Neuer-Jahres-Wunsch M die weltberühmte Hwtt -Ht. challcn/ Bep Uncrcttung der Regierung Deß Hochgeachten/Ehrenvesten/Frommn/Fürsichügen vnd Weisen Herren/ altmevers/ übergeben von Jacob Redmger/ Vuchdrukcr Är Je Statt die ohne Land vnd doch in vielen Landen W Der grossen Welt berühmt/ die ist bisher gestanden ^ In Gottes Gnaden-Schirm/durch welchen sie besteht/M Bis der gewalkte Bau des Himmels undergeht. ^ Es fahrt kein Pflug auß Ihr/und hat doch des Getreides Ein reichen Überfluß. Sie lacht des bleichen Neides Vnd ist nicht ohne Gut/besizt die Friedens-Frucht/ Wiewol man umb sie her noch niemal durchgesucht Der Erden Eingeweid. Den Weinstok niemand schneidet/ Der Bergen kalte Luft diß Kleinod hier nicht leidet/ Der edle TraubemSaft ist doch so gar gemein/ Daß man da nicht mehr findt das Wasser als den Wein. Sie liget zwar umringt mit schön-begränten Waftn/ Man höret aber nicht die Hirten-Hörner blasen/ Sie ist doch angefüllt mit allem was vns gibt Des Viehes reiche Zucht die manchem Volk beliebt. Es kan kein grosser Fluß zu ihren Mauren fliesten/ D och sihet man auß Ihr wie Ströme sich ergießen Die Nahrung dieses Lands. Es bleibt in gutem Werth Vnd komt in alte Welt was von Ihr wird begehrt. Das frembde bringt man her; Es sind bei Ihr zusehen Des Ostens Güter/und die auß dem Westen gehen/ Der weiß-bezahnte Mor das seine schiket Ihr/ Was in dem Norden wachst das findet man auch hier. Die schönste Perle doch ist daß man ist beflissen Zu lehren Gottes Wort mit freudigem Gewissen. Der Freiheit theurer Schaz der Stätten gröste Zier Die ander ist. Erhalt'/O Gott! sie für und für. Nun danket dem allein der dieses uns bescheret/ In dem so manches Land durch Krieges-Feur verzehret/ Diß alles / und vorauß der Freiheit schöne Gab Am Leib und an der Seel/von Oben komt herab. Wie selig ist die Statt wenn sie zugleich beglüket Mit Häubteren die ihr des Himmels Segen schiket/ Die allen Lasiern feind/hold der Gerechtigkeit/ Die Klugheit vnd Verstand zu brauchen sind bereit. Wir sehen dieses Jahr die Statt in freuden zieren Ein Hoch- verdientes Haubt/so sich nicht last verführen Durch das verfluchte Gold/veracht das schnöde Gelt/ Der Menschen Sinnen Hual/den grossen Gott der Welt. Er kav dem Neid vnd Haß vnd allen Feinden Nutzen/ Weil Er/nehst Gottes Ehr/sucht den gemeinen Nutzen/ Nicht seinen eigenen/ und aller Zeiten Zeit Wird rühmen seine Treu und selt'ne Redligkeit. Die spate Nachwelt wird auch seinen Ruhm vermehren/ Erzehlen seine Werk'/ und die Gedachtnus ehren. Wer so lebt wie Er lebt/wer so wie Er regiert/ Mit sich auß dieser Welt ein gut Gewissen führt. Wer sb stirbt wenn Er stirbt der weiß von keinem sterben/ Er kan auf diese weis unsterblich Lob erwerben/ Er hat schon in der Zeit erlangt die Ewigkeit/ Er höhnt den blassen Tod/und hofft die Himmels-Freud. Es wünschet jederman der Höchste wolle geben Dem werthen Mann viel Glük/ Gesundheit/ langes Leben/ Er nehm' in seinen Schuz das Haubt und die Gemein/ Vnd lasse sie bei Ihm des Auges Apfel fein. In diesem neuen Jahr Er schike neuen Segen Gleich wie den kühlen Tau/gleich wie den sanften Regen Wenn in der FrülingsZeit die Erde sich verneut/ Vnd schon der Blumen Lust das Aug und Herz erfreut. Er mache daß von uns die Laster weichen müssen/ Die Einigkeit verbleib'/ und daß einandern küssen Fried vnd Gerechtigkeit; so werden wir bestehn/ Vnd den gefreiten Stand die Kindes- Kinder sehn. 1 * 8 D 0 0 0 St. Gallen/gedrukt zu End deß ör.Oc. r.xxxr. Jahrs. "0 0 O , » r r r i r r r k » irki l^l. , r r r ri r » ik ; i r 66 (Vs01sns) ^ ^ 63 . ' > r.^ !-'Ä?L i».. '. - ..''' ^/-r- ' - - L'.. - ' ,,-^- ->r' --- . -, ^