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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
quemlichkeit wegen, auch um das farbige Unterfutter zu zeigen, von eTaille aus zu beiden Seiten zurückzuschlagen und seine Schosskanhinterwärts mit einander zu verbinden (Fig. 260 a). — Nur ausna ,^weise bediente man sich statt seiner einer Ermeljacke (Jcami$ e Jwelche knapp den Unterleib mitbedeckte. Sie war weit und glich s °Ganzen einem derartigen, gekürzten Itock, hatte indessen mitiintcrengere Ermel als dieser, die denn zuweilen von der Hand bis zurdes Unterarms geschlitzt und hier, zu beliebigem Verschliessen,Knöpfchen besetzt wurden (vergl. Fig. 260 c).
Auch die Uebergewänder hatte man wohl zuvörderst den ( ruäS1 j aI)lltatarischen Uebergewändern völliger nachgebildet, jedoch auchwiederum, wie das kaftanartige Kleid, in eigner Betätigung umges .
Sie bestanden in eigentlichen Ermelröcken („suknä“) und mantcla 1 ^ 1 »Umhängen; diese mit und ohne Ermel. Die Umhänge, vornämh cermellosen, hatten ihre herkömmliche Form, die eines einfachen K , emantels, am ungetrübtesten bewahrt (Fig. 261 a). Indessen würe '' Siüberhaupt keineswegs unberührt geblieben, sondern wurden nun mineben in fortgesetztem Anschluss an die ostländische Ausstattung® ^mehrentheils durchweg mit Pelzwerk gefüttert, auch mit breitemkragen, und gelegentlich selbst mit längeren Ermcln, ja mitunter B °®von gleicher Länge des Gewandes, versehen (Fig. 260 b). Die c'»liehen Ermelröcke dagegen folgten dem fremden Einflüsse gl elCgestalt, dass sie solchen bei aller Wandlung, welche sie inzwisch enfuhren, nicht mehr zu verleugnen vermochten. Zwar waren sie 3 ^ mC \bedeutend verengert und ihre (anfänglich) langen und weiten ^abermals allgemeiner, nach altslavischem Brauch, bis zur ArrobicSJ 5 ^kürzt und auch wohl geschlitzt worden, hatten jedoch sowohl ihre ^von Osten her überkommene Länge, bis nahe zu den Füssen , ® ^
ihre ihnen ebenfalls von dort angeeignete Art des Verschlusses,
Brust vermittelst Schnur- und Knopfwerk, beibehalten (Fig- " en iüberdies auch fuhr man nach ostländischer Weise fort sie aus a er fcStoff (zumeist Tuch) zu fertigen und, wie die Umhänge, mit jjnzu füttern und zu verbrämen. — Ausserdem trug man, aber i® 01 jj B enur vereinzelt, einige leichtere, kragenförmige SchulterumhängeErmel und, wohl als eine eigene Erfindung, kurze vorn offene u ^lnrocke zum Verschliessen (ohne Taille) mit ziemlich weiten W a
(Fig. 260 c ). ver iind frt ’
Demgegenüber blieb die Beinbekleidung fast gänzlich un ^jt-Vor allem bewahrte sie ihre altherkömmliche Form der die ^ a ybedeckenden enganschliesscnden Langhose (Fig. 260 c; Fig- j^en»Erst gegen Ende des Js’ ’ ' ' ’
pflegte man diese, nun
Jahrhunderts, etwa seit den siebenzigei a sgeSjn wohl mit in Folge westländischen Lm