Theoretisch - Praktische bhandlung Von d«n Natürliche« und - Inokulierten G latter Heraus gegeben ^ o l l i c k o von Altenklingen. «SS-—— >l> .^ St. Gallen: Hn der Diethischen Buchdruckerey zedrM; Und ju haben bey Hr. Vonwiker, Buchbinder, »-«j. - r, > / < ^ . > . - rr ^ ?- . , .. ') > .- < ? r»>.» ^ !. - F . - » -.> >''» -8 V--.A. « . » « "l". - «' <> .s ^ z .' -. « - >> , !». - Theoretisch - Praktische Abhandlung der Natürlichen Blattern. Erster Abschnitt. - )( r Vorrede. Vorrede. Ueber wenige Krankheiten ist so viel Geschrieben worden/ als über die Pocken, so daß man diese meine kleine Abhandlung /als etwas überflüssiges!, oder als eine unnöthige keperirwn ansehen könte» Wer aber über diese Materie mehr gelesen, wird «ich nicht eines Lopilken beschuldigen, und die so nur nach den Titul Blättern urtheilen, deren ihr Lob oder Tadel geht mir sehr wenig zu Herzen» Ich unterwerffe mich sehr gern dem Urtheil vernünftiger und erfahrner Aerhten, und diesen finde ich mich verpflichtet die Gründe zu sagen, die mich bewogen haben diese kleine Abhandlung heraus zu geben. Unters» vielenSchristen die über die Blattern, und die Inocul-irion derselben sind geschrieben worden, ist vielleicht nicht eine bis zu dem Landmann durchgedrungen. Je derman anvertraut sich Blindlings jedemempirieer.Kinder undErwachsene, Speisen ohne bedencken aus der vorraths Kammer eine- jeden Quacksalbers oder Dorf-Balbiercres, dessen drogen entweder ganz unwürcksame Dinge,, oder lauter är»üiL» sind , die M Messer in bey VI Vorrede.' Händen eines Kindes geführet werden. Und gesetzt sie hätten einige Begriffe von der Mreri-r Aieüjc», so sind sie doch ganh unwüsscnd in der Kenntniß und Beurtheilung der Kranckheiten, karlic»!§i - 8emivric, -snsrcrmi w. sind Und Müssen Ihnen ganh unbekante Sachen seyn. An vielen Orten ist der Herr Kürhermacher der Alculsp seines äitiriüs. Deren Ihre Amrs* Geschäfte, so heufig sie auch vorkommen mögen, sind doch meist sehr geschwind abgethan, so daß ihnen Zett genug übrig bleibt, sich auf dem Raben* Felde, doch wenigstens einige answmische Kent* Nisse zuerwerben, zu dem werden sie in ihren Lehr* Innren zu der Vieh Arzney-Kunst angehalten, vermog welcher sie doch per auf den menichlichm Körper schließen können, und also in gewissen Fällen ehender im Stande sind ein gesunde; Urtheil zu fällen, als oben genante Dorf ProfesserS. In complici-rr-n Kranckheiten aber, werden sie gut an dem Berge stehen bleiben, als die ersten, Alte Weiber und meäicmilcbcFrau Baasen, sind auch nicht selten Gesundheit; Rathgeberin*. yen.Eine solche Gesantin des Todes, Scheute sich, wann sie nicht vor jede Kranckhrit ein Arcanum hätte, und soll es auch eine gedörte Kröte oder eine geräucherte rothe Schnecke seyn, die der Patient be» steigendem oder fallendem Mond bey sich tragen muß, was aber ihre innerlichen Mittel die sie geben anbelangt, deren ihr Gebrauch solle billich- , eher Dorrede.' vn rr Waffen, von einer jeden Obrigkeit untersagt werde»/ dann gesetzt daß unter taufenden auch eines gut seye, so ist doch der Nutzen den sie schaffen, in keiner Proportion mit dem Schaden den die meistert verursachen. Dieses also fest gesetzt, daß dieArtzney-Kunst auf dem Lande, von der Unwissenheit und Aberglauben geleitet wird, hoffe ich mich genugsam entschuldigen zu können, daß ich mich unterstehe einige Anleitung zugeben, wie eine so allgemeine und gefährliche Kranckheit wie die Blattern, auf eine vernünftige Arth müsse behandlet werden. Ohngeachtet ich mich der möglichsten Deutlichkeit beflissen habe, so wird man mir doch einwenden können, der Landmann werde mich nicht verstehen, zu dem seue es auch nicht sein thun, solche Bücher zu lesen; aber? findet sich nicht in einem jeden Dorf eine Person, es seye der Pfarrer oder Amtmann rc. zu dem die über- gen in allen Vorfallenheiten ihr Zutrauen haben, hat nun diese kleine Schrift das Glück, in solcher Hände zu kommen, so glaube daß sie doch so viel daraus lernen werden, die Krankheitzu beurtheilen, und wann sie sich auch nicht getrauen, die vorgeschriebenen Mittel sechsten zuverordnen, sie doch wenigstens einem Arzt der zu Rath gezogen wird, die Umstände so erzehlen können, daß dieser in den Stand gesetzt wird diejenigen Mittel zuverordnen , die sich ' Grad der Krankheit Schicken« Maa VIII Vorrede. Man wird mir vielleicht auch vorwerffen, daß ich zu kurz in der Beschreibung und Cur einer so wichtigen Krankheit seye. Meine Entschuldigung hierüber ist, daß ich befürchtete durch Weitläufigkeiten undeutlich zu werden, und ZweytenS suchte ich den Leser nicht ungedultig zu machen- aus diesem Grund l)abL ich auch das Historische dieser Krankheit in kürze beschriebet!, um( sv es mir änderst Geglückt hat) auch etwas angenehmes, mit dem nothwendigen zu verbinden. Worüber ich mich am meisten zu entschuldn» gen habe - sind die vielen ohne mein wüsten einge- schlichenen drucksehler, die Hauptsächlich daher kamen weilen, wegen Berufs Geschäften, und auch zuweilen aus komodität des Setzers, die letste Cor- rectur »erschlaffen wurden Die G ) o ( G Blattern-Krankheit hak nicht ihren Grund in der 8rru6ur des Körpers, sonderen ist eine, uns zu gebrachte Krankheit. Die Alten kanten sie gar nicht- deßwegen wir sie auch von den ältesten Aerzten nicht beschrieben finden. ES ist sehr wahrscheinlich daß sie sich in Arabien zu erst gezeigt habe. Herr von Rosen- stein behauptet, daß sie Anno 640. aus Arabien nach Egypten gekommen. K-ller hat sie zu erst beschrieben. Anno 1276 wurde sie zu erst in EnWand benierkt, breitete sich auch in kurzer Zeit so aus, daß Heut zu Tag vast kein Land mehr ist, in welchem man nicht die Blatter» kent. Die Krankheit hat ihren speciLcen L-irsöter. Gie entsteht von einem Gift das in den Körper kommt, welches eine Gährung verursachet, hernach in das Blut übergeht, und von demselben als as unendliche vsncrt, und also auch, je nach den Umständen, eine sehr verschiedene Cur erfordert, welche dadurch sehr verschwehrt wird, weilen wir das Gift welches sie hervorbringt, noch nicht genugsam, kennen. Aus diesem Grund hat man auch mehr auf diejenigen Zufälle zu sehen die sich zu dieser Krankheit gesellen, als auf die. Krankheit selbst. Wie unvernünfttg handlet also em Arzt, wenn er diese Krankheit mit einer allgemeinen Curart behandlen wil, und einzig auf das Gift, welches er nicht kennt, aufmerksam ist. s- " 1-'. - . Man kan die Pocken am füglichsten in zwey Classen theilen, nemlich in die wahren und Falschen Die falschen haben nur das Aeusscrliche, ckit den wahren gemein, entstehe« auch nicht VVN dem lgeciürcn Gift» Unter die falsch)«», zehlt man t i) Die Wasser-oder Wind-Pocken (Va- rlolL v. Sie haben einzlcn stehende Blasen, haben üuch dem Aüsserlichen nach die gröste Aehnlrch- k«it R ) » ( M r keit mit den wahren Pocken, unterscheiden sich aber durch folgende Kenzeichen: », Die Blattern sind mit einer schleimichten » Feuchtigkeit angefüllt, enthalten also kein „ wahres Eyter, b die Spitze haben immer „ eine kleine/einwärtsgedruckte Grube c, „ den dritten Tag sind^sie schon fast ganz „ heraus, welches ein Hyziptkenzelchen 6. „ den siebenden Tag ist fast die ganze Krank- heit zu ende L, sie sind. gar lücht gefährlich ,, k sie sind mit fast gar keinem Fieber ver- „ bunden. „ - 2 ) Spitz - Pocken, Stein - Pocken, Hunds- PvckeN.( VÄrrolse üccuminrrt v.veruLcvüc.) Diese enthalten gar keine Feuchtigkeit. Sie verhärten wie die Wartz-n und den siebenden Tag fallen sie ab. Sie sind ebenfalls nicht gefährlich, verhalten sich im übrigen wie die vorigen. z) Schwein-Pocken (v»rivlsi: 6ur!«. V. ovrrle8.) Sie sind Evförmig, haben dunkelrothe, harte, zimllch grosse. Erhabenheiten, unten an der Wurzel der Blasen ist ein rother Ring, nach zwey »der drev Tagen werden sie trocken und schwärzlich, und schrumpfen, hernach zusammen, und fallen ab.. So bald die ersten verschwunden sind, kommest wieder andere zum Vorschein, doch ist meistens die Krankheit in 8. Tagen zu ende. Ar Sie 4 'G)ü(H Eie kan zwar auch einige Wochen däurrn, da ^ sich dann gern ein schleichendes Fieber dazu gesellt, ^ welches sie gefährlich machen kan, sonst daurt ^ das Fieber gemeiniglich nur zwey Tag. k n Die falschen Pocken sind auch Ansteckend, / seilten aber sind sie in Gesellschaft der wahren, zi wohl aber zuweilen ein Vorbott derselben - hinterlassen auch zuweilen Narben. Von den wahren Pocken. p Die Beschaffenheit der wahren Pocken ist ri Mannigfaltig, welche Mannigfaltigkeit aber nicht rr in dem Blatterngift zu suchen ist - sonst müßten die h cingepropften Blattern eine gleiche Eigenschaft H haben. h Diese Manigfaltigkeit kan von drey Ursachen ^ kommen. i tz, 1) Das .Blatterngift, und die Kräfte des ^ Körpers vereinigen sich miteinander, die iV1oä»L- A -snon, llepanäicrt also vorn Körper. ^ 2 ) Von der Gefährlichkeit der Lpiäemie. ) Von der epidemischen Lonlkirution. ^ Ergreift das Blatterngift einen gesundest, ^ starken Körper, der ein dickes Blut hat, ein stattet Fleischesser, der sich viel Bewegung macht, der ' A bekommt hitzige, zur Entzündung geneigte Blat- tcrn s G ) o ( G t^n,derPatientbekommtpsripncumonische,pleu- ricrsche Zufalle, einen harren vollen Puls, rothen lU'tn, Ducjl, Trockenheit der Zunge, und bekommt viele Blartrrn. Dessen Cur iVlerKoäs mutz ganz kühlend sevn, der Arzt muß gar keine H.creiirion auf die Blattern machen, sondern einzig auf das uMmmarorilche Ächt haben. Kommt das Bkatterngsst in einen Körper der schwache, und schlaffe feste Theile hat, emp, findlich- schwache Nerven, ein armes wasser- richtes Blut; in diesem Fall bekommt der Patient ein schwaches Fieber, geschwinden aber schwachen Puls, Verlust der Sinnen, blasses Gesicht, bleicher Urin; weder Durst noch Hitze, schwehren Kopf, die Äusbrechuns der Blattern geschieht später, und kommen nicht recht heraus, erheben sich auch nicht wie sie sollten, und erheben sie sich, so find! man in denselben kem rechtes Einer, sondern nur ei nen kleinen wässerichten l.iguor. Dieses sind die so genannten Crystall, oder besser Nervenpocken, und erfordern die völlige Cur des Nerven- Fiebers. Ergreift das Bkatterngsst einen Körper der zur Faütniß geneigt ist, so bekommt dieser Patient faulichte Blattern, Blutflüsse, blutigen Urin, ^erschien, schwarze Blattern, die kein wahres Eyter in sich haben. Diese Krankheit ist ganz faulichter Art, erfordert also einzig, der Fäulniß widerstehende Mittel. A 3 Kommt 6 O ) o ( O Komt es in einen Körper/ der ein mäßiges Blut/ mäßig e>»xui'cl>e feste theile hat/ reine viscer^, dieser bekomt gutartige, mit einem guten Eytcr angclülte, und nicht zu viel Blattern, bekommt auch kein starkes Fieber. Es wäre ein Glück wan die Krankheit sich genau an eine dieser vier beschribenen Gattungen halten thäte, sie ist aber so vielen complicrrionon ausgesetzt, als zusagen inäiviäu» sind, die sie auszustehen hahen. Die ganze ^eschicklichkeit des Arztes, besteht auch einzig darin, zu wüsten, welcher von denen sich zur Krankheit gessellenden Zufällen die oberhand habe, und nach diesem muß er seine Cur einrichten. Man theilt die wahren Pocken, anzüglichsten in zwey Klaffen, als. i) In gutartige (ken^n-is) s In bösartige, N-rlixnax) oder I ) Ja einhlen stehende ( vsrio!«: ciilcrctL) 2^ In zusammenlaufende (coniluelwes.) Es ist sehr wahrscheinlich daß es eine sehr geringe gusnrit-et des Giftes brauche, um eine Ansteckung zu verursachen, diese kleine xorcwli Gßt aber, scheint sich im Körper zu vermehren, hernach durch seinen reiz ein Fieber zuerweckcn, welches das Gift in die Btutmaste treibt. Von dem Fieber kan man gleich die Blattern beurtheilen, «)<>(« 7 theilen , doch hengt auch vieles von der Nutzbarkeit ab. Die ganze Krankheit durchlauft vier zeit- raume ^ 8r-,cii», ) ( Daß erste kan man das Fieberhafte heissen (8tgciium febrile V. ebulitio- NI!;) es daurt vom ersten bis zum vierten Tag. Das zweite sengt sich mit der Ausbrechung der Blattern an ( 8taäium erruptionis ) und daurt zwey Tag, vom vierten bis zum Sechsten. Die Blattern kommen eine nach der anderen, dazu braucht die Natur zwey Tag, 'kommen keine mehr hcrauß, so ist das zweyte 8r»äjum zü ende. Das dritte 8r->6ium ist wen die Eiterung geschiecht ( 8c»äium fuppurariynis ) es daurt bis sie anfangen Trocknen, welches mit dem eilften tag geschieht, Das vierte ist das Abtrocknen ( 8»6ium sxiiLL3kikinis) dieses kan vom Eilften bis zum vmzehenden Tag dauren, auch nach langer. Zuweilen ist die Krankheit so gelinde, daß fast kein Unterscheid »wüschen den 8t-,äii§ zu. bemerken ist. Zufalle des ersten Zeitraums. Das Kind wird auf einmahl nicht wohs, hat Mattigkeit, Ekel-. Erbrechen, Frost, Hitze, Durst, und alle Zeichen eines gutartigen Hitzigen Fiebers, f bey erwachsenen ist dieses Fieber, ge- meinlich mit Raserey, und heftigem Kopfschmerzen, verbunden) bekommen einen Blauen xmg um » S)o(S die Augen, und sind'meistens sehr Schläffrig, die Zunge wird weiß, zuweilen Verstopfung, oder auchdurchfall, oft keines von beyden, der Uurin ist gemeiniglich Fieberhaft , und wird gern trübe, und etwas gelblicht. Kinder bekommen gern zuckungen oder den Jammer, sie sind aber nicht gefährlich, wenn sie nicht zu starck sind, denn auf hen Jammer, kommen gemeiniglich die Blattern gleich hinden nach, Dieses Fieber hat nichts eignes, woraus man schliessen könte daß die Blattern auf dem Wege wären. Es wäre zu wünschen, das man in diesem Zeitpunkt die Krankheit erkennen könte, weilen vielleicht dieses der Augenblick wäre, in welchem man dieselbige lindern könte. Folgende umstände können einige Muthmaßungen geben. 1) Wenn das Kind nach keine Blattern gehabt hat. 2) Wenn sie in der Stadt oder nähe grassieren. z) Das schläfrige das die Kinder überfalt, denn dieses ist nicht allen Fiebern eigen. 4) Der Blaue ring um die Augen, aus gleicher Ursach. ;) Die Schnelligkeit des Anfals. o)Wel- 9 V ) o ( » 6) Welches das beste. Wer oft um Blat- lern Patienten gewesen , der riecht schon den dritten Tag den lpeciücen Blattern geruch. Zufälle des zweyten Zeitraums. Dieser fangt wie eben gesagt, mit der aus- brechung der Blattern an. Da hört das Fieber auf. Gesicht diese-, so ist es ein sehr gutes Zeichen. Sie brechen zuerst im Gesichte, an der oberen Lippe aus und sehen aus wie Floh Stipchen, hernach an den Händen, vyn da an den Füssen, und so nach und nach an den übergen theilen des Körpers, selten werden sie an dem Bauch aus- brechen, wellen da die -Haut sehr Zehe, Helt die erruprion nicht die Ordnung, so ist es ein übles Zeichen. Die Ausbrechung braucht zwey Tag, konit sie auf einmahl, so ist es ein übles Zeichen. Die Blatter» die hervorkommen, sind rothe blatte Flecken, je breiter sie anfangs sind, desto besser ist es, aus diesem Zeitraum kan man also die Krankheit beurtheilen. Das Gesicht schwill auf, die Stärke dieser Geschwulst hcngt von der menge der Blattern ab. Haben die Blat, lern einen rothen Ringel, so ist es ein gntes Zeichen. Brechen viele Blattern an den Augen- lieberen aus, so Wessen sich dieselben. ' Bt» i° O)°(O Bey Kinderen kan sich die Materie auf die Därme werfen, und einen durchfall verursachen, welches gut se»n kan wenn er! nicht zu heftig. Bey erwachsnen fält er lieber auf die Lungen, oder Gehirn, welches weit gefährlicher. Zufalle des drittens Zeitraums. Dieser fingt sich an mit der Eiterung im Gesichte. ' . . ch) Die Zeichen oh sie gut von statte» gehen sind folgende. 1) Wen sie recht groß und eintzlen stehen, und voll Eycer sind. 2) Wen sie gelblicht aussehen wie weisse Erbsen. z) Wen sie unden im Grund, ein hellen rothen ring haben. Um diese Zeit bekommt der Patient wiederum Fieber, welches man das Ey- terungsfieber heißt, es ist bey gutartigen Blattern fast unmerklich, kan auch bey recht guten, ganz ausbleiben, bey zusammenlaufenden ist es weit stärker, und sehr Gefährlich. . Meistens steht dieses Fieber in Proportion mit her Menge der Blattern, auch die Beschaffenheit derselben hat einfluß auf dieses Fieber,' auch kommt cs sehr auf die Cur am Die- n -K ) o ( « Dkeses Fieber entsteht. s) VonEyter, das in das Geblüt übergegangen. Ltörck hat hier Eyter im Urin gesehen. 1r) Dieses Fieber ist allemahl fqulrchterArch, deswegen ist hier der Vitriol Geist ein so erhebliches Mittel. c) Es ist allemahl in Proportion mit der Menge und Eigenschäft des EyterS, daß in das Geblüt übergegangen. ä) Es kan auch eine verhinderte Ausdünstung Schuld seyn, besonders wo viele Blattern sind, da ist der Korperodercinhclne theile geschwollen und kan deswegen nicht aus dünsten, die folgen alsdann sindDurfall undSpeichelfluß, welche sorgfältig müssen underhalten werden. Der Patient bekommt oft entzündete Augen, oder kan nicht Schluken, stinkt auch sehr, Hier ist die Krankheit am ansteckenstcn. Gegen den eilften Tag, fangt das vierte 8taclium an. Die Blattern im Gesicht fangen an trocken zu werden, hernach die an den Händen hernach an den Füssen rc. und fallen in gleicher Ordnung ab, wie sie ausgcbrochen sind. Herr von Rosenftein sagt, daß sich hier zuweilen wiederum ein Fieber einfinde, welches l2 O) o(O von dem in das Geblüt!) übergegangmen Eyter entstehe, meiner Meinung nach aber, hört in diesem Fall das zweyte Pocken Fieber nicht auf, sonderen wird nur in diesem Zeitpunkt etwas heftiger. Von den zusamenlaufenden Pocken. Man rechnet sie gemeiniglich zu denBösartigen: Man kan sie zwüschen die gut und bösartigen fetzen. Obwohlen sie ihrer Natur nach, von den einhlen stehenden sehr verschieden sind, sodurch- lauffen sie doch wie diese, auch ihre vier 8rrrc!m. Folgende Zeichen underschelden sie von den gutartigen. 1) Sie sind in ihrem Autbruch unordentlich, und kommen gemeiniglich ru früh^, welches allemahl ein übles Zeichen. 2) Die Fieber anfalle sind weit heftiger, and die Haut Trocken. ;) Kommen plötzlich und auf einmahl in grosser (Z.u!mrü2Lr heraus, und folgen im Ausbruch nicht der Ordnung wie die eintzlen stehenden , sind auch weit kleiner als oben beschribene, und sehen aus wie Hirschkörner, ehe sie zusam- WN lausten. 4) Wenn sie anfangen zu Eytern, so bekommt G)°(H rz kommt die Materie eine Mhgraue färbe , haben oben eine Fläche, und sind also nicht zugespitzt wie die gutartigen. Die einhlen stehr n, sehen aus wie Krätz-Blattern. Z°> Sie find mit einem starken Speichel- Fluß, und heftigen zweyten Fieber begleitet sie fressen gern unrersich, lassen deswegen gern Narben zurück, auch eine Schwäche des Körpers, besondere der Lungen. . Allgemeine Beobachtungen. Die Krankheit ist sehr ansteckend. ..l Das Blatterngift hat die Eigenschaft, daß tS nur einmahl auf den Körper würkt. Man wtl jwaren Exempel haben, daß sie die gleich« Person zwey und mehrere mahl angefallen. Ich glaube aber daß man sehr oft in diesen Fällen, die falschen Pocken vor die wahren angesehen. ^ iriiler will viele gesehen haben, und8arcons ein glauö- würdiget Schriftsteller , sagt, es sryr nkht selten, daß Personen in Neapel sie zwey mahl be, kommen. Die Geneigtheit dieses Gift aufzunehmeii, steckt in einem jeden Körper, doch scheint die Natur zu einer Zeit geschickter dazu zu seyn als zu einer anderen, dann viele bekommen sie erst im All, ter, und die Empfrvpfung will zuweilen nicht haftem " A)c.(B Man hat geglaubt daß es ganze Familien gebe, die die Blattern nicht bekommen, welches gli aber nicht,erwiesen »st. ge Man rechnet unter hundert Personen fünf die sie gar nier.iahlen bekommen, aber auch hier Lu kan man sich irren, dann sie können so gelinde ser seun daß man sie gar nicht bemerkt, auch hat S man Eycmpel genug, daß sieKinder in Mutterleib ftr gehabt haben. - ... rn, Die Erfahrung hat gezeigt, daß wenn die A Blattern zurrst in ein Land kommen, sie sehr böß- ' artig seyen,,, in der Folge aber gelinder werden. Sie sind immer noch übel'genug, und ist die h§i Krankheit, an -welcher am meistrn Menschen sterben,/ '- > , Iu Anfang einer Lpiöcmie, ergreift sie Kin- au der, hmmch Erwachsene, und zuletst Älte, wel- ab ches zeigt, wmn sie einmahl an einem Ort, sie keil immer schlimmer wird. - ' kol '»> - Die Seuche beobachtet meistens eim.gemisse Ordnung. ./Sie,kommt,gemeiniglich, alle fünf dm Jahr in einen Ort, doch hat die Einpfrofung diese bg, Ordnung, gestört. Oa / Ist sie,' sehr lange nicht an einem Ort gewe- ^ stn, und kommt nun auf einmal, so wird sie desto Er gefährlicher, es werden auch viele auf einmahl an- gegriffen, die Ursach aber ist in der Menge der sH, Personen zu suchen, die sie auszustehen haben. - Wann K ) o ( O iz n'lien Wenn noch andere bösartige Krankheiten;u- lcheS gleich herrschen, so wird die Lgiäemis mn so viel gefährlicher. fünf Das Blatterngift erzeugt sich nicht durch die hier Luft, sondern durch dieBerührung eines von die- linde sein Gift behafteten Körpers, es seyen Kleidungs- ' hat Stücke, oder was es seyn mag. Es behält auch rleib seur lang das Vermögen anzustecken, welches liian an denJmpffaden sehen kan, von welchen ^ man Erempel hat, daß sie über ein Jahr ihre an, döß, sl^ckende Kraft behalten. ... i.. In wenig Fällen, kan die Natur Vl/Kmnk- heit allein, überwinden. . ' ' chen Viele wollen das Blattern ^'Fieber" We Kin-- ausbrechen der Blattern gesehen haben.,. Welches svel, aber schwehrzu behaupten, dann dieses Fieber hat , sie keine eigene Zeichen, aus welchen man schließen könte, daß es das Blattern Fieber wäre. vM. Man hat verschiedene Mittel VöWschläM/ fünf dasAusbrechen der Blattern zu verhinderen^ 6oer- dieje Ng-tve gab Zubereitungen von Spiesglas- ändert Quecksilber, viele Engelländer geben es noch Heut , MTag, zurCur. Bisam. Hirsche! suchte die Fieberbinde, auch Blasenpflaster. ^ ^^Zleicht die Pocken mit der Pest; aber diese öwey Krankheiten sind sehr von einander untere schieden. m . Matt rs G)s(« Man kan mit solchen Vorbauungs-Mitt, len, sehr viel Unheil anrichten, wie z. B. Quecksilber, wann es in einen Körper gebracht wn d, der «in aufgelöstes armes Blut hat, so löst man «S durch dieses Mittel noch mehr auf- und der Patient bekommt üble, faule Blattern. I>ettlorn hat zwaren Erklärungen, das erste mit Nutzen gegeben habe. Seine Beobachtungen aber sind nicht zahlreich genug - um jemanden zu dem G«? brauch der Mrcurial - Mittlen zu verleiten. Sv kan auch die Fieberrinde sehr nachteilig werden, wann sie in einen vollblütigen Körper kommtt In den meisten Fallen ist die frische Luft, jn den zwey ersten brsäüs, das beste VörbauungS-Mittel. Zeichen da» gute Blattern zu hoffen seyen: H ,) Zuweilen am ersten Tag des ersten 8rncln. ja oft ein paar Tag vor, können einige oder meh, b tere Bustlen im Gesichte, oder Halse sich zeigen, welche die Engelländer lVlsitter Lock« nennen, sie bekommen gleich ein gutes Eyter, und sind ein sehr se gutes Zeichen. st 2) Eyterbeulen unter den Achslen- auch ein gutes Zeichen. bl 3) Einzlen stehende BlatterU, werden vor N besser gehalten, als zusammenlauffende. ES kan di such das Gegentheil seyn. b< 4) Der Jammer, zu Ende des ersten Zeit- Raum r O ) o ( G 17 raums, gut, <6 hat aber klxceprionen, besonders wann er zu stark, oder die Ausbrechung der zahnen, ihn verursacht. Sehr gut, wann gleich Anfangs, oder zu Ende des dritten, und Anfang des vierten Zeit- Raums ein Durchfall kommt, und was abgeht natürlich aussieht. Dieser Durchfall muß sorgfältig unterhalten werden. 6) Das Nasenbluten, vor der Ausbrechung, ist ein sehr gutes Zeichen. Ueble Zeichen sind. 1) Wann gleich nach der Ausbrechling, die Blattern stark jucken. 2) Wann gerade vor, und während derAus- brechung,ein Durchfall sich zeigt. ;) Blutflüsse, nach der Ausbrechung, sind sehr übel, besonders blutiger Urin. Die Fälle sind sehr seilten wo der Patient erhalten wird. 4) BleicheBlattern, die bleichroth aussehen, wollen sich nicht erheben, sind nicht voll Eyter, haben oben eine Telle, und im gründ keinen rothen Ring; die zeigen schwache Blattern an. In diesemFall hat 8v sehr heftig, der Puls und Hitze stark, der Patient heftigen Kopfschmerzen hat, rothe Augen, Wahnwitz, die Brust beklummen. Br Ist 2V H ) 0 < O Ist der Kops sehr angegriffen, lasse man auf dem Fuß, ist die Brust beklummen, auf dem Arm, «ine Ader öftren. Bey dieser Krankheit, werden oft die Zeichen der Vollblütigkeit unterdrückt, da muß man sich ja nicht verleiten lassen, eine Oeftiung der Ader zu verabsaümen. Die Beschaffenheit des Patienten, im gesunden Zustand,kau die besteAnleining geben. Die Reinigung der ersten Wegen zu ansang der Krankheit, bleibt allemahl ein Hauptmittel. Kvmt man zu späte, und wärcnd der Ausbrech- ung findet man Unreinigkeitcn als, nur eine Zunge, bittern Geschmack, freywilliges Erbrechen und dergleichen, so kan man auch hier nach ein Laxier oder Brechmittel geben je nach den, es die Umstände erforderen, sie verminderen die (B-umi- r-ct» und verbesseren die (BircktiLc der Blattern. Komt man gleich anfangs dazu, und man hat noch Zeit, so ist es gut zuerst ein auflösendes Mittel zu geben, und dann das Purgier - oder Brechmittel drauf. Kindercn denen man nickt leicht Arzneyen einbringt, kan man folgendes Cly- stier mit Nutzen geben, es auch nach Beschaffenheit der Umständen, wiederholen: No. i. Man nehme z. Unzen Wasser, „ Baumöl und Honig von jedem eine halbe Unze- „ gereinigten Salpeter ein Quintchen, und lau- „ warm spcliciert. Den V ) o ( A rr Den folgenden Tag kan man ein gelindes Laxiermittel geben. Lsr§ms gab mit gutem Erfolg. No. 2. Brech-Weinstein z.Gran. Weinstein- ^ rahm; .Quintchen, zu feinem Pulver gerieben, „ in 3. Theile getheilt, und alle Stund eines zu „ gehen, bis hinlängliche Würkung erfolgt. Ich habe mit Nutzen, auch den schwächsten Linderen folgendes gegeben: No. 3. Brech-Weinstein 2. Gran, aufgelößt m « 2. Unzen Wasser, hernach mit einer halben Un- .< zen Capillärcn 8^rup verläßt, und alle i Stund .< ein Theelöffel-voll gegeven, bis das Kind 4. « oder 5. mahl sich gebrochen hat. Die inäication zum Brechmittel, muß man nicht von dem Eckel hernehmen, dann diesen ver- ursacht nicht dieUnreimgkeit im Magen, sonderen die Blattern - Materie. Erwachsnen kan man folgende Mittel geben, zum erweichen: d^o.4. GlauberischeS Wunder-Salz 5.Quint- „ chen, gereinigten Salpeter 2. Scrupel, auf- « gelößt in ü. Unzen Wasser, und alle 3. Stund „ 2. Eßlöffel - voll davon gegeben. Man kan « auch etwas 8^rup zusetzen. Den folgenden Tag als ein Laxans. No. 5. Rahbarber-Pulver und Weknsteinrahm, B z von 22 G ) o ( K ,) von jedem einen r'. Scrupel, zu Pulver gerie- „ den, und auf einmahl zu nehmen. Man kan „ wegen des Wohlgeschmacks, i. oder2.Trop- ,. fen Cederen-Oel dazuthun. Wird ein Brechmittel erfodert. Ko. 6 . Brcchweinstein 2. Gran, weissen Zucker » einen halben Scrupel, zu feinem Pulver gerie- ,, den, und m z. Theile getheilt. Des Morgens „ nüchtern eins zugeben, und eine viertel Stund ,, hernach ein Zweytes, sollte in einer halben „ Stund keine Würkung erfolgen, so kan man „ auch das dritte geben. Ist aber weder Fieber nach Verstopfung heftig/ so gebe man nichts, beyKmderen ist es gemeiniglich hinreichend, wann sie nur im Essen und Trinken geschont werden, besonders müssen sie sich des Fleisches enthalten. Saurlichte Getränke, und Speisen aus dem Pflanzenreich, sind hinreichend. Eigen die Kinder noch an der Brust, so muß die Amme oder Mutter, diese Nahrung gemessen. Nichts mäßsigt das Blattern- Fieber mehr, als eine freye und kühle Luft. Wird der Patient zu warm gehalten, so brechen die Blattern haüsig aus, und dann sind auch kühlende Mittel nicht hinreichend, dem Fieber zu wiedcrstehen. Der Patient muß sich auch vor starken körperlichen Bewegungen Hütten, um das Geblüt nicht in Wallung zu bringen. Die 23 Die dienlichsten Getränke, sind Citronen, Saft mit Wasser, Buttermilch, sie muß aber durchgeseigtseyn, Molken, Selzerwasscr. Die Blattern im Gesicht zu vermindern, hat Herr von Rosenstein, verschiedene Mittel vorgeschlagen, auch hat man künstliche Geschwüre, in entfernten Theilen angerahten, die Erfahrung aber hat gezeigt, daß sie nichts helffen. Kalte Lust ist das beste. Die Augen erforderen, eine besondere Aufmerksamkeit. Die Flecken die sich zuweilen nach starken Blattern, auf der Horn, Haut zeigen, scheinen nicht von der Blattern-Materie zn kom, men, dann sie erscheinen erst den vierzehenden Tag, auch noch später, nachdeme, die Blattern vorbey sind. Sie scheinen ehender, von einer schärften Materie zu kommen die zurück geblieben ist, und sich erst mit den zweyten Pocken - Fieber zeugt. Herr von Rosenstein hat vorgeschlagen, man solle Campher-Geist, oder Campher zerstoßen, in ein Säckgen gelegt, auf die Augen legen. Es ist unschuldig, und kan ohne Schaden gebraucht werden, doch ist auch kein grosser Nutzen davon zu erwarten. Bisam über die Augen gehalten, leistet bessere Dienste, nach Rosenstein. Wie oben gesagt, komt zuweilen der Jammer in dem ersten 8m6io. Ist er nicht zu heftig, so »st er ein gutes Zeichen, ist er aber anhalten-. mit 24 N ) » ( G mit Hitze, starkem Puls rc. begleitet, und derPa- ticnt ist zwüschcn 10. und 14. Jahren, so kan man eine klenie Aderlaß machen, ist er aber jünger , so ist der Bisam ein gutes Mittel. Ich glaube er wäre allemahl dienlich, indcme er Schweis und Urin treibt, auch Blatrern-Matcrie abführt. Er kan ausfolgende Art gegeben werden. No. 7. Bisam z. Gran, meisten Zucker 12. „ Gran, zu feinem Pulver gerieben, und auf „ einmahl gegeben. Hat der Patient gleich anfangs einen durchsalz so muß selbiger mit grosser Behutsamkeit, behandlet werden. Er ist im Grunde gut, daurt er aber zulange z. B. bis an den vierten Tag, oder ist heftig, so darf man nicht länger zusehen. Sind Zeichen von Unreinigkciten da, als da sind, eine unreine Zunge, bitteren, odcrfaulich- teu Geschmack im Munde, ganz vcrlohener Appetit u. d. g so gebe man den Abend, das oben angegebene Clvstier, und den Morgen drauf das Brech oder Purgier Mittel, solle derDurchfall sich nach nicht legen, so darfman etwas gelinde stopfendes geben, zum Beyspiel. ^0, 8. Arabischen Gummi z. quintchcn, gekocht „ in 2. Pfund Wasser, gescheite Mandel 2. Un- „ zen, weissen Zucker eine Unze, von dieser Milch „ wird alle Stund, eine halbe Thee - Tasse voll « gegeben. Thut H ) o ( «K 25 Tuht dieser nichts, so gebe man ein Clystier von k>. Unzen Milch, und ein quintchen darin aufgelößt. Ist aber wie gesagt, der Durch- fall mässg, und schwächt den Patienten nicht, so stopfe man ihn, auch nicht. Im zweyten Zeitraum, wo nemlich die Ausbrechung der Blattern geschicht, hat man folgendes zu thun. Kommen die Blattern, in oben 'Bescheidener Ordnung zum Vorschein, und so wie sie kommen breiter werden, frisch Roth aussehen, und sich anfangen Ununderbrochen, zu erheben, wenn die Haut zwüschcn den Blattern röthlich ist, wann das Fieber mit der Ausbrechung, verschwindet, so stehen dieSachen so gut, daß man sehr übel thäte die Natur, durch Hlcäicnmonren, oder andere sachen zu stören, das einzige ist, den Patient viel trincken zu lassen. Das beste Getränck ist Gersten Wasser, .mit etwas Zucker oder Cy- tronen, Saft versüßt, dabey eine Sparsame DlLt. Kommen aber die Blattern langsam, und die so heraus sind, unter der Haut ligen bleiben, bleichroth sind, wenn sie sich nicht erheben wollen, wenn der Patient traurig und ängstlich, schläff- rig, der Urin bleich, der Puls geschwinde und klein, da muß man etwas gelinde weidendes geben um den Ausbruch zubeföderrn, als Schlangen, Wurh, Campher, Blafenpflaster, selbst ein ,6 G) o(O glas Wein, wenn der Patient nicht zu Jung. Folgende Pulver sind sehr gut. N0.9. Man nimtChampher2. grau, Saffran „ Extrackt 1. gran,weissen Zucker, 12. gran,zu „ feinem Pulver gerieben, und in 3. Theile ge- ^ theilt, den Tag durch zu verbrauchen, jedes .1, in einer halben Tasse voll Gersten Wasser, Ein Hauptmittel ist Saffran lincwr, einige Tropfen in Gersten Wasser zu geben, dreymahl des Tags. Der Patient muß dabey etwas warm gehalten werden. Die Ursach warum sich die Blattern nicht erheben wollen, liegt oft in dem Gemüth, in diesem Fall, besonders wann der Patient nicht sehr Jung, be, kommt ein Gläßgen Wein vortreflich, oder wenn keine Unreinigkeuen im Magen oder Därmen, folgendes. No. io. Ohne Wein zubereitetes Zimmetwasser, „ eine Unze, SodenhamsLaudanumLiquidum, ein „ Scrupel, Pomeranhcn SchaaleSyrup ein „ quintchen, wovon des Tages viermahl ein „ Thee- löffel voll zu geben, Oder. I§o. i i. Hirschhorn Geist, Bibergeil Essenth von „ jedem is. Tropfen, Pomerantzen Schalen, „ Wasser 11 .Untz, Pomerantzen SchalenSyrup „ eine 1 Unz. Die 27 H ) o ( M Die erste helsteaufeiumahl, die andere, eine halbe Stund hernach. Bey gantz jungen Kindern kan man «S mTheile theilen. Zuweilen wollen die Blattern nicht heraus, wegen Vollblütigkeu, hier schaft ein Aderlaß den vierten oder fünften Tag, die schleunigste hüls«; man darf es um so viel ehender thun, weil dieser Umstand sich meist nur bey Erwachsenen ereignet. Sollte er bey Kinderen erforderlich seyn, so thun Schrepfköpfe bey Ihnen,diegleichenDienste. Ein vierter Hauptfall ist, das der Patient zuweilen offenbahre Zeichen von Uneinigkeit, in den ersten Wegen hat; es scheint als ob der Reih, einen Krampf in der Haut mache, und die AuS- brcchung verhindere. Hier ist ei» Brechmittel da- beste, es würcktnach derHaut, und hebt den Reitz. Das itl dem ersten Zeitraum vorgeschriebene Brechmittel, kan auch hier gebraucht werden. Oft sind die Blattern schon heraus, und die Ausbrechung ist in Ordnung geschehen ,senckt sich aber hernach wieder, und tritt fast ganz zurück; ganz tectten sie sehr selten zurück, und thun sie es, so lasse man Herzhaft zu Ader, und gebe Brech und Purgier Mittel. Oft werden sie schwach, und die Blattern die Anfangs erhoben waren, kriegen plötzlich eine Teile, den siebenden, achten oder neunten Tag, der rothe Ring verschwindet, und die Haut wird bleich. 28 B ) o ( A bleich , der Patient wird plötzlich Beängstiget, Schläfrig, Fieberhaft. Hier ist der fall m Eil die Fieberrinde zu geben, vorzüglich wen die Teile bläulich , dunkel. Man kan sie auf folgende Orth geben. Xo. i2. Man kochtChinaWurhelPulver,eineUnz „ in einem pfund Master, laßt es bis zur helste » einkochen,zu ende des kochens thut man Pulver „ von der Virginischen Schlangen Wurtzel „ zwey quintchen zusehen, hemach wird es mit v einer slnze Pomerantzen schalen Syrup versüßt. „ Von diesem giebt man dem Patienten alle z. „ Stund 2. Eß-Löffel voll. Weil dieses nicht Schnell genug würken, so verbinde man mit dem Gebrauch dieses Mittels, den versüßten Hirschhorn-Geist, von welchem man alle zwey Stund sechs tropfen reichen kan, in etwas Gersten Wasser. Ist der Patient nicht sehr Jung, gebe man getrost ein Glas Wein, weil dieses nichts thun, ein 8 lasenpflastcr zwüschcn die Schultern. Alle diese Zufalle ereignen sich, im zweyten Zeitraum. Im dritten Zeitraum, welches der Gefährlichste und in welchem die Blattern Eytern, ereignen sich vier Hauptumstende 1) Findet sich hier das zweyte Pvckcn- Fieber ein. 2) Zeigt sich die Geschwulst im Gesicht, und Handen» Z)Bey 29 ' H ) ü ( G z) Bey Erwachsenen der Cpeiselfluß. 4) Bey Kinderen cinDurchfall. Fast alle die an dcnBlattern Sterben, sterben an dein Zweyten Pockenfieber. Es scheint von übergegangenem Erster in das Blut, zu entstehen, und von einer zurück gehaltenen mrn«M rnnlxir»bili5.Es hat also etwas faulartiges an sich. Je empfindlicher der Krancke, und je häufiger die Blattern, desto mehr Erster geht in das Blut über.Je Bösartiger die Blattern desto heftiger, ist das Fieber. Es wird auch heftig, wenn der Patient, in dem ersten Zeitraum, nicht genug Getruncken hat. Der Puls ist sehr geschwinde, der Patient hat Hitze, Unruh, Schlaflosigkeit, zuweilen geht die Würckung nach der Brust, da entstehen Entzündungen in derselben, oft nach dem Kopf, da zeigen sich die rlxxoplecrische oder xbrL- nkische Zufälle. Es ist gelinde, wenn das Gesicht zimlich starck Geschwollen, oder der Durchfall zimlich starck ist. Dieses Fieber erfordert. 1) Sehr vieles Getrancke. Die Materie muß durch den Urin, den Speichel, oder durch den Sthulgan-, abgeführet werden. 2)Bt- zo O ) o ( O 2) Vitriol Geist/ er wiedersieht, und korrigiert die Fäulniß. Ich glaube der Vitriol Geist, wäre ein sehr ,, gutes Vorbauungs-Mittel, wann man ihn » gäbe so bald man nur die Pocken vermuthet. z) Ofner Leib. Hier führt die Natur, die unterdrückte Ausdünstungs Materie, und das in das Geblüth übergegangene Eyter, durch den Sthulgang ab. 4) Reinlichkeit im Bettzeuge, welches oft muß gewechslet werden, es muß aber vorher etwas gewärmt seyn. Die Materie hat man, entweder auszuführen, oder zu korrigieren. Sie aus dem Körper zu bringen, wäre eine gelinde Ausdünstung, der beste Weg, dieses kan aber selten geschehen, weilen der ganze Körper, mit Blattern besetzt ist, und also dadurch, zur Ausdünstung ungeschickt gemacht wird, und wollte man Schweißtreibende Mittel geben, so thäte man unrecht, weilen sie nur Hitze in den Körper bringen. Herr von Rosenstein, giebt dem ungeacht, von Zeit zu Zeit ein Campher-Pul- ver, mit Zucker und Salpeter. Ist aber das Fieber heftig, so ist es nicht rathsam Campher zu geben. «)o(A ;r Urintreibende Mittel, sind unstreitig die besten, zu diesem gehören, versüßter Salpeter-Geist, minderen Meerzwibel - Säur - Honig. iz. Versüßten Salpeter Geist einen Scru- „ pcl, vermischt mit einem halben Pfund Gersten „ Wasser, und zum Gewöhnlichen Gctranck „ gebraucht. Xo. 14. Meer- Zwiebel sauer Honig z.quintchen „ Gersten-Wasser6.Un;en, darvon alle r.Stund » einen kl-inen Es-Lössel voll ju geben. Das beste ist Vitriol-Geist, bis zu anderthalb Unzen des Tags, und viel dazu getrunken. N». iA. Vitriol Geist 1 Unze, Hünte-Beer- » Saft z. Unzen. Davon alle Stund ein Thee- „ Löffel voll, in einem Glas voll Gersten-Wasser „ zugebem Die Materie durch den Stuhlgang abzu- führen, ist auch eine der besten l^eckoclc-. In der Mitte des dritten Zeitraums, muß man schon purgieren. Gelinde Purganzen allein, können oft das zweyte Pockenfieber zwingen. Dieses Fieber ist besonders starck, wenn in dem ersten Zeitraum nicht purgiert worden. I'smsrmclcn, Lremor 1»rwri, Mnii.,. Englisch Salh, sind solche gelind abführende Mittel, deren gäbe man nach dem Alter und kraften, des 32 « ) v (O des Patienten - einrichten muß. Es ist hinret, , chend, wenn der Patient des Tages zweymahl, ! vfnen Leib hat. ^ Der Speichelfluß bey erwachsenen, zeigt sich i auch in diesem Zeitraum. Dieser erfordert die ^ gwste Aufmercksamkeit. b Ist der Spiechelfluß gehemt, und der Urin r fließt an dessen Stelle nicht viel stärckcr, c und die Geschwulst im Gesichte und Händen, v senckt sich, so ist der Patient in kurzer Zeit des To, a des,wenn nicht die schleunnigsteHülfgeschaft wird. g Es muß Augenblicklich eilt ftarckes Blasenpflaster, d auf die Brust gesetzt werden, und so lange fliesten a lassen, bis der Speichelfluß wieder kommt. n UuxNüm, von Rosenstein und andere, haben angerahten, man solle die Blattern nach und nach aufstechen, es ist aber sehr zu zweifle«, ob diese grossen Aerhte diesen Versuch, Mahlen selb, n sien gemacht haben. Sv viel ist gewiß, daß u> aüe die so Zuflucht zu diesem Mittel genommen, sich E schlecht dabey befandeit, es ist auch theoretisch un, ft wahrscheinlich, daß es von einigem nutzen seyn di könne, hingegen leucht der Schaden, ausfolgen, ^ den Gründen ganh deutlich ein. hc Wir wüssen daß jede kleine Blatter, ein klei, ^ nes Geschwür ist, welches von Eyter angefüllt, nun lehrt uns die Chirurgs daß jedes Geschwäv das von Eyter angefüllt, wenn man es nur Auf, de sticht s ) o ( O Z) ^ sticht, zwaren das Eyter auslaust, aber die kleine / Oefnung, sich gleich wiederum Schliesst, und sich neues Eyter erzeuge, an der Stelle aber wo ^ die Oefnung gemacht worden, bekomt die Haut e eine Narbe, wird also um so viel härter, die Materie die sich nun in der folge Samlet, findt einen Stärckeren wiederstand, die Haut kan sich nicht a Mehr in der Röndung erheben, das Eyter wird , also gegen das Fleisch getrückt und verursacht eine , Vertiefung in demselben; die Folge ist, daß - anstatt, daß man die Blattern gruben hat ge- ». glaubt auszuweichen, man sie im gegentheil, durch ', das aufstechenVerursacht.Wiederhvlte man(wie e- s auch vorgeschrieben wird) das aufstechen, so wird die Haut immer härter, und anstatt daß anfangs gutes Eyter, in der Blase gewesen, er- 2 zeugt sich eine fcharffe ätzende Feuchtigkeit, d b Es ist aus der Ckirurgi genug bekam, daß wenn eine eyterende Wunde, zu oft verbunden, ß und vom Eyter gereinigt wird, die Wunde sich h Entzündn, und das gute Eyter sich in ein schar- >- ses und übles verwandlet, und eben n dieses geschicht auch bey dem östern aufstechen der >- Blattern. Zudem müßte der Patient, durch das haüfige Ersteren aüsserst entkräftet werden, und würde man die Haut ganz durchschneiden, so ^ entstünden ordentliche Geschwüre. / ? 3st das zweyte Pocken - Fieber sehr heftig, - der Puls sehr i hart, geschwind, heftige Kopf- L schwer- ,4 « ) ° ( H schmerzen, da hat der Patient offenbare anfällt, von einer Entzündung des Gehirns (kbrenmx,) oder erbekomtschwehren Athem, Seiteustechcirrc. Der bekommt eine Entzündung' des Rippenfell ( kleuririr), oder Entzündung der Lungen (?erix>- ueumom»m.) ' Diese Anfälle kommen zuwrileir langsam,^ zuweilen aber plötzlich, da ist der Patient in rve- ttig Stunden des Todes. Hier ist das einzige Mittel, eine schleunige Ader-Öffnung, bey?lirenkischen Zufällen am Fuß, bey kleurmschen am Arm, dabey gelinde Urin - treibendeMittel, als Salpeter,Salmiac rc. dlo. i 6 . Gereinigten Salpeter ein Quintchen, „ aufgclößt in 4. Unzen Körbelkraut-Wasser, mit „ einer P Unze Hünt-Beeren-Saft versüßt, und » alle 2. Stund einen Löffel vdll davon zugeben. Zuweilen, und zwaren in den mehrrsten Fällen, wird das zweyte Pockenfieber faulichter Art. Der Puls, und der Patient wird schwach. Riecht fthrübel,hier sind China undVitriol-Geist, zwey Hauptmittel, der Vitriol-Geist kan wie oben gesagt, in Zeit von 24. Stunden, bis zu einer Unze gereicht werden, nach der Vorschrift No. 15. Oder: >lo. ^7. Vitriol-Geist eine Unze, Gersten- Trank 2. Pfund, Zucker 2. Unzen. Dieses wird den Tag durch verbraucht, ' Man w ) o ( H Z5 Man muß dieses Fieber, auch zugleich als ein Fieber ansehen, das seinen Sitz in dein Magen und Därmen haben kan,( tUbn» eEric.i,) deßwegen müssen täglich eröfnende Clystiere, oder gelinde Purganzen gegeben werden, dabey aber darf man die Odin» nicht aussetzen, man kau auch Purganzen und OKin», miteinander verbinden, -.B. ausfolgende Art: No. 18. » Fieberrinde Pulver ^.quintchen, ge- „ kocht in einem Pfund Wasser, und dies zur » heltte Einsieden lassen, hernach zugesetzt ein „ quintchen Rahbarber Pulver, GlauberischeS „ Wunder-Saltz 4. quintchen, hernach mit einer Unhe Pomeranhen Schalen Syrup versüßt, „ und dem Patient alleStund 2. Eß-Löffel- » voll zu geben. Eine der Hauptlccrctlonen, ist der Speichelfluß , dieser muß Sorgfältig undcrhalten werden. Er ist stärcker, je Bösartiger die Blattern sind. Er sengt oft schon wärcnd dem Ausbruch an, je eher er anfangt,desto Bösartiger jmd dieBlattern. Anfangs gehe er gut von statten, nach und rläcy aber wird der Speichel zehr - und schwer auszuspucken, geschieht dieses so ist es entweder die Schuld des ^Icöici, oder des Patieirtrn. Der Patient muß sehr viel trincken, aber ja nicht kalt, öfters Gurglen, und warm Schürft len, denDampfvon Eßig, Honig und Wasser, in den Mund ziehen. Ist der Patient m Ge- C2 ' fahr 36 O ( O fahr zu Ersticken- so muß er ein Brechmittel nehmen , aber oft kan es fehlen, doch hat man keinen anderen weg. Der Speichelfluß muß nach und nach abnehmen, undwieerAbnimt, müssen andere auß- lehrungen zunehmen,, und damit dieses geschehe , gebe man gleich gelinde Schweiß oder Urin treibende Mittel und Purganhen, sie müssen aber ja picht Starck seyn, und nicht gegeben werden so lange der Speichelfluß baun, oder ansengt abzunehmen. Vieles Geträncke ist dem Patient sehr dienlich, aber ja nicht kalt. Bey sehr trocknem, oder heissem Wetter, ist gemeiniglich der Speichelfluß schwach, zehe, und mit Beschwerde» verbunden. Bey feuchter Witterung und Kalte, ist er häufiger, und sengt frühe an. Alle theile des Mundes werden Geschwollen, besonders bey Personen, die zu L»- rb-lr-ttischen Zufällen wclimeren, hier muß er gelinderer werden. Mann hat drey wege dieses zu- bewerckstelligen. i) Eine gelinde ?urgrmt2» ' 2) Gelinde schweißtreibende Mittel, als Oximel Und 8x>iritu8 Xitri äulcir. z) So es die Noth erfodert, ein Spani- sches-Fliegen-Pflaster auf den Nacken. Die Geschwulst der Händen und Gesicht, ' ist 1 G ) o ( O ,7 ist wiederum ein wichtiger Umstund. Siescheiut von einer s^nm-Lt seröser Materie herzukoin- men. Sie verhelt sich in proporüon, mit der Menge der Blattern; sind wenige im Gesicht ^ so bleibt sie ganz aus. ^ Sie entsteht wie sich die Blattern im Gesicht erheben/ fallt wieder wenn sie trocken werden / seht sie sich im Gesichte, so entlieht sie an den Händen, befolgt sie nicht diese Ordnung, so ist es ein übles Zeichen. Der Fall ist, entweder komt die Geschwulst ju gehöriger Zeit, und senckt sich so wieder, komt auch so au den Händen. Geschiecht dieses, so hat man nichts zu thun. Zeigt sich die Geschwulst vor der Zeit, und sinckt sich plötzlich, und die Geschwulst der Hän, den folgt nicht gleich darauf, sb ist es ein sehr übles Zeichen, hier geht die seröse Materie nach dem Kopf, oder Lungen re. und kan sehr übte Zufälle erwecken. Hier suche man gleich so bald als möglich, sie wieder nach dem Gesicht, oder Händen zuziehen. Man hat zwey Mittel, sie rviederum hervor zubringen. ^ i) lsrmä. liguicl. ^öenkruni zu io. bis 12 . Tropfen, oder 8/rupure Neconiu,. bis zu einer Unze. . Cr »)Äusi Z« O ) -> ( O .- 2 ) Aeusserlich - die Hände in Warm Wasser gelegt, hernach nut einem erweichenden Brey, Ms z.B. Brodckrumen m Milch gekocht mit etwa- Sassran, und eme l-albe UnzezerstvffeiienSenff- aamen, warm auf die Hand gelegt, es erweicht und zieht die Feuchtigkeiten an sich. Man kan auch den Weg der Ausführung, tu Hülffe nehmen. Wenn die Materie schon noch einem wuchtigen Theile will, als z. B. nach den Lungen, oder Gehirn rc. Sv darf man hiet keine Lchirn--r mehr gehen. Die Natur entschließt sich oft von silbstcN, der Urin fängt an haüsigep abzugehen / da gehe man gelinde Urin-treibende Wftttek, als 8pirüus hi'icri clulcis, und viel trinken , oder kleine Purganhen. Blasen Pflaster .sind sehr gut, wenn sich die Materie schon nach einem anderen Orth gezogen hat. S,ie. Müssen so nahe als möglich auf den leidenden Thyl gelegt werden. Werend dem dritten Zeitraum, muß man besonders den Patient in Reiner mw Frischer Luft halten, doch ohne sich zu vcrkälten, er muß et- rvas wärmer gehalten werden, als in den zwey ersten 8t-Mü8, Loch muß er nicht mit Federn bedeckt seyn, und so es möglich muß er ausser dem Bettt bleiben-man thut auch gut, das Zimmer oft mit Eßig zubcjprühm. Rauch darf nicht im Zimmer seyn, wegen den Augen. Fleisch O ) o ( O 3- - Fleisch muß der Patient werend dem ganhen Verlauffder Kranckheit nicht essen. Haber - Suppen, Kirsch-Suppen, mit viel Citronen Saure, sind seine beste Nahrung, undviel Trincken, In diesem dritten Zeitraum , leiden auch die Augen sehr. Viele rathen sie täglich aufzumachen, es reiht aber die Augen, und kan sie entzünden; kalte Milch und Wasser ist das beste, sie oft damit befeuchtet. Sind sie roth, und also entzündet, muß man gleich Blasen-pfiaster, eins neben das Aug, und ein zweytes in Nacken legen, Die Beschwerden im Hals, sind ein anders Incommoäum , thut dem Patient der Hals weh, so muß er sich oft mit folgendem Gurgel-Wasser-, gurglen. 19. Haber-Trank 6. Unzen, Maulbeer „ Latwerg eine Unze, Salpeter - Kügelchen z „ Quintchen., Vor Kinder. Xo. 2O. Rosen-Honig, Iokannesbeer Sy- i, rup, von jedem eine Unze, versüßten Salpeter- „ Geist ein Quintchen. Von diesem wird von Zeit zu Zeit dem Kind ein halber Theelöffrtvoll » in den Mund gegeben. Zuweilen sind die Schmerzen sehr heftig, z.B? wenn die Blattern gleich mit einer Heischerkcit anfangen, der Patient im ersten Zeitraum, über, 4» O > ocO brennen im Munde undSchlund, klagt, oft Nießt, scharffes Wasser aus der Nase fließt,Hustet. Hier vor, oder gleich nach dem Ausbruch,gleich ein grosses Blasen,Pflaster in den Nacken, sonst brechen sehr viele Blattern im Schlunde aus, dabey gelinde Urintreibende Mittel. In dem vierten Zeitraum trocknen die Krusten ab, und alle Zufälle werden gelinder.Hier gebe man wenigstens mit dein eilften Tag, gelinde Laxiere, von Manna, Scdlitzer, Salz, Gläuberisches Wunder,Salz; für Kinder Rahbarbar, Tinctur, Man solle sie so geben, daß sie täglich zweymahl ofnen Leib bekommen, thut man dieses nicht, s» «uß man alle drey Tag eins geben, das vier oder fünf mahl laxiert. Werden hier Purganzen ver, absaümt, so entsteht (besonders wo viele Pocken gewesen) sehr leicht Schwindsucht, Lsnüle Knochen, und Fehler an den Augen. Zugleich, besonders wenn der Patient viele Blattern gehabt hat, muß die Ausdünstung ja nicht underbrvchcn werden, aber auch nicht zu warm gehalten werden. DenAbgang desUrins,mußman auchgelinde beförderen, und viel Trinken, das Geblüt zu reinigen ; auch muß der Patient sich noch eine geraume Zeit, des Fleisch, Essen enthalten. Ist nun der Körper genugsam gereiniget, so kan man zur Stärkung, folgendes Mittel geben. Xc>, 21. Man nehme Pulver von der Fieber- » Rinde sechs Quintchen , laß sie in einem Pfund Wasser O >o ( -K 4> », Wasser, bey gelindem Feuer, bis zuv Helfte „ einkochen, fast zu ende des Kochens werden „ zwey Quintchen Rahbarbqr-Pulver zugesetzt, „ nachdeme es von dem Feuer, thue man nach drey „ Quintchen Weinstein- Rahm, und eine halbe ,, Unze Sauer-Honig dazu. Davon gebe man ,, dem Patient alle drey Grund, zwey Eßlöffel v voll. Von den b-sartigen Blattern. Die bösartigen Blattern entstehen vsn zwey Ursachen, nemlich von der epidemischen OnKiturion, und von der Lontiirution des Kör^ pers. Je länger die Blattern nicht an einem Orch gewesen, desto Gefährlicher werden sie wannte einmahl.einbrechen, eben so sind sie gemeiniglich nicht sehr bösartig, zu ansang einer epiäemie, in. der Folge werden sie es erst, und zu ende werden sie wiedermn gelinder. Die Ursach, istmeineS erachtens, in der Menge der Blattern LLnäiöaten zu suchen, die diese Krankheiten auszustehen haben; den dieses ist fast allen ansteckenden Kranckheiten eigen, daß je mehr auf einmahl, an einer und eben derselben Kranckheit darnieder liegen, um so viel Gefährlicher werden sie. Die Ursachen der Bösartigkeit der Blattern» aus cxiäennscher Lonüituüou» sind oben aiv geführt 4r « ) o ( G gefü^et worden. Ich wende mich also tu detz Be« schreibmrg der Kranckheit selbst. Die schwachen Blattern sind mit recht unter die Bösartigen zu zehlrn; Sie verrahten sich durch folgende Kennzeichen. ' Gleich zu ansang ist das Fieber sehr verdächtig/ und faulartig; die Blattern kommen ungleich heraus; zwüschen den Blattern zeigen sich ?erecbi-n>' Blutklümpen; sie Erheben sich nicht recht; bekommen eine Teile/ die Braun wird, zu- letst wird sie Schwärzlich;, ,haben kein wahres Eyter; der Patient hat beständig Fieber; ganze menge fliesten in eine einzige Kruste zusammen; im z. Zeitraum wird das Fieber sehr bösartig; und nun entstehen Blutflüsse, blutiger Urin, Blut- speyen, vluttiger Harn, (welches das fürchterlichste ; )die Blattern fressen underfich bis aufdieKno- chcn; zuletst zeigen sich alle Umstände, wie bey einer ä-cicüert faulen Kraiikheit. In diesen; Fall müssen alle Mittel eines Faul- siebers gebraucht werden, man vergesse die Blattern ganz. Under diesen Umständen muß der Patient noch weit mehr Trinken als bey den natürlichen Blattern, vorzüglich muß er nicht Warm gehalten werden, kühle frische Luft, muß er beständig ejnachmen, doch aber an keiner Zugluft ftyn, man muß ihm die Wasth« oft änderen. Under O ) r> ( « 4L Under folgenden Umständen müssen gelinde Purganzen gegeben werden. Wenn ketecbien sich zeigen. Wenn der Bauch ausgedehnt/ hart, stinkende Winde abgehen, welches allemahl Faulnist in den Därmen anzeigt. Der Hauptsitz der Bößartigkcit der Krankheit, ist auch meist in den Därmen. Manna, Tammarindenmit Mittel-Salzen, sind die besten Pürganjen.' ^ DleHiebsrrinde,isteni,anderes Aauptmittel, besonders im dritten -srncha, rnan kan sie füglich lnit Purganzen verbindest, oder sie abwechslend gebrauchen, Ein drittes Haüptmittel ist der Vitrivlgeist, man kan täglich bis zu einer Unze, und noch mehr reichen. Er kan z. B. auf folgende Art gegeben werden: Nci. 2r. Man nehme Vitriol-Geist 6. Quint- „ chen, Violen Svrup 4. Unzen, diese vermischt „ man mit 2. Quartier-Butellien-Trank und lasse „ es in 24. Stunden verbrauche», oder mange- ,» be ihn nach der Vorschrift >lo. 18. Die Fieberrinde ohne Zusehuug eines Purgier mittels zugeben, ist folgende Vorschrift gnk d^0.2Z. 44 » ) « ( S Ao. 2;. Man nehme von der Fieberrinde eine Unze, koche es bey gelindem Feuer mit einem „ Pfund Wasser, bis die helfte eingekocht, her- „ nach thue man zwey Scrupel rohen Alctunzu- „ setzen, und verfasse es mit einer Unze Pvmeran- „ tzen Schalen Syrup, davon gebe man einem » Erwachsenen, alle z. Stund 2. EHlöffel voll, „ Kinderen nach Proportion ihres Alters. Will man beyde Mittel mit einander verbinden , so kan es auf folgende Art geschehen. 24. Man nehme von der Fiebeninde ,, eine Unze, koche sie mit einem Pfund Wasser bis zur helfte ein, gegen ende des Kochens thue „ man 2. quintchen Rahbarber, und wann das „ Geschirr vom Feuer zwey quintchen Tartarus » Tartarisatus, und eine halbe Unze Saur- ,, Honig zusetzen. Davon giebt man dem Pa- „ tientsooftdesTags2. Löffelvoll, das 2. mahl » in 24. Stunden Sthulgang erfolget. Eine zweyte art Bösartiger Blattern, sind die sogenannten Vano!« ivmpbaücre. Man kan sie schicklicher Nervevplattern heissen. Diese Evtern fast niemahlen, uud enthalten nur eine wäfferichte Feuchtigkeit, fliesten in grosse Blasen zusammen, under welchen die Materie linder sich frist, diese wird hernach resorbiere, lind nun entstehen folgende Zufälle. i) Sie V ) o ( O 4s i) Sie wirft sich auf einen edlen Theil, als j. B. in das Gehirn, Lungen, u. d.g. und verursacht Entzündung im Gehirn, Lungen, heftiges Fieber rc. Dieses Geschieht besonders in dem -weyten Pocken-Fieber. , 2)Zuweilen zieht sie sich nach denDärmen,da entsteht alsdem ein wässerichter Durchfall, welches sehr gut, oder der Urin sengt häufig an znfliessen, welches auch gut,oder es entstehen hestigeSchweisse welche die Zufälle auch linderen. Zuweilen aber ist der Durchfall mit Schmerzen und Spannen verbunden , was abgeht istSchwärhlich und Blutig, in diesem Fall ist der Tod unausbleiblich^ Ebenso Gefährlich ist es, wenn sich die Materie) mit zu viel Gewalt, auf die Urin wege wirst, der Patient bekommt ein heftiges drengen zum Urinieren, und geht nur wenig ab. Die Natur zeigt uns r. Wege, diesen Ueble» Vorzubeugen. Die allgemeine Nerven Schwäche zeigt, daß stärckende und zugleichSchweiß-treiben- de Mittel die besten Dienste leisten, auch ist hier alles was schwächt, im höchsten grad schädlich? Mart darf in diesem Fall kein bedencken wagen, etwas hitzige Mittel zu geben, dann alle Nerven- Fieber erfoderen solche. Hüner Suppe, selbst ein wenig Wein mit Wässer, und einem angenehmen Syrup, sind sehr zuträglich, nimt das Fieber Oberhand, Bisam, Saffran tinctur, Giftwurhel Pulver mit Myrre, selbst Opiat» in kleinen gaben , als B. auf folgende Art. . No.rs. Man 46 O ) o ( G Xc>. 25. Man nehme versüßten Hirschhorn- » Geist/ BrebergeilEsscritz, von jeden 11. Scru- „ yel / Kornrosen Syrnp eine Unze. Davon ,, §ebe man dem Patient alle halb Stund einen „ halben Theelöffel voll, bis ein Schweiß erfolgt. Will rnan den Abgang des Urins beföderen. Xo. 26. FleuchtigcS Bernstein-Salh, 4. „ gran, weissen Zucker 12. gran,zu feinem Pulver gerieben, in 4. gleiche cheile getheilt, und den » Tag durch verbraucht. Ist kein Speichelfluß da, als ein stärkendes Mittel. Xy. 27.Germgte« Mohnsafftgran i.Brech- „ wurtzel Pulver gran z.weiffenZrrcker gran r6 „ wohl gemischt und in ü. Theile getl-erlt, da- ^ von gebe man alle 2. Stund i. Pulver. Der abgang des Urins muß besonders unterhalten werden, aus dieser Ursach muß der Patient viel trincken. Mit unhen kau man under dasGetränckz. B. unter rX Maas Ptisane oder Gersten Wasser, eine Unze Meerzwiebel Sauer- Honig thun. Bev diesen Mrttlen muß der Gebrarich der Purganhen, mcht unterlassen werde». Der Gebrauch des Weinstein-Rahms ist hrsrffl-r paffend, weilen er fthr gelinde würckt,undwäfferichteSthut- ilängr macht. Komt G ) S ( O 47 Komt ein Durchfall dazu, so muß dieser ja nicht gestopft werden, alles was man thun darf, ist den Reih zu milderen, und die Entzündung zu« ! verhüten. Dieses geschiecht am schicklichsten durch ! Oetichte Clystiere, dann der Sitz des Schmerzen ö ist meistens in den unteren Därmen. Anner- lich kau man folgendes geben. ^o. 28. Ohne Wein zubereites Krause-Münze Wasser, mit Wasser concentrierte Rahbarber Dnctur, von jedem 2. Unzen, frisch ausgepreßtes Leinöl eine Unze, mit dem Gelben von 2. Eyeren abgerieben, Kornrosen Syrup eine Unze. Davon gebe man alle Stund ein Eß-Löffel voll. Aeusserlich erweichende Ueberschläge. Werden die Schmerzen heftig, und immer an der gleichen Stelle, und wenn man trückt sehr empfindlich , in diesem Fall muß man ein Blascnpflaster, auf die Schmerzhafte Stelle legen. ' V. :r- > . -n E'ä - .. '...>' ^ ;':^-.'.» kt«,;/. . . " .'^ >-^'>'!> '? - ^> i ^ " 2:-^ ... "41 -- u > rr.i^-.'-: .. . ^'kNrn,- !>-'»' '' - ni/' ^ - -/.r:r r-.^.. ^ « .'^s, - ' '/< k»' ' '» --'V5^ i' .u^ - ' - » 2k4 >- i ,5' . ^i ^ !. O ) o ( G Weilm die ttutschen Nahmen der Arzney-Mittlen alzu unbekannt, und also leicht Irrungen geschehen könnten, so habe mit folgendem die Kcceptc nach der Numero die in der teutschen Beschreibung ist, aufgesetzt; so wie sie jeder Apvthecker verstehen wird. No. I. R.» , kokt. unc. jjs» Oleum olivsr. Nellis. LL unc.ß. Nitr. puriN 6r»cbm. s. - O. 8. Lauwarm zum Clystier ge, geben. No. r? k. .^Ar^r. emet. Zr. jjs. "/^cremür. ^kirrrir. straöb. jjs. ' ' ^ ^ k. pulv. tubriliss.' > , 7 ^ 8 alle Stund eins zugeben, bis « -a >.--r -'^ hinlängliche Würkung erfolgt. . .rs e,'. . No. Z. K. Igrrar. emet. xr, ij., 8otv. in ^gnir ^onr. unc. jß. ' 8)?r. OLpill. ven. unc. ß. alle viertel Stund ein Theelöffel voll, bis Würkung erfolgt, d x D N 0 . 4 . G ) o ( O 'K 0 . 4 . 8 .» 8 al. mir»b. (^laub, örscbm. ,V. ^lirx. «jepur. dcrup.ij. 8 olv.in^u^kont.unc. v). 8 ^r. rud. iäsei. unc,fi. lVl.v.8. alle drey Str Löffel voll zu geben. LUO. s?» lVl.v.8. alle drey Stund zwey Eß- Löffel voll zu geben. Ko, s. R.. kulv.rbkbsrb. opt. crem.^rcsr.L äracbm.ß. L 1 . k.pulv. 8. auf einmahl zu nehmen^ in einer halben Taffe lau Thee. jso. 6- L, emet/'Zr. lj. 8avcb!,r. »lb. > Icrup. p. M. k. pul. tubtilils, äiv. in tres.prlrc. Lcju»!. 8. des Morgens nüchtern eins zu nehmen in einem Löffelvoll lau Thee, und eine viertel Stund hernach ein ^ - zweytes, erfolgt keine. Würkung in ' - ^ Zeit einer halben Stund, so kan man ' " ' das dritte nehmem »» iiy 1 * » )^v. 7. k. ilj.. ^^ > 8-tLcb^r. »Ib. xr. icif. ", N. .8. auf etnmghl. Nc>» 8.. «) ° c» Oummi »rrti). ärsckm. ilj. cog. in kont. 1b. l). k. I. L. c.sinx§ä. tlui.äeLor.unc.i/ 8sctmr. nli>. nnc. j. Lmullio. 8. alle Stund ein halbe Thee-Tasse voll zu geben. No. 9. 8 . eAmxli.Ar.ij. - exrraü. crvci. Ar. f. , 8:icclr^ «ld. Ar. x>). - ' r- -- 1 . k. pulv. 1 'ubrilss». äiv. in Z. pArr. Lgual. 8. den Tag durch zu verbrauchen, jedes Pulver^ m eurer halbe Tasse Gerstenwaffer. Nv.ro. ^gurr lüinnam. ?, v. unc. j. I.»ucl. Iigui6. 8^öenh. lcrup. j. 8^r. Lore. /lursnt. 6r»c:lun. j. ' I). 8. des Tages 4. mahl, ein Theelöffel voll zu geben. Oder: No. n. 8. 8pirir, Lorn. Lerv, ^ 'Lti'cnr. Lalior. § Autt. xv. L»rr. ^nränr. nnc. jß. 8>'r. Lorr. ^ur»m. unc ß. ^I.v.8. die erste helfte auf einmahl, die andere eine halbeStund hernach« D 2 No. i2. sr O ) a ( O Ko.l2.IL kulv.Lort.keruv.vpt ärsostm.vst cog. c. Ac^us kout« 18.st sä rem!8. st, verk. kiuem coÄio. sääe . 7 ' kulv. rsä. sepcnt. vir^. ärscbm. 1). Lvllst. sääe. 8vr. Lvrt. Aursnt. unc. Ä. v. 8. alle.z Stund 2 . Eßlöffel voll zu nehmen. .-I -v/. Ko. 1 Z. k. 8pjr1t. nitr. äulc. kcrup.st inkin äoLvÄ.8vrä. 18, st. v- 8. zum gewöhnlichen Getränk. Ko. I4.kt Oxim. kcillit. ärscstm. iist äecoäl. korä.uUc. vst Kl. v. 8. alle 2 . Stund einen kleinen Eßlöffel voll zu geben. Ko.1s.k-. 8pirit.vitr.unc.jst. 8>'r. ru8. iäsci. und. ilj. - AI. I). 8. alle Stund einen Theelöffel voll, in einem Glas voll Gersten- Wasser... Ko. 16 . k, KibrI äepur. ärscluu. st i lolv. in Agus Llieirif. unc.)v. Ivlnt. sääe. 8^r. ru8iiä?el uns. st. As. O. 8. alle 2 . Sllttid einen Eß- .st ... Löffel voll. Ko. 17 . O ) o ( G Xo. ^ 7 .R..l 8pir vitr.unc.j. ^ .-^.. . äecoÄ. Iiorä. Ib. i). 8»ccli. r>IK. unc. i). . ' N.V.8. denTag durch zuverbrauchen Xo» l 8.1^. kulv. Lort, ?euv. 6rsc>lm. vj. < ' co^. c.^<^uri konr.ib. j. ^ »ä rem. Ib.ß, .. » coll.acicle pulv. rkci. ämclim. i. 8al. mir. 6I»ud. ärrrcli. sv. 8^r. Lort. iVumnt. unc. j. v. 8. alle 3.'Stund 2. Eßlöffel voll ju gebe», v.- . I>io. I9.R-. Deco^ tior6. unc. vs. ^ rood. moror. unc. ^p. pruneU. ämck.jjj. N 8. zum Gmglen. 'i' '" ^ ^ - ^o. 20.^. Mll.rosgr. , 8^r. ribi.LÄUnc.^. 8x>ir. riirr. 6ulc.'ärac>>. j. . ^ , ' N 8. zuweilen ein Theelöffel voll, m ' ^ den Mund gegeben. I>io.Ll. s4 «)»c« I^o. 21, R., kulv. cort. keruv, ör.iclun, v), co^. c. ^cju» konr.1b.). acl rem. Ib.ß. . ver. 6n. coLsclcle. kulv. rbsi. örsclim.). coll.Lääe. crem. 'kart. ämcbm,). -' ^ ' Oximcll. Icillir. unc. ß. v. 8. alle 3, Stund iwey Löffel voll -u geben. I§o. 22 ,k. 8 pirit. vitr. ärsclim. V). 8^r. vrol. unc.jv. N.8.mit 2.O.urtier>Butellien Haber- Trank vermischt, und lasse es in 24. Stunden verbrauchen. Ao,2Z.R., kulv. Lort, keruv, unc«). coH. c, ^gu-t kont. 1b. »ä rem. Id. ß, - colbacläe. ^lum. cruä. lcrup.i), 8z^r. cort. ^ursnt. unc. j. ' lVl.v.8.alle 3. Stund zwey Eßlöffel voll tu gebe«. wo. 24. ^lo. 2L. R.. kulv. Lort. keruv. unc. ?... »ä kern. Ib.ß. ^ vers. kin. coä.'aääo"? klllv.rliei.^rÄchm^.ij. ^oll.Äääs. , . " l'rirtLr. ärkelrm.ij. Oxim. icillit unc. ß. U. o. 8. alle z. Stund 2 . Eßlöffel voll zu geben. dlo. 2 s. R-. 8pir. Lorii. c^erv. cllent. L»llor. ^ 8crup. ß. 8^r. klar. p»pav. rkerläo, uno. i). Ll. v. 8. alle halbe Stund , einen halben Thee - Löffel voll, bis «in Schweis erfolgt. -so»26.K. 8k>I. lucc. vol. §r. )v. 8r»ck. alb. xr. xi). l^l. k. kulv. äiv. in 4. park. se^uzl. 8. den Tag durch zu verbrauchen. N0.27.K. 0xü puriss. xr. j. kulv. racl. ^epocac. gr.iij. 8scb. slb. Zr. xxvj. ^lilc. er»A. k. kulv. äiv. in S^vart. sexual. 8. alle 2 . Stund eins zugeben. No. 28 ,' 5- «)o(O ' l. ' ' ^us mentli.f. v. l'inÄ. rka^ar.' s^nösse conc. zz uncij oleu. tinl^reccnt, exprets. c. s. H, vir. ovorürn 8ubklöt. unc. j. 8^r. klor, psp. rke^ä. unc. j. - , N. v.8. alle Stund ein Eßlöffel voll. n .V ^ - ...'.. Nk ü.". ^ r ^ r.. . : - .1^ .^!n?.?ov ü'rx .'.UL.-i"- 'i /.-jUs,»' r.r.',:b .«i . / .' .' ' /-'-i './cx j>!r'' r . .^r." / i. - /!» r . » »» ') i ^... ^.LL ^.'1 Theo.' Theoretisch - Praktische Abhandlung von den Eingepfropften Blattern. Zweiter Abschnitt» »^ >>» i» .^ G)°(G ss ^aß die Blattern Kranckheit, nicht diejenige seye, an welcher am meisten Menschen sterben, wird wol niemand leugnen, man darf sich als» nicht wunderen, wann man von langen zeiterr her bedacht gewesen, einem so gefährlichen Feind des Menschlichen Geschlechts, alle Mittel entgegen zusehen, die seiner Wuth einhalt zu thun, vermochten. Da dieses übelschon im Jahr 714. aur bgypten nach Spanien kam, und zum Unglück also einen theil Europens zuerst angriff, in welchem die iVleäicinische Wüssenschaft, noch in tiefem Schlaf lag, konte es sich ungehindert ausbreiten, und sein verderbliches Gift, in kurzer zeit fast allgemein machen, es wütete auch mit solcher Gewalt, daß die meisten Hingerast wurden die an dieser Kranckheit darnieder lagen, Der wenige Umgang den die Spanier mit andern Europeischen Mächten haben, war eine der der Haupt Ursachen, worum sie Ihnen so lang, eigen §ü- xiülb,8 Ansehen zugeben. '1'imoni ein IVleclicur der sich in Constantinopel aufhielt, Schreib es 171z nach London. Maria Wartcblin, Gemahlin des Englischen Gesandten zu Constantinopel, hatte einen Sohn, denn sie tluuo. 1717. Aldorten iuuocu- licren ließ. Sie kam 1^21. nach Londen, und ließ eine Tochter, mit glücklichen erfolg einpfropfen , dieses erweckte eilt allgemeines Aufsehen, daß so gar die Königliche Familie sich entschloS inokulieren zulassen, zu mehrerer Sicherheit aber wurde sie zuerst an 7. Personen die zum Tod vcr- urthetlt waren vorgenommen, welche alle 7. si« Glücklich überstanden haben. Weitland war der erste der diese Operarion machte. Hnuo. 1746. sind schon öfentliche Spitäler in London errichtet worden, in welchem man beständig inocculierte, und Tage-Bücher führte. Die Engelländer brachten sie hernach nach Nord-Amerika, besonders aber nach Lotion, Button und vimtllales , zwey der.berühmtesten inoccr,listen, haben iimitl'ari'os in die Provinzen geschickt,die Einpfropfnng auszuüben. In Schottland ist sie mit gleich glücklichen Erfolg betrieben worden. An Franckreich wurde sie auch bald Mode, der Herzog von Orle-m liesse anfangs den versuch 6r K ) o ( O such an seinen eigenen Sohn machen, bald darauf aber schrieb Hacbuille sehr danieder, i7zo. wurde hernach von neuem wiederum angefangen zu inocculierenMonlieur tielaLonciamiue nahmt sich derselben mit allen Kräften an, nicht weniger Olim m Paris. Doch wurde man in Frankreich bey weitem nicht so Eyfrig dafür, wie in London» Vor wenig Jahren verbott das pnrlomenr die Inokulation, weilen man zu unvorsichtig war die inokulierten, in den Strassen herum lausten zu lassen, welches eine allgemeine Epidemie vorur- sachte. Eine nichtgeringe Ursach dieses Verbots wäre auch die Herzogin von Boufler, welche sich inoc- culieren ließ, und doch hernach an den natürlichen Pocken solle gestorben seyn. Dem ungeacht ist doch inocculiert worden, selbst m der lteole Uillicairc. Seit einigen Jahren, ist dieses Verbott aufgehoben» In Italien gieng es zimlichlangsam, selbst heut zu Tag, hat sie nach keinen festen Fuß gefaßt. Norßaxni scheute sie immer, ei starb auch als ein Mann von 80. Jahren, ohne die Blattern gehabt zu haben. In Neapel ist sie ausgeübt, aber auch in der folge verbotten worden. Unter den Holländeren hat Schwenke und Haubiu» inooculivrt. Ironclnu übte sie zuerst « ) o ( « 6z in Amsterdam aus ^nno. 1747. 176 s. wurde sie verkokten, verschiedene wollen im Haag inoo- culicren, es wurde Ihnen aber nicht gestartet. In derSchweitz wurde 1756. in zuerst muLLulierc v: Halter, 1 'roncbin, und l?itlot:, haben sie ausgeübt, sie hat aber in diesem Land ihr Glück nach nicht gemacht, und »st zu zweiflen, ob sie es machen werde. In Schweden ist die inoccul»timi 17^4. in den Gang gekomen ein Ucciicur ließ sie an seinem eigenem Kind zuerst anbringen. 8cku>2onkeim wurde hernach nach London geschickt/ und 1765. gab dieser eine Beschreibung heraus. -Das Frepmaurer Loilehum nahm sie gleich in ihrem Spithal vor. Ein unbekanter wiedersehe sich derselben, in der Folge aber in- rretlierte sich die Regierung. Sie hat auch ein demjenigen fest gesetzt, der am meisten innLLuIiere. Der jetzige König, nebst Prinzen und Prinzessinnen, wurden von dem Herren von Rosenstein moccullerc. In Dänenmark und Norwegen, wurde sie 2. Jahr ehender unternommen, und sind deßwegen die besten Spitähler angeleget worden. In Teutschland wurde sie zu verschiedenen Zeiten und gegenden eingeführt. In Wien sehte sich vsn 8>vietrn und äe lliien sehr darnieder, sie musten sich aber zulest ergeben. 8rvercic -er ein grossch k4 O ) r> ( O grosser Vertheidiger der ineicculaüon war, weilte selbst daß sie an Neugebvhrnen Kinderen solle ausgeübt werden. Von den Vortheilen der Inokulation. Es ist eine durch die Erfahrung alzubestätigte Wahrheit, daß feit der Zeit da man die Ein- pfropfung der Blattern eingeführt und fast allgemein gemacht worden »st, diese Kranckheit sehr um vieles gelinder worden ist. Und daß die Moccu. licrten Blattern, allgemein genommen, weit leichter und »nit viel weniger Gefahr überstanden werden, ist durch die Erfahrung, genugsam bestätigt. Die Ursach dieser Verschiedenheit ist ohngefehr tn folgenden Umstenden, zu suchen. 1) Der Patient bekomt die Blattern zu ei- nerzeit, in welcher keine natürliche Ansteckung zu- befürchten. 2) Man hat Lß in seiner Gewalt sie dem Patient zu einer Zeit beyzubringen wo er Gesund ist. Bey Kinderen ist dieses von gröster Wichtigkeit, z. B. wem: ein Patient werend den» Ausbruch der Zähnen, die Blätteren bekomt, so ist es allezeit sehr bedencklich. 3) Man kau zur besten Jahrs,Zeit inokuliere» und zu einer solchen wo keine ansteckenden Kranckheiten herschen. 4) Man G ) o ( D -5 4) Man kan dasjenige Alter wehten, welches am schicklichsten, nemlich von 4. bis zum 14. Dann bis zum vierten, haben die Kinder mit den Zahnen zu thun, welches nach Erfahrung, einen grossen Einfluß auf die Blattern hat/ nachdem , 4. Entwicklet sich die Natur, und geht von der Kindheit, zur Mannbarkeit über, welche Veränderung ebenfals eine üble Würckung, auf die Blattern hat» s) Welches das wichtigste, und meiner schwachen Einsicht nach, der rintzige wesentliche Grund, warum die inoLulsrion zu Empfehlen. Das Blatterugift, ehe esausbrechen, und auf der oberfläche des Körpers, als würckliche Pustlen sich zeiget, muß vorher in die Blut- Masse übergehen, eh« es aber dahin komt, kak es die heftigsten Zufälle erregen, in deme es, «s seye durch daß Einathmen, oder Einsaugung der Schweißlöcher, durch seinen heftigen Reih, Hie üblesten Zufälle erwecken kan, durch die Inokulation aber, wird das Gift gleich zu demjenigen theil gebracht, der Bestimk ist es wiederum nach der Haut zu treiben, die Nerven und alle Vilcer», sind also gar keiner Gefahr ausgesetzt. s) Mann kan mit der besten Blatter »Materie inoculieren, doch zeigt die Erfahrung, daß dieses so vieles Nicht mache, dann die Engelländer haben von solchen Patienten Blattern Materie genommen, die zugleich andere Kranckheittrr har- k ten. 66 « ) ° ( « teil, als z.B. die Krähe, Schwindsucht, Liebes- Seuche u. d. g. Dieser versuch aber ist nicht nach- ahmenswürdlg. 7) Die Exempel und Berechnungen die Man in allen Länderen hat,. und die dem Anschein nach, mit der grösten Genauigkeit sind gesührer worden, zeigen, daß bey weitem nicht so M anbenmo- cu1i<-rtenKlatternSterbcn,als anden Natürlichen, deßgleichen, daß sie bey rveitem nicht so so heusig ausbrechen, daß das zweite Pockenficber sehr gelinde seye, kerne Gruben nachlassen, keine fehler an den Augen verursachen. Berechnungen zeigen daß an den Natürlichen Blattern vou 7. einer Stirbt, an den moLulierren, von idoo» kaum einer. 8mwn setzt es noch weit geringer, als welcher sagt 17090. inornUerr zu haben, und ,seyen nur 5. Gestorben- und bey diesen 5. weißt er nach die inocul-mou, zuentschuldigcn.,' Einwendungen die man wieder die lvocularion gemacht, oder noch machen kan 1) Die Geistlichen sagen, man greiffe GDtt in das Amt. Dieses mögen die ktülologb»» beantworten. 2) Es seye nicht ausgemacht das ein jeder die Blattern haben müsse? es ist wahr, man hat Berechnungen gemacht, vermög welcher mau Z:- funden G ) o ( G 67 funden, daß ungefehr von i oo. sie 5. nicht bekommen. Aber wann diese Berechnung auch richtig wäre, so bewiese sie doch nichts, dann einer der die natürlichen Blattern nicht bekommen soll, an diesem hastet auch die moculmion nicht, und die Operation, die so unbeträchtlich, daß sie gewiß nicht diesen Nahmen verdient, zeigt daß man höchst unrecht hette, deswegen Zeitlebens in Furcht und Schrecken zu seyn, die natürlichen Blattern zubekommen. ;) Ein weit wichtigerer Einwurf ist dieser, man könne durch die lnoculiMuu eine ganze Stadt oder Land anstecken. Dagegen wird geantwortet , es solte zwaren nicht erlaubt seyn, nach Belieben einzupfropfen,sonderen man solle Spitzer halten, in welchen man beständig iiwcu- lierte, und diese sollen von der menschlichen Gesellschaft, wie abgesondert seyn, hingegen in den Scädte vderaufdemLandesolteesnicht erlaubetseyn, sie auszuüben? aber welcher Vatter oder Mutter, wird sein Kind, in eine solche Verweisung schicken, wo ihm nicht einmahl erlaubt ist, Es zu sehen, noch viel weniger, Es selbsten besorgen zu lassen. Und wie wenige Städte sind im Stand,solche Unkösten zubestrckten, als solcheSpithäler erforderen. Die Spitkäler in Londen kosten mehr als manche Stadt einkünfte hat. Man sagtdieinocullcrtcBlattern,verursachen keine epMimie.das ist aber falsch,dann sollen sie kemcver- ursachenkönncn,so wäre dieses der bcsteBeweis,daß Er die m- «8 G ) 2 ss inoculiertenBlattem,nicht wahrcBlatterri wären, und man also vor einer zweyten Ansteckung nicht sicher seye. -i) Man sagt, ein Vatter könne fein Kind nicht mit gutem Gcwüffcn üwculieren , weilen er es einer Gefahr aussehe, indeme ohngefähr von IOO0. eins Sllvbl. 'Aber an den natürlichen Blak- ternStirbt eins von -. es ist also bald ausgemacht, bey welchem mehr Gefahr seye. - 6) Man sagt die Woo^i-Mon Schuhe nicht vor den natürlichen Plattem , aber die Fälle in welchen ste nach der Einstsropfung wieder gekommen, sind soRahr,daß sie nicht verdienen, in Betracht zu kommen. Es ist zwaren wol geschehen, daß diejenigen, die Kinder getragen die Blattern hatten, am Arm oder im Gesichte einiche Pustlen bekommen lochen, welches aber nur ein loc-iler Ausschlag ist, welchem diejenigen so wohl ausgesetzt sind, die die natürlichen Blattern gehabt haben , als die so moduliert worden sind. ?) Sagt man, weilen bey der moculaüon nur wenige Blattern ausbreiten, so seyen sie nicht vermögend, vor den natürlichen Blattern zu schuhen. Diesen Einwurf wiederlegt die Erfahrung genugsam, und solte es geschehen, daß eine Per- sohn nach der inoculrmon, auch nach die natürlichen Blattern bekäme, so geschiecht es so selten,daß ^eS nicht verdient, als eine Hinderniß der In«, «ulsrivn angesehen zuwerdm. Auch die natürlich«» Mal- 6 , O ) ° ( O Blattern sind oft so gelinde, als die mocvli-tten, und doch ist der Patient, vor einer zweiten Ansteckung sicher. 8) Man könne bey der Inoculseion nicht daß rechte Maß der Blattern Materie treffen? die Natur trist dieses Maß »roch weniger, sonst würden nicht so viele Sterben. 9) Sagt man, man könne mit dem Blattern-Gift, daß durch den Jmpffaden angebracht werde, zugleich andere Kranckheiten MucMieren die der Patient gehabt habe, von welchem man die Blattern Mattem genommen. Weilen die Krankheit ansteckend, so kan ja das gleiche auch bey den natürlichen Blattern geschehen, welches man bey der In^cul?non vollkommen in seiner Gewalt hat auszuweichen, indeme man die Materie wehten kan, die man am Tauglichsten zu seyn glaubt, zudem zeigt die Erfahrung daß sich keine andereKrankheiymit demDlatterngift vereinbahre. ro) Die Inoculnüon lasse eine Schwäche des Körpers, und Oilpoticion zu arideren Krankheiten zurück. Dieses ist falsch, dann wäre es an dem, seit der Zeit da nwLuIierl worden, müßten Millionen Menschen einen schwächlichen Körper haben, und man bemerkt eben nicht, daß da smenschliche Geschlecht seit der Zeit da inocu- Uert worden, an Stärk« abgenommen; besonders widersprechen dieses die Engellander. Sie lassen sich fast alle mnculieren, und haben doch gewiß nicht an ihrer Körperlichen Stärke abgenommen. 7-- G ) -> < » Allgemeine Anmerkungen. Aus dem folgendenAbschnittwird man sehen, was vor 8uhc6e, man der Inokulation unter- werffen solle, und an welchen sie nicht vorzunehmen jene. Das kelulr-it ist, daß man nur vollkommen gesunde Kinder inoculieren solle. Was bleibt also den natürlichen Blattern übrig, als solche c-iNkliclnren, die man ans Furcht eines üblen Erfolgs, nicht inoculieren wollte? Hobt dieses nicht um vieles die parallel zwüschen der Gefahr der natürlichen Blattern, und dem Vortheil der inocularion , wenigstens ist es sehr Wahrscheinlich , daß ein vollkommen Gesundes Kind, die natürlichen Blattern gelinde, hingegen ein ungesundes, auch die inokulierten Schwehr überstehen werde. Die Engclländer die alles was ihnen an die Hand komt inoculieren, behaupten zwa, ren, man brauche gar keine Rücksicht auf ändert Kranckheiten zu haben. Die Todten listen aller derjenigen, die an den Blattern gestorben, und die algemeinen Beobachtungen , die man aller Orten gemacht hat, zeigen ganz überzeugend, daß die Kranckheit sehr vieles von ihrer Gefährlichkeit, verlohnn, und also bey weitem nicht mehr so viel an den natürlichen Blattern Sterben, als zu ansang da die Seuche zuerst in einLand kam. ZweyUrsachen können zu dieser glücklichen Veränderung courribuicren. i) da das Gift sich so allgemein ausgebreitet? solle man « ) o ( A . 7' mau nicht Ursach haben ru glauben, daß es ver- mög seiner Ausdehnung, und grösseren Raums den es eingenommen, auch deswegen vieles von seiner Scharffeverlohren habe. Sovielistgewtß daß wir alle ansteckende Kranckheiten, um vieles gelinder finden, je allgemeiner sie werden. 2) die Arth, die Kranckheit zu behandlen, ist von der Alten so sehr verschieden, und der Kranckheit so viel angemessener, daß unstreitig diese Verbesserung in der Cur Methode, eine Haupt-Ursach ist - an der wenigeren Gefährlichkeit der Kranckheit. Hingegen bin ich ein Augen-Zeuge, daß bey der sMi-ime von Anno 1778. unter 65. Kinderen die jl,ocu!isrt wurden, z. Gestorben sind, und diejenigen welche die Kranckheit glücklich überstanden haben, haben doch fast alle, zum Theil sehwiele zum Theil auch sehr üble Blattern gehabt, da doch die natürlichen Blattern , nicht besonders Bösartig waren. Man darfauch nicht glauben, daß etwas an der Arth zu mocuiicren, oder der x,r»üon, seve versehen worden, in deme fast alle von den Geschicktesten Aerhten unserer Zen, ino- culierk und pr^psnert wurden. Diejenigen die man der Einpfryp- . fung Wiedmen soll, oder nicht. Wie oben gesagt muculiert man nur diejenigen, die allem ansehen nach, auch die natürlichen Blattern, leicht überstehen thäten. i) Man 7- « ) o ( « 1) Man hat bemerckt, daß diejenigen die Kurz vorher das dreitägige Fieber gehabt, die Blattern leicht überstanden haben. Dieser wäre also bey Gelegenheit, ein schicklicher Zeitpunct zur lnoculAüon, wenn er nicht durch andere Umstände, hinderlich gemacht wird. 2 ) Erwachsene, die viel Wein oder Brandtwein trmcken, bekommen sehr üble Blattern. Sollen also solche Personen moouliert werden, so »nüssen sie lange vorher sich dieser Geträncken enthalten , und auch eine geraume Zeit prrepsrierc werden. Am besten ist es um die inocul-morr »richt in üblen Ruf zu bringen, sie den natürlichen Blattern zu überlassen. z) Das venerische Gift, soll keine Hinderniß der Inoculrrtion seyn; doch solte ein Kind, oder erwachsene Persohn, allzustarck mkeierr seyn, so ist es nicht rathsam zu modulieren, sonderen man thut besser, den Patient zuerst von dieser Kranckheit zubefreyen, und weilen die Cur der venerischen Kranckheiten H4crcuri»Ur>, erforderen, und diese das Blut starck auflösen, so darf man so bald nicht, an die lnocu!»rion den- cken, ehe und bevor das Blut wiederum gehörig verbessert worden , und der Patient wiederum seine natürlichen Kräften erhalten hat. , 4)Patienten dieden Scharbock haben, darf man nicht mocuiiKren, sie bekommen wegen des aufgelösten Bluts, Faule Blattern. §) Man G ) o ( A 7Z - s) Man muß vorher sehen/ ob keiueGeschwür in der Lungen oder Leber seyen. In diesem Fall wird es mehr Kunst brauchen / den Patient von dieser Krankheit zu befreyen , als von den Blatter«/ es seyen die Inoculierten oder Natürlichen. 6) Kinder die dieEnglischeKranheit(Kstscsti- tis.) oder Scrophlen haben/ kan man ohne Bedenken inokulierest/ sie bekommen meist wenig Blattern/ sehr oft ist sie ihnen Heilsam wider diese Krankheiten, doch lassen sie auch gern ein Schleichendes Fieber zurück, auf welches man sehr acht haben muß, wenn nicht das Kind in der folge, die Schwindsucht bekommen soll. 7 ) Kinder die einen außgeschlagenen Kopf haben, oder stressende Ohren, die solle man nicht jnocuüeren. Kamper hat sie dennoch an ihnen vorgenommen, und mitgliMchem Erfolg. 8) Man undersuche ob die Kinder Würmer haben, diese vertragen sich gar nicht mit dieser Krankheit, es ist also von gröster Wichtigkeit, sie vorher abzutreiben, ehe man inocuirert. y) Frauenzimmer die ihre Monathliche Reinigung haben, oder Schwanger sind, darf man auch nicht inoculieren. i c>) Kinder die einen starken Husten haben, solle man nicht inoculieren, bis dieser gehoben., n) An Haut außfchlägige darf man sich nicht 74 Ek ) o < O nicht viel kehren , außgenohmen sie seyen sehr scharf und hitzig, oder faulichter Natur. Zu was vor einer Jahrs-Zeit man inokulieren solle. Auf die Jahrs-Zeit komt wenig an , wann es nur zu einer solchen geschicht, wo die Hitze nicht gar zu groß, indem die kühle Luft zur Erleichterung der Krankheit beitragt. Die Engelländer inoculieren meist im Winter, und lassen hernach die Kinder in der stärksten Kälte herum lauffen. Zu einer Zeit wo bösartige Krankheiten her- schen, wäre es allerdings sehr unhedächtlich zu uioculieren. Eine Hauptregel ist, man solle nicht zu einer Zeit Moculjeren, zu welcher die natürlichen Blattern schon in einem Land oder Stadt sind, dann erstens kan einer schon von den natürlichen Blätteren angefallen senn, und da man vor dein -.Tag kein.Kenzeichen hat, ob das Gift würklich schon in dem Körper jene oder nicht, so kan es also sehr leicht geschehen, daß man ein Kind,noculiert, daß von den natürlichen Blattern schon angesteckt ist, und dieses hat allemahl üble Folgen. Zweytens Favorisiert die Lpiclemie dieser Krankheit sehr, und kan also die eingepfropften Blattern auch bösartig machen. 75 «)°(G Zubereitung zur lnscularion. Vor 20. Jahren war es noch ein sehr grosses Geheimniß eine krXp-lrcion zu haben, Heut zu Tag aber Lacht man dazu, und mit recht, ja man präpariert gar nicht mehr; dann entweder ist das Kind Gesund oder Kranck, ist es gesund, so zeigt die Vernunft daß keine Zubereitung nothwendig, ist aber das Kind kranck, so muß es vorher yon der Krankheit befreyt werden, ehe man eS inoculiert. Daß beste das man thun kan ist. 1) Das Kind 14. Tag vorher kein Fleisch Essen lassen, um allen hang zu Faulen Blattern zu vermeiden. Ist es eine erwachsene Person die jnoculiert werden solle, so muß diese vinc hisi. Wochen gehalten werden. 2) So gesund auch das Kiud seyn mag, so purgiere man es, es kan wenigstens den Reih der Därmen prLcsvieren, man kan allenfals einen Tag i - 2 bis 3' O.uintchen Glauberisches Wunder-Salz in 4.Un;en Wasser auflösen, und davon alle z. Stund 2. Eßlöffel voll geben, wird die Zunge davon unrein, so ist es ein Zeichen daß Unrei- nigkeiten da seyen, da kan man den folgenden Tag ein PurgierMittel geben, es auch repetieren, wann die Unreinigkeiten nicht auf einmahl weggehen. z) Sind Zeichen von Würmern da, als z.B. ein harter Unterleib, jucken der Nase, ein konvulsivisches erwachen rc. so'muß man diese zuerst 7ü G ) o ( « zuerst abführen durch Nahbarber-Tinctur, und einige Gran versüßtes Quecksilber. In diesem Fall sind die Rosenstcinische krnparation;-Pillen sehr gut. Sie werden auf folgende Art gemacht. tÄIomel. rit. ppt. Ar. xif. 6 limpb. Ar. vilsi klxtrnckl. Xloe;. Ar. xi). 61_1mm.6u-1i2c.Ar.xvi. lhl. k. I. 2. kill: ponä §r. ij.koliir 2rAcnri obäucenä'-«. Vou diesen Pillen gebe man einem Kind von zwey JahrenStück, einem von Jahren 4. und so fort, ist aoer dasKind achtJahr alt, und darüber, so gebe man doch nicht mehr als 7- Pillen Sollte keine Ocfnung darauf erfolgen, so setze man lieber ein oder 2.GmnJalappenharz zu, welche mit ungeschclten Mandlen wol müssen abgerieben werden. Sie müssen zwey mahl die Wochen genohmen werden, und zwey oder drey Stuhlgange verursachen. 4) Frische kalte Luft muß das Kind gemessen, wehrend dem ganzen Verlauft' der krsepAr.'Monr- Zeit. Die Engelländer treiben dieses bis zum LxceK, indeme sie dirKmder faftTodfrieren lassen. 5) Einem Erwachsenen, der zimlich vollblütig, kan man etwas Blut abzapfen. 6) Ein paar Fuß , Bäder sind auch zuträglich, sie erweichen die Haut, und Verdünnern da« Ge- 77 s ) o ( w Geblüt. Die neueren Inncuüsten verwertet? auch diesekru.^r>rr,ttun, und befinden sich gmda- bey. Von der Operation selbst. Es gereichet derMedicinischen Wüssenfchafft, ju eilten, nicht geringen Nachtheil / daß die Finanzen der meisten Aerzten es erfordernSachen von der grösten Kleinigkeit/ zu einer wichtigen und sehr Bedenklichen zu machen/ dann dadurch wird das ?ub!icum in dem Wahn gelassen/ als ob es sehr viel Einsicht und Wüssenfchafft brauche, SMn in Erfüllung zu bringen, die an sich selbst sehr unbedeutend, und vor den gemeinen Mann sehr leicht auszuüben wären. Die Folge davon ist, daß Dinge die zum allgemeinen Besten dienen sollten, entweder vor verdächtig gehalten werden, oder daß sie nicht Jederman zu Nutz ziehen kau, weilen der Arzt eine zu grosse Tare auf seine gelehrte Mine seht. Man wird in folgendem sehen, wie leicht und unbedeutend die Ausübung der lnocul»6on srye, daß selbige jederHauß-Vatter ohne einiges Bedencken,an seinen eigenen Kinderen vornehmen kau,und daß man das gröste Unrecht hat,eine kleine ritze die in die Haut muß gemacht werden, eine 0,'ei -mon zu heissen. Die gegenwart des Arztes ist hier eben so überflüssig, als die gegenwart eines Geistlichen, dann es ist gewiß weder Leibs nach Seelen Gefahr hier zu fürchten. 78 S ) -> ( O Man hat verschiedene Arten zu inoculieren erfunden, ich werde die vorzüglichsten anführen, bey derjenigen aber mich weitläufiger erklären, welche die beste und leichteste ist. Die Lbineler inocuüerten mit einer Wicke von Baumrinde, die sie mit Blattern. Materie bestrichcn und dem Kinde in die Nase stecken. Diele merboUc wäre ganz wieder den Endzweck, weilen auf solche art eben so gut als durch die natürlichen 'Blattern, die Ansteckung per relpirakionem geschehen mußte. Eine andere Klerboöe ist, bie Blattern zu Kauffen- Man bestreicht Kupfermünzen mit Blattern Materie, diefeMünzen werden nun Gebraucht von solchen die Kinder zu insolieren haben, um sie damit Spielen zu lassen. Diese Arth hat das nachtheilige, daß der Blattern cuncliclur per inspil -ttionem, ct cvnttüum, zugleich,angesteckt werden kan. Weit besser erreicht man seinen Endzwecke durch Blatternpflaster, ev wird nemlich dem Kind «in kleines Blatternpflaster auf den ober Arm, oder an eine andere Stelle gelegt, wenn diele gezogen, so schneit man die Blase auf, lößt das Nehheütchen tepiUermis) ab, und legt den Jm- pffaden auf die Stelle, hernach mit einem stücke englisch Pflaster dedeckt, eine Binde darüber. Diese merboä« hat aber doch das nachtheitige,daß Sie erstens weit Schmerzhafter, als die durch den O ) o ( N 7y den Schnitt, und zweitens das sie weit Lfterer fehlschlagt. Oimsclrile Und 8urton inoculierten auf folgende Arth. Sie befeuchten eine l^nccrrc mit Blattern Materie, machten mit dieser einen schien fen Stich, zwüschen dem Daumen und zeige- finget/ zogen hernach die Wunde etwas auscuimr/ der, und bestrichen sie mit der ^unLerrc um das Cyter in die Wunde zubringen. Diese .Vieches ist sehr gut und fehlt fast niemals, hat auch nur das nachtheilige, daß man nur inoculwren kau, wenn die Blattern würcklich schon in einem Orth sind. Die allgemeinste Sicherste und beste lVlerho- 6<- ist folgende. Man nimt eine Neh, Nadel, durch welche ein Zwirnfaden gezogen ist, mit der Nadel durchsticht man eine Blatter, an einem Kind das gutartige Pocken hat, und am eichen Tag der Kranckheit ist, zieht den Faden durch, damit er ganz von Eyter angefeuchtet seye,laßt diesen Faden hernach langsam trocknen, schneit ihn in stücke ei- nesZoll längs, und bewahrt sie in einer Schachtel; diese Faden behalten wenigstens sechs Monath ihre ansteckende Kraft. Wil man nun ein Kind das wie oben gesagt, vorher zubereitet worden, mo- culicren, so nimt man eine plat geschlagene Nadel , oder besser eine i-mc-ttc, faßt die Klinge mit dem Daumen und Zeigefinger so tief, daß nur die Spitzt so breit hervor steht, als es nvthn. endig so O ) o ( » die Haut so tief zu Ritzen, daß nur ein paar tropfen Blut hervor kommen. Die beste Stelle wo die Ritze kan gemacht werden, ist etwan L. Zoll unter dem Kopf des Schulterbeins, oder auch nur (um der Sache nicht unnöthiger Weise etwas be- denckliches zu geben) in der Mitte des ober Arms. Setzt die Spitze der !ancettean,und macht die Ritze vhugefehr ein und ein halben, oder 2. Zoll von oben gegen unten, kommt nun etwas Blut heraus, so muß es abgewüscht, und die Wunde etwas auseinander gezogen werden, doch ohne dem Kind schmerzen zuverursachen, hernach wird ein stückgen von demJmpffaden genoinen, und auf die Wunde gelegt, mit einem stück englisch Pflaster bedeckt, über dieses hernach ein zweites grbssers, so daß es von jeder Seite einen halben Zoll über das erste hergeht; Dieses zweyte Pflaster dient nur zu besserer Festhaltung des ImpffadenS, es kommt also nicht darauf an, was vor eines es scye, über dieses wird ein 2. oder dreyfaches stückgen Leinwand gelegt - hernach der Arm mit einer Binde umbunden. Es ist rathsam, werend dem auflegen des ImpffadenS, dem Kind das Gesicht zubedeckeu, damit es nicht durch die Ausdünstung desselben angesteckt werde. Nach deine nun der Verband 24. Stunden gesessen hat, so nehme man ihn ab, und verbinde die Stelle nur mit einer trocknen Binde. Zu mehrerer Sicherheit, daßdielnocularion haste,thut man wohldenImpffadenan beydenSlr- men anzubringen. 8k G)y(w Den zweyten Tag, fangt die Wunde an etwas zu jucken, den dritten Stärcker, und den vierten wird sie Feucht, am Fünften Tag erscheint ein weißlichter Strich aufder Wunde, und dieser ist das erste Zeichen, daß die Inokulation gchast hat, das Kind beklagt sich auch über eine Steifft im Arm, den Sechsten fangt die Wunde an zu Fliesten, und die Drüsen under der Achsel schwellen etwas auf, den Siebenden Tag giebt eS wahres Euter in der.Wunde, und man riecht schon den Euter, Geruch, das Kind wird etwas kränklich , schläfrig und brkomt Kopfschmerzen, vom Achten bis zum iz. Tag zeigt sich Fieber, und das außbrechen der Blattern folgt darauf, sobald diese heraus, st) hört das Fieber auf, das überge ist hernach wie bey den Natürlichen Blattern» Bleiben alle diese Merkmahle aus, und die Inokulation hat also nicht gehaftet, so kau may nach Vierzehen Tagen oder drey Wochen, sie em zweytes mahl vornehmen, und auch bis zum dritten mahl repetieren, sollte sie aber das drittle mahl nicht hasten wvllen,so ist es sehr wahrscheinlich daß Die vilpotitioo zu den Blattern nicht in dem Körner scye, oder daß die Person eine derjenigen seye, Die die Blattern niemahlen bekommen werde. Bey den inoculicrren Blattern, ist es eben so nothwendig als wie bey den Natürlichen, mit dem ansang des vierten Zeitraums, oder dem abtrocknen der Blattern, gelinde Purganzen zu gegeben. Es kan hier die gleiche Mrbocle beybe, F halten 8L V)o(« halten werden, die ich in dem Abschnitt von den ^ Natürlichen Blattern, in diesem Zeitraum vorgeschrieben habe. Mann kau z. B. alle ?. Tag dies Mittel geben, so under der Vorschrift No.'s. ist angegeben worden, und es z. bis 4. mahl repetieren. Ist der Unterleib genugsam gereinigt, so kan man zum Stärker» das Xecepr I§o. rz. brauchen, ist es nothwendig zu gleicher Zeit noch etwas die Därme zu reinigen, so gebe man das Neceprl^o. 24. Während dem ganzen Verlaust der Krankheit, muß der Patient die gleichen Getränke trinken, wie bey den Natürlichen Blattern, und die Nahrung sollte auch die ganze Zeit durch Liiisch seyn, und dabey beständig frische Luft gemessen. Zuweilen wann schon die ganze Krankheit zu ende, so Eytert die Wunde noch immer fort, und will sich nicht Schliessen; vorzüglich ereignet sich dieses gerne, wenn die ersten Wege nicht gehörig Vereinigt worden. In diesemFall darf man nur, rieben dem Gebrauch gelinder Purganzen die Wunde mit.einem Sachen Stückgen Leinwand < daß mit Thedischen Schuß-Wasser befeuchtet ist, auflegen, den Arm mit einer Binde umbinden, Md von Zeit zu Zeit die Stelle mit diesem Wasser wieder befeuchten. i. Sol- 1 «)<>(« rr (holten einige Schorflen, besonders solche die etwas tief ligen, nicht abfallen- sokan ma>K sie mit folgenden, alle 2 . Stund bestreichen K., Oleu. clulc. , oliv^r. § unc. ß. ^srt. per äiligu: tlrselrm. 8. Schorflen zu bestreichen. Zuweilen bleiben die rothen Flecken sehr lange, besonders bey Erwachsenen, folgendes Mittel macht sie geschwinder vergehen: ki rolar. unc. vüj. 8pirir. lVlarricLl. unc. st» Lrimpb. §r. )v. N. 8. zum bestreichen. Ist nun die Krankheit vollkommen zu ende und' Glücklich überstanden, so muß man dem ohngeacht vierzehen Tag bis drey Wochen, die Kinder eins Sparsame halten lassen, und ihnen nur nach und nach wiederum Fleisch, Speisen erlauben. Dieses ist was ich in möglichster kürze, vor» einer so wichtigen und Gefährlichen Krankheit wie die Pocken, zu Sagen vor nothwendig gefunden. Ich habe die Beschreibung so wohl als die Cur dieser Krankheit, mit gutem Vorbedacht so eingerichtet, daß ich nur das allernothwendigste gesagt, und insbesondere gilt dieses von den Mittlenund -er OiLc die ich vorgeschrieben. Man r4 O) o) « Man wird sich erinneren -aß ich "gleich Anfangs gesagt habe, die Kranckheit sehe unzeh- Z'' tichen compliciltionsn auß^esetzt, aus diesem k Grund ist es also auch unmöglich alle Veränderungen , und ju dieser Kranckheit sich Gesellende 8xmprvmktt» zu bestimmen, ich mußte mich also schlechterdings an die Haupt Zufälle halten die ' sich am öftersten mit dieser Kranckheit vereinigen; n und die zu gleicher Zeit die gefährlichsten , sind. . vorzügliche Druckfehler: ' Seite z.Linie 14. lise scuminrttX. V. Verrucosse. Seite 8 . Linie z. lise Urin. Seite 20. letste Linie lise - spliciert. Seite 22. Linie r.iise ein halbes Quinta chen.Seite2z.Lime »8Uisemit.Seite42.Lmie »s. als Nasenbluten. Seite 52. Linie 5. lise lsrpem. Seite 54. Linie iz. lise Quartier» Seite ss. Linie ,4.lisee«6. M l