeit/ aussetzen/ sich nicht der Gefahr in der Unbußfcrtigkeit zu sterben/underwerffen? 4-Ist aber dises eine seltzame und ungewohn« liche Sach? Geschiehet sie nicht alle Tag? Hat man nicht / ohne Aufhören vielfältige Beyspiel hiervon vor Augen ? Was ist gcmeiners/als daß Man solche Sünder antust / welche sich zwar vornehmen/ sich Permahlen einstzubckehren; indessen aber sich niemahlen bekehren/und denEnt- chluß / welchen sie in lbrem Leben so oft abgefas- ct / niemahlen in das Werck richten? Warum ölte dann dasjemge/was diesen Sünderen täg- ich widerfahret« nicht auch denen begegnen können/von welchen wir eben jetzt geredet haben? Wan dasjrmge/ß» einem einigen begegnet/ alle« wider, 46 Des ersten B uchs/erster Theil widerfahren kan / warum solte das / so vast al- ^ len widerfahret / nicht auch einem jeden begegn t nen können? ^ s. Zudeme Hanger die Bekehrung an vie- ' len andern Dmgen/ welche gleichwol nicht ' in unserem Gewalt sind. Erstlich hanget sie l an unserem Leben. Dann man kan / wie ich » schon bemerket hab/ nach dem Tod keine heilst r me und nritzliche Reue haben. Das Leben ist das ' längste Zihl / welches uns Gott zu unserer Büß * vorgestecket hat; wir werden aber hernach ver- . nehmen / daß dasselbige uns nicht allezeit weit ' genug erstrecket werde. Wie wollen wir dann ^ uns unsere Bekehrung auf eine andere Zeit/ wie ! sie auch immer mag Namen haben / versicheren * können/ da wir doch nicht gewüß sind/ ob wir die ^ Zeit / welche wir uns sechsten zur Bekehrung be- j stimmet haben/erleben werden? ' 6. Ist indessen auch ein einiger Mensch auf ^ der weiten Welt anzutreffen / der gewüß seyn ^ könne/ daß er leben werde / ich wil nicht sagen/ / biß auf die Zeit / bey deren er Büß zuthun sich ' entschlossen hat / ja ich wil nicht sagen / biß auf * den morndrigen Tag; sondern ich wil nur sagen biß aufden ersten Augenblick / welcher auf dem ' jenigen folget/ mdeme er den Entschluß sich der- ^ mahlen einszubekehren / abfasset? Mangelt cs , eben einer sonderbaren Erleuchtung oder scharf- H sinnigen Nachdenckens/zubegreiffen/daß nichts ^ hinfalligers seye/ als unser Leben/ und nichts un- . gewiffers/ als das Ende desselbigen ? Wer weiß , nicht/daß es aus etlichen wenig Augenblicken be- « siehet/ deren jeder leicht der letste seyn dörfte? 7. Es 47 von d er Büß. Lckp.-. 7. Es möchte hier der Sünder einwerffen: Dieses alles seye unläugbar / und es seye freilich kein Augenblick / an deme wir nicht sterben kon« ten. Allein wann der Tod uns vor der Zeit / die wir uns zu der Büß vorgesetzet/ übereilen wolle/ so wollen wir auch unsere Büß vor der bestirnten Zeit beschleunigen. Wir wollen die Barmherzigkeit Gottes schon anflehen / wann es so weit komt/ daß wir eintweders Büß thun/ oder zu Grund gehen müssen. 8. Ich wil mrch anjetzo nicht aufhalten mrt der Beobachtung / daß diese Einbildung aus einer gantz falschen Vorstellung der Büß herrub. re/ und dahero komme / weilen man sich dieß!- b'ge so leicht fürmahle / als ob zu dero Außwur- ckung nur ein kleiner Zeitblick und e,n geringer Versuch genugsam wäre/dann dieses Irrthums häßliche Falschheit / wird ich in dem anderen Theil zmmdecken/mich befleißigen. Ich wil drß. mahl nur andeuten/daß Sises nichts anders seye/ als auff einen anderen voraußgesetzten Grund sich steuren/ welcher aber cbnermaß gantz und gar keine Gewißheit hat. 9. Man bildet sich ein / man werde nicht Plötzlich von dem Tod überraschet werden / und man werde nicht sterben / daß man nicht zuvor mercken solle / daß die Todes-Stund einbreche. Aber was ist ungewüssers als eben Vifes? Dann wieviel Menschen sehen wir nicht täglich / durch allerley unvermuhtete Zufälle/ so geschwind hin« tzerucket werden/ daß ihüen nicht ein Augenblick an sich selbst zugedencken/ übrig gelassen wird? "st es etwas Fremddes/ daß das menschliche Leben/ 4- Des er sten Buchs/ erster Theil ^ Leben/ durch einen Streich/ durch einen Stoß/ durch einen Schuß/ durch einen Schlagfluß/ und durch rausenderley andere Zufälle/sounver/ muhtet dahin fahret/ daß alles andere Nachsist/ nen darüber gäntzlich abgeschnitten wird? VZie wil man sich dann der Zeit zur Büß/ oderdet Bekehrung selbsien versicheren / wann mas den Entschluß darzu / auf kurtz oder lang ausi schiebet? i o. Demnach so Hanger die B"ß an uncst/ hinderrem Gebrauch ünsersVerstandsrE^ kan es ein jeder von selbsien bey sich abnehmen/ daß ein Mensch / der seinen Verstand verlohreN hat/ nicht mehr tüchtig scye/ sich zubekekreN. Ist man aber vergewisseret / daß man sich die/ str Freyheit werde zu der Zeit bedienen können/ auf welche man das Vorhaben sich zubekehren/ verjähret hat? Ist man dessen gewüß / daßest wann eine Tollsinnigkeit/ eine Schlaf-Sucht/ ein Gicht / ein Schlagfiuß/ uns keine Hindek/ nuß / an denen Betrachtungen / so uns Gottes Barmhertzigkeit außzubitten/ nöhtigsind/ brifl/ gen werde? Siehet man nicht täglich allerhan" Beyspiele derjenigen vor sich / welche durch aß lerley Zufähle verhinderet / ihres Heils die " gleiches begegne/ befreyet? . n. Es Hanger endlich die Bekehrung au her innerlichen und ausserlichen Gnaden/ Hülste/ welche Gott denenjerugen / welche E Pflicht erstatten / gibet und mittheilet. M leichter kan man deren in gegenwärtiger M genln d n is Nl bl fe n, di d, c» «l et wen wird / so hoffe ich / es werde mir nicht übel as gedeutet werden / wann ich mich schon ein we» big darbey aushalten wird. Ls !N/ es rti« ie^ !N/ est h" eti tes is^ lnv äst g? ach eilt el^ lest ;ie> cit 'ies' Das X. Capitel. Daß man nicht gewüß versicheret skye / daß man zu anderen Zeiten die notwendige Gnad zur Bekehrung erlangen werde. diejenige/ welche keine pela^ cstancrstnd/ gestehen/daß zu der < ^ Bekehrung eine innerliche Gna- OE 'rohtwendig stye : Wann dcssetwcgen je, «wnd ware/ dem diese Gnad versaget wäre / so stesge^üß/ daß ein solcher sich würcklich nie, Olsten bekehren wurde/ ja es ist/ ingcwüssem i^l'stand / unmöglich / daß em solcher sich solle kehren können. f 2- Sind indessen einige Personen anzutref- ' " / denen diese Gnad versaget ist / so wird nie« and m Ml-ede seyn können / daß es nicht eben b ,.^'ge seyen / welche ohngeachtet aller Un« tzH^Gung / die man ihnen gibct; ohngeachtet ^Überzeugungihres eigenen Hertzens/ und »^.'unerlichen Triebes ihres GcwüssenS/ den IHeulichen Vorsatz faffen/stä) noch vermahlen D pich» De« ersten Vltchs/ erster . nicht zubekehren/ und fotgbarltch noch eine Zeit- ^ lang in denen Lästeren grbeharren. ^ z. Man weißt wol/ daß GDce etwa» 8 dieses erschröckliche Gericht über gewüjst ^ Sünder ergehen lasier. Man weißt / daß ek n dieselbige verblendet und verstecket; daß er aber n solches nicht durch eine würckliche Handlung v seiner Allmacht verrichte/also/daß er ihren Vet- * stand mit neuen Finsternussen belege/ oder m ih- » rer Seelen einen neuen Grad und Staffel der «' Perstockung errege; sondern dieses geschihet/ ^ wann Lr ihnen die nohrwendige Hülste z" ihrer Erleuchtung und Erweichung env . ziehet. Augustinüs saget: (s) Gott verharret diejenige/welche er nicht erweichen wil' . Er verblendet diejenigen/ welche er nicht '' erleuchten wil.Er stoßet diejenige von sich/ f welche er nicht zu sich berußen wil. 4. Dieses thut Gott manchesmahl indu „ ine er/ die äußerliche Mittel/ deren er sich ^ sonsten die Menschen zur Busse zuverlch » ten/ bedienet/ ihnen entziehet. Aber me>- siens thut er es / durch Abscblagung des 9 innerlichen Beystands seiner Gnaden/ ohs ^ ne welchen die äußerliche Mittel keine" ^ Nutzen bringen können. ^ s. W«r haben einen uns dessen überzeug^ den Beweißthum / an demjenigen / was du ° Herr / in Ansehung der Stadt Jerusalem/ tv^ ^ nig Tage vor seinem Leiden außgesprochen. M ^ er dieser Stadt hinzunäherte und sie etwas vo" ^ ferne ansähe/ hat dieser Anblick seine zarte Li^ aufS^ von verruß. Cav.io. elfl üufgeweckrt / und ihme die Thränen aus den klugen / neben dieser sehr ernsthaften Ansprach/ a» 8!eichsam außgelocket: (b) wann du es wirst- rjst kest - so wurdet? du auch bedencken/ zu die- j ek M deiner Zeit / was zu deinem Friede die^ ^er; §ber nun ist es vor deinen Augen verborgen r Dann es wird die Zeit über dich kc»m,nen/dast deineFeinde werden um dich- und deine Rinder mit dir/einewagenbnrg Klagen/ dich belageren/ und an allen Or- khen ängstigen/ und werden dich schleiften/ und keinen Stein auf dem andern lassen/ ?aru,n/ daß du nicht erkennet hast dre Zeit/ drinnen du heimgesuchet bist» . 6.Es sind unterschiedliche Ding in disenWo-, »enwol würdig/ genau beobachtetzuwerden. chi f 7-1. Dasjenige/ so zu dem Frieden Iertt/ lalems dienet / das ist / was da hätte vertrag« Ah seyn mögen / den Frieden Jerusalems mit Gott zumachen/ und etwas zu ihrer Erhaltung/ »hd so wol himmelischer als irrdischerGlückselig» / beyzutragen / war ihnen vor die Augen Lieget: Welches ohne Zweiffel geschehen /durch ^Predigten/ Wunderwercke und Beyspiele Christi / und vllleicht auch durch einige in» uerllche Würckungen / derjelbigen bewegenden stiV und aufweckenden Gnade/weiüHdie Menschen yet «über Bekehrung/vorzubereiten pfleget. ^ i d- II. Dieses alles ist der Stadt Jeruja- Al» . ur / anfeine bejiimce Zeit / welche der Hey- "Nd die Zeit der Heimsuchung dieserStadt nens gegeben und mitgetheilet worden. ^ D » §.IH, her lNg lilp dek .et/ nb äl? sil' cl)l de/ »cb lei^ iei^ des ,e>» >«b< Des ersten Buchs / erster Theil 9. IN. Häkle Jerusalem die Zeit ihrer ^ Heimsuchung gewußt / und dre Vlittel/ wel* ^ che Gott chro sich jubckehren/ und sich zuerretten ^ an die Hand gegeben hak/ recht angewendet/ ^ so hätte sie das grosse Unglück / mit deme sie ^ kurtz hernach überfallen worden / wolabwen- z den können. s 10. I V. Aber sie wolre dieses nicht thun, p Sie crkante die Zeit ihrer Heimsuchung nicht. ^ Sie verwarf die Mittel ihrer Erhaltung / die ^ ihr» doch Gott vorgeleget harte. Sie erhärtete und verstockete sich in dem Unglauben / und der Z Unbußfertrgkeit. di 11. V. Was ist ihro darüber begegnet? Die ^ Dinge so zu ihrem Frieden dieneren / wm? bl den vor ihren Augen verborgen. Wie aber ^ das? Hat von disem Äugenblickän/weder Chch er stus/ noch seine Apostel mehr liiert denen Stadt* Mauren Jerusalems geprediger? Haben sie kci* neWunderwerckmehr gesehen ? Man darfnuk ^ die Evangelische Histori / und die Geschichte ^ der Aposteln lesen / so wird man grad das LLl* g Verspiel finden. Ohne Zweiffel geschahe solches H dahero / dreweilen die Predigten und Wunder* es werck/ in Ansehung deren / von denen Christi gk allhie redet/nicht vergesellschaftet waren mit der* kfi jenigen innerlichen Gnade/ welche sie hätte köu* rh nen kräftig machen/und ohne welche sie nicht all* de derst als unnütze habm seyn können. ke i r. Das ist eben dasjenige/welches uns Johannes am XII. Cap. seines Evangelii tze schön lehret. Er saget 37. z8. ob wol Jesu* ch viel Zeichen für den Juden thäte/ so glaud^ B 5? ^ vcmderBusi. Cap. is. ^ teu sie doch nicht an ihn / auf daß erfüllet ^ wurde/ der Spruch des Propheten Ejaia/ ', den er sagte: HEr:! wer glaubet unseren Predigten / und wem ist der Arm des Her, ^ ten geoffenbahret ^ Er setzet Z9.42. hinzu: ^ Darum konren sie nicht glauben: Dann E- saias srgec abermahl: Er hak ihre Augen verblendet/und ihre -Herizen verj'toeker/daß ^ sieinit den Augen nicht sehcn/nsch mitdem den. Aber die Zeit / welche GOtt uns zur Büß 8 bestimmet hat/ ist noch viel ungewüffer. Jndcst k scn sinnet deme niemand nach. Ist dieses nicht b eine höchst bcklägliche Hmlässigkeil? l> 17. Aber wir wollen uns darmit nicht längte aufhalten. Alles/ was ich bißher angezeiget ha< c! be/ dienet darzuthun' daß diejenige / von denest ich bißher qeredt habe / niemahlen sich bekehrest Werden. Weilen sie sich nun nicht bekehren / />> s müssen sie ewiglich zu Grunde gehen. Sie stürs tzen sich hiemit' durch einen solchen Aufschub dek e Büß' in eine erschröckliche Gefahr. Können sit sich aber in diesilbige/ ohne eine äusserst schandlb v che Unvorsichtigkeit / oder vielmehr / ohne eint r rechte Unsinniqkeit stürben? v 18 Es wil die Lürsichtigkeit niemahlen 8 uns gestatten / daß wir eine Gach / welche f anjeyokan verrichtet werden/ auf einea»^ here Gelegenheit verspahren / außgenon's ii mest „ _von de r Büß. Cap. ,0. _^ h wen meinem aus denen folgenden Fahlen. Der erste ist/ wann an der Gach nicht viel ge- iS legen ist/ und aus deren Versaumnuß kein Übel :/ erwachsen mag. Der andere ist/ wann man u durch Versaumnuß einer Sach/eine andere von g grösserer Wichtigkeit und Notwendigkeit ver- H richten kan. Der dritte ist/wann man die ^ach e- hernachwertü/ ohne Hindernuß/ wann man es tt nurwil/ aufzuführen Gelegenheit hat. In diesen dreyen Begebenheiten mag ein Verzug/ ne- r- ben der Fürsichtigkeit wol bestehen. In allen d anderen Fahlen / ist es eine ailzugrosse Unbe, 1/ sonnenheit / wann man die gegenwärtige Ge« legenkeit liederlich verabsäumet / sintemahlen >ß alle Regalen der Vorsichtigkeit erforderen/ st daß ntan keinen einigen wolgelegenen Augen- )k blich / ohne denselbrgen anzuwenden / solle Hinlire,chen lassen. is- Es ist anbey gewüß/ daß in dem vor- u labenden Gestrafte / keiner aus denen bett lienten dreyen Lählen / Play finde. Dann tt iuallervorderist / so «st es ein höchstwichtiges Gesa schüft/ und es ist kein Ding/ daran uns mehr ge- r/ legen scye/ als eben dieses/ob wir ewig selig/ oder rwig elend seyn werden. 2v. Dasjenige/was man etwan dieser Pflicht i« bdrjuziehen pfleget/ ist nirgendshin dargegen zu- Rechnen / ein erbärmlicher Vortheil des Leibs bder zeitliches Gut / es ist ja dieses an sich selbst n gering und noch darzu in die enge Grantzen die- >e M Lebens eingeschrancket. 2 1 . So ist man endlich nicht versicheret/ daß ^ chan hinkünstig werde Büß thun können. Alles " D 4 was §6 Des ersten Buchs/ erster T heil was ich vorgebracht / erweiset dieses hell genug. ^ Ist es denn nicht die entsetzlichste Unvorsichtig« ^ kett/wann man die allerwichkigste Sach von der li> gantzen Weit / also in die Gefahr setzet? Dann wann uns dasjenige/ was uns widerfahren kanl würcklich widerfahren/ und der Tod / wie schon m vielen hundert tausend Sünderen begegnet ich ul uns vor unserer Bekehrung übereilen solte / wie be wurde es uns ergehen ? Was wolten wir für va Mittel wider diesen Jammer finden ? ^ Das X I. Capitel. > Daß es unmöglich seye / sich eine H Sach von grösserer Gefahr vorzustellen/ H als diese ich so man die Bekehrung auf eine w andere Aeir aufschiebet. dc r.^EAAs ich bißdahin gesagt hab/ wird noch ^ deutlicher herfürscheinen/wann matt ve genau erwägen wird/daß keine Gs« »li> fahr/ mir der bißher beschriebenen/ in eint- geVergleichung komme. Dieses desto eigenl- iui sicher zuerjehen / muß man bedencken / daß die tin Grosse einer Gefahr / von zweyen Dinge" M herrühre / nanilich von der Grösse des hels/fo einem begegnen kan/an sich felbsicn/ be, und dann von der Grösse der Möglichkeit/ oder gar der Wahrscheinlichkeit/ daß dasi vvj selbige einem würklich begegn? werde. Ich be, rede von der Möglichkeit und Wahrscheinlich keil/nicht von der Gewüßheir. Dann wann 8u Übe! gewüß und unfehlbar ist/ so sagt rnan nicht/ 8l< daß man sich in die Gefahr deffellugen / allererst ew siürtz<' ^ ^ Von der Büß. Lap . >i. 5^ >g. siurtze. Man gebraucht diese Redens-Art/ nur !g" von denjenigen Unglücks-Fahlen/ welche weder ek Unmöglich / noch unvcrmeidenlich sind / und die irr rmem begegnen oder nicht begegnen können, n/ 2. In Erwcgung dessen) wird eine Gefahr on für entjetzbch gehalten / wann einerseits das st/ übel sechsten groß; anderseits aber das Anscheint Uen darbep ist / das; man es werde zuerwarten ük haben. Diese Möglichkeit sechsten/hat verschie« vene Staffel/ deren jeder die Grösse der Gefahr - iuvcrmehren genugsam ist. z. Einmahl ein Gefahr groß zumachen/ m eben nicht vonnöhten / daß die Beysorg/ das . übel werde einbrechen/ grösser seye/ als die " Hofnung / es werde außbleiben / es ist genug/ ivann es sehr wahrscheinlich ist / daß man dem Übel werde underworssen werden/ ch ^nd wann die Gefahr von dem Einbruch des klirr bech^. eben so groß ist/ alsdieHofnung/ daßeö ^ iUruck bleiben werde. 4. Dre Gefahr von dem Donner erschlagen >l- iuwerdcn/ ist gering/aus diesem Grund/ weilen ie U>iverg!elchlich mehr Menschen / mit diesem Um gluck verschonet; als aber darmit befallen wer- ben. Mer die Gefahr in einer Schlacht zublei- n/ gegen alle/die in der Schlacht-Ord- t/ nung ste^n / ungeachtet die Zahl deren / so dürst von kommen / mehrertheils weit grösser ist / als cv Men/ die aufdem Platz ligen bleiben. A 5- Wann aber die Vermuhmng/das Un- , rverde einbrechen / oder außbleiben/ n gleichen Grnnd harz und das Übel ssnsten st ^tseylich ist/ st» ist hie Gefahr nicht schlecht- ^ D s hin qr Des ersten Buchs/erster Theil ^ ^ hin groß; sondern überaus groß. Zum Bey' spiel / wann in dem Krieg/ zwey Soldaten den kr Tod verschuldet haben / und einer denselbigen st außzustehen verurtheilet; der Entscheid aber/ bl welcher sterben solle / dem Loos überlassen wird/ A so ist einer so wol als der andere in der allerhöch' *> sten Gefahr. ^ 6 . Aber die Gefahr steiget alsdann aus st das höchste / wann das Übel an sich selbst f erschröcklich/ und die Wahrscheinlichkeit/ " daß es einen überfallen werde / grösser ist/ ^ als die Vermahlung / daß es außbleibeU ^ werde. Als/ wann zum Exempel / under zehrn ^ zu dem Tod verurtheilten Personen / nur eint L durch das Loos tönte bey dem Leben erhalces werden. Dann es wurden in solchen. Fahl neus st Beysorgen gegen einer Hofnung streiten / uui> ^ es ist neunmahl gläublicher daß jeglicher möchte < underdieZahl deren diesterben müssen kommcul " als daß er sein Leben erhalten werde. 5 7 . Wir wollen anjetzo dises aufunser Vorha' Ol ben richten. Da sage ich nun vor allen Di>^ ^ gen / daß das Übel / in dessen Gefahr/ nr durch Aufschub der Büß/ sich stürlzer/nictst ^ nur ein^grosses Übel; sondern lediglich das A allergrosseste seyc/under allen Übeln sinttmab' ^ len es ein unendliches Ubel/ja/eigentlicher davos « zurcden/eine Zufammenhäuffung ist viler Übles' u welche alle ihrer Wahrung nach/ ewig sind/ uu^ v 6 Uö dtnen düö gerkNHste alle Gebankm liki ^ VZorte/weir übersteiget. Doch weilen hieran Sünder selbst keinen Zweiffel tragen/wil ich ' dessen Beweißthum mich nicht aufhalten. " 8 . Von der Büß. Lap. >». w rf st c/ k/ !N 1< !I1 IN >y tt ll< a« 1/ )k iS l)' iii >l> >v je >it -ö 8- So mangelt es dann an der ersten noht« Wendigen Bedmgnuß der allergrössesten Gefahr, weicher sich derjenige/ so sich nicht alsobald dekehrer/ sechsten underwirffel/ überall nicht. Mt veränderen hat es eine gleiche Bewandt- t>Uß. Es ist nicht nur schlechthin und von weitem her möglich/ daß man zu Grund stehe / wo man sich also verhaltet; sondern ts ist sehr zuvermuhten/ daß man würck* stet) Zu Grunde gehen werde. Ich sage noch Zumahl / daß man weit aus sich eher des Un, Mangs / ach der Erhaltung zuverschen habe. ^Lclcheö dann ja von sechsten die Gefahr groß stenug machet. . 9. Diese zweyte Wahrheit vest zustellen/ eben nicht vonnohreu / daß ich auf die Aeynung derjenigen verfalle / welche die Asse eines Gier denden/ ob sie schon ernstster) und rechtschaffen ist / dennoch für kein stutze halten. Ich mach mir kein Bedrucken/ ^ese Meynung / als falsch, zuverwerffrn/ und verwundere mich vielmehr/ daß Lenkh/ von sonst «wssem Verstand/ dreselbige;ubehaupten/ sich ststderfangen. Dann emerscilssieheii sie nur so!» Ae Gründe an, welche/ ich wil nicht sagen/von meinem grossen Nachdruck und nicht unwider- ^stbljch ; sondern nicht einmahl wahrschemlich und: Anderseits aber beduncket mich, dasjenige/ was sie fürbringen/ streite schnurstracks wi- er viel Sprüche heiliger Schrift / welche ins« «emein und ohne Underscheid lehren/ wer glaube und rechtschaffene aufrichtige Vuß thue / der ^kde selig werden. ro.Aber/ 4 s Des ersten Attchs/erHer Tbeil ^ 10. Aber/ ob gleich diese Glü,ivebepseirs bestellet werden / so habe ich doch noch andere seht wichtige und vestgegründete Beweißthume. Den ersten nehme ich her von einer Anmerkung/, welche von allen denen / die von dieser Marerl gehandelt haben / ist beobachtet worden. Dana sie haben ins gemein behauptet eine spare B»ß seye selten eine wahre Büß / und viel eher e" ne Bestürtzung / welche aus Vorstellung des annähenden Todes und Behcrtzigung des dar* auf folgenden Gerichts / entsprmget; alsabck eine aufrichtige Widerkehrung zu Gott/ welcher über alles von uns muß geliebet werden. 11. Dise Anmerckung understützen zwe^ Dinge. Das erste ist / wie wir in der Folg? gedencken darzuthun / daß vast ingemein/ ei/ neausiichtige Bekehrung/ eine gany stl^ rene Sach/ und under dcnenjenigen / welche sich einbilden / sie bekehren sich / die Zahl derje* nigen/ die sich selbst darinnen bekriegen / rii" vergleichlich grösser seye / als deren / welche M wahrhaftig bekehren. Indessen ist es gcwüß/ wie ich solches Augenblicklich darthun wil / es ist/sage ich / indessen gewüß/ daß man viel bequemer zu der Büß seye / in vem Stand der Gesundheit / als bey dem herannahenden Tode- Ist es nun etwas seltenes/ wann man sich wahrhaftig/ in gesunden Tagen/ bekehret; so wirb gewüßlich solches viel seltener in einer Kranck^ heil aufrichtig geschehen. ir. Das andere/ so diese Anmerckung statiget/ ist / daßman nurgarzuoft beobachte" daß diejenigen / deren Büß bey einer / der" Vet? ir le so al ei iv b. ni st S' ir ie d, E d. dt d. c» hl r, » b ri ll b. le _ von der Bllß. Fap. 11 ._6« Verinuhren nach / tödrüchen Dranckheit/ gantz lebhaft sict) ansehen lassen; gleichwo- 'tn/ so bald sie genesen/ vielmahlen wieder w ihr voriges unordenliches Leben verfal- len. Welches dann die nicht unbegründete Bcy- sorg erwecket / daß/ wann dieses gleich nicht bey Een geschehe / welche auf den, Todbelhe Busse illthun scheinen; doch bey dem grösten Thttl/sich gleich übele Bewandnuß befinde, i?. Man fetze zu diesen hinzu/ alle diejenige/ Welche/ ünerachtet aller guten Vorschlägen/ster- ven/ wie sie gelebet haben/ und die/ wie sich nie- Wahlen bey ihnen einige Gottseligkeit finden las- sk»/ also auch in ihrem Tod kein Zeichen derselbi- 3en von sich geben. Man setze hinzu diejenigen/ welche durch unvermuhtcte Zufälle hmgcrucket ^rden/und ihren Verheissüngen stattzugeben/ ^6Vermögen nitgehabt haben. Man setze end- M diejenige hinzu / welche durch j)ie sonderbare ^>gen schuft ihrer Krankheit verhindert werden/ ^ ogß se nichts chun könen/was zu ihrer Seligkeit ß/ Annähten ist. Man stelle/mit einem Wort zure, ^ oen/ alle diese underfchiedlrche Arten der Lcutbett ^ einen Reihen. Man wird miralsobald gestern müssen/daß mider allen denen/welche ih-- ^'e Busse ausschieben/sehr wenig derjenigen ^'rutressen seyen/ welche sict) wahrhaftig ^kehren/und daß hicmitmxmn man die Grösse <>uer Gefahr nach der Wahrfcheinli Hkeit/ daS "vel/welchcs man förttitet, dürfte einbrechemzu- , ^thejien hat / ja wann man von der viele der, ^nigen/ welche würcklich dardurch überfallen/ "hd der geringen Zahl deren / fo ihme entgehen/ ei» _Des ersten Buchs/erster Theil ein Urtheil fällen kan/ diejenige Gefahr/ von ve» F> ren wrr eben jetzt gehandelt haben /, unber alles ne anderen die allergrösseste seye. de »4.Noch eine anbete Betrachtung wird dieff A Sach weiterserörteren. ^)?aml>ch/ daß/ wann ko sonst alle Ding in gleicbemStand bestehet ^ es sehr wahrscheinlich seye/ ein Mensch bet nc sich nicht von Stund an bekehret/ werdl sich niemahlen bekehren/ weil er sich nicht für einen solchen haltet/ deme sich zubekeh- ds ten / obliege. Wann die Gründe / die ihn M de Bekehrung verleiten sollen / in gegenwärtiges da Zeit/ ihn nicht bewegen mögen' so ist zubesorgeii/ gr sie werden hmkünftig an ihme viel weniger ver- A fangen. Dann in Wahrheit / je langer man dis de Bekehrung aufschiebet / ie schwerer wird sie Er machet. Es isi in dem gantzen Leben kein Auge^ tv blick anzutreffen / bey deine sie mcht für sich selt^ jv sten schwer geimg seye / und wer da weißt / was le, eine wahre Bekehrung seye / wird solches nicht verläugnen könen. Ob nun schon die Bekehrung d« zu allen Zeiten und bey allen Sündercn / seht de schwer hergehet/so bleibet es nichts desiowenM de wahr/ daß es ungemeine grosse Scbwerigkeiles de mit sich führe / wann die veraltete Sünden polt d« Hertzen müssen außgebannct werden. i s. Es gehet mit den Sünden vast ebes ve wie mit andern Dingen. Sie werde»» durch die Zeit besteifter und gestarcket. D>^ PßaN^ ^c Hen wachsen und wurtzlen je länger je vester ein' 'b Die Kranckheitcn / deren man anfangs ke>>^ ^ Rechnung traget / werden nach und Nach ^ herlbar. EineFeUers-Brunst/welche von einem "q §ün^ ^_Von de r Büß. Lap.«t. _6) Vtt Füncklein herkommet / das man anfangs mtt ei« n«m Tropffen Wasser hätte außlöschen mögen/ ^rzehret gantze Städte/ wann man ihr eine/ ob lest M,, gar kmtze Zeit/ zusiehst. Die Sünde be« nn 'vmmel gleichergestalten / alle Augenblick neue en/ haften / sie wurtzelt je länger je starcker und >et neffer ein / und lasset sich zuletst sehr schwerlich -d- wiederum außrotten. chk i6. Kommet es dann nicht daher/ daß auch h^ v,e allerhinläffrgste Leuthe/ hurtig sind / ohne ei« M Augenblick Anstand zugeben / Wasser in zer vag Feuer zuschütten/ welches ihre Häuser er« >n/ Nissen hat? Kommet es nicht daher / daß die er/ Aertzte gleich in dem Beginnen der Kranckheir/ Melbigen mit heilsamen Mitteln zubegegnen Achten ? Kommet es nicht daher/daß diejenige/ Welche einen Baum/ um bessern Wachsthums Men/ vcrpflantzen wollen/ dasselbige thun/wei- »- er noch klein ist ? Sollen dann diejenigen/ c!)t weiche sich bekehren wollen / es so lang aufschie, / als sie immer können ? Woher kommet es hk voch / eE von den allerwichrigsten Sachen stk Nr ^ liederlich verabsäumet wird ? Fin, ^ ^ ^ jetzunder so viel Hindernussen/ ihre Sün« ov ?wilaberdiseLeorheanjetzonichk y fragen / ob sie eines natürlichen Todes ver^ s, sicherer seyen/ oder/ ob sie eine gewüsse Offen» si bahrung empfangen haben/ daß sie weder durch ^ das Schwerdt/ noch durch Gift/ noch durch ei» n nen Schifbruch/ oder einen anderen dergleichen d Zufahl / plötzlich um ihr Leben kommen werden > n Gesetzt auch/>hr Tod werde natürlich feyn/so wil ji ich sie nicht fragen / wer ihnen die Versicherung r, gegeben/ daß sie bey demselbigen ihre Vernunft zr frey werden gebrauchen können / und daß n>e» der ein Schlagfluß / noch eine Schlaf - Sucht/ d> oder Aberwitz» sie werde aussen dem Stand/ §> rem Heyl nachzusinnen / setzen. Ich wil dieses h alles/ als eigentlich nicht hieher gehörig/ D' b schweigend Vorbeygehen. Ich wil allein / mit lsi ak bcrgehung alles des angeregten / ihnen hiemn qj gesagt haben/ da ß diejenige Augenblick/ si ä>e unmittelbar dem Tode vorhergehen/ i" d, dem ganyen Leben zu der wahren Bekeb^ dc rung / die allerunbequemften seyen. Wss weißt nicht / daß alsdann die Seele/ mit dem'" C Schwachheiten/ des sie umgebenden Leibes/ in zuviel zuscbaffen habe / und daß gemeiniglich >" dk solchen Zahlen / yichts schwacher seye / als ^ >v Von der Büß. Tap. >». 6 ? in eil IV in § es' ek »9 in cl) !I1 >s >,l 'S ft t/ L ll. - in ck :s ll- >l> i« Vernunft; nichts verwirrter / als die Gedacht« W; nichts unfähiger zu einem endlichen Entschluß/als der Wille? Was für eine grosse Thor, Veit ist es dann/ wann man ein Geschäft/zu deine >o viel Kräfte und Starcke erforderet wird / auf eine solche Zeit/ bey welcher man deren am allerwenigsten hat / verspahren wil? r 9 . Diejenige sechsten/ welche dannznmahlen doch einigermassen ihrer Sinnen freymächtig Wd/ werben durch ihre betrübte Haußgenossen so angefochten / oder durch die Angelegenheit ih, ses Leibs/ so beschäftiget / und mit einem Worte w ihren Gedancken / so hin und her geworffen/ daß man es wol für ein Wunderwerck halten wag / wann unber viel taufenden ein einiger antreffen ist / welcher bey seinem Sterben dasjenige bewerckstelliget / welches er in seinem Leben thun/ sich allezeit genreigcret hat. .. 2o.Hg.rn mochtcvilleicht hier einstreuen/ dieses seye zwaren alles wahr / und wann man nichts anders/ als das angebrachte/ schauen Wolke / so wäre vilieicbt nicht viel Gutes von de- hen zuhoffen/ welche ihre Besserung des Lebens Wso aufschieben; aber es hindere darum dieses Wles nichts/daß nicht die Gnade solche Ansöffe ühenvinden könne/und man dahero von dorsclbigen gar wol dasjenige erwarten dörffe/ darzu man von sechsten unvermöglich ist. g. ri. Aber es ist so weit gefehlet/ daß dieser ^wwurfmeine Lehre umflürtze/ daß er sie viel- thr treflich bekräftiget. Wir »vollen uns bey ^ Gnad aufhalten / weil man es also haben Ich giebe esgernzu/daß sie allein genugsam' H Lltse^ 66 Des ersten Ruche / erster unsere Fragäufzulosen. Ist gestehe es / daß die > Gnade alles vermöge. Ich bekenne/daß sie auch ? den allervcrstockcsten Sünder bekehren könne/ ' wann sie sich desselbigen annehmen wil. Ist man c aber versicheret / daß sie es thun wolle ? Ist ts ° auch wahrscheinlich/ daß sie es thun werde ? § 22. Ich habe an einem andern Orrh Am ^ vegung gethan/es seye etwas seicsaines/dah ^ sich jemand / ohne vorgehende Dorberei- ^ rung bekehre/ und daß gewöhnlich die vorbey v reitende und aufweckende Gnade / lange Zeit d zuvor aiihebe / an unszuwürcken/ ehe die wider- v gebehrende Gnade / uns bekehre. Ich wil nicht ^ in Abrede seyn / daß etwan das Widerspiel ge- schehen könne. Aber gewüßlich/ wann es jemah- ''' len geschiehet / so geschiehet es doch nicht zum ösi ^ tcren. Bekräftiget dann nicht eben dieses daejc- nige/ was ich bißher gesagt habe? Ist nicht ebe>> ^ dieses ein satter Grund/ es seye schwerlich zuhssi fen / daß diejenige / von denen «ch rede / sich kehren werden? ^ 2z. Es wäre gar zmmgereimt/ wanU < man behaupten.wolte/ Gott werde seiu^ so weißlich gegebene Gejaye umftossen/^ ? der/ er werde die Ordnung und ?tußsl>h^ A rung der wurckung des >h. Geijkes vera>^ deren. Absonderlich/mil was für einem Gru"^ wil man sich einbilden / daß er dieses um derje>^ e gen willen thun werde/ welche sich seiner/ ich ^ nicht sagen / ungemeinen Gnaden; sondern rinqsten Beykülf/ >o muhtwrllig unwürdig ^ ü)en? Heiffet das / dieft so ungemeine Gnad^ ^ sich kräftijjlich zugehen/ wann man die gemei"^ »li»' von der Büß. Lap.«». 67 dir lich iie/ >a» es vndorvenlichen Eingebungen/ die man allbereit ^pfangen/ nicht schlechthin ein-oder zweymahl "1 seinem keben/ außschlaget understecket; sondern solches zuthun/ sich alle Tag und Augen- b"ck angewöhnet? . 24. Die Gedancken / von dem Aufschub der "bens, Verbesserung / steigen uns niemahlen als wann sie von solchen Vorstellungen erleget werden/ welche uns in gegenwärtiger Zeit °leBekehrung einrahten.Wo kommen aber die, Zeit >e Vorstellungen änderst her / als von der Gna- >et> be? Verstehe die bewegende und aufweckende ^nad. Komen dergleichen Vorsteliungm nicht vv„ dem Gciss Gottes? Ist aber dem also/ was ^dann das für eine neue Voßheit/ wann man ^gleichen Eingebungen undertrucket/ und sich Htadeben zu der Zeitentschlieffet/ sich in denen Öfteren herumzuweltzen/ bey deren Gott uns in« esi "ttlich antreibet/ uns zubekehren? be/ 25. Ich habe in dem vorhergehenden Capi« Anzeiget/ daßnichrseher/ als eben dieses herhalten / den Sünder in den Stand der .^rstockung/ welcher in einer gänzlichen Ver- Uung Gottes und völligen Entziehung alles MesBeystands bestehet/ stürtze. Wohin der Prophet gesehen/iti seinen nachdenklichen Wor, Heue/ so ihr feine Stimme höret / si> «DockereureHeryennicht/ Ps.XLV. 8 . tv>i ^r MEt mit diesen Worten deutlich genug zuerst .,-bnen/ daß dreVerstockung des Hertzens/ na- ^ ^lich folg«/ wann man sich weigere/ diejenigen Armahnungen/die uns in dem stammen Got« ,e>i 'e vorgetragen werden/ jubeobachten. l'b E a ^.Es liv aß ei/ bc cht ge- ah/ öß sie/ ,eli ns ine ,b> iidj es_ ldes er sten Blicks/ crsterTbci'l 26. Es har drey u,iberj<'r iedlichc Arten derSüiidern. Die ersten sind Ungläubige/ weiche aus Unwüffenheit sündigen. Die zwey^ te leben zwar in der äußerlichen Gemein^ jchasr der Ixircheir; aber sie verwerten die Verurahnungeii/ welche aus Götter Wort an sie geschcl>en / daß sie sich bekehren sollen. Dir lcrste sind diejenigen/ welche nicht schlechthin die Vermahlungen verwerffen; sondern sie er- stecken vorserzlic?) und eigensinniger weist die Eingebungen der bewegenden und auft weckenden Gnade; und eben von dieser Art reden wir allhie. 27. Es kan ein jeder gar leicht abnehmen/daß die zweyten viel abscheulicher seyen/als die ersten; eben wle die letsteren viel ärger sind als die zwey' ten. Daher» ist auch nicht schwer zuschließe"/ die Gerechtigkeit Gottes werde zwüschen ihre" Straffen emen Underscheid machen/ nach ihrer Gottlosigkeit/un diejenige/welche sich der letstc" Ubertrerrung theilhaftig machen/weit die mehren re/ als die andern/ empfinden lassen. 28. Man weist über das / daß die l?^ srockung / das eritseylichste Gericht cesseye/ welches er über die Sünder in diese'" Leben ergehen lasset/ und daß sonderbarlich 1e zeitliche Plagen mit dieser nicht in Vergib chung kommen. 29. Man weißt endlich / daß Gd)tt ds/ Derstockung bisweilen über die Ungläub^ gc suhre/w,e an Pharao und denen Egyptere'" welchen Gott das Hertz verjiocket hat / und a" denen Hepden von welchen Paulus/ an verfth"' veiit' n e/ ie ,n ie >» r- is- lrt «ß >1; !y' tl/ e" -er cii cc< -iii al' >ei> )ie I)ö ri'/ a" ><< ^^ vonderBusi. La p. 11. _ 6 - denen S teilen/en, gleiches bezcuget/zuersehen ist. Man weiße auch / daß er dieses Gerichr ec^ uean über dieSnndcr der zweyrcnEatmng klsiche laste. Es Zweisselr nimiand daran.Mer Ueildannzweisfeln/ daß demselbiczen nicht auch djx lerjien/ alsdieabscheulichssenausal- lcn/sollen für den andern ans/underworffen seyn / und sie hiemit linvergkichlich wichtigere Ursachen haben zuförchten / es möchte ihnen ein solch^. «hex, als den andern widerfahren. Zo. Kehre nun sich derowegen/ wo man immerhin wibso ist esvielwabrscheinlicher/die» stnigen/welri-'e ihre Busse aufschieben/wer- dcn stcl) nrunnermebr bekehren / als aber/ oaß ste es thun werden. Und dicwcilrn un- breitig/ das Übe!' w-'ic!;es ihnen angedrohet M'rd/ alle andere weil ühcrmft / so ist Sonnenuhr daraus zuersehen/dasi keine grössere Gefahr hUs'Msinncn seye/ a>s dicjeriige ist- in welche sich olese Armselige llürtzen. Zi. Man bedenke anftys serners / daß sich diese Leuche nicht nur ciii oder zwey- 'stahl/ sondern alle?iuqenb!ick / der (zeucht von neuem niiderwersfen/ ia eigentlicher darvon zureden / allezcil dcrselbigen under- ^drffen bleiben / ohne das geringste fürzuneh« / dardurch sie darvon könten befreyet wer- oen, Man bedrucke / daß sieineinemsoenrsetz» lchen Zustand bebarren ohne sich selbst darüber 'r> Unruhe zusetzen / daß sie Mitte! finden / nicht U»Mah> an ihxe Gefahr zugcdeiicken/ sa/ daN sie "och genug haben / in vollen Freuden ium Verderben zurenrien. Wo d man mir dann ö z nicht 70 Des er sten Buch«/erste r Theil__ nicht gestehen/das seyen solche Eachen/die nicht zubegreiffen sind/und die man schwerlich glaube« konte/ wann man nicht/ ohne Undcrlaß / so viel Exempel darvon/ vor Augen hätte ? Das X11. Capitel. Eine andere Gefahr/welcher man sich unverwilM/ wann man sich ' »licht aljobald bekehret. ?Ie Gestrhr/ von deren ich biß hiehek gehandelt habe/ ist nicht die cmige/ deren sich die Unbußsertige under- Wersten. Es siehet ihnen noch eine andere bevor/ welche zwaren/ die Wahrheit zugestehen/ mit der ersten in keine Vergleichung kommet; aber darum gleichwol nicht gering zuscha- tzen ist. Sie bestehet darinnen / daß man in Horcht und Schrecken sterben muß/, und bey nahem keines Trostes habhaft werden kan. 2. Ich wil zugeben / daß man auf dem Tod-Berhe sich bekehren könne. Ich w>l zugeben/ diese Bekehrung seye aufrichtig/ und danahen nützlich / heilsam und Gott angenehm- Ich wrl zugeben / sie eröfne die Thür zu dem Fimmel. Ist es aber nicht auch wahr/ daß es sehr schwer zugehe / sich der Aufrichtigkeit derselbigen/zuversicheren; und von dek rechtmaffigen Horcht / sie möchte eitel und unnütze seyn / sich zubefreycn; ist nicht vielmehr zube- sorgen / es stecke/ wann sie unü aufrichtig zuseyU anscheinet/etwan einer aus denen Betrügen dar- hinder/ Cap.«2. _71 ht wilder / durch welche uns die.selb. Lrebe zuhin- :« verführen / und uns unseren eignen Augen weit el «nderst / als wir an uns sechsten sind / porzustel- "n pfleget? - Z. Wir werden in der Folge erweisen/ daß eine zweyfache Büß seye/eine wahre .. und eine falsche; die Traurigkeit der AZelt/ " welche den Tod Mucket / und die Traurigkeit nach Gott^wclchc die Bekehrung und Seligkeit wurcket. Jede aus dieser; Gattungen der rr Duß / hat ihre sonderbare Kennzeichen. -/ Aber diese Kennzeichen / können nicht wol in ei- r- kurtzen Zeit erkennet und bcmcrckel werden, -e Darum / damit man dieselbigen wol beobachte» e, Und ein sicheres Urtheil darvon fallen könne / so n- wird eine geraume Zeit darzu erforderet; wie sol. a- Ms anderstwo ist beobachtet worden. Es müh ,r >kn underschiedliche Begebenheiten darzu kom- d Wen / und eine mit der anderen / nach alten und -- leben Umständen / überlegt werden/ ebe man ein wich Urtheil / welches von allen Verführungen ,1 besreyet seye/ darüber abfassen mag. u 4- Wie man aber hierzu nicht gelangen kau/ !l> wo man die lctste Augenblick des Lebens/ steh zu- 1. bekehre erwartet/ und man aus demjenigen/ n was in so kurtzer Zeit geschiehet / keine gewüsse ß Kennzeichen von der Aufrichtigkeit der Büß/ k- we sich m der Seelen befindet, abzunehmen ver- 'k wag: Also folget nohtwendig daraus / dast der si vqxvon schöpfende Trost / sehr gering seyn kön- i- w; ja / daß an statt des Genusses desselbigen >1 Redens Gottes / welcher höher ,st / dann alle ? Vernunft/ man nicht änderst als durch taufen- E 4 deriey Des ersten Buchs/erster Theil derlei) geauiameil Unruhen/ müsse gequalek wel> ! den Vier sich derowegen in Sicherheit siel/ ' len / und mit Freuden in Versicherung der Liede Gorres/ srcrdcn wil/dcr muh sich bey I Zeiten bekehren. Man muß aus diese Weiß'/ * alle Emgebmigm/welche uns die wahre Büß an ' die Hand gibl/bcvestigen i Man muß alle/dene» ' Krnderen Gottes/ als eigenthümlich anstehende 1 Tugenden / öfters alißüben/ damit man sich der Aufrichtigkeit seiner Bekehrung / vergwüssere» könne/und an der Wahrheit unserer Kindschaft/ ' keinen Zweiffel zutragen/Ursach habe. ^ s. Mit einem Wort/ die Dinge/ welche wir > Gott und uns selbsten zuteilten / schuldig / nan" ) lich die Gottseligkeit / Gerechtigkeit/ und i Fürsrchrigkeit/ wollen keineu Verzug /s» Außsühruiig des grossen uns obligendenWerks/ < gestatten; sondern sie erforderen/ daß ein regln ^ eher den allergrössesten Fleiß / und alle Kräfte» daran anwenden solle. ' 6. Sind diese Gründe m't genugstnn/ des ^ uns einenEnkschluh hierzu außzliwurcken/ ! so weiß ich nicht/ was für andere außzuft^ , nen/die urrs zubewegen/ kräftig genug sey». ! möchten. Sie koinlnen alle insgesamt so rrel , und wichtig vor/ daß nichts darwider einzuwe«» ^ den seyn wird. Mich beduncket-sie behalten ih^ : Kraft und Na6)druck/ in Ansehung aller deren/ welchen man sie auch immer zuzueignen gesinnt seyn möchte.Man nehme zum Exempel die stu^ keste und jüngste Leurhe/ tönten sich dicsichi^ widersetzen? Älag sie ihre Jugend und Stärcke e von del^ Nohtwendigkeit/ ihren eigenen :t- ch er es !e/ an en oe ,er eu st/ »je id »l> 's/ stell es n/ ,i- e". ces >re n/ >et ir- l6 :ke !)!> ill> _von der Büß. Lap. 12._7; stand und ihre Pflicht zubeobachten/ befreyen? Donnen diese Stuck ihnen darvor seyn / daß sie weder den Zorn Gottes / und seinen Haß auf M) laden / noch ihrem eigenen Verderben zuteil? Können sie ihnen Versicherung geben/ Mes langen Lebens / oder einiger Veyhülft die 'Mn nohtwendig seyn mag/ sich zu einer ande- ren Zeitzubekehren? .. 7 . Aber es ist gleichwol nicht zulaugnen / daß vlese Gründ / nicht einen sonderbaren Nachtuet haben/ gegen diejenige / weiche allbereic Ast ein zienrliches2Urer kommen sind / und d " eme nahmhafte Zeit in der Knechtschaft ^ Sünden zugebracht haben. Die Länge der seit/ welche sie allbereit in ihrem Leben hinge, .M haben / ist ein Beweißthum der Küche/ nch noch erwartenden Uberrests ihrer Tagen. ^>e viele der Mittlen / welche sie versäumet/ N"d der Gnaden / welche sie undergetrucket ha- / gibt ihnen Anlaß zuhorchten / dre Zeit ih- ^5 Heimsuchung / habe ihre Endschastt allernächst erreichet / urid sie stehen schon auff dem Wersten Zeit - Blick / bey dcme ihnen der Zu- Zu der Varmhertzigkeit Gottes offen stehe, b?^ müssen eilen / zu dem Thron der Gnaden Äu Zukommen / und öfters gedencken / an das dak Eiche Wort: (.1) Singer darnach/ v h ihr durch die enge Pforte eingehet/ l"n viel werden/ das sage ich euch'/ durch ^ trachten/ wie sie hinein kommen/und es nicht thun können. Sie müssen "6 dieser Gnaden - Quelle schöpffen / ehe sie , Es verschlos- ^l.uc.xm.24. 74 Dtsei'stott^vchsk^fti.rT'keil verschlossen wird. Sie müssen der vm rresUcheii ^ Erinnerung / die ihnen ein grosser Prophet gp bet/ nachkommen: O) Sucher den HErren/ weil er zufinden ist: Rnsfec ihn an / weil er nahe ist. Der Gottlose/ lasse von seinem V)eg. und der Ubelrharer seine Gedanken, > und bekehre sich zu dem Zerren/ so wird er sich sein erbarmen: Und zu unserem Gort/ j dann bey ihm ist viel Vergebung. * 8. J(h sage vast ein gleiches' von denen/welche ^ sich gutwillig/ oder wider ihren Willen/ grosse" Gefahren underwerffen: Sie bringen ihre V"' messenden und Unvorsichtigkeit / oder vielmehr ' ihren Muhrwilien und Tollkühnheit / auf das l höchste / wann sie nicht / ehe sie es so gefährlich ' wagen / ihre Seligkeit in Sicherheit stellen/ f und sich mir Gott/ durch eine aufrichtige Busse/ c versöhnen. Thun sie es nicht/ und wagen es/ eine grosse Gefahr zu einer solchen Zeitzubcst^ ^ den / bey deren sie sich nichts anders/ als vcs ^ Zorns und -Passes Gottes zuverfehcn haben ^ stellen sie nicht nur ihr Leben; sondern ihre S§' ligkeitsechsten/ in diegrösscfte Gefahr/ diewe" » len es unmöglich ist / daß sie das erste / ohne das andere/ verlichren können/ und daß sie sich nicht in einen solchen Zustand stürtzen sollen/ bey dei^ -- es unmöglich ist / die einmahl verlohrne SeM ^ kett wiederum zuerlangen. ^ 9. Wer wil dann / bey so bewandten b chen / bcgrciffen können/ wie es zugehe/ daß ^ n Soldaten und Kriegs-Lcuthe/ deßglekchen d>r Seefahrcnde/nicht wie Heilige/ und in weits»? drnlichcrcm Wandel leben / als der übrige Iw' KLj.i.v.6.7. ^ von der Büß. Cap. I r. ___ 7 ^ der Menschen? Oder mit was für einem Her- ^en / kau ein Mensch einen Sturm untreuen/ oder ein Ungewitter über sich ergehen laßen/ ehe er sein Gewüssen in einen rechten Stand gemacht hat ? Wie solle man auch so grosse Sorgfalt walten lassen/aiö diese beyde Gattungen der Menschen bißweilen auf sich zunehmen veranlasset / jg eigentlicher zureden / genöhtigcr wer- ven/ohne daß man der Sünde gantzlich absagen/ ^aoes mitder Heiligung / auf einen ungenrcin yvhen Staffel bringen solle? ist ja einer so wol «16 der ander in immerwährender Gefahr. Sie können einer Ge- tahr so geschwind nicht entgehen / so sind sie M^n echer anderen sich zuundergeben gemüssu Sie haben / wann ich also reden darf/ den Mohne Aufhören vor ihren Augen. Gölten " dann nicht alle Augenblick bereitet seyn / hei- "d-lch nnd Cbristenlich zusterben ? Gölten sie Mht sorgfältig seyn / daß sie keinen Augenblick ? dem Stand der Sünden verbleiben? Und ^ann ihnen deßhalben ihr Gewüssen den aller- Vorwarf thut/ sollen sie nicht also-- Msuchen/ es darmirzuberubigen/ daß sie sich "lt Gott/durch die allerwesenlichste Stucke der ahren Busse versöhnen.Thun sie es aber nicht/ '. 'st ja alle ihre Hertzhaftigkeit nichts anders/ g b eine blinde und viehische Tollkühnheit / wel» ffbMshr denen unvernünftigen Thieren/ als ^Menschen/ wilgeschweigen einem wahren Achten / eignet? h- ^. Es kommet mich nicht schwer an zn- stteissen/wie ein frommerUftensch tapfer und 76 Des ersten Buchs/ erster Theil und beheryt seyn könne. Es ist nichts natü» lichers / als daß diese gute Eigenschaften sich gern zusammen gesellen; und in Wahrheit dcr- jemge/ welcher der Liebe und des Schutzes Gottes gewüß versicheret ist / hat keine Ursach sich vor einigem Ding zuförcbken. Aber ich kan keineswegs begreiffen / wie sich diejenigen vor M teren und Beben verhüten können / welche ah lergewüffest wüsten / daß sie es nicht nur schwachen und sterblichen Menschen / welche/ wann sie es am weitesten bringen / den Leib zus töden vermögen / zuthun haben; sondern / daß auch Gott ihr Feind seye/ derselbige erschreckliche Gott/ welcher Leib und Seel in den Abgrund stürtzen/ und nach beyden m das ewi^ Elend verstoßen kan/ alle diejenige / welche nachdeme sie ihn durch ihre Laster beleidiget haben / ihn nicht wieder durch die Bekehrung' besänftigen krachten : Welche nicht nur in oe» Sorgen stehen müssen / von dem Meer verschlungen / und denen abscheulichen Meerwvs- deren/zur Beutke und Raube darg-. hotten; so>^ der» auf ewig m den feurigen Psul gestosten A wcrden/allwo sie allen Grausanikeiren der T.cak seilt unterworffen/unendlichePein undScha^'^ tzen/ werden außzustehcn haben. 12 . 2lch>das) dann alle diejenige / ehe sict) in jblchwn Gefahren / zu fern nchr sen / keinen 2iugenblict ver sarrmeren / st^ selbst in Sicherheit zustellen ! Daß sie zutbun/ alle Kräfte anspanneten! Unddicv)^ len alle diese ihre Krafte/nichts als Scdwachh^i tcn/ ja eine blosse Unvermöglichkcit sind/ si> ri 1 ! Von der Büß. Lax». ,2. 77 !ie mit Demuht Gott um seinen Beystand anrüsten/als welcher allezeit bereitwillig ist/ denen iuhelffen/ welche an ihnen sechsten verzagen/ und all ihr Vertrauen / allein auf ihne stellen l Des ersten Buchs Zweyter Theil. Ton der Natur und denen Kennzeichen der Büß. Das I. Capitel. Dreyerley Gattungen der Bnß. §. I. As bißdaher gemeldet worden/ ist genugsam die Notwendigkeit der Büß zubehaupten/ und diejenigen/ auf eine andere Meynung zubringen / die sich bißdahin eingebildet ha- . ... damit ausgerichtet, wann sie entschlieffen/bey dem Ende ihres Let>ens/sil) «^bekehren. rHun ist es Zeit/ auch denenje-.i- Len/ dje Augen zneröfnen/ welche sicl) eine gan» 7S Des ersten Ruche/zweyter Theil ^ gany irrige Gei'ralc der wahren Dr - si vor/ d stellen/ uns dieselbige ailßzuwürckcn sich danru n zumahlen einbilden / wann sie bey sich selbstetz si einige unvollkommene Regungen einer unnm n tzen Traurigkeit befinden / welche gleichwol die Seligkeit zuergrciffen/ nicht zulänglich ist. n 2. Diesen Zweck zuerlangcn/ wil nohc^ ^ 8 wendig seyn / daß wir die LTsarur der wah/! d ren Bnß/und die vornehmste Handlungen/ j c>> in denen dieselbige bestehet/ vor allen D"^ si gen underfnchen. Wir wollen uns indessen kc öarbey mchr langer aufhalten / als es uns nOst ^ wendig zuthun anscheinen wird / dem Leser dir k Mittel zuzeigen / durch welche er gewüß ablief ir men kau / under welche Gattung der Vnß di^ n scinige gehöre. Wir wollen andere Sachen/de- L ren Erörterung anderstwo ihren Nutzen Habetz L möchte; oder eigentlich nicht hieher gehöret/ mit was für einer Quelle / sie mich immer herko>m ' mer. Ader alle zweydemige Reden / die sonstetz in diesem Geschasr gerne sürfallen / und allcriep schädliche Würckungen verursachen / zuvenM von der Büß. Cap. I. __ 7 - öen/ achte ich / es feve am besten gethan/ d'amr man dreyerley Arren der Büß vor- steller/namlich/eine falsche, eine unvollkoin- 'Uene/ und eine vollkommene. 4» Ich nenne eine vollkommene Büß/ ^icht diejenige / welche ohne einigen Mangel alle erforderliche Stucke an sich habe/ dann dergleichen ist auf dieser Erden nirgend Zutreffen; sondern diejenige / welche alles an W hak / was sie nützlich und heilsam machen 'an / und welche uns würcklich in den wahren 'Stand der Kindercn Gottes versetzet/ also/ daß ^>ann wir darinnen sterben / wir unfehlbar selig werden. Und eben nach dieser Vorstellung/ !^nne ich diejenige / eine unvollkommene Auß/ welche zwaren etliche nohrwendige «oewegungen mir sich bringet; aber nicht alle in sich begreisfec/ so / daß man durch das ^>ige / was sich bey rhro befindet/ noch nicht wi- oergebohren ist/ und wann man/ohne dasjenige/ Mihro noch ermangelt/ zuerlangen/ sterben '^lte / nicht selig werden kan. . s« Eine falsche Busse ist diejenige / wel^ Ae allein m dem außweirdigen bestehet, ^'ese befindet sich bey denen Heuchleren/welche ^'t ihrem Mund allem zu Gott nahen / indessen M ihrem Hertzen von chme weit entfernet sind. ^'e>e Büß ist verwerflich/ und dienet zu nichts nders / als zu Vergrößerung der Verdamnuß wenigen/ welche/ als wollen sie Busse thun/ .Msehen seyn; aber es in der Thm nicht lei- ^ / wollen. Die unvollkommene Büß/ ist/ meines Eracht So Des ersten Buchs/ zweyter Theil Erachrens / under denen dreyen Gattnn- gen / die gemeinesie: Dann man findet seht wenig Sünder/ die nicht etwelcher gestalten Büß thun/ und einige Traurigkeit über d»e Fehler/ die ihnen ihr eigen Gewüffen fürhaltet/ bezeugen. Aber es sind auch sehr wenig derjenigen anzutreffen / welche die wahre Busse/ durch welche allein sich die Gnade Gottes finden lasset/ besitzen. 8. Diese unvollkommene Büß / kan haben/ und hak in der That verjchiedne Grad und Staffel/ deren je einer höher kommet als die anderen. Es ist mir unmöglich alle an- zumercken/ und ich weiß daß sich zwüschen ihnen ein sehr grosser Underschcid befindet / welches von zweyen Ursachen herrühret. Die erste Üt- fach ist die Ungleichheit der Bewegungen / welche die wahre Busse in sich schliesset/ als da sind/ die Forcht/ die Traurigkeit/ der Schrecken/ das Verlangen/ das Vertrauen/ die Liebe/ das UN- verfangest sich zuverbesseren/ und andere dergl^ chen mehr/ von denen ich. in der Folge rede" werde. Die andere Ursach ist die Menge deren Grad nnd Staffel/ nach welchen die HeftigkeN dieser Regungen / sich je mehr und mehr ver- grossem kan. ' 9. Nachdem nun dieses vorausgesetzet worden/ so ist gany leicht zuermeffen/ daß^ unvollkommene Büß/ bald mehr/ bald nigcr von diesen Bewegungen in sieb be grciffen könne. Man kan zugleich wol abnm- cken/ daß diese Bewegungen selbst/ man sehe ^ jede absonderlich; oder alle zugleich an/u»g>Z ^ tzest'll! ^_ vonde r Busi. Lap. i. _-t vsstig seyn können / indem sich bey einigen diese/ V anderen andere / nachtrücklicher befinden» ^>ie können auch in derWahrung ungleich seyn/ ^ vnd drese Ding sind allzumahl so viel Veränderungen und Abwechslungen underworffen/ daß der Underscheid zwüschen ihnen/ vasi unendlich Swß ist. . l o. Ich muß hier anhencken/was schon an- berstwo rst bemerckct worden/ daß villeicht un- ^er allen diesen Regungen kein einige möge ,rr lTIarur zugeschrieben werden. Sie ist ^»ujehr geschwächt/ daß sie aus denselbigen nur ber gerinsten von sich setbsten fähig seyn solle, ^ch schreibe es alles der Gnade zu; nicht zwar dbe» der widergebahrenden Gnad/ durchweiche ?>r wf,rcklich zu Kinderen Gottes gemacht wer- ^U; sondern der bewegenden und aufweckenden ^>'ad/ welche uns solche nach und nach zuwer, bm / vorbereitet. >r. Ichweißwol/ daß Gott/wann es also gefallen wurde / die Bekehrung b einein Augenblick würcken konre. 'Ich .^riß aber nicht/ ob er es jemahl gethan )ab be^' einigem Menschen: Man ziehet zwar Allein,glich das Beyspiel des bekehrte Schäfte und des Apostels pauli an ; aber ich ^!ß nicht / wie recht man daran thut. Dann ^ kan dessen Gewüßheit darthun / daß die vUade Gottes keine Bewegungen in denen »Wen dieser beyden Sünderen / vor dem Au- A nblick ihrer Bekehrung / erreget habe? Kön- tz?^>rven Naht-- Schluß Gottes ergründen/ ^ alle Wege seiner Mrsehuqg erforschen? F Was gr Des e.rsten Buchs/ zweyter Theil ^ Was ist dieses für eine Holgerey: Wir wüsse» ^ Nicht / was Gorr bey diesen zweyen Auster wehlten gethan bar-sie zurBekehrung zllbereiteir: hiemic hat er nichts / zu dieses Zweck dienende/ an ihnen gethan ? i r. Es mag aber nur diesem ausserordenlü chen Exempel gegangen seyn/ wie es immer wil/ so bin ich doch / mit vielen vortreslichcn Gotts- Gelehrten / dessen gantzlich beredet/ daß/ nach der geineinen (Drdnung/ Gott die Sünder zu der Bekehrung vorbereite / ehe er s^ würcklich bekehret. Ich bin ingleichem destes beredet/ daß Gott zu dieser Vorbereitung einige Zeit gebrauche / und ich kan mich noch nicht wol sechsten dahin bereden / daß ich meine chmahlA Meynung zurück ziehe / welche dahin gegangen daß sich diese Zeit bisweilen aufqanhe Jahr/ ja/ auf viel Jahr hinaus erstrecke. Gewüßlich/ der heilige Augustinus/ weicher so fieissig und geisi" reich alles, was die Gnade in seinem Hertzen würcket/ vor seiner Bekehrung/ ihn zu einer!0 wunderbaren Veränderung zubringen / ausg^ zeichnet hat / setzet zum wenigsten drey oder vier Jahr / zwüschen dem ersten Vorgeschmack der Gnaden / welcher ihn zur Erkamnuß der Su>^ den gebracht, und demsclbigen Triumph indent Garten/ so von diesem Sieg/so sehr ist berührt gemachet worden. i z. Ich siehe darum nicht alle unvoll^ kommene Regungen/ von denen ich eb^ jetzt geredet hab / für würckungen einck falschen Büß an. Gott verbiete es? Ich tie,an für nützliche und heilsame Lbürckunge» yn ^ ^ von der Büß. Lap.r. g; » der bewegenden und aufweckenden Gnade: Ich ^ ^enne sie nützlich und heilsam / nicht als ob >ie ^ ,> 6antz allein uns selig machen kämen; nicht als ob " sie genugsam wären / uns zu Kinderen Gottes iumachen; sondern bisweilen sie uns vorbcrei- ^ «n diese Gnad / welche so selige Würckungen u Nach sich ziehet / anzunehmen / und dieweilen sie ^ nach und nach/ naher hinzuführen/ zu dem u LVeg des Himmels / in welchen uns allein die ^ d?ahre Bekehrung / eigentlicher von der Sach ^ inreden, völlig einleitet. vl 1l 1/ rl l» e/ er st > 1 " in it b n 1- !lt Das ll. Capitel. Ton der vollkommen Büß. Daß "ie Zuflucht zu der Barmherzigkeit Got« ies, nicht das einige Kennzeichen sepe/durch wel» "Xs s,e von der unvollkommenen underscheiden wird. Dreycrley Vorsiellungelr/ so man sich hiervon machen kam Enug von der urivollkoilmen Büß. Es brauchet aber eine weit grössere ^Urdersuchimg/ die Mittel/ durch o ^ct)e mandieVollkoikrene erkennen kan/ ^ßzusuchen. Ich wil mich danahen befleißen das allerdeutlichste / als mir möglich seyn y rd / zuzeigen / wie sie von der Unvollkomme- b!ü. iuunderi'cheldeti sepe: Dann der falschen teil !V- ^ unnöhtig sich langdarbey aufzuhal- dies Innige/ welche keine andere haben / als ? ^können dardurch nicht betrogen werden, sieln' ^"on zwar wol andere verblenden; aber i silbst darinnen nicht bekriegen. Mit der un- F 2 vollkom- S4 Des ersten rwepeek Theil vclk'ommeiicn/ iji-o gantz cncechi bcwandt. isr nichts neiueiuets/ als daß man ^ für diejenige l-ateet / welche uns zu wahres hinderen (Lottes machet. Danahen ist seht AM / daß man ailcrgcnaueste Achtung gebe am diejenige Kennzeichen/ durch welche eine von dek anderen underschciden wird. L. Ehe ich mich aber an das Geschäft selbst^ mache / muß ich meine Leser zum Voraus beriO ten / daß wie man sich selbsten allzugenau au> binden wurde/ wann man sich verpflichten wolle von diesen beyden Gattungen der Büß/ imm^ dar mit gleichlautenden Worten zureden / also ich mich in der Folge underschiedlicher Redens Arten/ bedienen werde. Ick wird die erste/ ohne Underscbcid/ vollkommen / aufriß rig/ wahrhaftig/ nützlich und heilsirm; dsi andere aber/ unvollkommen / falsch) / eich und unnütze nennen. Ich bitte hiemit meu nen freundlichen Leser / er wolle allezeit durch die erstere Redens. Arten / eine solche Büß stehen / welche einerseits unvermeldenlich nE^ wendig; anderseits aber / m seiner gcwüsstu Masse/ genugsam >st zur Seligkeit: Durcl)^ andere Redens--Arten aber/ wolle er einech che Busse verliehen / welche / ob sie schon ariv^ reNutzbarkeiten mit sich führet/ gleichwol Vergebung der Sünden zuerlangen / nicht nugsam ist. ?. Es giebervielL suche/ welcheftchew' d e> b N h- h st li d> ch d, bl te lv ck te r, sc! dc »ri sei Ni ch il. diel^ 81 ;e b. h. Von der Büß. Lap, S? >e n !f ck s- >r- so s- e/ b- lie :el eß c" )>< o>' ?e' vi< g< stt dieser/ daßdieunnütziicbeBnst/ allein in einer Trarlrigkeir und Scl'inerzen über das begangen Böse / bestehe; Da hergegen die ^itzliche zu dieser Traurigkeit und Gchmertzen/ hinzusetze/ eine demühtige Zuflucht zu der Barm- hertzigkeit Gottes und deniVerdienstIesuChri- sii; oder eine kräftige Zuversicht/ aus die würck- Me Vergebung der Sünden/ welche jederzeit t dem Falschen vernnschek / welches denn machet/ daß er mehr zu der Ruthen Verführung ^richtet/ als wann er schnurgrad der Wahrheit lUivider wäre. 5. Das ist zuallcrvorderist ausser allein "wktsfel geseyer / das) die mähre Büß allezeit mit dem Glauben vereiniget seye/ und daß der Glaube seine Fustucbezu derBarm- berzjgkeic Gorres/und deru Verdienst Tbri. zrt/ -6_Des ersten Buch s/ zweyter Theil _ sti/ nehme. Dieses ist eben dasstmge / darvon 8 wir verhogenrilch / bald mehreren Bericht er- ^ theilen werden. Es ist demnach auch unfehlbar/ c daß diese Zuflucht / zu seiner Zeit/ die Bcredung c der Vergebung der Sünden / zuwege» bringe/ r und daß aus dieser Beredung von sechsten D ssi ^ und Freude entstehe. Aber es »st auch gewüß/ ^ daß diese Ding eben so genau manchmahl nicht >! mitcinanderen verknüpfet seyen / als mans sichö b bißweilen einbildet. L.Dann es kan zuallervorderist dann und b wann geschehen / daß diese Bered ung von b der wurcklichen Vergebling der Sünden/ N falsch und schädlich seye/welche keineswegs U den Frieden der Lindern Gottes; sondern si eine fleischliche Sicherheit / deren / welche N die Ungerechtigkeit begehen/ Herfür drin- H ger. Man fallet in diesen Irrthum/ wann nmii u nur einen todten Glauben und unheilsame Butt ir hat / und sich gleichwol einbildet / den Glauben k und die Büß / welche uns zu Kindercn GotteS H machet/ zuhaben. Indessen ist es dannzumalst len unmöglich/daß man nicht glaube/ die began- h gene Sünden seyen außgetilget; es ist aber zu- is gleich dannzumahlen unmög'ich / daß / indem H man dieses glaubet/ man sich nicht sechsten bctrie- a ge. So kan dann hieraus von der Aufrichtigkeit d der Büß / mit Nichten ein richtiger Schluß gc- b, machet werden. Ins Gegentheil kan man die Gewüßheir dieser Beredung aus der Aufrieb- st tigkeit der Büß abnehmen. -st 7. wann die Büß aufrichtig ist/ wann sie d> mit einer wahren Verbesserung des Lebens be- b, _ VonderBusi. Cap.r. S? ö^ettet wird / und uns von der Tyranney der funden befrcyct / so hat man U'-sack fich dessen süheriici-zuberedcn/ daß die Sünden/ welche nran begannen hat / unzweisi- änlich vergeben seyen / woraus dann folg- darlich genugsanrer Anlaß zu grosser Freute erwachset. Wann aber diese Busse falsch wann sie die Sünden lasset in dem Hertzen hftrschcn/wann dieGemübcs-BMvegungen alle» int in gleicher Ungestümmigkcit / und die Hand-, Mgen in gleicher Unordenlichkeit verbleiben / so Striegel man sich durch die Einbildung / daß ei- "em die Sünocn vergeben seyen. Alle Freud Und Trost/ so man daraus schöpftet/ ist eine falsche Freude/ ein berrieglicher Trost / eine jämmerliche und unselige Sicherheit. Ist also diese Beredung/ dieser Trost/ diese Freude / ein gar Ungewüsses Zeichen / auf welches man sich im wenigsten nicht steuren kan / wann man nicht Reicht / wie die Büß beschaffen / welche dieselbe Se begleitet. 8. Es ist demnach auch gang richtig/daß Urann diese Beredung schön wolgegrüudec 'st/ sie demnach dieselbige Handlung des Glaubens / welche gcrecs-t machet/nicht uußmache; sondern öfters spar genug auf dieselbige erfolge. Sie erforderet eine geflieste Undersuchung der Kennzeichen unsers Glaubens/ und eine lange Erforschung und Zueignung desjenigen Stands/ in welchen st'eun- sts Hertz gesekst hat: Worzu dann nohtwen- o>g Zeit und Sorgfalt gehöret/ ehe der Glaube und die Busse aufrichtig / und folgbarlich 84 SS Des erstenBttchs/ zweyter THE_, nützlich seyn können/ unbeachtet man deren Aus-' richtigkeitund Nutzbarkeil noch nicht erkennet/ und also noch nicht weißt/ob man die Gnaden s» durch» diese zwey Tugenden hersürgebracht wer« hen/ allbcreit empfangen habe, 9. Es ist drittens auch wahr / daß die wahrhaftige oder rechtschaffene Büß/ nut einer demühtigen Zustucht zu der Bariw hertzigkeit Giftes / und dem Verdienst Je- ftl Lhrisch bereitet werde. Es ist aber anbO ^ auch wahr/ daß diese Zuflucht kräftig und um kräftig/ und hiemit mit der falschen Büß eben sb wol/ als mit der rechtschaffenen / begleitet jW könne. Diese Zuflucht rst kräftig und hecha'n/ wann nran in dem Schoos der Varmhertzigke't Gottes/ und in dem Verdienst Jesu Christi/ die Vergebung der Sünden suchet/ welche man »m »erlassen/ entschlossen ist/ undsiewürcklichve» lasset. Aber sie ist eitel und unnütze / wann man beharret in Begehung deren Sünden / welche» halben man begehret/ daß sie durch dieBartM hertzigkeit Gottes/und das Blut seines Sohns/ Mn außgelöschet werden. (3) Es werden ,'ir alle/ die zu mir sagen/ HErr/ HErr / in da- Himmelreich komen; sondern die den len thun/meinesVatters imHimmel/sagetiN eben diesem Verstand der Welt Heyland. ^ ro. So kommet es dann mit diesen zeichen errdlich auf ein anders hinaus/ ches ist dieVerbcsferung/und beruhet folgba» liä) dife Lehr.Art auf einem unnützen UmsclMh Darm/ an statt dessen / daß die Lebens-Verber ftrung / ein unmittelbares Kennzeichen ist/^' r 8 ir y r, ß (s ct ci lli Z k st« fe d. b- ch y, oi d< vi v, ei tv b- tv d« lo rv l/ s» r« ie ic e- eh s» ls e>t >ie u-> ik- er» i? s/ >tl ss ib ,a itt if. e? ,Lt ch^ von der Büß. L«p.: S- lufrichtigkeitderBuß/ wie wir solches in der Folge sehen werden; so machet man diejenige iu einem Kennzeichen des Glaubens; eben wie wan den Glauben zu einem Kennzeichen der Büß machen wil. l i. Es scheinet/ als wann diejenige / deren Meynung ich dieses Grrhs bestreue/ ßch einbilden / es gehen keine Sünder zu Hrunde/als durch die Forchr/oder eigentlicher zureden/durch die Verzweiflung; welches doch gany falsch ist. Es gerechten vielmehr in das Verderben durch eine übermäßige Zuversicht / als durch eine allzugrosse Forchk- Kmkeit. Ich habe / etlich wenige Schwcrinüh- lige außgcnommen/ nicht bald jernand angcsrof ftn/ der an der Barmherzigkeit Gottes / und der Kraft des Blurs semes Sohns/ gezweiffelt vstte. Llber ich habe eine unzählbare Menge sol» ^t)er Sünderengesehen/ welche in ihren Lasiern/ Um keiner anderen Ursach willen bclMrel sind/ uls dieweilen sie sich eingebildet / dieftlbige werben ihnen vergeben werden / ungeachtet sie un- lUerdar darinnen beharren. er. Man muß deßwegen aufs andere Kennzeichen bedacht seyn / aus denen wir ^on der Wahrheit der rechtschafnei l Büß/ ^in gewüsses Urtheil fallen können. Ehe ^ir aber dieselbige anzeigen / ist nohlwendig zu- beinercken/ daß es nicht darum zuthun seye/ daß ^irallhier entdecken/ diese Büß/ emtweosrs in bemjemgen Stand / iki welchem sie luüich se»-n Me / und in welchen sie würcklich käme /^wann "l'ir alles/was zu Abstatcung diser hohen L>ehul- F s digkeik «o Des ersten Buchs/z weyter Thei l Vigkeit erforderet wikd/bewerekstelleten; oder in § dem irrigen Stand / zu deme sie srwan gelanget ist / bey einig wenigen der g> öffesten Heiligen; u sondern schlechthin in dem Stand / in welchem ß sie n otwendig seyn muß / wann sie heilsam und u vor Gott angenehm seyn solle. ^ i z.Ich setze deßhalben als ein ungezweisi ^ feite Sach voraus / daß von dem niedrig ^ sien Staffel der Vollkommenheit / in deine ni die Büß heilsam / und undcr deme sie nicht am , A derst als vergeblich seyn kam biß ausden hoch/ ^ sien Staffel/zu deme die grösseste Heiligen biß' ^ ^ weilen hindurchgedrungen / sich undersihied^ liche Zwüschenj'prsffen befinden / deren je H einer hoher / dann die andere / ist. Ich setze ebnermaffem als gantz gewüß voraus/ daß diese * grosse Heilige selbsten / weder gethan noch gesuhlet haben / alles dasjenige / was wol zuwünschen gewesen wäre / daß sie es ver-» ^ richtet oder empfunden harren: Sintemal)' len die Büß / eben so wol als andere Würckum gen der Gnaden/ in unserem gantzen gegenwak' »c tigen Leben immerdar unvollkoinmen ist/und bey weitem den Gipfel unserer obligenden Schuh " digkeit nicht erreichet. Es sind deßwegen bey der ^ Büß drey verschiedene Grad der Vollkommen' heit anzumercken / der tieffeste / ausden sie her' nieder kommet/ der höhere/ ausden sie sich erl)^ / bet / und dann derjenige / zu dem sie zwar billicl) r aufsteigen solte; aber den sie gleichwol niemahls ^ in der ^bat selbsten erreichet. ^ 14. Es wird villeicht nicht undienlich seyn/ d>^ ^ Kennzeichen aller dieser dreyen Gattungen des Zustands Lap.^._y« Zustands der Büß zuerkennen Tiber ich weiß "'chk/ ob sich jemand/ dieselblge genau anzudeuten / werde underfangen börsten. Ich bekenne ßir meine Person gern/ daß dieses mir zuhoch >eye; und ich glaube/ es werde viel seyn / wann An die Büß nur in dem ersten und niedrigsten Mad ihrer Vollkommenheit werde erkennen ^nnen. Und eben dieses ist am meisten zuerkennn/ nohtwendig, damit man verschiedene sehr Uahrliche Irrthume / in welche man in dieser ^ach fallen möchte, vermeide. Das IN. Capirel. Bon dem Leidwesen / welches das erste Stuck der Vuß außmachcr. Daß solches Leid sehr heftig fern mühe. Je Büß hat sehr viel Kcnzeichen. Wir wollen uns bemühen diejenigen vor- zustellen/ welche zugleich die empfind- 'Weundgewüssche sind. . r. Man weißt genugsam / daß die ZZnß ? ihrem Wesen ein Leid oder ein Mißfai- seye/ welches man ab dem Übe!/ so man fangen hat/trager. Aufdiese Ärt stellen sich ^selbüge alle Menschen vor / und es ist niemand dieses Wort nicht in diesem Verstand ge- ^Uiiche / und das zwaren nicht allem in Reli- Miis-Sachen; sondern auch in denen Damen/ Mhe das bürgerliche Leben berühren. Die ist verstehet es nicht änderst. Sie nennet uß eine Traurigkeit. Sie stellet die Her-- neu Des ersten Buchs/ zweyter Theil yen der Bußwürckenden vor / als zerbrochen und zerrissen / ihre Gebeine sind wie zer^ schlanen/ihre Ancfen sind gleich deneThr^ nen--Duellen. Sie sagt/ diese Thränen seyen ihnen wie Brod. Sie deutet an / dieses seyen bittere Thränen. Mitwenigem/ das Fasten/ der Sack und die Aschen/ssind solche Di>'g/ die sich gemeiniglich bey der Beschreibung dek Büß/ in der H.Schrift befinden. Es solle nur hier niemand furwerssen/ die wahre Busse/ seye nichts anders/ als die Verbesserung. Dann neben deine / das nicht wol jubegreiffen ist/wie man sich von einer S"N' de verbesseren könne/ wann man diefelbige nicht vcrpfuyct/ noch wiemandarabeinAbftl-euhe" haben könne / ohne ein empfindendes Leid/ >M man sie begangen; nebe diseni/ sage ich/ss ist ren freylich die Verbesserung die alkcrnattii'liclX sicNachsolge ja der wesentlichsteTficil derB"^ aber sie ist nicht die gantze Busse. Das Leid über das vorgcgangene/ift unvermeidenlich nvbtweN' dig/ laut dem Lehrsatz des berühmten H. Aun^ stin: (^)Haß der Sünden und Liebe Ge»o res sind die zwey Haubrstüci e der Büß- , 4. wie solre es wol möglich seyn / dar man Gort liebe/we'ches/wie ich es bernaw darzurhun verhosse zit der wahren Brist nohrwendig erforderet wird/ und gleich wol sich darüber nicht betrübe/ das ihn so lcichtset tict und ungebührend mic I vilem Unrecht beschweret habe^ Solte nts allen (Greuel der Sünden erkennen können/ U" doch kein Leid darüber empfinden/ daß man den ss>) ^uxuN^erm.7. Zel'en.x. silbigt von der Büß. Cap.;. »4 M - .. . — . - .— > » » selbigen begangen hat ? Die Schmertzen des Leibs zufühlen/ist man überall empfindlich genug. > Man schreyet ja überlaut / so oft man von dem n Podagra/ von dem Stein oder der Darmgicht/ >i öeplaget wird; solte man indessen die so entsetzli- >/ che und gefährliche Kranckheiten der Seelen ütt l/ empfinden ? Man grämet sich ja über den Ver- § lurji eines geringen Theils der zeitlichen Gütern / solle man sich dann nicht über die verlohrne >/ Unschuld bekümmeren ? Wann der Fürst einen ie d»n seinen Höflingen nur ülxrzwerch ansiehet/ ss )t hieynet diser vast zuverzagen; solle dann das An« ll' Asicht des erzürnten Gottes / nicht einenr Sün- vereinen tödlichen Schrecken einjagen? " s-Es ist keineBekehrung/auch die falsche ß selbst nicht ausgeschlossen / welcher nicht ^ !um öfteren etliche sehr heftige Gewüssens- Beängstigungen vorgehen. Solle es dann i>i Möglich seyn / daß dieses Orths die wahre Bert i kehlig geringer seyn solte? Schwächet villelcht >i' die Gnad die Natur / an statt da sie dieselbige uärcken solte? Haben die wahrhaftig Bußftr- t' t>3e zum wenigsten nicht eben so vielBeweggrün« de darzu / als die verworffene? Können sie sich ß das ^,bnd der Verdamnuß / und die Abscheu- h I'chkcit derSündemnicht eben so lebhaft/als jene s Erstellen? Haben sie nicht neben diesen zweyen ^ Beweggründen/ noch einen dritten/der ihr eige« n he» jsi. Ach versiehe die Liebe Gottes? Wie kan ^ ^ dann möglich seyn / daß/ da das Leidwesen der '!! ^vttlosen/vft so heftigundgroßist/hergegen bey ^nen Kindeten Gottes/ dasselbige viel geringer ^ye/und so plötzlich wider verschwinde? 6 iV Ll -4_Des erste»?Bu chs/zweyt er Thei l 6. wau möcttevilleicht sagen/ der U»>- derscheiö zwüscheu diesen zweyen Gatturi- gc»r deren / weiche Büß thun/ bestehe dar- mnen/daß die Gottlosen/ welche den Glauben nicht habe»? / sich der Forchc und hie- »i?ic den? Leidrvesen / welches natürlicher weise aufdieselbige folget/ gänylichen u>»- derrversfei?/ da hingegen die rechtschaffene Gläubige / die erste aus diesen Bewegungen massigen / und sie endlich gar durch die Beredung der Barmheryigkeic Gorces/ und die kräftige würckung des Bluts seines Sohns außloschen. 7. Aber ich habe diesem Einwurf zwe^ Diirg entgege»? zustellen. Das erste ist/ dap sich in den? Ansang der Bekehrung/ kein so grosser Underscheid/ als inan sich wol einbildet / zwüschen der Forchc der verworfenen und der wahren bußfertigen Gläubigen, befinde. Es fürchten sich die'ein- ren so wol als die andere / und beyde haben einen gleichen Grund ihrer Forcht. Sie entstehet ive- derbewdenen einten/ noch bey denen anderen daher / ais ob sie an der Barmhertzigkeit Gottes emcn Zweiffcl trugen Wie ich dann schon bedeutet / daß ich einen solchen Zweifel bey niemand / als allein bey etlichwenig schwermühU' gen Menschen angetroffen habe. Sie entstehet bey denen ersteren so wol- als bey denen letsteren daher / dieweileu sie sich selbsten nicht versicheren dorffen/ ihre Busifye aufrichtig: Es seye gleist) dasi sie wahrhaftig nicht aufrichtig/ oder daß st* noch nicht m einem solchen Stand seye / daß . sich 1- » i c- ^ I- :r >- i >e ie ;/ i- ? P n il - n i' I >r !« ll s !- !- I« t 1 » - e D __Von d er Büß. Lap.?. _ dcr Aufrichtigkeit derseldigen daraus ver- 6wüss-rn könten/sintemahlen die wichtige Grün. weiche sie hernach der Aufrichtigkeit Überzügen/ sich nicht alsobald fo deutlich an den Tag Mn/ sondern öfters erst eine geraume Zeit her- ^ach zum Vorschein kommen. Ist hiemit in diesem Absehen / der UnderWidzwüschen dielen zwey Gattungen der Vußleistenden nicht gar groß. 8. Aber ich wil zugeben/ der Underscheid >kyc viel grösser. Ich wil zugeben/ es möge ein Gläubiger der Barmhertzigkeic Got- kks und der Aufrichtigkeit feiner Büß / fo ^»l versicheret seyn, als man es immer ver-» ^ngen mochte. Ich muß bekennen / daß dieses etwas zu Hemmung seiner Forcht; aber überall nichts zu Derringerung feines >eyds beytragen möge. Dieses Leid möchte M legen / wann man voraus setzen könle / es diibe keine andere LZuelle/ als das Nachsinnen ^ber dasjenige/ das man leiden muß/ was man ^vi verdienet hat. Dicweilen aber (wie nach M nach solle dargethari werden ) dasselbige ei- gatitz anderen Ursprung hat / und dessen Mehmste Ursachen / die Abscheulichkeit der funden selbst/ und das Unrecht/ so dardurch ssvtt angethan worden/sind/so erhellet sonn cn- / daß weder die Hofnung der Verzeihung/ ^ch die Gewüßheit/ daß man dieselbige allbe» erlanget habe/ genugsam seyen dieses Leides Mrigkeic zuunderbrechen: Und zwaren so bin für meine Person dessen beredet daß em wah, ^Kiird Gottes/ Nicht nur dgMMnahlen über seine »6 ^zes ersten Buchs/ zweiter Theil über stme Sünden stufte und weine/ wann es sich von venstlbigen aufturichken/und dero Ver» gebung jueriangen suchet; sondern daß sich bey ihme diesesLeid auf sein gantzes Lebenlang erüre« che / und es niemahlen an die Sünd / ohne knirschung seines Hertzens gedencke. 9. Aus dem angebrachten / mache ich de" Schluß' daß/wann man «olche Sünder antrest fc / welche in große merckliche Fehler verfalle" sind / Und darüber nur ein geringes Leidwest" führen; sich kurtz darnach die Versöhnung m" Gort einbilden / und sich über das / so sie begari' gen haben/ nicht weiteres bekümmeren/ manvv" solchen wol Ursach habe zuglauben / sie habe" weder einen lebendigen Glauben/ noch eine anst richtige Büß/ und daß dasjenige/ welches sie si'k einen Frieden und Ruhe des Gewüsstns c>nst^ hen/ nichts anders / als eine ruchlose und fleisch iiche Sicherheit seye. r 0. Die warhaftig Bußfertige/ steheni" weit grösserer Unriihe.Jhr Lcidwesen/Hab tetaftezciceltt crewusseö Ebenmaß/ mir der Grösse des Fehlers/ von deine es ansang lieh entsprungen ist / und wann ihr Fehler scheulich ist/ so wird gewüßlich ihr Leid niemah' len gering seyn. Ja ich sehe hinzu / wann es ring wäre/ so wurde Gott kein Vergnügen dan an haben. Das ist eben dasjenige/ was ander!' wo mit dem Beyspiel Davids ist erwiesen wor den / welcher ungezweiffell in cinigen Re"A über seine begangene Sünde verfallen war/ ehr ihMc LFlathan diesclbtge vorgerücket; alle«"^ r 1 k. d n st bi A r le st til I,k hc Le Weilen diese Reu sehr gering war / und mit dcu ili, 8r, Von der Bug. Cap.;. 97 Laster/ dessen Vergebung zuerlangen/die Noht- wendigkeit erforderte/ in keine Vergleichung »am/ so wurde sie nirgendshin gerechnet. >i. Man hat verwegen gar keinen Zweiffel baran zutragen/daß die Heftigkeit des Leids/ ^icht ein gewüstes Kennzeichen der Büß leye. Allein / man muß/ wann man sich besten bedienen wil / auf dreyerley Vorbauungen Achtung geben. . rr. Die erste ist/ daß man zwaren die ^Uß/ welche mit einem geringen und ak äußerlichen Leidwesen / begleitet ist/ vergeblich und unnütze halten möge. Dieser Schluß bestehet best/ und ist unbelrug, R. Aber man kan darum nicht unwidertreib- Mvest schliessen/daß eine jegliche Brlß/ gut und P'lsau, sepe/ bey deren ein lebhaftes und grosses Leidwesen anzutreffen ist. Die Ursach beruhet U deme/ daß Zwaren die Heftigkeit des Leids/ M niemahlen fehlendes Beding der wahren ^"ß / aber gleichwol nicht eine so unfehlbare Eigenschaft derselbigen ist/ durch welche sie von ^er unnützen mochte underscheiden werden/ Gemahlen / wie zum Theil schon angezogen Worden / zum Theil veröffentlich weiter solle ^gethan werden / die unnutzlrche Vuß bißwci- ^ eben so ein lebhaftes und empfindliches Leid sich zuführen pfleget / als die wahrhaftige ""d heilsame. . f;. Es ist hiemit dieses Kennzeichen eines von Wenigen / welche man insgemein verneinende Kennen angewöhnet ist / und deren Abseyn/ ^Wqyi zuerkennen gibt/ daß man nicht bee G schaffest y- Dr» ersten l^nchs/ zweyter Theil schaffen seye/ wie man seyn soll/ wiewolcn ihr da eyn/ nur unvollkomlich daß man rechtschaffen bewandt seye/ darchut. Ich sage/ daß sie un- pollkomlich erweisen / dann was sie allein nicht thun können/ dasthunste/ wann sie mit anderen Kennzeichen vereiniget werden. Und diejesgiß tet auch drejes Otths. Die Heftigkeit des Leids/ kan ohne die andere Kennzeichen der wahren Büß/ nichts beweisen/ eben wie auch die übrig^ ohne diese / nichts behaupten. Aber wann sich diese Kennzeichen beysammen einfinden / so geben sie einen unfehlbaren und überzeugenden Bewiest/ daß diejenige Büß/ bey deren sie anzll- treffen sind/ gantz heilsam und nützlich seye. » 4 . Die andere Behntsamkeir/deren man sicb m Zueignung dieses Aennzeichens/ ZUs bedienen hat / ist/ daß nmn sich keinen gr- wüsten Grad und Grastet der Heftigkeit unsers Leids / eine wahre V"ß daraus abzunehmen/ einbilden muffe. Dieses wäre ein unerschöpflicher Brünne viler Ungewißheit und Verwirrungen. Es ist genug/ daß dieses Leid all ander Leid übertreffe: Das ist/daß man darüber/ daß man Böses gethan hat/vilmehrbetrübt seist/ als über alle andere Ding/so uns einen Verdruß erwecken möchten: Es hat hiemit mit der Heftigkeit dieses Leids/ vast eine Bewandtnuß - wst lmtder Liebe Gottes/ von deren wir änderst^ gelehret haben / daß darzu genug seye / wann sie i r »1 s L b il y fl ri gl n kt d, N te dj h de h, 8 e en ps >n alle andere Liebe übersteige. Es ist gleichergcM ^ ten genug / waki dises Leid grösser ist/ als alles an . dere Leid/ ungeachtes unnöhtig ist/einen genant ,, dere Leid/ ungeacht es unnöhtig isi/einen genant «nd gewüssen 2>rad verftlbigrnjubesiimmeN' »f von der Büß. Cap.z. !)k is. Endlich so bestehet das letste/hier zuist beobachten nohkwendige Stuck darinnen/ st< baß man von der Heftigkeit des Leids / nicht Zahlen einen beständigen Schluß machen ist tolle/ au» der wurckung/ welche sie an dem >st ^eib erzeiget. Es gibet weichmühtige Hertzen/ s/ Welche sich>urch die geringste Dinge bewegen ist Wn / und durch welche ihnen / ohne sondere e/ M,he die Thränen und Seufzer hervorgelocket K werden. Es finden sich andere/die von Natur e» ^was harter find/ und die / auch in denen D»w ist 8en / darül>er sie das grösseste Leid / und zwar st< Mt ohne Ursach / tragen / gantz unempfindlich Minen / ungeachtet sie in ihrer Seelen die har- st kste Schmertzen fühlen. Dieses kommet unge« ,/ iiveiffelt her / von des Leibs Beschaffenheit / an e-- veren die Gnad keine Veränderung verursachet, ik ^an solle sich derowegen hierbey nicht aufhal- b- ^ / als bey einem gewüssen Kennzeichen der ist Grösse oder Scbwaä-Heit des Leids/so man über ist /ie begangene Sünden/bep sich empfindet.Man ,!! Mrde sich also gar leicht und oft betrogen fin- k/ Okn. Sehet derowegen aufs zwey andere e/ ^eir sicherere Kennzeichen, ip l6. Man muß zuallervorderist/ dasjeni-- ft 8e/ st» man/ wann man Busse thut/ bey sich je ^ipfindcr/ nicht mit deme/was andere em- ^finden können; sondern mit dem/ was >§ ^ bey anderen Vorfallenheiren / selber >b ^Pfunden harz vergleichen. Wir müssen st' ^tung geben / ob wir/ über den Fehler / wel- 'st s/st wir durch das Sündigen begangen haben/ so sehr betrübet werden / als es andere- ^ - Ä r mahl IOV Des ersten Buchs/zweyter Theil mahl geschehen / wann w«r cmderwcrtigen laß zur Vetrübnuß gehabt haben. Dieses ist genugsam und unnöhkig / eine fernere Vergib chung anzustellen. 17.wir müssen demnach uns sechsten n^ dersnchen/ob wir williger wären/noch ein^ mahl dieselbige Todes-Srich außzuftehen/ die uns durch die aUergrosseste Verdrieß lichkeir/ in unserin ganyen Leben jemahls begegnet sind; als'aber die Sund / welch* wir bereuen/ noch einmahl zubegehe"' Sind wir also entschlossen / so ist dieses ein gantz gewüsser Beweißthum / daß unser Leid so heftig ftve/ als es zuscpn notwendig ist / es seye gleich daß wir darbepgantze ThränemGüsse/ odcrga* kein Tröpfle», Zahren-Wasscrsaußgiessen. 18. Es ersit>einr aus disem/wie nohrwe^ dig es seye/dast man dieses Leid am alleres pfindlichsien und schnwrylichsien machst als es immer möglich/es seye gleich daß rvl* andere zur Busse anleiten/ oder uns selbst zu derselben aufwecken wollen. Es ist billigst daß wir nichts/so diese Würrkung zuwege» brl^ gen kan/ verabsäumen. Solle jemands frag*"/ was hierzu am bequemsten sepe / so beruhet M ches/ meines Bedunckens / auf fleissigem Naw' sinnen/wie man sich die Beweggründe/so uns zu diesem Leidwesen antreiben / zum trefiichsterUu' eigne: Worvon ich auch in denen folgenden E»' piteln/ zuhandeln gesinnet bin. Sre werden zugleich eines von denen allergewüssesten zeichen der Aufrichtigkeit der Büß/ gndi* Hand geben. ^ r § r r f d d d d li d d k, 8 si - von der Büß. Cap.4. 10« Das ! V. Capitel. Bon denen Quellen dieses Leids. Die erste Quelle. Die Forcht für der Hüllen. r.KNVRey Ding erwecken surnehmlich dieses Leid. Die Lorcht für der . ^ ^ Hollen/ welche man verdienet: Die Abscheulichkeit der Sünden / welche man begangen; und die Liebe Gottes/weichen man durch die Günde beleidiget hat. r. Der erste aus diesen drey Beweggründen ist sehr kräftig: Man weißt/ daß die Sünde nicht schlechthin die Hölle verdienet; sondern daß stc den Sünder/der Noht- wendigkeit selbige znertragen / underwirf- fet und rvürcklicls in einen solchen Stand setzet/ darinnen er / wann er nicht durch eine gantz sonderbare Gnad darausgezogen wird/ in der That dieseibige außstehen muß. Mali weißt überhaupt darvon zureden/daß eben bist Hülle das grüßest« lH entsetzlichste aus alle Übeln seye. Man trachtet darnach/ wre man ihro entgehen möge. Solle eS dann möglich seymdaß man sich darüber nicht be, tuinere/wann man sich dieses Übel aufden Hals Dogen hat/wie es dan so oft geschiehet/als man Mdiget? Solle es möglich seyn / daß man wol Wieden seye/daß man gesündiget hat; oder daß Han nichts darnach frage/ so es geschehen ist ? , z. Eben das ist die Ursach/ daß die H.Schrift Uns die Pein derVcrdamten/aufeine soabschen. Uche Weise vormahlet/ damit / je mehr die Einbildung durch die Schrecklichkeit der Straffen/ G z welche i or Des ersten Ruche/ zweyter Theil _^ welche die göttliche Gerechtigteit denen SE ^ den aufbehaltet/ eingenommen und erschrecket . wird / je mehr man Fleiß ankehre / denselbigcn > üußjuweichen / und / wo man darein verfallen/ ^ sich wider darvon zuentlediqen. ^ Main hat iin übrigen destomehr 11 r- . fach sich vor der Hollen zuforchken/diewe^ len zwüschen der dahinführenden Sülide/ 1 und der darvon desreyenden Busse/sich di^ . sir^ grosse Undersibeid befindet / daß dir Sünde gewüß ; die Busse aber ungewüß ! ist. Man weißt gewüß/daß man gesündigct har; . aber man weiß nicht gewüß/ ob man/ wie es sich ^ geziemet/Büß thun werde. Man weißt/ daß die " Büß/ welche man bey sich zufühlcn beginnet/ " villeicht eine falsche und unnütze Büß seyn kan» ^ Weilen dann hieraus erscheinet / daß die Ver> ? damnuß nicht nur das gllergrösseste Übel; son» " dern ein solches Übel seye / in welches man gar ^ leicht gerahten kan / so wäre es ja ein seltzaini und erstaunliche Thumheit/ wann man sich das/ ^ vor nicht entsetzen / und sich darüber nicht betrü- ^ benwolteavannmansiehet/daßmansichin Viest ^ grosse Gefahr gestürtzet hat. s s. Es inöchte aber jemand fragen :Sre-^ ^ her auch dieser Beweggrund einem Lind > Gottes an ? Ist es nicht vielmehr ein Kennzeb tz Lben eines Knechts / der aufdas Andencken der ^ Streichen / erzitteret ? Ist dieses nicht in pek ^ That dieselbe knechtische Forcht/ welche mit dem Evangelio/ darinnen nichts als siebe und Frey-' d heit denen Hauß-Genossen Gottes/ angebotteN wird/ keineswegs übereinkommet? Lap.4. ^ ,oz - . 6 . Ich antworte auf diese Frag durch t ^"en zweyfachen Bescheid. Der erste ist/daß 1 stch ein grosser Underscheid befinde zwü- / scheu einem Sünder/ der sich bekehree/uUd Einem l^ind Gokres/ welches allbereicbe* - ^hrec/ aUbereir gerechtserriget/ der Liebe i-- Gottes Versicheret ist/und seiner Seirs den- / mbtgen / mir Aufrichtigkeit lind Eifer lle-- bet. Ich gestehe gern / daß die Forcht der Hök- e ien/ neben diesen, letstcrn Zuitand/ nicht wol liess stehe. Ein Christ- welcher bißdahin gelangel/be- dienet sich weit herrlicherer und höherer Grund- h Iahen. Die Liebe/die Ehrerbietung/die Erkant- e duß/ stnv ihme genugsam/ ihn zuleiten/ er bedarf / dicht/ daß ihme die Forcht / zu seiner Underhal- kung / zuhulf komnie. Danahen auch St. Jo- Hanges (-») bezeuget: Die völlige Liebc/rreibe l» ble Forcht aus. r . 7 - Eö ist aber gantz änderst mit dem Anfang >e der Büß beschaffen. Der Sünder ist dessen noch dicht beredet/ daß ihn Gott liebe/ zum wenigsten >/ diit einer so zarten / inniglichen und vatterlichen e Aebe/ Mit welcher er diejenige beehret / die all- bereit seine Kinder sind. Er weist bißdahin al- - lein/ daß Gott geneigt seye/ ih.ne seine Gnad zu- b Erzeigen / und die Sünde zuvergeben / wann ee i» stch wahrhaftig und aufriä)ng bekehret. Gleich- e kvie er aber weißt / daß er noch nicht bekehret ist: t Mo siehet er / daßihm seine Sünden noch nicht 1 vergeben seyen / daß er derohalben mögegestkaf- i- stt werden / daß er die Straffe Verdiener / unl>, li bieselbige zuforchten habe. So stehet ihm dann die Forcht freylich in diesem Stande noch zu / ja ) (,) l.fok.iv.ir. G4 ich > 104 Des erste n Buchs/zweyter Theil ich sage / sie m ihm sehr nützlich / stntemahlcn sie ihn nachlrücklicbst antreibet die Gnade und Barmberhigkeir Gottes zusuchen. 8. Ich weiß wol / daß Goce unsere BB in einem Augenblick außwürcken/und uns aus dem Stand der Günden/in den Stand der Gnaden/ ohne daß wir durch alle zwu- scheu - Raume lauften müßten / versetzest konte. Aber/ ob er es gleich chun kan/ ss thut er es doch nicht. Zum wenigsten ist dieses nicht der gemeine Weg / welchen seine Fälschung gebrauchet / und die Gottes, Gelehrte stimmen darinnen überein / daß der Sünder/ nach und nach/ durch gewüffe Vorbereitungen/ zu dieser seligenVeranderung / gebracht werde. Sie stimmen auch darinnen überein / daß die Horcht eine aus denselbigen sey« / welche hierzu das meiste beytrage/ und daß sie vast eben da» Amt/ in Ansehung dieser geistlichen Zukunft Jesu Christi / in den Hertzen verrichte / welches sonsten dem heiligen Johann» dem Tauftet/ in Ansehung seiner Zukunft in die Welt / obgelegen. Er bereitete ihm den weg. ib erhöhere die Thäte/ und ebnere die Berge. Der Schrecken ab denen Gerichten Gottes/ Ikut in feiner Masse / ein gleiches. Er leget des Stoltz und Frechheit des Sünders darnieder; erweichet er sein Hertz nicht gantz und gar/ s» zerbrichet er doch dasselbige / und bereitet es zu/ daß es möge in ein fleischern Hertz veränderet werden Es folget hiemit nicht / daß ein Gür^ der / wann er sich bekehret/ ohne Forche ftye/ s e h r > " t> k ll in tr Ü ei le so dc ucht vermischen solle. D>e Forcht ist eine na» Etliche und gantz unschuldige Empfindlichkeit/ Mann sie änderst mit der Natur und Grösse des Übels / aus deme sie entsprungen / übereinkam» Mtt. Sie ist/ ist) gibe es gern zu / bescheltens Mürdig / wann sie zu groß/ öder ohne Grund ist. B)ann aber dasjenige/ darab sie sich entsetzet/ stn Übel ist/ sie anbey sich nicht mehrers entse» Hetz als das Ebenmaß dessen/ so darbey entsetz» i'ch ist / erforderet / so ist sie rechtmässig. Wer» M dann die Verdamnuß nicht nur in Wahrheit ein Übel; sondern das allergrösseste Übel ist/ >v erhellet daraus / daß man sich nicht wol zuviel darvor fvrchten könne. lo. wan wir derhalben die Horcht nicht änderst/ als wie sie an sich selbsten ist / betrachten / so ist nichts an ihr anzutreffen/ das zubeschelten wäre. Ich gestehe / daß sie könne mit anderen Empfindlichkeiten begleitet werden; ich gestehe über das / daß diese andere Empfindlichkeiten gutund böß seyn können / da» bähen es geschiehet/ daß dasjenige / so daraus Wtstehet/eintweders lobens oder scheltens wehrt seyn mag. Aber diese Vereinigung / verande« A die Natur der Forcht nicht / sie verhinderet auch nicht / daß sie nicht an sich selbst gantz unschuldig seye. n. Zum Beyspiel: Wann sie mit der Lieb- Gottes vereiniget ist/ so erwachset daraus die- G 5 selbe Io6 Des erstenBuchs/zweyter Theil selbe Forcht/ weiche wrr eine kindliche nenneN- Ist sie aber in das Gegentheil begleitet/ mitei^ nem Haß gegen Gott / oder schlechthin mir einer klebe gegen dem Laster / also daß man sich desselben nicht änderst/ als mit einem Verlangen es zuvollbrmgen/ wann man es nur Ungestraft thu" tönte / enthaltet / so ist es dteselbige Forcht / dst man sonst eine knechtische nennet. Aber die Forcht allein / und ohne andere EmpfindlrclM' ten/ ist natürlich und unschuldig. i r.Sie ist unschuldig in ihrem Ursprung lichen Grund / welcher ist die Liede feinet seldften. Dann es ist zugelassen / sich selbst^ -«lieben / ( wie anderstwo ist erwiesen worden) und es ist unmöglich sich selbst zukleben/ohne M scheu vor dem Übel; besonders vor einem solche'* erschröcklichcn Übel / wie die Verdamnuß >!'» ohne Forcht dessclbigen/ bevorab/ wann man llrfach hat zuglauben / man möchte darmit be» fallen werden; und ohne Betrübnuß / wann man sich solches verweißlich vorstellet. Sie M über dieses unschuldig / in Ansehung des wurfs/ oberdcrSach/ aufweiche siegerichte* ist. Dann kein Ding ist / welches mehr mit der Forcht übereinkomme / als das Übel / von dcms wirallhiehandeln. Dann es ist sonst keines fach zubegreiffen/ warum Gott in seinem die Hölle angedrohet habe / als daß man sich vor Dcrselbigen förchte. Worzu können dlse TrohuN' gen wol dienstlich seyn / als eine Forcht zuerive> cken? Sollen sie uns nicht vielmehr / als so vm Fallstricke vorkommen / wann es uns Verbotes wäre/ uns vor denen Würckungen desselbM zufor"? st li! I>, pj lii «i L lir », d> ke tt l>« von der Büß. Lap.'ch 'V? Wrchten? Ich wil noch ein mehrere sagen. Die heilige Schrift treibet uns außrrucklich an/ diese »orcht jubeobachten i (b) horchtet euch nicht "or deneu/die den Leib cöden/und die Seele ^chr möge»» codcen; saget der Sohn Gottes! Horcht^ euch aber vielmehr für dem / der ^ > dem Entsetzen ab der Hollen / sie lediglich i" bct Seligkeit unnütze seye. Damit sie etwas nutz^ so müssen die zwey andre Beweggründe/ aued A diesem ersten hinzukommen. Ich wil aber von nenselbigen in denen folgenden Capitlen reden« (c) i. Auch Most I V. i;. . Das V. Capitel. Die andere Ouell/des zu der NE wesentlich erforderte Leids. Der GreA und die Abscheuiichkeit der Sünden.Etliche Dk trachmngen/ aus denen dieser Greuel Luerschci, ist. r.ik^^Ann dieBuß gut seyn stelle/so " sie nicht nur aus derLorchc^. dl dl h. bi hc ri< gc >v l>c >h dc s! ti. >>> K. s.. h° hc rv iv ii> lv von der Büß. Lap.5. ie !>» >ct »i- iß- »1 aß ri- s.r ie- 11- iek nß »i> ,ck löl 1. uß ol' >et _._ _ _mz ^er Hollen entspringen; sondern auch au» dein Abscheuhen / so man ab der Sünde hat/ auch dannzumahlen / wann man sich bekehret.Man muß ab der Sünd einen Greuel haben/ und in ihrer Heßlrchkeil selber/ die für- "ehmste Ursach der Betrübnuß/ daß man sie be« Zangen/ finden. Man lese nur die Psalmen / in Welchen David außtrucket/ was ihn zu der Büß bewogen habe. Man wird finden/daß eben diese >hn am meisten darzu angetrieben. Es ist wahr/ W die Horcht vor denen Gerichten Gottes/ ihn M zu Boden geschlagen habe. Aber das mei- A/so ihn darnieder getrucket/ist die Grösse deren Hchlercn/ in welche er verfallen ist. Er sagt (s) ^t) erkenne meine Missethat/ und meine ^>ünde ist imnicrdar für mir. Errette mich denen Alm-Schulden/ Gort. (b)E» 'itkcin Friede in meinen Gebein en/fnr meiner Sünde. Dann meine Sünden stehen ü- der mein Haubt/ wie eine schwere Hast sind He mir zusthwer worden. . 2. Wil deßwegen jemand / daß seine Büß Mg und seligmachend seye / so muß dieselbige Wbtsächlich durch die Betrachtung des Greu- ^ und der Abscbculichkeit der Sünden / über Welche man Busse thut/ entspringen. Dieses Zungen zubringen/ so ist es sehr diensam/daß man ^gemein denen verschiedenen Unordnungen/ L bry der Sünde anzutreffen sind / nachsinne. Aumit ich nun meinem Leser die Mühe / diese ^lrachtungen eintweders in anderen Sä-rif- ^^>)der durch eigenes Nachsinnen aufzusuchen/ > ' abnrh- ^ l» ?5XXX^M.4-s. abnehme / so wil ich mich bearbeiten/ einige bett selbigen anzudeuten. z. I. Eine jede Sünde / wie sie immer Nammen hat / bleibet doch allezeit eine entsetzliche Sach / deren Abscheuiichkeic niomahlen genügsam vorgestellet werden kan. Daß dem also seye/ tstausErwegungdcsi s'N / wie hoch sie Gott mißfalle / leicht zuermeß sen. Man kan / was Gore darvon urtheile/ abnehmen / aus Berrachrunndejsen/ was er einerseits zu deren Bestrassung; anderseits aber / zu deren ganrzlichen Außrst- rung/verrichtet. 4' Sie zuftraffen/ hat er die Holle bereiter. Das ist ja alles gesagt. Dann in Wahrheit/ wann man die Pein / welche die Verdamten all diesem klaglichenvrth erleidembetrachtet wann man die alles übersteigende Grösse ihrer Huaal/ sich vorsteller/füraus und an aber/wann man di- Ewigkeit und Unveränderlichkeit dieses Jammers/ welche sie ertragen müssen / zu Hertze ziehet / so bedarf es keiner grossen Bemühung/ d«e Vekantnuß außzuwürcken/ daß die Sünde/ ein erschröctlicher Greuel vor Gott seyn müsse / sim remahlen weder seine Güte/noch seineBarmher- ziakcit eine so enkschliä-e Raache wider dieselbige außzufübren/ ihne verhindern mögen. . s. Aber dieses wird noch Heller hersur- siheinen / durch Überlegung desjenigen was er diestlbigen zuverrilgen/ gethan hat« D«e Menschwerdung seines Sohns / seine Erniedrigung/ sein Tod / die Vergiessung theuren Bluts / und der aantze Haussen aller Marttt N lvi k chl fü «11 h« dt 8e sei «1 de, «>c >>ic lhx ilij von der Büß. Cap.s» __ Marter/die er an dem Creutz außgestanden hat/ ivaren nohtwendig/ die Sünden der Welt wegnehmen. Er hak sich nicht beschweret/alle diese w wunderliche Mittel anzuwenden/ einen sollen Zweck zuerreichen. Was muß dann dieses wr ein erschröckliches Übel seyn / welches nicht «nderst dann durch solche ungewohnte Mittel/ M mögen geheilet werden? . 6.ii. Diesessolts/ausser allemZweiffelgenug M/uns den Greuel der Sünden/ rechtschaffen Mzubilden. Gleichwie wir aber gern von "Men Sachen nach unserer eignen Muht-- Fassung und Vernunft/ zuurkheilen pfle-- 3m/ also wird es nir aussert dem weg seyn/ ^ann wir ein wenig/wie die Sünde an sich lklhst beschaffen seye/ überlegen. 7. B?as thue man nun/ so oft man sundi-- Zet ^ Man ist Givtt ungehorsam. Das ist Mn viel. Dann was könre wol rechtmaffigers s'-n/ als daß man sich gäntzlich zum Gehorsam ^dcrwerffe / dem obristen Herren der Welt/ GchLpffer aller Dingen/ der alles gemacher M und alles wider zu Grunde richten und ver« Mtigen kan: Welcher ohne dem / durch seine Vollkommenheiten und Gröffe / so weit über ^ erhöhet ist/ daß wir gegen ihme lediglich für "'chts zurechnen sind? 8. III. Sslce wol etwas bilkichers seyn/ /^ daß man demjenigen gehorche/ welcher /'chts / als was vernunftmässtg und nohr-- /'endig ist/ begehret^ Es ist/ ich gestehe es ^/ sehr schwer / einer solchen ledigen Macht en / welche uns 6urch nichts anders^ als r«r DeserstenBrrch»/zweyter Theil als die blosse uns auferlegte Notwendigkeit/ -um Gehorsam verpflichtet. Man ist in solches Fahl nicht änderst gehorsam/ als mit Widerwil' len / und ob man schon äusserlich das Anbefol^ lene beobachtet/so murret man doch bey sich selbst in geheim/ und widerstrebet innerlich denen fehlen / die man von aussen in das AZercke rich» tet. Aber / wann man ein wenig die Billrchke» in Acht nehmen wil/ solle man nicht eine recht* innerliche Lust empfinden/ wann man sich einein solchen underworffen weißt/ der seinen Gewalt niemahlen mißbrauchet/ und nichts ungerecht^ femahlenjumuhtet? 9. I V. Aber ich habe noch nicht genug gemeb der. Gore/ der uns gemacher harz könce M unser bedienen/ nach seinem wohlgesast lcn / und uns dahin verpflichten / dH ross einig und allein / uns um seine Ehre benw^ heren. Thäte er es/so thäte er nichts/ darüber wir die geringste Ursach uns zubeklaqen hätten- Gleichwol thut er es nicht. Dasjenige / so** von uns forderer/ist ihme selber weder nu^ lich noch nohrwcndig. Es dienet ihm ju k^ nein Vortheil, was er uns auferleget. Aller tzeii darvon/ ijt unser eigen. Die Ursach/ um ren willen er es von uns begehret / bestehet >" unserem Besten/ wann wir es thun. Wie von fen wir dann / bey so bewandten Sachen / ^ Hertz nehmen/ ihme zuwiderstreben ? ^ 9. V. Dieses ist noch nicht alles. Erbest^ ler uns nichts/ da er sich nicht zugleich A dessen Belohnung verbinde. Wir find st'" »Mt allen Rechten. Er kan mit uns/ und w sonder Büß. Lap.-s. l/ >N il' h» si e- !it K >V lt -- h ic ek li. er :i« ,s e- is 'si l- is >>t Mn, unserem Thun umgehen / nach seinem ei. Scher, Belieben. So/ daß wann er / auch ohne . te ki di s-> ke kl- lv di >>c »s ilil k ker idx ß« Ü'l ki-, §!k s-i Ee »di dei so, M ob es eli rek e" i>/ oll lil> cs >eki ch st/ Ä- >llt -e» ist ob si^ ob o" b« r»< c»t >st' !-k tll! Von der Büß. Lap. 4. . >,5 wandeln; denVerlurst seiner Liebe und des Vor» Meiiö/ so man darvon hat/ daß man ihm gefällig M. Diese beyderley Gründe leget man/ so zureden/ auf dle Waag^Schalen/ und schliesset Üblich, vie ersteren seyen für wichtigere / als °>e letsteren anzusehen. Stecket nicht hinter die, M Herhalten/ ein so abscheuliche Unbill / daß reine grössere weder mir Gedancken noch mit dorten kan begriffen werden? 1 z. Man mochte zwaren cinstreuen/man lledenche nicht, allezeit an alle diese Dinae ^ann man wüssenclich und vorfttzlich su» ^Ze. Aber zugcschweigen / daß man darum ^ht entschuldiget ist / wann man nicht würck- ^l) daran geoencket/ da es doch so billich und Mwendig ist / daß man daran gedencke; auch Mschweigen / daß man sich mit dergleichen ^Uschuloigungen in der Welt / nicht aufhalfen kan,/ so darf ich wol sagen/ daß dasjenige/, 7°rauf man sich hier steuren wll / keinen Be- >'l>nk) ver Wahrheit hahe. 14. LNan gedenckec an die Dinge / von Elchen ich ?ben jetzt geredet hab / nicht so Östlich/ so ordenlich und so bedachtlich/ man es wol thun solle. Das gioich gern Indessen ist doch gewüß/vaßman in ^Ner gewussen Maß allezeit daran geben- A/ so oft man bedachtlich wider das Genüssen handelt. Oder was sind wol die Gekrätze / die in unserem Gewüffen gegeneman- ^rey streiten / anders/ «16 eben dasjenige/ dar- ich anjetzo geredet habe ? Man achtet indes- dieser Widerständen nichts / man verachtet H r die 116 Des ersten Buchs/ zweyter Wett_^ die Gründe / welche uns zurückzuziehen dienen; und diese Verachtung fallet augenscheinlich aus Gott sechsten / sinremahlen eben in Erweaung Gottes/man diese Gründe/ alle in den ^ schlaget. Solle es auch möglich seyn/ jhmeeint ^ grössere Unbill zuerweisen ? , , is. VIII. Die HHnd ist die allerunvo^ stchrigste/ ja besser zureden/ dieallerunre^ nünftigste That. J ndcmc man sie Hegel er derwirstet nan sich demH« ß und der RaE ». Gottes / und allen Würckungen viefti Raacv» > und diesesHasses dcrHölle und aller ihrer Pci>^ Aber ich habe schon die Unmaß dieses Verl)^ Is tens/ in dem ersteren ^heil dieses Buchs / sogA >»> nugsam angewiesen / daß es anietzo unnötig >l" de Mich länger darbey aufzuhalten. bi r6. Zu diesen allgemeinen Berracl'ch^ v>> gen/ welche auf alle und jede Sünden A neu gezogen werden/ gehöre«; noch etli^ v> sonderbare/ hergenommen von der einer jeglichen Sünde/deren wir uns schu!^ 8k geben müssen; von denen Umständen / welw^ bieselbige vergrösseren; von der Erkantnuß ^ se« häßlich sie seyen/ die uns/ mdem wir sie beged^ ylc nicht ermangelt; von dem Beystand den G-Ou 8! uns leistet/ unsvarvonabzuziehen. Dieses ^ chen alle / wann sie von uns wol erwogen u^ ^ überleget werden / sind genugsam uns tauft^ derley Betrachtungen / an die Hand zugebe^ W welche uns überzeugen / daß nichts in uns ue reren Schrecken erwecken solle / als ^ unsere Laster. . «dr >uf llg ^ B !llt! Von-er Büß. Cap.6. ,17 Das VI. Capitel. Daß es mwermeidentich noht- ^endrg 5ye/ daß das Leidwesen / wel- Mö wst ab c>er S ünde empfinden / von der Ab, Ichcullchkcit der Sünde seldsten her, ühren/unb uns dicsclbige juhaffen/ bewegen solle. -lie -l>c d>S chs s>i^ el>^ ich' An kau nicke läugnen/ daß dieses Abscheuhcn nicht gany gerecht seye. Ist es aber gerecht/warum wlte es dann nicm nohcwendig seyn ^ Wie Me man lkch einbilden dörffen/daßman sich deniselbigen entziehen könne? Meyner man man We sich bekehren können/ und gleichwol allezeit o>c Sünde lieb haben? Was solle dieses wol für Ar Büß seyn? Wie wil nian erachten / daß ^vtt dieselbiqe ansehen werde? 2. Die i^ünde lieben / heißt ein leibet ÜenerAnecht/ oder/ eigentlicher darvon Freden/ in dem allcrtieffesten Grad die, >ke Leibeigenschaft begriffen ftyn. Dann ?ieichwie die Tugend lieben / etwas mehrcrs ^ / als dieftlbige schlechthin außüben / sinke» schien die Tugend / ohne Liebe zu ihr / ver» Men / keinen Nutzen bringet: Lllso ist die 'vünde lieben / eine viel entsetzlichere Sach/ hie Sünde sechsten / zum wenigsten ist die uebe der Sünde / dersclbigen höchster Staffel Vervollkommenung. Sich deßhalbenalss der Sünde bekehren / daß man sie gleich, M noch allezeit liebet / ist eine gar schwache/ H r ja^ 11 s Des ersten Buchs/ zweyt er Theil ^ ja / es besser außzutrucken / überall falsche ^ kel-rung. z. Manmuß derowegenänfl)ören/dle Smide zuliebe/,. Aber das ist noch niedr ^ genug. ^^an muß sie auch hassen. Dami^ ^ ist unmöglich/daß man die Sünde durchaus ^ emerGIeichqüItiakeit ansehe. Man wird mM ! wendig eintwedersderselben Knecht oder^cM > ^ seyn. Gesetzt aber / es wäre möglich/ daß cincM s nichts daran gelegen wäre / ob er die Sund ^ be o^er baffe/ so wäre es doch anleidenlich / ein Kennzeichen dergrössten Gott- und RuA scg losigkei't. Wie wolte man ohne Entsetzen «dy ^ Grauen / ein so tödliches Gift / einen so schad!" chen ^eind/ eine so erschröckliche Verhinderu»§ ^ ^ alles unsers Wohlstands/eine so unblliichc V^ ! ^ achtung der Hochheik und Mmcstat Gokke?c>"" Ding/ welches seinen Zorn so nachtrucklich^l tzet ansehen können? Es ist unwidersprecblM eine solche Unempfindlichkeit die allerabscheuM sie Sach/ von der gantzen Welt. 4. Meine Person betreffend / so besieg ^ ich dararif/ daß man nicht nur ab der G"'" dxg de einen Greuel haben; sondern dieses ^ scheuhen so groß seyn „niste / daß inan kei" ^ ander Ding sirr jo unerträglich) halten le/ als diese abscheuliche i^ißgebuhrr. vv ^ solle der Sünd nichts gleich kommen/ in unsere" Gedancken. Es solle uns kein Übel gegen ilE rechnen / änderst als gering vorkommen : ^ sey- solle uns kein Gutes/ kein Vortheil/so angenehm ^ seyn / daß wir um dessen willen/ uns zur S"".^ verleiten lassen. Dann gewüßlich / wann eiE i ^ von der Bug. Lap.«^ ^ttrachtungen / eintweders durch Hofnung/ Mr durch Forcht / uns genugsam anscheinen , tde/ unszubereden/ wir möchten Gott zube- ^>djgen verleitet werden / und aber wir nicht al- vbald den Entschluß fassen / dieselbige zuvcrach- und mehr aufunsere Unschuld/ als anfallen "Utzen/der uns von der Sund zuwachsen inöch-, Zuhalten lalnsGegenchcll/denV'.'rlurst der Mchuld für ein weit grösseren Schaden zuach- ^ als uns sonst aus allen/ so zu der» Erhaltung, Miet / zukanden stossen möä-re / so ist dieses ein" Fusses Zeichen/ daß die Sünde annoch in an-».- >^mi Hertzen die Meisterschaft behalte/ und hie« unsere Büß noch nicht aufrichtig seye. f. Diesss ist eben dasjenige / was einige i ^ottes-Gelehrte zrrbehaupren pffegen/in- / °e»ne sie lehren / daß gleichwie wir Gore "eben müssen / über alles / also müssen wir ^>ch die Sünde hassen über alles/ und ihren ^denenHandlungen desHasses/cben den Vor- geben / welchen wir Gott in denen Verrichten der Liebe erweisen. Diese zwey Ding/ °lgen in der That auseinauderen / und ist eines zkö anderen Regul / Maß und Richtschnur. Mnn gleichwie dre Sünd eine Unbillichkeit wl- Gott ist' also/ so viel Liebe man zu Gott hat/ t so viel Widerwillen und Abscheuhen / muß t vor der Sünden haben / danahen es un- ^glichseynsolte/ daß/ wannwirGOttüber ?"es lieben/ einiges Ding in der Welt genugsam M/ uns zuvermögen/ daß wir ihn beleidigen; t folgbarlich / daß wir nicht den Verlurst der Mrgeiiebtesten Sachen / ringer/ alsdieBelei. j H 4 digung ,ro , digung Gottes el wagen. Es ijt wahr / die Ge< s genfolge ist nicht gültig Man kan wahrhafnS k die Sünde über alles hassen ; und doch Gort r nicht über alles lieben. Aber mau kan Gott nicht > ? über alles lieben/ ohne die Sünde auf das aller? I l äusserste zuhassen und zuvcrsluchcn ; Wrc aus r deme / was eben jetzt angedeutet worden / satt? t samlich zuersehen ist. ^ 6. weilen deme also ist/ so haben wir « «in allerstdeinbarlichstcs und gcwüjscste/ Kennzeichen der Aufricl^tinkeir der S"ß/ t oder zum wenigsren / einer falschen / -wann r sie desselbigen ermai-.estcr / siiitemahlen di^ t Kennze»chessder fallen Bus / viel gewüssk l sind / als die Kennzeichen der Aufrichtigen. A ^ ist sehr leicht / daß wir uns über dasjenige / st t ich bißoahin berichtet bab/ undcrssjchen: Das" ' wann wir von Gott Vergebung einiger S«"^ den begehren / und uns sechsten Zeugnuß vo" 0 dem Leidwesen / so wir über die Begehung der > Sünden haben / zugeben verlangen / so muss" ^ wir/ wann wir änderst wüssen wollen/ ob uniek r Leidwesen/ welches das erste Stuck der wahre" Vußaußmachet/rechtschaffen seyc/ nichts an> derö thun/ als uns sechsten erforschen / zuerst^ ^ ^ ren / ob/ im Fahl eben die Versuchung / welclst ^ uns einmahl in das von uns beklagte Laster / 6^ , ti siürtzet hat / oder eine andere dergleichen / "p ^ der von neuem uns bestürmen wolle / wir der^ r selben Widerstand zuthun / und sie abzutreiben v ernstlich entschlossen seyen. Befinden wir ' fes Zeugnuß einwendig in uns / so haben ws ^ Urfach / uns/ wo nicht der Aufrichtigkeit un > >S >lt ht ls ir es § ir ck ss IN s- ,n cr , von der Büß. serer Büß / gantz gewüsi zuversicheren / doch derselbigen halben / die beste Zuversicht zuhaben. Wann uns ins Gegentheil Ulster Gewüs- stnsaget/ wir wurden zum anderenmahl eben ue>« thun / was wir allbereit einmahl gethan haben; und wann wir bey diesem Entschluß un» Veränderet bleiben / so ist es ein gewüsses und unfehlbares Kennzeichen/ daß unsere Büß nicht aufrichtig seye7 M 7- Ich muß bekennen / daß dieser Entschluß/ samt dem ungleiche Außtrag dieser Erforschung/ ttwaö mehrers allhier solle erläuteret werden; bieweilen ich aber dieses schon in der Materi von bcr Liebe Gottes/ verrichtet/ so mag man daselbst bas mehrere aufschlagen/ und es aufgcgenwär- tiges Vorbaben nchten. D^as V l I. Lapicel. Dritte Quelle dieses Leidwesens. es ck es 11/ h- he >e- sl >ik s/ kt Die Liebe Gottes, ist aus dem Angebrachten zur Genü. ge zucrschen / wieviel daran gelegen ^ seye / daß dasjenige Leidwesen / wel- Ms der Bus; den Anfang machen muß/ aus der ^vscheulichkeit der Sünde entspringe. Es mag dieserVeweggrund noch so rechtmäßig und vrchtwendig seyn / so ist er doch nicht genugsam/ ^r>e rechtschaffne t«nd beständige Büß außzuma» a>en. muß nohrwendig noch den drir- M darzu seyen / welcher best eh er in einer s übrhafrigen und aufrichtigen Liebe best >rlbigen Gorres/ den man durch die Sünde H x belei- »rr Des erstcnBuchs/ ^wepterTheil^ beleidiget hat: Dann wie der erste (Hrnnd/ ^ ohne den anderen / nur eine Lains-Bnß erM be cket; also entspringet aus dem anderen/ oyne Veit sg dritten / eine Iudas-Buß/ welche eben so um de nützlich / ia/ vast schädlicher und schlimmer ist/ E «16 die erstere. . 2 . Gewüßlich / die heilige Schrift bezeuget eh außtrucklich/ daß dieser VcrrähterBüß gcthas ^ habe. Er gibt es sMlen mit seinen Worten und Wercken zuversteyen. Aber das ist.noch nicht alles / die Redens-Arten / deren er sich gebram „r chct/ gebenzuerkennen/ daß dasAbscheuhenüv ^ seinem Laster/die vornehmste Ursach seines Leid-'! ih, wescns gewesen sepe. Er spricht: (a)Jchhahk- ni übel gethan / daß ich nirscbuldig Klut ver-< hg rechten habe. Er sahe hieiliit die Abscheulichkeit da seiner Sünde. Er hatte eilten Greuel darab/ le und es liget an dem Tag / daß ^ ihme darbc>) ge em rechter Ernst gewesen sepe / sintcmahlen cr he! sich mit der öffentlichen Bekantnuß seiner ds dancken / nicht vergnügte; sondern über das dir y,, dreyßig Silber!ing/ soer/alsdenr'ohn/daßck sst feinen Meister verrohten / empfangen / denes H Priesteren wiederum zustellte. Das alles aber be mireinanderen / nützte ihn nichts / dieweilen die ^ L'iebe gegen dem Gott/welcheit er beleidiget w, gegen Jesu/ welchen er verrühren hatte/bey lhnt sei nicht so groß war / als das Mscbeuhen / ab von ihme begangenen verrahrerey. bi, z Wer wil zweiffeln/daß nicht die VerdaE r«! ke/dieAbscherilichkeitihrerSünden/zn denen sif ve verfallen sind / wol begreiffen / Wer wil zwerft bj, tvi/ daß sie nicht dieselben insgemein / ia sich dj, (->> .Vi^ar.xxvn. 4 . . stlbsieu >d/' oe/ '(4 lw st/ zct all nv -!)t ab >v^ de r-< clt b/- c>) ck >c- )>e cv r>l >>e > 11 »' lLt 1p flö lft' lch en Von Verguß. Lap-7. ,rz Misten um derselbigen willen / verfluchen und verdammen ? So leisteten sie dann eine recht» schaffene Büß/ wann nichts anders darzu erfor- ^ret wurde / als daß man die Sünd für einen ^'Uel halte. Aber eben weilen sie selbst also die *dl»id verpfripen / so erhellet daraus / daß noch weit mehrers/zu einer heiligen und heilsamen Busse/ erforderet werde. . 4- Vmn muß (Sott lieben/man muß itm ^rylict) und auftietirig lieben. Das sttge- ^g. Dann / wann man Gott also liebet/ soics ?an sich wol können zufrieden geben / daß man 'bnie mißfällig worden/ und seine Gutthaten mit "lchts anders / als aller Unbillichkeit belohnet bar? Wie solle man kosten daran nur gedencken/ oaßman Gott beleidiget/ daß man ihme mißfal- ^ / daß man seinen Zorn sich aus den Halst gc-o- / daß man sich sechsten in die Gefahr gestürmt/ ihn überall zuverlicren/ ihn zuhassenund Muihmeewiggehassetzuwrkden; ja/ wie solle Ankönnen ihn lieben/ wegen des begangenen Aels / Busse thun / und gleichwol / mit dem jB^tdruß über das/ so man gethan hak/ dieLie- M gegen ihme nicht vereinbaren ? Es mußjeder- chan gestehen / daß solches unmöglich feye/ und N^n man dieses zugeben wolte/ mußte man sich mbst widersprechen. t- Anbey/ Gott/ welchen man beleidiget hat/ M lieben; und daß man ihn erzörnet hat/ be> euen/ nicht darum / dieweilen niai ihn erzvr- .M/ an statt dessen/ daß er aller unserer Ehrer- . etunMund Liebe würdig ist ; sondern darum/ Zweiten uns aus seinem Mißfallen ab uns ' gar «14 Des ersten Buch^/ zweiter Theil_^ - gar keick)t allerley Widerwärtigkeit begegeneU ran heißtdieseönicht-ihmeaufein neues Unrecht « anthun / und zuerkennen geben / daß man nicht " allein feine Gütigkeit gering schätze; sondern H daß man auch nicht viel darnach fragen wurde/ . wann man gleich ihme ungehorsam und miM ^ lig wäre / wann es nur ohne unseren besorget ^ den d^achtheil und Schaden / geschehen tönte? Heister dieses nicht / sich selbsten hoher schätzen/ dann Gott / und alles / was man ihme schuldig ist/ unserem Eigennutz aufopfferen? ! 6. Die allerscheinbaresie Tugenden/si"" nichts anders/ als falschbenennte Tuge'" den / wann sie nicht durck.) die Liede , tes belebet werden. Ohne diese Liebe verlud s ren der Glaube / die Hofnung/ die Gcdult/ dir l Demuht / alle ihre Köstlichkeit. Das Mimose" und Markyrthum selbsten / sind unnütze / wan" . sie nicht von der Liebe Hersprossen. Wart"" / solle man dann von der Büß nicht einen gleicht . Schluß machen wollen ? Mit was für Grun^ ' wi! n.cm sich selbsten bereden / daß sie ohne L>§' , be / die doch zu allen anderen Tugenden s" ^ nohtwendig ist/ für eine Tugend möge geh"" , ^ len werden? . » 7. Es ist niemand der nicht wüste / daß ^ , Büß und die Bekehrung ein Ding seyen / u"' ? daß die Schrift diese beyde Wörter / ein D>"§ zubedeuten/ gebrauche. Nan indessen sich l^ ^ mand einbilden / man könne sich bekehre" ohne Gdtt zulieben ? Was ist / sich bekehre" . anders / als aus dem Stand der Sün-en hl" , über tretten/ in den Stand der Heiligung - v on-e r Büß. Cap.7. ire der Gottseligkeit? Und wem ist unbewußt/ daß gleichwie die Sünde darinnen bestehet / daß Man die Liebe und Verbindlichkeit, welche man Aort schuldig ist / an das Geschöpfe verwendet: H«lso auch die Heiligung eben darinnen bestehe/ daß man die Liebe und Verbindlichkeit, mit der» Man dem Geschöpfe zuvor zugethan gewesen/ dunmehr an Gott anlege? Also ist die Liebe Gor- ks / ein wesentlich Stuck der Bekehrung / und kann es möglich ware/daß man alle andere dar- gehörige Stuck an sich haben / und diese al- lein ermangeln könte/ so wäre eine solche Bekehrung/ weder wahrhaftig noch heilsam. . 8. Sehet dieses sind die Quellen des Leidwe- >ens/ welches man allezeit bey einer rechtschaffnen Büß empfindet. Es warebillich/ daß die dritte viel kräftiger wäre/als die andere/und daß d>e andere einen gleichen Vorzug / über die erste halte. Ja/ man findet Leuthe / die behaupten Mollen es treffe dieses allezeit zu bey denen wahr- duftigen Rinderen Gottes. Gesetzt aber/ es wä- re allezeit gewüß und unfehlbar / so wäre es doch 'chrschwer/ es zufühlen und zumercken/ sinte- kahlen die Empfindung desselbigen vielen bewegliche,, Einbildungen underworffen ist; zu. deme kan ich schwerlich glauben / daß es allezeit Wchehe/ und daß man hiemit eine beständige "tkgul daraus machen könne. . 9- Es ist gewüß/ daß dieses in seiner Maß an drr natürlichen Beschaffenheit des Leibes han- «e. Die Eintruckungen / so von denen uns vor- ^/webenden Sa6)en / sich in uns regen/ kom- gerveinlich mit der Bewandtnuß unsers Geblüts/ »ri Des erster» Bu chs/ zweyt er' Theil ^ Geblüts/ uno niit der Beweglichkeit unserer ke- Hens-Geijteren überem. EsgibtLeuth/ dievos Narur mehr zur Forcht; andere/ die mehr zuk Hofnung geneiget sind. Es gibt gar zarte G" i rnühler/ es gibt forchcsame / und es gibt auch be» hertzte. Etliche sind zu einer/ andere zu anderen/ der eisten schnurgrad entgegen gesetzten ,liühtt>-Reguirger>/ geneigt. Hieran hanget für» nehmlich dasjenige/ so durch die Emtruckung de» ren dreyen Beweggründen zur Büß von denen ich bißher geredet hab/einige Bewegung in unse» rem Hertzen/ zuverursachen pfieget. Dahero ich unnohtwendlg erachte / eben so genau außzusoc? seyen/ welcher aus diesen dreyen Gründen/ uns um kräftigsten bewege. Es ist genug/wann ma>N taut der allbereit vorgebrachten Anmerckung/ beobachtet / bey dem zweyten/ ob man ab der Sünde dasaliergrössrste Abscheuhen/ mehr da» über alles andere habe; und bey den, dritten/ ob man Gott liebe über alles. Es bedarfeben nichts weilers darzu/ und wann man einwendig das Aeugnuß dessen/ in seinem Hertzen empfindet/ Ul man in allweg veranlasset/ sich einer reäss» schaffenen Büß/ versicheret zuhalten. Das VNI. Capitel. Don der Verbessernng/daß dieses bige zu erner rechtschaffenen Euß > lediglich höchstnohlwendig >.s3K^?-l'Nn das Hißdahm beschriebe"/ ^^-Aechwejen/ also/ wie wir es l i < i i « l l ! l < ! ! i l r r c l < r r < l l vonderB'.rfi. Lap.S. »r7 gestrickten haben/bescktasfen ist/fo folget die Verbesserung unsehlbarlick) darnuf'Dann ^>e solle man wol begreisten können/oaß jemand geziemendes Leid / über seine Sünden führe/ ivann er darmnen hinfort beharret? Heister dists der That bezeugen/ daß man / nach genügsamer Überlegung alles dessen/ so zubedenken >chn mag/sich annoch sclbsten berede/es seye vor» kheilhaftiger in der Sünde beharren; als aber ^arvon ablassen ? Wie solle man hingegen wi- ^r >n dieselbige fallen können / wann man das Widerchiel für wahr haltet ? Wann man aber diese Gedarrten fallen wölke/ könte das heiß >^>/ wahrhaftig Leid über dre Sünde tragen? Mffe es nicht vielmehr/ an derselbigcn einen Wohlgefallen haben? . 2. FürauS aber/ könte man dieses ein so gross und starckes Leid über die Sünde / wie wir ^rnommen / daß es zur Büß vonnöhten seye/ nennen? Ist dieses ein solches Leid/ welches uns vermag / die Sünde über alles zum höchsten zu-- ^fluchen und zuverwcrffen ? Erscheinet nicht aus dieser Halßstarrigkeit / durch weiche man in ^r Sünde beharret / sonnenklar/ daß/ an statt d'NAblcheuhen daran zuhaben.man fort undfort ?'eßlbige kiebe/ja/näher die Sach außMrucken/ varmil verzauberet seye? Treibet uns / auf diese Meise / die Liebe Lottes / welche dieses Leids Grund seyn muß/ !^nn es änderst heilsam seyn solle / dahin / baß N ^vkt allen andern Dingen vorziehen/ wie es V gebühret/ wann Gorrsich darmit vergnügen me? Erscheinet nichtvielmebr daraus/ oaßfje v«el «2S Des ersten Buchs/ zweyter Theil Viel geringer seye/ als diejenige Liebe / so wir gen denen Beweggründen / zur Sünde habe»' sintemalen wir an diese Gründe so vest ang^ bunden sind / daß wir uns dardurch vermöge" laßen/ Gott aufein neues mit Unbillichkeit zube' leidigen / den doch zuerzörnen uns überall nE bewegen könte / wann wir ihn liebten / wie rv>k es zuthun schuldig sind? 4. Man kan deßwegen die Verbesserung als eine natürliche Folge des Leids/ uM als ein sichtbares Kennzeichen einer ausi richtigenBüß/ ansehen. Es liget im übrige" einem Gerechten sehr wenig daran/zuwüssen/^ sie eine Würckung dieser Ursach/ oder nur <"' Theil des gantzen Wcrcks seye/ wann man ^ weißt/ daß sie darvon nicht könne abgesondert? werden. Ja noch ein mehi ers. Es ist genug/ ^! man wüsse/daß die Vuß ohne die Besserung u" nütze seye/ und daß wir/ wann wir unsirn A>t* den mit Gott zumachen gedencken/die VcrbE runß mir dem Leid/und das Leid mit derVechss serung vereinbaren müssen / wir halten siegle^ für zwey sonderbare Pflichten / oder nur für jwtv absonderliche Theile / einer einzelnen Schul^'^ keit. Es wird zu meinem Vorhaben ein meh^ nicht erforderet/dann ich nicht auf solche GeE' heuen fihe, sondern darauf/ daß ich meine Le>t nachtrucklichst berede/ wie nohtwendig dasjewS seye/ welches ichgiaube/ daß sie thun muflt>u wann sie begehren selig zuwerden. , f. Der Irrthum / welchen ich bestreu beruhet aus der erschröklichen Ein bildE des grössesren Theils der Gnnderen/die sr iniMtl in vi li- de de in sls lq> dc! lll ihr d:k die ed» l>ej ein für L irr, se. >»t Irr _Von der Brist. Lap.K. _ e- immerdar die elende Hechnung machen/fts li/ ^nchren alles dasjenige / so Gort/ ledig-« ^ von ihnen / wann sie nicht ewig verr rll ^rben wollen / erforderet / auch zrr der >e» Seit / hey deren sie immerdar in Außubung ts Lasieren beharren. Under dem Vor- >jk- Mnd/ daß nachden» sie wegen deren Sünden/ > w welche sie verfallen / GÖtt mit einem gerin« ,g> M Leidwesen/ um Verzeihung bitten / bilden >d s- sich ein / es sipe schon genug / dieselbigc zuerst Mgcn / pb sie gleich bey erstem Anlaß sich wie, es Aurn in die erstere / oder andere nicht geringer^ )l> Mrtrettungen stürtzen. Ihr gantzes Leben ist is anders / als em beständiger Wechsel des sk > Wllenö/ undWideraufjtehens. So bald siege« st Mdigct haben / thun sie Büß / und so bald sie ^! M Büß bezeuget haben / fallen sie wieder m n- v:e Sünde. ^ , 6. Dieses ist / wie Man nur allzuoft erfahret/ se- vie Büß des grössten Theils der Sünderen. ch Hähers bestehet der Irrthum / von welchem sie ch M,eh«„ sind/ nicht darinnen/ daß sie die Ve» ey Mrung viel eher für eine Mürckung / als für S* «sen Tbeil / oder viel eher für einen Theil / als rs M eine Würckung der Busse ansehen. Son, .u* er bestehet darinnen/ daß sie sich einbilden/ ^ ^Verbesserung ftpe nicht nohtwendig/ urii» ^ M man heilsamlich und nützlich sich bekehren s/ '?Mre/ ungeachtet man sich überall nichts verbes. ^ / und in denen Sünden/ immerhin sorkfah» ^ .!?' Dieses ist der Irrthum welcher die Sünder >ll ? das verderben bringet. Folgbarlich wird die- ^ ^ Fehler / gleichmässig über einen Haussen qe- " I worßen/ »;o Des ersten Buchs / zweyter Theil ivorffen / man erweise ihnen gleich die VerkO rung seye eine unabsönderliche Folge derBuft oder man stelle ihnen undcr Augen / daß sie^ wesentliches Stuck derselbigen seye / oder nM lasse beyde Meynungen unerörtert/und verg"^ ge sich zubehaupten / daß sie eine solche PM ^ seye / deren man sich / ohne zu Grund zugehe"/ u> nicht entziehen könne. NiclM destowenigcu z 8' gleichwie die H. Schrift ingemein von verÄ^! "l befferung/ als von einem wesentlichen Slu^ der Büß redet / und un ftre Gotts - Gelehrte meinsamiich darmit übereinstimmen; alsonM es nicht übel gethan seyn / wann man sich daran haltet/ und die Bemühung sich zuverbw seren/ anstehet / als einen solchen Theil der M kehrung/ der zwaren von dem Leidwesen / vo« welchem wir mehrmahlcn geredet/ undersch^ den; indessen aber unvermeidenlich höchst nohp wendig seye. 7. Dieses wird uns an verschiedenen Orth^ heiliger Schrift deutlich genug angewicsen.D^ Schreiber des I.XXXV. Psalmen / erklärt sich hiervon also: (a) Ach! daß ich Hörens^ re/ daß Gott der Herr redet/ daß er Frieds zusagte/ seinem Volck und seinen Heiliges auf daß sie nicht wieder aus eine Thorhe" genahten. Salomon redet nicht weniger deur M lich darvon. (K) wer seine Missethat lang ^ net/dem wirds nicht gelingen; wer sie ade bekennet und lasset / der wird Barmhe^ n yigkeit erlangen. Er saget nicht; wer sie ^ kennet und verdammet; sondern / rver st n beke'^ (-) ?s.t.XXXV.A. (d) Sprüchn-.XXVUI.I). -- — vonderBnß. Cap.S- _N« öekennetundlässet/anzuzeigen / daßesni6)t iß/ weniger nohtwendiq seye die Sünden fahren ein Massen/ als sie vor Gott zuerkennen, a" 8. Esaias lehret gleichergestalten / daß waft M wir begegn / daß unsere Sünden außgekilget chr werden/ so müssen wir von dem Bösen ablassen/ >,1/ Md^ernenGutes thun., (c) Wäscher/ reim- cr/! 8er euch / thut euer böses Wesen von mei- ^ ^ ^kZkn / lasset ab vom Bösen / lernet B Dukes thun/ erachtet nach Recht, wann lst» van,, kn,ere Sünde gleich blurrohr ist / solle >kv sie doch Schneeweiß werden« David bezeu- iÄ 8tt in gleichem Verstand / daß man das Böse c? weiden/und das Gute thun müsse. Und St. )e/ Paul. wil / man solle den alten Menschen mit oS mnen Wercken außziehen / den neuen an- ! )>chen/ den alten Adam creuyigen/ das HP heisch und seine Gelüste rödten/ der Süns ^ absterben / der Welt gecreuylget seyn. <»e Propheten reden auch oft darvon / baß M nnsere ersten Wege verlassen/ auf die rel N)ege Gottes trerren/ unseren Wandel -b schi en lassen/ uns zu Gorr/ den wir verlaset haben / widerkehren / ihn suchen und h/ ^ ihnie laussen sollen, et . 9. Insonderheit trucket Ezechiel dieses alles up N mehrerem Nachtruck aus / in dem gantzen Capitel seiner Weissagung. Er nimmet 8>h Klagten und das Murren per Zu, ^ st / welche mir vielfältigem Unglück überhauf- ^ und Knechte der Babylonier waren / zuhin- w ^kreiden. Diese armselige Menschen/bildctnr >m c^ i i.cl» , ? r Des ersten BtrchS/^weyttr Theil ^ sich ein/ alles Übel sü sie ausgestanden / nichts anders/ als em e Straffe der Sünden ilp rcr Vätteren / grad als wann sie nicht auch sten so viel Sünde gethan hatten / daß sie b>lM deßwegen noch weit entsetzlicher hätten möge« gest raffet werden. Die Darrer haben ^erlin^ ge geejsen; (sprachen sie) aber denen reir sind die Zahne darvou siunrpfworde>^ Aber der Propher zeiget/ zu ihrer BeschämuE an/ esseye von Gott so fern/ dieSündendn Elteren, an denen Kinderen zustraffcn/ dats.^ sie auch nicht einmahl an denen selbst strassiS wolle/ welche dieselbige begangen haben / wann sie nur sich bekehren werden. Das ist es / was er in dem gantzen Capitel ihnen fürhalt / ei^ schärffet/ und mit mehret em ausführet; ab" > es wird uns genug seyn / einen Vers allein a"' > zuziehen/ in welchem der Inhalt der übrige völlig begriffen ist. . 12. VVo sict) der Gottlose bekehret / get er Vers^k .) von allen seinen Sünden/ die er gethan har/iind halc alle meine te/ u»id rhnc reicht und wol/ so solle er tebe> und nnchc sterben. Man nehme doch d>e^ schreibling der wahren Büß / welche der phet allhie uns vorhaltet/ wol in Acht. Erw> daß man sich bekehre / nicht nur von etlichen, sondern von allen Sünden; daß man halte n>w nur etliche; sondern alle Rechte Cvttes/ »>)> einige Ausinahm: Daß nian thue was recht un gut ist. Wann dieses geschehe / undfonstenw Ni 6 )ten / verheißet er / daß man werde zu il »r k, 8 e sih Iich zc" in- ei». ,NS dct iel feil ,as ine l'ek ^ !»" > .'N/ s^ !N/ f)- !)» co- v>i cl)t >„< yl> ic>, ißt tk von der Büß. Cap. s. "dieses an einem solchen Orth / da er sozuredcn Lottes Sach rechtlich führet / wider die Sün-- Oer / und da er keine Sorg tragen muß / er jage ">van von Gott / er fordere mehr von uns / als " in der That erfordert. Ein wenig hernach sagt Vers zo. zi. Bekehret euch von aller Uberkrettung/ aufdaß ihr nicht fallen puffet / um der Missethat willen: werfet von euch, alle euereUdertretrung/ da-- "ur ihr üdertretten habt / und machet euch "u neues Hertz / und einen neuen Geist. Dann warum wilt du also sterben / du Hauß Israel? , , l. Diese Redens - Art / in deren er von uns Kehret / daß wir ein neu Hertz und erneu "euen Geist machen sollen / ist kräftig genügt fürzustellen / wie groß die Veränderung ^ unserer würcklichen Bekehrung seyn müsse. Mr sie ist nicht die einige / noch die lebhaftiq« '.k/ welche die heilige Schrift in diesem Gekäst brauchet. Damit wir die Sach/ wie sie ^sich selber ist/ besser fassen mögen/bedielt sie sich solcher Außtruckungen / welche die ^ergrösseste Veränderungen bedeuten / und A Nammen eine solche / da die veränderte vach/ von einem äussersten Ende / an daöan- gebracht wird. Sie nennet sie eine Be- Ming, eine Erleuchtung/ eine Auferstehung/ ^'Erschaffung / unszuverstchcnzugeben/ daß Knechtschaft und Freyheit/ die'Finsternuß M das hiecht/ der Tod und das heben/ ein Wo» '^und nichts/ nicht so sehr cinanderen eistgei streiten / als aber der Stand der Sünden/ aus IZ4 Des ersten Buchs / zweyter Theil aus deine uns die Bekehrung heraus reistet/ und ^ der Stand der Heiligung und Gnaden/ inivw e chen sie uns versetzet. Sie brauchet noch andere Redensst ten/ welche genauer Betrachtung höchst würdig M sind. Sie nennet unsere Bekehrung erne iu setzung aus dem Reich der Finsternuß / ^ 8st das Reich des Liechrs : Sie nennet sie eint ^ Verwandlung / eine widergebuhrr/,eine Erne>rerung/einen Sieg Jesu Chris«/ übet we die Sund und den Teuffel. Sie saget / w>r st werden durch diese Mittel neue Menschen/ R und neue Creaturen. Harre sie wol nachtrug ^ sicher anzeigen können / daß die Büß eineglM ^ würcklrch und wesentliche Veränderung unserer R Zuneigungen und Sitten seye? ^ i z. Man stelle sich doch den eigentlichen stand dieser Redens-Arten vor Augen/ man ^ sinne dem Nachtruck derselbigen nach/rind man vg vergleiche sie hernach mit der eitelen und elenden Büß / von deren ich geredt habe / welche allein ^ noch in dem Grund des Hertzens/ das Lasterst ruck lasset/ und nicht verhinderet/ daß man dc«m v< selbigen/im gantzen Leben Gehorsam leiste. Kan > wird ohne Mühe abnehmen können / daß so ^ ^ ringe Dinge / die herrliche Bedeutung dieser n Red-Arten/ nicht erschöpfen / und daß H>E ^ der H. Geist / welcher sich derselbigen bedienen h wollen/ aufgantz andere Sachen/ als diese sind/ n sein'Absehen gerichtet habe. ? 14. Man vergleiche sie edenergestalren st mir der Vsrtreflichkeir der Mirrlen/ che die Himmelische weißheit anwenbe^ /e. Cap.S._ >Z5 ^en dife würkung hervorzubringen. Sol» te die heilsame Kraft des Bluts Jesu Christi/ Me die allmächtige Kraft seiner reichen Gnade/ deren Vermögen und Nutzen / wir so lauter klar behaupten / sollen alle Beweggründe KrGottseligkeit/ welche uns das heilige Evan- Mum sürhaltet/ solle/ sage ich / dieses alles zu Uts anders dienen/ als uns in einen solchen ^tand zusetzen / bey deme nichts anzutreffen/ Elches nicht neben denen allergrößtsten Sün- °ch bestehen mag? Und wem ist unbewußt/ daß dicht allein das Evangelium; sondern auch der Moran/ und die heidnische Weißheir-Lehr / ein d^it grösstes außgerichtet haoen? Sihet man dicht alle Tag viel Mahomedaner/ Hot man nicht dch den alten Heyden sehr viel Lculhe gesehen/ Mhe keine Ehebrecher / keine Mörder / keine ^gerechte/ keine Meinepdige/ keine Versäumet gewesen? . k s. Man vergleiche endlich auch dasse- dige/welches die Sünder für eine Biisste an- ichen/ inic dem Verfahren deren Heiligen/ Welche uns die heilige Schrift zu ein ein /Mister der Nachfolge / vorstellet. Man wird dastlbsten den ollergröffesten Underscheid ^treffen. Alle diese glückselig Bekehrte haben M böse Art aufrichtig und mic allem Treuen Erleget. Der büffende David / hat ein für al- w>vqhl/ seinen Ehebruch und Todschlag/ Ma- dG seine Abgötterey / Zacheus seine Schinde, Ich/ die arnre Sünderin ihre Uneinigkeit/ der /Esige Petrus seine Schwachheiten / und der Eilige Paulus den Geist der Verfolgung und I 4 Grau- < Des ersten Buchs/ zweyter Ehest Grausamkett abgeleget. Was hat aber dieses glles für Gemeinschaft mir c>em innnerwährc^ den Abwechsel der Lajicren und der Gebettet welche man so übel gegründet/ für die Busse a>n sehen wii? l6. Diejenige Büß/ welche diesen Nammeli zutragen würdig ist ist jedcrweilen von der hesserung begleitet worden, wo keine Vorbest serung ist/ sagte Tertullianus/daselbst kan d>? Bnß nic airderst/ als vergeblich seyn. thun/sagt I^Q3nrius,het)sec sich selbsten ver^ pstict)ten/ hinfort nicht mehr zuständigen« Und ein gewüsser qlter Lehrer/ dessen Sehnst^ bey denen Wercken desH.Augustmi getruckl sehenmnd welchen dieGelehrten fürOennaäiuin von Marschen halten/ behaubtet / die B»ß stehe darinnen/ daß man seine vorige S«^ den beweine / und ins künftig nichts mehk thue/ das Beweinens bedorffe. b, ke S) It> dc 8 . iu f« lii lir ?! id Das IX. Capitel. Daß dasjenige/ was bißdahinist fürqebracht worden/ sich nicht ohne derstlxid anfalle und jede (Fünden beziehe/ obub Außnabm, Daß eine gewüsse Gattung der S"^ den senc/derenhalben dicBuß nichts dcstowcnig^ heilsam feyc/ wann man gleich nicht alles an denenftllen verbesseret, l-iD^AAsbißdahin ist furgebrachervS^ den bleibet an sich' sslbsten/ ob"^ allesWidersprochewahrzglei ^ wol kan man es nicht/ aufalle un jede »e tri sti !e> 'ä ke, kÜ Se, 6 e ke, kk> S« >>ir Von der Büß. Cap.y. __ ^en/ohne Underfcheid/ziehen. Dann wo dies ps geschehe / wäre kein Mensch zufinden / der ktthlschaffene Büß würckte / sintemahlen kein Mensch anzutreffen ist/ welcher sich völlig von al. Sündcn/die er begangen hat/ verbessere/ und °srnit/ von Zeiten zu Zeiten / wider aufeinigen Wer zurück verfalle. Wo sind diejenigen an. ^reffen/ welche sich völlig denen Außschweif. Men / entziehen können / welche ihnen in dem ^ebett aufsteigen? Wo sind diejenige/ welchen Wahl kein unnützes Wort entfahret? Wo W diejenige/ deren Gedancken allezeit mit dem Men Gottes und mit ihrer schuldigen Wicht/ Mreinsttmmen? r. Man muß derowegennohcwendig ei- "k'i Underfcheid erkennen/ zwüfchen zwey« Gattungen der Sünden; die einten W die/derenhalben man sich lediglich best ^er; Die andre aber sind sblche/in die man ^glich widerum verfallet. Von denen ein- sind die Minder Gottes befreyer; Denen Äderen sind sie allezeit underworffen/ so sie in diesem Leben sind: Die einten kön« / neben der aufrichtigen Vuß / keineswegs ^stehen; Die anderen können neben dieser Tu- W noch wol hingehen. .Z. Dieses wil die Schrift andeuren/wann "kvsn zweyen Dingen redet/ die einander ^N gani; entgegen znfeyn scheinen: Die eins 'llst/ es feye Hern Mensch/ dernichkfündi- ^ r Das andere; wer aus Gorr gebohren der sündige nicht. Meilen es nun unmögs ^ ist/daß dgs Wort Gottes sich sechsten Wider« 2 5 freche/ »;S Des ersten Buchs/ zweyter Theil (AÜ>U spreche/ so muß nohtwendig folgen/ den seyen / in welche ein Kind Gottes geruhten kan / ohne diese Beschaffenheit zuverliehren; andere aber/ in welche ein Kind Gottes nicht verfallet. Dieser Underscheid lst von grosse Wichtigkeit/ und die / welche denselbigen nict)t merccen/kommen gar leicht in dreG^ fahr/ sich sechsten in dem Urtheil/ über den Zustand ihres Gewüssens / zuberriege"' Dann wann man sich einbildet / es streiten alle Sünden / auf eine gleiche Arr/ wider die Aus richtigkeit der Büß/ so glaubet man gar bald/ wiewol fälschlich / die Büß / welche man bc>- sich gcspühret/ seye nicht rechtschaffen/ diewen len man sich in seinem Hcrtzen solcher Sünden überzeuget weißt; oder man machet sich die E>^ bildung/ wann schon unsdasGewüffen einigt Sünden , sie seyen auch was für Sünden ßt immer wollen / vorrücke / so seye doch nichts dcstowemger unsere Büß heilsam/ unber dein Verwand/ es seye kein Mensch anzutreffen^ welcher völlig und ohne Außnahm / von der Sünde befreyet seye. Stürtz. t hicmit der erst aus diesen Jrrrhumen / die Menschen in grosst Anast / und vielleicht endlich gar in die zweißung; der andere aber m die Sicherheit welches zwey solche Abgründe sind/ aus denen man sich auch mir grösserer Muhe nicht wol het aus wickle« kan. 4. Nun neben bevden Felsen des Anstost sens/ glücklich durchzukommen istnnve^ meideirlich nohtwendig zuerkennen/ einer* seits die Sünden / in welche ein Aind te d. -rl nj se üt ei, 1c s-l sct kl< tv ch vc >v> ss bk tei te> dc lic Ü! »i s«! ai kä II- eil n; ht er en >e- ^ !>I I II' ! lle >f' 0/ e>- ^!- yi n- i lst '-e ts >il 1/ er le st r- t/ :N von der Büß« Lap. y. öfters verfallen kan / ohne die Früchte ^er Buß/dardurch zuverliehren; anderseits üöer/ diejenige/ welche bey diesem Zustand ^icht wol bestehen können; sondern dem- Obigen am heftigsten zuwider sind. ESist über das sehr viel daran gelegen / daß man den "Amtlichen Underscheid dersilbigen/ gantzge- M anzeige / damit ein jeder / ohne Gefahr sich '.Wen zubetriegen / fle voneinanderen zuunder« beiden müsse. Es vermeynen zwaren eini« llt/ wir verwirren uns hier sechsten/ die- Zeilen wir die Römische Rüchen/ welche Wscl>en den Tod - Sünden und den laßli- Sünden / einen Underscheid mact)er/ ^rwerffen. Aber sie bekriegen sich. Dann ob gleich diesen Underscheid nicht annehmen/ r verwerffen wir dennoch denselbiaen nicht ü» ^all und ohne einige Außnahm. Wir verbessern ihn/ und bedienen uns dessen insememnch. ten Verstand. . t. Drey Ding können wir bey dein Un- ,ftscheid der Tod - Sünden und der laß« ^en Sünden / nicht gut heissen. i^?an rügt denselbigen übel vor/ man erkläret ühel / und machet darvon eine übele "^eignung. ..6. Die Aedens--Arten/ mit welchen man ^eftn Underscheid vortraget / sind an sich l^lbst si> bewandt/ daß sie nichts anders/ ^ eine falsche Einbildung / verursachen Annen. Vorgeben/es seyen gemisst Sünden/ gliche Sünden/ ist eben so viel- als mann man " n wolle/ es seyen solche Sünden / welche Verdis- »4v Des ersten Bllch«/ zwey ter T heil_ verdienen/ daß Gott dieselbige verzeihe: über ist eine falsche und lächerliche Einbildung' Dann wer nur von einer Sünde redet / der detvon einer solchen Sach welche verdienet^ Gottgestraffetzuwerden/ fern ist das dann/ d'w sse die Vergebung verdienen sollen. Wann ma» sagen wurde / man thue nach begangener de etwas Gutes //welches verdiene / daß M' die Sünde / welche vorher begangen worden vergebe / so wurde man doch etwas falsches fud geben. Aber sagen / daß man in Begehung^ Sünde/ ja eben vurchdie That selber/ mildere" man sie begehet/ und welche Gort erzürnet / diene / daß uns Gott gnädig seye/ das ist nur ein falsches Hürgeben; sondern eine so t^ rechte und unverständige Einbildung/ daß^ Röinische Kirche selbst / sie nimmermehr wur^ gut heiffen. Weilen nun^diesc Fürjiellung a"p dem Wort/ zuiaßliche Sünde / von selbst entspringet / so verwerffen wir bjllich allen ^ brauch dessclbigen. .. 7. Aber das ist viel schlimmer / daß die N'ieyiiung/ welche die Komische ctien nnder diestin Undcrscheid behaupt^ Nichp gründliche ist. Sie erbarter/ daß gewüln Sünden seyen / welche von sich selbst und in >" rer eigenen Natur/ den ewigen Tod nichtvet dienen / als in welchen hierzu nicht genug heil und Abscheuiichkeit anzutreffen seye. »st es chen/ welchem wir keineswegs beyzusti", men wussen. Wir glauben / daß nach der rechtiakeit und dem gestrengen Recht/ auch eb)' pie Günden/ welche die Römische Kirche/ lic G le, er D >'8 k0! dil d-> «in de. hi> tt, Üe dc>j der »>l d« lr>, d>c> der lry Von der Büß. Lap.y. . . . _ . ._« 4 « ^nennet/ den Tod verdienen/ und wann sie ^ott nicht also straffet / es eine Würckung der- icnigen Güte und Barmhertzigkeir seye / welche "gegen uns/ nach seinem Evangelio / erweiset. Dieses ist es/ was unsere Gottes-Gelehrte kräh» "8>rerwiesen haben / insonderheit Robert Ba- "n/ in seinem herrlichen Buch/ so er über diese 'Mteri geschrieben hat. 8. Endlich beschweren wir uns auch daß Dieser Undersicheid übel angewendet wird. MN gwet für läßliche Sünden viel derjenigen M/ welche unwidertreibliche Tod-Sünden Ad / wie wir es gar leichc dartbun könten/ wann es dieses Orlhö zuthun / sich schicken wur- °e>Eü kan aber darvon villeicht in der Folge mit- M etwas Anregung geschehen. 9 . Inzwischen verwerten wir gleichwol diesen Underscheid nicht überal/ wie Gliche von unsern Lehrcren anderjtwo an- Üeinerckec/ und klar bewiesen haben. Wir Dauben / es seyen einige Sünden so beschaffen/ -l>ß sie diejenigen/ welche sie begchen/derHöllcn würdig machen/nicht nur nach der Strenglgkeit Gesatzes; sondern auch nach dem gelinden ^echt des Evangelii / und welche die Menschen ^nurderVerdamnuß würdig; sondern würck- derftlbigen underworffen machen / so gar/ wo man sich nicht durch eine wahre / auß- w"ck!iche und sonderbare Büß/ welche mit einer ^hrhaftigen Verbesserung / begleitet ist / wi- in den rechten Stand stellet/ man niemah- ^ die Vergebung erlangen wird. Wir glau- ^ anbey / daß gewüss« Sünden seyen / welche 14r Des ersten Buchs / zweyter Theil für unvergleichlich geringer juschätzen/ und die/ ob sie schon mit denen vorbedeuteten/ eine gleich Straf/ nach dem strengen Necht verdienet HA den/ gleichwo^nicht eine gleiche Würckung nach sich ziehen. Siswerffen unsere Heiligung nicht über einen Haussen; sie berauben uns nichts Liebe Gottes/ verstche/die Liebe des Wohlgefa»' lenü / welche der Theil der Hinderen Gottes >li i welche/ wann man darüber seufzet,und sie in da» gemeine bereuet/ ob man sich schon derselbigei mcht gantz und vollkommen entschlagen kav/ dennoch uns den Eingang in das Himmelreich nicht versperren. i o. Höret! was hiervon die Englische Gottes-- Gelehrte für eine Meynung in der K>^ chen-Versamlung zu Dordrecht fürgebrachl haben. (i>) Es ist wahr/ daß genau und nacv der Strengigkeit des Gesayes darvon reden/ eine jegliche/ auch die allergeringste Sünd / eine Tod-- Sünde seye / und de» Menschen / so wol der Huld Gottes heran- be/ als von dem Himmelreich außschliesst' Ader Gott handlet nict>r nach der GestreN- ge mit seinen in ^fesu Christo angenommenen und gerechrgesprochnen Mindern. find zwaren / die Wahrheit zugestehen- einige Sünden/ derenhalben er seinen deren selbst/ feinen Zorn und Widerwille" ankündiget/ und ihnen trohet/ er wolle sie derowegen von dein Himmel außschliessen- und sie in die ewige Verdamm,ß stürtzen» 2lber es sind auch andere Sünden / dereM haiden der Herr iriemahlen/ auch nicht (,)L.L>-r.i. eim ei si Nl h> d. ", so ve <8 ß, I.r he >Ni V- he >», «lis >kN lies "4? "Ne kurtze Zeit / das Liechr seines Ange- ilc-ts/ seinenRinderen entzogen/noch ih- !>en die Verdammst)/ oder den Tod/ getrost hat. Diese lerstere Sünden sind es/ von ^nen Sc. Jacob sagt: (b) Wir fehlen alle Mannigfaltig/ und St.Johannes/ (c) so sagen/ wir haben keine Sünde an uns/ verführen wir uns selbst. Diese Sünden ^hinderen nicht/ daß nicht ein jeglicher Näubiger sagen könne : (cl) Es isr keine ^erdamnuß an denen / die in Christo 'Jesu M. Wirren under diesen Schwachheiten/ 'affer Gore nicht nach / zu denen Gerecht- ^sprochenen/ eben das zusagen/ was er ^lderstwo zu Paulo gesprochen hat. (?) "aß dich an meiner Gnad genügen / dann ^ine Rrafc ist in der Schwachheit ver- ^llkommer. Ich ziehe hier nichts weiters/ als blosse Zeugnuß dieser Mehreren an. Wer Eiters darvon verlangt zuwüssen, der kan es «1 denen Lehr-Sayen des Herren p.le Llsncz ^schlagen. il. Aber welches sind diese Sünden? 5ben diese Gotts- Gelehrte zehlen hieher Wenigen Sunden / welche St. Paulus an sseyess verschiedenen Grrhen seiner Epist- ^nahmhaft gemacher hat: AIS i.Cor.Vl. Gal.v.i 9.2O.2I. und ssoloff.lll.s.6. Aus Assen dreyen Stellen / finden wir bey der ersten Asse Wort des Apostels : wisset ihr nicht/ W die Ungerechten / werden das Reich Lottes nicht ererben ? Lasset euch nicht ver- ji-.IIk.r. (c)r.jc>Il.rz.(ci^Lom.VIU.i.(e)r.Lvr.Xa.S., «44 Des er sten Buch»/ zweyter Theil _> versuhren/weder dieHurer noch die Abct^ kc tische/noch dieEhebrecher/noch diewei^ ist linge/noch die BnabemSchänder/noch d» Dieoe/noch die Geiyige/noch dieTrunkeiu bolde/ noch die Lästerer/ noch die Bäubk" werden dasBeichGorres ererben. An^ ankern redet er aiso.Mstenbar stnd/dieU^erkt des Llcisches/als da sind: Ehebruch/ Hu^ ^ rey/Unreinigkeir/Unzrrcht/Abgötterey/A^ berey/ Feindschaft/ Hader/Neid/ Zor^ Zanck/ Zweytrachr/ Borten/ Haß/ Gauffen/Fressen und dergleichen/ von chen ich euch habe zuvor ctesagt/daß die 6t de de sii se> di N chco thun/ werden das Brich Gottes m»» U d>, i»i ke» 8«! bei s->l »ic ererben. Endlich lesen wir an dem lelstern Orth diese Wort: So rodet nun euere Gliede" die auf Erden sind/ Hurerey/ Unreinigke'^ > schändliche Brunst/ böse Lust / und de" Geitz/ welcher ist Abgötterey/ um welche willen konnnee der Zorn Gottes über d» / Binder des Unglaubens. . . 12 . Seher ein grosses Begister der G^. den. Nichts destoweniger sind noch ^ dergleichen Sünden/von denen Paulus^ keiner der dreyen obigen Stellen redet/ > 1^ zum Beyspiel/Vlukschan^/ Kirchen-Ra",, dr> Hoffart' Hcucheley/ Luqcn / Lästerung/ , «r> ez-d/ Verrähterey / Absah! und andere derglk' ch^nUbertrcltunqcn/dereri andere Ortk heillg^ Schrift/ hin und wieder gedencken. Auch "^ Ep dem zweyten angezogenen Orlh / setzet Paus" ^ außtrucklich die Wort: Und dergleichen/ d'" der zu zu der Erzehluüg der Sünden / anzuzeis^ 8» de >c< t)< >ü !t'/ >ek rs! n/ d/ eh >l- lk th r/ .k/> es ek >iS , 1 / >e! rs >l-> b/ !l^ eh et llö ! 1 < ,s _ von der Büß. Lap^._^ ?4; ^ andere Sünden von gleicher Art/ das l>" alle würckliche und thätliche Ubcrtrettungcn/ lchnurgrad wider die Gekokt des göttlichen Ersatzes gehen / in gleichen Sünden - Reihen Schoren. i?. Einmahl/der Apostel berichtet zwez/ ^Ninerckens würdige Ding von Visen Gurr- ?bn. Das erste ist/ daßsiediewürckungeir Obs Zorns Gottes über diejenigen/ welche ^begehen/ ziehen. Das andere / daßdie^ lenige / welche sich deren schuldig machen/ Mt werden eingehen indasReichGortes. >^an muß derowegen für eine beliändige Richt« Wpr halten/ daß eine jede aus diesen Sünden/ fbThür des Himmels vor uns zuschließe / und MSdem Zorn Gottes underwerffe. Dergestalt 'ch/daß man undcr seinem Fluch und Raach lie- §"/ und in dem Stand der Verdamnuß / und Todes ist Don der Zeit an/da man in eine aus ^'chen Sünden verfallen ist/ biß aufdie Zeit/ va durch eine wahre rechtschaffene Büß w.der» ^darvon aufstehet. . Docrs - Deleyrten / oarunrer einen Obeyfachen Underfcheid» Sie stellen in den Obsten Reihen die wlderspennige Bewegun- Sen der Lirst/ von denen sie wölkn/ daß verheize Apostel rede / in dem siebenden Capitel der cWel an die Römer/ und sie verstehen dar- ^bch nicht schlechthinalleunoröenliche Begier- sondern auch alle und jede Regungen der vvpchtv des Zorgs stny andere dergleichen Mq- ^ zt mübts. »46 Des ersten Buchs / z weyter Theil_ mühts-Bewegungen/ welche die Vernunft und die Gottcs-Forcht alsobald erftecket; aber «IM" nicht/ wie es wol zuwünschen wäre / Vorbau"- So bald arm der Mensch under diesen schubs 6)en Bewrgungen erliefet/ und siä) darein"' giebet / so gehören sie ander die erste GalkiE der Sünden/und werden durch nichts mehr oo" denen/ welche Paulus nahmhaft machet/.u" verscheiden. Wann man sie aber in ihrer erch« Gebührt erstechet / wann man sie hinderlreib. und darüber seufzet/ so bleiben sie zwar alleZ^ Sünden; aber solche Sünden / die uns vE der Lrebe Gottes verlurstig machen / noch das >" uns/durch seine Gnade/angefangene Werckd" Heiligung über einen Haussen werffen. i s. Demnach) zchlen diese Gottes-Gelehl" hieher diejenige Mangel/ die sieb an uiE gure wercke anzuhengen pstegen. Aber verstehen vardurch nicht solche wesenliche gel/ welche die Wercke eben so wol zu Su"^ machen/ als die Wercke derjenigen sind/ aus ^ ren Handlungen man leicht abnehmen kan / sie noch nicht durch die Gnade Gottes wilE bohren seyen. Sie verstehen dardurch anve" viel geringere Mängel / welche / ob sie schont' Gutheit unserer Handlungen/ nicht überall r Boden stürtzen / gleichwölen dieselbige eiE Massen verstellen / und ihren Glantz und lichkcit verfinsteren. Gcwüfilich / diese Wer" sind an sich sechsten gut/ weilen sie Gott befolg hat. Sie sind gut nach ihrem Ursprung und a deren Umständen / weilen sie mit Glauben u> Oemuht / durch eine Regung der Liebe Got", lir lei T k° de de de fvi te, do Ur skl de s° i»r gei re, bc! dn l"! ch< »in riv seh sv> tex d,i E, .rt/ v>< gek jev ccki ,le» a»' li^ ie^ ,H» Von der Büß. Cap.y. «47 ein wahrhaftes Verlangen / Ihme zugefal« M verrichtet werden. Dieser Glaube/ diese ^viuht/ diese Liebe / sind aufrichtig und wahr. kig; aber sie haben nicht alle diejenige Voll- Mmenheiten / die man wol wünschen möchte/ "Glaube wird durch den Zweifle!/ welcher selbigen bestreiket / und bißweiten überwin- ^1) nicht gäntzlich zunichte machet / angelten. Die Liebe empfindet ihre Schwachheit / welche sie verdammet; aber deren sie sich vch nicht gäntzlich entladen kan. Sobald man gutes Merck fürnimmet / so entstehet in un» ! Hertzen ein Gegenstand / den man zwar nvertrucken; aber nicht allezeit vorher vermeid sv ^ So bald das gute Merck verrichtet ist/ ^reget sich xjn eiteler H^chmuht / ab deine man "nen Adschcuhcn hat/ nichts destoweni- » rbleibet ex nicht aus/ und stellet sich zum öfte- , "von neuem ein/ wie sehr man auch demsel- widerstehet. ^ ' 6. Dieses sind in so weit die Fehler / welche bin Wercke verringeren / ob sie schon diese!- ki,^^"cht überall zerstören. Sie lind ein sol- iin> !^^ub' der sich an die gute Merck hencket/ , o"en Glanh hinderhaltet / der aber den. seb-n ^ ursachet / daß GOtt dieselbige nicht svlte lieben / und nicht genehm halten ^ ^ schon dardurch verringeret und be« ^werden. Und dieses ill / nach obiger Got- d,.^Ä>rten Meynung / die zweyte Gacrung wunden. Eu»' dritte schliesset in sich solche wür- Äen der menschlichen Schwachheit/ K 2 . welche »48 Des ersten Buchs/ zweiter T heil welche nicht so vajr aus einem Vorsitz n>^ Entschluß dieseldige zubegehen / als a»' schlechten,Übersehen und V'-angel der forderten Vorsichtigkeit und ^achrbs^ keir/entftehen. Hieher sind vor allen Dingen «U' rechnen / die Underlassungen derjenigen PM ten/ welche man zubewerctstelligen/ genugsa^ Gelegenheit hätte/ die man abcrcintwedcreM nicht / oder doch ohne geziemende Ammerckja^ keil / beobachtet. Man muß hieher rechnen/ uiigcbührlrche Gedancken; die wie ein Blitzt schwinden; denen man aber nicht nachhengct ^ man nicht mir nicht gut heißet; sondern nur am das gcrinaste Verlangn, / sie auszuführen nE underhailcr.Man muh sicher rechnen/dieselbe unnütze Wor t/ welüie das Evangelium verdat met/ und deren gleichwol sehr viel auch dcn^ allerheiligsien entgehen. Mmi musihieherre^ nen/ viel Sünden der Unwüssenheit und Unach samkcit.- Dann wer ist/ der sich von allem lel»S sprechen dürste? Dab X. Capitel. Zwey grosse Underscheid/ durch welche diese zwey Gattungen der Sü^ den / voneinatideren underscheide»» werden. u HAö wir vonEviesen zweyen Gatti»^ ^ gen der Sünden / bißdahin aE mercket haben / leget genugsam den Taa/ das sich zwüschen denselbigen ein str Underscheid besinve/ mw daß man sie oeß>^ r i c s f c l s r l ? , r s i r t » l < i ! > i < ^ Von der Büß. C«p. »o._» 4 - -m weder undereinanderen vermängen / noch ii» w eine Reihen stellen solle. Nichts vcstoweni- ^ gleichwie dieser Unverscheid von grosser -Dichtigkeit ist / also wird es nicht ausser Wegs A M / wann wir uns ein wenig bey genauester A -änmerckung dessclbigen aufhalten werden, ^sch stnde aber/ daß sie in vier Hauptftucken mi* F Üleicd seyen. A -. 2- Der erste Underfchcid / so sich) zum >llt lv lip ^r Materi hcr. Man sagt einen Tahler ltehlen/ che eine Tod - Sünde; aber nur einen Sebll- cl>' ""8 stehlen / sehe eine läßliche Sünde / dieweil cd o,e ersten Raubs / nahmhaft ftye/ )ig o,e andere nicht. Aber man bekrieget sich hier in- "en. Es kan aar leicht geschehen / daß die Ma- seiner grossen Sünde/ gering / und die Ma- I^'ner geringen Sünde / groß seye. Zum Ein Mensch liebet Gott über alles/ ^ ^dessen liebet er ihn nicht so heftig und brün. 'D/ es wol thun sollt. Jndeme er ihn "M liebet/ so hoch als er solle / sündiget er/ ^ ^ Makeri dieser Sünde / ist die cckcrböch-r "s Gleichwol gehöret diese Sünde nicht un- an ^ 3a hl derjenigen / welche man T»d - ^ ^^den nennet. Ins Gegentheil / bey wel «I E^ünde war eine geringere Malen / als-, bp der Sünde unsers ersten Valters/ da er ' K? von < Des ersten Buchs / zweyter Theil_^ von der verbotenen Frucht asse? Er gen»E nicltts als einen Apffel / mw doch war dieses c>" erschröcklicheS Laster. Ich kan ein gleiches v^! jenem elenden Menschen sagen 'welcher aufaE trucklichen Befehl Gottes/ ist gesieinigct wo^ den/ weilen er ein wenig Holtzeü an einem bak-Tag aufgelesen hatte. ?. Betreffend den Raub eines Scb^ lings oder eines Thalers / so nimmer ma" nicht in achr / wie ich anderstwo angezeiget/ daß der Schilling oder der Thaler / nia? nur die Mareri; sondern auch die bewegen' de Nrsach des Diebsrahls seyen. Ind«sse>'»' dieses gewüß / daß je geringer die Bewegt' sich ist / je grösser die Sünde ist; sintemable» sich dardurch äusserer / daß wir Gottes M' hott gar gering achten / wann wir uns durch e" ue so geringe Satt) / zu dessen Ubcrtrettung vct' leiten lassen. . 4. Der Fehler entspringt danahen / man diese Sünde nur in so weit betrachtet/ als sie der Liebe entgegen streitet; da doch erwägen solte / daß sie wider die L't' be/ wider die Gerechtigkeit/ und wlder d^ Gesay Gottes/ welches saget: Du soll stehlen / begang en wird. Demnach hat dieses Fehler seinen Ursprung auch daher/ weilen nicht in acht nimet / daß die Grösse einer S"'^ de/ nicht an der Beheryigung eines einige'' Umstands; sondern aller mireinanderen -" gleich hange. Under diesen Umständen / kö". .nen einiae die That verringeren/ andere vergroi seren. Eskanhiemiteine Sund/ in Anseht dl ai ri d d 8 cl 8 !' y v d von der Büß. C«p. >o. ^ einten Umstands / gering; in Ansehung des Nil Anderen/ groß seyn. Die GeringlM der Mate- ^ kan eine Sünde gering machen/ in Ansehung ^Nutzens/ oder Schaden^/ so dem Nächsten widerfahrt / welchen die Liebe nicht wii beleidi« Mhaben; sie kan aber eben dieseibige großma- MN/ in dem Ansehen / welches man billich ge- Ul Gott haben folte. Dahero bekrieget man M/ wann man aufemen Umstandallein siket; muß sie alle zusammen fassen/ und wol ge. wahren/ ob nicht einige eben das best siellen/waS v>e andere zuverhinderen scheinen. . 5- Wie/mochte inan hier einwersten/ist dann das eine grosse Sünde/ wann man ei- Apffel oderNadel niinmer/ ohne vor- puffen und willen deßjenigen/ deme der ^hssel oder die Nadel zustehet ^ ^ch hab wscht dergleichen Gedancken.Daß ich aber Oleses nicht vermeyne/ kommet eben nicht °on der Geringfügigkeit der Materi; sondern daher/ weilen ich es für keinen )^aub/ M folgbarlich für keine Sünd halte Der ^ebstal bestehet in nicht Piders/ als daß man vwas / wider den Wkllen / des Eigenthums- ^rren/ nimmet. Dahero / wann man weißt/ °oervermahlet/ derEigenthums-Hcrr/ werde "M wol zufrieden seyn / wann wir diesen A- Ael / oder diese Nadel nehmen/ so ist es freylich «le Sünde / selbige zunehmen ; ja c6 »st eine ^were und grosse Sünde. Wann man aber ^Muhtet/ wie man gemeinlicb thut/ oder es m- ^Un Ursach hat/ dcrEigenthums-Herr' werde ^ nicht für übel aufnehmen /so heiffet die^s nicht K 4 stehlen/ 1 ?r Des ersten Buchs/ zwey ter The il_, stehlen / unO ist dancchm etwas so weniges/ U>^ aufeitie lol e Weise nehmen/ nicht einmahl ci^ geringe Sünde zuncnncn. 6. N'iast muß deßwegen erwas anders eben / welches machet/ daß die Sünden ring scven. Zuallervorderist halte ich für ne Person / die Sünden für gering/ wclct^ nicht änderst/ als sehr schwächlich / durch einen Umststweifunsere grostepst^' ten/ den Glauben/ dieLiebe^Gortes/ ^ Hochachtung seiner Gesayen/die Liebe d^ Wachsten/ die Gerechtigkeit/ die Dennihs und anderedergleichen Tugenden/ beleih gen. D>e Sünden der ersten Gattung / diesen Wichten schmirgrad entgegen. Der l^ glaube ist zuwider dem Glauben; der Hast tes streitet mir der Liebe/welche wir ihm schuld stnd; die Verachtung feiner Gesatzen/bcstün^ die Ehre / welche seine Hochheir von unsfor^ rer; der Haß des Nächsten wirffet die Liebe/V^ Diebstal die Gerechtigkeit/ der Hochmußt^ Demuht über einenHauffen. Aber die SünA Veränderen Gattung/ sind diesen PflichteniE so schnurgrad entgeqech/ und verhinderen nE daß man sie nicht erstatte/auch in dem Anaenb»^ selbsten / da man in solche Fehler gerahten >>>' Zum Exempel / man liebet Gott über alles/abc» man liebet ihn gleichwol nicht so siarck / als lE aern wolle. Dieser Manael/ streitet/ eiaeNkll^ de V 1v de gern wolle. Dieser Mangel/ streitet/ eige- ^ zureden/ nicht wider die Liebe/ angesehen^ Liebe mit demselbigen begleitet ist. Man bett^ zu Gott / und zwaren mit Eiffcr und Andaw'' Nichts hestoweniger/ steigen uns mitten m ^ n. d, dl li st C li. von der Büß, Tap.i o. 25Z hebelt/ wider unserm Willen/allerley fliegen ve Gedancken aus. Diese Zerstreuungen der Ge» vancken/ verringeren die gute Beschaffenheit des ^>ercks; aber sie zerstören sie nicht ganßlich/vlel- Weniger verursachen sie ein solches Übel/ welches veiu Geberc schnurgrad entgegen streite. 7» Ein anders Stuek/welches die Sünde ^hnihafr verringeret/ ist dieses / daß bey ^"selbigen gar wenig Vorsatzes sich besinnt/ ,ind sie sehr weit von denen muhtwil- Wn und vorjatzüchen Sünden / entfernet sind. Wann ein Mensch einen Diebstal oder Ehebruch begehet / so begehet er dicselbige dar, ^ / weilen er es thun wil. Manchmahlen be- »M er sie gar/ nachdem« er zuvor Zeit gehabt ^ / sich darüber zubedencken. Aber die Sun- ^b/ von denen ich rede/ kommen unserem Wil- s'n zuvor/ sie entstehen in unseren Seelen/ ohne unseren Beysahl znerwarten; wil geschweige»/ W sie sollen eine Würckung einer vorbedachten Avßheit seyn.DreSündcn derUbereilung/odep funden der Schwachheit / oder Sünden der "siwüssenheit/ sind zwaren die Wahrheit zusa- M/etwelcher Massen willige; aber nur schwäch, "ch und uneiqmtlich genante willige Sünden/ komen folgbarlich denen anderen nicht bey/ ^Welche man nicmahlen fallet / als nur darum/ "'kllen man darein zufallen/ verlanget. - 8. Aus dieser zweyten Becraebtung/entflöhet die dritte: L?anilieh/ daß hiess Sün- . bN/ sehv schwerlich können vcrinitken wer- en. Es mangelt nur eine mittelmässlge Tu- «md/ eine jegliche Sünde der bsten Gattuug/ K f zuver- »§4 Des ersten Buchs / zweyter Theil* zuvermelden/ und man hüret sich öfters vorder' selbigen / gantz aus anderen Beweggründe^ als aber wegen der Tugend. Schlechthin ko"* nen lauter menschliche Absehen eine solche W"" ckung/ täglich verursachen. Es befinden sich bey derVermepdung derSünden der anderen tung/ gantz andere Beschwerlichkeiten. Lehrer der Römischen Kirchen/ sagen /" sepe dieselbige insgesamt zuvermeiden / unnw- lich; ins besonder übergehe es sehr schwerlich;"' Das ist/man könne schwerlich sich vor einer jede" derselbigen / wann man sie absonderlich betrat tct/ bewahren/ und es sepe unmöglich, dafi n^ «ine nahmhafte Zeit hinbringen könne / ohne >" eine oder die andere zufallen; dahero glaube" sie / es scye/ die heilige Jungfrau Mariaauß^ nominell / kein Heiliger überall darvon befrei gewesen. 9. Wir wollen von demjenigen/was sieb»" der heiligen Jungfrauen sagen / nichts melde"- Kau man es aber/ waS sie von der Unmöglich^ aller Sünden dieser Gattung / durch die gen"" ne Gnad selbige zuvermeiden/fürbringen/in rede seyn? Könre man es thun / so würde M ja etwa« aüch einer aus denen Heiligen Mt" lassen / der es gethan hatte ? Müssen wir ab" nicht/ daß keiner aus allen / sich dessen ber"^ wen kan / sintemahlen die heilige Schrim " kraftigkich darthut/ daß kein Mensch sey« / ^ nicht sündige. . 10. Es ist viel leichter/ eine jegliche "'s diesen Sunden/ ins besonder zuv'errnei^" rviewol sich auch hierbey entsetzliche sc «r si! tu so ei d, d, ei d. d> lil ni n, si rli b^ si si s- te li> ii> di sil hi d, d> _von der Bü ß. Lap. 10» _ sihwerlichkeiten hervor thun. Man mag so Swssen Fleiß anwenden/ GOtt von gantzem ^rtzen zulieben/ als man immer kan/ so wirk» I'chs doch Herfür thun / daß es noch sehr viel er» hangle / biß man ihn liebet / wie man wol thun Me. Man mag sich einig Gebe»/ wannesnuc E>n wenig weitiauffig ist / ohne Außschweiffung ver tzZedancken/ zuverrichten befleissen; ich stehe sehr an / zuglauben/ daß man seinen Zweck Zeichen werde. Ich bin zum wenigsten gewüß/ man es nicht zum östern werde zuwegen «ringen können. Ich sage ein gleiches von denen putzen Worten / derenhalben es kümmerlich ^3 verhütet werden / daß uns nicht mithin ei- entlauste / wie wenig wir auch mi. Weilen dem also ist/ solre man sich ^Nrber verwunderen/ daß der so gütige / welcher unsere Schwachheiten und ?rbrechiichkeiten / besser kennet als wir slvsten / diese Art der Unvollkommenhei- «u / geduldet an seinen lieben Rinderien/ sie wegen derselbigen / weder seiner Liebe/ ^rh der Würckung dieser Liebe/ beraubet? Ist ^ nicht eben dasjenige / was er uns selber vor- / durch den Propheten Malackiam: (a) wil ihrer schonen / wie ein wann ser- Sohns schonet/ der ihm dienet? Diese sind sehr merckwürdig. Gott redet ?Er nicht von einem solchen Schönen / welches Rechten der Sünden widerfahret / die "rch eine aufrichtige Vuß/ seine Kinder wer- (') Mai0ch.ili.r7. dem Des ersten Buchs/zweyter Theil den. Er redet auch nicht von einem Schont» gegen die aufrührische Kinder / welche durch ^ Büß wlder zu ihme zurück kehren. Er redet v»» deine/ was er denen Kindern zu gefallen thub ^ thme würcktich dienen/ die ihn lieben / die ihn A ren/und dachcnige thun,was er ihnen befihlet E/ sagt/er wolle ihnen sthonen/dieweiken würckl^ in demjenigen/ darinnen sie chme Piencn/und>>>» ehren/ noch einige Mangel anzutreffen sind/ che er ihnen nicht zurechnet; sondern sie mit k>e>» Verdienst seines heiiigjten Sohns bedecket. i L. Was > 6 ) bisher von der Geringfügige» dieser Sünden beygebracht habe / ist schon ei» nahmhafter Unser scheid/ der sie von ändert» weit grofferen/ undcrscheidct. Aber neben sein erjicn und surnehmsten Undekfcdeid-'! noech ein.riiderer/welcher auch wol würdig^ genau beobachtet zuweröen. Der bestehet dK' innen / daß indem» man die erste Gart"»? der Sünden begehet/ man i» der That was nichr lieber/ als man Gore liebet. eben das st es was an ihnen am altersträflicE ist/ wie solches theils anderswo ist cmgeM' worden/ und theils noch in etwas weitersi"^ Folge/ vechosstnrtich wird angereget werd»^ Aber nur denen Sünden der andern tuncr/ ist es niclir aljo bewandr. Sie ent»^. nen etwan auch denen / welche Gott über al'» lieben / und die rmmerdar/ ihn auch auf^ Weise zuließen / fortfahren. Dahero kon'^ bc, ler hei Ä de> >n> gä kei ha ;v V Nc vc !ie de i>i ot dc es ' daß die ersteren schnurgrad und eigen"' zureden / zuwiderhandien dem furnehwsten^ stui und grossesten uyder allen Geborte^. A A h 8l te d> von der Büß. Lap. 10. Satzes/ der wesentlichen und den Grund selbst führenden Verbindlichkeit der Kindern Gol- welches doch die letstcre nicht thun. Da-' kommet es weilers / daß die ersten uns die Mir zu dem Himmel / verschliesscn / und unS ^ Verdumnuß so lang underwerffen/ biß wir M Wider durch die wahre Büß erholen: Da >ns Gegentheil die andere uns in ruhiger Best, ?ung der uns zustehenden Vortheilen lassen/ ^?d das Recht zu dem Himmelischen Erb / nicht v^tzlich umstürtzen. . Das duncket mich von grosser Wichtig- Miuseyn. Dann/ wie ich anderstwo dargethan We / ^ bestehet der ganye Nnderscheid Mischen einem Rind Gottes / und einem ^ienschen/ der ein solches nicht ist / darin- ; daß jenes Gott allen anderen Dingen Erzieher; dieses aber/ ziehet andere Sin- / Gore vor. Weilen nun die Sünden der er- lMn Gärung / klar genug zuerkennen geben/ M sie etwas anders Gott vorsetzen/ja eben dar- wen/ daß sie dieses thun/bestehen; hergegen ^r/ die von der letsieren Gattung / daß matt ^tt höher als alles andere schätze / nicht verhm, Nkti/ so ,st hejrer daraus abzunehmen/ daß jene M der wahrhaften Heiligung / sie beruhe in dem Werck/ oder der angefangenen g^'Sung darzu / je / nachdem sie in die That Morechen / oder in der innerlichen Zuneigung »^isiben/kcineswegs bestehen; und daß hinge« te,, Wundere / selbige Nicht gar zu Grund rieh- Was solle man wol furcirien grösseren Un- "icheih Verlanuen können'/ Da- »?s Des ersten Buch«/.zweyter Theil Das XI. Capitel. Awey andere Underscheid/ welche mit denen vorhergehenden von gleicher Würckung sind. >Ehet hier einen dritten sehr merck- tichcn Underscheid: darauf der"* hende / daß die Sunden der erste" Garrung nicht änderst / zum wenigste" nach dem gemeinen Laus/ mögen außge- tilget werden / als durch eine anßrrucklirt^ und sonderbare Büß. Man mutz sie nach"^ len ihren Stucken / nur Rammen und deutlich erkennen/ darüber seufzen/ Gott bekennen/u»"! be^ ihme Vergebung suchen / damit man widck, möge zu Gnaden kommen. Die lerstere Gau tung aber anlangende/ so ist ee bey nahe'" allezeit genug / daß man überhaupt u>'" insgemein/ einen Abscheu und Greuel da^ ab bezeuge. Es ist genug/ mit David zusage"! (b) Her:! verzeihe mir die verborgene le. Hieran haben wir keine UrsachzuzweW"' Oderzugeschweigen/ daß kein Mensch wüste" kan / wieviel er dergleichen Sünden sein Lebe"* lang begangen habe/ ist deme nicht also/ daß mand der Küstern halben/ eine absonderliche»"" verschiedene Busse leisten könne? Wir wolle" setzen/ die letstc Handlung eines Gläubigen/stlst eine Handlung der Vuß. Wir wollen setzen/ el sterbe/so bald er diesclbi'ge verrichtet. Auch diest Handlung selbst / wird ihre Mangel haben/d^ l weilen nun diese Mangel/ durch keine naclM (b) l-cxtxi;. geM "e I)( h- kU Nl w L h' st. dl "l ", st p« «! dl d> li ll t« d! di st r e st n st r von der Büß. Lap. I». ' 5 - cö cli> :ei -ett i'k icb ^ !»V> )ck, ac- :N» >id n'/ n: l". 'ei '!!> je- ei» y< rk -s- ie- )l- c>e !>ende Handlungen können getilget werden/ sin, ^ mahlen wir voraus setzen / daß der Gläubige Mnacl) keine mehr verrichten möge / so erhellet ^raus/das; xx nicht könte selig werden/ wann es "" einer allgemeinen Büß nicht genug wäre. 2. Es hat nicht die Meynung/ als müßte , nicht absonderlich und mit Naminen/ Agen einer jeglichen aus solchen Sunden rhun/wanir man sie weißt. Wer wolle Mran zweiten ? Aber man weißt und erkennet >le gar selten / und wo man einer gewahr wird/ o« bleiben gewüß bey Hunderten zurück / die ei, "eni niemahl zu Sinne kommen. Wann man «un billich von denen Sachen also urtheilet/ wie ßch gewöhnlich / und am meisten zuzutragen Wen/ so kan man mit Wahrheit sagen / eine ""gemeine Büß/ ftye genugsam/die Vergebung Sünden/ von dieser Art/ zuerlangen; da sie W insgemein und mchrkheile der andern Gat« Mg der Sünden halben/ nicht zulänglich ist. . Noch ist übrig/ der lecste / und zum we, "Wen m Ansehung unserer vorhabenden Ma- zubeobachken nohkwendigste Underscheid/ Mch den diese zwey Gattungen der Sünden/ bnej,linderen underscheiden werden. Und die- E^lst/ daß die Büß / welche auf die erstere ^rr der Sünden erfolget / nohnvendig mit ^er solchen Verbesierung muß begleitet jW/ welche verhinderet/ daß wir nicht ^ hr in diesclbige verfallen. In diesem Verend wird diese Büß / von unseren Gottes, ^lehrten / eine thätliche und zwaron voll- ^men thätliche Büß/genennet. Aber »nie denen «<^> h«es erste« Z^uch«/zweyter Theil denen gemeinen Sünden / von denen wU reden/ hac es nicht eine gleiche Bewand^ nuß. Man muß sich verbessern: Wer wolle da>? an einen Zweiffel tragen? Und man verbessere sich in dem Werck selbften. Aber diese Verbek serung/ steiget nicht auf eine vollkommenes frcyunc;. Ihre Schranckcn sind/ daßdieZaV' der Sunden/ dardurch verminderet/ und dett« Grösse verringeret wird. Si« bestehet darinnen daß die Sünden nicht mehr so oft und so grell lieh begangen werden. Wer wil/ zum EMpe In zweiffel ziehen / daß ein Kind Gottes rm nach und nach/ wann es sich die Seligkeit rE schaffen angelegen seyn lasset/ einen guten TA' der außschweiffenben Gedancken / in dem ^ bett / under die Füsse bringe? Wer wil dara» zweifle»/ daß ein Gläubiger nicht nach und tM Meister seines Gemühts werde? Wer wil zwc'l feln/ daß er nicht nach und nach die Mittels griffe die Handlungen seines Glaubens / se^ Eiffcrs/ seiner Liebe/ seiner'Dcmuht/ je länger! rell/ lebendiger und reiner / dann sie zuvor rva^,^ zumachen? Werwilzweiffckn/ daßernichlv'" von denen unnützen Reden abschneiden werde' Und so fort an. ^ 4. Es befindet sich derowegen auch ^ hier eine Verbesserung. Aber diese Verdn serung/ kommet in keine'Vergleichung nut Wenigen / die man in Ansehung der Sünden vo der ersten Gattung / bey dem Verhalten eine rechtschaffenen Gläubigen antriffet. Diesig strecket sied so weit / daß er diese Art Sunde lediglich ableget/ und sich verhütet/ daßcr^ ti fc >1 sc e! n vi bl h> >h ei ei d, le d >ii d> kc ii, tc I» 8 > tr E P, Von der Bus?. L ap. i». _»61 sein Lebenlang nicht wider in dieselbige ver- 'Ee. Aber dieses können wir von denen gemei» !stu Sünden / von denen wir hier reden / nicht Mn; simemahlem wie schon anderstwo bemerkt worden/auch die/so es am weitesten bringen/ Gemahlen dahin gelangen/ daß sie gäntzlich dar- von befteyek seyen. s. Man siehet hieraus wie dem Einwnrfzu- Mgnen seye / welchen die Sünder vast unauf- Mlich in ihrem Munde führen. So bald man ihnen saget/ es seye keine wahrhaftige Bussohne Besserung/ so werffen sie alsobald dargegen Wann deine alsoscye/so seye kein Mensch m oer Welt anzutresfen/der Busse thue; sintemah- ^ Niemand seye/ der nicht sündige. 6. Aus diesem/ was ich eben jetzt gesagt habe/ versehen/ daß dieser Einwurfzwar etwas «eakrhaftiges in sich schlicsse; aber doch/ diese Wahrheit/ dasjenige / was man rnvor gemeldet/ nicht umstojse. Es ist kein Mensch der nicht sündige. Das ist wahr/ wann es von denen gemeinen Sünden verstehet/ ^ man so übel vermeiden kan. Folgbarlich kan diesem Absehen die Verbesserung nicht voll- ^men seyn; und dieses ist auch nicht zulaug- , Aber man bekrieget sich/wann man behaupt " wil / es seye kein Mensel) der nicht gemeinig- in die anderen Sünden falle/ welche schnür- Mad das Gesatz Gottes übertretten/ und allerley .^»rigen Jammer des Gewüssens anrichten. ^ ist falsch/ daß auch die Allergerechteste darein iMn; (wie wir solches in denen folgenden Ca- Mln / darthun werden) und dahero ist auch L nicht- »sr Des erste«, Buchs/ zweiter Theil ^ rrichts anzutreffen/ so das Vorgebrachte von dct Nohtwendigkelt der Verbesserung / jUnM" machen möchte. . 7 . Man muß sich deßwegen wol in acht »E men / und sich nicht sechsten in diesem Gcschäß verführen. Die Sünden/ in rvelche die Wü> der Sotces fallen können/ und in welches Hum öfteren würctltch verfallen/ find niä^ solche grobe Und ausscrliche Sünden/ chen/Lästerung/ Ungerechtigkeit/ Too schlage Es find unvergleichlich geringere / E zugleich solche Sünden , denen man nicht 1° leicht entgehen kau. Es sind AußschweiffutiM die in dem Gebe« / wider Unsern Willen, aufstosscn : ES sind unbedachte BeweguuE des Vcrlangens/der Fsrcht und des Zorns,tv^ che das Fleisch erreget, ungeacht desHcrtzel'" Grund Varwider streitet. Es sind andere oe gleichen Fehler / die man droben angezeiget^ und die man nimmermehr vermischen solle/ w denen groben Überfettungen des Gesäßes tes/ welche wir Uns befltesscn haben / mit sola)^ Kennzeichen vorzustellen/ daß Man sie dara»" M 0 l wird erkennen mögen. § 8 . Die erstere« Sünden sind es/ von des^ man die Work der Schrift verstehen muß / welchen gesagt wird/ es feye kein MenM nicht ftmdrge, und, wir fehlen alle manMss faltig; Man möchte villeicht durch dieses E rcl auch noch einige Wahrheit finden, in dttfi bigen Verfälschung des Worts Gottes, M che man dardurch gcralM/ daß Man gemein^ Sem König Suiomsn andichtet/ er sage etw^ ki i>! K c>! l. dck chc lii- ill!> ^I'S !l>/ ,ei> j-l- !kl§ lLk- ot' >ci> lliS >cc if !>b sei- !e>- F Von bereust. Lap.,,. ____ ----- « 6 ? vas er doch keineswegs geredet hat. Daß nam- «chdcr Allcrgercckrrestc des Tags siebenmal Mle. Gewüßlich/ ich glaube gern / es könne 'eicht geschehen/ daß ein Gerechter des Tags sie- ^liiiiahl die bedeutete Sünden begehe. Ein unnützes Wort/ ein unbescheidener Anblick / eitt unniafflges Gelächter / ein unverletzliche Auß. Ichweiffung der Gcdancken in dem Gebe« / un- ver dem Anhören oder Lesen desWorrs Gottes/ leichtfertige Bewegung zur Hoffart oder ^«willen in dem Allmosen / eine geringe Hinläs- 'W>t in irgend einem Merck der Liebe Gottes/ °oer des Nächsten/ ein kleiner Verdruß über ^ "He Zotten / die man höret / Und andere dcr- Michen Gebrechlichkeiten / sind von solcher Be- ^nbtnus; / daß es öfters eben nicht einen gam e üns/ nach de- .m Worten der H.Schrift/ den Eingang zu g ,'!'Himmel / vcrspehren. Wie dann? Solte "cy der Allergerechteste des Tags siebenmahl - Weiche« Sunden begehen? Das wäre wol ^ wundersame Gerechtigkeit. Es haben nicht ein die ehrliche Heiden/ dergleichen niemahlett dan; sondern ich zwciffele über das sehr / ob' j,.ch der Allerlasterhaftigste es thue: Ich kan schwerlich bereden lassen / zuglauben /, dass "" dessen Ltnige Beyspiel finden werde. Matt k ^ W > 6 4 Des ersten Buch s/ rwe^tek Theil _ _ kan sich hieraus die Rcchlnmg machen/ was diejenige für eine verwunderliche Abbildung^ Heiligkeit fürs'.ellen müssn / welche den Unvel' scheid der Sünden / den ich eben jetzt zur folg der gelehrtesten Gottes »Gelehrten / genia* chet hab/ nicht verstehende / und alle Sünden >» eine Reihen ordnende / diese Wort gemein!^ in den» Munde führen / und ohne Undcrm vorgeben / Salomon habe gesagt/ derAllch gerechteste / falle siebenmahl eines jeg^ chen Tags. 12. Gewüßllch, eine solche Verfälschung^ heiligen Texts/ ist unerträglich/ zuvorderiM finden sich die zwey letsien Wort / welche dE wann eö Wort der heiligen Schrift waren dt»! groffesten Nachtruck der Sache geben / wckch in dein Grund-Text/ noch in einigerllberh' tzung. Salomon saget nicht / der Gcreck^ falle siebenmahl des Tags; sondern schieß hin / er falle siebenmahl) welches man verll? hen kan und aiiem Arischen nach/ verstehen nicht von einem Tag oder Jahr; sondern v§" demgantzenleben , i. Audeme/ so bestehet dieses Lallen / 11 . cheS dem Gerechten zrigeschrieben wird / -. n chten in denen Sünden ; weder in kleines noch in grossen. ES werben dardurch TrE len und Verdrießlichkeiten / in seinen GescM ten / oder seines Warten widrige AußgaE v.rstandcn. Wie solches auSdergantzcn des Textes/zuersehen ist. Siebe hier/ rvstG Wort aneinanderen hangen. si,)Laurc nicv als ein Gottloser / auf das Hauß des Ti c.')Spmchw. XXIV. 15.16. liiil tl ei v i, it st g n n c> « 1 b 2 ^ ^ V on der Nl tsi. Lap. i«. _ Zechten: Derfröre >eme Ruhe riichr Dann >ek klir Gereckter fallet ftcbeninahl / und stehet el' si'ider auf; aber die Gocrlojen verfrncken ^ "n Unnrück. Es ijl deutlich genug hieraus ab- iunehmen - daß der weise Mann zuwiderlegen ,ü luche die Beqicrd und Freude/ der Boßhaftl- >(h 8M/ welche sich des Unglücks'/ so denen From- e!> widerfahret/ zu dero Under rruckung bedie- >r- im - Er wil sie aber darvon mit diesem Grund l- Ehalten/^daß das Unglück der Frommen/ nicht A.'czeit währe; sondern daß ihnen die Gnade ^ Lottes wider aufhclffe; Da hingegen bey dem ^glück der Gottlosen / kein BZiderkehren;uer. h/ harten seyc, d^scr Meynung/liimmen alle eil «Weger der H.Schrifc üherein/ und sind ihrer >ck °;cl in denen Gedanken diese Wort seyen haubt. ß' ^ schlich gleichen Schlags / mit denen Worten lt ^ avidy: (l>) Der Gereckte muß viel leiden; !)p cht dieselhigcn grossen Sünden verstanden >el' Werden / welchen die Schrift die Holle andro- B M. Er wurde vielmehr von denen übrigen viel n/ »eringern und erträglicheren/qemciiieren Sün- ^ ^^'dcn/ deren Keiinzeichen wir biß hieher vor. glichet haben. Also/ daß aller Schluss den man >e/ ^!ftauö machen könre/dahin gienge; es seye kein qi stind Gottes/ welches nicht niilhin Sünden von ^ ,?Mr beschriebenen geringen Gattung begehe: ^ ^ dieses ist die lautere Wahrheit. Aber man >>iuß sich wol hüten / daß man diese Wort nicht ^ (b)xs.xxxiv.-o. L z auf »A _Des er sten zweyter Theil_ stuf dle Sünden der ersten Gattung ziehe/ ^ rtstri« v-uccuilg ' > welche die Gerechte gar selten verfallen; wie aus hen folgenden Capiteln mit mchrerem wird^ ersehen seyn. Das X l l. Lapirel. Ob es möglich seye / dass auf die wahre Bus; / eilt öfters VZtderumfaM in die grosse und schwere Sünden folgen könne. lDHM biß ansetze» vorgebracht word^ ML kan in Ansehung der geringen Su" . den / genug seyn. Nun ist übrig ^ undersuchen / was von denen grossen zuhält^ sepe/ und ob es möglich seye/ daß/ nachde'"' man durch die Busse darvon aufgestaudeU ft/man wider darein verfalle. " , , a. Diese Undersuedung wird durch dasjenige' so unzehlich vielen Sünderen begegnet/ nehu yrendig gemachet. Sie werden heut eine de begehen. Einen Augenblick hernach/ werk^ sie bey Gott um Vergebung derselbigen / anhU' ^en / mit einiger Bezeugung eines Leidwesens und mit einem geringen Verlangen / hinM nicht mehr darein zuverfallen. Nichts dcstowe Ntger/ ftürtzen sie sich wiedcrumdareln/ beydew erst aufstossenden Anlaß / und ist also ihr ga"' yes Leben nichts / als.chr nach der^eil)^ erbwechslcnder Lauf der Sünden und de Büß. Da fraget es sich nun / ob diese LE «rufrichtin feye / und ob sie die^ergebur« deren Sünden/ von denen man also .. thu" st « lt bl st it d f , 1 / jll- eil „ei ?!> >e, y- il- S/ rt e- ii 1-r »e r ß cl !L - ^ vanderBuß. Cap, ,r. _ Ais/ erlange ? Dieses ist die Frag/ die wir UM «Was erläuteren müssen, Es ist folgbarlich nicht darum zuthun / daß BN wusse/ ob es geschehen könne/daß der Glau-- ve und die Gottseligkeit in solche Schwachhei- gerahten/ welche öfters lang genug währen/ Aachen/ daß man in zwey/ drey oder meh-- ^Sunden/ von einer oder beyden Gatkun- W verfalle/ wie solches an Loth/ David und Mro zuerschen isi, Vielweniger / wie weit sich vmer Fahl erstrecken möge. Um dieses ist es diß« VW nicht die Frag, 2 5' Es ist auch nicht die Frag / ob man längs M nqch seiner Bekehrung/ wider einmahl oder vn / ^ die Sünde / von deren man zu-, Mtviederaufgestanden iji / wie demJosaphat ^tfahren^/ oder in andere dergleichen ver- t- Die Frag/ ist einig und allein dahin ge- : Db die vielfältig widerholre Zu- vcrsahle/ nicht ein genügsirmer Beweiß- .^i,useyen/ daß die Busse / so einem jeden . us solchen Zuruckfahlen allernächst vor- «Egangen / unvollkommen und ohne HFu- ^e-rseve. 6- Mich betreffend/ so bin ich derMeynimg, lj^ye bey dieser Frag keine widrige Beschwer- Zuzutreffen. Dann/ zugeschwcigen, daß rl, heiligen Schrift kein Beyspiel/ fol- widerholung der Sunden- Fahlen/ ^gezeichnet/ so beduncket Mch / wann emi« ^ vote wenig es auch immer waren/ sich darin- finden lassen/ so köyte alles/ was bist ander» L 4 voi^ ,LS Des ersten Buchs / Zweyter Th eil von der Notwendigkeit der V-tbesserung/ 'st fürgebracht worden / nicht änderst als unwahr haft seyn. .. 7. Es ist beobachtet worden / daß kein Meni« sich von denen geringen Sünden / zum wcli'ik sien von allen/ undkenenienigen/ welchen aiM bieAllerheiligsten underworffen sind / ledigi'E und vollkommenlich verbessere. Wann es den grossen Sünden auch also glcnae / unv wann die Busse nicht verhinderte / -u>> öfteren »n diefelbige zufallen / wo wr"N die t^ohrwendigkeir der Lebens-- Verbu serunst binkommen ^ In welchem AlstM und Verstand / konte man / nach der L'ehr cM Chr sten - und deniaußtrucklichcn Bericht ku hei!ig<«Schrift / behaupten/ dleVerbcsserUM seye ein wesentlich Stuck derVuß? Sreilf^ nicht/ in Ansehung der geringen Sünden. S'' wurde es/aufdiese Welse/auch nicht seyn/in M sehung der groben. Was wil man nun für e>" andere / von diesen beyden underschicdcne^ tung dekSünden anweisen/derohalben dieV"' besserung nohtwendig seyn solte? ^ 8- Die wahre Büß wird allezeit mir Vv ständigkeic und Beharren vergefellfti^' rer/ und das allergewüsseste Kennzeichen selbigen / ist das Verbleiben in dem ZustM in welchen sie uns versetzet. Um welcher UM willen / sie JEsus Christus mit einem vergleichet / welches auf einen Felsen gebaut dem Gewalt der Wasseren / und dem St"^. der Winden / widerstehet. Ins Gegenw^ vergleichet er die falsche Puß / mit einem 0 « r> b sr lr st b s ! l von der Büß. Lap. 1^ >ch >Ä !"l nv »> ?e cst e>i >ek >ek »g eS ->e ,i< cit- -r- >e- -st -c- v/ -ch -s- !t/ II? « 6 y E>and gegründeten Gebäu/ welches dem ge» Agilen Gewalt zuwlderstehen / unvermöglich ^ / und dardurch gar leicht über Haussen ge» Ersten wird. 9 . Er erkläret sich sehr deutlich hierüber in der ^eichnuß von dem Seemann. Er theilet da» ^st diejenigen / welchen sein Wort geprediget ^lrb / ,n vier Ordnungen ab. Die von der er» >ten/verwerffen das Wort alsovald / und trei- ven ihr Gespött dämm: D>e von der zweyten/ ^YMen zwar das Wort auf mit Freuden; aber OleVerfolgnngen machen / daß sie die Bekam- derselbigen verlassen / und m den Äbsahl gelten. Die von der drillen / lassen den Nutzen oeeVZorts/ durch die Liebe der Welt und erne ^>Ml,che Ergebenheit an die Dinge, so mit ih- ^NGemührs- Steigungen/ übereinkoinmen/ ^hinsincken: Die von der letsteren Ordnung/ Klugen viel Früchte / >mr Gedulr/ oder / wie vaö Wort villeicht dem Verstand gemasser / jol- ^übersetzet werden/ mir Beständigkeit und 'Oehanlichkeir. 12. Es seye m^er x,em wie ihm wolle / so sind ballern die lersteren/ welche beharren; da Zugegen die von der anderen und dritten Ordnung zwaren wol ansangen; aber haß- ch enden/und wider in ihr erstes unorden» lchcs Leben zurückfallen. Ob nun gleich al- der einten Beständigkeit und der anderen Mnkelmuht einen sichtbaren Underscheid zwü- >Mn beyden machen/so ist dock) nicht zuzwcif- l >n/ daß nicht andere würkliche lind wahr-- ^mre/ aber in etwas mehr verborgene Der« L 5 schie- 17 0 Des ersten Bu chs/ zwe yter Theil » fchjedenheiten/zwnschen ihnen anzukre^N ^ seyen. Gestalten der Hexr Christus uns seibtiel ^ dessen einige Anzeigungen gibet. ^ 11 . Zuvorderist nennet er allein die let^ > Ikeren eine gute Erden/ und sagt von ihnen a>' lein / sie haben das Wort in ein gutes und a»st c> richtiges Hertz aufgenomkncn. So waren dann ^ die atideren eure undanckbare und unftuchtbart s Erden. Das Hertz hatte keine rechtschaffen^ ! Aufrichtigkeit / keine wahre Gutheit / und an ihnen gutes sich erzeiget/ das bestünde blos >N ^ einem äusserlichen Schein. / k r 2 . Sonst saget der Herr von denen e"^ , ten / sie haben an sieh selbst keine wuryel/ die andere aber / stellet er für / als solche/ die voller Dornen sind. Ist dieses Nicht eben so viel geredt / als hätte er gesagt / es seye weder > der einten/ noch der anderen Bekehrung besta^ . dig und aufrichtig / sintemahlcn die einte / rveie < len es ihnen an Wurtzeln mangelt/nichts haben/ ^ dardurch sie gesttlichcr Weife ernehret und t>e/ ^ vestiget werden / und daß bey denen anderen/ ^ die Dorne/ das ist/ihre Gemühts-Bewegunge" / und Begierden / allezeittiefund lebhaftig in remHertzen stecken? . ^ i z. Mir wollen dieses alles in seinem einsam ^ tigen Buchstäblichen Verstand abfaffen/so w»rv ^ die Wahrheit dieserWorten villeicht noch deul^ ^ cher hervorleuchten. Das Haubrwesen/durcY ^ welches die falsche Bekehrung von de«en ^ wahrhaftigen underscheiden 'werden / ^ ruhet darauf/ daß die ersten ihre Her gen ^ Mcht gantzlrch und lediglich von des Lieb eil real« iin ni a6 ill ,1- :l/ e/ ett ek a- rill/ i/ rn h- l- rv h n e- ii >L r __vondepBuß. Lap. ir._>7h Dieser'Welk/ und deren falschen Güteren/ Abziehen. Sie lassen dieselbige darinnen eben jv vest und unveränderlich verbleiben / als sie zu- ?or darinnen gewesen: Nur geben sie darneben nnem geringen Verlangen/ der Hollen;uentge» und seligzuwcrdcn/ Raum. Und dahers wmmet es/ daß wann diese Begierd selig zuwe» / sie zu nichts anders verleitet/ welches der riebe der Welt schnurgrad entgegen ist; man ^rselbigen Eingebungen folget / und ohne Wi- pttstand thut / was sie begehret. So bald sich N zwüschen diesen zweyen Grund-Sätzen ein streit erhebt / und einer über den anderen die Oberhand zubehaupten suchet/ so behaltet die <>ebe der Welt den Sieg/ und rriumphiret ü- ^ die Liebe Gottes/ und das Verlangen der v> ^4- ^ergegen vergnüget sich die wahre ^erehrung darin ir nicht / daß sie die Liebe Dortes und das Verlangen nach der Sc- Wseit/ in dem Hcrycn beherberget. Sie choher anbey diese Liebe und dieses Ver- >ngen/ über die Liebe der V)elt/ und in hinein/ über alle andere Liebe und Der- .«'^en. Hienut so geschiehet es/ daßebender ^rund/ durch welchen auf die falsche Bekeh- neue Sünden erfolgen / machet/daß die ,^>)re Bekehrung allerley gute Wercke Herfür- , Met/ und auch die allerschwereste nicht ver, zäumet. Und warum solle man es nicht thun/ bet - «n^n Gott zum höchsten und über alles liegen ^ natürlicher/ als daß man demjeni-, ^" «bjage/gegen deme man eine geringere Liebe/ » 7 r Des ersten Buchs/ zweyter T heil . -- eSzüerhalten traget / oder/ daß man sich um das si bewerbe/da6 man eifferiger liebetGesttzet ocrl>' -> halben man müßte / die allerwehrtesie irrdis^ Güter verliehren. Man wird bald darüber c» e ncn Entschluß abgefaffet haben / wann man!" » nicht änderst / als um Beleidigung Gottes/ ^ ° halten kan. l ^ i s. Aufs diesem Gründ bestehen zn'^ ^ ° Ding / welche der H.^lohannes behanprer » und die alleS/waS wir btßdahin fürgebrachc. vel^ « wunderlich bekräftigen. Das erste ist/ (-') ^ I s wer aus Gore gebohren ist/ nichr sündig > und 'richt sündigen könne/ dieweilen er va" i Gott gebohren ist. Das andere ist/ daß d" > Abtrünnige zu seinen Zeiten die Gennv ! schaft der^irchen/niemahlen verlassen l>^ ^ > ren/ wann sie jeinahten wahre Glieder d^ ' selbigen gewesen waren. (n) S'e sind uns außgegangen;aber sie waren nicht va>> > ^ uns. Dann wo sie von uns gewesen wäre». ' so waren ste bey uns blieben. Aber aus d>'k sie offenbar wurden/ das; sie nicht alle vo'' ! uns stnd. Es muß bierbey beobachtet werdet» daß die wahre Gottseligkeit / welche allezeit e>>" > Frucht der rechtschaffenen Büß ist / aufdie W . ständig - und Beharrlichkeit gegründet iche / gar/ daß dergleichen Ruckfahle / genuasa"' t'"' decken / daß der Stand / in deine man sich ^ . demselbigen beftinden/nicht wie er wol hatte lenz seye beschaffen gewesen. i6. Es gibt hicmir falsche Bekehr"'' gen / eben so wol/ als wahrhaftige. 0) i III.(b) i.^oli.II. is. Von der Büß. Cap. > r._17- jlis sie werden an nichts besser erkennet / als an der r»' -hestgndigkcit oder Unbeständigkeit des Zu- ^ / in welchen sie den Sünder versetzen, ci- auf die ersteren / folget der Ruckfahl gar leicht ^ widerum. Die falfthe Frömmigkeit / so aus l^ oerseibigen entspringet / wahrer nicht lang. ^ geringste Versuchung richtet sie zu Schau- ^ ^ ven / und Macher sie zu nichte. Sie ist gleich dem ch nachgemachten Gold / welches die Probe nicht ^ ^'stehen kan. Sie ist wie Spreuer/ die der all ^ Amd zerstreuet. Ins Gegentheil / die rechr- ^ lchaffene Gottseligkeit / welche aus denen e" fahren Bekehrungen entstehet / rriumphircr Über die allerheftigsre Bersuchuugeir / und ' ! b ^ an statt schwächer zuwerden / durch ''v! bevestiget und v/rgrösseret. Dann/ wie i-c- ver weise Man» zeuget: (c) Der Gerechten ea Psad/ Ilanrzer wie ein Liecht / das da forc- t/ und leuchtet bis aufdeil vollen Ta^, elnderstwo saget er: (6) Der Gerechte wird ak ^'"mermehr umgeftossen. Und David ver- a" Michet den Gerechten / mit dem Berge Sion/ ^ °cr nimmermehr beweget wird; sondern allezeit liehen bleibet. ^ k Dieses hat ein in der Römischen Kirchen !o Mhcrchaitener Bischof wol erkennet: Es it't/ >ik läget er / (?) die rechtschaffene Bekehrung/ ', ^ach ihrer eigcircn VVrmr also beschaffen/ >>r vaß siehinflüchtig; sondern daurhafe ^- Sic verschwindet nicht; sondern hleider ,1^ vejt stehen: Sie ist nicht wie die Meeres« '! ' Flur/ ^ ^prüchw.tV.i» (ä) Sprüchw.X.zo. (r) L»a-n-, )74 Des ersten B uchs/zwe yter Theil ^ « Flut/ welche ab und zufließet; oder wie die k Abwechsüingen eines Fiebers / auf welche « böse Veränderungen erfolgen; oder wie die n Sonne / welche alle Tag von neuem seht ? nec; aber auch ihr Lischt wiederum ver^ v bieget. Sondern sie ist vest und beständig' ^ Sie nimmet alle Tag / je länger je mehr;"/ " biß sie endlich den völligen Tag derEwi^ ^ keit erreichet. 17. Und dieses kommet auch mit feinen/ tz voraus für bekanc angenommenen Grunde h Sätzen der Büß/ überein. Gewüßlich diej?^ < tilge/ welche zu einer rechtschaffenen Büß nichts anders / als eine schlechte Zerschlagung er^ou v deren / können gar leicht zugeben / man mög? k nach derselbigen zum öfteren wider in die vorig? " Sünden verfallen. Gleichwie die allergrößt? ? Sünder eine solche unvollkommene Traurigkeit v empfinden / indessen aber ihre böse ZuneigE ° gen behalten / und - immerdar Leibeigene ihr?? > ^ schändlichen Gcmühts- Regungen verbleibe"' Also ist es nichts ungewohntes zusehen / daß si?/ ^ nach ihrer Weise/ so oft sie sündigen/Busse thu>t u und einen kurtzen Augenblick darnach/ wider ßcy " mit denen ersten Sünden beflecken. Und/wa^ ^ Um sollen sie es nicht thUn? Sie behalten ja i"^ " merdar ihre gleiche Begierden / und haben nach ihrer Büß,keine größere Liebe gegen Golt/dan" , sie zuvor gehabt haben? ^ 18- Aber/ wann man mit dem Bischof von Tastorien voraussetzet / die Bekehrung suh?? ' einen aufrichtigen Haß gegen das Laster / durch, « tvetchen man dasselbige über alles verfluche/ ^ )ie he ei- :c- s! li/ »/ d- je- ts »r- ge ge je il lp er >: e/ »i K c- i- l) n n !e ii VonberBnss. Lap. »Li_»75 ^solche Liebe Gottes/ durch welche Man ihtt Men anderen Dingen vorziehe/ mir sich: Wanrt wan voraus setzet / daß ein jeglicher rechtschaffen Abfertiger Mensch/ diese Beschaffenheit an sich Mve / so wird man gar leicht begretffen können/ 'k werde sich hinfort vor denen Sünden ab weh wen er einen solchen Greuel hat/ fleißigst hüten/ M sich nicht mehr verführen lassen/ durch solche Urtheil / die bey ihm lang nicht in einige Ver- M'ichnug kommen / Mit der Liebe' und GenehM- ^lmiig Gottes/deken erverlurstig wurde/wann Achate/ was ihme mißfällig isn . t-. Es ist hie'ttit nichts/ daß weniger ne- ^en einer wahrhaften Bekehrung bestehen onne/ als dieser immerwährende Abwech- si k ^ Ballens lind Artfstehens / mit deme K ^ Menschen doch so gerne zufrieden ge« Das ist bey nahem eben der Zustand / rn- eine der H.Augustinus/ laut seiner eigenen ^rkantnuß/ drey oder vier Jahr lang / vorsei- liex Bekehrung/geskecket ist. Er lcbete in grosser s/^dnung/ weiche er wol gemercket/ beseufzet/ Mit vielen Thränen beweinet hatte. Aber er tw> c ^ Mittel nicht / sich darvon zubefreyen/ .ffin Leben/war dardurch weder reiner/noch ^Ichuldlger gcniachek. > Es Halter diesen Zustand / weder der i^ttligustinus selber/ so viel ich weiß/ noch te, ^ anderer/ für einen Stand derwah- 1 ,.? Bekehrung. Dieser grosse Mann hielte g y "^mahlen selbst für bekehret / vor demjcnh Veit in dem Garten begegnet/ da er deN iwn Entschluß abgefasset/ er wolle hinfort deut »?6 Des ersten Buchs/ zweyte? Theil Laster sich dapffermühtig entzieh->1/ welches ek auch hernach auf eine gesegnete Weise / in das Werckgestellethat. Also müssen alle diejenige/ die ihme in dem ersten Anfang der Bekehr^ gleich sind / allergewüssest wüsten / daßsienocv nicht bekehret seyen / und es annoch sehr viel er» fordere/ bis sie würcklich und wahrhaftig kehret werden. 2r. ^)ck) weiß wol/ daß ein wahrhasilß Bekehrrer/edeir darum nicht aufhöre sini^ lich zuseyn. Ich halte es für keme Unmöglich keil/ daß er etwan widerum in grosse und schweb Sünden falle. Aber ich bin dessen völlig b^ redet/ daß dieses klägliche Zurückfallen»" die Sunde in seinem gauyeu Leben/ übe», aus wenigmahl geschehe/ und daß es nebe" seinen traurigen würkungen/die es alleze" verursachet/ insgemein auch etwas nUtzL chcs und heilsames außrichre.Es machet/dar der Gläubige / durch das ihm zugestoßene l!>" glück / fein -Heil hinfort mit mehreren SorM als zuvor geschehen ist / zuwürcken trachtet. D" jälnmerliche Prob / die er von feiner eigens Schwachheit eingenommen hat/ machet daß ^ sich Hinsort desto besser vorsiehet/daß er sich si"', nicht mehr zuviel trauet/ und daß er nicht nur d> Gelegenheit zufündigen; sondern alles andere s eine gleiche Folge / nach sich ziehen möchte / : gleiche Folge / nach sich ziehen mochte / fersten FleiM vermeidet. ^ 2;. Es hat ihn allzuviel Bemühung gekoste er hat allzuviel Thränen und Seufzer daru^ auß>türizen müssen / biß er sich wider in s»"' Stand/ aus deme er durch feinen Fähiges^ lv rr jli Ni fi, se- rv bl tv rv b- be G scl pf V cki ke sq di S- f« le d. ke 8 > es h. d- fe wor -ig >d- cl)-^ ect i" cn eit .iß in- ii/ )it cN ec l'st st/ >cc -in r-l 11/^ von der Büß. Lap. I >7? st ^rden?bevestiget/ als daß man glauben folte/ ^ j,,^Erde einig Ding von so grosser Wichtigkeit ;e/ ^yn/ ansehen / aus dessen Betrachtung er sich ,ig M einmahl in gleiche Verwirrung jujiürtzen/ M^^tschi,essen werde. Ich weiß wol/ daß die- cr- ^ don denen schlechtlich/ ja gar nicht/ überleget Me / welche ihre Büß nur durch eine augen- ^"che Traurigkeit außmachen wollen. Aber/ W dasjenige recht verstehet / was wir änderst- ^vermeidet/ dem wird es leicht seyn zuglau- M/ em rechtschaffener Christ / erstaune darü« ^ /so oft eine Versuchung / ihm wieder in die ^edachmuß bringet/ wie viel Mühe und Be- Werden er habe außstehen müssen / ehe er die Me und Freude in seinem Hertzen wider em- p^den können. Der Herr Claude / war eben dieser Mev ' 'eynung^ Dann/ da er die fürnehmsten Stu« ^ durch welche die Sünden der Kindern Got» sck densn Sünden der Gottlosen / under- werden / fürstellen wollen / hat er eben »d'^sür den ersten Underscheid dargegeben/ sa- f - G Daß ein Gottloser zum öfteren Mer / »der fallen kan/ kommet daher/ wei- ^ er dessen eincweders gewöhnet / oder Wzu geneidet ist. Ein Frommer hergegeN nicht änderst / als gar selten in einen Gossen Fehler von neuem fallen/ diewesteN ?^diatich unmöglich ist/ daß^ssine laster- ?^ste Gewshnheir/oder Zuneigung/ neben f/'u wahren Glauben/ und der rechtschas- '^en Widergebuhrt/ tief in dem Herycn ' M eins» U)Ersorfch>«g s«j„tt1tztbft. ea?.»: »7S Des erst en Bu chs/ zweyter Theil_ Wannina" eines Menschen einwuryele. . deßhalben einen Menschen siehet/ welcher bey einem gleichen Vorwurft und bey cßc^ chem Anlaß/ ein gleiches Lasier/so er zuvor begangen / widerum begebet/ so ist dieser ein kündbares Zeichen / daß er nicht in Zahl der wahren Gläubigen gehöre. Gläubiger kan wol ein oder zweymahl^ bereitet werden / aber der Schrecken u^r seine zuvor begangne Fehler/ und der Fley welchen erankehrec/ hinfort der SÜnd^ vorzubiegen/ lassen vasi »richt zu/ daß^ eine gleiäre Thac von neuem begehe. Gnade wird uns in dem Evangelio vora^ nagen/ als ein Lrieg; under anderen sache»r dessen / duncket mich diese eine zie^ > lich kräftige zuseyn/daß »uair bey dcrG'U^ > wie bey dem Nrteg / darnach trachtet/ seniqe pläye/ welche wir aus Erfahru"v die fchwächeste zuseyn/ erkenneir/am besl^ zubevestigen ; und die gefährlichsten E meisten zr,versihantze»r/wider alle Anlautn der Feinden; und zwaren das alles so sor'v faltig/ daß sie endlich gany unüberrvin^ lich werde»:. Ein seglicher Mensch/ er nE seyn wer er iinnrer wil/ kan fehlen: Ab^ wann er sich urraufhorlich sich zubesse^ vorfeyet/ wie solches ein rechter Glu^v, ger/ zuthun verpflichtet ist/ so ist esvast ^ möglich/ daß er einen grobenLehlerZl^ öfteren begehe. ay. Anberstwo saget er: (g) Die wav^ e ^e-, l'/ il-, >d/l ie- !'S e" if" -g- !V- aS e» >)i- >s^ »" .l't Von der Bu fi. Lap.iz. _«7? ^ottstli^kelk/ bar diese Eigenschaft/ daß Ne m dem Streit selbsten zunimmet: Sie «käreket sich in dem Vertuest / und verglei- ^et sich der Vlarur/welche alle ihre Nräfte Anwender / demjenigen Theil / welcher an- ^Isftn^oder geschwächerworben ist / zu Das XIII. Capitel. Daß man notwendig sich von allen grossen Sünden verbesseren müsse. ^»möchte sagen / dasjenige/ so ich bischer gelehrek/ seye wol wahr in An, d lehung deren / welche Hartnäckig in ^Mange der Sünden beharren; aber man ^sse ganz anders von einem solchen Mengen urtheilen / der sich von seinen mei- Sünden zwar zubekehren Fleiß an- ende/ indessen aber nlir etwa in eine/ dar- ^ "in seine natürliche Zuneigung / voraus w an / gleichsam nohtige/ zum öfteren dj o"'un,gerahte. Man möchte sagen/ wann ^ Verbesserung durchgehend und allgemein ^"^usse / so werde wol nichts' seltzamers auf ^^Leltanzutreffen seyn/ als die wahrhaft»- diel- Essst aber so weit gefehlec/ daß mich s, Einvvurfmeines Grund-Gayes hal- dbi ^ Zweisselen machen / daß er mich "nehr darinnen desteisser. Dann es be- M L siitdrn ISO E>es ersten Blrchs/ Zweiter Theil_ fiiwcn si.Dhler zwee Ding / weiche gleich^ ständig wahr oleibcn. Das einreist/ vaß^ wabrc Dust ein stlrenes Dingji!ye/ nicht sll auf der Welt/ sondern in der Kirchen selbe*. Das andere / daß be> des in der Nirch*" und in der wkir ttici)rs gememero sE treffen i'ez e / als sokche " emhe / wrlcstesi^ an eine Sunde allein sonderbar angewob net haben. Wann deßwegen nichts W«E> erforderet wurde ;ur Seligkeit; so tönten Wort Christi nicht bei) der Wahrheit bestehe^ da er gesagt: Diel sind bernsfen/ aber wcW außerwehler. ^ z. Das ist eines von denen allergcwmr sten Kennzeichen der wahren Brist/ sie durchgehend oder allgemein ist. Ach sagen / wann man wahrhaftig« Büß thun je / so ftye es nicht genug. / daß man sich von er ver oder der anderen Sund bekehre; man über alte und jede Busse thun / ohne einige M nahm / undzwaren/ wann man sie weißt dur «ine außkruekliche und sonderbare; wann M sie aber nicht weißt/ durch eine allgemeine ! So gar/ daß wann eine einige überbleiben wt> de/ deren man sich schuldig wüßte / rmd n>« wurde hartnäckig darinnen beharren; man M de keinen Abschcühen daran Habens und ivu*^ sich nicht darvon verbesseren/ so wäre dieses* aewüsses Zeichen / daß auch die Bekeuung ^ übrigen Sünden/nichts nützet«. 4.^ Ulan mag würcklich / in Ä-nsehst^ der übrigen Sunden thun/ was man w, mer wibMan fall« nimmermehr darein s t r l iiik er-' ich ch/ elS c>i< !!l/ >>s -ß >v>!! ek ei! rä) !Ül> ,ß-i li^ ^ a>> u? el» )tk "S i>^ erl M _Von der Büß. Cap.,_«s, ^Nn man darein gefallen / man stehe darvon wieder auf/ und hüte sich darvor / seinganlzeS ^ebenlang, Wann man es nicht thut/ in 2lu- Ichlrng der einigen / von deren ich rede / st- m alles andere vergeblich. Oder / kan man Wen / diese einige Sünde/ habe die Hölle nicht verdienet? Weißt man nicht/ daß wann man vorüber keine Busse thut / sie auch keine Vergebung erlangen werde ? Wie ist es aber möglich/ voh man darüber Busse thue / wann man sie wcht verfluchet / wann man darüber nicht trauet/ und an statt darvon abzulassen/ immerdar Minnen beharret? . s. Die durchgehende Allgemeinheit/ ist vas allerwefenlichfteKennzeichen der mei- Tugenden/ und vielleicht/ gar aller, dem Glauben gehet es also i Der kan nicht göttlich und übernatürlich seyn / wann er ein Miges Stuck / von deine man weißt / daß es ^Ott geoffenbahret hat/ verwirffet/ wann er Mich die übrige alle gnnimmet. Mit der Lie- ve Gottes / gehet es also: Sie ist nichts/ wann sie nicht / ohne Außnahm/ GOtl allen anderen Dingen vorziehet. Mit der Liebe des Wachsten/ gehet es also: Sie muß sich ge- 8M alle Menschen erstrecken / und es ist nicht zulassen/ einen einigen zuhassen / oder zuverach- Mik dem Gehorsam / gehet es also : Er sich gäntzkich underwerffen. Es gehet also M der Gerechtigkeit / mit der Tapfferkeir/ wit der Mässigkeit: Nach der ersten / sind das nuretlichen; sondern allen Menschen ihrige, zukommen zulassen / verbunden; M r die ,Sr Des erst en B uchs/ zweiter Theil > die zweyte lehret uns allerley Widerwärtigkeit b mrl Standhafftigkett überwinden; die dritte « ziehet uns von allen und jeden verbottenen 6^ ^ lüften ab. ? 6. Wann nun dieses Kennzeichen bey alle» ^ anderen Tugenden einen wahren UndersttM , > von denen falschen machet / warum solle es rE > , auch bey der Busse Platz haben ? Warum j » len wir dann nicht glauben / sie seye eitel lM : unnütze / wann sie sich nicht über alle und std» > Sünden / ohne Under scheid/ erstrecket / derc^ » halben uns nicht verborgen ist/ daß wir in diestt' bige gefallen seyen? , ^ . 7. Siehet man nicht an einer jeden j de eben das/ was man an anderen wahrg^ j > nomnren hat- Hat man nicht gleiche Ursas)' ^ ' sich darvor zuhüten/ und sich ihrer zuentschlauer» ' Ist sie nicht gleich »ermöglich / uns in das derben zustürtzen? Ist sie nicht gleich häßlich- Streitet sie nicht auf eine gleiche Welse wider die Liebe Gottes ? Wann diese Gründe uns von anderen Sünden abzuziehen vermögen/warur» sollen sie ihre Kraft bey deren / mit welcher w» j eingenommen sind/ verliehren? Kan marnE , gedencken / wann man nur von anderen Su>» ; den ablasset / so geschehe es nicht/ als hielten w»r ^ die beygebrachten Gründe für genugsam / lM darvon abzuziehen; sondern es geschehe etwa» aus solchen Ursachen / derohalben wir nichts d^ Po frömmer werden? 8. woher kommet es / daß man sich dieser Sünde erharret? Rommet es nicv . daher/ weilen man die Anreiyungen sie dege^ cit ce/ es §t ve el» e- ! )/! n? r- >? ek »t n >k -t ^ ie s ii » r v on der Butt. Cap.,;._>>-, ^egehen/denLust/deniTlutzen/dre Ehre und unoers/ so man darbey zuerholen veriney- ^et/ allzuheftig lieber? Verrichtet man sich "Mdardurch/ daß man diese Dmge alle weit Mr achtet, als Gott sechsten/ simemahlen man lleihme in alle Wege vorzichet/und sich kein Besticken machet/ ihnre zmmßfallen / und ihn zurrten / nur damit man diese eingebildete elende Urtheile nicht verabsäume? Kommet aber ein Me Beschaffenheit-mir der Beschaffenheit der Oberen Gottes überein? 9- Aber sehet hier eine Prob dessen/ deren An nichts entgegen setzen kan ! Die wahre Anß/ stellet den Menschen allezeit und uns sehlbariich in den Grand der Gnaden. Sie ^irbet allezeit die Vergebung der Sünden/ Aw erofner uns die Thür zu dem Himmel. Nie- ^Md zweiffrlt daran/ weilen die heilige Schrift uns dessen underschiedliche ausigetruckte Zeugungen vor Augen leget. Indessen ist es ge- ^tlß/ daß ein Mensch/ der in einer einigen Elchen Sünde/ von derenwir rcden/durch 'e Gewohnheit beharret / nicht in den, ^tand der Gnaden stye. Das ist das einige AM / welches man möchte verläugnen wollen. es ist mir nichts leichter / als es auf daü al- '"klaresteznbeweisen. . t o. Es kan zuallervorderist schwerlich etwas ueutlichers vorgebracht werden / als eben dasje- ^He/ was ^ anderstwo/ mit denen Worten ^auij/ angezeiget habe. (r) Laster euch nicht erfuhren, weder die Unkcuschen/noch die .. MH Ehe- l» Carmtl», VI. is. » S-l Des ersten Buchs/ zweyter T hu! _ Ehebrecher/ noch^ne Abgöttische/ noch die Weichlinge / noch die Rnaben-^cv^ . der / noch die Diebe/ noch die GeikNch noch die Trunckenbold / noch die Lasters noch die Räuber / werden das Reich tes ererben. , n. Es ist hierbey wo! in Obacht zuzielM Vaß der heilige Paulus von dem Reich d«' Himmeln/ nicht nur diejenige außschliesseM ren Leben auf einmahl / mit allen diesen stincke» Yen Unflatereyen besudlet; sondern alle diel^ nige insge'mcin / die mit einep derselbH^ welche stauch immer sevn mag/ absondek lich annesieckec sind. Dann er hencket bltl Sünden durch kein Band-Wörtlein/wie man m den Schulen redet; sondern durch ein Un^ schieds-Wörtlein/aneinanderen. Er saget nicvn die/welche zu gleicher Aeit/Ehebrecher/un? Abgöttische/rc. sind; sondern/weder die i- hebrecher/ noch die Abgöttische/rc. werde« in das Reich Gottes eingehen. Aus welches genugsam erhellet/daß eine einige Sünde ge>E sam scye/ die Thür des Himmels/vor denen/ so derselbigen beharren/ zuverrigeln. . !2. Es ist eine andere Schriftstelle in dere' sich der Apostel/ mit gleicher Behutsamkeit er kläret / ungeaü-tet er daselbst nur zweyer/ove zum höä)sten/dreyer Sünden gedenket. (l>) solt ihr müssen/ saget er / daß kein Hurer / ove Unreiner oder Geitziger/ (welcher ist ein Götze« Diener/) Erbe hat an dem Reich Christi us Gottes. Siehe/wie genau ist dieses. Man rE eine aus diesen Sünden/ die Unreinigkeit 0^ ' (d)Lrl,.v.r. dtp cl 8 11 s t« a h -cd -iv 'er/ en/ >ec de« eiv > st- I xel eiv >cse ht- nd L' e" eB »i5j es >ek er v- il> ns -er 'F von verruß. Lap.,;. 'S? t''" Geitz nemen/welche man wll/so ist sie genug« Iwn/ oie Thür des Himmels zubestl)lieffen. i Z. Anderstwo ziehet er die Such noch näher Mmmen. sc) Die Hurer/saget er/ und Ehe-- vrecher/ wird Gort richten. Noch an einem Äderen Orth saget er eben dieses von der Unge« kchliqkeit; (ä)Wijser ihr nicht/daß dieUlu- «^echren werden das )^eich Gottes nicht ererben? David redet auf eine gleiche Art von ein Hochmuht. (e) Die Ruhmredigen/beste- ^en nicht vor deinenAugen.Er redet also von er Lugen. (f)Du bringest dieLugner um. Er 'Evetalsovon dem freveln Gewalt.'(k)DerHerr Mec die gerne freveln. Mit einem Wort/ es ''"eine aus allen Sünden/ ab deren Gott nicht men Greuel habe/ und diejenigen nicht Haffe/ so ^eselbige verüben/ und die er nicht ewig straffe. ^ ^4- Wie rvil man nun/bey so bewandten Sm Mn glauben können / daß ein Mensch/ welcher ^>ne von diesen Sünden mchtschlechthm began. hat; sondern öfters indiefelbige verfallen/ Loderen so gar gewöhnet ist / dajj er sich nie« MIen darvon besseret/ solte von der Liebe Got- / ich meine von der Liebe des Wohlgefallens/ Mesehen werden / und alles dasjenige an sich ^ben/ was zu der Seligkeit nohtwendig ist. ls. Lllan möchte villeicht sagen / gleich-. A die Hölle einem jeden Laster in 'der H. Schrift angedrohet wird; also werde auch "s Paradeis einer jeglichen Tugend vcr- verffen. Jch gibe es zu. Aber eben das gibet mir M s einer« vAAdr.XM.4. (k) ,.cor.VI.-. (°)?5V.r. M SÜI. ><6 Des ersten Buch» / zweyter Theil einerseits zuverstehen/ daß alle Tugenden tE einanderen unabsönderltch seyen; anderseits/M keine wahre Tugend neben einigem Laster beste hen könne. Zum wenigsten,daß wann dieses sey" könte / man die Verheißungen mit denen hungen/keineswegs juvergleichen wüßte. 16. wir wollen uns zum Beyspiel eine" Menschen einbilden/ der dcmührig und gerecht zugleich seye/ und mit dieser gend und diesem Laster sterbe, wie rviro es ihme ergehen? Wird er selig werde»' OhneZweiffel soite es geschehen / damit VE nige/was uns zwey Apostel lehren/ wahr bleibe/ nämlich / daß GGrc den Demührigen stl^ Gnad gebe: Anderer vielen Orthen heiM Schrift / so eben dieses bezeugen / anjetzoM schwelgen. Wird er aber selig/ wie mögen oa" , die Wort des Apostels bestehen / wann er sag"' s Die Ungerechten werden das Reich > res nicht ererben ^ Muß nicht nohtwentM wann dasjenige / so man also voraus für b" kant annimmet/ wahr seyn solte/ einlwederv die Drohung/ oder die Verheißung falsch Kan man sich nun aus der Verwirrung andE heraus wirkten / als wann man erkennet/ k>ab bey ernem Ungerechten / keine ivahre DemE seye anzutreffen? 17. Gewußlich/ es ist nicht alles eine 2.^ gend / was man darvor anstehet/ wann e nicht von der Gnad herrühret/ wann niev der Glaube dasselbige von ferne/ unddi Liebe Gottes unmittelbar herfürbringe» j Dieweilen dann die Gnade/ der Glaube / u» dil H ru> ab eil in, ja, >ch D k bc W lic! ka Ä bc ch, all !U g! in e>> sei de von der Büß. Cap. «z. , ^...... ^_«g? hst Liebe Gottes eine vereinigte Würckung in Herfürbringung aller Tugenden haben / und Weich die Laster bestreiken - so ist hieraus klar abzunehmen / daß alle Tugenden so genau mit« klnanderen verbunden seyen / daß derjenige/ de« weeine inangclt / auch die anderen nicht habe/ lwd daß hiemil derjenige / welcher einer einzelen 'dunde Knecht lst / weilen er aller Tugenden Weich beraubet ist/ sich keineswegs vergebe Gottes zuversehen habe. . l 8 Wolke jemand an das nicht kommen/was V anjetzo gesager habe / so wird er mir doch ein jMg nicht ln Abrede seyn börsten / welches mir Wu genug ist. Daß nämlich die allerschein« Att este Tugenden uns nichts nuyen/ wann ^n einer einigen ermangle«. ÄVas kan deut» Wer hiervon vorgebracht werben / als was der ! Kostet saget/ da er bezeuget: (b) wann er all ^ Hab den Armen gebe/und wurde um sMnuß der Wahrheit willen / d»e allergröffeste Meter undPein außstehen/hätte aber dieLie« e nichr/so wäre es ihm nichts nüye. Es ma« ^E hiemit der Mangel einer einzelen TlDend/ übrige/ wie herrlich es sonst scheinet/ überall u> Wehte. Wer wii dann bey dijer Beschastenyeit ht Wben können/ es ermangle demjenigen nichts ^Seligkeit/ der nicht schlechthin Mangel an "ex Tugend hat; sondern des ihro entgegen ge. Wen Lasters/ Leibeigener ist ? , ' 9. Aber man kan sich unmöglich etwas deut« Wrs einbilden/ als das/ so Sc. Johannes von ^ Haß bezeuget: (i) wer seinen Bruder lk) '.Cor.XM.;. (i) l.1vk.II.n. 'ls yi cee cs ls' rs ed je' .// ltk i>» t.'! t,! rs § ,k »SS Des ersten Buchs/ zweiter Theil Hasser/ der ist im Linsternuß/ und wandele imLinsternuß und weißt nicht / wo erl)>^ gehet / dann die Linsternuß haben stl^ Äugen verblendet. Und bald hernach : wer seinen Bruder hasset/ der ist ein Tof schläger/ und ihr wüssec/ daß ein Todsch^ ner / hat nicht das ewige Le.ben bey ih'^ bleibend. Das ist genau genug. Er redet ^ pon einer einigen Sünde / und zwaren von^ ner solchen Sünde / welche vor anderen sthrgemein ist/ ja nochdarzu von einer sE Sünde / derohalben sich die?)kenschen fehr^ betriegen.Jnzwüschen zeiget St.J ohannes vm oder yiererley Sachen derstlbigen halben A aus denen genugsam erhellet / daßeinMeM per allein in dieser einigen Sünde sich vertief fet hat/ nicht in dem Stand der Gnaden in deme er sonsten wäre / wann er aufrichte! Büß thäte. l äs. Oder heisser in einem solchen gests/ ncten Zustand seyn / in der Linsternuß in der Linsternuß wandten / an der Seel^ blind/ in dem Tod seyn/ und das cwiA Leben nicht haben ? Gibt nicht eine jede diesen Redens - Arten zuerkennen / daß diesig ge/ so noch mit dieser einigen Sund bchasi" yoch in dem Stand der Sünden verbleib" und bißdahin nicht in den Stand der Gnaden hinüber gegangen seyen? * (k) l.^okrn. IN. i;. VonderÄuß» Lap. i-j» tSÜ ,elc in/ int -1»k >e>- ,liS Ä r<> P jef^ ye/ P> »/ ge o» nick/ ,»/ , Das XI V. Capitel. Daß dasjenige / so in dem Mge- hendenAapitel enthalten ist/ allezeit ünder denen Christen seye geglaubt worden. Ch weiß nicht / 0b diese meine Sir- ren- Lehre einigen aus meinen Lc- seren zufcharf vorkomnren möchte- Geschehe es aber/ so birre ich/einerseits ^ie iVahrheit derselbigen / anderseits a- ^r/ daß ich nichr der ersre seye/ der solches gelchror hat / zubcdenckekn Ich ivll M) mit demjenigen vergnügen / was Herr ^cliez darvon geschrieben / in einer fürlref- uchen Vorbereitung zum heiligen Abendmahl/ Elches eines von denen besten Wercken ist/ >o jenrahlen über diese Malen ist geschrieben Korden. Diejenige/ sagt er/ betrieben sich / rvel- stch embüden- ein jeglicher Mensch kön^ ^ ohne Gefahr seiner Seligkeit/ sich einer sonderbaren Sünde ergeben / undet den« vorwand/ daß kein Mensch seye/ der nicht ch^bige. Dann die Sünden/deren die Glaube sich schuldig machen/ sind Gebrechlich« ^iten und Mängel/ die sich auch ihren bee sten IDercken anhängen. Sie lieben GDrö ^rchrgenugsam/ sie lieben den sTkächsteit ^cht genugsam / sie führen die pflichte» Gottseligkeit und Liebe nicht eisterig ge-- '^3 au«. Das sind sdlchs Sünden/ die unb tyo De« ersten Buch s /zweyter Theil . ^ unser ganyes Lebenlang auf Erden Gottloser seye / ob er gleich die Ehe breche > ^ oder daß er kein Ehebrecher / Gottloses ^ Mörder seye / ob er schon dem Nächste" r das stinige hinderhalte/ oder sonsten in eine ^ andere dergleichen Sünde zum osteren-M h stürtze / wann er nur vor anderen sich hüte/ il so ist diests eine abscheuliche ungereimt ^ Meynung. Es ist nicht genug/ daß das Gehirn / das Hertz/ und die Leber/ gest"' d seyen: Mann nur die Lunge mir Eicer Lucken/ unbervahrer offen last A das ist ja genug / dem Feind zum Einzug klay zugeben / wann man gleich bey denen vorigen Posten/ sich wachtbar und rapffer/ wlees sich gebühret / erweisen wurde. Ein klemer Riß / durch welchen das Wasser in r'n Schlfrü„^„x§„/ mag nach und nach vasselbige verseuchen/ wann man denselben vlcht verstopffet/ ob gleich das Schifrm ü- vugen unschadhafr ist. Man solle deßwe-- 8 e>i sich lediglich vorsetzen/hinfort denSün- ven den Abscheid zugeben ; man solle sich Mhliessm/ die böse Gewohnheiren/gäntz- "ch abzulegen; oder die Büß kan nicht auf-- Nchtig styn. Ich bereue/ daß ich gefallen aber ich bin bereit/ von neuem in gleisn Fehler zufallen Das Heister mich selben bekriegen: Und wann meine Büß über vae vorgegangene rechtschassen ist/ so wird ^Mich unfehlbahrlich für das künftige . Z. Aber es ist unnöhtig/ die Meynungen son- „7°arer Gottes - Gelehrten anzuziehen. Alle onsere Lurchen/ ja alle Christliche Rüchen/ daben zu allen Zeiten genugsam zuverstchen »egeben/ daß sie eben dieser Meynung seyen/ iiH«* tyr des ersten Buchs/zweyter Theil' tndeme sie memahten sich ein Bedenk" rzemachec/ die bey ihnen angeklagte der/ auch um einer einigen Sünde willen/ in den Bann zuthun. Was könte aber E rechters/ als diesev Verfahren seyn/ waruiei" Mensch / der eines einigen Lasters ergebe^ Knecht ist / könte ein lebendiges und würcklE Vlitgliedlan dem geistlichen Leib JEsu Chr>>' seyn? Man sonderet von der sichtbaren Genies schaft der Kirchen/ niemand ab / als nur diest^ gen/ welche mit ihren Handlungen/ Anlaß bett zuglauben / daß sie zu der innerlichen u"" geistlichen Gemeinschaft der Heiligen nicht hören. Und gleichwie man von dem natürliche Leib keine Glieder abschneidet / als die / sorna" tnit dem Brand behaftet, und tob zusepn bem^ rket: Also solle man auch durch den Bann / mand von dem Leib der Kirchen abreissen/als so man biilich für todte Glieder haltet. WE man aber jederzeit die Sünder/ so sich eine lE Art Sünden/ angewöhnet haben/ in den Ba"" gethan hat/ so hat man eben dardurch angebe" ret/daß man niemahlen gläuben können/ daß ß* in einem guten Zujiand seyen. ^ 4. Es ist im übrigen offen bat/daß darinnen nrc zuftreng verfahren seye. Da"" in Wahrheit/ rmser Her/Jesus Christus / er forderet nicht mehr/ als eine einige Sünde / deren man halßstarrig beharre / wann jemals der sich darvon nicht besseren wtl/ für einen den und Zöllner solle gehalten werden. Er daß wann einer von unsern Brüderen ansbe>ch digek habe/wir glles/wqs wir können/anwen^ so so v> v, di § ßl Ä ri d< 2 Ni st r 0 0! V! r v! d< in kr tr di poirderBnfi. < 5 ap. 14. rn/ ge» ei» istt !,lV :lli< >lli) ge' ,«>» ari er^ 1^ lje> <" sek B ri^ si- rs li>< iii d/ il/ A !il M'N/ihn wider zure6)t zubringen. Erwil/ wie Neu mit ihmc allein reden ; daß wann di- seS ^ichtöverfanget / wir noch zwey oder drey von Unseren Freunden darju nehmen; wann endlich Mes nichts nütze/ wirlhn der Kirchen anleiten. Wann aber auch dieses ketste Mitte! nicht zu- Wage/ so sollen wir ihn für einen Hcyden unS Mner halten. Wie solle er dieses gestattet ha- wann es möglich wäre / daß ein solcher Mensch, noch immerauf dem Weg des Lebens Mergehe / und alle Stuck an sich habe / die zu der Seligkeit vostnöhten sind? ^.5' St.Paulus/ erforderet vast ein gleiches Erhalten gegen diejenige / welche in irgend ei« der anderen Sünde vorschlich beharren. (^) So ^nand ist / spricht er / der sich lasset einen «rüder nennen/ das ist/ der sich zu der Christ» "wen Religion bekennet / lind ist ein Hurer/ oder ein Geitziger/ oder ein Abgöttischer/ oder ein Lästerer/ oder ein Trunckenbold/ oder ein Räuber/ nur demselbigen sollet ihr auch nicht essen. ^6. Das ist es / was er sechsten gegen dem Blutschänder zu Corintho gethan hat. Distv Mensch / war um einer einigen Sünde willen/ o^geklaget; aber war dise einige Sund nicht ge« daß der Apostel derselbigenbalben befohlen/ A man diesen elenden Menschen von der Ce- ^nschgft dcr Kirchen absonderen; ja/ welches Möcklichist zuhören/ ihn öffentlich und auß. '"'"lich dem Satan übergeben solle? . bi.?' 2che Christen, sind hiemit jederweileN ist ^lem Stuck eines Glaubens gewesen. Ja mast dark i§4 Des ersten lKuchs/ zweiter Theil darf sagen / das; dieser Lehr! bereinigst worden/ auch die Reinigkeit d< Leides hinzu thut. . 8. Alan steige ein wenig weiter jükuckm^ heilige Historien. Man nehme die erschroT! nchste Gerichte Gorres wider die Sun^ > tn acht. Man wird sehen / daß diesildlch mehrerthcils nur von einer Sünde/ zum wenigsten von Sünder: einer Art/ bey gezogen worden. Am meisten war sti^ dieÄbgöktercy/ bisweilen die Uneinigkeit / ^ wan das Murren. Die Aufruhr des Ksra" der Sabbath--Bruch dejijeniqen/ vekaufaM. trucklichen Befehl des Herren / ist gcsteinlch worden/ die Sünde Achans/ derBethftmich^ des Sanis / dasZehlen desTiolcks/ soD^ch vorgenommen / aile diese Sünden wurden ernstlich gestraffet / eintwevers um emer den willen aliein/oder da ihre Sünden von ew einigen Gattung gewesen. Alan urtheile n» selber/ mit was für Augen Gott diejenige hen werde, welche dieftlblgcn nicht nuk begeh<^ sondern hartnäckig sich darinnen verhättel^ ^ > M -h>5»xk. üb. r. «x. 7 . L rls ii> .st ^c/ i»/ i!^ pst ck- ).k icst >el clst et' >»/ liß ge !ll/ »>p iek lli>> ,st- ! Von der Büß. Lap. >5. ,Y 5 Das X V. Lapirel. Ob eine angewöhnte Sünde ein Kennzeichen seye/ daßmanniemah- len widergebohren gewesen seyc. ^'MU^An möchte vielleicht fragen / <-b> gleich wie die Beharrung in einer - angewöhnten Sünde/ ein Nenn- Elchen ist / h^ß man nicht in dem Stand Bnaden seye / also dieseldige auch ein > terckzeichen seye/ daß man niemahlen da- ""„en gewesen? > ^ ^ Damit man desto genauer und eigentli- ^r aüfdiese Frag antworten könne / wil von, Wen seyn, daß man sie etwas eigentlicher auß, s'yke. Sie kan auf zweyen verschiedenen vraußgesetzcen Sätzen bestehen. Der einte s^dah derjenige / welcher mit einer angewohn- s.'Udunde verstricket ilt/es allezeit gewesen seye: ^ver zum wenigsten von der Zeit an/ da er giau» daß er bekehret und widergebohren seye/ daß dasjenige / welches er für eine wahre Gehrung gehalten hat / ihn von dieser Geste niemahlen entlediget habc/oder/wami ü ' 2 darinnen verbessertt / er alsobald / zuglei, seit in eine andere gefallen seye: Zum Exenst daß er auf Verlassung des liederliches sj.^kmmens/ sich dem Haß oder der Ungerecht tey?^^ben habe / und hiemit kurtz darvon zu- h, ../niemahlen von einer herrschenden Sün- ^ulg sey-hxfreyet Mxyen. N - z.Drk Des ersteikS mhs/zweyt er Theil _ z. Der andere voraußgcsteltle Satz ist/ ^ naeddeme er bekehret worden / und eine nahl^ hafte Zeit in der Übung der Gottseligkeit jlO bracht hat / er in eine thätliche Sünde gefallt jeye / und bey derselbigcn so viel RuckfähleH thanhabe/ daß daraus eine Gewohnheit zulu»' digen worden seye. 4 wann diese Frag in der ersten rnng genommen wird/so fallet darbey ke>" Scdrvarigkeir vor/ und gehet gany csen^ aufdcren Auflolung dasjenige/ so w»r b>h dahin vorgehracttthahen.Eme solcheBeM rung / wurde ohne Zweiffel/ eine falsche Bcnv rung/ und die Büß/ so man darbey geleistet/^ wenigsten eine unvollkommene und zur S<^ keil unnützl-che Busse leyn. . f. Es ist aber nicht so leicht diese Fr§§ bey dem andern geseytenFahl/zuerörccA' Man müßte dabey verschiedene Sachen rv">ss ' die mir/ und meines Vermuhtcns / auch deE lehrtesten beuchen unbckanl sind. Man wüssen/wieweit ein Kind Gottes darniderE und in was für Sünden es gerahten könne/^ ne/ daß seine Widergebuhrt dardurchzunlE gemachst werde? Man müßte müssen-ob es nM lich wäre/ daß gleich wie Loth in zwey Sus^ von gleicher Art / Petrus aber in drey verfaß, also ein Kind Gottes invier/sechs/zehermc l?,,/ und wann es / ohne anders / notwendig st''° daß die göttliche Barmherzigkeit / dasselb'ß^ ruckhalte/damites nichtüberall undledigliss^/ der Gnade grossen werde?Man müßte w>m^ ob dieje Zuruckfahle in die Sünde geschwin^ r s< s u d 'I S y s r> IY 7 HUP Ileü g-' >e>p iklt ,a» fch' >Ull> !li^ §ri' >k' >e"l l)h^ tt» ! 0 ss )<>> /»i Ii ,// _Von de r Büß. Cap. > ^ bugundm genügsamer Zahl/ eine wahrhastigr Gewohnheit in der Sünde zumachen, auftinan« ?ern erfolgt seye? Man müßte müssen oh alle und lAÄewohnheit zusündigen/auch den geringsten o gar viel ^rht daran zuwüssen/ ob er zu andern Zeiten in ^ Stand der Gnaden gewesen seye. Es solle genug seyn zuwüssen/daß er bey gegenwärtig ^ Zeit nicht darinnen stehe. Es mangelt kemeS Hörern ihn dahin zuvermogen / daß er sich aus- ittlt bearbeite/ in vmselbigen zukommen. Be- /^ab/ dieweiien er in denselbigen zugelangen «lach viel zuthun hat / er seye gleich zuvor beleb« ^gewesen / oder nicht: Wie wir solches in der l^gedarzuthun »erhoffen. Das X VI. Capitel. Aon denen unbekanten Sünden. >sAs wir bißher gesagt haben/ dasgcher ^ eigentlich und genau zureden / allein , ^ auf die bekante Sunden. Es gi'o^ dessen aber auch solche Srnrdeit/ die man N z nicht Des ersten Buchs/ zweiter Theil picht erkennet / unv über welche man folg^ lich weder Leid tragen / noch sich darvon vcchl' seren kan. r. Es gibet solche Sünden / bey deM» uicbrs anzutreffen / welches nicht / ich niebr nur sagen/ neben einer wahrhaft^ widergebuhrt; ich wil auch nfchr fage^ neben dem Stand der Gnaden ; sondft, neben der allerfurrreflichstenGottseligkew bestehen könne. Die allerheiligste sind darM picht überall befreyet. Zu einem Zeugnuß die"^ uns die Worte Davids: (2)wer kan cken/ wie oft er fehlet/ verzeihe mir die vel borgene Fehle. z. Es gtber auch hergegen andere b"/ den / welche/ ob sie uns gleich gany M'd^ ^ant sind / demnach neben einer aufrich^ gen Busse nicht bestehen können / und bero an der Seligkeit überaus grosse hernussen bringen. Solche sind der muht/ dasUbelrehen / der Neid/ dieVoM^ Dann/ wie anderstwo bemerket worden^ bildet sich niemand/ auch die nicht / so am a>I^ meisten darmit behaftet sind/ ein/ daß erin^ penselbiqen stecke. 4. wer wolte indessen glauben / es pichtsbey solchen Sünden zufinden/ dem Stand der Gnaden schnurgrad zmf. wider seye L Wer wil glauben / man habe 1>" dennzuinahken der Liebe Gottes zuversiche^^ wann man gänzlich von denen Lasieren eins. nommcn ist/ welche ihme am allerbest,gsten ! fallen? Wann deme glso wäre / so tönten n. N L L d. a> d< T er ir L k g! ke K ni ist re 9 , b< eil so fh c-)?LXIX.iz. ,av best ier> a'il 'ftN e>i/ er» eit/ vb» ne» !t>? ,er- be^ -»tb p»-' >eit- c-i IN/ pe» > des Hertzens verborgen stecken/ und nran gar viel Dingzuüberlcgen Hut / wann man sie eiM cken wil. Wie nun nicht alle genug Liechts / M nuq Scharfsichtigkeit/ und genügsamen stand haben / einen so treffen Abgrund zuergrri^ den / und so tief verborgene Sachen auWstr sehen: Also rechnet Gott diese Unwüffenhett sie lien Kinderen Nicht zu. 7. Aber die anderen Sünden / von den^ ich rede/ Hochmuht/ LTleid/ Verläumbve^ Bssibeir/slnd viel leichter zuerkennen / E ^ man mercket diesclbige nur darum nicht / we»e»! man sie nicht mercken wil. Danahen muß E i sie für gewüffe Kennzeichen erner falschen > unnützen Busse ansehen / wo sie sich bey dcrlck higen antreffen lassen. , 8- iBan möchte sagen / dieses seye yeredt. Dann ich habe an einem anderen selbst gesprochen / es seye kein Mensch gäntz'^ von allem Hochmuht beftcyet. Wannfolgb^ sich diese Sünde nicht neben der wahren ^ bestehen könne / sd seye keine wahre Büß auf ^ gantzm Welt anzutreffen. Aber diese ScM, riqkeit kan allein diejenigen in etwas aufhalE welche nicht wol auf das / was ich eben kasi'lsl gesagt hab/Achtung geben. Ich habe dorren deutet / daß nicht alle Handlungen des H^ ^ muhts/ gleich gemein / auch nicht gleich ström« . seyen. Bey etlichen sind diese Sünden häuM ^ hey anderen nur gar selten anzutreffen. Es, «der deme wie ihm wolle / so kan man sie^ s s lts !5V, jtX! ve/ ge' ek< Siv »c< sck ey -n/ mv le» B scl- iel ih ,ch iv uß >ek ,e> li/ ,)- ak yk cö B Von der Nuß. Cap. >6. _ror Einem rechtschaffen bußfertigen Sünder nicht vorrücken. Die übrige sind gemeiner; aber uuch viel geringer / dieweilen man sie nicht s» vor>ehlich begehet / dahero kommet es/ daß sie bestttüen^ " uicht völlig and gäntzlich «>«?' ^Eiß / daß nichts mir einer recht? v^^isönen Büß näher übereinkommet / als kmewahre Dcmuhr. So muß man auch von veven / welche sich diesen Gemühts - Regungen völlig entschlagen können / gleichwol nicht «welffeln/ daß sie nicht demühtigseyen/ wann ihre Demuht nicht vollkommen ist. Sie 'lno ihrer Richtigkeit überzeuget. Sie sagen vleimahl bey sich selbst/ sie seyen gar nichts. Ihr ^v«lle/ stimmet mit ihrem Verstand so gar über« / daß an statt sich über sich sechsten zuvei wun- ^ren; sie vielmehr sich selber verachten. Indes- im mag dieses alleSnicht verhindern/ daß/wann vc nicht wol auf ihrer Hm stehen/ nicht etwa» in em Grund ihres Hertzens/ einige Dünste der L'telkeitaufstchen. l o. Sie begehen hiemit Handlungen der Des wcht/ und Handlungen des Hochmuhts. Die Mren sind bey ihnen einfaltig/gantz und völlig, ^»e sind auch heftig und starck. Die andere hin- ,^n/ sind viel schwächer und verdeckter. Die .nie sind freywillig und geschehen mit Vorbe« M; dahcrgegen die andere nicht/ als durch "E Übereilung / entstehen/ danahen man sie "uch/ so bald man ihrer gewahr wird/ verdamet /io undertrucket. Wann man die erstm verölet/ ist man gutes Vruhts darbcv: Da man N L s 2vr DeserftenB uchs/ zweier Theil_ hergegen wegen des Verwiescs/daß man Vera»' si deren schuldig seye/ beschämcdwrrd, ^ i r. Diese Regungen des Hochmuß wacben Hiemirnoch'uichr/ daß man hock' U'ührig seye. Sie verhinderen nicht/ daß w^" picht demühtig seye / dieweilen die Demuht bey augenscheinlich die Oberhand behaltet / ^ Geister verbleibet. ,, i r. Es ist mir dieser Tugend/ wie mic^ len andern bewande. Ein Mensch höret niK auftapffer zuscyn / wann ihm schon etiva"^, mahl die Grösse der Gefahr/ das Hertz hemns^ wann er nur anderemahl seine Schuldigkeit ^ obachtet/ und sie mit einem steiffen/ vorsählE" und wolbedachtem Willen außrichtet/ stck^ reu niemahlengereuen lasset/ und allezeit sie^ thun/ bereitwillig ist. Warum solte man lE ein gleiches von der Demuht sagen ? Wa^ solle man glauben wollen / das Fleisch koE nicht/ dann und wann / indem Hertzeiieinco, dieser Tugend gantz ergebenen Menschen / ge geringe Bewegungen des Gefallens an selbst/ oder der Eigenliebe/ erregen/ welche do"/ so bald man deren gewahr wird / undertruct" und erstecket werden? . i z. Dieses wurde/ ich gestehe es/ nickt gE hen/ wann die Demuht vollkommen wäre- M ist dieses nicht eine von denenjenigm Lehren /^ wir beständig und öffentlich behaupten / daß ne Tugend auf Erden ihre Vollkommenheit ^ reiche? Eine jegliche Tugend / hat nach unsers Lehr/ ihre Schwachheiten und Mängei. Be>? hG.aber diese Schwachheiten nicht augensch^'^ s O cs/ „>v alr B i"< !(!> j,e< !ii> !ht B iit >ii' ich ^el ,p er ^ »< !k- er e» Von dtp Büß. Cap. >6.._ sich in einigen geringen übergebliebenen Stu- sken des gegenseitigen Lasters? Ist das nicht rven das Fleisch / welches wider den Geist gelüstet; der alte Mensch/ welcher durch die Wahr» Veit geschwächt / und an das Creutz JEstt Wisti angeheftet?Mer noch nicht völsig Oek lst? ^ . i4> iVlan muß hiemir die Sch>wact>hei- der Dennchr/ keineswegs mir einem/ in vie Gewohnheit außgebrschenen Hoch- wuhr/ vermischen. Die Handlungen/ jo aus dt Gewohnheit entstehen / stnd gantz anderer ^iatur/ als die unbedachten Bewegungen/ von denen auch die Merheiligsten nicht überall be. steyet smd. Sie sind solche Handlungen / wel- M von einem steisfen / beständigen und immerwährenden Vorsatz herkommen,und der Sunde v>e Meisterschaft des HertzenS / gantzlichen einräumen. Es sind oft widerholete Handlungen/ v>e man alle Augenblick von neuem begehet/ auf v? sich das Hertz mit allen Kräften leget; mit klUeni VZort/ sie sind solche Handlungen / die tun memahlen / durch nachfolgende Verurteilung / verdammet / und die man ins Ge« dchtheil für gerecht - gesatz- und vernunstmäs- !!S haltet. Ist dieses nicht eine genügsame Ur- '?ch / daß man sie von denen geringen Übereilungen / welche auch denen demühtigsten Menschen / bißweilen begegnen / wol under- scheiden solle? 2v4 Des ersten Buchs/zweyter Theil Das XVII. Capitel. Daß man das verursachte Ubel/so oft man es thun kan/wiberum zuep setzen schuMg feye. ^An muß sich hiemit von allen soE Sünden verbessern. Aber das ist nicht alles. Es sind gewüsse den / von denen man sich mcsir wahrhaft^ bekehren kan/ man ersetze dann das welches sie verursachet haben. Ich gtbe zu/ daß man dieses Übel nicht allezeit ersetzen ko^ m; doch kan es zum öfteren/ bevorab in dE Sünden der Ungerechtigkeit geschehen. Zum yempel/man hat des Nächsten Ehre durch V , läumvung verletzt. Man hat ihm das seinige ^ zogen / indemc man sich zu dessen Besitzer/ »ve ihn in andere Weg desselben verlucstig gemacht hat. Wann man ihn schon dessen zuberauM nichts beygetragen / so hat man ihn doch an ^ Gebrauch dcsselbigen/durchHinderhaltungode aufandereWeg/ verhinderet. Bey diesen un anderen dergleichen Anlässen / ist es vnnwgM eine aufrichtige Buß/odcr eine solche/die zurS^ ligkeit beförderlich seye / zuthun / man tveE dann zum wenigsten allen H leih an/ denjenig^ " welchen man in Schadengesetzethat/ wivrrw" schadlos zumachen. I . r. Gewüßlicb / die Sunde verdammen einen Abscheuhen daran haben; und ade derenwürkungen nicht aus dem weg rM rnen: Leid darüber tragen/ daß man seinen dc s ,s° __Don der Büß. Lap. 1 7. ro«t bmmenschen beschädigt hat/und indessen,da man kv Mhun in dem Vermögen ist/ seinen Schaben M abwenden; sondern immerdar verbleiben Wen/ sind meines Bedunckens, einanderen w gar widerstreitende Sachen / daß keine aevender andern bestehen mag. ^jst das nicht/ ohne dem eine grosse ^und/wann man einem anderen das seini* ^ öuruck Halter! Ist das nicht schnnrgrab wi- /'rbie Gerechtigkeit/ welche erforderet/ daß ^ jeglichen das seinige zukommen laste/ w.,.?.- venjenigen/deme eszustehet/an dem Echt sich dessen/ nach seinem Willen zugebratl- link !^kurtzen/ das ist eine kundiiche Ungerecht . folgbarlich eme Sünde. Aber das ist genug gesagt. Es ist eine beharrli-- ^unde/ eine Sunde/ die immerdar ver- d / nicht aufl)örer/ so lang man „W"üge nicht von sich thut/ welches man ^"^Unässtger W-eise überkonnnen / und barlich besitzet. So lang man dejchalben tu ^"^"beren das seinige zurück behaltet / ohne i,jO"ien Widergebung/sicb;ubequemen/so lang ^ni Stand der Sünden, und hicmrt Stand der Gnaden: Man lebet in I.' "'wußfertigkeit/ und ist dem Zorn und der aach Gottes/ underworffen. Q-^'Ee »st anch gewuß/ daß die heilige eine 'tViderersiarrung erforderc/ai» v.. " ^deil / oder ^uni wenigsten / als eine 'Le einer wahren Bekehrung. Ezechrcl klktä- Des ersten Buchs/ zweyter Theil Erkläret sich hierüber nachlrücklich in Visen ÄA ten: (s) Und wan ick zum Gottloses sprich- er solle sterben/ und bekehret sich von sei'"' Sünde/ uiid rhuc was recht und AM'!'/ also/ daß der Gottlose das Pfand wied^ giebt/ Und bezahlet/ was er geraüber nnd nach dem Wort des Lebens wände»/ daß er kein Böses thut/ so solle er leben u>" dicht sterben; . s. Das Gesay / wann es die Wickel/ er" dieUncchrechticfkeir möge außgesohnet wer den/ zeigen wil/sv vergnüget es sich ebener war sen darinit nicht/ daß es dieOpffek außzurE' ten/bcstehlet; sondern es erforderet lediglich/ daß man den Anfang / mir widerstattuNA des nnbillich Abgenommenen / mache. ^ erstrecket diese Psticht / biß auf die gesundes Ding / und achtet diese Schuldigkeit sonsten so unumgänglich nohtwendig/ daß/ ivanntE denjcnigen/dem das Gut zugchvret/ nicht welk'/ oder er keine Erben hmderlassen hat/ es wil/^ man dr.sselbige Gott widme/und zu heiligen^" chen anwende. Wie solchesin dem dritten Älosis am VI. und in dem vierten Buch ani V' Capitel aufzuschlagen ist; 6.Sk.PauIU6wilgIeichergestLltenhaben/v^ iinan jederman gebe / was man ihme stvst dig ist/und daß man niemand nichts seyn/das jsi/memand das Senuge hinderham solle: Wie zusehen/ RÜm. XlU.7 8. ,, 7; Aus diesem ist zuschliessen/daß man dannzumahlen sündige / wann man dem sten/ das Recht/ so er zu einein Ding hat/ ews. (,)Lr-ch;XXXM.l»^. ^ ok' i)i icri :c/ lk/ ,ö 'ie as' t' h/ 'S ?s Lk ,ii !t/ iß a- cb /i ,ß l- § s >r e. 207 von der Ä ust. La p. > 7-^,_. ^Undern auch/ wann man dasselbe nicht mit khrüchem Titul und gutem Grund besitzet: Wer hlemik eines anderen Gut unrechlmassiger Wen nbehaltet/ der Maü)rt sich nicht nUr einer Sunde der Underlassung schuldig, indeme er naht Mt/ was er zuthun schuldig; ich wil sagen/ daß er Nicht zurück giebet/ was er zurück geben solle; sondern er begehet auch eine thätliche Sündern» deme er bey sich behaltet / was ihme zubehalten nicht zugelassen ist. > . 8. In Absehen aus dieses Gesatz, hat Nehe- wias diejenige aus den Juden/welche von denen nus ihrem Volck Wucher genommen hatten/ dahin angehalten/ daß sie das also eingenommen Ne widerum erstatten müssen. Und Zacbeuo hat lern GewüsteN nicht zubcftiedigcn gewußt/ ehe ek dasjenige/ so er unrechtmässig genommen / vier. fach wider erseket hatte. Judas selbst/war nicht lv gar verrucht / daß er diese Schuldigkeit nicht Mannet hätte. Es reuet ihn / und wann seine jMe schon in anvereWeg sehr mangelhaft war, >v Mangelte ihr doch dieses wesentliche Beding mcht-dann er brachte Venen Priesteren die dreysi W Silberlinge wider zu / um welche er seinen Migen Herken verrahten hatte. Und obschoN ^Priester sie nicht annehmen wollen; sondern sk «hin wider für die Füsse warffen/ soksnteee >ch doch nicht entschliefen/ sich widerum darm't Fladen. Woraus/ als im Vorbeygehen/ die. 'Me / welche sich diese Pflicht zuerltatttn vew ?"getn/ absehen können/ m was für einem AN- M,d sie seyen / smtcmahien Judas selbsten, der "euiose und verfluchte Judas/ mehr Gewussens batik/ Des ersten ZKuchs/ ZwepterThest^.^ hatte / dann sie/ und so geflisscn dasjenige ivik^ zurückgäbe/ welches st mirLnitundoftolM^ mge Regung desGewüffens/oesitzcn. - 9. Auf diese Gesätze und Beyspiel hat der lige Auguftinus seinen Lchr-Satz welchen nev Wustens / noch kein Mensch wldersprscvc" hat/ gegründet. Die Sunde wird niemals vergeben/wann das Entwendete nichts der gegeben wird/ wann es seyn kan. N in denen leisten Worten angezeigte AusnE ist vernunftmassg. Dann man kan zu Zeltes einen solchen Stand gcrahten / bey deme es diglich eine Unmöglichkeit ist/ das Entzogene tvf der zuerstatten: In solchem Fahl / hat es keines wcgs die Meynung/ daß man/ wie gern nian^ thun wolle/ und es zuthun allen Fleiß arnE det/ weder rechtschaffene Busse thun/ noch d^ eine/ obschon wahrhaftige Büß/ zu Gnaden tv' perum angenommen werden könne. Es ist0^ bey zubeobachten/ daß diese Unmöglichkeit e>« ledige Unmöglich-keit seyn müsse/ und daß web' eine erwartende Ungelegenheit / oder die »er mcynte Anstälidiichkeit / oder die zarte Liebes' gen die Kinder / noch etwas anders dergleichen darzu zurechnen seye. „ 10. Ach! wie vielftiltige Ursach dann diejenige zujeufzen/ welchen die^ ligkeir der Menschen angelegen ist f ^ Ungerechten können nicht selig werden / wa sie das begangen Übel nicht ersehen / zum wew^ sten/ wann es zuthun in ihrem Vermögen M,j und sie die Mittel darzu haben. WiegerE, dann die Zahl deren/ welche selig werden/§ 8 k 8 di d r, bl b> l, b si n r i'i l! s ii h r r r r ! « r ^l> lel> ni/ ,il> le- tvi^ e§ lvi' a? int vek ec< !ll/ e» )-< !>» -ß' >"i eS Von der Bu si. (Lap.i?. _r«H> MhlendieZahl deren Ungerechten diedasEnt- wendete nicht wider zurück geben/so erschrecklich Sroßist? Das ist nur gar zuoffenbahr. Wer nur Geringste von denen Welt-Händeln weißt/ weißt zugleich / wie ein gewöhnliches Ding *6 seye/ daß man aus anderer Leuthen Mitteln begehrt / aufzukommen und reichzuwerden. Er ^eißt / daß täglich unzehlich viel Ungerechtigkei- «n vorgehen/'und sich hergeqen niemand darum bekümmere / wie sie wider ersetzet/ zum wenigsten/ wie sie überall und vollkommen wider ersetzet werden? l ^ Was solle man aber von sehr vielen denen Predigern sagen / welche wol Aussen / daß die Ungerechtigkeit in gemein Aerhand genommen hat/ und ein grosser Kil ihrer Zuhoreren / durch diese Sunde sich in dasDerderben stürye/und gleichwol '"anches Jahr/ ja oft einige ihr ganyes Leben Hinstreichen lassen / ohne das) sie mit ei- bem einigenWort/wie nohtwendig es seye/ bsö Udelerworbene/wider zurückzugeben/ ^uregung thäten? Sie ercifferen sich »ibcr sin grosse Viele allerhand geringer Sachen/ die vst Acht der Mtühe werth sind / daß man ihrer Ledencke/ und sagen inzwüschen kein Wort von siner solchen Haupt-Pflicht / deren Versaunr- ^^vie Menschen vast täglich» bey taufenden in , Haben sie auch jenrahl gebührender maß. sin die Wort Gottes überleget/ die wir bey dem sicheren lcstn: (k)wann ich dem Gorrlo- sin sage/dli Must des Tode» sterben/ und du lb) Lrick.IU.i», O WÜV^ 210 Des ersten Buche/zweyter Theil_. warnest ihn nicht/ und jagest es »hme n»chk/ dainir sich der Gottlose vor seinem gorrl^ sen Wesen hüte. aus das er lebendig bteibc/ so wird der Gottlose um seiner Sünde len sterben; aber sein Blut wil ichvondet' ner Hand forderen. Haben sie jemahl in gej>^ wende Obacht gezogen / den Verwiest/ welch^ Jesirs Christus denen Phariseern gegeben / d^ sie Mucken geseiget und Caniel verschlungen den ? Aber dieses ist em solches Übel / welche mehr mit Thränen zubeklagen/ als/ daß esabg" schaffet werde/zuhoffen ist. i z. Ehe ich von dieser wichtigen Materi av^ fasse / muß »ch noch etwas anmelden / von einer Sünde / die nur allzugar in dem Schwang het. Es gibt Leuthe / die sich) einbilden/ m verletzen ihr Gewüjscn im geringsten ni<^, Ivan steschondie Entrichtung ihrer Gch^' den / auf alle weise und Wege gegen den Schuld-Gläubigen aufziehen, linder l>c^ Vorwand/ ste wollen schon dermahleneinsz^ len / bilden sie sich ein / sie dörffen darbey nehmen / so viel sie wollen/ und ergriffen tE senderley Mittel / under denen etliche an M felbsten schlimm genug sind / einen Aufschub gewännen. 14- Ich behaupte steif/ ihr Verfahren W gantz ungerecht / weilen sie ihre Schuld - GI^ bigere / deßjenigen berauben / dessen Gebräu»/ ihnen rechtmassiger Weise zuqehöret/ und h>^ Verhalten es/ wider den Willen und GefaUA dessen / dem e^s zustehet. Ich behaubtezugle«^ daß dieses ein überzeugendes Zeichen seye / c>". unnn' 3 «! d, ei do h, sv! ivl le» di< h- e>t ich ye a>- ,cl) lies h/ cl Ü- ri» VonderBusi. Lap. ,S. ,.. ^nütz^ Reue/wclche diese Leuthc in währender r» / ^er diese oder andere dergleichen Sün- o n haben möchten / und daß sie/ bis sie sichgantz anlassin / ninnnermehr in den Stand Gnaden kommen können. Das XVIII. Capitel. Daß über dasjenige / so bißdahin ^^gemcldet worden / man in Demuht '""e Zuflucht zu der Barmhertzigkeit Gottes/ und dem Verdienst.Jesu Christi/ ^ nehmen nu'rste. ''^^Ovielhat sich von denen wesenlichsien Stucken der Büß bedencken lassen/ Ma- wan man dieses Wort in seinem gan tz dark Eingeschlossenen Verstand nehmen / und ^wurch »uchts anders als oenselbigenTheil der lass, Ung,welcher allein in demHaßundVer. der Sünde/ bestehet/ andeuten wil. Es iverk ^ iroch eines und das andere angehencket len « ^ ivann man dieses Wort in seinem vod die»« weitläuffigen Verstand / nachdemeeS linn.k ^ vollkommene Bekehrung / bezeichnet/ woltes Dann in diesem Verstand/ " i" allem/ was bißdahin ist vorgebracht fl»cb ^ hinzusetzen/ eine demühtige Zudem^" ^r Barmhertzigkeit Gottes/ und verdienst feines heiligsten Sohns, ist xi. in Wahrheit/ difes letste Sruck/ 8eb-?? ^ hochnohrrvendig/ als die vorher- ist so darmic beschaffen/ daß ohne v o,eubrige eintweders gar nicht seyn/ oder O 2 doch Air Des ersten Auchs/ zweyter Theils- doch nichts nützen können. Ohne dieses dienet at^cl) das schrnerylichste Leidwest^ nirgends;«. Was dem Juda widerfahren/N bet viesesÖrths einen genügsamen Beweist da von Er liesse an sich die allerempfindllchsteTrüs rigkeit erblicken. Diese Traurigkeit/ entstund' laut dem so allbereit angemetcket worden/ bey, ^ me haubtsääilich aus Erwägung der AbscheE keit seiner Sünde. Et brachte die drcyssigS' berling wider zuruck.Äber er rüste die BarnE tzigkeit Gottes nicht an. Er nähme seine Zufiu^ ritt zu dem Verdienst des grossen HeylandsM chen er verrahten hatte. AnsGegentheil/er^ zweiffelte an seiner Seligkeit. Das ist es/ welches sein Undergang auf das Höchste gen/ und er in die Hölle gestürtzet worden. ,. z. Betreffend die Verdcsscrung/ soh^' ich unmöglich/ daß eine seyn könne / an dieser Zuflucht/ oder zum welligsten/^. einer gewüjfenBeredung/ daß eine son' Zuflucht nicht unnüylich seye / ermangs' Dann wie solle man sich entschließen kön»^ fichzuverbesseren/ oder/ wie solle man es in d Merck richten können/ wann man sich die IssA nung machet man werde/ ob man es schon t gleichwol zu Grunde gehen müssen ? 4. Diese Zuflucht nun/ ist eine hochn^ wendige Sach. Es ist folgbarlich viel dar l gelegen / daß man dero Eigenschaften deun> und klar erkenne. Diese Redens-Ark/ist eines. blümte Ark/ duncke!/ und hiemit nicht so beq« ^ zu der vorhabenden Sach/ bey deren allesS,^ klar und deutlich seyn muß. Daher- / wann ^ ck/ n/ A-! icb- ,ek' ,cl' >rc- rch lc< es b< lc. §/ cs/ s» ek !k' I" -k >/ vonde r^u fi. Lap. >8- _ 21 r veutlichers Wort zufinden wäre/ man sich dessen Mn entschlagen wurde. We'len man aber kein veutitchL^ hat/so muß man das/ so man gebrauchst/ wol erklären. . ^ ^ch bin dessen beredt/dise?lnßrrukung k"te ntchr rj„e cinzele Handlung; andern eine Zusamenfassung von verschieden Handlungen/ so wol des Geistes/ als ^b Hertzeny. D>e vornehmste sind die hernach« >OM«ide. 1 übexwiesen seyn,daß man verlohreu ?^wo sich Gott unser nil erbarmete. li.Bere- ^kleyn/Gott scye barmhertzig genuguns Gnad ^theilen, lll. Kernen Zweiffcl daran tragen/ m.^susChristus durch seinenTod dieSünden "Mesohnet habe. I V. Gestehen/ daß uns Gott «mere Sunde vergebe/indeme er uns d.e Gnug- ^Uug seines Sohns zurechnet. V. Eben dieses < ^"d von Gott begehren. ^ 6- Alle diese Handlungen sind so beschaffst^ daß ich schwerlich glaube / daß undov ."/ welche die Wahrheit erkennen / ein ^lger Sünder seye / der sie nicht außrich- e» sum wenigsten/ wird man nur geliehen kön- daß unendlich viel Sünder diese Stücke ben.k ^ und zwar/ daß sie dieselbige ohne Nu. ^ "thun. So muß denn nohtwendig noch mehrcrs darzu kommen. Und siehe/ "'bistdas /,0 hernach folget. ^'^Dtt bietet uns weder die würckun-« L; niner Bärmheryigkeit/ noch insonder- ^ st den Verdienst 'Jesu Christi / lediglich d st einige Bedingung an. Er erfsr- "tt von uns/ bald den Glanben / lxrld die 0, Kusse/ r >4 Des ersten Buchs/zweyter Theil Busse/ bald eine oder veyde von dleic» ^ gendeir. Zum Exempel/cv wir? nül aust^elr"» ten Worten / allein des Glaubens gedacht /' dei-en sehr schönen Worten des ^postcls/ die Juden zu Anriociu-i m Plsidias.) So es euch nun kund/ lieben Bruder / ' aß verkündiget wird Vergebung der Sünb^' durch diesen s IEstun Christum) und dem allem/ durch welches ihr inchrLo''^ im Gesaye Mose gerecht werde- >: > der an dieftn glaubet / der ist gerecht- wird keines andern Dinges als der Bußg'-daS in denen Worten Petri/ gegen die I uden z" S rusalem: (K)So rhur nun Büß und bekelu's euch / daß euere Sünden vertilget werd^^ Von beyden aber/ redet unser HErr Christs denen Worten: (c)TbutDuß und glaudeto das Evangelium. Wie auch Paulüs/wann gegen die Äelteste zu Epbeso sich verneinen losl^ (6) er habe bezeuget / beyde den Juden lw den Griechen / die Busse zu Gorr / und Glauben au unsern Herren Jesum. ^ 8. Dieser geringe Underscheid/ hat ruchtos. bedeuten. Dann dieweilen ohne den Glau^ ! keine wahre Büß/ und ohne die Büß/ kein n)^ j rer Glaube seyn kan/ so ist nichts daran gelege. ob eine oder die andere / oder beyde Tucst"^ zugleich/ von uns erforderet werden. EölaE^ allesaufeineshinaus. Man erwäge nur/ der Glaube / welchen Gott von uns erfordert p-r -ein lebendiger Glaube seye/ ein Glaube/^ C-) Nposttl>8tschi»tXIlI.;z.;-. (l,)Ibiä.M.i?- lax. (ch Apoßebvkschicht XX.ri. Von der Büß. Lap. >K. r«5 >K I" >cb ei!/ 0-1 rcc! Ls' chl Zt< tt- .r» ftl/ nv F !l>/ !»/ k-! ek/ >ek cck durch die kiebe thätig ist / ein Glaube / der von "Owbachtung der Gebotten Gottes / sich nicht «blonderen lasset/ laut deren Worten des heili- ^Johannis: (c)wer da jaget/ er kenne ^»Dtt und haltet seine Gebort nicht/ der iji bin Dugner. 9. Weilen uns dann Gott die Würckung 'ei- Er Barmhertzigken und insonderheit die Gnug» ryuung seines Sohns / nicht änderst anerbieret/ «wunder solchen Bedingnussen/ so ist es nicht Neirug/ wann man es bey denen angezcig- En sechs Handlungen / bewenden lasier. Uaninuß nohrwendig die siebende hinzu- bun/ ohae welche die übrige sechs nichts ,,"hen. Diese siebende Handlung/ ist die An. cymung der Vedingnussen Gottes/ welche er M vorschreibet/ und diese bringetHiit sich I. eine Tveredung/ daß diese Bediiignujsm gerecht und seyen. tl. Eine Begierd/ Willen und Ent- Wuß dieselbige zuerfüllen. III. Eine Begierd/ ^'llen und Entschluß/ aufweiche dieBewerck- l^uigung erfolget. . . Diese Stuck sind alle nohrwendig/ »st keines darunter/ welches man um Erlassen dürfte. Wir wollen uns einbilden/ in^" würcküch die sechs erste Handlungen w ,^^brck gerichtet; aber die siebende Sersau- si/i!' wollen uns einbilden / wann man die s^E"de außgirichten gewillct ist / man vergnüge !, ,/«bmit/ daß man beredet sepe, die Bedingst, L^pen gerecht/ ohne daß man den Ent- fasse / dieselbigen zuerfüllen. Wir wollen v einbilden / man fasse diesen Entschluß/ aber k) -.tok.li.4. O 4 also/ erstenBnchs/zweiter Theil_^ also / daß man ihn nicht in das Werck Las alles ist eitel und unnütze; GOtt siehet'' keineswegs an. 11. weilen dafi deine also ist/ so ist nict^ leichter zubeobachten/ als der UndersDel^ welcher sich befindet zwüschen dersenig^ Zuflucht zu der Barmherzigkeit Gottes und deinVerdienft ^sesu Lhrisli/die stet) ^ denen wahren Gläubigen befindet/ zwüschen der Zlrfluchr/welchesich aust)^ denen Verworsfenen antreffen lasset. ^ denen ersien schliesset sie alle erzehiteHandluE in sich; bey denen letsteren nur etliche aus dE bigen. Sie werden zum Exempel die sechs ersi^ verrichten; aber die siebende verabsäumen. M' sie die siebende zuerfüllen/sich vornehmen/so >v" den sie dieGsrechtigkeit deren/uns von Gotlv^ geleqtenBevingnuffen erkennen;aber sie werok dteselbige nicht begehren zuerfüsien; oder/ sie es schon in etwas begehren / so wird docl)>p. Verlangen nicht so groß darnach seyn/daß sie ^ sen ihren Willen in dem Werst vollführen. t r. Andere stellen sich diese Beding""' sen nach einer falschen Abbildung vor /" Verstehen durch den Glauben eine einfältige ^ redung deffen/was in dcmEvangelioam nies' in der blossen Erkantnuß beliebet; so versteh^ durch die Büß nichts anders/ alseinen gerE , Schmerhen ober Leidwesen über das begütige- Übel: Sie nehmen diese Bedingnussen an^" ^ leisten ihnen nach ihrer Art und Meynung Genügen. Gleichwie aber zwüschen diese" ^ ^ingnussen ein grosser Underscheid sich besi^ ^ in be >!)' iv ist sct lh al bi hl d >s n a k! a s v o L r i ist ei !l- id/ es -s/ >es ,est sel^ ie" !lil> >c? §k' B iht ki- ftl> si- ;e" eilk lll!' ciil ,F B _von de r Büß. Eap. > S. 2«^ Ansehung der Meynung/welche sie davon ha» ven/ zmd des Verstands/ nach deme sie Gott von ihnen erforderet/und wie dasjenige/so sie leisten/ ^edcrein wahrer G!aube/n och eine wahre Vu st Nt / also verführen sie sich seihst jämmerlich/ unk» Ichmeichlen siG mit einer solchen Hofnung, welche sie in das Verderben siürtzet. 1Z. Andere begreifsen die Such änderst; aber es laufst zuletst alles ausemes hinaus. sagen/ weilen Gott seinen Sohn anbiete/ so °'ete er unö denselbigen nicht nur als unsern Ho-- venprirsier; sondern auch als unsern König und Ivpheten an. S>e fetzen hinzu, es sehe unsers Schuldigkeit/ denselbigen anzunehmen / under diesen dreyerley Beschaffenheiten. Man nehme M an glö einen Hohenpriester / wann man sei- "en Verdienst annehme. Man nehme chn an einen Propheten/wann man dasjenige/waK eriins saget / für wahr halte. Man nehme ihn un als einen König / wann man sich seinen Be, stylen underwerffe. Dir wahre Gläubige/ neh« ihn lediglichen / und auf alle diese Welsen 6 ". Aber die Gottlosen / vergnügen sich / lhn ^seinen Hohenpriester anzunehmen / in etwas rühmen sie ihn als einen Propheten ; kemes- aber/ als einen König an. Sie wollen sich mnen Verdienst gerne zu Nutzen machen; aber newollen nicht mehr/ als nur einen Theil per von ihme geoffenbahreten Wahrheiten glauben/ seinen göttlichen Befehlen / begehren sie *"cht zuqchorchen. . rH. Seine Zuflucht also zu GOtt nehmen/ zu ihm lausten, damit man von ihm ver? O5 r>S Des ersten Buchs/ zweyter Theil ^^, Es heisset an ikme nichts worssen wetde. »,,, »>,»>» Beschützer und Wolthärer; sondern einen M . ter/ dessen Gestrengigkeir man dermahle^''" erfahren wird/ antreffen. Das X I X. Capitel. Was der Glaube zu Herfürbriip gung der Büß/beytrage. Ch habe bißdahin/ bey nahem iE von dem Glauben geredet / ohnge^ tet er nicht nur sehr nützlich; soE, lediglich nohtwendig ist/eine wahre Büß zu«"" cken; es ist aber eben darum geschehen / we», ich es hieher verspahren wollen / etwas eigen'" eher/ wiewol mit wenigem zuerklären/ was 0° Glaube zu Herfurbringung dieser Tugen" beytrage. , 2. Es lieget alles daran / daß man Glaubens rechteErkamnuß habe/und ^ wüste/ was durch dieses Wort anged^. werde. Dann es wird in Wahrheit dises so verschicdenlich gebrauchet/ daß wann A Nicht genaue Achtung auf dessen eigentliches dcutung gebe / man nicht änderst als falsche 00 doch verwirrte Gedanken/ darvon abfassen w" de. Ich habe nohtwendig erachtet/zubemerue , daß von denen Gotts-Gelehrten dises Wort a»> fünfferley Arten gebraucht werde. z. I. Zuvorderist verstehet man dardtN eine schlechte Beredung oder Fürwahrh^ rung/ deren in der Erkantnuß bestehend Wahrheiten des Evangelü / sie bezieh Volk der Buy. L-rp. ,y._2'y gleich ausdieLehr-Gäye oder Lebens, <)egum. Von diesem Glauben redet der heilige Apostel Iacob/wicwol er von demselben saget/ ^leye ohne die Wercke tod. . 4 II. Demnach so verstehet man dadurch ^"e Fürwahrhalrung aller geosfenbahre, ten/ so wol zu der blossen Erkanrnus/ als ^"rcklichen Ausübung gehörigen Wahr- Veiten/ dergestaleen / das man keine dar, von verrvlrstec. In diesem Verstand/ gebrau- K.n dieses Wort mebrercheils die Lehrer der ^mische» Kirchen. Sie bekriegen sich darin, weilen sie sich einbilden / ein solche r GIau, ve / könne ohne die guten Wereke bestehen. Ich ^tse aber das Widerspiel an einem anderen s. III. Etliche von unsern Lehrern verste, den dardurch/ dieselbige sonderbare Hand, u»,g des Glaubens, durch w elche rvir bere- der werden / daß Gorr uns unsere Sunden Ergeben / und uns den Derdienst seines ^ohns zurechnen werde/ wann wir thun/ werden/ was er von uns erforderet. 6 . IV. ^jel verstehen dardurch dieselbe Zusammenfassung deren uirderjchiebb- ^VenHandlungen/ ausweichen / wie in dem Ergehenden Capitel zusehen/ dieselbige Zuflucht iU der Barmherzigkeit Gottes / und dem Ver- ^«'st Jesu Christi bestehet / welche man für die r>rhtigeHandlung des Glaubens / und dasei, 'vAe Instrument unserer gnädigen Rechtsern, »Ung haltet. 7« V. Einige verstehen durch diserworr/ Glau- Nuch»/zweyter Theil Glauben / die Beredung von der lichen Vergebung der Sünden. Beredung / Einige die zurückzahlende Ha^ lung des Glaubens nennen/ aus der UrM pieweilen sie entspringt / aus der Empfing -der dieweilen sie herrühret / von der ErM nuß/ die man von der Aufrichtigkeit seines G>^ benshat. 8- Es ist uns hier nicht darum zuthun/^ wir wüsten/ welche Bedeutung die eigentlM. oder beste seye. Das wäre nichts anders/« einen Wort - Streit erregen. ES ist uns n" darum zuthun / daß wir m,versuchen/ w« eine jegliche aus diesen Handlungen / > Herfürbringung der Büß beytrage/ zuin wenigsten/rvie sie mit derfelbige" wandt seve. ^ 9. Damit wir von der letsteren / bcstE' de in einer Beredung der Vergebungder L-"., den / als hätten wir dieselbige allbereit erlaE . den Anfang inact-en / so ist es soweit d»', von / daß sie solre die Büß hersürbringe ^ daß vielmehr dieselbe die Büß nicht nur ^ eine allbcrcit angeordnete; sondern auch ^ ^ eine schon betanke/ voraus seyet., Oau"., kan sich/ daß ihnre die Sünden würcklic!)^ geben seyen / kein Mensch versicheren / cher an der Aufrichtigkeit simer Büß muß. Ist hiemit der Glaube in diesem vielmehr eine Würckung / oder zum weEls. eine ^olge; als aber eine würckend« Url^ -er Büß. pil z. Die vierdte Handlung / so da ^ tr se a b d v v v cl tl d h ^0», bereust» Lap. >§. Zuflucht zu der Barmhertzigkeit Gottes / fol- 8kt geineiniglict- aufs das Leidwesen und ^rchmertzen / so nian daraus empfindet/ man gesirndiget und OiDtt deleidiget dat. Sehet hier nacheinanderen die Handlungen eines Bußfertigen. Er erkennet sein Übel. A empfindet es. Er hat Leid darüber. Er sm Mt ein Mitte! darwider / und das geschiehet ourch die Zuflucht zu der Barmhertzigkeit Gott «s/ vvn dero ich rede. Er suchet das Mitte» aus keiner anderen Ursach / als dieweil er sein Übel empfindet, und die Empfindung desseltm R« / nicht ertragen mag. Gehet hienut der ^-chmertzen/ so aus dieser Empfindung herftam- t?ct, dem Versuch / wie das Mittel zucrlangett lche/ vor. ^ w. Betreffend die Begierd/ und deg Entschluß der Derbesscrung/so glaube selbige zu einer seit und zugleich mit sufiircht/ von deren icl> rede/ entspring 8bn. Dann gleichwie dem Münder nicht unbe- ^ußt ist / daß dir Barmhertzigkeit Gottes / nie- «'and offen stehe/ als allein dencnjenigen/ wel-- che mit Ernst und Aufrichtigkeit, sich zuverbFe- ren begehren; also verbindet er sich / dieft Brüstung zuerfüllcn/ indem er sich um dise Barm- Mtzjgkeit bewirbet. »Es ist unnöhtig anZMnelden/ daß 'e Bervererstellignng dieses Entschlusses/ M die Zuflitck)t zu der Barmhertzigkeit Lottes / von deren ich rede / -verfolgen kuege. Das ist eine Sach/ die ein jeder von sich ^'bstenabmerckenkan. rr: Des ersten Buchs / zweyter Theik^^. . Die dritte Handlung/ so da ist die M' 12 . redung die man hat daß Gott barmhertzig genllg seye/ uns die Sünden ^vergeben/ mir der Ob>>' genheit/ daß wir thun sollen / was Gort von uns erforderet/ diese Handlung sage ich / ist eben nicht nohtwendig/ wann man denjenigen Gchmcryen / welcher aus der schlechten Forchc vor der Hollen entspringet / oder' von der Häßlichkeit der Sünden herko»^ mct/ empfinden solle/ wie solches aus dein Beyspiel Judä kundlich zuersehen ist. Aber ist unvermeidenlich nohtwenvig/ damit man ein' pfinde diesen Schmertzen/ wie er vermischet i>n mit der Liebe / und welcher entspringet aus der Betrachtung des Unrechts/ welches Gott durch die Sünde angethan wird / und welcher das ab lerschönste und lobwürdigste an diesem erstes Theil der Busse / herfürbrinaet. Sie ist auch notwendig / damit man die Verbesserung wünschen/ und sich zu derselbigen zuentschliesselü angeleitet werde. i z. Die zweyte Handlung/ welche ist eine Beredung der Wahl hett alles dessen / wassM Gottgcossenbahret hat; bringet/wann die Sach recht verstanden wird/ mit sich die dritte / von deren allbereit ist geredet worden / sintemahlen die Zuneigung Gottes/ dem Sünder Barmhch Higkeitzucrweisen / eine Sache ist/ an deren Ost fenbarung/ »„an keine Ursach zuzweiffeln hat- Man kan deßhalben von dieser zweyten Han^ lung eben das sagen / was von der ersten ist f"^ L« bracht worden. 14. Die erste Handlung/ so da ist eine er»" faltige v. 1. __Von der Büß. L ap. 20. _22? VercdungderenWahrheiten/ weichem j«r. ^ Erkantnuß des Evangelii bestehen/ ^ '^^endm/dannr dieersteHandlungen / herfürgebrachc werden. Dann (hm. ^ ^'chr begreiffen/dasi ein Atheist und Verächter / der in seinen Irrthume» den, ' * ^ das wenigste Leid über seine Sünde >!" ^ gefallen ist' niemahlen haben wer- er keine Forcht hat/ daß sie ge- '^«ffttwerden sollen. ^ Das X X. Capitel. Elsanlmenfassung aller bißdahin ^kgelegsen Kmuzeichen der Büß/samt einem Bericht von dem rechten Ge- ^ ^ brauch berselbigeu. haben wir dann / wo ich mich nicht WA selbsten bekriege/ die vornehmste Ken- 6 », zeichen der wahren Busse besehen, dia m ^er bey deren Fürtrag es norhwen- ^ ^ l«e zubeweisen/ zuerlauteren und zube- welches nicht ohne Weitläuffigkett ge» 8 cn ma ^nnen/danahen es sich auch leicht zutra- d„ "wchte/paß indeme man von einer liset/ man i^^bern vergesse; also wird es nicht übel ge. ^ wann wir sie alle gleichsam an einen «He, versamlen / bannt man sie auf einmahl siel) ^^'cht bringen könne. Ich habe aber gestE^ennzeichen der wahren Büß vor- erste ist hergenommen von denen Be« ilenyciten des Leidwesens/weiches den ersten Theil L!4 Des ersten^uchs / zweiter ^hest Theil der Büß außmachet/ und lebhaft/ g^k Und beständig seyn solle. z. Das andere / ist hergeholet von kE LZuelieN/ aus welchen dieses Leidwesen entspr^ get. Es ist nicht genug/ daß es von derssoB vor der Hollen herkomme. Man muß zu E ersten Bewegungen die Ungestalt der Sünde" über welche man Busse thut/ hinzusetzen. auch nicht genug / die Sünde um dieser Ursi^ willen Haffen / man muß nohtwendig die L>^ Gottes, welche man beleidiget hat / dar"!'' vereinigen. , ,. 4. Ein solches Leidwesen/ ist noch nichts Es muß/ ohne anders / eine wahrhaftigeÄv" Besserung darauf erfolgen. Man muß die S"«, den / über welche man Büß thut / gäntzlich v^ lassen / und dieses ist das dritte Kerrnzeiel?" VcrBuß. ^ s. Es ist für das vierte auch darmit vicht alles außgerichtet / wann man über e>". oder die andere Sünde Busse thut. Man tE sich von allen bekehren. Einerseits Muß ma"^ allen einen Abscheuhen haben / und sie verdau wen; anderseits / muß man sich von allen ver besseren / Und keine einige in dem Hertzen h^' sehen lassen. . . .... 6. Mann man gleich ab allen Sunden e»^ Dbscheuhen hat / und sie alle zugleich aufgibt/ > ist es doch noch nichts / wann man alsobald ^ herum darein verfallet. Es muß derowegen/ h. das fünfte/ diese Verbesserung/ steif/ besta"^ dnd daurhaft seyn. Man muß nohtwendig rinnen beharren, ^ ilt» ri>v cchi !s^ ieb< ni'l le^ p äiv >ck' >)«>> il>§ >sb ie>i st fll' —_Von der Büß. L ap. ra. _rr^ 7. Ebencrmassen ss noch nicht alles gctdan/ wann man die Sünde hasst und lasset.Es wird/ s^asAbste/erforderet/daß man den verur- ^ Schaden ersetze / wann er von einer sol- v ^ ersetzet werden kan. «8-Endlich und für das srbcnde/muß man das -vcittel/wider alle Sünden/ über die man Busse M/ in der Barmhertzigkeit Gottes/ und dem deuren Verdienst IEsu Christi suchen. Man ""ti jene außbitten/ und diesen ergreissen. ria' Erlese ^ennzeict)en/stnd zuallervorde- m gang sichcbarlich und leicht znerken- Es mangelt derseibigenhalben kein grosses fAchdencken. Ein wenig Nachsinnen/und auf- 'chtigc schon genuq/auch denenjenigen/ ^en so grossen Verstand nicht haben/ ^rtsames Lischt zugeben/sie deren zuversicheren/ ^ 7"" sie bey ihrer Busse anzutreffen sind. Ich , Ey,Me die erste und letstere aus. derenhalbsn wol ! "M Schwerigkeit zuvermuhten. Jnzwüschen «en gleichwol/ als ich Hoffe/Mittel angewie« biesen Schwerigkeiten abzuhelffen jeye/ da.? deutlich genug gezsiget/ wie man sich ». E>e Kennzeichen zu Nutze machen solle. Mas >e übrigen betrift / so ist alles darbey gar leicht, /ran begreiffet ohne Mühe/ worinnen sie beste» A^und ein jeglicher Mensch kan gewüß wüssen/ Er sie an sich habe oder nicht. Demnach sind diese Rennzeichen ge« Ansind unfehlbar/zum wenigsten in so weit/ ntz erne jeglche Büß / bey deren sich alle sieben- li^a /unwidersprechlich zur Seligkeit dienst- ^ m/ und unfehlbgx die Vergebung der Tünch drn Des ersten Buchs/ zweyt er Theil den erlanget: Da hergegen eine jegliche Eur, welche derer aller ermanglet / und keines an M hat/gewüßlich eitel und unnütze ist. ' 11 .was ist aber/möchte »emand einwerw« von der Büß zuhalten/welche zwaren ein? ge aus diesen Kennzeichen hat; aber des ^ brigen ermangelt^ Ist sie nützlich oder unE' Vollkommen oder unvollkommen? , rr. DerFahl/ daß es also etwan seyn koE »st wol möglich: Das Beyspiel Iuda/ lasset un daran keinen Zweiffel übrig. Es erweiset ancv daß alle diese Kennzeichen beysammen sey» E' fen/ und in Wahrheit / es ist kein einiges/ E' Notwendigkeit ich nicht dargethan habe. M'S barlich ist eine jegliche Büß/ deren eines M' diesen Kennzeichen abgehet/ eine oder zum wenigsten eine nnvollkom'A" Buß/und tauget hiemit zu Erlangung der gebung der Sünden nichts. , r z. Man kan hieraus von sclbsten urrhe len/ wie ein so seltenes Ding seye/ recht b»^ fertige Leuthe anzutreffen/ und wie wen S Menschen folgbarlich in dein Stand e Gnaden seyen. Dann man söndere aller ^ Ihen / von denen / welche die Wahrheit bett' rien / ab l. die Gott- und Ruchlose / welche -er Büß so weit entfernet sind/daß sie ihre Uv' thaten zu einer Materi ihrer Freude mache'' 11. Die Ungerechte/ die L'asterer/die Versim^ die Aergerliche / und insgemein diejenige» / ^ ihre Bruder übervortheilen / und ihnen ve Schaden nicht ersetzen wollen. 111. DiejeE welche eine geraume Zeitlang in einer som^ e/ v/ ts' e» g- ,s e/ ie >g rk tt >s -b !l. l/ i< !ll :/ s von der Birg. Eap. 70 . 27 Beschaffenheit / die dem Willen Gottes gantz AMen ist / dahin leben / als da sind die Hock)- ?«ul)t!ae,/ die Raachgierige / die ihren Nächsten Mmackig Haffen / die ein böses oder neidisches ?Mzg-gen ihme tragen. IV. Diejenige/ welche vllers in ihre angewöhnte Sünden / auf ein ^urs verfallen/'die angewöhnte Sucher/ die l^äamder/vie unsrdenlichem Leben aufailer« 7Y Weise ergebene; sie begehren gleich dannund ^>nn Vergebung von GOlt/ oder nicht: V. Nlenigen/ welche eine oder mehrere von denen N^nden / dj§ „ach denen Worten des heiligen Apostels/ die Thüre des Himmels verschliessen/ ^en begehen; aber darüber kein / oder doch »r nn geringes und äußerliches Leidwesen ha« oder wann gleich ihr Leid groß und heftig ^./.^"chwol daffelbige nur darum empfinden/ ibr ^ ^ Hölle förchlen / oder dieweilen sie i?sfSunden nicht ertragen mögen/indeffen dar» f.., "ue Regungen der Liebe Gottes/kein Miß« ' uen, daß sie ihm mißfällig worden/ vereinigen: ih. o Üblich alle diejenigen/welche zwar Leid über bcss ^""ben tragen/ aber sich darvon nicht ver« ken ' sondern darinnen fort und fort beharr Ne», ^sagenochmahl/ man sondere von der jeni/ die Wahrheit bekennen ab/alledier de^ . / von denen man eines oder das andere ^/vzehlten Stucken/ sagen kan? O wie wenig wen alsdann übrig verbleiben? wil ein so grosses Elend genug-- für!' girren können:' Was muß einer wol haben/ der ohne Bewegung dieser acy nachsinnen wil? Was man sonsten in der P ^ Mit 2 7 - De» ersten Bnchs/zweyter D>eil _ > j Welt für entsetzlich haltet/ achte ich geaen diel^ ^ nm für eine Kurtzweil. Dann gewüßlich / ^ » Büß etniangle» / ist aller Dingen ermangle«' , DaS heiffet mit vollem Lauf der Hüllen zurc" , neu. Da6 heiffet in die Verdamnuß läufig' z Wann man hiemit saget / die Büß scye einest'' ^ tene Sach/ fo ist es eben so viel als sagte inaE ! j fehle wenig / daß nicht die gantze Welt verpaß werde. Das ist eben so viel/ als sagte man/ weilen derTeuffel sein Werck bey nahem in vew gantzen menschlichen Geschlecht hat / so ziehe^ die Menschen bey Hundert taufenden in den^ ^ gründ des Todes/und es seyen sehr wenig schen anzutreffen / die ihme entgehen. Das XXI. Capitel. Der Haubt-Nutzen/ den man aus diesen Kennzeichen der Büß zuziehen hat. AVer der HaubtchVryen/ so aus A ' sem zuziehen / ist ebkn derselbige den ich diesen anderen Theil best""' met habe Ein jeglicher kan und solle dara" lernen/ sich selbsien zuerkennen/ und;"^ fahren / ob die Büß / welche er in seines. Heryen suhlet/ eine wahre Büß seye/ dul»/ welche er die Vergebung der Sünden und"" dere Würckungen der Gnaden und Barmh^ tzigkeit Gottes/ erlangen möge. ., ^ 2 . Es bekrieget sich diß Mrts/lvie ich W. angezeiget hab/"eine unzehliche Menge d< Menschen/ und da bey ihnen nur eine u^ m >er !N. ei- i't je» B ek b- li/ >§ ie- l,c ,s r^ jtt ch >? k- !l' —. Von der Buy. Lap.r?. 22- ^llkommencund hiemit zumteil unnütze ^"tiesrci) befindet/ bilden sie sich dmchei- groben Fehler/ grad das Widerspiel I, »/ ""tragen keinen Zweiffel / diese schwache II, 2 "Enilche Regungen/ die sich von Zeilen ^seilen in ihrem Hertzen erzeigen/ seyen so viel Mndlungen derselbigen heilsamen Buß/wclcbe !. Mittelbar zur Seligkeit nohtwendig/und so zu derjenigen genugsaiit ist. Ladero/ van ^ ^ vermeynen/ sie haben all-E/ was Gott -A Hnen erforderet / so krachten sie nicht dar- ^^!^lbezuerlangen/ sie erlangen es würck- >n sie leben und sterben aufdiese Weise/ "UhmUnbußfertigkeit. Ich zweifle im gerinsien nicht/ daß under so vielen Ursachen / welche der haschen Verderben zuwegen bringen/ eine von denen allerkraftigsten sere. can wird dessen genugsam überzeuget seyn/ Man nur auf zwey Ding Achtung geben §Das einte ist die geringe Zahl der wäbrhaf. bußfertigen / das andere; der erschröcklich A?neHauffen deren/die glauben sie seyen es.Es tb-a ^ angebrachten / daß der mehrer- ^ dieser letsteren in grossem Irrthum stecken, b"? gleichwie dieser Irrthum / so langer also d^Albet/ ein unüberwindliche Verhindcrnuß bev n ^"ng und folgbarlich der Seligkeit ist/ Alt denen / so darmit eingenommen sind: w-l offenbar/daß wenig Sachen seyen/durch mehr Sünder / zum wenigsten solche Zunder,welche einige Erkantnuß derWahrheit ^uen/ in dgs Verderben gestürtzet werden. P.z 4. Sich rzo ersten ^«scks/ rwevter Tl'eil ^ 4. Sich aus diesem ^rrchum hera.iv)^ schwingerr / wäre allein vonnöhre» / döp j man / vvas ich bißher gejagt habe / eigne. Man dürfte nur?wie mir wenig Fleiße immer geschehe/ ein wenig undersuchen / ob^° Buß/welche man m dem Hertzen sühlcl/und v' man für cme rechtschaffene zur Seligkeit >E che Büß haltek/also bewandt seyc/wie man E einbildet. Man dürfte allein nachforschen/ ob b alle die Kennzeichen an sich habe/ deren biM >' gedacht worden.Wann einige wenig AuaentE aus diese Sorg verwendet wurden > so waren ^ unzweiffenlich genugsam / ohne sondere allen Sünderen den Nebel wcgzunchinen / ihnen zuzetgen/wie weit sie noch von dem Stand/ zu deme sie schon längsten gekommen ^ seyn/sich einbilden/entfernet seyen. s. Aber grösscsien Theils wollen sie e nicht sehen/aus Forchr/ sie mochreii del selbigen falschen Friedens/ der ihnen de weg zeiget / die Süssigkerr der Sünde- ohne Beunruhigung zükosien/ verlurt"? geinachet vverden. Sie wünschen zwey DE mit einem gleichen Verlangen. Sie wollen >v ren Gemühts-Regungen ein Genügen leW"' Und sie wollen es ohne/ daß sie ihrGeivE darüber beisse und beunruhige/ thun. Der ^ thum/ von welchem ich rede/ zeiget ihnen ^ Mittel / so wol eine / als die andere / aus diele Begierden zuvergnügen. Solle es dann/ so bewandten Sachen/ etwas verwunderE sepn/wann sie diesclbige licben/und alles/ wasl' tzarvon befreyen möchte/ vermeyden? ^ ist- hs «st lö e/ il> .s i- 1 / § n r, S ^ s y s Von der Büß. Lap.ri. 6. Eben dieses bringet nnch auf die Ge- ancken/ es werden sehr viel / welche dieses >en werden / sich wol darvsr hüten / daß d-n b stlbsten nicht zueignen. Sie wer« ^ aus iweyen Dingen eines thun. Emtwe« ^rs werden sie von dem Lesen dieser Schrift le- . Mch ablassen / als welches zu nichts anders sk-ix/ dunste solche Sachen zulet-ren/ welche !!^echll)ln nicht wüffeir wollen; oder sie wer« lesen/ auf die Art wie man die meisten l,"Oere Schriften liset/ die von solchen Dingen ^"deln/ an denen uns nichts gelegen ist. ein' Es stehet nicht in meinerGewalc/ste zu nem andern Verhalten zunohrigen. Alles d 6s ich thun kan / beruhet darauf das; ich h seufze/und ihnen znverstehen gebe/ verfahren einerseits sehr lasterhaft/ "verseits sehr gefährlich feye. e.f' Dieses Verhalten/ ist sehr lasterhaft/ dia, ^^^3 andre mehr dessen können beschul, vi^e ^!^d«n / als diejenigen, welche ihre Augen ^Wch vor der Wahrheit beschließen, und da« t>-ü Worten Jobs mich bediene, (s) ab, Nnigrverden von dein Liecht. lin^' Eb ist auch sehr gefährlich. Dann eS f«t, ^"'3 Laster/ weiche Gott so ernstlich straft ^ dieses. Mann betrachte doch nur zwep sg.^che / so Paulus an die Römer und Teft ^,!"cher geschrieben. An die ersten schreibet ni»f) Gott werde denen/ die der Wahrheit Hehorchen/geben Uuguad und Zorn: anderen zeiget er an / Gott werde denen/ K) b-i-.XXIV. rz. (d) X«n. N^. ^ ^ ^ »- r Des er sten Buchs / zweyte r Theil_ (c) so diewahrherc nicht angenommen b^ den/ kräftige Irrthum senden / daß sie Lugen glauben. Worum zuerkennen gegeben wird/ daß Blindheit/ Verstockung und UntE fertiqkeit/ gemeiniglich aufdiese grosse Sün^ zuersolgen pflegen. 10. Aus diesem Grund bethenre ich m,, meine Leser/inir dein allergrössesren welchen mir die Begierd ihrer Seligen eingeben kan/daß sie doch sich sechsten das bißher vorgebrachte/ undersucheniE prusten wollen. Wann sie finden werden/^ bey ihrer Büß/ noch nit alle/ zu der Versöhnt mit Gott/ nohtwendige Stuck/ sich befinden; I" werden sie von selbsten abmerken können/wie E unigängliö) ihnen/denMangcl zuersetzen/oblig^' fc) r.l'tiellAl.II.l». ii. Das XXII. Lapirel. Andere Nutzbarkeiten/ so aus diesen Kennzeichen können geM gen werden. . r.KU^An kan sich des bißdahin Angebracy ? ten/auchanderwerts bedienest, rlmn kan daraus nicht nur die guten od^ bösen Beschaffenheiten der Büß/ welche rnan w seinem Hertzen empfindet; sondern auch wahren Stand / in welchem man in Anst^ hung seiner Seligkeit stehet/ erlernen. r. Es sind dreyerley Stande / in w if (k b n st vi 8 K h e> b 8 s l, l, d 8 r v j' b v ^ > IN ! still le r/ ic - ,ß !g so 1i e. von der Büß. Cap.rr. ^Nd der Gnaden. Man könre noch den vierten darzu rechnen/ nämlich/ den Stand eines Gerechten / der in eine schwere S"nde verfallen ist. Aber ich hab anderstwo die Ursa- Mn eröfnrt / warum ich also zureden ein Bracken mache. Es liger einem jeden sehr viel daran/ ßüvtz eigentlich zuwüssen / in weichern aus denen drey Standen/ er sich befinde. Dann M einer noch in dem erstcn/so wird ihme die ^ewüßheit dessen genügsamen Antrieb ge- den/ stchdesselben zuentledigen. Dann was -"Uß doch ein Mensch für Gedancken haben/wel- Mchsnichtnur einbildet; sondern gantzge- M weißt, daß er lediglich der Tyranney des Muffels underworffen / in dem Laster ganß und Mr verstncket; auf dem Weg der Hollen zu/ Don weit fortgeloffen seye / und daß sich völlig ^einzustülpen / esnichtsweitersbevorffe/ als einiges Ding / das ihn seines Lebens beraubn mag / deren doch unzehlich viel aller Orthen anzutreffen sind? f Ijchkan nicl)ts finden / das kräftiger hrn solle / einen Sünder zur Bnst Zliver- euen/ als wann er seine Gedancken reif- lch hierher walten lasset. Es hanget aber °'°ses an der Erkantnuß seines Zustands: Dann Michwie er jenes niemahlen thun wird / so lang ^ nicht weißt / wie es um ihn stehet: Also ist zil- nermuhten / wann er dieses wüßte / so wurde er stNes dermalsten eins thun. Er kau es aber/ aus orme/ was ich darvon gesagt habe / le.chterler- "tn. Dann er kau ohne Muhe Hegrelffrn / vatz 1 Z 4 D es ersten Buchs/ zweyter Theils, er in diesem Zustand stecke/so lang er nichts thu^ was ju der vollkommenen oder unvollkommen^ Büß erforderet wird. WirdhiemitdasjenM so ich gezciget habe / bey dergleichen Sünden groffen Nutzen bringen können. 4. Dieses hat nicht weniger seinen ^ yen/ bey denen / so in dem zweyten sich befinden. Sie können zwey Dings^ welchen beyden ihnen vast gleichviel gelegen»" daraus erlernen. 5. Das erste ist/ daß sie noch nicht reck^ schaffen bekehret seyen. Das ist eine von deren man ihnen nicht wol zuviel UnderE geben kan. Dann / laut deme / so ich alldem gemeldet/ und welches ein jeder von sich >2 vernunftmäffig zubeobachten weißt/ es ist Mg»? das der Bekehrung eines Sünders/ nachts sicher widerstehe/als der Irrthum deren/ n>M mit dem Wahn / sie seyen schon bekehret/ e>E nommen sind. Oder/ was Scheins lasset U erblicken/ daß sie sich bekehren werden/ wann >' es zuthun weder Verlangen haben / noch gen Fleiß an kehren? Wie sollen sie es aber gehren / oder in das Werck zurichten / sich beal heilen / wann sie vermeinen es seye schon e>"' geschehene Sach? Wie wil man sich einbilde^ daß sie darnach streben sollen / dasjenige siA werben / mit dessen vermeinter Besitzung sie sechsten schmeichlen? ^ 6. Das andere/ an dessen Erkantnuß l^ nen viel gelegen/ist / daß/ wann ihre noch nicht vollkommen ist / sie doch ekive eher Massen angefangen seye/ so/ daß b d v ö b n h ilih ><11 - sk» > ü" ht .,t >,r k- r- -e e- H ,e si e» von der Büß. Lap. rr. _ _r;, Wenigsten die bewegende und aufweckendeGna« "/ von Zeilen zu Zeiten/ ihr Hertz zurüsie, zuder Schund nach erfolgenden wundersamen Ver» ^derunz dessclbigen. Aus welchem dann sie dillich eine zweifache Folge / auf die man ^mahlen zuviel Nachsinnen verwenden kan/ Heraußzuziehen haben. 7 Die erste wol ihrem Nutzen als pfi-ckc/ gemäß D'c/daß sie derowercke/ drirck Underrru- ^ung der Einaebun gen derselbigcn/ nicke ^Mchren/ und daß sie/ nach äusserstem Verben / dieselbiae grosse Sünde vermeyden, ^lche sonften der H. Stephan denen Juden Zech vorgeworffen hat, zu ihnen sagende: V^hr halßftarrige uno unbescknictene an ^rtze,^ und (Vhren/ ihr widerstrebet alle- -tir dein heiligen Geist. Die andere Folge/ so aus bemanne- erckren zuziehen ist/ beruhet darauf/ daß .^hoffen dsrffen / ihre Büß werde end- d? ^Usührec werden. Dann solle man sich versehen / wann man weißt / daß /iStselbsten würcklich daran arbeite / ja daß ßhon einige Zeither angehebt seine Hand dar« ""luiegen? Aufhissen Grund bestehet meine vor- tymste Antwort/ nrir deren ick denenjeni- nen begegne / die von mir außgeben/ ick ^Uttze die Leurh in die Verzweiflung. Ich . chr zwar nicht, ob ich mich nicht elwan selbst «riege; indessen beduncket mich/ essepe nie« t») Ax«stcl.Geschicht VlI.;r. 2Zs Des ersten s»chs/ zweyter Theil mahl keine fätschere Anklag/ als eben dieses gebracht worden. . . i o. Ich gestehe/ wann die Überweisung Sünders/daß er ein Sünder seye;wann die M nehmung des Wahns der Bekehrung/gegen dp jenigen/ welche sich fälschlich einbilden / bekehr" juseyncheisset einen in die Verzweiflung stürlM daß man alsdann sagen könte/ ich thue es. dieser zweyte Theil des vorhabenden Buch^ nig und allein eben dahin zihlet. , r r. Ich gestehe über das/ wann das heisst^ die Sünder in Verzweiflung stürtzen / so ihnen die ungeziemendeHofnung/m dem St^ darinnen sie sind/ benimmet/ damit ihnen all"" eine gebührende Hofnung übrig bleibe / so th" ich es. Dann ich benimme / oder eigentlicher i" reden/ ich understche mich ihnen zubenehmen d'" selbige vollkommene und unveränderliche nung der ewigen Seligkeit/ welche derTE der Kinderen Gottes/ und eine nohtweulW. Folge des wahren zurechtmachenden Glaube'^ ist. Ich überlasse ihnen aber die Hofnung/ che ihnen / in dem Stand / darinnen sie zustehet. , iL Die Hofnung/ welche denen S""^/ ren zustehet und die ihnen nohrwendig m, scher auf zwey Haubtstuck/ nämlich/ Vergebung der Sunden und ihre Be^ rung. Es gebühret ihnen die erstere aus dich Gnaden z ' " .. "" dern mit Vußthütt. x^ruv »uge im aoer / oaviyil>-"' ^ Hofnung abschneiden möchte ? Was sag^ er- lese. »je. rcl !ll/ lin eilt/ B >lv ill u- je. eil el- c>/ e- r/ ,e S- lli n- ,V s- ch -/ von der Büß. Cap. 247 ^ders/ als eben dasjenige / so ihnen die Bann- ^rtziEkeil Gottes / und die Kraft des Bluts fei« Sohns/ am allerdcutlichsteli und bewegilch- Betreffend die Bekehrung/ so sind meine Lehr-Säye/welche eben die s'ehr-Satze ch Wüschen Gotts- Gelehrten auf der Kir- Mn-Bersamlung zuDordrccht und vieler ande- und/ nicht allein bequemer/dann alle andere; lodern einig und allein bequem/ eineHof- m'ng darzu zumachen.Dann was könte auch o A Hofnung für einen vesteren Grund haben/ ulk> die Betrachtung, daß dasjenige/was man in lliiem Hetzen empfindet/ eineWürckungder ru > cv welche uns in der That beginnet/ « ver Bekehrung zuzubereiten ? cy?4- Es ist hiemit so fern / daß ich die Leuthe in ^erzweiflung stürtze / daß vielmehr niemand ih- ^.^Mehrern Anlaß/ als ich/ darbietet/ eine veste ulio wolgcgründete Hofnung zuhaben, b.«/' ich schreite wider zu meinem vorhanden Geschäft/ und sage / die Sünder/von eiche,, ich ,-ede/ können aus dem/was ich ^'gebracht hab / nicht nur er kennen/ daß > in dem Stand der Vorbereitung und ei- ^"vollkommenen Büß seyen; sonderir .B^as für einen Grad und Staffel die- ^.Vorbereitung/ sie eigentlich bestiegen/ no wie ^eic ^ ^ mit ihrer Bekehrung do i haben. Sie können müssen / ob sie rin von dem seligen Stand / nach dcme sie Müssen/ entfernet / und wie nahe sie bey mstlbigen seyen. Dann sie dörffen deßwegen r'?S Des ersten Buchs/ zweyter Theil nichts anders thun / als ihren Zustand verM chen mit demjenigen / in welchen uns die wählt Bekehrung sehet / und den wir nunmehr genE sam zuerkennen gegeben haben/der Undersche^ den sie finden werden / wird ihnen gantzMtia» zeigen / wie weil sie in dem gegenwärtige" Stand gnnoch von deme entfernet seyen / chen zuerreichen/ sie billich alle Sorgen a^ wenden haben. . 16. Wer ersiehet indessen nicht/ wie miM dieses seye / uns die Drittel zuzeigen / durch wn' che wir dahin gelangen mögen '/Wer sihrt nicht wie viel daran gelegen / daß man gantz eigenM erlerne / was man zuthun habe? Und wer ka» nicht begreiffeu/ daß sich dahin / ohne Wässer schaft und Erkantnuß/ bearbeiten / etwelche^ Massen heisse/ nur aufgerahtwol hin seines mühung anwenden? 17. Das wird genug seyn / betreffend den zweyten Stand, was den dritten angehet/ so dienen die angezeigte Kennzeichen nemlich darzu/daß er daraus erkennet wer^ de. Diejenige / welche durch die Gnade in den> selbigen allbereit gesctzet worden / können sieh daraus versicheren / daß sie darinnen se>M und folgbarlich können sie dardurch geni'esie» und schmecken denselbigen Frieden/ denstlbigt" Trost/ dieselbige Freude/ welche aus der Versi chrrung der Versöhnung mit Gott entspringet/ und in welchem der selige Vorgeschmack der w»qen Glückseligkeit bejlehet/ den die Heilige'' schon aufErden haben. 18. Man befleiffe sich im übrigen zubegreimn k öl hi le dl h. n, ch d. fc c» a> y! sc Sl el- 0/ e>' ii- i< » s i/ p h !/ H ll - / vo n der B ü ß. Lap.rr. _ tz?vtel die Freude / welche aus der / von diesen Kennzeichen herrührenden Versicherung cntsie« . ^ nicht nur besser gegründer; sondern auch ^hafter und reiner sepe/ als die / so man ohne siine Anmerkungen zurichten / sonsten „N koute? Gleichwie sie nicht kan Vernunft- '^lllg sepn/ wann sie nicht aus diesen Kennzei- M herstammer: Also ist es schwerlich möglich/ kn,.' E rn soleliem Fahl ohne Vermischung viel« MigerZorcht seye. Wann sie aber entspringet "us erner genauen / von einem Stuck zu dem ^oerrn gehenden Überlegung/ alles dessen/wel« sie ivot begründen kan / und sie sich hiemit deutliche / klare und versicherte Erkant- svln. E ^ so ist es unmöglich/ daß sie nicht ö , / nicht nur viel vester; sondern auch viel an- " Mner / viel süsser/ und damit >6) mich der dorten heiliger Schrift gebrauche / höher dann alle Vernunft seyn. Ende deö ersten Buchs. -W (24^) M- Das zweyte Buch Von erUcharrlichkeil IN dcrMottscligkcit. tj st s- ei er dl Das l. Lapitel. Daß die wahrhafftig bekehre^ Sünder/ sich befleifftgen sollen/ Gottseligkeit zubeharren. Underschledlicht Meynungen difts Vertrags. L°. i. M in dem vorhergehende'B^! ist beschrieben worden/ genugsam seyn / nicht nur " s^ohrwendigkeit ! zeichen; sonder auch die nehmste Handlungen ! Büß/ zuerkennen zugeben. Aber es sollest^ niemand einbilden/als ob dieses alle PnA, ten eines rechtschaffen Bußfertigen ers"?^ pftt hätte. Wann er alles/ wastÄrbiW^ erforderet/wird gethan haben; so hat er noch"' andere sehr wichtige Sachen zuverrichten. ^ 2. Zuallervorderist muß er Fleiß ren/ sich in dem gesegneten Stand / in^ (! L d b d r> Z n si t! s« ll bl ii j. il ^te pek e pik ! dec> h-1 v>^ > eds st» in vek Gottseligkeit. Lap.»._24t ^)en ihn die Barmheryigkeit Gottes ver- leyet hat / zubevestigen / und er kau memahl. ein/^ ^ktzen denienigen elenden Zustand zuticf Entrücken/ in welchen er verfallen wurde/wann ^ uachdeme er einmahl die Stricke der Sünr und des Teuffelszcmffen hat / sich auf ein 'eucsihrer Tyranney underwerifen wurde. ? Das Evangelium verheisset zwar dem Dauben und der Gottseligkeit / das ewige setzen; aber nicht anderst/ais mit dem B»? ^u?I/ daß man darinnen beharre. (2) wer - harret biß an das Ende/ (saget Christus) ^*vird selig werden. Und in der Offenbahe ^ Sey getreu biß in den Tod/ sowil ^ Eron desLebens geben. Und Gott Wt anderstwo durch semm Propheten: (.) ee Gerechce/wtrd seines Glaubens leben: ^ über weichen wird/ an dem wird mei, ^^ieele kein Gefallen haben. . .. . n 4 Es ist zwaren^wahr/ in seinem Verend beharren alle Rinder Gottes. Aber ^ ^st auch wahr/ daß in seinem gewüjsen e ^'nand nicht alle beharren: und eben die- Ihj.'uuß wol außeinanderen gelesen werde»/ d»- l>-a ? Zweck und Inhalt dieses Buchs / best». Her begrieffen werde. . . , in ^.^an kan sich von der Beharrlichkeit Da.-' Gottseligkeit/ vierunderschiedlichs p Erstellungen machen. Zuallervorderist/ liak dardurch verstehen / die Glückse- Iren derjenigen/ welche in dem Stand -2 der (b) 0ssenh«drmie2»v«>».».». c-^ ,42 Da szryeyre Buch, von Beharrlichkeit ^, der Gnaden sterben / es seye gleich/ daß in rem Leben ihre Heiligung in beständigem rM fortgesetzet / oder dann und ivann underbrocv'' worden sepe / dieses nennet man die endlu^ Beharrung/ welche unumgänglich zur Sel>» kertnohrwendigist. ^ 6. Man kan für das zweyte / hierdM^ dieses verstehen/ daß/ wann ein Rind ! res / etwan in eine schwere Sünde gefallen jsi/daffelhige durch die Büß sich wider M! richte/ ehe die Sünde in lhm die übernat" tiche Beschaffenheiten / welche die Bchch rung in seine.Seele eingegoffen/ gantzluv zunichte» macher/also daß noch immer/et^ weniges/ von denselbigen zurück bleibet / wie ein Feuer/das mit der Aschen bedecket iE. und welches der heilige Geist underhaltet/s nachmahls wider aufzuwecken und auzuzün^' Dieses heißet nicht völlig aus der Gnave ^ stoßen seyn. / 7- Man kan drittens dardurch versiehe daß/nachdem man wahrhaftig ist rvidersi bohren worden / man sich enthalte voh'' neu groben Sünden/ welche das GewuW ^ jmnmerlich zurichten/ und welche den Menl^ dessen verlurstig machen / welches man nenn zu gegenwärtiger Zeitgeschickc seyn/ »n Reich Gottes einzugehen. 8- Letftlich kan das dardurch versian^ werden/wann man von derBekehrungn biß in den Tod/allezeit zum wenigsten den Grad und Staffel der Heiligung ^ Halter/ welchenu.andazumahlenerlang ^ der Gottseligkeit. Lap.,. 24; - ^ als man von dem Stand der Gänden- j^^Sta nd der Gnaden durchgecrungeti ae»»^ ^ man niemahlen mit Wahrheit sa- ^ kau / man habe einen einigen Grad und Waffel der Heiligung / wie gering er auch immer seyn möchte/verlohnn. ^ Die erste Art / gibet Anlaß Zu einer gössen Streic--Lrag / bey deren aber mich ^ '«zuhalten / die Eigenschaft des vorhab vendenwercks nicht zulasset' be^' erreget auch der Zweyten hal> n/ von etiuger Zeirher einen grossen Ler- . en wider uns. Aber zwey Dinge verhin- u mich / daß ich mich darbey nicht auf- » "e. Das einte ist/dieweilen die Sach jelb- h ""och in dem Streit ist/ wie solches an-« d?,,. ^ deutlich genug / in verschiedenen/ j. ^"onhandlendenwercken/ist außgesüh- p, ^orden-Das andere tst/diewcil ich nicht y>>s"kan/ daß es ein Geschäft von grosser Kitzligkeit seye/ wir sehen gleich aufdit sx>, "b Erkanrnuß/oder die Außübung derben/und den Wandel. ^el / die Außübung und den WanS >ie ^"^dnd / so ist denenjenigen/ welche in ei- ,er die andere auö denen Sünden verfalleni ^lche die Himmels-Pforten zuschließen/ l>„ '» daran gelegen/zuwüssen/ob noch einige ü- ben s itrltche Beschaffenheiten in ihnen verblio» dein!?^" oder nicht / sintemahlen dardurch a«< itzj!< twaö zu ihrer Wideraufrichtung erfordert §is veränderliches vorfallet.Di'fe heiligs 'Offenheiten mögen nur geschwachet/ ödes Ä - gas 744 Da« zweyte Bitch. von Beharrlichkeit gar außgetilget und vernichtiaet seyn/ so E gleichwol die Büß weder hinläffiger üoch cherseyn. . i r. Die blosse Erkanrnuß sechsten betttr send / so ist die Verschiedenheit viel gering als man es nicht vcrmeynck. Dann zuali^ vorderist/ so erkennen die Widerwarliu sechsten / daß ein Rind Gorres/ gar sti^ in diese Garrung der Grinden verfalle / ich schon anderstwo mit dem Zeugnuß desD' stchoss von Tastorien/erwiesen habe. Wells dann diese Streit-Frag/ sich allein aufgantzE gemeine Fahle beziehet / so kan sie eben von I grosser Wichtigkeit nicht seyn. i z. Demnach wann man die Such der lTlahe bestchtigec / so findet stci)/ zwüschen der Vl)iderwarkigen und unstrs, N'ieynung/ ein geringer Ünderscheid st)^' Gewüßiich/ die Lehrer der Römischen eben gestehen / daß die Sünden / welche) Tod-Sunden nennen/nicht alle übernac" " liche Fähigkeiten/ so in denenjenigen ren/ die dreselbigen begehen/vernichkicss" Sie nehmen darvon aus / den Glauben und o Hofnung/ welche/ nach ihrer Meynung/ s" / in denen gröffesten Sünderen übrig verbleib" wann zum wenigsten/ die Sünden/ in welche > fallen / nicht schnurgrad wider diese gehen / das ist / wann sie zum wenigsten rs". Sünden des Unglaubens und der VMwe'' tungseyen? . ej/ 14 . Sie gestehen demnach auch higkeieen der ädrigen Tugenden/ wer^ ii ss, er -e. I r/! >>-! a/ >>< fi- ei I't is- iv in der Gottseligkeit. Lap. «. 24 ? dicht gantzlich zerstöret. Sre sagen / wann eine übernatürliche Fähigkeit in Per Seele eines Sünders/ der sich bekehret hat/cingepstam ^thabe / so bekomme dery nige / welcher sie enr- psangen / und deren gemäss sich verhallen hat/ dne gleichgültige/ aber natürliche und erworbe- ^an statt der andern/ welche übernatürlich und dvn oben herab ejngepflantzet ivtir. 1 s. Sie behaupten endlich / daß / wann temaud in eine Lod-SÜnde cterahren seye/ '^ rnczlche Gorc einem sollen Sünder/ ab siindie einktepchrntzte Fähigkeit / und lasse ch>n die erworbene übrig bleiben / dahero eü wnitne/ das der Mensch eben sywol/ als zuvor dn gleiches Vermögen behalte/ also/ daß wie er ?uch se,ge Handlungen und sein Thun / immer swerlege/er gleichwol nicht eigentlich müssen kom rlk/ ober die übernatürliche Fähigkeiten verloh- M habe/ »der sie annoch besitze, , Zum Exempel: Warm sm Gläubsiser m Men Irtthmn oder Ke^rey/ etlicher Glaur vens -gsrticulen halben,/ yersaüe/ so-höre er auss / die übrigen Lehr« Stücke zuglau- den, derenwegen er in keinem Irrthum stecke; wnder», sie eben so wol annoch glaube / als ;u- ehe er in die Ketzerey gerechten ist. Doch Aaube er sie nicht- mehr / durch einen emge- raantzten Glauben / sintcmahlen er durch sei- Ketzerei) diese übernatürliche Fahigkcil verehren habe: Sondern er glaube / sie durch ei- A natürliche und erworbene Fähigkeit/ deren ^'urckuligen / mit denen Hc. Dtungen der ein- ^psigntzeleg Fähigkeit/ sich sogar vergleiche«/ O ^ paß/ Das zweyte Buch. Von Beharrli chkeit ^, haß / wie genau er auf die Sach Achtung gebe/ xr gleichwol den Underscheid nicht mercken ye. Em gleiches trage sich dieses Orchs mit a»' deren Tugenden zu. 17. Auf der anderen Seiten fügen hie übrig gebliebene H.Fähigkeiten / welch^ h'n einem Gläubigen/ der gefallen ist verbiß hen/ rechtfertigen ihn nicht würcklrch/ machen rkn nicht würcklich vor Gort anZs' nehm sie verhinderen ihn nicht/ dasi er nW fn dem Stand des Todes feye / und die damnusi verdienet habe. Beruhet hiemitdt» ganrze Streit auf der Frag/ ob die üb"' gebliebene Fähigkeiten/ (ven Glauben unv die Hofnuug aufgenommen / derenhalben tvlk glerchstimmig sind) in ihrem Wesen natürlich^ -der übernatürliche Fähigkeiten styen? In aber dieses eine wichtige Sach / und von M" Würdigkeit / daß man darüber ft> grosses 2 v^ sen machen solle.. 18. Ich wil mich deßwegen in alle diese/ hieher gehörige Streitigkeiten nicht einlasse"' sondern allein bey denen zwey letsteren Bebe"' tungen der Beharrlichkeit aufhalten. Ich nurv Mich aber zwey Ding zubeweifen bemühe"' Das erste ist- dasi ein Gläubiger verpflichte» sseye / sich nach äusserstem Vermögen dasi" zubearbeiten/ dasi er niemahlen m eineM'b denen groben Sünden/ welche in seinem wüjsen so grosses Unheil verursachen köme" verfalle. Das andere i«i / dasi er niemahls gestatten solle/ dasi seine Heiligung sich xingere/ ungeachtet/diese Hnrrngerung ebc >c d< in der Gottscligrrit. ELp.r.- 247 § d-n keiner solchen groben Sü"de/VON denen ^ 'chrche/ herrühret. Dieses solle die Tratte» v des fürhabenden Buchs sepn. -/ )< j/ is e- er r- ,V ik lß er er ht >r lir V 1 , § ,1 !S er >/ - n 1 Das II. Capitel. Daß man die grosse Hiiidermrssen der Beharrlichkeit in der Gottseligkeit überwinden müsse. »Eilen eine jegliche Sach natürlicher Weise in dem Stand/ in welchen sie einmahl gesetzet worden ist / bchar, und nohrwendig eine Handlung / und folg, Mch ein Gewalt dazukommen muß/ wann l'k ihren Stand veränderen solle: Da es herge, »en nichts dergleichen bedarf die Veränderung ^verhüten/ so mochte man sich einbilden/es seye M unserer Herlrgung aleichermassen bewandt. möch>re gedencken / es gehöre Mühe Arbeit darzu / dass man sie befördere höher treibe ; aber es mangle derglei, ^en nichts darvorzuseyn/ dass sie weder ab, ^hme/ noch gar zu Grund gehe. Aber man ^urde sich derriegen/ wann man diesen Ge- Jucken statt geben wolre. Es brauchet Mü, ?? ^ Arbeit und Sorgen / nicht nur diefelbiqe je '"Wr je mehr zuverbefferen; sondern auch nur binnen zubeharren. Es erzeigen irch hier viel Hinderungen / und es gehöret nicht darzu / diejelbige zuüberwmden. Ich M einige / an deren Erkantnuß am meisten ge» andeuten. O 4 2 . 1 . Di« «4 S Dar zweyte Bu ch , von Beharrlichkeit^ . 2 l. Die erste Hindernuß/ ist diena^ liebe Unoestandigkeir unsers Heryens. Ou je es Dinq / machet es trag, ein jedes DE machet es verdrüffiq. Die Dinge/ welches jehunder am angenehmsten sind/ sind eben Dinge/ denen es bald hernach wenig mehk lE fraget: Es sind wenig Sachen ihme so lieb / denen es sich nicht / als ab einer unerträg/E, käst beklagen wurde/ wann es solle dahin v" urtheilet werden / dieseibigen ohne einige decbrechung und Veränderung zugeniesten- möchte nun in dem übrigen uns die GottjelW' so angenehm seyn / und mir unserer natürlich" Zuneigung/so wol übereinstimmen/ alsnialU? immer wünschen tönte / so w'rd uns doch o' Gtrichförmlichkeit/ und die Beharrlichkeit/ ^ che zu derscibigen erforderet werden / gar gann und gar zuwider seyn. . ; II. Aber wie wird es erst gehen/ man bey sich überlegen wil den grossen D genstand / der sich zwüschen allen denc Dingen / welche zu der wahren Goccsestd keic nothwendig sind / und denen hestA sten Neigungen unsers Heryens/ befinde^ Wcm ist unbewußt / daß kaum eine einige s der Gottseligkeit erforderte Pflicht / anzutm fenseye/ gegen welche zustreiten/ sich nichte-^ Zuneigung in unserem Hertzen befinde? ^ weißt nicht aus der Erfahrung / was für e»' Ernst man brauchen/ und wieviel Gegenfi^ man überwinden müsse / wann man die ^ heimnussen/ so man nicht verstehen kan/ den; Wann man einerseits eine ver^^ ha 8e kr tv, tu tu de di dr u, s« 8l h se c>. u 8 tl? »e ch- ab cv I«' Lt eir >ei> -r! )ü eö ik i« e" ii ei >i> >s < p ^ in der Gottseligke it. Lap.r. 24- Schönheit; anderseits unsere öffentliche boß» Ästige/ und nur auf unsere Unruhe bedachte Wride/lieben; wann man unseren Widerwil» »n undertrucken / wann man denen Gelüsten widerstehen; wann man sich in die Verach« WA und Geringschätzung/schicken; mit einem Am/ wann man etwas/ so zu Verhütung der finden / unumgänglich notwendig ist/ auflichten solle? ^.4. Wer zweiffelt daran / daß nicht unsere ^atur, über hauptdarvon zureden/ gantz ver« derber stye? Niemand lst/ der nicht wüffe/ was die Schrift sage / von der Finsternuß unsers ^erstands / von der Boßheit unsers Hertzens/ dn dem Widerstand gegen das Gute / so in ist; von der Zuneigung so uns zu dem Bö« l^u anleitet. Jederman weißt / daßsiebezeu» des-Menschen Hertz seye voller Arglist,g- At und Boßheit / alles Trachten deffelbigen/ kche immerdar nur böse / das Fleisch/ seye dem N-tz G-N-«- --- ° .. nicht underkhaniq / es könne es Ung s ,?"' 'vir seyen von uns selbst / als von Ne^l^dsten / nicht tüchtig / etwas Gutes zu« Ndencken. r. Wann gleich die Schrift nichts darvon ,Me/ so wurde doch die tägliche Erfahrung ^us dasselbige lehren / dahero es auch die Heid- Me VZeltweise selbst erkennet haben. Mtt we- s/E? ^ lvo ist derjenige anzutreffen / der bey M selbst keine- böse Zuneigungen empfinde? ^o ist derjenige zufinden / der ihnen Nicht mit ön wüff ^ ^laft zuwtderstehen / sich genöhti- Ä! r.Jch. Sffs D as zweyte Buch. Von Beharrlichkeit_ 6. Ich weiß wol / daß die Gnade hier unsls Hülste kommet. Ich weiß/ daß sie die NatM verbesseret / und uns gantz andere Neigunge» eingibet/als wir sonst von uns selbsten herhabet Ich weiß aber auch / daß die Wercke derG""' den aufCrden niemahlen so vollkommen seye"' daß dardurch die Brunnquelle des Bösen/ da? aus die Sünde entspringet / gäntzlich vernicht" get werde. Wir werden niemahlen gäntzlich u>^ vollkommen von dem unseligen Fleisch / welch^ die Haubt- Quelle aller unserer Ubertrettunge" ist/ befreyet. (a) Das Fleisch/saget der ApoM gelüstet wider den Geist/ und den Geist 9 ^ lustec wider das Fleisch. Dieselbige stnd rv^ dereinanderen/ setzet er hinzu / daß ihr nm? thut/ was ihr wollet. 7. Hl. Man muß zu der verderbnuß tTlacur/ die Herrschaft des Leibs über die Seele / hinzusetzen. Es weißt jederman/.^ weit sich diese Herrschaft erstrecket/und es mußt* jemand niemahlen sich sechsten betrachtet Haber" wann er nir müssen solle/ was für eine Ungleich^ heil sich zwüschen dem Gewalt des Leibs über d>° Seelen/ und dem Gewalt der Seelen/über des Leib/befinde. Es widerfahret uns täglich/ dar wir an gcwüsse Dng nicht gedencken; andre he" gegen / nicht aus dem Sinne schlagen könnest wie sehr wir auch dieses oder jenes zuthun / bemühen / und was wir immer eszubewerekste" ligen / ersinnen. Es siehet uns eben so weH ftep/gewüsse Sachen zuliebe»/ alsandere zulaß sen. DieGemühts-Bcwegrmgen/entstehen'" unserem Hertzen/ ehe wir die Vernunft darub'" o^c.v.17. ^ in der Gottseligkeit. Tap.r. r?» jü Machte ziehen können.^ilenw^n« üb7r st unsere Regungen und Gedancken/eme ftS e« 8e Meisterschaft haben, und tn der Gottjel gmr n. Nicht zubeharren vermögen, es seye dann u / auf eine gantz andere und solche Art cin- ^ 6lUng des Leibs und der Seelen herstammcnden ^'Mng/ fchnurgrad zuwider istso erhellet daraus/ was für grosse Hindernussen / dieses alles/ unserem Underfangen / der Sünde zuwidersie- ^ verursache. 8« IV. Ans>»i rit'klttin / dst vn a>» gcr> gegen uns gcdrancdct / ist eins ^veyre !7larm / oder zuin wenigsten/ eine rn i^e ^erderdnuß dieser h^arür/ welel>e d- ?S^"sgen / die eine Frucht und Geburt st ! Ott Sünde ist/hinzugethan wird. Mauerte ! '«litt mrhrertheil unsere Sinne / Mit allerhand/ st ^ Nicht nur falschen / sondern auch schädlichen te ^rund- Lehrend Plan pflantzet uns tnehrerlhest i, vie Laster under dem Nammen der Tugenden/ lp «m. Man führet uns auf die Weise zum Hock), st Mt/ zum Ehr-Geitz/ zum Geld-Geitz / und zur !s ^elt-Liebean. Man machet uns zu Schmeich- iß / Heuchlern / Raachgierigen / Spöttern, r- ,^lt einen, Wort / wann wir schon unschuldig, ,/ M w. emcm solchen Stand / m deme wir d,s fugend und Lasier / gleich anzunehmen / fähig h "Men/ gebohren wurden / fo wurde doch die an st Uns verwendete Auferzichung, uns unfehlbar s in büsey Leuthen inachen. Wie wird es dann zu« s ^htt, / wann man die Vcrdcrbmiß der Nalur, st voraus setzet/ und mit derselbigeu yereitUütt/^dis u brftn Das zwey te Buch. von Be harrlichkeit__ bösen Zuneigungen/ und die schädlichen Gru"^ Sätze/die man bey Zeiten denen Seelen/so oh" das zu dero Ännehmung sehr geneiget sind / pflantzet? Was wird wol deren Würckung stv"! wann diese Stuck alle zusammen kommen?W^ hat man nicht für einen Kampfjubestehen/ivali» man sie zugleich bestreiken wil ? . 9. V. Diese döse Auserziehung ziehet er" verdrießliche Folge nach sich / welche v§p seldsten unserer Beharrlichkeit in der seligkeic / grosse Minder,mß bringet; ud? diese ist unsere Unwüjsenheit. Ich vcrsE die Unwüffenheit unserer obligenden Schulz keit. Wie wollen wir diese in das Werck richte« wann sie uns unbekant ist? Wo find aber nige/ wel6)e dieselbige so wol erkennen / alE zuwünschen wär? / daß sie es thaten ^ IchE nicht/ ob ich mich sechsten hierinnen bekriege. der ich habe es notwendig erachtet/ anzuzichet» als eine Sach/ welche mir viel Betrübnuß ver ursachet. Es beduncket mich / unser Volckst'^ viel besser in denen Streit - Fragen / und iE' jenigen Wahrheiten/ welche allem in der blos?' Erkantnuß bestehen; als m denen / welche« dem Leben und der Sitten--Lchr/gchölen/lw.t>" richtet. Ich habe sehr wenig Menschen bikn" hin angetroffen / welche nicht in sehr vieler / A wüssen höchstnutzlichster Dingen / grössester u> wüssenheit stecken. Ich wil hier denen UrM. desselbigen/ nicht nachformen. Es ist mir ge>E daß ich die Würckung darvon anzeige: Und S wüßlich/ich gehe eintweders sehr übel in der-I^ herum/ oder eben dieses ist eine der vorneh'E^ !>i«> Illl os >tk- np :ht ig" esl -ck c>§ B a/ !>)t >ck -c" ck ck' ,a- >ck ln^ ck 'tt ck d>> der Gottseligkeit. Tap.r^ 2^; ^ksachen welche das Wachsthum unserer Gott, mlgreir undertrucken/und folgbarlich derSünd °en^>jeg und Triumph desto leichter machen. ^«0 ^ 8u der Unwüstenheit unserer pstlchr / kommet noch die Unwüstenheit Esters Zustands^ Wie wil man denen Nei- »ungen widerlichen/ welche Man nicht weißt? ">wwie w«l man sie wüsten / wann man sowenig Muhe und Sorge anwendet sie zubeobach* sd""nd in deren Erkantnuß zukommen ? Was Mr man nicht für iinen Fleiß einkehren / diesen ^rund zuergründen ? Wer ist aber derjenige/ ^ steh bequeme / dieser Such gebührend obzu- Wen? Wer ist/ der nicht Hunderterle») anderer >M)en / für eins viel nohtwendigere Bemü- ^^chte,als dkese/da doch in Wahrhett/nichts nriihro in ÄergleichuNg kommet? VH. Die ansteckende Gemeinschaft ^Delr/ hat eine gleiche Würckung^ ^ 'sivast nichts/ so nicht etwas darzu beytrage. E Dinge so uns vorkommen/ sind bequem emi- L.^emül)ts-Bewegungen / in uns zuerregen. ^«wenigstenBeyspiel / welche uns die Welt tiak' ^ dienen denjenigen/ welche mit Aufrich- ^reik ihr Heil zuwürcken / trachten / zu einem -'Ujter der Nachfolge. Die Grund-Sähe/wel- dem ^ beobachtet/ sind sehr gefahrlich/und ju^ksatzGotteö/ schnürgrad zuwider Man via« ^ Strom ernstlich wrdersetzen/wan triff , >n das verderben dardurch lassen. Man muß dasjenige/ was andere w ichatzrn/verachten; was sie lieben/ hassen; Vttlan-rn/förchtenivon demjenigen/was fis ;^4 Das zweyte Buch. Von Beharrlichkeit ^. sie treiben/ sich enthalten; unvhckgegendas/st sie nichttlM/zttthun sich befleissn. i r. Vlll. Insonderhew muß man diesig uigellrrheise/ welche die welt-^indörgs- meiniglich über die/ so sich mit Fleiß auf ^ ' Gottseligkeit legen/ergehen lassen/ ^urrbcN winden krachten. Man weißt c ie Ver«e^ tung/ welche sie gegen solche Personen tragen« Man weißt das Gespött / welches sie mit ihnen treiben. Dieses scheinet ein gantz eitele SactE seyn; und sie ist es in der That. Dann was > 1 » uns da» an gelegen man beklage sich über uns/ s- der man rühme uns? Indessen ist die WürktE darvon überaus groß. Diese Urtheil der AM sencken sich allzu lebhafft und tiefin unsere Hsn tzen hinein/ und es sind ihrer sehr wenig / die ih- nen zuwiderstehen mächtig genug sind. „ i ?. IX. Es sind auch hier diejenigen nicht Unvergessen / welche Aergernuß geben / v« man doch von ihnen die beste Beyspil zuerwar- ten Ursach hat. So dann die vielfältige Versuchungen / deren etliche sehr entsehstci) sind' Manmußhiehvr zehlen die Einblasung^ und heimliche Angriffe des Teussels/ weicht uns die heilige Schrifft als einen solä-en vorstellet/ der ohne Underlaß uns juvcrderben suchen und der weder List/ noch Gewalt/ noch Mitten noch Fleiß ersparet/seinen Zweck zuerreichen- 14. X. Alle die übet dieseMateri geschrieben haben / haben eine gewüsse Sach angemcrcken die ein jeder aus eigener Erfahrung beobachten kan. Diese bestehet darinnen/ daß einem jeden bisweilen eine sonderdareHinläßigkeit rw -- in der G ott seligkeit. Cap.r. Et^lao denen Übungen der Gottseligkeit aufftossen / welche machen/ daß man sich / mit ^'gemeiner Mühe wider zu derselben Außü- °ung Zwingen muß. Ich wil jetzt denen darzu Melkenden Ursachen nicht nachforschen. Dann M) hoffe andeytwo ein par Wort darvon fallen :"Wn. Genug seye es angemeldet zuhaben/daß olese eine von denen nicht geringsten Hindernust mische / welche man überwinden muß / wann MN in der Gottseligkeit zubeharren gedencket. Mannes ist dem Menschen natürlich genug die Mige Bemühungen zuMtcrlassen und endlich Mzuverlassen/ welche ihme keine empfindliche LWügung; sondern nur Mühe undBeschwer, ven verursachen. is. Sehet sövtlHindernusten und zwa^ "n entsetzliche Hindernuffen legen sich an t ! ^ von der Bevestlgung in der coottsellgkeic abzuziehen. WerdararlsAch- M geben wil/ der wird mir gar leicht gestehen/ eönicht ein geringes Uuderfangen sepe/wan M sich zu einer solchenSach entschlieffet/dcren widerwertigkeiten entgegen gescher sind. ^«dessen seye es fern daraus zuschließen/ daß eS ^Möglich stye/ den vorgesetzten Zweck znerrei- M. ^olge/ welche ich wünsche/ daß ^ ^ausgezogen werde / ist / daß man daraus Schluß mache / es seye höchstnolMendig/ aß man sich mlt allem Ernst aufdieses Merck , und zü diesen« Ende hin / sich beydes die HMverigkeit dieses Vorhabens / und besten Dichtigkeit/ genau vor Augen stelle. *6. E« ist schwer zubeharren/ich gestehe "r Das zweite Buch. Don Beharrlichkeit es; aber es ist noch viel nohrwe/rdiger/ schwer zuchum Wie ich dann solches in denm beyden nächstfolgenden Capiteln darzuthu^ gejmnet bin. Das III. Capicel. Bon denen leidigen WlrrcknnM so von denen Sünden/ die uns an dtt Beharrlichkeit in der Gottseligkeit verhim derlich find/ entspringen. r.i^bCH bemercke bey nahem nur Haubtbeweg^Gründe/die uns vv unserer natltriichenZunergungao zuziehen vermöglich sind/namltch/uusere>» Nllyen und unsere pslichn Indessen ^ sehr wenig Dinge/ von welchen uns diese GtE de nachtrücklicher abziehen / als eben diejetM Sünden / welche unsere Beharrlichkeit in de» Gottseligkeit underbrechen. Dann sie sind e> Nerseitö sehr schädlich / anderseits abet überaß schändlich. Man wird die Wahrheit des en^ ren / in diesem; des letsteren aber in folgendem Capitel zuersehen haben. - r. Diese Sünden/ wann sie von einem Nind Gottes begangen werden/ führA ttllezeic gantz klägliche würckungen nacv sich. wann sie seine Heiligung nicht gM vernichrigen / so schwächen sie doch selbigem Das ist schon viel. Dann in WE heit diese Heiligung ist das köstlichste / undet^ em / das wir haben können. Sie ist das Ebe'" rld Gottes. Sie ist das Leben der !k m der elnerBekehrung;uersehen.Dann wahrhaft v emtenss wol / als des anderen Bekehrung/ Würckung dieser Liebe. Ich rede von ni?n be des Wohlgefallens / welche sich gegen y ^and/ gls allein gegen die Kinder Gottes/ r« allein gegen die/welche wkirchlich ih, li^chuldigkeilbeobachten/ und in der Gotlse- ?"^bel)arren/ erstrechet. Wer kau die Köstlichkeit dieser Liebe be- tz. '9EN! Was börste man auch mit derielbigey h..?'^chen ? Indessen beraubet uns die Sunds f<,/"olgen. Aber das ist noch nicht alles. Es er» U„ - an starr der Liebe / der allerhescigste vsr^en.Welch ein Unglück. Q gütiger Gort! k^elch grosse Ursach der Bestürtzung! Man be« e wqs Iob/David/und die Propheten dar. R von druck. Daszweyte Buch. Von Beharrlichkeit^ von sagen. Sie stellen uns Gott/ als heftig die Kmder/welche in das Laster gefallen sind/'. jörnel vor; sich sechsten aber / geben sie dar/ solche/ Die über denen Würcknngen dieses n schröckiichen Zorns/ erbeben/ zittern undjE Job saget/ der Grimm Gottes/ habe sich lam in eine Schlacht-Ordnung wider ihn let. David bezeuget/ die Pfeile Gottes stecke"' seinemHertzen. (s)Meine Gebein/sagt er/^ schmachteten nrir/ durch mein täglich E lenr Dann deineHand war Tag und schwer aufmir/daß knetn Saft vertrockne wie es im Sommer dürre wird, 6. Gewüßlich/ dieRuckfahle/soaufv Busse erfolgen / mißfallen Gott vielmeh' und retyen seinen Zorn viel nachrruM^ cher/ als die Sünden/ so derselbigenv<^ hergehen. Eßdras/ war besten überzeuget aus deme/ was er zu GOtt gesagt hat / abzunehmen ist. 7. Gott hatte denen Jsraeliten außttuckM verbotten / daß sie sich an keine Ungläubige/" vorab nicht an die Cananiter/verehlichen Die Juden handelten viesemVerbdtt entgeg" nach ihrer Widerkunft aus der BabylonkM, Gefangenschaft/ und da es Eßdras erfalE versäumte er nichts / was die Vergebung d>^ groben Sünde bey Gott hatte außwürcketi gen. Er bittet darum mit Demuht und mognA stem Eiffcr/ und in dem / zu diesem Ende aA legten Gebet// saget er undcr anderem, nach dem allen;/ was über uns kommen^ M rLXLLU.).4< (b) LÜr.L.t;.i4. er- in der Göttfe/igkeit . Cap. ^ um unser bösen Werke und grosserSchuld Zillen/ hastu unser Gore unser l/l iisterhat verschonet/ und hast uns eine Errettung gegeben/ wie es tza stehet: Wir aber haben Uns umgekehret/ und deine Gebott lassen sichren / daß wir uns mit den Volkeren vleser Greuel befreundet haben, wilt du Wn über uns zornen / biß daß gar aus '^e/ daß nichts übriges/ noch keine Er- ^ettuugs^/ .. .. 8. Diese lekstere Wort sind Anmerckenswur- Eßdras erkennet/daß wann vasVolck auf k«> neues tn die Sünde verfallen wurde/ welche Mvor begangen hatte / so wurde es eine vrel friere Straffe außstehen müssen / als diejenige swesen / deren sie eben jetzt entgangen waren, und daß an statt/ daß sie aus dem Land Canaan, biten außgesroffm/ und ungläubigen Volckern, underchanig gemachet werden, werde sie Gott »^tzlich außrotlen.Hälte er nachdemklicher leh. können/ Gott werde durch die wider aufem neues begangene Sünden/ vielmehr zu Zorn ge, ^ltzet/als ourch die erstere? ß, ^ 3esus Christus gibt eben dieses dem Gichst mchjgen / welchen er gesund gemachet hatte/ Erstehen. Er trift ihn kurtz hernach in dem Lempel an / und spricht zu ihm: (c) Gihe zu, vu bist gesund worden/ sündige fort nicht / daß dir ,richt etwas ärgers widere > Heiffek das Nicht autzlkumlch anzeigen, neuen Sünden / werden ihm viel ein groß ! ^Ubel aufden Halßziehen / als das»en dem leiblichen/welches viel schädlicher ist/ als ou ^ ersteKrancheirselbstenwar.' . « i c>. Daher«? kommet es / daß steh > gemeiniglich viel fcharster gegerpseine^ chen/alsgegen dieUnglaubigen/welche ") nir erkennen/ erzeiget (a)Das Gericht M gec/nach der Lehr Petri/ an/ beydemHaNl Gottes. Also/ da Gott in einem underdem" Gesichten welche er dem Ezechie! gejeiget/denm Dienern seiner Raach anbefohlen / sie sollen >« die StadtIerufalenr gehen / und alles/ rvü sie antreffen/nidcrmachen/ bcfihlet er ihnen aub rrucklich / sie sollen bep (e) seinem HeiligtlE anfangen.Bey dem Propheten Ef"a lesend' hiervon diese Wort(f) Wann aber der -Her alle seine Werke ausgerichtet hat/ auf dem Berg Zion und zuIerusalem/wil ich heiA suchen / die Frucht des hochmührigen nigs zu Assyrien. n. Ich wil mich bey denen Züchtigrw gen/ welche einewürchung dieses Zorns jrnd/nit aufl-alcen. Ich halte mich bey dem dorn selbsren auf. Begreiffet jemand wie groß derselbige seye ? Gedenket man daran/daß dieses das allergrößtste Übel sepe / welches man for^? len könte ? Weißt mau auch/ daß die Hölle nE mehr eine Hölle ware/wann dieser allein aufi)>m . te / ob schon die übrige Marter und Pein/ in >»* rem Wesen verbliebe? i a.In was für einem Zustand muß ^§nn die Seele seyn/ welche weißt/ daß sie durrv («i) i^rer.IV.17. (f)LLX.». ^' 3 ^ in der Gottseligke it. La p. 26^ ^ene Schuld diesen ersthroccilchett Zorn ."d UnInad auf sich gezogen har:' Nichts mrcinem Kind Gottes jo süß und angenehln vrromen' als die Versicherung der Liebe dieses Ibjarlen Bauers. Das ist der einige Ursprung/ °»er seiner Freuden. Darinnen bestehet all jcin ^ost. Dieses machct/daß es sonst die ungestüm« und empfindlichsten Widerwärtigkeiten/ "bltehen kau. In was für ein !i fsen Abgrund ves Verderbens/ wird es dann gcjiürtzcr. wann b Mehl nur sich dieses grasten G ück> Stands/ versichern dars; sondel n gewüß weißt, daß .^»selbigen verlohren/und an statt deriimM'r» !s"^endcn Liebe Gottes/ sich dessen Ungnad ""Zorn / zugezogen hat. Wie beschämet isi es/ wann es seine ^"geirrten Hinnnelanfheoer/nirdan Gore »edenker/welchen es so ieich rscrrcher W eise . vleidiger bar^ Wie groß ist üver dl,,es alles/ lUtte^ch setze voraus/eö liebe Gott 'Mchafllg und über alles. Mit was für Augen 'Mies dan das Unrecht ansehen nm dune es sich vergriffen hat? Wer wil daran zweifle«/ ^ lern Hertz nicht zerrissen, zu gar zerschmeltzen werde/ wann es ernstlich nnd jtarck demjenigen/ was es begangen hau nachsinnet? ^ , l4> Man weißt/ was das Gewichen dißwci-- >en d,e Gottlosen mache außsiehen und niemand ist/der/wie erschröckllch das Vcchen dcsGewusi stns ftye/ „ichr wüsse. Es ist aller Weil bekam/ was es dem Cain/ Herodi/ Iudä/ für Wort auWpresset habe. Was meiner man dann wol/ vaßeö nicht werde außsichen machen, die Kinder R z Gottes/ r6r Das^ wepteBuch. Von Be ha rrlichkeit^ «, Gattes'/wann sie auf das neue in die alte den verfallen / und noch zu mehrerer Beves^ gunq / hinzukommet die Widergedächmuß dek piclfaltigen Gutthaten Gottes/ und alles »es jeniaen/ was die Versuchung an denen heilig^ Befthassenhe-ten/ noch in dem Hertzens-Gru"? übriggelassen hat? Das l V. Lapirel. Daß die Sünden von denen matt redet / sehr heßlich und abscheulich seyen. l S ist nichts fremdes/ daß dje Sünd/k> der Gläubigern Gottes Zorn so HM wsder sie anreihen / als wir es b>E behertziget haben. Sie sind anbev sehr hrlst lieh und abscheulich/ nicht nur darum/ weilt« sie Sünden / und zwaren Sünden der erW ^ Ordnung sind; sondern auch wegen etlicher ^ derbaren Umstanden/welche die Heßlichkeik k>c" ! sesbigen/ohne Maß vergrösseren. . ' 2. Ein jeder Sünder ist undanckbgr/UN« diese Undanckbarkeit/ wie anderstwo ist gelehrt > worden / ist eine solche Sach/ die das meiste j« , berHeßlichkeit und Abscheulichkeit der Sü««^ beytraget wer merctsst aber nicht/ daß d'? jllndanct barkeit ein es Sünders/ welcher m seinen Sünden verharret ist/ in keine gleich ung k-inrne/ mir der Undanckbarkcn eines I^inds Gottes / welches in eine solA Sunde / von denen wir reden/ cresallcn ijt^ Mo sind die Gutthaten/ die ein Sünder gen>e> § ci ß s< b t r t i l ! j < In der Gottseligkeit. Tav.4. 26- ^ hinzurechnen/ gegen denen/eingen/ mn w'el, chen Hott ein solch ungehorsames Kind über« ? PZaS hat er ihme jemahls abge« Ichlagen / 8Pas tönte cr weiterer wmiichen und Lehren? Es ist ja mit dem heiligenBlur sei« es Erlösers belprengcr! ES hat jaalleGa- Kleines Geistes/ ,e>nNecht/ seine Flammen/ Mir Heiligung/ seinen Frieden / seine Freude/ ''Upfqngen! Und die Frucht aller dieser Gnädigen ^ ^seyn / dass es den Urheber drrsel- . Sein Hery/ ist geheiligec worden/ ^chorr ein Teinpel des Zeitigen Geistes zus ^ 1 "- DiesecherUiche Gottheit/ hat gern ihre Wohnung darinnen nehmen wollen. Aber man Met sie aus / und mmmet an dero statt den Muffel auf: Ein Glatrdjger / ist ein lebendiges ^pued worden/ an dem geistlichen Leib ^je- Mhristi. <^r ist Be>n von seinen Gebenien, vyn seinem Fleuch / eine Psiantze und ein dcht mit lhme worden. A)aS thut er aber / Er lniniet einen Theil des Leide des Sohns Got- ^ / und machet ihn zu einem Huren-GIied. t) eine Schand ist das! . l>Em Glaubjger/ift einI.riegs-Anecht/ ^^s"s Ehristus geworben; er aber ihm« I 7 ^kbrüchl,che Treue zugesaget hat. Verhaltet ^.nch aber nicht als ein Uberläuffer/ undÄuli« Mer? Schlaget er sich nicht auf deSTeuffels Volten/ so oft er eine von diesen Ubemettungen Gehetz von denen wir reden? Durch die Bekehrung wird eine glau, R' 4 dige 2Ü4 Da» zweyte Buch. Von Beharrlichkeit^. bige Seele/ eine Braue Jesu Ehrifti / ^ denre/sounsSt.Paulusdarvon lehret Sook' sie deßhalbenSündc thut,so machet sie sich eust» geistllchen? denkan. Aber das geringste KlNdGotteS/ eine weit grössere / zu dem Leben und der Übung gehörige ErkantnussalS dcrAliergelehrtesteUw der denen Gottlosen.Und eben dlsezu deniM^ dcl dienende Wüsscnschaft/vergrösscret fürnei^ lich die Abscheulichkeit der Sünde. . 8. AuS eben dieser Ursachen geschiehet tS'd^ derH.s)aulus/an zweyen Stellen seincSS^ Bncss an die Hebreer/den Greuel dieserSu^ dcn/zum höchste« vergrössert/und also vorstellt^ als tönte er nintmermehr vergeben werden. C» sägt an dem einten Orth / von denen/ die svE, thun/ ! ! ' >ut >es !lll ! iie ^ pe n- ch »e t>- ht st >p l- ii >t g ,, >- _m^crGortfeUgkeit.^Lap^g._26? M/ (z) sie sündigen muhtwillig/ nachdem » ^ Erkantnuß der Wahrheit empsan- baden. An einem anderen Orih saget er/ l- st^^n ab/ nachdem sie einmahl er- uchrer gewesen / und geschmäcket haben/ , ^b"nn,eli)chen Gaben/ und theilhaftig ^ den seyen/des H-Gcistes/ und geschina- baden/ das gurlne Wort Gottes / und ^ zukünftigen Welt. . 9. Die Glaubige/von denen wir allhie re- in ^ viel weiter/ als diese elende Leurh ble Erkantnuß der himclischen Dingen/ mgetrungen.Sie sind viel kräftiger und nach- umicher erleuchtet worden. Sie haben nicht bie hnnelische Gaben und das gütige Wort ^"es geschmäcket. Sie sind dardurch ernehret "^erfüllet worden; sie haben allen ihren Lust uran qehabr.Sie haben nicht nur die zu derBe- hrung vorbereitende Gnaden des n. Geistes/ thätigen. Sie siud würkuch dardurch bekehrt no widergebohren worden. Wer wolte dann . 1 ? / dali nicht an ihrcr.Sünde solche Um- ltande zum wenigsten urbemercken seyen < welche »1^ ^"udeii/vi. l grösser/alS jener Sünden seyn liess ^ vorstellen! Jene -waren / komnien weit ^ Ner darnider nian kan es nicht in Abrede seyn; er sie nicht s§ hc>cb herunter.Sie verlieh« "ileS/ was sie empfangen haben mitein- deren; aber sie haben bey weitem nicht so viel 'planem/ alg wahren Gläubige. >.^o- Jesus Chrisiils/ sagte zu denen Pharisee- u - (c) Wäret ihr blmd/ so hättet ihr keine 5 „ R s ^ünve/ «°br.X.rS.(t>)Uebr.V!^.;.e. (c) )ol,.IX-4l. r66 Das zweyte Buch, Von Beharrlichkeit Sünde; nun ihr aber jorecht: liVir flnd!^ hend, bleibet euer? Sunde. Die McyMiA des Herren Jesu Christi, gehet nickt dahin/' wann die Phariseergantzundgar keine S"^ pn sick gehabt hätten/wann sie überall stockblE gewesen wären. Das Widerspiel, istgenuDM aus veme abzunehmen, paßder Herr sechsten lv' sagt, wann ein Blinder den andern Vl>nd^ führe / so fallen sie beyde in Pie Gruben. Er n»> Nur sagen/ ihre Sünde, wäre nicht so auM scheimich groß/ als sie nun sey?, da sie sich cilM pen, klar und deutlich zusehen. r r. Die Minder Gottes / von denen ws reden/ bilden sich nicht nur ein, sie sehr"' sondern sie sehen würcklich/ und ihr sichr ist tsaniz lebhaffr rmd scharstsichr^! Sie waren Fmstemuß; aber sie sind LM» worden in dem Herren. In dieser Beschäln", heit/ sündigen sie gleichwol / und begehen glck che Missethaten, mit denen Kinderen verFl» sternuß. Was wollen sie nun fürbringen , wil nickt sagen / ihr Verhalten zurechtfettigc»' sondern nur in dem geringsten, ihre Fehler i" vergeringeren? , . i L. Jngemein / je mehr man Hülste V» die Sünde zuvermeiden/je bcscheltensrvl"' diger ist man/ wann man sie dannocb be.ck, l>et. Das hat unsrem Heyland Jesu Chnst^ Anlaß gegeben, die Grösse deren Sünden, abscheulichen Statten im Land Galilea dM lebhafter vorzustellen, weilen sie seine PrcdiE gehöret, seine Wunder gesehen / und sich cste>". st-I dgrdurch nichts gebefferet hatten. Er jag^ I'p llljl Ivr lip gs es vil ss ch ,ir s» les 5 ' i't iis lis IIS ch >; II- r/ l'S )/ ik 'S s »/ 1 / m der G srtfeUq keit, Lap.4. 267 ^ßTyrirs undSidon/die so unqezämr-lebend- 7-tadte / jg das Sodoma selbsten / das unrej, «e/ Pas verdamliche Sodoma / am jüngsten ^ gestrenges Gericht werden zueriva» Herl^/d ^^^ ^en noct) hinzusetze»! / die adsscheuliche "gernuß / welche diese Sünden verursa- E' wüsten / wie genau wir darzuver- - «den seyen/ daß einer den anderen/ durch sein gutes r6s Das zweyte Buch, vo n Beharrlichkeit^ gutes Beyspiel/ erbaue. Man weißt den AM welchen der Herr Jesus allen denen verkünE hat/ die ihre Bruder verärgeren / warmen get: sci) wehe dem Menschen / durch ^ chen Äergernnß kormner. Kan man auch sich eine schädlichere Aergernuß eindilv^ als die / welche aus denen Sünden der deren Gottes / entstchet? Wer wrrd l>ev Rechnung machen können / daß er eben recht zubleiben / verpflichtet seye / wann s",, Seulen des Tempels / umgestürtzct liE Was für eine Finsternuß hat man nicht Z"^ sorgen / wann die Sternen der ersten se/ und die Rechter der Christenheit / lnD^ finsteren? i s. (e) wann uns der HErr Zebao^ nichc ein weniges liesse übrig bleiben/ Worte des Propheten Estnä? so waren a wie Sodoin / und gleich wie chomor ^ Wann aber dieses wenig übergebliebne/sich ^ derbet / was wil man alsdann dem Sund- s . der Lasieren / oder dem Zorn Gottes / entgeh, stellen ? (s)wann das Saly thum w-ch wormir solle man strlyen? es ist zu niu hinfort nütze/dann daß man es hinaus schurre / und laß die Leurhe zurrttten. (ä) ^Lttli.XVIir y. (e)Ls-j.I.-. (fM-ttk.V.i)- 'V lkl C lv ke k. dl ;> A n, s« le n, st is vl r n d vi »b >t ck'l csf red !b-r >k>^ l>»< v>e ibe- röi! -ek^ cb/ ick o'- )ik! ick gk>> l,cS in der Gottseligkeit. Lap. r 6 - Daß ck Das V. Capitel. man diese Sünden zuver- beiden / einen rapffern und beständigen Entschluß fassen müsse/ alles zuthun / was man kan/ darum man nicht darein falle. As in denen zweyen nächsivorgehen-- den Capituln angemeldet worden/ - o»v dienet klar zuweisen / wie ein grosses ^ end es feye/ wann ein Gläubiger etwan in >Me Sünden verfallet / welche der Gottselig- p'k so gar zuwider und entgegen sind. Man ^ leicht daraus schliessen / was man vann für eine grosse Sorge tragen solle/ ^verhüte» / daß man nicht darein falle, «der «6 wird sehr wohl gethan seyn / wann ein wenig genauer undersuchet/ waö die- ^Zweckjuerreichen/ uns zuthun obligenwol- ^ Das ist eben dasjenige / von dcme ich m de- ^zweyen folgenden Capituln zuhandcln ge- 2. Das erste / so dieses Orchs zuthun m/ beruhet daraus/ daß man einen gany besten Entschluß abfasse / alle möglichste prasste dahin anzuspannen / wie man . äusserstem Verinögen sich verhure/ . man nirmahlen in derglcichei» Fehler ersässe. Dann/ wie solle man diesilbtge ver- «eyden können / wann man es zuthun / weder schlkss-t?"^ mumiet / noch sich darzu ent- z.L< Lyb Das zweyte Buch. Von Beharrlichkeit^- z. Es muß deßwegen ein jeder mit dem hc>^ gen Ertz - Varter Job / ein Gelübde thun: ^ So wahr Gott lebet/ so lang mein Acht"' in mir ist/ und das Schnauben vdn M" in meiner Nasen ist/ meine Lippen s^ . tiichts Unrechts reden/und meine Zunge I" keinen Betrug sagen. 4. Es ist nicht genug/ daß man es rE sche. Es werden kaum einige Sünder anzmm fen seyn / die nicht wünscheten Heilige juscy"' Man muß sich Varzu enkschliessen / und zwar- aufeine beste/beständige und beharrliche AW« also / daß das Gemüht sich nicht zwüschen M' und der Welt hin und her treiben lasse; sondn sich gänhlichaüfGottes Seiten lencke. f. Es ist auch nicht genug/ daß man a> > solche weise der Sunde abjage/ wie steh" an sich selbsten ist« Dann wer ist der/ welch' sie in diesem Absehen nicht als ein Gkeuel v" werffen solte ? Wann man sich entschließen M die Sünde aufzugeben / und sie nietnahlen ^ herum zubegehen / so muß man seine Gedanke auch wider alles dasjenige rMen/ was em'S Massen uns zu der Begehung / rcitzett mM,,, als da sind die schädliche Süffigkeiten / und""« tvürckliche oder scheinbar!,che Vortheil / ß> derselbigen zustießen scheinen. MaN Müß Lntschlicffcn/ sich deren zuenthalten / auch dg" ^ jumablen/ wann sie würcklich uns diejeE « leibliche Wollüste / die sie uns verheissen/ leilu' Und uns reich / oder in der Welt großmaw^ tönten; sogar / daß kein zeitliches Gut seE , je / wie es auch immer beschaffen sepn nwE. jsh.XXVUI.-!.^- > in der Gdttfciigkeit^Cap. ?. 27 s ^ DnHLfnu-m oder Besitzung selbstm/ unöda- i hin bringe/ daß wir eine ewige aus denen^un- den/ von weichen wir anjetzo reden / zubegeyen ^ dns gelüsten lassen. .. L 6. Dieser Entschluß ist augenscheinlich »'"geschlossen m der Büß; smlcmahlen d^ ' selbige / wie aus dem vorgehenden Buch zuerst hen ist/ m zweyen Stucken bestehet/ Nämlich/ M I dem Leidwesen öder Neu über die allbereil be, I »angene Sünden/und,n dcm bestälidigenVor. s^/ sie hinfort zuvcrmeiden/und inö künftig hel^ f./ l'Se^undunschuldigerjuleben. Sö, dastrvves !,st diesem Vorsatz ermangelt / daselbst keim an -s dereals eine unvollkommene / Ustö hlrmrl unnu ^ Busse seyn kan. . ^ ,.s > . 7- Dieser Entschluß / ist demnach auch !sc I »wgefchloffen in der Lie de Gorres / )UM wtt .-s Agilen in der Liebe / welche alle andere Liebe übersteiget / und welche / wie anderstwo ist dar ^rhan worden / unumgänglich nohnvendrg ist/ wann man sein Kind seyn wst. Dann wann uns ^end etwas so wichtig anscheinenwurde/daß es wir es für genugsam achteten / u>is vardurch be ^gen zulassen / eine vorsetzstche Sunde jubege- «s h"'/fo wäre ja daraus sonnenklar zuerschen /c aß s d<,SMge / weiches uns die Sunde zubegehen/ K ^ dcker/ bey uns wett mehr gelte / als die Liebe/ ! wir gegen Gott zurrzrrgen schuldig sind/ daß fvlgbarlich diese Liebe/noch larrg nicht sa ^wandr seye/ wie sie seyn muß / wann w»r dar. . durch in die Zahl der Kmderen Gottes sollen am I «rechne werden. ^ ^ e/ ^ 2ch kan mir nicht einbilden / das^miM Das zweyte Buch. Von Beharrlichkeit Mensch / mir hierm.ien widersprechen werve- Man wird mir gar gern zugeben/ daß ein solch" Vorsatz / nohkwendlgftye. Man w.rd sich bilden / mair habe diesen Entschluß ergriffe«' wann man denen hierüber entstandenenGei^' ckenbeystimmet/ durch eine kleine B'-'wefM des HcrtzenS/ welche gleichwol wie ein Bitz der verschwindet / und das Hertz in dem Schi»« lasset / wie es zuvor g wrftn. Abergewüßfch' Gort wird sich mit einem so wenigen / nicht ^ frieden geben. 9. Man nurß dcrowegen vor allen gen wol wüssen/ was man thur/wann m^'! einen solchen Entschluß abfasset. Man »E genau erwägen und wol begreissen / worzu ma« sich dardurch verpflichtet. Es »st Nicht geE nur obenhin und m das Blinde hinein sag^' es müsse uns nichts bewegen Gott zubelcidig^ Man muß die Sachen stucksweis für sich men/ und seine Gedancken / verschiedenlich aul alle Ding- die uns am meisten zu Hertzen geh"^ richten: Man Miß eins nach dem andern d»E geben und bey einem jeden den steissen Vorl^ fassen / es viel eher zuvcrliehren / als in deinA ringsien sich dardurch zu der Beleidigung 6M teS/verleiten zulassen. r 0. Man »nuß demnach disen Enrschm^ von Zeiten zu Zeiten/und so oft als man M mer kan/ erneueren. Insonderheit muß m«. denselbigen/ gantzvon neuem abfaffen/so oft 1^ gewüffe Einlasse/so uns unnachläßlich darzu binden / erwan erzeigen. Zum Exempel / st llvtr an die vorhin begangne Sünden geveme^ in der Gottseligkeit, lo oft unö eine Versuchung neue Sünden zube- u>,s ^ ^?t; so oft wir sehen/ daß einer aus ''leren Brüderen / dergleichen begangen hat; tz^wir eine sonderbare Gnad von Gott em« psayen, ja/ so oft wir an die vorhin empfangene AObncken. Es solle uns niemahlen etwas der- o,Mkn nur zu Sinne kommen / daß wir nicht , bald und ohne einigen Verzug/ das Ver- KEn und den Vorsatz oarzu setzen/ die Sünde 'Maltig zuvermeiven / und alles das zufiiehen/ uns zu dero Begehung locken möchte. „ Endlich muß dieser Entschluß steif uc> veft abgesasser seyn / mib dahero solle ei- b"e<6/ kein Ding von der Welt uns vermö« W / denftlbigen durch einen widerwärtigen zuwiderrüffen; anderseits aber / solle e -L>ewercksttllung würcklich darauf erfolgen/ h'o ^ardurch/ so oft die Gelegenheit sich darzu lins> ^ ^ »n dem Werck erwiesen werden / daß Vorsatz aufrichtig / und mit der wahren Hoeichaffcnheit unsers HertzenS / übercinstim- . eno sehe. Geschehe dieses nicht / so wäre es ei« unnützlichi _ Das VI. Capitel. Daß man feine Gemühts- Regungen mllsse bemersteres I H- ,können. MNöAinit man den / in dem vsrherge- henden Capitel / beschriedeileN Ui»r Dorsay/ bewerckjielligeir / und Mich in der Gottseligkeit beharren köne/ S ss r?4 da» zweyte Buch. V»rr Beharrlichkeit so ist nichts nohrwendiger/ als daß stet) zum Meister über ferne Geinührs-B^ grurgen mache. Dann wo man ihrem Gewa die Meisterschaft überlastet / da wird man Augenblick diesen Vorsatz üdertrerlen / durch dessen Ubertrertung sündigen ; welN)^ der Beharrlichkeit/ von deren wir reden/sclM' grab zuwider ist. r. Es ist niemanden verborgen/daß ist keinDing mehr fündigen mache/ als Gernuhts-Bewegungen. Diejenige Sus' den / die unö am allerabscheulichsten vorkom men/undunsdengröffestenGchrecken erwecke» wurden/ wann wir sie mit ruhigem Gemüht an schatteten/ beduncken unö nicht nur gering; dern gerecht und notwendig/ wann wir vo» den Gemühts-Regungen eingenommen si>^' Es tönte derowegen nichts unö mehr bey derU»' schuld erhalten / alö wann wir geschickt gen"» waren/ diese schädliche Bewegungen zubindet treiben/ und sie der Regierung des Glaubet und der Vernunft juunbcrwerften. . ^ch gestehe gern/ es gehet sthwer zu und viel halten es für unmöglich. Die Ut sach ist/ weilen die Gemühtö-Neigungen / e>»* natürliche Folge der Vereinigung veö Leibö »na der Seelen find. Gleichwie wir nun nichts' hinderen können/ daß die vor Augen schwebende Ding/ den Leib nicht rege machen/ oder daß das Gemüht bissen Emtruckungen nicht folge / una nach deren Beschaffenheit beweget werde : Ajl" scheinet es/ die Vernunft habe über die Gk mühtö.Regungen / kemen Gewalt/ undkoiw b l, r d d <§ n A di y di is u u r> Ui k 8 h k bi st Tap.6. 27? EnenWgen weder vorbauen/ noch sie under« 'klicten/nocumüssitzen. ^ Indessen bezeuget die Erfahrung das Vlder'piel. Dann es mag/ zuvorderist/ rmt ^cniühlö-Bewegungrn selbsten/odcr mit kr Unruhe / welche sie an dem Leibe oder an der Seelen anrichten / stehen wie es wil / so ist ge, daß zum wenigsten bey denen fürfalienden ^«lasten wir den äufferlichen Handlungen / zu Mn uns dje Gemührs-Regungen verleiten/ Mfier siyn können. Wir können darvor seyn/ ^b wir ,n der Forcht nicht fliehen; daß wir in Zorn nicht dreynschlagen / daß wir die M,dan das/ so wir verlangen/ nicht legen; ""d so so« an. Das ist etwas; aber noch nicht alles. Es > Demnach gewuß/ daß wir eine ander» Neigung/ weiche der ersten ganiz no g§r entgegen ist/ erwecke»,/ und also ^durch die andere schwachen/ oder gar ^dererucken können. Also ist eS nichts' unge« s»ohmes/daß mar» den Zorn bändiget/ durch die deßjenigen SchadenS/oeme man sich un» , rwirff^/ wann man seinen Empfindlichkeiten wil. Also kan man auch zur Zeit der Ge- Mc / djr Forcht vertreiben / wann man sich di» und Sport zu Gemähte leget / deren id," sich / durch Underlassung seiner Pflicht/ uwe underwürfflg machen. ^ Lurters/wann man sich solche Grund« in seinen, Gemüht/ steif und vest vor« NiLk ^ denen ungeziemenden Ge* "yks-^Hj^ungen/ schnurgrad entgegen S » sintz/ DaszwevteBuch. von Beharrlichkeit sind / so können sie denselvigen inehrns^ lenz einrweders vorbalien/ oder dochnc .rl^ huren / dass sie nicht so heftig weroen/^ jonsren ohne dieses geschehen wurde. sc! pflegendie-emqen/ weiche beobachten^ dafl' allzuheflige Empfindiichketten und ZalslE, ten/ m der Weil hoch anzukommen/ grosse 4»' dcrmisibrmgen/ sich gar leicht zubequemen/^ wiisse Unbisslchkeiteu / mit Gedult zuertrag' weiche sie sonsien / ohne Kese Belrachi"^ nut Tapfferkett zurück zutreiben / nicht und« lassen wurden. 7. Endlich kan die Gewohnheit eben , ses zuwegen drrngen. Man überwinde! ^ der Zeit die allergewaltigste Zuneigungen / "ch die natürlichsten Bewegungen: Wie man ^ lich solche Soldaten siehet/ die zwaren von tur io forchrsanr sind/ daß sie ab einem jeden r« sehenden Blak' oder eingebildeten Gefahr e>i leren/ und doch/ durch die Gewohnheit / dG stalten sich erhärten / dass sie letstlich an digkeit und unverzagtem Muht / denen übrig Nichts bcvorgcben. 8. Ich wil jetzt dessen natürlichen Ursache nicht nachsuchen. Das kommet mit me»'e- Vorhaben nicht übercin. Aiir i>i genug / ^, demjenigen / soichbisihcrerzehlet/ in der ^ selbst / niemand widersprechen kan. dann deme also ist / so frage ich: warum 0 Christen solches nicht solten thun könne da es doch viel/ die keine Christen sind/ r^ö lich zuthun pflegen ? Haben sie nicht »nv . glelchlich hMiiche're und kräftigere Mittel w h- si> je di Ni Ni d. ck tr ir is ii! li ti V h r ,-ch ch Ils« ?>« st!', !»/ eich »>t »v lii- »p ch ,e- eH ^ mdcr t^ortfelicii-'ci t. Lap.6. ^ 77 aber dieicnige sind / welche andere Mcn-- I")en gemessen? 9- Haben sie nicht gantz andere Vorwurffe ^ Sachen vor Augen / weiche weil mehr die Ästigste Bewegungenzuerwccken / verinöglich / als aber die / welche die Vernunft denen lenigen anbieret / die sich allein ihres Liechtev be« vlenen, und den Glauben nicht darmir zuverei- Wgen müssen? Ist/zum Ereinpe!/ etwas bequemt/ die horcht zuerwecken / und dardurch bey- vcsden Zorn und die Bewerben / zueindertru« als die Vorstellung eines erzürnten Got- ^ / und die Vehertzigung der Sirassen / durch welche er seine Rauche / an denen ausiubel/ die Auc zuwider bandeln ? etwas bequemer, ein -oegierd/ Über alle Fonbt und Trägheit zutrn ^Posten / in uns zuerwecken / als die Gluckse« 'Mit / welche Gott für uns m dein Paradis be- U'lttkhat? f, *0- findet inangeevnssere/ und nnr Neigungen zuberuhigen / degueme- " wirren -- Ledren / cris rn dein Euan-- 8elio? iti ii - Finder neaie fli Gnade / welche memahlen ««.suchet >ß worden/ dersiemitDemuhltMdEsser t! dat, üdernaren ckeche und dee ackerte -ftlch ^ !ü ^evhülffe / denen Scdwack>dceren e it V^uur/uttd denen Veestuchnnkzei ,/ stla/ zuwedersreden: .^p„rtchul ^ ft r, Maie bau tncw.ee Heer kett ./ch mt) sei- ct ^tUnerzen einwenden. A/üU ka»l ) wann »l chGemühtsEewegungennibeewino rr S Da s zweite Auch. Von Beh arrlichkeit man es mit Ernst und Aufrichtigkeit zuthun rr>^ lens ist. Warum aber solle man es nicht welle"- Hat man nicht Nutzens genug darvon ? Unstt« Seligkeit hanget daran; ist denn dieser NE" Nicht grost genug / dast wir um dessen willen varzu entschliessen solten? Wo wil man eise» gl.ich herrlichen finden ? . i z. O des grossen Elends? Man siehet E lieh/ daß auch die-allergahschützigsten Lcuthe / ^ VerGegenwart ihres Fürsten/ sich eintzig allein/ aüsForchc/ ihmezumißsallcn/ indese, Schrancken zuhalten/ müssen und die FoE einen solchen Pott / dessen Zorn so erschröcM ist / L-erzornen / solle nicht eine gleiche 3M ckung haben? ^ . 14. wann dieses stchon nicht wäre / n meinte ich doch/ die Sorge/ welche ^ für unseren Ruhestand zurragen/verpsti") cer sind/ solte uns darzu vernronen. Das" wie anderstwo rfk angemercket worden/ und w' es niemand wird können in Abrede seyn / w» chen nicht die zuheftigen Gewühls - Regungen/ eine so grosse Ungelegcnheu/ daß vast keine noch Pein darmit züvcrglcichen ist? Danalfi" auch dre Epicureer/ welche auf das zukünftig keben / keine Rechnung machten / und dah^" «ur darauf/ wie sie das Gegenwärtige desto a>» genehmer machen möchten/ alle Sinne und Gt dancken anwendeten/nichtö so sehr denen Ms schon anbefehlen wollen / als dir UndertruckuH der Gemühtü-Bewegungen: Dergestalteu bis» bet es darbey/ dgfi/ wann schon unserer Weit halben / keine so beschwerliche Folge zuer warte» t s r s r r il- !I? rt ei ir P 1 d li l/ Y '"d er Gottseligkeit. Cap. 6. 27- harten wäre / die blosse Betrachlimg / deren oaruus entstehenden Ungelegenheiren / uns zu- ull ziehen lolre/oaß wrr derienfeibigen uns nicht vergeben. tr> ^ muß derowegen sie alle under- seb- ^ uird auch diejenige/ so unssonj^ l yrgeringzuseyn/ anscheinen/ nicht dar- ^'^"ßschllejsen. Dannzugeschwcigen/ daß schädlicher seyn können/ als man sichS tiuiif / so ist es nicht gut / das; man dieVer- '""st dazu gewöhne/daß sie sich von denen Om- lass ^Elche ihr gehorsam seyn sollen/ bemeistern Ise. Sie solle derowegen ihr Ansehen behaup« o,>/ ^urch nichts verringern lassen / wie es -uu) immer Nammen haben möchte. Ödesten hinderet dieses nichts/ daß joilderdare Gattungen der Ge- Uhrs-Bewegungen seyen / wider welche itek ^^werrdig innnerdar auf der Hurt ! ^"sollen. Zu der ersten Garrung/ gehö* "Olezenigen / welche in ihrer eigenen Natur ler ^"^^aftigsten sind / oder die uns in die al- Mvbsten Unthaten verführen können / als da Uo / !um Exempel / der Zorn / der Haß / der die Liebe/ der Wollust/ und andere der- ,^^Seuchen/ welche täglich so viel Seelen a * 7 - Die andere Garmng/begreisset dieieni- senk ^Elche durch dasAlter/die Leibs-Bcschaf- n"?eit / die Lebens ? Art und andere dergleichen darr ^"/uns qantzgemein/und wan ich >0 sagen yssantz natürlich gemacht werden. Wir müs- " unsere Sorgen und Wachsamkeit/gegen dkse S 4 inner- rg o Das zweyte Buch, von Beh arrlichkeit ^ innerliche Feinde verdoppeln / wann wir kiW, durch sie überwunden werden in dieSünde/usv! I folgbarlich in den Tod fallen wollen. ^ 18. werden wir einen solchen Fleiß ^ kehren/ so wird er verhoffenelich nicht vc^ r gedlich seyn. Unser Leben wird reiner und l^ v cherer seyn. Und gehe es / wie es sonst wolle / p ^ wird es uns doch also leicht seyn / in der GlE ^ ligkeit zubeharren. ? Das VIl. Capitel. Daß man sich müsse von denen Kreaturen abziehen, muß man sich hiemit zum Meißsk seiner Neigungen machen. Aber n'^ kan das geschehen / wann m§s sich nach einiger Massen an die Crea rares hencscci' Gcwüßlich/ die Gemühls - gungen / entspringen vast insgemein nur dana* hen / oder sie bestehet! gar eben darinnen. D>' Liebe/die Begierd/ die Freude / dicHofnung lstnd nichts anders / als solche Bewegung/ durch welche sich unsere Seelen an die sichlb^ re und zeitliche Dinge hencken: Und der Hop/ dieForcht/ der Zorn/ und andere derglerches Leidenschaften / entspringen nirgends and^ woher / als diewcilen wir / in dem Nächst^ den / nach solchen Dingen / Hindernnssen treffen. Also/ daß/ wann ein Mensch/ oW sich an die Geschöpfte zuhencken / leben koste/ so wurde er auch ohne Gemühtö -- Bewegung^ leben können. . chk nr>' n« si- so se, der Gottseligkeit. Tag.' 2 «, ,^'Ich sitze hinzu/daß ein solcherMensch '/?bt ware/ vor denen meisten Gefahren/ ^ ow Sunden / die wir gemeiniglich bege- ^ ^"llen/ sintemahlen sehr wenig sind /" in dik^ nicht eben dardurch verfället werden/ ^ ^^ugenau denen Geschöpffen ankleben. ^Mro künte unkk auch nichts kräftiger bey der ^Herrlichkeit in der Gottseligkeit bevesugen/ Übergebung der Creaturen/ von de» tb-n 8^- schon an zweyen verschiednen Or. j.,," oieseö AZerckö darvon geredet. Danahen vielmehr darzu beyzufügen habe. Ich . allein noch dieses melden/ daß eine von dilr" ^'öffesten Verführungen / die n»an deü ^^'khs sich selber zuziehet/ diese seye/ ch? ^^schon die Sach/an die man sich hen-- ^ 1 ,^ 'uchr verdorren / ja die Verknüpsiung ist > oerselblgen/ in seiner Art unschuldig ! ^ Man gleichwol nicht genug undersu- . ct/ die weise dieser Ergebenheit an ^j^earuren / rechtmajsig/ ündob diesel- s... mit solchen Umstanden begleitet er»!, ^ sie strafwürdig machen. Alan -Met sich Geschvpft/oyne daß man diese ^ "5 uberlege/oder sich deßwegen einigen Ver- ^liselbstengebe. de,^' ^ufdiese Weise lieben die Eltern ihre Kin- die Männer ihre Weiber/ die Weiber ihre s'"""er/ mehr dann rech t ist. Auf diese Weise/ alle ihre Sorgen allem aufihr Ge, ben ^' ""dere auf ihre s'ustbmkcrten. Andere ^ "chen sich zuvj^ an ihre Güter. Under dem S 5 Vor« 2Sr Da s zweyte Buch , v on Beharrli chkeit^ Vorwand/ es seye keines aus diesen Dinges! sich selbsten / und in seiner Natur böse / Min sie/ es könne für kein Lasterangercchnet wew< wann sie sich schon denseibiqen gantz ergeben. . s. Aber sie bekriegen sich. Man kan sich ^ „ dannzumahlen versündigen/ wann man sich^ die allerunschuldigsie Sachen hencket. man sich deren Dingen mehre rsanuimmet/ ^ sie wehrt sind / und wcnm einerseits der und Vortheil / so daraus zuerwarken siebet/ keine Vergleichung kommet/ mit dem gen, dieselbige zubekommen: Wann anders' dieses Verlangen zwar gemässiqet/ und v' Wehrt der verlangten Sach / gleichgültig^^ aber uns an anderen wichtigeren Dingen / ^ kürtzet/ oder uns die Zeit / die man sonsi v^ anwenden könre / aus den Händen reistet/n,. gar leichtzusehen / dasi es böse und wir da zuhinderireiben/ verpflichtet seyen. . ?§ 6. Was ich eben jetzt gesi-rgc habe/ l>» > klar / daß ich nicht glaube/ daß mir es I, mand widersprechen werde. Gibet man' aber dieses zu / so wird man notwendig erre neu müssen/ daß/ wer unschuldig zulebenbE^ ret/ sich sehr wenig an die Geschöpfte ,heuu und verknüpften müsse. Grwüßlich/ die//'^ barkeit und Fürtreflichkeit aller dieser D>n3^ ist sehr eng eingeschranckel; beynebenö i>t um Vorhaben/seliq zuwrrden/von so grosser tigkeit/ und erforderet so viel Mühe und Arv^ daß ich nicht wol wüsten mag/ ob/ warm w>k les/ was unseren Zweckzuerlangcn/ noht^^ de de «es/ wuvul>,rrenswecrzueriangeii, .,,r drg isi/ thun wollen/ uns auch noch ein ni sk! ri u, fil iv ka «r u, ct S d, u 1- dl tr d. b n d. d' ftk i,e« a» F ü« 'in i,i- itS ei« er> ll s igk st »c ist c" ist Ii/ ek st >t/ iß n> ck st ^ m -er Gottseligkeit. Cap.?._ 2 »? ^u-genback/ober die geringste Gelegenheit übrig verbleibe / die wir auf dre andere Dinge svlten verwenden können. , . ,7- In Wahrheit/ diejenige wnssen noch ^ichr recht / was für grosse Sorgen zu dre- >e>n Geschäft erforderet werden /I)»e sich einbilden/ sie haben noch übrige Stunden und Freyheit/ sich auf alles zulegen / wa» ne nur begehren. Ader wann man ein wenig Mt/ was die Seligkeit für ein D'.ng scye/ so ran mcm ««sobald deutlich gcnugabnehmen/ das? "umweder Zeit / noch Fleiß und Sorge genug/ an dicseldjge verwenden könne. 8- Gefecht aber / diese Betrachtungen wurden nichtverhinderiich seyn/ buh man ^schuldiger weife/ sich also denen zeirlr> ^btnDingeir/ ergeben könre. I^onre man 8'eichwol lananen / daß dieses nicht man« one Weg fehö schädlich seve ^ Wir sind von ^atur zu zweyen Hanbr-Fehtcren überaus Neneigr; nämlich / zu der unmaffigcn Liebe ^t lLrcaruren/und zu der Außschwrisfimg ^usersGentuhts. Der erjrc Fehlers ist ein weltliches Hanbljiuck/ der durch die Sunde verübten Narur/ welche überall rn vcrVerach- llrng allgemeiner Hochachtung l Kreaturen, bestehet. Der andere Fehler/ °twgtt unserer Seligkeit die gröffeste Hmder- . tlß. Danahen körnen nur niemahlcn zuviel wi« seinen, wie wider den anderen / aufunserer ^littstehen / noch mit ;ugroß-n Sorgen/ alles ^ltnige / so uns an unserer Verbesserung ver< Oberen könte/ vermcyoen. -In» rS4 Das zweyce Buch. Von Bchcwr licl'keit^ 9. Indessen,st wahr / vaßdteaüergermM^ Ergebenheit an die Creaturen/dieses thun. lärcket die Zuneigung/ weiche uns so gewall amlich in die Geschopffe verlüdet machet. ireiten schnurgradwider die Zujammenf-ff"^ unserer Gedancken / zu dem Guten. Löst dann bey so beschaffenen Sachen nicht gestehe»' baß sie sehr nachcherlig seyen ? 12. Alle diesi'iüge/welcche an einem scheu oder Thier / eine natürliche ZuMl gnng/ verbesseren wollen/ wenden alle' äussersten Fleiß an / dasselbige anfdaoje^ ge/ so dem anerbohrenen/ gany cncgefle» ift/zubringen/ wol wüssende/ daß sich ^ durch diese natürliche Neigung / zurecht wew' bringen lasten/ dann sie sich dessen versichert reit / daß der Mensch oder das Threr/ dardM^ möge aufdaü Mitte! zwüscheu beyden äusserst^ Dingen gebracht werden. 11. Insonderheit gebrauchet man diese Alu wann dasftmge äusserste Ding/ dahin man 6' was treiben wil/nicht so ichitvlich ist/ alo das »s deme rnan es abzuleiten suchet. . 12. Siehe! dar? ist eben die Lehr-^ deren man such in vorhabender Materie -r bedienen har. Es ist darum zuthun/ daßm» uns von zweyen sehr starken / und uns gautzr^ türlichcn Zuneigungen abbringe. Die äuffeu' Grad dieser beyden Zuneigungen können Mss anders / als lasterhaft sey». Es hat aube» »e ne Gefahr / daß wir eriitwcderö gegen die e s scl-opffe zuwenig Anmubtung/ oder für E, Hcil/ allzugrosse Sorg haben werden. -7-—_ in der Gottselig keit. (kap.^. :6? >^^anv einbilden / man könne rn Ge- '"Matzung undHinIegung der i'ust / ail des ..."^schöpffei,/ welche ich emzurahten suche/ '"viel khun > ^ Das wird noch klarer hersirr schei- kn / wann man betrachtet/ wieesgemei- ^snch denen znergehen pflege / welche ii allereifferigsren darauf legen / wie !/ ber weltlichen Dingen / enrschla- wogen. Sie geben eine Sach auf/ und Picken sich dardurch an eine andere. Sie sa- / jum Exempel / der Wollust und dem Ei- putzen ab; aber sie thun es durch einen heimle» und unvcrmerct'ken Trieb der Eitelkeit. ^>e entschlackn sich glich dieser Eitelkeit / durch Wandere Eitelkeit. Wollen sie sich wider die .^^chtung des gemeinen Pöbels aufrichten/ si> . un sie es aas Hofnunq bey ansehenlichen und ^^ehmen s'eurhen / desto höher angesehen zu» s Erlangen sie bey diesen keinen Ruhm/ '^nen sie sich mit dem Ruhm ihres Gewüs- sci« ^ emem Wort / es ist über die Massen i bwer/ in Enlschlagung deren Creaturen / es abringen / wohin es billich solle gebracht droen / wann man vollkommen seyn wil. Es ^emit diese Enlschlagung so groß seyn / als werden" ^ ^ wird doch niemahlen zugroß Wii-1^ besorge mich nicht / daß man '^'werssenwerde/ es seyeeine gewnfte ,» beendige Art sich der Geschöpften an- ^.^bmen / welche von Gort sechsten anbe- wen/rmd guc geheiften werde. Dan wann man -S6 Das zweite Buch. Von Beharrlichke^ man dieses thut/ aufdie Weise/ wie ^ ,.v , , so hnffeteS nicht so vast sich an die Creaturcn als an Gott selbsten ergeben. Es ist Gott selbes den man in seinen Gejchöpffen suchet indem >na» sich derselben nach seinem Willen und VeM annimmst. Ich rede hicmit allein von der gebung an die Lreaturen/ welche bey dencE bigen gantz verbleibet/ und ihr Absehen nichtW Gott richtet. 15 . kan aus allem / was ich bißd^ hin geiehrct hab / von selbsten abnehmen/ wie ein zärtlich und wollüstrig Leben der Gottseligkeit/ so sehr entgegen seye. ES 1N^ imzehlichviel Älenschen anzutreffen / welche M einbilden / wann sie sich von denen groben / ansv bey ehrlichen Welt.Menschen / nicht gut geheH senen Unordnungen enthalten/ so können sie rvor andere / und zum wenigsten solcheWollustes^ chen/wtlche an sich selbst/in ihrem Geschlecb.tM böse sind. Aber alles/ wasichbishieber furE bracht, beweiset gantz das Widerspiel.Man nE Fleiß ankehren/ so viel als es möglich ist/ sich aut« Wollüsten nach und nach abzugewehnen / unn täglich einenach der andern/fabrcn zulassen/unv a!?o dieselbige aufdie niedrigste Zahl / alseS E mer seyn kan/ himmder zusetzen. 16. Leises erforderte wol eine mehrere VM' läuffigkvit. Wuien aber die hier vorgenommen« Echrancken/ es auszuführen nicht zugeben / können die/ welche einmehrersdarvonzuwuW verlangeir/auffchlagen-des Herrn chirien Suet) lein/ von der Andacht/ und des Herrn l-uca Eicren-Lehre desEvangelii. , k. si. 'N re dc V n> u> la s.< fü te d« se, si, rv rr rk« eh >uf n/ er liv icl) cv ol u/ >it e- iß er § >d t, >e d !l >/ i" der Gottseligkeit. Lap-S. rK» Das VIII. Lapirel. Daß man steh selbsten verlang- um müsse. ^tc 2lusgcbung der Kreaturen/ von deren in dein vorgehenden Lapis tel ist gehandelt worden / solle so 6c!^'" durchgehend seyn/ daß man w von denen Dingen / welcher an sich enkschlagen muß / nicht absondern Echristus Jesus weiset uns selbsten vV!"/ m seinem Lvangello/erforderende: ( 2 ) ne seinand nachfolgeir / der verläug- „„Ü'h selbst / er nehme sein Crem; auf sich/ "0 folge mir. z: 2lber worinnen bestehet diese Vers ^Ugnnng seiner selbsten i' Ich bin dessen vcr- sür v" ^ wlr dieses Orchs uns selbsten nicht r-m fechte Wegweiser ansehen/ urch in unsc- ul Lhun/ weder dem blinden Liecht unserer gerbten Natur / noch denen Neigungen un- srs verkehrten Hertzens/ noch denen eueten srn ^rEeite» dieses elenden Lebens,folgen müsi '" ^ Dann wer diesen dreyen falschen Anleimn. nachgehen wolle/ der wurde sich in das verderben stürtzen. gibe es gern zu / daß es um etwa» r "nderlich scheine/ daß man die Anfuh- ais - Vernunft/ welche uns doch Gore j^sne Leuchte unserer Handlrmgen gege- d,.Schatz damit wir unser Heil sicher und asng würcken könneo/ sollt fahren lassen. Aber rSS Das zweyte Bück. von Beharrlichkeit^, Aber es kommet nur denen wunderlich für/ ^ che die Such nicht recht begre-sseii. Dann es ve ruhet alles darauf/ daß man Misse / was dE für eine Vernunft seye/ durch diewirunsE sollen führen und leiten lassen. Dann wannwa sie recht erkennet / so wird man bald sehen / kein ungetreuerer Wegweiser/ als sie se»e. . .4. Es wird zuaUervorderist/ dardurm nicht dreselbige natürliche Fähigkeit ve standen/durch welche man daswahrev^ deinFalschen underscheider/welche die schen über die unvernünftigen Thiere erhebe" und die man insgemein/ die Vernunft/ ^ Geist und den verstand/ nennet. Dann M man dieser natürlichen ^ähigkeit/die Anführn^ des Lebens/ benehmen wollen / fo müsse man l> eintweders einer anderen anvertrauen / oder" Mciijchen niüjien aufgut Glück hin/ leben/ u>' dem blinden Trieb der Natur / gleich denen "» vernünftigen Thieren folgen. Dao letssere w"^ de hassen.das Übel vergrössern/an statt daß ni» es heilen wurde; das erstere aber/ ist unmogM' weilen in dem Menschen keine andere Fähige etwas zuerkennen ist/ als die Vernunft. ,.. Man solle hier nicht einstreuen/^ nrujsen durch den Glauben/ und durch ^ Wort Gotrco angeleitet werden. Ich ^ wol / was unsere Wichi ist. Aber ich sage / dieses meiner Meynung nicht entgegen gest" frye. Dai>n wem ist unbewußt / daß der be eine Handlung der Vernunft seye/ so nämlich diejenige durch dre Ossendahrung n«- Works erleuchtet / und durch die Gnade unde^ sti dc di st< Ul fb re r dl se N dl h. dl U! ei dl ti st d ir b «r r, stützet d >el- be- se-i >an >ct) cr-> stt eN' et/ e" IlS iiS si- )>S >iv >i^ ,r- h/ >l/ ir -.s rll et li- :s r- et tnder GotrseIkgk.it. Lap.S. Wem ist/ neben deine unbewußt/ »JAsWortÄotter? nicht anderst/dann durch Enunft angenonmicn/ begriffen und ver- werde? Ist hicmit durch den glaubest und das Wort Gottes/ sich anführen lassen/ 2 >2?iel / als durch die VrriOnft sich anführn lassen. - ^ Man muß eben so wenig durch die ^ u"unfr/ durch welche Gore nicht wil/ "Np seine Rinder angeleitet werden/ das* ! "Pe verstehen / welches man sonsten das ^urliche Lischt nennet / ich wil sagen/ alles us / was unserer Vernunft alsdann für wahr, Mtig vorkommet/wann man denen Reguln dee Mkweisen/ genau nachkommet. Man weißt/ dieses natürliche Liecht/ niemand bekrieget/ ^ ^6 allein dahero entstehe / wann man ^ einen Irrthum gerechter / weilen man ti,a ^ brachtet und fahren lasset.. Die aller, Messen Geheimnuffe halten / in diesem Ver- Wd/ nichts in sich/ das der Vernunft zuwider t"iwie solches von vielen ist erwiesen worden/ "o >,ch es auch leicht / wann es hieher gehöreie/ umthun tonte. . . . - j,, ^^. ^ch verstehe hiemic durch die 1?er* , Unft/ deren man nicht folgen muß / dresel* Leiteten Einbildungen/ welche unsers ^rnunfr gab übel ftrr lautere Wahrheit . ?vlntmet/ und auf welche sie aus keiner ande« tz, Ursach gerahret, als weilen sie die Reguln/ S venen ich eben jetzt geredet hab / nicht beob« meistens aber/ weilen sie sich nur nach Temührs-Regungen / denen Vorur- H cheilea ryo DaszweyteBuch. Von Beharrlichkeit^. urtheilen utidBeyipielen richtet/und a!ss^ drey Duellen der Verführung/ den« unfchlba' ren Liccvt der Wahrheit/ vorziehet. 8. Gewüßlich/wann neun die Mühe nev' men woire/ nach dem natürlichen Lie"' alle diese faljWe Grund - Saye / nach^ chen dergrösteTheil derMeirjchenregiel' wird / zuundersuchen / man wurde dere Falschheit gar leicht entdecken können. ^ der eben das thut man nicht. Man siehet / ^ andere ihnen nachfolgen.Die Neigung des- 9 «' tzenö/ understützet sie / die Gemükts-Beweg"" gen / geben ihnen das Ansehen. DasisigerE Man nimmst sie ohne Nachforschung an / uno nian folget ihnen / ohne einige Gedancken dar» herzumachen/ dasgantze Lebenlang. . 9. Es ist mein "Vorhaben nicht / diesig mahl der Sach weirläustig nachzudencke»' Das wurde mich allzuweit von meine» Zweck abfuhren. Ich börste auch nicht tv° jederman rahren/ sie zuundersuchen/ weilen sey' wenig darzu fähig sind. Mir solle es geiE seyn/ zusagen/ daß alle diese Grund-SaH^ nothwendig falsch lind schädlich seyn "E ftn / weilen sie dem Wort Gorces/ der u» veränderlichen V^egulder Wahrheit/ el' gegen sind. 10. wann ich derswegen jage/ wir sen uns nicht durch die Vernunfc/den wsS weisen lajsen/ so ist n,eine Meynung diest' Daß / so oft als unsere Vernunft die gut heijser/ welche das Wort Gorres ve dämmet/ oder ins Gegentheil die v b v b h ri c> h a t, r> d 1> d 8 h a sl h ri 8 ti st d li !k est h- >c/ -h ec ei» A- !? ,p g> >o ü' _in der Gottseligkeit. Cap.s. 2 Y» ^rwirft/ welche das Wort Gottes billig Mr / s^> stye sie ein untreuer Wegweiser/ , ,.lrge uns derowegen ob / sie nänylich .Mcitszustellen. Wir müssen eöfurgewüß ^"ken / daß dieses das vornehmste Stuck seye/ Elches unser Herr Jesus Christus von uns er- «orderet/wann er uns befihlet/ daß wir uns selbst "erlaugnen sollen. ' l. Zum Exempel/ so oft die Vernunft uns bw ^edancken des Unglaubens / oder da- ^ bringen wil / daß wir an der Wahrheit der ^christlichen Religion insgemein/oder an einem W denen Geheinmussen, welche sie uns fürhal, l / sonderbarlich zweiffeln sollen; so oft sie uns ?"Ipmnenwil/ wir sollen mit der Weise / nach rreneü der göttlichen Fürsehung gefallen / uns dar / nicht zufrieden seyn; so oft sie uns Wahlen wil/ es wäre besser/ die Sachen gien- » n aufdiese oder eine andere Weise / als siege- und es wäre besser/ es wurde eines und daS 7^erenichtgeschehen/.welches geschihet; sooft "uns andere Vorstellungen machet / in Anse- /ung der Gestalt der Welt / oder der Vewand- "b der Kirchen/ oder einer und der andern Re- Mrung, und darfür haltet/ sie seyen schöner -^vollkommener/ als diejenige/ welche Gott rasten sich gefallen lassen; so oft sie uns übcrre- ^wil/ es stunde weit besser um uns / und wir svi k? viel glückseliger / wann uns das W/der- ^bl dessen/ so uns begegnet/ begegnen wurde; M^ * allerley Einwurffe entgegen setzet/ denen Achten / welche die Gottseligkeit von uns er- ">weret/ uns einbildende/ sie seyen eimweders si den nicht ryr DaszivevtrÄuch. 'thou ^Kebarrli chsteit^. »ueyc rechrmässig/odcr esftye eben kein sogroll^ Übel/ wann wir sie schon nicht in Acht neid ' bey allen Visen und,andern dergleichen Anlasse" liget uns ob/ diese Gedancken alsobald zuund** trucken / und der Anführung einer solchen D ' nunst / uns zuwibersctzen. r r. Ein gleiches verstehe ich auch von unserenr willen und seinen Zunetgunge"' So oft dieser Wille dem Wille Gottes Mibn ftyn wrl/ so oft muffen wir denselbigen fahch' lassen / und ihnverlaugncn. Ich verstehe ilN" brigen / nicht nur denselbigen willen des fehls/ welcher die unmittelbare Richtschnur^ les unsers Thuns seyn solle / und in dem heilig*" Buch dei Schrift/ vorgetragen wird. Jchv*' stehe auch den willen des )/(ahrschluffes/w* eher sich durch den Außrrag erweiset / si'ffr'Ä^ ' lcn nichts in der Welt/ wider diese Art des lensGottes / geschiehet / daß es nicht VerseM' eintweders selbsten würcke, oder zum wenigst*" geschehen lasse. . !?. wann wirnuttmercken/ daß Ms". envas aufdiese weife haben wit/ so jchs* wir uns darmir zufrieden geben / und ni^ erst nachdcncken/ob es mit rrnferem Wiu* und Verlangen übereinstimme oder nicd' Im übrigen / bestehet dise AuftiedeuhettM^ schlechthin darinnen / daß wir alles das / dar>> ncn unser Will / dem W.llen Gottes widerst'^ bet / undcrreucken; sondern daß w>r auc!) d stren Willen demselbiqen undei wcrsten / würcklrch vereinigen in der alkrgewüffesten ^. redung/ dasjenige/ so Gott wil/ seye wett bcst*^ ,e» eil/ er- nr> c»i ü- >t/ alles ^ er- ^ !el- iil- e>r >ck es l)k er» )l- i't »- ,S is- r/ l- in der (Notts-ligkelt. Cap.y. r y^s ^?^jen,e;e/ so wir wellen; ja/ dasi wir ünÄ °ruber erfreuen / wann sem urid nicht unser ^'lle^erfülletwird. K ^ schweiß nicht/ ob etwas schwerers >^e ugher allem/dasGottvon uns erforde- kt/als eben dieses; aber ich weiß anch/dast lcl>ts gerechters und irichco ist/ deine man uch weniger entziehen nroge. Dann gleich ^^brlleGotles einerseiksdas vollkomneste ''^Itcr des ansingen; anderseits aber / die un- veranderliche Richtschnur der Gerechtigkeit iß; . erhellet daraus/ daß nohrwendig alles/ was eni>elbigen entgegen streitet/ höchst lasterhafug l ve/ und sich nichts mehr gedulde / als daß die *"eGurtn si<-h lhmegemäß verhalten. » ^ k-^jch habe eirdlich gcsagr/daß uns selb- ^zuverlaugnen/ nohrwendig seye/ daß ^ uns nicht durch unj'ern geringschayi- Eigennlnzen / führen r^nd teilen sigscn. ^s jjt an sich selbst gantzgewuß; werln ich aber ^oerstwo / da ich eine Vergleichung zwüschcn kr riebe Gottes und unserer Eigenliebe / angc« Mt/ es schon verhandelt habe/ so ist unnöhlig/ I^ ch mich l anger darbey aufhalte._ Das IX. Capitel. Daß es vonnöhtm seye / immer ktwas zuschaffen zuhaben/ wann man in der Gottseligkeit behar- ren wisi r.W»iL^Ab ltzßher angebrachte / dienet zn- zeigen/ in was für einer Zuberei-« T Z tung/ r^4 Da» zweyte Buch.von Beharrlichkeit^, tung man zustehen habe/ wann man in Gottseligkeit -»beharren gedencket; h'^ nächst wollen wir auch besehen / was n'-'^ eigentlich zuthun habe/ diesen Zweck Z"^ reichen. Eine von denen hierzu am allernM wendigsten erforderte Such ist / daß man i>^ mer etwas zuschaffen habe. a. Man kan wol sagen/ daß nichts eine«' Menschen besser zustehe / als die Arbeit- Der Mensch ist zur Arbeit gebohren/ lau» dem Außspruch des fromen Ertz-Vatters Job^ Und was ist er in seinem natürlichen Grand - Eine Zusammenfassung verschiedener Wer» zeugen und Fähigkeiten. Man nehme die zeuge des L'eibs und die Fähigkeiten der (Zßcle» von ihme hinweg. Was wird alsdann übr>9 bleiben? Worzu dienen ihm die Werckzeuge und Fähigkeiten anders / als zur Arbeit ? man auf gleiche Weise von deme/ worzu alle aru dere seine Theile bestimmet sind / urtheilen kaut so ist daraus unwidersprechlich zusehen / daß der Mensch zu dem Arbeiten gemacht seye/sintemal) len an ihm überall nichts zusehen / das nicht zur Arbeit diene / und dessen Vollkommenheit und Herrlichkeit/ nicht von der Arbeit herrühre. , z. Mrr sehen nichts um uns herum/ dap nicht in steter Arbeit feye. Alle Theile d^ Weltarbeiten und bewegen sich / nach einer ncn anftändlichen Art. Gott sechsten, welcher die Welt erschaffen hat / leitet und realerer ß' durch seine Fürsehung/ und durch den imerw-d rendcn Einfluß seiner Mitwürckung/ danahc" sein Sohn von ihme gesprochen / er würcke lczerr- st st le b st cr u v ei st 8 s II v er r/ ;N t- kill c. s. - d ri g 0 lt I- / r r r - c ! ^ w der Gottleliakeit. Cap.p. ^ 29 ; ^;eit. VVarum solre der Mensch alleik von rjen, Gesay/ welches doch so allgemein > / außgenommen seyn? sehen ftr/ daß ihir Gott niemahlen Ordert eirrhedc habe: ?luch in dem ge- lMerenStarrd der Unschuld selbsten nicht, er ihn ,n den Garten Eben / welchen er mit eigenen Handgepflantzet/ eingesetzet hat, bai, 0^^ er »hm außtruckllch / denselbigen zu- san ^ obschon dieses Bairen nicht so mühe, IL,- abmattend war / als es nun nach der ^unde worden ist/ so erforderte es gleichwol ^dd'SG 'AnwendungdesLeibs ir/iv' ^le Sünde / hat die Arbeit noch viel ohtwendiger gemäßer. Dann GOlt hat die Verpflichtung darzu / dem Men- l)kn als eine Gattung der Straffe / und eine ovlge des Verlursiö unserer Unschuld/ auserle- ni^' ^"derseils/ dieweilen den Menschen viel MereNohtdürstigkeiten beschweren / die ih- . ° ^ld aus Schwachheit seines Leibs / bald ue Widerspennigkeit der Thieren / bald aus "Fruchtbarkeit der Erden/ zuwachsen / so hat selbigen abzuyelffen / zweifache Arbeit ^"nahten. . 6 - DieGesryeder Gesellschaft/ in wel, ^ er eintweders gutwillig / oder durch owang cingerrercen/ verbürdcn ihn noch nmauer z,s dieser Pflicht. In dem Stand/ Lebe Mensch T 4 allein ro/>' Dasnv-vre Buch. Von Beharrlichkeit Ollem und ohne anderer Bephülfbestehenk^ ne. Er hat w-der den grösten Theil der V"- drießlichkciken/ die ihn erwan trucken / keine ^ ftre Zuflucht/ als die Gesellschaft. Dahero kM es / daß die allerwildesten und unbändigst^ Menschsn / dieselbige zu ^derzeit underhE" haben. Indessen ist nichts eine so wesenliche genschaft der Gesellschaft/ als die Arbeit. tet man nicht in dieselbe ein / einkweders wcM des Unvermögens / in deme ein jeder sich best^ bet / mit allen seinen Kräften / alleinig das/ 1 ° «hme notwendig ist/ zuerwerben/ oder weg?" derHofnung/ diemanhat/ daß/ wann einst der für alle arbeite / so werde keinem nichts ^ manglen? Es sind hiemit diejenigen/ welche 0 * Dortheil der Gesellschaft/ mit MüssiggehenZ" Keniessen trachten / gantz ungerechte MensE und behagliche Ubertrettere der Grund- ßen / aller Vereinigung. ^ ' 7. Es bleibet also darbey / daß die tnr und Gesellschaft / uns unnachläßl'^ zur Arbeit verpslichren. Nichts deftows niger / ist diese zweyfacbe Verbindlich keic / für nichts zuhalten / gegen dein? was uns die Gnade und unsere sung / auferleget. In Wahrheit / das Eva, gelium / welches «st ein Gesatz der Gnaden/ und eine Lehre von unserer Erlösung / befiU uns' für die Ehre Wortes/ für die WohlE des Nächst n / und für unsere eigene Geist kcit/ zuarbeiten. So / daß wann wir unE arbeit n wl'er-pcnnig erzeigen wölken / wir A ^er alle Pflicht« des schuidigey Eiffers/ ^ ki iv d L si r (- n b h n t 1 / r- st! ist -st ,ti ist st- ss! ist !t- >ie! .liest '- st- ci) // e/ ö- st- r/ iet rt st- s> ie- e/ ^ lnderGottstligkeit. Cap.». ry- unserer Szenen Glückseligkeit handelst ^ 8 Es solle hier niemand pinwerffen und Wea/ dieses Gesay gehe allein die Armen i" / welche mit causenderley Mangel dehnet sind / und denselbigen nicht anders s b^rrch die Arbeit abhetsfen können. Die» ^rAnwurs/ steurec stchauszwey vor be- angenommene / aber gleich falsche ^rund-Reguln/ deren die einte ist / es feye ?^nd änderst / als nur für sich allein zuar, /'« Verbunden; die andere aber / gehet da» A"/indeme man für sich allein arbeitet / habe l^darbey nichts anders / als nur zeitliche Gü- 5- Aber es ist nichts der Wahrheit mehr ent- Wn / als diese zwey vor bekam angenommene ^atze. „rüst eben so wol sürdieEbr ^vrres / und die Wohlfahrt des Nächsten Zweiten; als für sieh selbsten.Demnach muß arbeiten/nicht nur zeitliche Güter/an enenmanMaiiget hat/ darmic zuerwer- sondern auch dem Gesay Gocces/wel- -^esuus darzu verbindet/ den Gehorsam »uleiste^/ und zuverhüken/ daß wir nicht durch, ven Müffiggang verderbet werden. ^ Dann es ist nichrs/dnrch welches wir to leicht können verderbet werden / als der ^/Wggang. Es gehet mit unserer Seelen/ »vle mir dem Wasser und demütig/ jenes wird kM/ und dieser wird angesteckt/ wann sie zulan- ^ still stehe»?/ beyde aber/ werden durch die Re-, »ung und Bewegung / in ihrer Reinigkeit er«, T r halten.. rys Da« zweyte Buch, von Beharrlichkeit hallen. Die Seele verderbet sich gleichere . ^ ten/ durü) den Müssiggcmg / und es ist altes Sprüchwort. Durch nichts chun/lew man/nach und nach Böses chun. DstA„ schäftigung schliesset die Thür vor denen nst>>' Sünden zu. . „ 11. Man schaue ein wenig aufdas derjenigen/ welche underdem Vorwand/>^ haben aller Güteren satt / sich einbilden / jeye ihnen zugelasstn/in beständiger Ruhe) leben. Woraus bejtehek doch solcher ^eulheru den? Wrevil Sünden werden nicht von täglich begangen / denen sie wol entgehen l° ten / wann sie sich nur sechsten zur Arbeit bei" men möchten? t 12. Indeme man mit etwas besthast'S ,st/ vermeidet man den Verlorst der Zelt/ ^ eitelen und unnürzenworre/das übeleLTsad reden / die überflüssige Sorge anderen )UZ fallen/dre linmässigkeir diellnreinigkeitU' hunderrerley andere dergleichen UreordnU gen / in welche der Müßiggang täglich tuest"' gen/ so ihme ergeben sind/ siürtzet. ,. i z. (s) Müßiggang lehret viel bosts / l get der Sohn Syrachs. Und obwolen eben nicht so insgemein darvon seine MerMd gegen seinen lieben Lehr-Jünger entdecket/ det er doch genugsam darvon / wann er von" neu jungen Witwen absonderlich sich beklag sagende: (K)Giessen faul/ und lernen lausten in die Häuster; nicht allein aber stv ste faul; sondern auch schwätzlg un^sN^ (») Sprach XXXM.rA. (b) r.Timoch.V. >Vi he, d« iv! eu de ill eb in a! d. ri> bl k rt si —,_in der Gottseligkeit. reden das nicht seyn solle. Dana- ^ " wünschet er in denen folgenden Worten/ M sie lernen Hausshalren / damit die Wider« / nicht dardurch unsere Religion zube- /°uen/ veranlasset werden, wl^' Der heilige Hieronymus saget: Hütet link euch der Teuffel niemahlen müs^ dem ^ voraussetzende / der Teussel st-ye bey in« ^'Wang viel mehr / als bey der Arbeit/ Vor ihme / hat der heilige Paulus in!v r >kö denen Theffälonichernanbefohlen/ vielen Worten: (c)Wir vermahnen euch bas^ darnach dass ihr stille seyd und ein ^ere schaffet / und arbeitet mit eueren bcn n" fünden/ wie wir euch geborten ha^ wirb vnverjiwospricht er ;u ihnen: scl) Da He»/x ^uch waren / geborten wir euch so!-» stz,, ^ss/ so jemand nicht wil arbeiten/ der ?"kh nicht effen: Dann wir Hörens dass ^ euch wandeln unordig/und ar- ch En nichts; sondern treiben Fürwitz; ssl- Er gebieten wir/ und ermähnen sie/ unseren Herren Jesum Christ / dass sie tz^rlle,,, dessen arbeiten / und ihr eigen *s. Em wenig zuvor / hat er ihnen sem eigen ^«N'pel vorgestellet/ sagende: (e-)wir haben nicht uinsonst das Vrod genoininen A?" semand; sondern mir Arbeit und Mühe/ ^9 und Nacht haben wir gewürcker daß nicht jemand under euch?/ deschrvärlich waren: ^essal.iv.io.n. (6)^Lhessal.M.lo.n.l-. (-) - ? oo Dar zweyte Buch, Von Beharrlichkeit^ , wären: Nicht darum/ daß wir des niet^ Zl^achr haben; sondern/ daß wir uns st^> ' zumFurdild euch geben/uns nachzufolß^. Was tönte man weuers/ als ein solches Gev^' und ein solches Beyspiel verlangen ? , . i6- Es i,'t indessen keineswegs n"'" Meynung/daß die Arbeit allein genug stU uns die Gottseligkeit emzupflantztn« ^ hin von diesen Gedancken / sehr weit entfern^' Ach halte allein darfür/ es seye die Arbeit den«" > jenigen-welche schon die Gottseligkeit bey siE hm/ sehr nützlich / sich darvurch wider viel suchungenzubewahren/und durch dieses Mille sich in dem gesegneten Stau) / in welchen si^' Gnade Gottes / sthon gesetzet hat / MrlM^ Ach glaube auch nicht/ das dieses eine SchE wehr wider alle und jede Gattungen der VE chungen sehe. Es ist genug/Paß sie uns wider er tiche bewahret. Es bedarf weiter nichts juertver sen/ daß sie sehr nützlic h seye. __^ Das X. Capitel. Daß man zuVermeidung der gr^ ben Sünden/ sich auch deren entschlaf musst/ welche missonstey die alkrgeyngD zuseytt beduncken. MIel Leuchemeynen.^ es seye gekwss wann man in der Gottseligkeit - beharren gedencker/ daßmansl^ vor denen groben Sunden hüte / und glE wie kein Mensch seye / der nicht viel kleine S» . Heu begehe/also seye sieben nicht vonuöhten^ ^ t,c 'litt. )ll tt< e/ lch et. k-- !li tt- - !i^ ,l" der Göttsella kein Cap. rv. ?äk '^nviei Mu^c q rwende/ dieseibigenzuvermel» Sie meynen/ man seye darinnen viel zuge, "nichtig/ wo nicht gar zuabergläubisch. Aber "liegen sich. DieGenausichtigkeit/ uns mmchr Aberglauben / ist »ine gantz andere / wie wir solches' in einem andern Werct '6 . "juthun verhoffsir Indessen ist es gantz bil- L und vernunstmässig / daß man sich vor aller! fundest / auch die/ so die allergeringsten zuseyrt Wrien/liicht außgenommen/hüten solle, wel- die vier folgende Betrachtungen/ auß- ' udign,achen werden. .2. 1 . Es kan gar leicht seyn/daß die Sün- u/welche uns gering anscheinen, in VOar- groß sind / und von Gorr weit an- als von uns/ angesehen werden. DaS /"u^Sach/ welche alle Tag gcstssthet. Wie "o sowenig/diese Dinge recht juunderschciden "euchtct/ daß nichts g-meiner ist / als daß wie "El darinnen bekriegen. Es gibt solche Tha- u/ die uns nicht nur leidcnlich; sondern ^Utz unschuld'g anscheinen;ab denen doch 14 einenGreuel har/ui'd sie sehr ernstlich ^ Darvon uns die H. Schrift ziemlich '"Beyspiele vorstellet. » ^ wiijetzt von deranderstwo angezogenen "^^^5^/ nichts sagen. Das NVelß L,-^b/istjur Saltz-Säulen worden' bicweilm h'orAngcsiedr zurück gewendet/ und noch ei- ^Bliek aufSodoma/ welches das ^eur vom dvn?^ te/gethan hat. N oses ist darum r," oem Eingang in das gelobte L'and/ abgewie- wordrp, dieweilen erden Felsen/aus dem?' Mast ?c>r Das zweyte Buch. V on Beharrlichkeit ^ Wasser stiessen solle / mehr als einmahl ae!^ gen hat. Fünfzig raufend und sibeuzinV^^ scnüler / mußten sterben weilen sie die Bu"bS Laden angeschauet haben. Ufa mußte plöM sterben / weilen er dieses Herrüche Gnadm - chen der Gegenwart Gottes« da es fallen woll» aufzuhalten/ sich understanden hat. 4. Es erscheinet aus allen diesen und melM" Exempeln/ so hier kömen angezogen werden/ daß Gott ein Ding weit änderst / als wir/anst' he/ und daß er für abscheuliche Fehler viel halte/ die uns gar gering zuseyn vorkommen. Ist es dann nicht eine grosse Unvorsichtigkeit/ rvaN" man sich sechsten der Gefahr/ in ein so grosses u bel zufallen/underwirffet? Sind wir nicht so ost wir zu einer Sünde / welche uns gering beduri cket/gereitzet weroen/verbunden nachzudrucken/ sie möchte viel grösser seyn / als wir uns einb^ den / und wir möchten dardurch Gottes Zorn Und Raache über uns ziehen? ^ 5. U. 2tber cresetzt/dieSünde wäre an st"/ silbsten eben so beschassinr / wie sie uns seyn anscheinet. Gesetzt / sie seye würcklich^ ihrer Art gering. Ran sie aber nicht / durcv die weisM>urch welche wir darzu verleite werden / sich vergrösseren ? Das hciss-/' Wahrheit/ sich einer grossen Sünde theilhastlS machen / wann man eine geringe / leichtfertig Weise begehet. Die Ursach dessen ist/ diewcnc» auch eine kleine Sünde / Sünde / und hstnn böse ist. Das ist schon ein grosses Übel / -aeMl" gar grosses Übel / daß auch die grösseste leibltM, Übel/ ihme an Grösse nicht bekommen. r <1 ; r 8 k, t> y t> -- inderGorrseligkelt. Cap. 10 . ;c>; 's dann eine Ungerechtigkeit / wann man siege« ""ü schätzet. Ader das ist nicht alles. Es stecket Munker/ ich weiß nicht / was für eine Ruchlo- Weit/ so der Gottseligkeit und der Gottschul- Wn Ehrerbietung / schnurgrad entgegen ist. -egliche Sünde/ auch die geringste nicht ^MschlvHe,,/ ist eine Beleidigung / mit deren man Gott erzürnet. Sie ist deßwegen Hasses ""d hiemit dieselbige ohne Bewegung/ Sach / dem* nicht viel gelegen/ ""IchAien/ ist cme strafbare und viel abscheuli* Sqch/ g^ die Sünde selbsten. », *- Diese Act der Sünden bleibet nicht em/nls allein darum/weilen man sie nicht eobachret/ und weder willen noch Vers '^gen sie zubegehen/darbey ist. Wann man °er d,est Sünden weißt und erkennet / daß sie funden seyen/ und nichts destoweniger sie wus« > Mich und vorschlich begehet/so hören sie aufge« ""3 Zuseyn/ und werden sehr grosse Sünden. ' , 7' Hl. Über dieses alles sind sie sehr schad- . ch aus noch einer drittel» Urjach. welche ^>iu,en bestehet / daß man sich dardurch Iewehner in seinein Gervüsien das Böse ^"^gcn. ( f) Wer ein gerincsesnichrzu, kiel ^ kalter/ der nimmer für und für ab; sa» f, j^rSohn Syrachs. Einmahl/ wann man Sünden jübegehen in Gewohnheit kom« M ^ man die grossen begehen. Um des yM Fehlers willen/ wird niemand verrucht, t^gebe auch auf die Allerlasterhaftigste Ach» Man wird gewahren / daß die geringen u«ben/ zu denen abscheulichen Lasieren / An- b,k«ch xüc. r. teitung i'04 E >«s zweyte Buch. Von Beharrlitkkest^ . leitung gegeben haben. Anfangs schli'gui r.urÄtuck-n in sich ' aber zulckst v »schlucken l' auch Ei phanren. Es ist/ mit einem WortE gen viel l> ichter sich vor einer klemett Sünde Y»' ten/ als von denen Grossen sich enthalten / rM dem man diese kleine begangen hat. Es ist h>^ auffert allem Ztv» istel gesetzt/ r ast sehr viel vaw« gelegen sye/ daß man sich aller entschlage/M" wenigsten deren- die man kennet/ dieweil«« E das nur allzuviel sind/ in welche wir Wider unl^ reu Willen und Wüssen zufallen pflegen. . 8. IV. wir wolle»» es aber gelten lasst^ matt könne sich vor allen diesen Nachts len bewahren^ Wir wollen uns vorstelle' man wüsse rewüß / daß die Sünden e> Niedrere nicht seyen/als sie zuseyn schein^ und daß keine aus denen traurigen folgen / so sie sonst natürlich zubeglem pflegen/ darausersolge. Ist es nicht Übels genug / wann man darein gefalle tst i' Gewüßüch/ man wurde eö darvor halle« wann man/ auf eine genugsamMhafte Art/« greiffen könte / alle diejenige Verpflichtungen welche Uttver der Beschaffenheit eines EiMv, eingeschlossen sind/ und welche aus der 2v" digkeit eines Kinds Gol.eö / so an derselblg^ hanget; aus dem unendlichen Wehrt deS zuerlösen vergossenen Bluts unsers Heplanv^ auö der übernatürlichen Beyhülf der hril'g^ chenden u»id widergebahreiiden Gnade / «/ uns zum The»k allbcreit gegeben / zum The« das künftige zu unserem Beystand verhelfst«'^ KuS aller Glückseligkeit und der Hcrriichkcü ^ si- sit >l^ )ll- K iiit Ä>i >s^ es »/ iii n/ § es s" es s/ bt' si e" e" sl !Ü L H in d er (Tüsttfeliakcir. Lap.i o. ^snmels/ welche unseren Fleiß!» denen anbei« Pachtenzuleben/zu ^e«agetist crtsprim 1 sage/ wann man dieses all w begreißur ,Me / so werde man ohne große Mühe bald er, Men / daß kein Fehler so gering seye / w lchcn ''«n nicht zuvermetden/ und keine Vollkommen- jo hoch se^/ welche man nicl/t ^erreichen klangen solle. , ^ Sind wir nicht darzu berußen/ daß ^ sollen vsllkomen seyn/ wie unser Var- Äminel vollkommen ist ^ Haben wir r«Eehr empfangen/ daß wann wir das ge- Mste aus denen uns anbefohlenen Geborten/ f , rtretten/ wir die Kleineste im Himmelreich IM werden? Hat uns nicht St. Paulus mn- . eret/ wir sollen ohne Tadel und also leben daß Un uns keinen Verwies darüber geben könne ? Milcht eben dieser Apostel / wir sollen auch Schein des Bösen mepveri ? Wormil er an« . iuken wollen/ daß wann etwan eine Handlung an sich seibsten unschuldig seye; aber einen schein des Lasters habe / so lollen wir uns der« enthalten / damit wir die Schwächest M ärgern. Wann man nun auch dasjenige ^Meiden muß/ welches nur den blossen Schcist Mssjbelghgt/ wer wolre dann gevenckeu eck Aerlaubt/dasjenige zuthun/welches würcklich lst/under dem Vorwand/eö sepe nicht ein so' »Ms Übel als das andere?,, ^ N)ün muß deßwegen aufalles Acht Aeben/ und kein Ding gering schätzen / wie ^lechr es an sich selvjten seyn magl Ja/ M bebuncket/ man solle m seinem Verstand/ ^ . B d«tt ;o6 Das zweyte Bück. Von Beharrlichkeit^, ! klc»>^ den Fleiß je länger je mehr vergrößern je kle>>. und geringer die Sachen zusipn scheinen. ^ se Ding merckct inan gar leicht und erkennt! an ihrer Grösse selbsten. Insonderheit bE diearoben Sunden durch ihre eiaene Äbl^., li^ske-t einen Schrecken allen denen Gew"! welche noch einige Empfindlichkeit haben/ . yichk gantz und gar verhärtet sind. Weile" ao die geringe eine solche Würckung nicht m'l', Bckulsamk.il und niemahlcn glauben/dal^' se allzugroß sepn könne. Das X l. Lapirel. Von denen Versuchungen. ^Zls ick bißdahin fürgebracht hab ^ ^ » seinen Nutzen haben/ indeme es u die Mittel zeiget / durch welche ^ in der Gottseligkeit beharren können; aber/, darbey nicht zuvcrneincn / daß es vemsiE < so ich annoch zuinelden habe / nicht völlig ^ komme. Diese Gattung der Beharrlichkeit/ ^ deren ich anjetzo rede / bestehet eigentlich darinnen / daß man nicht fündige, Gleich^ wir nun insgemein nicht änderst sündigen dieweilen wir durch die Versuchungen da« verleitet werden / also wird kaum etwas >n ^ sehen auf unser Vorhaben nützlicher sipn/^ daß man um etwas eine Undersuchung wie man die Versuchungen zurück treiben Dieses giebet mtr Änlaß/ ein wenig bey v ^ mich aufzuhalten / was die Versuchung*^ »ei i!>- gck F »>!> bik s,^ F MderHoktsekigkeit. Eap.iit_ -an »i^ v't jiß s»/ >e» ,e>c rill»/ sich/ je/ »ik .r" ^1/ M feisten seyen / wie man sie Zurückritt- den solle/u.ld was siir Mittel den Zweck zu- klangen anzuwenden seyen. . r. SuaUetvSl.del.ist bedinge ich v^äu daß ich hier durch die Versuchungen wotw Erstanden hüben / weder die Sunden/voll d-mn die Schrift saget, wu versuchen darrnir von; noch die Trübsalen / wckche Gott uns Wndet; oder andere Bewährungen/ die « uns zuschicket, dam.t dardmch kund werde, d>ae m unserem Hertzen stecke. Ja) rede alle von derjenigen Art derVersuchungen/w e che dahinFehlen/ dasiwirdardurchm^ ^ge Sünde geftüryet werden, ^th versteht dremlt durch dieses Wort/ a^s daü/wasmt Gewalt und Äachttuck, uns GL)tt zubtleidi» SM, verlocken wil. . 4. DreyDtngsind/vonwelchenemesol ^ewürckungherfliessec. Das erste tstu^ jere theils anerbohrne/ theüs ^§eZ .6 ^ verderbnuß. Dann einmahl diese Suche des Men, so sich innerlich M uns befindet / »st emS Gattung eines Gewichts/ welches uns zreyer/ daß wir Gott beleidigen sollen / bald auf da «, Elbauf eine andreWetse,je nachdemesauselne Änderbare Sünde/eintwevers durch die ce Beschaffenheit/ oder dasAlter/ oder die 2WM llehung, oder die Gelegenheit / oder eme andere vetAlrichenAsach, gerichtet wird. „ . 4. Sr.Iacob redet von dieser Mach aller» w seinen brkanten Worten! (ä) Niemand m- wann er versuchet wird /daß er r Dort versuchet werde. Dann (bort rst ir / zweite Buch. von 8eharrtichkelk^ ein 'Versucher zum Döjcu: Er versö niemand; sondern em jeglicher wird vs" die Lust empfangen hat / gebihret sie ^ Sünde; die Sünde aber/ wann sie vollen der ist / gebildetste den Tod« Es komt dau zu noch eine zweyte Ursach / von welcher ^ Sehnst anderstwo redet. Das sind Vorwurf fe/ so unseren Gemuhrs-Bewegungenar>/ stossen. Einmahl / alles was diese Eennih^ Bewegungen / zum wenigsten die strafbarem aufbringen kan / das rechet uns auch Gott girr leidigen/ und versuchet uns soigbarlich/ in dem Verstand / wie dasWortvon uns dißmahl gebraucht wird. s. Endlich alles das/ so diese 1 ?orwurf^ einrweders unseren Sinnen/ oder unseren Gemüht vorstellet / hat eben diese VVlN. kung« Also versuchn uns die böse Leuthe/ waU^ sie uns emtweders nöhligen oder einrahten/ eM* böse That zuvem'chten. Jngleichem versum^ uns der Trüffel / wie er auch immer^uns ttt/- bet / es geschehe gleich innerlich oder ausser"^ Ich wil mich kicr nicht widerstehen / anzust^ g:n/ die Weise/ nach deren er sein Werck ausrichtet« Es ist von anderen schon mehrrnahst" geschehen / zudeme sorge ich / man werde in die ser Alaterie / viel eher allerley fürwchge Sachen fürbringen / als die gründliche Wahrl^ erört' ren können. Die Schrift / welche doc^ die einige Hucke ist / aus deren alle ErkantE in Vergleichen Sachen/ muß geschöpffet -_In der Gottseligkeit. t5ap. I». ^cn/ redet darvon nicht änderst/ alsingantzall« Mmnen Redens »Arten. Sie vergnüget sich Muzeigen / daß uns der Trüffel auff allerley ^veqe versuche / und daß er seine Kunst - Griesi- re und Argliftigkcit/ feinen Zweck zuerreichen/ anwende. ^ 6? Welches uns nohtwendig ist zuwüjsen/ wir uns hüten / seine Angriffs / nicht ^ gering zuschätzen. Dann es ist böchstcrfor- ^"ich / vaß man alle Kräffkcn anspanne / ei« solchen Feind zuwiderstehen, (b) Seyd uchrern und rpachet/ saget der heilige Per M in diesem Absehen/ dann euer Wider- s-cher der Trüffel/ gehet umher/ wie ein wüstender Leue/ und suchet/ weichen er ^'schlinge. ^ 7- Es lasset sich ansehen / die meisten Versuchungen / welche über uns kommen/ vrrdcn von diesem cnrsttzlrchen Feind an- Wchrer und geleitet. Sein Haß / ja viel-- ^yr seine Raserey und Wut wider uns / ist gt- das; er einige Gelegenheit sisttehinschlei- ^^assen/ ohne uns anzuqreiffen/ und alle sei. / Kräften zu unserem verderben anzmven- /w Es lasset sich in gleichem ansehen/ er mi, sich gern under die Dinge ein / welche son- 6anh natürlich sind. Wie man dann das- d^*in namhaftes Beyspiel an der Versuchung heiligen Petri hat. Wann man dasstniete /waget / ivas die Evangelien darvon schrei. ^ fallet nichts übernatürliches darbcy Man siehet darbcy nichts als eine Magd/ *"iche Kriegs. Knechte / u"d eine nicht geringo k) l.r-dr.v.,. V Z Gefahr. -tzio Das zweyteBuch, V snBe hgrstichkeit Gefahr. Nichts dcstowcniger/ist unfthlbqr/d^ auch der Trüffel seinen Antheil darbch getM habe/ nach dem Zeugnuß Jesu Christi / welch» kurtzzuvor zu diesem Apostel gesprochen hak : le) Simon/Simon/sihe/der Saranas hat eu» hegehrer/ daß er euch möchte sichten/ 4^ Heu weirzen; ich aber habe für dich ged^ ten/ h^ß dein Glaub nicht aufhöre. . ß. Eo kan ein gleiches einem jeglichen aus i»'b Widerfahren. Es ist gar leicht möglich/ ^ her böse Geist/ selber den Angrifrhur/ de^ wir außzustehen haben. Ich gestehe es/ ^ gehet schwer zu/diejenige Versuchungen/ wel^ yon diesem Feind herkommen / von andere«/ ^ henen er keinen Ancheil hat / zuunderscherdem pnd was einige etwan darvon gesagt haben^ u"^ mehren/ irjevise sonderbare Gatlpng der luchungen/ zuerkennen seyen/hat wenig bei) bA haß unsgenugsam dessen überzeugen fönte. ist deßwegen genug / daß man darfür halte/ ^ könne gqr leicht geschehen/daß der unselige her Urheber derselbigen Versuchung siye / heren wir angegriffen. 5. Dieses solle im übrigen -waren unfG Machrbarkeit aufmunteren; aber daru^ Nicht machen/ daß wir den Muht si"^ jassen Dann wie schwach wir auch immer l>^ Und wie erschrecklich hcrgegen der Trüffel ist ^ können wir ihn doch überwinden / und alle se"" Kunst.Griffe/ zunichtcn und unnütze Mir dörffen ihme nach der ErinnerungGt- .'ch ^obs/nur (6)widerstehen/fo fliehet er. Jsch! Cym f«) h»c.xxu. ri.zi, (ch >ht >ck tk ae 'ß ts m n/ !p I-/ eö !ß >>l 'k V s A/ ls It 1. !< >s i< -—_ in der G ottseligkeit. L ap. »2. ; »» ^ristus / hgj das „, emen solchen 'vchnd gesetzer / baß wie nicht ander ligen wer- / wir thun es dann gutwillig: Es lrgel uns ^^ohalben ob ihn dapffer zurück zuschlagen/ und oiiÜ ^"zusetzen / welchen Jesus Christus ^bereit über ihn erhalten hat, da er durch jcnien r«'!,' Teuffels Reich der Ungerechtigkeit />>» r^t/ und über ihn durch seine herzliche Aus- Wyung; allermeist aber durch seine Himmel- Iah« tr-.umph.ret hat. Das XIl. Lapirel. >aß man alle Versuchnngen/mit Aktien wir angefallen werden / hindere treiben; aber zuvor sich gewüß versicheret halten müsse/ daß es Versuchungen seyen. > Leichwie es unmöglich ist / daß man/ ohne zusündigen/under der Versuchung erlige^Also liger sonnenklar an dem Tag / daß keine einige seye/ e wlr nicht hinderrreiden müssen/ worzu uns beydes unsere Schuldigkeit und Nutzen zu- Mlch verpflichten. Aber man muß eine sonder- ^nre Behutsamkeit gebrauchen/ehe man einigen darqegen anwendet. Nämlich daß das- ^Nige,welches wir für eineVersuchung ansehen/ ^nhrhaftig eine seye. Davn gleichwie viel Verdungen etwan können für Würckungen der Gnaden angesehen werden: Also hat es in daS ^genlheil auch viel Würckungen der Gnaden/ Stiche man für Versuchungen haltet. V 4 2. Die, ?i r Da? zweyte Bu ch, von Beharrlichk eit^ 2. Diejenigen / welchem einer falichenR^ aioü verintcker sind / finden niemahlen kE Regungen / dieselbige zuverlassen / und in>o> dcr!)eir werden sie n,. mahlen geängftiget / die Wtdersinnigkeit der Lehr - Puncten / »nvs nen sie sich bekennen / daß sie nicht solche/ tE ihren Willen aufsteigende Zweiffel / für VE chungen des Teusteis ansehen/ denen sie der stehen/ sich schuldig achten. Indessen k>E dardurch Jesus Ehrstius selbsten an derT>Ä ihres Hertzens/uuv begehret/ daß sie ihme dich' siigeeröfnen sollen. . z. Eben dieses/ kan auf eine anders denen widerfahren/ welcher Glaubens-LM gantzrein und lauter ist. Diejenige under ihn^ welche noch niclu n-ahrhaftig wldergebohtt' sind / bilden sich fälschlich ein / und siiwdchn^ gen von Zeit zu Zeiten in Unruhe. Sre förE immerzu/ sie betticgcn sich selbst/und.E wie diese Horcht gantz heilsam ist / also »wE ich nicht/ daß sie nicht durch den heiligen (M V ihrem Herben erreget werde. Er suchet durch, daß er den falschen Frieden / dessen l> sich erfreuen / und er ihnen die gräste Hnid^ vuß/ ihre Seligkeit zuwürcken / bringet / siören möge. ,, 4. Also folten sie sich beflcisscn / ihme ZveM ft>rechen / indeme sie sich selbsien mit allein lichsten Fleiß undersuchen/ und die Augen F. gen der Wahrheit eröfnen / welche GlaE genug hat / sich denenjemgen sehen zulal!^ die eine aufrichtige Bcgierd haben / sie kennen. Indessen an statt dieses also Mhnn !eli> B oiv rc!) pc- c>e'k n,» .fei ,üc 'ise )?e kii/ /,! en ,cS j-; -jl ii? s>^ inder^ttfeligkeit. Lap. ir. Wen sie dre billiche Regungen der Forchl / web -e von Zeiten zu Zeilen in ihrem Hertzen ent- an / als Versuchungen des Teuffels/ w-,!? ne mit aller Kraffr widerstehen müssen/ .-/Mü aber zu nichts anders dienet / als sich i mehr und mehr in ihrem Irrthum zubevesti« Ha/ und ihre Seligkeit viel schwerer zuma« Nach ^ ^ eigenen Beschaffenheit a) / ist. . s Es müssen derowegen diejenige/ rvel- r ° vergleichen Forchr/ von Zeireir zu Zei- evk ssibst befinden/ diejelbige nrebp mpzuloschen trachten / bis sie versicher et !, ^.daß sie nicht rechtmässig seyen / wel-- >,,.b nicht geschehen wird / solang/ bist man alle < gliche Sorgfalt sich zuundersüchcn angewen- d»6 ^ l)ie gewüsse Versicherung erlanget hat/ «l/nian gewüßm die Zahl der Kindcren Gotz ^/gehöre. ' 6. Diejenige / welche sich niemahlen aufei, /solche Erforschung geleget halben / wie ich ^ dajj es von denen '.ncisten Christen ^Ichehe/ müssen sich bey dergleichen Anlasten/ M änderst verhalten. Sie müssen bey sich vni,' lste Rechnung machen / es siye nichts /Mögliches/ daß ihre Forcht wo! gegründet l ve/ und wann sie / zu allem Unglück wol gi> fundet wäre / 'so seye es nohtwendig / dersei- g?.abzuhelffen. Sie müssen derohalben die gründe und Ursachen darzu / fleißig außsor, d^n, und sie mit denen / -so das Widcrspiel be- /"pien möchten/ gcnan überlegen. Aus diesem "rr>,n sie erst sich entschlicssen / " — V 5 und über ihren. 4 » 4 da» zweyte B uch. vonBeharrlichkeit^ wahrhaftigen Zustand ein zuverlaßliches U»l^ fällen können. .- 7. Aus diesem allem komme ich / aus? ! Meynung/ daß diese Gattung des^tt. fels gar selten eine Versuchung des TeM fels ftye. Sie sind jum öftern allzünutzlich""" heilsam / daß man auf die Gedancken konM solle / sie entspringen aus einer so bösen QuE S:e bringen denenjenigen welche noch nicht ^ dcrgebohren sind / einen allzuherrlichen NE' Wie auch denen / welche allberen wldergcb^ ren sind / aber sich selbst noch nichk genugsam"" Versuchet haben. Ja sie können auch denen M lich seyn, weiche ni6)te6 in Erkantnuß ihrer zukomen, verabsäumet haben. Sie mögen i>M . darzu dienen / daß sie dardurch aufgemuntct werden, in der Gottskliqkeitzubeharren,dietvc len sie vast kein ander Mittel / als dieses hab^ sich darvon zubefreyen. Ich kan deßwegen m?) wol jemand ruhten, diestlbigen für Verfug)". gen anzusehen. Zum wenigsten sind gcwüß 1 ^) wenig Menschen, denen ich es rahten könle. 8 - ri a> ie Das XIII. Capitel. , Obwoln es sehr gefährlich ifk/wa" man dasjenige für eine Versuchung siehet, welches doch keine ist, so sst gleichwol evc so gefährlich,wann man das für keine haltet, welches eine ist. ^Er Irrthum/ von welchem ich ' ' dem vorhergehenden Capital! st lr S' fd h n d Ll ii «1 k s d k t r s redt hade/ist sehr gefährlich; _in her Gottseligk eit. Lap.«? ? ö-r/vsn dem ich seyr reden werde/str unvers Llrichljch gesrhriicch. Der bestehet aber da, Nnnen/ daß man die Versuchungen/ so un, Ausstößen/ einnveders crar nicht in Acvr Zimmer/ -der für keine Versuchungen hal- itt. Es laustet beydes auf eines hinaus/ und es 'ß wenig daran gelegen/ ob man euren Men« Mlu der seine Augen beschließet, oder einen der wir der Einbildung/ die Streiche/ die man ihm Mt- styxn Liebes- Vereugungen/ angreiftet. <>ie Gefahr/in dre er sich stürtzt ist vast aus bey« '1 ^nEetken gleich groß. . a. Esrvare deßrvegen wol zurvnnlchen/ vaß man niemabi unversehens a>.gegrissen Wurde. Wann dieses wäre / so tönte man 1>M Ochs besser zum Gegenstand rüsten. 2" dein ^dehin / solre man Fleiß ankchren / daß Wan alles lerne erkennen/was unierem Ge« Wahr oder Heryen/ einen widricren Linket geben; alles / was unseren Glauben '^»wachen oder auslöschen; und alles/was Reinigkeit un)'erer Seelen bestecken s'w. Das ist kwcb nicht alles. Es wäre zuwun- / daßmanwüßre / was eigentlich an Mi„ Au, dieser Dingen fähig seye/ so trau ,ge Wnr» jungen herfürzubringen , damit man allezeit At Mitteln venseiblgrn jubegegnen / v.Nchcn tönte. . ^nzwüsechen stnd das lanccr Marsen/ ^reiihalbenwir keine sonderbare Erkant, ^ß haben. Es geschiehet täglich.- ja vast au, »rnblicklich / daß wir versuchet werden / obne Wn gewahr zuwerden, Gcwüßnch/ wirium -eii ik >c» !l1> vi- kii. >h" q «6 Das Zweyte Auch . Von Be h arrlichkeit_ . ^ higensooft/ und es sind lo bu'l Sachen/die u'^ ^ darzu verleiten / da!? sehr wenig D-'Nge aE ^ treffen / welche diese traurige Würckung lE ^ verursacheten. 8 ! 4. Daß wir es aber nicht mercken/rum" ^ zuallervorderist daher / dieweil wir ang^ jh wohnet sind / uns nicht änderst / als dM'M ^ die Sinne fuhren zulassen. Dieweilen ab" ^ diese so grob sin d/ daß sie/ weder wie die uns von fallende Ding uns schädlich seyn können / e>M 2 cken / noch den Schaden / welchen sie uns l)E § gen/an sich selbst eröfnen/fo ist es kein Wun^ ^ wann wir schon keine Achtung darauf schlag^ Eö wurde gantz änderst gehen/ wanndregeil^ ^ che Wunden / so uns durch diese Vorwarfst a/' h unserer Seelen geschlagen werden / eben so g hast möchten empfundeir werocn / als dicM' r ge/welche unsern Leib durchstechen. Oder iva"" s man die ersteren/ so wol als die lctsteren/enM' y Vers mnms sechsten/oder an andern sehen kom^ s, Weiln abep dieses altes an dem Grund des tzevs/ aussert unserm Gesicht/ und an einem p § chen Ort / welches bey nahem alle EmpsindE ^ verlohren hat/ geschiehet/ so ist sich nicht oarm'e x zubcftemdcn/ wann es uns schon m keine scml>ck s bare Unruhe setzet. . e 5. Es kominet demnach dieses dahe^ r daß wann schon ctwan eine Sunde anst e Gewüsfen beisict / es doch allein von den . i groben lwd äusserlichen Sünden gesich»^ t als da seyn können/ der Abfahl/ der Todschm». ; der Ehebruch/ derDiebstal/ und andere derm^ l Üi>en mehr. Wir rechnen wol hundert hcimlrM ,'St >e/ ch ,ck sr- x- rr/ !tt> tli- B lii^ -e> ce-, ck- dl/ !p 0/ sc ett :c/ S/ c>^ >e; .er tu derGottseligkei t. La pi i;. M vor Gott sehr grosse Sünden- nirgends- v">: Als da find de: Hochmuht/ dieSchaick- M/ derEckel ab denen Himmelischen Drngen/ unzehlich viele Unordnungen von gleicher ^t, in wM)e man so leichtlich verfallet / und itt M)e uns so vielerlei) Dinge / ennweders nach eignen Natur, oder wegen der üblen Be, ^asscnheil/ in deren wir uns befinden / zustüc- M pflegen. ^ 6. wie wenig Dinge kommen für unsere ^ugen/ wie wenig Gedancken entstehen iir Asserem Gemuht/ welche nicht diese elende Murkungen herfurzuhringen/fähig seyend s^ie groß wurde nicht unftre'Erstaunungftyn/ ^"n uns die Augen einmahl aufgehen wurden/ oaßwirdie Stricke/ welche rund um uns herum Flegel sind; alle Gefahren/ Venen wir zu Nisse- ^'Verderben entgegen lauffen/ und alles daS ^glück / so uns/ wann das Unglück uns begeg- auf den Hals fallet/ deutlich und eigentlich 'Mnköntcn? 7- Aber wann dieses wäre / wie groß wurde M)k auch unsere Wachsamkeit seyn ? Wie wur- ^n w-.r nicht so genaue Behutsamkeit anwen- -.Ich weiß nicht / ob man hier gar zubehut- ^ seyn könre. Wurde man einen Menschen M überflüssigen Sorgfalt beschuldigen/wann >'ch dannzumahlen wol vorsehe/ so er Bericht sMnehmen hätte / der Luft/ den er mit dem A- qn sich ziehet / seye angestecket; die meisteit ^>ftn/ welche man ihm« vorleget / seyen ver- bey nahem alle Leuche/ die sich zu ihni ^Mer, / ftyrn mit anleckenden Seuchen behaftet ;>s Das zweyte Blich. Von Beharrlichkeit haftet/ sie seyen anbey seine Freude / undtwc^ reu immerdar nach seinem Undergang? Ko^ er bey so bestellten Sachen / sich allzusorgM'!! verwahren? 8. Indessen sind das alles mir unvM kommene Abbildungen des Zustands/ deme wir uns befinden; simemahlen die ^ fahren/ welchen unsere Seele underworffen«'! einerseits der Zahl nach viel mehrere; anders^ aber / viel entsetzlicher sind / als alle diejenige? so den »beschriebenen Menschen / M Angst 1 ^ tzenkönnen. . ^ 9. Was ist dann nohtwendigero/als dar wir unsere Augen wolerösnen/ undgeva beobachten / was an einem jeglichen Ding/ sere Seele verletzen / und sie in den ewigen^ siürtzen könne? _ st li> ir tr n, ei st Das XI V. Capitel. Daß man die Versuchungen M Heu und vmneyden solle. muß man dann die Verstirb^ gen / welche uns antasten/ gk>^ erkennen. Aber man muß nicht darmic vergnügen/ daß mansterem Vermögen ist/ dahin anzuspannen/paß nicht nur überwinden; sondern auch do, b» Angriffe von uns ablehnen können. Eskom, M nichts mit denen Grund-Sätzen der Christ» cyen Fürsichtiake-t und der Bemüht mehr über» fori^ Verfahren. Die Fürsichtigkeit er, «»werkt / daß man alle Gefahr/ aus denen man ^ ">cht wol heraußzuwicklen weißt/ vermeyde/ ^? die Bemüht / welche uns unsere grosse Zer« v.^licl)keit/ alle unsere Schwachheit und die ""bestlmdjg^tt unserer Natur zu Hertzen leget/ . «chet uns glauben/daß wie gering eine Gefahr «?""et ^ an sich selber ist / so seye sie doch in Ziehung unser/ groß und entsetzlich genug. . wann man die Gefahr verachtet/ so ^ man Ursach / dasselbige viel eher einem "" ^^ als Dapsserkeir zuzuschreiben: Und an sicher mehrercheilö/ daßdie-enigen/ so sich ^ Äi ^r gröstesten Streichen außthun / am ^eykn erligen/ und zu Grund gehen. Für ivki^ - M hiervon/ dienet uns jener Hmnrus, in der Riechen zu Smyrnen/darmit/ ihn " bch frevelmühtig denen Richteren / die »«Nicht gekant haben / freywillig dargebotten/ Sea '^oht zusterben/ die Erklärung von sich h„^"/.eben so große Aergernuß angerichtet z^^lso/daß er blödsinnig die so unzeitig betanke Wahrheit, durch eine grosse Zagheit verläugnet die vi " welches die Gemeind zu Gmyrnen/ lr«, ^^ckung gemachet/ daß man dazumah, »wey gantz widerwertige Dinge gesehen ha, ' liamlich/einedarnidergeschlageneVermes, senheit/ zro D as zw eyteBuch. Von Beharrlichkeit^ senyett, und elne siegreiche Behutsamkeit : wellen pol^carpu!., welcher flöhe und sich 0''^ bärge / darr hersürgezoaen und gefangen wou den / beständig und uttuderwindlich geblieben, itzumrus aber/der sich selbsten der Gefahr uiidct' warf/so bald er nur die Thier/ welche ihn zcrml sen sollen/gesehen/undergelegen ist. , 4. Aber wo kau inan ein klärer Bevst"^ darvon finden/als bey dem heiligen pccro' Dann da sem Herr und Meister/ thme die Ge fahr/in deren er stack/ eröfnete/ vermeyntedic jer Apostel/ er wäre mächtig genug/ sich dM^ biaen juentladen. Er antwortet nicht nur v»» seiner gegenwärtigen Beschaffenheit und ZE gung; von deren er allein etwas gewüffes vor dringen köntc; sondern auch von der zukunst'' gen. (3) Und wann ich mit dir sterben solle/ sagete er mit trockenen Worten zu Jesu ChlM so wil ich dich nicht verläugnen. Abckb»k Außgang / erwiese nur allzudeutlich wie vermei sen dieser Entschluß gewesen; stntemahlen nichl» mchrcrs als die Stimme einer elenden ME mußte diese Säule des Tempels Gottes/ u»> tustossen / angewendet werden. ... s. Aus dieser Ursach/Hat uns Jesus Ehrulub nicht nur gelehret/daß wir von Gott seinen stand/ die Versuchungen zuüberwinden / E bltterr/ sondern auch / daß wir anhalten M'. paß er durch seine göttliche Vorsehung verMs sen wolle/daß dieselbigen von uns weit entstru, werden/wann er uns/in dem Gcbctt/ welches e uns als ein Vollster aller unserer Gebetten/vE ^ schrieben/ aüo geheissetiMser Anligen Gorcvo, in der Gottseligkeit. Lap. 14. : Unser Vaccer/ führe uns nie in Versuchung. Und eben in otsem Absehen saget diser tzroffe Heyland zu seinen Jüngern-, (»wacher Und betcer/daß ihr »nr in Anfechtung fallet: .Da er aksobald die Urfach hinzu setzt: Der Geist sti willig/ aber das Fleisch ist schwach. 6. Wer die Gefahr lieber/ saget Sprach/ der kommet in der Gefahr um. Gewüßlich/ ^gefallet Gott/ auf eine solche Weise alledieje» ^'gen zuSemichtigeN/welche von sich sechsten, gar ^hohe Gedancken haben. Er ziehet sie aus dem Irrthum / in deme sie wegen ihrer eingebildeten ^raft und Srarcke stecken / und lasset den Be- U>eißthum derselbigen/ so elend auffallen/ damit su erkennen lernen/wie elend sie seyen. 7> Diejenige/ welche steh felbsten und die Schwachheit / deren in die Sünde gefallenen Natur/ erkennen/ brauchen eine gany Undere Art. Sie verachten die Gefahr nie- Urahlen/wie geringste auch zufeyn scheinen Wie fliehen / wo sie es unschuldiger Weise thun 'vnnen. Es finden sich zwar auch solche Fähie/ V denen man sich nicht ohne Sünde auf die Weiten machen kan: Wann uns nämlich Gott darzu beruffet / oder die Liebe darzu verpflichtet: Mdann muß man sich der Fürsehung Gottes Zerlassen/ und hingehen/ wo sie uns hinführet. jMnn wir aber/ wie es öfters geschichet/ in un« lerer freyen Wahl haben/ zuthun/ was wir gern Men/ so ist unsere Schuldigkeit/ daß wir uns mosten nicht so wol trauen; sondern dasjenige Dessen vermeyden/bey deme wir zwar alles verehren; aber wenig gewünnen können. lb)ökttt>.xxvi.4l. cL Das -ri Das zweyte Buch. Von Beharrlichkeit Das X V. Capitel. Wie man denen Versuchungen/ ftezuvermeyden/ Widerstehen solle. muß man dann die Verstrebn^ chen vermeiden/ wo man im'M kan. Ader man kan es nichtam zeit. Dann neben deme/ daß es nicht allch'm wie wir gehöret haben/ zugelassen ist / zufllclM so enrrünner man nicht allen / welchen entgehen trachtet; anders its aber/ übersähe" uns etliche so plötzlich/daß man sich vorhin aus p nicht versehen kan.Was muß man nun in solche" Fahlen thun? Man muß ungezweisfelc ihne" dapsfer widerstehen/ und zu diesem Ende h>"' nachfolgende Reguln beobachten. 2 .1. Die erste Regul ist: Daß man cilstu eigen widerstand erzeige/ und die erl«" Ättfalle mitDapsferkeic abschlage. fach ist/ dieweNen/ wann man bey dem AnfE weichmühtig ist/ man dem Teuffel Anlaß feinen Gewalt zuverstai cken/und uns desto lc>^ terzuübei winden: Da hergegen/ wann man >0 me in dem Anfang freudig widerstehet/ man iv' alsobald in die Flucht treibet/ und seine fern« Ungestümmigkert/underbrichet. Demnach ab« wann man leidet/ daß er seine Versuchung'" fortsetze / so underwirffet man sich der GeMA der Niderlag. Man gewehnet sich an/die S»' de ohne Bewegung anzusehen. Man hatE mehr einen solchen Abscheuhen dgrgb/wieM^ lv bi ki L rv^ bd lic! th. ch sel hie Nie l>e, sie! 'S de, so, sie, nii sch iv» sietz dq 1 / >1? er e, >l/ u- eil >,r kii § r, u k- >g l/ lk ist t / r t » l _in der Gottseligkeit. Cap., ^ankqn sie schon besser ertragen,und begehet sie littst mir Lust und Freuden. r- Es giber gewüsse Anlässe in dem Krieg/ da i?an nicht nur den Feind gerne annäheren las« - sondern ihn auch herbeyzulocken suchet. A« geistlichen Srceir / hat diese Kriegs« M keinen Platz. In diesem / muß man den allezeit, so weites möglich ist, abhalten: M'Underscheid kommet dahero/dieweilen man Pweilen aus allen Umständen / Vermuhkung mag, einen leiblichen Feind zuschlagen/ Mnn man nur mit ihm Handgemein zuwerden/ chst an ihme na6)theilige Oerther zubrin« / Gelegenheit hat: Aber gegen denen geist» ^ Feinden, darf man sich ausdiesen Vor« el^/keine Rechnung machen: Man hat, wie es ie k ^FNgemeldet worden, allezeit Ursach die« ^ zuforchten. ES ist deßwegen am sichersten/ man rhnen alsobatd widerstehe / und keine 2" d'mstliche Zeit verliehre. Man muß es j, wie die Belagerte in einer Vestung, sie - wahren nicht nur den anvertrauten Platz selb« sondern auch die abgelegneste Aussenwerke: den, ^strpten, so viel in ihrem Vermögen ist/ s Men Schuh Erden, und lassen sich nichts/ zubeschützen wüffen, abnehmen. Die zweyte Regul, welche mit der er« ^^.L^sse Gleichförmigkeit hat, ist, daß man sg. r^n Trüffel keine rheiisame Gemein« ^ Ma" muß ihm nichts einräumen, sld - M es immer seyn mag. Gewüßlich/ wer nbiidet, man wolle ihn darmit abfertigen/ ^' Man ihm etwas einräumet, und man könne L L var« Das zwey« Buch« von Beharrlichkeit^. dardurch mit,h»ie zufrieden kommen/vrr kcnl^ ihn noch nicht recht. Erwirb dardurch nur de>>" mehr angereihet/ auch das übrige zuerlangen und was man ihme zulasset / gibst ihm an die Hand/ auch daszuerhaschen/ waS-M" ihme versaget. s. Was man geduldet/ magwolelwatt^» ein Füncklcin seyn; aber wie oft siehet rümi/ U aus einem Füncklein ein großes Feuer entsteyc- Es ist nurein Schritt/ aber ein Schritt/0' man an einem gähstützigen Und schlipftigenBe^ thut. Wann man einmahl anfangt/ so kan ma» nicht mehr aufhören zulauffm/ bis man aim' Fuß desselbigen kommet. .. 6. Es scheinet zum Exempel/ man könne ki>a ohne Verdruß alles widerlegen / was man rct wider die Wahrheit/ Reinigkeit uodLM! reden. Es scheinet/ man dorffe es wol gelten^ sen/ und scye genug / wann man demsellE in dem Hertzen nicht beypflichte. Aber man o wieget sich hierinncn. Dann (zugcfchweE daß Gott ein mehrers von uns erforderet) man man dergleichen Reden ohne Widersprecht anhöret/ sogcwehnetmansichdarzu/ daßw" dardurch nicht mehr beleidiget wird / bald ^ net man sie mit Lust anhören / und zuletst macv man sich kein Bedencken / selbsten sich dereill gebrauchen. Eben dieses geschiehet auck) mn» deren Sünden / und ist keine so groß/ zuveh man nicht / nach und nach durch die geringes angeführet werde. . . ^.1ll. Über dises alles muß man/fur d/e dt te Rcgul/die Versuchung mit Unwillen u ^ A ir tu s° tt il si ict D !li/ ,t«l «ll ,lir >ei> -rS B >cr! c»< i>r/ !-l- zeü i»/ B ,eii a» ep Skl jl,' ,,p e" e" 1» K? - in der Vdttsekkgkeit. Tap. 1 ^. ^scheuhen ab derselbigen abrrejben.Man Auß es machen vg^Chrisius/welcher zudem Muffel/ ja zu seinem eigenen Jünger/ da er ihme 'Mefraget einen schädli chen Rahr gegeben / ge- ^thal: (r)Hebe dich von mir/Saran! M'aN Mß es machen/wie der keusche Ioseph/welchec iu «einer gebietende Frauen gesprochen: (b)wie ich ein so grosses Übst thun/ und wider ?^tr sündigend Man muß es machen wieDa- I» u ^^Her zu dem Abisai/ da er von ihm Er- ">Ubnuß batechen Muhtwillen des Simei durch vklsen Tod zuhjndettrsiben/gesprochen:(c)was dabe ich „uc euch zuschassen ihrIxinder Ze-, ,">ah. Lasset ihn fluchen: Dann der Herr es ihn geheisseu/fluclreDavid: wer kan sagen; warum thust du also ? ^ 8. Die Ursach ist/ weilen man die Sünde/ zu . ^n uns die Versuchung zuführen suchet/nicht Merst/ als mit dem gröffestcn Llbscheuhcn anzu- s-vkn hat.Jch habe indem vorhcrgehendenBuch öeiviescn/ daß man die Sünde über alles hassen/ M kein Ding für so abscheulich/ als eben sie an- lMn solle.Wann man nun difts Sinnes ist/wie allezeit/ bevorab bey vorhabenden Anlassen A muß/ so ist es unmöglich / daß dieser Wider» nit auch aufdieVersuchungen setber/ss uns Wn zuleiten suchen/sich erstrecke/und daß man "M mit allem Vermögen und Gewalt suche/ so allergefährlichstes Übel zuhindertreiben. 9. I V. Viertens: Man muß; mir ^sach- nnd aller möglichen Benruhung wh X ; berste- lV. io. XVl.(b) -, Auch Mose XXXIX. ^--SLn.XVk.r«-. Das.nveyee Buch. Von Beharrlichkeit ^ verstehen. Es gibt Anlaste / bey Venen mar> nur einen Theil seiner Kräften anzuspannen ha - « Dann dieses ist das gemeinste Mittel / dM ^ bige zusparen / und auf andere nohlwendE Zähle auffzubehasten / als bey denen man l>° m»t mehreren, Nutzen anzuwenden weißt. ^ , der die Versuchungen / sind von dieser geweht liehen Regul außgenommen. Es iiget uns viel an dem Sieg über die Vergebungen / vab r wir das geringste darzu hinlängliche ^ nicht versäumen dm ffen: Zudcme / wann w» ^ unsere Kräfte auf diese ÄZeise anspannen /!° s werden sie dardurch nicht verringeret / sonder» ^ vermehret. v ro. V. Endlich: Man muß widerstehen mit einer heiligen Lreymühtigkeir/ welch' bey uns entspringen solle / theils aus der Eh" s die wir darvon haben/ daß Gottunserm Kawpß r den wir antretten/zusiehet; theils aus der Ftts>' j, de/ die wir billich darüber empfinden sollen/ d>^ § weilen uns Gott Gelegenheit darbietet/ vor>^ me die Beweißthume unserer Treu und Ebr»' ^ bietigkeit/ vorzuweisenUnd theils aus derV^' y stcherung/ die wir haben/daß er uns seinen s stand nicht versagen werde; eingedenck/daß der ^ Apostel uns lehret / sst) es betreffen uns vur ^ menschliche Verstrchungen/und daß Gott t, treu sich bey dem Äußtrag der« li selbigen erweise. i! (ö) i.LormtK.X.i). r MZ)(o)(§L8« h ill rl. el/ re si- iß !>/ >ik so l-II B ht t/ 'ß il/ je/ h- !k' !t» ek it tn der Gottseligkeit. Lap. ,6. Das XVI. Capitel. Die Mittel / welche man denen Versuchungen zuwioersteheu/ anzuwenden hat. *MAMlsmanbißdahingehöret hat/ zeiget D ML gar deutlich an / mit was für einem Emst/ Liffer und zugleich behöriger Behutsamkeit > man die Versuchungen zuü- ^rwinden habe. Aber man siehet daraus we- dre sonderbare Gegenwehr / noch die Mittel/ so darzn anzuwenden sind. Da- ^l> n wrrd es nicht ohne Nutzen geschehen/ ">Mman die nachtrucklichste derselbigen/ an- «"gen wird. . 2 . Das vorderste und notwendigste/ so ^er zuthun vorfallet/ ist/ daß man Gor«» !es Beystand darzu anstehe. Dann es sind ^ dieser Sach drey Dinge von gantz gleicher VewüßlM. Das erste ist / daß uns dieser Beystand Lottes mir Nutzen zuwiderstehen/ unum^ Anglich ganrz nshrwendig seye. Ohne die- ^ Beystand kan es änderst nicht seyn / als daß ^zweyen eines geschehe: Eintweders werden M under dem Angrifder Versuchung/ erligen Leiben, und in die Sünde fallen / zu dero fie anreihet; oder/ wir werden uns der Sünde enthalten; aber aus lasterhaften Ursachen/ Elches vast eben so viel ist / als wann wir sie schlich ^gangen hätten. Damit nun wir unS füglich und aufeine Gott angenehme/uns g>m X 4 -Peil ?rs Das zweyte Buch. _. Heil dienende Werfe der^ Sünden emschlagt^ s mögen / so ist vonnöhcen / daßuns Gott mit s"> c ner Gnade beystehe. (a) Dhne mich kostet ihk ylchrs thun / saget der Sohn Gottes. WaP » hastig wir sind so schwach / und unsere Feinde s so mächtig / daß sie uns / ohne allen Zweiffei»' ^ verwinden wurden / wann uns die Gnade sollt < versaget seyn. l 4. Das andere/so hier als eine ungezweiM Sach anzunehmen/ i>i/ daß man keine Re^ ' habe/diesen Beystand zuerlangen/wanittk nicht außgeberren wird. Ich sage nichtE ' Irucklich / man erlange denselbigen nicht/ was ' bitte ihn dann aus. Ich weiß wol/ daßbißweilell i Gott so barmhcrtzig ist / daß er auch denen hE ' welche seinen Beystand nicht begehrt haben. M l sage aber/ dieses seye eine ungemeine Gnad/ unl> ' welche die Reguln seiner Fürsehung überseht^ te. Das allgemeine Gefatz/welches seine Barn" ^ hertzlgkcitvestgcstellet/ gehet dahin/ daß erseht Gnaden auf unser Gcbett erfolgen lasset / daß dahero diejenige/welche ihn nicht darum tE rüsten und bitten / gany, keine Ursach haben / aus dero Empfahung / die geringste Rechnung ^ machen/ ja / daß sie^ l nicht augenscheinlich sehen/daß ein solches l ein falsches Gut seyn müsse / dieweil es ma " daß wir darüber den grössesten und abschmiß sie» Jammer außzustehen haben? . ! 10. E» ist auch sehr gut/ daß man si^ > . erinnere/man habe in demAamps/wetchc" man außstehec / die Ehre/ Gorr j'elvsten» einem Zuschauer undRict)ker zuhaben/w^ cher offene Augen auf uns bat: Und wann M r gleich unsere Sünden/ welche wir begehen wo> lenz vor denen Menschen verbürgen käuten/ 1E es doch unmöglich / daß wir sie der Er^anNE eines solchen Gottes / der sie nicht änderst m* 1 verdammen/ verfluchen und straffen kan / entziehen können. . t i.Esistautdaßmanbedenckc/wieerschrocr ^ < sich Gottes Zorn seye / deme man sich durch o>° Sünde underwirft/ und daß man dasjenige/ ' hiervon schon in vorgehenden Capiteln vuha>^ > delt worden/überlege. , ' ra. Vor aus und an aber / solle man sich A ' das genaueste / als es seyn kan / die S">^" ^ welche man zubegehen versuchet wird / vorsieh ! machen. Man muss wol erwägen/ alle dero ew i scheulichkeit / alles so daran dem Willen Gott* zuwider ist / und alles / so da streitet mit dem Pflichten/ zu welchen diejenigen/ die in dem ltchen Stand / der Kindercn Gottes zusteht ! ÜN- lau ite/ ,cl/ ich ^ )ch vir o>^ uß lli! en ck )>e ss IV ui e/ >S b- ell tt« 1 / ^ in de r Gottseligkei t. C»p. ,7. ??» ^ Ehre haben/ verpflichtet sind- Man muß sich vorstellen / alle die Folgereyen/ so eintweders ^ in Zeit / oder in der Ewigkeit aus der Sünde ^stehen können. Wann dieses alles uns nickt von denen Sünden abhaltet / so weiß ich nicht/ »vases sonsten thun tönte. _ Das XVII. Capitel. Aon etlichen andernMtteln/wel- u)e djenstlich sind / uns in den Stand Wellen, daß wir in der Gottseligkeit behar- ^'u können/ von denen anderstwo mitmchrercm Sttedct wird. Wie ailch von dem / was die Gerechten/ so gefallen sind/ zuthun haben/ damit sie wider aufstehen können. 1 . W Je Mittel/ welche wir eben jetzt A angewiesen haben/vermittelst de» h ^ ren man sich in den Grand / bey /o «Norrseligkeir znbcharr-en / seyen kan/ nichr die einzige / so hierzu dienen 'wen. Es sind nochmel andere übrig/ welche dn u ^ floringcrcm Nachtruck sind. Man re« k^oer anjetzo von denenselbigen darum nichts/ gs^oilen zum Theil schon einige sind anHezo- « " worden / zum Theil aber / von denen ubri- dem folgenden Buch / Meldung gesche« kei^ hat schon von der Machtbar- ^ "ud Einsamkekt/ als zweyen zu V>cr- der Sünde sehr nützlichen/ ja ei- « Zürcher zureden/ unveriMdenlich nshe« wendi-- Da« zwcpreBuch. von Beharrlichkeit wendigen Mitteln geredet. Dann das erjtt/ oder die Wachtsamkeu betreffende/ wie wil >na» sich verwahren können / daß man nicht von pe Sünde übereilet werde/ wann man nicht inB» in genauer Beobachtung stehet / so wol sei^ selbsten/ und seiner Handlung; als alles E , nigen/ welches in unserem Hertzen und GenE eine widerwärtige übele Eintruckung vermiß chen möchte ? Betreffend das andere/ oder^ Einsamkeit / wie ist es möglich/ in der UnsäE zubeharren/'wann man sich zuviel mit einer sehr verderbten Welt/wie diejenige ist/ in der'» wir leben/gemein machet? z Es ist bißdahin noch nichts genieß worden/ von der Lesung desMorcs b, tes / von den: sioiffigen Gebrauet) der 9^ trachrungen und des N^achsinnens/ vo» denen Todes - Ged uommeu/ in dem folgenden Buch / da es be»^ dann allhier wird geschehen können / darvo»'^ reden. DieUrsach ist / weilen alle diese DE bequem sind / etwas mehrers / als allein die harrung in der Gottseligkeit / außzuwürcM' Sie rnögen auch unser Wachsthum darin»' beförderen. Dahcro ist es rahtsam / daß darvon zureden / so lang verspahren / bis s" diejenige Dinge undersumen / die uns zu dick'' jweMi Stuck unsers Vorhabens/ den Wen können. s r r sie/ iia>> per wer >ner üht! rs^ l>i>. F cp der ott' )e-? o» /(»j »S> ;u- >§r Se- eil- ,<» vik v>r ci" ?G inde kGortstltgkeit. Cap. 17 . ;;; Es hangen zwar diese beyde Absehen l^Ienauaneinanderen/ das) eines aus den» anderen ftiejscc. Dann gleichwie cd unmöglich daß man in der Goltseligkett wachse/ wann nicht darinnen beharret: Also iit es auch !,^aus schwer/ ohne Wachsthum / darinnen iadeharren. Es achet mit der Seele vast eben ^>e mit dem Lew.sÄlan werbt aus der Ersah- ^9/ daßdi-MigeStellungen/ durchweiche, fandest und,-hne sich juregen/ stehet / viel be- Vweriicher und Mtühcsamer außfallen/ als die Hewegungen/Durch welche rnan fortzuwandeln mrchtek.Eln jeglicher kan alsbald bep sich sechsten ^Mercken/dgß er viel eher ermüde/ wann er um. ^veglich gust echt stehen^als aber/wann er fort- Wen solch. Esistebnermasten viel leichter in des ^ottseiigke,t fortjuschreiten; als aber immerdar ? Michel ZOand/ ohne Fortfahren oder Him ^tltchqehen/juverbleibcn. - t. Ia/das Wachsthum stlbsten/um wel« man in der Gottseligkeit stet) zube-» Gerber, harz ist ein verwunderlich furtref- , ches VNittel/ beständig darinnen zuver- ^tren. lsnd das um so viel destomehr/ wer, wan gar leicht fasten kan/ daß/ je weiter 'd ,n der Heiligung kommen ist / je leichter Mn auch die Versuchungen überwinden könne. Mir, hernach deutlicher jum Vor- i. ^-^lchhätteansetzo2lnlaßzureden/von .Er Pflicht derjenigen / welche das/ so biß- ^l)ln gelehrec worden/ nicht beobachrek en/ und danahen in eine oder die anders zweite Bück. Von Beharrlichkeit von denen Sünden/ welche das Gewusse" so jämmerlich zurichten/verfallensind. Ä- der ich achte unnöhtig/ mich darbey aufzuhalten- Es kan jederman von sich sechsten abnehmen / daß diejenigen / welche in dieses sin- glückgerahten/ alsobald darvon durch eine aufrichtige Busse/wider aufstehen müjsen- Alles/ was ich in dem vorhergehenden Burß von der Büß des Sünders gesagt habe / schicket sich auf die gefallne Gerechten/ und waast sich etwas Underscheids darbey hersür thut / >o beruhet alles darauf/ daß/ weilen die Fehlere dieser leisteten/ wie in einem absonderlichen Ca- pitul ist dargcthan worden / viel abscheulicher sind/hienm auch von ihnen ein viel empfindlicherer/ und das Hertz mehr zerreißender Schnitt- tzen lind Traurigkeit erforderet werde. Es ist/ mit wenigem alles zusagen/ gantz billich - daß das Artzney-Mittel/ mit der Grösse des Schadend eine Gleichmaß halte. Weilen nun dieser überaus groß ist / so muß auch die Traurigkeit darüber überaus heftig seyn. Das XVIII. Capitel. Der leiste Staffel derBeharrliH kett in der Gottseligkeit. Man muß ni^ mahlen geschehen lassen / daß sie sich vergenngere. >O viel hab ich von dem dritten Skafsi'l derBeharrlichkeit in der Gottseliger fürzubringen gehabt, ^ch schrey nun zu dem vierten. Er bestehet/ wie «cy schort st! Nl u, b. bi L bc b« d- rr U d« t>< L st« d« hc st! st! N iv d« >n rs td ädi InVerGottseligkekt. Tap. >8. schon Anregung gethan habe / darinnen / daß "'an zum allerwenigsten sich in dem Grad ^>d Staffel der Heiligung/in deme man ist/ ^vcstige. Ich sage / zum allerwenigsten/ vlcrveuen ich in dem folgenden Buch / darzu, >yun verhoffe / daß man sich um etwas höhers Arbeiten/ und nicht nur in der Gottseligkeit zu» harren; sondern auch darinnen zuzunehmen Missen solle. . kleine Meynung ist/ daß man auf ^em lDeg dem Himmel zu / niemahlen zu- schreiten solle / und daß es ein grosse« ^uglück wäre/ wann man an statt etwas ^aran zugewünnen/etwas verlieh ren wur- ^ wie auch dieser Verlurst seyn mochte. ^Mit man sich aber dieses desto genauer vor, Men könne, so ist zubemercken / daß man diese Acharrlichkeit/ von deren ich rede/ auf zwey anschauen könne: Emerseits/in Ansehung gantzen Lebens; anderseits aber / in Anse, Ms eines jegliü-en Theils desselbigen. In An. Mng des ersteren / beharret man in der Gott, - Meit, mann dieselbe bey dem Absterben des "'kuschen, nicht geringer ist / als sie zu der Zeit ^ da man ist bekehret worden. In Ansehung ,, ! ^ Ersteren beharret man in der Gottseligkeit/ Mnn man bey jeder Zeit des gantzen Lebens iin- "erdar darinnen so weit beförderet ist / als man , ^^len in denen vorhergehenden Zeiten setz- Wann ich nun sage/ es seye unsere Schul, Lkrit/zubeharren/ so verstehe ich es nicht in dem '^ren Absehen: Nicht/ als ob solches nicht nsht. ^6 Das zweyte Bu ch. Don Ächanlichkeit ^ inohtwendig wäre; sondern dieweilen dieses/^ Ne dein ilnmcrdar geschieht / wie ich hernm zubehaupten verhoffe. Meine Meynung wir sollen niemnhlen zuruk weichen/ waH wir gleich hernach / durch die Eilfertig^ in unseren: Wachsthum / das zuvor duw) unseren Uufleiß verabfaumece/ wider ei^ zubringe,: wüsten. 4. Das ist im übrigen eine Sach/ die allzuviel geschiehet. Es gibt gewüjse Zust« ligkeicen/bey denen man -einer sechsten vM gisset/ und da das Fleisch den Geistübett^ ter, Wir sehen diseü an denen Sünden DaE Dann wer wi! zwetfim/ daß sein Zustand E allein dazumahlen / als er sie begangen; sonder« auch die gantze Zeit durch / bis aus seine BeE rung / viel elender gewesen sepe / als in der welche seinen Fehlern vorhergegangen ist? ^ s. Ein gleiches kan einen: jeden / wer r auch seyn mag/ begegnen / und ichzrvei^ sehr daran/ ob jeinand anzutreffen seye/^ me es nicht begegne, Man solle deronE sehr angelegenlich auf der Hut seyn/ und M sechsten wol erforschen / und seinen gegenM tigen Zustand / mit dem vorhergehenden / S«' sieiffig überlegen, . 6. Damit man stchaber nicht bekrieg solle man sich nicht bey dem äusserlich^ Schein aufhalten/ noch von sich sclösten a« den: ersten Anblick urtheilen. Wann man Gach nicht in der' Nahe deutlich beschauet/ inan gar leicht in Irrthum und zwaren auf derschiedenliche Wege/ verfallen. »: dc d- sie ch. 8- il> te> sil ar PÜ si. w si. tz! ari di, d-l i)ä üb sie he kii si'i rv, sici ioh» . 7. in der Gottseligkeit. Dann anfänglich könreman also sich ^ ^_ ^ ^ ^ ^ . ist- I» eii A iri- ilic fiil- er- ?e>- B er» eil/ >ek ist- de- f» W äk- e» II» »il seinem viel übelereii Zustand befinden/ »'-nn ,nan sich einige Zeit vorhero befun-- 81!' zwaren / als ob man sich in der verböseret hätte; sondern bisweilen man Mselbsien mit einem grösseren Fleiß undersu- und in nähere Erkantnuß feiner selbsten/ fanget ist / welches / im Grund von der Sach Meden/ sich nicht verböseren; sondern Verbesse- re» hcisset. Dann es ist allezeit gut/daß man sich >e>ver wol erkenne/ und es sind wenig Dinge/ man einen grösseren Fleiß zuwenden ver. 8. Demnach kan es geschehen/ daß man uch einbilder/ viel verlohren zuhaben / die- ^rlen man nicht mehr solche Sachen be^ -^befindet / die man zuvor hoch gefcha- ^ bar; Mer die / in Wahrheit / dessen nicht x Mt sind. Zum Exempel / man findet täglich ruthe / welche sich es für ein grosses Unglück ^rechnen / daß sie nicht mehr den Trost und -Zufriedenheit ihrer Seelen empfinden / über .eiche sie sich zuvor sehr erfreuet haben. Sie Mten billiche Ursach / traurige Gedancken dar- ^abzufassen / wann diese Zufriedenheit und ssW / wären Würckungen des heiligen Gei- !'es gewesen. Gleichwie es aber öfters gesche- A- 'an / daß diese Ding nichts anders als ein »Obtrug unserer Eigenliebe / und eine Wür- einer strafwürdigen Sicherheit sepen/ als» j. wir durch dero Verlurst / nichts verschlim- g bwk; sondern in einen weit glückseligeren Zu, '^d/persetzet. D -.Es Das ^cbsrrl'.chkeit^ 9. Es ncjchlehri ouichgar oj r/ daß ^ gewüsse VVürctungen der Belchasfenh^' lind Neigungen des Leibs / für wahre 2 .^ . genden aichher. Gleichwie aber diese Neigu^ ^ gen^ vielen Veränderungen underworffciis«^' ^ Also kan es sich leicht begeben / dajj wo ' diese falsche Tugenden / nicht mehr an sich, l^s ° sken gespührer / man sich die Einbildung falsch ^ tich machet/ die wahrhaftigen Tugenden verlos ^ ren zuhaben. . ^ 10. Am meisten aber / machet man jm/ ^ gar groß / wegen einer gewiiffen Gatti"'!l ^ der Unschuld / welche darinnen besteh^ daß man diejenige Sunden nicht bega^ ^ gen / -u welchen ma»i meinahlen versi»"'^ >. worden / ungeachtet man fertig wäre / datt>" . zuverfallen / tvann inan ein wenig nachtruckM , darzu verleitet wurde. Und wann inan würckM ^ darein fallet/ mcynet man / man seye viel schlag ^ euer worden / als man zuvor gewesen; tt>or»' ^ nen man sich gleichwol bekrieget. Dann es ^ ^ wahrhaftig ein geringer Underscheid darz^u ^ schen / ob nran eine Sünde würcklich begehr" ^ der ob man immerdar geneigt scpe/ diefelbige- begehen: Laut deine/ was wir schon darvon ^ gebracht haben. ^ . 11. Ich wünsch ete deßwegen wol / daß E auf alle diese Dinge gute Ächtung gebe/und dass ehe man durch einen gewüffen Schluß/von Zustand/ in welchem man ist/ dir Rechnung ^ chek/ er seye viel kläglicher als derjenige/ in man zuvor gewesen/ man mit möglichster S,E fältigkeit eines und dgs andere überlege / M'/ _In der Gottseli g keit. ig gleicher Gestalten / wann man die Christi "che Tugenden / nicht mehr so flüssig ausübet/ jvann man weniger von solchen Dingen verricP ^welche aus dem Glauben/ der Hofnung/dee nebe Gottes/ der Demuht/ der Selbstverläuge "ung,der Liebe vesNächsten und andernHauht, ^ugAiden entstehen. Wann diese Verrichtun, W schwacher und träger geschehen. Wann man mit mehrerm Widerstand und weniger Freu, de/verrichtet. ,, 'Man muß über dieses alles/ noch aufein ""v anders wichtige Stuck / Achtung geben, ist utchrs ungew-hntes/daß recht fromi Leuthe/ sthwermührig sind/und es ist okkqnt/ daß dergleichen traurige Gernühts-Art/ D ^ machet/ ?4o Das zweite Buch. von Beharrlichkeit ^ machet daß man nicmahlen mit sich selbstcn gnüget ist, und alles für übel aufnimmst. Es hiermit leichtlich geschehen / daßdieVcr^c^ die man sich sechsten gibt/ keinen andern haben / als die Leibs - Beschaffenheit/ in vcm> man sich befindet. 14. Das ist fürnehmlich die Ursacb / ren ich die / bey denen Lehreren der schen Kirchen/in ihren Schriften übet e" se Mareri / so berühmte Zerschlagend Traurigkeit/ und innerliche Berrudnüsi^ von welcher man vorgibt/ daß sie duftig denen gröffesten Heiligen errege/ sie dardulw^ bewähren / und zu mehrerer 'Vollkommen' zuecheben. Aber (zugeschweigen/daßausdew jenigen/ so wir allbrrett angemeldet haben / ^ hellet / esseyeschwerlichjubcgreiffcn/ daß'E etwas strafbares darmit undcrlauffe) es bev» cket Mich / es seye solches viel wahrschcrnM ^ v> b- I- ei li, N, tn 8c 8' fi- zulege. Man schreibet sie gemeiniglich einer ^ mittelbaren Würckungdes heiligen GeiM^ : mrch / es seye solches viel wahrsche.. der Herrschaft des Leibs über die Seele " dem sonderbaren Vermögen der Schwerins, welche die Menschen allzusehr erschöpffet ^ ruzumessen. , rs. Es ist/ meines Erachtens/ naturiM,^ gedencken / dieses / was ich eben jetzt ge>^,^ begegne denenjenigen / welche ein vcrb^. tes Geblüt / durch zuvieles gasten / Schweigen und Underhalten solcher traE^ Gedancken/ die mit ihrer schwermühcrqcn ^ übereinstimmen / bekommen haben. Man' nicht iäugnen/ daß dieses nicht zum weriM^ le lul -Y, 8u Nc! sn ko dq he, trl, ^ ln-erkNoftWaf^r. Tap. iy. »4» ^ zu dieser Sach beytrage. Es ist also v, l f»li s^nunkt näfflczcr - auf diese Meynung zufallt ^; als über sich eine übcriwtürliche Würckung vi>s b ld>n / welche der gewöhnlichen Weise xt!i ""d den-n gemeinen Besätzen der Gnaden / die ^an je langer je freudiger' beobachtet / je mehr jn ^ ^gil^jgkeit zugenommen hat/ so „i- 8ar zuwider ist. )ie> l 6. Es s-ye aber dem wie ihm wolle / so ist eS -ic/ / dech man dieses wol beobachte / damit man ,e" Laicht selbst ohne Grund und Ursach quele. z„, ei« i"! er> l'et !IlV ^ Das X I X. Capitel. es ein grosses Übel seye/ ^>n man kn die angedeutete Nachlas- llgkeit verfallet. Wo er solches komme. Und wie dcmsclbigcii abzu- r Olsten. Hl is^As ich gesagt hab / kan oft gesche- ElMZ henzdoct) ist gewüß/ daß e» nicht allezeit geschiehet. Mar. hat rutl ^ E gar zuviel Ursach / sich sechsten an- ' ^gen / daß man auf dem Weg nach dem --Mrnel / hindersich zurück weiche. Die Heili- ^ ?3 / hat wie andere Sachen / so wol ihr Äb. >)Men / als ihr Zunehmen. Der Eiffer/ last ^lßweilen nach / und alle Tugenden/ Matt werden/ ohne dasirnan eben "uch jn eine grobe und äusserl'che h„, oe verfalle. Wann aber dieses geschie- trübex wir darüber recht empfindlich be- r.Dann -gr D-rszweyte Bltch.V§»r Beharr lichkeit^, 2. Dann zuallervorderift vermehren W>k dardurch unsere Zeit: Die so köstliche Z<-'^ deren nutzbare Anwendung uns die H. SsM so vielfältig anbefihlet. Sie ist uns zu kein-*" anderen Ende gegeben / als daß wir danE in der Gottseligkeit wachsen / und wir lasten In dahin lausten/ ohne ste zu diesem Ende anzuwcn' den. Heißt das nicht die Zeitverliehren ? wie wir dieselhige sonsten immer anwendend worzu wir sie sonsten gebrauchen/ so wirdl^ doch alsdann nicht zu dem sürnehmsten/ wichU > stcn/ allein nohtwendiaen / und allein rechts sigen Gebrauch/ angekehret. ,, z. wir mißbrauchen aufdieje weise ^ le andere Wickel/ die uns Gott zu ebenes sein Ende hin/ so reichlich mitgetheilet hast Sein Wort/ seine Sakramenten/ seine ZE gungen/sein zeitlicher Segen/ seine Gnaden!? nes Geistes/ seine Langmuht sechsten / seine G, hult/ mit einem Wort/ alles was uns zur gung beförderen kan/ bleibet unnütze/ wann^ darinnen zuzunehmen/ versäumen. Wie wo^ wir unserem Herren / wegen diesen reichen -rH lenken/ die er uns verliehen hat/ Vermahlen e»^ .Rechnunggehen können/ wann er vieselbigevr uns am jüngsten Tag erforderen wird ? werden wir /-die Ungebichr unsers Verhalt - zubeschützen/ oder nur in etwaszuentscl-ulvig^" fürbrinqen können? . 4. Wann wir uns aH verhalten/ sa^ sprechen wir dem Absehen Gottes/unds. ^ jcrer eigenen Schuldigkeit gar übel. ^ wil/ daß wir fortfahren/ wie hernacl) wi^ k d, e> C d> d. st 8 st d le is v cl lc v d st d h v l< ii st r 'lk lt/ >ß ei !'« -Ii« sl> sie O. >äs- ab >,e- K' )li- sä- ilb p>e icü >0^ ,c^ !»» isi !»/ rib i»' sll st» > in der G ottseligkeit. Lap. , 7. _ ^hm seyn; aber an dessen statt weichen wir hin- versich und zurück. Gott wil/ dasiwkrdemZihl unjers Berufs / uns näheren sollen; aber wir ^fernen uns darvon. Wir kehren gegen dem ^-Wpttn dieser Welt um / dawirdochbestan- ^ach dem himmeiischenCanaan/ forlwan- s - Die Heiligung / ist eine ft> ksstlict>e ^^ch/dast anä) kein Theil an derseldigeir h' Erring ist / dessen Deriurft niGr für das ^^seste kl -wl schalten seyc. Der Schaden/ Elchen diejenige leiden/ die in ihrem Hcrtzen .^selbigen ^eit- Glauben / von deine unser Eruier in dem Evcmgelio redet, und alle-die Änrei« Hangen/ so dieser Glaube zu der Gottseligkeit in l)Nen Herfürbringen kan/ausilöschen lassen/ist für "Mszurechnen/wann er mit demjenigen vergli» ^en wird/ was sich die Kinder Gottes entreiffen "MN/ wann sie in das Übel / non deine ich rede/ Mallen. Dann was diese vcrliehren/ war ein ^crck des H. Geistes / des Geistes der Wider- Mirt und der Kindschaft. Es war ein Stuck Ebenbildes Gottes/ in ihrem Hertzen, tnde- ^ ^sieben denjenigen / so sie annocb behalten/ ^^Dfand ihrer Erlösung/ und die Erstlinge ih» ^Erbs/bestunden. . 6. Es war hiemit etwas weit kosilichers und Mlichers/ als dasjenige/ so die Zeit - Gläubige .Mbren haben. Indessen ist gleichwol dieser Klieren Verlurst entsetzlich groß/und stürbet sie .^'" unvergleichlich grösscrs Elend / als sie son« ssN betroffen hätte / wann sie immerdar in dem ""glauben/ und denen daraus herfürguellendcn A 4 Miste- ?44 D0"Beharr!ichk^t^ > Miffaharen beharrer wären. (a) Es ; ihnen heiser/ saget d/r heilige Petrus/ ^ sie den Weg der Gerechtigkeit / nicm ^ kennet harren / dann daß sie ihn E , nen/ und sich kehren von dem heiligen tv ^ bort/ das ihnen gegeben ist. Wie groß I « le dann die Vestürtzung der Gläubigen st'/'. . wann sie sich des alles andere an Wehrt u ^ Kostbarkeit übertreffenden Schatzes / ^ den lassen? 7. Dieses wird noch klarer Herfür scl)"^ wann man die Mühe nimmek / ein wenig Ursachen dieses Übels/ nachzusinnen. CSl' einige / welcherhalben es das Anscheinen als ob sie dieses einer einfältigen Hjnderhaltu's der Würckungen des heiligen Geistes / tn u fere Hertzen zuschreiben / und ich bin eben nu / nen/ ^ so gar darwtder / daß nicht daraus eine che Würckung entstehen möge. Nu.r gc. . ich zubehaupten / daß / wann dieses scho" ^ unmittelbare Ursach dessen / bißwcilen sey^/^ gleichwol nicht allezeit die vornehmste und e>>^ seye. Ich bin mit dem heiligen Äugustino-^, sen beredet / Gott verlasse uns nienrahn ^ wir verlassen ihn dann zuerst. Jch^^/ mit diesem Lehrer beständig auf der MeyE^ daß in dem Bösen unser Wille allezelS^ Altfang mactw; wie hingegen in den» ^ , eender erste Anfang allezeit von Gatt kommet. Aufdisen Grund michsteurende deich/ wir müssen/ wie in anderen Dinge^.^ auch hier die -Quelle dieses Übels / bey uns 1 sten suchen. ^ (r) r> kccr. It. rr. penckt ^ r- b st li '.tt e>^ so!- L eki/ ie>t kli!> > F> ,liA> chl so!- pie igs <>- 'S/ e" B-l ib-^ - —in der Kattleligkeir. Lap.iy. ^45 < 8- Meinem Beduncken nach/ kommen hier l,^i / welche diese Mürckung hinter .,^ Wn zusammen: Die Grösse unserer na- litvk Verderbnuß / welche die Gnade E ch nicht gar außgetilgct hat: Die Eincru- s. welche von denen vielfältigen aus- Vorwürfsen und Anlässen ent- ipringet/ und diese Verderbnuß underhaltet; ^ "nsere liederliche Hinläjsigkeit/ diesen s ',"'Uckungen zuwiderstchen. Diese Dinge zu, ,, / erwecken in uns dieselbige Lauigkcit ^^^rägheil in der Gottseligkeit, von welcher v. 9 . NsZan urtheile nun hieraus / was für ^.erwiese man sich selbstcn zugeben habe. ivvi ^ewüßlich, wann dieses überall änderst, Ne(LiV von UAsherrührcte/ und wirket ^ schuld daran hätten / so wäre es mehr unser ha» ^ als aber unser Verbrechen / und wir ab?/" unser zubeweincn / grosse; darüber zubesiraffcn/ gar keine Ürsach. steil 5 wir aber sehen/daß wir diefüruehm- daran sind / und uns nicht nur unsere dg^^rbnuß; sondern auch unsere Hinlässigkeit ^"^/ so erhellet daraus / daß unsere en,^8kejt darüber / weder zulebhafc noch zu, pstndlich seyn könne. I Q _ / , Im übrigen/ ist eben diese Trau- ^ das« ' ' ^ Zuheilen viap uvrigen / gr den ^ das erste Mittel/ so diesen Scha- - muß angewendet werden. stx puffen darüber vor Gott unsere möglich- ten / außschütten/ und ihn demühtigst bit- / vgß ex nns diese Hinlässigkeit/ deren wir D s uns Das ^vkyre Nach. Behanlickkctt _, uns nicht entschuldigen können/ in Gnaden vcr^ ki gebe. Wir müssen erkennen / daß sie nicht ab n derstals höchst strafbar ftye/ simemahlen si^' der die höchstwichtigen Dinge / nämlich / si Dienst Gottes und unser eigene Seligkeit / d erstrecket. t< 11. Aber das ist noch nicht genug, wir m"r v sen ihn um allen Beystand seiner Gnade'" d diesem so grossen Übel zudcgegnen / auch' r! hen. W>r müssen ihn demühngsi bitten/ dap' n durch semeGükeuns dasjenige wider ersctze/wa' ^ ches wir durch unsereTraghechverlohren >?ab^' d lind wie uns an Erlangung dieser Bitte / über , s§ aus viel gelegen ist / also müssen wirnichts >oU bigr desto kräftiger machen kan mnderlaffeii- 8 sonderlich wird gut seyn/ wann man sie mit dc» Hasten begleitet/und so lang dämm anhaltckb' ^ man per Erhörung halben ein zuverläßliche ^ wüßhcit erhaltet. ^ i r. Betreffend.die wütel/ so insonde hcit das Berlohrene wider eii'.-ubringc> dienstlich seyn möchten / so ijl es nichts uöhcen/ dieses Grths daroon znhandlc ^ Dann wie diese Wldereinbriligung eine Art"' Wachsthums in der Gottseligkeit ist/ sintemalen mcin dardurch würcklich/ ob schon nicht Ansehung dessen / so unserer Hinlassigkeil ^ gegangen / doch zum wenigsten in Anseht"-- > der Hinlassigkeit selbsien/ und dessen/ so dM", erfolget/in,der Gottseligkeit zunimmet; alss r^ j hellet daraus / daß man diesen Zweck zuer> ! chen/ .alles das thun müsse/ was man zuw hat/ /damit man in der Gottseligkeit wE.. . in der G ottseligk eit. Cap.i y. ^47 Anne: Worvon wir in dem folgenden Buch/ werden zuhandeln haben. - l Z. Aber es ist nicht genug/daß man diesem grossen Übel heilsam lies) begegne / nur Anzumahlen / wann man darein geraden ist. Ranmuß über das trachten/ihm- ^zubauen / und alles anzuwenden/ was zu Men Hindertreibung/ vamil es nicht eindrehe / ersprießlich seyn mag. Auch hierzu muß hnn die Hand an das Merck legen / und auß-- ''chten / einerseits/ alles was vernTöalich ist zu« schüren / daß wir nicht in grosse Sunden fal- en; anderseits aber alles/ was uns die Mittel unserer Heiligung zubesörderen / an die Hand Leben kan. Dann es istgcwüß; alleswasdiese ilwep UZürckungen zuwegen bringen mag/ dienet auch die dritte zuer» langen. Ende des zweyten Bnchs. Das Das dritte Buch Von Das l. Capitel. Was in der Gottseligkeit wachsen seye. 7sr haben in dem w..,-- - ^ henden Buch gesehen/ ^ viel daran gelegen se>'/^ man in der Goccselig^ beharre.Aber dise Beb^ ,, lichkeir/ wie vollko'N'N man sich diesclbige imer vorstellen >no^^ erschöpfet noch die pflichten eines 2^ Gottes nicht. Es bleibet noch eine an Schuldigkeit übrigzuerfüllen/ deren ,n^ sich so wenig / als der vorhergehenden en-^^ .....«-E gen kan. Nämlich / daß man in derG0' ^ tigkeit wachse/ da dann das Beharren voru gesetzet wird: Das ist/ daß man tägliche> hu l>^ de emWachsthuB Dessen Zan fich rn der BoltseliM zubefteiffigen hat. Si te e>r s.e au st st, au gk! gk! ch. de> 8t! vorher.^ da sie Ä! au stic hu au te, »vi stri in der Gottseligkeit. L«p. >. Staffel »er Heiligung besteige/und täg» neuen Vortheil über die Schwachheit '"^kur erjage. ^ ^ Ich setze hier voraus / daß die Heili« ^ ni' ^ sleeme wahrhafteHeiligungzuseyn » u)ore, herunterkommen / bis auf den hoch« selb/ t>e ^ erheben kan/ ist die Zahl der« l>„,. so wunderlich groß, daß wir sie nicht »«zeige,, wüssen; sondern die Gott allein gantz "^nn" / und die uns einen unermeßlich che„!"' 3^üschen-Raum übrig lassen,inner wel, bete Maß des von uns angewen« Fleisses und Sorgen / die wir darzubrm« '^ottlauffm können. darf man dessen überzeuget werde/ ;w, ""c eine Dergleichung anstellen/ ste,' / e'i sich selbfren und denen fürnehm- ^ Eiligen/ deren Leben und Thaten/uns die H!??ch"tt beschreibet/ als das sind/ Abraham/ «n'd sA Ellas/ Johannes der Täuffer/ Paulus k>ea/n ^Enig andre mehr. Man erforsche sich tzo^oiefe Muster / und ein jeglicher sinne der kig?,««ch/ob er in seinen Handlungen der Rei, Mn.« Eifer/ der Beständigkeit/ der Ent« ^"Freundlichkeit derGedult/welche te eu?.'? gcmtzen Leben diser vortrefiichen Diene« *v>rdk ^rfürleuchtet, bcykomen möge. Nlan l>rid uns euget werden / daß zwüschen ihnen ""v/ eine grosse Weile sehe/ und man noch einen ;qs Das -kitte Brich. poiivem Wachsthum, einen sehr langen Weg zulaassen habe/ ehe sie einholen könne. 4. Es ist indessen ganrz gewüsi/ da§^ auch diesen heiligen iVtanneren / noch vielair der Vollkommenheit ermangelt h^ be/ wie dann Sc. Paulus von sich sclösten jeuget/er halle sich nicht darfür/daß er (a) sth§" vollkonnnen seye/ und die Schrift lehret/ ^ seye kein Nwnjch der nicht sündige. Aderig ist noch nicht alles. Diese grosse s'eüthe/ ha^" nicht nur den Staffel der grossen Vollkomrnc^ heil/ welche allein in dem Himmel anzutrcW ist/ und die alle Wichten / welche unsere SclH digkeit und das göttliche Gesatz erforderet/" ihrem Umfang einschliessct / nicht erreichet; st"! Hern sie sind auch nur nicht so hoch gestigen/ es auf Erden und in dem Stand/in welchen durch die Sünde versetzt worden/ bey dein ^ brauch der gemeinen Hülss.Mitteln/ seynka"> und man hat nicht zuzweiflen / daß sie nicht"" pergleichlich weiter hätten zunehmen könne"/ wann sie sich nach denen äussersten Kräften/ Gnaden so ihnen gegeben worden / dahin beas beitet/ und alle diejenige Hüls und BeyW„ welche ihnen GOlk anerbotten bat / willig er' griffen hakten. ^ /. s il mn fasse nun alle die Grad undb"'. fei der Heiligung uird Gottseligkeit/ Z" chen diese unvergleichliche UNänner b pes/stch hätten erheben können/zusam«'^ wir deneir / welche sie würcklich erlang haben / und durch welche sie über den S ^ stand der geringeren Mindern Gocces/st' si ii, do h' te d S, Ni tk U n« «i eil hc >11 lit Ni tv 'Ik >1 so tr sii — ^ _ i n der Gottseligkeit. Ccrp. k. ^ icheber worden. Man schraucke sich / mit ei- cS Won zureden / ein zwüschen dasjenige/ bl K lnchc dar / und zwüschen das / so man ti- t. wird eme überaus grosse Wei- ^^ren Ende nicht zurrsehen ist/ erblicken/ auf „ man Reiters forkzuwandeln / Raum ^ ^"ug finden mag. Insonderheit hat dieses Platz bey denen hinderen/ welche eben setzt sich bekehret haben, ^wüßlich/ die Bekehrung/ ist eine neue ?oebuhrt/ welche mir der ersteren dieses ge- ^bin harz da» die einte und die andere zwa-- ^ ^l'jenschen; aber nicht vollkommene >>e,'.scheu/ herfürbringec. Sie isteineGe- a, >"ng/ welche zwarm die Gesundheit alsobald; ,^r die Kräfte und Fettleibigkeit/ nicht änderst/ ."ach und nach wider herstellet. Es bedarf ys)'i ^ " "Ey lviurr yergeuer. oevars j "iheund Arbeit darzu. Gleichergestalten muß .'"jeder Sünder / welcher sich allererst bekehret M/ wie aufrichtig feine Büß/ und wie lebhaft ^Traurigkeit über die verlassene Sünden/ , r sey,, mag/ sich sclbsien ansehen/als ein geist- Kmo / welches des Wa6)sens und Zuneh- k,E>is bedarf; oder als einen wideraufstehendcn hEanckmen/ welcher zwar von seiner Kranckheit iß /^ Lknesen; aber darbey annoch so schwach k„^.oaß er kaum einen Schritt zulhum / bey ge- '"gsamen Kräften ist. Meilir dann dem also ist/ so muß er sich Kleinem gegenwärtigen Zustand nicht vergnügen / daß er nicht darnach sx..^>?n solte / wie er denseldigen verdest ^ könne. Aber nicht nur diejenigen / welche vor Las dritte Buch.von dem Wachsthum^, vor kurtzem aufden Weg der Bekehrung gerrss tensind; sondern auch die/ welche aufdemM gen schon ein groffesStuck gelösten finden sich!" gleicher Pflicht verbunden/ und sind schuldigt gantzes Lebenlang/darnach zustreben/wie sieiv^ gehler verbessern/und die Vollkommenheit/««^ che ihnen annoch abgehet/ erlangen mögen. 8- Die Bemühungen/ welche sie diese" Zweck zuerreichen/ übernehmen müssen/d^ stehen in Hernachfolgenden Stücken. . 9. Sie müssen zuallervorderist den len Gocres und ihre Schuldigkeit sorgsi^ tig erlernen / für bekant haltende / daß a«H dre allergelehrteste in dieser (Zach noch sehr vm Ding/ an deren Erkantnuß ein grosses gelegt ist / nicht müssen. 10. Sie müssen dasjenige / was sie rvM sen/ in daswerck richten/und zu diesem^ de hm / vor aus und an die würckliche SurE vermeiden/ und wann sie sich nicht vor allem v" ten können/ wie wahrhaftig solches von nicht geschchen kan/ ehe sie in den Himmelgeia«' gen / so müssen sie doch sich sorgfältigst dahM arbeiten/ daß sie dieselbige auf das wenigste/ a> es möglich ist/ begehen. , ^ i r. Sie müssen die böse/ aus der r" , derbnuß der l 77 acur/ ihnen eingepflanzte Zuneigungen/ verbesseren/ und allen A-, ankehren / wie sie dieselbige dem Willen ^, tes und ihrer schuldigen Obligenheit/ ähnl'M machen können. i2. Sie müssen ihre Gemührs-'^esi"^ gen bemeisteren/ und sich angewehnen/ n>^ Nl se si< «v di dc l» 8c ÜI «>) fe> h k« le v! bl v, «fl C >,1 lr 12. ii,-erGottferigk!>it . Cap. ^ Eigensinnigkeit oder Gahstübiakei't / wie Mrcheils von uns geschiehet; sondern alles mit ^rnunft zuvemchten. s<> seye voraus/sre besitzen tn gewüst !,^Uaß und Grad/ alle Tugenden? Dami ^rönnen nicht für Bekehrte gehalten werden/ ^nn es ihnen an einer einigen mangelt Äber feilen diese Tugenden noch mit vielen Um .Momnienheiten / behaftet sind / so muffen sie ankehren / wie sie diesilbige außbefferen der nohtwendlgen Vollkommenheit drin» können. ^4. Sie müssen diese Tugenden oft anß-s A'en/ und so viel gute Thaten verrichten / als möglich seyn wird. Sie muffen anbey daß sie diese ihre Wercke/ je länger >e ?>ier und auf das Vollkomncste/ als es seyn ^ / machen. » ts. Endlich müssen sie dahin abziehe daß sie alle ihre Handlungen/ theils . dne Zwang und mit Fertigkeit / theils ae ^ / mic Lust und ohne widersprechen/ sichren. Wir halten uns hier weder mit Erkla- ^'^g/ noch Bemessung dieser Sachen aus. ES Falles für sich stlbst klar und unwldersprechlich. ^wil allein nohkwendig fallen/ parzukyun/daß >an diese Sruck alle zusammen fassen müsse/ , dann auch die Mittel zuzeiqen/ die man- die- " Zweck zuerrcichen/^rgreiffen solle. Und dack ^ dasjenige / darvon in denen folgenden » Capttuln/solle gehandelt werden. ^ Z Da» 454 Das dritte Blich. Von dem Wachsthum Das 11. Capitel. Dass uns viel daran gelegen seye/ daß wir in der Gottseligkeit zunehmen. habe schon angemercket / daß viel daran gelegen seye/daß man in Gottseligkeit beharren müsse / und ^ kan niemand unbekant seyn / in was grosses U"' glück sich diejenige stürtzen/ welche wider in ^ Sünden / welche sie verlassen haben / verfall^' Indessen ist nicht zulaugnen/ daß es nicbl überaus schwer falle/ in einer tragen un^ hinlassigen Gottjeligkeic/ zubeharren. ^ könte vielleicht geschehen / wann man niemals" angefallen wurde / und man keine Feinde hcM weiche immerdar unsern Undcrgang suchen. ^ der / weilen uns so entsetzliche Feinde auf de>» Hals ligen/ wie können wir uns einige >v si> iv d- kh sei 2 ri di le le ll nung zürn Widerstand machen / wann wir keine Kräfte und Starcke darzu haben? ^ darfman nic!)tqrosser Stärcke/wann man under denen Versuchungen/ bevorab/ wann heftig und gewaltthätig sind/ erliegen wrl? U" , »»klN'.'», »II»' / / .r»,a ^>1^ ^ul)e>^ ei fc wie wüssen wir / daß diejenige / -die wir zubesok gen haben/nicht von dieser Gattung seyen? g kan sich eines so geruhigen Lebens versichern^ er nicht einmahl zubesorgen habe / er werde ^ wan sein äusserstes / sich vor dem Undergang!^ bewahren/ anwenden mßssen? ^ 2. Es ist uns viel daran gelegen/ baß rr gewüß wüssen/ wir gehören in die Zahl ^ r> je t, ti ?! ?! ^ I n der Hvtcs'Ilgkcst. Eap.r. Indexen Gorreo. . . .. Was für Ruhe können . haben/wann wir dieses nicht müssen? Was ^ ^,1'^ Zufriedenheit / kan die Seele Habens b>che immerdar fürchten muß/ wann sie in dem >>tand/ in welchem sie ist/ und bißdahm immer- kk .^.^'weftn ist/ stirbet / so werde ihr ewiger An- >ck s!? ^ der Höllen seyn ? Indessen ist es gas cs di kl ^ daß man dessen Versicherer seye/ so lang H^ligung schwach und unvollkommen ist. „e ^'?u/ wie ich schon anderstwo gemeldet/ es ist pr j.^^kand etlicherSündern/auch sind dieKeil- ^ '^Mn / durch welche sie voneinanderen under- ^k>den werden/ so unscheinbar daß man sie gak es N witeinanderen vermischen/ und sich in dem ce/ darüber/ bekriegen kan. Die Heiligung wol und leicht zuerkennen / biß daß sie in is erwachsen / und man ziemlich von denen -h, ^w»zen/die sich zwüschen der wahrhaftigen und ak Men befinden/entfernet ist. In Ermanglung ^ S> hat jeder Ursach zu sich sechsten zusagen: tt ri'b Beweißthume / welche ich von der Wahrst Isü Widcrgebuhrt habe/ sind noch nicht >y '^>ar und überzeugend/ daß mir keine rechtmas- -^^lsacl) gn per Aufrichtigkeit dersekbigen zu- ^ -„E'ßen/übrig verbleibe.Sind nicht sehr viel der- k-n ^ Menschen anzutreffen / welche sich zwa- >p ^.^wbjlden/ sie haben genug kräftige Versichert/ dessen; und bekriegen sich doch dardurch? Ue wäre es / wann es mir auch also ergiettge ? ir wäre das wol für ein grobek Fehler ? Lift Ar Mir dann nicht ob / alle meine Kräfte dahm "impaniien / daß ich nicht allein mich sechsten Z » nicht Das-ri tte Bu ch. vo» den» j >> nicht auf diese Weise belrlege; soud-rn u»cl)^ . ber das in Sicherheit stelle / Daß ich nichtben^ b gen werde? Wie kau ich aber dieses lhun/nE - ich nicht zu denen Staffeln der Heiligung / » che ich allbereit erlanget habe/nicht alles das b'"! " zusetze / was mir notwendig ist / allen ZweiM !! aus meinem Hertzen außzubannen? ^ z. Wann folgbarlich nichts als das . genwärtige zubeobachren wäre/ und nc>r keinen andern LTluyen haben konren/ ' die )>uhe des Gewüssens / so solre es dem genug seyn/ uns dahin zuvermogen/ dass wir das Wachsthum in der Gottseligkeit/ l nicht verabsäumen / slnreinahlen wir oh>^ - daffelbige / dieser Zufriedenheit / nicht 5^ N niejsen koirnen. Aber cö ist nicht zulauglie»/ ^ daß alles dieses / in Ansehung des Zukünftig^ . ^ für nichts zurechnen seye. Ich bekenne es / ball ^ es ein sehr angenehmes Ding seye / wann >na» ^ in die Zahl der Kinderen Goires zugehoren/ sicherer iii. Ich bekenne / daß dieses ein so groß . ser Vortheil seye / welchen man keineswegs >» den Wind schlagen solle. Aber es ligct uns risV unendlich ein mchrers daran / daß wir nicht gar ^ zu Grunde gehen. Diesem Übel aber / könte» wir mit Nichten außweichen / wann wir nE rechtschaffen widergebohren wären. So nE , lieh es derohalben ist / daß wir uns mit der C>» ^ dildung/ wir seyen bekehret/ da wir es doch >E < sind / bekriegen / eben so möglich ist es a»M/ daß wir zu Grunde gehen; und wir habe» von dem einten keine 'mehrere VersicheruE . «lsvon dem anderen. ^ ^ in der Gottseligkeit. ssap.: li- so- rill eß !k1- fel rt ls ch rß c/ re e-- ,/ 1/ >ß n r- s- ri H >r ri t / 1 - 4- Dan man aber vorseylich in einem Elchen Zustand beharren/ ohne dardurch '" eine unbeschreibliche Thumheic zuver- sallen ^ Wie dann / solle man nicht wüsten/ zwaren anst das Allergewüsseste / daß/ man selig zuwcrden / nichts anders M / als was man thut / man unfehlbar- M in das ewige Verderben lauste ? Und sol, ^ Man nicht den Entschluß fasten / alles zu« ^un, was man immer kan / damit man nur diesem Elend sich entziehe; sondern M ^arvor seye / daß es uns nicht befallen Das ist eine Grund-Regn! der Für- uchtigkeit / daß es ohne alle Verglei- weniger Gefahr auf sich habe/ un- ^htige Vorsehungen über sich nehmen; ^ aber die / so nohrwendig seyn moch« W / verabsäumen. Weise Leüthe / beobach, <-n diese Nachricht sehr genau / besonders in !M)rigen und solchen Geschafften / an denen Men viel gelegen ist. Sie trachten allezeit dar- W') / wie sie Mittel und Weg / dem Übel Zubauen / in überflüMen, Vorraht haben Mien ; und zwaren siMrben sie Urfach dar- is' . Dann wie es manchmahl möglich ist / daß Wenige / was sie genugsam hinlänglich zu, yW beduncket / in dem Werck selbsten nicht ist: l^ift es ihnen sehr lieb / wann sie sich dieser ^sahx entladen können/ und sie sind viel ge- .Wer / etliche überflüssige Mittel und Wege/ H-Whalben kein grosser Schaden geschiehet/ sie unnützlich angewendet werden/ vor die Z? Hans Z5S Dasdritre Auch. Von dem ^Vachstbum^.! ^ Hand zunehmen ; als den Außcrag der selbstcn / ln Gefahr zustellen / als welcher mahlen / ohne grossen Nachtheil l fehl gen darf. .,,, 6. Ader wo solle dieser Grund-Satz^ sichern Play finden/ als in der vorhabe" ^ den Mareri ? Dann was kan auch für es" Gleichmaß zwüschen denen Bemühungen / l" wir uns in dtt Gottseligkeit zubefördere» / ^ wendcn/und dem Hbel/ so wir uns zuziehen nM ^ den / wann wir ewig zu Grunde gehen müßM ^ «ußgefonnen werden? Was für eine VsA ^ hung kan / in Ansehung dessen / zuüberfluW ^ scheinen? . Q 7 Wann folgbarlich diese Vorsorg E ^ Bemühung / überflüsslg wäre / so sölre ^ doch das angebrachte von sechsten erivel ^ sen / das) wir uns deren gleichwol nit so^ h, gereuen lassen. Aber es hangen andere / »E ^ genugsani außsprcchliche Nutzbarkeittn dara«' ^ Sie erwerben uns die Liebe Gottes Sie eriv<"' ^ den uns die Gnaden und den Segen / so dcr<" ^ Würkungen find. Mit einem Worr/sie werda' ^ uns in dem Himmel^errlich belohnet werd^ ^ Kan nian / bey sobeiWndten Sachen sichei!^"- den/ man werde eine vergebene Arbeit/ wie M ^ sie auch innncr sepe/ in diesem Geschäft § anwenden? d -"8chvXo)(§^* s In der Gottseligkeit. Lap.;. »e- >ll/ :'i> li» lir- eri s'S nd k'S ei- eich! I»- er- -ei !ei Das III. Capitel. Daß es Gottes Witte seye/ daß man m der Gottseligkeit wachsen solle. ^'WM^Ann alles dasjenige/ so ick anjeyo H surgebracht habe/ eben so wahr- '»rs hast und augenscheinlich/als es nickt wäre/ so solre uns genug seyn/ daß ^n wüffen/Gott wolle unumgänglich von ^jNs haben/ daß / wie weit es mit unserer Heiligung inrmer konnnen iß/wir dennoch k?glich darinnen zuzuriehmen uns kefleis- ^n/ und dieses zubewerckstelligen/ an unsren frästen / so lang als wir leben/ nichts lallen ermanglen laßen. Dann was solle das» Eklige wol seyn können^ welches uns der Schul, Weit/ unsdem Willen Gottes zuunderwerst nn- solte entheben mögen? UndwasfürChri. urn sind wir/ wann uns dieses nicht bewegen ^ag / uns auch zu denen allerschweresten Ga- Arn zuentschliessen? Können wir aber einigen »weiffei daran/ daß es Gott also haben wolle/ ^agen? . 2. Der H. Paulus / ist ohne Zweiffel / in festen göttlichen Fleiß der Frömmigkeit/ lchr weit fortgeschritten/ ja/ich zweiste sehr ^aran/ ob einer aus allen Heiligen / ihme Darinnen vorgeloffen seye. Ob er gleich eine lvlche Person gewesen/ deren Gottseligkeit unge- ^'in groß wäre/ so hielte er sich dennoch von "er Bemühung/ je mehr und mehr zu-u- Z 4 neh meir/ tzöc, Las dritte Buch. Von de m Wachsthum ^, nehmen/nicht für befreycr.Zu cineniVew^ thmn dessen/ dienet uns/ daß er selber gegen PHUipper bezeuget/ (») er habe das Z-iehi/naw deine er gezweckct/noch nicht ergricsfen/eints aber thue er / nämlich / er vergesse/ was da hinden ist/ und strecke sich zu den: / das da vorneir ist/ und jage nach dorn sürgcsteclccn Zieht. Und an einer anderen Stelle saget er/ (») er beraube seilten Leib und zahme ihn/ damit er nicht anderen predige/ und scl^ sien verwerflich werde. . z. Wann dieser Apostel / dieser vortresM' Knecht Gottes/ sich nicht vergnügte mit dem 8^ genwärtigen Zustand seiner Seelen; sonder» sich verbunden achter / täglich zu dessen Äerbm si'Ning und niedrerem Wachsthum etwas bc>? zulegen / wein solle es dann frey stehen/ dE Pflicht und Sorgen wegzuwerfen? Wir den daß was er selber gethan/ er andern ebenes müssen zum besten anbefohlen habe. Tim<^ theus hatle solche Bcweißthum einer wahre" Gottseligkeit von siel) gegeben/ daß der Apoß" ihn deßwegen zu verschiedenen mahlen glucksM gepriesen. Nichts destoweniger/wil er mcht/ da^ er es darbey bewenden lasse. Er erforderet vo» ihm/er solle (c)desienwarren/und damit u'm gehen/ daß sein Zunehmen/ in allen D>nE offenbar jeye. Eben dieser Apostel rühmet dr» gläubigen Thessalcmicher zum schönsten/ ^ zwüsc!)en underlaff l er nicht/ siezucrmahnen/m sollen sa) ilnmer völliger werden. (->) IN. 15.14. (b) i.cvr.IX.-/. (c) i.lim.lV's (ä) i.l'iielUi.lV.i. b, h, in 8« 's sll sii in b, rn Nl ht dl d, h< d. zr ei l-c C tv ll» tv tn. — tn der Gottseligkeit. Cap.;. . 4- Die Hebreer/an welche der Apostel schrei, ^t/haben nicht allein die Bekantnuß der Wahr. zu einer solchen Zeit/ da es ein tapffercs brauchte/ sich darzu zuerklären/ angenom, ; sondern auch Versuchungen darüber auß- ^llanden.Sie haben micFreudendenRaub brer Güteren erduldet. Sie haben hiemit Von einige Schritte nach dem Himmel gethan, ^üchtsdesiowemger,befriediget dieses den Äpo- kel noch nicht/ und er wil / sie sollen nicht immer gleichem Stand verbleiben. Massen er zu ih, chN saget: O) Richter wider auf die lässige 'oande / und die müden Anie: Und jaget der Heiligung /ohne welche wird niemand den Herren sehen. . Die ZLorte des heiligen Geistes/ in der ^ohen Ossenbahrung: (i) wer heilig ist/ .Er immerhin heilig; sind so klar) daß OENenselbigen / vasi nichts weiters kan zugcse- °Et werden. O . 6. Eben diese Wahrheit können wir aus ^den meisten Vorstellungen der heiligen ^?rhrist / j,, welchen uns der Stand der ^bristen beschrieben wird / deutlich genug Äschen. Die Bekehrung wird in diesem he», sAn Buch eine neue Gebührt gencnnet. Die ^laubige sind Rinder; aber solche Kinder/ /"Elche vollkommene Männer werden müssen/ "ad die darüber bescholten werden/wan sie nicht Achsen/ und von Zeit zu Zeit starcker werden. wird ihnen verweißlich vorgehalten / wann "an ihnen noch immerdar Milch geben'muß/ - Z 5 und ^ Hcbr.XH.ir.i4. (O LffkNbchr.XXH.n. Das d ritte Luch, von dem Wa chsthum^. und sie ftarcke Speisen nicht vertragen könne"- Dreser Verwiest / ist denen Corinrheren uns Hedreern/gegeben worden. Gt.paulus/gi^ denen Ephestren/ gleicher gestalten zuerkem nen/ daß wir uns nicht gleich denen deren/ müssen hin und her wiegen lasse"» sondern rechtschaffen siy'n in der Liede, wact>jen in allen Stucken / an den / der da» Haubt ist/ Christus. . >7. wir sind Jünger Jiestr Christi. «lies sind aber diesümchniske kehren/ so uns scr grosse Lehrmeister zuerlernen/ fürschreibet- Es sind nicht solche/ die uns nur geschickt verständig; sondern die uns fromm zumacM dienen. Er wil von uns haben/daß w»r von lernen/nicht mit Engeln-oder Menschen gen / zureden / und schöne Gespräche zuführt"^ sondern gute Wercke zuthun / nach semcmE^ spiet / sanft-und demühtig zuseyn: Und er^ d utct/ daß man anDer Liebe erkennen rveiM daß wir seine Jünger seyen. Man sinne nun ^ E-ach nach/ ob es an einem Schüler allein erst»' deret werde/ daß er dasjenige / so er einmahl A lernet hat / nicht wider vergesse? Muß er "S «mch dasienige erlernen / welches er noch weißt ? stehet ihm etwas übeler an / als wanü e nichts zunnnnict? 8. wir sind wandersleurhe/ und uE Leben ist eine immerwakrende T^elst- wird in der heiligen Schrift nichts mehr/ M diese Gleichnuß gebrauchet. Nichts ist bequeme uns unsere Obligenheit vorzustellen. Durw ^ Bewegung erhebet man sich von smem OU" f§) Lpk.IV.-^t!. ^ en. nv ,bl !IV i/N ,1; iv In der Gottfettgkelt. Lap.?. ?6z oeme man den Aufbruch machet / und nähe, Mch zu demjenigen / nach welchem man eilet.. Dasjenige/ so wir verlassen/ jst die Sünde; der vw>>ck/ nach peme wir ziehlen/ ist die Heiligung. muß deßwegen ein jeder Augenblick unserer ^eife / auf dieser göttlichen Strasse/ dahin aufwendet werden/ daß wir dardurch uns je län- fr je mehr von denen Lasieren entfernen und zu Vollkommenheit der Heiligung/ annähe- «n. Es ist uns nicht zugelassen / zufallen / noch «j'ruck zukehren / noch auch still zustehen. Wir Msten/ ohne Underlaß fortgehen/ und unsere ^ise beförderen. 9- Ich mache aus diesem allem den Schluß/ es gefalle Gore/ daßwirimmer- i,^ der Gottseligkeit zunehmen sollen; gewüßlich / wann dieses nicht sein Absehen ware/so wurde er uns alsobald von dem Augenblick an / da wir durch seine Gnad sind bekehret Worden / von der Erden weggenommen. Wei- kn er aber nach derselbigen uns annoch eine Zeit» ^Ng hier verbleiben lastet/ so ist daraus zuerse- f,N/ daß sein Will seye/ daß wir dieselbige zu mnen Ehren und unserer Seligkeit zubringen wllcn. Oder/ist es auch vcrmuhtlich/ daß.Gott ^ns das Leben gebe oder lasse / zu keinem andern gebrauch / als zu welchem wir es einzukehren pßegen ? Geschiehet es zu dem Ende, daß wir ihn beleidigen / daß wir unsere Gemühts«Neiqun- / befriedigen / daß wir Haab und Gulh zu» Mmen raffen / daß wir nach eiteler Ehr in der Delt trachten -' Hat er uns zu diesem Zweck in BZelt gesetzet 's Lasset er uns um des willen so lang ;64 Das dritte Buch. von deinVVachschim^. ^ lang darinnen unser Leben zubringen? Kan E jemand dieses einbilden / wie geringe Erkantmw ^ seiner Heiligkeit und Weißheit man immer ^ den mag ? Daß er uns das Leben gibt und erhab ' tet / geschihet augenscheinlich allein darum/ ^ ^ mit wir etwas zu seinen Ehren und unserer ligkeit außrichken. Wer es folgbarlich zu etwa» anderem anwendet / der widersetzet sich sein^ / Willen/ und entziehet sich einer Ordnung/^ ^ che so bllllchtnassig ijt / daß sie ihme die Soraew alles zuregiren/ gäntzlich/ und uns allein die ^ des Gehorsams überlasset. A r o. Aber die Zeit und das Leben/sind »M ^ ^ alles/ jo uns Gore gibt/ damit wir ihn hell^ gen konen.Er bietet uns noch andcrnBeysia ? „ tzLittel und Gelegenheit/an diseni grossen Wer^ ° nachlrücklichzuardeiten dar.(b)?llle Ding/sa^ der Apostel/müssen dene die Gort lieben/zu^ ^ Besten mirwüreken. Er dinget nichts aus/uii" es ist in Wahrheit schwerlich em Ding außjusi'H ^ nen/welchesnicht seinenNutzen hierzu beytrug , wann man denselben mit Ernstzusuchen/ sich ^ mühet. Hohes und Niedriges/ Reichthum ^ Armuht/ Wol-uud Ubelstand/ Gesundheit Krankhcit/Wissenfchaft und Unverstand/Guces . und Böses/Gerücht und Ansehen/alles was uns ^ selbsten begegnet/und anderen widerfahren kam ^ alles/ ohne einige Außnahm/ kan uns dienen uns ^ zuheiligen/wann nur es rcclu annehmen: Und ^ uns gleich etwas daran verhinderlich fiele/ ^ schiehet es nicbt wegen der Sachen ')vscham''' heit; sondern wegen unsersübelen Verhaltens/ . welches eine so schlimeWürkung nach sichs>^' tu der Gottsellgkekt. E nülriglict) mittheilet/ solcenhindam >^en können / ohne durch diese Hinlässig- G-tt zuerzurnen / oder feine Strassen M uns zuladen^ Ist auch etwas/ das mehr 'lunem Wort fürsalle/ als die Bedrohungen/ liegen diejenige ergehen/ welche die Hülffc/ fs /^'en zu ihrer Seligkeit darbietet / nicht recht >re milchen ? Saget die Schrift nicht / daß das ^liiielreich ihnen solle entzogen werden ? Saget nicht/ er wolle den Leuchter seines Worts/ Elches sie mißbrauchen/von ihnen wegnehmen/ "d die am meisten ungläubig gewesene Völcker ""'den am jüngsten Tag ausstehen/ihncn die we. '9r Sorg für ihre Seligkeit vorzurücken ? >/r. Man mochte vielleicht sagen / diese ^?siungen beziehen sich allein auf die Un- "llferrigen/ welche die ihnen von Gore /i ihrer Bekehrung anerborrene Llnttel k^Utzlich außschlagen. Gesetzt aber/ es wäre ^ also. Ist es aber zuvermuhren/ diese ^ade feye in denen Gläubigen geringer; v b »n denen Gorrlosen/oder Gott/der sie an H "En Gottlosen so ernstlich straffer/ werde ^"denenGläubigengedultenoderüber- Sagtnicht Petrus insGegcntheil/das ,.^'Echt hebe an dem Hause Gottes an? Be- ^6et nicht Iest,s Christus in dem Evangelio/ h demjenigen / welcher viel empfangen d^^erde viel geforderet werden ^ Weilen ^ die Gläubige weit bessere Bephülf haben/ als Das drit te Buch.V or» de m WachsthrnN^. aisoreGonloft/ so folget daraus von lelb!^ daß sie viel strafbarer / als diese Elende seyc^ wann sie diesclbige nicht recht anwenden? Das IV. Capitel. Bestätigung dessen/^ gelchret worden / durch die Gleicht von denen?j)funden oder Talenten. Zrvep Einwürffe. Beantwortung des ersten. ^Icb bedunker/ es fthicke sich W besser / das Angebrachte zudest^ o rigen / als die Sieichnuß von bk nen Talenten oder Pfunden. Jesus Chrifi^ stellet sich selbjten darinnen für/ MS einen reiclM Nlenschen/ welcher/ da er eben wegreisen wE seine Gelder/ seinen Dieneren / zu dem Endc^ bergcben hatte/ daß sie mit denselbigen/Zeit ^ nes Abseyns/ etwas gewännen sollen. Bey^ . ner Rückkunft findet er / daß seine meiste i ihrer Schuldigkeit gemäß sich verhalten hE j Dahero belohnet er sie zum allerherrlichsteü- / der unver diesen befindet sich ein Armseliger/^ cher an statt seinen Mitknechten nachzufolE in ihrem Fleiß und Vorsichtigkeit / undani>A einigen Nutzen zuschassen/ sein Pfund in dietch den vergrabet / sich vergnügende/ daß er M , seinem Herren / ohne Gewürm und ohne lurst wider zustelle. Was geschiehet aber? ^ Herr nimmet dieses für gar übel auf / und deme er diesem liederlichen Gesellen / einen den andern Verwieß gegeben/sageter: (>)^ >» kl li< ß ük lv> >>r he chi dc w dr se, ui D Ici »v !li> k» dc> licl sch «in Kc be E- cii/ ec ,c< ft/ ei^ 'e>^ ,ct B B el' 11/ itl es ek >,i i» der Goreseligkeit. Lap. 4. Ixn echt/ werfser in die Finftcr-- »,'hhinauß/da wird sein Heulen und Zahirs ^ppen. ^ ^ihe! dieses ist einegany nact)denck- Tact) / an die man vast nict>c ohne schrecken gedencken kan! Gewüßlici)/ es ist ^" diesen elenden Menschen nicht gcklaget I>ra, ^ ^ habe seines Herren Güter durchgehen p' ^ ^ seinen eigenen Nagel ge- habe deren ungebührlich gemilibrau« ? s- Alle Schuld beruhet darauf/ dass er §r>nit nicht so viel gewonnen habe / als er hatte thun konnen/und da sein Pfund/ angewendren Fleiß hatte fruchtbar ^?^uogen/ habe er es für seinen Herren ^ >ur sich / unfruchtbar dorr ligen laßen. war seine Sünde / und alle Klag gieng al- tz." ^lder das. Indessen ist dieses genugsam ihn ^ stmes Herren Hauß zuversirssen/ und ihn ^ Weisen/ m die äusserste Hlnsteninß/ weiche, rin a soll?vertrieben oder nur durch den ge- derb ^ biluntz'einiges Trostes und Freude un- lickj/ocher, werden / ja bey deren die erschröck- ^lie Schmertzen / die ein solch jämmerlich Ge- und Heulen erwecken/ sich unabänderlich "Mden werden. sich ^'kses erweiset genugsam/ daß man der, nur dannzumühlcn in das Per- st)e, ^ wann man die nrrei/ welch "Us Gore unsere Seligkeit außzuwur- bx,/'verliehen hat/ übel anwendet; son--> ^„'sFuch/wann rnan derjenigen gar keine ^Vnung träger. Man schliesset die Thüre des ? 6 s Da» dr itte Auch. Von dem Wachsthum ^, des Himmels nicht nur bannzumahlen vor l>^ ^ felbsten zu/wann man seine Gaben/seinen ^ jiand/ seine Gelehrte/ seine Geschicklichkeit/ Reichthum oder sein Vermögen,zu BestreMS der Wahrheit/ zu Undertruckunq der Unschul^ n und zu der Verschwendung ankehret; sondcw 8 < auch/ wann man nicht alles/ was sich selbsten> 'Ü heiligen / und die Ehre Gottes zubefördere»/! . dienstlich ist / wol bewerkstelliget. Man gE ^ nicht nur zu Grund/wann man geistlicher ÄM ^ je langer je ärmer/ lauer undhinlaWerwM ^ als man zuvor gewesen ist; sondern auch/ wauu ui man nicht reicher wird/ und keine neue Schatz^ ^ zu denen / welche man allbereit empfangen hat/ hinzuleget. Es bedarf einesmehrern nicht/ baß ^ man an dem jüngsten Tag in die allerentsetzliclM ^ Pein der Hollen/verwiefen werde. ? 4. Dieses ist der natürliche Verstand dE ^ Gleichnuß/ urkdes kan dieselbige nicht wol au> ^ eine andere Meynung erkläret wvden. Waa" ^ nun dieses vorausgesetzet wird / .so fraget siwA ? ob dann jemand daran zweifien könne/daß nich' / diejenige träge Christen / welche immer m ^ gleichemZufkand verbleiben/und derenHev 4 tigung/weder ab noch zunimmet/grosst ^ , !/, fach sich znforchren haben i' Können sie laug > neu/ daß ihnen Gott / nach ihrer BekehruM < nicht viel herrliche Pfund / durch welche sie M ^ hatten geistlich bereicheren können / verlieht" A habe? Können sie läugnen/daß dieses njchl w tes Absehen / welches er ihnen vielfältig eröM - und kund gemachet hat/ sehe? Können sie lau§ >e nen/daß sie nicht dieserPsiicht ggntzlich vergeh ' in der Gottseligkeit. Ckt ^rr vollkommen seren/wie unserVatter im vollkommen ist: Daß wir nickt sün« ^ ^ 3 e„: Daß wir Gort lieben aus allen Rraf^ I ' Daß wir auch den Gct^ein des Bösen Diese Befehl alle sind gantz gerecht; Mr sie sind so unnachlaßlich nohtwendig nicht/ L^sich/ ohne in das ewige Verderben zufallen/ Mangel solle darbey hersürthun börsten. Mnn/ wann dieses wäre/ so könte kein Mensch lb"g werden / sintemahlen kein Mensch ist / der ^>e Ding genau beobachte. Die Pflicht/ vott ^en jch ^de/ jsi nicht von dieser Ärt. Sie ist l>> ?3uch nohtwendig/ und was ich eben jetzt gesagt ^e/zeigt genugsam/ daß man verlohren werde/ ^nn inan sie nicht erfüllet. », i^lan mochte vielleichter hier einwerf- !'s/ eben die Grunde / welche erweisen/ die angezogene Ding/nicht schlechthin/ Aa. nohr^ ,70 Dasdrirce Biich.Hon demWachsthnM^ scyei; / dienen zubehaup'^ nohnve»dig .. .. das auch dieverhandlende Pflicht vonc>c höchsten plohnveiidigkeir besreyec seye.^ ist wahr/ es erfüllet sie niemand. Niemand eher/ daß alle Pfund / weiche ihm Gott M stellet hat/ andere gewännen. Niemand brii's" es mit der Heiligung so weit / als es wol zubt^ gen wäre / wann man alle Hülfund Mittel / l^ uns Gott darbietet/ wie sichs gebühret / aMve" > dete. Alan mutz auch die Heiligste / und unV" I diesen die allerfürtrefiichste nicht außdmgen.^ tönten alle weit mehr Gutes thun / als sie rvura lieh thun.Sie tönten weit nachtrücklicher sich die Ehre Gottes und ihre eigene Seligkeit bean beiten. Sie vergraben hiemit viel Talent/ '"7 mühten nach denen von mir vorgelegten Gr"»^ Sätzen zu Grunde gehen. 7. Man könte serners beibringen/ diesig alles streite mit vielen Erklärungen/weist'. dieH.Sehrisr hierüber gibst. Diese Sei)''" bezeuget uns / daß ein lebendiger und stäiidigcr Glaube / unfehlbar die Selig^' erlange. Man kan dieses an unzehlich vie^' Stellen der H. Schrift finden. Wie kan a^ dieses mit deme/ was ich gesagt habe/ verglich werden ? Wir wollen uns ein wurkliches/n>E hastig gläubiges; aber träges Kind Gottes/ stellen. Wrr wollen uns einbilden / es behE den Grad und Staffel der Heiligung / indes' es bey dem Ansang seiner Bekehrung geiveM ohne etwas zuthun/ so zu dessenVermehruA ersprießlich ist. Wir wollen nun setzen/ esste's. in diesem Zustand. Wie wird es ihm erg^vA >«!l litt des der hec Slq scl, »a sch au da gtl! del Ne^ da 1a dc>> üe> il'j i>o, lvc lie Girdes selig werden /Wann dieses gescbiehcr/ l was ich.gchigt habe / nicht bestehen. ^',- r schwache Gläubige/hat sein ^alent/odcr k;ur. ! ?n/ viel Talent vergraben. Indessen », ^ bmaustgeworMn worden in die chn- >"^Ui> Er ist zu ''..n Lisch: und der Herrlichkeit ?bP^rudile?!aussse onmenworden. W.eder Gsum net werden ? Wie mag dann das beste« die heilige Schrift an so mmi.beu« so klar und rund heraus bezeuget / wer »Mbe und bis au das Ende beharre / der werde b"A werden? 8. Diese zwey Einwürsse/ scheinen sehr achtrusslich znseyn / aber es fallee nicht >wwer/sie beyde auszulosen. Ich antworte "f den erften/daß freylich keinHeitiger scye , ^cher alle von Gorc empsaugerie Talent ^be zum ^mzen/oder ausdas weuigjic/zn Drosseln putzen / als er wol harte thun ^u»enund sollen/angewendet. Dieses ist Utz gewüß und bedarf nicht viel Wesens es zu-> chciupten. Ich aber besteiffe zugleich/ daß kci- ^r von allen Heiligen seye/ der Nichtseins ^jencetwelcher«nassen angewendet/ und ^'nir gewonnen have/ viel oder wenig / >e Mdeme er mehr oder weniger seiner Schul« ^Mkgenm, tiachgelebet hat. Dieses ist genug ^Zuthun/ daß sie nicht gantzlich unnütze Knecht ^ssen / und nicht zu diesem rn der Gleichnusi lmlen seyen. Dieser hatte nicht einen Hallec geschlagen / und seinem Herren nichts/ als .§6 er empfangen harre / wider zugestellet/ oh» "lntgeZuggbe. Er istvahero keineswegs ve- Aa ^ nen z-r Dasdrttre Buch,Hondem ncn wahren Mindern Mvticv zuvergicichcri/w^ che ihr Talent vermehret haben / ob es gst'^ nicht so reichlich geschehe!) ist/ als es härte geh!^ hen sollen. 9. Man muß derowegen hier drey DE wolunderscheiden/ smteinahlen sich darM sciien eine grosse Ungleichheit befindet: Na^ lich/übcrall kcinenGewünn aus deneiM kein/ weiche uns Gott zu unserem wact^ rhum andieret/machen: Zwaren darum ^ was gcwünnen; aber wellig und nicht st viel/ als man käme und solle: Und denstn^ gen Gewürm erwerben/ den man erlang^ ^oute / so man ohne Außnahm alles rhare / welches die Schuldigkeit erssrd^ rer. Das erste ist diejenige Hinlässigkeit / che JEsus Christus in dcmGIe,chnufi verdat met / und deren Ungerechtigkeit ich zueilt^ cken / mir dieses Orths angelegen seyn lasst' Daszwevre/ ist allen Kindern Gortesgemeis und dersclbigen wahres Kennzeichen / wie A ches in Beantwortung des anderen Cinwurst/ wird dargethan werden. Das dritte / ist e>^ Vollkonmienheit/ welche sich wol wünschen last fet; aber zu deren sich kein Mensch zugelanE Hofnung machen darf/ als welche die Hinst!/ ligkeit und Schwachheit unserer Natur / wes übersteiget. 10 . Der Entwurf/ welchen ich und/^ stiche / harre seinen Nachrruck / sa er E re nicht widerleget werden / wann die dritte Gattung/ als zur Seligkeitov ne alles NArrel/ nohrwendig erforder^ od> L,- 8e, dre iy tvo ist vt> Dr a», bs sch! sey «ei au r l-! >»r k'! c- l s- i/ !v -s >l- »r> l/ >e i' 1/ st it m deeGorrstlrgketr. Cap.4._47z ^er der gemercket / diese Pflicht erstatte ? Ich gie- ^ern ^ ' ^er alles ^ was man daraus Messen kan/ beruhet aufdeme / dast diese dritte Vollkommenheit / nicht lediglich iwhtwcndig Welches/ so viel ich weist / niemand vertuet. Ep ftpe aber niemand / der diese Pflicht M nach der zweyten Gattung / verrichte? ^>e kan man dieses ohne offenbahre Falsch- ve" bestreiken? Das V. Capitel. wird auf den andern Cmwurf 3eqntlvortet. Cs ist kein Kind Gottes/ welches nicht in der Gottseligkeit wachse. ^Air muß deßwegen den ersten Ein- ? wurf/ seine Ungültigkeit zuweilen ^ sen/nur ein wenig außemanderen 'G. 'Ith könrc villciciw auf den anderen ^ ^Worten / gleich wie Gott/ warrn er den 2ia z Glau- Z74 Das dritte Buch. Vo>, dem Wachscl-uM, ! Glauben erforderet/ die Dcharmcbkci^ we!ct>e er andersiwo anbesiehwr/inct)t aulss > sich liesse: 2tlso indeme er die Deharrtl'chbs! non mZs haben wolle / so schliefe er si'lohtwendigkeit des Wachsthum / zu me er uns anderwerts deutlich geirug S. treibet/ keineswegs daroon aus. chch kölil ^ sagen / mau müsse also den grössten ! Verheiffangen des Evangeiu verstehen-«ls che mchl allezeit alles/ so zu dero Erlanguug i. i beobachten' nohtwend'.g zusamnicn außnmGb > » - sondern also sürgctragen werden dass dieielvbr völlig und ohne Abgang zuvcrsichen / mauv-u schiedene Gcbrift- Stellen / zugleich zuübGs' gen / und also bey mehreren dasjenige zusucss> habe/ welches man an einer allein tilcht anrress> könne. Aber damit ich nichts/ sozu dieser dienstlich' underlasse/ wil ich lieber auf eure ^ dcre Weise antworten. 2. Ich sage derohalben/ dasjenige^^ ches man mir fürwirffct/ seye eine die sich niemahien zutraget. Man haltet nss «inen Heiligen für / welcher in der Heilig"^ Nichts zugenommen habe. Ich aber sage/ dieser Vorwurf sich selber offenbarlich wid" sprcclje. Ich behaupke/vasswann derjenige/ vo welchem man redet / wahrhaftig ein Gläubig ^ ist / so werde er auch in etwas auf dem VM S ch bzeiligkeir/ fortgeschritten seyn; hat er aberl» ses nicht gethan/ soistesemgewüsscsZeiwess daß sein Glaube tod / und seine WidcrgelE Nicht rechtschaffen scye. z. Wan weißt wo!/ daß vielLeutbesi g^ilidt^ sei Ni tz) »k! le> sie sä de be dc so rn te> 81 u, s-t Ni scl W v< ^ . in der Gottseligkeit. Cap. _??? ^lnderGortes/ von anderen und von sich siiber/ angesehen werden / und doch solche 'uchtsind. Man nimmetgar leicht eine falsche Gottseligkeit / «ine falsche Helligkeit für eine rechtschaffene an. Dieses begegnet auch denen- !?chgen, von welchen ich rede. Sie bekriegen D in dem Urtheil / welches sie über sich selchten Ecn, und das erhellet aus dem Vortrug selbst/ hierüber gemachet w>rd / mdeme man fürgi, ^t/ sie seyen auch nur nicht einen Schritt auf M Weg nach dem Himmel fottgewanderet. T^ann so chre Wid/rgebuhrlrechtschaffen wäre/ ^ tvurden sie nach und nach wachsen / laut der M/ das der weise Mann in seinen Sprüchwör- -An bezeuget: ( ) Der Gerechten Pfad/ Länger wie eiu L recht/ das da fortgehet/ >nd leuchtet bis auf den vollen Tag. David ^getm eben dieser Meynung/ die ch)From- ffkn wandeln von I.raffren zu Drasfren. St. Paulus gibel zuvcrsichen / ( )wann Ichon der äusferliche Nwusch verwese/ so ^erde doch der innerliche von Tag zu Tag ^Erneueret. 4- Gewüßlrch/wann diejenige / von de- neg teOcn / wahrhaftige Ainder Goc- Es wären/ wie konren sie immerdar in ei- Stande verbleiben / Komt es dahcro/ ot>h sie nichts zu ihrer mehreren Beförderung können? Was fehlet ihnen aber darzu? ihnen ihre Wicht/ die doch in dem Wort fettes / so deutlich eingescharffct wird / unbe» ^t? Leget ihnen das Evangelium nicht solche Äa 4 Beweg- "/Sprüchw.iv.18. ch)?5.cxxxiv.r. (c)-.cvl-.iv.is. H76 Da« dritte Buch. Von dem Wachsthum^ Beweggründe vor / daß keine kräftigere«'^ nachtrücklichere mögen außgesonnen werden^ Alles / was ^Urtt für uns gethan / alles / wa» sein Sohn gelitten / alles / was er uns d«rcv sein Blut erworben hat: Die Herrlichkeit ««^ die Seligkeit des künfftigen Lebens : Ist alles nicht genug? Haben jie nicht tausend^ ley Mittel/ Weg und Anlasse / sich darnach!«' bearbeiten ? Betreffend den innerlichen stände mangelt es auch etwas wciters / de>« selbigen zuerlangen/ als daß sie GOtt dar«^ anrüsten? s. wann hiemir die Gläubige aufde>« weg naci) dem Himmel njch)t fortschreite«/ so kan man es kcmcmUnvermögen zuschr^? den. Man kan eben so wenig sagen/ daß es nicht begehren zuthun. Dann wann sie ^ mehr wollen/ oder sich darum nichts beküm«^ ren/ wie wil mqn können glauben / daß sie recl)^ schaffene Kinder Gottes seyen ? 6. Ein Rind Gorres seyn/ Heister glatp big seyn / und gläubig sevn/ Heister dem« alles / was u ns Gort in seinem Wort geor fenbahrethar/ allergewüssest beredet u«^ versicheret seyn. Was ist aber / welches d«' fesWorl mit mchrercr.DcutlichkeitundEl'« treibe / als die Vortrcflichkcit der Gottseligkech Und den Nutzen der Bemühung / wodurch sich bearbutM darinnen zuzunehmen. HeW aber das / diese Wahrheiten für bckant anE nien ? Heister es gläubig seyn/ wann man thut / dieser Vortheilen genoß und thrW' tigzuwechen' be ei, chl ge in U, in tvl kc> ln> se> li. ck st ;r 8c l-l Ni so se! ly ft! Ni Ni 11 h 7.Vt ichc§ Ilv n? lüö lch yl> as er- iu- />)- B! ->i» !y/ ei- si- cö ,e- »p ei )st id ie- s ist set >p lS In der Gottfeligkrit. Cap. ^77 7. Nichts ist / das einem Lind Gottes ^ehr gebühret/ als eine demichrige Danck-- °arkeit / gegen der vielfältigen Gütigkeir ^ues solchen Varrers. Der Mangel dieser Mend/ ist nicht ein Kennzeichen einer schwa« Mn und trägen; sondern einer falschen Wider, bwuhrt. Was kan aber für eine Danckbarkeit d demjenigen Hertzen seyn ' welches den grossen underscheid und die Ungleichheit mercket/ so sich huschen denen Wohlthaten und demjenigen/ M es bißdahin ihme zudancken gethan hat / er, sdnet / und gleichwol nicht einmahl einen Ver« thut / diese grosse Schuldigkeit / desto best abzustatten? . 8. Dasjenige / welches einen furnehm- zu einem Lind Gottes machet/ ist die ^iebe Gottes/ und die natürlichste würdig dieser Liebe ist / daß man sich be- "estse / dein GMkc / welchen man lieber/ gefallen. Man weißt / daß man ihm an- Pnehm ist / je nachdeme man m der Gortse- "Mit zunimmet. Man hat in dem geringsten s cht zuzweiffeln / daß ihme die Hinlässgkeit/ ? das Wachsthum und Zunehmen der Gott- ^"gkeit verhinderet/ nicht sehr mißfalle. Kan M dann begreiffen / daß es möglich seye / vor« Mch in diesem Stande zuverbleiben / wann d!en der l'iebe Gottes eingenom- , ?- Das ist noch nicht alles, weilen diese heilig,nachung unvollkommen ist/ so ist sto .^btwendig astch mir vielen Wangelir berstet/ ich sage / mit strafwürdigen Mangeln/ A q s MlchS ?7k Das drit te Buch. V on dem W achsch>w^> welche der Gnade Gottes und seincrVerge'b"^ bedörffen / wann er uns nicht aus dem Hi""" außbannen solle/ wie er gewüßlich thäte/ w"" er mit uns nach seinem Recht / und nach "7 Strengigkeit seiner Gerechtigkeit Handelns te. Hieran hat niemand Ursach zuzwerflem ^ frage nun/ob ,nan diese Mangel empsi"^ . ob man sie sehe / ob inan sie erkenne; , ob der Hochmuht dieselbtge vergcrin5^ oder gar für nichts hattet " . i o? wann das letsrere geschiehet/ si> ^ ich mich nicht entziehen / öffentlich ""f zu rüsten / diese Heiligung seye nicht alle unvollkommen; sondern falsch. Dann" kan es möglich seyn / daß die wahre Heilig"^ ueber, dem Hochmuht bestehe. Bevorab ncve emem solchen Hochmuht / welcher genuB ist / jemand zubereden/ man habe kernen M". gclan sich/ und cS bedörffc sich mchtS/ E weiterszu demjenigen/ welches man allbett"" sitzet / hinzuzulegen? Kan auch die Eitelkeit"" Hoffart/ hoher steigen ? Wasniuß das da> füremeWldergebuhrlseyn / bey deren nE ne so grosse Sünde unzerstörct bleibet: O' Sünde / welche in ihrer eigenen Arthabsc lieh ist / und noch darzu den höchsten Glpm'^ stiegen hat? » 11. Die wahre widergebuhrt/ kante sö wesenlieb Stuck an sich haben^ Demuhc. Was muß dann das für eilie gebührt seyn / bey deren cS nicht nur an d"> Tugend mangelt; sondern daS ihro entgegen» setzte Laster/herrschet? ^ sc >c »1 r> tr ic l> g 8 d d n je s- 8 b t. „el /ob ,^b )e/ ,ec ec/ S" Dg! in der Eottscligkei r. Cap. 5. 479 s ?? Ketzer man voraus/ man mercke die- ^ >an^ei / und es seyen weder derselbe Grosse noci) Viele undekavr/ so frage wie man sie erkennen/ und gleichwol d-wts zu deren Verbesserung anwenden M'e/ wann man auch nur noch das ge- .'We Sure in dein Heryen hat? Ich weiß j/ ^ daß dieses unzehlich vielen begegnet. Aber , ^(iß auch/ dgßdic-cmgcn/ so dessen Schulde >§en / noch nicht rechtschaffen bekehret seyen. lig c-i iiii bey -e> !i>r e>' i>e >e' i" ! >ie ' -c' 'st ,e. e/ nn wie in dem vorhergehenden ersten Buch Zeiget worden/ es bestehet die erste Würckung Bekehrung darinnen/ daß man'ab der Sün» w/m ^bscheuhen andere / daß . M sich darvon bessere / und ihro absage. Die- s.,?ße aber/ von denen ich rede / weilen sie die- °>ge in ihrer Seelen sehen und suhlen / und j^chwolNichtsthun / sichderozuemladen/ ge- n? genugsam zuerkennen / daß sie darab keinen »>j,^uel haben / und hiemit niemahlen seyen auf» Mig bekehret gewesen. -/Mannn wil man aber im übrigen ^^ichr bemühen / diese iVännel zuver-- » Iieren/ noch insgemeii: iriderGottlelig- Anzunehmen ? Ich finde / daß man hierzu Zwey Ursachen haben könne. Die einte weilen man andere Sachen auszurichten hat/ glche viel naher zu Hertzen geben / und an wel- . Man viel lieber alle seine Arbeit und Sorgen hg^enden gesinnct ist. Die andere ist weilen he,..ych silbsten beredet / dasienige/ so man all, der Heiligung hat/ odei viel eher zuha- vkrnreynet/ seye zu der SMeitKenugsnn, (md ?-o Las d ritte Buch, von dem Wach sthum ^. und dahero achtet man es für einen unnützen ll' berstuß / wann man sich um ein mehrers bewe^ den sötte. 14. Ahssr ist es möglich/ daß ein Gottes / sich durch eine oder die ande^ aus diesen Ursachen/ solte leiten lasten- Füraus aber / sötte ein Kind Gottes / ihnen a>* lezeit und sem gantzes Lebenlang folgen? M verspricht man sich setbsien nicht / wann also darvon halten wil ? Lassen fle sich durch die erste Ursach regieren / so haben sie etwas lieber und m höherem wehrt > G^ ^ gen, vorziehe. ^ i i s. Aber das wird noch klarer hersii^ leuchten / wann man um etwas ausisi^ sthenwil/ was das snr Sachen seyen, che inan sich mehr als die Liebe Gorce^ und seine Seligkeit / zu Herrzen gehen lal ser. Das sind laurer eitele Sache» / und v^' che man/ ohire die äusserste Ruchlosigkeit/ nicht vorziehen kan. Das sind die VorwuE unserer Gemühts- Regungen, der Welt ihrer bctricglichen Gütcren / von deren ^cl'" ! niemand eingenommeti zuseyrr / gesichen dssi ! dc r lic r r A de ar rie ch «r >ie Ur V tes l)c dr ch al E »11 te Ä sei id dg k» der Gottftlk gkek t. Lsp. <._ jugltich zugestehen / daß man nicht un- ^ bie Zahl der hinderen Gottes / gehöre. >- ?^Ui!n wie fein Apostel bezeuget/ wer die weit hat / in deme ist nicht die Liebe des Otters. '6. Die andere Ursach/ gezietnet einenr ^>Nd Gottes eben sowenig / als die erste. begehret nichts anders / als selig zuwer- ^ / und wie solches mit dem allergeringsten ^ tafsti der Heiligung / geschehen kan / also bereitet man sich nicht darum / mchrerS darin- r zuzunehmen. Hat man dergleichen Gcdan- / so lasset man sich allein durch den Nutzen ^reiben. Man wird nicht durch diefcltxge rei- ^ Und keusche siebe / die Gott allein um Gottes r>cn anhanget / angeführet. Man thut nichts D Gotte'S; sondern alles um seiner selbst willen. Auii stellet sich selberzum Haubt-Zweck feines Mins vor. Aber stehet das einem Kind Got- ^san / daß es sich selbst zu seinem ^aubt Zweck unle, alles um seiner selbst / und nichts um Goi- willen thue? Heißet das den ei sten und nie, Lösten Staffel der wahren Heiligung errei- 0^ haben? ..'7- Die wahrhafte Heilifnnf/ bestehet ^stinin dtefen zweven Stücken / daß mair A'vtt zum Haubt-Zweck alles seines Thrins wcsto/ und daß man die begnemcstenwit- ^'greifte / zu diesem Zweck zugelaufen. ^>Ien aber diejenigen/ von denen ich rede ves- >u alles ermanglen/ so folget daraus daß sie die . uhre Heiligung noch nicht haben. Es ist offen- / daß.dasjenige / welches sie für Tugenden kalten ZSr Das drifte Such. V^on dem Wac5"lld««^ halten nichts anders / als verstellte Laljcr seye^ Gestalten an einem anderen Orth dargeliM worden / daß alles / was nicht nach Gott gen«/ tet ist/Sünde sepe. . 18. Ich setze hinzu/daß diese Eigenliebe/k»M we!Z)t sie sich anführen lassen / gantz blind sV Sie verlangen nichts/ als schlechthin selig-"' werden/ das ist / sie verlangen nur den alle>^ ringstcn Staffel der ewigen Freud und Se"E keir/ in dem Himmel zuerreichen. Ich setze/"'! bey nahem allen GottsGelehrten furauö/ wie in dem Elend und Jammer der Verb""'! ten/ sich eine Ungleichheit befindet: Also seist!" auch mit der Herrlichkeit und Freude der Atz' gen beschaffen. Es sind verschiedene Steilen/ welche dieser Meynung deutlich ge"st beyjustinimen scheinen. Es seye aber deme / ihm wolle / so ist doch die dargegen streite^ Meynung ungewüjj. Kommet aber das mit wahren Liebe seiner selbsien überein/ wann E sich freywillig desjenigen Staffels der Glucm ligkeit begiebet / welchen man eintwedersg' wüß/ oder wahrscheinlich erlangen wird / E. doch villeicht erlangen kan/ wann man sichA mehrerem Ernst der Gottseligkeit befleisset? s! das nicht eine erschreckliche Blindheit und denliche Thumheit? . ^ 19. 2lder/ welches mir in diesem Verfaß' am verdrießlichsten vorkommet/man leger dM durch genugsam an den Tag/ daß man Isst wenig um die Gottseligkeit bekümmere/^, geschweigen / daß inan die Fümeflichkeit der'' bigen erkennen solle. In Wahrheit / es sie! > 1 ?! leg seh bei ihr teil Wh s'o! sel! !>st d-, 'ei. Nil di° hie tzer he, kör Cd hlt> t>c>, G ke„ her sie» der Gottseligkeit. Cap.5. ^ssechst ^^dts schöners/ nichts fürtreflichers/ ^ »ichtü würdigers / daß wir alle unsere Sm- , v "Nd Sorgen, daraufverwcnden. Wir wol. s,! von !)ero Nutzbarkeiten/ so wo! in An- des gegenwärtigen/ als des zukünftigen vens reden. Wir wollen sie nur an ihr selber Suchten. Was kan auf der gantzen Well mit / verglichen werden? Man weißt/ was die AI- >von deoTugend gesaget haben. V.an weißt/ 1,, v^llch sie oieselbige gelobethaben. Alle diese Spruche/ sind allein das Eigenthum der Gort- di?^^ ^ welche allein die wahre und bestän- j ö« Tugend ist. Es ist nichts sogroß/ und wann lirii ^ Redens-Art bedienen darf/ fo gött- d'tt Derowegen/ so ist die Verachtung M^vigeri/eine solche Blindheit und Gottlosig- "welche man keineswegs gedulden solle. ^st ader indessen nickt ein gemrgsa- ^ b oellgmis)/ daß man sie verachte/ wann sich gär nicht angelegen seyn lasset/ dtz» cznverinehren ? Gehet man also nnt ^ Sachen um/ welche man liebet? Trachtet -ist "^)t mit allem/ was sie begreiffen / und allergrößtsten Vollkommenheit zubesi- j)-„ - Welche die Wüssenschaft/ das hohe Anse- kbiin 0^ Reichthum für ihr höchstes Gut halten/ dieser Dingen nicmahlen satt werden, gleiches wurde sich bey uns/ in Anse- lrg^er Gottseligkeit erweisen/ wann wir sie - den schätzen wurden. Und dieweileir keiss^^sieigenanöqliche Staffel der Gottselig- Gnaden-Belohnung/ undzwaren so "chr Belohnungen haben / daß alle.Güter der z§4 Das dritte Buch. Von dem der Welt darmit keineswegs mögen verglich^ werden/so ist daraus offenbahr/waö für ein grl-'r ft Blrnd-und Ruchlosigkeit es seye / wann ma" nicht nach allen diesen Staffeln ringet / und ^ sonders nach denen/ welche man in diesem Lebe» besteigen kan. 21. Ich gibe zwaren gern zu / daß in den^ Dingen/ welche das Vermögen der MensclM in dem Stand/ in deme sie auf Erden sind/übek' treffen / durch die Gewüßheit besten / daß ma> hieruntcn niemahlen dieselbige erreichen werde« die Begierd selbige zubesitzen / geschwächet/ der Fleiß sie zuerwcrben/ underbrochen werde« Aber in denen Dingen/ da es an niemand / E an uns selbsien fehlet / wann wir dieselbigeE erreichen/ kan diefts für nichts anders als ei^ gottlose / und folgbarlich wider den Geist dck wahren Christenthums streitende Zuneigung halten werden/ welche uns zurück ziehet/ M wir diese Dinge weder wünschen/ noch uns deren Erlangung bewerben. sta sicl der rbk V! 8 e, Cr hl» kei> L t,z Sei Das VI. Capitel. Mehrere Bestätigung dieser vor^ gebrachten Wahrheit. was tci) bis hieher furg^ hraci>t habe/bringet mich dab^ daß ich glaube / es habet» nicb nur die Sünder/ welche anheben sieb ^ bekehren; sondern auch die allergröste!^ Heiligen / niemablen in ihrem Heryen rw vergnügen/ mit ihrem gegenwärtigen stanp« iv, 'ft vo Sei Sie ou Sei Ne, he Al > 1 )r ._inderGstistNgkeit. Tap.s. M Sie befiiiden aüezcik solche Mangel an !A/ denen sie gern mochten abgcholffen haben. sehen vor sich solche Vollkommenheiten/ Mn sie crmcmglen / und welche sie auch zmr- 'Men wünschen. Sie sind in diesem Absehen ^ so unersättlich und unvcrgnüglich/als es tue ^>eit>Menschcn/in Ansehen der zeitlichen Din» L^sind. Und eben dahero kommet es / meines ^achtens / daß der Sohn Gottes die Gläubi- M », dein Evangelio/ als solche vorstellet / die da Mgeren und begierig sind/ nach der Gerechtig- j^/unzudruten/ sie besitzen dieselbiqe niemahlen ^»grosser Masse/ daß nicht immer in ihrem M'tzen noch etwas Laue / und zugleich ein heft 3r Begierde / daffctbige auszufüllen / bey ih. '^verbleibe. - Dieses ist das vornehmste Stuck/ um Elches sie in ihrem Gebctt anhalte; nichts ^ das sie mir grösserem Erster und Ernst ^r GOtt airssvitken. Sie lassen die Welt- "kusche,, / denen Gütercn der Erden nachren- sie aber stellen sich in ihren heftigsten Be- d'stden / nichts anders für / als die geistliche "Mhüme / welche die Gnade in ihre Hertzen Liesset. Zu einem Beweißthum dessen/ die- "Uns/ was der Prophet zu Gott sirget/ in e^ aus seinen Psalmen: (a) Viel sagen/ wer . " uns weisen/ was gut ist? AVer Herr! er- über uns dasLiechrdeiiresAnrlilzeSt >an lest den OXIX. Psalmen/ so wird man ft» N/ wie oft er seine Bitte hierum widerhole. Äschen / wie David darinnen anhalte / daß ^ Gott öftre dre Augen seines Hertzens/dasiee h)käl.iv.7. Bb sechs ;S6 Das dritte Buch. Von dem Wachsthum ^ seine Hände reinige/ und daß er seinen Fuß auf den Weg der Heiligkeit. Man wird seh^, daß er alle Krafk/Lüecht und Stärkte/ welche a> les^ was Gottes Gesatz zuhalten befiehlst/ a"k zurichten nohtwendig ist / begehre. MantvE mit wenigem alles zufagen/sehen/daß er eben^ Bitte auf alle ersinnliche Weise fünrage/ E mit mehr dann hundertcrley AußtruckunS^'. dasjenige/ so seinem Hertzen so sehr angele^"' Sil sen vortrage. ^ z. Diese Bitt/ ist auch under allen/rr^ che wir gegen Gott ablegen können/ die §. lerangenehmste/die ihnr anr besten gefallrs und von ihm zum ersten erköret wird. ^ sind viel Dinge / welche er nicht rahtsam E, uns zugchen / bisweilen eintweders feine E' oder unsere Seligkeit/ nicht zulasset/daß wir selbigen erlangen. Aber die Gnaden seines gen Geistes/ schlaget er uns niemahlen ab/waw wir sie mit Eifer und Ernst begehren.DerLE Gottes/ zeuget selber darvon/ in seinem EvaE lio r (K) So ihr/ die ihr doch arge seyr/ k§> nec eueren Minderen gute Gaben geb^, wie vielinehr wird euer Darrer im den heiligen Geist geben/denen/die ihn um bitten? Gr. Jacob bezeuget gleicheE sen/ (c) Gott schlage die wahre Weißheit/wel^, in dem Grund der Sachen / eben die Gotisch» keit ist/ niemand ab/ wie anderstwo ist außgei^ ret worden. 4- Es kan deßwegen nicht wol begrE' werden/ daß die Rinder Gottes diese lv . den außzubitten/ verabsäumen/ oder!'. yik lic! dir skl s°I "1! te. i>ri d, lic br ivr dir l>ei Ü,e lü/ »he (b) LLr»I».Vü.n. («) !->«.!.s. ob"« _tnder Gottseligkeit. der en Empfang / alißbicren solcen. ^ weiften aber ist nicht zubegreiffen/ t»aß die« s. allzeit begegnen undihrgan» "b ^»Lebenlang bey ihnen anhalten solle. Ich setzt r!v Mzu/ wann es/ohne einen Ubelstand/ möglich Me/ daß ße meine so strafwürdige und ihrer ^ttseligkeit/ so gar entgegen lausfende Hinlas- Meit verfallen konten / so wäre es doch unmög« M daß sie Gott immerdar darinnen liesse/ und "Zahlen darvonaufwcckete. vv s 'Mir ha den schon gehöret / es seye sein daß alle seine Gläubige in dtk Gott« Mkett zunehmen. Ist aber dieser Wille ein sicher Wille/ yeme es an dem Nachtruck er» Mgle/ und er seine Erfüllung niemahlen er« Me? Kommet das mit deme überein / das Paulus lehret / GOtt sey« es / der in uns ^stigljch / beyde das Wollen und das Voll« "gen des Guten würcke? 6.-t. « h ^-^eh bin bey mir sechsten dessen gewüß/ ö er keine / weder aufferliche noch inner« "" Nsittel / diese würckung zuwegen zu« i^wften/underlajse. Darzu dienet sein Wort/ nicht nur der Anfang unserer Widerge« sondern auch die Milch/ mit deren die hj "werernehrt/und die starckeSpeise/mit deren s>.^rwachsene gespiesen werden/ ist. Darinnen stehet der vornehmste Gebrauch der Sacra« I^^kn. Sie dienen/ wiejederman weißt/ dar« ^ der Glaube dardurch gestärcket/ und die f^Mbttes/in uns entzündet werde. Betref» Trübsalen/ so schicket uns Gott mehrer« dieselbige zu diesem Ende ju. Dann wir Bb » wüst HSS dritte Buch. Von dem ^Vachstbmü wüjsen/ wie der Apostel redet . sä) dap < . salMedulc bringe; Gedulc aber bringet fa b r u n g: E r fa hr ung aber brinntHssiiung- Und andcrstwo sagt er: (e)Gorr züchtige u>^' daß wir seine Heiligung empfahen. 7. "ich jage ein gleiches vonderinnchl/ chen Knabe'. Wer weißt nicht / daß dieses würckliche Gnade so wo!/ als die zuvorkomme^ de/ nicht nur denen Sündcren / sie zubekehre^ sondern auch denen Gerechten zubeharren / zuzunehmen / gegeben werde? (s) DerG^ meiner^üre (der mir Gutes thut) kommet ^ mir zuvor/ saget eigentlich der Prophetin^ Grund-Sprach/ da er/ als ein schon Beke^ rer / der aus dem Weg nach dem Himmel D" weit kommen ist/ redet 8. /wer wil nun glauben / dieser ganeü Haussen der innerlschen und äusserlich^ ^ tirreln / seyen gany und gar unnütze/ können den verlangten Zweck nicht zuv^ gen bringen ? Man überlege nur ein wenig ^ Wort Gottes / bey dem Propheten Esaia: ^ (gleichwie verlegen un Schnee voifiHiiM melsaller/ undnichcwiderdabinkonunett sondern feuchter die Erden und machet m fruchtbar und wachsend/daß sie gibt men zusajen / und Brod zuessen /Also so"' das Wort/ so aus meinem Wunde gehK auch sey»»: Es solle nichcwider zu mirl.^ konnneir; sondern thun / das mir gefällt und solle ihingelingen/darzu ich es sende. 9.^ > (lt) kom. V. ;.4. (,) u,br.Xll.l». M?gl. LIX.-l.cr/ L1.»> LV.io. n. > kn der Gottseligkeit. <5ap.6._ , 9. Ich schliesse aus allenr dem/ was ich e- oci» jetzt gesagt habe/es j'evc keinRiud Goc- ^s/ welches nir eiuigerinajsen iu dem Fleiss ver GHrtjeliqkeir zunehme. Gleichwie aber ^lesZunehnien nicht gleich ist, und ellichc meh- ftrs/andere weniger wachsen; also solle sichs ein Wcher lassen angelegen seyn / da st ec möge un- oer denen ersteren seyn: In Erwegung daß un- fallen Dingen / welche»Halden w,r uns uiüK ^elt bearbeiten / kem cmigesscve/ welche« so wol in Betrachtung der Nohtweadigkrir / als Nutzbarkeit/ unserer Bemühung/so würdig und w^hrt seye/ als die Gottseligkeit. > >- io. Über das ist nichts/ da man sich ft»gs- ^Uß/ eines guten Aussschlags verftchsrerr -^h/ als eben die Gdttstliqkeir. Alle ändere Ang sind bey nahem der Art) daß man oft/ohne Mcbtruck / sich darum bearbeitet/ eintwcher»/ 0>eweilen etwan darzu sonderbare Gaben crsor« ocrt werdcn/welche nicht ein jeglicher hat; oder/ ^weilen neben disen Gaben/ noch andre ausser- "U)e Ursachen und bequeme Gelegenheiten / de- wu nicht jederman habhaft ist / kommen müssen. >^, dessen Vorwürffe außzuschlagen/ und einen yenblick ruhen zukönnen / ohne den EnM zufassen / unshinfort weit änderst als bißdav' aufzufüllen/ und unsere bischerige HinlaM^ durch künftigen Fleiß und Ernst / eifferiB^ derzuersetzen? Das VII. Capitel. Welche Dingen man vorzuba^ habe / wann man in der Gottselig keit zunehmen wil. )Äö Vorhaben/ in der Gottselig^ zuzunehmen/gehorer nicht u>'^ die Geschäfte / zu denen n'N mehr/als^Viühe und Arbeit erfordert w> ^ Man stehet in Gefahr / wie eifferig man auch verhaltet/ vergeblich sich zubemühen/ n'ü.. man nicht auch höchste Fürsichtigkeit gebra^. und sich äussersten Fleisses hütet / vor gew^ Stricken/ mir welchen bisweilen Leuthe / ^ ^ Andacht und Eiffer/ sonslen sehr groß war/1 ^ gefangen worden / also / daß sie sich elciE ., darinnen verstricket haben. Ich habe mir von^ jetzct/in diesem Capitvl etliche Stucke/vor ^ „ ni sa V d. se d. a> di a> u, al b- E st. de ke> tvl e» ct> tir lei ch eir U„ Ne lrn ste slc ,-cx >,§/ l)!k gie )i>ß eil/ '»>- ,s h'" eit/ eil _In derGo ttseligkekt. La p. 7 . sich zuhüten hat / anzuzeigen / und etliche/ sam ^ duncken nach/ sehr nützliche und heil» >«me Erinnerungen' darmtt zuvercinigen. Gleichwie der Fortlauf auf dem h ^3gegen dein Himinel/vorher erfordert/ up man allbereit deirselbigen angerrerren > ^e/ und daraufwandele; also ift das erste/ a^'uanzubeodachren hat/ daß inanstch . das Beste/als es möglich ist/versichere/ voranßgefetzten Wahrheit/ daß man "f diese,,, weg / undwüreklich bekehret/ an, ^lemic von dem Stand der Sünden/ d . reit in den Stand der Gnaden hinü- ergewetren seye. Zwey Ding/ machen diese Erinnerung unmittelbar nohtwendig. Das er- seik» bisweilen es ein gemeines Ding ist / sich Men zubetriegen. Das andere/ weilen dieser den um/ überaus gefährlich / und so weit von verlangten Wachsthuin in der Gorttelig- tveiss ^^rnetist/ daß er vielmehr zu einem Ve, eHthum dienet / man habe noch nicht einmahl "EU Anfang an derselbigen gemachet. ^ Man findet nur zuviel Exempel/ weh ^ r die erste aus diesen wahrheftcn/bekraf- l^en: Betreffend aber die andere so wob ch.^'^uns einen Menschen einbilden web . v mir diesem Irrthum/ darvon ich rede/ U„?ENom,nen ist/und fälschlich sich selbsten M?^bie Zahl derRindern Gottes anrech- tx» wird ihme widerfahreii ^ Voral» ßx.^ugen / dieweilen er in der Einbildung fi^, t/er feye schon bekehret/ so wird er -'Ulchtzubekehrengedencken/wie cr/ohne Bb Zweif. Das dritte Buch. Von dem IVackschrrm ^. zweiffel/ rhmi wurde/ wann er von seinem sta>ro/rn de-ne er sich befindet, besser underr»cl)l" wäre. Aber daü ist noch nicht alles/ dieser^ thumwird ihn überdas dahin verlsikeii,b»m an starr die schadlrchsteLaster.abzufchasse', er ste vielmehr widerhallen/ und sich dar»m nen befestigen wird/ sintemalen er sie, obl^^ gantz falsmitch/für Tugenden haltet. Dan gle>^ wie keine reä)tschaffene Tugend rndemHeE der Unbekehrten Herberg hat: Also muß uol)^ wendig folgen/ baß, was dieser Gattung LelE für Tugenden mischen/ nichts anders seye / ^ verstellte Lasier / ungerechte GemühtS-Ncig^ gen/erne eigne Liebe/ welche ihren Zweck zuerk^ chen/auschlchc Abwege gehet/ deren Unrichtig . keil man nichr sehen kan. Und dieweilen de>^ ^ also ist/dienen dann nicht alle die Bemühungen j durch welche man suchet auf dem angeiretteE Weg, welchen man für Mund sicher haltet/ ^ er gleich böß und gefährlich i>i / fortzuwandela' nur dahin / daß man sich je länger >e mehr vo" dem rechten Weg/ in die Irre verlauste/ und M je langer je weiter von dem Zieh! / welches ma» vast erreicht zuhaben vermuhtet/ entferne? 4. ES liget derowegen viel daran / daß mau sich vor solcher Verführung wol vorsehe, ssta» muß vor aus und an/ daß inan wahrhastw bekehret undwidergebohren stye/versieb^ rer scyn/ ehe man in dieser wcheraebulss' zuwachscir stet) bearbeite. Zu dlseriiElide muß mau sich selbsien erkennen lernen / und «n dersuchen / genaue Achtung daraufgebende/ ^ Mmun semem Hertzen diejenige Kennjelcheno^ s n d k u si d li in der Gottfeliakcit . Cap.7. ^ekehrung finde/ von welü)en in einem der vorhergehenden Büchern/Meldung geschehen ist. f. ll. Was ich bißdahingelehret/ beziehet sich ,ri
nit denen GE)rr zugehörigen Dingen vereinigen/ daß sie sich» steisund vest einbilden/ ^Vtr werde sechsten dardurch beleidincr/ ^ann man ihnen einen Verdruß oder Widerwillen anrhuc. Sre erzürnen sich darüber/ and halten ihre menschliche / ob schon der Verduft zuwidergehende/Heftigkciten/ som ihnen reßwegen aufsteigen / für einen wahren Eiffer/ ^n Man billich bewunderen solte- ^7- Es sind andere/ die von tTlarur znr ^aursichtigkeic und Unfreundlichkeit ge- ^iget sind / und ihre Lust daran haben/ sie andere Leurhe zu Verdruß verleiren rönnen/ welche den Leuthen/ ohne Verstand Ansehen/ alles/ was ihnen am empfindlichsten vorkommet / under Augen sagen: Und ok» gleich eine Würckuug ihrer Boßheil und Mreandfichen widersinnigen Artist/ soniußetz Bb s tzdctz 404 Das dritte Bück. von dem Wachsthum. doch bey ihnen denNahmcn zweyer vortreM'^ Tugenden/ der Aufrichtigkeit lind kiebe/ haA Sie sagen/ die erste mache/ daß sie ein Ding f"'' tragen/ wiesieesimHertzenhaben; die andere aber / gebe ihnen nicht zu, daß sie ihren Neb^ lllenschen/ in der Unwüffenheit solcher SaclM an deren Erkantnuß ihm überaus viel gelegt» ist/stecken lassen. . 8- Es sind einige / die eiimveders ihrer Leihs-Bcschafsenheir/ oder aus rvohilhelt/ eigensinnig sind/ und was sie e"!' mahl in ihren Äopfgefastet haben/ sich nicht der daraus bringen; sondern eher die wiclM sten Sachen/ ja/ sozureden/ diegantzeAZE Grund gehen lasten / als daß sie imgerlnE von ihrer ersten Meynung weichen. Sie'"^ nen/ darzu befugt zuseyn und halten ihre E>g^ richtigkeit/ für eine heroische Tapfferkeit. ^ dere hingegen/ bedecke«: ihre Forcht"" die Sorn/ einen Nachtheil znleiden/ de»n schonen Namnren der Füissicht'igkcl der Lwbe und der Christlichen Niedrig^' oder Demuht. 9. Man beenget sich selhsten mit derg'^ chen Verftihrungenvast täglich/ und nicht leicht jemand gifinden seyn/ der nicht delst' viel Exempel gesehen habe. Es ist indessen " schwer abzunehmen / wie gefährlich dieses!^ Man muß derowegen/ diese Verführungen)' vertreiben / und zu diesem Ende hin / sich st' nicht zuwol trauen; sondern sich mit allem tmdersuchen,sein Thun und Laffen/genau gen/und von denen Würckungen auf die Inder Gottseligkeit. Lax».?. zy; ^>gung der Ursachen kommen/dardurch die he»m. "che Quellen unsers Thuns zuentdecken. Dann lAwan dieses gethan / und das Übel einmahl ^Htschaffen erkennet hat / da kan man demselbi- hernach/ ohne sondere Mühe/ abkelffen. lo. m. Die dritte Behnrsainkcir/ flehet M dasjenige / fo man zu der schon haben« Heiligung hinzu legen wil. Man muß Aßchkrcsseyn / daß dieses ein gewüsseS und un, lchlbare^ Stuck der Heiligung seye / durch wel- ^6 wir vollkommener und Gott angenehmer/ 7 ^ wir zuvor gewesen sind / gemachet werden, ^er verfehlet man auf verschiedene Arten, f Es ist schon oft geschehen / und ge- Iwleher annoch täglich / daß unzehlich viel ! ^nschcn/erliche/ich weiß selber nicht was ^ eirele und unnütze Anmerckungen für "orrreflichste Bemühungen der Gott- ^ ?5keir/ halten. Man giebet für/ dieses seyen Ehrsame und solche Sachen / welche einigen husten desFlcischcS schnurgrad entgegen strei, siek' verwundert man sich darüber/ man sie an / als Würckungen einer überaus < "liehen Gottseligkeit / und als Kennzeichen "er solchen Reinigkeit / durch welche man den kein gantz nahe komme. Indessen ist dieses t.,^">chtS/ und Gott hat in seinem Wort zu gemahlen bezeuget/ daß er dieses für nichts tz^A-.Das sind selbcrwchlteundhiemitunnü- ä ^lstlichkeiten. Die wahre Gottseligkeit be- ^.jOet keineswegs darinnen. Sie vergnüget sich li^ENen Dingen/ welche Gott anbefohlen hat/ v >>e ist dessen wol beredt/ wann jene Gott ange- Dasdritre Buch. von dem wachschmv^. angenehm wären/ so härte er dero Beobacht^ in seinem Wort uns anbefohlen. , 12. Betreffend die Gorrscligkeic/undt' wahre Andacht/welche sich an das/so vorgeschrieben hat/ haltet/ istnuylich^ beobachten / d§ß sie zwey Theil / eine'' nerlichen und änsferltchen / hegreiffe. ^ 1,1^ erste Theil hat seinen Sitz m dem Hertzcn/ llN^ feinein Umfang ein/ alle unmätelb^ Handlungen per ChrlstlichenTugenden/einev sie -^ürwahrhallung aller Wahrheiten/die M' abgesprochen/ eine aufrichtige VerläugE unser silbsien vor seinem Angesicht / eine E liehe Gelassenheit under seinem Willen/ eine si" rige Vegierd sein eigen zuseyn / und nichts . allzuthun/ so ihme mißfallen möchte/ undtv" dergleichen Regungen mehr sind. Der and^ Theil begreiffct in sich / die äußerliche Hü» lungen / welche sich mit denen innerlichen C' pjindungen vergleichen und verbinden / Änlich/ die Bckanlnuß der Wahrheit / den F ^ ,n denen heiligen Übungen / die Anhörung"'- Lesung des Worts Gottes/ den Gebrauchs heillgei, Sacramcnten/ das Absingen der>' ^ men / das Niederfallen in dein Gebett / eine geziemende Bescheidenheit / Bedachn"', keit und Andacht / welche alle diese Hand" gen begleitet. rEin jeder aus diesen beyden Tvf 2 r Gottseligkeit / hat seine sondere'^. ^ der Hschs'chätzung/ und kan dahero rvedet ^ emre/ noch) der andere/ underlassen^ den. Indessen ist ohne Außnahm / tv tr är dc es de lebt le h- c» dc vi k« lic !t! 1, li! Ul Z k. 8e VI dc dc ^ Gdttsclig kekt. Lap.y. ^ 7 E ^ der erste an ^rutzbarkeit und Für- >ie ömr den andern weit "übersteige. Das ,cc nutzet ohne das innerliche nichts. Und ri- mcht genug. Das ausserliche/wann dein innerlichen abgesönderer wird/ ist lei, ""d unleidenlich bey Gott / wie aus ab ^ ^ ' oeme abzunehmen / was unser Hepland m s lenz ^^^öelio geredet hat / wider die Heuche- e- in nichts anders / als darinnen beste- >lk M- aß man diese zwey Stuck/ voneinander«» ,, l>.?nderet / und mit dem geringeren sich zufrie- das grössere lind ohne alles andere I>j jj^^lanrkeltund Tlndacht: Bey denen hei- ,,, ^n Übungen sied einstellen; aber allein !«' (k. okrn Leib / da man den Geist und das lf.Sonft Dasdrlt teBuch.Honbem^Wachrchmn^. i s.Sonst wann dasInnerliche und serllche / beysammen ist / so siehet Gott nehmlich das erstere an / als eine Vollko^ menheitund Zierde der Scelen/alsdenfürtrm lichsien/ und wann ich also reden darf/ den M'. lichsien Theil des Menschen/ und als die leM tigste Vorstellung seines Ebenbilds i«> stinc» Kmderen. Aus diesem Grund / überweiset^ Heyland die Gamaritanerin / der geistig Gottes-Dienst komme mit der Würdigkeit W' leö am besten überein/ und daß alles/ was an ^ Iieligion sichtbar und äusserlich ist/ bey weit^ denen innerlichen Regungen nicht bepkonE Er erinneret sie / es sey? mcht juzweiffeln / liebe dasjenige am meisten/ was lhme am gl>E sten ist / und er ziehe hiemit dasjenige / welE wie er / geistlich ist / denen groben und äusst^ chen Dingen unserer Handlungen / weil vA (s) Gott ist ein Geist/ saget er / und die m' anbetten / die müssen ihn im Geist und' der Wahrheit änderten. § 16. I V. Aus diesem allem schliesse ich^ap wer ernstlich in seiner Gottseligkeit zu^ nehmen verlanget/der müsse sein Haupla, sehen aufdasInnerliche richte/und alle! ne furnehmste Ginnen und Gedanken da tet hab/auch seine Belohnung undNohtwen^ kcid und hiemit muß man auch desselbigenha!^ sorgfältig seyn / und einige Achtung darum ^ den: Es ist em allzugrober und gefährliche^^/ st k> h ii 8 K lt d di lt 8 n st h st st p> a> st (,) svi-.1v.r4« -s- !l' c» ek he cl c. !, >i< c. ,i / !-> ,i 1 t / F knder GottfcHqkei t. Lap. 7 . ^um/ sich einbilden / es seye an dasseibige keine "Nimchung anzuwenden vonnöhren. ^7. Dieser Fehler ist sehr gemein. Gleichem der Welk wenig Menschen anzutreffen/ von allen und jeden Dingen ein gerechtes gesundes Urtheil zufällen fähig sind: Also »Mtehet es bey denen meijien / daß sie vermep, ^ i)aben genugsam Ursachzuschliessen / es Me ihnen ftep/eine Sach hindanzusetzen/waun ? ^ur müssen / daß sie bey weitem nicht so für- hch"^ nützlichseye/atsemeandere. Dana- /m/ weilen sie mercken / daß die innerliche Be- in der Religion/ von unvergleichlich Urer Nutzbmkeit seyen/ als die äusserlich«»/ ^veschliessen siealsobald / wiewoi mit schlechter "»st / es seye an denen äufferlichen Hand- so wenig gelegen/ daß sie/ ohne Gefahr/ da,, ^ ^ol verabsäumen dörffen/ gestalten sie ^urcklich um deren Beobacl)tung sich zum ^knrgsten bemühen. ^ ^ 8 . Sie überlegen nicht / daß kein eini- aus diesen Stucken seye/ welches uns ^ cht in Gottes Wort vielfältig an befoh- h^^erde/ und wann hiemit schön einesund a-i^udere keine natürliche Nohtwendigkeit an f.?.^be; es gleichwol dieselbigr von venrBe, bf^^dWillen des höchsten Gesatzgebers em- Wann dieser redet / so ligek es nicht an Beschaffenheit dessen / welches er uns fok 5 l. ^ / zuundersuchen. Ohne diese Auß. ist unsere Schuldigkeit / unszuun- ^üeste außj ^ anbefihlet / aufdas ge- 10. qso Das dritte Buch. Von de m LVach slhM^, 19. Indessen ist gewüß/daß er nichts ron ^ uns fordere was er auch iinmer erforderet t, welches nicht gany billich und gerecht sech ^ Er befihlet uns nicht nur die innerliche Reguh' r gen und Kräfte der Seelen; sondern auch etli^ u che Handlungen unsers Leibs. Ist dieser VeW ' unbillich ? Sind nicht diese Leiber ein Werck sel^ > ner Macht ? Hat er sie nicht aus einer Maler« « die er am Anfang aus nichts herfurgebracM > ir gemachet?Hat er sie nicht mir dem theuren Bl«> ? seines Sohns erkauftet? Begehren wir nicht« n daß er sie an jenem grossen Tag/mit ferner Her- v! lichkeit bekröne ? Was ist dann unbilliches anp ^ treffen/ wann er begehret/ daß wir ihme darmit dienen sollen? ^ 20. Isch setze hinzu / daß wir nicht n««t K aufdas zusehen haben/ was wir an uns set u der / oder auch in Ansehung Gottes sink'' wir müssen auch fthauen auf dasjenige« »1 worzu wir erschaffen sind / in Anseht««'!! '«> derGesellschafr/deren Mitglieder wir Es muß einer dem anderen zum Besten / st'." " Thun anstellen/es ist keiner aus unseren dem / den wir nicht zuerbauen / zutrösten / u««" v so viel in unserem Vermögen stehet/*aufM"^ teren / schuldig s yen. Das ist es / was unser Heyland unsrn dem Evangesto anbefohlen h"'^ ch) Lasset euer Liechr leuchten/ saget er/ vA ^ denen Lcurhen/ daß sie eueregutewere" ^ sehen / und eueren Parker im Himmel P«^ sen. Der heilige Petrus / schliesset die Hey^r" seibsten nicht aus von der Zahl derjenigen / ^ che wir mit unserem äufferlichmVerhalten zu^ ' > iri der Gott ftlipl'c'it. Cap.g. 40» ^ ^winmen trachten loilen. (c) Führet einen gu- c/ ken Wandel under denen Heyden/ spricht er/ e» auf daß die/ so von euch afterreden/ als von Ubelrhareren / euere gute wercke sehen/ ^ Und GDrr preisen/ wann es an den Tag ? binnen werd. ! 2^-Ach frage nun/wie man diestPflicht erstat- ' ^wan mau die Bewegungen der Gottseligkeit/ " ! Mergchalten in dem Hertzen versperret haltet/ > sie keineswegs in den äußerlichen Vorschein r/ kommen können? Was thut man dardurch an- r» veren zum Besten ? Was für gute Beyspiel gibt Mn ihnen ? Laustet man nicht gar in die Gefahr lt >>)nen Aergernusi zugeben ? Vergißet man nicht darmit deßen/waS unser Hepland in dem Evan- r geiio sagtwehe dein Vlcnschen/durch wel- ^ chenAergernuß kommet^ 2 r. Ich wil eine andere Ürsirch in der Fosi> »e andeuten. Nun lege ich eine andere Behub» Ü NMkeit vor Augen. (c) i.i-eki-.H.i,, s ^. .- Das VIII. Capitel. Von anderen Behutsamkeiten/ tvelche nickt weniger nohtwendig sind zubeobachten / als die vorhergehende. ^ v -vyS^Ine von denen wichtigsten Be* hutsrmkeiten/welche man hier ^ -.^»0 j„zunehmenhar/ist/daß sich nicht bey ausschweißenden und krwjrrten Vorstellungen aufzuhalten; C e so,v 4 «r Das dritte Z^uch. 17on dem Wachsthum sondern sich an eine gewüjse und sondcrb^ re Sach anzubinden har. Es ist nicht genug/ einfältig zusagen / man begehre in der Gottselig keit zmvachsen / oder man wolle sich von seine" Fehleren verbesseren/und die guten Neigungen/ so man an sich sechsten fühlet/ aufwecken. Ma" muß diese Fehler und diese Neigungen sich ga«E eigentlich und mit Nammen zu Sinne lege"» Man muß sie absonderlich außtrucken und s" gen: Ich wil mich von diesem und diese»" Laster abgewehnensich wil mich dieser und dieser Tugend ergeben / als an deren Volh kommenheic/ ein NindGorce» zuwerden/ mir ermangelt. , 2. In Wahrheit / die allgemeine und berhaupr genomöneEntschliesiungen und Gedanclen sind mehrertheile ohneNa^ truck/ und gelangen nirgendshin. Esst'^ sehr wenig Sünder/ welche nicht zum öftern dek« gleichen Gedancken sich aufsteigen lassen; abek es sind auch sehr wenig derjenigen / bey welche" sie mch^aliobald widcrum verschwinden / ohne einige Sorge / diesclbigen in das Werck nistet !en. Nur die sonderbare/ und auf ein gewusM mit Nammen außgetrucktcs Ding gerichtet Eedanckciu haben ihre Würckung. z. Vl. Aber an welche Tugenden / odek an welche Fehler muß man vor aus und an seine Sorgen anwenden/ EssindhierA der verschiedene Reguln/ welche alle geE und unfehlbar sind/ zubeobachten. Die erste ist' daß man sich vor allen Dingen suche / der^ senrgen Vl jänneln zuenrladen/welchen m"" al* a, t» E tr se k< A rj kk st st 0! t»! li! st dl le ke 8 ! le ll! st kc st tu der Gottseligkeit. Cap.s. 4 01 allermeisten underwovffen ist/ und die am meisten GOtt zubeleidtgen verführen. ^ kq» niemand den geringsten Zweiffel daran 'kkigen / daß es nicht unumgänglich notwendig >^e / auf alle erfindliche Weife darnach zutrach» "n/ wie man sich derjenigen Fehleren entschia» 6m könne/ weiche gar leichtlich in eine Gewöhnet zusündigen außschlagen / und uns endlich E>ne unüberwindliche Hinoernuß an der Selig» »eil verursachen möchte. Demnach muß man sich fürnemlich deren funden entladen/ welche der anderen Wurtzel md/rvordurch ich den Hochinuhl und das Verengen jeöerman gigefallen/ verstehe / dann wie ^derstwo beobachtet worden / alle Laster sind Mts anders / als so viel Aeste dieser zweyen stammen / und wann man diese zwey Mängell ^dertrucken könte/ so hätte man wenig Mühe/ >'ch von denen andere» zuverbcffeceu / anzuwen- ; oder besser zusagen / es wäre nicht ponnöh- ien, darum sich sonderbar zubemühen. . Betreffend die Tugenden/ so solle zwsrett aus denenselbrgen verabsäumet werden/ k'eichrvol nmß man sich sonderbar aufdik/enige Aen/ und sich darinnen zubevestigen trachten/ Welche absonderlich der Beschaffenheit unsers Stands/ unsers Herkommens/ unsers Alters/ MrsAmts und unserer Lebens-Art wol an- Wm. Es geziemet nicht alles allen Menschen, ^s an denen einten eine Vollkommenheit «st/ öfters an denen anderen ein Mangel seyn. ^°niuß hiemit ein jeder wol wüsten / was ihm- Wehe/ uns darauf muß er sich vor und anlegen. Lc r Wet- 4» 4 Dasdr ktte Auch. von dem w achsthuck^. Welche in Vem Negunenc sitzen / müssen sol^ Tugenden an sich haben / die denen Undergebö neu/ eben so nohtwendig nicht sind. Gliche wer- der. an denen Geistlichen / etliche an dem gemc>- uen Volck ei forderet. Nichts ist aber/ daß let^ man mehr vor den Kopf stosse/ als wann Ms solche Leuthe vor sich sehen muß/ weiche/ waE nen obliget/versaumen/und sich hergegen aufds Dinge legen/ welche anderen geziemen. 6. Es ist auch zugelassen / sich auf eine Tugend absonderlich zubrsteiffigen / wann man gr- spühret/ daß man zusehr zu vem ihro entgegni streitenden Laster geneigt ist. Ja / es ist gut- M man es thut und dieses ist eine von denen Haubt' Rcguin, die man in Acht zunehmen hat. 7. Man muß sich nach allen Kräften dalM bearbeiten / daß man diejenige Tugenden erwerbe / welche das meiste beytragen / unseres Wandel in gemein znvcrbcsseren / als da zu-s Exempel sind / der Glaub / die Forcht Gottes seine Liebe und andere dergleichen mehr / welche mcelcher müssen die übrige alte in sich gr-iffen. ,, 8. Man kan auch sein Absehen auf^ Für tr eflickkeit dieser Tugenden richten- ^ der man nruß steh rvol vorsehen / daß rn»s die Übung und Erlangung derselbicsss nietet undercinande: en vermische. Wann^ Uni deren Erwerbung zuthun ist / so muß nuw sich vor aus und an auf die vsrtrefiichste lege«' Wann es aber an die Außübung kommet / muß man oft die/ so von geringerem Anseht sind/ den anderen vorziehen. ^ §»> t! li ti d st d! 8l b, g> «l st er il. Ä dc üi de ex tr, bv fir dx te, ldi _ tn der Gottseligk eit. Ca p.s. 405 - 9 . Zum Exempel / es ist vielem herrlicher ^lng/ Eures thun/als sich des Bösen entölten. Aus diesem Grund bilden sich eklige ein/ esseye zugelassen etwas Böses zrr- du„/ damit Eures daraus erfolge. Man !Mt sich durch den Glantz des daraus erwar« «Mn Nutzens verbunden. Man wölke / daß °>e Ehre Gottes/ und die Wohlfahrt des Näch- M / beförderet werde. Aber es ist unmöglich/ vleses durch unschuldige Mittel zuwegen zubrin, M. Man muß derohalben lügen / man rnuß °°^uglich handle»/ man muß einige geringe Um b^echrigkeiten begehen. Dieses Halter sie nicht Das geringe Übel/ so man begehet/ bedun- sie nichtszuseyn / in Vergleichunq uiil dem ^Uten/ so daraus entspringen kau. Man thut derohalben und meynet gute Ursachen dar- «"Zuhgben. Aber mau berrieget sich. Es ist ohne Vergleichung mehr daran gelegen daß man ^Böse vermeide / dann das Gute ausrichte/ ud so x,ft als ein Streit sich Mischen diesen eyden Pflichten bey uns erhebet / so muß die Ltere allezeit die Oberband behaup/en. Die .Abbott haben etwas viel heftigcrs und nach- /"ckiicher^ in sich / als dre Gebort. Die Ver- bleiben allezeit in ihren Kräften / und es > nvet sich k^in Augenblick/ bey deme man sie aus ^ Obacht lassen dörffe. Die Gebott hingegen ^binden nicht änderst/ als von Z^cen zu Zei- und bey gewüssen Anlässen / und man kan ^ versichert annehmen / daß es genug seye/ man einen Befehl nicht ohne Sünde? Cc r wie 4 06 Das dritte Buch, von dem Wachschu W^. wre gering sie immer seyn möchte / außricW kan / sich vcstiglich zubereden / daß uns das Gee hott/ bey solchem sonderbarem Fürfall nicht ver/ binde/ und daß die Beschaffenheit / in Ms man sich befindet/ nicht zugebe/ daß man M selbige beobachte. n DerEifserund die Liebe/ haben ^ ^ was viel helleuchcendsrs u»»d verwundet > lichers an sich/als die Gerechtigkeit. Jnde/! neu zwey ersten Tugenden bestehet / ohne alles Zwciffel/ die gröste Vollkoinmenheit der M deren Gottes. Ins Gegentheil ist die GerE kigkeit/ eine gemeine Tugend/ zum wenigstes so weit man dieselbige an dem ausserlichen Werk beobachten kan. Man wisset sie bey denen den und Türcken an. Es traget sich nichrs destoweniger sehr oft zu/ daß man verweh net / man habe Gelegenheit / seinen Ein" und Liebe/ durch etwas/so der Gerecht^ keit zuwider ist / an den Tag zulegen: Viel Menschen bilden sich ein / dieses seye zuthris erlaubet. Aber es ist dieses keineswegs zugel^ i sen / dieweilen die Gerechtigkeit / ob sie gle>^ > nicht/ wie die anderen beyde Tugenden/einen ^ schönen Glantz; doch etwas anders an sich ^ um dessenwillen man viel weniger darvon aM weichen befugt/ und hergegenmehrdarbey i«' verbleiben pflichtig ist. VII. Indeme man sich befleijset/ der Gottseligkeit zuzunehmen / ist es besser/man gehe allgemach fort/damik nur alle Übereilung vermeyde/ welche daruch nichts außnchrec/ weilen sie auf einm^ f s i i -_In der Gottseligkei t. Lap.s. 40? ^lles thun wil. Es ist aber viel daran gelegen/ Mman die Übereilung / nicht mit dem wahren ^lser und heftiger Begierd vermische. Der §ift str l>t gut/ löblich/ ja nohtwenvkg. Hergegen ist die Übereilung Lasterhaft. Meinem Beduncken tlach/ bestehet sie darinnen / daß sie gleich in dein -Mang außrichten wil/ was doch nicht änderst/ 6's nach und nach geschehen solle. i z. Zum Exempel: Es ist gut/ daß man Ae Horcht vertreibe/ und des Friedens/ des Prosts und derFreudc geniesse. Aber dieses erst gut / wann man in der Gottseligkeit ?evestigec ist. In dem Anfang / rstdieForcht Mraus heilsam / und es gibet getvusse Anlasse/ M deren sie auch denen / so am weitesten fort« ^schritten sind/ nützlich seyn kan. Welches sich denen heftigen Versuchungen zutraget / de- M man nicht leichtlich änderst / als durch dieses Mittel widerstehen kan. '4. Es gibet gemusst Underfangen/ die kin gesunder und starcker Mensch / ohne Gefahr übernehmen kan / die einem Aind/ dder einem / der eben von einer Aranckhert ?,ufgestanden ist/sehr schädlich waren. Mso und auch gewüffe Sachen / welche einer/ der in Gottseligket schon weit fortgeschritten ist/ vhne Vermessenheirunderfangen darf; welche Argegen ein Gläubiger / der den Fimmels- ^eg allererst bettelten hat/ als solche Dinge/ ^lche seinen Kräften zu hoch sind ansehen muß. Michermassen / was zu einer Zeit sein sonder, bares Lob verdienet/ kan zu einer anderen Be« tchelmng würdig werden / und kan folgbarlich/ Cc 4 wi« chos Dasdrirre Ruch. Von dem Wachsthum^ . wie anderstwo/ also auch dieses OrthS die U- bereitung allerley klägliche LLürckungen NM sich ziehe». i s. VlH. Es geschiehet bißweilen/ daß pecht fromme Leuche / den Muht sincke» lassen / und in Zerschlagenheir darum ge- rahren/ weiten sie deduncket/ ihre Gottseligkeit nehme nickt zu/^a sie es dock) i» Wahrheit thut. Dieses rUrer gemeinlichvon einer aus folgenden zweyen Ursachen her. Die er sie ist/ daß man nicht alles wol beobachtet/und weilen man allein ausetliche gewüffe Fehler sie- her/ dcrenhalben man nicht sehen ran / daß si< abnehmen / so wird man des Fortgangs / den man würcklich genießet / nicht gewahr. Die andere ist die Schwmnühtigkcit, von deren ich andersiwo Meldung gerhan/welche machet, daß man sich einbildet/man weiche auch dannzumab- len hinderlich / da man doch würcklich für M fchreitet.Findct sich nun jemand in einem solchen Stand/ so ist ihme nohtig wol nachzudencken ob solches nicht von emcr oder der anderen aus die' sen zweyen Quellen entsprungen / smtemahler'/ wann >nan dieses weißt / der Sachen gar leicht zuhelffm schn wird. 16. IX. Diese zwey eben setzt bedeutete Ursachen / baden dtsiweilen gany widerwärtige würckrrngen. Man bildet sich ^ Zeiten ein / man nehme genug in der Gottselig reit zu / diewcilcn man siehet / daß sich gewüsst Fehler anheben zuverringeren / welche doch aus keiner anderen Ursach abnehmen/ als weiten da» Alter/ die Leihes-Heschaffenhert/ der Anlaß und andere § k S u b in der Gottseligkeit. Lap.S. 409 Andere dergleichen Umstände/die Neigung/wek. M uns darzu bißdahin angetrieben / nach und "ach underbrechen. Dieses alles ist nichts/wann ^ nicht von der Liebe zu Gott und der Begierd ^nie zugefallen / herstammet. Man muß dero- wegen voraus und an / auf diese Liebe und Be- °'ttd schauen / wann man des Wachsthums/ ,?tt des Abnehmens in der Gottseligkeit verstattet seyn wil. . *7. Eine sonderbare Vorfalleiibeit bey ^tt' Gchwermuht kan bißweilen auch selyame würckungeu verursachen, zustarcke Einbildung kan tausenderlei) wunderbarliche Grillen erwecken. Da stellet sie Verzückungen / Eingeistungen / heimliche ^spräche / und unmittelbare Offenbahrungen Dieses alles muß man / damit ich auf das »"Mpfllichste darvon rede / für versachlich hal- Und gewüßlich/ es ist nichts weniger mit ^.^temcinen Ordnung / welche die göttliche ^Mhung zugebrauchen pfleget/ zuvergleichen/ ""0 es kommet nichts/ als eben dieses/ weni- »tt uberein / mit der sonst so vestgesetzten und be. Endigen Übung Gottes / durch welche er sich ""d ftme Würckungen geheim zuhalten / gewöhnet ist. ^8^x. Es kan derHochmuhk/ ohne daß ^ Schwermührigkeir sich darzu eimm-- stde/ bißweilen gleiche würckungett erres« jwn. Es kan geschehen/ daß Leutbe/ deren Hei- / damit ich sie nur nicht geringer mache/ Mittelmässig ist/ sich eutbilden / sie haben es innen Lhon überaus weit gebracht. Zwey C c s 4«o Das dritte Buch. Von dem Wachsthum ^ > Ursachen erwecken diese klägliche WürckuU^ s Man verstehet theils nicht genugsam / was b>° » wahre Gottseligkeit in sich beqreiffs: Theils^ r bet undersuchet man sich sechsten nicht so aenE ' als man wol thun solre. Wann nun sich diejs r zwey Stuck bey jemand zutragen / so ist es W» r Wunder / wann man schon einerseits sich stcn zuviel liebkoset; anderseits aber viel julhu" t verabsäumet/welches man unfehlbar thun rvus' l de/wann man sich sechsten besser erkennete.WU' t len dann deine also ist / so haben alle die / wE t sich über andere gestiegen zuseyn/ beduncken lal » ftn/ wol Ursach sich zuförchten / es möchte dieser r Betrug auch sie verblinden/ und solle derowccst» r nichts underlassen/ vermittelst dessen sie aufc>e" rechten Grund der Wahrheit gelangen möge"' k Das l X. Capitel. Was man zuthun habe / damit man tn der Gottseligkeit zunehme, man dieses eiffcrig uiw nur Ernst verlangen müsse. HJe angemeldete Behutsamkeiten/ Dv sehr nohtwendig; aber sie machen das gantze Geschäft noch lang nicht aus- Man muß eine beständige Bemühung unermudete Arbeit daran wenden. ÄbcrtS ist hochvonnöhten/daß man wolerdaure/wor»^ ncn diese Arbeit besiehe/ und was man / pawu sie njcdrunfruchtbar seye/ zuthun habe. r. Man kan vor allen Dingen jagen/ ss seye nichts si) nphewendig/ sich in der iq- die >a- >u/ ese -ix lb- rr- ei- !'< tfi s-k es es lt ^ in ber Gottsel igkeit. Lap. st. 4,» Seligkeit zubeforderen/ als daß man es ersfe» ^ig und aufrichtig zuthun verlange. Dann ^>e wil man ohne dieses / darinnen fortkommen können? Es ist nicht eine so leichte Sach/ den Aveck dieses Orths zuerreichen. Man hat viel ^oemühung anzuwenden / und viel Hindcrnusi sNzuüberwinden. Ä)lan muß mit grossem Ernst k^d mit ununderbrochener Beständigkeit sich ^ das Merck machen. Man muß sich gegen b>e uns am meisten angebohrne Neigungen cremen. Wie wil aber dieses alles geschehen/ kvarm man nicht eine heftige Begierd/ und ein Unüberwindliches Verlangen darnach bey sich befindet? ?. Ich weiß wol / es bildet sich niemand Ein/ daß es ihm an dem Mitten darzu er-» hangle. Aber ich weiß auch / daß dieses eine 'Vach ist / darinnen man sich am allermeisten be« krieget / und es ist in dem Merck sechsten / eben Ein so seltene Sacb/cinen wahren Willen zu dem Wachsthum in der Gottseligkeit zuhaben / als lElten man sehen karr / daß man wurcklich darin» ^n zunehme. Dann eö ist nichts besser gegrün. °Et / als der Grund-Satz deren Gotts-Gelebr» kEN/welche behaupten. Es könne ein Mensch/ "i denen zu den Sitten gehörigen Sachen/ w viel außrichten/ als er wolle / siNtemahlen kveder ein sittliche Gurheit nocbBoßheit änderst. ^0 anzutreffen / als nur in denen Handlungen/ fte man mit Willen thut/ oder die von dem Wil» ien herrühren. 4 Es finden sich zwar/ die Mahrheit zu« Wehen / underschiedlichcGattungende» wil- 4>r Das dritte Buch. Von dem Wachsthum^ willens/welche keine würckung nach si^ ziehen. Aber sie sind von demjenigen von web chem ich rede/ gantzunderscheiden. Derjenige/ von deme ich rede/ ist nicht ein jolcherlM^ vollkommener und unkrästiger Wille / den inan in denen Schulen Vkl eira'cm nennte/ den man nicht mit dem Wort: Ich wil; sow dern nur mit dem Wort: Ich wolce/ außtt^ cket / und dessen Absehen zwar auf Herstiche ter gerichtet ist/ aber allein auf solche/ die man eintweders für unmöglich / oder doch so schwst zuerlangen achtet/daß man sich nicht einmahl t»k darbey sürfallende Beschwerden / zuüberrvii" den entschllesst. s. wan rrifc in der Welt genug soleb^' Leurhen an/welche diese Gatiung desW^ lcns/ für die Heiligung ansehen. ESmüll^ emer sehr gottlos seyn / wann es ihm an derseb bigen ermangeln solle. Man wolle gern nicht nur seine eigene; sondern auch anderer frommt Leuthen Seligkeit beförderet sehen. Van wutt de wol zufrieden seyn' wann man in der herrlich sten Gottseligkeit leben tonte. Aber man begeht ret weder die Sorgen / noch die Bemühungen/ so hierzu nohtwendig erforderet werden / am sich zuladen. ES gemahnet mich dieses an eines Farillmtzer/ welcher gern reich seyn wolte; aber k< ine Arbeit zu dem Reichthum zugelangen / der sich nehmen wil. Wie diese geringe Begier^ den Faullentzer nicht reich machet: Also werden auch jene dardurch nicht geheiliget, welche nE m>r gi öss rem Ernst in der Gottseligkeit zuwaa^ srn suiangen. icl ii. 8' le d, b, ;r di K s> 8l ib v< 8l ch iv 8 in stl ss tz« Ni gi k C dk d« le der Gottseligkeit« Lap. y._ 4 « j . 6. Dieses' r,t hiemit rachr der Wille/ von denre 'challhierrede. Es ist auch nicht bersclbigc bachlassikze und schläff'etigc Wille derjenigen/ weiche zwarengerir etliche Wiktel/die ^chc und bequem zuftvn schemen/ anwcn- ^eir wollen; aber sich seldsien dahin nict-c Freden können, ins gemein alles und jedes ^Uchun/so den Zweck zuerreichen nohrwen- «Ä ist/ aus der Ursach weilen sie vermehren/ es Mn dieses nur solche Suchen / die ihnen tziel Verdruß erwecken/ und ihren heftigsten Beiden schnurgrad zuwidergehcn. 7- Mit diesen vergleichen sich Vieselbi'ge krank- "E Zärtlinge/ wele!>e mit ihrem Artzt einen Vcr« «"ech suchen zutreffen / dahin gehende / daß sie innren gewüffe / geringe und angenehme Artz« "^en einnehmen; aber die stärckere und bittere ^nhllch außtchiagen wollen. Vil Menschen ma, Mneveben aljo in dem Handel des Heyls. Sie sollen etwas weniges / vondeme/ so der Herr ^ffus Chrisius von uns erfordert/ über sich nehmen. Sie bequemen sich diejenige Pflichten zurr, Mten/ welche eben keinen sonderbaren Wider« Ucind gegen ihre vornehmste Neigung des Heraus thun ; aber sie wollen sich keineswegs zu ds« "dn bequemen / welche ihren allerliebsten Zunei» Mgcn zuwider sind. Dieses liesse sich an jenem ^mgling in dem Evangclio hersür; er wolle al- ^ thun / die Seligkeit zulangen / was ihme ^bristus auferleaen werde; aber da er verstatt« d»" / baß ^ alles/was er kalte/verkauffen/ und 1 »,/tlöseten Wehrt under die Armen anßthei« löste / gieng er sehr traurig darvon / vemiey/ «ende/ 4 »4 Da« dritte Bock. Von den» Wachsthum nende/ das heisse den Himmel um einen allzuhS- henPreik verkauften. 8 . Endlich/ so ist der Wille/ von deine M rede nicht aus der Zahl deren / die zwaren ganr? heftig; aber ohne Grund und ständigkeic sind/ welche alles nndersteherst aber nichts vollführen. Man machet kein«" Imderscheid.Man dinget nichts aus/was esaM immer seyn möchte. Man w,l ohne Underscheiv/ alieö/was man zum Wachsthum geoeillch eracb' tct, in daö Merck richten. Man entschließet s>H darzu. Aber dieser Entschluß verft!)windet hck' nach in kurtzer Zeit/ und fehlt es sehr viel/ daß ^ bcwerckstell»c>et werde. 9 . Der witle/von dem ich rede/ ist ein stcr/ beständiger und beharrlicher Wille/ welcher zwaren dir Beschtverden wo! sihet; übet bey deme genug Tapfferkeitö und Entschlusses/ dleseibigezuüberwinden> sich antreffen lassetE cher das Ende vorher siehet / und die Mittel / st darzu leiten/ wolanwendet und keines/ so darzu Dienstlich und kräftig seyn mag / ohne Entschluß es zuvollsiihren/ vorbey streichen lasset. i o. wer einen solchen Willen nicht be/ sich befindet/ der kan sich selbst der Mäh" das übrige dieses Buchs zulesen / enthebe^' Dann es wird ihn alles wenig genug nützen- Dann ich kan einmahl nicht absehen/ wassiu Mittel den Fortgang in der Heiligung zubeft^ deren/denenjcnigen ersprieffcn mögen' denen es ^ an dem Willen und Verlangen darnach crmam I gelt/ die Mitte!/welche die allerkräftigften sino/ sind es eben deßwegen/ weilen man gußtrucklM l>i n, se L 01 A ih v> tr d, Le tri ki eki h>> sil f°; kii L Cl 8cl da lu licl N»c HS- ich eri n) !t>1 ich iv/ ich el- ek _inderGottseligketc. Lap. y. 4>§ ^gchrtt / daii sie es seyen / und sie zu solchen zu- buchen/ den äussersten ^lciß ankehrkt. . n. Welches unser Hcylanv Jesus Christus Wer zuerkennen geben wollen/ wann er diese *korte/weiche wol würdig wären/ andächtiger/ m gemein geschiehet / betrachtet zuwerden/ ^gesprochen hat: (a) Ringer darnach/ daß durch die enge Pforte eingehet; dann viel werden/ das sage ich euch/ darnach nachten/wie sie hineinkommen/ und wer- ^nv nicht thun können. Siehe! hier wird von suchen geredt/ welche verlangen in denHim- !^l zukommen: Das ist nicht genug / sietrach- ^darnach/ daß sie hineinkommen/ sie wenden nwas Mühe darauf an/ und können doch nicht ^einkommen. Warum das mchr?QhneZweif, hi / dieweilen ihre Begierö nichtgroß genug ist: Underfangen / ist allzuschwach und schläffe, B-'Es ist bey ihnen weder ein genügsamer Eif- sö «och Beharrlichkeit. Ein solcher Wille/ und zs ^ solches Underfangen bringet keinen Vor- rß Leil. Man muß dieSachgantz änderst arigreift !A- Man muß darnach ringen/ sagctIesus ^mstus. Man muß aus denen Gewaltthaki- seyn/ welche/ ryre der Herr anverstwo lehret/ ^Himmelrcist-zv sich reiffen. Es ist nicht gr, M/ daß man lau seye: Man muß warm seyn. ! ^eser Eiffer und Heftigkeit / diese Hitz und e/ muß darbey mit beständiger Beharr- "chreit begleitet werden. - 2lber/ möchte jemand sagen/ wie kan Elnen solchen willen haben k Wem ist "bewußt / wie schwach und unbeständig der k) unsi- c/ e/ «i. li. tt li/ )/ h- 416 Das dritte Ruch. Von dem tvachSthiiM unserigeseye/ nachdem Sünden--Fahl? her soll,.' man diese nohtwendtge Stärcke u»v Beitändigkeit herholen? Ich antworte hie^ auf drey Ding. i z. Das erste ist / die Gnade seye es / rv^ che dieses wurckec; sie ertheilet den AM^ sie beveiiiget denselbigen und bestätiget ihn. Gorc ist cs/saget der Apostel der in euch w>^ cker/ beyde das wollen und das Thun. M derjtwo sagt er: (c) Ich vermag alles/du?" den/ der mich mächtig machet / Christus Und abermahl: (ä)Gorcists/ derunsbev^ stiger und uns gesalbet. So sind hiemit du VZille/ die Stärcke des Willens / und die 2 ^ 8l harrlichkeit/welche dise Stärcke begleitet/ nichi^ anders / als so viel Würckungen der Gna^ Jesu Christi. 14. Das andere/ so ich zur Antwort gideE daß Gott dise Gnade allen denen mittheile/ die ihn mir Demuht und Erster darum bi^ teu.(e)Bittet/sind WortJesu Christi/so euch gegeben: Suchet/ so werdet ihr den: Dlopstet air/ so wird euch aufgerha^ Dann wer da bittet/ der cmpfaher; wer ^ snchec/ der findet; und wer da anklopst^ den: wird ausyerhan. ^ r y. Eudach antworte tch/ diese Gm^ rvurcke nicht durch Eingeistungen/ oder mittelbare Eingebungen zsonderchalso/ daß,^ denen gewöhnlichen Mitteln / welche die Mk ckungen/so man zuverrichren verlanget/ HE. ^ zubrl"' ^ (k) ?I,i!.H.iz. (c) ?tuI.tV.i-..(S)s.c«mtt> l.»l- (^ st a n T 8 st l. v 8 st ri v v y ü n L »> t, v l. b '! ^ inderGsttfeligkett. Tap.h. 4 ,^ Abringen/verordnet sind/ der Nachtruck qibet. ,»v ^Vann wir uns derowegen in den Stand / das er- su'ichlrien in der Gottseligkeit hertzlich und ve- >Wich Merlangen/ setzen wollen/sv müssen wir/ auf unserer Seiten / wol überlegen / wie noht» en/ Wendig / nützlich und billich diese Arbeit seye. Man muß auf dasjenige / so ich in denen ersten Aapituln dieses Brichs angemercket hab / guck ^ ^ötung geben/ und Gott anrüsten / daß er selb» cd lren diese Betrachtung kräftig Machen wolle. . l>§' , l6.N1an muß hiemit diese Dinge niemah- iie- len voneinanderen absonderen? Man muß dek Aeder Arbeiten ohne Betten' noch Betten ohne ^ arbeiten. Arbeiten ohne Gebett/ heisset sich auf )ls i «ch selbsten verlassen / und mehr an dem Hoch- ilN Miht/als an der Gottseligkeit zunehmeli.Betlen ohne Arbeit/Heisset Gott versuchen/und durch ei, ^ ?,> Utibilliche Eigenstüigkeit die Ordnungen und ile/ ^esatze / welche seine Weißheil beöestiget hat/ rr- Über einen hausten werffen. Aber beyde Stuck ck ^itrinanderen vcrknüpssen / heisset sich in gutek il>- Ordnung aufführen/ und in den Stand / in sei> ^>tm vorhaben wol fortzukommen/setzem / ^ Danahen muß man sich auch dasjtm'ge/ ec/ n»aö,ch in denen folgenden Capiteln meldest werdr/eben so wolzubeodacbten/ angelegen seyst' ^ ^>sen / als daslcnige/ so ich bißdahin in denen A ^hergehenden furgctragcn habe. Die Gnads ! 'u zu allem nohtwendig / und das Gebett erlan- >>u Set diese Gnade allezeit/ wann es änderst demsrl» - bigen nicht fehlet/ an denen BeschaffeniM ten/ die ich andersiwo bcschne- t* den habe. Dd Das 4> S Dasdrtrre Buch. 1?on dem N>ach«rl)it rohtwendigist/ ein nachttuckbcher Wille seyet welcher die darzu dienstliche Äüttel bewerchstl" lige. Es ist nun nichts mehr übrig / als aw zuzeigen/was dieses färtViirrel/und worinn nen sie diese Würckung zuverursrchen quent und tüchtig seyen. 2. Man kan hier wol sägen/ es seye nicht so vast darum zurhirn/daßnian-Njrrtelan^ suche / als daß man die Mittel/ deren steh Gorr seldsten zu diesem Ende hin bedienet/ wol zunuyen mache. Dann es ist in Wah^ hcit mehr sein/als unser Wcrck. Er ist eö/der t" würckel/ und gleichwie seine Weisheit unendlich jstmndergcmbvollkomenlich weißt,sowoi weist" > wir bedörffen/ als wie ein jedes Dmg uns darj." verhülfilch seyn könne: Also ist daran kein Z weist sei zutragen/ daß nicht diejenige Mittel/welchc <-k sechsten außgesehen/ailezeil dre besten seyen. müssen deßwegen nicht so vast besorget seyn / w>e wir eigene außsinnen können / als wie wir dieses mgeii / die er selber zubrauchen sich gelieben last set/wol anwenden wollen: Und das ist eS/daraui -w»r unsere fürnehmste Sorgen zulegen haben. be a« 5.1 dr >ll! be sie ge te h. Ui i>Ij s-> ch lic lli le ck di a> st dl sei tv inderGottse!1gk:ir. LA!an dieser LVntreu. / deren sich Gore bediei-ec/ sind der Anzahl nach/ sehr viel. ^ sllO lhi.e chkii so o:ei/ als Zufähle / die uns/ ^genommen die Sünde. begegnen. AlleFür- ^llenheircn. sie seyen uns angmehm oder ver- ^leslich drc Züchtigungen/ die Wohlthaten/ die Eiöerwärtlgkeilen die 2 nüluiigen. die Berufs» ^dljqeichclten^ ole Lebens.'Arren die Reichthümer, dir Änuuht/vie Arben^ die Ruhe/ alles oh- MLlußnahm-^n uns »ur Heiligung dienen/ gelten dann der Apostel/ ohne Unterscheid inS ^niein an^eigt/dali (H denen die Gocr lieben/ alle Ding zum beste »r dienen. 4 Ev lst gewirst / wie ich schon angedm- Err habe/ dre HAutzbarkeit dieser Dingen langer a»r dem Gebrauch/ nachdeme wir Uiiv deri'etvigen bedienen. Es ist keines auS ^llcn/ das unsnicht gar zu oft/ ich wil nicht nur M 4 rn unnuhlich; sondern auch schädlich falle, -alles bestehet darauf/ daß man sie recht braust / u..d folgbarlich/ daß man wüste/ was nutz» Mb 'nd heilsam daran ftye; welches juerfahrea ""schwer ist. . s. VV^er kan/ zum Beyspiel/ daran zweif- ^n/day nicht alle Gelegenheiten gute wer- zuverrichren / ebenso viel Näirrel seyen/ ^ Tugend/ weiche derseibigen Grund ist/ ^ßzuüben/ und durch die Übungsie zube- narchen und znbevestigen? Wer wil läug» ^n/ das; die Lranckyeiren nicht heilsam seyen/ Fleisch jutöden / und selbiges der Veherr- lchung der Vernunft Mmderwersfen ? Wer ^^ißl nicht/ daß der Veclurst der Güteren / und l») küln.vill.,r. Dd » lnk!« 4:0 Das dritte Buch. Von dem Wachsthum ins gemein der unglückliche Fortgang unserck Geschäften/ einen grossen Vorschub geben/ uns von der Welt abzuziehen / und die Wurtzeln/ durch die wir an diescl'nqe angewachsen M/ abzuschneiden? Wer siehet nicht / daß die achtung und Geringschätzung einen sonderbaren Nachtruck haben / uns zudemühtigen / und un» von dem allzuweit außschwciffenden und unge' rechten Hochniuht zuheilen? 6. Dieses alles ist gewüß/und leidet kein? Schwerigkeit. Aber es ist auch gewüß/dak es sehr oft also gehe / daß diese Sing alle nn nur bey weitem unsere Heiligung nicht be/ _ey weitem unsere Heiligung nicht forderen; sondern uns zu sehr groben Fel^ leren/ dein VNurren/ der Ungedulr/ der ll>'^ gcrechtigkeic und dem Haß wider unseren wachsten verführen. Es beruhet hiemit alle» aufdeme/ daß man diese zufällige Ding reel^ gebrauche / und zu diesem Ende hin/ sich aM wehne / kemes darvon anzunehmen / ohne da» man alsobald an die Vorsehung gcdencke / che uns dieselbige / eben zu dem Nutzen / der M zu unserm ^cil darguS ziehen lasset/ und den wn zu unserem Vortheil daraus schöpffen können/ zugesendet hat. . 7. wir wollen uns zum Exempel vorsieh len/ man verachte uns. Wann wir unsers natürlichen Neigung folgen/ so werden wir uN' sere Empfindlichkeit darüber gespühren lassen- und eben diese Empfindlichkeit / wird uns zu^ nenunanstandlichsten Ungebühren vcrletten/ßln temablen der Hochmuhk nichts weniger / als d'» Verachtung ertragen mag. Andere UnbillE ke s scl n« A Ül t» d. tl, », d: vi u> I>! di h' ri u u ir sc tl u d si N ^_Inder Gottseligkeit. L« p. 10. 41» keiten kommen ihme / in Vergleichung mit die- I^r/als nichts für. Aber wann bey uns eine recht, Ichaffene Begierd ist / in der Gottseligkeit zuzu, Nehmen / so führen wir uns gantz änderst auf. A6ir undersuchen / ob diese Verachtung in der ?hat sechsten so unbillich seye/ als sie uns vorkommet. Wir werden uns sechsten bereden / es >Eye nichts fy lächerlich / nichts so gering und verächtlich/ als ein Sünder / und nichts so heilkos Und schändliches/ als das Laster. Hieraus werden wir schließen / weilen wir Sünder seyen/ Und vielerley Laster begangen haben / so könne u»an uns niemahlen so viel verachten/ als wir es U>ol verdienet haben. Wir werden uns hieniit vergnügen mit denen Urtheilen / die man von Uns faltet. Wir werden dcro Billichkeit erkennn/ und es wird so fern von uns seyn / uns darüber zubefchwcrcn / daß wir vielmehr gestern werden/ man habe Ursach uns für viel gc- v'nger anzusehen / als man in der That gegen Uns thut. 8. habeMct-r die Meyinmg/dast wir Uns selber ein Unrecht oder 1?erc.ct)NiNI Erziehen sollen. Ich lasse auch zu / wann man M dlefelbrge gefallen / daß man darüber seufze/ ^ wol in Ansehen des Unrechts / welches der Wachste sich selbsten durch dieses Verfahren an, wut/ als in Erwegung des Übels/ so uns plaget/ Und welches durch eben dergleichen muß gehcilet Werden. Aber was ich fürnehmlich wünsche/ beuchet daraus/ daß/ an statt uns darüber zuerzör- u rdc^ wann man den BeMand / so sie uns in Auß^ bung derselbigen Meisten vermag / recht wendet weißt. 10. Jet) sirge ein gleiches von allen übsi^ gen Begebenheiten. ES ist keine/ von wasftk einer A ri sie auch immer seye/ welche nicht e>>^ gute Würekung nach sich ziehen könne. Was" folgbarlich unS irgend dergleichen etwas wid^ fahret / so ligct uns ob / aisobald nachzusiuneih worzu cö dienstlich seye/ welche FehlercSverbek seren/ in welchen Tugenden es uns bevestige^ und zu welchem Mten Merck es uns die an die Hand.geben könne. Man muß sich h>^ nächst dessen selbst all. rqewüffest bereden / düp uns Gott diese Zufälligkeiten eben zu dem hmzugesendkl/und seine Fürftyung/sie zu du'si'^ Zwecr st u> scl tl, so Ni Z rv te üi si d> dj r h gl li st il tl s >l- II- eil ie- >!-'< 0- I!)- ,1/ llö .4 l> r- - ,/ el r- ß '< ii ik ._ in der Gottseligkeit. L ap., o. _ 4;; Zweck besiimmec habe. Aus weichem dann von Mtcn sich schlichen lasier / baß man seiner ^etkö allen Fleiß anzukehrcn habe / daß dieser -kchsia.w / welchen uns Gott letsiet/ nicht um Nützlich gemacher werde. l i. Es befindet sich zwüschen denen leiblichen geistliche,, Artzney-Mitteln dieser Under- lcheid/ daß dre ersteren ihre Würckungen verachten/man gedencke daran oder nicht/ man beehre es/oder man begehre grad das Widerspiel. Aber die geistliche haben keine andere/ als eine lösche Würckung/ welche ein Gleichmaß haltet/ Alt denen Sorgen/ so wir/ damit sie diesen sweck erreichen / anwenden / und mit denen Aedcmcken/so wir deren Nutzbarkeit und Noht- Aendigkelt betreffend / darüber ergehen lassen. Indessen entspricht man also der Versorg Gok- / welche er zu unserem Hei! anwendet / sehr ^e>: Man versäumet dardurch aus eine gantz Msame Weise/ das Heil sechsten / an deine uns ooch so viel gelegen ist/ wann man die Mittel/ °>e so kräftiglich uns darzu antreiben / aus der Acht lasset. i2. was ssir grosse Unbillichkeit und ^lindheit thut sich nichr in dem meisten ^-heil unserer Meynungen und Urtheile«! vervor ^ Wir mercken aufdic Dinge/ so uns be, Lkgnen/ niä)k änderst/ als so fern sie unseren zeit- >chen Nutzen angehen / der doch nichts ist; an statt daß wir sie bchertzigen sollen/ so weit sie uns iu dem geistlichen/urld besonders zu dem Wachs, chiim in der Gottseligkeit beförderlich find. Also geschiehet es öfters/ daß wir uns über Sachen Dd 4 betrü- A14 Das dritte Buch. Don dem Wachsthum^. betrüben/welche uns erfreuen sollen: Wir findet Anlas uns zubcklagen/in Venen Dingen/ welch» viel eher die Dankbarkeit in das Hertz/und dec» Äezeugung in den Mund legen sollen. , , i z. Act)! wie heijset dieses / Gocc so übe» in seinem Vorhaben entsprechen! Wie he>r set das/ unsere Schuldigkeit so schlecht beobM ten? Ja/ unseren eigenen Nutzen so übel verst^ hen ? Das Zunehmen in der Heiligung / ist ei^ Such / daran uns am meisten auf der gcuW Welt / gelegen ist. Eintzig und allein/nach delN< dieZufMe/welcheunsbegcgnen/unsern Nu8^! heförderen oder hinderen/ nachdem sind sie auch vor angenehm oder traurigzuachten. Aufdieft»: müssen w/r allein sehen; und aber eben daraufm ! hen wir am allerwenigjten/oder/eigentlichekda^ j pon zureden/wir sehen überall nicht daranf.W^ ^ kan nian sich auch unbillichers einbilden? t 4 - Aber das ist nicht der einige Fehkr/in chen wir verfallen, wir mißbrauchen oft da^ jcnigo/ so Gott uns zu einem witrel in dek Gottseligkeit zuwachsen gegeben/ nur ba^ zn/ daßwir dardnrct) je langer je tiesser i" die Laster versenket werden. Wir verändert die Nmur ftiner Gutthaten / und verwandlet! die heilsame Ärtzncy-Mittel / welche er uns da^ bietet / in ein schädliches Gift. Kan man diest derkchrung genugsam betrauren / und sich Wi hüten/daß man steh nichtderselbigeli ^ schuldig mache? -sDZXoXM"- L> r. rj n a ct er sü iü rr a> kl t, b ct u u L u sc r )en ch- erS del eisi ck ine ;el> ine ich s-s st' irrn der Gottseligkeit. Cap. 11. 41; Das X!. Capitel. Daß neben denen Mitteln/welche Gott das Wachsthum unserer Heilt- llung zubeförderen anwendet/noch andere ftpenr dstcrunsanbefihlet. Das erste Mittel von dieser Gattung. Die Lesung der H. Schrift. ^Ie Mittel/ welche Gore gebrauchet / und uns unmittelbar zueig- nec / sind nicht die emsige / welche uns in der Gottseligkeit bevestigen können. Es sind andere/ die er uns schlechthin Anzuzeigen/ sich belieben lassen / und welcher wir uns/ so oft und auf das beste / als Es seyn kau/ bedienen müssen. Es sind verschiedene von dieser anderen Gattung/ weilen H von etlichen verselbigen/ schon anderstwo et- v>as geredt/ so wird ich mich anjeho nicht darbey ^ufhalten. Dahin gehören die Enrschlagun- !lcn der iridischen Güteren / die Beobach- E"ng dessen/ so man zuthun hat/ wann man bey denen heiligen Übungen in der Ixir- chen/ seinen Nutzen zuschassen verlanget/ i>nd die Art/ mit deren wir die Verwiese/ so bns gegeben werden/ aufnehmen müssen, dieses sind sehr bequeme und kräftige Mittel/ bns in der Gottseligkeit weiters zutreiben / wie solches ein jeglicher von sich selbst anmercken kan, u^ ^ undzwareneinerseits/ ohne UndermifihuE^ nigen Irrthums / oder Falschheit; anders aber gantz einfältig / und aus eine solche WE daß es auch der Ungeschickteste begreifst v,j, Dieses ist das Zeugnuß/ welches sich lige Buch ftlbsten gibet/ und welches dasl)^ sre Ansehen seines Urhebers über alles sprechen erhebet. ^ (a) Das Gesay des Herren / saget^ vid/ist ohne Wandcl/und erquicket die ^ le. Das Zeugnuß des Herren ist gewüfi^ machet die Albern weih. Die Befehle Herren sind richtig,/und erfreue'! das^^ Die Gebort des Herren sind lauter/ u>id leuchten die Augen. ./ 4. sl>) Du aber/saget Paulus zu Tim^ bleibe in deme/ das du gelernet hast dir vertrauet ist / stnrcmahlen du we/l!^ von wen; du gelerner hast / und weil ^ von Ixind aus die heilige Schrift weül^ kan dich diestlblge underweistn zur b'!-,. keit / durch den Glauben an Christo Dann alle Schrift/ fitzet er hinzu / v0'r,C/ ^ eingegeben / ist nutz zur Lehre/ zur S^ fe/ zur Besserung/ zur Züchtigung Gere^ fi 8 n- s. u sc d ei n f a t! tl k (,) r 5 t.XIX.».-. (d) ,. 7 -im.HI. 14-17. _inderGottseligkekr. Cap. >». 477 Gerechtigkeit / daß ein Mensch Gottes/ ' ).^^Lommen/ zu allem nuten Merck geschickt. ^ ^ Aus diesem Grund/ befihletunsGottan , Ersten Oerteren / die heilige Schrift zulesen. ^uch)ec nun in dein Buch des Herren s. festes; saget Esaias. Und Jesus Christus dei-^u den Judcn seiner Zeit: scl) Sucher in Schrift/ dann ihr meyner/ ihr habt das Leden darinnen/ und sieisis/ dre von "»r-eugek. f,. Es mosbrejeinsnd cmwcrffen/die Ec- ^yrung bezeuge / daß dieses Mittel nicht H kräftig seye/ als ich es zumachen Ersiehe / sintemahlen man täglich viel Leu- welche mit grossem Fleiß die heilige .Helft lern / und gleichwol in der Gottselig. sonderlich -unehmen / noch auch die derbes^ ^ ihrem befindet/ -sch gestehe es gern / daß deme ohne »versprechen also seye. Aberich gib die ^ welche mau daraus ziehen rvil/ den Es sind freylich viel Menschen ;ufnr- Ue» ^U6 der Lesung der heiligen Schrift kei- t>i,.,,. putzen schöpffen Es folget aber darum dieses Lesen selbst / nicht sehr nützlich Nicht Die Ursach ist / weilen sie sich Ke y/ ^ie es sich gebühret / schicken/ diebehörh ^nzuneh-'^^ ^ ^h ihnen darinnen vorstellen/ 8' Man vergnüget sich/ daß man mit de- ) XXXIV. IL. (li) ^oiirn. V. nen 42- Das -ritte Buch. Von dem W achsthum^. nen Augen und dem Gemuht ein oder zwey Capitel durchlauffe. Aber worzu solre die- fts gedeyen können/ Was soll ein solches Lese" für einen Nutzen bringen ? 9. wann man mit Nutzen lesen wil/ muß man zuvor mit Demuht und Andacht den Himmelischen Beystand außbircen/ u»" bey Gott anhalten / daß er solches Lesen nützlich und heilsam seyn lasse / zu unserer Seligkeit/ daß er dasselbige mit der geheimen WürckusS seines Geistes begleite / als ohne welche das h^ lige Wort/ es werde gleich gelesen oder ge>)^ ret / zwaren wol die Ohren treffen / aber nicht in die Seele hinein tringen mag. Man muß David zu ihme sagen: HErr/ offene mir Augen / daß ich sehe die Wunder an deinem Gesay! 10. Man muß denrnach stch vorstelle»/ daß dasjenige/ was man lesen wil/ nicht etwan Gedancken solcher Menschen seye»/ welche gar leicht harren hinter das L iecht gesuhrct und betrogen werden könne» t jondern daß es eigene Worte des Go^ der Wahrheit/ Äußtruckungm der hn»»»'"' schen Weißheit / und eine genaue VorM^ bung seyen/ dessen / was er haben wollen/ d"''' «s die Menschen zu ihrer Seligkeit müssen ss^ ten. Man muß stch zu Genruhte legen/ da» dieses die höchste Regul seye/ nach dcrc» wir an jenem Tag werden gerichtet werden / und nach deren wir derohalbcn u»ß-'^ Handlungen/ Wem und Gedancken ei»;"' achten haben. ^ l> u tz N d v! 8 n r> n c? e" c>i so hc ich >t/ ig ei- loht ilt ie i- 1/ st/ ik >; § !i- :i- ,ß § ee > u- ^ ^ ttt -er Gottselig keit. Lap . »» . 42- . n - Es folget aus diesem/ das; wir dieses Eilige Buch mir riesfefter Ehrerbietlurg/ ""d ganylicher Underwerssuug des ^>er^ und Gemühts lesen sollen. Es fol^ Nec daraus/ das;uns nicht zugelassen seye/ ven geringsten Zweissel daran zutragen/ bder diese Wahrheiten einigermassen für unglaubwürdig zuachten/ oder im wenigsten de- Mn Pflichten / rvelche es von uns erforderet/ ruwider zuhandlen; sondern daß wir esmitei- vollkomnrenen Gelassenheit / mit einer ve, >ten und lebendigen Gewüßhcil / und mit einer ,'turigen Begierd / ihme nachzuleben / annehmen müssen. i r. N'ian muß sich bemühen / in unserer Seelen die Empfindlichkeit unserer Schwachheiten und unsers geistlichen E- tendes aufzuwecken. Wir müßen unsere Fin« >ernuß/ unsere Unwüssenheit/ unsere Unorden- Mkeit/ unsere Außschweiffungen/ unsere Nach- mssgkcit unsere irrdischgesinnete Welt.Liebe/um >ere Trägheit in Himmelischen Dingen/die Herrschaft der Sünden in unserm Hertzen / und un- >kr Unvermögen / von uns selbst etwas anders/ Ms was uns schädlich ist / zuwürcken/ erkennen. ^Virmüssen uns vorstellig machen/ daß dieses Eilige Buch alles in sich begreifst / was uns von mssengrossen Übeln zuheilen/ von uns möchte tchgewünschet werden: Daß in demselbigen seye *>nk,echt uns zuerleuchten/ Speisen uns zuer- Uren/ Bepstand uns zustärckcn / mit einem stLort alles/ was uns nützlich und selig seyn kan/ M dem Zustaud/ m welch««» wir uns befinden. Aus 4?o Das-ritre Buch. von dem Wachsthum Aus welchem folge: / daß wir begierige Seele" barzu bringen irrüssen / die da hungern / und ei" hcrtziiches Verlangen nach der Gerechtigkeit ha' ben,'und mir einer heftigen Bcgierd erfüllet sin^ Minden alles/ was uns nohtwendig ist. i z. Man muß lesen mit einer grasten Ausmerckfam.keir/ also / daß man nicht nur keinen ganyen Spruch; sondern auch n:»-' nicht einworr hinsireichen lasse/deine man nicht fleissig nachsinne. Zu dein Ende muß man nicht mit Übereilung / und als aufder Polt darvon lesen. Man muß sich bey jedem Vas aufhalten / damit man ihn desto besser verst hc/ und darum wird es sehr gut seyn, wann man sich der Hnlffe bedienet/ welche man gar leicht / besonders durch die Anmerkungen,joetlichen Bibeln angeheileter sind/ haben kan. Aber das > 1 ^ noch nicht alles. Man muß sich befleissen/ alles was man liser / sich sonderbar zujueignen; w-:l" ches geschiehet/ wann man eineVergleichu»§ anstellet/zwüschen vemjenigen/was uns angezeiget wird / und demjenigen / waswiraußüben/ und wann man sich über eine jegliche anbefohlene Pflicht understlcher/ zuerkennen/ ob rv>k denenselbigen genau nachkonimen. 14. Also solle nran nun die A». Schrift lesen/wann niair daraus zuzunehmen verlanget. Gswüßlich/wann man sich also dieses Orts veryielte/man wurde in kurtzerZcit erfahren/dafl überall nichts so nützlich seye/ als die H.Schrist^ und daß unsers Gotres-Gelchrte/ nicht ohne Ut- fach es sich so sehr angelegen seyn lassen/ uns das Lesen der H.Schrijt/ zum besten anzubefehlen- is.9" vo gl> au su, da de he eil chi fü^ >« > > te bi Nl ku dy ta ._In der Gottseligkeit. l s. ^m übrigen rede ich von nichts als von der Schrift allein. Ich begehre aber gleichwol andere gottselige Bücher nicht ^'chzuschliejsen. Ins Gegentheil / ich halte sie überaus nützlich' wann sonst nichts ware/als sie uns lehren in der Schrift auf solche Din- ^ Ächtung geben / deren wir sonst nicht wur- gewahr werden. Alles was ich begehre/ ge- M nur dahin / daß man die Schrift für das ^aubr-Werck halte/ und daß man allezeit sich ^liincre/ sie sehe Gottes Werck/ andere Bü- Mr aber seyen nur von denen Menschen her- ^gebracht worden. Das XII. Capitel. Das zweyte Mittel. Die Betracht deren Gründen/so uns die Begierd nach der Gottseligkeit einzupflantzen bequem sind. l dem Lesen muß man auch das ^ Nachsinnen seyen/ und under de^ nen Dingen/ auf welche es gerici - ^t werden solle/ fallen^nallervordersr für/ ^eselbige wichtige Grunde / welche mach* genug sind/ uns kräftigst zu Beobachtung unserer pflichten aüzurreibcn: Als psind/ dieHochheit Gottes / seine Gcrechtig, ^ seine He,ligkerr/seine Gütigkeit/die Mensch- erdung/ und der Tod seines heiligen Kindes ^rsu/ Unsere Niedrigkeit/das Gericht/ das Pa- ^dies / die Hölle / die Unveränderlichkett des Lustandö / in welchen wir alsobald nacli dem Äblei- Das -ritte Auch. Von -ew IvachSthuM, Ableiben gerahten / und was noch mehr dergl^ chen wichtige Dinge seyn mögen / weiche iiE^ mein sehr viel / uns einen Haß wider die Last' und eine Liebe zur Tugend einzupßantzen / bey^ tragen können. r. E» ist reche entsetzlich/ daß diese Di"S alle so wenig Nachwuchs in denen Heryelt und Gemuhceren der meisten Mensch^, verursachen/und daß/ ungeachtet niemand W deine sie nicht alle bekant seyen / gleichwol sichr eine geringe Anzahl der Menschen dardurch»"' Gottscligkeit und Heiligung aufmunteren lassen Was wolle man sich bequemerö einbilden ko^ nen / die Hartnäckigkeit der gröffesten Gün^ ren zuüberwinden/ oder die Frommen aufv^ höchsten Staffel der Vollkommenheit zubri^ gen/ als eben diese Dinge? Indessen sihet ma^ daß weder dieses/ noch jenes geschiehet. ÄM siehet / daß diejenige / welche täglich von dieß" Sachen reden hören/ und sie zum Theil gla^ den / gleichwol ihr Leben nicht veränderen; dern immer in einem Zustand / die einten »>/ ne Bekehrung/ die andere ohne Wachsthum verbleiben. ?. woher kan aber dieses kommen k ^ sind dessen, ohne allen Zweiffel/ underfchiev^ liche Ursachen. Aber ich glaube/es rühre fürne^ ltch dabev/ dieweilen man sich vergnüget dara>» und zwaren gantz leichtsinnig / allein dannl^ mahlen zugedencken/ wann man mit uns ^ von redet; da man hergegen nicht einmahl fürnimmet / ftrners darüber seine Gedanck'" wallen zulassen/ wann man allein ist r UM" w ch scl w ar li, ve U ih ft li, d« dc se v< sv fe d, d. 8< di icl te d. «t ßi »l- e- ek !y< 'S e"! ?! uk !Ü II- ,e- e» n- ii/ B s» u- n- h' _ m der Got tseligkeit. Lüp.«r . ^ann es gleich geschiehet / so sind die Gedan- s-kn darvon so flüchtig / als der Blitz und gar zu- Wwach / haß sie das Hertze rühren sollen; viel- Weniger bringen sie es auf einen vesien Schluß; M allerwenigsten aber / trecken sie uns kräftig- tzch an/ diejenige Schuldigkeiten/zu welchen wir "bunden find/ in das Merck zustellen. ^4- Es ist gewüß/ daß der meiste Theil der iensthen steh also verhaltet. Sie bringen dr Leben in imerwahrenden?lußsti) weist langen zu. Ihre meiste Zeit wird von der Welt M hero Geschäften / dero Wollüsten und an- ?^en Zeitvertreibungen hingeraffet. Die Gebacken/ von welchen ich rede/ steigen ihnen nie- Mlen/als gar selten/auf. Sie munteren sich Obsten niemahlen darzu auf/ und wann sie ih, / wider ihren Willen / zu Sinne kommen/ ? undertrucken sie dieselbigen eintweders vor- btzlich / oder sie lassen sie sonst wider verschwin- N: Und wann sie gleich würcklich sich in ihrem ^mühte aufhalten / so werden sie doch mit analen/ die ihnen tausendmahl tiefferzu Hertzen ^hen/ vermischet / und dardurch ihre Seele so W aller Empfindlichkeit berauben/ daß sie auch j!* ^Her hertzbeweglichste Dinge/ aus denen/ die « Angezogen habe / nicht fühlen können. Wei- d"dann deme also ist/ so ist es ja kein Wunder/ es nicht anders ergehet? t - Damit aber diese Ding ihre IlVürkung ^'eichen mögen/ sind zwey Dinge zuthun: ^.as erste/ daß man an nichts anders/ alsdie- !,'dlge^jedsncke: Das andere / daß man Zeit "k>Weil darzu nehme/ ihnen nachzudencken/ be üch kill stll A, Utl er Das dritte Buch. V on dem IDachSthttM^ . und daß man sie anfalle Seiten überlege/ sie dt' sto besser verliehen zulernen. Darm das erM betreffend/ so ist niemand unbewußt / wie nohb wendig die Ausinercksamkert seye/ auch die schlechteste Sachen zuverstehen/ und es hat M jeder in seinem Lieben zum öftern in der Thatet fahren/ daß die geringste Hindernuß urrs gak A leicht pflege von demVerstand dessen/so man lirlt tr uns redet/abzuziehen; wie reicht sonsten die Sack an sich selbst seyn/ und wie deutlich sie uns vorg^ tragen werden mag. Wann dessenwegen unser? Gedancken lebhaft seyn sollen / so müssen sie kei» neöwegs zertrennet werden. Man muß sie M sammenfassen/ und feine Ausinercksamkeitcin^ tzig und altern auf sie also richten / daß Marias andere Sachen/ welä)e sich uns von selbsten vor/ stellen / aus dem Smn schlage. Wann man es nicht also machet / so wird man niemahlen jll Erkantnuß einiges Dings rechtschaffen gekaip gen mögen. 6. Aber das wird nicht viel helffen/waM man schon alle seine Stirne aus ein DiM allein leger; aber nicht eine Zeitlang darin^ nen beharret. Dann / wo dieses verabsäumt wird/ kan man zuallervordertst »richt alles dasss^ nige anmercken/was sonsten in der vorhabend^ Sach/ unseren Geist rege machen könte. MaS wird nun eine Seite darvon / und hlemit M gantze Sach nur unvollkomen anschauen. weißt/mit.welcher Schnelligkeit unser Mit? die ihm fürfallenden Sachen beschaue. Indeß sen brauchet es doch Zeit darzu/ wann man e alles genau und stuckweis besichtigen wil.^^ stc dc ei, »n iu r, st, st. 8< st. 8« st, st- st ct ;> 8! lr ki d! i> s> . ir iderGöttseligkekr . Cap.tLr Taftlmi? obenhin anzusehen / und sie von einer l« rinderen Sach / welche es immer seyn mag / zu» , »^verscheiden/bedarf nicht mehr Zeits/als einest k' «ugenblick; aber alle Züge daran zubeöbachten/ ^ Und keinen unangemerckr hinschleichen zulassen/ ^ Uurderet Zeit und Aufmerckem Eine gleicht 'Oewaiidnuß hat es mit unserem Gemüht. Es ^ur einen Augenblick darzu/ daß es a> sich das Paradis / die Holle oder eine anders ^ ^kommende/ droben angezeigte Sach / durch sine dunckele und verwirrte Vorstellung bekant e>' >Nache. Aber diese verwirrte Vorstellung dienet ^ iu M)ts / oder sie hat doch gewüß einen gar ge» ?! Nutzen. Man muß eine deutliche Erkant» ^ Uuß haben/welche zu dem wenigsten die vornehm» ^ >ie Theil der angeregten herrlichen Vorwürffest ^ 8enau underscheive^ Und man stehet von selb- ;u sien/ daß dieselbige zuerlangen / nicht nur eins ^ Aufmerksamkeit; sonderneme beharrliche Auf» Mrcksamkeit erforderet werde. 'Ü ^ Lasset uns darneben die Einbildung m machen/ eine augenblickliche Betrachtung ^ >kye gentigsam / unser Gemüht aufzuwe» >e« wen / ^^d einige Bewegung des Hertzens ^errege,;. AZorzu dienei aber dieses / wann ^ »ich nach dieser Eintruckung eine andere erfol» >s 8et/ welche/ als villeicht die lebhaftere / die ersts ", wlderum außlöschet; und wann auf diese eins >» undexx erfolget / die viel nachtrücklicher und hef. gv Mx und unser Hertz auf eine andere villeicht bsi , ^ ersten ftlinurgrad entgegen stehende Seiten es liehet? ka« hiemit keine Betrachtung etwas ", »Utes qußwürcken / wann sie nicht uM etwas Ee - lang/ ^^ ne Zeit hernach verstreuet sich und verschwind dieses alles/ und die Sünde behaltet in ihren* Hertzen die Meisterschaft so völlig/ als zuvor- Bestehet hiemir derUnderscheid so sich zwüsche** frommen Menschen / und denen / die in dies Zahl noch nicht gehören / befindet / mitnichten in diesen flüchtigen Regungen; sondern in einem besten und beständigen Vorsatz des Hertzem tmd des GemühtS / den ein oder der ander The" bey sich abfasset. 9. Sihetabernichtmanniglich ganynM nenstheiniich/ das; dieser Vorsatz und bereirung stet) nicht lasse durch eine trachrnng/die nur einen Augenblik wahrer/ zuwegen bringenN.'an müß das Hertz lM^ Hiemüht eine ziemliche Zeitlang! / in dem tmderhalten/ in welchem man verlanget / dastl^ iinmerdar bleiben sollen. Man muß es machen wie diejenige / welche einen Baum in eine gr/m n h lc d d N U v d st lll iß e- ,s >d § -st ni n/ ie- § ,ik riet irr >r. r" s- rrr irr ril iil ir- r- e- t/ >N iv ie ,/ li in der Gott seligkeit. Lap. »r. Gestalt bringen wollen: Diese vergnügen sich nicht denselbigen auf die widerwärtige Seiten iuziehen; sondern sie underhalien ihn eine Zeitung in dem Stand/ bey welchem sie verlangen/ daß er hinknnftig beständig verbleibe. Sie binden ihn zugleich an etwas vestes an / damit er liach und nach die verlangte Gestalt bekomme/ Und ihm dieselbige gleichsam natürlich gema6)et ^erde. Man muß ein gleiches thun/ wann man die Seele begehret wider in die Aufrichtigkeit zuq. Mn/ welche sie durch die Sünde verrohren hat.. Man muß sie auf das längste/ als es seyn kam in dem Zustand / in welchenman sie zubringen ge- dencket/ underhalten/ damit sie hernach von sich silbsten darinnen verbleibe. io. Dieses alles zeiget genugsam an/ wie siohtwendig es feye / daß unsere Bewach)«. Zungen/ einezerrlang wabren sollen. Und Über das ist noch nicht alles. Es lstunverniriden- «ch nohtwendig / daß sie oft widerbolet werden, moir wollennehmen/sie seyen so eifferig/so deutlich und so lang wahrend / als man immey wünschen könce. Was wollen sie ausrichten/wann sie Uur feilen/ dann und wann/ fürgenommen werde« ? Wer wil zweifle»/ daß nicht unsere natur.- bche Zuneigung zu dem Bösen / imd die öfters iurfastende Vorstellung deren Dingen/ welche darzu antreiben / oder beArzchagen/ daß dicht ihre immerwährende Gegenwart / die gu- sen ALürckungen / welche diese Betrachtungen ^rfürgebrachr haben/widerum über einen hauf- M werffen/ und uns von neuem in den erstes- ^layp zurück stellen werden? ' ^ ^e?- ri-Dttz g;8 Da» dritte Buch, vyn pem Wa chskAÜ^ l i. Diespürcdung dieser Becrachs^ gen ist sonsten gering genug/ ynd diel Mittel richtet etwas namhaftes nicht ^ Herstaus/ als durch oft widerholren/ ^ eigentlicher zureden/immerwährsnden, brauch. Man muß also eine Gattung der ^ wohnheit daraus machet,/ tjnp dreselbige / ^ seyn kan / erneueren. i i a. Ich gestehe gery/daß dieses diestE schwer ankomme / welche dessen nicht Lohnet stnd/und deren Seele sich allbereit keichtsinnigkeir und Wanckelmubt angewe^ hat/welche machet/daß sie sichaufkeine; soll^ sich nicht auf die Dinge - von denen ich rede/h. legen pflegen. Es ist aber so fern / daß diE. - Gewohnheit sie von Beobachtung ihrer PiU sen ledig sprechen solle / daß sie vielmehr parum destowichtigere Ursachen haben/ daE^ zukrachten/ wie sie sich verbesseren können. ^ müssen sich zu Sinne legen / wie gefährlich^ selbige seye. Sie müssen überlegen / daß>d'^ bielleicht kein Ding an ihrer Seligkeit gEft, Schqden bringe? Dann wie sollen wol/>A Mittel die bestimmercWürckung haben kos".. wann man ihnen nicht die / zu dero Hervor gimg erforderliä)e ^eit gönnet? ilie^ br>^' erne iz. Esistbeyrrebenganygewußt w von denen merchwürdigstenMürtt ^ .. ^... -— __l. gen der innerlichen uns widergebahre^j Gnade jeye/ wann unser Gemäht sich anbindet / und unsere Gedancken steij beständig gerichtet sind auf diejenige ge/welche uns durch hre predl ^ ^ ß V s. l> r k r iB :seS an» der sint jiiel 'F ,!ß heil tick - >ictt re» F >ettl je« ,I. I. r. ' Das XIII. Capitel. Das dritte Mittel. Man muß 11^ mahlett vergessen / daß man allezeit denen Augen und in der Gegenwart Gottes scyc. . ^Eher hier »roch em Mittel/ wela^ diese würclnng herfürzubrin.ch sehr beguem ist. Disi's bestehet^ rinen/ daß »nan sich wol vorstelle/Gort. allezeit zugegen/ bev allem/ was man cb'N' Daß er allenthalben sivc durch die UnermejM yt. st w uulu.» vre uiikrulru-' . keil seines LHesens / und durch die UnendliE seiner Crkainvuß / durch welche sich niemals t>! bc eil ge le s- s- iil dc li> lel he ch il, -e «l! il, I>c rr> sex k°°! - e>v es- icl> iB bci< W Bk ä>" e,s ic» tzl' ic- ll)t in der Gottseligkeit. Cap.«4 4h Alrgen entgehen kan:Wie genau wir zwaren _ e oenenMenschen unsere Gedancken/und auch » bu gurenTheil unserer Verrichtung zuverber« ?.^ussen; si> ist doch solches/ in Ansehung Got- v/'chjgiich purere Unmöglichkeit. 5 ^Das ist eine Sach/welche wir alle wüst ^ '<»ver es ist zugleich emeGach/an welche sei^ ^ wenig gedencken / und die uns sehr l,-?n ZuGinne korpmet.Dann wann wir oft/ lv ernstlich/ als es die Gach selbst würdig ist/ gedächten / und uns mit allem möglichen ^'dasselbige zu Gemühtt führeten/ so wäre es Möglich/ das wir nicht unvergleichlich heiliger jien/ als wir aber zuthun psiegen. Wir bege» ch.^^hrhaftlg vast alle Tag solche Thaten/wel- wir vor einem Knecht/ und noch vielmehr in z^u*vart solcher Leuthrn/ denen wir Ehre an- ^uHuldig sind / zuverrichten schämen wur, in,?', ^tr ^ltcn uns mit solchen Gedancken welche wir auch unseren besten Freunden hl-sie ^decken dörssen. Wie solte es dann mög. g^Wn/ daß wir solche Wercke thun/ oder soll rrin kneten abfassen wurden / wann wir uns lindsten / daß wir allezeit vor Gottes Augen/ tn seiner Gegenwart seyen, dar ^ ^ ^ aber moglich/daß man nicht gedenck?/ sinternahlen / in, Grund te /^ " Zureden/niemand ist/ der da zweist seö L' b dem nicht also seye. Es scheinet/die, ltze?? schwerlich seyn. Jnzwüschcn ist unsere E.so gar an die Sinne angebunden / und kv,» dieser groben natürlichen Fähigkeit vor, Ml/ Er so grosse und nachlrückliche. Ee 5 Mr Das dritte Buch. Von dem Wachsthums. Gewalt über unser Gemüht/ daß demlclbig ! vast keine Freyheit an andere Dinge cken übrig bleibet. UnddieweilendieS>n^^ immerzu mit dergleichen Vorwürffen beW . ^ get sind/ so geschiehet es/ daß W»k vast niem^^ «nGottgedencken. 4. ssnd wann wipfthon uns dessen ec , Neren/ so geschiehet es doch aus eine IV-,! schwache und schläfferjge weise« ^ sich/ wir haben ihn niemahlen gesehen / wir r nen ihn nicht änderst als durch eine Überleg" ) dessen-so wir von ihme berichtet werden/und ! solche Art der Erkantnuß/ welche man > rivam. oder eine von anderen Dingen adso"" rende Erkancnuß nennet. Eine solche Eri^ > Nuß kan unser Hertz nicht so sehr berühren / die Inluiciva» oder anftt-auende Erkanck') thut. Und dahero kommet es / daß diee»* Süß ßl" D ehk >jü< ,ö' ve< >r>! lB a>i^ „>S j»k ,ü- 'ß' ie" s-' »el- le- si» p>e lük )eh in der Gottselig keit . Cap. i ?. 44« h ^ Ich rede in dem übrigen nicht von ^r>enigen Obligenheit / welche uns ver« an ihn zugedencken / als an die erste ^^gemeine Ursach aller Dingen. Ich ve wn der Notwendigkeit ihn fürzustellen/ «nen Gesatz - Geber und Richter / und nim- s.,Whr ^vergessen/ was er innerlich bey sich stt/einen Uttheil-Spruch ergehen las« ^"ber alles was wir rhun/was wir reden/und M wir gedencken. Man muß betrachten/ daß „ °'eses alles sehe/nicht von demHimmel herab/ ken ^ Höhe seines Stuhls / als dem eini- L., ^rth ^ Welches uns unsere Einbildung für- "Uet; sondern von dem Orth sechsten/ an deme t>vn ^ befinden / von unserem Kämmerlein/ ^"Unserem Zimmer/als von welchen Oerteren . Glaube lehret / daß er eben so wesenlich o wurcklich daseibsten seye/ als in dem Hrirp d 7 stlbsten. Man muß flch zu Bemühte ziehen/ alle und jede Handlung / welche wir ver« rj^len; ein jedes Wort / welches wir außspre- ^5; eine jegliche Gedancken / welllse wir in Hierein Gemüht aussteigen lassen/ durch sein )d"Mauen vor ihme bloß fcye / und er Hunderte.? Sachen darbep sehe / die wir sechsten nicht ^dachten. ^'Endlich) muß man sieb vorstellen das ks.Ile Abscheuhen/ so er ab der Sünde rra- std^ud die völlige Reinigkeit dieses höch- ^j?"^esenö/vor deme auch die Engel selbst le^^uderst / als mir Schrecken erschei- borsfen. Man muß sich seine Grösse und vorstellen, Man muß seine unend« W 444 Das drifte Buch, von dem Wachsthum ^ liche Allmacht und in gemein alle seine fürtrefii^ sie Eigenschaften erwegen/ als welche dasjeni^ außmachen < das sonsten die Schrift seine sichkeit nennet. Wer dieses bey sich sechsten wag / der wird sich nach und nach angeweht in seinem Wandel sich viel genäuer zuverhalte^. gls es sonsten zugeschehen pfleget/ er wird au dem Weg des Himmels treffenlrch fortschreite»' und solchergcstatten darinnen zunehmen- daß ^ wolzuverwunderen seyn wird. 8 . övörrus saget: Es ist eine Art der ^sofi^ wendigkeit/ rechz zuleben/ wan man weißu daß man allezeit vor denen Augen eines Richters/ welcher alles stehet/sich befind' So finden wir in heiliger Schrift/ daß selber eben diesen Beweg - Grund denen Hei^ gen fürlege. (2) UÖandele für mir und stft fromm; sagte er zu Abraham / als er seine» Bund mit chme aufrichtete. David zeuget vo» sichselbsten/ erstelle sich den unsichtbaren immerdar also für / als ob er ihn sehe. (l>) ^ habe den HErren allezeit für Augen/ 1 »' geter. Und oahero kommet es/ daß wann ^ Schrift von der Heiligkeit Enocbs reden w>>' sie sied vergnüget / von ihme zusagen / er ha^ vor Eott gewandelt. Aus welchem allein A sehen / daß dieses nicht eine geringe BeyhE sepe / sich in der Unschuld zuschalten / und in der Gottseligkeit zuzunehmen. (h r.B«chMvsrXlM.l. Mil.XVl.z, »in de^ tül »WXo)(^ sei tze se» tb! lv, >°i >>8 ke 8 e rr >4 ck k>t rr< it/ k!/ >Ulj -l/ es >c. >ll 1^ f- e» )" »! a' '!< 1/ ll^ s- in -er Vottfeligkekr. Cap. 14. 445 Das X I V. Capitel. Das vierte Mittel. Oefters an denLodstcdenckem hier etwas anders/ dessen flcist stge Überlegung eine gany gleiche vUÄL wüecknng nach sich ziehen kau. ^as ist der Tod. Es scheint/ es lasse sich nichts mde,,/ welches eigentlicher darzu diene/uns bey- As in der Tugend zubrvcstigen / und von dem ^ster abzuziehen. Dahcro es vielleicht auch her, Achret/ daß man zu allen Zeiten / nichts denest Menschen mit mehrerem Ernst anzubefehlen sich ^gewöhnet habe. » 2. Diese Betrachtung ist zuallervorderist Ichr bequem / die Dcmuht in auszupflanzen. Der Hochmuht nmß unleidenlich groß seyn / welcher sich nicht darnidrr werffen lasset/ ^ann man sich denjenigen Zustand vorstellet/ in Elchen uns der Tod dcrmahleneins / und viel/ Acht in sehr wenigTagen/stürtzen wird.Die »ob M Entrerssung aller deren eitelen Vortheilen/ ^Iche wir auf der Welt zuhaben gedencken/ die Verwesung des Leibs die Blosse und das Elend Ar Seelen/ welche sich vor dem Richter-Stuhl Lottes einfinden muß / daselbsten von allem ch, Am Thun Recl-enschaft zugeben / und denjeni-- L"r ?lußfpruch/ an deme ihr ewiges Übel, oder Aolsein hanget / anzuhören / dieses alles / sage N / hat eine solche Kraft / die Demuht zuerwe, Am m sich/daß ich nicht sehen kan/ wie jemands/ ^ch nur ein einigmahl in seinem Leben / recht/ schaffe» 446 dä-drttteAuch.vSndMWachstbtiitt ^ schaffen daran gedencken/ und doch die geringst* Bewegung zu dem Hochmuht in seinem Hertz*" beherbergen könne. z» Ich verstehe em gleiches von derselbe Kenunmassigen Ernebenheic an die Erde" ünd dero falsche Guter/ welche man nicht derst / als eine Wurtzel aller unseren Unordnung gen ansehen solle. In welche Sünden werde" wir verfallen / wann wir alle diese eitele V»^ würffe nirgendshin achten ? Und wohin werde" wir diese achten / wann wir nur den geringst*" Überschlag der Unmöglichkeit/demTod zuentfli** hön/ machen werden? Der Tod wird auf *>"' mahl alle diese betriegliche Güter/zum wenigst*" so viel wir The«! da^an haben können / zunE machen. Er wird uns für ewig von detienW gen absonderen/ und uns in einen solchen Z" stand setzen / in welchem wir sie weder hini^ mehr sehen / noch aus deme / das wir ihrer a"l Erven genossen haben/einigen Vortheil werd*" ziehen können. 4. Worbey annoch wol ZubemerckeiE E>aß der Zustand/ in welchen uns der versetzet/ ein ewigwährender Zustand fe^i Erwirb nimmermehr aufhören / woraus da"" erfolget/daß der Tod eine zweyfache WürckuE M Ansehung der indischen Dingen/ nach sivü llb hei, >>gk »iii deii daß man etwas anders vornehme; als daß M »I. >>i,! her ii vqi s-It sch, »c» °d« l>er styl >l> es es i<- a- es >t< üf es l/ »d is ek -ß !l> -k >!/ !i -» p———G ottse ligkeit, ctap^nj. 44 - ste ^sesquflmrchäm erwäge/ damit wir den Lust B °";u verliehren / und folgbarlich uns vor dem I festen Tveil der Sünden / und deren Ver« )i> jungen/ welche uns darzu reitzen / bewah« es teil können? . l- Es wird nichts weiters zuthun seyn/ s^ ^ann wir uns in einen Hcand / alle diese es ^el tapster zuüberwinden/ stellen wollen« Mö kan uns widrig und unerträglich vorkom» ^ll, wann man bedencket/ daß uns der Tod allem befreyen / und uns in solche Sicher- .""tbruigen werde / in dero uns keine Ungerech» Mit der Menschen / keine Beschwer» der Ar« /Rt / keine Kranckheit / wie unheilbar sie seyn und mit einem Wort/ kein einig Ding/ d Uns sonst das Leben verbitteret/ wird scha« können? .6. Das allermeiste aber/welches denTod/ ! Gottseligkeit zudcsorderen/ kräftig und ^tzlichl machen kan / ist die Behercugung ^ ersch^chlichen Gericl)ts/ so alsodald denseldtgen erfolget. Dann die Seele M so bald nicht von dem Leibe abgesönderet/ ndv sie nicht eben so bald für den Richter-Stuhl Mtes geführet / und alle ihre Handlungen da- Mstundersnchet werden / von oemselbigen er« Möckljchen Richter/welcher unvergleichlich ge« Mr/ alswirseldsten/ weißt/ was wir Gutes ?er Böses gethan haben. Kan man bey sich sel« Überschlagen / wie viel die Zahl derjenigen/ s." dieseniGericht verdammet werden/gröffec ^ als die Zahl deren / welche darinnen ledig Machen werden: Kan man überlegen / tritt, 4 4s Das dritt e B uch, von dem W achsthum^. ^ die Büß/ die Thränen und das Gebett h i. auf diesen leisten Augenblick zuverspayren > kill tet/so gar keinen Nutzen haben.- Kann,«: ^ w! angedencken/ daß derAußspruch/ welcher al^ ^ dann ergehen wird / nicht könne widerruft/ oder , st, der Zustand / in welchen er uns setzet/ geänderet werden: Kan man die Ewigkeit der Pein/zu wel' de eher er die Sünder verurtheilet/erwegen: Ka" 8 e^ man/sage ich/ seine Gedancken im geringsten mit tz Nachtruck aus alle diese Ding richten / daß ma" hei nicht darüber erzitteren / undalsobalddenE«^ de schluß fassen solle / sich unverweiler wider diesr tu grosse Gefahr in Sicherheit zustellen ? > ^ 7 . Das lstauch die wahre Ursach/ um de' ve ren willen der Teussel/weilen er wol weiß^ M wie nützlich uns dergleichen Nachsinne»! !e, ist/ alles/ was er kan/ anwendet zuverwe^ i>u ren/daß unsdasselbige niemahlen zu Sinnt be> komme/ oder doch/ wann es je darein ko>M > de menwäre / alsobald wider ersteckec werde« ^ gl. Er weißt / daß er keinen näheren Weg hat/ E lo> auf das allernachtrucklichste zuverderben / a>§ ei, wann er verhinderet/daß wir an diese so wichtig ! Sach niemahlen gedencken. Daherovergissetek >u nichts / sich demselbigen zuwidersetzen / und di^ weilen wir mehrertheils wenig Sorgen ihme dq widerstehen anwenden / so mag er in seiner M de mühung desto eher zu seinen, Zweck gelange": ! de. Wir gedenken an dasjenige/welches uns immer' ! ch dar zu Sinne ligen solle / niemahlen/ und unser le, Leben / welches eine immerwährende Betracht ! bd tung des Todes seyn solle / wird bey nahem m>r dst gantz anderen Verrichtungen hingebracht. . >r- >Ä -et iit iii -s« il/ >s sie >e. lS S- ek ii- >e< il, r«, ek h' «- ^_inderGsttseligkrit. Cap. 14. 44c- 8- Dieses ist enrseylich: Dann/wann uns gleich nicht so viel daran gelegen wäre/daß uns darauf legren / so sind doch so viel Andere Sachen/die uns ohne Underlaß dest stn erinneren / daß es unmöglich scheinet/ daß man es aus der Acht lassen könne. An, derer keuchen Tod/ welchen wir mit unseren Au- 8m sehen / oder von dem wir alle Tag/ ja alle Munden hören; die Schmertzen und Kranck- Men/ so uns sechsten denselbigen androhen; "er Schlaf/ so dessen Abbildung ist: Die Nah- düng/ so rvir allein denselbigen von uns zuentfer- den/ zu uns nehmen / und tausenderley andere dergleichen Sachen / die sich alle Augenblick un» eren Augen und Gemüht vorstellen / selten/ al, 'e>n Ansehen nach / die Vorstellung deffelbigett so starck erneueren / eintrueken/ und bey uns devestjgen / daß auch die allerunachtsamste und ! deren Gedancken am meisten außschweiffig sind/ > Äejchwol derselbigen nimmermehr vergeffen; londern unaufhörlich ihre Gedancken darüber ^richten sollen. > s.N>ie wit man sich entschuldigen/wann ^an es nicht thut? Ist man nicht dessen u kirchlich vielmahl erinneret worden? Ist es ?i>rbey nicht eine so offenbare Sach/ daß auch ?ir/ so in der tieffesten Unwüsscnheir und Grob- ! Nl stecket / nicht sagen kau / er wüste es nicht ? M es dann nicht eine unerträgliche Hintassig- /"/ wann mcm sich eintweders gar niemabien/ I doch gar selten und leichtsinniger Weise auf Betrachtung leget? tv. Ich ihM zwären wöl daß diese Ve- Ff mühung' Dasdritre Vuch. von d<ün Wachsthum_ ^ mühung nicht angenehnr ist/ und daßundek allen Dmgen / souns vorfallen/ keines ftye/ da» mik unserem Gemüht weniger übereinstimme; oder eigentlicher darvon zureden / daß demselbs üb gen verdrießlicher und unangenehmer vorkolM ^ me. Glerchwiewir niemahlen zusterben verlam ^ gen / ob wir es schon nicht verhinderen könneM ,!>' sie Wann wir aber solche Zärtlinge/ oder besser;^ reden / solche verbündete Menschen sind/ das i>e> wir das angenehme dem nützlichen und nobt' ^ wendigen vorziehen/ was leicht ist / und die Ei quemlichkeit des weiten Wegs mehr lieben / als dq die Beschwerlichkeiten des engen Pfads / und jh wann wir auf dieser Meynung vest und und?' weglich verbleiben / warum undcrfangen n»k ke uns dann ein einig zu der Gottseligkeit dienet ^ des Ding zuthun ? Warum sagen wir nicht best ri alsobald der Sünde? Warum lauffen wir nichk ^ rorsetzlich und sporenstreichs geraden Weg dtl gx Höllcnzu? , Se r i. wann wir aber selig zuwerden rvu^ sti-en/ wie ich es für bekam voraus setze / und h nohtwendig für bekantannehmen muß/ weil^ Zk ich nicht mit solchen Sünderen/ die sich allerem bekehren müßen; sondern mit solchen GereM ^ ^ ten/ die in der Gottseligkeit zuzunehmen trcl ten/ rede / wann / sage ich / wir selig zuwerve" von Hertzen wünschen / solte uns daran <>, deren/ daß an den Tod zugedencken/ ^ ie in -er Gott seligkeit. Cap. ,4. 4 ^1 Zuwider ist/ da wir doch müssen/ daß diese Be« ^achrima mit ihrer heilsamen Nutzbarkeit alle ^rdneßlichkeilen auff eine unendliche Weite ^schreitet? > ir. Ader es bestehet die Beschwerlichkeit "ichr in diesem.Alle/bey denen dieGoltsellgkeit Zutreffen / müssen/ wie nützlich es seps / oft an ben Tod zugedmcken. Sie wünschen selber/daß le es thun können.Aber es sind ihrer sehr wenig/ Welche es in dasAZercke richten; noch weniger a- °kr/welche sich so oft so ernstlich und so beliandiz Udiese Gedancken legen/ als es wol seyn solle. ljget «lies daran / daß man Mittel außfinde/ Mjenige würckli6)zubewerckstelligen / welches H glaube/ daß man es zuthun verlange. . »b. Mich betreffend / so weiß ich hierzu 'ein bequemer Mirrel/als dasjenige/von de« '-e ich si-hon anderstwo gereder/und das ich lttf ein ander Vorhaben alldoreen gezogen labe. Dieses beruhet darauf/daß man sich licht mir fliegenden und verwirrten Enc- 'chliessungenaufhalre; sondern sich auf eine üervüffe und bestimce Sach gany genau le- ^e. Das ist/ daß man nicht schlechthin sage: Ich ^iloftan den Tod gedencken; sondern daß 'lan sich erkläre: Ich wil so und so oft an ihn Akdencken: Ich wil so viel und so viel Tag in der ! Lochen/ so und so viel Stunden des Tags dav- anwenden: Wann ich aufstehe/ und wann 'H niedergehe / eintweders vor oder nach Adle- ^ »Ung meiner Andachten/ rc. Man muß sich selbst ,'n Gesatz daraus machen / unv dasselbigegantz ^ 'knqu und haarklein beobachten. I ZfL Das dritte von dem ^VachschliM^. 14. sötte mir hier mchr einstreue^/ es seye ohne Underscherd gur/d^st man all^ zeit nur diesen Gedancken umgehe.Ich we>S wol / daß dem also iß. Aber ich weiß auch w»l/ daß-wann man es allezeit zuthun gedencket/mak in Gefahr lauste/ es niemahlen zuthun. i s. Man solle mir eben so wenig vo>^ wersten/es rieatw nach einem Aberglauben/ wann man die Verrichtungen unserer A>^ dacht also an gewüjse Gründen lind Tage verbinden wolle. Ich gestehe gern/ eSwäre ein Aberglauben varbey / wann man gedenckc" wolte/ es wäre an diesen Stunden oder Tagen/ etwas anzutreffen / weiches unsere Andacht^ Ausübungen GOtt angenehmer mache / als wann sie zu anderen Zeiten geschehen wurde"- Aber ich behaupte / daß wann man sich gewüm Zeiten / auf die Art / wie ich angcmercket habe/ zu diesem Geschäft bestimmet / eben so wenig berglaubens darbe» anzutreffen seye / als be>- denen Zeilen / weiche man zu Verrichtung des allgemeinen und sonderbaren Gottes-Dienst^ juwidmen pfleget. 16. Es seye aber wie dem wolle / so schrei ich dieses Mittel denerijenigen nicht für/ welche/ ohne Beobachtung desselbigen / diese Pflicht/ ohne deme / wol erstatten. Ich lege es nur d^ nen vor / welche überzeuget find/ daß esih"^ hieran mangele / welches/ wo ich mich nichts triege/von einer nicht germgen Anzahl der Gla^ bigengeschiehet. Ich mag cS wol leiden/ ^ man es verwerffe / wann man ein bequemes weißt. Aber/ womarr kem besseks hätte/oa w"t es te> ch 7 >vl vo sei a» in dil sie le, dr -il tk! kli si! ^_ in der Gottseligkeit. Lap.»5. 4 5; es eine wunderlich; Such / damit ich nicht härter darvon rede / wann man dieses zugebrau- then außschlagen wolte. Das X V. Capitel. Das fünfte Mittel. Aeiffig seyn in der Übung de6 Gebettö. fe fleissige Übung in dem Geberc/ ist auci.) ein kräftig Mittel/ in der Gottseligkeit zuzunehmen. Genüßlich/ wann mär, durch dasBetten nichts als Betten lernet/ so wäre es schon ein grosses. Dan kerwerßt nicht / daß das Gebetteine von denen dornehmjten Verrichtungen der Gottseligkeit >eye / dahero es in der H.Schrift öfters gebrau- Aetwird/dieGottseligkeitanidrervollkonmesten Bedeutung / außzutrucken / als zum Exempel/ ! tvann gesagt wird/ wer den Namen des Herren ^ brüste der werde selig werden: Also auch-wann ' '"Beschreibung der H. Hijlorien gedaclu wird/ !"an habe zu denen Zeiten Enos angefangen^ ' "en Nammcn des Herren anzurüffen.« ! ^ r. Gleich>wie nrm die Gottseligkeit die« ' sg mit anderen Dingen / weicht man ertönet / gemein hat / daß sie fürnebinlich ! "Urch die Gewohnheit und den Gebrauch) mehrerer Vollkommenheit hin zunähest: Also ist kund und offenbar/ daß man dem öfteren Gebe«/ recht lerne betten r welches dann / wie ich) eben jetzt bedeutet/ solcher Vortheil ist / welcher billichst 'ehr hoch söge geschayet werden. Af? z Aber 4 <54 Da» dritte Buch . Von dem Dachschiim ^ ?. Aber das ist nickt der einyige putzen/ dessen man aufdise weise theilhattig wirb- Wan findet darbcy eine grosse Beyhüls/d^ »neiste Lugenden/ aufden höchsten prasst' der Vollkommenheit/ so viel als es mogn^ ist/zuerheben. Dann zuallervordenst übel sich in vielen Tugenden / indem? man bkttek/iM durch die Übung / bevestiget man sich darinnc»' Ich setze voraus/ daß man mir benöbtigien genschaften versehen/ und aufdieArt berie/naV deren Gort wil angerüstet werden. Dann wa>'" man zu ihm aufungeziemende Weise bitten wo! tc/ so müßte ich gestehen / daß ein solches Geben wenig nützen / ja daß es / eigentlicher zuredet überall unnütze seyn wurde. Aber wann recht bettet / ja wann man nur etwelcher maW bettet/ wie man solle/ so bettet man mit Andacht mit Demuhl/mit Buß/mit Vertrauen. Hiemst indeme man bettet / übet man sich in allen diesw Tugenden / und durch die Übung bevestigct iM stärckec man sich in demselbigen. 4 . Das ist noch nicht alles. Das Geb^^ hat an steh selbsten und nach seiner eigens ^atur/ eiiie sonderbare Draft in stet) / dieseTngenden aufzuwecken/und alles so dicselbigen in uns erregen kan/ herfur;^ bringen. Muß nicht der Hochmuht tieffe Wlil tzel gefastet / und die völlige Besitzung des tzens eingenommen haben / wo nrselbige best'/ hrn kan / einerseits neben den, Anschauen der I herrlichen und erschröeklichen Majejiat Gdlteo welchen man anrüss t/ anderftits aber / new der Empfindung des Mangels/ um dessen/'/, helstuov >r lli di st _ tn der Gott seligkeit. Cap.« 7 . 45? n/ ^elffung man die Mittel eben bey diesem GOtt autzbittet? ^ ! s. Das muß ja eine übergroße LauigkeLdi fe> seyn/ wann »nan sich nicht gany entzündet ch I befindet / so oft man vor einem so grossen üH (8orc/ und zugleich so liebreichen vacrer liO darntder fallet / welcher nicht nur unseren :li- Dienst annehmen; sondern zugleich uns sei- fi^ NeherrlichsteGnadenaufunser Geben mit- theilen wil^ ett 11/ es ik/ il/ es ii> >cr le s/ >c- r- !e/ so ?s >- L. was mag wol das seyn/ dessenhalben Ulan einen Abschlag möchte zubeförchten baden / von einem solchen Gocc / welcher Uns mit einer so grossen Liebe zu sich rüs> fer/ und der es gedultig aufnimmst/ daß wir unser Elend und Schwachheit vor ihme eröfnei, »nd sie für seine liebreicheste und gutthätige Augen legen / derenAnschauendieErrettungselb- sten mit sich bringet? y.was für Traurigkeit undSchand solle Ulan nic bey sich empfinden/ wann man die Vergebung der Sunden bey ihme suchet/ Und sich erinnert/wie oft man veranlasset werde/ diese Bitte/ die unsere eigene Schand begreiffet/ so oft von ihme zuwiderholen ? 8. Ich sage ein gleiches von denen übrigen Tugenden.Es sind derselbigen sehr wenig/ welche nicht der Gebrauch des Gebens besteisse. Das Gebett ziehet die Hertzen ub von der Welt / es erhebet dasselbige nach dem Himmel / und vereiniget es mit Gott dem einigen Ursprung aller Heiligkeit. Durch das Gebe« gehet man mit ihme gantz gemeinsam um/ Ff 4 ma» Das drirteBuch. von dem Wachsthum wan redet mir ihm/ und entdecket ihm sein Hech Und kmi eö möglich seyn/ daß die Seele keiMß octheil aus diesem Umgang ziehe ? Kan mal' zu diesem lebendigen Hecht und zu diesem verzeih rcnden Feuer hinzunahen / ohne dardurch leuchtet und entzündet zuwerden? 9. Als Moses sich viertzig Tag lang bey Goß aufdem Berg Sinai / ausgehalten hatte/ mak sem Angesicht so klar und heßglqntzeno/vaß er nöhtigt wurde,da crzu dem Volck kam/eine cke über seine Stirne zulegen/ damit er mit den" selbige reden könte. Und die Evangelische Histoß gibet uns die Nachricht/ daß Jesus EhriM habe angefangen verkläret zuwerden/ als er deß tete. Wann nun der Umgang/den wir mit Goß zuhaben, anheben / bißweilen einen scheinbare^ Glantz dem Leib selber zuwegen bringet, wer M dann zweislen / daß nicht dardurch ein lebhafte» Hecht unserer Seelen mitgetheilet werde ? nahen der Prophet außtrucklich saget / wie oß Wort aus dem Grund - Text können gegebn werden: (3) welche auf thu schauen/ were den erleuchtet. ^ 1 o. Man ,nuß auch für etwas nahmhaß res annehmen / die sonderbare ^rast che das Gcdett harz diejenigen Ding / M" welche man darinnen anhalcer/zuerlangem Ich bin dessen gewüß/daß nichts nohlwendigerk noch kräftigersseye / uns in der Gottseligkeit^ beförderen/als d«e innerliche Hülste des heilig" Geistes, welche denen / m welcher Hertze" ^ wolmet mitgetheilet und von denen GoktesrG^ lehrten / undcr dem allgemeinen Nammen ve xxxiv. ü. lvüku tvi bii Ä kal fa, th sie da C! so fii d su de ni ük A 0l! A l-r d>! ke bi 8' in In der Gottseligkeit. Lap. 15 ._457 ^üvcklichen Gnaden/ angedeutet werden. Ich "Imme eö für bekant an / daß wie man mit dieser pulste nicht änderst/ als fruchtbarlich arbeiten 'in: Also seye ohne dieselbige alles unser Under- sangen vergeblich.» li. Es ligethiemit alles daran/daß man M er theilhaftig werde. Aber / wie kan man ne auch leichterund gewüffer erlangen/ als durch As Gebe«? Wer weißt nicht/ daß Gott dem ^ebett nichts abschlage ? Zcugnuß gibt der Herr ^hristus hiervon in dem Evangelio. (b) Bittet/ wird euch gegeben.Sucher/fo werdet ihr nnden.Rlopfer an/so wird euch aufgethan. E^ann wer da birret/ der empfaher; wer da suchet / der findet; und wer da anklopfet/ dem wird aufgerhan werden. ir. Ich weiß zwaren wol/ daß / wann Ulan diesen Lehr - Say also insgemein und Überhaupt hinein vortraget / derselbe feine Außnahm habe. Ich weiß/daß er nit gültig ist/ As dannzumahlen, wann unsere Bitte mir dem sVillen Gottes übereinstimmet. Sr. Johannes M in seinem allgemeinen Send - Brief sechsten Acse Bedingnuß für: (c) Das ist dieFreudig- deit/die wir haben zu ihm/daß/so wir etwas dieren nach seinem tVillen/fo höret er uns. cAber es ist aucl) wahr/daß diese Auß- Ucrhm/ demjenigen so ict> frge / nicht entgegen feye. Dann es ist wahrhaftig nichts/das mit Am Willen Gottes mehr übereinstimme/als die ^itte / in deren wir um die zu dem Wachsthum M der Gottseligkeit benöhtigte Hülste anhalten. ^ Ff s ES 4(3 Das dritte Buch . Von dem Wachsthum. Es »1t kein Gebell/ welches gewüffer von ihm er* höret werde/ als eben das/darinnen wir bergig chen Gnaden von ihme begehren. ZeugnußE sen finden wir in denen Worten Christi: ihr/die ihr arg seyd/ könnet dennoch eueren hindern gute Gaben geben / wie vielmehr wird euer Vatter im Fimmel den H. Geist geben/ denen die ihn darum bitten? 14. Weilen hiemic nichts ist / so unsere Gottseligkeit bester befördern kan/ als diese Hüls/ und diese zuerlangen nichts dienM cher ist/als das Gebecc/jo ist hieraus zuerst' hen/daß denenjenigen/welchen es ein Ernst ist/ in der GorcscliAeit zuwachsen/kein best serer/ als der L^aht pauli/ könne ertheilet werden / welcher uns bald / daß wir ohne Underlaß betten/bald daß wir mir dem Ge' bett anhalten sollen/ einrahcec.' i s. Ich wil im übrigen weder von dieser M harrlichkeit/ noch von andern nohtwendigenA' genschaften eines guten Gebells reden. Ich habe in einem andern Werck weilläuffig darvon gere' det/und es ist unvonnöhten/ dasselbige allhier jtb widerholen. ^ i.„cxi.i;. Das XVI. Capitel. Das sechste Mittel. Alle Morgen sich eine genaue Vorstellung dessen machen/ wasman den Tag hindurch zuver» richten gcsmnet ist. rIhe hier ein Mittel/ welches/ nrel' nes Erachcens/ eines aus dene>r aller' w li< le vr vl tr u le g kc se li 8 b d t< 8 r, v 8 11 fi ß h l> in der Gottseligkeit. C ap. > 6 . 45- wollen/die Welt zuverlassen/und uns ilM > und gar zusrgcben. Wie gieng es aber / w wir diesen Aufschub^ den uns Gott gönnet/ ^ so unnützlich als andere hinschleicheri liessen? s. Einmahl dieser Tag ist uns darzM^ geben/daß wir denselbigen -rl dein te anwenden / von weichem dieses gn>' ^ Buch handeit/ict) vergehe. dem ih" rhum in der Goceselrgkerr. Wann wir deßkalben nit darzu anwenden / so ist es ein Verlorner Tag /von dem« wrr keine andere. «e überaus schlimme Rechnung unserew^^ wl dc A, n« üb sie de, jeh sie! 8e> ter ste bei irir s°! vd üb de> Üsl che kc, L >eii ein den eliß >en/ >ij§ )ep zlil a"' e>r/ iße d>c il)^ ,chl ?e>^ st" „ 1 E l,i» § !i?e ,h" >aS s-; in der Gottseligkett. Lap. »6. 46» Züchter werden geben können / wann er sie an »Mein Tag von uns forderen wird. 6- Man muß erachten / alles dieses Übel Elches uns angedrohet wird/ abzuwen- en/und deßwege liger uns ob/mit genauer /"Wehr diejenigen Verrichtungen/ nur de-> en wir unsere Zeit zuzubringen haben/zu- ^erlegen. Man muß wol m acht nehmen / ob ^Übereinkommen/ oder streiten mir demjenigen Erhaben/welches wir billich aus Betrachtung j-b. Stoffen Angelegenheit/ von deren ich eben W geredet hab/ uns vorzustellen haben. <-7- Wann der grössere Theil meiner Leseren ' Mausdiese Gedancken legen,und mitaufrichti- ken ^treuem Hertzen hierinnen verfahren wol, ilen ^önte ein jeder aus ihnen wol zu sich selb, bxf, ^>0 sagen: Ich wil gantzeStunden mist) zu» '^^lden/oder viel eher meinen Leib zuzierem und s.^stellen anwenden. Ich wil ohngefehr eben darauf verwenden / daß ich mich ernehre/ ° zureden / kranck mache / so wol durch ^Aussige Vielheit / als übele Beschaffenheit , ^Speisen / mit denen ich mich anzupropfen/ li^'une hab. Ich wil etliche Stunden lieder, Mit so wol ablegenden / als annehmende» zubringen: Ich verstehe hier fol- kx.^^'chungen / an welchen die wahre Liebe Hz^ ^heii hat / und die in nichts anders als he» A^kei, / oder vielmehr Eitelkeiten bestehen ^ übrige Stunden / wil ich dem Spie- ei^x oerdem Spatzirengehen widmen. Siehe! ^ringeu w Entwurf ^ *vie ist) den Tag 8. Ande 462 Las dritte Buch. von-ein Wachsthum 8. Andere / die sich viel klüger und mehr ek' leuchtet zuseyn beduncken/ werden alle Stunde» des Tags / aufdie Sachen legen / bey denen sie Ehr und Ansehen/ Vortheil und Vergnügung ihres Ehrgcitzes zuerlangen vermuhren. 9 . Etliche wekden under so vielfältigen Oe- schäften/welche sie über sich nehmen/ auch einige haben / die nicht nur / wie etliche aus denen er- zehlten / an sich sechsten ; sondern auch darum strafwürdig und lasterhaftig sind/ weilen sie keinen Zweiffel daran tragen / daß sie nicht vo» Gott verbotten seyen. i o. Aber diese lekstere sind nicht solche Leuthe/ für welche ich dieses Buch schreibe. Es ist allst» aufgesetzet/ denemenigsn/ welche allbereit bekehret und widergebohren sind/ Mittel/ durch welche sie in der Gottseligkeit wachsen können / a» die Hand zugeben: Diejenige aber/ welche sich vorhin zusündigen fürnehmen/ undobsiescho» müssen / daß dassenige/ welches sie zuthun vorhaben/ Sünde seye/ gleichwol ihren VorM nicht ändern / geben darmit nur allzudeutlicl) zu- verstehen/daß ihre Mdergeduhrt noch nicht einmahl einen Anfang genommen habe. Zudeme/ wie kan es einiges Anscheinen haben / daß diejenigen / so einen solchen Mißtritt zuthun / fäh'S sind/ einigermassen ein Verlangen haben sollen/ in der Gottseligkeit zuwachsen / und h>e- mit die in diesem Capitel ihnen vorgeschriebene Mittel zugebrauchen? i r. Man kan sie deßwegen fahren lassen/rM jkch allein bey denen aufhalten / welche under ihre Verrichtungen/ denen sie den antrettend^ Ta der llec ttt rin «eg sch! tve ttv >uii chc B! illl Sr> he, che vi> de> lvi de bei de, krr leb ^ in der Gottsel igkeit. L ap. >6. 46^ ey ^ag bestimmen / allein solche Dinge zehlen/ von ^"len sie glauben / daß nichts böses darhmder sie ?^e. Ich wil mich hier nicht säumen/mit Er- lig Alterung der Frag / ob die von mir angezogene 'Dtuck dieser Arlh seyen. Dann dieses wurde ;e, Eine weitläuffigcre Undersuchung fordern/ als zu gt Legcnwärtigem Vorhaben dienet- Ich wün. Ichete nur/ daß sie die Mühe nähmen/selbsten ein ^enig nachzusinnen/ ob dieses alles bequem seye/ "was zu ihrer Heiligung beyzutragen; ob ihnen ^ott den Tag nur darum gegeben/ damit sie ihn M allen diesen Dingen hinbringen; ob er sie lllii dieser Sachen willen / aus nichts herfürge- logen / und beydes in die Welt und in seine Kir-' An gesetzet habe; ob Christus zu dem Ende sein Hut vergoffen/damiter ihnen dieFreyheit/alss iuhandeln/erwerben möchte; ob dieses alles eine Tröffe Kraft habe / eintweders die Liebe Gottes mzubringen / oder sich vor der Hüllen zuversi- «)cren/ oder die Thür zum Himmel zueröffenen; ob sie sich die Rechnung machen können / wann N Herr Jesus sie für Gericht forderen / und Rechenschaft ihres Thuns von ihnen begehren ^ird/ sie einige Ursach haben zuglauben/ er werbe darmit zufrieden seyn/ daß sie den Tag zu ^gleichen Geschäften bestimmet haben ; ob sie ven Tag also zubringen wolten / wann sie wüß- 'kn / daß sie die darauf folgende Nacht nicht erleben wurden; ob sie versicheret seyen/daß dieses geschehen werde; und ob es mit der Vernunft Wehe/ eine solche Sach/ an dero so viel gelegen M also in das Blinde hinein zuwagen ? »r. Sehet/ dieses sind die Fragen/ dero halben 464 Das dritte Buch, von dem LVacKschllM den ich wünschet«/ daß sich ein jeglicher dieselbe sechsten vorlegte/ ehe er bey sich abfasset/ was ck den Tag hindurch verrichten wolle. Wann ma« es thäte / so wäre ich versichert/ daß man ei« gantz ander Maß seines Thuns abfassen/ sichA viel weniger Zeit. Vertreibung einlaffen/und sich auf bessere und heiligere Geschäfte legen / mehr dem nützlichen Lesen / mehr dem Betten / weht denen Betrachtungen und Übungen der Gotlsi' iigkeit und Liebe abwarten wurde. , z. Man mochte sagen / es seyen gleich wol viel Menschen anzutreffen/ welche di^ ses thun/ und wann schon einige ihre Zeit mit denen angedeuteten Außsthweiffunge« hinbringen/ so finden sich doch auchve^ schiedene personen/welche viel Christlich^ leben/ und deren Geschäfte viel nützlich^ und ernsthafter seyen. Ich zweifle nun datt«? im geringsten nicht. Aber ich weiß zugleich / daß diese legiere in einem solchen Zustand seyen/ bedeute auch ihnen meineNachricht dienstlich sey«' und ihnen das vorgeschlagene Mittel grosse« Nutzen bringen kan. Dann findet man irgend^ wo solche Leurhe/deren Wandel so wol angeor^ net ist / daß man nichts an demselbigen zuverbess seren weißt ? Gesetzt die Unordnungen seyen bey ihnsn eben so grob nicht.Findet sich indessen nicht eine und die andre bey ihnen/ welche grob geM>§ ist? Thun sie überall von Morgen bis auf de« Abend nichts/ als nur das/ worzu sie durch de« Eiffer und Liebe angeleitet werden? 14. Mann schon dieses geschehe / so w^ > siki Sei re es doch gur/daß man voraus betrachte/ iqe jtt ia>l eis sich ekk ehk lsi- >ie- e't ,eX t-r^ >el' >et a" >e- >ri/ si" es^ >ck cht uA es re/ ,:S in -er Sorrseligrcit . Lap. «6. 46 ^ ^as zuthnn seve/und es harre allezeit seinen kurzen/ wann rnan bey Zerren Die bequcnr- sie Wirre! / durch welche die Ehr e Gocces-/ Und des LAachsren Heil morsen beförderet werden/ vernunftmaszigaustsuchece. Dann ks ist nicht gcnug/daß man keine andere/als gute ^erckerhut.Man muß die bestenWercke thun/ h man immer kan. Aber in Wahrheit auch die ^ meisten Widergebshrne/ sind noch weil vyn Olestr Vollkommenheit entferne: / und wann ' Mir nichts bey ihrem Wandel anzutreffen / so ^n in dem höchsten Grad strafbar ist/ so finden ^ Mdoch bey ihnen immerzu noch allerhand Fch» ein / weiche einer Verbesserung bcdörffen. ! UZrnden sie schon keurLgantze Tage/ oder doch ^ Men nahmhaften Theil derseibigen / auf die ^Leltund dero Wollüste / so scheuchen sie doch i verselbigen nur zuviel gute Augenblicke. Es ist Mwegcn gut/daß sie bey Zeiten der Sach nach- > llnnen ; es ist aber schwerlich ein besserer Weg ^>rzu zusindeti/ als daß man sich angewehne/alls ^ag seines Lebens/ mit dergleichen Eelrachtun- Leu anzufangen. ^ > s. Man wird hierinrren noch auf einen l Wideren weg seinen Nl«lzen schaffen. Ich ^be anderstwo angezeiget / daßesunumgängt nohtwendig sepe / in allen seinen Verricht j 5 sngen auf Gott zusehen. Ohne dieses können ! Wercke / welche er sechsten befohlen / nicht ^bwärdig seyn / und die Mittelding / welche/ ?snn man sie aus diesem Grund verrichtet/ gut M können / werden böse. Woraus dann gan .Htzuschlicssen / wieviel gure oder böse Harro- Gg lungk>s 466 Das dritte Buch. von dem Wachsthum lungen/ täglich aus deine/ daß man diese ^. beobachtender verabsäumet hat,entliehen; foiqbarlich/wie vieldaran gelegen seye,daß vB sie zucrstatten trachte. . 16. Ulan siebet indessen / wie schwer!^ man diejev außrichren könne/ wann m/" dem Txahr/ welchen ich ertheile/ nichts»' ger. Es isi hierzu nicht genug / daß man von e> ner Zeit zu der andern zu sich sechsten nur E mein und mit Unbestandsage; man richte zu denen Ehren Gottes/was man thutamd wolle es dahin richten. Es wäre zuviel / wall" man vermeinen wolte / Gott werde sich VE vergnügen lassen. Man muß sich dieses so § fürsetzen / als man ein sonderbares Geschäft va! richtet/ oder zum wenigsten/ wann man zuverrichten entschlresset. Das ist noch nic!)l^. les. Es ist vonnöhten/ daß die Begierd/ Got^ Ehre zubefördern/ ihme zugefallen / odcrid^ zudienen (dann es lauffet alles aufeines auE ^ wahre und einige Ursach seye / die Ukis ctwaE thun / oder uns zu etwas / das wir thun zuentschliessen verleite / und es ist in WaE nichts lacherlichcrs/ als wann Man sich einb>^ es möge eine Sach/ die man thut / oder zE sich vorsetzet/ durch strafwürdige Veweggn»'^ gut geniachet werden/wann nur ins künftig^ geringe Begierd / durch diese Handlung zuchren- darzu komme. Diese Begierd nrulr^ That vorgehen/ und uns dieselhige zuthun/ o?' uns darzu zuentichlieffen vermögen. ^ 17. ^ndesscir isi es nicht wol mörmA N. l>ch d«, die dcrc «ra via düe bii der »i>! via big der lvc, der die des ich daß man e» beständig und in guter <2^, nuojl icht >ia» lict> in" B oft v vl« je»! h-l> vtli !I' 0 « holi ivtk io. _4t>7 thue/ wann man die von mir ertheilte , ^rchrichc in den N)ind schlaget. Gewüß- wann man sich zu seinen Oeschäften erst ..---zumahlen entschlösset/ wann man sie vor 'e Hand nimmst/ so kan sich gar leicht etwas zu, ^en / gn welches man memahlen zuvor ge- Mt hat / und darmit ist die gantze vorhabende >^^ch vcrlohren / wann uns nur nicht etwas wers darbey widerfahret. Dahingegen/ wann .etliche wenig Augenblik darauf verwendet/ Wenige so man den gantzen Tag durch verrich» ,w wil/ zuüberlegen/ und emen Entschluß darü, zumachen / auch diese abgefaßte Gedancken " 'k seinem gestellten Entschluß vereinbaret (wan >an ^ ^ur aufdie angemeldte Weise thut; den Mn Entschluß durä) keinen andcren/so demsel» "^tgegen ist / aufhebet; ein Ding nicht an» ?m/ als man es beschlossen hat/ außrichtet/oder ^ann -ine Nohrwendigkeit uns zu etwas an, ^ als wir berahtschlaget haben/ treibet/ eben A Oicgul beobachtet/)es genugsam ist alles zu, Aligen/was man den gantzen Tag über verrich- tz^elches dann ein solcher Vortheil ist/ dessen ^tbarkeit nit genugsam mag erkennet werden. Das XVII. Capitel. ^as siebende Mittel. Einen jeden mit genauer Undersuchung/was man an demselbigen gethan ha» be/ endigen. S ist hieinit sthr nützlich den Tag angeregter »nassen anzuheben. E» Gg - »st <6S Das dritte Buch. von dem 'w-rch-tbuin. ist nicht weniger nützlich / daß man ve«^ selbigen beschließe/ nrir ernstiici>cni sinnen/ wie man ihn zugebracht und was man insgemein von Morgen bis an de» Abend daran gethan habe. Diejenige/ ive!' ehe dieses niemahlcn in Obacht nehmen / ße/ hen in entsetzlicher Gefahr ihres Verderbens Wann sie meine Sünde gefallen sind / wie cs nur gar zuviel gcfchicht/ so vergessen sie derseb bigen alsobald. Mann sie es aber vergessen/ wie wollen sie darüber Busse thun ? Wie wo» lcn sie die Vergebung erlangen? Zudeme köi» nen sie hernach mehrmahlen darinn verfalle»/ und folgbarlich in die Gewohnheit zusündige» gsrahten/ welches / wie andersiwo AnreguH geschehen / das gewüssesie Kennzeichen ist dch selbigen elenden Zustands / welchen die Schuh den Tod der Seelen nennet. Gewüsilich/ wan» man dlese Rcgul nicht beobachtet / so kan ma» nisnrahl müssen / ob man in der Gottseligkeit wachse. Dann wie wil man dieses müssen/wa»» man nicht einen jeglichen Tag sein es Lebens / gen vorhergehend« haltet und undersuchet/ vo» welchen Lästeren man sich verbesseret und in wc» chen Tugenden man zugenommen oder sich vestiget habe? 2. Ins Gegentheil/ wann man genau genug m dieser Erforschung seiner selbst?» sich verhaltet/ so komnier man/ ohne sondere Muhe/ in dieErkanmusi des innerste» Grunds seines Heryens. Aian bemerckelalsdann auch seine geringste Fehler. Man verbell^ rttsichMIMch/und schmtttaufdem WeS»^ ' » ^ nei» de so. de sei! lec bli Er de, de, de> lqs «ie d)i, >dr 8tt llk! dai !^c l>bc Ev he in der Gottsel igkeit. Lap. « 7._4L9 Himmel mit gross» Schritten fort. Insonderheit aber lasset man keine begangne Sün- oe hinschleichen/ ohne ernsthafte Überlegung herzigen/ weiche nun so viel nützlicher ist / diewei- '.en Man alsdann viel besser/ als in dem Augen- M/ da man die Sünde begangen hat / m dem ^tand ist / den Greuel derjenigen gierkcnnen. ^kan weißt wol/ daß vast alle Sünden Wür- Elmgen sind / der eint oder der anderen Gefühls-Bewegung/ so wußt man auch / daß ^gleichen Leidenschaften uns verblenden / und ^hinderen / daß wir den eigentlichen Gnmel Sünden nicht recht ersehen können. Sie Utt uns dieselbige allein auf der Seiten / da ^nützlich oder erfreulich scheinet/ anschauen. Aann man sie aber ohne solche innerliche Gezüchts-Bewegung ansichec/ so siehet man sie/ ^ie sie an sich selbsten ist / man mercke r was an M entsetzlich / und ist uns folgbarlich nichts am Mg / daß uns sie zuverfstichen/ und darüber ^usse zuthun verhindere Sovielunödcrowe- As daran gelegen ist/ daß wir nach begang-ner ^Unde Busse thun / eben so viel liegt u!>s dar- ^ daß wir raglrch alle unsere.sonderbare Haudegen wol undersuchen. »S 8u disenr Ende hinmuß man sich selben ein Gesiry inachen/ und sich jh genau /«'an verdiirden/ daß inan esnieinahlciV 'S rs immer möglich ist/ underlasse. Wann ungeachtet unsers Entschlusses/ «s daran ö^an ermangelt / und eintweders eine siraf- ^rd-ge Liederlichkeit/ oder eine unüberwindli- ^ Hindenniß/uns darvon abhaltet/ daß wir es G a z nicht 4?o Dasdritre Buch. Von dem Wachsthum nichlindasWerckrichlen, >o müssen wir ^ Versaumnuß zum wenigsten an demnächst^ geuden Tag wider einbringen/ unddasiemge/lo an dem vorhergehenden geschehen sollen, verriß ten. Mit einem Wort,man solle sich nicht zuf'A den geben/ bis man sich diese RegulgantzM zubeobachten/ angewöhnet hat. 4. ?lder es ist noch nicht genug/ daß ni^ diese Erforschung seiner selbst niemahls versaume.Wair muß sie mirFleiß und moA lichsterSorgfaltigkeic verrichrcn.Man auf alles gute Achtung geben / und auch das.^ ringste nicht unangemercket vorbey gehen. DA zu sind zwey Wege zugebrauchen. Der erm bestehet in Beobachtung der Ait/ da man ve» gantzen Tag durch!aussende, bey demMorg^ anhebt- und von Stund zu Stund undersucl)^ was man bis an den Abend gethan habe. ^ andere beruht darauf/daß man gewüste Haus' stuck für sich nehme / (als da zum Exempel E können / die gute, die böse / und mitte! Welch' das, so man thut - und das/so man redet- das, > man gedruckt / und das / so man nirgends^ achtet) und daß nzan einem jeglichen aus dies" Stucken mit Ernst und Fleiß nachsinne/ und e> nes mit dem andern vergleiche. Beyde We.an^ gut / und hat ein jeder seine absonderliche AM theile. Aber am besten wird es seyn/ wann beyde zusammen fasset / und nachdeme man re ersteren, welcher viel leichter, undvilleichta"^ notwendiger ist / gebraucht hat/ des andere Niemahlen vergißet. 5. wann man also angemercket harch lr lies ba tei iu> dv «>1 lei de illl >)e dc> Se ei? />s lch' teil as !e" Z qe- ,ci ,c" cl/ >ck p" H-; ss ii» sc» p ne/und ob er es gleich nicht seye/ er doch undcr ^ Tage müsse gezchir werden / von denen wir dM mahleneino Gott werden / wann wir für ihl^ erscheinen/ Rechenschaft geben müfism. , 8- man fict> schon etlichemal)! a"! diese Erforschung seiner sechsten gelegt hat / so ist es sehr gut / »r ann man die findung des leisten Tages gegen die vor^ hergehende vergleichet / zusehen ob,m»rN mehr oder weniger (filures/ alschedesse^ an fiel) sechsten gewahr werde. 9. N)ann wir befinden/daß wir uns v^ schlnnert haben / und in unserm Wandel u>^ bey dem geqenwartigcnZuftand unfererSeelcht mehr Böses cind weniger Gutes sich antrcjss's lasset/ alöchedcrZst /so liegt uns vicl dara^ daii wir nachsinnen daß solches von zweyerler' Ursachen hie man nicht umeinander» vermesst solle'herrührenköime/ nämlich / dieweilen einl" weders unser Zustand würcklich schlimmer iß/ als der ehemalige/ oder, dieweilen wir uns nu^ mehro besser zuerkennm anfangen. ic>. Nomer es von der ersten Urfach her'/ fo kan man über diesen Ubeljtand niciu g^ nngsam beststaniec oder betrübet werde»' Wir sind zu dein forLsch>--ch: m beruffen / und ^ weichen zurück, Dur inüsscn unserHeyl wü'.k^' und w>r lweucn'di'Mstchigen neue chiindernn^^ aufdeu W>.g Wir surr pfiichtig/die Zeit/weici^ u, cn rv de sei en ke fei so Ni N 8 > 1 , in Ni ch «c N) sei N> Uns die göttliche Barmhertzigkeit gönnet / wol anzuwenden; und wir versäumen sie nicht nur/ wir bringen sie nicht nur liederlich hindurch; sondern wir wenden sie an/ Gott zubeleidigen / und «einen Zorn wider uns zureitzen. Was wird endlich daraus werden / wann wir also fortfahren ? Was können diejenigen / welche sich von ihrer Schuldigkeit so weit entausseren/ zuhof- sen haben? 11. Rührt es von der letstern Nrfaet) her/ so ist es wol etwas. iRan hat seine Vllühe nicht üderal übel angewendet. Dann es ist in VZahrheil viel / wann man lernet begreiffen den Irrthum/ worinnen man bißher gesteckt/ und in Ansehung dessen dasjenige / was man bißdahin Uichtgewußt hat/ erkennet. Das meiste/welches >N diesem Fahl zubeovachten/beruht darauf/ dasi Ulan fortfahre/^ind sich bearbeite den eigentlichen Zustand seines Hertzens je mehr rmd mehr außzukundscliaften/ sich versiert haltende/daß/ wie man sich selbsten zuvor geheuchelt hat/ also Iche es nichts unmögliche daß man es etwa mich Reiters zuthun fortfahre/und U rsach habe- in de- Uen Sorgen zustchsn/ es kleben uns noch wehere Fehler an/ von denen wir hisiher noch kein? ^achricht haben; die wir aber durch neucUn» dkrsuclMgen wol entdecken tönten. t 2. Findet man/ daß man weder binder-- Uoei) slirstct) gegangen/fo muß man daran» m)liessen / nian habe feine ^eir übel anne- Tender/ als welck)er vornehmstes Derricl)- ^ wn dar innen bestehen folre/ daß man niest? Uur das Empfangrre behalte; sondern anet) Gg s dav/ 474 D a» dritte Buch . Von dem V SachStluM ^ das/ so man noch nicht hak/ erwerbe. muß dessen qewüß seyn/ daß man sein Leben a" derst anstellen müsse / als es bißhero aeftheh^ und dieweilen unsere ehemahls angewendn Bemühung / den erwünschten Nachtruck n^. u»i' gehabt hat / so muß man hinfort mehreren kräftigeren Ernst darzu anwenden. i z. Linder man endlich / daß man E' nommen habe / so harman wol U>ch'^. Gorr darsur zudancken/als dessen Gute ^ gesegnete Fortgang allein zuzusehrelb^ ist. Für aus und an aber solle man wol bede» cken/ daß / weilen unsere Arbeit nicht verlob^ ist/ es sehr übel gehandelt wäre / warm man h>" fort dieselbige ersparen wolte. 14. wann man dasjenige / was iä) ^ diesem Capitel gelehrer hab / genau c»e^ , achter/ so wird man in w^ig Zeit sel^ daß es nicht ohne LTruyen ablaufte. wird sehen/daß man in der Gottseligkeit waev^ und das Wachsthum selber viel grösser ^ man sich es einbilden möchte. Ist aber dem ^ wie ich in dem geringsten nicht daran zwc"/- warum solte man dann sich weigern es zmM^ Bringet es uns nicht einen genügsamen 2)^ theil zu ? Und gesetzt / es gienge viel mühesaw und schwerst zu / dieses "Mittel zugebrmE^ als es aber nicht thut^ solre mari sich nicht wokcn darzrr cnrschliessen in Erwägung des scn Nutzens / so man darvon zuerwarten Es sind so viel Kaufleuche anzutreffen / sich niemahlen juschlaffen niderlegen / sie ^ dann zuvor überleget/ was sie den Tag ^ d< bc !i y N se ll U n r b 8 § ^ Ü! lt i >!> el >1 »/ in lll' 0 / -/ 1 ? >ck ^ ! !? ->'- isl _ inderG ottseliakeit. Lap. >S . Nekauft oder verkauft / gewonnen oder verloh» haben. Und ein Christ solle sich ein Beden- h Sachen / ein gleiches zuthun / in Ansehung ^ >o gesegneten Gewerbe / bev deme man den v'mmel gewännet? s- Ich wünsche deßhalben / daß man alle ^ndernusten / welche diesen meinen Naht be- ' ^t/n möchten / aus dem Weg räume und sich ^ sonderbarer Sorgfältigkeit lind Fleiß auf Könige begebe/ dessen ^Nutzbarkeit sich unfehl« °ar Herfür thun wird. Das XVHI. Capitel. Das achte Mittel. Sei» Witzes Thun durch den Glauben anfuhr ren lassen. ^In Ding ist / welches uns an dem Wachsthum in der Gottseligkeit . sehr verhinderlich fallet: Nam- 0^7' Daß wir uns gar selten durch den glauben anleiten und fuhren lassen. Wir e. Mehrtheil gantz andere Gelerts-Leute un« ^ cn/ bald unsern Gemühts'Regungen/ bald Nun ^ ^Menchald andrer Ruthen rrrigenMey^ r,AEn. Dieses ist es/ durch w/I 6 )es wir ab dem bea- verleitet werdcn/welches uns nicht wurde / wann wir dem Glauben die suhrung alles unsers Thuns überliessen, es n hat nicht die Meynung/als wann auk wäre / alles durch den Glauben pZUrichren. Es sind tauseiiderle-SachiN- über 476 Das Drltte Buch. Vo«, dem Wachsthrwf^. über welche er schweiger.Wöer aber redet,da len wir/so wol in unsern Gevancken/alsW^ ihnw hnliglxl) nachfolgen. Wann wir es rIM so werden wir n«emahlen eine wüssentliche vorsetzlichc Sünde begehen.Wir werden alleE gute Werckc verrichten /und also in der Gottn ligkeit/ mit grossen Schritten forrlauffcn. - - -Es ist nnnröglich/dafiiemand cineMlir senrliehe lind vorschliche^- ->ünde begehe/ar' ne durch eine innerliche Beurtheilung d.'.^ zu angetrieben zuwerden/ durch welches. den Außsprnch geben, dass wir nach reiffcr llbel legung aller Düngen / für uiis vortheilhafler" achten/ die Sünde zubegel-en/ als aber von bm sschigen Ulks zumthalten.Ich sage nicht/daß esfürbiliicher/ für ehrlicher/ oder für vernuE massiger halte / die Sünde zubegehen / als deren zuenthalten. Disesgeschre!>et nie/als >n r, ncn Sünden der Unwüssenheit. Ich sage a!>^ man Ixrlce erste für nützlicher/ alsdaSleE I dieweiim,ob man fthon wccht/dasidaszenDl! man zuthun begehret / unrecht und dem W'I. Gortes zuwider ist/ nmn sich gleichwol embE die Ehr,der Wollust oder die'Nutzbarkelt,mU uns diese Sünde zmvegen bringet/ ftyc ein ' nachdenkliches Gut/welebcs alles dar bey sichv° findende Böses überwöge,und daß/nael' ge>E. famer Erwaglr»rq aller D-ngen/ es besser N dassclbige erwerben/ als sich dessen / durch C" Haltung von der Sünde/ entschlafen.^ 4- Ich frage nun / ob es wol konrc nr-ll liek? ss-yn/daß man in einen so groben ruw LchchUlcheirIrrehnm/ wie dieser ist/ ^ fa G w, ilij vv ha l>ei d,i fq, t>ej dt, iUl bd N "l, sie ch< «Ir St, de, che r>e, h-i! üei in der Gottseligkeit, fallen wurde / wann man sich durch den Dauben leiten liesse? Under denen Dingen? ^'che mrö der Glaub am allerdeutlichsten an die . andgjbet/ ist/ daß es niemahls« nützlicher seye/ '2'wigrn; als aber nicht zusündigen. Er saget "s/ daß die Glückseligkeit Gott zugefallen und ?>>>hmtgellebelzuwerden/dergröffeste/ wahr- M>gsteunv würklichste Vortheil seye/denman oder nur sich einbilden kan: Hingegen Mühseligkeit »hn zuerzörnen / und ihme zümiß- d-k ^ sipe das grösseste Übel/ sounsjemahlen geilen tonte. Er weiset uns/daß d,e Welt keine tz^re/ als falsche Güter habe: Daß keines a^ts ,^">^blgen ins besonder/noch alle mkteinandern Mich würdig seyen / daß man sie zuerlangen/ H^iubehalren/ sich in Gefahr seiner Seligkeit Um?^ ^ dder demselbiqen die wenigste Hindere ^^n d«n strebn/das ist/auch die gering» ^^"Nde um deßwillen begehen solle. Erma» I Uns kund / daß kein grösserer Verlurst seye/ qu Verlursi ernes giiten Wercks; daß under " theilen der Zeit / keiner besser angewendet als derjenige / den wir mit dem grossen Mir l/t unsers Heils zubringen; daß das aller«? under denen zeitlichen Gitteren unver- ^.'^lich geringer seye/ als das allergeringste un» Svenen geistlichen. Er lehret uns/ daß/ wann kAgleich die gantze Weit gewünnete/ und aber q,/^uden litte an seiner Seelen/ uian seine Sa- 2 >ehr Übel bestellt hätte; daß fündige heisse sei. «iHuen Nutzen entgegen handeln/ daß freyte, ^udigen/elneUnvorsichligkeit/eine 5hor- Uppigkest/ia eine Unsinnigkeir seye; daß solches 47S Das dritte Buch. Von dem Wachsthum solches mit Undanckbarkeit / mit Zagherk und Feigheit des Hertzens behaftet sepe: Daß nichts schandlichers/ nichts verschreiterSseye/ als die Sünde; daß heegegen nichts nützliches / nichts edlers/ nichts gröfferS/ und nichts verwundert chers seye/ als die Gottseligkeit. . s. lVann man sich diese Wahrheiten tief genug in das Hertz hinein pragece/ könce es auch dann möglich seyn / daß man sich aus der Beleidigung Gottes/ einigen Vortheil zuziehen/ nur in den Sinne nehmen könce« Wann man aber dieses sich nur nicht einbilde^ kan/ wie solle es dann geschehen können / daß man ihn würcklich beleidigte ? äiber woran haftet es/ daß dieses nicht geschiehet ? Ist dessen Ul- fach der Unglaube? Isis die Unwüssenheit? Ißß die Unachtsamkeit? Ist es der Unglauben / so muß man denselbigen überwinden: Dann waß ist man/ wann man keinen Glauben hat? Jßs die Unwüssenheit/ so muß man derselbigen ab- helffen/ und dasjenige / an dessen Erkantnußt viel gelegen ist/erlernen. Jsts dre Unachtsamkeit so muß man die Augen eröfnen und aufdie grosse Ding/ welche man nicht mit zu grossem Fleiß betrachten kan/ genaue Achtung geben. 6. worzu solle uns aber der Glaube dienen/ wann wir seinen Anführungen nicbk nachfolgen? Unzehlich viel Leuthe bilden M «in/ es gehe mit dem Glauben/ wie mit andere» Sachen / deren man sich eine Zeitlang nicht bedienen kan/ ohne derselbigen Besitzung zuver»^ ren. Es sind viel Dinge/ welche man in Bewahrung ieget/sich deren bey BedörffungS-E zub<- !be> er lv tS >ie ts lief es ,s eil rß r- ls s- W iö b- it/ >k l)k ch ll» ie- >r- -it >e- in der Gottseligkeit. Lap. «K. 47Y iubedienen / und es isi so fern /daß sie dardurch I^lteu verlohi en gehen/ baß dieses vielmehr eben lu ihrer besseren Erhaltung dienet. Man meidet/ es habe mit dem Glauben eine vast gleiche Bewandnuß. Man glaubet/ man könne denselben wol in einem LVmckel der Seelen aufbellten / sich dessen bey erforderndem Anlaß zu- 8''brauchen/ indessen könne man ohne Nachtheil lein gantzes Lebenlang sich wol durch andere ^rund-R/guln anführen lasserr und also leben/ »ls ob man gar keinen Glauben hätte. 7. Aus diesem Grund bilden sich die Menschen/ welch,e sich memahl durch den Glauben anleiten lasserr/ ein/ sie haben den Glaubn/ sie besitzen alle die Vortheile/ welche kr uns in diesem Leben verschaffet/ undgc- ^iessen das völlige Recht/ zu allem dem/ ^as er uns für das zukünssrige Leben vermisset. Aber es ist nichts so weisvon derVZahr. lir eutfernet/alS diese Einbildung. Die heilige Schrift stellet uns den Glauben / als eine Dackel vor/welche uns auf allen unsernwe- leuchten solle; als eine Richtschnur/nach °eren wir uns in allem unserem Thun zurichten Men; als einen allgemeine und durchgehenden Grund - Satz / auf welchen unsers Wort ^'d Werke sollen gegründet werden. Sie saget ^'s/wir müssen deö Glaubens leben/ wir müssen ^ch dem Glauben wandeln / wir müssen durch den Glauben kampfen/welcheS alles lauter solche gemeine Außtruckungen siud/ die uns zuer- 'kNiien geben/ daß der Glaube der allgemeine «rund aller unserer Handlungen seyn solle. 8. Sie 48a Da sdkttre Buch. Von demlVachSthuiN^ 8 -Gie vergnüget sich nicht darrnitzuja, gen/ daß wir des Glaubens leben/ und alles aus Glauben thun sollen. Sie bezeuget dar, neben / daß vieler Glaube ein lebendiger und thätlicher, ein wrrckender und kräftiger Glaubt seyn müsse. Aber wie kan er ein solcher seyn/ wann er emtweders uns nicht anführet/ odet wir gar ins Gegentheil unser Thun nicht an, derst anstellerr/alö diejenige/welche keinen Glau, den haben. 9>Ia die Schrift gehet noch viel weirers« Sie behauptet/ daß der blosse Mangel des wercken/ eirr unwrdersprechlich Zeugnup der Falschheit des Glaubens seye. Sie sagll der Glaub seye ohne die Wercke tod. St.Jacob bekräftiget dieses mit so viel Worten: (s) Zeigt nur Lernen Glauben mir deinen werccen) so wil ich auch meinen Glauben dir zeigen mit '.»einen Wercken. i o. Ich wünsche deßwegen herylich/daß diejenige / welche in der Gottseligkeit zrnrehinen verlangen / sich in allen Dinges durch den Glauben leiten lassen/ daß sie dk^ selbigen in allen Dingen zurahte ziehen / rindig rem übrigen Verstand nremahlen folgen/ als denen Dingen / wo der Glaube sie nicht mit nem Lischt erleuchtet. l r. wo der Glaube redet/ wie er solche zu dem öfrern thut/ so iigecr: ns ob/ daß wb' an seinen Außspruch uns halten/ und ritt* irnmerdar erinneren/ demselbiger» zurvid^ handle» seye eben so viel/ alsobmande's Kaminen der Gläubigen absagte / als ^ nia" w. ;u Ä let fe de A, ch gö r» sey tv, ley H 5 da de! fer all, dic sey -L' !d,c ! die L __in der Gottseligke it. Cap. «S. 4S» ^an nach denen Worten St. Iohannis/ Gore Zu einem Lügner machte / und den Gott der Wahrheit eines Irrthums und Betrugs anklagte, welches ein abscheuliches und dre höchste Giraffe verdienendes Laster wäre. l r. Man findet wol solche Gorres--Ge- 'ehrte/welche behaupten wollen/es bedürfte nicht mehr als einer einigen Handlung des würcklichen Unglaubens gegen einem Arricul darzu/ das) mair des ganyen göttlichen Glaubens verlurfiig werde / zum wenigsten erhelle daraus / baß man zuvor keinen göttlichen Glauben gehabt habe. Sie bringen knien Grund bey/ der mich sehr nachträglich zu» seyn anscheinet. Nämlich/ der wahre göttliche Glaube ziehe das Ansehen Gottes allem andern/ >vie groß es sonsten seyn möchte/ bey weitem und 'edigjjchen vor: Dahero/wann ein einiges Ansehen in derWelt uns so groß beduncke/daß wir eS nöher/ als Gottes Ansehen schätzen/so erschein- daraus / daß wir keinen göttlichen Glauben haben. Heiffet aber das wahrhaftig eine zu dem Vlauben so unumgänglich erforderte Beschaf- lenheir an sich haben/ heiffet das Gottes Ansehen allem anderen vorziehen / wann man an einer er» Hlgen kehr zweiffelt/ von deren nicht unbekant byn kan / daß Gott dieselbige geoffenbahret habe ? Heiffet dieses nicht vielmehr ihme / zum wenigsten in diesem Stuck und in diesem Absehen/ bie falschen Gründe / welche uns des Wider- Wels zubereden suchen / vorziehen? Heiffet die- > >ks nicht sich verrohten/daß man ihn nicht für die ^ste uns uiischlbgre Wahrheit haltt? Heiffet Hh das 4-r Dns dritte Birch.Vott de m Wachsthum das ihme nicht die Ehre / daß er nichts als d>t Wahrheit sagen könne/ abrauben ? r z. So gedencke und bilde sich/ wie son^ ften gemein lieb gesthiehcr/hinfsrt niemand ein/er habe einen wahren und reinen Gta>n den / wann er vermeinet/ er. Hage keine" Irrthum in denen Lchren/welehe die hlosst Erkantnuß angehen. Worzu solle dieses al>^ dienen / wann man nicht auch beystimmet dem'" Wahrheiten / welche die Übung betreffen / u"? welche an sichselbsten so klar / so deutlich und >§ außtrucklich uns in dem Wort Gottes vorge> stellet werden. Das XIX. Capitel. Das ncunte Mittel. DicTugcir den zum öftern außüben. )Er heilige Paulus empfiehlst de>" i'/L» Limorheo/ er solle (.,) sieh in d^ Gottseligkeit üben. Er wil ung^ zwriffelt darmit andeuten / dieser vortreflic^ Knecht Gottes solle sich darmit nicht vergnüge"/ daß er die Wahrheiten/ welche er durch Gölte» Gnad erlernet hatte/ in seinem Hertzen behalte- sondern er solle sie durch öftere Widerholu"^ deren Handlungen / welche sie erforderen /1" oft als rs möglich sepe / in das Werck zustelle" sich befieiffen. 2. Gewüßlich/ darinnen stimmet jede^ man überein/ daß dre angewöhnte RE und Fähigkeiten allein zu denen Handln"^ gen dienen / und daß sie solgbarlici>nich^ (z) r.Diui.IV, 7. nub^ in bcr Gottseligkeit. Lap^iy._^8; ^ttyen/ warm sie nicht anfigeübec werden/ so oft man Anlaß und Gelegenheit darzu bar. Hiemit wurden diejenige vergeblich seyn/ ^'lche die Gnade zu der Gottseligkeit in unsers Seelen außgegossen hat/ wann wir sie darinnen bbne Bewegung undAußübUng verbleiben ließ ßn. Das wäre nichts anders/als das so kosibare Pfund vergraben. Das hiesse schnurgrad dem ^eboit des Herren Jesu Christi entgegen handln/ welcher wil/ wir sollen unser Hecht/nicht ^r für Gott; sondern auch für denen Menschen 'Zuchten lassen. ^ . Es sind demnach etliche gewüsie Fä/ Mkeiten/dersnhalben man aufdie Gedanken Mähten möchte/ man besitze sie nicht/ bisweilen man sie nicht außübec. Ich weiß ^ol/ daß etliche sind/ deren man sich gebrauchet/ M und so weit man wil: Aber ich weiß auch/daß gliche so gar das Thun erforderen / daß man sie M nicht änderst/ als für falsch ansehen kan/ so ängste sich nicht fruchtbar durch die Handlun» öen und Wercke erweisen. Von dieser An sind °>e sittlichen Fähigkeiten und insonderheit die/ so Gottseligkeit berühren. Au einem Beweist« Mm dessen dienet / was der heilige Johanne» "vn der Liebe / als dem vornehmsten Stuck der Gottseligkeit saget: (b)wann jemand dieser ^elt Güter hat / und siehet feinen Bruder barben/und schleusser fein Hertz für ihm zu/ ^ie bleibet die Liebe Gottes bey ihm? Sr. chrcob erhärtet es / daß der Glaube kod seye/ "'cht nur vannzumahlen / wann er die Sünden "eben sich stehen hat; sondern auch/wann er voir ti>) i.zoKNli.i?. Hh r dsnsB 4 -4 Da« dritte Buch. vsndrm Wachsthum^ denen guten Wercken enkblösset ist. (c) Da'^ gleichwie der Leib/ saget er / ohne Geist ro» ist: ?llso auch der Glaub ohne Werk ist rov« Danahen auch pecrus / nachdeme er deneil Gläubigen/ an welche er sein Sendschreiben ab' gehen lasten/ anbefohlen/ nach denen herrlichste Tugenden/dem Glauben/ der Erkanmuß/ der Mässigkeit/der Gedult/derGottftligkeit und be zustreben / hinzusetzet. (cl) Dann wo solches reichlich bey ellch ist / wirds euch nicht füll noch unfruchtbar seyn lassen / in der Üft- kanmuß unsers Herren Jesu Christi. 4 . Es ist deßwegen billich/ daß ein Gorres/welches alle Tugenden besttzer/die- selbige so ost außübe/als es kan. Aber der stll- nehmjte Grund / um dessen willen ich solches erfordere/ ist von der Sach sechsten - welche ich ve» handle/genossien. Es ist nicht» beguemer/un- ser Wachsthum in der Gottseli gkeit zu befördern / als eben die öftere Außübung der- selbigen.WelcheS nachfolgende dreyBetracv- rungen außfündiq genug machen werden. sl Die erste ist/ daß es aller und jeder/ durchLlelß erworben er/oder uns von obes herab eingegebener/ natürlicher und über natürlicherHahigkeiregemcineEigensthast ist/ daß ste durch öfters widerholte Hank lungen bekräftiget und stärcker gemacht werden. Was anfänglich nur eine geringe pu' Neigung war/ wird durch dieses Mittel zu eMp vollkommenen Gewohnheit gemacht. Diese G» wohnheit besteiffet sich dardurch dergestalftw »aß sie nach und nach eine zweyte Natur rE' (e)z,r.U.»L. (U) ,.?etr.t.,. ^ la >el 8 r !de hc sa !de >v. H dei kri ke, Tl >n, iiii k rl)e >vc ler Ic>f >er, >>e! «eh «II, II" c>y >r>. >el» »b' es ,ek ! es iil e- id - ie/ !l> :r< e- »'/ r/ >" »/ st ec li» o >, ^ in-er Gott seligkeit. Lap. «y._48? Die tägliche Erfahrung bestätiget dieses auf viel tausenderlcy Weisen/daß demselbigen niemand leicht widerspricht. Gleichwie dervwegen die grössere oder geringere Heiligung/ in nichts anders bestehet/als in der Stärcke oder Schwachheit der übernatürlichen Fähigkeiten und Beschaffenheiten / des Glaubens/ der Hofnung/ der Liebe/der Demuhk/ und anderen Tugenden/ welche das Ebenbild Gottes in unseren Hertzcn Mnachen: Also erhellet daraus/daß/weilen die Handlungen dieser Tugenden / zu Vevcstigung der Fähigkeit / so ein grosses beytragen / nichts "äftigers seyn könne/ diese Heiligung jubefördern/ als eben die oftmahlige Widerholung deren thaten/ von denen sie herrühren. 6. Demnach / se weniger mangelhasfe Unsere gute Werck sind/ und der Vollkommenheit/ welche das göttliche Gefay von Mis erfordert/ näher beykommen; je höher hat man es auch mit der Gottseligkeit gemacht. Es befindet sich die geringste Schwenkest nicht. Aber wie kan man unsere gute ^Verck/ zu der höchstm Vollkommenheit / welche uns unsere Schwachheit gestattet/ bringen/ "Mnn man sich nicht dieselbige öfters zuverrich» stn / durch beständige Übung angelegen seyn Met? Die erste Underfahungen machen das Dcrcknicmahlengaraus. Erst/ wann man al, ?kleyAZege undBemüI-ungen angewendet hat/ ^kommet man ein vollendetes Werck. In allen ?unst-Stucken haben die besten Meisters mit M unvollkomtnenen Anfängen das Werck zu Zeiten angehebt: Erst durch beständige Hk ? Arbeit AS5 Das dritte Bück, Von dem Wachsthum Alben / haben sie dasMeister.Skuckzuverfertl/ gen gelernet. Warum solle nicht ein gleiches auch denen Kindern Gottes widerfahren? 7. Endlich ist auch das Zunehmen in der Gottseligkeit daraus zuschliessen/wannuns die Verrichtungen derseldigen nicht mehr schwer ankommen. Gewußsich diejenigen/ deren Widergebuhrt annoch schwach und unvollkommen ist / haben mehrkheilö grosse Mühe und Beschwerden / wann sie etwas gutes auß sichren wollen. Sie müssen ihren Zweck zuerresi chcn/ vielfältigen entsetzlichen Widerstand über/ winden/ dahingegen diejenige/ deren Gottselig/ feit allbereit wol zugenommen hat/ es ohne Mü' he und gar leicht verrichten können. Wie kan man aber diese Fertigkeit ohne lange Übung und oft widerholte Handlungen erwerben ? 8- Es ist an diesem sehr viel gelegen / und man karr nie zuviel daraufAchtung geben« Es sind rhrer unzehlich viel/ welche der, Flech dek Gottseligkeit nur darum wider hinlegen / die/ Meilen sie die erste Wercke dersetbigen nicht an/ derst/ als durch eine ungememe Mühe und M beirhaben ausrichten können. Sie meynen / es werde mit allen anderen auch also ergehen / und wann sie deßwegen sich gäntzlich auf die Goktse/ ligkett legen wölken / so könne solches nichts an/ ders / als eine immerwährende Plag und so viel Arbeit / deren sie nicht genugsam gewachst^ seyen / in ihrem gantzen Leben nach sich zieht»' Das tst cs/ welches siezuruckziehet/ undihncd den Muht benimmet. Aber sie betriegeu sich/ Mw sinnen nicht daran / daß / was an dem^ fang fo d, ar m st. se n, w A 8' a!^ ri« m la w re sa w v, U u ge dc ch 8c w vc hi ti, si in der Gottftltgkeit. Tap. 4-7 fang mühesam und beschwerlich scheinet / durch die Übung leicht werde - gestalten dann alle Ding am Anfang am schwersten und verdrießlichsten uns vorkommen. 9. Es ist keine Arbeit/ von welcher Art sie auch immer seyn mag/ bey deren sich dieses nicht ersehen lasse/ und ich weiß vasr kei- Ne/deren man sich wo! undcrsangen dorfce/ wann sie allezeic so viel Mühe / als an dein Anfang verursachen wurde. Aber in keiner Fürfallenheit lasset sich dises deutlicher erblicken/ als in der Gottseligkeit. So schwer als die Verrichtungen derftlbigen uns vorkommen / wann Man sich aufdieselbige zulegen beginnet/ so leicht/ )a so lieblich und angenehm werden sie hernach/ wan mau deren gewohnt ist. (e)Es ist dein Gerechte»» eine Freude zuthun/ waechecht ist/ saget der weise Mann in seinen Heiligen Spruch» Wörtern/ in diesem Verstand. ro. weil dann dem also ist/ so bleibet er vest darbey / daß alle Tugenden durch die Übung bevestiget und verstarckct werden. Und dieses wird bey jederman für sogewüß angenommen/daß einige sagen/ es sey« weit besser/ daß man gute Wercke lediglich aus menschlichen Beweggründen verrichte / als daß man sie gäntzlich underlasse: Dann / sie sagen/ mange- wehne sich dardurch darzu an / und werde um dermercket verleitet / sich / aus weit edleren und höheren Bewegungen / auf dieselbige hmkünf- tig zulegen. n. Findet man sich derohalben schwach in einer Tugend? Man darf nichts anders thun/ («) Ep«SchBörr.XX1.l5. Hh 4 ' als 4SS Das drrrre Bu ch, von dem Vvachschum ^ alsdieselbiae öfters in das Werck richten. Man > Darf nur Gelegenheit zu denen Handlungeu der- seidigen suchen /und keine / die uns von sechsten aufgössen / ungebraucht! hinschleichen lassen. Durch dieses Mmei wird man die Gottseligkeit auf den höchsten Gipfel / den uns unsere Schwachheit erreichen lasset/ treiben können. Das X X. Capitel. Das zehende Mittel. Sichkefleise sen/daß wir eine jegliche uns fürfallmde Verrichtung / auf das allerbeste und vollkotw nestcalses/cyn kau/ ausführen. ist noch nie gnug/daß man öfters Ais gute welche verrichte. tiianmuß sich auch befleissen/cinem jeden guten werck/ die höchste Gürigkeir und Dö!<- kommenheir/zu deren man immer gelangen kan/zliwegen zubringen. Zu diesem Ende sind drey Stücke zubeobachten. Man muß sie aus gute Beweggründen; mit grosser Demuhc; und ohne widerstand verrichten. 2. Es ist ganrz leicht zufassen/ daß die beste Wercke böse werden / wann man sie aus lasterhaftenBewegungen angetrieben/ vornimmer. Es sind zwaren vielBewcg- «ründe zuflnden/ aber ich weiß nur allein funsserlcy Gattungen / welche einem Rind Gottes wol anstehen. z. Der ersteBeweggrund/istdieBegierd der Hollen zueiltgehen und selig zuwerden- ES r r T se T r» h> di ist fc er inderGottseligkek. Lap.ro. 4S- M Eö ist Nichts vernunftmässgers alsdiser Grund. rr Dann es kommet mit der Natur überein / daß wan sich befleiße ein so erstaunliches Ubel/als die Verdamnuß ist/ von sich abzuwenden / und her- gegen alles darstrecke / ein so kostbares Gut/ als die ewige Seligkeit / welche in der Geniessnng Gottes sechsten bestehet / ist / zuerwerben. Die- weiien nun die Gottseligkeit uns diesen zweyfa- rlxn Bortheil zuwegen bringet / so ist es sehr vernünftig gehandelt/ daß man sich aus diesem Grund-Satz darauflege. Eben um diser Ursach willen gibet Gott in seinem Gesatz/so grosse Ver» heiffungen denenjemgcn / welche seine Gebott halten, und lasset so ernstliche Trohungen wider diejenige ergehen / welche dieselbige übertretten. Der'Apostel selbst schreibet dem Nachtruck dieses Beweggrunds / jene That Mosis zu/ durch welche er die Reichthum und Hochhcit EgMi verachtet hat. ( 2 ) Dann/ saget er / er sahe an die Belohnung. 4 Es ist hremit dieses ein unschuldiger Beweggrund; aber er ist nicht genugsam. ^Dann wir keinen anderen Grund unsers Thuns haben / so arbeiten wir nur für uns sechsten/ und thun nichts für Gott/ welcher doch der vornehmste Zweck alles unsers Thuns seyn folte. Man muß deßwegen zu diesem ersten noch einen anderen Grund hinzusetzen.Dieser ist der Gehorsam. Dann dieweilen Gott unser Schopss r und unser Herr ist/ und ein unwidersprechliches Recht uns zubc, fehlen hat / so liget an dem Tag / daß nachdeme er uns seine Befehle gegeben hat / wir schuldig (a)u-i-i-.xi.rs. Hh s seyn 4yo Las-ritte Buch. von dem Wachsthum seyn/ denenselbigenzugehorchen. Hlemrkdrewcb sen uns alle Wercke der Gottseligkeit, welche wir thun können/ von Gott sind anbefohlen worden/ so ist es billich/ daß wir sie thun/ ihme zugehört men / und aus einem / seinem Willen sich gantz underwerffenden Hertzen / mit Jesu Christo sm gende: (b) weine Speise ist die/ daß ich thu den willen des / der mich gesand hat / und vollende semwerek. s. Die unendliche Verbindlichkeit/ web che wir gegen eben diesem grossen Gort hm den / verpstichrer uns / aus einem anderen Grund/ dassenige/ so er uns anbefihler/ thun. Ich verstehe dardurch die ihme schuldige Danckbarkeit. Dann es ist ia höchst billich, daß wir demjenigen zu Ehren/welcher um unsert wrb len so viel gethan hat/ auch etwas zuthun uns nicht beschweren. Ich weiß wol daß wir nicht in dem Stand sind/ gegen ihn» etwas zuthun/ web ches ihm nützlich seyn/ oder einige Vortheil brim gen könte. Der Prophet lehret uns/ daß unser Gutes nicht bisan ihn reiche.Gb ichww wir aber wüssen/däß unsere gute Verrichtungen ibme am genehm seyen/ und er sich zum ösrcrn erklärt daß er sie für eine Gattung der Widergeltung seiner Gutthaten annehmen wolle; also können wir dreselbige ohne die höchste Undankbarkeit nicht verabsäumen. Es ist hiemit zu Erstattung unse' rer Pflicht unumgänglich nohlwendig / daß wir durch diese Betrachtung/uns zuVerrichlung ocr guten Wercken antreiben lassen. 6. Dein vierte Beweggrund/welcher noch viel ssn treflicher ist/als alle vorhergehen^ isi in der Gott seligkeit, Lap.rO . 4-1 die von allem eigenen kurzen abgesonderte Liebe / von dero wir anderstwo geredet haben. Wir haben angezeiget / daß man Gott lieben muffe / nicht nur dieweilen er unsek höchstes Gut ist / nicht allein/ dieweilen er uns mit so vielen Wolthaten überhauffet; sondern auch / dieweilen er / wegen seiner eigenen Voll« ksnimenheiten / für sich sechsten aller Liebe wür, big ist. Wir haben berichtet, daß diese Liebe der höchste Staffel der Christlichen Vollkommenheit seye. Weilen dann deme also ist / wer solle zweiffelnwollen/ daß dieses nicht der allerherr- lichste Grund seye / uns zu denen guten Vernch« tungen zubewegen? 7 . Es sind noch andere Schuldigkeiten / welche uns die Gottseligkeit vorschreibet/ welche man darum in Acht nehmen kan/weilen sie an sich silbften gerecht sind/ auch ohne Absehen auf das Ansehen des Gesay - Gebers / welcher sie anbefohlen har. Wie dann vielleicht alle / die sich graben Wegsund unmittelbar auf Gott beziehen / dahin mögen gezehlet werden. Gleichwie aber viel andere sind / von denen man ein gleiches nicht sagen kan / eintweders dieweilen sie nur darum billich sind/ weilen sie Gott befohlen hat/ oder de« ken Übereinstimmung mit dem ewigen Gesatz nicht klar genug bekam ist/ auch nicht änderst als durch lange und mühsame Überlegung kan begriffen werden / so ist es vielleicht nicht nohrwen- dig/ uns lang bey diesem fünften Beweggrund aufzuhalten/ sondern man kan sich darmitvergnügen / daß man sich durch die vier erste anfüb- rea Da« drirttBuch. von dem Wachsthum^. ren lasse/ als welche mrt der Vernunft überaß emstimMn / und keine Schwerigkeit mit D führen. 8. Man befleijse sich derohalben alle seine Handlungen nach) diesen vier Grunde» einzurichten. Man hencke sie zusammen nnv wende sie zugleich zu unserm Vorhaben an. D><' seswird ein krefiiches Mittel seyn/all unserTHM aufoen höchsten Staffel der möglichsten Gütig' keit zubringen. , 9. Aber das ist noch nicht alles. Man muß r» der dieses/alles thun mit einer riesfesien muht/ mit einer aufrichtigen Verachrunsi seiner selbst un alles dessen/ was wir zuthu» fähig sind. Es hat nichts eine grössere Kraft alles / was wir gutes thun/ zuverderben/alsder Hochmuht. Wann wir uns selber das Gute/ s» darbcp ist zuschreiben; wann wir es ansehen/ alli unser eigen Merck; wann wirzwaren erkenne»/ daß solches von der Gnad herkomme; aber i" der Einbildung stecken / wir haben sechsten diese Gnad zuerwerben etwas beygetragen; Wa»>' wir zwar diese Gedancken nicht führen; indcsse» aber uns heimlich wegen des Guten/ sowirgr' than haben/ rühmen : Wann wir uns bey u»^ selber über andere/ wegen dieses gethanen G"' ten/ erheben: Wann wir um dessen willen / rM auch demgeringstenMenschen vorzieheinWa»^ wir nicht aufrichtig und mir guten Treuen er' kennen / daß alte Ehre / so aus diesem Guten z^ ^ u ziehen ist/allein Gott gebühre/ und wir den gr', n ringsten Theil daran uns nicht zumessen könne»' n so -st alles/ was wir gethan haben/ unnütze. *i iQ.Da»» kn- er Go tt seligkeit. Lap. 20. 40; i O. Dann damit ein Ding gut seye/ muß wangäntzlichdarfür halten/ daß alles/ was gutes daran ist/allein von Gort herkomme/ und daß wir nichts / als die sich darbey findende Mängel darzu beygetragen haben. Man muß sich überzeuget achten / daß diese Mängel der Hülffe und Barmherzigkeit Gottes bedörftig/ Und dasjenige/ was wir gethan haben/ noch sehr weit von deme/ was wir zuthun schuldig sind/ entfernet seye. Man muß glauben/ daß/ wann einige anzutreffen sind/ welche uichtthun/ was wir thun / solches allein dahero entspringe / die, weilen sie diejenige Hülffe nicht haben / welche sich die Barmhertziqkeit uns mitzutheilen / hat Lefallen lassen. Mit einem Wort/man muß oh« Ue Underlaß zu sich selbsten sagen: (c)wer hat dich fürgezogen / was hast» aber / das du Uichr einpsangen haft! So du es aber empfangen hast/ was rühmest» dich dann/ als der es nicht empfangen hätte. n. Dieletste Sorge/ deren man Rech- bung tragen muß bey denen guten Werken/ ist/ daß man sich befleisse/ sie mit Lust wud Freuden zuverrichren. Das Gute mit "Verdruß und Widerwillen thun / heiffet dasselbe übel thun / es verderben und gantz stuchtlos Sachen. Dieses machet/ daß es Gott nicht gefallen kan: Dann man mag auf alle Gattungen guten Wercken dasjenige ziehen / was Paulus von dem Allmosen gesprochen / daß Gottei- Uen willigen Geber lieb habe. Und das solle niemand fremd vorkommen. Dann der Unwillen/ welchen man bep dem Guten / so man thut / bli- Nl ge ab lic be de tie> ü)e de, ^o eiri »rn dg k!ä t- in der Goktfeliqketr. Cap. 21. lvurdr den Zweck bald treffen / wann man eine Rechtschaffene Liebe zu dem Gott / der uns dieses Vpfferihm zubringen beschiel / und darbey ein danckbar Hertz für seine Wolthaten/ neben einer Begierd ihme zugefallen/ hätte. Das XXI. Capitel. das eilste Mittel. Die Freund- und Gesellschaft frommer keuchen. Ch habe in einem aus denen vorhergehenden Capimln Anregung gerhan/daß eine von denen grösseren Hindernusscn/ so dem Wachsthum in > der Gottseligkeit am Wege stehen/ seye der ansteckende Umgang mir der Welt; woraus dann leicht znschliejsen ist / daß diejenige/ welche dieses Wachsthum voir Hcr- tzen suchen / sich von der verderbten Welt ! absonderen müssen/ soviel als ihnerr möglichist/ und daß sie hicmic der Seelen hal- ! den eben das zuthun haben/ was man sonst des Leibes wegen thut. Man fliehet von de- den Personen / welche mit ansteckenden Senken behaftet sind/ aus Bepsorg / von ihnen mit der Kranckhett / ohne daß ihnen dardurch ge> holffen werde/angestccket zuwerden. Man muß bin gleiches in Ansehung des Lasters beobachte«/ ^nd um so viel desto genäuere Vorsichtigkeit/: °asselbige zuvermeiden ankehren / um wie viel täglicher dessen Folge und grösser die daraus ^wachsende Gefahr ist, »-Ich 4<>6 Das dritte Buch. Von dem Wachsthum 2. ^sch weiß wol/ daß es unmöglich iß/ sieh gany und gar von allen boßhafrigen abzujonderen/ und daß man/ wo man es thu" wolte / nach denen Worten des H. Pauli / aus der Welt gehen müßte. Ich weiß auch/ daß sich gewüffe Fälle erzeigen/ bey denen man die Gottlosen gar suchen muß/ mit Begierd etwas zu ihrer Bekehrung beyzutragen. Alm das bringet keine Hindernuß/ daß wir nicht insgemein und vast mehrercheils die Gottlosen meiden sollen/ so viel wir immer können / aus Bepsor^/ ihrer Sünden und folgbarlich auch ihrer Straffes theilhaftig zuwerden. Aber es ist hier eigentlich nicht darum zurhun. Dann wir sind hier nicht so vasi sorgfältig um die Mittel / daß wir die Gottseligkeit nicht versichern; als aber um diejenige / durch welche wir darinnen zunehmen können. Dieses letstern Zweck zuerreichen/ ist esnicht^enug/ daß man sich von denen Bösen absondere. Man muß hingegen die Gesellschaffr und Freundschastr der Frommen suchen. Mas muß dem Beyspiel Davids folgen / welcher is einem seiner Psalmen gesprochen: (») Meine Augen sehen nach denen Treuen im Land/ daß sie bey mir wohnen. 4. Für aus und an aber solle man sich r:M einen getreuen sonderbaren Freund unist^ hen/deme man den innersten Grund seines Her- Verstands/ uns bey fürfallender Nohrwendi^ keit zurabten; anderseits aber/ genug L'iebe/ uns fernen Rahr nicht zuversagen/ habe. Isterers xür.<.r.«- solche?/ tzens entdecken dörffe / und der einerseits genug , I >!/ e>i un us ich lt- ih» ;et >,d n/ -er es n» cit ch es g/ e. rd ui in ie d/ ,n e-> !k» >g in r/ m der Gottseligkeit. Tap.ri» 407 sicher / so wird er ungezweifsilt eb n so wol ver- iangcn/in der Gottseligkeit um deren willen wie seine Freundschaft suchen, zuzunehmen; und wan auch dieses geschieht/ so weiß ich kein Ding/ welches beyde zubefördernnutzli her seyn kö/.te. f. Es ist niemanden unbewußt/ ich wil nicht sagen/die grosseU^utzbarkeir; sondern die unvermeidenliche dFohcwendigkeic eines guten Rahrs/ und die Unmöglichkeit/ oaß auch die allermeiststen ohne denselhigen sollen seyn können. Unser Verstand istjuichwachmnv die Wahrheit und der Irrthum sehen einander ren manchesmahl sogleich / daß man die Augen nicht genug eröfnen kan/ sie voneinander« zuun- derscheiden. Zudeme erzeigen sich mehr als tau- senderley zufällige Begebenheiten/ da man nicht weißt/ auf welche Seilen man sich lencken solle/ weilen die Gründe beyderseits so gleich krafti) scheinen,daß man nicht änderst als mit SchrekeN einen Schluß abfassen darf/ wann man nicht/ wo der eigene Verstand zukurtz kommet/ ander/ wattige Hüls und Ra ht zuerholen weißt. 6. Dieses kraget sich alle Tag zu in denen Geschäften dieser welk; aber vielmehr in dem Handel der Gottseligkeit. Wir sind in denen ersteren viel klüger/ als in denen letsteren/ dahero auch Jesus Christus in dem Evangelio bedeutet/die Kinder dieser Welt seyen in ihrem Geschlecht viel klüger/als die Kinder des Liechts. Indessen sind dieses Orths die Mißtritte viel gefährlicher/und ziehen eine viel schädlichere Folge nach sich/ als m denen Welt-Händeln. Man rst hiemit eines guten Rahts viel mehr bedörffin Ji unv qyß Dksdritke Buch. Von dem Wachsthum und es muß ein großer Stoltz hmder demjenigen stecken/ welcher sich einbildet/ er wolle ohne dE selbigen wol sonst fortkommen können. Zudem/ so kan es gar leicht geschehen/ das; wir solche Mangel an uns haben / de- ren wir selbsten nicht gewahr werden/ unv von derohalben es hiemic unmöglich ist/ daß wir uns darvon verbesseren solcen/ wo sie uns nicht von einem treuen Freund er/ öfnec werden. Wir können ebenermassen von Zeiten zuZeiten in allerleyFehlergerahten/deren Grösse wir nit genugsamerkennen/oahero es un/ möglich ist/daß wir sie mit allem/ bey dergleichen traurigen Anlassen erforderlichem Leidwesen/ betrauren. Was kan dann nützliches seyn / als ein Freund/der/wie ich schon angezeiget hab/ uns die Augen eröfne/und ein Mittel/diesem grossen Übel zubegegnen/ an die Hand gebe? 8- Ins Gegentheil könre die Lahle/denen wir underworffen sind/ und die Beschwerden/so uns aufdemweg nach dem Hinrmel aufsiossen/uns den sNuhc nehmen/und sehs riefdarnider schlagen / ja gar in Verzweig lung siurtzen/wann ein solcherFrcund/ von deme ich rsde/uns nicht understützte/und uN' fern gebrochenen Muht erquickte / durch Vorle^ gung solcher Dingen/welche disc gesegneteWül' ckung bey uns zuwege» bringen mögen. . 9 - Es ssr nicht nohcwendig/dast man viel Nachsinrwns über sich selbsten mache/ eine sehr gemeine und vag natürllcheSchrvach heit zubesbachren. Wann man nie nichts an/ ders thäte / als was mit der Vernunft übereil st L ai re hl d. h> ri n st «1 S r, u 8 e s r » i 1 r r e r t r c i l zen ea- riV de- nd ist/ vo er- »or> -eil iri- >eii !N/ sts ris eil en >el ist »» li- le- ir- -l ,e h' li- >*> in der Gottseligkeit. Lap.21. 49 Y stimmet/so wurde uns allein die augenscheinliche Wahrheit bereden / und zu unfern Handlungen anleiten/ und es wurde uns sehr wenig an anderer Leuchtn Urtheil/es nehme gleich diese Wahrheit für betaut an/ »der nicht/ gelegen seyn. Indessen sind wir gantz einer anderer Beschaffenheit. Anderer keuchen Urtheil hat über daö unselige ein grosses Vermögen / und es ist vielleicht nieniand anzutreffen / welcher nicht an ihm sechsten wahrnehme / daß eine Wahrheit / an deren on anderstwo gereder/und so wol die ^sohtwcn- digkcit/als Billrci)keit diicrs)stict)t angezeiget. Jet) setze nur noch hinzu / das; dieses ein überaus nützliches und krustiges Mittel seye / das Wachsthum in der Gottseligkeit zudeforderen. DieUrsachist- weilen sich eine gar genaue Verbindung »wüschen denen Handlungen der Seelen und des Leibs befindet. Es folgen die einten natürlicher Weise aufdie andere; und wann ich gleich gestehe/ daß es keine Unmöglichkeit/ sie voneinandcren zusön- deren/ seye/ gestalten sich solches wol etwan zutraget/ so behaupte ich doch / daß zum wenigsten eine zu der anderen antreibe/und einen leichteren Zutritt verursache. 2. Gewüßlich/die Seele trucket mehrere theils ihre Regungen dem Leide ein / zum wenigsten dannzumahlen/ wann sie etwas heftig sind. Das kan man am allerbesten an denen Oemübts-Vcwegungen wahrnehmen / als welche sich so scheinbarlich durch die Arigen und das Gesicht erregen lassen. Es üi meines Vorhabens mcht / allhie dessen Ursachen arisizugrün- den. Ich vergnüge die Sach / weiche niemand widersprechen kan/ darzuthun. Wann aber dieses vorausgesetzet wird / so sage ich/ es seye zual- Ii z lervor, ?or Das dritte Buch. Honldcm Wachsthum > . lervorderist natürlich/daß eine wahre Gottseligkeit sich an dem äusseren Theil unserer Wcrckcn erblicken lasse / und daß sie an dem Leib gleiche Bewegung/ wie an der Seelen/ errege. z. Also machet der Erster und die Andacht/ welche die Seelen in dem Gedeck zu Gott erheben/ daß man / wann man gleich mr darauf bedacht ist / auch die Hände und Augen gen Himmel richtet/ welches so gcwüß ist/daß die CvangelischeHistori vomJesu Christo sechsten bezeugter hab beyeinem von seinen Gedecken,'gleich bey dem Anfang des ersten Worts/ so er ausgesprochen / gen Himmel gesehen. Und wann Paulus uns die zu dem Gebctt erforderte Reinigkeit anbefehlen wil/ saget er/ man soll reine Hände aufheben gen Himmel. 4. Aus gleicher Urfact) schlaget die De- muhr/welche das Gcberrund andere zu der Andacht gehörige1?ernchtungen begleiten muß / wann sie ein wenig lebendig und tief ist / den Leib darnider. Aahero wann David uns zu dieser Pflicht aufmunteren wil/ so befihlet er uns / wir sollen vor Gott darnider fallen / gestalten auch das Evangelium uns berichtet / daß ein solches auch Jesus Christus gethan habe. Und der heilige Lucas gibet uns die außtruckliche Nachrichttdaß/als Paulus bcreitetwar/von denen Aeltesten der Gemeiud zu Epheso Abschied zunehmen/ und aber solches nicht/ ohne sie durch das Gebett Gottauzubcsehlen thun wollen/scye er auf die Knie niedergefallen / und habe mit ihnen gebettet: Zulescn in dem Buch von denen Geschichten der Aposteln XX. z6. f. Au- d n st tr Nl dl ir ti r, li a w h l« 6 N li b d s i> t !N -e i- u h r> iß o ld te >ll e- I >r ^ u j d -t -- > >ß ^ e. ^ »e ^ e- d l) >e )- ll - in der Gottseligke it. Cap. rr._xo; s. Aus eben diesem Grund geschiehet es/ daß eine chferige Buß/einerseits mit Thränen und Seufzen; anderseits aber mir Lasten und Bekümmernuß begleitet wird.Be- treffend die Thränen / so habe ich es schon in einem der vorgehenden Büchern angezogen; von dem Fasten aber haben wir verschiedne Beyspiel in der H.Schrift. Dann das Fasten ist eine natürliche Folge der Traurigkeit/ und ein Theil ihrer notwendigen Außrüstung/ wie emvortref- licher Mann darvon redet. Danahen David/ als er uns eine lebendige Abbildung seiner unge- meinen Traurigkeit vorstellen wollen / saget / es habe darüber vergessen/ sein Brod zuessen. Weilen nun kein so wesenliches Stuck der Busse ist/ als die Traurigkeit/ so stehet ihro auch nichts so wol an/als das Fasten. 6. Dieses alles bringet mich aufdiegäny- liche Gedanken/es seye wenig Gottseligkeit bey denenjenigen Seelen anzutreffen/"welche das aufferliche überall aus der Acht lassen. Dann die Seele/ angedeuteter massen/alle ihre Regungen / bcvorab/ wann sie einige Heftigkeit bey sich haben/ dem Leibe emzutrucken pste, get. Und wie Jesus Christus in seinem Evange- lio saget/ wessen der Mund voll ist / dessen gehe das Hertz über: Also können wir eine gleichmässige Übereinstimmung der innerlichen Regungen und äusserlichen Handlungen uns allergs. wüssest vorstellen. 7. Aber das ist noch nicht alles.Die Seele erzeiget nicht allein ihre würckung an dem Leib. Der Leib erweiset auch «twetcher Ge- Ji 4 stalten ^04 Da« dritte Duch . Von dem Wachsthum ftalren seine Rrafc an der Seelen/ und esge< w schiehet/ von wegen der Vereinigung/ welche i sei Gottzwüschen diesen zweyen Theilen/aus denen w.r bestehen/ gestiftet hat/ daß die Bewegungen )eö Leibs/ die Gedancken und Empfindlichkeiten )es Gemühts verursachen/ oder wann dieselbige chon abgefaffct sind/ bestätigen und bekräftigen, ^nd eben dises machet/daß die äusserliche Hand, ringen denen innerlichen ihre Kraft und Nach« truck zugeben / keineswegs unnützlich sind/ und jch bin dessen vcrsichert-daß es keinem Menschen dieseszuerweisen/ an Vermögen fehle/ wann er nur die Bemühung daran wenden mag. War, um wolle man dann diese Hülffe gering schätzen/ welche uns die Natur zu dem Ende anzubieten scheinet / damit wir dardurch in den Stand ge, setzet werden/ unsere wichtigste Schuldigkeiten desto besser abzustatten. 8. Aus diesem Grund / hat man das Fa--° ften/bey zweyen sonderbaren Anlassen/alle- zett für nützlich gehalrcn.Der erste Anlaß ist/ wannman sich dardurch bequem macht-mit meh, rcrem Ernst die ausserordenliche Gnaden/ deren man benöhrigct ist / bey Gott außzubitten. Der andere ist wann man sich zu solchen Sünden ge, Leihet befindet/deren Quelle in denen äusserlich«» Wollüsten bestehet.Die Enthaltung von Speist und Tranck kan bey beyden Fällen ein grosses beytragen. Sie entzündet den Eiffer/ welcher das Gebe» begleiten muß' und machet den Geist über alle Antäufund Widerspennigkeit des Flei. sches triumphieren. A. Siebe! biemir haben wir darbcy ein rrestieb _tn der Gottseligk eit. C ) wer dem Herren anhanget/ saget sein Apostel/der ist ein Geist nur ihm. Unb gleich wie Jesus Christus eben so wol der Ist- <-) i.c«-.n. q». ßprung spr istl stiz gei rvi Nel wc ne w, G B de stc le! ist w T he ist d< li, se ui st ft (i ei ^ _ in dev Gottseligkeit. Lap.r;. 507 rj^ fprung der Heiligkeit/ als der Seligkeit ist: Als» ^ ist es unmöglich / daß man sich / ohne in beyden zuzunehmen / und beyde Nutzbarkeiten Merlanes ! gen/ mit ihme vereinigen könne, ib-! z. Es ist mit diser geistlichen Speise nicht wie mit der leiblichen beschaffen. Diese er- Nehretuns/ indem sie sich in unser Wesen verwandelt; aber jener Würckung bestehet darin- nen/daß sie uns in ihre Natur verwandelt. Wie werden göttliche Menschen/wann wir mit disem Gott und Menschen vereiniget werden. 4. (K)wer mein Fleisch isser/also lauten die Wort Jesu Christi / und trinckec mein Blut/ der bleibet in mir und ich in ihm. wie mich 'h gesandt hat der lebendige Vatter/ und ich ie lebe um des Varrers willen: Also/wer mich ch iffer / derselbige wird auch leben um meiner 0- willen. Was könte man deutliches außsinnen? >e Das Fleisch Jesu Christi / welches man in dcm e- H.Abendmahl / so oft man es würdigüchbege- het/empfahet/ist der Ursprung des LebensDas e^ ist,der Heiligkeit: Dann wem ist unbcwußt/dajj n der besteThcil des Lebens der Seelen in derHei- ligkeit bestehe? Es ernehret uns geistlicher Wei- ^ se^ Wie kan es aber dieses thun / wann es nicht r- unsern Glauben stärcket / unsere Hosnung beve- " stiget / und unsere Liebe anzündet? " s. St. Paulus bekräftiget diese Wahrheit ^ sehr wol/wann er sagt/ wir werden durch den ^ Geist gerränckec/wann wir dasH.Abendmahl ^ enipfahen. Dann er lehret die Cormchier / sein ^ Absehen augenscheinlich aufdi.'Sacramentdes ^ neuen Bunds richtende / daß ft) wir durch ei* ^ ;I») N>K.VI.;L.57. (c) i.Lvr.XU.i^. ne» zog Das dritte Buch. Von dem rvachsthrnn j neu Geist getauft werden/ damit wir ein vv! Leid werden/ und daß wir alle zu demselbi- i so! gen Geist gerrancket werden. Ist dieses nicht ebensoviel/ als hätte er außtrucklich gesagt/ bey demH. Abendmahl werden wir theilhaftig des H.Geistes/welcher der grosse Ursprung der Heiligkeit und aller anderer Gnaden ist? de au ak 6. weile die Sacramenr Sigel des neuen Ne Bunds stnd/ft besteht ihre narurlichewur- rh kung in derBestängung des Glaudens/das > bei iVaß aber des Glaubens ist das waß der ge. Gnaden/welche uns Gott mirrheilt.So viel j de> als wir Glauben hinzubringen/jagt Augustinus/ > fti so vil himlischerGnaden trage wir mit uns heim. ösi 7. Die Sacrament sind Zeichen; aber sob > da ct>e Zeichen/welche das>enige/st> sie bezeichn spj nen/zugleich darbieten. Weilen nun die Sa- H erament dieHeiligung der Seelen in ihrem rech, do ten Gebrauch uns vorstellen/ so können wir nicht jh, zwölften/ daß diejenige/ welche sie würdiglich lind rir mit Andacht empfaken/ sie Nlt erlangen sollen. rn, 8- Die Begehung der Sacramentcn/ ist ein Stuck des Diensts Gorres und ein naim dj hafter Theil der Religion. Wer wil dann dj zweiflen/daß Gott nicht dlefelb'ge belohne? Und dc auf was für eine Gnaden < Belohnung dürsten d< wir eine sicherere Rechnung machen/ als auf ore st, Außgicssung der Gaben des H. Geistes? G S-EinmahlalleSorgen/diewir/würdig- l>r lici) das Abendmahl zuhalten / anwen- de den / alle Stuck der darzu gehörigen Vorberei- li^ tung/alle Handlungen der Buß/des Glaubens^ , do per Andacht/und des Eifferö/welche dcmselbigen > m vorge- > __ in -er Gottseligkeit. Lap. r? ., < oy vorgehen / die es begleiten / und welche darauf folgen / huben alle eine grosse Da asr uns in denen Tugenden zubevestigen/und dieselbige auf einen höheren Grad der Vollkommenheit/ als sie zuvor bestiegen hatten/ zuerheben. i o. wer kan/wan er dises alles überlegt/ darair zweifle«/ daß dieses nic eines von denen herrlichsten wickeln seye/unjerWachsthum in der Gottseligkeit zubefordern?Ich besorge allein-eS möchten mir einige Lesere ihr ei- genBeyspiel vorwersfen/und sagen/sie haben bey der öfters widerhallen Prob das Widerspiel erfahren. Sie werden behaupten wollen/sie haben öfters daöH.Abendmahl empfangen/und haben dadurch kein Wachsthum in ihrer Heiligung ge, spüret. Sie werden einstreuen / ob sie schon des H. Sakraments theilhaftig worden/ so verbleibe doch ihr Glauben in seinen altenSchwachheiten/ ihr Eiffer in seiner alten Lauigkcit / sie seyen mit einem Wort/ wederwemger an die Erden/ noch wehr an den Himmel darvurch angebunden. i r. ^sch habe mir ein einziges Ding auf diesen Einn'urf zuanrworten. ^sci> formte/ die Gach seye allzuwahr; aber'ich erharre/ daß wie wahr ste auch immer seyn möge/ doch solches mit meinem Lürrrag nicht streite. Es machetuns nicht eine jede Art der Geniessung des H. Abendmahls in der Gottseligkeit wachsen. Allein die andächtige Begehung deffeibigen mag es thun. Wann man zu denr heiligen Abendmahl hinzugehet/ und aber sich nicht vorhin geziemend darzu vorbereitet hat/ wann wgn nicht mit d-nen in Gottes Wort von uns trf»l> Das dritt e Buch, v on dem Wachsthum ^ ^ erforderten Bewegungen hinzugehet/ so ist ei m nur allzugewüß/ daß man keinen Nutzest darvoü iß habe. Man findet seinen Nutzen darbey nicht 21 änderst/ als nach Bewandnuß der Veschaffc»'' I heit/ mit deren man hmzutrittet. Dasjenige/ w welches ich erfordere/ bestehet nicht schlechthi» darinnen/ daß man das H.Äbendmahl empfa^ gl ge/ oder/ daß man es öfters begehe; sondern daß se man es heiliglich und andächtiglich halte. Diej^ st nigen / welche dieses thun/ werden ihr Beyspiel le niemahlen anziehen können / darmit zuerweisen/ ^ daß sie es ohne Nutzen begangen haben. n i L. Ich sage nichts darvon/ was zuthu» w seye / dlrinit man recht das H. Abendmahl w begehen könne. Es gehöret mehr Zeit darzu ist wol zuschliessen / daß wann ich mich m dre ch Außsührung derselbigen einlassen wolle/ mein eil« Buch zu einer allzugrossen Weitlauffigkeit er- ge/ wachsen wurde. >)i» 2. Ich wil inich derowegen nur dem an- ui^ gebrachten vergnügen/ und meinen Le- >af fern nur noch dieses hinderlassen / daß ich ;je/ sie bitte/wol zuübcrlegen/ ob es nicht/ weisst len wir so vielfältige Beyhülffen zu dem !ll/ ^Dachsrhmn in der Gottseligkeit haben/ eine unverantwortliche Sack) wäre / wann i,»r wir nicht würcklich darinnen zunehmen chl wurden? ils z. was wolren wir an dem jüngsten Tag !i§ Unseren, Richter antworten / wann er uns eil dessen ein Verwiest geben wurde ? Wolken wir jagen/wir haben vermeyner/ es seye ge ^ nug / 'wann wir nur nicht zurückweichen/ und es stye keine Vlohtwendigkeir/aufden» V)eg des Himeiv fortzuschreiten? Aber wa- rum'glauben wir dieses/ da uns doch Gott m seinem Wort das Widerspiel so klar und deutlich vorhaltet/ wie man solches in denen ersten Capie h» tuln dieses Buchs hat sehen können ? ^ 4. wollen wir sagen/ wir haben andere et Geschaffte gehabr/die uns disem abzuwar- ck ten nichrzugelassen haben ? Aber kommen dick se Geschägte mit ihrer Wichtigkeit/ demjenigen/ he von welchem wir reden / bey? was haben wir iuthun/ welches nothwendiger müsse außgerich- ^ tet werden/dann unsere Seligkeit? Und wohin es Knd alleGeschäste dieses Lebens zgrechnen/wann man 5>r D-rs^rttreBuH. VsttVem^Vachschnm man sie mir denen / so das künftige Leben belan- gen/ in Vergleichung stellen w:l? s. Wollen wie sagen / es habe uns an Mirteln/dasWachsrhum in der Gottseligkeit zubeforderen/ge fehler ? Aber wie wollen wir dieses sagen dörchn/ uachdeme wir vernommen haben / wie viel so nützliche und herrliche uns angebotten werden? 6. Wollen wir endlich sagen / diese Wickel seyen zufthwer in das werck zurichten/ und erforderen zu viel Mühe und Arbeit? Wie wollen wir dieses sagen oder nur geden- cken können/ zu einer solchen Z^it/ da unsere Augen werden erstarren über der Majestät und Hochheit des N-chters/ der uns diesen Verwicß geben wird / und da uns unser Hertz überzeugen wird / wie notwendig es sehe/ datzman nichts ihme zu Gefallen und zu seinem Dienst linder- lassen solle? 7. wie werden wir dieses sagen oder ge- dencken können / zu einer solchen Zeit/ da das Vergangene uns so gering/ und das Zukünftige so überaus groß und weitsehend vorkommen wird / "und da wir folgbar- lich recht bemercken werden den Underscheid/dek sich befindet zwüschen den Sorgen welche sich in die enge Gräntzen unsers Lebens einschließen lassen/ und denen Nutzbarkeiten / so aufewig aus diesen Sorgen entspringen. 8. Wie werden wir dieses sagen oder ge- dencken dörffen/wann wir anschauen werden die Herrlichkeit und Glückseligkeit aller derjenigen/ welche die Mittel / so uns Gort -st in der Gottseli gkei t. C ap.24.__ 5»; - zu dem Wachsthum in der Gottseligkeit/ und zu der Annäherung zu dem uns vorgelegten Zweck/ gegeben hat / bischer ange«- wendet haben/als wir ? 9. Aber wir wollen das bey Seite stellen/ was wir gedencken werden in dem Augenblick/ da wir vor dein Richter-Stuhl Hesu Christi erscheinen werden? Werden wir auf diseGedancken gerahten dorffen/wann der Tod zu uns annäheren wird ? Werden wir alsdann mit uns sechsten vergnüget seyn / wann wir sehen werden/wie wir die Mittel/welche uns die Barmherzigkeit Gottes zu unsererHeNigung angcbotten hat / so liederlich in Acht gezogen haben? Werden die wichtige Gründe/so wir haben an der Aufrichtigkeit einer so unvollkommenen und tragen Heiligung / wie die unserige gemein- lieh ist,zuzweiflen/mcht einen lebhaften Schmer- tzen in uns erregen,daß wir nicht mehrere Sorge angekehret haben/uns in einen solchenStand zusetzen, daß wir mehrere Ruhe und Zufriedenheit gemessen konnen,zu einer solchenZcit da die Beruhigung und der Friede so süsse fallen? 10. O köure mau alsdann das vergangne wider zurückbringen? Gewüßlich, man wurde sich befleissen/dasselbige besser als bißdahm geschehen ist,anzuwenden? Weilen aber dieses un, möglich ist/so liget uns ob/und dienet zu unserem Nützen / daß wir bey Zeiten die äusserste Kräfte daran spannen / die Heiligung so weit und hoch zubringen/ als es in der Schwächten und Hinfälligkeit»«!«, rer Nakur juchun möglich ist. Goktgebe uns das Wölkn/ und dieKrüstrsjuvollbriuqen. Amen! ENDE. AW^Erzeichnußbereu Buchen,/ so den Lau- reny Hschreminer in St. Gallen zusindeu und von dem Uberseizer dieses Wercks aus dem Englischen und Französischen find in das Teutsche gebracht worden. I. Gend-Schreiben eines Predigers / betreffend die nohtwendrge Seelen -Sorg. , 2. t l. Von der täglichen Andacht. 1 2. Ni. von gottseligen Gesprächen beydem gcmeü nett Umgang: Durch Johann Morris. ktsüor ZU öemerton bey Lreuin. 1 2. l V. Christliche Wegweiser/ mit einer Zmgab von Anhörung des H.Worrs Gorres. 12. V. Einfältiger llnderrichr vomH.Abendmahlr Durch Ilisopkilum Lorrm^rvn. > 2 . Vt. GroffEiebe erwiesen in Erziehung der Jin gcnd r Durch ^oiir>m^oorlvv»ra, der heliis gen Schrift voctor. u»»d pfarrherren zu koxler. 12. ^ll. Gbige Werklein zusammen gecruckr »„der demTttttl/ Englischer ÄUftvecker. ,2. Vlll. Bericht von gottseligen Gesellschaften in Engelland. ß. jlit. Warnung an alle Alncher. «2. L S/re» aufgeweckteRirchrn-Schlaffer. ir> SA",' .V: ^ A-. s -^z UM MW MMö MM MM v i- 5S.M WW« .5. '-c7 - !?"7