Hers- vertrautes Liebs- Gespräch/ Und Darauff von Handen gegebne Liebes- Trau- und Eh-Pfänder/ Bey Glückseeltgsier Vcrehlichung/ Des Ehrwürdigen / Vorachtbaren/ und Sonders- Dtscö Nahmens desJünMen/ 5 » Des. ... Hoch- Ehrwürdigen/Großachtbaren/und Hochgelehrten irnWebastian Millers/ .V* ~ I v > T „ , l, vw. i Hochverdienten Lamm^rern/ und Subfemoiris Einer Evangelischen Gemeind in St. Gallen/ Eheleiblichen Herrn Sohns/ Mit . . Der Wohl- Cdlen/Hoch- Chr- Zucht- und Tügend- belobten Iungftauen/ Welche ftöiich gehalten worden tn S.Gatlen/ den 14. Hcrbstmonat/ > 6 9 7. t Gedruckt in derHochreütinerischcnDruckerey. msstn I. VOTUM NUPTIALE, Lcctillimo Ncogamorum Pari mlignum benevoli affcctüs fusum. pllm nos invitas clari GILLERE Parentis Natc,optaremusgaudia ferreTibi. Non equideniBacchi präsentem cura recentis Esse sinit, votis cogor adesse piis. Ut {ponfo fpofaeque fimul Benedictio Coeli AfBuat infignis, pax, bona cunctadccus. Accedat Proles, crefcat Ecclcfia per Te, Accedat Nummus,qiibmagecrefcatEa. Bafd, Xl.Sept, 1697, Rod. W'etstenius, S.Th. D« V.T. Pros. ord. h. r. Decanus. I i. G ILLERUS celcbri SANGALLO siccine misto MONSPELlUMquauit, sie socjamcj, thori: , Sie statuit Numen, Codi sie providaCüra. REINAKDTdi hinc illum sub Juga traxit amor.’ GALLICA GALLENSI felix sit Nympha marico Illoruni castus non moriatur amor. Teutsche Ausführung. §ll] 2 As Gott zusamen fügt/ das muß zusamen kommen/ Ist wohl und wahr gesagt/was der Herr aber nicht Beysamen haben wl!/ deshalben wird genommen Vergebne Müh/ den Kopff man nur umsonst zubricht. «Offt suchet man ein Weib/und kan sie doch nicht finden/ Dftt sucht man einen Mann/ der gehet neben aus/ Offt findet rnan ein Weib bey frömder Lander Kinden/ Die nran gesuchet nicht: Es komt ein Mann ins Hauß/ An den man mcht gedacht l So thut es aber leiten Der alles schaffend Gott: Cr schafft dem Mann ein Weib/ Dem Weib schafft er den Mann / dem Rippe seiner Seiten/ Und ordnet sie also Zu einem Fleisch und Leib. Es leben manche lang liebreich gesellt beysamen/ Da herßt es manichmal: Das gibt ein Ehe-Par. Gott aber wolle nicht/daß sie zusamen kamen: Es mußte Mann und Weib kommen von weitem hav Oder/Herr Bräutigam/könnt Ihr was anders sagen? War das alls Euer Sinn/ aus fernem Montpelier Zu hohlen eine Braut? Wolt euch niemal behagen Das Vaterländisch Blut? Isis auch wolmüglichschiep Daß euch St Sallen nicht ein Bilde hab gezeiget Das euch gefallen hat? Ich halte wol das Nein. X ES So aber hat der Höchst Et?r Sinn und Hertz geneigek/ Daß ein entfernte Dam solt Euer G'hülffin seyn. Wol dann! Was Gott gemacht/wird wol gemachet bleiben! Wol euch Herr Bräutigam/Ihr habt von Reiner Art Erkieset eine Braut: Euch that der Höchst auch treiben Wehrt Edle Jungfrau Braut/daß ihr euch habt gepark Zu Herrn Sebastian/ der wie sein Nahme weiset/ Ehrwürdig Standes halb/ nicht minder Ehren wehrt Von Glehrte und Fromkeit/die Gottes Wort hoch preiset Und deren hier und dort der Segen wird beschehrt. So lebt dann Segens-voll/ liebreiches Paar auff Erden/, Lebt Fridenreich/lebt gsund/ tragt lieb und Leib zugleich/ Bis Euch des Lebens-satt von Alterthums Beschwerden Jesus wird nehmen auff ins Ewig Frenden-Reich.. Mit disem hat Hm. Bräutigam seinem gewesenem Difcipulo und Tischgenosse»/sein,e unmakete wol meriricrte Affectioil und Likbe bezeugen wollen Jacob Meyer/Predicant und Rector der Schuh! zu Winterthur. a m. O bleib ich dann /mein Kind /versichert ihrer Treu? Mein 'Leutsch-gesinter Sinn sinnt seinem Herzen bey/ Und bin nun festiglich nach ungewissem Wenden Am Ufer seiner Seit entschlossen anzulenden. O lang-verlangtesWort/ undHertz-erwünschter-Schluß! Sie. Schluß/der auch mir nur Lust/ und Freud'erwecken muß. Er. Mein warten ist erfüllt / doch noch nicht gantz verschwunden.' Sie. Man seuffzet nur nach dem/ was uns nicht alle Stunden vergnügt. (Er ) Drumsessn ich stets nachJhrerLiebes-Huld» Sie. Er heische / was er wll / ich leb in feiner Schuld. Mae deutet dise Färb? (Er.) Die Liebe wil sich regen» Sie. Oho! so merck ich wol / ich kann sein Hertz bewegen? Er. Ja/ Venus/ dünckt mich / hat sehr vil an mir verübt \ Sib' Villeicht/ weil seine Seel die Pallas mehr geliebt? Er. Daß Pallas diftr hat den Vorzug abgedrungen/ Ist/ weil aus Göttern Sie/ die aus der See entsprungen. Sie. Doch gleichwol ist sie nicht mit minder Macht verseh'n/ Er. Ich spüre/daß an mir das Probstück sey gescheh'n. Sie. Sie hat inö Liebes - Garn auch Götter eingetrieben. Er. Recht/ Schönste / doch woher ist sie dann frey geblieben ? Sre. Die Unschuld hatte mich vorn Lieben kosgezehlt. Er. Weil etwa ihre Zucht die Closter-Lufft erwehlt. Sie. Villeicht/wann er mir nicht den festen Sinn getühret. Er. " Hab ich sie von dem Ziel so glücklich abgeführet? Sie. Man lobte seine Witz / und Hohe Wissenschafft/ Er. Ach! zum Bewegen hat mein Wissen schlechte Krafft. Doch wolt' ich/daß mich jezt ihr Liebes Aug'anblickte/ Und der verwundten Seel' ein Anstrich- Sälblein schickte. Sie. Wie aber stets um ihn? Er scheinet mir so bleich? Er. Verliebte/ wie sie weißt/ sind selten Farben reich. Sie. Was Anstos schneidet ihm so heimlich- tieffe Wunden? Er. Ihr strahlend Antliz hat den Gegenstand gefunden. Sie. Er scherzt nur. (Er.) Nein. (Sie.)Darum so meld' er/was ihm fehl. Er. Ich finde dis an ihr/ was mein Gemähte quält: Sie. An nur? Die ich ihn stets zu lieben mich beflissen/ Er. Sie laß mich ihre Gunst aus wahren Zeichen Messen. Sie. So nehm' er dis Popyk zum treuen Unter- Pfand.' ■ Er. Dis wurde durch die Glut der B rüst zu schnell entbrand/ Wo nicht der Thränen-Guß die Funcken an ihm kühles Sie. Wie/ daß er noch so sehr mit meinen Worten spilet? . Beliebt ihm diser Ring/und eingelegte Stein? Er. Mein Kind ich kenne kaum/was diß vor Schäze seyn/ Weil ihrer Augen- Bliz mir meine Augen blendet. Sie. So ist dann nun mein Pfand vergebens angewendet ? Er. Nein/ eines weiß ich noch/ was sie verpfänden kan. Sie. Was vor Geschencke wünscht/und nimt er von mir an? Er. Sie gebe sich mir selbst/ dis wünsch ich vor mein eigen. Sie. Ja wol/wann er zum Pfand mir wird sein Herze zeigen» Er. Dis hat sie längsten schon aus meiner Seel' entführt/ Wcrl -ch mich selbst in mir bisher nicht mehr verspürt. Sie. So schwör ich noch einmal ihm ewig treu zu bleiben» Er. Und ich/ daß mich nichts sol von ihrer Liebe treiben. Sie. Dis lang-verlangte Wort versigle diser Kuß. Er. Wie lieblich schmecket doch der schöne Nectar-Guß? Wunsch des Authoris. So führt nun/trautes Paar/ den Ehstand ohne Weh/ Der Himmel leit'auff Euch der Gnaden-reiche See: Lebt/weil ihr auff der Welt/in hocherwünfchten Freuden/ Kein Tag sol ohne Glück? und Seegen von Euch scheiden; Und weil die Pfänder schon beyd'eingeleget seyn/ So fordert alle Jahr die Zinse richtig ein/ Daß eh Diana wird zwölffmal am Pol vergehen/ Mög'ein neu Capital aus diser Sum' entstehen. Schuldige Hochzeit - Auffwartung/ In einer gelinden Nacht- Music vor dem Braut- Zimmer pmsmtirt. 1. Aynthia / dein klares Silber schimmern/ Und leucht jezund mit Hellem Liebes-Liecht/ Wir schauen auff zu deinen blauen Zimmern/ Laß du auff uns dein blincken seyn gerichk 2 . DuVenus-SLern/lauffmit der Sonn nicht nider/ Halt' uns zu lieb noch eine kleine Wacht/ Wir wollen noch/ eh deine Sonn komt wider/ Ein Liebes-Lied anstimmen dise Nacht. 3 * Hier ligt in Ruh' ein Paar vereinter Hertzen/ Die selbften Heut der Himmel hat getraut/ Zn deren Herz die keusche Liebes-Kerzen Siud angeflamt: Der Bräutigam mit Braute 4 > Du Himmel laß noch ferner beyde Seelen Mit deiner Huld allzeit verbunden! seyn/ So wird sich dann mit Ihnen auch vermahlen . Glück/ Seegen/Heil/ und Freuden-Sonen-Scheim 5. Dein Seegen stieß'/ und gieße sich / wie Regen/ Auff dises Paar in ihre Schoos herab/ Wie! süsse Freud' umgebe sie allwegen/ Das gute Glück die beyde Herzen lab» X 2 6.Lebk 6 . Lebt ganz beglückt in Lieb'/ und Leid beysammen/ Er'sey das Haupt / Sie schmeichle sich hinzu/ So brennt die Lieb' in reinen Liebes-Flammen/ So werden Sie. gemessen süsseRuh. » , < m /♦ ‘ ' So schlaffet dann/so wachet auch beysammen/ Ihr Liebe Zwey / mit Englen stets bewacht/ Der Himmel nehr'/ und mehr die Liebes - Flamen/ Zez ruffen wir; Verliebte gute Nacht! Aus wolmeynmdem Gemüht auffgesczt/ unöGlück- ivnnschknd aus Lindau abgeschickt/ Ven - ' Ioh. Jacob Haugen/ 5mü. Lindav, p.t.PnKc.Class.Patr. t ^An mag das Ledig seyn noch eins so sehr erheben. * Als wann es in der Welt das aller beste sey/ Man schreibe diß / und das von dem Eh-Losen Leben/ Als wann darinnen war die unverfälschte Treu. Man finde ja daselbst ein gantz vergnügtes Wesen/ Die Rosen alles Lusts / der Jugend-Frühlings-Blum/ Dabey ein junger Mensch könn mehr als wol genesen/ Und dises ftye auch der freuden- Eigenthum. Villeicht denckt mancher so / wann ich in Ehstand seze/ So geht es leider mir an manchen Sachen ab/ Und dises last man mir alsdann zu guter LeZe/ Daß ich muß vor der Zeit ins unbeliebte Grab. Zwar last sich solches wol / als wann es wär'/ anhören/ In dem die schirme Zeit die Warheit zeuget an/ Die uns die Sparsamkeit kan allenthalben lehren/ i Vornemlich / da man weist / was man zuvor gethan. Dann in dem Ledig-seyn könn jeder vor sich Hausen/ Und das / was man erspart / mit sich selbst essen auff/ Und von dem Extra Gut/ zu Ertra- Zeiten schmausen/ Wie dann jezundcr geht der böftn Zeiten-Lauff. Doch mag dergleichen Sag nach lang den Stich nicht halten/ Cin and'rer Währheits-Grund gehört auff Visen Schick/, Dann auff dergleichen Schlag; es nichts gethan die Alten/ Da sie vor Ledig - Seyn erwehlt das Heurahts- Glück. . Ist dann der Ehstand nicht des grossen Gottes - Garten/ Worinn er imerdar des Ehbetts-Pflantzen sezt. Daraus ein jeder' kan die schönste Zweig erwarten/ An denen sich das Hertz der Eltern recht ergezt. Fiel dlser Stand dahin / wo wär die Welt hinkommen/ Sie wurde überal zur läutern Wüsteney/ So solt' auch Gottes-Raht nicht wenig seyn benommen. Da sein Erschaffungs- Wort sich richtete auff Zwey. Man seh' an die Natur / wie sie selbander spilet/ Da unß'rer Sonnen-Krafft / als Vatter sich erweißt/ . Und nechst des Mondes-Lrecht / als Mutter dahin zrhlet/ Daß durch sie Gottes - Merck durchgehends sey gepreißt. Insonderheit ist auch der Mensch zur Eh erschaffen/ Daß er nach seinem Bild seins gleichen zeugen soll/ Und daß er nicht alleinMiff allen Fall soll schlaffen/ Vilmehr / daß er erleg der Liebe-Zmß / und Zoll, Und Und weil dann diß gewüß / und aus bewehrten Stündest Man gnug erweisen kan / daß vor zu ziehen sey Die Eh dem Ledig seyn / wie man es auch wird finden/ So ftagt es sich jezund ohn alle Heucheley/ Zu welcher Zeit des Jahrs es sich am besten schicke/ Daß man nach Gottes-Will den Heurahts-Stand erwehl/,' Und daß es in der Eh / so lang man lebt / recht glücke/ Ja / wann der Knöpft gemacht / es da und dort nicht fehl t Ob Somer / oder Herbst / ob Frühling/oder Winter/ Nach jedesHertzens-Wunsch den Zeug zumBrautbett geb/ In welchem Vierthel-Jahr man hab vor oder hinter/ Und daß ein solches Paar beglückt und friedlich Leb. Das einte Schleck,Maul will zur Lust den Somer haben/ Weil in derselben Zeit die Welt steht in dem Flor/ Ein and'rer Löffler wünscht des grünen Frühlings Gaaben/ Da man die Blumen-Waar in Körben träget vor: Und der will sich im Herbst durch courtesieren laben/ Da ihn ein süsser Most zum schlecken machet an/ Und jener / den es friert / will in dem Winter haben Ein brustduch vor den Leib / daß er sich wärmen kan. Wann man um dise Sach ihn seit Herr Schwager / ftagen/ Ich weiß / er wurde mir hiekinnen stehen bey/ Und wegen seiner Ed vom Lust des Herbstes sagen/ Daß eben dise Zeit die allerbeste sey. Dann er zu feiner Eh die rechte Zeit erwehlet/ Und zu dem Heurahts- Kauft den Herbst gesehen aus/ Da man am Reben-Stock die schönste Weinbeer Zehlet/ Und drauff den stiften Most und Sauser legt ins Häuft» Wie er dann in dem Herbst der Liebe-Grund geleget/ Und seinem wehrten Kind verliebt gewartet auff/ Und alsb in ihr Hertz die gegen Lieb gepräget/ Zu machen zu der Eh den lang-Verlangten Kauff. Er dachts in feinem Sinn / der Herbst bringt meinem Lebest Weil sich der stärckste nicht/die beste Lebens - Krajft/ Und süssenNectar-Lranck/von edel-weisen Reben/ Und dis gibt seinem Leib zur Kühlung neuen Safft. Er geht ja nach der Schrifft/wann zwey beysamen ligen/ So machen sie sich warm / vornemlich dise Zeit/ Hilft Gott dem / der allein muß in die Federn schmiegen/ Wer weist/ob er noch hat des rechten Schlaffenö-Freud? Herr Schwager / et hat es darauff einmal gewaget/ Der Herbst-und Winter-Frost beglücket seine Eh/ Ich weiß es schon gewiß / daß er nicht drüber klaget/ Da keine Nach-Reu ihn betreffen wird mit Weh. So hat ihm dann das Glück dis liebe Kind bescheeret/ Das sich zu ihrem Ruhm von dapffern Eltern schreit/ Die man noch heutigs Tags mit allen Rechten ehret/ Da deren Nahmens-Lob bey aller Welt verbleibt. Er hat ein solches Kind zu seinem Schatz bekommen/ Da Schönheit / Gottes Furcht / undTugend sich verpaatt/ Da die Vollkommenheit die Residenz genommen/ An welchem die Natur / und Kunst gar nichts gejhart. Erknegtein solches Kind/ das sich von*Keuschheit nennet/ * Catharina, rein / keusch. Da bey dem Nahmen sich der Wahrheit-Grund befinde/ So man in Statt und Land am wolverhalten kennet/ Durch deren Annahm er ein schönes Gut gewinnt. Sa So leb’ Er dann beglückt wit.seinem edlen Kinde/ An dem Er seine Lust/samt der Vergnügung schaut/ Daß ihrercheyder Herz der Himmel fest verbinde/ Drum wegGriz/ Habermus/und altes saures Kraut. Gott laß in ihre Eh Glück/Heil und Gegen schneyen/ 'Daß Jährlich sie erfreu ein frisches Wiegen-Band: Daß Ihnen mög' ihr Wunsch nach eignem Wunsch gedeyen r .'Und diß ist/was hier schrieb Hans LenhartHurlmanö- Hand« ENDE. :i. ■ < /m *. uy- V., i !-• .7!^ -.v ■ < .,. 1 ,- r s •t v. ’ . >! i : ' ,^1 \l'i ' iui i: : Su •* ' » i •r ", ii UVi'jy. \t : .v - s*Kf .» ■■■■■••• ' r . - -J . ■ .»i * v ’. ‘ •: (; •